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Randbereiche - Wenig diskutiert! => Andere Randbereiche => Drückerkolonnen => Thema gestartet von: Mr. Migräne am 14:14:27 Fr. 10.Januar 2003

Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: Mr. Migräne am 14:14:27 Fr. 10.Januar 2003
Neben den bekannten Zeitschriftendrückern("Guten Tag, Haben sie Vorurteile gegen Leute, die im Knast waren? Ich wurde gerade entlassen und hätte ihnen ein Zeitschriften-Abo anzubieten...") gibt es noch die Kettenbrief Systeme, die ja illegal sind. Um das zu umgehen gibt es auch Firmen (ursprünglich aus den USA), die das rechtliche umgehen und Treffen organisieren und z.T. irgendwelche Pseudoprodukte vertreiben. Einige Treffen laufen mit Animateur, Propagandafilmen und eigener Musik (und Kleiderordnung!), fast Sektenmäßig.

Ich kenne sogar Leute aus der Alternativszene, die mit dem Traum reich zu werden sich solchen Pyramidenfirmen angeschlossen haben und jetzt ihre Freunde bescheißen, bzw. versuchen sie mit reinzuziehen.
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: piluap am 03:00:10 Di. 16.Dezember 2003
Dieses Metier ist fast unbegrenzt.
Man denkt sich nichts böses, wenn man vor einem Supermarkt von jungen Leuten (meist einheitlich gekleidet) angesrochen wird, "Hätten Sie mal eine Minute für den Tierschutz über..?"

Dahinter steckt dann die Deutsch Tierhilfe e.V.
Die freundlichen jungen Menschen glauben meist sogar etwas Gutes zu tun und kennen die Arbeit des Vereins nicht wirklich. Sichtbar ist in erster Linie eine Hochglanzzeitschrift mit herzzerreißenden Bildern von (meißt jungen) leidenden Tieren.

Im Deutschlandfunk und im Fersehen bei Monitor wurde nun einiges über diese Abzocker bekannt (aus MONITOR):

Zitat
Tierliebe wird groß geschrieben in Deutschland. Mit 230.000 Mitgliedern ist das Deutsche Tierhilfswerk der zweitgrößte Tierschutzverein. Wie hier in Berlin versuchen Mitarbeiter in ganz Deutschland auf den Straßen, immer neue Mitglieder zu werben.

Notleidend sind offenbar nicht nur die Tiere, sondern auch die Vorstände des Deutschen Tierhilfswerks.    
Weiter auf Spurensuche. Wir sehen Verträge ein, die mit zwei Werbefirmen abgeschlossen wurden. Die Firmen Service 94 und Concept erhalten zusammen rund 6,5 Millionen Euro im Jahr für die Werbung - während der Vertragslaufzeit seit 1999 nicht weniger als 25 Millionen Euro.  

Dr. Christoph Müllerleile, Deutscher Fundraisingverband: "Das Deutsche Tierhilfswerk nutzt eine gute Idee aus, um Betrug im Grunde genommen an den Menschen zu begehen, indem einige wenige Werbeleute eben reich gemacht werden, die die Idee ausnützen und mit durchaus seriösen Argumenten eben unseriös Geld sammeln. Das ist eben eine Geldmaschine."

Die Bilanz des Deutschen Tierhilfswerks: Rund 12,5 Millionen Euro werden jährlich eingenommen. 6,5 Millionen gehen an die befreundeten Inhaber der großen Werbefirmen. 2,5 Millionen Euro sind für Verwaltung und Mitgliederbetreuung, und nur 3,5 Millionen, also gerade mal ein Viertel der Einnahmen, fließen direkt an kleine Tierschutzvereine. Doch deren Hauptaufgabe ist es offenbar, wieder neue zahlende Mitglieder zu werben.
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: vorhanden am 14:10:16 Mi. 11.Februar 2004
Zitat
Original von Mr. Migräne

Neben den bekannten Zeitschriftendrückern("Guten Tag, Haben sie Vorurteile gegen Leute, die im Knast waren? Ich wurde gerade entlassen und hätte ihnen ein Zeitschriften-Abo anzubieten...")


wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Lasse mich mal raten, hierbei handelt es sich garantiert um ein Unternehmen, welches in einem Gewerbegebiet ziemlich nah an Lübeck gesiedelt ist

Die haben noch viel bessere Maschen drauf....

