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Wat Noch => Theoriebereich => Thema gestartet von: admin am 16:08:26 Mi. 30.Mai 2012

Titel: Politische Bücher
Beitrag von: admin am 16:08:26 Mi. 30.Mai 2012
Die letzten Jahrzehnte waren Zeiten der Entpolitisierung.
Die wachsenden sozialen Probleme und Spannungen von heute haben diese Entwicklung beendet. Man beginnt sich wieder Gedanken um Zusammenhänge zu machen und diskutiert zunehmend politisch.

Es macht Sinn Erfahrungen und politische Analysen anderer sich anzusehen, um sich selbst ein besseres Bild von den Verhältnissen machen zu können. Vielleicht taugt es gar als Handwerkszeug die Zustände nicht nur besser begreifen, sondern auch angreifen zu können.

In dieser Rubrik sollen also Bücher vorgestellt werden, die Relevanz haben für die Auseinandersetzung mit den herrschenden Verhältnissen.
Titel: Wir müssen leider draußen bleiben
Beitrag von: admin am 16:22:10 Mi. 30.Mai 2012
"... Kathrin Hartmann [hat] einen der ehrlichsten und bedeutendsten Beiträge zur Gesellschaftsdebatte geliefert, die wir in den vergangenen zehn Jahren lesen durften."

Ulrich Brömmling, Süddeutsche Zeitung (05.05.2012)


Zitat
"Die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer"

Gespräch mit Kathrin Hartmann über Hartz IV, Super-Gentrifizierung und die Politik der Tafeln


(http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/36823_1.jpg)
Kathrin Hartmann. Foto: Stefanie Füssenich

Die zunehmende Rücknahme der zivilisatorischen Elemente in der ausgereiften bürgerlichen Gesellschaft schildert Kathrin Hartmann in ihrem Buch Wir müssen leider draussen bleiben. Ein Gespräch mit der Autorin.

"Entsolidarisierung"

Ihr Buch handelt einerseits von der umfassenden Dehumanisierung der Gesellschaft: Die Menschen müssen sich immer mehr den Erfordernissen der Wirtschaft unterordnen, werden also zunehmend auf den homo oeconomicus reduziert und der Großteil der Leute auf ihre ökonomische Teilfunktion als Arbeitskraft und also Profit-Quelle für das Wirtschaftswachstum degradiert. Fällt man aus diesem Prozess heraus, kommen nach kurzer Zeit massive soziale Ausschließungsmechanismen zum Tragen. Andererseits beschäftigen Sie sich mit der Durchsetzung des bürgerlichen Menschen- und Weltbildes in sämtliche gesellschaftliche Bereiche: Elitenbildung, den Neoliberalismus in der Politik, Gentrifizierung etcetera. Wie hängen diese beiden thematischen Komplexe zusammen?

Kathrin Hartmann: Sie bedingen einander. Beides ist Ergebnis einer jahrelangen neoliberalen Politik, deren Opfer in irgendeiner Form wir alle sind. Sogar die Oberschicht, auch wenn sie dies nicht glauben mag.

Inwiefern?


Kathrin Hartmann: Der Neoliberalismus ist uns als Chance, als Gelegenheit für mehr Eigenverantwortung verkauft worden, stellt aber in Wahrheit eine Kampfansage dar: Die Menschen wurden zu Konkurrenten gemacht und in den Wettbewerb geschickt. In diesem Wettbewerb gibt es Gewinner und Verlierer. Und da gibt es glasklar ökonomische Verlierer, die neuen Armen und Langzeitarbeitslosen.

Die Oberschicht wiederum leidet an Status-Panik. Auch unter den Reichen gibt es nämlich einen Wettbewerb um die Zugehörigkeit zu ihrem exklusiven Club. Also selbst unter denen, die materiell ausgesorgt haben, ist es keineswegs so, dass sie glücklich sind. Dazwischen gibt es die Mittelschicht, die zunehmend vom Abstieg bedroht ist und aus diesem Grund immer ängstlicher wird. Doch anstatt sich mit den Krisenopfern zu solidarisieren, tritt die Mittelschicht nach unten und orientiert sich nach oben. Dies aus der völlig irrigen Annahme, dass sie eher zur Elite gehört, von denen sie sehr viel mehr Geld und Besitz trennt als von der Unterschicht.

Je kleiner die gesellschaftlichen Unterschiede, umso größer das Bedürfnis, sich nach unten abzugrenzen. Das ist natürlich fatal, denn damit unterstützt die Mittelschicht alle politische Entscheidungen, die ihr selbst schaden. Tatsächlich ist durch diesen Wettbewerb eine Entsolidarisierung entstanden, die durch die ganze Gesellschaft geht.

"Super-Gentrifizierung"

Wo zeigt sich diese Entwicklung besonders augenfällig?


Kathrin Hartmann: Ein Beispiel ist etwa die Gentrifizierung. Das Wort ist zwar schon ziemlich abgenutzt, weil das in den Medien fast nur noch als Lifestyle-Krieg der Latte-Macchiatto-Trinker und Bugaboo-Mütter belächelt wird. Tatsächlich steckt dahinter eine von Wirtschaft und Politik betriebene Aufwertungsstrategie einzelner Stadtviertel: Die Kommunen haben kein Geld mehr für soziale Stadtgestaltung und setzen deswegen einfach darauf, dass sich die ökonomischen Aufwertungsprozesse ausweiten.

Die nächste Stufe, die man zur Zeit in Berlin gut beobachten kann, ist nach der Gentrifizierung die Super-Gentrifizierung, in der die Mittelschicht von den richtig Reichen verdrängt wird, die dann in ihren Reichenenklaven mitten in der Innenstadt unter sich bleiben wollen. Die Armen werden aus den Vierteln vertrieben und es entsteht in der Stadt ein konsum- und investorenfreundliches Umfeld, an dem die Wirtschaftselite viel Geld verdient.

Inwiefern profitiert die Wirtschaft von der Armut?

Kathrin Hartmann: In einem Land wie Deutschland ist die Armut kein Schicksal, sondern entsteht, weil zuvor die Arbeitnehmerrechte zu Gunsten der Wirtschaftselite ausgehöhlt worden sind: Die sozialversicherte Arbeit ist zerstört worden und je weniger man für Arbeit bezahlen muss, umso mehr Profit wird gemacht. Das alles wird nebenbei von den Steuerzahlern finanziert - etwa für Subventionen, Steuererleichterungen und die Zahlung von Hartz IV-Regelsätzen für Berufstätige, die nicht von ihrem Lohn leben können. So bezahlen die Arbeitnehmer für den Abbau ihrer eigenen Rechte, damit die Shareholder dann alles, was die anderen geleistet und erarbeitet haben unter sich aufteilen können.

Welche Rolle spielt in diesem Prozess die Hartz IV-Gesetzgebung?

Kathrin Hartmann: Hartz IV ist nicht einfach nur eine Sozial- und Arbeitsmarkt-Reform, sondern auch ein breit angelegtes, explizites Diffamierungsprogramm. Es ist damals unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter der Mithilfe von McKinsey, Daimler, der Bertelsmann-Stiftung etcetera ohne jede demokratische Legitimation beschlossen worden. Es wurde im Interesse der Wirtschafts-Elite von Anfang an mit einer umfassenden Diskriminierungskampagne gegen Arbeitslose durchgesetzt. Man denke etwa an Gerhard Schröders "Kein-Recht-Auf-Faulheit"-Rede und an das Wolfgang Clement-Papier, in dem Sozialfälle mit Parasiten verglichen wurden.

Wenn man diese Diskriminierungen nicht explizit wiederholt hätte, wenn es nicht von Anfang an einen "Schuldigen" gegeben hätte - nämlich den faulen Arbeitslosen, den Sozialschmarotzer, der sich auf unsere Kosten angeblich ein schönes Leben macht -, wären diese Reformen vermutlich nicht durchsetzbar gewesen. Gerechtigkeit ist durch den Begriff der "Leistungsgerechtigkeit" ersetzt worden - heißt, dass nur der Ansprüch hat, der "leistet".

"Die Reichen leben sehr entrückt"

Während gesellschaftlich der Anteil der Arbeit als Quelle des Volksvermögens sinkt nimmt der Anteil aus Kapitalvermögen zu. Letzteres wird auch im Vergleich steuerlich begünstigt. Gleichwohl glauben die Reichen ausgerechnet vom Staat und den Armen über den Tisch gezogen zu werden. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Kathrin Hartmann: Tatsächlich sind es zunehmend die Wohlhabenden, die sich um ihren "gerechten" Anteil betrogen fühlen. Ich frage mich, ob die das tatsächlich glauben oder ob das nicht nur eine Strategie ist, damit auf keinen Fall ihr Reichtum in Frage gestellt wird. Wenn man sich ansieht, was uns die Rettung der Banken kostet, von der die Reichen genauso profitieren, weil damit auch ihre Einlagen abgesichert wurden und dazu zählt, wie viel Geld der Allgemeinheit durch großzügige Steuergeschenke an Reiche und Unternehmen und durch Steueroasen flöten geht, dann kommen schließlich einige hundert Milliarden Euro zusammen.

Im Vergleich dazu sind die Kosten für Hartz IV ein Witz. Deshalb ist der Sozialschmarotzervorwurf gegen die Armen lächerlich - die Reichen sind die wahren Sozialschmarotzer. Anstrengungsloser Wohlstand, wie ihn einmal Westerwelle den Armen unterstellte, gibt es nur für die Reichen. Nach der Finanzkrise haben die Reichen dieser Welt ihr Vermögen sogar noch um 20 Prozent steigern können.

Dass diese kein Interesse haben am Pranger zu stehen und ihre Privilegien aufzugeben ist doch klar. Andererseits leben die Reichen sehr entrückt von dieser Gesellschaft und bleiben unter sich, so dass es schon sein kann, dass sie ihrer eigenen Propaganda glauben. Da sie selber in den Kriterien der herrschenden Wirtschaftsideologie denken, sind sie wahrscheinlich auch davon überzeugt, dass sie "Leistungsträger" wären und dass sie nicht nur ihren Reichtum selbst erwirtschaftet haben, sondern dass es außerdem gut für das Land ist, wenn sie reich sind.
   

"Entwertung der Menschen"

Sie haben für Ihr Buch auch in der Unterschicht recherchiert. Stimmt das öffentliche Bild von den versoffenen und faulen Hartz IV-Beziehern?


Kathrin Hartmann: Mir ist dieses Klischee bei meinen Recherchen in Sozialkaufhäusern und bei den Tafeln nicht begegnet. Ich habe nur Leute kennen gelernt, die arbeiten gehen wollen und von dieser Arbeit leben können möchten. Und die alles dafür tun, einen regulären Job zu bekommen. Erfolglos meistens, denn von diesen Jobs gibt es ja kaum mehr welche.

Mag sein, dass es diese Phänomene in sogenannten sozialen Brennpunkten gibt, aber das was ich kennen gelernt habe, hat damit nichts zu tun. Außerdem verstehe ich nicht, warum man sich ausschließlich über diese Leute empört und nicht darüber, dass man sie so sehr ausgrenzt und in eine solche demütigende und verzweifelte Situation bringt. Alkoholismus ist eine Krankheit und kein Verbrechen.

Natürlich gibt es eine Menge Leute die unter Depressionen leiden und bestimmt einige, die alkoholkrank sind. Aber dass man ihnen das als Laster zum Vorwurf macht und dabei bereits biologistisch argumentiert, ihnen also unterstellt, es läge in ihrer verkommenen Natur, das wenige Geld, das sie vom Staat bekommen zu versaufen, ist eine Frechheit und stellt auch eine Entwertung dieser Menschen dar.

