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Handel & Dienstleistung => Transport & Verkehr => Brief- und Paketdienste => Thema gestartet von: Troll am 19:18:15 Fr. 09.Dezember 2011

Titel: Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 19:18:15 Fr. 09.Dezember 2011
Zitat
Ein Mausklick genügt und die bestellte Ware ist unterwegs. Wie geht es aber denen, die die Pakete ausliefern? Ein Insiderbericht aus der Welt der Paket-Dienstleister.

Quelle: NDR (Übersicht) (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/hintergrund/paketsklaven101.html)

NDR-Video - 45 Min - Die Paketsklaven (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten393.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 19:47:11 Fr. 09.Dezember 2011
Die Ärmsten tun mir immer Leid, diese Arbeit muß grausig sein und zu extremen Stress & Lügen zwingen müssen, gerade erst passierte hier folgendes:

Letzte Woche hatte ich ein Paket vom Hermes-Shop versandt, das über 1 Woche lang nicht zugestellt wurde, Entfernung war ca. 30 km....

Und obwohl der Adressat krank zu Hause war und deshalb garantiert nicht raus konnte, war in der Sendungsverfolgung an 3 folgenden Tagen 3x vermerkt: "Empfänger nicht angetroffen, Zustellung nicht möglich".

Das ist natürlich eindeutig gelogen und vermutlich begründet wg. der Wohnung des Adressats im 5. Stock und akutem Zeitmangel. Natürlich sehr ärgerlich & nervig für alle Beteiligten, später kam dann eine lapidare Entschuldigungs-Mail von Hermes.

ABER, wenn die Zusteller sich nicht wehren, wie soll es besser werden? Meine Solidarität haben sie auf jeden Fall und wir sollten alle freundlicher zu ihnen sein...



Edit: Die berufstätigen I-Net-Besteller & Kunden verlassen sich m.M. nach auch viel zu sehr auf ihre Nachbarn und auf die Zusteller, sorgen sich überhaupt nicht über die schwierige Zustellung, wenn sie eh NIE tagsüber anzutreffen sind. Hier im Haus haben wir auch einige von diesen Spezies.

Benachrichtigungszettel dürfen die Zusteller übrigens nur in begrenzter Anzahl in die Briefkästen tun, da gibts nämlich obendrein eine Quote bei DHL... :(

Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: unkraut am 20:45:17 Fr. 09.Dezember 2011
Wir haben es gesehen und es ist wirklich so .
Bei meiner Frau kommen täglich alle Paketdienste . Und auch Ihre Kunden bestätigen das mit dem " war nicht zu hause " . 
Ich möchte es nicht machen und würde es auch nicht .
Und das mit dem AV nicht mitnehmen dürfen zum prüfen hält stand gegen eine Sanktion vom AA falls man gepresst werden sollte .
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Auferstanden am 14:20:43 So. 11.Dezember 2011
... die Sendung zum Thema Paketsklaven ist nur ein weiteres Mosaiksteinchen im
Gestrübb dieser degenerierten Gesellschaft und längst in allen Bereichen Usus.

Die erforderliche Drecksmentalität der "Antreiber", bzw. daran Partizipierenden
scheint zum religiösen Götzen die neue Ethik zu bestimmen.

 
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 15:00:56 So. 11.Dezember 2011
Nicht ganz unschuldig ist vielleicht auch unsere eigene Mentalität und dieser absurde "Service-Anspruch", der uns inzwischen anerzogen wurde, ohne das er der Realität entspricht bzw. überhaupt angemessen & möglich ist.

Denn woher nehme ich das Recht, dass ein anderer Mensch sich abrackert wie ein Idiot & obendrein für mieses Geld, nur damit ich mein Buch, per Mausklick gekauft, innerhalb von 2 Tagen bei mir habe?

Das ist doch ein völlig überzogener Anspruch zwischen gleichberechtigten Menschen!

Meinetwegen kann das Buch auch 2 Wochen unterwegs sein oder ich kann auch mein Buch wieder im Laden kaufen, wo der Austausch von Geld & Ware noch auf Augenhöhe passiert und nicht irgendwelche Sub-, Sub-Unternehmer mitverdienen und deren MA leiden.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 18:25:47 So. 11.Dezember 2011
Denk ich an meine persönliche Situation bin ich sehr froh daß es Menschen gibt die mir alles mögliche liefern, dies als absurden Service-Anspruch hinzustellen finde ich zu kurz gesprungen, eher das denken es gäbe alles für Umsonst bzw. billiger, billiger, am billigsten.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 18:48:20 So. 11.Dezember 2011
Denk ich an meine persönliche Situation bin ich sehr froh daß es Menschen gibt die mir alles mögliche liefern, dies als absurden Service-Anspruch hinzustellen finde ich zu kurz gesprungen, eher das denken es gäbe alles für Umsonst bzw. billiger, billiger, am billigsten.

Das gehört ja auch irgendwie zusammen in diese inhumane Haltungen & Einstellungen, die uns antrainiert wurde, ohne das wir es recht bemerkten.

Ich bin ja auch froh über einen Postservice, aber bitte zu menschlichen Bedingungen für beide Teile. Das ging ja bis vor nicht allzulanger Zeit ganz wunderbar...
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Bernii am 13:35:42 So. 08.Januar 2012
leider wird sich an diesm Zustand auch nix ändern,wenn die Nachfrage sinkt.Dann sind ebend weniger beschäftigt,die genauso ackern müssen.Mein Bruder mußte diesen Scheiss schon vor fast 20 Jahren für 7 Monate machen und da sah es genauso aus.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 09:17:30 Mo. 13.Februar 2012
Zitat
Post und Hermes tolerieren Lohndumping

Paketzustellung wird an Subunternehmer vergeben. Diese bezahlen weniger Lohn. Hamburger erhält Kündigung nach Besuch einer Ver.di-Veranstaltung.

Hamburg.  Es gibt nichts, was sie nicht schleppen: Kisten mit 24 Flaschen Wein, Fernseher vom Versandhandel  ::) oder schwere Kartons mit Büchern. Mit der zunehmenden Vorliebe der Deutschen für den Einkauf über das Internet werden die Arbeitsbedingungen für Paketboden beschwerlicher.

Laut der Gewerkschaft Ver.di tragen sie mehr - und verdienen immer weniger. "Uns liegen Arbeitsverträge mit Monatseinkommen zwischen 1200 und 1500 Euro für Paketboten vor", sagt Wolfgang Abel, der bei Ver.di in Norddeutschland für Postdienste, Speditionen und Logistik zuständig ist.

 Die Arbeitsbedingungen seien skandalös, zumal ein bei der Deutschen Post angestellter Zusteller derzeit gut 2500 Euro im Monat verdiene. Konkret geht es darum, dass die Post bundesweit rund 1000 Zustellbezirke an Subunternehmen vergeben hat.

Diese bezahlen ihren Austrägern meist weniger als das ehemalige Staatsunternehmen Post. Schon in Dezember hat Ver.di auf skandalöse Arbeitsbedingungen bei einem Subunternehmer hingewiesen. Die Post habe daraufhin eine sofortige Besserung versprochen.

Bislang sei noch nichts geschehen. "Zwei Monate später steht fest, dass die Post die Öffentlichkeit verschaukelt hat", sagt Abel. Überstunden würden von den Subunternehmen weiterhin nicht bezahlt. "Dieser Rechtsbruch wird von massiven Drangsalierungsmaßnahmen bei Beschäftigten flankiert, die sich gewerkschaftlich beraten lassen wollen."

+++ Ver.di kritisiert Dumpinglöhne bei Subunternehmen der Post +++ http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2118272/Ver-di-kritisiert-Dumpingloehne-bei-Subunternehmen-der-Post.html (http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2118272/Ver-di-kritisiert-Dumpingloehne-bei-Subunternehmen-der-Post.html)

Abel verweist zudem auf einen Beschäftigten der TEW Transport GmbH, der eine Kündigung erhalten habe, nachdem er die Absicht hatte, an einer Veranstaltung der Gewerkschaft teilzunehmen. Der Betroffene, der Harburger Thorsten Maack, bestätigt diese Version.

Dem Abendblatt liegt eine eidesstattliche Versicherung von Maack vor, in der er schildert, dass er von der TEW gekündigt wurde. Zuvor hatte er gegenüber einem Vorgesetzten bekundet, dass er eine Ver.di-Veranstaltung besuchen wolle.

weiter: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2186271/Post-und-Hermes-tolerieren-Lohndumping.html (http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2186271/Post-und-Hermes-tolerieren-Lohndumping.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 20:04:56 Mo. 13.Februar 2012
Zitat
Immer noch ausgebeutet: Die Paketsklaven

Unsere 45 Min-Undercover-Recherche hat es öffentlich gemacht: Die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche sind teilweise menschenunwürdig. Unser Autor Reinhard Schädler hatte wochenlang als Zusteller bei einem Subunternehmer der Deutschen Post DHL gearbeitet: täglich bis zu zwölf Stunden bei einem Stundenlohn von etwa fünf Euro brutto, denn Überstunden werden nicht bezahlt. Das Echo auf seine Dokumentation war groß: Viele Zuschauer haben uns geschrieben - empört und fassungslos.

Montag, 13. Februar 2012, 22:00 bis 22:45 Uhr

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1145623.html (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/start291-epgdetail_sid-1145623.html)

Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Eivisskat am 06:44:09 Do. 31.Mai 2012
Zitat
Undercover beim Paketdienst: Günther Wallraff bei GLS: „Moderne Sklaverei“

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff war wieder einmal unter falscher Identität unterwegs - diesmal beim europaweit tätigen Paketzusteller GLS.

Nach mehrmonatigen Recherchen und Undercover-Einsatz prangert der 69-jährige Schriftsteller „Menschenschinderei mit System“ an. „Fahrer werden dort zu schwer durchschaubaren Bedingungen und in oft nur mündlichen Verträgen als Subunternehmer verpflichtet, ohne dass GLS sie auf die unternehmerischen und finanziellen Risiken hinweist. Viele werden total ausgebeutet, geraten in eine Schuldenfalle - und GLS stiehlt sich geschickt und komplett aus der Verantwortung“, sagte Wallraff .
 
„Es geht um prekäre Beschäftigung, um Dumpinglöhne von drei bis fünf Euro pro Stunde, um 14-Stunden-Einsätze bis zur totalen Erschöpfung, um nicht bezahlte Überstunden, um Schlafdefizite, die Unfälle provozieren können, um Drangsalierung.“ Arbeitsschutzgesetze würden missachtet.„Gegenüber den Behörden werden manipulierte Angaben gemacht.“

Die Praktiken, die Wallraff jetzt nach seinem mehrmonatigen Undercover-Einsatz aufdeckt, erfolgten „mit Wissen des Konzerns und mit System“, betonte der 69-Jährige. Und: „Wir waren in verbeulten Karren und bei Schnee und Eis auch mit Sommerreifen unterwegs“, erzählt Wallraff. „Es ist ein System, das eine Form von moderner Sklaverei mitten in Deutschland darstellt.“


http://www.mopo.de/promi---show/undercover-beim-paketdienst-guenther-wallraff-bei-gls---moderne-sklaverei-,5066870,16146618.html (http://www.mopo.de/promi---show/undercover-beim-paketdienst-guenther-wallraff-bei-gls---moderne-sklaverei-,5066870,16146618.html)



Zitat
Günter Wallraff als Paketfahrer undercover unterwegs

Journalist Wallraff war für das ZEITmagazin unterwegs - dieses Mal als GLS-Paketfahrer: Die Arbeit sei "Zerstörung an Leib und Seele".

Hamburg.  Günter Wallraff war wieder undercover für das ZEITmagazin unterwegs. Seit mittlerweile fünf Jahren berichtet er regelmäßig über die Schattenseiten der Arbeitswelt. Diesmal recherchierte er monatelang verdeckt als Paketfahrer beim Logistikunternehmen GLS, das seinen deutschen Hauptsitz im hessischen Neuenstein hat. "Was mir die Kollegen in dieser Zeit berichtet haben, welche Zerstörung an Leib und Seele diese Arbeit für sie gebracht hat - ich hatte geglaubt, so etwas gäbe es seit dem Frühkapitalismus nicht mehr“, schreibt Günter Wallraff in seiner Reportage.

 Kurz vor Weihnachten 2011 stieg er ins Paketauslieferungsgeschäft ein, in der Anlernphase zunächst als Beifahrer. Arbeitszeiten von 12 bis 14 Stunden sind in der Branche üblich zu einem pauschalen Festgehalt von 1200 und 1300 Euro brutto. Überstunden werden nicht gezahlt, Pausen sind bei den langen Touren der Fahrer kaum möglich – obwohl die Verordnungen über Lenk- und Pausenzeiten für Kraftfahrer eigentlich eine Dreiviertelstunde Pause nach 4,5 Stunden Lenkzeit vorschreiben.

"Wenn du entsprechend dem Gesetz nach 4,5 Stunden Fahrt eine Dreiviertelstunde Pause machst, kommst du abends nämlich nicht im Depot an“, sagte einer der Fahrer. "Die unausweichliche Folge dieser ständigen Übermüdung ist, dass sie (die Fahrer) sich selbst und andere im Straßenverkehr erheblich gefährden“, schreibt Günter Wallraff im ZEITmagazin. Eine Statistik über Unfälle durch Paketfahrer existiere nicht, sie müsste seiner Ansicht nach dringend eingeführt werden.

 Die Fahrer sind nicht von GLS angestellt, sondern von Subunternehmern, mit denen der Konzern Auslieferungsverträge unterzeichnet. So handhaben das auch viele andere Paket- und Kurierdienste. Die Konzerne können damit viele Risiken auslagern. Den Fahrern werde geraten, das Fahrtenbuch nicht allzu ernst zu nehmen und die Fahrtzeiten zu schönen.

 "Die Arbeit zehrt an der Gesundheit, auch bei den vorwiegend jungen Fahrern. Sie altern in einem rasanten Tempo“, schreibt Wallraff. Häufig hielten Fahrer höchstens zwei, drei Jahre durch. Die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ruinieren ganze Familien, viele Beziehungen zerbrechen daran.

Am schlimmsten ist es nach Wallraffs Recherchen bei den Subunternehmern, die das ganze Unternehmerrisiko alleine tragen. "Ich habe bei meinen Recherchen über ein Dutzend Subunternehmer kennengelernt, die für GLS fahren oder gefahren sind. Bei allen mit zwei Ausnahmen sind die Beziehungen kaputtgegangen, die Familien zerbrochen.“ Meist halten auch die Subunternehmer nur einige Jahre durch und stehen nicht selten am Ende mit einem großen Schuldenberg da.

GLS konnte bislang für Gesetzesüberschreitungen von Fahrern und Subunternehmern nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Günter Wallraff fordert deshalb staatliche Kontrollen und gegebenenfalls Strafen gegen die Logistikkonzerne selbst und nicht gegen Fahrer und Subunternehmer.