Einmal sollte ich unterschreiben, dass der Drücker wirklich an meiner Haustüre geklingelt hat (sein Vorgesetzter wollte dies angeblich), nachdem ich zum xten Male gesagt hatte, dass ich nichts unterschreiben werde und kurz davor war, die Türe mit enormer Geschwindigkeit in ihr Schloss fallen zu lassen, schimpfte der Drücker los wie ein Rohrspatz, riss seinen Auftragszettel ab, schmiss diesen in den Hausflur und trollte sich von dannen. Als ich das Papier aufhob, staunte ich nicht schlecht:
Es war schon sorgfältig Name, Adresse notiert und eine Zeitschrift eingetragen, nebst Datum. Fehlte nur die Unterschrift!!!!!!
Ein Anruf bei der Firma ergab nur die lapidare Aussage: "sowas machen wir nicht, war bestimmt nicht einer von unseren Mitarbeitern!"
Häääähhhh....und woher hatte er dann den Auftragsblock??? Wusten die auch nicht!!!

Naja, wenn jetzt einer bei mir läutet und mit irgendwelchen Umfragen zu Medien oder ähnliches bei mir läutet, sage ich sofort, dass ich kein Abo wünsche und die Tür ist SOFORT zu, also keine weiteren Diskussionen bzw. ein Gespräch aufkommen lassen!!!!!
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: am 15:13:19 Mi. 11.Februar 2004
hat schon einer mal was vom astor vertrieb hamburg gehört? es wäre wichtig für mich

danke
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: majoto am 11:47:03 Fr. 13.Februar 2004
Zitat
Original von vorhanden

Zitat
Original von Mr. Migräne

Neben den bekannten Zeitschriftendrückern("Guten Tag, Haben sie Vorurteile gegen Leute, die im Knast waren? Ich wurde gerade entlassen und hätte ihnen ein Zeitschriften-Abo anzubieten...")


wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Lasse mich mal raten, hierbei handelt es sich garantiert um ein Unternehmen, welches in einem Gewerbegebiet ziemlich nah an Lübeck gesiedelt ist


Kann es sein das dieses Unternehemn bundesweit arbeitet? Diese und ähnliche Maschen hab ich hier unten (Bodensee) auch schon zu hören bekommen. Oder kopieren die schon untereinander.

Welchen Anreiz gibt es eigentlich für die Drücker diesen Job zu machen? So hoch kann die Erfolgsquote doch garnicht sein. Die hatten noch nie eine intresante Zeitschrift im Angebot.

majoto
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: gast am 10:20:37 Do. 19.Februar 2004
Zitat
Original von majoto

Zitat
Original von vorhanden

Zitat
Original von Mr. Migräne

Neben den bekannten Zeitschriftendrückern("Guten Tag, Haben sie Vorurteile gegen Leute, die im Knast waren? Ich wurde gerade entlassen und hätte ihnen ein Zeitschriften-Abo anzubieten...")


wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Lasse mich mal raten, hierbei handelt es sich garantiert um ein Unternehmen, welches in einem Gewerbegebiet ziemlich nah an Lübeck gesiedelt ist


Kann es sein das dieses Unternehemn bundesweit arbeitet? Diese und ähnliche Maschen hab ich hier unten (Bodensee) auch schon zu hören bekommen. Oder kopieren die schon untereinander.