Sie plädieren dafür, die Armut der Menschen nicht nur anhand der ökonomischer Daten zu interpretieren, sondern in ein umfassenderes Armutskonzept einzubinden. Können Sie uns mehr darüber erzählen?


Kathrin Hartmann: Ich glaube, dass Armut weltweit ähnliche Ursachen und jeweils ein anderes Gesicht hat. Armut ist global zu denken und kann auch nicht nur in Zahlen und Daten gefasst werden. Indem man Menschen in ökonomische Eckdaten presst, anonymisiert man sie und macht sie passiv. Arm sind die Leute nicht nur, weil sie extrem wenig Geld haben, sondern auch weil sie in unserer Konsumgesellschaft nicht mehr mithalten können. Sie haben nichts mehr zu melden und melden sich tatsächlich nicht mehr, weil sie dann permanent mit Vorwürfen und Verachtung konfrontiert werden. Man redet über sie und nicht mit ihnen.

Sie sind nach Bangladesch gereist und haben dort existentielle Armut gesehen. Wo ist der Unterschied?


Kathrin Hartmann: Ich war für das Buch auch einen Monat in Bangladesch, eine der ärmsten Länder der Welt. Ich habe dort festgestellt, dass wir im reichen Westen auch von der Armut in armen Ländern eine völlig falsche Vorstellung haben. Das sind keine Leute, die darauf warten, dass der weiße Mann ihnen einen Brunnen baut. Ich habe dort eine Menge Leute kennen gelernt, die extrem aktiv, politisch engagiert sind und die ganz genau wissen, wie sie ihr Leben bestreiten wollen.

Das ist der Unterschied zur Armut in Deutschland: Die Leute dort werden für ihre Armut nicht verachtet und haben ganz andere Pläne, wie Armut bekämpft werden soll. Die Idee der Mikrokredite und auch Social Business, die hier so anerkannt sind, stoßen vor Ort bei den Armen auf wenig Begeisterung - im Gegenteil leiden sie unter der Ökonomisierung der Armutsbekämpfung. Armut ist aber nicht nur materiell: Ich fand teilweise das, was mir arme Leute in München erzählt haben, deprimierender als das, was mir von Leuten aus Bangladesch berichtet wurde.

Wie meinen Sie das?

Kathrin Hartmann: Die Hartz IV-Bezieher, die ich gesprochen habe, waren von morgens bis abends damit beschäftigt, den Befehlen des Amtes Folge zu leisten und hatten alle Angst: Ich habe jemanden getroffen, der auf dem Amt erzählt hat, dass er anschließend für seine kranke Mutter einkaufen geht. Worauf der Mann im Amt sofort konterte: "Was, sie gehen zu ihrer Mutter essen? Das müssen wir ihnen dann aber abziehen."

Man ist also auf Schritt und Tritt vom Amt verfolgt, das alles gegen die Bezieher auslegt. Die werden regelrecht kriminalisiert, ein perfides Menschenbild bestimmt Hartz IV. Also stellt Armut in Deutschland nicht nur den Mangel an Geld und an Handlungsmöglichkeiten dar, sondern auch einen Mangel an Anerkennung und an Respekt.

Arme werden stigmatisiert. Wenn man hier den Job verliert, das haben viele erzählt, dauert es vielleicht ein Jahr und dann hat man die Wohnung verloren, hat keine Freunde mehr und ist einfach draußen. Dieses Ausgegrenzt-Sein ist der Unterschied zwischen Armut in reichen und armen Ländern, obwohl die Ursachen strukturell die gleichen sind. Aber in Bangladesch habe ich beobachtet: Sobald die Ökonomisierung zum Beispiel in Gestalt von Mikrokrediten ins Spiel kommt, hört die Solidarisierung bald auf. Die Ökonomisierung spielt die Leute gegeneinander aus, es schickt sie in einen Wettbewerb. Wenn Respekt und Anerkennung an ökonomische Verwertbarkeit geknüpft wird, hat das für eine Gesellschaft fatale Folgen.

(http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/36823_2.jpg)

Der neoliberale Theoretiker Friedrich August von Hayek hat über den Kapitalismus, also einem Wirtschaftssystem, das auf Sachzwänge und Eigengesetzlichkeiten beruht, gesagt, von diesem Gerechtigkeit zu fordern, wäre in etwa so sinnvoll wie der Ruf nach einem gerechten Luftdruck. In der öffentlichen Debatte wird jedoch vor allem die Gier der Reichen, Mächtigen und Konzerne beklagt. Ist es möglich, dass hier Herr Hayek mehr recht hat als Sandra Maischberger?

Kathrin Hartmann: Na klar! Die Forderung, die Wirtschaft sollte selber Verantwortung zeigen und die Banker sollen nicht so gierig sein, ist Blödsinn. Natürlich bereichern sich Manager auf unsere Kosten, aber wenn die Politik diese Form des Wirtschaftens in ein gesetzliches Fundament gegossen hat, kann man den einzelnen Banker nicht zum Vorwurf machen, dass er seinen Job innerhalb des Systems macht. Das ist völlig lächerlich. Man muss sich doch viel eher fragen, warum ausgerechnet die Politiker wie Peer Steinbrück und Franz Müntefering, die die Liberalisierung des Finanzmarktes und der Wirtschaft vorangetrieben und durchgesetzt haben, von den Heuschrecken und der Privatgier reden.

"Ausschluss der Armen aus der Konsumgesellschaft"

Sie üben in Ihrem Buch scharfe Kritik an den Tafeln. Warum?

Kathrin Hartmann: Weil sie das System stabilisieren. Die Tafeln sammeln übriggebliebenes Essen von Supermärkten, das sonst weggeschmissen werden würde und verteilen es an die Bedürftigen. Das klingt zwar super, weil es so pragmatisch daherkommt: Man nimmt Nahrungsmittel, die ansonsten entsorgt würden und gibt es an Leute, die nichts haben.

Tatsächlich zeigt es aber sehr deutlich den Ausschluss der Armen aus unserer Konsumgesellschaft, denn für die Armen bleiben nur noch die sprichwörtlichen Brosamen übrig. Und es suggeriert, dass man gegen Armut in diesem Land nichts mehr zu machen braucht, weil die Armen über die Tafeln aufgefangen würden.

Zwar sind die Tafeln für die Leute hilfreich, der Skandal aber liegt darin, dass es überhaupt solche Tafeln in einem reichen Land wie Deutschland geben muss. Sollen Arme im Ernst dankbar dafür sein, dass sie mit Müll abgefüttert werden?

"Die gesellschaftlichen Verhältnisse wiederholen sich"

Ich habe auch gehört, dass sich bei den ehrenamtlichen Tafelmitarbeitern so etwas wie ein Uschi-Glas-Effekt einstellen würde...

Kathrin Hartmann: Ich habe bei den Tafeln zum ersten Mal die tiefe Kluft zwischen Reich und Arm an einem Ort gesehen. Einmal habe ich beobachtet, wie eine der Tafelvorderern ganz selbstverständlich mit einem schwarz glänzenden Oberklassewagen an der Schlange Bedürftiger vorbei auf den Parkplatz gefahren ist, um dann Lebensmittel zu verteilen. Dieses Bild hat mich wirklich schockiert. Die gesellschaftlichen Verhältnisse wiederholen sich an der Tafel: Es gibt die Reichen, die geben und es gibt die Armen, die nehmen. Das ist wie im 19. Jahrhundert.

Dafür wird das Charity-Business von der Politik sogar gelobt und unterstützt, was einer Bankrotterklärung gleichkommt. Die Tafeln arbeiten außerdem Hand in Hand mit Wirtschaftsunternehmen zusammen, die durch ihre Produktionsweise für Armut ursächlich verantwortlich sind. Man nehme zum Beispiel die Supermarktketten, die ausschließlich davon profitieren, dass in armen Ländern zu entsetzlichen Bedingungen Lebensmittel hergestellt werden: Statistisch gesehen werden in der Lebensmittelbranche die zweithäufigsten Menschenrechtsverletzungen begangen.

Wie hängt das zusammen?

Kathrin Hartmann: Diese Handelsketten und Lebensmittelkonzerne haben als Unterstützer der Tafel-Bewegung alle ein Interesse, dass dieses System so bleibt wie es ist, denn der Überschuss bekommt dort einen Sinn. Die Tafeln, die anfangs obendrein sogar von McKinsey beraten wurden, verdecken so aber die Ursachen der Armut.

Überdies wird an den Tafeln die Armut moralisiert und individualisiert: Denn auch dort werden die Armen in gute und unschuldige Arme und die schlechten, gierigen Armen aufgeteilt. Hoch in der Gunst der Ehrenamtlichen stehen meistens die Alleinerziehenden und die Rentner, also die, welche scheinbar am wenigsten für ihre Armut verantwortlich zu machen sind.

Das heißt, die Tafeln sind gar nicht so gerecht, wie man meint?


Kathrin Hartmann: Es hat nicht jeder Arme Zugang zu den Tafeln. Die Kapazitäten sind begrenzt. In Deutschland sind rund sieben Millionen Menschen von Armut betroffen. Aber nur eine Million hat Zugang zur Tafel. Das heißt, deutschlandweit decken die Tafeln weniger als zehn Prozent der Bedürftigen ab.

Außerdem gibt es nur so viele Lebensmittel wie eben gerade da sind - man kann sich nicht drauf verlassen, dass die Tüte voll wird. Für die Betroffenen ist das schrecklich, denn sie verlassen sich ja auf die Hilfe der Tafel, sie sind abhängig davon. Aber Ansprüche stellen kann dort keiner. Auf Almosen gibt es keinen Rechtsanspruch.

Also nicht jeder, der arm ist, kann einfach zur Tafel?


Kathrin Hartmann: Nein. Für die Tafeln braucht man einen Berechtigungsausweis, den muss man sich dann um den Hals hängen. Man muss zuerst seine Bedürftigkeit nachweisen, dann entscheiden die Tafeln, wen sie aufnehmen wollen. Außerdem muss man sich abmelden, wenn man einmal nicht kommen kann. Sonst kann man seine Zugangsberechtigung verlieren. Das Ganze ist von vorn bis hinten demütigend.

Einer meiner Protagonisten hat mir von einem besonders hässlichen Fall an einer Tafel in einer mittelgroßen Stadt in Bayern erzählt: Dort hat sein Bekannter einmal seine Lebensmittel von der Tafel an Tafel-Nutzer verteilt, die nicht so viel abbekommen haben wie er. Daraufhin hat er seine Zugangsberechtigung verloren, er ist rausgeworfen worden. Bei den Tafeln ist schließlich klar aufgeteilt, wer gibt und wer nimmt.
http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/1.html (http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/1.html)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Tante Maria am 21:52:34 Mi. 30.Mai 2012
Super Tipp! Werde mir das Buch kaufen .  ;)Mir fällt nur leider allgemein auf das immer mehr Journalisten sich die Themen , ob Hartz4 , Sozialabbau, Prekäre Jobs u.s.w zu ihren eigenen Nutzen machen. Klar die müssen ja auch Geld verdienen. :D Die Verdienen  ihr Geld mit den korrupten System (Politik,Wirtschaft, Banken)

So schließt sich der Kreis wieder in diesen System  

Vielleicht sollte ich auch einmal ein Buch schreiben?  ;D Fragt sich nur wann bald das System zusammen bricht.?
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: xyu am 03:40:56 Mo. 11.Juni 2012
ich gebe mal herein: "kommunismus. kleine geschichte wie alles anders wird" von bini adamczak, hier (am besten woanders wohl):  http://www.amazon.de/gp/product/3897714302?ie=UTF8&tag=systemausfall&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3897714302 (http://www.amazon.de/gp/product/3897714302?ie=UTF8&tag=systemausfall&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3897714302) zu kaufen, hier: http://riotpropa.blogsport.de/2006/08/27/48/ (http://riotpropa.blogsport.de/2006/08/27/48/) anzuhören. ursprünglich war geplant, dem buch den programmatischen titel "kommunismus für kinder" (im sinne möglichst einfach verständlicher inhaltsvermittlung) zu geben. ein neueres buch derselben autorin ist "gestern. morgen", "http://www.edition-assemblage.de/bini-adamczak-gestern-morgen/", worin es u.a. um die auslieferung kommunistischer genossInnen durch stalin an nazideutschland bis 1941 geht. 
und hier "Das Kapital" Band 1: http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm (http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm) ,und zwar weil es die grundstrtuktur der auch noch heutage wirkenden kategorien (im mittelpunkt die lohnarbeit) bemennt [die es revolutionär aufzuheben gilt] Fortsetzung findet sich unter: http://marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/index.htm (http://marxists.org/deutsch/archiv/marx-engels/index.htm)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Rudolf Rocker am 02:04:13 So. 29.Juli 2012
Perspektiven Autonomer Politik

ISBN: 978-3-89771-500-4
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Eivisskat am 16:08:54 Mo. 15.Oktober 2012
"... Kathrin Hartmann [hat] einen der ehrlichsten und bedeutendsten Beiträge zur Gesellschaftsdebatte geliefert, die wir in den vergangenen zehn Jahren lesen durften."