 GLS antwortete auf Anfragen: "Die Transportunternehmen werden bei der Erledigung von Transportaufträgen von GLS grundsätzlich zur Beschäftigung von Fahrern in rechtskonformen, sozialversicherungspflichtigen Anstellungsverhältnissen verpflichtet.“

 In "Stern TV" (RTL) wurde im Zuge von Wallraffs Recherchen auch Hermes als Paketdienst thematisiert. So äußerte sich unter anderem Otto-Group-Pressesprecher Thomas Voigt. Er kündigte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen an, unter anderem durch den Einsatz von weniger Subunternehmern.


 (HA)
http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv-und-medien/article2292071/Guenter-Wallraff-als-Paketfahrer-undercover-unterwegs.html (http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv-und-medien/article2292071/Guenter-Wallraff-als-Paketfahrer-undercover-unterwegs.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: xyu am 17:11:35 Di. 26.Juni 2012
Zitat
Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat am Montag in Koblenz zusammen mit rund 80 Angestellten des Deutschen Paketdienstes (DPD) gegen die Arbeitsbedingungen in der Branche demonstriert. Auf der Kundgebung der Gewerkschaft ver.di forderte Wallraff die Paketzusteller dazu auf, sich trotz des hohen Drucks an gesetzliche Bestimmungen zu halten. Sie sollten Pausen nehmen und ihre Arbeitszeiten einhalten. Nach Angaben eines Gewerkschaftssprechers wollten einige Fahrer am Montag Überstunden geltend machen und ihre Lieferwagen in den Depots stehen lassen. Wallraff sagte der Nachrichtenagentur dapd, er habe in den vergangenen Wochen Hunderte Elendsberichte und Hilferufe von Fahrern erhalten. Sowohl die Unternehmen als auch die Politik seien gefordert, »dieser Verelendung und Entrechtung ein Ende zu setzen«. Weitere »kurzfristig anberaumte und überraschende Proteste« seien geplant.

http://www.jungewelt.de/2012/06-26/049.php (http://www.jungewelt.de/2012/06-26/049.php)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 16:43:11 So. 09.Dezember 2012
Zitat
Paketdienst DHL
Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Der Paketdienst DHL beschäftigt Subunternehmen. Mit grotesken Folgen: Sendungen gelten als verschollen, Benachrichtigungskarten fehlen.
http://www.zeit.de/2012/49/Paketdienst-DHL-Subunternehmen (http://www.zeit.de/2012/49/Paketdienst-DHL-Subunternehmen)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 15:28:12 Di. 17.September 2013
Zitat
DHL Express: Gewinne auf Kosten der Fahrer?
von Linda Luft & Brid Roesner

Die Manager von DHL Express sind in Feierlaune. Im Jahre 2012 haben sie mit einem Jahresgewinn von über einer Milliarde Euro eine magische Grenze durchbrochen. DHL Express ist der Kurierdienst der weltweit agierenden Deutschen Post DHL AG. Und er ist die erfolgreichste Sparte des riesigen Unternehmens.

Die Fahrer haben von den Gewinnen nichts

(http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/media/dhl137_v-contentgross.jpg)
DHL-Fahrzeug eines Subunternehmers.

 Nicht überall wo DHL draufsteht ist auch DHL drin. Die Fahrer der gelben Wagen mit der einprägsamen roten Schrift feiern nicht mit. Sie tragen zwar die DHL-Uniform, sie fahren DHL-Wagen und befolgen die Wünsche der Unternehmensleitung, gehören aber gar nicht mehr zum Konzern. DHL Express beauftragt dafür Subunternehmen. Um "höchstmögliche Flexibilität und Qualität im Service" bieten zu können, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Flexibilität hat offenbar einen Preis. Und den zahlen die Kurierfahrer. Es kommt vor, dass sie Pakete und Ware sechs Tage die Woche ausliefern, bis zu 14 Stunden am Tag. Bei einem Stundenlohn von manchmal fünf Euro. Da kommt keine Party-Stimmung auf. DHL Express ist nach eigenen Angaben für angemessene Löhne. Wie die Subunternehmer die Mitarbeiter entlohnen würde entziehe sich aber ihrer Kenntnis.


Konzern spart kräftig durch Subunternehmer


Für DHL Express hat dieses Konstrukt gleich mehrere Vorteile, erklärt Prof. Wolfgang Hamann von der Uni Duisburg-Essen: "Wenn ich Subunternehmer einschalte, dann bin ich ja kein Arbeitgeber mehr und kann die Arbeitgeberpflichten auf die Subunternehmer delegieren. Das macht das ganze natürlich risikoärmer und kostengünstiger." Und lukrativer. Denn der Konzern ist die Zahlung der Sozialabgaben für die Kurierfahrer los. Auch Kranken- und Urlaubsgeld fallen weg. Auftragsschwankungen müssen die Subunternehmer ausgleichen. Darüber hinaus bleibt DHL Express flexibel. Unliebsamer Kuriere kann sich das Unternehmen jederzeit entledigen, da es keine Kündigungsfristen gibt. Das Modell funktioniert frei nach dem Credo: Maximale Vorteile, minimale Nachteile.

Optisch sieht alles nach DHL aus

Wer die Nachteile schultert ist für die Kurierfahrer klar. Sie selbst. Die Touren seien umfangreich kalkuliert und kaum zu schaffen. Wenn Pakte falsch oder zu spät ausgeliefert werden drohen Strafzahlungen. DHL verhängt diese an die Subunternehmer. Und die geben diese nicht selten an ihre Fahrer weiter. So schrumpft der ohnehin geringe Lohn noch weiter.

Nach außen ist all dies nicht sichtbar. Im Gegenteil: DHL Express legt Wert darauf, dass das Erscheinungsbild einheitlich ist. Die Arbeit selbst und Abläufe sind strikt geregelt, auch die Uniform, die Ausrüstung oder das Lieferfahrzeug der Subunternehmer sollen im DHL Express Design sein. Erwerben können sie all dies beim DHL-Konzern.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/dhl135.html (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/dhl135.html)

Panorama 3 | 17.09.2013 | 21:15 Uhr
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 17:23:38 Mi. 18.September 2013
http://media.ndr.de/progressive/2013/0917/TV-20130917-2229-5542.hq.mp4 (http://media.ndr.de/progressive/2013/0917/TV-20130917-2229-5542.hq.mp4)

Quelle: Kuddel (https://www.chefduzen.de/index.php?topic=24830.msg285693#msg285693) und NDR (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/dhl135.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 20:26:59 Mo. 18.November 2013
Zitat
Klage gegen Logistik-Konzern: Wie Frau H. den Paket-Riesen DPD in die Knie zwingen will

Sie fuhr Pakete aus, bis sie vor der Pleite stand. Nun fordert sie Gerechtigkeit: Ganz alleine hat sich Eva Heredero mit dem Paket-Giganten DPD angelegt. Ihr Fall könnte die gesamte Branche verändern.

Als Eva Heredero im Frühjahr 2012 anfing, für den Logistikkonzern DPD Pakete auszufahren, war sie noch guter Dinge. Die Touren mit dem Lieferwagen erschienen der bodenständigen Frau als willkommener Nebenerwerb. Die Branche war der Bäckermeisterin aus dem niederbayerischen Kirchberg nicht fremd. Ihr spanischstämmiger Mann arbeitet seit Jahrzehnten als Berufskraftfahrer. Motiviert ging sie ans Werk – und erlebte ihr blaues Wunder.

Heute steht Heredero vor den Trümmern ihrer Existenz. Neun Monate als selbstständige Paketfahrerin haben die 42-Jährige ruiniert. Wegen der drückenden Schulden, die sich in der kurzen Zeit anhäuften, hat sie Privatinsolvenz anmelden müssen. Fragt man sie nach ihrer Situation, sagt sie: „Ich bin am Ende.“

Doch aufgeben will sie nicht. Auch wegen ihrer zwei Kinder, sechs und sieben Jahre alt. Eva Heredero hat beschlossen, zu kämpfen. Sie hat DPD verklagt. Rund 60 000 Euro fordert sie von dem Paketdienst.

Der Prozess vor dem Landgericht Deggendorf könnte ein Präzedenzfall werden – mit dem Potential, die gesamte Paketbranche in Deutschland zu verändern. Es geht um gerechten Lohn für harte Arbeit, um faire Arbeitsbedingungen und um zweifelhafte Verträge.
....

Quelle und vollständiger Artikel: focus (https://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/tid-34693/logistik-konzern-vor-gericht-wie-frau-h-den-paket-riesen-dpd-in-die-knie-zwingen-will_aid_1159926.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 17:22:57 Di. 05.August 2014
Zitat
Eva Heredero mit Paketdienst geeinigt
Klage gegen DPD zurück gezogen

Eva Heredero aus der Gemeinde Kirchberg im Wald tappte als Paketzustellerin für DPD in die Schuldenfalle. Sie klagte vor dem Landgericht Deggendorf. Jetzt einigten sich die beiden Parteien außergerichtlich
....
Blablabla DPD zeigt Verantwortung...
....
....
Heredero erkennt an, dass DPD sich künftig der Verantwortung stellt

Eva Heredero erklärt zu ihren Beweggründen, die Klage gegen DPD zurückzuziehen: „Es war stets mein wichtigstes Anliegen, dass sich DPD ungeachtet aller vertraglichen Vereinbarungen verantwortungsvoll gegenüber seinen Systempartnern verhält. DPD will die beschriebenen Maßnahmen schnell und effizient umsetzen. Ich denke, damit ist allen Systempartnern geholfen.“  Inwieweit Eva Heredero auch finanzielle Hilfe von DPD erhalten hat, darüber haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Insgesamt beliefen sich die Schulden, die Eva Heredero in den wenigen Monaten angehäuft hatte, auf 65.000 Euro.

Quelle: wochenblatt (http://www.wochenblatt.de/nachrichten/bayerischer-wald/regionales/Klage-gegen-DPD-zurueck-gezogen;art785,245491)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 12:27:28 Mo. 19.Oktober 2015
Ganz interessantes und vielleicht nützliches Urteil des LAG Meck./Pomm:

Zitat
Paketzusteller ist in der Regel Arbeitnehmer
Beitrag vom 18 September, 2015

Das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern - Beschluss vom 13.07.2015, 3 Ta 6/15 - hat in einer Grundsatzentscheidung die Schutzrechte von Paketzustellern gestärkt. Mit überzeugender Begründung erläutert das Gericht, weshalb eine selbstständige Tätigkeit im Dienste von Subunternehmern ("Servicepartnern") eines Großunternehmens (hier der DHL Express) in der Regel ausgeschlossen ist.

Der Leitsatz:

    Grundsätzlich übt ein Frachtführer im Sinne der §§ 407 ff HGB ein selbstständiges Gewerbe aus. Jedoch ist ein solches Rechtsverhältnis dann als Arbeitsverhältnis anzusehen, wenn die Tätigkeit des Transporteurs durch den Auftraggeber stärker eingeschränkt wird, als es auf Grund der gesetzlichen Regelungen geboten ist.

Geklagt hat unser Mandant, der sich jetzt mit Erfolg gegen eine Kündigung wehren kann, die er nach einem Arbeitsunfall erhalten hatte...

Warum die Paketzusteller unter anderem nicht selbstständig sind, wenn sie von DHL diese "Empfehlungen" erfüllen sollen:
Zitat
1. Begegnen Sie den Kunden mit Freundlichkeit, Höflichkeit und Respekt.
    2. Helfen Sie Kunden und Kollegen, immer dann wenn es nötig ist.
    3. Bleiben Sie auch bei wütenden Kunden ruhig. Lassen sie sich nie provozieren.
    4. Verzichten Sie darauf vor Kunden und in deren Räumen zu rauchen.
    5. Tragen Sie die Fahrerkleidung und achten Sie auf ein gepflegtes Erscheinungsbild.
    6. Beladen Sie Ihr Fahrzeug sicher, so dass während der Fahrt und beim Ausladen keine Sendung beschädigt wird.
    7. Schließen Sie Ihr Fahrzeug immer ab, wenn Sie es verlassen.
    8. Beachten Sie alle Verkehrsregeln und verhalten Sie sich im Straßenverkehr angemessen.
    9. Tragen Sie Ihren Legitimationsausweis immer sichtbar.
    10. Gehen Sie mit der Ihnen anvertrauten Ausstattung wie dem Scanner vorsichtig um.“
hier mehr: http://www.templin-thiess.de/blog/arbeitsrecht-aktuell/lag-meckpomm-paketzusteller-regel-arbeitnehmer
 (http://www.templin-thiess.de/blog/arbeitsrecht-aktuell/lag-meckpomm-paketzusteller-regel-arbeitnehmer)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: admin am 17:46:45 So. 18.September 2016
Streikender GLS Beschäftigter getötet!

In der Nacht vom 14. auf den 15. September 2016 raste in Piacenza ein Firmenlieferwagen von GLS in eine Menge Streikender, die die Werkstore blockierten und tötete den Arbeiter Abd Elsalam Ahmed Eldanf (53, fünf Kinder). Es gibt Augenzeugen, die bestätigen, dass der Fahrer des Lieferwagens vom GLS Chef aufgefordert wurde, in den Streikposten zu fahren. Im Video sehen wir einen ähnlichen Vorfall vom Mai 2012, vor dem CAAT Gemüsegroßmarkt bei Turin.

Seit sich die migrantischen Logistikarbeiter_innen zur Wehr setzen wird mit harten Bandagen gekämpft. Polizei und Streikbrecher schlugen den Streikenden Zähne aus, fügten ihnen Wirbelsäulenverletzungen und blaue Augen zu. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein streikender Arbeiter oder eine streikende Arbeiterin getötet werden würde.

Nach der Ermordung gab es eine Reihe von Arbeitsniederlegungen in anderen GLS Niederlassungen u.a in Rom, Brescia, Pavia, Bologna und Demonstrationen.