Welchen Anreiz gibt es eigentlich für die Drücker diesen Job zu machen? So hoch kann die Erfolgsquote doch garnicht sein. Die hatten noch nie eine intresante Zeitschrift im Angebot.

majoto


es ist so das es dabei richtig um viel geld für die sklavenhalter/ kolonnenführer geht ,die suchen sich oft entwurzelte leute oder welche mit finanznöten,kaputten fam. o.ä. dann gibt es eine gehirnwäsche und der "wiilige" braucht dann kaum anreize auser essen drogen unterkunft menschen/kollegen reihenfolge egal
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: 2FAST2Fourias am 14:53:27 Do. 25.März 2004
hIER MAL EINE lISTE  VOM oRGANISIERTEN VERBRECHEN



xxxxxxxxx

(Liste Verschiedener Firmen wg. Androhung juristischer Schritte gelöscht

der Chefduzen Admin)


usw  usw  

Alles  nur  Abzocke  100%
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: mousekiller am 17:17:20 Do. 25.März 2004
Klingelputzer kommen meistens gar nicht erst an meine Wohnungstür, weil die Haustür zu ist und alle anderen Hausbewohner der selben Meinung wie Hakan sind: "Ey, du kummst hia net rein!"  :mrgreen:
Sollte es doch ein mal einer dieser zweifelhaften Gesellen bis an meine Wohnungstür geschafft haben, wird er mit folgendem Hinweisschild über der Klingel konfrontiert: "Betteln und hausieren nicht erwünscht!" Sollte sich besagter Klingelputzer dann immer noch genötigt sehen, bei mir zu läuten, lass ich erst mal meinen Hund lange bellen, dann geht die Tür auf und ich frage ihn ganz freundlich, ob er Analphabeth ist und wenn nicht, dann möge er sich doch bitte noch mal die Beschriftung der Klingel anschauen und gründlichst überlegen, ob er noch mal klingeln möchte. Anschließend schließe ich die Tür wieder. Spätestens da gibt er auf...  :lol:
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: Galenit am 12:02:10 Di. 27.April 2004
Deutsches Tierhilfswerk, bzw. Service 94 war eine der Firmen für Dich einmal 1Jahr lang "gearbeitet" habe.
Ja, ich gebe zu ich war Tierschutzdrücker, aber ich war jung, naiv und brauchte das Geld ...
Es wurden vorallem zerstörte Existenzen, Hoffnungslose und Dumme gesucht, ich hab mich drauf eingelassen und schnell gemerkt wie es läuft.
Es gab keine Schläge aber massiven psychologischen Druck und mir wurde mehrfach mit Rauswurf gedroht weil ich mich weder einschüchtern liess, noch bereit war den Mund zu halten.
Dann kam bei mir ein Verdacht auf, ich habe nachgerechnet und den Jahresbericht des "Vereins" als vergleich genommen, es fehlten mehrere Millionen in meiner Rechnung, nach mehrfachen Fragen wurde mir nahegelegt, doch endlich zu gehen ...
1 Jahr später wurde der Chef des ganze dann in Thailand verhaftet und die Staatsanwaltschaft in München hat sich um den "Verein" gekümmert.

Heute sucht Service94 weiterhin "Mitarbeiter", sie machen keine Werbung mehr für das DTHW sondern jetzt für die Johaniter. Ehemalige Tierschutzdrücker werben jetzt mit gleichen Methoden für die Mitgliedschaft bei den Johanitern ...
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: admin am 22:28:05 Mi. 04.August 2004
Heute erhielten wir folgende E-Mail:
Zitat
Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer Seite werden wir als organisiertes Verbrechen betitelt.

siehe Eintrag:
2FAST2Fourias

Anmeldungsdatum: 25.03.2004
Beiträge: 2
Wohnort: Weit weg von kolonen

Wir bitten Sie diesen Eintrag sofort, jedoch bis spätestens 10.08.04, zu löschen.
Meinungsfreiheit, die auch wir sehr hoch schätzen, darf nicht mit denunziantentum verwechselt werden. Wir hoffen auf Ihr Verständnis, ansonsten sehen wir uns gezwungen gerichtliche Schritte einzuleiten.

Bund deutscher Tierfreunde e.V.
Martina Klein
1.Vorsitzende


Wir haben uns den Inhalt dieses Beitrags nie zu eigen gemacht, denn wir kennen weder den Autoren dieses Postings, noch seine persönlichen Erfahrungen. Auch die Arbeitsweise des Bundes deutscher Tierfreunde ist uns nicht bekannt.