Ulrich Brömmling, Süddeutsche Zeitung (05.05.2012)




(http://www.heise.de/tp/artikel/36/36823/36823_2.jpg)



Interview mit der Autorin als Audio:

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/19/dlf_20120819_1330_ea173300.mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/19/dlf_20120819_1330_ea173300.mp3)

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/19/dlf_20120819_1410_9a41dd55.mp3 (http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/19/dlf_20120819_1410_9a41dd55.mp3)

Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Tiefrot am 19:25:10 Mo. 15.Oktober 2012
ScheiXX Rechteapostel !!!  kotz
Hab das Interview erstmal übern Schneidetisch jagen müssen, bis es mal halbwegs geniessbar war !  X(
Titel: Denkschrift zum neuen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
Beitrag von: admin am 19:35:28 Mo. 22.Oktober 2012
Ich möchte hier auf ein Sachbuch hinweisen, von dem ich einen der Autoren kenne. Die Problematik der Vermittlungsgutscheine ist eher ein Ostdeutsches.

In diesem Buch wird der herrschenden Praxis des "Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheines" eine fundierte Kritik gegenübergestellt. Die Bundesagentur maßt sich in dem Bereich Rechtsetzungkompetenzen an, fern jeglicher juristischer Grundlagen...

http://denkschrift-vermittlungsgutschein.de/ (http://denkschrift-vermittlungsgutschein.de/)
Titel: Re:Denkschrift zum neuen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
Beitrag von: dagobert am 22:08:07 Mo. 22.Oktober 2012
Die Problematik der Vermittlungsgutscheine ist eher ein Ostdeutsches.
Wieso ist das eine ostdeutsche Problematik?
Ich hatte gerade heute erst wieder ein VG bei einer Leihfirma. Gleich die allererste (!) Frage war: "Haben sie einen Vermittlungsgutschein?"
Und ich wohne nicht im Osten.
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: admin am 17:49:51 Do. 25.Oktober 2012
Die Gewichtung ist sehr unterschiedlich zwischen Ost und West. Es gibt sie auf beiden Seiten, doch im Osten werden sie in völlig anderen Dimensionen eingesetzt.
Titel: "Wilder Streik - das ist Revolution"
Beitrag von: admin am 17:56:00 Do. 25.Oktober 2012
(http://www.scharf-links.de/uploads/pics/wilder-streik-dieter-braeg-cover.jpg)

Der Streik der Arbeiterinnen bei Pierburg in Neuss 1973


Dieter Braeg [Hg.]
"WILDER STREIK - DAS IST REVOLUTION"
Der Streik der Arbeiterinnen von Pierburg in Neuss 1973


1973 haben in der damaligen Bundesrepublik fast 300 000 Arbeiterinnen und Arbeiter gestreikt. Ganz ohne Urabstimmung, meist gegen den Willen der Gewerkschaftsführungen.
Es gab dabei schmerzliche Niederlagen, wie den Streik bei Ford in Köln
.
Doch es gab auch ganz ungewöhnliche Erfolge. Dieses Buch erzählt die Geschichte eines Arbeitskampfes, der zu einem solchen Erfolg geführt hat. Es geht um den Streik bei Pierburg in Neuss.

Es war der erste Frauenstreik. In ihm standen sich migrantische Arbeiterinnen und deutsche Facharbeiter nicht getrennt gegenüber, sondern handelten gemeinsam. Die Forderungen der Frauen wurden voll durchgesetzt und auch ein Rachefeldzug des Unternehmers vor Gericht scheiterte. Das Buch umfasst Dokumente der damaligen Zeit, die das verständlich machen.


Sie zeigen u.a., wie es gelang, sich Rechte zu nehmen, die man eigentlich nicht hat, ohne danach durch die Walze der Repression platt gemacht zu werden. Zudem ist dem Buch eine außergewöhnliche Film-DVD beigelegt, die den
damaligen Akteurinnen und Akteuren ein Gesicht gibt und ganz nebenbei den postfaschistischen Geist der Nachkriegsbundesrepublik dokumentiert.

Dieter Braeg: „Es wird Zeit, die Geschichte der Arbeiterbewegung nach 1945 neu zu schreiben. Dieses Buch ist ein kleiner Beitrag, denn es gab und gibt sie – die andere deutsche Arbeiterinnen- und Arbeiterbewegung“.

Buchpreis: € 13,50 + € 1,35 €Porto und Verpackung = € 14,85 * ISBN 978-3-00-039904-6

Mehr Infos unter:
http://www.diebuchmacherei.de/verlagstitel/kaempfe/bisher_erschienen.htm (http://www.diebuchmacherei.de/verlagstitel/kaempfe/bisher_erschienen.htm)
Titel: Stiftungen und die Refeudalisierung der Gesellschaft
Beitrag von: Kuddel am 10:35:07 So. 30.Dezember 2012
Zitat
Buchbesprechung
Die Herrscher der Spendenindustrie


(http://www.fr-online.de/image/view/2012/11/28/21309830,17190767,dmFlashTeaserRes,Friedehorst611.jpg)
Im Imperium der Milliardäre: Liz Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung.

Über Stiftungen werden in Deutschland Milliarden verteilt – allerdings nicht nach demokratischen Maßstäben, kritisiert der Autor Jürgen Krysmansky. Er warnt vor einer globalen „Refeudalisierung“, in der eine kleine Herrschafts-Elite das Sagen hat.


In Deutschland vergeht kein Tag ohne die Forderung, „die Reichen“ sollten ihren angemessenen Beitrag zur Lösung der Eurokrise leisten. Kein Tag vergeht auch, ohne dass das marktliberale Lager antwortet: „Die Reichen“ hätten ihr Geld schließlich redlich verdient, sie schüfen Arbeitsplätze und trügen durch Steuern und Spenden zum Wohlbefinden aller bei.

Doch die schwarz-gelben Meinungsmacher werden der Verteilungsfrage nicht mehr lange begegnen können, indem sie das Gemälde vom wohltätigen Unternehmer malen. Zu groß sind die Lasten der Euro- und Bankenkrise. Und umgekehrt hilft es nicht weiter, wenn SPD, Grüne oder Linke „die Reichen“ einfach als Negativ-Mythos pflegen.

Die Reichtumsfrage ist komplizierter, als Schlagworte es auszudrücken vermögen. Da kann ein fundierter Einblick sehr helfen, und genau den gestattet uns Hans-Jürgen Krysmansky in seinem neuen Buch „0,1% – das Imperium der Milliardäre“. Hier geht es weder um den Mittelständler mit der redlich verdienten Million, noch geht es um Reichen-Bashing der billigen Art.

Krysmansky ist Marxist, aber vom Vulgärmarxismus unterscheidet er sich auf wohltuende Weise, denn er nimmt den historischen Materialismus zu ernst, um „die Reichen“ als Personen an den Pranger zu stellen. Ihm geht es um die Herrschaft einer „neuen Klasse“ und nicht um die vermeintliche „Schuld“ von Individuen.

Man muss dem Autor nicht in allem folgen – etwa wenn er die „Max-Planck-Gesellschaft“ ohne Umschweife zu den Netzwerken der neuen Machtelite zählt. Aber auf überzeugende Weise arbeitet er heraus, wie die „Superreichen“ meist über Stiftungen die wichtigsten Bereiche der Gesellschaft bestimmen. Der öffentlich geförderten Forschung jagen sie die besten Köpfe ab, und manchmal entziehen sie ganze Bereiche der Sozialpolitik politischer Kontrolle. Was selbst dann ein Problem darstellt, wenn der Zweck die Mittel zu heiligen scheint, wie zum Beispiel bei der Stiftung von Bill Gates und seiner Frau.

Jenseits der Öffentlichkeit

Dieses „Imperium der Milliardäre“ ist zwar in den USA viel weiter verbreitet als in Europa. Während dort (wie gerade kurz vor Weihnachten geschehen) Mark Zuckerberg eine knappe halbe Milliarde Dollar für „Bildung und Gesundheit“ spendet und alle Welt darüber redet, finden in Deutschland die Spenden und Stiftungen aus den Milliardenvermögen meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Krysmansky hat die spärlichen Informationen, die es dennoch gibt, anschaulich präsentiert. Da tauchen praktisch unbekannte Namen auf wie Andreas und Thomas Strüngmann (Gründer der Pharma-Firma Hexal) oder die Familie Reimann (Miteigner der Finanzholding Johann A. Benckiser). Und es erscheinen alte Bekannte wie Friede Springer, Susanne Klatten (BMW), Liz Mohn (Bertelsmann) und Günther Fielmann, der mit den Brillen.

Die meisten, so berichtet Krysmansky, bekennen sich zwar zu ihrer „Verantwortung für die Gemeinschaft“ (Fielmann). Aber wie genau sie diese Verantwortung wahrnehmen, bleibt oft im Dunkeln. Es sei denn, die Millionen dienen – wie bei der Bertelsmann-Stiftung – ganz offen dem Zweck, „eine ganz bestimmte, bestehende Herrschaftsverhältnisse bestätigende und ausgestaltende Agenda durchzusetzen“. Im Buch wird Dieter Lehmkuhl, Gründer der Initiative „Millionäre für eine Vermögensteuer“, mit dem richtigen Hinweis zitiert, „dass der Staat eine Spendenindustrie bezuschusst, deren Geld nicht nach demokratischen Maßstäben verteilt wird“.

Zu klug für Pauschal-Urteil

Krysmansky ist zu klug, um zu pauschalisieren. Ausdrücklich lobt er zum Beispiel Warren Buffett, der im heimischen Buffalo die kriselnden Zeitungen übernahm und damit wohl rettete. Umso glaubwürdiger wird aber seine Warnung vor einer globalen „Refeudalisierung“, in der eine kleine Herrschafts-Elite ohne demokratische Kontrolle das Sagen hat.

Was tun? Einen Leitfaden für Wahlkämpfer enthält Krysmanskys Buch natürlich nicht. Es gehe, schreibt er, zunächst um die Befreiung des Wissens „aus den herrschaftsgelenkten kapitalistischen Computernetzwerken“. Wie das gehen soll, bleibt relativ unklar. Aber ein Buch, das die ideologischen Schleier vor der Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts zu lüften versucht, kann ja schon mal ein Anfang sein.