Die Staatsanwaltschaft von Piacenza steht auf dem Standpunkt, dass es zum Zeitpunkt der Ermordung keinen Streikposten gab und dass es sich um einen Verkehrsunfall handele.

zum Video:  http://de.labournet.tv/node/7064 (http://de.labournet.tv/node/7064)




GLS Manager wütet gegen Streikposten
weiteres Video: http://de.labournet.tv/node/7065 (http://de.labournet.tv/node/7065)


Proteste und Streiks in Italien gegen die Ermordung eines Streikpostens in Piacenza

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/09/8652dc4b06.jpg)
Ein vergleichbarer LKW fuhr am 15.9.2016 einen GLS Streikposten in Piacenza tot

Streiks in verschiedenen GLS-Niederlassungen in Italien, eine Protestdemonstration von 7.000 Menschen in Piacenza, Protesterklärungen zahlreicher Gewerkschaften und die Ankündigung beziehungsweise Vorbereitung weiterer Aktionen in der beginnenden Woche – das waren die ersten Reaktionen auf den Tod des 53-jährigen USB-Aktivisten Abd Elsalam Ahmed Eldanf vor dem Tor eines GLS-Lagers (Drittfirma) in Piacenza. Und während die italienische Regierung sich nicht entblödet, den Angriff eines LKW Fahrers auf demonstrierende GewerkschafterInnen als „Verkehrsunfall“ zu bezeichnen (von der Staatsanwaltschaft übernommen) – und den Tod Abd Eldanfs auch als solchen öffentlich darzustellen – beharrt die USB mit Hilfe von verschiedenen Dokumenten auf der Darstellung eines Mordes im Auftrag des Kapitals. In einem Umfeld, das auch in Italien von wachsenden prekären Arbeits- und Lebensbedingungen gekennzeichnet ist – die von der Regierung massiv befördert werden, und gegen die sich die überfallene Aktion richtete – sowie von ununterbrochenen Versuchen, das Streikrecht einzuschränken und Streiks öffentlich zu ächten, ist dies eine Haltung, die den Kern der Entwicklung trifft. Siehe dazu unsere aktuelle Materialsammlung „Tod in Piacenza – massive Proteste und Kampf für Gewerkschaftsrechte" vom 18. September 2016:
http://www.labournet.de/internationales/italien/arbeitskaempfe-italien/it-ak-logistik/proteste-und-streiks-in-italien-gegen-die-ermordung-eines-streikpostens-in-piacenza/ (http://www.labournet.de/internationales/italien/arbeitskaempfe-italien/it-ak-logistik/proteste-und-streiks-in-italien-gegen-die-ermordung-eines-streikpostens-in-piacenza/)"
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:11:06 Di. 27.September 2016
Aus: Ausgabe vom 28.09.2016, Seite 2 / Ausland

»Es geht nicht nur um einen Tarifvertrag«
Der Streik in der Logistikbranche in Italien wird vor allem von migrantischen Arbeitern getragen. Starker Druck der Unternehmen. Gespräch mit Giorgio Grappi
Interview: Roberto Ciccarelli


(http://fs5.directupload.net/images/160927/temp/b354tfmo.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4491/b354tfmo_jpg.htm)(http://)
»In der Logistik gibt es eine klare Trennung, wobei die Migranten die schwersten Arbeiten verrichten.« – Giorgio Grappi
Foto: REUTERS/Alessandro Bianchi

In der Nacht vom 14. zum 15.September gab es während eines Streiks bei einem Subunternehmen des Logistikkonzerns GLS einen tragischen Zwischenfall …

Der Tod des ägyptischen Arbeiters und ehemaligen Lehrers Abd Elsalam Ahmed Eldanf, der an einem Streikposten in Piacenza von einem Lkw überfahren wurde, ist nicht das Ergebnis eines Unfalls oder eines Zufalls. Wer die Arbeitskämpfe der migrantischen Arbeiter in der Logistik verfolgt hat, kennt die Gewalt, die von Unternehmerseite bei den Blockaden ausgeübt wird, die Versuche, sie zu durchbrechen, und die Polizeieinsätze gegen Streikposten, sehr genau. Ich glaube, dass diese Tragödie als Teil der Kämpfe der Beschäftigten begriffen werden muss, die mit einer Arbeitsorganisation konfrontiert sind, bei der die Gegenseite immer schwerer auszumachen ist, und die Kampfformen notwendig machte, die über die traditionellen hinaus gehen.

Was ist an diesen Kämpfen neu?

Erstens werden sowohl die Lager als auch die Transporte blockiert. Zweitens spielen die eingewanderten Beschäftigten eine Vorreiterrolle. Das ist das Resultat einer Rebellion gegen eine brutale Ausbeutung. Für gewöhnlich werden die Auseinandersetzungen als improvisierte Episoden oder als Probleme der öffentlichen Ordnung abgetan. In einigen Fällen wurden die Blockaden sogar als Unterbrechung existentieller Dienste betrachtet.

Wie muss man die Proteste interpretieren?

Diese Kämpfe sind die Antwort auf das Fehlen fundamentaler Schutzbestimmungen, aber auch auf die Versuche der Politik, die zugewanderten Arbeitskräfte zu erpressen. Der Verlust des Arbeitsplatzes kann zu ihrer Ausweisung führen oder sie in die Illegalität drängen. Darüber hinaus leiden sie unter den prekären Arbeitsbedingungen in Italien.

Genau wie in anderen Branchen wurde das Wachstum der Logistik und die Wettbewerbsfähigkeit fast ausschließlich über das Drücken der Arbeitskosten erreicht. So hat man die Beschäftigten auch für die schlechte italienische Infrastruktur blechen lassen. Die Aktionen wurden nur als Kämpfe einer speziellen Branche betrachtet. In Wirklichkeit geht es hier nicht nur um einen Tarifvertrag, sondern um die politischen Bedingungen, die zur Prekarität der gesamten Arbeitswelt führen.

Eine entscheidende Rolle bei der Nutzung dieser Arbeitskraft kommt den Kooperativen zu. Wie kann man sie beschreiben?

In der Logistik gibt es eine klare Trennung, wobei die Migranten die schwersten Arbeiten verrichten. Die Kooperativen wurden von den Unternehmen benutzt, um diese Arbeitskräfte zu rekrutieren. Die Genossenschaften sind flexible Instrumente, die je nach Erfordernis offen oder geschlossen sein können. Dort Mitglied zu sein ermöglicht eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, verschleiert aber, wer der eigentliche Arbeitgeber ist. Jenseits der schönen Reden haben wir gesehen, dass die Chefs der Kooperativen genau wie alle anderen sind. Diese Faktoren zusammengenommen schufen eine unerträgliche Situation. Nicht unterschätzt werden darf die Tatsache, dass diese Situation nur dank der direkten Aktion der Arbeiter öffentlich wurden.

Wie werden sich die Kämpfe im Logistikbereich in diesem Rahmen entwickeln?

Die Spaltungen zwischen den Berufsgruppen sind heute in vielen Fällen überwunden. Es ist wichtig, stärkere Verbindungen zwischen den verschiedenen Anliegen und Forderungen herzustellen. Die Arbeit der Migranten ist ein Beispiel dafür, dass Beschäftigte gegenwärtig unterschiedlichen politischen Bedingungen unterliegen. Die gigantische Umwälzung, die derzeit stattfindet, macht es immer schwerer, wenn nicht unmöglich, eindeutig zwischen politischen und gewerkschaftlichen Fragen zu unterscheiden. Deshalb ist die Logistikbranche sehr viel mehr als eine Ansammlung von Lagerhallen, Verkehr und Verteilung. Ihre Logik ist eine Antwort auf die globalen Koordinaten der heutigen Politik.

Ich spreche hier nicht von einem Superstaat, der die einzelnen Staaten ersetzt. Aber wir müssen uns darüber klar werden, wie wir unser Handeln, angesichts der Existenz von transnationalen Infrastrukturkorridoren und Versorgungsketten, ausrichten.

Giorgio Grappi ist Sozialwissenschaftler, Aktivist der Migranten-Koordination von Bologna und des Kollektivs »S-Connessioni precarie« (Prekäre Verbindungen)

Dieses Interview erschien zuerst in der linken italienischen Tageszeitung Il Manifesto

Übersetzung: Andreas Schuchardt

Quelle

https://www.jungewelt.de/2016/09-28/005.php (https://www.jungewelt.de/2016/09-28/005.php)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: admin am 18:15:49 Di. 27.September 2016
Nach dem Tod eines Streikpostens:
GLS unterzeichnet Abkommen zur Übernahme von Leiharbeitern


Ein vergleichbarer LKW fuhr am 15.9.2016 einen GLS Streikposten in Piacenza totItalienische Basisgewerkschaft USB will nach Teilerfolg weiter kämpfen… In einer ersten Verhandlungsrunde der Basisgewerkschaft USB mit GLS Piacenza hat das Unternehmen zugestimmt, 21 Zeitarbeiter als fest angestellte Mitarbeiter zu übernehmen. Wichtiger noch: Das Unternehmen hat ebenfalls zugestimmt, eine Verhandlung für die ganze Region mit allen vertretenen Gewerkschaften zu führen, über die Situation der in Subunternehmen beschäftigten Menschen, die für GLS arbeiten. In dem Bericht „Gls di Piacenza: trovato un primo accordo con Usb. “Non ci fermeremo. Continueremo la lotta contro lo sfruttamento”  wird hervorgehoben, dass die USB auch Entschädigung für die Familie des von einem fanatisierten LKW-Fahrer ermordeten Abd Elsalam fordert – und eine Verhandlungsrunde auch über das System der Zusammenarbeit des Unternehmens mit so genannten Kooperativen als Subunternehmen, und dass das Unternehmen – offensichtlich unter dem Eindruck der massiven landesweiten Proteste nach dem Tod Abd Elsalams – auch solchen Gesprächen erst einmal zugestimmt habe. Für die USB ein erster Erfolg, dem durch weitere Mobilisierung weitere Erfolge folgen müssen.

http://www.labournet.de/internationales/italien/arbeitskaempfe-italien/it-ak-logistik/nach-dem-tod-eines-streikpostens-gls-unterzeichnet-abkommen-zur-uebernahme-von-leiharbeitern-italienische-basisgewerkschaft-usb-will-nach-teilerfolg-weiter-kaempfen/ (http://www.labournet.de/internationales/italien/arbeitskaempfe-italien/it-ak-logistik/nach-dem-tod-eines-streikpostens-gls-unterzeichnet-abkommen-zur-uebernahme-von-leiharbeitern-italienische-basisgewerkschaft-usb-will-nach-teilerfolg-weiter-kaempfen/)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 09:56:47 Do. 13.Oktober 2016
Zitat
Die Paketdienstbranche: Gelockt, gelinkt und abserviert

Der E-Commerce boomt und mit ihm die Paketdienste. Eigentlich müsste das zu steigenden Löhnen führen, doch das Gegenteil ist der Fall: Die Paketboten stehen unter immensem Druck. Und manchmal treibt ihr Job sie auch in den finanziellen Ruin. Die Paketbranche ist paradox: Der E-Commerce boomt, die Deutschen bestellen wie verrückt Waren online, was die Nachfrage nach Paketfahrern nach oben treibt. Doch deren Löhne sinken trotzdem.
Gleichzeitig ist sie sehr vertrackt organisiert: Hier arbeiten Sub- und Subsubunternehmer, oft auf eigenes Risiko und unter immensem Kosten- und Zeitdruck. Manchmal werden sie auch in unklare Beschäftigungsverhältnisse gedrängt oder ihnen werden nachteilige Verträge aufgezwungen. Nur wenige Mitarbeiter sprechen darüber, weil sie Nachteile im Job befürchten oder Angst haben, ihn gleich ganz zu verlieren. Frank Drescher gibt Einblicke in eine undurchsichtige Branche.
Quelle: Deutschlandradio Kultur (http://www.deutschlandradiokultur.de/die-paketdienstbranche-gelockt-gelinkt-und-abserviert.976.de.html?dram:article_id=368113)

Via NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=35384#h05)

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/10/11/gelockt_gelinkt_und_abserviert_eindruecke_aus_der_drk_20161011_1919_311f2558.mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/10/11/gelockt_gelinkt_und_abserviert_eindruecke_aus_der_drk_20161011_1919_311f2558.mp3)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 10:30:53 Fr. 02.Dezember 2016
2012 hatte sich DHL von dem Subunternehmer HFL Hamburger Fahrzeug- und Transportlogistik GmbH in Hamburg getrennt. Zur Erinnerung:

Zitat
Undercover als Paketsklave

Nach der Ausstrahlung unserer Dokumentation "Die Paketsklaven" und den erneuten Recherchen für die Dokumentation "45 Min: Immer noch ausgebeutet - Die Paketsklaven" hat der der Logistik-Konzern Deutsche Post DHL seinem Subunternehmen fristgerecht zum 31. März 2012 die Hamburger Zustellbezirke gekündigt.

Damit reagiert die Post auf unsere Recherchen. Der Konzern versprach bereits nach Ausstrahlung des Undercoverfilmes "45 Min - Die Paketsklaven", die Arbeitsbedingungen bei diesem Subunternehmen verbessern zu wollen. In der gestern ausgestrahlten Folge belegten die Recherchen, dass es keine Verbesserungen gegeben hat. Im Gegenteil: Das DHL-Subunternehmen TEW/HFL hat sogar einen Mitarbeiter entlassen, weil er sich auf einer Informationsveranstaltung von ver.di über seine Rechte informieren wollte. Nun jedoch, nachdem 45 Min in einem weiteren Film über die Zustände in der Paketbranche berichtet hat, will sich der Logistik-Konzern von HFL trennen. Allerdings gilt die Kündigung, nach NDR Informationen, nur für die Hamburger Zustellbezirke. Der Subunternehmer ist jedoch auch in Kiel, Bremen und Lübeck für die Post DHL unterwegs. (Stand: 14.02.2012 14:11)
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/rueckschau/Deutsche-Post-DHL-trennt-sich-von-Subunternehmen,paketsklaven101.html (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/rueckschau/Deutsche-Post-DHL-trennt-sich-von-Subunternehmen,paketsklaven101.html)

Anscheinend werden die Paketsklaven in den anderen Städten aber weiterhin ausgebeutet. Arbeitsverträge werden nur widerwillig zur Überprüfung mitgegeben. Die Anlernphase wird als unbezahltes Praktikum verkauft, das sich über mehrere Wochen hinziehen kann. Gerade im Weihnachtsstarkverkehr stehen dadurch willkommene kostenlose Helfer zur Verfügung, weil sich nur die wenigsten wehren. Deutsche Post DHL ist dadurch fein raus, während HFL die Drecksarbeit macht. Als Belohnung dürfen die Verantwortlichen dann unter anderem an Freizeitaktivitäten der Deutschen Post wie zum Beispiel Firmenläufen teilnehmen. Da gibt es dann personelle Überschneidungen.

Wer von ähnlichen Fällen weiß, dass Leute unbezahlt für Subunternehmen der Deutschen Post DHL schuften, kann ja mal hier berichten.    
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 22:45:33 Do. 29.Dezember 2016
16.12.2016
Zitat
Schnell & günstig

Das Geschäft mit den Päckchen

Weihnachtszeit ist Paketzeit. Und damit läuft auch das Räderwerk der Zustellbranche auf Hochtouren. Immer öfter greifen die großen Betriebe dabei auch auf Subunternehmen zurück. Und deren Arbeitsbedingungen sind – für hiesige Verhältnisse – manchmal haarsträubend.

 Eine kleine Sackgasse am Rand des großen Briefzentrums im Frankfurter Gutleutviertel. Am Straßenrand stehen fünf weiße FIAT-Transporter. Die Fenster sind mit silbernen Iso-Matten verhängt. Vor einem der Transporter steht ein Mann mit Fusselbart und Fellmütze. Er reckt und streckt sich – gerade hat er noch geschlafen – auf einer dünnen Matratze quer auf den Vordersitzen seines Transporters. Zwar hat er eine Standheizung im Auto, aber ein bisschen durchgefroren sieht er trotzdem aus. Der Mann heißt Karol, sagt er, kommt aus Polen und fährt seit drei Jahren Briefe und Pakete quer durch Deutschland.
 