Jegliche ungerechtfertigten Anschuldigungen gegen Einzelpersonen, Organisationen oder Firmen liegen nicht in unserem Interesse.
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: kaefer51 am 05:28:19 Do. 05.August 2004
hallo admin,
ich gehe mal davon aus, dass du zumindes Bauchschmerzen hattest, als du diesen Beitrag schriebst.

Warum drohen gerade die schwarzen Schafe mit Staatsanwalt und Abmahnung - wahrscheinlich deshalb, weil sie wissen, dass der Nachweis ihre illegalen Handelns sehr schwer zu führen ist. selbst die wahrheitsgemäße Aussage vor Gerichten zählt doch heute schon kaum als Beweis, weil die schamlosen Lügen der Drücker, Multi-Level-Marketing-Vertreiber etc etc in einem Umfeld des Verdrehens von Tatsachen stattfinden.

Ich kann da E-Mails vorlegen, die ganz eindeutig zu illegalem Handeln auffordern, doch als Beweis werden sie nicht anerkannt.....
kaefer51
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:20:20 Do. 02.Februar 2006
Zitat
dpa/regioline vom 30.01.2006
50-Jähriger wegen Spendenbetrugs in Lübeck vor Gericht

Lübeck (dpa/lno) - Wegen Verdachts auf Spendenbetrug bei einem Tierschutzverein steht seit Montag ein 50 Jahre alter Unternehmer aus Tornesch (Kreis Pinneberg) in Lübeck vor Gericht. Er soll bei den Mitgliedern der von ihm beherrschten Tierschutzvereine Arche 2000 Welt-Tierhilfe e.V. in Seeth-Ekholt (Kreis Pinneberg) und in Strasburg (Mecklenburg-Vorpommern) zu Unrecht rund 10 Millionen Euro abgebucht haben. Neben Betrug in fast 170 000 Fällen wirft ihm die Anklage Untreue und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor.



Zitat
nordClick/Kieler Nachrichten vom 01.02.2006

Tierfreunde um Millionen betrogen?

Lübeck – Zuerst organisierte die Arche 2000 Welt-Tierhilfe ein paar publikumswirksame Aktionen, dann schickte sie Drückerkolonnen auf Mitgliederfang. Jetzt muss sich der ehemalige Geschäftsführer Eduard G. wegen massenhaften Mitglieder-Betrugs, Veruntreuung und Steuerhinterziehung vor dem Lübecker Landgericht verantworten. 1293 Einzeltaten werden dem 50-Jährigen aus Tornesch von der Staatsanwaltschaft Lübeck zur Last gelegt.

Allein die 80.000 Arche-Mitglieder soll er um 10,164 Millionen Euro betrogen und den Fiskus um weitere drei Millionen Euro gebracht haben. Die Ermittler gehen von einem Vielfachen der Straftaten aus: Unter dem Zeitdruck sei aber nicht mehr zu ermitteln gewesen. So konzentrierte man sich auf kurze Zeitabschnitte der fast zwölfjährigen Arche-Geschichte. "Wir gehen davon aus, dass Eduard G. die Arche 2000 Welt-Tierschutzhilfe im schleswig-holsteinischen Ekholt und die Arche 2000 in Mecklenburg-Vorpommern gezielt gegründet hat, um sich einen aufwändigen Lebenswandel zu finanzieren", sagte Oberstaatsanwalt Werner Spohr, Leiter der Abteilung Wirtschaftsstrafsachen bei der Lübecker Staatsanwaltschaft.

Damit bestätigen sich offenbar Vorwürfe, die Mitglieder aus dem Großraum Kiel bereits im Frühjahr 2004 gegen die angebliche Tierschutzorganisation erhoben hatten: Sie hatten angegeben, dass ihnen der jährliche Mitgliedsbeitrag gleich mehrfach vom Konto abgebucht worden war. Laut Staatsanwaltschaft ein Verfahren, dass der Angeklagte massenhaft betrieben hat. Dabei setzte er darauf, dass die Mitglieder die Abbuchungen nicht genau kontrollierten. "Beschwerte sich ein Mitglied, wurde ein Computerversehen vorgeschoben und das Geld zurück überwiesen", erklärte Spohr.