Hans-Jürgen Krysmansky: 0,1% – das Imperium der Milliardäre. Westend-Verlag, Frankfurt a. M. 2012. 280 Seiten, 19,99 Euro.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/buchbesprechung-die-herrscher-der-spendenindustrie,1472780,21310926.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/buchbesprechung-die-herrscher-der-spendenindustrie,1472780,21310926.html)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: JoseyWales am 10:21:16 Mo. 10.Juni 2013
http://syndikalismus.wordpress.com/2013/06/02/neuerscheinung-im-herzen-der-bestie-syndikalismus-in-deutschland-1914-1918/ (http://syndikalismus.wordpress.com/2013/06/02/neuerscheinung-im-herzen-der-bestie-syndikalismus-in-deutschland-1914-1918/)

Neuerscheinung: Im Herzen der Bestie – Syndikalismus in Deutschland 1914-1918

(http://syndikalismus.files.wordpress.com/2013/06/doering-syndikalismus-erster_weltkrieg.jpg)

Ein kontroverses Zitat aus dem Buch:

"Der Kampf der Arbeiterklasse muß sich richten gegen den Kapitalismus und gegen den Staat. Er ist nur zu führen mit syndikalistischen Kampfmitteln, das Ziel des Kampfes darf nur die sozialistische Gesellschaftsordnung sein, in der es keine aufgezwungene Arbeitslosigkeit und deshalb auch keine Arbeitslosenunterstützung geben wird.“

Arbeiter gegen Arbeitslosengeld - klingt komisch aber wenn man sich das Ganze näher ansieht, versteht man warum - Arbeiter nicht gegen das Arbeitslosengeld in seiner "Funktion", dass man trotz künstlicher Arbeistlosigkeit was zu Essen hat, sondern gegen eine Gesellschaft, die das Arbeitslosengeld nötig macht... also gegen die URSACHE des Arbeitslosengeldes, die darin zu suchen ist, dass die Lebenssituation der Arbeiter künstlich verschlechtert wird, durch die Ausrichtung der gesamten Gesellschaft auf das irrationale Geldverdienen, statt rationaler Arbeit.

Ein anderes Zitat:

"Die organisierte Arbeiterschaft in Deutschland, die sich seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts in lokal begrenzten Gewerkschaftsgruppen zu organisieren begann, war von Anfang an lassalleanisch und marxistisch geprägt. Sie war somit im Gegensatz zu vielen romanischen Ländern sozialdemokratisch ausgerichtet. Das beinhaltete traditionell eine Unterordnung der Gewerkschaften unter eine politische Führung. Begünstigt wurde diese Entwicklung dadurch, dass die Parteien festes konstituierendes Element im kaiserlichen Staate, Gewerkschaften dagegen allenfalls geduldet waren. Hier war der Keim enthalten, Konflikte zwischen Arbeitern und Kapitalisten generell auf politischer Ebene auszutragen, damit in das staatliche Rechtssystem zu kanalisieren und dauerhaft zugunsten der Kapitalisten zu befrieden. "

Diese Wenigen Zeilen zeigen auf, "wie es soweit kommen konnte" mit uns:

Es gibt Dinge die ziehen sich quer durch die Gechichte... dazu zählt, dass sich Leute gewissen Obrigkeiten unterwerfen.
Lasalle und Marx waren so auch so Obrigkeiten und anders als die selbstorganisierten Arbeiter, waren sie der Meinung ein Kampf für die Rechte der Arbeiter müsse politisch ausgetragen werden - anstatt im Betrieb, durch uns selbst.
Also sind die Arbeiter verdummt worden und in die SPD eingetreten.
Schwupp die Wupp war unsere tolle Kampforganisation SPD riesengroß - aber was hat sich dadurch verändert?
Dadurch, dass wir der SPD die Macht gegeben haben, haben wir unsere eigene Macht, die wir in den Betrieben und auf der Straße haben, auf das fremde Spielbrett der Politik getragen.
Die Politik ist aber das Spielfeld der Reichen, derer die sich diesen riesen Machtapparat leisten können - deshalb konnte die SPD gar nicht anders als zu Verrätern zu werden und die Arbeiter von damals in den Krieg schicken, wie es die Reichen wollten - sie musste auf diesem fremden Terrain, diesem fremden Spielfeld einfach "mitspielen".
Und das war später mit ihrer radikalen Schwester genauso und ist heute noch so: Grüne, PDS, Piraten - alles ein Sumpf und keine Veränderung für die Kleinen bei denen da Oben.


Wer das Buch lesen sollte: Jeder, der Bock hat, zu erfahren, WOHER die Scheiße kommt, die uns jeden Tag aufregt und was die Leute damals dem entgegengesetzt haben.
Jeder sollte das lesen, der Ideen sucht, wie man es besser machen kann. Die Fehler und Lehren von Damals sind Heute wichtig, damit wir sie nicht NOCHMAL machen!

Titel: "Sie kommen heute aber spät!" 1280 Tage Paketzusteller- Wahnsinn³
Beitrag von: Schossig am 17:43:37 So. 30.Juni 2013
Klappentext zu "Sie kommen heute aber spät!"

Was ist heutzutage schon normal? Der Job als Paketzusteller ist es jedenfalls nicht. Das habe ich am eigenen Leib erfahren. 1280 Tage lang stand ich bei einem der großen deutschen Zustelldienste in Lohn und Brot. 1280 Tage, von denen ich so manche gerne nicht erlebt hätte, auf andere aber nicht hätte verzichten wollen.

Über meine Zeit bei einem der großen Paketzustelldienste möchte ich in meinem Buch “Sie kommen heute aber spät” berichten. Ein Tagebuch, das meinen Alltag während meiner Paketdienstzeit beleuchtet. Passiert ist eine ganze Menge. Noch heute muss ich über manche Ereignisse lachen, über andere kann ich nur den Kopf schütteln. Ihnen wird es auch so gehen, schätze ich mal. Und: Nach der Lektüre sehen Sie Ihren Paketboten möglicherweise in einem ganz anderen Licht.

Auch wenn die Zeit nicht nur anstrengend war, sondern mich oft an den Rand des Wahnsinns gebracht hat, habe ich es überlebt. Ohne bleibende Schäden. So hoffe ich doch …

(http://www.holger-schossig.de/wordpress/wp-content/uploads/2013/03/Cover-Master-klein.jpg)

Wer Lust hat, meinen Alltag als Paketzusteller mitzuverfolgen, ist herzlich eingeladen. Das Buch gibt es als Ebook (u.a. bei Amazon), das Taschenbuch ausschließlich über meine Seite www.holger-schossig.de (http://www.holger-schossig.de).

Viel Süaß damit!
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Kuddel am 11:44:59 Sa. 20.Juli 2013
Zitat
Arbeitskämpfe im Zeichen der Selbstermächtigung
  - Kollektive Gegenwehr in Frankreich, Deutschland der Schweiz, Österreich und Serbien -


(http://www.jungewelt-shop.de/images/product_images/info_images/6452_0.jpg)


Weltweit und auch in Europa treten Unternehmen zunehmend aggressiver auf. Die Gewerkschaften weichen vor ihnen zurück. In den vergangenen Jahren entstanden daher europaweit „wilde” Arbeitskämpfe. Von den unterschiedlichen Formen dieses Widerstandes, von Streiks und Betriebsbesetzungen, von Managerfestsetzungen und spontanen Kundgebungen berichten die AutorInnen in diesem Buch.

Die großen Gewerkschaftsverbände stehen den Veränderungen auf den Arbeitsmärkten immer hilfloser gegenüber. Sinkende Löhne, steigende Arbeitszeiten, die Aushöhlung arbeitsrechtlicher Standards und die Zunahme befristeter, prekärer Arbeitsverhältnisse haben tiefe Spuren der Verunsicherung und der Entsolidarisierung in der Gesellschaft hinterlassen. Diese Entwicklung hat zu einer tiefen Legitimationskrise der Gewerkschaften geführt.

Doch eine wachsende Anzahl von Belegschaften ist nicht mehr bereit, die sozial verheerenden Auswirkungen der Konzernpolitiken hinzunehmen. Sie beginnen, sich selbst zu ermächtigen und einen Ausweg aus ihrer oft existenziell bedrohlichen Situation zu suchen. „Wilde“ Arbeitskämpfe finden in den unterschiedlichsten Branchen statt: in der Metallindustrie genauso wie im Textil- und Bekleidungssektor oder in der Automobilindustrie. Demokratische Entscheidungsstrukturen in Basisorganisationen sind in diesen Kämpfen von wesentlicher Bedeutung. Dementsprechend vielfältig sind auch die Formen, die die Auseinandersetzungen annehmen.

Die meisten dieser Kämpfe bleiben isoliert und enden nur bedingt erfolgreich. Ihre gesellschaftlich emanzipatorische Bedeutung liegt eher in der Form ihrer Organisierung als in ihren Inhalten.

Im vorliegenden Band werden Arbeitskämpfe in unterschiedlichen Ländern vorgestellt sowie ihre Geschichte seit 1945 beschrieben. Während in Frankreich Basisgewerkschaften entstanden sind und Massenbewegungen wie jene gegen die Pensionsreform 2010 ohne selbstorganisierte Netzwerke nicht mehr denkbar wären, gibt es in Deutschland zwar gesellschaftlich bedeutende, von Belegschaften getragene Auseinandersetzungen, doch bleiben diese meist isoliert voneinander. In Serbien entstanden in den vergangenen Jahren große und radikale Streikbewegungen, deren Verbindung untereinander allerdings kaum existiert. Die Schweiz, vermeintlich das Land des Arbeitsfriedens, erlebt ebenfalls seit Jahren selbstorganisierte Arbeitskämpfe, wobei sich vor allem infolge eines äußerst erfolgreichen Arbeitskampfes bei der Schweizer Bahn 2007 die Qualität der Arbeitsauseinandersetzungen verändert hat. Im sozialpartnerschaftlich reglementierten Österreich hingegen sind Spuren der Selbstermächtigung erst unter der Oberfläche eher traditionell geführter Arbeitskämpfe zu finden.

Promedia

224 Seiten

Promedia Verlag

17,90 EUR
http://www.jungewelt-shop.de/product_info.php?info=p6452 (http://www.jungewelt-shop.de/product_info.php?info=p6452)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Codeman am 14:57:27 Sa. 20.Juli 2013
Also mal ein paar Bücher aus meinen Fundes, die hier wohl defintiv Platz haben.

Ganz zu erst und wohl auch wohl bekannt:

Günther Wallraff - Ganz unten sowie Günther Wallraff - Der Mann der bei Bild Hans Esser war

Des weiteren:

Bernt Engelmann - Einig gegen Recht und Freiheit
Bernt Engelmann - Wir Untertanen
Bernt Engelmann - Das Reich zerfiel, die Reichen blieben

In Kooperation mit Günther Wallraff: Ihr da oben – wir da unten

@Kuddel dürften diese Bücher sicherlich bekannt sein.
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Kuddel am 12:46:14 Do. 22.August 2013
Hab's noch nicht gelesen, doch es sieht nach einer spannenden Neuerscheinung aus...