900 Euro für vier Wochen Arbeit

"Heute lade ich hier Post im Frankfurter Briefzentrum, fahre nach Erfurt und zurück", erzählt er. Karol fährt nachts. So gegen vier Uhr am nächsten Morgen will er zurück sein. Dann kann er wieder in der Sackgasse parken und auf den Vordersitzen seines Transporters schlafen. Formal ist er selbstständig, sagt er, er hat ein Gewerbe als Fahrer angemeldet. Bezahlt wird er pro Tour – sein Einkommen ist für deutsche Verhältnisse bescheiden: "Etwa 900 Euro in vier Wochen." Es könnte mehr sein, aber es sei auf jeden Fall viel mehr als in Polen. Dort könne er als Fahrer nicht mal ein Drittel davon verdienen.
 
Postfahrer als Sub-Sub-Subunternehmer

An Karols Nachtarbeit auf deutschen Straßen verdient aber nicht nur er selbst. Er steht, so schildert er es, am Ende einer Kette von insgesamt vier Auftraggebern. Ganz oben die Deutsche Post DHL Gruppe. Die beauftragt die Offenbacher Transa Spedition, die wiederum das Unternehmen Gap in Polen, und das gibt den Auftrag schließlich einem polnischen Familienunternehmen, das auch Karol beschäftigt. Karols Darstellung ist plausibel, denn Transa bestätigt, mit Gap zusammenzuarbeiten. Gap selbst hat sich auf Anfrage nicht geäußert.

Postfahrer als Sub-Sub-Sub-Subunternehmer – dieses Geschäftsmodell kennt auch Ivan Ivanov. Er berät Wanderarbeiter in Frankfurt: "Wir haben auch öfters in der Beratung ähnliche Konstellationen gehabt. Das heißt: Ein großes Unternehmen vergibt den Auftrag weiter, und so wird eine Kette gebildet von mehreren Unternehmen. Und meistens ist das letzte Glied in einer solchen Kette der Verlierer", sagt er.
 
Mindestlohn-Regelung greift nicht

Angesprochen auf Karols Arbeitsbedingungen und seinen kargen Lohn, verweisen sowohl die Deutsche Post als auch Transa auf ihre Qualitätsstandards. Alle beauftragten Subunternehmen müssten den Mindestlohn bezahlen, das sei vertraglich vereinbart. Allerdings bringe diese Vertragsklausel in diesem Fall nicht viel, sagt Ivanov. Denn Karol arbeitet nach eigenen Angaben als selbstständiger Fahrer: "Damit ist eigentlich der direkte Arbeitsgeber fein aus der Sache raus. Da gilt zum Beispiel auch der gesetzliche Mindestlohn nicht, der eigentlich für Arbeitnehmer in Deutschland gilt. Es gilt also sozusagen die Unternehmerfreiheit, die Vertragsfreiheit. Rein gesetzlich gesehen sind 900 Euro erst mal okay."
 
Wie viele Fahrer in Deutschland so wie Karol arbeiten, lässt sich schwer schätzen. Aber das Arbeiten mit Subunternehmen ist in der Branche gang und gäbe. Allein Transa spricht von rund 30.000 Unternehmen, mit denen man zusammenarbeite. Und da könne man auch nicht in jedem einzelnen Fall die Arbeitsbedingungen nachprüfen.
http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=47572&key=standard_document_62900354 (http://www.hr-online.de/website/radio/hr-info/index.jsp?rubrik=47572&key=standard_document_62900354)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 21:51:19 Di. 03.Januar 2017
Im DHL Umfeld gibt es einen regelrechten Wettbewerb bei der Ausbeutung der Beschäftigten.

Ein Subunternehmen in Kiel scheint in Führung zu liegen: Unbezahlte Arbeit ist schwer zu unterbieten!

http://betriebsgruppepostdienstenord.blogsport.eu/2017/01/03/unbezahlt-bei-dhl-arbeiten/ (http://betriebsgruppepostdienstenord.blogsport.eu/2017/01/03/unbezahlt-bei-dhl-arbeiten/)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 11:41:31 Mi. 25.Januar 2017
Die Post hatte ja die Ausgliederung in DHL Delivery u.a. damit begründet, dass neue Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten würden. Anscheinend ist es zumindest im Norden so, dass massiv Leiharbeiter über Hanseatischer Kurierservice HKS GmbH oder direkt als "Dienstleister" eingesetzt werden. Die Bezahlung soll einigermaßen überdurchschnittlich sein, was aber nur bedeutet, dass es sich die Post als Großkunde von HKS einiges kosten lässt, eine kollegiale Belegschaft zu vehindern, die vielleicht eher in der Lage wäre, Verbesserungen zu erstreiten. Das war sowas von absehbar...
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 16:52:03 Mo. 30.Januar 2017
Deutsche Post am Limit

so lautet der Titel der ZDF-Zoom-Dokumentation, die am Mittwoch, 1. Februar 2017, um 23:00 Uhr ausgestrahlt wird. Neben dem typischen Brief- und Paketgeschäft in Deutschland werden auch die Geschäftsgebaren der DHL im Zusammenhang mit ihren osteuropäischen Subunternehmern und deren Fahrern beleuchtet. Die Recherchen haben erstaunliche Ergebnisse über die Rolle der DHL beim internationalem Sozialdumping zutage gefördert: Im Auftrag von DHL-Freight leben und arbeiten Fahrer von osteuropäischen Subunternehmen zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 16:02:00 So. 09.April 2017
Hier nochmal der Beitrag, der oben angkündigt wurde, bei Youtube:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=KPQKdf-cGrg#)

Aktuell gibt es einen neuen NDR Beitrag:
Leben auf der Raststätte - Sprinterkolonnen aus Osteuropa
Osteuropäer fahren rund um die Uhr für einen Hungerlohn Waren durch Deutschland. Angestellt werden sie in ihrem Heimatland - für umgerechnet 300 Euro im Monat.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=AmRkuZXj9Q0#)

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Die-Sprinterkolonnen-aus-Osteuropa,sendung627102.html (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die_reportage/Die-Sprinterkolonnen-aus-Osteuropa,sendung627102.html)


Bisher gibt es viele gute Berichte, doch es mangelt an Versuchen einer Organisierung der Betroffenen.
Mitleid allein wird wenig an der Situation ändern...
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 16:31:11 Mi. 10.Mai 2017
Bei soviel Dämlichkeit der Post keimt fast ein wenig Hoffnung auf:

Zitat
09.05.17
Die Deutsche Post zahlt sich frei

Offenbar wollte die Deutsche Post mit dem Einsatz von Leiharbeitern besser wirtschaften. Dann traten Staatsanwälte und Zollfahnder auf den Plan. Nun findet der Versuch ein teures Ende.

Düsseldorf. Die gute Nachricht für die Deutsche Post: Juristisch haben die Fehler im Konzern in Sachen Leiharbeit keine Folgen mehr. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt beendete ihre Nachforschungen schon im vergangenen Sommer. Das Hauptzollamt Gießen stellte nun zwar eine Rechtswidrigkeit fest, Verfahren wird es aber keine geben. Die Sache kostet nur Geld.
Unangenehm wurden die Experimente der Deutschen Post mit Leiharbeitern Anfang 2016. Betroffene hatten die Behörden alarmiert. Offiziell waren sie für Vertriebsaufgaben beim Siegfried-Vögele-Institut in Königstein angestellt worden. Beim Kunden fuhren sie aber in Firmenwagen der Deutschen Post vor, legten Visitenkarten der Deutschen Post auf den Tisch und erhielten auch ihre Arbeitsanweisungen von Managern der Deutschen Post.

Juristisch war das ein Problem. Das Siegfried-Vögele-Institut war zwar eine Tochterfirma der Deutschen Post, für eine Ausleihe der Mitarbeiter an die Konzernmutter hätte es jedoch einer so genannten Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung bedurft. Und die lag beim Siegfried-Vögele-Institut nicht vor.
Im Januar 2016 durchsuchten Zollfahnder die Büros der Post-Tochter. Ihr Verdacht: Illegale Leiharbeit. Gut ein halbes Jahr später wurden knapp 200 Mitarbeiter des Siegfried-Vögele-Instituts von der Deutschen Post übernommen. Das Unternehmen bezeichnete dies als „Organisationsmaßnahme innerhalb des Konzerns“. Die Zollfahnder ermittelten trotzdem weiter.
Nun ist die Sache vom Tisch. Einen Millionenbetrag soll die Affäre gekostet haben. Genaue Zahlen nennen weder der Zoll noch die Deutsche Post. Das Unternehmen bestätigte dem Handelsblatt jedoch auf Nachfrage, dass die entsprechenden Ermittlungsverfahren mit einer Zahlung beendet worden seien. Postsprecher Dirk Klasen: „Es ist kein Bußgeldbescheid ergangen, weil kein schuldhaftes beziehungsweise vorwerfbares Verhalten unterstellt wurde. Gleichwohl wurde eine Rechtswidrigkeit festgestellt und dadurch ein sogenannter Verfallbetrag zur Zahlung festgesetzt. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu dessen Höhe keine Angaben machen.“
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/leiharbeit-die-deutsche-post-zahlt-sich-frei/19778476.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/leiharbeit-die-deutsche-post-zahlt-sich-frei/19778476.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 15:11:56 Do. 25.Mai 2017
Zitat
23.05.17
Zusteller protestieren vor DPD-Zentrale
120 Fahrer im Konvoi aus dem Raum Regensburg nach Aschaffenburg

Rund 120 Paketzusteller haben an diesem Dienstagmittag vor der Zentrale des Deutschen Paketdiensts in Aschaffenburg-Nilkheim für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Fahrer kamen mit 55 Zustellerautos überwiegend aus dem Raum Regensburg angereist. Mittlerweile sind sie wieder auf den Heimweg.

Die Fahrer machten mit Plakaten auf den Transportwägen auf ihre Situation aufmerksam: "Wir sind keine Lohnsklaven", war dort unter anderem zu lesen. Sie hatten einen weiten Weg hinter sich: In aller Frühe beluden sie im Depot Obertraubling bei Regensburg ihre Fahrzeuge, richteten dann in einer Werkstatt die Plakate her und machten sich in insgesamt vier Konvois auf in Richtung Aschaffenburg zur DPD-Zentrale. "Es ist einer unserer letzten Auswege", sagte Thomas Göpel, der für DPD als Subunternehmer arbeitet, "es geht einfach nicht mehr."

Initiator der Aktion ist Pompiliu Alesi, der ebenfalls als Systempartner für den Paketdienstleister in Obertraubling tätig ist. Sein Vorwurf an DPD: Das Unternehmen zahle zu wenig Geld für die Arbeit seines Transportunternehmens. Die Folge: Er und seine 230 Angestellten müssten mehr arbeiten, als ihnen gut tut, um das Pensum zu erfüllen, so Alesi. "Meine Fahrer fangen um 5 Uhr morgens an und kommen abends um 18, 19, manchmal erst um 20 Uhr zurück", sagte der gebürtige Rumäne, der seit sieben Jahren für DPD arbeitet. Er habe schon öfter das Gespräch mit der Firmenleitung gesucht, aber ohne Erfolg. Jetzt habe DPD die Zusammenarbeit gekündigt.

"Ich bekomme zu wenig Geld für die Leistung, die ich erbringen muss", sagte DPD-Systempartner Thomas Göpel. "Wir Transportunternehmer sind finanziell angeschlagen. Meine Fahrer sind gezwungen, die gesetzlichen Arbeitszeiten zu überschreiten." Die Schichten der Fahrer seien lang, erklärte Göpel: Frühmorgens drei Stunden Pakete vom Band absortieren, die Stücke scannen und verladen, bis zu anderthalb Stunden Fahrt zur eigentlichen Lieferroute, fünf bis sieben Stunden zustellen und wieder anderthalb Stunden zurück fahren. "In den vergangenen Jahren hat sich die Situation verschlechtert", ist sich Göpel sicher. Immerhin: Das Gespräch mit Vertretern der DPD in Aschaffenburg sei gut verlaufen, berichteten Alesi und Göpel.

Das Unternehmen bestreitet derweil, dass es im Vorfeld der Demonstration keine Gesprächsbereitschaft gegeben habe: "Bis kurz vor dem heutigen Tag haben wir Gesprächsangebote gemacht, die leider nicht angenommen wurden", sagte Sprecherin Pia-Maria Zecevic unserem Medienhaus. Die Themen der Regensburger Gäste habe man aufgenommen und werde sie sich genauer anschauen. "Unser Anspruch ist, Systempartner so zu vergüten, dass sie vernünftige Arbeitszeiten gewährleisten und Mitarbeiter fair bezahlen können", so Zecevic. Befremdlich sei für sie, dass die Demonstration ausgerechnet von einem Systempartner ausging, dem wegen Problemen mit den Sozialstandards gekündigt worden sei.

DPD, laut Unternehmensangaben der zweitgrößte Paketzusteller Deutschlands, unterhält in Deutschland 77 Depots und 6000 Paketshops. 8000 Mitarbeiter und 10000 Zusteller sind täglich im Einsatz.

Unterstützt wurde die Aktion am Dienstag von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Probleme wie die der Zusteller seien in der Branche ein Stück weit hausgemacht, sagte Gewerkschaftssekretär Hans Peter Konrad: "Wenn DPD seine Mitarbeiter direkt anstellen würde, würden alle nach Tarif bezahlt. Dann gäbe es solche Eskalationen nicht."

http://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art490812,4615182 (http://www.main-echo.de/regional/stadt-kreis-aschaffenburg/art490812,4615182)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 21:28:31 Di. 13.Juni 2017
Auf Frontal ein kurzer Bericht über den Ausbeuter DHL. Insgesamt das übliche, bemerkenswert war aber, dass bei der Jahreshauptversammlung neulich draußen die DPVKOM auf die Mißstände aufmerksam machte, während die Verdi-Kotztisch drinnen fein neben dem Appel saß.

Zitat
31.06.17
Wenn der Paketbote nicht klingelt

Unzuverlässig, unpünktlich, unfreundlich: Immer wieder beschweren sich Kunden über falsche Zustellungen, fehlende Benachrichtigungen und das spurlose Verschwinden von Paketsendungen bei der Deutschen Post AG.

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/ausbeutung-bei-dhl-100.html (https://www.zdf.de/politik/frontal-21/ausbeutung-bei-dhl-100.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Nikita am 14:25:23 Sa. 17.Juni 2017
Ich denke, da hat Frontal21 genau den Punkt getroffen. Liberalisierung von Dienstleistungen heißt unerträgliche Arbeitsbedngungen und Service-Level im freien Fall. Konkurrenz belebt eben nicht immer das Geschäft. Danke an Arne Lorenz für diesen großartigen Beitrag!

