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Neuigkeiten + Diskussion => (Sozial-) Politikforum & Aktuelles von Chefduzen => Thema gestartet von: CubanNecktie am 15:51:27 So. 17.Februar 2013

Titel: AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 15:51:27 So. 17.Februar 2013
Hallo, sorry, ich weiß es gibt im Leiharbeitsthread bereits was wegen der miesen AMAZON Sache.

Aber das ist nicht nur ein lokales Problem.

Zieht euch mal diesen Link rein. Das Bild erspare ich lieber hier zu posten, weil es verfassungsfeindlich wäre.

http://www.amazon.com/gp/product/B00AZR79IE (http://www.amazon.com/gp/product/B00AZR79IE)

die sind echt krank, ohne weitere Worte mehr.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: rebelflori am 16:20:08 So. 17.Februar 2013
hi CubanNecktie

ist an der flagge was besonderes???

 bis auf das es eine scheiß nazi flagge ist  kotz kotz kotz

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 16:33:08 So. 17.Februar 2013
die wird ganz normal bei AMAZON (USA) verkauft, wie krank ist das?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: rebelflori am 17:21:46 So. 17.Februar 2013
lesen auf eigene gefahr

ja aber irgendwo müssen die doch ihre sachen kaufen!!!

persönlich finde ich das noch nicht so schlimm

schlimm wird es erst. Wenn man weiß das ab 2016 die lieben schüler ein neues buch,

zum lesen bekommen sollen kotz kotz



Zitat von:  

Bereits am Montag hatte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) angekündigt, dass eine quellenkritische Version von Hitlers Hetzschrift auf den Markt kommen soll. Diese wissenschaftliche Edition wird laut Söder im Vergleich zur Schulversion  kotz kotzwesentlich umfassender und sprachlich auf höherem Niveau sein. Sie richte sich an Erwachsene. Angedacht seien außerdem eine Ausgabe auf Englisch, ein E-Book und ein Hörbuch. "Wir werden alle Vertriebswege nutzen und für das Gesamtprojekt eine halbe Million Euro zur Verfügung stellen", kündigte Söder an.


http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/mein-kampf-bayern-plant-schulbuchausgabe-von-hitler-buch-a-829502.html (http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/mein-kampf-bayern-plant-schulbuchausgabe-von-hitler-buch-a-829502.html)

http://www.focus.de/politik/deutschland/hitlers-propaganda-pamphlet-mein-kampf-soll-schulbuch-in-bayern-werden_aid_742351.html (http://www.focus.de/politik/deutschland/hitlers-propaganda-pamphlet-mein-kampf-soll-schulbuch-in-bayern-werden_aid_742351.html)


Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 17:58:28 So. 17.Februar 2013
Falls den Nazis ja dann doch noch mal gelingt, die Welt/Länder zu knechten, ist es angebracht, als Unternehmen eine gewisse Solidarität zu signalisieren.
Plan B sozusagen. - Ach, wie mich das alles ankotzt. Täglich zu erleben, dass die Mehrzahl der Menschen nicht lernfähig ist.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 18:49:14 So. 17.Februar 2013
die wird ganz normal bei AMAZON (USA) verkauft, wie krank ist das?
So manches was bei uns strafbar ist, gilt in den USA als freie Meinungsäußerung.  kotz
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Sir Vival am 19:18:26 So. 17.Februar 2013
Wollte ich auch grad schreiben.
Ist leider so in den USA. Da darfst du ja auch so rumlaufen wie Hess oder AHA (A.H.).
Nur eben bei Amazon.de geht´nicht. Mich würde interessieren, ob man das aus D auch bestellen kann/darf. Nicht, daß ich mir so nen Dreck an die Wand nageln würde  :o :o :o  Bitte nicht falsch verstehen.
Aber da müßte doch der dt. Zoll ein Wörtchen mitzureden haben, oder?
Denn Amazon ist ja global und es gibt nichts, das es nicht gibt (solange legal in dem jeweiligen Land) und da sollte es doch verwundern, wenn einer aus USA was von Amazon bestellt. Wie, was? Etwa nicht legal in D? Ob die so schleu sind beim Zoll?
Ob Amazon selbst so demokratisch (wie seine Security) ist und den Verkauf nach D-Land verbietet, weiß ich nicht.
Wisst ihr, was ich meine?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: schwarzrot am 19:27:30 So. 17.Februar 2013
persönlich finde ich das noch nicht so schlimm

schlimm wird es erst. Wenn man weiß das ab 2016 die lieben schüler ein neues buch,

zum lesen bekommen sollen kotz kotz
(warum machst du eigentlich ein space nach jeder zeile?)

Falls du 'mein k(r)ampf' mit diesem buch meinst, find ich nicht schlimm, sondern sinnvoll wenn schüler das lesen (ich hab noch nen rest zutrauen, dass schüler anhand dieses machwerks kapieren, wie krank und blöd dieser Hitler und seine nazibande waren:

http://www.youtube.com/watch?v=FfeCNh2eI58

zurück zu amazon...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Dearhunter am 19:55:31 So. 17.Februar 2013
Das Buch kann man in JEDEM Buchladen bestellen und bekommen.
Allerdings nur kommentierte Versionen in D, jedoch durchaus mit dem kompletten Text-
"Alte Originale" sind frei verkäuflich und der Besitz nicht verboten, sofern noch zu bekommen.
Dass es in D keine " Nachdrucke" gibt, liegt eher am Urheberrecht, die Rechte liegen beim Freistaat Bayern und die geben das insofern nicht frei.
Diese Rechte laufen 2016 aus, was dann ist, ist rechtlich unsicher es gibt viel Gerede, aber nichts konkretes bisher.

Es kursieren Versinen im Netz, ganz einfach zu finden, nur soviel: Niemand wird durch das Lesen des Buches zum Nazi. Interessant ist es aber allemal ..., man SOLLTE es gelesen haben.


DH
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BüroHENGST am 20:00:45 Di. 19.Februar 2013
Trotz aller Kritik an den angeblich unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den genannten Unternehmen, ist es mal wieder typisch für die deutschen Medien das solche Informationen, großartig aufgebauscht werden, nur um ein paar Schlagzeilen produzieren zu können.
Tatsache ist das diese Art von Informationen sehr häufig von frustrierten ehemaligen Mitarbeitern, die aufgrund unzureichender persönlicher Leistungen entlassen wurden sind, meistens in anonymisierter Form an die Presse weitergeleitet werden nur um ihren ehemaligen Arbeitgebern eins auszuwischen und sich wenigstens einmal in ihrer armseligen Existenz wichtig vorzukommen.
 Ein großer Teil dieser Leiharbeitnehmer ist aufgrund schlechter Schulbildung und unzureichender Ausbildung, falls überhaupt eine vorhanden ist, gar nicht in der Lage einer anspruchsvolleren Tätigkeit mit einer entsprechend höheren Entlohnung nachzugehen.
Ich selber kann hier aus meiner Erfahrung als leitender Angestellter einer Im-/Exportfirma sagen, das ein großer Teil der Leiharbeitnehmer Hartz4 Empfänger sind, die leider allzu häufig den typischen Klischees dieser Personengruppe entsprechen. Auch wenn man diese Aussagen nicht pauschal verallgemeinern kann, zeichnen sich viele ehemalige (und zukünftige) Hartz4 Empfänger durch mangelhafte Qualifikation / schlechte Bildung (zum Teil hapert es schon an den einfachsten Grundlagen der deutschen Sprache), unterdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit, häufige Krankmeldungen und in Einzelfällen leider auch mangelhafter Hygiene aus.
Vor diesem Hintergrund sind selbst die 7,50 Euro Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche noch deutlich zu hoch angesetzt, wer mehr verdienen möchte muss dafür auch die entsprechenden Leistungen bringen und sollte sich an den Leistungsträgern der Gesellschaft orientieren (ich selber arbeite auch regelmäßig 45 -50 Stunden pro Woche und bekomme die Überstunden nicht extra bezahlt !), schließlich sind wir hier nicht beim Wunschkonzert, wo jeder Hilfsarbeiter ein Stundenlohn von 25 Euro haben kann. Es muss sichergestellt sein das ein ausreichendes Potenzial an Arbeitskräften im Niedriglohnsektor permanent verfügbar ist, um unser aller Wohlstand zu sichern. Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.     Fazit : Weniger Jammern und dafür mehr arbeiten !
 >:D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 20:11:21 Di. 19.Februar 2013
PFERDE-Fleisch wird ja jetzt sehr gern verarbeitet...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 20:22:27 Di. 19.Februar 2013
Was für ein Hammer, BüroHENGST. Alle Achtung.

...wer mehr verdienen möchte muss dafür auch die entsprechenden Leistungen bringen und sollte sich an den Leistungsträgern der Gesellschaft orientieren (ich selber arbeite auch regelmäßig 45 -50 Stunden pro Woche und bekomme die Überstunden nicht extra bezahlt !), schließlich sind wir hier nicht beim Wunschkonzert, wo jeder Hilfsarbeiter ein Stundenlohn von 25 Euro haben kann. Es muss sichergestellt sein das ein ausreichendes Potenzial an Arbeitskräften im Niedriglohnsektor permanent verfügbar ist, um unser aller Wohlstand zu sichern. Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.     Fazit : Weniger Jammern und dafür mehr arbeiten !
 >:D

Wer sind die Leistungsträger der Gesellschaft? Unternehmer oder diejenigen die maximalen Profit real generieren?
Wenn jemand 45 Stunden oder mehr arbeitet muß sich das im Lohn widerspiegeln, ansonsten nutzt es nur den Ausbeutern. Denn die Mär, dass sich
zusätzliche unbezahlte Leistung irgendwann auszahlt wurde schon hunderttausende Male widerlegt.

Es muss sichergestellt sein das ein ausreichendes Potenzial an Arbeitskräften im Niedriglohnsektor permanent verfügbar ist, um unser aller Wohlstand zu sichern. Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.     Fazit : Weniger Jammern und dafür mehr arbeiten !
 >:D

Hui, ich fürchte das ist nicht satirisch oder ironisch gemeint. Übersetzt heisst das doch: Nur die Ausbeutung unterer Schichten garantiert Wohlstand der Anderen. Vom Grundsatz ist das ja richtig, aber eben keine Einstellung die ich toleriere. Ich bin auch geil geizig! Meine Arbeitskraft bekommt nur der der auch angemessen dafür bezahlt. Und ich jammere nicht, sondern ich klage an.

Und irgendwann werde ich mit anderen Gleichgesinnten am Richtertisch sitzen über die Menschen, die sich jahrzehntelang an anderen bereichert haben, sie ihres vernünftigen Lebens beraubt haben, sie in Armut, Krankheit und Tod getrieben haben ....
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 20:22:38 Di. 19.Februar 2013
BüroHENGST schrob:
Zitat
Tatsache ist das diese Art von Informationen sehr häufig von frustrierten ehemaligen Mitarbeitern, die aufgrund unzureichender persönlicher Leistungen entlassen wurden sind, meistens in anonymisierter Form an die Presse weitergeleitet werden nur um ihren ehemaligen Arbeitgebern eins auszuwischen und sich wenigstens einmal in ihrer armseligen Existenz wichtig vorzukommen.
Das halte ich für ein Gerücht.
Zitat
Ein großer Teil dieser Leiharbeitnehmer ist aufgrund schlechter Schulbildung und unzureichender Ausbildung, falls überhaupt eine vorhanden ist, gar nicht in der Lage einer anspruchsvolleren Tätigkeit mit einer entsprechend höheren Entlohnung nachzugehen.
Nur damit wir hier mal klare Luft haben:
JEDER hat das Recht darauf, von seiner Hände Arbeit gut leben zu können ! Klar ?  >:(
Zitat
Ich selber kann hier aus meiner Erfahrung als leitender Angestellter einer Im-/Exportfirma sagen, das ein großer Teil der Leiharbeitnehmer Hartz4 Empfänger sind, die leider allzu häufig den typischen Klischees dieser Personengruppe entsprechen. Auch wenn man diese Aussagen nicht pauschal verallgemeinern kann, zeichnen sich viele ehemalige (und zukünftige) Hartz4 Empfänger durch mangelhafte Qualifikation / schlechte Bildung (zum Teil hapert es schon an den einfachsten Grundlagen der deutschen Sprache), unterdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit, häufige Krankmeldungen und in Einzelfällen leider auch mangelhafter Hygiene aus.
Ach nee. Und was ist mit den vielen Fachleuten, die in H4 festhängen ?
Mann, geh mal deine Glaskugel prüfen lassen.
Zitat
Vor diesem Hintergrund sind selbst die 7,50 Euro Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche noch deutlich zu hoch angesetzt, wer mehr verdienen möchte muss dafür auch die entsprechenden Leistungen bringen und sollte sich an den Leistungsträgern der Gesellschaft orientieren (ich selber arbeite auch regelmäßig 45 -50 Stunden pro Woche und bekomme die Überstunden nicht extra bezahlt !)
Soll ich dir mal verraten, wie ich solche Leute nenne ?
Schlechte Geschäftsleute !  kotz

Warum ?
Arbeit hat ihren Wert und Arbeiten ist ein Handel, bei dem man nichts zu verschenken hat.
Kein angemessener Preis, keine Ware. So einfach ist das.

Zitat
schließlich sind wir hier nicht beim Wunschkonzert, wo jeder Hilfsarbeiter ein Stundenlohn von 25 Euro haben kann.
Vielleicht doch. Wenn dieser Hilfsarbeiter so viel Geld braucht, um LEBEN zu können.
Zitat
Es muss sichergestellt sein das ein ausreichendes Potenzial an Arbeitskräften im Niedriglohnsektor permanent verfügbar ist, um unser aller Wohlstand zu sichern. Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.     Fazit : Weniger Jammern und dafür mehr arbeiten !
Unser aller Wohlstand - Mit Ausnahme der Arbeiter natürlich. Kranker Geist.  kotz
Kauf du ruhig weiter bei Amazon ein, ist ja deine Sache. Bis dein Job auch dahin ist und du vor der Wahl stehst,
für 'nen Appel und 'n Ei deine Haut zu Markte zu tragen, oder nicht.
Eine auskömmliche Arbeit wirst auch du dann nicht mehr bekommen. Dann reden wir weiter.  :evil:

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: kleineFee am 22:20:42 Di. 19.Februar 2013
Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.

Preise vergleichen ist dann aber nicht deine Sache, oder? ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:31:21 Di. 19.Februar 2013
Und ich werde auch weiterhin bei Amazon günstig einkaufen, denn Geiz ist Geil.

Preise vergleichen ist dann aber nicht deine Sache, oder? ;)


Also wenn ich Preise vergleiche schneidet Amazon immer am schlechtesten ab! ;D

Scheinbar haben da ein paar Festangestellte bei Amazon Angst, das ihnen durch die schlechte Publicity der Job flöten geht!
Der Herr BüroHengst wird sich auch bald in der Lasagne wiederfinden! ;D

PS. Hocherotisches Avatarbild!(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/smilie_happy_011.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dejavu am 00:21:33 Mi. 20.Februar 2013
Zitat
Trotz aller Kritik an den angeblich unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den genannten Unternehmen, ist es mal wieder typisch für die deutschen Medien das solche Informationen, großartig aufgebauscht werden, nur um ein paar Schlagzeilen produzieren zu können.
Ausnahmsweise haben sich die Medien mal an deinen Rat gehalten:
Zitat
Weniger Jammern und dafür mehr arbeiten !
Das passt dir natürlich auch wieder nicht, du Meckerfritze!
Ach, ich glaub ich weiß was dein Motiv ist:
Zitat
...und sich wenigstens einmal in ihrer armseligen Existenz wichtig vorzukommen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Yavin1980 am 12:26:24 Mi. 20.Februar 2013
BüroHENGST,

was bist Du nur für ein armseliges Arschloch? Eine Schande, dass man mit solchen Wichsern wie Dir den gleichen Planeten teilen muss.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: hanni reloaded am 14:24:36 Mi. 20.Februar 2013
BüroHENGST,

was bist Du nur für ein armseliges Arschloch? Eine Schande, dass man mit solchen Wichsern wie Dir den gleichen Planeten teilen muss.




Argumentativ kannst du ihn nicht widerlegen?
Traurig. ::)




Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:35:47 Mi. 20.Februar 2013
Zitat
kannst du ihn nicht widerlegen?
Traurig.

BüroHengst muss man nicht argumentativ widerlegen! Das geht gar nicht!


(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/120.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 15:34:41 Mi. 20.Februar 2013
@Rudi, Einige Leute taten es ja schon.
Leider werden wir wohl kaum erfahren, was diese Person
anstellt, wenns mit dem hohen Roß dann vorbei ist.
Wäre so oder so ein gewaltiger Gesichtsverlust...  ;D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:11:27 Mi. 20.Februar 2013
Hallo Tiefrot!

Ja, ich habe ja versucht, mich auf BüroPonys, ähh..nee.. Büroesels Niveau runter zu begeben, aber nach drei Meter hatte ich keine Lust mehr tiefer zu graben!!

(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/jumpcool.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 17:14:18 Mi. 20.Februar 2013
Okay Rudi, dann buddel ich einfach mal weiter.  ;)

Der weiß selber, daß er nirgends wieder als Leitender wo wird einsteigen können.
Zu auskömmlicher Bezahlung schon überhaupt nicht.
Und wenn der Job so schon am seidenen Faden hängt, kann man ja auch noch mal
schööön auf der arbeitenden Bevölkerung herumtreten.
Der Typ ist ein klassischer Radfahrer.  kotz

Wie ich auf die Idee des wackeligen Jobs komme ?
Er selber schrob es. Sonst könnte doch niemend ernsthaft vertreten, auch für'n Almosen
vollzeit und mit unbezahlten Überstunden Ackern zu gehen.

Dem geht der Arsch mit Grundeis !  ;D ;D ;D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 18:55:42 Mi. 20.Februar 2013
Auch wenn man diese Aussagen nicht pauschal verallgemeinern kann, zeichnen sich viele ehemalige (und zukünftige) Hartz4 Empfänger durch mangelhafte Qualifikation / schlechte Bildung (zum Teil hapert es schon an den einfachsten Grundlagen der deutschen Sprache) (da sollten eigentlich die JC helfen können - Vermittlungshemmnisse abbauen, Eingliederung in den Arbeitsmarkt etc., aber mehr als Sinnlosmaßnahmen zum Statistik fälschenschönrechnen gibt' da nicht), unterdurchschnittliche Leistungsbereitschaft (Leistung = Gegenleistung, wie sieht's damit aus?), Unzuverlässigkeit (Ist mir zu pauschal, wie macht sich die konkret bemerkbar?), Unpünktlichkeit (Könnte in "Einzelfällen" am fehlenden/kaputten Auto oder am unperfekt ausgebauten ÖPNV liegen.), häufige Krankmeldungen (Liegt das an den Arbeitern oder an den Arbeitsbedingungen?) und in Einzelfällen leider auch mangelhafter Hygiene (Diese Einzelfälle gibt es auch bei nicht H4-Empfängern, aber das passt dann nicht ins Klischee.) aus.
Vor diesem Hintergrund sind selbst die 7,50 Euro Mindestlohn in der Leiharbeitsbranche noch deutlich zu hoch angesetzt,
Da ist der Schreibtischgaul nicht auf dem laufenden, sind 8,19€. Und das ist immer noch zu wenig um davon leben zu können, zumal viele Leihfirmen ja auch noch verlangenerwarten, daß man sich davon ein eigenes Auto leisten soll. Die Frage wie das gehen soll hat mir noch kein ZA-Dispo beantwortet.  ::)
Zitat
wer mehr verdienen möchte muss dafür auch die entsprechenden Leistungen bringen und sollte sich an den Leistungsträgern der Gesellschaft orientieren
Definiere bitte Leistungträger:
1. Sesselfurzer die nur am Telefon hängen
oder
2. Leute welche die körperliche Arbeit machen?