Zitat
Der Ernst der Lage

Rechtsextremismus ist keine Marginalie – wie Netzwerke und eine Kultur des Ressentiments ihn stärken, belegt ein Sammelband über Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt


(http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-ernst-der-lage/@@images/8f410f4f-8454-4590-a07f-c825c2f643d4.jpeg)

Vor dem Hintergrund des aktuellen Überwachungsskandals wirkt es geradezu aberwitzig, dass die Rechtsterroristen der NSU sieben Jahre lang unbescholten vor sich hinmorden konnten...
http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-ernst-der-lage (http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-ernst-der-lage)

Blut und Ehre: "Geschichte und Gegenwart rechter Gewalt in Deutschland" Andrea Röpke, Andreas Speit (Hg.) Ch. Links Verlag 2013, 288 S., 19,90 €

Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Kuddel am 13:34:04 Di. 15.Oktober 2013
Ein wichtiges Thema. Die ersten Zeilen der Ankündigung klingen vielversprechend:

Zitat
Serie Karrierebuch
Unser Tyrann heißt Arbeit

Arbeit beherrscht uns, manchmal bis zum Burn-Out. Ulrich Renz analysiert in seinem Buch, wie es dazu kommen konnte.
http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-10/buchtipp-ulrich-renz-tyrannei-arbeit (http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-10/buchtipp-ulrich-renz-tyrannei-arbeit)

(http://ecx.images-amazon.com/images/I/51CvS4pNd1L._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_.jpg)

Wenn man aber weiterliest, hat es sich schnell wieder erledigt. Ein Lebensratgeber für die Bahnhofsbuchhandlung. Alles wird auf individuelle Entscheidungen reduziert. Der Unternehmer sollte den Arbeitsplatz doch menschlicher gestalten. Und der Lohnabhängige sollte sich lieber mehr Freizeit gönnen.

Auf welchem Planeten lebt der Autor eigentlich, um den ökonomischen Druck, der diese Situation erst entstehen läßt, schlichtweg auszublenden?
Zitat
Renz appelliert an seine Leser: "Es ist an Ihnen, Ihr Leben zu gestalten." Wie man Beruf und Privatleben besser in Einklang bringen könnte, beschreibt er ebenfalls. Er hat Beispiele von Unternehmen recherchiert, die schon eine gesündere und menschenfreundlichere Arbeitswelt schaffen.
kotz

Wenn sich meine Rechnungen von selbst bezahlen würden, würde ich mein Leben auch "entschleunigen" und das nicht zu knapp. Da dem nicht so ist, werde ich meine Zeit auch nicht mit der Lektüre dieses Buches verschwenden.
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: dejavu am 01:28:16 Mi. 16.Oktober 2013
Zitat
http://www.zeit.de/karriere...
Was willst du  da schon erwarten?
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: dejavu am 01:50:17 Mi. 16.Oktober 2013
Hier nimm das:
(http://www.cacophony.org/wp-content/uploads/2013/05/Cacophony-Book-Cover.jpg)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: dejavu am 23:52:18 Mi. 16.Oktober 2013
Aber mal im ernst, hier gibts viele schöne Vorschläge was man lesen könnte.
Ich weiß, was ich jetzt vorschlage grenzt ein bischen an Illusion, aber wie wärs wenn wir ein Buch gemeinsan lesen und dann ein wenig darüber diskutieren?
Es muss ja nicht gleich das Kapital sein...
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:44:11 Do. 17.Oktober 2013
Hmm, das Telefonbuch von Hübighausen?
Nee, im ernst, ich finde die Idee ziemlich gut.

Wir müssten uns dann nur auf ein Buch einigen! ;D
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Kuddel am 14:03:55 Di. 19.November 2013
"Solche Pflege ist Folter"

Wer im Alter gut gepflegt sein will, muss jetzt für andere Zustände eintreten:

Claus Fussek, Gottlob Schober: Es ist genug! Auch alte Menschen haben Rechte. Knaur Taschenbuch Verlag 2013. 207 Seiten, 7 Euro.

http://www.droemer-knaur.de/buch/Es+ist+genug (http://www.droemer-knaur.de/buch/Es+ist+genug)!.7893756.html
Titel: Politische Bücher
Beitrag von: BGS am 21:35:03 Di. 17.Dezember 2013
“Das Hartz-Desaster”
Auf dem Weg in den Unrechtsstaat
von Norbert Wiersbin (= ehemaliger Fallmanager):
Zitat
"Seit Juni 2013 ist mein Buch “Das Hartz-Desaster, Auf dem Weg in den Unrechtsstaat” im Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.[1] Ich freue mich über zahlreiche Reaktionen, die mich per Mail, über Facebook, aber auch in persönlichen Gesprächen erreicht haben. Frei zugänglich fand ich nun auch im Internet Leserrezensionen und Kommentare zu dem Buch, die ich an dieser Stelle gerne veröffentliche. Es sind weitere wichtige Diskussionbeiträge zu einer verfehlten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, die mit der Agenda 2010 über uns hereingebrochen ist, ich freue mich auf weitere Anmerkungen und Beiträge.
Die kritische Auseinandersetzung mit der Problematik darf kein Ende finden, bevor die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft nicht von ihrem verhängnisvollen Weg abkehren. ..."


[1] Wiersbin, Norbert, Das Hartz-Desaster, Auf dem Weg in den Unrechtsstaat, RaBaKa-Publishing, 2013, 1. Aufl. 01.06.2013, RaBaKa-Publishing, ISBN: 978-3-940185-24-2

Quelle: http://norbertwiersbin.de/leserrezensionen-das-hartz-desaster-auf-dem-weg-in-den-unrechtsstaat/#more-2032 (http://norbertwiersbin.de/leserrezensionen-das-hartz-desaster-auf-dem-weg-in-den-unrechtsstaat/#more-2032)

Bemerkenswert sind auch die Leserkommentare auf der Internetseite.

MfG

BGS




Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: BGS am 22:14:39 Mi. 29.Oktober 2014
Zitat
“Die Feritgmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung”
Autoren: Werner Rügemer, Elmar Wigand

Vor dem Hintergrund der Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse, die mit der Agenda 2010 stark an Fahrt gewann, etablierte sich, kaum beachtet von einer breiten Öffentlichkeit, eine Vielzahl von Akteuren, die nur ein Ziel haben: Betriebe gewerkschaftsfrei zu halten, die Gründung von Betriebsräten zu verhindern, bereits bestehende Gremien auszuschalten und die Rechte von Beschäftigten generell zu beschränken.

Wie Rechtsanwaltskanzleien, PR-Agenturen oder gelbe Gewerkschaften das machen, erläutert der Kölner Journalist Elmar Wigand anhand von Beispielen. Zusammen mit Werner Rügemer ist er u.a. Verfasser des Buches „Die Fertigmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung“, das Anfang Oktober im Papyrossa-Verlag erscheint.


Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/121624 (https://linksunten.indymedia.org/de/node/121624)


Übrigens: Wer es kann, sollte das Buch, das am ersten Oktober erschienen ist, im ortlichen Buchladen kaufen und nicht etwa bei Lohndrückerversandunternehmen wie a... .

Gut ist,  daß in dem Buch endlich auch Mal nach den Profiteuren des unnötig wachsenden Elends aller Ausgebeuteten gefragt wird. Auch wenn diese, meiner persönlichen Meinung nach, die Bezeichnung "Mensch" weniger denn je verdienen. Das Buch handelt von der Verletzung von Menschenrechten und gültigen Gesetzen durch skrupellos agierende Unternehmer und ihre Ratgeber.

MfG

BGS
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: dagobert am 15:43:21 Do. 30.Oktober 2014
“Die Feritgmacher. Arbeitsunrecht und professionelle Gewerkschaftsbekämpfung”
Autoren: Werner Rügemer, Elmar Wigand

Dazu hab ich noch einen ergänzenden Hinweis:
Zitat
Union-Busting in Deutschland, AH77

In den USA ist das systematische und professionell geplante Vorgehen gegen gewerkschaftliche Interessenvertretungen ein etabliertes Geschäftsfeld. Auch in Deutschland gibt es Anzeichen, dass sich Fälle aggressiven Verhaltens gegen Betriebsräte mehren. In Fallstudien wird untersucht, wie die Arbeit von Betriebsräten behindert wird und Betriebsratswahlen zu verhindern versucht werden.

Die Studie versucht, einen ersten empirischen Einblick in die Dienstleistungen und Arbeitsweisen von Union-Busting-Akteuren in Deutschland zu geben. Die Klärung der Frage, welchen Umfang dieses Phänomen hat und in welchem Maße von einer Zunahme aggressiven Arbeitgeberverhaltens gegenüber Betriebsräten und Gewerkschaften gesprochen werden kann, wird der weiteren Forschung vorbehalten bleiben müssen. Das Autorenteam konzentriert sich in erster Linie auf betriebliche Fallstudien. Es wird in plastischer, eindrücklicher Weise und mit den Stilmitteln journalistischer Recherchearbeit dargelegt, mit welchen Strategien Gewerkschaften und Betriebsräte bzw. Betriebsratskandidaten heute konfrontiert sind. Maßgebliche Akteure werden benannt, Vorläufer solcher Entwicklungen aufgezeigt und diese in wirtschaftliche und politische Entwicklungen eingeordnet.
https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/union-busting-in-deutschland-ah77.html (https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/union-busting-in-deutschland-ah77.html)
https://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/union-busting-in-deutschland.html (https://www.otto-brenner-stiftung.de/otto-brenner-stiftung/aktuelles/union-busting-in-deutschland.html)
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=80.msg294251#msg294251 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=80.msg294251#msg294251)

(Die Autoren sind übrigens dieselben wie bei dem von BGS empfohlenen Buch.)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: BGS am 00:05:00 Sa. 22.November 2014
Zitat
“Sozialstaatsdämmerung”

von Jürgen Borchert (= Sozialrichter in Hessen):
Zitat
Klappentext

Jürgen Borchert ist ein unabhängiger Geist, der sich von keinem politischen Lager vereinnahmen lässt. So geißelt er die Idee vom Grundeinkommen als Aufkündigung des gesellschaftlichen Konsenses, dass jeder Verantwortung zu übernehmen hat. Mit zahlreichen Fakten tritt er der Meinung entgegen, es würde in unserem Land genug für die Familien getan. Seine Lösungen entsprechen den Forderungen des Bundesverfassungsgerichts, die bisher nicht im Ansatz umgesetzt sind: massive Umschichtung der Steuern von der ungerechten Mehrwertsteuer auf die Einkommensbesteuerung, Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, Investition in Bildung, Bildung, Bildung.

Rezensionsnotiz aus "Die Zeit" vom 02.10.2013
"Der hessische Sozialrichter Jürgen Borchert gehört zu den wenigen verlässlichen Dornen im Fleisch schönredender Politiker und komplexitätsscheuer Medien, stellt Rezensent Mathias Greffrath nach der Lektüre von Borcherts neuem Buch "Sozialstaatsdämmerung" einmal mehr fest. Borchert analysiert - nicht ohne rechtschaffenen Zorn, fügt der Rezensent hinzu - die Unzulänglichkeiten des Systems, allen voran eine Steuerlastverteilung und ein zutiefst ungerechtes Beitragssystem der Sozialversicherungen, die mittelbar Kinderarmut fördern, erklärt der Rezensent. Der Autor fordert vorerst eine steuerfinanzierte Universalkasse, aber auch die schafft nur gerechtere Zustände, falls annähernd Vollbeschäftigung herrscht, die Steuerprogression verstärkt wird und Steuerkriminalität schärfer geahndet wird, fasst Greffrath zusammen, den viele von Borcherts zahlreichen Rechnungen besorgt und verstört gestimmt haben."

Rezensionsnotiz aus "Die Tageszeitung" vom 21.08.2013
"Jürgen Borchert ist Richter am Hessischen Landessozialgericht, und wenn er die soziale Lage in Deutschland beschreibt, möchte Rezensent Hannes Koch da gar nicht widersprechen. Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer größer, die Last der Steuern und Sozialabgaben werde zunehmend von den unteren Einkommensschichten getragen, während sich die wohlhabenden 10 bis 15 Prozent von der Steuerlast ebenso befreit haben wie von höheren Beiträgen zur Sozialversicherung. Warum gibt es oben eine Kappungsgrenze, aber nicht unten, fragt Borchert - nach Ansicht des Rezensenten eine berechtigte Frage. Wenn es um Abhilfe geht, ist Koch aber nicht ganz so überzeugt von Borchert, der schon bei der Präsentation des Buches mit Klaus Wiesehügel erkennen ließ, dass er da ganz auf die SPD setzt."