Wenn der Paketbote nicht klingelt - Ausbeutung bei DHL
Frontal21-Sendung vom 13.06.2017

Transkript zur Sendung:
https://www.zdf.de/assets/manuskript-wenn-der-paketbote-nicht-klingelt-100~original?cb=1497701810218 (https://www.zdf.de/assets/manuskript-wenn-der-paketbote-nicht-klingelt-100~original?cb=1497701810218)

Zitat
Manuskript
Beitrag: Wenn der Paketbote nicht klingelt –
Ausbeutung bei DHL

Sendung vom 13. Juni 2017

von Arne Lorenz

Anmoderation:
Eine ganz alltägliche Situation: Sie erwarten sehnlichst ein Paket. Bringen soll es DHL, also die Deutsche Post. Sie wissen genau, wann das gelbe Auto kommt. Denn Sie konnten die Sendung im Internet verfolgen. Sie bleiben extra zuhause und warten und warten. Vergebens! Immer mehr Kunden beschweren sich, dass der Postmann nicht mehr klingelt und das Paket irgendwo anders hinterlegt. Schuld an solchem Ärger sind nicht allein die Zusteller, sondern die unhaltbaren Zustände, unter denen sie arbeiten müssen. Arne Lorenz über Ausbeutung bei DHL.
Text:
Pakete, Pakete – nichts als Pakete. Seitdem die Deutschen so gut wie alles übers Internet bestellen können, kommen die Zusteller mit der Arbeit kaum noch hinterher. Immer mehr schleppen in immer kürzerer Zeit. Kein Wunder, dass es da kaum zu schaffen ist, was die Post verspricht: Jeden Kunden in jedem Stockwerk pünktlich zu bedienen. Immer öfter kommt es vor, dass Pakete einfach liegen bleiben oder irgendwo anders abgeladen werden.
O-Ton Frontal 21:
Bekommt ihr die Pakete immer nach Hause, direkt an die Haustür geliefert?
O-Ton Anwohnerin:
Nein, eigentlich nicht. Auch, wenn man zu Hause ist, wird meistens gar nicht erst geklingelt, sondern die werden meistens direkt hier im „Späti“ abgegeben - oder bei Nachbarn. Wenn man Glück hat, findet man den Zettel irgendwo.
O-Ton Anwohnerin:
Wahrscheinlich sind die überlastet und deswegen müssen
sie wieder mitnehmen und dann kommt vom Postamt die
Nachricht, dass ich nicht anzutreffen war, und das deswegen
… Also, das ist halt ein bisschen merkwürdig.
Bei den Verbraucherzentralen häufen sich die Beschwerden über
die Post.
O-Ton Ivona Husemann, Verbraucherzentrale Nordrhein-
Westfalen:
Die meisten Beschwerden beschäftigen sich tatsächlich mit
der Zustellung vor Ort. Also, mit den letzten Metern, wenn
das Päckchen schon im Wagen ist und zum Verbraucher
geliefert werden soll. Das macht bei uns rund 60 Prozent aller
Beschwerden aus. Also, entweder ist es so, dass der
Verbraucher zu Hause ist und darauf wartet und es wird nicht
geklingelt, oder es findet überhaupt kein Zustellversuch statt
und die Ware wird direkt in einen Paketshop oder in eine
Filiale geliefert, oder es wird beim Nachbarn abgegeben.
O-Ton Ausschnitt aus Trickfilm, Quelle: Verbraucherzentrale
Nordrhein-Westfalen:
Auf „Paketaerger.de“, dem Beschwerdeportal der
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, können
Postkunden ihren Ärger loswerden. Es werden immer mehr
Einträge. Woran das wohl liegt?
Die Kundenbeschwerden häufen sich, seit die Deutsche Post AG
vor zwei Jahren aus ihrer Tochter DHL 49 Einzelgesellschaften
ausgelagert hat, verteilt auf die gesamte Republik. DHL-Delivery
GmbH, so der offizielle Name.
Der Vorteil für die Post: neue Arbeitsverträge für deren
Mitarbeiter – ohne Haustarifbindung. Der Nachteil für die
Zusteller: Für sie gelten die schlechteren Tarife der
Logistikbranche der Länder. Sie verdienen plötzlich sehr viel
weniger als zuvor.
Wir treffen einen ehemaligen Mitarbeiter, der wie viele andere von
der Deutschen Post AG zur DHL-Delivery GmbH wechseln
musste. Inzwischen arbeitet er dort nicht mehr. Seinen Namen
möchte er trotzdem nicht nennen.
O-Ton ehemaliger DHL-Mitarbeiter:
Wir haben immer wieder Leute angelernt, es war nicht
nachvollziehbar teilweise, wieso die entlassen werden oder
wieso die bleiben. Es war einfach Chaos. Es gab viele, die
einfach aufgehört haben. Da kam dann mittags das Auto – da
waren noch 100 Pakete drin, und dann haben sie es
abgestellt und sind gegangen.
Ein postinternes, vertrauliches Papier bestätigt das. Offenbar sind
die Arbeitsbedingungen bei DHL-Delivery so schlecht, dass viele
Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit wieder abspringen. Die
Fluktuation bei DHL-Delivery ist sechsmal so hoch wie im
Mutterkonzern.
Henning B. ist ganz neu bei DHL-Delivery. Er zeigt uns seinen
Arbeitsalltag. Der beginnt morgens um sieben Uhr im
Paketzentrum. Mit seinem Handy dokumentiert er, wie es dort
schon mal zugehen kann: großes Durcheinander wegen der
schieren Menge an Paketen, verzweifelte Paketboten.
Abfahrt vom Depot, das Fahrzeug vollbeladen. Dann geht es los,
so schnell wie möglich, Straße für Straße, treppauf, treppab.
Kaum Zeit für eine Mittagspause. Schon nach wenigen Stunden
werden die Knochen müde. Viele ältere Kollegen schaffen es
längst nicht mehr, das geforderte Tempo zu halten.
O-Ton Henning B., DHL-Fahrer:
Die Kollegen fragen mich alle: Bist du verrückt, warum
machst du hier diesen Job? Einige sind schon richtig fertig,
viele haben Operationen hinter sich – an Schultern, Rücken
und Gelenken. Kaum jemand ist über 40. Ständig sind Leute
krank.
Pakete werden nicht nur zugestellt, sondern auf Kundenwunsch
auch abgeholt. Das kostet zusätzlich Zeit.
O-Ton Henning B., DHL-Fahrer:
Mir wurde gleich am Anfang beigebracht: Sei nicht zu
schnell, sonst machst du dich kaputt und bekommst auch
noch zusätzliche Straßen aufgebrummt.
Doch Henning B. und seine Kollegen wissen sich zu helfen.
O-Ton Henning B., DHL-Fahrer:
Wenn es zu viele Pakete gibt, haben wir Tricks, die natürlich
streng verboten sind. Ich zeig' euch mal, wie das geht: Man
scannt das Paket, als ob man ausliefert. Und dann gehe ich
einfach hier auf „benachrichtigt“ und dann auf „okay“. Dann
druckt der einen Zettel aus, dass benachrichtigt wurde und
der wird auf das Paket geklebt. Das war’s. Das Paket geht
dann zurück.
Rachid F. kann es sich nicht leisten, dass Pakete zurückgehen.
An manchen Tagen können es bis zu 300 Sendungen sein. Er
arbeitet nicht bei DHL, er arbeitet für DHL – für 1.500 Euro im
Monat. Sein Chef ist privater Subunternehmer der Post. Und der
wird pro ausgeliefertem Paket bezahlt. Rückläufer bringen kein
Geld.
O-Ton Rachid F., DHL-Fahrer:
Deshalb spreche ich die Leute auch auf der Straße an, wenn
ich etwas für sie dabei habe. Bei diesen Mengen ist es oft gar
nicht möglich, alles in den vierten oder fünften Stock zu
schleppen. Also, bringe ich viele Pakete dann einfach in
einen Kiosk und benachrichtige die Kunden, dass sie dort
liegen.
Aus der Not der Zusteller hat sich in Berlin eine echte
Schattenwirtschaft herausgebildet. Kaum jemand rechnet hier
noch damit, dass ihm die Pakete bis zur Haustür gebracht
werden, so wie es die Post und DHL eigentlich versprechen.
Stattdessen kommen die Kunden nun hierher: Besitzer Fatih H.
hat weder einen Vertrag noch sonstige Vereinbarungen mit der
Post.
O-Ton Fatih H., Kiosk-Besitzer:
Damit wir alles schneller für unsere Kunden finden, haben
wir die Hausnummer auf die Pakete geschrieben. Damit die
Leute nicht lange warten müssen. Dann haben wir zum
Beispiel eine andere Straße Marienburger, oben Chodowiecki
Straße, Raabestraße … Wir haben fast hier den ganzen Kiez
ganze Kiez um die Ecke.
O-Ton Frontal 21:
Aber Sie sind kein offizieller DHL-Shop?
O-Ton Fatih H., Kiosk-Besitzer:
Nein, wir sind nur Hermes Shop.
Fatih H. bringt das viel Kundschaft in den Laden. Er hat sogar
sein eigenes Verteilsystem geschaffen, ganz außerhalb des
regulären Postbetriebs. Die Deutsche Post AG kann mit diesen
Zuständen gut leben:
O-Ton Frank Appel, Vorstandsvorsitzender, Deutsche Post:
Liebe Aktionärinnen, liebe Aktionäre, 2016 haben wir mit
einem Rekordergebnis abgeschlossen und wir schlagen
Ihnen heute auch eine Rekord-Dividende vor. Mit dieser sehr
guten Nachricht möchte ich Sie ganz herzlich hier in Bochum
begrüßen und auch im Internet, wenn Sie unsere
Hauptversammlung dort verfolgen.
3,5 Milliarden Euro Gewinn im vergangenen Jahr, trotz Chaos
beim Service, trotz überforderter Mitarbeiter. Kein Wunder, dass
die Gewerkschaft demonstriert.
O-Ton Christina Dahlhaus, stellv. Bundesvorsitzende,
Postgewerkschaft DPVKOM:
Diesen Gewinn haben die Beschäftigten erwirtschaftet, die
Zusteller, die tagtäglich draußen sind bei Wind und Wetter,
die Kolleginnen und Kollegen im Brief- und Paketzentrum,
die malochen, bis der Rücken kracht. Und da wird aber jetzt
gespart und das ist für uns der völlig falsche Weg. Es fehlt
an Personal, es fehlt zum Teil an Arbeitsmaterial, es fehlt
zum Teil an Arbeitsmitteln. Hier wird also an der falschen
Stelle gespart.
Nachfrage bei der Deutschen Post. Schriftlich teilt das
Unternehmen mit,
Zitat:
„Die Arbeitsverhältnisse unserer Mitarbeiter in den Delivery
GmbHs sind in den regionalen Tarifverträgen geregelt, die
mit der Gewerkschaft Verdi ausgehandelt werden.“
Man halte sich an die vertraglich vereinbarten Regelungen wie
Arbeitszeit und Vergütung. Weiter heißt es,
Zitat:
„Den Verpflichtungen, die sich aus diesen Tarifverträgen für
uns als Arbeitgeber ergeben, kommen wir selbstverständlich
nach.“
Der Bund ist größter Postaktionär, hält gut 20 Prozent der Aktien
und kassierte allein für 2016 rund 260 Millionen Euro an
Dividende. Er sollte sich also interessieren für
Kundenbeschwerden und Arbeitsbedingungen.
Klaus Barthel war lange im Ausschuss für Post und
Telekommunikation des Bundestages. Hätte man nicht energisch
gegen die Billigtöchter einschreiten müssen?
O-Ton Klaus Barthel, SPD, MdB:
Über die Anteilseignerschaft gibt es keine direkten
Eingriffsmöglichkeiten eines Aktionärs, sondern das
Aktienrecht schiebt hier einen Riegel vor. Ich finde vieles von
dem, was ich da höre und auch selbst beobachte, als Kunde
der Post und wenn ich in die Verteilzentren oder in die
Zustellbasen komme, finde ich empörend, wie dort gearbeitet
werden muss und es gibt dringenden politischen
Handlungsbedarf.
Niedrige Löhne, schlechte Arbeitsbedingungen. Der Staat - der
größte Eigentümer der Post - hat sich bisher kaum daran gestört,
genauso wenig wie an den vielen verärgerten Kunden.

Zur Beachtung: Dieses Manuskript ist urheberrechtlich geschützt. Der vorliegende Abdruck ist nur
zum privaten Gebrauch des Empfängers hergestellt. Jede andere Verwertung außerhalb der
engen Grenzen des Urheberrechtgesetzes ist ohne Zustimmung des Urheberberechtigten
unzulässig und strafbar. Insbesondere darf er weder vervielfältigt, verarbeitet oder zu öffentlichen
Wiedergaben benutzt werden. Die in den Beiträgen dargestellten Sachverhalte entsprechen dem
Stand des jeweiligen Sendetermins.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 09:24:44 Sa. 05.August 2017
Zitat
Augmented Reality: DHL errechnet 15 Prozent höhere Produktivität

Die Deutsche Post DHL Group führt intern Datenbrillen für Arbeitsanweisungen und weitere Informationen ein. Ein neuer Ansatz für die Interne Kommunikation?

Die neuen Datenbrillen der DHL-Mitarbeiter blenden schrittweise Arbeitsanweisungen und Hinweise ein, zum Beispiel wo der gesuchte Artikel gerade steckt und wie er auf dem Wagen zu positionieren ist. Der große Vorteil: Schriftliche Anweisungen werden überflüssig und der Kommissionierer hat die Hände frei. In Internationalen Testläufen konnte so die Produktivität im Schnitt um 15 Prozent erhöht und die Fehlerquote reduziert werden. Einarbeitungs- und Trainingszeit der Mitarbeiter ließ sich halbieren.(...)
http://www.cpwissen.de/Mobile/items/augmented-reality-dhl-nutzt-vision-picking-in-der-logistik.html (http://www.cpwissen.de/Mobile/items/augmented-reality-dhl-nutzt-vision-picking-in-der-logistik.html)

Für die totale Kommissionierung fehlen jetzt noch Exoskelette.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 12:24:38 So. 12.November 2017
Zitat
Mindestlohn
Niedriglöhne und "mafiöse Strukturen": Paket-Fahrer verklagt die Post

Ein tschechischer Fahrer arbeitet in Deutschland für die Post, allerdings ist er bei einem Servicepartner unter Vertrag. Er wird mit einem Hungerlohn abgespeist. Dagegen wehrt er sich nun juristisch.


Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür - für DHL, Hermes, UPS und Co. beginnt die heiße Phase. Der Online-Handel boomt und somit wird die besinnliche Vorweihnachtszeit für die Mitarbeiter der Paketfirmen die Hölle. Der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) rechnet damit, dass bis zu 30 Millionen Pakete mehr verschickt werden als im Vorjahr. Täglichen werden bis zu 15 Millionen Sendungen zugestellt - das ist ein absoluter Rekord. Das treibt den Umsatz der Lieferfirmen. Doch bei den Fahrern bleibt wenig hängen. Auch weil sie meist gar nicht bei den Logikstikunternehmen beschäftigt sind.

So wie ein Tscheche, von dem die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Er ist bei einem ausländischen Subunternehmen der Post angestellt, fährt aber in Deutschland Briefe und Pakete aus. Dennoch ist er viele Euros vom Mindestlohn entfernt. Er bekommt einen monatlichen Grundlohn von 550 Euro, so die Zeitung. Doch der Fahrer wehrt sich nun und hat vor dem Arbeitsgericht in Bonn nicht sein Subunternehmen an den Pranger gestellt, sondern die Deutsche Post. Er fordert von dem Unternehmen 8302,50 Euro, die ihm seiner Meinung nach für die Monate vom Oktober 2015 bis August 2016 zustehen. Die Post will sich zu dem konkreten Verfahren nicht äußern.