Zitat
ich selber arbeite auch regelmäßig 45 -50 Stunden pro Woche und bekomme die Überstunden nicht extra bezahlt !
Schön blöd. In diesem Fall gäbe es bei mir keine Überstunden ---> wegen:
unterdurchschnittliche Leistungsbereitschaft
des Arbeitgebers.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BüroHENGST am 18:00:56 Do. 21.Februar 2013
Hallo Hartz4-Community,

wie ich sehe hat mein kleines Statement in eurem Forum für zahlreiche, mehr oder weniger qualifizierte Reaktionen gesorgt.

Leider kann ich erst heute dazu Stellung nehmen, da ich selber ja ein produktives und wertvolles Mitglied dieser Gesellschaft bin und leider nicht so viel Freizeit wie ein Hartz4 Empfänger habe. Ich kann mich sogar zu der Gruppe der Leistungsträger in dieser Gesellschaft zählen, da ich nicht nur selber ein vorbildlicher Arbeitnehmer mit den typischen Tugenden (überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, Ehrgeiz, Zuverlässigkeit und Loyalität) bin, sondern auch einen Vorbildcharakter gegenüber der Belegschaft, insbesondere der Leiharbeitnehmer (die einen nicht unerheblichen Anteil in unserer Logistik ausmachen) habe, indem ich sie dazu animiere meinem Vorbild, mehr oder weniger freiwillig zu folgen.  ;)

Ich habe dabei leider die Erfahrung gemacht, das es immer wieder notwendig ist die Leistungsbereitschaft, insbesondere der Leiharbeiter, permanent zu überprüfen, und ggfs. durch entsprechende Maßnahmen ein absolut notwendiges Mindestniveau sicher zu stellen. Leider gibt es unter dieser Mitarbeitergruppe immer wieder renitente Individuen, die z.B. meinen sie könnten regelmäßig Urlaub auf Krankenschein machen und offensichtlich nur auf verstärkten Druck reagieren (z.B. ein klare Ansage vor versammelter Mannschaft wirkt da manchmal Wunder und wenn das auch nicht funktioniert wird der Mitarbeiter entlassen, selbstverständlich mit einer entsprechenden Information in seiner Arbeitsbescheinigung, wegen personenbedingten Fehlverhaltens => Sperre beim Arbeitsamt).
 >:D

Übrigens braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, mein Job ist für die nächsten Jahre bombensicher, unsere Firma macht seit ca.  5 Jahren sehr gute Umsätze die sogar jedes Jahr noch deutlich gesteigert werden konnten durch höhere Produktivität, und solange es ein ausreichendes Reservoir an günstigen Leiharbeitnehmern gibt, wird das auch in Zukunft so bleiben.
Außerdem habe ich auch kein Problem damit, das meine Überstunden nicht extra bezahlt werden, da ich einen sehr gut dotierten AT-Vertrag habe, inkl. Erfolgsprovision, dadurch liegt mein Stundenlohn sogar deutlich über 25,- Euro.
 ;D
Und sollte ich wirklich mal in die Verlegenheit kommen, mir einen neuen Job suchen zu müssen, bin ich mir absolut sicher, das ich aufgrund meiner überdurchschnittlichen Qualifikation und Sozialkompetenz, innerhalb kürzester Zeit wieder einen neuen Job in leitender Position finden würde. Qualität setzt sich immer durch.

@Yavin1980
Noch eine kleine Anmerkung an den Benutzer @Yavin1980, für Dich heißt es erstmal Herr BüroHENGST, und glaubst Du wirklich du kannst mich mit deiner primitiven Ausdrucksweise beeindrucken, du kleines Würstchen, das ist doch nur ein weiterer Beweis deiner unterdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten, und ohne dich persönlich zu kennen, glaube ich das auch ein paar der anderen Klischees aus meinem ersten Beitrag auf dich zu treffen werden. Solche Individuen wie Du müssen erstmal das Arbeiten lernen, wenn du in unserer Firma anfangen würdest, würden wir dich schon ganz schnell auf Kurs bringen und dir die eine oder andere wertvolle Lektion erteilen. >:D
Da würdest du sehr schnell realisieren das Du nur ein ganz kleines Rädchen im Getriebe bist (Übrigens falls Du einige der Fremdwörter in meinem Text nicht verstehst, schau einfach mal im Duden nach, das würde Dir bestimmt nicht schaden)

P.S.
Es kann natürlich sein, das dem einen oder anderem meine persönliche Einstellung nicht paßt, aber das ist nicht mein Problem, schließlich ist die Meinungsfreiheit in diesem unserem Land im Grundgesetz verankert.

Noch ein kleiner Hinweis bzgl. Amazon, sie haben vielleicht nicht immer den billigsten Preis, aber dafür schnelle Lieferung, problemloser Umtausch und sehr guter Kundenservice im Vergleich zu vielen anderen Kleinanbietern im Internet. Auch das sind Faktoren auf die ein intelligenter Kaufmann achten sollte. Denn billig ist nicht gleichbedeutend mit günstig !



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 18:18:11 Do. 21.Februar 2013
 ;D ;D ;D ;D ;D    gib es zu, Du bist professioneller Comedian! "You made my day"
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: schwarzrot am 18:21:22 Do. 21.Februar 2013
Nee strombi, dazu ist er zu schlecht.  :(

@bürokleinscheisser: Kannst du dich bitte mal wieder in deine INSM/Springer/Ursula Mohn -foren trollen?
Dies ist ein forum für ausgebeutete. Propaganda -tv gibt es ausserhalb genug.

Persönlich würde ich es übrigens nicht schlimm finden, wenn irgend so ein, von dir ausgebeuteter leiharbeiter, dir in einer schwachen minute, mal kräftig in die schnauze haut. Oder vielleicht auch eine ganze gruppe. Weil lernfähig bist du ja eh nicht und schaden kanns bei dir auch nicht.

Nochmal, verschwinde, zu deinem bildzeitungsscheiss!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 18:36:58 Do. 21.Februar 2013
Zitat
...du kleines Würstchen, das ist doch nur ein weiterer Beweis deiner unterdurchschnittlichen intellektuellen Fähigkeiten, und ohne dich persönlich zu kennen, glaube ich das auch ein paar der anderen Klischees aus meinem ersten Beitrag auf dich zu treffen werden. Solche Individuen wie Du müssen erstmal das Arbeiten lernen, wenn du in unserer Firma anfangen würdest, würden wir dich schon ganz schnell auf Kurs bringen und dir die eine oder andere wertvolle Lektion erteilen.
Zitat
Es kann natürlich sein, das dem einen oder anderem meine persönliche Einstellung nicht paßt, aber das ist nicht mein Problem, schließlich ist die Meinungsfreiheit in diesem unserem Land im Grundgesetz verankert.
Bei Chefduzen durchaus dein Problem! :evil:
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Azatoth am 18:41:23 Do. 21.Februar 2013

Ich habe dabei leider die Erfahrung gemacht, das es immer wieder notwendig ist die Leistungsbereitschaft, insbesondere der Leiharbeiter, permanent zu überprüfen, und ggfs. durch entsprechende Maßnahmen ein absolut notwendiges Mindestniveau sicher zu stellen. Leider gibt es unter dieser Mitarbeitergruppe immer wieder renitente Individuen, die z.B. meinen sie könnten regelmäßig Urlaub auf Krankenschein machen und offensichtlich nur auf verstärkten Druck reagieren (z.B. ein klare Ansage vor versammelter Mannschaft wirkt da manchmal Wunder und wenn das auch nicht funktioniert wird der Mitarbeiter entlassen, selbstverständlich mit einer entsprechenden Information in seiner Arbeitsbescheinigung, wegen personenbedingten Fehlverhaltens => Sperre beim Arbeitsamt).
 >:D



Ohne mich jetzt weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, aber fallen solche Sachen wie "klare Ansage vor versammelter Mannschaft" nicht schon unter Mobbing?

Und wie will der Bürohengst sowas wie "personenbedingten Fehlverhaltens" denn begründen?
Ohne wem nahetreten zu wollen, aber kann sowas nicht am Ende noch nach hinten losgehen so von wegem Verleumdung/üble Nachhrede?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:45:30 Do. 21.Februar 2013
Da zockt man mal ´ne halbe Stunde CoD und schon verpasse ich hier das beste!!


@BüroEsel:
Wir kriegen Euch ALLE!!!!!!!!
(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/kommmalherfreundchen.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Andrico am 19:00:01 Do. 21.Februar 2013
Zitat
Und sollte ich wirklich mal in die Verlegenheit kommen, mir einen neuen Job suchen zu müssen, bin ich mir absolut sicher, das ich aufgrund meiner überdurchschnittlichen Qualifikation und Sozialkompetenz, innerhalb kürzester Zeit wieder einen neuen Job in leitender Position finden würde. Qualität setzt sich immer durch.

@ Bürohengst
Menschen wie Du mit der Sozialkompetenz eines Soziopathen sind das beste Argument für Geburtenkontrolle. Schade, dass das in Deinem Fall nicht geklappt hat. >:D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 19:10:53 Do. 21.Februar 2013
Widerlicher Nazi & Faschist! Unglaublich, was bei A. für ein menschenverachtendes Pack eingestellt wird.  :o

Ich hab´ auch (wie viele Andere!) mein Account dort gelöscht, nicht mal 2.hand werde ich dort noch kaufen.

Macht mir absolut NIX aus, wenn´s mit der Bestellung bei anderen (freundlicheren) Anbietern länger dauert.

Dann weiss ich wenigstens, dass sich für meine Lektüre Niemand den Arsch aufreissen mußte, nur um das Ego seiner soziopathischen Vorgesetzen zu befriedigen.


*** Schickt doch mal den Grusel-Post dieses Soziopathen zu Amazon. Die werden sich wundern, wie schäbig sich die MA hier ganz öffentlich äussern.***

Und selbst wenn er ein Fake ist, passt es trotzdem.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:35:18 Do. 21.Februar 2013
Zitat
Hiermit möchte ich mit sofortiger Wirkung meinen Kundenaccount bei ihren Verein kündigen!

Bei einer Firma die Menschen auf so wiederwärtige Weise ausbeutet und so gerne mit Faschisten zusammenarbeitet will ich nichts mehr zu tun haben.

Ihr seid ein ekelhafter Haufen menschenverachtender Ausbeuter!
Doch die Ausgebeuteten werden sich das nicht mehr lange gefallen lassen!

Bitte vergessen Sie nicht, sämtliche Daten (ich betone: Sämtliche Daten) zu löschen!
Oder geben Sie die auch an Ihre Nazifreunde weiter?

Fuck you AMAZON!!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 19:52:40 Do. 21.Februar 2013
Zitat
Rechter Traumjob: Wachschutz

Private Security-Firmen scheinen, wie im Fall von Amazon wieder deutlich wurde, eine eigentümliche Anziehungskraft auf Neonazis auszuüben - trotz der schlechten Arbeitsbedingungen und der miesen Bezahlung

Der US-amerikanische Internet-Versandhandel Amazon kommt derzeit aus den Schlagzeilen nicht wieder raus. Zum einen wegen der abenteuerlichen Bedingungen, unter denen die ausländischen Saisonarbeiterinnen in der bundesdeutschen Hauptfiliale in Hessen leben und arbeiten müssen.

Und nicht zuletzt wegen der offenbar rechten Gesinnung der Wachleute, die im Auftrag des von Amazon angeheuerten Subunternehmens Hensel European Security Services (H.E.S.S.) die Unterkünfte der Saisonarbeiterinnen bewachen, und die ARD-Reporterin Diana Löbl und ihren Kollegen Peter Onneken einzuschüchtern versuchten.

weiter:
http://www.heise.de/tp/artikel/38/38596/1.html (http://www.heise.de/tp/artikel/38/38596/1.html)



Zitat
[...]
Allerdings ist der Internet-Versandhandel selbst kein unbeschriebenes Blatt, was die Zusammenarbeit mit Neonazis angeht.

Abgesehen davon, dass dort Reichskriegsflaggen, Nazi-Bücher und Rechtsrock-CDs vertickt wurden, nahm der US-Konzern die NPD in sein so genanntes Partnerprogramm auf und zahlte der Nazi-Partei zeitweilig Provision für die verkauften Nazi-Bücher.

Unterdessen soll die fragwürdige Partnerschaft jedoch beendet Genau genommen führte der Konzern den NPD-Kreisverband Barnim-Uckermark in dem Programm. Die braunen Kameraden verdienten u.a. am Verkauf von einschlägiger Literatur zu "Judenfragen" und zu Rudolf Hess ...


http://www.heise.de/tp/artikel/38/38596/1.html

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 20:02:10 Do. 21.Februar 2013
Ich kann mich sogar zu der Gruppe der Leistungsträger in dieser Gesellschaft zählen, da ich nicht nur selber ein vorbildlicher Arbeitnehmer mit den typischen Tugenden (überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft, Ehrgeiz, Zuverlässigkeit und Loyalität) bin, sondern auch einen Vorbildcharakter gegenüber der Belegschaft,
Eigenlob stinkt.
Zitat
Ich habe dabei leider die Erfahrung gemacht, das es immer wieder notwendig ist die Leistungsbereitschaft, insbesondere der Leiharbeiter, permanent zu überprüfen, und ggfs. durch entsprechende Maßnahmen ein absolut notwendiges Mindestniveau sicher zu stellen. Leider gibt es unter dieser Mitarbeitergruppe immer wieder renitente Individuen, die z.B. meinen sie könnten regelmäßig Urlaub auf Krankenschein machen und offensichtlich nur auf verstärkten Druck reagieren (z.B. ein klare Ansage vor versammelter Mannschaft wirkt da manchmal Wunder und wenn das auch nicht funktioniert wird der Mitarbeiter entlassen, selbstverständlich mit einer entsprechenden Information in seiner Arbeitsbescheinigung, wegen personenbedingten Fehlverhaltens => Sperre beim Arbeitsamt).
[...]
Und sollte ich wirklich mal in die Verlegenheit kommen, mir einen neuen Job suchen zu müssen, bin ich mir absolut sicher, das ich aufgrund meiner überdurchschnittlichen Qualifikation und Sozialkompetenz, innerhalb kürzester Zeit wieder einen neuen Job in leitender Position finden würde.
Mobbing (http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing_(Arbeitsrecht)) + üble Nachrede (http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__186.html) = Sozialkompetenz (http://www.wikipedia.de/go?l=de&q=Sozialkompetenz)
Aha.

Zitat
Es kann natürlich sein, das dem einen oder anderem meine persönliche Einstellung nicht paßt, aber das ist nicht mein Problem, schließlich ist die Meinungsfreiheit in diesem unserem Land im Grundgesetz verankert.
Meinungsfreiheit ist im GG verankert, das stimmt, aber von Beleidigungsfreiheit steht im GG nichts.

Zitat
Noch ein kleiner Hinweis bzgl. Amazon, sie haben vielleicht nicht immer den billigsten Preis, aber dafür schnelle Lieferung, problemloser Umtausch und sehr guter Kundenservice im Vergleich zu vielen anderen Kleinanbietern im Internet. Auch das sind Faktoren auf die ein intelligenter Kaufmann achten sollte. Denn billig ist nicht gleichbedeutend mit günstig !
Das gilt im übrigen auch für Arbeitskräfte.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: cyberactivist am 20:16:39 Do. 21.Februar 2013
Hey, ich bin hier für Troll-Hunting zuständig.
Wenn der von der Kokserei wieder runterkommt, wird das kein schöner Anblick.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 20:37:11 Do. 21.Februar 2013
1.) Die Truppe heisst wirklich H.E.S.S. ? - Ist ja wohl der absolute Schocker.
2.) Jetzt weiss ich endlich, warum mich keiner nimmt: Ich bin zu selbstbewusst, zu schön und gutaussehend, einfach zu klug, eloquent, sozial kompetent ...
schlicht: zu gut für diese Welt, als dass mich ein Chef/jemand neben sich dulden kann.  ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 21:23:12 Do. 21.Februar 2013
Ist der BüroHENGST tatsächlich geflogen ?
Zitat
banned for stupidity
Na ja, so einer dürfte mir im RL nicht in die Quere kommen,
könnte da für nichts mehr garantieren.  X(
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 21:27:13 Do. 21.Februar 2013
 :) ... ja, ich glaub mit Strombi und einigen anderen würde man echte Freude am Arbeitsplatz haben (voll ernst gemeint, denn auch bei uns gibts Kotzbrocken). Aber dieses System bevorzugt leider tatsächlich solche Ellenbogentypen wie BÜROHENGST ... ich hoffe auch, dass unser ADMIN dieses A.loch gesperrt hat. @Tiefrot Obwohl, ich wünschte mir man würde diese Type zuerst argumentativ auseinander nehmen, erst bei sturer Uneinsichtigkeit ...  :evil:

MFG
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 21:35:00 Do. 21.Februar 2013
CubanNecktie schrob:
Zitat
Obwohl, ich wünschte mir man würde diese Type zuerst argumentativ auseinander nehmen, erst bei sturer Uneinsichtigkeit ...  evil
Lass mal stecken, das hat bei dem keinen Sinn.
Der tickt so und ist auch noch stolz drauf !  8o kotz
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:32:01 Do. 21.Februar 2013
Auf meine Kündigung bekam ich folgende Antwort:

Zitat

Sehr geehrte Kundin /sehr geehrter Kunde,

Amazon nimmt die Vorwürfe bezüglich der Situation im Seepark Ost während der Weihnachtszeit
sehr ernst.

Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher
sind und mit Respekt und Würde behandelt werden. Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung
unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz
der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten. Aus
diesem Grund beenden wir unsere Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Den Einsatz des kritisierten
Sicherheitsdienstes hatten wir bereits beendet. Als verantwortungsvoller Arbeitgeber hat Amazon eine
Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung ? und wir erwarten das gleiche von
allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten.