Quelle: http://www.perlentaucher.de/buch/juergen-borchert/sozialstaatsdaemmerung.html (http://www.perlentaucher.de/buch/juergen-borchert/sozialstaatsdaemmerung.html)

Ich persönlich würde nie auf die "SPD" setzten, aber was solls... .

MfG

BGS


Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Rudolf Rocker am 20:33:23 Sa. 22.November 2014
Zitat
Ich persönlich würde nie auf die "SPD" setzten, aber was solls... .

Eher würde ich mit Edward John Smith (http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_John_Smith) als Kapitän eine Kreuzfahrt machen!
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: BGS am 22:47:18 Sa. 22.November 2014
 :)
Der Käptn Edward John Smith (http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_John_Smith) hatte sein sinkendes Schiff bestimmt verlassen und sich rechtzeitig abgesetzt, um nicht in Haftung genommen zu werden o. ä. . Seine Leiche wurde schließlich nie aufgefunden ;D.

Es folgt hier ein neues politisches Buch, welches nicht mehr ganz so neu ist, dafür immer noch aktuell:
Zitat

Performer, Styler, Egoisten

"PERFORMER, STYLER, EGOISTEN"

"Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben", Berlin 2013

Der Neoliberalismus ist ein Gas (Deleuze). Einem Gas kann man kaum Grenzen setzen. Aus der Ökonomie kommend strömt es ungehindert in alle Diskurse und Lebenswelten ein. Ökonomische Imperative greifen auf alle Sphären der Gesellschaft über – auf Schule, Familie, Gesundheitswesen, Kultur, Bildung usw. Die Gesellschaft ist zum Anhängsel des Marktes geworden.

Wir treffen heute auf ein Phänomen, das in den Sozialwissenschaften als Werteverschiebung vom Postmaterialismus zum Neomaterialismus bezeichnet wird. Der Neomaterialismus steht für eine Grundhaltung, die postmaterielle Werte der ‘68er Generation wie Solidarität, Toleranz, idealistische Selbstverwirklichung und die Kritik an gesellschaftlicher Ungerechtigkeit und Unterdrückung durch ein neomaterialistisches Wertesetting ersetzt, in dem die beherrschenden Werte Sicherheit, Konsum, sozialer Aufstieg, Nutzenorientierung und Affirmation der gesellschaftlichen Verhältnisse sind. Berechtigt ist nur, was sich vor dem Richterstuhl der ökonomischen Imperative bewähren kann. Was sich nicht verwerten lässt, wird exkludiert, auch wenn es sich dabei um Menschen handelt.

In verschulten und autoritär reglementierten Universitäten, in denen Bildung durch die unkritische Akkumulation von Fachwissen und dessen Abprüfung im geistlosen Multiple-Choice-Verfahren verdrängt wird, werden die Jugendlichen systematisch für die Verwendung im Markt hergerichtet. Kritische Reflexionen sind nicht mehr gefragt. Bildung als Erziehung zur Freiheit, als Persönlichkeitsbildung, als Förderung von kreativen und ästhetischen Fähigkeiten, Bildung der „Gesinnung und des Charakters“ (Humboldt) – alles längst verabschiedet und auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen. Am Ende verlässt schön verpacktes Humankapital die bildungsökonomisch hocheffizienten Ausbildungsfabriken.

Doch die gut ausgebildeten Ungebildeten sind ängstliche Kreaturen. Mit begrenztem Horizont und engem Herz geht diese neue Elite durch die Welt, die Angst im Nacken, von anderen, ebenso „coolen“ Charakteren wie sie selbst aus dem Feld geschlagen zu werden.

Herausgeber: jugendkulturen-verlag
13,5 x 21,5 cm, Hardcover, 196 Seiten, 18,- Euro, ISBN 978-3-943774-43-6

Quelle: http://www.jugendkulturen-verlag.de/bereits-erschienen/poppopkultur/performer-styler-egoisten/ (http://www.jugendkulturen-verlag.de/bereits-erschienen/poppopkultur/performer-styler-egoisten/)

Auf der Seite kann das Buch beim Verlag online oder als E-BooK bestellt werden.

Übrigens versuche ich stets, Firmen wie "Amazon" zu vermeiden beim Kauf von Büchern ;).

MfG

BGS

MfG
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:13:42 So. 23.November 2014
Zitat
Seine Leiche wurde schließlich nie aufgefunden
Es geht das Gerücht, das er auf einer Insel landete und unter dem Namen Umberto Schettino heiratete und Vater eines Sohnes wurde der Francesco Schettino (http://de.wikipedia.org/wiki/Francesco_Schettino) heißt! :o
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: eichkatz am 22:20:59 Mi. 15.April 2015
Gabriele Winker: Care Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft. Transcript Verlag 2015

Aus einer feministisch-marxistischen Position beschreibt Gabriele Winker, wie die Summe aus Lohnarbeit, unbezahlter Sorgearbeit und Selbstsorge im neoliberalen Kapitalismus immer mehr Menschen in die Erschöpfung treibt, wie Menschen an den verschiedensten Stellen anfangen, sich zu wehren, und wie aus dieser Gegenwehr eine gesellschaftliche Alternative zum Kapitalismus entstehen kann, auf Bedürfnisorientierung, Sorge füreinander und kollektiver Organisation der gesellschaftlichen Arbeit bestehend.
Gabriele Winker ist Professorin für Arbeitssoziologie und Aktivistin im Netzwerk Care Revolution

Einen Einblick ins Thema des Buchs gibt folgendes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=LbVISxAT5fM (https://www.youtube.com/watch?v=LbVISxAT5fM)

Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: BGS am 00:20:50 Sa. 30.Januar 2016
Zerbrechende Welt
von Susanne Schaller

Zitat
...
Was Susanne Schaller ihren Lesern vorgelegt hat, ist durch und durch schaurig. Adorno fürchtete sich bekanntlich ja nicht vor der Rückkehr des Faschismus. Er fürchtete die Rückkehr desselbigen hinter der Maske des Demokraten.  ...

<Die Handlung kreist um das zukünftige Los / Schicksal einer deutschen Familei Schuster>

...Man gibt sich nämlich in ihrem Zukunftsmodell nicht viel Mühe, einen Anschein von Menschlichkeit oder Partizipation aufrechtzuerhalten. Gelächelt wird trotzdem. ...

Der Rest, Zwangsverwaltete..., darbt von der Hand im Mund in ehemaligen Sozialbauten, ...

... Umverteilung, dass wissen selbst die Zwillinge der Schusters, sei ein terroristisches Unterfangen....

...Ein für die Schusters zugewiesener Familienberater gibt indes den Takt vor, sagt den Schusters wohin die Reise geht und plant sogar deren Urlaub und Sexualleben.  ...

Quelle: http://ad-sinistram.blogspot.fi/2016/01/glatter-bruch.html (http://ad-sinistram.blogspot.fi/2016/01/glatter-bruch.html)

Wünsche primär allen Ausgebeuteten ein angenehmes Wochenende. Den Ausbeutern und Betschwestern ein nicht so angenehmes ;D

MfG

BGS
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: xyu am 22:54:13 Mo. 25.April 2016
ein Roman, den ich zu lesen empfehlen kann:

(https://kritikundkunst.files.wordpress.com/2015/07/wahnsinn-und-verstand-341f2b80.jpg?w=530)

 
Zitat
Soeben ist im Renneritz-Verlag mein Roman "Wahnsinn und Verstand. Ein Schelmenroman aus der autonomen Szene" erschienen, in dem allerlei Szenetypisches in eine Krimihandlung gegossen wurde. Ich hoffe, damit viel Lesespaß und in die Rahmenhandlung verpackt auch Erkenntnisinteresse zu bieten. Also Leute, kauft, kauft, kauft;-)
https://che2001.blogger.de/stories/2512494/
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: xyu am 16:45:21 Do. 27.Juli 2017
nochmal Buchempfehlungen, die -obgleich es sich um Romane handelt- in den Betreff "Politische Bücher" passen:
(http://killroymedia.de/fileadmin/_processed_/9/9/csm_thefree_KR_G_48d4caf2a1.jpg)

Aus der Perspektive verschiedener Frauen, Männer und Kinder wird das Leben in der Gesellschaft des Kapitals geschildert, der Hass, den es hervorbringt, Revolution und sehr realistisch der Krieg der dieser folgt.
Schauplatz ist Irland.
Die Leserin und der Leser dürfen gespannt sein, welche Rolle die Fliessbandproduktion eines Rasierapparateherstellers in Deutschland im Roman einnehmen wird.
Das Buch erschien erstmals 1986 in einer Undergroundpress und wurde 2004 in die deutsche Sprache übrersetzt und im Verlag Killroy Media veröffentlicht.

(https://www.anarchia-versand.net/images/product_images/info_images/1314_0.jpg)

Teil des Romanzyklus "Die Revolutionäre".
Das postrevolutionäre Petrograd 1919 unter dem Druck von Versorgungsengpässen und dem Kriegsangriff der kapitalistischen Staaten und der mit ihr verbundenen Kräfte in der Sowjetunion: "Was wird aus uns, wenn wir die Macht haben?"

Der Roman wurde Anfang der 1930er Jahre so verfasst, als Serge als Mitglied der Linken Opposition täglich mit seiner Verhaftung rechnen musste. Dies wirkte sich stilistisch aus: Die einzelnen Kapitel wurden aus der Sowjetunion herausgeschmuggelt und sollten für sich verständlich sein, da nicht klar gewesen ist, ob der Roman beendet werden könnte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Serge (https://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Serge)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: Fritz Linow am 21:36:01 So. 17.September 2017
Habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber mal ein Blick auf Gewerkschaftsbewegungen außerhalb der DGB-Denkweise ist immer gut:

Zitat
Helge Döhring - Anarcho-Syndikalismus

Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung. 228 Seiten. Sept. 2017.

Die Theorie und die Geschichte der anarcho-syndikalistischen Arbeiterbewegung speisen sich im Kern aus etwa 150 Jahren Menschheitsgeschichte und sind eng geknüpft an das Zeitalter der Industrialisierung. Die Bewegung fand ihre Ausformung in vielen Ländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu sehr unterschiedlichen Rahmenbedingungen.Dennoch lassen sich ihre reichhaltigen Erfahrungswerte zusammentragen und in zugespitzter Form darstellen. Hier werden die Kontinuitäten, Brüche und Kompromisse dieser Arbeiterbewegung beleuchtet, die ihre Bedeutung auch für künftige Generationen freiheitlich-sozialistischer Gewerkschafter haben werden. Eine Anatomie und ein historisch-repräsentatives Bewegungsbild des Anarcho-Syndikalismus in groben Zügen offenzulegen und nachvollziehbar zu machen, ist Aufgabe dieser Einführung.
https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3959&prod=4552 (https://www.syndikat-a.de/index.php?article_id=2&cat=3959&prod=4552)
Titel: Re:Politische Bücher
Beitrag von: admin am 19:38:24 Di. 17.April 2018
Kathrin Hartmann ist eine tolle Autorin.
Sie hat einen scharfen Blick und kann gut schreiben. Sie schreibt für Titanic und ich schätze ihren Humor auch in ihren politischen Büchern.