Während die Mitglieder davon ausgingen, dass ihr Geld aktiv für den Tierschutz verwendet wurde, ging es Eduard G. laut Anklage vor allem um ein unbeschwertes Leben in Saus und Braus. So soll er innerhalb von gut 14 Monaten allein 770 Mal per EC-Karte privat Geld vom Vereinskonto abgehoben haben – insgesamt 1,161 Millionen Euro.

Zudem sollen von diversen Gesellschaften systematisch Scheinrechnungen ohne jede Gegenleistung ausgestellt und vom Vereinskonto beglichen worden sein. "Diese Gesellschaften hatte der Hauptbeschuldigte mitbegründet – offenbar auch zu dem Zweck, das Geld der Mitglieder gut getarnt umzulenken", sagte der Oberstaatsanwalt. Mit dem Geld seien der persönliche aufwändige Lebenswandel – etwa eine Geburtstagsfeier für 60.000 DM – finanziert und mehrere Motorcross-Veranstaltungen gesponsert worden.

Neben G. müssen sich drei weitere ehemalige Arche-Mitarbeiter wegen Betruges und Steuerhinterziehung verantworten. Am ersten Verhandlungstag sagte G. aus, die drei Mitarbeiter hätten dank fingierter Reisekostenabrechnungen "bombige Gehälter bis zu 10.000 Euro" im Monat erhalten. G. selbst sitzt seit April 2005 in Untersuchungshaft. Seither läuft auch das Insolvenzverfahren.
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:29:58 Mi. 15.Februar 2006
Zitat
08.02.2006  

Sieben Jahre Haft für Millionenbetrug an Tierschützern

Lübeck - Sie betrogen 180 000 Menschen um zehn Millionen Euro: Funktionäre des Tierschutzvereins "Arche 2000" wurden gestern vom Landgericht Lübeck wegen Untreue verurteilt.


Wegen Betruges muss der ehemalige Chef der Tierschutzorganisation "Arche 2000", der Unternehmer Eduard G., sechs Jahre und neun Monate ins Gefängnis. "Das, was Sie getrieben haben, gleicht einem Geldverschiebebahnhof", sagte der Vorsitzende Richter der Wirtschaftsstrafkammer Arnold Zimmermann. Mit seinem Urteil blieb das Landgericht Lübeck nur knapp unter der Forderung von Staatsanwalt Henning Struck, der den Beschuldigten zu acht Jahren Gefängnis verurteilen wollte: "Das war kein Tierschutzverein - das war ein G.-Clan."

Ein Betrugsapparat, der nicht ohne Mittäter funktionieren konnte: Die Mitangeklagten wurden mit einem "Bombengehalt", so G., von 10 000 Euro monatlich entlohnt. Die mitangeklagte Andrea M. (40), Vorsitzende der "Arche 2000" in Seeth-Ekholt bei Elmshorn, wurde wegen Untreue zu drei Jahren Haft verurteilt. Die beiden weiteren Mitangeklagten Jens D. (39) und Frauke H. (35) sind wegen Untreue beziehungsweise wegen Betrugs zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Einen vergleichbaren Fall hat es in Deutschland noch nicht gegeben: In nur vier Verhandlungstagen wurden mehr als 170 000 Einzeltaten verhandelt. Insgesamt konnten Polizei und Staatsanwaltschaft 180 000 Geschädigte ermitteln, die der 50-Jährige um mehr als zehn Millionen Euro betrogen haben soll. G. hatte eigenen Angaben zufolge um den mittlerweile insolventen Tierschutzverein "Arche 2000" ein undurchsichtiges Firmengeflecht aus Autovermietung, Werbe- und Baubetrieben geknüpft. Spendengelder des Tierschutzvereines waren überdies in ein Motocross-Team gewandert - allein seit 2003 monatlich mindestens 70 000 Euro. Schließlich habe er das Vereinskonto nahezu täglich für private Zwecke angezapft: Einmal finanzierte er sich für 34 000 Euro neue Gardinen für sein Privathaus, ein anderes Mal kaufte er ein Motocross-Fahrzeug - und deklarierte es in den Geschäftsbüchern als Tiertransporter. "Sie haben das Geld regelrecht aus dem Tierschutz herausgesaugt", warf Staatsanwalt Struck den Beschuldigten vor.