Weitere Informationen zu Amazons Logistikzentren einschließlich Löhnen finden Sie unter
www.amazon.de/logistikzentren (http://www.amazon.de/logistikzentren)

Zu Ihrem Anliegen der Kontoschließung:

Ein Hinweis: Sobald Ihr Konto geschlossen ist, ist kein Zugriff mehr möglich auf:

- Ihr Kundenkonto für Online-Einkäufe bei Amazon.de
- Ihr Verkäuferkonto für die Plattform Amazon.de Marketplace
- Digitale Inhalte in Zusammenhang mit der Amazon Cloud und dem Cloud Player
- Inhalte und Abonnements für Kindle
- Konten bei Amazon.co.uk, Amazon.com, Amazon.ca, Amazon.fr, Amazon.it, Amazon.es oder Amazon.co.jp
- Ihr Konto bei Javari.de, Amazon BuyVIP und Amazon Payments
- Ihr Konto beim Amazon.de Partnerprogramm (falls ein solches Konto besteht)
- Ihr Konto bei Audible.de und die dort erworbenen Hörbücher
- Ihr Konto bei LOVEFiLM
- Ihren Amazon Wunschzettel und andere Listen, falls solche angelegt wurden
- "Meine Seite" bei Amazon
- Ihren Zugang zu Author Central und die damit zusammenhängende Autoren-Seite

Nach einer Kontoschließung ist kein Zugriff mehr auf Ihre erworbenen Kindle Inhalte möglich.

Möchten Sie Ihr Konto dennoch schließen, antworten Sie bitte direkt auf diese Nachricht.

Bitte beachten Sie noch folgende Informationen:

Um sicherzugehen, dass Sie in Zukunft nicht mehr namentlich begrüßt werden, löschen Sie bitte
alle Cookies auf Ihrem Rechner. Nähere Informationen zu den Cookie-Einstellungen Ihres Internet-Browsers
entnehmen Sie bitte der Hilfe-Funktion des Browsers oder den entsprechenden Handbüchern.

Wir warten jetzt Ihre E-Mail ab und kommen dann umgehend Ihrem Wunsch nach.

Freundliche Grüße

Kundenservice Amazon.de
http://www.amazon.de (http://www.amazon.de)
==============================



Und jetzt um 22:30 sitzt die arme Sau Thilo Schnabl immer noch im Büro (oder CC) und muss meine Kündigung bestätigen!
Oder läuft das automatisch?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:38:25 Do. 21.Februar 2013
Noch ein Wort zu diesen Chefs und anderen Schlaumeiern die sich für ach so wichtig und unersetzbar halten:

Als zu Zeiten der Spanischen Republik die Betriebe unter Selbsverwaltung gestellt wurden stieg die Produktion rapide an!
Es konnte also festgestellt werden, das Betriebe ohne Chefs und Manager besser funktionierten als mit! Ebenso war eine hierarchische Struktur überhaupt nicht notwendig!

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 22:46:19 Do. 21.Februar 2013
Der Witz mit allen "heissen" Vorschlägen ist doch: Keiner hat den Arsch in der Hose den Mut, sie wirklich mal auszuprobieren. Es gilt die Wahrung der Besitzstände der Machthaber. Und die einfachen Michel, wollen wenigstens das behalten was sie jetzt haben. Aber wenn sie weiterdulden, wird ihnen auch das genommen. Das glauben sie nur nicht, obwohl es eigentlich in der deutschen Geschichte mehrfache Beispiele gibt, die nicht nur mit Krieg sondern eben auch viel mit Währung zu tun haben.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:12:00 Fr. 22.Februar 2013
22.02.2013 / Inland / Seite 5Inhalt
BA belastet Trenkwalder
Bundesanstalt für Arbeit stellt Verstöße bei Leiharbeitsfirma von Amazon fest. Sagt aber nicht, ­welche. Ver.di führt Sondierungsgespräche für Tarifverhandlungen
Von Johannes Schulten
Befristet oder fest angestellt? Beschäftigter in der Amazon
Befristet oder fest angestellt? Beschäftigter in der Amazon-Versandabteilung in Pforzheim
Foto: Jan-Philipp Strobel /dpa - Bildfunk
Im Skandal um die schickanöse Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon hat die Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag über Konsequenzen für die Leiharbeitsfirma Trenkwalder entschieden. Allerdings war die Behörde weder bereit, Angaben über die Art des Vergehens zu machen, noch wollte sie etwas über etwaige Sanktionen sagen. Aus Datenschutzgründen sei das alleine dem betroffenen Unternehmen vorbehalten, hieß es auf jW-Nachfrage. Eine entsprechende Anfrage bei Trenkwalder blieb unbeantwortet.

In der ARD-Reportage »Aufgedeckt« war dem Personaldienstleister am 13. Februar vorgeworfen worden, Leiharbeiter aus südeuropäischen Ländern unter falschen Versprechen nach Deutschland geholt und Sozialangaben hinterzogen zu haben. Pinkant ist, daß Trenkwalder im Jahr 2011 von der Bundesregierung für seine guten Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden war. Das Zeitarbeitsunternehmen hatte damals einen Preis im Wettbewerb »Deutschlands Beste Arbeitgeber« erhalten, wie die Stuttgarter Zeitung berichtete.

Für Heiner Reimann, der sich bei ver.di seit Jahren mit dem US-Handelsunternehmen beschäftigt, ist die Informationspolitik der BA ein »falsches Signal«. »Datenschutz gilt für Personen, daß er auch für Unternehmen gilt, ist mir neu«, sagte er gegenüber jW. Gerade vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion habe die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, was bei Trenkwalder vorgefallen sei und welche Konsequenzen die Verstöße haben.

Nach jW-Informationen sind neben Trenkwalder noch weitere 15 Leiharbeitsunternehmen bei Amazon tätig. Soweit bekannt, wurde jedoch nur die Firma mit Sitz in Österreich einer Prüfung unterzogen. Amazon hatte nach den Vorwürfen die Zusammenarbeit gekündigt. Es sei in der Vergangenheit nicht »eindeutig« gelungen, die sich selbst gesteckten Standards einzuhalten«, hieß es in einem Schreiben.

»Ich halte es für unwahrscheinlich, daß Amazon von den Verstößen nichts gewußt hat«, sagt Norbert Fuhrmann gegenüber jW. Fuhrmann ist Unternehmensberater und Geschäftsführer der Initiative Qualitätssiegel Zeitarbeit Gmbh, die sich für bessere Bedingungen in der Leiharbeit einsetzt. »Es wurden Busse für den Transport bestellt und Sicherheitsdienste angeheuert.« Das könne kaum ohne Koordination von Amazon gelaufen sein, glaubt der Branchenkenner. Neben Trenkwalder bescheinigte er auch einer Reihe anderer für Amazon tätiger Leiharbeitsunternehmen einen »sehr schlechten Ruf«. Darunter die Firmen ARWA, Flexjob, Studitemps oder Office People. Für Fuhrmann machen sich aber auch die Zeitarbeitsverbände IGZ und BAP unglaubwürdig, wenn sie solche Mitglieder dulden. IGZ und BAP hatten in den vergangenen Tagen mehrfach betont, daß es sich bei Trenkwalder um eine Ausnahme handele.

Über die Zahl der beim weltgrößten Onlinehändler eingesetzten Leiharbeiter herrscht derweil Unklarheit. Verschiedene Medien hatten von 10000 Zeitarbeitern während der Weihnachtszeit berichtet. Leiharbeit sei keine gängige Praxis bei Amazon, betonte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber am Donnerstag gegenüber Spiegel online. »Der Prozentsatz« sei »verschwindend gering.« Gewerkschafter Reimann hält die Zahl von 10000 Leiharbeitern in der Zeit von September bis Dezember für durchaus möglich. Im übrigen Jahr gehe sie jedoch rapide zurück, so der Reimann. Zu schaffen mache ver.di vor allem der hohe Anteil an befristet Beschäftigten. So hätten im Februar an den beiden Amazon-Standorten im hessischen Bad Hersfeld »um die 40 Prozent« der etwa 4000 Angestellten einen befristeten Arbeitsvertrag. Die Leiharbeiterquote dort liege momentan bei »um die fünf« Prozent.

Am Leipziger Standort fanden derweil erstmals Sondierungsgespräche über einen Tarifvertrag statt. Die Gewerkschaft will eine Angleichung des Standorts an den Flächentarifvertrag im Einzel- und Versandhandel durchsetzen. Amazon weigert sich bisher, irgendwelche tariflichen Regelungen einzugehen, orientiert sich in der Bezahlung jedoch an den Löhnen der Logistikbranche.


Quelle

http://www.jungewelt.de/2013/02-22/057.php (http://www.jungewelt.de/2013/02-22/057.php)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 11:26:19 Fr. 22.Februar 2013
Zitat
Bund hielt Amazon-Partner für "Besten Arbeitgeber"

Ein umstrittener Dienstleister des Online-Händlers Amazon ist vor zwei Jahren von der Bundesregierung für seine guten Arbeitsbedingungen ausgezeichnet worden. Das Zeitarbeitsunternehmen Trenkwalder habe damals einen Preis im Wettbewerb "Deutschlands Beste Arbeitgeber" gewonnen. Das berichtet die "Stuttgarter Zeitung". Die Auszeichnung wurde laut der Website des Unternehmens mit der Qualität und Attraktivität des Unternehmens begründet worden, hieß es in dem Blatt. Der Wettbewerb wird jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der Initiative Neue Qualität der Arbeit, dem "Handelsblatt", dem "Personalmagazin" und der Uni Köln durchgeführt.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon164.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon164.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 11:49:22 Fr. 22.Februar 2013
Vor meinem geistigen Auge entsteht gerade eine Karikatur, in der Marx und Engels mit Kalashnikovs Chefs von Leih/Zeitarbeitsfirmen erschiessen.  :evil:
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 11:53:38 Fr. 22.Februar 2013
Zitat
Bund hielt Amazon-Partner für "Besten Arbeitgeber"...

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon164.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon164.html)

jeep, schon klar.

Ist diese Auszeichnung (Besten Arbeitgeber) endgültig oder nur geliehen, weiss das jemand ?


Ich frage mich langsam, ob die von der Leihe nicht langsam zur Leihmutter verkommt oder schon verkommen ist.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:18:42 Fr. 22.Februar 2013
Ich habe mir die Doku noch mal in Ruhe angeschaut!
Dabei kam mir die Erinenrung, wie oft grade Wanderarbeiter schon für solche Geschäfte ausgenutzt wurden.
Das war auch vor der Einführung des Mindestlohns auf dem Bau richtig schlimm!
Da wurden Wanderarbeiter über ein fast identisches System angeworben, mit dubiosen Lohnversprechen.

Viele lebten monatelang unter ebenso menschenunwürdigen Bedingungen und haben häufig nicht mal ihren Lohn gesehen!

http://www.sat1bayern.de/news/20120724/bauarbeiter-hilflos-wanderarbeiter-skandal-in-kelheim/ (http://www.sat1bayern.de/news/20120724/bauarbeiter-hilflos-wanderarbeiter-skandal-in-kelheim/)

http://labournet.de/diskussion/gewerkschaft/real/evw.html (http://labournet.de/diskussion/gewerkschaft/real/evw.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Pinnswin am 12:12:45 Mo. 25.Februar 2013
Alles halb so wild. Allet isy. Eingdlisch sind nur 1% Unglücklich... und auch die freuen
sich nun auf ihre gute Schmutz-Zulage und besten Wochenend-Lohnzuschlag.(http://s20.rimg.info/6b09a38b84f42e6589db0a9a10aaec0e.gif) (http://smiles.rc-welt.com/smile.174447.html)

http://kreisanzeiger-online.de/2013/02/19/218419/ (http://kreisanzeiger-online.de/2013/02/19/218419/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Sobutai am 18:36:53 Mo. 25.Februar 2013
Ich hatte meinen Amazon Account gelöscht als die die Konten von Wikileaks gekündigt hatten, die Firma ist für mich gestorben.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 18:55:05 Mo. 25.Februar 2013
Zugegeben mein Amazonen-Account besteht noch. - Aber "real greifbare" Ware habe ich dort noch nicht gekauft, you know?
Aber die andere Bude nervt mich total, oder besser ihre Nutzer. Ein Haufen, des Lesens und Schreibens nicht mächtiger, schnell Geld verdienen wollender selbstherrlicher Möchtegern-Rechthaber, der sein Heil mit in "Akte0815" oder Ratgebersendungen aufgeschnappten Betrugs/Abmahnmaschen versucht.
Unzumutbar! - Iiie - Bay, Bay!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 19:05:58 Mo. 25.Februar 2013
Ohjaaa. EBAY ist mit vorsicht zu genießen, wurde im letzten Juni von jmd. abgezockt, der hat einen defekten Rasenmäher als "wenig genutzt" vertickert  kotz kotz kotz und ich nehme da nur noch Shops mit <1000 Verkaufszahlen + mehr als 99% Zufriedenheit + mind 9 monatiger Mitgliedschaft!

Aber zurück zu AMAZON .... auch wenn mir dir Focus meistens unsympathisch ist, hier ein guter Artikel über miese Arbeitszustände in den Verwaltungsbüros von AMAZON ....

Zitat
Insider packen aus. So springt Amazon mit seinen Büro-Angestellten um
...

http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/tid-29719/insider-packen-aus-so-springt-amazon-mit-seinen-buero-angestellten-um_aid_926999.html (http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/tid-29719/insider-packen-aus-so-springt-amazon-mit-seinen-buero-angestellten-um_aid_926999.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08:48:05 Di. 26.Februar 2013
Zitat
Ohjaaa. EBAY ist mit vorsicht zu genießen, wurde im letzten Juni von jmd. abgezockt, der hat einen defekten Rasenmäher als "wenig genutzt" vertickert

Wenn Du auf einem Wochenmarkt bei einem Händler eine faule Tomate kaufst, beschwerst Du Dich dann auch über die Stadtverwaltung, weil die den Marktplatz zur verfügung stellt?

Jeder kennt die Regeln in der Bucht:
Gewerbliche Verkäufer = Rückgaberecht
Private Verkäufer = Pech gehabt

Da muss man sich eben im klaren drüber sein, das es da auch windige Geschichten gibt!

Rasenmäher und andere schöne Sachen würde ich auch nur beim Fachhändler  vor Ort kaufen.
Alleine schon, um dann bei der Garantie keine Probleme zu bekommen.
Außerdem bekomme ich da 15% Rabatt.
Also echten Rabatt und nicht so eine Praktiker- Verarsche!


(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/good.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 21:50:50 Di. 26.Februar 2013
Seid doch gnädig mit @BüroHENGST

Er kann doch nichts dafür, dass er zuviel Lasagne gegessen hat. Das Pferd ist dann mit seinem Hirn davongeritten.

Später hat er Grimms Märchen angesehen und dabei die Bild Zeitung "angesehen".
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 22:40:45 Di. 26.Februar 2013
Zitat
Amazon und Du – Macht und Ohnmacht des Verbrauchers

Die ARD-Dokumentation „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Für das Internet-Versandhaus ist die Reportage über ausländische Leiharbeiter, die in Deutschland wie Sklaven gehalten werden, ein PR-Gau. Der „Shitstorm“, der momentan in den sozialen Netzwerken über Amazon hinwegzieht, ist gewaltig. Amazon duckt sich weg und spielt auf Zeit – der Konzern weiß, schon morgen wird wahrscheinlich bereits die nächste Sau durchs virtuelle Dorf getrieben. Es ist an der Zeit, dass der Verbraucher seinen Kompass neu justiert und sich endlich der Macht bewusst wird, die er nicht nur in den Händen, sondern vor allem in seiner Brieftasche hält. Von Jens Berger.
[...]
Amazon ist eines dieser Unternehmen, die den Egoismus zum Grundprinzip erklärt haben und für die soziale Verantwortung nie ein Unternehmensziel war. In der Amazon-Welt zählt nur eine Zahl – die Rendite. Amazon ist dabei weder moralisch, noch unmoralisch – Moral und Ethik sind keine betriebswirtschaftlichen Kennzahlen. Amazon ist vielmehr amoralisch und überträgt dieses Prinzip auch auf seine Kunden. Der typische Amazon-Kunde ist demnach ein „Homo Oeconomicus“, ein Wesen, das rein nutzenmaximiert denkt und seine Kaufentscheidungen aus egoistischem Antrieb fällt. Weder der Buchhändler um die Ecke, noch der Leiharbeiter aus Polen spielen in diesem Modell eine Rolle.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=16210 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=16210)

Ebenfalls interessant:
Zitat
Warum es lohnt, den stationären Buchhandel zu unterstützen.
Eine Aktion der NachDenkSeiten.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16297 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=16297)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 01:01:26 Mi. 27.Februar 2013
Hallo Dagobert,

das hier

.....

Ebenfalls interessant:
Zitat
Warum es lohnt, den stationären Buchhandel zu unterstützen.
Eine Aktion der NachDenkSeiten.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=16297 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=16297)

habe ich gelesen bzw. kurz überflogen (Nachdenkseiten), ich werde es in 3 Tagen, wenn der Stress mit dem JC hier vorüber ist (hoffentlich) in Ruhe lesen können.
Aber zu meinem Glück habe ich noch nie ein Kto. oder einen Account bei 'Amazon' gehabt und bevorzuge den lokalen Buchhandel.
Was mir aber seit geraumer Zeit aufgefallen ist, ist einfach dass der lokale Buchhandel häufig Bücher (bekannte, gängige Fachbücher) nichtmal vorrätig hat, und ich so ein Exemplar nichtmal 'querlesen' kann.
Mir ist schon klar, dass das mit dem Preiskampf zu tun haben wird (lokaler Buchhändler hat geringere Rabatte und hat die Bücher dann am Lager liegen..), aber die Ware am Lager und der Verbraucher kann es 'in die Hand nehmen', querlesen...das hat schon was.
Hier, in diesem Zusammenhang ist von 'Büchern' die Rede, aber ich habe in diesem Thread schon von Rasenmähern und ... gelesen.
Was mir aber auf den Nachdenkseiten auffällt, dort schreibt dier Autor dass die Zukunft den E-Books gehören soll, ähnlich wie bei den Hörbüchern.

Ich habe noch keines von diesen beiden recht neuartigen oder modernen Dingen ausprobiert, in der Beziehung bin ich wohl doch recht konserativ.
Aber in einem richtigen Buch (Papier, Seiten..) da kann ich Notizen machen, zurückblättern, Sätze oder Stellen markieren, Lesezeichen, das kann ich überall mit hinnehmen, Seiten knicken, rausreissen und wieder einbasteln, also dass kann ich mir bei einem E-Book nicht vorstellen, da braucht man doch sicherlich Peripherie oder irgendwas zur Wiedergabe, und ob ich das (Peripherie) immer mitschleppen will oder kann ist eine Frage, dann braucht man dafür ja auch noch immer Energie (Strom) ist ja auch nicht überall verfügbar.


Der wahre Vorteil eines solchen E-Book's wird vermutlich erst im Rahmen einer Dissertation deutlich (Copy & Paste....)
die lästige Kennzeichnung als Zitat und Quellenangaben usw. läuft automatisiert im Hintergrund. ;D


Das ist nur eine Seite der Medallie, allein die Vorstellung, die (Amazon...)kopieren oder brennen den Inhalt von so einem Buch einfach auf CD und verkaufen das dann als E-Book, oder ist nur ne kleine Datei(die versenden sie per email), dann brauch ich ja in der Realität keinen Buchladen, kein Versandhaus, kein Transportwesen, nix mehr, da stirbt ja die halbe Gesellschaft aus, bzw. ist über.