(https://www.randomhouse.de/content/edition/cover/140/117_00413_93140.jpg)
Zitat
...die Industrie hat die Kaufkraft und Meinungsmacht der Lifestyle-Ökos längst erkannt, die Werbung auf sie abgestellt und die Produktpaletten grün bestrichen. Dem Glauben, durch Konsum die Welt schmerzfrei verändern zu können, rückt Kathrin Hartmann mit hart recherchierten Fakten und bestechenden Analysen zu Leibe.
(aus der Ankündigung des Verlags)

"Hin und wieder hat ein Spielverderber auf die Probleme hingewiesen, aber selten so bissig ..."
KulturSPIEGEL


Für Recherchen hat sie sich an chefduzen gewandt. Ich habe mich mit ihr getroffen.
Ihr nächstes Buch hat sie mir geschenkt. Ich hab ihr versprochen, eine Kritik zu schreiben. Hab es bis heute nicht hingekriegt.
Wieder ein tolles Buch. Ich habe es verschlungen. Es geht um die Propagandalügen, die behaupten, es gehe darum Erwerbslosen und Armen wieder eine Chance zu geben, während die Gesellschaft sich immer weiter spaltet und die Abgehängten keinerlei Chance haben...

(https://www.randomhouse.de/content/edition/cover/140/117_457_123964.jpg)
Zitat
Kathrin Hartmann erkundet in Reportagen und in bestechend genauen Analysen unsere sich zunehmend spaltende Konsumgesellschaft: hier die Elite, die sich in gentrifizierten Stadtvierteln, neuerdings auch in Gated Communities und speziellen Clubs abschottet, dort die pauschal als „Unterschicht“ für nutzlos erklärten Menschen, die sich oft nur noch über die sogenannten Tafeln ernähren können.
(aus der Ankündigung des Verlags)

"In den USA gäbe es für so etwas einen Pulitzer-Preis."
Pieke Biermann, Deutschlandradio Kultur


Sie recherchiert und schreibt weiter. Insbesondere gegen den Selbstbetrug durch bewußten Konsum und eine "grüne Wirtschaft". Diese neueren Bücher habe ich noch nicht gelesen.

(https://www.randomhouse.de/content/edition/cover/140/117_532_162282.jpg)
Zitat
...der Rohstoffhunger des grünen Kapitalismus ist riesig: Selbst für nachhaltiges Palmöl, das in Biodiesel und Fertigprodukten steckt, werden Regenwälder gerodet und Menschen vertrieben, wie Kathrin Hartmann in aufrüttelnden Reportagen aus Indonesien zeigt. Ebenfalls schockierend sind ihre Recherchen in Bangladesch: Garnelen aus Zuchtbecken werden mit Öko-Siegeln exportiert, dabei wurden dafür gegen den Willen der Bevölkerung Reisfelder und Mangrovenwälder zerstört. Um den eigenen Hunger zu bekämpfen, zwingt man den Bauern dort Gentechnik-Saatgut auf.
(aus der Ankündigung des Verlags)

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=z-X9RHJ2xzw#)


Die grüne Lüge
Weltrettung als profitables Geschäftsmodell


(https://www.randomhouse.de/content/edition/cover/140/117_609_185815.jpg)
Zitat
Aus der Zusammenarbeit mit Werner Boote, mit dem zusammen sie das Drehbuch für seinen Film "The Green Lie" (ab März 2018 in den Kinos) verfasste, in dem sie auch selbst mitwirkt, entstand dieses aufrüttelnde Buch.

Greenwashing, also das Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, ist erfolgreicher denn je. Aber jenseits der grünen Scheinwelt schreitet die Zerstörung rapide fort.

Der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe hat sich zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Die Artenvielfalt nimmt ab, Wälder schwinden, Böden degradieren, Emissionen steigen und der Hunger wächst.

Alle wissen das. Trotzdem hält Greenwashing jedweder Aufklärung stand. Je gebildeter die Zielgruppe, je schädlicher das Produkt ist und je absurder das daran geknüpfte Öko-Versprechen, je offensichtlicher also die grüne Lüge ist, desto eher wird sie geglaubt.
(aus der Ankündigung des Verlags)


Aktuelles Interview:

Zitat
Interview zu Konsumverhalten
"Es gibt heute mehr Sklaven als zur Zeit des Sklavenhandels"

Kann der richtige Konsum Umweltzerstörung, Ausbeutung und Zwangsarbeit verhindern? Unfug, sagt Kathrin Hartmann, Autorin von "Die Grüne Lüge".


Kathrin Hartmann: Die grüne Lüge hat mehrere Ebenen. Auf der einen erzählen uns Konzerne, sie würden keine Umweltzerstörung mehr betreiben. Im Gegenteil, sie seien jetzt praktisch die Retter der Welt - obwohl sie einfach so weitermachen wie bisher. Heute suggerieren Produkte gerne, dass man Umweltaktivist ist, wenn man sie kauft.

Die wichtige Frage ist doch nicht: Was sollen wir einkaufen? Die wichtige Frage lautet: Warum dürfen Unternehmen überhaupt so produzieren?

Es geht ja nicht um ein paar schwarze Schafe. Es geht um eine Wirtschaftsordnung, in der diese Art des Wirtschaftens legal ist. Spätestens seit Naomi Kleins Buch "No Logo" stehen unzählige Markenkonzerne in der Kritik. Hat es je einen großen Konsumboykott gegeben, der zu einer fundamentalen Veränderung geführt hätte? Nein. Warum reden wir denn immer im Konjunktiv: "Wenn alle nur anders einkaufen würden"? Warum haben wir nicht eine andere Utopie?
...
weiter: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview-zu-konsumverhalten-es-gibt-heute-mehr-sklaven-als-zur-zeit-des-sklavenhandels-1.3923268 (http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview-zu-konsumverhalten-es-gibt-heute-mehr-sklaven-als-zur-zeit-des-sklavenhandels-1.3923268)
Titel: Götz Eisenberg - Zwischen Amok und Alzheimer (2015)
Beitrag von: tleary am 00:47:49 Mi. 18.April 2018
Götz Eisenberg - Zwischen Amok und Alzheimer (2015)

(https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51BlwJZU09L._AC_US218_.jpg)

Zitat
Ein schonungsloser Blick auf den Zustand unserer Gesellschaft: Die Regeln wechselseitiger Unversehrtheit werden immer weniger beachtet und Unsicherheit und Angst durchdringen das Lebensgefühl der Menschen. Der vorherrschende Konformismus steckt voller Bösartigkeit und Wut. Zwischen Amok und Alzheimer verortet Eisenberg unseren Alltag als eine Folge des global entfesselten Kapitalismus. Ein spannendes, zum kritischen Hinterfragen aufrufendes Buch.
Preis Taschenbuchausgabe: 24,90 €


Götz Eisenberg - Zwischen Arbeitswut und Überfremdungsangst: Zur Sozialpsychologie des entfesselten Kapitalismus Band 2 (2016)

(https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/51PjCGuo12L._AC_US218_.jpg)

Zitat
Die in diesem Band versammelten Texte schlagen einen Bogen vom Attentat von Sarajevo, dessen Geschichte erstaunliche Parallelen zu gegenwärtigen Formen des Terrorismus aufweist, über das Pegida- und AfD-Unwesen, den Flugzeug-Amok in den französischen Alpen, den Umgang der Europäischen Union mit Griechenland, bis hin zu dem, was man als »islamistischen Terror« und »Flüchtlingskrise« bezeichnet.
Preis Taschenbuchausgabe: 24,90 €


Götz Eisenberg - Gewalt, die aus der Kälte kommt. Amok, Pogrom, Populismus (2002)

(https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/41ncU0IUJIL._AC_US218_.jpg)

Zitat
Das Massaker von Erfurt markiert den vorläufigen Schlusspunkt einer Blutspur, die Amokläufe in jüngster Zeit durch Europa gezogen haben. Doch was bedeutet Amok, woher stammt dieses rätselhafte Phänomen und wie breitet es sich aus? Mit diesen Fragen setzt sich Götz Eisenberg in einem Essay auseinander, der das Kernstück dieses Buches bildet. Unter dem Eindruck der Erfurter Ereignisse greift Eisenberg Fragestellungen aus seinem Buch Amok - Kinder der Kälte (Rowohlt-Verlag 2000) neu auf
Preis Taschenbuchausgabe: 19,90 €

P.S.:
Ich muß zugeben, daß ich die Bücher selbst noch nicht gelesen habe. (Die Bücher sind nicht ganz billig, und der vorgesehene Hartz-IV-Etat für Bildung gibt sowas einfach nicht her.) - Was ich aber gelesen habe, waren die Rezensionen bei Amazon, und die waren durchweg postiiv, Außerdem klingen die Buchtitel und Kurzbeschreibungen allein schon sehr vielversprechend. Irgendwann kann ich sie mir hoffenltich auch leisten.
Titel: Disneyland Nahaufnahme
Beitrag von: tleary am 23:49:18 Mi. 18.April 2018
Disneyland Nahaufnahme - Beobachtungen und Begegnungen in den USA (1987)

(https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=17017466778&searchurl=hl%3Don%26tn%3Ddisneyland%2Bnahaufnahme%2Bbeobachtungen%2Bund%26sortby%3D20%26an%3Driesner)
Verlag: Urania-Verlag, Leipzig (DDR)
Autor: Wilhelm Riesner


Das Buch fiel mir eher zufällig in die Hände, als ich Restmüll beim örtlichen Wertstoffhof abgab. Dort gab es eine Bücherecke, wo jedermann nicht mehr benötigte Bücher abgeben konnte. Jedermann der vorbeikommt, konnte sich daraus bedienen. Eine Gute Idee, wie ich finde. - Vielen Dank an den anonymen Spender an dieser Stelle!

Inhalt:
Wilhelm Riesner, Technik-Professor und DDR-Bürger, reiste erstmals Anfang der 80er Jahre sowie ein zweites Mal 1986 für einige Monate quer durch die USA. Er besuchte Universitäten, schlief in Motels und wohnte privat bei US-Bürgern. Dabei führte er mit seinen Gastgebern Gespräche über die damaligen politischen Verhältnisse und gibt die Sichtweisen gewöhnlicher US-Bürger wieder. Er wirft einen kritischen Blick auf den "American Way of Life", den Konsumwahn und die propagierte Verschwendung, die den Menschen tagtäglich über die Werbung eingetrichtert wird. Die nationale Dekadenz der Bürger einer Weltmacht, die ihnen  ebenfalls über die Massenmedien gepredigt wird. Er berichtet über die riesigen sozialen Unterschiede, die eine breite Schicht von Armen und Ausgegrenzten in diesem reichsten Land der Erde produziert und beschreibt die daraus resultierende Kriminalität, die ein ständiges Unsicherheitsgefühl und Mißtrauen im Alltag erzeugt.
Fazit: Ein interessanter Blick aus marxistischer Sicht auf den damaligen US-Kapitalismus. Die Analysen des Autors diesbezüglich sind immer noch aktuell, da sich dieses System von der Funktionsweise und den geltenden Regeln her nicht verändert hat.