Die wahren Dimensionen der gigantischen Betrugsmaschinerie werden indes wohl im Verborgenen bleiben: Aus Zeitgründen konnten Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen nur auf die Jahre 2003 und 2004 beschränken. "Wir wissen aber, dass sich dieses unglaubliche Geldkarussell schon 1999 drehte", so Richter Zimmermann.

Die Verteidiger konnten der Beweislast nur schwerlich Argumente entgegen setzen, beriefen sich immer wieder auf die Geständigkeit ihrer Mandanten. G. versuchte unter Tränen, sein Strafmaß zu mildern: "Ich flehe Sie an, setzen Sie den Haftbefehl außer Kraft und holen Sie mich zumindest kurzzeitig aus der ekligen U-Haft heraus. Ich habe das Gefühl, ich erlebe meine eigene Beerdigung." All das half allerdings nicht: Wegen Fluchtgefahr bleibt der 50-Jährige weiterhin in Haft.

Von Bastian Modrow, Lübecker Nachrichten

Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: Powerlusche am 17:51:46 Di. 07.März 2006
Kaufen tu ich von denen nix und unterschreiben erst recht nichts aber wenn der/die klingelnde gut ausschaut lade ich gern zu kaffe oder essen ein und wenn ich gut bin im quatschen dann wird manchmal auch mehr daraus.. :D
Titel: nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: der_Insider am 09:08:16 Mi. 05.April 2006
Hallo an alle,

ich bin neu hier und wollte auch mal meinen Senf dazu abgeben. Ich selbst habe 8 Jahre aktiv in der Werbung (so nennen die Drücker bzw. Orgaleiter die Branche in der sie tätig sind) gearbeitet. Ich könnte wohl ein Buch schreiben über alles was so passiert ist und ich denke mal 300 Seiten schaffe ich. (mache ich vielleicht irgendwann)

Aber zum Thema:
Ich habe selbst 4 Jahre für die Arche 2000 gearbeitet, für alle die jetzt buuhh rufen lest einfach weiter. Ich war einer dieser armen Würstchen mit 17 zu hause abgehauen keine Kohle und kein Dach über dem KOpf. Also was macht man da man ruft bei diesen viel zitierten Anzeigen an sofort arbeit sofort geld. Ja und da war ich auf einmal Drücker und hatte einen Auftragsblock und ein paar Blüten (Werbehefte zum kostenlosen verteilen) in der Hand und ging von Tür zu Tür. genau 3 tage dann habe ich es nicht mehr ausgehalten und habe relativ das system dieser Drückerkolonnen kapiert. Ich stellte mich doof und was soll ich sagen der chef kam und meinte das wäre wohl nichts für mich und meinte er hätte da jemanden der für einen Tierschutzverein arbeitet und ob ich mir denn sowas vorstellen könnte und bums stand ich am nächsten Tag an einem solchen Stand in der Fussgängerzone von Wolfsburg. "hallo sie da haben sie mal 2 minunten zeit für den Tierschutz?? wir wollen das Tierquäler härter bestraft werden" das war der satz der sätze ich sprach ihn bestimmt 100 mal täglich.
Wider erwarten machte es mir tierischen spass denn ich hatte erstens einen riesen Erfolg (tägl. zwischen 7 und 10 Scheinen) und zweitens merkte ich das die Mädels ganz besonders auf Tierschützer standen ;-).