Manchmal ist es vielleicht doch gut, noch etwas konserativ zu sein, weiss ich aber auch nicht.
Ich würde mich sehr freuen, wenn durch diesen Skandal(Amazon) der lokale, örtliche Buchhandel mal wieder Auftrieb bekommt, nicht nur der Buchhandel, sondern der ganz normale Handel insgesamt.



Ich finde es schon fast schrecklich wenn ich hier in die Stadt muss, zum Einkaufen, so in der Woche vormittags beispielsweise, da sieht man entweder
irgendwelche (weiblichen), übergestylten Wesen douglastütchenschwingend durch die Einkaufszone rennen und ahnt schon dass die in wenigen Monaten auch mit über 500.000€ Schulden in die Privat-Inso gehen und fragt sich ist das hier ein Mega-Bordell oder wie oder was ?

Dann gibt es andererseits einen 1€-Laden neben dem anderen, und um die Ecke sitzt oder wartet der nächste Bettler(geringstes Problem).
Ich finde das schlichtweg nicht mehr normal (ist aber wahrscheinlich normal, hat sich in den letzten paar Jahren wohl wirklich sehr krass geändert).

Ich vermisse ernsthaft so das Feeling aus den 90'ern oder früher, da ging ich noch gerne in die Stadt, oder liegt das am Alter?

Und Amazon ist ja nur die Spitze des Eisberges, da gibt es ja noch mehr Internet-Versandhäuser, da kannst du alles bestellen, 10 Paar Schuhe auf einmal, und 9 oder alle 10 wieder zurückschicken, und alles versandkostenfrei ?
Da muss man sich doch einfach mal fragen, wie soetwas funktioniert oder funktionieren soll ?





 
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 04:08:00 Mi. 27.Februar 2013
Rudolf Diesel - Solidarismus -  (Ist er wegen diesem Buch gestorben?)

Wenn wir nach seinen "Utopien" leben würden, gäbe es kein amazon.

http://www.amazon.de/Solidarismus-Nat%C3%BCrliche-wirtschaftliche-Erl%C3%B6sung-Menschen/dp/3875124162 (http://www.amazon.de/Solidarismus-Nat%C3%BCrliche-wirtschaftliche-Erl%C3%B6sung-Menschen/dp/3875124162)

Nur noch 5 auf Lager (mehr ist unterwegs). 18 € neu / 17,79 € gebraucht.

2,50 € in der Fernleihe eurer Stadtbibliothek. Mit einiger Sicherheit auch nicht im Bestand der örtlichen Buchhändler.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 10:23:30 Mi. 27.Februar 2013
Guten Morgen,

Meine Meinung:
Ich glaube der Amazon-Skandal soll durch den Pferde- und Eierskandal unter den Boden gekehrt werden.
In allen Medien ist vom Amazon-Skandal nichts mehr zu hören.

Amazon stand schon vor einem Jahr am Pranger, weil es Arbeitslose mit  Probearbeiten (Arbeitsamt) lockte.
Auch werden die Steuern in Luxenburg für Amazon (für Europa oder Weltweit) gezahlt. Der Deutsche Staat sieht davon nichts.
Die deutsche Buchbindung wird auch hintergangen.

Der örtliche Buchhandel muß sich an diese Buchbindung halten. Amazon nicht. Klar, dass dadurch Amazon billiger und viel mehr Bücher anbieten kann, als der örtliche Buchhandel.

Fast genauso sieht es mit anderen Artikeln (Elektro) bei Amazon aus. Kleinere Geschäfte werden verdrängt. Das hat aber vorher schon in den 90ern MediaMarkt und Saturn gemacht. Leider ist Amazon nicht der Einzige, der solche Machenschaften aufweist. Andere Shops habe bestimmt auch Dreck am Stecken. Nur nicht auch noch mit dieser braunen Schei... .




Ich habe noch keines von diesen beiden recht neuartigen oder modernen Dingen ausprobiert, in der Beziehung bin ich wohl doch recht konserativ.
Aber in einem richtigen Buch (Papier, Seiten..) da kann ich Notizen machen, zurückblättern, Sätze oder Stellen markieren, Lesezeichen, das kann ich überall mit hinnehmen, Seiten knicken, rausreissen und wieder einbasteln, also dass kann ich mir bei einem E-Book nicht vorstellen, da braucht man doch sicherlich Peripherie oder irgendwas zur Wiedergabe, und ob ich das (Peripherie) immer mitschleppen will oder kann ist eine Frage, dann braucht man dafür ja auch noch immer Energie (Strom) ist ja auch nicht überall verfügbar.

Lesezeichen kann man in so einem Ebook setzen. Aber wie Du schon sagtest, braucht man Strom. Das ist extrem Nachteilig.




Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 10:34:30 Mi. 27.Februar 2013
Was bei diesem Ebook noch dazu kommt:

Ich habe hier Bücher im Regal stehen, die sind 50 Jahre alt.
Die ziehe ich raus, puste den Staub ab, schlage sie auf und lese sie!

Was ist aber in 10, 20, 50 Jahren mit diesem Ebook?
Kann ich dieses Format dann überhaupt noch lesen?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 10:50:21 Mi. 27.Februar 2013
....
Kann ich dieses Format dann überhaupt noch lesen?

Eben! - Das Spiel kennen wir doch schon von den Schallplatten und Tonbändern. Die Speicherung von Informationen der Menschheit für Nachgeborene oder Aliens ist auch so eine Aufgabe der wir uns nur mit halbem Herzen stellen.

Wer gibt "Data"
 (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/thumb/0/09/DataTNG.jpg/250px-DataTNG.jpg)
dann im Ernstfall ne Möglichkeit den CD-, DVD-, MP3-Player oder den Entschlüsselungsalgorithmus für den Windows-Datensalat aus Nullen und Einsen?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 11:06:59 Mi. 27.Februar 2013
Noch schlimmer sind ja die "Bücher" bzw. die Dateien, die man nur via Server von Amazon (u.a.?) per E-book lesen kann, also nicht auf den eigenen Rechner laden kann.

Die muß man zwar bezahlen, aber "gehören" tun sie einem trotzdem nicht und je nach Gutdünken des Anbieters wird dann eventuell der Zugang erschwert oder gar komplett gekappt.

Pervers...aber Alle machen das mal wieder mit, wie so oft....
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 11:23:34 Mi. 27.Februar 2013
Was mir aber seit geraumer Zeit aufgefallen ist, ist einfach dass der lokale Buchhandel häufig Bücher (bekannte, gängige Fachbücher) nichtmal vorrätig hat, und ich so ein Exemplar nichtmal 'querlesen' kann.
Mir ist schon klar, dass das mit dem Preiskampf zu tun haben wird (lokaler Buchhändler hat geringere Rabatte und hat die Bücher dann am Lager liegen..), aber die Ware am Lager und der Verbraucher kann es 'in die Hand nehmen', querlesen...das hat schon was.
Das könnte auch daran liegen, daß speziell Fachbücher nicht in jeder Buchhandlung gleich gut laufen. Die Buchhändler müssen ja auch leben, und werden deshalb bei ihren Bestellungen die voraussichtlichen Verkaufschancen mit berücksichtigen, wobei es dann auch auf den Standort der Buchhandlung ankommt (Uninähe, abgelegenes Dorf oder wo auch immer).

Zitat
Aber in einem richtigen Buch (Papier, Seiten..) da kann ich Notizen machen, zurückblättern, Sätze oder Stellen markieren, Lesezeichen, das kann ich überall mit hinnehmen, Seiten knicken, rausreissen und wieder einbasteln, also dass kann ich mir bei einem E-Book nicht vorstellen, da braucht man doch sicherlich Peripherie oder irgendwas zur Wiedergabe, und ob ich das (Peripherie) immer mitschleppen will oder kann ist eine Frage, dann braucht man dafür ja auch noch immer Energie (Strom) ist ja auch nicht überall verfügbar.
Ich habe hier Bücher im Regal stehen, die sind 50 Jahre alt.
Die ziehe ich raus, puste den Staub ab, schlage sie auf und lese sie!

Was ist aber in 10, 20, 50 Jahren mit diesem Ebook?
Kann ich dieses Format dann überhaupt noch lesen?
Genau aus diesen Gründen wird das gedruckte Buch auch nicht aussterben.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:25:42 Mi. 27.Februar 2013
Zitat
Pervers...aber Alle machen das mal wieder mit, wie so oft.

Ich nicht... ::)


Ich habe auch großes Verständnis dafür, das die Buchhandlungen nicht jedes spezielle Fachbuch auf Lager haben! Wie soll das denn gehen? Es gibt Millionen Bücher!
Aber sie können es bestellen und das geht ziemlich schnell!

Meine absolute Lieblingsbuchhandlung ist aber die Buchhandlung im Schanzenviertel (Schulterblatt 55) in Hamburg!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 11:41:41 Mi. 27.Februar 2013
Der allerwichtigste und nicht zu unterschätzende Vorteil ist eben der lebende Mensch, sprich der gut ausgebildete Buchhändler, der den Kunden einfühlsam berät.

Das kann keine Webseite, trotz der Kritiken der Leser (oder gerade wegen...) eben nicht leisten und wie die Buchhändlerin bei NDS es in Ihrem Brief es so schön beschreibt:

Zitat
Ein guter Buchhändler steht und fällt mit der Kunst der Recherche. Er weiß, welche Datenbanken fehlerhaft sind, wo und wie er suchen muß. Das ist wesentlicher Bestandteil seiner Ausbildung. Ja, man kann sich heutzutage selbst den ganzen Abend damit verbringen, sich durch die große Angebotsvielfalt durch zu klicken. Man kann aber auch eine kurze E-Mail mit seinen Wünschen an seinen Buchhändler schicken oder ihn kurz anrufen.


Zitat
Aber guter Service setzt auch Kommunikation voraus. Der Buchhändler hört zu, hakt nach und gibt individuelle Buchvorschläge jenseits der umsatzorientierten Algorithmen. Es ist auch schon mal vorgekommen, dass ich einer Kundin, nach längerem Gespräch, das vielfach empfohlene Buch über Zeitmanagement abgeraten habe und ihr Erich Fromms „Haben und Sein“ zum Reinlesen in die Hand gedrückt habe. Das war dann auch ganz genau das, was sie gesucht hatte und sie war mir auch sehr dankbar für den Tipp.

Und DAS ist die große Kunst beim Bücherverkauf, die die Kunden so lieben, bzw. geliebt haben und auf die wir wieder gesteigerten Wert legen sollten...

und zwar VOR allen Serviceleistungen, Blitzlieferungen, 20 cent Preisermäßigung usw.,  dem ganzen Quatsch eben, den hauptsächlich A. so groß gemacht hat und auf den wir alle reingefallen sind.

Obendrein verringert diese Haltung die typischen Fehlkäufe, die sich nur nach der Beschreibung auf dem Umschlag richten und die zu den "nur angelesenen" Bücherstapeln zu Hause führen.



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 11:44:04 Mi. 27.Februar 2013
Wie sooft, nicht das Medium ist hier entscheidend, vielmehr dass was man daraus macht
Natürlich haben Bücher in gedruckter Form, gerade Bücher älteren Semesters ihre ganz eigene Aura aber

digitales, seien es Zeitschriften, Bücher in PDF, epub, etc. haben zu recht ihre Berechtigung,
beispielsweise wenn eine größere Zahl von Büchern auf Reisen gehen sollen, hier bietet
sich das Ebook bestens an.
Wichtig ist viel mehr, dass ein Ebook wider dem Amazon-Kindle Prinzip frei seiner
Datenformate und Verwendungsmöglichkeiten ist.

Vielleicht erschafft der Tablet PC, das Smartphone über das Ebook mehr zukünftige Leser
alles es alle Pädagogen je für möglich gehalten hätten
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 11:51:15 Mi. 27.Februar 2013
Häufig hilft es ja auch, die Dinge einfach IM HIRN mit sich zu tragen, als jedesmal das Smart- oder sonstwie -phone konsultieren zu müssen.

 ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 12:25:19 Mi. 27.Februar 2013
Wichtig ist viel mehr, dass ein Ebook wider dem Amazon-Kindle Prinzip frei seiner
Datenformate und Verwendungsmöglichkeiten ist.

Damit hast Du vollkommen Recht. Über Amazon habe ich 2 Ebooks (Diese hatte ich gekauft, um um Kindle auf dem Tablet zu testen) von Amazon (Glücklicherweise sind alle anderen ein offenes Format). Nach meiner Löschung des Kontos waren diese nicht mehr lesbar. Dafür zahlt man Geld.
Ein gedrucktes Buch gehört mir.


Ein Buchladen gibt es bei mir in 500m Entfernung. Wenn ich noch mehr Auswahl möchte, brauch ich nur in die Innenstadt (2 km).
So soll es auch bleiben!


Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 12:56:35 Mi. 27.Februar 2013
Wie sooft, nicht das Medium ist hier entscheidend, vielmehr dass was man daraus macht
....

Vielleicht erschafft der Tablet PC, das Smartphone über das Ebook mehr zukünftige Leser
alles es alle Pädagogen je für möglich gehalten hätten

Das kann man nur hoffen. Ich bedauere heute schon meine Kinder, wenn sie unsere Bücher- und Tonträgersammlung nach unserem Abnippeln einer wie auch immer gearteten Verwertung zuführen. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sowohl Entsorgungsunternehmen manchmal psychisch (wegen der Werte) und Bibliotheken physisch (wegen der Mengen) überfordert sind, wenn Erben mit Büchern oder Tonträgern ankommen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 14:09:26 Mi. 27.Februar 2013
Hallo,


Noch schlimmer sind ja die "Bücher" bzw. die Dateien, die man nur via Server von Amazon (u.a.?) per E-book lesen kann, also nicht auf den eigenen Rechner laden kann.

Die muß man zwar bezahlen, aber "gehören" tun sie einem trotzdem nicht und je nach Gutdünken des Anbieters wird dann eventuell der Zugang erschwert oder gar komplett gekappt.

das ist ernsthaft perves, meiner Meinung nach.

Allein hier, in diesem thread, mit den relativ wenigen Beitragen  in der relativ kurzen Zeit erkennt man doch die Nachteile sofort, wenn man es denn sehen und wahrhaben will.

Und noch ein ganz simpler Vorteil fällt mir ein, ich denke da gerade an ein bekanntes Print-Medium, die 'Blöd-Zeitung' die gab es füher auf jedem ordentlichen Bauarbeiter-WC....

Ich weiss nicht, ob man sich mit den E-Books von Amazon auch den Arsch abwischen kann ?

Pervers...aber Alle machen das mal wieder mit, wie so oft....

alle zum Glück nicht, aber wir werden sehen.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Andrico am 14:12:23 Mi. 27.Februar 2013
Zitat
Der allerwichtigste und nicht zu unterschätzende Vorteil ist eben der lebende Mensch, sprich der gut ausgebildete Buchhändler, der den Kunden einfühlsam berät.

Da fällt mir eine kleine Anekdote ein. Ich habe eine Ausbildung zur Buchhändlerin gemacht, Anfang der 90er. Einmal kam da eine Kundin in den Laden und wollte ein Buch, dessen Titel ihr aber nicht mehr einfiel. Sie sagte: "Ich möchte das Buch das wie ein Käse heißt." Wir überlegten hin und her. Gouda? Emmenthaler? Camenbert? War es aber alles nicht. Lt. Aussage der Kundin war es aber auch kein Buch über Käse, es heisse halt nur wie ein Käse. Wir kamen dann schließlich darauf was sie meinte: "Philadelphia" zu dem damaligen Kinofilm.

Also bei Amazon hätte die da aber lange suchen können.

Andrico
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:43:17 Mi. 27.Februar 2013
Wenn ich jemandem zum Geburtstag ein Buch schenken möchte gehe ich in eine Buchhandlung und habe keinen blassen Schimmer welches Buch ich nehmen könnte.
Ich frage dann die Verkäuferin und die hat sofort eine Idee.
Meistens schlägt sie dann fünf, sechs Bücher vor und ich entscheide mich dann für eins.
Und das passt dann auch!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 16:13:17 Mi. 27.Februar 2013
Wie dem auch sei, nicht alles ist gleich schlecht bei Amazon, das beste dort sind die Produktrezensionen, gut 100% drauf aufbauen kann man nicht, doch größtenteils haben die mir bei der Produktwah + Nichtwahll gut geholfen (80-90%).
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:53:47 Mi. 27.Februar 2013
Auf diese Produktrezensionen kann ich auch scheißen!
Das meiste wird sowieso von Werbetextern und von Firmen extra dafür beauftragtem Personal geschrieben.
Da hat dann der letzte Schrott plötzlich 5 Sterne und keiner weiß warum!

Ist aber nicht nur bei Amazon so!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 17:06:36 Mi. 27.Februar 2013
ja, aber ein Werbetexter schreibt bestimmt keine 1-2 Sterne Rezensionen (es sei denn, es ist jemand von der Konkúrrenz). Doch gut, mann kann sich auch auf anderen Seiten und in Foren informieren :) ... und im übrigen ist es leider auch so, dass selbst ehemals namhafte Markennamen nur noch billigen Mist herstellen ... so zB. A*G
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:29:23 Mi. 27.Februar 2013
Zitat
ja, aber ein Werbetexter schreibt bestimmt keine 1-2 Sterne Rezensionen

Das stimmt! Aber eine schlechte Bewertung kannst Du mit zehn Guten wieder aufmöbeln!

Ich bin auf solche Rezensionen so schlecht zu sprechen, weil ich damit mehrfach auf die Nase gefallen bin.

Da ich viel Outdoor unterwegs bin, bin ich auch immer auf der Suche nach zweckmäßiger Bekleidung und Ausrüstung.
Dabei schaue ich dann natürlich auch auf die Bewertungen und Kundenmeinungen und bin damit jetzt bei einem Rucksack, einem Schlafsack und einer Hose auf die Fresse gefallen.
Alle drei Sachen hatten beste Bewertungen und alle Kunden schienen mit dem Produkt hochzufrieden!
Entweder hatten die ein anderes Produkt oder die Bewertungen waren glatter Beschiss! Ich konnte das jedenfalls nicht nachvollziehen!
Zitat
.. und im übrigen ist es leider auch so, dass selbst ehemals namhafte Markennamen nur noch billigen Mist herstellen


100% Zustimmung!
Es gab mal Firmen (und es gibt sie vermutlich immer noch in irgendwelchen Nischen) denen die Zufiredenheit ihrer Kunden und das Image der Firma wichtig war. Und dementsprechend waren auch die Produkte ausgelegt.
Heute haben die alle ihre Firmenanteile verhökert und denen ist nur noch die Rendite der Aktionare wichtig.