P.S:
Puh, das war jetzt echt schwer so eine "Buchkritik" zu schreiben (gab keine "vorgefertigte" im I-Net).- Hoffe, es fällt nicht allzu sehr auf, daß da ein blutiger Laie geschrieben hat. ;)
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 15:03:38 Do. 11.April 2019
Jürgen Grässlin - "Schwarzbuch Waffenhandel"

Jürgen Grässlin - "Netzwerk des Todes - Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden"

Bettina Kenter-Götte - "Heart´s Fear  - Geschichten von Armut und Ausgrenzung"

Stephan Grünewald (Psychologe) - "Die Flüchtlingskrise ist der Blitzableiter für alle Probleme"
 https://www.capital.de/wirtschaft-politik/die-fluechtlingskrise-ist-der-blitzableiter-aller-probleme

Prof. Dr. Lessenich - "Neben uns die Sintflut - Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis"
https://www.youtube.com/watch?v=hSLzSmg7Jeg

Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 15:35:09 Di. 25.Juni 2019
Mesale Tolu: "Mein Sohn bleibt bei mir"
https://www.swr.de/swr2/literatur/buchkritik-mesale-tolu-mein-sohn-bleibt-bei-mir/-/id=6891032/did=23900924/nid=6891032/mf4x2a/index.html

Mit ihr gab es auch letztens ein Interview auf phoenix:
https://www.youtube.com/watch?v=2J5ermIWPOU
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 14:12:58 Mo. 16.September 2019
"Engagiert euch!" von Widerstandskämpfer Stéphane Hessel
https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/engagiert-euch-9783550088858.html

"Wege der Hoffnung" von Hessel

Margot Käßmann "Vergesst die Gastfreundschaft nicht"


heute früh sah ich in der Sendung planet-wissen die Sendung "Brecht beim Berliner Ensemble"
https://programm.ard.de/TV/arte/brecht-und-das-berliner-ensemble/eid_287241324399344

ich nehme mir vor, unbedingt Brecht zu lesen!
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: counselor am 13:47:01 So. 22.September 2019
Kurt Werner: Hitler und einer vom Jahrgang '22

(Wie sahen die Deutsche tatsächlich damals ihren "geliebten Führer"? Und wie waren sie überhaupt zu ihm gekommen? Es wird eine deutsche Mittelstandsfamilie gezeigt, in die ich hineingeboren wurde, und ihre Reaktion auf Hitler und das Dritte Reich.)

https://www.zvab.com/buch-suchen/titel/hitler-jahrgang-22/autor/kurt-werner/
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Kuddel am 16:35:09 So. 22.September 2019
Passend zum Thema:

(https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51380YCDBSL._SX314_BO1,204,203,200_.jpg)

"Den Hitler jag' ich in die Luft": Der Attentäter Georg Elser: Eine Biographie


Fast ein bißchen zu sehr locker flockig geschrieben. Aber hervorragend recherchiert. Räumt mit diversen Mythen auf, die auch ich noch im Kopf hatte. Daß der Elser so ein verschrobener Einzelgänger war, unpolitisch, recht schlicht und er wollte nur den Krieg beenden. Die Biographie belegt aber, daß er Attentäter ein lebenslustiger Typ mit künstlerischen Talenten und mit Kommunisten befreundet war. Für ihn war schon immer klar: Durch Hitler geht es dem Arbeiter schlecht.

Kann man wirklich so wegschmökern.

ISBN: 978-3-89401-606-7

Gibts auch als Taschenbuch und ist gebraucht sehr günstig.
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: counselor am 20:57:16 So. 20.Oktober 2019
L. L. Matthias: Die Kehrseite der USA

(L. L. Matthias schon legendäre Studie über das andere Amerika, bereits 1964 veröffentlicht, erschien in einer Zeit, als die europäische Begeisterung für Amerika noch ungebrochen war. Seine grundlegenden Analysen des amerikanischen Demokratieverständnisses, des Lebens- und Weltbildes der Amerikaner haben auch heute nichts von ihrer zutreffenden Genauigkeit verloren).

https://www.zvab.com/9783499179181/Kehrseite-Matthias-3499179180/plp
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: RoterProlet am 17:09:04 Di. 12.November 2019
Sehr zu Empfehlen ist dieses Buch Ihr seid Träumer sagte der Traum

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2014/02/jansenroman.jpg)

Zitat

Ein Roman über das Aufrechtgehen in schweren Zeiten. Ein Bericht über die selbstbewusste Belegschaft eines kleinen Betriebes

“Kann die Belegschaft eines kleinen Betriebes einem Konzern beträchtliche Investitionen abtrotzen, ihm gar den Geldhahn zudrehen? Kann sie unterbinden, dass Produktion aus dem Betrieb abgezogen wird? Kann sie erzwingen, dass die bereits beschlossene Schließung der Fertigung wieder rückgängig gemacht wird? Kann sie immer wieder Massenentlassungen verhindern? Und das alles, ohne tarifliche Rechte zu opfern? Sie kann!” So der Umschlagtext des im Herbst 2013 im Eigenverlag in Stuttgart erschienenen Romans von Manfred Jansen

Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 16:53:01 Do. 12.Dezember 2019
Zitat
Klappentext
Die Versammlungsfreiheit ist für die Demokratie von zentraler Bedeutung. Das Bundesverfassungsgericht bezeichnet sie zu Recht als "eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt". Eine Versammlung ist vor allem auch eine Herausforderung für alle Beteiligten, es stellen sich zahlreiche rechtliche und praktische Fragen.
Zitat
Jasper Prigge   
Versammlungsfreiheit: Ein Praxisleitfaden

außerdem: zwar kein Buch, aber die neue Disput Dezember 2019 ist raus - LEST lest bis auch die Augen qualmen  ;D
https://www.die-linke.de/disput/epaper/
Zitat
5 Jahre Hartz IV: Katja Kipping kommentiert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, zieht eine kritische Bilanz und fordert eine Zukunft frei von Hartz IV und Armut. | Klimapolitik: Im Interview spricht Lorenz Gösta Beutin über den notwendigen Druck der Bewegung, die Rolle der Grünen und Herausforderungen für DIE LINKE. | 30 Jahre 1989: Der außerordentliche Parteitag der SED markiert eine Zäsur. Welche Erkenntnis wird heute mit diesem Ereignis verbunden und was kann DIE LINKE davon lernen?
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Fritz Linow am 23:20:31 Fr. 13.Dezember 2019
Frauenpower:
Zitat
Die Versammlungsfreiheit ist für die Demokratie von zentraler Bedeutung. Das Bundesverfassungsgericht bezeichnet sie zu Recht als "eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt". Eine Versammlung ist vor allem auch eine Herausforderung für alle Beteiligten, es stellen sich zahlreiche rechtliche und praktische Fragen.

Versammlungsfreiheit ist ein Stück Papier, das einen Scheißdreck wert ist, wenn es ans Eingemachte geht. Sie ist nur vornehm, solange sie der herrschenden Klassenjustiz nicht im Weg steht. Wir sollten auf diese Art von Demokratie eher scheißen als sie zu fördern.

Berni Kelb (frühe 70er):
"Revolutionäre Abeit soll nicht auf der Idiotenwiese stattfinden. Die Idiotenwiese ist der Freiraum, den das herrschende System für politische Tätigkeit nach Feierabend zur Verfügung stellt: Parteiversammlungen, Wahlzirkus und notfalls auch mal die Straße für Demonstrationen. Revolutionäre Arbeit soll vielmehr gerade in dem Bereich stattfinden, der für freie, politische Betätigung tabu ist: am Arbeitsplatz, im Betrieb!"


(...)
Klimapolitik: Im Interview spricht Lorenz Gösta Beutin über den notwendigen Druck der Bewegung, (...)

Lorenz Gösta Beutin ist ein Vollidiot. Leider hat er seine selbstverzapften Gedichte auf seiner Homepäitsch gelöscht.
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 17:03:03 Di. 31.Dezember 2019
@Fritz Linow: ja, stimmt schon - es ist auch ein Witz, dass PolitikerInnen inkl. Steinmaier als Bundespräsident (SPD) ständig Aufstehen gegen rechts fordern, während gleichzeitig die Polizeigesetze verschärft wurden und werden und Aufstehen gegen rechts generell schnell kriminialisiert wird  ...
Zitat
Bundespräsident fordert Aufstehen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.frank-walter-steinmeier-bundespraesident-fordert-aufstehen-gegen-rechtsextremismus-und-antisemitismus.9e9c705e-b0c5-4a15-8758-2ba6c6bd0fdc.html

soll er sich halt selbst mal hinstellen ! Reden schwingen kann jede,r

Habe ich beim Stöbern entdeckt https://generationenstiftung.com/buch/
es enthält auf der Rückseite ein Zitat von Harald Welzer, der zur Gemeinwohlökonomie schreibt
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 15:32:36 Mi. 04.März 2020
Identität und Identitätspolitik von Georg Auernheimer / Papyrossa Verlag

Reader zur Strategiekonferenz Die Linke vergangenes Wochenende 29.02. / 01.03.20
https://strategiedebatte.die-linke.de/start/
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Ferragus am 10:39:20 Mo. 27.Juli 2020
Ein deutscher Philosoph hat mal angeregt, dass  man nicht nur Bücher der Jetzt-Zeit rezensieren und empfehlen sollte, sondern auch solche die vor 20, 50 oder 100 Jahren veröffentlicht wurden.

Deshalb dieser Hinweis:  Henry, Jacoby : Die Bürokratisierung der Welt - Campus Verlag, 1984, Taschenbuch.

In diesem Werk wird in Anlehnung an Max Weber die Geschichte der Bürokratie als Herrschaftsinstrument untersucht, dabei werden auch Bürokratisierungsprozesse in Parteien und Gewerkschaften analysiert. Der Autor war ein kommunistischer Sozialarbeiter.
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: Frauenpower am 16:42:35 Sa. 22.August 2020
Ferragus  ich finde aeltere Buecher auch gut und zu erfahren wie wurde zu jener Zeit gedacht, wie jetzt. Das Kapital wird zwar immer neu aufgelegt ist aber ca. hundert Jahre alt oder aelter.

Habe vorhin Radio gehoert. Es lief ein Interview mit Ronen Steinke, ueber sein neues Buch *Terror gegen Juden und wie der Staat versagt. Eine Anklage*
Es geht um den Halle-Attentaeter und seine verschiedenen Gedanken und Recherchen zum Thema.
https://podcasts.google.com/?feed=aHR0cHM6Ly93d3cuaW5mb3JhZGlvLmRlL3BvZGNhc3QvZmVlZHMvendvZWxmendlaXVuZHp3YW56aWcvendvZWxmendlaXVuZHp3YW56aWcueG1sL2ZlZWQ9cG9kY2FzdC54bWw&ep=14&episode=aHR0cHM6Ly9yYmJtZWRpYXBtZHAtYS5ha2FtYWloZC5uZXQvY29udGVudC85NS9jNy85NWM3YjhjNC03ZjgxLTRhODUtOWNlNi1hMGNlY2MwNzNkOTAvYjA0ZjdlZTUtMDNhOC00ODg2LWEzYjYtNjdjMjRlOGJiMDFjXzg4MzU5N2UxLTM1ZDItNGEwYy1iODYyLTc3ODU4NWM0YjBmMS5tcDM

Ich wurde besonders aufmerksam, als es um angeblichen Antisemitismus in  machen linken Kreisen gehen soll.
Also wie Antiamerikanismus halte ich das fuer eine unzutreffende Theorie. Vie!leicht weiss ich es aber auch bloss nicht besser. Juedisch sein ist eine Religion und Israel das Land. Linke Kritik richtet sich aber doch immer gegen sozial ungerechte Verhaeltnisse die insbesondere der Kapitalismus hervorbringe und in Israel ist das vorherrschende Wirtschaftssystem Kapitalismus, gegen Netanjahu wird seit laengerer Zeit dort demonstriert und er sei wegen Korruption angeklagt.

NDR https://www.ndr.de/kultur/Journalist-Ronen-Steinke-ueber-sein-Buch-Terror-gegen-Juden,terrorgegenjuden100.html

Niemand soll hierzulande und sonstwo Angst haben muessen!

Heute ist auch Gedenken in Hanau, die Teilnehmer-innenzahl ist aber stark begrenzt, sollte sogar abgesagt werden.
Titel: Re: Politische Bücher
Beitrag von: dagobert am 15:27:16 Do. 01.Oktober 2020
Das Kapital wird zwar immer neu aufgelegt ist aber ca. hundert Jahre alt oder aelter.
Ich mein das wären inzwischen so ca. 150-160 Jahre.