Mindestlohn über Subunternehmen umgehen


Dieser Schritt ist bislang neu, denn schließlich sind gerade die osteuropäischen Mitarbeiter, die mit Hungerlöhnen nach Hause geschickt werden, eben nicht direkt bei der Post beschäftigt. Und die so genannten Servicepartner haben ihre Firmensitze im Ausland und müssen daher den Mindestlohn, der in Deutschland gilt, nicht zahlen. Die Post verpflichtet die Subunternehmen, "bereits bei der Ausschreibung zur Einhaltung aller gesetzlichen Regelungen, wie der geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen sowie explizit auch der Beachtung des Mindestlohngesetzes", so eine Post-Sprecherin zur "Süddeutschen Zeitung". "Dies lassen wir uns bei Vertragsabschluss durch den jeweiligen Auftragnehmer schriftlich bestätigen."
https://www.stern.de/wirtschaft/news/fahrer-verklagt-deutsche-post--aufstand-gegen-niedrigloehne-7695264.html (https://www.stern.de/wirtschaft/news/fahrer-verklagt-deutsche-post--aufstand-gegen-niedrigloehne-7695264.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 11:42:14 Fr. 01.Dezember 2017
Zitat
Bei DHL und Hermes wird gestreikt

Zahlreiche Päckchen dürften heute in ganz Hessen liegen bleiben. Der Grund: Hunderte Paketboten von DHL und Hermes streiken. Sie fordern ein 13. Gehalt und 6,5 Prozent mehr Lohn. Schwerpunkte sind Frankfurt, Kassel und Friedewald in Osthessen.

120 Mitarbeiter streiken in Kassel

Bei der DHL Tochter DHL-Delivery in Kassel geht heute gar nichts. Gleich alle rund 120 Beschäftigten sind laut Verdi gar nicht erst zur Frühschicht erschienen. Sie werden nicht nach dem Post-Tarif bezahlt, sondern nach dem schlechteren Tarif für Spediteure. Auch bei DHL Delivery in Frankfurt oder bei Hermes im osthessischen Friedewald sind die Paketboten im Streik.

DHL bemüht sich um Schadensbegrenzung

DHL bemüht sich laut eigenen Angaben um Schadensbegrenzung. "Wir verteilen die Pakete auf andere Fahrzeuge, damit die Kunden möglichst wenig vom Streik merken", so ein DHL-Sprecher auf FFH-Anfrage gesagt.
https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/137949/toTopic/paketboten-von-dhl-und-hermes-streiken.html (https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/137949/toTopic/paketboten-von-dhl-und-hermes-streiken.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 15:14:20 Fr. 01.Dezember 2017
Zitat
Bei DHL und Hermes wird gestreikt

Zahlreiche Päckchen dürften heute in ganz Hessen liegen bleiben. Der Grund: Hunderte Paketboten von DHL und Hermes streiken. Sie fordern ein 13. Gehalt und 6,5 Prozent mehr Lohn. Schwerpunkte sind Frankfurt, Kassel und Friedewald in Osthessen.

120 Mitarbeiter streiken in Kassel

Bei der DHL Tochter DHL-Delivery in Kassel geht heute gar nichts. Gleich alle rund 120 Beschäftigten sind laut Verdi gar nicht erst zur Frühschicht erschienen. Sie werden nicht nach dem Post-Tarif bezahlt, sondern nach dem schlechteren Tarif für Spediteure. Auch bei DHL Delivery in Frankfurt oder bei Hermes im osthessischen Friedewald sind die Paketboten im Streik.

DHL bemüht sich um Schadensbegrenzung

DHL bemüht sich laut eigenen Angaben um Schadensbegrenzung. "Wir verteilen die Pakete auf andere Fahrzeuge, damit die Kunden möglichst wenig vom Streik merken", so ein DHL-Sprecher auf FFH-Anfrage gesagt.
https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/137949/toTopic/paketboten-von-dhl-und-hermes-streiken.html (https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/137949/toTopic/paketboten-von-dhl-und-hermes-streiken.html)

Gute Sache. Mehr davon. DHL wird seine Mühe haben mit der "Schadensbegrenzung" angesichts der recht begrenzten, auch geistigen, Kapacität der dortigen "Bürohengste".Falls sich seit 2010 nichts grundlegend geändert hat,

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: dagobert am 00:08:39 Sa. 02.Dezember 2017
Zitat
"Wir verteilen die Pakete auf andere Fahrzeuge, damit die Kunden möglichst wenig vom Streik merken", so ein DHL-Sprecher auf FFH-Anfrage gesagt.
Die einen streiken, die anderen machen Überstunden?
So kann man die Belegschaft auch gegeneinander aufbringen.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: rebelflori am 10:38:44 Sa. 02.Dezember 2017
Zitat
"Wir verteilen die Pakete auf andere Fahrzeuge, damit die Kunden möglichst wenig vom Streik merken", so ein DHL-Sprecher auf FFH-Anfrage gesagt.
Die einen streiken, die anderen machen Überstunden?
So kann man die Belegschaft auch gegeneinander aufbringen.
Dafür gibt es auch Ärzte, aber wenn mach aber nur die Arbeit sieht, hilft das auch nicht.
Man muss ja nicht umgedingt in einer Gewerkschaft sein.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 12:42:24 Fr. 15.Dezember 2017
Wohl kein Scherz:
Zitat
15.12.17
Verdi verzichtet auf Weihnachts-Streiks bei Paketdiensten

In den vergangenen Wochen stockte die Paketzustellung in der Region Hannover, unter anderem aufgrund von Streiks bei DHL. Vor Weihnachten will die Gewerkschaft Verdi mehr Rücksicht auf die Verbraucher nehmen. (...)
http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/Verdi-will-vor-Weihnachten-keine-Streiks-bei-Paketdiensten-in-Niedersachsen (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Niedersachsen/Verdi-will-vor-Weihnachten-keine-Streiks-bei-Paketdiensten-in-Niedersachsen) (Bezahlschranke)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:53:40 Fr. 15.Dezember 2017
Wie kann man nur so doof sein und die Situation, in der man die größte Macht hat, nicht nutzen?
Diese Gewerkschaft ist nicht bereit, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten!!
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 13:52:59 Fr. 15.Dezember 2017
Wie kann man nur so doof sein und die Situation, in der man die größte Macht hat, nicht nutzen?
Diese Gewerkschaft ist nicht bereit, die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten!!

In der Tat. Sind wohl irgendwann gekauft worden, die Herren Gewerkschafter.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 12:56:50 Sa. 16.Dezember 2017
In Bremen ebenfalls keine Streiks:
Zitat
14.12.17
(...)
Damit will Verdi vor allem verhindern, dass sich der Unmut der Kunden, die auf ihre Pakete warten, gegen die Gewerkschaft richtet. „Uns ist bewusst geworden, dass wir den Paketdienstleitern mit weiteren Streiks vor Weihnachten nur in die Karten spielen würden“, sagt Warner. „Am Ende würden wir als die Schuldigen in dieser Misere angesehen werden – und das wollen wir verhindern.“ Auch ohne weitere Streiks würden die Lieferanten ihre Paketmengen derzeit kaum bewältigen können, sagt Warner. Der Gewerkschaft sei daran gelegen sei, „dass jeder Kunde seine Pakete zum Fest bekommt“.
(...)
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-aus-ruecksicht-auf-die-kunden-paketzusteller-streiken-nicht-in-bremen-_arid,1679944.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-aus-ruecksicht-auf-die-kunden-paketzusteller-streiken-nicht-in-bremen-_arid,1679944.html)

Der Kunde ist König!
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Tiefrot am 16:10:56 Sa. 16.Dezember 2017
Aus Rücksicht auf die Kunden, jaja.  ::)

Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 18:26:21 Sa. 16.Dezember 2017
Aus Rücksicht auf die Kunden. Amen.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 09:52:29 Do. 28.Dezember 2017
Verdi hat doch vollmundig eine Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen nach Weihnachten angekündigt.
Wo bleiben sie denn? Die Boten müssen weiter schuften, während die Verdisekretäre dieser Tage frei haben.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 11:53:06 Do. 28.Dezember 2017
...

Die Boten müssen weiter schuften, während die Verdisekretäre dieser Tage frei haben.

Was denn sonst? Die "Leistungsträger" muessen sich doch erholen vom Nichtstun.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 15:30:50 Fr. 05.Januar 2018
Zitat
5.1.18
Mit Blick auf die Weihnachtspost im Raum Hamburg wurden auch auf der Insel Leiharbeiter angeworben. Was ein Mallorquiner dabei erlebte

(...)
Die Agentur beschrieb den Job folgendermaßen: Anstellung bei einem Hamburger Personaldienstleister, der für DHL arbeitet. Kostenloser Deutsch-Unterricht vor Abflug. Unterbringung zu fünft im Drei-Zimmer-Apartment in Hamburg-Neumünster für 18 Euro am Tag, wovon die Hälfte der Arbeitgeber zahle. Für den täglichen Transfer zum 50 Kilometer entfernten Lager sei gesorgt. Auszuliefern seien täglich 160 Pakete, in einem täglich gleichbleibenden Zustellgebiet.

Der Mallorquiner, der bereits auf der Insel als Paketbote gearbeitet hatte, kündigte seine Wohnung, flog nach einem zweiwöchigen Sprachkurs nach Deutschland und begann am 28. August zu arbeiten. Erste Überraschung: Der Arbeitsort sei 85 Kilometer entfernt gewesen. „Ich bekam den Schlüssel für einen Lieferwagen in die Hand und sollte acht Kollegen abholen." Und sei ihm zunächst ein GPS-Gerät zugesagt worden, um sich als Ortsfremder und Sprachunkundiger beim Ausliefern in Hamburg zu orientieren, musste der Mallorquiner schließlich sein Smartphone einsetzen. Das sei bitter nötig gewesen, „mein Zustellgebiet änderte sich ständig".

Es wurde Winter, die Zahl der täglich auszuliefernden Päckchen höher. Anfangs waren es laut Cantón 80 bis 90. Dann 140, dann 200 und noch mehr. Was er trotz – bezahlter – Überstunden nicht ausliefern konnte, habe für Ärger gesorgt und sei am nächsten Tag zusätzlich in den Wagen gekommen. Auch zum Austreten habe es auf der Route weder Zeit noch Gelegenheit gegeben, „wir haben uns mit einer ­Flasche im Lieferwagen beholfen". Kaum Aufzüge in den Häusern, unwirsche und mitunter fremdenfeindliche Kunden, um 6 Uhr morgens los, erst um 21 Uhr wieder zu Hause, Kälte und Regen – „ich war schließlich physisch und psychisch am Ende", so Cantón. Im Gegensatz dazu sei sein früherer Job auf Mallorca „light" gewesen.
(...)
Bei DHL lässt man nichts auf die Leiharbeitsfirma PHH kommen, die derzeit nach eigenen Angaben rund 50 Spanier beschäftigt. Sie arbeite nach deutschem Recht und deutschem Tarifvertrag und sei in der Branche als seriös sowie solide bekannt, so Sprecher Jens-Uwe Hogardt zur MZ.
(...)
http://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2018/01/04/pakete-frust-statt-deutscher-traumjob/56787.html (http://www.mallorcazeitung.es/arbeitswelt/2018/01/04/pakete-frust-statt-deutscher-traumjob/56787.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 22:35:48 Sa. 13.Januar 2018
Bunt Vermischtes von der Post aus Schwandorf:

Zitat
11.1.18
(…)
 Erich Schwarzkopf (Name von der Redaktion geändert) sieht aus wie ein klassischer Briefträger: Seine Schultern leuchten in Postgelb, der Rest der Winterjacke in DHL-Rot. Auch an seinem Wagen hat sich nichts verändert. Nur dass der Regensburger neuerdings nicht mehr für die Deutsche Post, sondern für DHL Delivery zustellt. Der Wechsel zur neuen Post-Tochter schien keine Nachteile zu haben: "Ich habe mich einlullen lassen", ärgert sich der 52-Jährige. Inzwischen ist Schwarzkopf reichlich bedient: "Ich wurde gedrängt, auf 'eigenen Wunsch eine freiwillige Zusatzleistung' zu unterschreiben - jetzt darf ich 48 statt 40 Stunden ohne Überstundenzulage arbeiten.“
(…)
https://www.onetz.de/schwandorf/politik/gelber-riese-waechst-auf-kosten-von-kunden-und-zustellern-wenn-die-post-nicht-mehr-klingelt-d1807814.html (https://www.onetz.de/schwandorf/politik/gelber-riese-waechst-auf-kosten-von-kunden-und-zustellern-wenn-die-post-nicht-mehr-klingelt-d1807814.html)

und aus Bremen:

Zitat
13.1.18
(…)
Er (Zusteller) sagt: „Ich mache den Job auch wirklich gern. Aber es wird immer schwieriger. Wir haben einfach viel zu wenig Zusteller. Und das Unternehmen hat auch Probleme, neue Zusteller zu bekommen. Für etwa zehn Euro die Stunde will keiner diesen Job machen. Da ist dann immer mal wieder jemand Neues da, aber oft nach ein oder zwei Tagen schon wieder weg, weil denen das zu anstrengend ist.“
DHL nannte als Ursache für die Probleme den Zusteller-Warnstreik Ende November und Anfang Dezember in Bremen, (…)
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-ein-dhlzusteller-packt-aus-_arid,1689005.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-ein-dhlzusteller-packt-aus-_arid,1689005.html)

Nebenbei: Was ist eigentlich aus den Streiks nach Weihnachten geworden, die direkt vor Weihnachten nicht stattfinden konnten, weil es die „Kunden“ verärgert hätte?
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 08:51:22 Fr. 26.Januar 2018
Endlich sind die Paketberge von Weihnachten und die folgenden Umtauschaktionen abgearbeitet, da kann nun weitergestreikt werden.

Zitat
Tarifstreit geht weiter
Streik bei DHL: 1700 Pakete bleiben liegen

Nächste Runde im Tarifstreit vor den Verhandlungen: Mitarbeiter der DHL Delivery in Bremen haben ihre Arbeit am Dienstagmorgen niedergelegt. Acht Bezirke werden aus dem Grund nicht beliefert.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-streik-bei-dhl-1700-pakete-bleiben-liegen-_arid,1692808.html (https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-streik-bei-dhl-1700-pakete-bleiben-liegen-_arid,1692808.html)

Zitat
DHL-Zusteller streiken wieder in Bremerhaven

Wieder einmal müssen wohl einige Bremerhavener länger auf ihre Pakete warten. Denn: Seit Montag hat die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgerufen.