Ein Beispiel  (von vielen) aus dem Outdoorbereich ist Jack Wolfskin! Produzieren nur noch Schrott!
In der Stadt siehst Du jeden damit rumrennen aber im Outdoorbereich sind sie heute verpönt!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 17:40:18 Mi. 27.Februar 2013
Die Produktrezensionen von Amazon ist das Einzige, was gut ist. Es ist der 1. Eindruck von einem Artikel. Danach schaue ich mir Rezensionen von anderen Seiten (wenn es welche gibt - bei Büroartikel ist das selten) an.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:48:20 Mi. 27.Februar 2013
Um beim Outdoorbereich zu bleiben:
Da gibt es auch jede Menge Foren die sich damit beschäftigen!
Und da findet man dann auch häufig die tatsächlichen Eigenschaften der Produkte!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: hanni reloaded am 18:11:34 Mi. 27.Februar 2013
Ich hab noch nie ne Rezension (hab ich das jetzt richtig geschrieben?) gelesen.

Wenn ich was haben will, dann ist mir egal, was andere schreiben.

Bei Büchern hätte ich vorher oft die Rezensionen lesen sollen. ::)



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 19:21:19 Mi. 27.Februar 2013
Es gibt Computer, die haben ganz schön zu tun, wenn sie mit Calibre epubs in pdf umwandeln....
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 21:52:34 Mi. 27.Februar 2013
... nicht die HW wird gefordert, es ist die SW die es zu fordern gilt. Calibre ist ein Wimpernschlag im Umwandlungsprozess zum Ergebnis

http://www.chip.de/downloads/Calibre-32-Bit_35436003.html (http://www.chip.de/downloads/Calibre-32-Bit_35436003.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 22:29:35 Mi. 27.Februar 2013
Ja, auferstanden, aber meine "Botschaft" war ne andere.  ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tante Maria am 23:44:29 Mi. 27.Februar 2013
Läuft gerade bei ARD Anne Will  mit Günter Wallraff zu amazon.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 00:45:08 Do. 28.Februar 2013
Ob man nun Anne Will (FDP-Theater), Stefan Raab (FDP-Promotion) oder Markotz Lanz (Bild Dir meine Meinung!) anschaut ... ich kann da nur mit Brechreiz
abschalten. Es ist eben Desinfotainment ... UntersteHaltung. Gebabbel um den heissen Brei ohne jegliche wirkliche Relevanz und Auswirkung.
Schön, dass wir aus Alibigründen mal wieder drüber gesprochen haben.

Morgen geht alles wieder in altbewährter Manier von vorne los. Dumm-Michel geh schlafen und mach 7mal Sex.  :evil: RTL hilft Dir.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Ziggy am 08:07:10 Do. 28.Februar 2013
Wichtig ist viel mehr, dass ein Ebook wider dem Amazon-Kindle Prinzip frei seiner
Datenformate und Verwendungsmöglichkeiten ist.

Kurze Geschichte dazu: Hatte mir seinerzeit ein kleines Tablet mit Android 2.3 gekauft, als Lese App verwendete ich Aikido, eBooks kaufte ich bei Weltbild u.a., wovon die meisten mit Adobe DRM "gesegnet" waren. Nun kann man ja - glaube ich - 8 Geräte für diesen Scheiß freischalten, dann ist erstmal Sense. Blöderweise musste ich das OS meinen Tablet mehrmals updaten, und jedesmal neu bei Adobe registrieren. Irgendwann war halt die Sperrgrenze erreicht, und nichts ging mehr. Oder auf Deutsch: Ich konnte meine gekauften und bezahlten eBooks nicht mehr lesen. Kein Problem, dachte ich, schrieb eine Mail an Adobe, schilderte mein Problem, lehnte mich zurück, und wartete ... wartete ... wartete ... drei Tage lang, dann erhielt ich die hoffnungsfrohe Botschaft, man habe meine Mail gelesen (!!!) und werde sich darum kümmern, es könne aber ein paar Tage dauern. Kurz und gut: Ich kaufte mir online eine Software für 30 Mücken, die den DRM einfach rausschmeißt, und fertig. Ob das legal ist, interessiert mich einen Scheißdreck. Überflüssig zu erwähnen, daß sich Adobe gnädigerweise nach 14 Tagen dann doch dazu dazu herabgelassen hat, mir weitere Geräte freizuschalten ... soviel zur "Freiheit" wider dem Amazon Kindle Prinzip.

Vor zwei Jahren kaufte ich mir dann einen Kindle, weil das m.E. der beste Reader auf dem Markt ist, den ich mir auch leisten kann. Das Gemaule über die Beschneidungen bei Amazon kann ich nicht nachvollziehen, Amazon ist da nicht schlimmer als alle anderen auch.

Ich lese auch gerne gedruckte Bücher, aber eben mehr zu Hause. Wenn ich unterwegs bin, hab ich meinen Kindle dabei, ich bin von dem Gerät begeistert, vor allem, weil ich auch Querleser bin, ich lese manchmal 5 Bücher parallel, da gibt's keine bessere Lösung für mich.

Ich habe zu Amazon u.ä. dieselbe Meinung wie zu Leihbutzen: Es ist nicht die Schuld der Kakerlake, wenn jemand die Küchentüre offen stehen lässt. Unsere Politiker haben die Zustände zu verantworten, wie wie sie heute vorfinden, sie haben die Türe aufgemacht und das Ungeziefer eingeladen. Und deswegen isses so, wie's is.

Die Produktrezensionen finde ich prinzipiell gut, die Sterne sind mir relativ egal, aber die Texte sind oft sehr hilfreich, weil manchmal aus derProduktbeschreibung allein nicht ersichtlich ist, ob es tatsächlich das ist, was ich möchte.

Und um das Maß vollzumachen: Ich kaufe auch meine MP3 in dem Laden (vorher Musicload, war noch schlimmer). Was ich in dem Bereich absolut ätzend finde, ist iTunes, aber ich denke, unterm Strich sind die alle mehr oder weniger gleich. Jedenfalls kaufe ich schon lange keine CDs mehr.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 08:20:29 Do. 28.Februar 2013
Wir hatten auch mal Kakerlaken (in einer vorhergehenden Wohnung) ... Einmal brutal getötet, richtig saubergemacht und keine hat sich wieder blickenlassen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 11:34:47 Do. 28.Februar 2013
Hallo Strombolli,

das:

Wir hatten auch mal Kakerlaken (in einer vorhergehenden Wohnung) ... Einmal brutal getötet, richtig saubergemacht und keine hat sich wieder blickenlassen.

ist doch echt mal ein Wahlprogramm.
Sind die Viecher rein zufällig schwarz ?, evtl. mit geringen gelben Farbakzenten ?

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:04:50 Do. 28.Februar 2013
Zitat
Ich habe zu Amazon u.ä. dieselbe Meinung wie zu Leihbutzen: Es ist nicht die Schuld der Kakerlake, wenn jemand die Küchentüre offen stehen lässt. Unsere Politiker haben die Zustände zu verantworten, wie wie sie heute vorfinden, sie haben die Türe aufgemacht und das Ungeziefer eingeladen. Und deswegen isses so, wie's is.

Danke! Mir war die ganze Zeit mulmig bei dem Hype um den Amazon "Skandal". Ich hätte es nicht so gut auf den Punkt bringen können. Die ganze Aufgeregtheit im Netz ist eher eine Rechtfertigung dafür in "Sozialen Netzwerken" rumzuhängen und sie mit den wirklichen Leben zu verwechseln. Selbst eine Pleite von Amazon würde nichts an der Situation des Lohndumpings und dem Gegeneinanderauspielen und Schikanieren der Ausgebeuteten ändern. Ein kleiner Schritt in Richtung einer echten Verbesserung wäre die Verbreitung der politischen Forderung Leiharbeit endlich zu verbieten. Mehr als virtuelle und mediale Öffentlichkeiten ist hier echter Druck notwendig und der muß von Leiharbeitern und Stammbelegschaften kommen. Es gibt ein paar Ansätze und Erfolge auf dem Gebiet, egal wie wenig Interesse die Gewerkschaften daran zeigen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: hanni reloaded am 14:05:14 Do. 28.Februar 2013

 Ein kleiner Schritt in Richtung einer echten Verbesserung wäre die Verbreitung der politischen Forderung Leiharbeit endlich zu verbieten. Mehr als virtuelle und mediale Öffentlichkeiten ist hier echter Druck notwendig und der muß von Leiharbeitern und Stammbelegschaften kommen. Es gibt ein paar Ansätze und Erfolge auf dem Gebiet, egal wie wenig Interesse die Gewerkschaften daran zeigen.

Ich werd vermutlich gleich getötet, aber ich finde, daß Leiharbeit im Grundsatz nichts Verkehrtes ist.

Allerdings sollten gänzlich andere Bedingungen herrschen:

-höherer Lohn als die Stammbelegschaft, da kein fester Arbeitsplatz
-Erstattung sämtlicher Kosten, also nix Pauschalen für Entfernung oder Futter
-höherer Steuerfreibetrag.

Dann gäbe es vielleicht sehr viel weniger Leiharbeit.


Wir haben hier ein ortsansässiges weltbekanntes Unternehmen, das holt sich seine
"Leiharbeiter" aus der ganzen Welt.
Allerdings sind diese Spezialisten wohl nicht zu vergleichen.
Die Firma zahlt: Unterkunft ohne Zicken, Umzüge, Privatschulen für die Brut.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 14:18:53 Do. 28.Februar 2013
Wenn nicht die meisten Unternehmer den gierigen erbarmungslosen Profitgeier heraushängen liessen, wie ihnen das die Figuren aus der Politik und Presse
vorgeben, sondern "gemäßigter" ausbeuten würden, könnte das Leben so schön sein, wie in den 60gern und 70gern.

Die Zeiten sind aber eben andere geworden. Kein Ostblock mehr, den man als ideologische Konkurrenz und Billiglohnzone hat. Viel mehr Plätze auf der Welt wo man seine kapitalistischen Manchestertraditionen ausleben kann.

Zitat. (http://www.forum-ordnungspolitik.de/zur-ordnungspolitik/populaere-irrtuemer/40-manchester-kapitalismus) "....Schuld war im 19. Jahrhundert der ungezügelte laissez-faire Liberalismus, der jedwede staatliche Steuerung ablehnte und die soziale Frage vernachlässigte."

Erklärung: laissez-faire Liberalismus (http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/laissez-faire-liberalismus.html)

Natürlich ist hannis Idee nicht schlecht, aber wieviele Unternehmer/Politiker würden das auch so sehen?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: hanni reloaded am 14:37:47 Do. 28.Februar 2013
aber wieviele Unternehmer/Politiker würden das auch so sehen?

Keiner? Wenige?

Is aber wurscht, denn es geht darum, diese derzeite Form der Leiharbeit unattraktiv zu machen und den
Leiharbeitern, die sich das antun wollen, einen gerechten Ausgleich zu geben.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:39:10 Do. 28.Februar 2013
Zitat
Natürlich ist hannis Idee nicht schlecht, aber wieviele Unternehmer/Politiker würden das auch so sehen?

Das interessiert mich ehrlich gesagt herzlich wenig, wie das Unternehmer/ Politiker sehen.
Wichtig ist, wie die Leute das sehen, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen.
Und wie die Leute es schaffen können, sich zu organisieren und für ihre Interessen zu kämpfen!

Willst Du darauf warten, das irgend ein  Unternehmer/Politiker Dir ein paar Almosen hinschmeisst?
Alle sozialen Errungenschaften wurden erkämpft, nicht erbettelt!

We don`t want a piece of cake - we want the whole bakery!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 14:43:30 Do. 28.Februar 2013
Meine Frage sollte nicht heissen, dass wir die Unternehmer fragen sollen. Und der Verweis "könnte das Leben so schön sein, wie in den 60gern und 70gern"
ist auch nicht so einfach gemeint, wie er sich liest.

Vielmehr sollte er deutlich machen, was von euch als Einwand kam. Insofern,um die Ecke gedacht, hab ich mein Ziel doch erreicht.  ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Ziggy am 14:46:40 Do. 28.Februar 2013
Es gab mal eine Zeit, da war Leiharbeit freiwillig ... wenn ich ins Amt kam, fragte mich mein Vermittler (der den Namen auch noch verdiente!), ob ich gerne Leiharbeit machen würde, und wenn ich NEIN sagte, war der Fall erledigt und ich hatte nichts zu befürchten. Dennoch gab es durchaus Leute, die das gerne machen wollten, man verdiente gut, bekam ordentlich Auslöse, kam herum in der Welt. Ich kannte einen, der sagte mir: "In meinem ganzen Leben will ich nichts festes, mir gefällt das so."

Und so, liebe @hanni, meintest du das doch, oder? Und genau so sollte das auch heute wieder sein! Freiwillig und gut gelohnt!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:53:44 Do. 28.Februar 2013
Zitat
Ich werd vermutlich gleich getötet, aber ich finde, daß Leiharbeit im Grundsatz nichts Verkehrtes ist.

Allerdings sollten gänzlich andere Bedingungen herrschen:

-höherer Lohn als die Stammbelegschaft, da kein fester Arbeitsplatz
-Erstattung sämtlicher Kosten, also nix Pauschalen für Entfernung oder Futter
-höherer Steuerfreibetrag.

Dann gäbe es vielleicht sehr viel weniger Leiharbeit.
Ich verstehe nicht ganz, denn:
Wenn man Leiharbeit verbietet, gibt es sie nicht mehr. In Namibia ist das bereits 2008 durchgesetzt worden.
Warum soll man denn hoffen, daß es über andere Maßnahmen vielleicht weniger Leiharbeit gibt?

In Frankreich gibt höheren Lohn für Leiharbeiter per Gesetz. Trotzdem gibt es massenhaft Leiharbeit.
Leiharbeit ist auch ein Angriff auf die Arbeitsbedingungen der Stammbelegschaften. Es gibt eine gespaltene Belegschaft. Durch die erhöhte Flexiblisierung kann die Arbeitsverdichtung erhöht werden. Ohne Leiharbeiter müßte ein Belegschaft soweit vergrößert werden, daß damit auch Auftragsspitzen geschafft werden. Das heißt, jenseits der "Spitzen" wird nicht 100% gearbeitet.

Jetzt staunt man darüber, daß die Beschaftigten sich reihenweise kaputtarbeiten, Burnout, psychische Zusammenbrüche, kaputte Nerven, kaputte Knochen.

Leiharbeit ist Teil der Daumenschraube gegen alle Arbeitenden. Es geht nicht allein um Arbeitslohn und Arbeitsstunden. Es geht auch um Arbeitsdruck und um Zusammenhalt oder Vereinzelung im Betrieb...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: hanni reloaded am 15:02:57 Do. 28.Februar 2013


Und so, liebe @hanni, meintest du das doch, oder? Und genau so sollte das auch heute wieder sein! Freiwillig und gut gelohnt!

Ja, so hab ichs gemeint.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:20:11 Do. 28.Februar 2013
Da sind grade ganz wichtige Punkte in die Diskussion gebracht worden!

Leiharbeit scheint mir, so bis ca. 1995 tatsächlich nur eine Möglichkeit für Firmen gewesen zu sein, um Arbeitsspitzen abzufangen und kurzfristige Urlaubs- und Krankenvertretungen abfedern zu können.
Ein Kumpel von mir hat in dieser Zeit bei einer ZAF gearbeitet und das Gleiche verdient wie seine festangestellten Kollegen, aber plus Fahrtgeld und Spesen.

Und dann, mit Beginn der rotgrünen Regierung veränderte sich die Situation!
Leiharbeit wurde zu dem was Kuddel grade beschrieben hat.
Auch Ziggy hat einen Aspekt dazu ganz deutlich benannt:
Zitat
Es gab mal eine Zeit, da war Leiharbeit freiwillig

Heute wirst Du nicht mehr gefragt, sondern Du bekommst 15 VVs im Monat, von denen 12 bei ZAFten sind!
Und noch schlimmer:
Du wirst zu "Gruppenveranastaltungen" in die Räume des JC "vorgeladen", wo Dir dann rhetorisch geschultes ZAF Personal erzählen will, wie schön das doch alles ist!


Ich fürchte auch, das der Punkt überschritten wurde, an dem es möglich gewesen wäre, hier noch was zu verändern, bzw. einen Status Quo von z.B. 1985 zu erhalten.

Die Frage ist ja auch, ob es Sinn macht in einem brennenden Gebäude noch mit dem tapezieren anzufangen oder ob man nicht die Hütte lieber abreißt und dann im neuen Haus tapeziert!

(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/smilie_happy_320.gif)


@strombi:

Hab Dich mal wieder falsch verstanden!

(http://www.tierischgesund.com/images/smilies/tschuldigung.gif)



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 16:18:41 Do. 28.Februar 2013
"das Tapezieren im brennenden Haus" ist eine vortreffliche Metapher, denn so wenig es per se eine wie auch immer geartete Zeitarbeit light in einem demokratischen Rechtsstaat geben kann, so wenig ist jeglicher gesetzlicher Handlungsspielraum zugunsten des reformierten Menschenhandels in Konsequenz zu akzeptieren.

Davon abgesehen, es gab nicht nur eine Zeit in der Leiharbeit freiwillig war, es gab sogar eine Zeit in der Leiharbeit schlicht und einfach verboten war.

Es ist schon mehr als erbärmlich und traurig zugleich, überhaupt über ein pro und kontra Leiharbeit diskutieren zu müssen...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 16:37:52 Do. 28.Februar 2013
Hallo @Kuddel, so wie du das siehst, sehe ich es auch. AMAZON ist kein Einzelfall, nur die Spitze vom Eisberg.  Was ist denn mit der Friseuse, die nur 3 Euro Fünzfig verdient, oder mit dem Spargel-Erdbeer-Gurken-Junker, der seine Landarbeiter mit 3 Euro ausbeutet? Was ist mit KIK, dem ehemaligen Schlecker usw.?!

Hab auch mit einer Bekannten über AMAZON mich unterhalten, sie möchte  da weiterhin bestellen, meinte jedoch: wenn die sich die Mitarbeiter mies behandelt fühlen, dann müssen die sich wehren.

Ich selber habe vor da auch nichts mehr zu bestellen, sollte sich nichts bessern, lösche ich mein Konto da binnen Jahresfrist (bzw. wenn man in einer Großstadt / in Großstadtnähe wohnen würde, ist AMAZON am ehesten verzichtbar).
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 17:44:45 Do. 28.Februar 2013
Hallo Strombolli,

(für mich bist du ja Mutti's heimlicher Doktorvater, aus nem anderen thread)   ;)
ich freue mich immer sehr über deine Beiträge.

bei dem hier:
Wenn nicht die meisten Unternehmer den gierigen erbarmungslosen Profitgeier heraushängen liessen, wie ihnen das die Figuren aus der Politik und Presse
vorgeben, sondern "gemäßigter" ausbeuten würden, könnte das Leben so schön sein, wie in den 60gern und 70gern.