So kam es das ich also der beste Mann in dieser Kolonne wurde und nach 3 Monaten war ich Kolonnenführer. Weitere 3 Monate später hatte ich eigenes Call Center mit 20 Plätzen und 6 Drücker also tägl 3 Stände. Ich konnte es nicht fassen alles leif wunderbar ich war 18 Jahre alt und hatte Kohle bis zum abwinken ein geiles Auto vom Verien bekommen (750 iL nagelneu) und dachte das geht jetzt immer so weiter.

Ich stieg auch auf der Leiter des Vereins immer weiter nach oben und war dann auch bald eine nicht mehr wegzudenkende Institution. Ich muß dazu sagen ich habe aber auch echt hart gearbeitet in dieser Zeit und monatl. mehr als 15.000 km auf der Bahn abgerissen.
Ich war jung und wollte natürlich mit meinem Geld auch spass haben und so kam es das ich irgendwann so fertig war das ich entweder nur noch arbeiten oder nur noch feiern gehen hätte können also was nun ?? Und da kam ein weißes Zeug um die Ecke zum nase pudern... Ich also immer vor dem feiren gehen (und das war tägl.) die nase gepudert und dann bis in den Morgengrauen die Puppen tanzen lassen und früh um 7 Uhr wieder ins Büro und arbeiten. Das ging 4 Jahre lang so... bis ich umfiel und im Krankenhaus wieder erwachte. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 22 Jahre sah aber aus wie 33 hatte graue Haare und sehr tiefe Augenringe die ich mit tägl. Solariumbesuchen versuchte zu überdecken. Kurz und gut ich in diesem Krankenhaus der Arzt kam und meinte nur kurz ob ich so weiter machen möchte oder ob ich leben will... Ich schaute ihn mit großen augen an und merkte das war kein spass das war bitterer Ernst und begriff das es so nciht weiter ging... Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde fing ich an zu überlegen wie es weiter gehen sollte und kam zu dem schluß das doch meine Firma eine zu große Belastung darstellen würde und verkaufte den Laden an die Arche 2000. Ich half noch bei der Übergabe und dann machte ich mich aus dem Staub. ein halbes jahr später war mein geld alle und ich suchte einen Job ich wollte ja ein normales Leben führen. Ich schrieb um die 100 Bewerbungen aber wer stellt schon jemanden ein ohne abgeschlossene Berufsausbildung 5 jahre selbständig vorher also was wollte ich machen ich mußte wieder zur Arche aber diesmal wollte ich alles anders machen. ... Fortsetzung folgt denn mir tun jetzt die Finger weh
Titel: Re:nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: Kuddel am 20:59:56 So. 27.April 2014
Zitat
Drücker für BUND und DRK
Stundenlohn? Zwei Euro

Mitgliederwerber für BUND und Deutsches Rotes Kreuz arbeiten im Auftrag einer Agentur vor allem auf Provisionsbasis – mit geringem Verdienst.


Der Berliner Schüler hatte sich auf den Ferienjob gefreut: Mehrere Wochen sollte er für den Umweltverband BUND in der bayerischen Stadt Dillingen Mitglieder werben. Der 17-Jährige hatte sich auf eine Anzeige gemeldet, die attraktive Arbeitsbedingungen versprach und eine „Vergütung von etwa 2.000 Euro pro Monat plus Prämien“.

Seine Realität sah anders aus: Für zwölf Tage mit jeweils neun Stunden Arbeit im Spätsommer 2013 habe er unter dem Strich 201,20 Euro erhalten, sagt der Schüler – ein Stundenlohn von rund 2 Euro. Dafür musste er von Haustür zu Haustür gehen, klingeln und an die 100 Gespräche am Tag führen, um auf diese Art zahlende Unterstützer für den Umweltverband zu gewinnen.

Die Arbeit als sogenannter Dialoger fand im Auftrag der Agentur Holub, Steiner und Partner GmbH statt, die unter anderem im baden-württembergischen Herbolzheim sitzt. Sie betreibt Werbung für den BUND, das Deutsche Rote Kreuz, den Malteser Hilfsdienst und andere.