Streik dauert drei Tage

Am Dienstag haben in Niedersachsen und Bremen rund 300 Beschäftigte bei DHL Delivery ihre Arbeit niedergelegt, davon 20 in Bremerhaven. Noch bis Mittwoch soll der Streik andauern.
https://nord24.de/bremerhaven/dhl-zusteller-streiken-wieder-in-bremerhaven (https://nord24.de/bremerhaven/dhl-zusteller-streiken-wieder-in-bremerhaven)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 12:34:06 Fr. 26.Januar 2018
Boah: "1700 Pakete bleiben liegen".

Unglaublich. Skandaal.

Habe gestern einen Standardrief aus Deutschland mit Poststempel 8.12.2017 im Kasten gehabt.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:48:06 Fr. 26.Januar 2018
Da kommt er grade: ;D
(http://www.nordisch.info/wp-content/uploads/2017/04/postiboti-400x265.jpg)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 17:59:56 Fr. 26.Januar 2018
Der Paketsklave kommt zu Fuss mit ner Schubkarre hinterher und ist im Bild noch nicht zu sehen. Es geht bergauf.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 19:26:26 Sa. 27.Januar 2018
Der Paketsklave kommt zu Fuss mit ner Schubkarre hinterher und ist im Bild noch nicht zu sehen. Es geht bergauf.

MfG

BGS

Ja klar, in Hinterwäldlerländern geht es noch nicht so Teutsch-Innovativ zweirädrig zur Sache, deshalb ist Arbeit bei uns ein Vergnügen.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 08:57:37 Di. 06.Februar 2018
DAS ist Kapitalismus in Reinform, hier zeigt er wieder mal reine extrem hässliche Fratze! ☹😠

#DPD-#Paketdienst: Er traute sich nicht freizunehmen – Kurier stirbt an Diabetes...

"Er arbeitete bis zum Umfallen: Ein Paketzusteller ist gestorben, nachdem er wichtige Arzttermine verpasst hatte. Seine Frau wirft dem Paketdienst DPD unmenschliche Arbeitsbedingungen vor."

DPD-PAKETDIENST
Er traute sich nicht freizunehmen – Kurier stirbt an Diabetes


Er arbeitete bis zum Umfallen: Ein Paketzusteller ist gestorben, nachdem er wichtige Arzttermine verpasst hatte. Seine Frau wirft dem Paketdienst DPD unmenschliche Arbeitsbedingungen vor.

Sein Tod wurde zum Politikum: Anfang Januar starb der 53-jährige Paketzusteller Don Lane in einem Krankenhaus in Südengland. Er litt an Diabetes und hatte zuvor einen Zusammenbruch erlitten – nachdem er tagelang durchgearbeitet hatte, obwohl es ihm gesundheitlich schlecht ging. Seine Frau wendet sich nun mit dem Todesfall an die Öffentlichkeit, denn sie ist der festen Überzeugung: Ihr Mann musste nicht wegen eigenen fahrlässigen Verhaltens sterben, sondern wegen des unablässigen Drucks und der unmenschlichen Arbeitsbedingungen seines Arbeitgebers.

Lane arbeitete 19 Jahre lang als Kurier für den Paketdienst DPD. Fest angestellt war er dort allerdings nicht. Er wurde wie die anderen Kuriere pro Paket, das er ausstellte, bezahlt - er war selbstständig ohne Ansprüche auf Bezahlung im Urlaubs- oder Krankheitsfall.

Doch nicht nur wurde Lane nicht bezahlt, wenn er sich zu schlecht fühlte, um zu arbeiten: Der Paketdienst habe ihm auch immer wieder Strafen von 150 Pfund (rund 170 Euro) angedroht, sollte er keine Ersatz für seinen Touren finden, wie seine Frau Ruth Lane nun dem englischen „Guardian“ berichtet. Der Druck, die Pakete in einem bestimmten Zeitraum auszuliefern, sei riesig gewesen, sagt die Witwe. Deshalb habe ihr Mann des Öfteren wichtige Arzttermine in letzter Minute absagen müssen, wenn er mit den Zustellungen nicht fertig geworden sei. „Er zog das Unternehmen der eigenen Gesundheit vor“, sagte sie.

„Ich glaube, ich werde bald sterben“
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Im vergangenen Jahr war Lane bereits dreimal während der Arbeit kollabiert. Die angedrohte Strafe von 150 Pfund musste er im Juli 2017 zahlen, als er einen Arzttermin wahrnahm. Dabei habe er diesen seinem Chef bereits Monate vorher angekündigt, sagt Ruth Lane nun. Das Unternehmen habe also genug Zeit gehabt, sich um Ersatz zu bemühen. Welchen Druck ihr Mann durch seinen Arbeitgeber erfährt, habe sie aber auch schon vorher mitbekommen, so die Witwe. Im März 2017 habe ihr Mann ihr gesagt: „Ich glaube, ich werde bald sterben.“

Seinen letzten Zusammenbruch erlitt Lane Ende Dezember 2017, als er trotz seines schlechten gesundheitlichen Zustands die gesamte Weihnachtszeit durchgearbeitet hatte. Er habe Blut gespuckt und immer wieder gesagt, dass er nicht arbeiten wolle, aber müsse, sagte seine Frau. Von dem Zusammenbruch erholte er sich nicht: Er starb ab 4. Januar in einem Krankenhaus in Bournemouth in Südengland. Neben seiner Frau Ruth hinterlässt Lane den gemeinsamen erwachsenen Sohn des Paars.

Nun beschäftigt der Todesfall auch die Politik in Großbritannien. Die britischen Gewerkschaften wandten sich direkt an Theresa May und forderten von ihr eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Freelancern wie Don Lane. Der Labour-Politiker Frank Field, der dem Arbeits- und Rentenausschuss des britischen Unterhauses vorsteht, nannte den Tod Lanes „erschreckend“ und forderte eine neue Gesetzgebung, um Menschen wie Lane zu schützen, „die schlimm ausgebeutet werden“.

DPD wehrt sich gegen die Kritik
DPD selbst weist die Vorwürfe der Witwe zurück. Lane seien keine Geldstrafen angedroht worden. Er habe eine kleine Route mit relativ wenigen Zustellungen gehabt, die mit seinen Krankenhausterminen zusammengepasst habe. Von den Zusammenbrüchen habe man keine Kenntnis gehabt. In den Tagen um Weihnachten seien Überstunden normal – Lane habe aber seine gängige Route gefahren. Der Familie sprach das Unternehmen sein Beileid aus.

Die Witwe des Paketzustellers widerspricht dieser Darstellung entschieden: Das Unternehmen habe von den Zusammenbrüchen gewusst und trotzdem Druck ausgeübt. In einem E-Mail-Austausch, der dem „Guardian“ vorliegt, beschwert sich Lane über die ihm angedrohte Strafe für den Tag, an dem er wegen des Arzttermins ausfiel – woraufhin ihm ein DPD-Manager antwortet, er sehe keinen Grund, diese zurückzurufen.

Quelle

https://www.welt.de/vermischtes/article173221687/DPD-Paketdienst-Er-traute-sich-nicht-freizunehmen-Kurier-stirbt-an-Diabetes.html (https://www.welt.de/vermischtes/article173221687/DPD-Paketdienst-Er-traute-sich-nicht-freizunehmen-Kurier-stirbt-an-Diabetes.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 22:18:54 Fr. 23.Februar 2018
Die Post hat mal wieder ein Grundsatzurteil verhindert. Erinnert irgendwie an die ständigen Vergleiche bei der Leiharbeit:

Zitat
23.2.18
DHL EINIGT SICH MIT LKW-FAHRER IM MINDESTLOHNSTREIT

Ein Lkw-Fahrer eines tschechischen Subunternehmens klagte DHL an, weil er nicht nach deutschem Mindestlohn bezahlt wurde. Jetzt gab es eine außergerichtliche Einigung.

Der Rechtsstreit zwischen einem tschechischen Lkw-Fahrer und Deutsche Post DHL vor dem Arbeitsgericht Bonn ist beendet. In dem Streit um die Anrechenbarkeit von Spesen auf den Mindestlohn einigten sich beide Parteien außergerichtlich. 

Der Fahrer wollte DHL verpflichten, ihm die Differenz zum deutschen Mindestlohn nachträglich auszuzahlen. Nach Tarif müssten ihm eigentlich 1500 Euro für seine Arbeit auf den deutschen Straßen zustehen, sein Arbeitgeber zahlte jedoch nur 460 Euro pro Monat. Für seine Arbeit auf deutschen Straßen zwischen Oktober 2015 und August 2016 seien das 8302 Euro. In seiner Klage berief sich der Lkw-Fahrer auf das seit 2015 geltende deutsche Mindestlohngesetz, das vorsieht, dass auch gebietsfremden Arbeitnehmern für die Dauer ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Bundesrepublik der deutsche Mindestlohn zusteht.

Tschechischer Transportverband bangt um Konkurrenzfähigkeit

Eine Sprecherin der Deutschen Post bestätigte gegenüber der VerkehrsRundschau die außergerichtliche Einigung und fügte hinzu: „Die Deutsche Post AG stellt entsprechend ihres Qualitätsanspruchs an die von ihr beauftragten Transportunternehmen hohe Anforderungen und verpflichtet diese bereits bei der Ausschreibung, alle gesetzlichen Regelungen, wie explizit auch das Mindestlohngesetz, zu beachten. Im konkreten Fall haftet das Speditionsunternehmen gegenüber der Deutschen Post AG für die entstehenden Kosten.“

Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert. Dennoch könnten auch andere Lkw-Fahrer von DHL-Subunternehmern auf die Idee kommen, wegen Mindestlohnverstößen gegen den deutschen Konzern als obersten Auftraggeber zu klagen. Der tschechische Transportverband Česmad Bohemia fürchtet dem „Radio Prag“ zufolge nun um die Konkurrenzfähigkeit der tschechischen Firmen, wenn die dortigen Lohnkosten im Transportgewebe auf deutsches Niveau steigen.
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/dhl-einigt-sich-mit-lkw-fahrer-im-mindestlohnstreit-2134222.html (https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/dhl-einigt-sich-mit-lkw-fahrer-im-mindestlohnstreit-2134222.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 22:41:46 Fr. 23.Februar 2018
Zitat
Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert.

Fuck!!! Das kann doch nicht wahr sein!

Müssen diese Schweine immer so billig davonkommen?
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 22:52:45 Fr. 23.Februar 2018
Zitat
Müssen diese Schweine immer so billig davonkommen?

Nicht unbedingt, wenn es Strukturen gäbe, durch die diese Botschaft an die Kollegen weitergegeben wird:

Zitat
Durch die außergerichtliche Einigung hat die Deutsche Post DHL ein Grundsatzurteil verhindert. Dennoch könnten auch andere Lkw-Fahrer von DHL-Subunternehmern auf die Idee kommen, wegen Mindestlohnverstößen gegen den deutschen Konzern als obersten Auftraggeber zu klagen. Der tschechische Transportverband Česmad Bohemia fürchtet dem „Radio Prag“ zufolge nun um die Konkurrenzfähigkeit der tschechischen Firmen, wenn die dortigen Lohnkosten im Transportgewebe auf deutsches Niveau steigen.

Weil:

Zitat
Im konkreten Fall haftet das Speditionsunternehmen gegenüber der Deutschen Post AG für die entstehenden Kosten.

Irgendwie erkennt die Post also an, dass auch hier Mindestlohn gezahlt werden muss, holt es sich halt bloß wieder vom Subunternehmer, falls geklagt wurde. Das alles ist zwar kein Königsweg, aber besser als nichts.
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 22:25:50 Di. 27.Februar 2018
Zitat
27.2.18
(...)
Die DHL-Tochter UK Mail hat mit einer umstrittenen Lohnentscheidung für ihre rund 6000 Auslieferfahrer in Großbritannien für Schlagzeilen gesorgt. Laut Angaben der Gewerkschaft GMB wurden die Fahrer von UK Mail dazu gezwungen, einen neuen Vertrag zu akzeptieren, in dem sie auf 2000 britische Pfund (etwa 2260 Euro) ihres Jahresgehalts verzichten sollten. Der Vertrag wurde Fahrern angeboten, die bisher ein Jahresgehalt von zwischen 19.000 und 24.000 Pfund (21.445 und 27.088 Euro) verdienen, abhängig von der Zahl der ausgelieferten Pakete.
(...)
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/gehaltskuerzung-20-fahrer-verlassen-dhl-tochter-uk-mail-2135721.html (https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/gehaltskuerzung-20-fahrer-verlassen-dhl-tochter-uk-mail-2135721.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 18:45:50 Fr. 06.April 2018
Zitat
Paketboten verdienen im Schnitt weniger als vor zehn Jahren

Gerade um die Feiertage, zu Weihnachten oder jetzt an Ostern, boomt das Geschäft mit dem Online-Handel. Mehr als sechs Milliarden Sendungen wurden 2016 von Hermes, DPD, UPS, DHL oder anderen Kurier-Express-Paketdiensten ausgeliefert. Rund 21 Milliarden Euro Umsatz erzielte die Branche.

Ein einträgliches Geschäft. Nur nicht für die, die mit den Päckchen unter dem Arm von Haustür zu Haustür eilen, kritisiert die Linksfraktion im Bundestag: „Der brutale Wettbewerb um die Milliarden im Bereich der Kurier-, Express- und Paketdienste wird immer rücksichtsloser auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen“, sagt ihr gewerkschaftspolitischer Sprecher Pascal Meiser.

Er hat die Bundesregierung gefragt, wie sich die Verdienste in der Branche entwickelt haben. Wie das Arbeitsministerium in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage mitteilt, sind die mittleren nominalen Bruttomonatsverdienste von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit von Ende 2008 bis Ende 2016 um 15,5 Prozent auf 2.507 Euro gesunken.
http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/jobboom-mit-schattenseiten-paketboten-verdienen-im-schnitt-weniger-als-vor-zehn-jahren/21129684.html (http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/jobboom-mit-schattenseiten-paketboten-verdienen-im-schnitt-weniger-als-vor-zehn-jahren/21129684.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 19:30:00 Fr. 06.April 2018
Diejenigen, die die Hauptlast tragen, werden schnöde abgespeist. Mit Almosen.Rente gibts auch nicht.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 19:40:43 Fr. 12.Oktober 2018
Im DHL Umfeld gibt es einen regelrechten Wettbewerb bei der Ausbeutung der Beschäftigten.

Ein Subunternehmen in Kiel scheint in Führung zu liegen: Unbezahlte Arbeit ist schwer zu unterbieten!

http://betriebsgruppepostdienstenord.blogsport.eu/2017/01/03/unbezahlt-bei-dhl-arbeiten/ (http://betriebsgruppepostdienstenord.blogsport.eu/2017/01/03/unbezahlt-bei-dhl-arbeiten/)

Im Frühjahr 2018 wurde die Zusammenarbeit mit HFL beendet. Für besonders Fleißige hatte es wohl auch Briefumschläge mit Bargeld gegeben. Verdi bleibt dran, jaja...
https://psl-hamburg.verdi.de/bereiche/bg-brief-kiel/++co++57e16d86-c960-11e8-99ef-525400afa9cc
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 14:32:21 Di. 16.Oktober 2018
Zitat
ZDFzoom: Schuften bis zum Umfallen

Besonders der boomende Internet-Handel bringt der Post-Tochter DHL satten Umsatz. Doch die Paketflut schafft auch Probleme: Es wird immer schwieriger, Personal zu finden. In vielen der deutschen DHL-Delivery-Niederlassungen herrscht Mangel an Paketzustellern.