Die Zeiten sind aber eben andere geworden. Kein Ostblock mehr, den man als ideologische Konkurrenz und Billiglohnzone hat. Viel mehr Plätze auf der Welt wo man seine kapitalistischen Manchestertraditionen ausleben kann.....

stimme ich dir 100%-ig zu.
So war das früher (als es die DDR und den Ostblock noch gab) habe vor ein paar Wochen ne super Doku gesehen, da wurde gezeigt wie westdeutsche Versandhäuser im Osten billigist (Billy, der Name eines Regals  ;D) produzieren liessen, aber nicht nur Möbel, nein auch Kleidung und blablabla.
Jedenfalls wurden für die Produktion im Ostblock (ehem. DDR) auch Strafgefangene eingesetzt (aber überwiegend weil sie nicht systemkonform) waren.

Jedenfalls brauchte es da keine Leiharbeit(er/innen), da wurden schlichtweg die Produkte importiert, vom Westen und mit höchsten Gewinnmargen (Profitgier) verscherbelt.

War oder ist vermutlich der Vorläufer der 'Werkverträge'.
Kommt alles wieder, verlass dich drauf.
Ich finde den Hype um 'Amazon' gut, weil nun hoffentlich die Lawine Leiharbeit/Sklavenhalterei vielleicht ins Rollen kommt.
Und Amazon dürfte wohl ernsthaft nur die Spitze des Eisberges sein.
Wenn die Bedingungen in der Leiharbeit passen (höhere Löhne/Gehälter) und die Leute das freiwillig machen, ist es meiner Ansicht auch rechtens und legitim, aber nicht wenn immer mehr Stammbelegschaften in Leiharbeiter/Sklaven umgewandelt werden, zu deutlich schlechteren Bedingungen, nur weil es lt. Gesetz auch möglich ist nen Vollzeit-Job als Sklave anzunehmen und zum Aufstocker zu mutieren.
Aufstocker-Sklave, ganz neue Begriffe.

Und gestern diese Sendung mit Anne will.... und diese Tussi von der Skalvenhalterlobby(Puffmutter), die spielte sich ja auf wie die reinste Samaritern, also so gut und sozial wie die sind (die Sklavenhalterlobby) bzw. sich zu verkaufen versuchen, das kann doch gar nicht sein, dass wir die guten 60'er, 70'er und 80'er Jahre ohne solche Leihbuden (im grossen Ausmass) erlebt oder geschafft haben.

Gibt es schon ne Sklavenhalterbude die sich 'Samariter' nennt ?

Strombolli, alter Archivator, hatte Mutti's Dissertation evtl. was mit Sklavenhaltung oder Werkverträgen zu tun ?
Was sagt dein Archiv dazu ?

  

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 18:48:25 Do. 28.Februar 2013
Na, man weiss ja nicht, was alles noch so herauskommt. - Mit dem Doktorvater kann nicht wirklich hinkommen, denn die Frau ist 4 Jahre älter als ich.
Aber ich vermute, sie ist IM mit dem Auftrag die BRD und Westeuropa wirtschaftlich zu ruinieren und durch Zuspitzung der sozialen Lage, dem Sozialismus zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.

Die äussert sich nur deshalb zu amazon nicht, weil es ihrem FDJ/Stasi-Auftrag entspricht, Unzufriedenheit zu schüren, damit ne revolutionäre Situation entsteht.

Das war übrigens jetzt ätzende Satire!
Nee, Vollstrecker, sowas wie den vermeintlichen Doktorvater oder ein heimliches Kind mit Sahra angeht ... da schmunzele ich nur.
Ärgerlich werde ich nur, wenn man mich in die braune oder gelbe Ecke stellt, weil ich mal wieder zuviel oder zuwenig zwischen den Zeilen geschrieben habe.

Nachtrag: Die IM-Fiktion leite ich aus dieser Geschichte (http://www.chronik-berlin.de/news/merkel_02.htm) ab.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 20:01:22 Do. 28.Februar 2013
Hi Strombolli,

Na, man weiss ja nicht, was alles noch so herauskommt. - Mit dem Doktorvater kann nicht wirklich hinkommen, denn die Frau ist 4 Jahre älter als ich.
Aber ich vermute, sie ist IM mit dem Auftrag die BRD und Westeuropa wirtschaftlich zu ruinieren und durch Zuspitzung der sozialen Lage, dem Sozialismus zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.

ok, das klingt nach Mutti-Landsverrat und scheint durchaus  plausibel,  ich nehme das jetzt erstmal (stillschweigend) so hin, bis ich nachher etwas mehr Zeit habe.

Die äussert sich nur deshalb zu amazon nicht, weil es ihrem FDJ/Stasi-Auftrag entspricht, Unzufriedenheit zu schüren, damit ne revolutionäre Situation entsteht.

Diese Namensähnlichkeit. FDJ und FDP, Mutti's Koalitionspartner, nicht dass die Gute da noch etwas verwechselt....oder Demenz ???

Das war übrigens jetzt ätzende Satire!.

schon klar.

Nee, Vollstrecker, sowas wie den vermeintlichen Doktorvater oder ein heimliches Kind mit Sahra angeht ... da schmunzele ich nur.
Ärgerlich werde ich nur, wenn man mich in die braune oder gelbe Ecke stellt, weil ich mal wieder zuviel oder zuwenig zwischen den Zeilen geschrieben habe..
keine Bange, mit der oder den Farb-Kombi vergleiche ich dich in keinster Weise.


Nachtrag: Die IM-Fiktion leite ich aus dieser Geschichte (http://www.chronik-berlin.de/news/merkel_02.htm) ab.

oh, das ist mir neu, aber wer weiss, irgendeinen Grund muss es ja geben, dass sie den jetzigen Bundespräsidenten (Hr. Gauck) damals nicht wollte, weiss der evtl. genaueres ?

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 22:00:08 Do. 28.Februar 2013
Nachtrag: Die IM-Fiktion leite ich aus dieser Geschichte (http://www.chronik-berlin.de/news/merkel_02.htm) ab.
Ja, mit diesem Link hab ich jetzt für den Rest des Abends ne Beschäftigung. Das wäre Honeckers Traum gewesen: Ein Stasi-Spitzel als Bundeskanzler.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 22:13:10 Do. 28.Februar 2013
Zitat
Minilohn und Maxistress - Amazon ist überall

Video der Sendung 2+Leif mit Sahra Wagenknecht und Ingrid Hofmann (Arbeitgeberverband der Personaldienstleister) vom 25.02.2013.

Am 25.02.2013 diskutierten Sahra Wagenknecht und Ingrid Hofmann in der Sendung 2+Leif im SWR-Fernsehen über Leiharbeit, Ausbeutung und gute Arbeit.

Zum Video der Sendung:
http://swrmediathek.de/player.htm?show=44ae5640-7ff4-11e2-a57a-0026b975f2e6 (http://swrmediathek.de/player.htm?show=44ae5640-7ff4-11e2-a57a-0026b975f2e6)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Vollstrecker am 22:45:15 Do. 28.Februar 2013
... Das wäre Honeckers Traum gewesen: Ein Stasi-Spitzel als Bundeskanzler.

jaja, aber ein einfacher Stasi-Spitzel reicht da nicht, Mutti hat ja, soweit ich informiert bin, im Westen (BRD) das Licht der Welt erblickt, und dann soll sie ja auch noch die Tochter eines (unverheirateten ?) Pfarrers sein, also wenn das so ist, da reicht ja nichtmal der Begriff Doppel-Agentin, das geht ja schon schwer in Richtung 'Triple-Agentin' oder gar 'Quadro-Agentin'.
Das grenzt ja schon an Honeckers Albtraum.

Und dann findet man in dem Link von @Strombolli ja auch noch wieder solche Begrifflichkeiten wie Verfassungsschutz usw. ich weiss nicht, die Arme dieser ehemaligen DDR-Superbehörde sind verdammt lang.
Ein Schelm wer böses dabei denkt.  ;)

Aber was soll's, im Osten geht die Sonne auf (guten morgen liebe Sonne, guten morgen lieber Erich) und im Westen geht die Sonne unter(guten abend liebe Sonne, leck mich am Arsch Erich..)  ;)

das kann alles kein Zufall mehr sein, FDJ und FDP... ich glaub es nicht.. ;D
wer weiss, vielleicht hat Margott ja die Fäden in der Hand und ist die (heimliche) Drahtzieherin ?
Was sagt denn die 'von der Leihe' (Leihmutter (Mutter aller Leiharbeiter)) diese (zen)Ursula dazu ?

@Strombolli,

ich bitte per PN (private Nachricht) mal um deine wichtigsten Medi-Rezepte,
ich nehm ja nur was für's Herz usw. aber du hast offenbar die besseren Pillen, also solche verbalen Zusammenhänge, die bringe ich beim besten Willen nicht zustande, vermutlich habe ich einfach zuviel Stress mit dem JC, wird Zeit dass ich mich zur Ruhe setze glaube ich (Burnout ?   )      ;)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:04:22 Fr. 01.März 2013
Ich werd vermutlich gleich getötet, aber ich finde, daß Leiharbeit im Grundsatz nichts Verkehrtes ist.

Allerdings sollten gänzlich andere Bedingungen herrschen:

-höherer Lohn als die Stammbelegschaft, da kein fester Arbeitsplatz
-Erstattung sämtlicher Kosten, also nix Pauschalen für Entfernung oder Futter
-höherer Steuerfreibetrag.

Dann gäbe es vielleicht sehr viel weniger Leiharbeit.
....

Eigentlich habe ich die gleiche Meinung über Leiharbeit, nur ist es bei der derzeitigen wirtschaftlichen Ausrichtung müßig sich darüber Gedanken zu machen, genauso wie die Skandalisierung von Amazon, es liegt grundsätzlich etwas im Argen welches sich mit Ausbesserungsarbeiten längst nicht mehr beheben lässt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 19:19:40 Fr. 01.März 2013
Zitat
Amazon und der Kapitalismus

Für den eiligen Leser wollen wir zunächst die Schuldfrage klären. Schuld ist der Konsument, der immer alles noch billiger haben will. Damit haben die neoliberalen Religionsanhänger den Satz den sie brauchen und sind hiermit verabschiedet. Natürlich ist diese Art der Erklärung nur dumpfe Propaganda. Es sind ja nicht die Konsumenten, die die Amazon dazu zwingen Leiharbeiter in Massenhaltung und unter Bewachung durch eine fragwürdige rechte Hesstruppe bewachen zu lassen. Es ist einfach schlicht und ergreifend die Gier des Kapitals nach immer mehr Gewinnen. Daran ist übrigens nichts Böses. Das ist das Wesen des Kapitalismus.


Das Kapital ist ein Tier das nur aus Maul und Darmausgang besteht. Es verdaut nicht, sondern es schlingt nur. Es hat keine Moral, kennt keine Ethik oder Verantwortung. Es hat nur ein Ziel. Gewinnmaximierung. Dabei ist es ihm egal, ob Menschen und Umwelt vernichtet werden. Es vernichtet für kurzfristigen Gewinn sogar seine eigene Lebensgrundlage. Es hat eben keinen Verstand.

Natürlich möchte Amazon nicht, dass wir Kunden böse mit der Firma sind und uns im Zweifelsfall sogar mit unseren Käufen zurückhalten, aber Amazon ist sich eigentlich keiner Schuld bewusst. Es war die Schröderegierung in der Müntefering die Menschen in die Sklavenarbeit schicken durfte, die er liebevoll Zeit- oder Leiharbeit nannte. Es war die Schröderregierung mit Steinmeier und vor allem auch Steinbrück die Hartz IV geschaffen haben und damit die arbeitenden Menschen zum Freiwild für das Kapital machten. Amazon nützt nur die Gelegenheit die Gewinne mitzunehmen die erst Schröder und Hartz möglich gemacht haben.
....
....

Quelle und vollständiger Artikel: Duckhome (http://duckhome.de/tb/archives/10572-Amazon-und-der-Kapitalismus.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 19:49:31 Sa. 02.März 2013
im wesentlichen pflichte ich diesem Kommentar zu und richtig, hier wird
dass Schönreden der Pseudoagentur für Nichtarbeit die Maske entrissen, man nennt die Verbrecher gar beim Namen.
 
Aber und dennoch auch Amazon ist in seiner Mitwirkungspflicht ein Teil des verbrecherischen Gesamtkomplotts.
Die Verantwortung ist vielgestaltig, vom Käufer bis hin zum beauftragten Seelenverkäufer
tragen alle in verschiedenster Konstellation dazu bei, dieses perfide System am Laufen zu erhalten.

PS.:
 das Kapital ist mitnichten, nicht einmal in seiner erbärmlichsten Metapher als Tier vergleichend zu missbrauchen,
Kapital ist im wortwörtlichsten Sinn sächlich, punktum.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 08:46:59 So. 03.März 2013
Zitat
Neue Vorwürfe bei Amazon: Schrittzähler, Cent-Lohn und Zusammenbrüche
Der Skandal um Amazon nimmt kein Ende: Jetzt haben ehemalige Mitarbeiter des Internethändlers ausgepackt – sie berichten von Zuständen wie auf „Sklaven-Galeeren“, Kreislaufzusammenbrüchen und kompletter Bewegungs-Überwachung.

[...]

Die schlechte Behandlung der Mitarbeiter erfolgt also nur zum Besten der Kunden? Rechtlich ist Amazon offenbar auf der sicheren Seite: „Das Erschreckende ist, dass unser Arbeitsrecht solche amerikanischen Strukturen hergibt“, sagt ein Gewerkschafter. „Der Arbeitgeber nützt ja nur die rechtlichen Freiräume.“

http://www.mopo.de/politik---wirtschaft/neue-vorwuerfe-amazon--schrittzaehler--cent-lohn-und-zusammenbrueche,5066858,21988252.html

Ja, das haben wir ja nun alle verstanden:

Es ist also nur das (abstrakte) System, das genutzt wird und da kann mensch anscheinend nix gegen machen, sondern muß das dann so hinnehmen und kann deshalb fleissig weiter bei A. einkaufen.

Das man dieses "System" nun mal hinterfragen und dessen völliges Fehlen von Moral &  Menschlichkeit ablehnen könnte, das man das "System" eben nicht als Naturgesetz verstehen muß, sondern - ganz im Gegenteil - schleunigst an einer kompletten Änderung & Verbesserung arbeiten würde, usw., usw...

... genau DAS fehlt mir bei all diesen Beiträgen, die man hier und anderswo lesen kann.



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:12:58 So. 03.März 2013
Es ist  schon auffällig wie diejenigen, die sonst für den freien Markt hausieren gehen, für Abbau des Kündigungsschutzes, gegen Mindestlöhne, eben gegen jegliche Beschränkung/Regulierung des Marktes, die fangen an zu schreien das der Verbraucher die Schuld an den Auswüchsen des Kapitalismus trägt. Also boykottieren und alles wird gut, jedes mal, wer bitteschön glaubt diese scheisse eigentlich noch?
Ändern tut sich dadurch rein gar nichts, der nächste Skandal steht schon vor der Tür bzw. ist nur noch nicht publik gemacht, wie allgemein die Dauerkrise des Kapitalismus.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 12:02:10 So. 03.März 2013
Eivisskat hat es meines Erachtens auf den Punkt gebracht, die Finger in die Wunde legen scheint hier wieder einmal mehr
der Unterhaltung dienlich zu sein als aufklärend Veränderungen zu bewirken oder bewirken zu wollen.
Und bei allem Hype rund um die reißerischen Skandale, Kausalitäten werden garnicht zur Kenntnis genommen, geschweige
das man das totalitäre System generell in Frage stellt... 

Und richtig, der Manchesterkapitalismus von heute ist weder einem Naturgesetz vergleichend noch gottgewollt

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Strombolli am 15:20:16 So. 03.März 2013
Es hat ja jahrtausendealte Tradition, dass die Täter "Haltet den Dieb!" rufen und auf das eigentliche Opfer zeigen. Da kann ich mich, dank meiner Pillen gar nicht mehr drüber aufregen. Ganz schlimm erscheint es mir, dass wir anscheinend auf einer gesellschaftlichen Zwischenstufe angekommen sind, wo viel Resignation und Ergebenheit in die Situation zu erkennen ist. Mit dem Totschlagargument "Ihr habt doch 40 Jahre Sozialismus ausprobiert und man hat gesehen, dass dies auch nicht klappt." Damit sollen sich die gegenwärtigen Auswüchse des Kapitalismus entschuldigen lassen?

Ich betrachte es in solchen real-life Diskussionen immer als guten Weg auf die soziale Marktwirtschaft zurückzugehen (dass sie auch keine war, muß ich ja nicht laut sagen) und die weite Entfernung der gegenwärtigen Entwicklungsform des Kapitalismus hinzuweisen. Und eben auf das freie Denken, jenseits
vorgegebener Bahnen. Unsere Diskussionsgegner sind dafür nämlich alles andere als offen und greifen immer nur zu populistischen Klischees.
Sie haben Angst vor Veränderung, es könnte ihren guten status quo negativ beeinflussen. Und unsere katastrophale Schulbildung trägt dazu bei, dass diese Argumentation auch so bleibt.

Mindesten 25% aller DDR Lehrer haben ihre Schüler so unterrichtet, dass die neben der DDR-Linie auch weiter dachten. es gab ja das Westfernsehen.
Wo ist heute ein Massenmedium, welches einen deutlichen Kontrast zum hiesigen Medien-Mainstream setzt?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Nikita am 00:50:21 Mo. 04.März 2013
http://www.wbs-law.de/internetrecht/fotorecht-bildrecht/amazon-stadtbuchereien-entfernen-link-aus-katalog-36526/ (http://www.wbs-law.de/internetrecht/fotorecht-bildrecht/amazon-stadtbuchereien-entfernen-link-aus-katalog-36526/)

Zitat
Amazon kommt aus den negativen Schlagzeilen u.a. wegen der unzuträglichen Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter nicht heraus. Der Online-Buchhändler soll angeblich aus den Online-Katalogen der Stadtbüchereien Heidelberg und Mannheim entfernt werden.
...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 08:50:04 Fr. 05.April 2013
Zitat
Amazon-Mitarbeiter in Bad Hersfeld und Leipzig streiken - Kampf gegen Dumpinglöhne bei Online-Versandhändler

Aus Protest gegen Dumpinglöhne wollen tausende Amazon-Mitarbeiter an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld in den Streik treten. Am Donnerstag stimmten im Leipziger Logistikzentrum 97 Prozent der Verdi-Mitglieder für eine Arbeitsniederlegung, wie der MDR am Abend berichtet.

Über Ausmaß und genauen Zeitpunkt werde sich die Gewerkschaft in den kommenden Tagen verständigen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago dem Sender. Die Leipziger fordern eine Lohnuntergrenze von 10,66 Euro für die 2.000 Beschäftigten.

Schon Anfang kommender Woche wollen auch die Mitarbeiter an den zwei Werken in Bad Hersfeld für höhere Löhne streiken. Am Montag werde mit Amazon verhandelt, sagte Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann der AFP. "Wenn es genau so fruchtlos läuft wie in Leipzig, werden wir am Dienstag in den Warnstreik treten." Er rechnet nicht mehr mit einem Einlenken der Geschäftsführung. "Mir fehlt die Phantasie, es wird ein 'No' geben."