Nach Auskunft von Geschäftsführer Horst Holub betrug der „Verdienst“ des Schülers 496,87 Euro. Davon seien jedoch 246,30 Euro für Kosten abgezogen worden. Außerdem habe die Agentur eine „Stornorücklage“ einbehalten, die erst 2015 ausgezahlt werden solle, falls die von ihm geworbenen BUND-Mitglieder auch weiterhin Beiträge entrichten.

Arbeiten auf Erfolgsbasis

Insgesamt sehe das Provisionsmodell so aus: Bei Anfängern übernimmt die Firma in der „ersten Arbeitswoche die Kosten für Quartier, Benzin und Auto“, so Holub. Zusätzlich gebe es „eine Pauschale von 20 Euro pro Tag“, unabhängig von der Leistung. Ab der zweiten Woche arbeite der Dialoger auf reiner Erfolgsbasis. Weil die Werber als Selbstständige tätig seien, so der Geschäftsführer, „müssen sie natürlich ab der zweiten Arbeitswoche ihre Wohnung, anteilige Benzinkosten und so weiter selber bezahlen“. Dass die Kosten für die eigene Verpflegung von Anfang an selbst getragen werden, sei doch „selbstverständlich“.

Das Problem bei Provisionen: Wer nur wenige Neumitglieder wirbt, verdient sehr wenig. Dazu Holub: „Die Bezahlung unserer Dialoger ist hervorragend. Wir haben viele Partner – keine Einzelfälle, sondern die ganz große Mehrheit–, die über oder sogar deutlich über 2.000 Euro monatlich verdienen.“

Laut dem Berliner Arbeitsrechtsanwalt Jon Heinrich erklären hiesige Arbeitsgerichte Verträge oft für unwirksam, die eine ausschließlich provisionsorientierte Bezahlung festlegen. Weil die Arbeitnehmer das vollständige Risiko trügen, würden die Arbeitsverhältnisse als sittenwidrig nach Paragraf 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches eingestuft. Heinrich: „In der Regel gilt, dass höchstens ein Viertel des Entgelts erfolgsabhängig gezahlt werden darf.“

Mit Holub arbeite der BUND seit Mitte der 90er Jahre zusammen, so Verbandssprecher Norbert Franck. Im letzten halben Jahr habe es nur eine Beschwerde gegeben. „Der Durchschnittsverdienst von Menschen, die bei Holub Informations- und Werbearbeit für den BUND machen, betrug 2013 für Beginner rund 400 Euro in der Woche.“

Ethikkodex für wohltätige Organisationen


Wie die Firma bestätigt, gilt das Provisionsmodell für alle Dialoger der Agentur – auch in der Werbung für das Deutsche Rote Kreuz. Der DRK-Bundesverband ist Mitglied im Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, einem Ethikkodex für wohltätige Organisationen. Dessen Leitfaden untersagt „eine ausschließlich erfolgsabhängige Vergütung“: „Der erfolgsabhängige Anteil beträgt höchstens 50 Prozent der jeweiligen Vergütung.“

Warum zahlt Holub dann auch hier nur provisionsbasiert? Nicht der Bundesverband werbe die Mitglieder, „sondern die rechtlich völlig selbstständigen 500 Kreisverbände des DRK“, so DRK-Sprecher Dieter Schütz. Man wisse jedoch um den „Verbesserungsbedarf“. Deswegen laufe ein „verbandlicher Abstimmungsprozess“.

Andere Organisationen, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen, gehen mit der Lohnfrage anders um. Dialoger, die für Greenpeace arbeiten, bekommen in der halbjährigen Probezeit zunächst einen Grundlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Bei der Organisation Foodwatch gibt es derzeit mindestens 8 Euro pro Stunde, ab Mai 8,50 Euro.
http://www.taz.de/Druecker-fuer-BUND-und-DRK/ (http://www.taz.de/Druecker-fuer-BUND-und-DRK/)!137439/
Titel: Re:nicht nur Zeitschriften
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:16:47 Di. 03.März 2015
https://www.youtube.com/watch?v=jr56GuNPtpY (https://www.youtube.com/watch?v=jr56GuNPtpY)