Der Job des Paketboten gilt als unattraktiv - mieses Arbeitsklima, schlechte Bezahlung und steigende Überlastung der Zusteller bei DHL haben sich herumgesprochen. Um die Lücken zu stopfen, greift DHL verstärkt auf Arbeitssuchende außerhalb der deutschen Grenzen zurück.

Reporter Arne Lorenz, der mit seinen Recherchen für "ZDFzoom" bereits mehrfach dubiose Beschäftigungsverhältnisse des Logistik-Riesen aufgedeckt hat, wird auch diesmal fündig. Er entdeckt ein gut organisiertes Netz von Subunternehmern und Zeitarbeitsfirmen, die den Nachschub an Paketboten sicherstellen. Aus Polen, Rumänien, sogar aus afrikanischen Ländern kommen die Menschen, die aufgrund ihrer häufig prekären Situation leicht anzuwerben sind. Arne Lorenz findet Bedrückendes: Paketfahrer, die unter unwürdigen Bedingungen ihr Dasein fristen, die teilweise ohne Arbeitsvertrag und Kündigungsschutz, ohne Kranken- und Sozialversicherung und unter Umgehung des Mindestlohns schuften. Möglich ist dies, weil sie von Subunternehmern angeworben werden, die ihrerseits um Aufträge bei der Post buhlen müssen, um wirtschaftlich überleben zu können. In der ganzen Paket-Branche tobt ein zerstörerischer Preiskampf: Kunden möchten ihre Pakete zeitnah bis vor die Haustür geliefert bekommen, viel bezahlen will niemand.

Mit ihren überzogenen Gewinnversprechen an die Aktionäre hat sich der Konzern Deutsche Post/DHL selbst unter Druck gesetzt und tut es weiterhin. Trotz Einbruch des Aktienkurses im laufenden Jahr verspricht man fünf Milliarden Gewinn für das Jahr 2020. Auf wessen Kosten diese Gewinne realisiert werden, darüber schweigt der Konzern.

17.10.2018, 22:45 - 23:15
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-schuften-bis-zum-umfallen-100.html (https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-schuften-bis-zum-umfallen-100.html)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 16:38:13 Fr. 26.Oktober 2018
Zitat
Online-Boom
Paketfahrer leiden unter Überstunden

Paketfahrer leiden besonders unter den Belastungen durch Überstunden.


Wie die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund mitteilte, leisten Paketboten und Lastwagenfahrer rund 7,2 Überstunden pro Woche. Beim Durchschnitt aller Arbeitnehmer sind es rund vier. Vor allem wegen der starken Zunahme des Online-Handels seien die Zusteller immer höheren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, hieß es weiter.

Neben Paketfahrern zählten auch Beschäftigte in Gesundheitsberufen sowie aus dem Sicherheits- und Überwachungsgewerbe zu den Risikogruppen. Für die Studie wurden über mehrere Wochen hinweg fast 10.000 Arbeitnehmer befragt.

Die Grünen-Politikerin Müller-Gemmeke erklärte, Arbeit müsse ohne Hetze und Stress machbar sein, hier seien die Arbeitgeber gefordert. Ungeplante Überstunden, die anfielen, weil die Zeit für die Arbeitsmenge nicht ausreiche, könnten krank machen. Ähnlich äußerte sich die Linken-Politikerin Tatti. Nötig sei eine Reduzierung der gesetzlichen Wochenhöchstarbeitszeit auf 40 Stunden.
https://www.deutschlandfunk.de/online-boom-paketfahrer-leiden-unter-ueberstunden.2932.de.html?drn:news_id=939349 (https://www.deutschlandfunk.de/online-boom-paketfahrer-leiden-unter-ueberstunden.2932.de.html?drn:news_id=939349)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 15:43:42 Do. 06.Dezember 2018
www.youtube.com/watch?v=pQsS0VqM4aA (http://www.youtube.com/watch?v=pQsS0VqM4aA#)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 21:18:02 Do. 13.Dezember 2018
Zitat
...die Statistik erfasst keine selbständigen oder gar scheinselbständigen Fahrer. "Hinzu kommt eine wachsende Zahl von ausländischen Subunternehmern bei den Paketdienstleistern mit noch schlechteren Löhnen", so Meiser. Auch die Gewerkschaft Verdi beobachtet hierzulande immer mehr Paketfahrer aus Osteuropa.

Tatsächlich lässt etwa DPD fast alle Pakete von Subunternehmern zustellen. Auch bei Hermes arbeiten nur fünf Prozent der Boten direkt bei dem Unternehmen.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paketboten-zusteller-niedriglohn-1.4248719 (https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paketboten-zusteller-niedriglohn-1.4248719)

Zitat
Der Preiskampf ist hässlich. Für das niedrigere Angebot der Billigkonkurrenten wie Hermes zahlen dessen Fahrer einen hohen Preis. Gerade erst warf die Düsseldorfer Obdachlosenhilfe Hermes vor, dass dessen Subunternehmer ausländische Boten für so wenig Geld beschäftigten, dass diese auf der Straße wohnen müssten.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/niederlage-jeden-tag (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/niederlage-jeden-tag)
Titel: Re:Die Paketsklaven
Beitrag von: BGS am 06:17:11 Do. 20.Dezember 2018
Mieseste Ausbeutung mit System + Tradition: Schon 2006 traf ich in Norddeutschland mehrfach gänzlich orts- und sprachunkundige "Hermes"-Fahrerinnen und Fahrer. Aus der Ukraine, Weissrussland, Moldawien. Ist bestimmt nicht besser geworden >:(

MfG

BGS
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 17:37:30 So. 27.Januar 2019
Wie kann es zu so etwas bizarrem kommen?
https://youtu.be/Mzd4PnGE1nY
Die Erklärungsversuche aller Beteiligten stelle ich mir lieber nicht vor.
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:55:56 So. 27.Januar 2019
Jetzt weiß ich endlich, was mit Postwurfsendung gemeint ist! (https://www.smilies.4-user.de/include/Frech/smilie_frech_146.gif) (https://www.smilies.4-user.de)
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: counselor am 05:08:05 So. 24.Februar 2019
Zitat
Paketdienste: Frank Bsirske kritisiert "mafiöse Strukturen" beim Paketversand

Arbeitstage bis zu 16 Stunden, 4,50 Euro als Stundenlohn: Der ver.di-Chef übt scharfe Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Paketdiensten.

Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2019-02/paketdienste-arbeitsbedingungen-verdi-bundeschef-frank-bsirske-paketversand
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Troll am 09:16:57 Sa. 02.März 2019
12 Years a Paketbote
https://youtu.be/-BIe-E4Y8Gc
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 09:40:50 So. 14.April 2019
Zitat
Miese Arbeitsbedingungen - Bundesrat will Ausbeutung in Paketbranche stoppen

Mieser Lohn, lange Tage: Die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche gelten als extrem hart. Die Länder wollen die Ausbeutung stoppen und fordern die Regierung zum Handeln auf.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bundesrat-fordert-stopp-von-ausbeutung-in-paketbranche-100.html

Jetzt versucht sich die Politik am Abfedern der Extremausbeutung.
Die Gewerkschaften spielen da keine Rolle mehr. Die haben immer brav mitgespielt bei bei Abwärtsspirale und weggesehen.
Wen interessieren schon diejenigen, die nicht Gewerkschaftsmitglied sind?
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Frauenpower am 07:59:39 So. 28.April 2019
Der Mittepopulist Altmaier (CDU), der sich auch schon für einen Rüstungsexport nach Saudi-Arabien ausgesprochen hat https://www.n-tv.de/politik/Altmaier-stuetzt-Ruestungsexport-an-Saudis-article20966275.html (wo es die letzten Tage 37 Hinrichtungen (!) durch Köpfen (!) und Kreuzigungen (!) gab https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/hinrichtungen-saudi-arabien-exekution-terrorismusvorwurf weshalb auch aus  diesem Grund Waffenexporte in solche Länder umstritten sind und eingestellt werden sollten) stellt sich nun auch gegen die Verbesserungspläne der Arbeitsbedingungen für Paketzusteller_innen! https://www.zeit.de/news/2019-04/27/altmaier-gegen-heil-plaene-fuer-paketzusteller-190427-99-986000
Zitat
Berlin (dpa) - Wirtschaftsminister Peter Altmaier lehnt die Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil für bessere Arbeitsbedingungen in der Paketbranche ab. «Es ist jetzt nicht die Zeit für neue Belastungen der Wirtschaft», sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze müsse Vorrang haben vor dem Aufbau neuer Bürokratie. Heil will die großen Paketdienste verpflichten, Sozialabgaben für ihre Subunternehmer nachzuzahlen, wenn diese beim Mindestlohn betrügen. Laut «Süddeutscher Zeitung» will der SPD-Politiker dazu noch im April ein Gesetz vorlegen.
ich meine: lasst mal Altmaier an die Pakete ran! Ein bischen Bewegung wird ihm nicht schaden. Auch nicht, die  Realität der Leute kennenzulernen. Hallo? Der Sozialabgaben-Mindestlohnbetrug (so denn), den es laut Heil bei  Subunternehmern geben kann und die dann nachgezahlt werden  sollen seiner neuen Pläne nach, interessieren ihn wohl auch nicht???
Bitte, wer wählt CDU-CSU??
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 12:39:18 Mi. 15.Mai 2019
Vielleicht gehört diese Meldung eher in die Rubrik "Gewerkschaften".

Zitat
DGB-Chef lobt Koalitionseinigung zu Paketboten

DGB-Chef Reiner Hoffmann sieht in der Einigung der großen Koalition zu besseren Arbeitsbedingungen für Paketboten einen wichtigen Durchbruch.

Es könne nicht sein, dass Unternehmen systematisch Sozialversicherungsbetrug zulasten der Beschäftigten betrieben, sagte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) dem Sender SWR.

Die Spitzen von Union und SPD hatten sich darauf geeinigt, Verbesserungen für Paketboten einzuführen. Große Paketdienste sollen verpflichtet werden, Sozialabgaben für ihre säumigen Subunternehmer nachzuzahlen. Dafür sollen kleine und mittelständische Unternehmen an anderer Stelle entlastet werden
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article193527103/DGB-Chef-lobt-Koalitionseinigung-zu-Paketboten.html

Im Kapitalismus herrscht ein Dauerkonflikt zwischen Kapital und Arbeit. Der Konflikt wird zwischen Arbeitern und Kapitalisten ausgetragen. Der DGB hat die Gewerkschaften (sich) aus der Auseinandersetzung vollständig herausgezogen und im Fall der Paketboten in die Hand des Staates gelegt.

Das bedeutet eine radikale Verschiebung der Machtverhältnisse. Der Staat soll sich um die Regulierung der Ausbeutung kümmern. Die Arbeiter sollen die Klappe halten.

Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 10:15:35 Di. 18.Juni 2019
Zitat
Paketlogistiker Trans-o-flex: Sozialdumping-Verdacht bei Subunternehmern

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Am 18.6.2019 um 0:30 Uhr gewährt RTL in seine Reportage „Die Alltagskämpfer – ÜberLeben in Deutschland“ Einblicke in die Realität der Transport- und Paketbranche. Ein Kamerateam hatte den „Alltagskämpfer“ Andreas Mossyrsch vom Berufsverband Camion Pro zwei Wochen lang bei seinem Kampf gegen Sozialdumping begleitet.

Dabei erfährt der Zuschauer, wie der Paketdienst Trans-o-flex seine deutschen Subunternehmer abkocht, und wie dadurch angestellte Fahrer ihren regulären Arbeitsplatz verlieren. Osteuropäische „Geschäftsleute“ übernehmen dann häufig die frei werden Touren und besetzen diese mit ausländischen Fahrern, die kaum der Sprache mächtig sind und vermutlich ihre Rechte nicht kennen. Der Film zeigt auch, unter welch katastrophalen Verhältnissen ein osteuropäisches Subunternehmen russische Paketfahrer mitten in Deutschland arbeiten lässt. Die von Camion Pro und RTL aufgedeckten Arbeitsbedingung erinnern dabei stark an Menschenhandel.

Trans-o-flex hat bereits nach den Dreharbeiten versucht, Camion Pro mit der Androhung einer Einstweiliger Verfügungen massiv unter Druck zu setzen und die Recherchen zu behindern. Dabei wollte das Unternehmen offenbar verhindern, dass Camion Pro im Umfeld der Subunternehmer des Logistikers recherchiert.

Andreas Mossyrsch, Vorstand von Camion Pro: „Mir war wichtig, dass ich bei der Reportage zeigen konnte, was Sozialdumping bei osteuropäischen Fahrern anrichtet. Genauso wichtig war mir aber auch, zu zeigen, wie anständig arbeitende Unternehmen durch Sozialdumping in die Insolvenz getrieben werden, und wie angestellten Fahrern ihre Existenzgrundlage entzogen wird. Der ungewöhnliche Sendetermin nachts um 0:30 Uhr lässt darauf schließen, dass diese Reportage deutlich von anderen RTL-Produktionen abweicht. Es könnte sich lohnen, am Montag etwas länger aufzubleiben, denn nach der Reaktion der Trans-o-flex-Rechtsanwälte auf die Dreharbeiten, könnte es durchaus sein, dass das Unternehmen mit allen rechtlichen Mitteln versuchen wird, die weitere Ausstrahlung der kritischen Reportage in der RTL Mediathek zu stoppen.“
Pressemitteilung von Camion Pro
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Kuddel am 14:37:30 Di. 18.Juni 2019
Jetzt in der Mediathek mit nervigen Werbeunterbrechungen:

https://www.tvnow.ch/shows/alltagskaempfer-ueberleben-in-deutschland-16142/2019-06/episode-18-das-leid-der-landstrasse-1638524?fbclid=IwAR2yu_DLd9eykGBI1EGSl1YjDTp5_uZsZkNQ5x4xpIqEWskZ0NNQ9SkMvn4



Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: Fritz Linow am 15:03:19 Mi. 18.September 2019
Zitat
18.9.19
Kabinettsbeschluss - Mehr Schutz vor Ausbeutung für Paketboten

Paketboten sollen per Gesetz besser vor Ausbeutung geschützt werden. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch das Paketboten-Schutz-Gesetz von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Versandunternehmen sollen auf diesem Weg dazu verpflichtet werden, Sozialbeiträge für säumige Subunternehmer nachzuzahlen. Das parlamentarische Verfahren soll bald anlaufen. (...)
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/bundesregierung-beschliesst-gesetz-gegen-ausbeutung-von-paketboten-100.html
Titel: Re: Die Paketsklaven
Beitrag von: dagobert am 14:46:04 Di. 01.Oktober 2019
"Geschützt" werden nur die Sozialkassen, um ihren Lohn betrogene AN stehen genauso beschissen da wie jetzt.
https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Gesetze/Referentenentwuerfe/ref-paketboten-schutz-gesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=1