Bad Hersfeld ist mit rund 3.700 Beschäftigten der größte der sieben Amazon-Standorte in Deutschland. Die Hessen fordern die Einhaltung des Tarifvertrages für den Versandhandel. Das bedeutet laut Reimann 11,69 Euro für Hilfsarbeiter im Lager und 12,18 Euro für reguläre Lagerarbeiter. Gemeinsam mit ihren Leipziger Kollegen pochen die Bad Hersfelder auch auf ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld.


http://de.nachrichten.yahoo.com/amazon-mitarbeiter-bad-hersfeld-leipzig-streiken-051727814.html
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 08:23:38 Sa. 06.April 2013
Zitat
Amazon lehnt Tarif ab

Ver.di kündigt Streiks in Leipzig und Bad Hersfeld an - Versandhändler sorgt offenbar mit Leiharbeitern vor

 Statt auf einen Tarifvertrag setzt der US-amerikanische Versandriese Amazon in seinen sieben deutschen Logistikzentren auf Überwachung, Gängelei, Saisonkräfte und im Feiertagsgeschäft auch auf Massen von Leiharbeitern.

Mit letzteren, so berichtete die Leipziger Volkszeitung (LVZ) in dieser Woche, decke sich der Konzern seit März zumindest am Leipziger Standort erneut ein. Damit will Amazon offenbar den von der Gewerkschaft ver.di angekündigten Streiks in Sachsen und im hessischen Bad Hersfeld begegnen.


http://www.jungewelt.de/2013/04-06/044.php (http://www.jungewelt.de/2013/04-06/044.php)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Sir Vival am 13:37:08 Sa. 06.April 2013
Ich frage mich nur:
- wer hat es ermöglicht, daß sich ein Konzern wie A....n im Streikfall einfach mit Leiharbeitern eindecken kann?
- wer hat es ermöglicht, daß sich eine solche "Eindeckung" (zu 100%?) überhaupt machen läßt....im Gegensatz zu vor Jahren, als es da eine Begrenzung der Beschäftigung für Leiharbeit gab im Bezug zur Stammbelegschaft?
- wer hat es ermöglicht, der Leiharbeitsbranche Sklavenlöhne, bzw. unmenschliche Vertrags- und Arbeitsbedingungen aufzuerlegen?
- wer hat es (nicht nur bei A....n) ermöglicht, die Grundregeln des Anstands und der Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, oder kürzer gesagt, den Arbeitnehmerschutz zu fast 100% (eigentlich gibt es gar keinen) zu eliminieren.......zum Wohle der Wirtschaft?
- und schließlich (im Moment jedenfalls): wer kann/könnte diesen Scheißdreck wieder rückgängig machen/eindämmen/mit (ordentlichen) Gesetzen und Regeln versehen/oder einfach sagen "NEIN! BIS HIERHER UND NICHT WEITER! ES REICHT!!"?

Die Antwort ist immer die selbe: DIE POLITIK! Wenn ich als Bürger die Macht haben soll, bei Amazon z.B. nicht mehr zu kaufen, ist das doch eine unverschämte und unverblümte Verantwortungslosigkeit der Politik, das alles auf die Bürger zu transferrieren.

Egal, welche Mistsäcke, Menschenfeinde und Betrüger (ja, das sind sie) in Berlin regieren. Keiner, wirklich keiner interessierte sich bisher für die "Wiedergutmachung" oder Korrektur dieses ekelhaften und zu hundert Prozent FALSCHEN Agenda 2010 Paketes, welches der Gasgerd und seine Mannen da damals ausgewürgt haben.
Ich könnte sie alle in die Luft sprengen, diese miesen Menschenfeinde. Sorry, so sehe ich das! Die haben die Macht, es zu ändern. Sie wollen es nicht!
Warum? Weil ihnen die Wirtschaftbosse im Arsch...h stecken und die Lunte sonst anzünden.
Es regiert die Korruption und das Verbrechen in D. Und alles wird schön verpackt und legal deklariert.
Und jeder, der nur ansatzweise so der Meinung ist, wie ich es jetzt ein wenig überspitzt geschrieben habe, ist eh der Querulant, der Verlierer, der jetzt einen Schuldigen sucht und einer, der immer was zu motzen hat und nicht ernst genommen werden sollte.
Jaja.......
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 22:23:20 Mi. 10.April 2013
Zitat
Am Dienstag protestierten in Bad Hersfeld rund 500 Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Bad Hersfeld ist der größte deutsche Standort des Unternehmens. Verdi will durchsetzen, dass auch bei Amazon der Tarifvertrag des Versand- und Einzelhandels gilt. Im Standort Leipzig wurde bereits erfolgreich eine Urabstimmung für Streik durchgeführt.
http://www.rf-news.de/2013/kw15/10.04.13-amazon-kollegen-protestieren (http://www.rf-news.de/2013/kw15/10.04.13-amazon-kollegen-protestieren)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:18:14 Mo. 29.April 2013
Zitat
Streik in Amazon-Zentrallager beschlossen

Im hessischen Bad Hersfeld werden Pakete des Online-Händlers Amazon wohl bald zeitweise nicht bearbeitet werden. Die Mitarbeiter haben sich per Abstimmung für einen Streik ausgesprochen.


Die Gewerkschaftsmitglieder im osthessischen Bad Hersfeld haben sich zu 97,6 Prozent für einen Arbeitskampf ausgesprochen
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/urabstimmung-streik-in-amazon-zentrallager-beschlossen/8136576.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/urabstimmung-streik-in-amazon-zentrallager-beschlossen/8136576.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:14:57 Di. 14.Mai 2013
Bei Amazon wird erstmals in Deutschland gestreikt. Am größten deutschen Standort im osthessischen Bad Hersfeld und in Leipzig ist die Belegschaft am Dienstag zu einer ganztägigen Protestaktion aufgerufen. Kunden müssen mit Verzögerungen bei der Warenzustellung rechnen.

http://www.fr-online.de/wirtschaft/versandhandel-erstmals-streik-bei-amazon,1472780,22759798.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/versandhandel-erstmals-streik-bei-amazon,1472780,22759798.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:18:41 Di. 14.Mai 2013
Zitat
Amazon zahlt seinen Beschäftigten im ersten Berufsjahr bis zu 9000 Euro weniger, als ihnen nach dem Einzelhandelstarifvertrag zustünde. Das hat Verdi den Mitarbeitern vorgerechnet und ihnen damit einen tragfähigen Grund geliefert, um für eine Tarifbindung ihres Arbeitgebers zu streiken
http://www.fr-online.de/wirtschaft/amazon-streik-es-geht-nicht-nur-um-geld,1472780,22764658.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/amazon-streik-es-geht-nicht-nur-um-geld,1472780,22764658.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dejavu am 20:37:46 Di. 14.Mai 2013
So, komme grad von nem Bekannten, hab die Nachrichten gesehen.
Da wurde dann auch von dem Streik bei Amazon berichtet, sogar mit Bildern.
Laut Amazon wird es nicht Zu Verzögerungen für die Kunden kommen.
Kein Wort davon, wie Amazon das wohl anstellen wird.
Auch im FR-Artikel ist vom Einsatz von Leiharbeitnehmern nicht die Rede.
Wär ja auch noch schöner, wenn wirklich jedem klar würde das die Leiharbeit eine Gefahr für die Löhne und Arbeitsbedingungen aller Beschäftigten darstellt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 08:16:29 Mi. 15.Mai 2013
Auf der anderen Seite ist AMAZON leider überall, ich wollte gestern keinen weiteren Thread öffnen, aber die Sache mit DAIMLER stinkt genauso zum Himmel.  kotz

Leider kann ich auf Grund meines Krüppelinternets keine aufwendigen Seiten / Videos anschauen, aber für euch mal trotzdem an dieser Stelle den Link zur ARD Mediathek.

http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/hungerlohn-am-fliessband-wie-tarife-ausgehebelt-werden?documentId=14580414 (http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/hungerlohn-am-fliessband-wie-tarife-ausgehebelt-werden?documentId=14580414)
Titel: Amazon zahlt keine Steuern
Beitrag von: Nikita am 00:13:20 Mo. 20.Mai 2013
    Habt ihr das auch gehört, das Amazon gar keine Steuern zahlt in Europa, weil sie geschickt ihre Geschäftsstruktur auf Steueroasen verteilt haben? Stimmt gar nicht, Amazon zahlte 3 Millionen Pfund Steuern in England, bei einem Umsatz von 4,2 Milliarden Pfund. Von "gar keine Steuern" kann also überhaupt keine Rede sein!1!!

http://www.guardian.co.uk/business/2013/may/15/amazon-uk-tax-3m (http://www.guardian.co.uk/business/2013/may/15/amazon-uk-tax-3m)
Zitat von:
http://blog.fefe.de/?ts=af6bc49c (http://blog.fefe.de/?ts=af6bc49c)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: matten am 07:38:15 Mo. 20.Mai 2013
moin


also 3 Millionen Pfund Steuer ist nicht viel mehr

als keine Steuer
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 09:36:50 Mo. 20.Mai 2013
Da zahlen ja unsere kleinen mittelständischen Firmen hier im Ort mehr Steuern!
Und die haben keinen Umsatz von 4,2 Mrd. Pfund (nicht mal Euro)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:06:42 Di. 04.Juni 2013
Zitat
Streik bei Amazon
Bad Hersfeld - Im Streit um einen Tarifvertrag sind am Montag erneut mehrere hundert Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon in den Streik getreten. Sowohl in Bad Hersfeld als auch am Standort in Leipzig legten die Beschäftigten die Arbeit nieder. Es ist der dritte Streik innerhalb von gut drei Wochen bei Amazon. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Der US-Konzern lehnt dies ab. Er orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Bislang gebe es keine Signale für die Aufnahme von Tarifverhandlungen, hieß es bei der Gewerkschaft. Deswegen steige der Wille, den Streik mit aller Kraft fortzusetzen - demnächst auch mit mehrtägigen Aktionen.
http://www.sueddeutsche.de/j5M38p/1350210/Streik-bei-Amazon.html (http://www.sueddeutsche.de/j5M38p/1350210/Streik-bei-Amazon.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 11:07:52 Di. 04.Juni 2013
Bislang gebe es keine Signale für die Aufnahme von Tarifverhandlungen, hieß es bei der Gewerkschaft. Deswegen steige der Wille, den Streik mit aller Kraft fortzusetzen - demnächst auch mit mehrtägigen Aktionen.
Wenn in Bad Hersfeld oder Leipzig gestreikt wird, kriegen die anderen Logistikzentren vermutlich ein paar zusätzliche Leiharbeiter und schon merken die Kunden von dem Streik nichts mehr. Interessant wird es dann, wenn sich die anderen Standorte anschliessen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:13:04 Di. 04.Juni 2013
Es würde Sinn machen auch unabhängig Stimmung zu machen für einen Arbeitskampf und nicht nur darauf zu warten, daß die Gewerkschaft es macht. Vor Ort und nicht nur im Netz.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:40:50 Sa. 15.Juni 2013
Zitat
Gewerkschaft droht Versandhändler Amazon mit längerem Streik

(http://www.heise.de/imgs/18/1/0/3/7/5/8/5/______bad_hersfeld.jpg-486646571d38df34-c15dc71da6686781.jpeg)
In Bad Hersfeld (Foto) und anderen Amazon-Versandlagern könnten bald
für mehrere Tage die Förderbänder stillstehen.

Im Streit um einen Tarifvertrag beim Internet-Versandhändler Amazon verschärft die Gewerkschaft Verdi die Gangart. "Wir werden den Druck erhöhen und als Nächstes wohl zu einem zweitägigen Streik aufrufen – und zwar in naher Zukunft", sagte Mechthild Middeke von Verdi Hessen der Nachrichtenagentur dpa. Bislang hatte es am größten deutschen Versandlager in Bad Hersfeld und am Standort Leipzig nur vereinzelte Tagesstreiks gegeben. Bei einer kommenden Arbeitsniederlegung wären es die Streiktage vier und fünf.

Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Der weltgrößte Interversandhändler lehnt dies aber ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. "Das sind zwei gegensätzliche Positionen. Es gibt aber dennoch Raum für eine Annäherung – womöglich durch die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld", sagte Middeke.

Bislang sieht Verdi keine Bewegung in dem festgefahrenen Tarifkonflikt. "Amazon ist nicht bereit zu verhandeln." Der Internet-Versand-Riese hatte immer wieder betont, dass für Verhandlungen die Gemeinsamkeiten fehlten.

Zuletzt hatten Anfang Juni Beschäftigte in Bad Hersfeld und Leipzig gestreikt. Nach Gewerkschaftsangaben waren es zusammen 1000 Protestierer, laut Amazon waren es weniger als 850. Auswirkungen für Kundenbestellungen wegen der Streiks hatte Amazon stets bestritten.

Amazon hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter. In Bad Hersfeld arbeiten mehr als 3300 Menschen, in Leipzig sind es etwa 2000.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gewerkschaft-droht-Versandhaendler-Amazon-mit-laengerem-Streik-1889227.html (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gewerkschaft-droht-Versandhaendler-Amazon-mit-laengerem-Streik-1889227.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 17:08:42 Sa. 13.Juli 2013
Zitat
Amazon zahlt in Deutschland praktisch keine Steuern

Für Amazon ist Deutschland der zweitwichtigste Markt der Welt. Im vergangenen Jahr erzielte der US-Konzern hierzulande einen Gewinn von 118 Millionen Euro – doch das Finanzamt sah davon fast nichts.


http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article118013613/Amazon-zahlt-in-Deutschland-praktisch-keine-Steuern.html
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:36:34 Sa. 20.Juli 2013
Zitat
Amazon bleibt hart

Der Konzern legt kein Tarifangebot vor, die Mitarbeiter streiken weiter. Amazon will seinen Beschäftigten nun ein Weihnachtsgeld zahlen - 400 statt der tariflichen 1240 Euro, sagt die Gewerkschaft.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifstreit-mit-verdi-amazon-bleibt-hart-1.1726379 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifstreit-mit-verdi-amazon-bleibt-hart-1.1726379)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BGS am 12:45:42 Sa. 20.Juli 2013
Lösung:

Boykottiert Amazon konsequenz bis sich etwas wirklich bessert. Und alle anderen Konzerne / Firmen. Besonders amerikanische.

MfG

BGS
Titel: Re:AMAZON - Neue Streiks
Beitrag von: Eivisskat am 15:14:04 Fr. 20.September 2013
Mutig...


Zitat
Neue Streiks bei Amazon - Über 1000 Mitarbeiter des Internetkonzerns forderten vor Versandzentren in Bad Hersfeld und Leipzig einen Tarifvertrag. Ver.di kündigt »harten Winter« an

 Der Arbeitskampf um Tarifbindung ist in den Amazon-Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig seit Donnerstag wieder voll entbrannt. Bis Samstag wird an den Standorten gestreikt. »Uns geht es nicht nur um mehr Kohle, sondern prinzipiell darum, daß wir mit Amazon endlich ordentliche Tarifverhandlungen führen können«, sagte Jörg Lauenroth-Mago, verdi-Streikführer in Leipzig, gegenüber junge Welt. Der Internetkonzern zahlt nach einem betriebseigenen Vergütungssystem, orientiert sich am niedrigen Lohn der Logistikbranche.

http://www.jungewelt.de/2013/09-20/053.php
Titel: Re:AMAZON - Neue Streiks
Beitrag von: Sobutai am 17:46:25 Fr. 20.September 2013
Mutig...


Zitat
Neue Streiks bei Amazon - Über 1000 Mitarbeiter des Internetkonzerns forderten vor Versandzentren in Bad Hersfeld und Leipzig einen Tarifvertrag. Ver.di kündigt »harten Winter« an

 Der Arbeitskampf um Tarifbindung ist in den Amazon-Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig seit Donnerstag wieder voll entbrannt. Bis Samstag wird an den Standorten gestreikt. »Uns geht es nicht nur um mehr Kohle, sondern prinzipiell darum, daß wir mit Amazon endlich ordentliche Tarifverhandlungen führen können«, sagte Jörg Lauenroth-Mago, verdi-Streikführer in Leipzig, gegenüber junge Welt. Der Internetkonzern zahlt nach einem betriebseigenen Vergütungssystem, orientiert sich am niedrigen Lohn der Logistikbranche.

http://www.jungewelt.de/2013/09-20/053.php

Mutig ?? Hmm, seit Kündigung der Konten von Wikileaks kaufe ich nichts mehr bei Amazon, ich kaufe auch nichts in Geschäften deren Verpackungen 75g oder 280g oder 400g sind, alles unter 500g und unter 1 kilo wird ignoriert und konseqent in DM umgerechnet.
Alles was zu teuer erscheint wird nicht gekauft, alles was sich dem Faktor geteilt durch 2 nicht annähernd an die DM richtet wird Boykottiert.
Auf unserem Markt handel ich wenn die Preise nicht stimmen, die Mitarbeiter bei Amazon sollten dort nicht arbeiten, dass wäre Mutig.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 20:02:53 Fr. 20.September 2013
Mutig ?? Hmm, seit Kündigung der Konten von Wikileaks kaufe ich nichts mehr bei Amazon, ich kaufe auch nichts in Geschäften deren Verpackungen 75g oder 280g oder 400g sind, alles unter 500g und unter 1 kilo wird ignoriert und konseqent in DM umgerechnet.
Alles was zu teuer erscheint wird nicht gekauft, alles was sich dem Faktor geteilt durch 2 nicht annähernd an die DM richtet wird Boykottiert.
Auf unserem Markt handel ich wenn die Preise nicht stimmen, die Mitarbeiter bei Amazon sollten dort nicht arbeiten, dass wäre Mutig.

Das machst du ja ganz richtig, Glückwunsch. Und Viele beherzigen sich ja inzwischen erine ganz ähnliche Haltung.

Aber leider, leider geht das nicht so schnell und wenn ich mir das Bild der demonstrierenden Frauen ansehe, scheint mir, dass allein der Gedanke "Tarifvertrag" in deren Köpfen schon absolut fortschrittlich ist und finde es sehr mutig von ihnen, sich - gegen alle Kündigungsängste - dafür einzusetzen. Alles andere kommt dann später noch...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Sobutai am 21:36:38 Fr. 20.September 2013
Mutig ?? Hmm, seit Kündigung der Konten von Wikileaks kaufe ich nichts mehr bei Amazon, ich kaufe auch nichts in Geschäften deren Verpackungen 75g oder 280g oder 400g sind, alles unter 500g und unter 1 kilo wird ignoriert und konseqent in DM umgerechnet.
Alles was zu teuer erscheint wird nicht gekauft, alles was sich dem Faktor geteilt durch 2 nicht annähernd an die DM richtet wird Boykottiert.
Auf unserem Markt handel ich wenn die Preise nicht stimmen, die Mitarbeiter bei Amazon sollten dort nicht arbeiten, dass wäre Mutig.

Das machst du ja ganz richtig, Glückwunsch. Und Viele beherzigen sich ja inzwischen erine ganz ähnliche Haltung.

Aber leider, leider geht das nicht so schnell und wenn ich mir das Bild der demonstrierenden Frauen ansehe, scheint mir, dass allein der Gedanke "Tarifvertrag" in deren Köpfen schon absolut fortschrittlich ist und finde es sehr mutig von ihnen, sich - gegen alle Kündigungsängste - dafür einzusetzen. Alles andere kommt dann später noch...

Hmm "Aufstockend Arbeiten" zu gehen, sich benutzen zu lassen und jetzt zu Demonstrieren finde ich nicht mutig, ab Montag werden die Damen und Herren fallen gelassen weil nach der Wahl ist vor der Wahl und mittlerweile sind unsere Gewerkschaften oder wie ich sie nenne "Propagandabeauftragten des BMWS" nur noch ein Spielball des Kapitals und zu sehr eingebunden.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 21:48:18 Fr. 20.September 2013
Als alleinstehender (?) jüngerer Mann ist die Sache natürlich immer einfacher, aber wenn eine ganze Familie dran hängt und das JC statt Aufstockung mit Sanktionen und Amazon mit Kündigung droht...

 :(

Und Info über neue Lebensweisen/Gesellschaften sind sicher in Hersfeld und vermutlich auch in Leibzig nicht an jeder Straßenecke zu finden, auch schon aus Zeitgründen.



LEIDER ist das so und wenn bei diesen Frauen ein Umdenken über "Tarifvertrag" und Gewerkschaften entsteht, finde ich das bemerkenswert & mutig und es soll mir Recht sein, denn daraus kann ein wichtiger Bewußtseinswandel entstehen.

Punkt ;)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:03:31 Fr. 20.September 2013
Also ich sag mal:
Wenn wenigsten 50% aller Leiharbeiter in einer Gewerkschaft wären, sähe der Tarifvertrag mit Sicherheit ganz anders aus!
Was will denn eine Gewerkschaft in einer Brance ausrichten, in der die Mitgliederdichte irgendwo bei (geschätzen) 10% liegt?


Zitat
...mittlerweile sind unsere Gewerkschaften oder wie ich sie nenne "Propagandabeauftragten des BMWS" nur noch ein Spielball des Kapitals und zu sehr eingebunden.
Tja, dann tritt in die Gewerkschaft ein und beginne etwas zu verändern. Wenn ich sehe wieviele Basisgewerkschafter sich den Arsch für ihre Kollegen aufreißen und versuchen Betriebe zu organisieren.
Weißt Du was das für eine beschissene, nervenaufreibende Arbeit ist in Branchen mit geringer Mitgliederzahl die Menschen dazu zu bringen ihre Ängste zu überwinden überhaupt in eine Gewerkschaft einzutreten? Von Streiks will ich mal gar nicht reden.
Die DGB Gewerkschaften sind sicherlich nicht das was ich mir als das Maß aller Dinge vorstelle aber ohne Gewerkschaft sähe das hier noch deutlich finsterer aus.

Desshalb kann ich dieses Gewerkschaftsgedisse auch nicht mehr hören!
Denn genau damit spielt man den Arbeitgebern und dem neoliberalen Gesochs mehr in die Hände als es jede Gewerkschaft könnte!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:48:12 Sa. 21.September 2013
Zitat
die Mitarbeiter bei Amazon sollten dort nicht arbeiten, dass wäre Mutig.

Tut mir leid, das halte ich für völligen Schwachsinn!
Die neoliberale Denkweise breitet sich auch bei chefduzen aus. Man kennt keine Arbeiter mehr, die etwas erkämpfen können, Menschen werden nur noch als "Konsumenten" gesehen.

Und dann fehlt nur noch das "Geiz ist geil"-Argument. Dann kann sich die grün-wählende Mittelklasse wieder toll fühlen mit dem Kauf ihrer Fair-Trade-Produkte und die Unterschichten weiterhin verantwortlich machen für das, was der Kapitalismus anrichtet. Die armen Schlucker kaufen bei Kik, Lidl und Amazon. Die Hartz IV Empfänger und die Arbeiter von Amazon tragen die Schuld an Ausbeutung, Umweltzerstörung und allem Übel in der Welt...

Prost Mahlzeit!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 22:29:23 Sa. 21.September 2013
Zitat
die Mitarbeiter bei Amazon sollten dort nicht arbeiten, dass wäre Mutig.

Hmmm, ich hatte diese Aussage von Sobutai eigentlich dahingehend verstanden, das die Leute erst gar nicht Anfangen sollten, bei einer Firma bei der die Konditionen so miserabel sind!

Und eigentlich sollte es in einer Welt in der Gerechtigkeit nicht nur auf dem Papier existiert auch selbstverständlich sein, das Menschen eine Lohnarbeit, die nicht mal die Existenz sichert ablehnen können ohne dafür Konsequenzen befürchten zu müssen.

Das kann aber nur funktionieren wenn sich diese Menschen organisieren und gemeinsam gegen diese Ausbeutung kämpfen.
Und wenn dann die erste Organisationsform die diese Menschen kennenlernen eine DGB Gewerkschaft ist, dann ist das eben so!
Kann ja nicht jeder gleich als Anarchist auf die Welt kommen! Ich hab ja auch ´ne Weile gebraucht bis ich dahingekommenn bin!
Und heute bin ich ein Anarchist in einer DGB Gewerkschaft der Morgen zur Wahl geht! ;D
Klingt komisch ist aber so! ;D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:49:39 So. 22.September 2013
Zitat
...das die Leute erst gar nicht Anfangen sollten, bei einer Firma bei der die Konditionen so miserabel sind!

Meinst du etwa, die Leute gehen aus Spaß arbeiten?
Und meinst du, sie suchen sich gezielt Jobs, die miserabel sind??

Wir hatten eine solche Diskussion schon bei der Leiharbeit. Da wurden Leiharbeiter angepöbelt, weil sie in einer Leihklitsche arbeiteten. Man machte ihnen den Vorwurf sie würden so die Leiharbeit unterstützen, bzw. erst ermöglichen.

Nach dieser Logik könnte man auch das Hartz IV System abschaffen, indem niemand mehr welches beantragt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:26:47 So. 22.September 2013
Kuddel, bleib mal auf dem Teppich!
Langsam nervt es!


Zitat
Nach dieser Logik könnte man auch das Hartz IV System abschaffen, indem niemand mehr welches beantragt.

Nach DEINER Logik können wir dann auch aufhören, den Leuten hier Hilfestellungen zu geben, wie sie solche ZAFten und Ausbeuter umgehen können.
Dann können wir es auch lassen, die Menschen über ihre Rechte aufzuklären, weil klar ist, dass sie ihren Job bei Ausbeuter oder ZAF los sind, sobald sie ihre Rechte in Anspruch nehmen!

Also komm mal wieder runter und hör auf die Leute hier anzupissen! X(
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:06:38 So. 22.September 2013
Ich will niemanden anpissen. Ich möchte aber schon, daß man sich Gedanken macht um das was man sagt und tut und nicht nur alles aus dem Bauch heraus macht. Was hier diskutiert wird, ist ein meinen Augen auch ein Ergebnis weiter Entpolitisierung.

Zitat
Nach DEINER Logik können wir dann auch aufhören, den Leuten hier Hilfestellungen zu geben...
Nein. Das ist ein Akt der Menschlichkeit und notwendige Solidarität denjenigen gegenüber, die in einer solchen Situation sind. Wenn wir damit aufhören, würden wir noch schneller vor die Hunde gehen.

Es ist aber keinerlei politische Strategie gegen die Ursachen des Übels. Ja, ich werfe der Mehrheit der Erwerbslosen Inis durchaus vor, daß sie hervorragende Hilfsangebote liefern, aber keinerlei Strategie gegen gegen die Armut per Gesetz, gegen den Druck auf Erwerbslose Jobs im Niedriglohnsektor anzunehmen.

Ich möchte, daß man Kampfformen wie Boykott auch kritisch beleuchtet. Am wichtigsten ist mir aber die Individualisierung aufzubrechen. Es kann eben nicht jeder mit seinen individuellen Entscheidungen wo man nun einkauft und wo man arbeitet, die Verhältnisse ändern. Die Notwendigkeit gemeinsamen Handelns ist in Zeiten des Neoliberalismus vergessen worden. Selbst ein kleiner oder schlecht organisierter Streik bei Amazon oder anderso ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Ich bleibe dabei: Ich halte es für falsch und gefährlich auf denjenigen herumzuhacken, die eh schon unten sind, seien es nun Leiharbeiter oder Amazon-Sklaven. Das Problem ist das System der Ausbeutung und nicht der einzelne Ausgebeutete.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Ziggy am 15:07:53 So. 22.September 2013
Zitat
Ich bleibe dabei: Ich halte es für falsch und gefährlich auf denjenigen herumzuhacken, die eh schon unten sind, seien es nun Leiharbeiter oder Amazon-Sklaven. Das Problem ist das System der Ausbeutung und nicht der einzelne Ausgebeutete.

Volle Zustimmung. Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 2005 hier aufschlug und richtig heftig angemacht wuirde, weil ich es gewagt habe, bei Randstad zu arbeiten. Natürlich war ich richtig geil darauf, mir für 7,02 EUR die Stunde den Arsch aufreißen zu dürfen. Klar, der Sklave ist schuld an der Sklaverei. Und vielleicht - aber nur ein bißchen - Leute wie Schröder und Clement ... und deren willfährige Stiefellecker.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 01:12:32 Mo. 23.September 2013
Ja, ich werfe der Mehrheit der Erwerbslosen Inis durchaus vor, daß sie hervorragende Hilfsangebote liefern, aber keinerlei Strategie gegen gegen die Armut per Gesetz, gegen den Druck auf Erwerbslose Jobs im Niedriglohnsektor anzunehmen.
Um da wirklich etwas zu bewegen, müssten sich die ganzen lokal/regional organisierten Elo-Inis bundesweit vernetzen und koordinieren. Das sehe ich in absehbarer Zeit nicht kommen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 04:09:10 Mo. 23.September 2013


Und wenn dann die erste Organisationsform die diese Menschen kennenlernen eine DGB Gewerkschaft ist, dann ist das eben so!

Genau. Ich war in einem Einsatzbetrieb, der aus 70% ZAler bestand.
Ich unterhielt mich mit einem BCE MA. Er sagte mir, die Gewerkschaft könne fast nichts dagege unternehmen, dass soviel ZA arbeiten, da zu wenig Festangestellte bei BCE sind. Von ZA war höchstens 1% in einer Gewerkschaft. Vorallem wehrten die sich nicht. BCE war in diesem Betrieb Zahnlos.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: schwarzrot am 07:50:39 Mo. 23.September 2013
Um da wirklich etwas zu bewegen, müssten sich die ganzen lokal/regional organisierten Elo-Inis bundesweit vernetzen und koordinieren. Das sehe ich in absehbarer Zeit nicht kommen.

Das hatten wir alles schon mal. Es hilft aber nicht, 'bundesweit vernetzt und zu koordinieren', wenn dann kaum leute auf die strasse zu bekommen sind.
Die 20-jährige vereinzelungskampagne der medien/regierungslobbies hat leider sehr gut verfangen, ist da aber auch nichts anderes, wie bei den malochern, die sich fast alle inzwischen dem 'mittelstand' zurechnen/zuträumen, sich gleichzeitig die hosen vollscheissen, bei der aussicht in hartzIV+ zu rutschen. Ergebnis dessen, dass es kaum noch poltisches bewustsein bei malochern gibt, um verdummungspropaganda/vereinzelung einhalt zu bieten.
Im endeffekt machen derzeit viele elo-inis, taktik schandensbegrenzung: individual-sozialberatung, weil: wenn die eigene hütte brennt, hat bisher noch (fast!) jeder elo seinen arsch hochbekommen.
Sobald die hütte aber dann nur noch raucht, fallen die meisten sofort wieder in den man-kann-ja-nix-machen und alles-mir-zu-viel-und-kompliziert modus, statt ihrerseits sich zu informieren/organisieren und was gegen das schweinesystem zu tun.
Eine entwicklung, die man auch hier im forum schön beobachten kann.
Ist aber auch nicht verwunderlich, weil das eigene kleine überleben in abhängigkeit und medienrechtfertigungsdruck, ständigen bedrohungsszenarien, jeden tag neu organisiert werden muss. Das schlaucht! (Natürlich um so mehr, je schlechter man organisiert ist).
Und wie oft geistert selbst hier im hilfebereich rum, 'wenn ich alles tue, was die wollen, lassen die mich in ruhe'?

Ich bleibe dabei: Ich halte es für falsch und gefährlich auf denjenigen herumzuhacken, die eh schon unten sind, seien es nun Leiharbeiter oder Amazon-Sklaven.
Auf elo-inis organisierte, hackt kuddel aber sehr gerne rum, ohne davon ahnung zu haben.
Zumal er scheinbar oft dabei vergisst, dass die meissten elo-inis aus nichts anderem als selbst betroffenen bestehen, die sich für andere den arsch aufreissen. Und die sollen dann das kunststück hinbekommen, was die (verhältnismässig noch starken) eigentlichen arbeitnehmer-vertreterorganisationen, die gewerksschaften, nicht mal hinbekommen (man siehe z.b. den katastrophalen neuerlichen ZAF-tarifvertrag).

Das die Amazon-ausgebeuteten bei sowas noch streik hinbekommen, ist einer der wenigen lichtblicke dieser tage!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:21:24 Mo. 23.September 2013
Zitat
Auf elo-inis organisierte, hackt kuddel aber sehr gerne rum, ohne davon ahnung zu haben.
Das kann ich nicht auf mir sitzen lassen. Seit Jahren bekomme ich dieses Elend hautnah mit.

Zitat
Zumal er scheinbar oft dabei vergisst, dass die meissten elo-inis aus nichts anderem als selbst betroffenen bestehen, die sich für andere den arsch aufreissen.
Ich möchte das, was sie leisten, auch nicht missen.

Zitat
Und die sollen dann das kunststück hinbekommen, was die (verhältnismässig noch starken) eigentlichen arbeitnehmer-vertreterorganisationen, die gewerksschaften, nicht mal hinbekommen...
Was ich kritisiere ist das Fehlen einer Strategie. Wenn man allein mit Erwerbslosen für Erwerbslose arbeitet und diesen engen Tellerrand nicht überschreitet, wird man zwar Einzelnen helfen, doch nie etwas an der Situation selbst ändern können.

Ich rede jetzt nicht von schnöder Theorie, ich kenne ein praktisches Beispiel, das ich für vorbildlich halte. Es ist die Mini-Organisation Bremen macht Feierabend http://bremerfeierabend.blogsport.eu/author/bremerfeierabend/ (http://bremerfeierabend.blogsport.eu/author/bremerfeierabend/)

Es sind wenige Leute, die bei einer Elo-Ini, einer Flüchlingsinitiative, einer Betriebsgruppe und anderen politschen Gruppen/Projekten aktiv sind, aber gemeinsam Unruhe in den Ausbeutungsprozeß bringen wollen (und dabei recht erfolgreich sind). Die Aktivitäten reichen von dem Organisieren von Leiharbeitern, dem Verbreiten Infos an prekär Beschäftigte über die Möglichkeit zur Aufstockung, der Beratung osteuropäischer Scheinselbstständiger über ihre Rechte bis hin zum Verteilen einer Kollegenzeitung an die Stammbelegschaft eines Großbetriebs.

Nochmal, es sind nicht viele Aktivisten und jeder Einzelne hat auch nicht viel Zeit für solche Aktivitäten. Trotzdem kriegen sie nicht nur viel gebacken, sie zeigen auch einen Weg, wie man Unzufriedenheit in praktischen Widerstand verwandeln kann. Und genau darum geht es mir.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:17:37 Mo. 23.September 2013
Zitat
Ich bleibe dabei: Ich halte es für falsch und gefährlich auf denjenigen herumzuhacken, die eh schon unten sind, seien es nun Leiharbeiter oder Amazon-Sklaven.

Völlig in Ordnung! Aber genauso falsch ist es auf Leuten rumzuhacken, die zum Beispiel in der Auswanderung die einzige Alternative sehen.
Ich schlage diesen Haken, weil ich ziemlich sauer war über eine Aussage von Kuddel über BGS im "Rechtsruck in Norwegen"- Thread.
Von BGS ist seidem hier nichts mehr zu lesen!

Ich glaube wir sind aber ansonsten der gleichen Meinung:
Die Spaltung der einzelnen Gruppen (Erwerbslose, Leiharbeiter, Stammarbeiter, Migranten, usw.) ist absolut kontraproduktiv und spielt den Herrschenden in die Hände.
Das kann definitiv nicht unser Ziel sein.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: schwarzrot am 13:46:35 Mo. 23.September 2013
ok Kuddel, will hier eigentlich nicht den thread ( Antworten ( Re:AMAZON )) zersemmeln...

Was ich kritisiere ist das Fehlen einer Strategie.
Strategie haben wir (kann aber nur für die ini, in der ich mitmache/von initiativen, die ich kenne reden).
Bei uns schaut es primär so aus, dass wir begleitungen, vorrangig unter den bei uns vernetzten, zu organisieren versuchen. Was aber, neben dem wöchentlichen 'niedrigschwelligen' frühstück, schon so gut wie alle unsere energie kostet.
Wöchentliches frühstück, mit der idee, einmal in der woche ein etwas positiven anlaufpunkt für die von HartzIV+/aufstocker betroffenen zu setzen, in der man sich nicht ständig für sein vom '1.arbeitsmarkt' freigesetztsein entschuldigen muss.
Besonders liegt uns daran, leute zu vernetzen und zum mitmachen anzuregen: Jede(r) sollte möglichst zu jedem termin im 'JC' eine begleitung finden können. Schwerpunkt ist hierbei nicht konsumieren (begleitung/sozialberatung als abrufbare 'dienstleistung'), sondern selbsthilfe.
Was dann auch wieder etwas das selbstvertrauen steigert.
Soweit die strategie.

Das funktioniert unter denen, die öfters kommen, im grossen-und-ganzen zwar, aber oft hängt selbst das schon an wenigen.

Praktisch sind wir oft schon froh, wenn wir genug für die nächste woche zusammenbekommen (das frühstück ist selbstfinanziert/selbstorganisiert, wir haben aber immer wieder neue ratsuchende, die kostenlos futtern und möglichst nur konsumieren wollen), bzw. sind jede woche froh, unter uns jemanden zuverlässlichen finden, der das nächste mal aufmacht.

Wenn ich daneben, noch freunde vom frühstück, bei diversen demos sehe, ist das für mich (inzwischen) schon fast ein antikapitalistischer lottogewinn.
De-facto kommt es mir eher so vor, als ob die erwerbslosen, in den letzten jahren eher mit noch weniger selbstvertrauen/energie neu dazustossen, als früher. Oder leute kommen mit total abstrusen verschwörungstheorien, ohne jegliche analyse und sinnvolle handlungsoption.
(Und das zieht sich, soweit ich sehe, scheinbar inzwischen durch die ganze gesellschaft, nicht nur die erwerbslosen!)

Daher, wenn es die inis es z.zt. schaffen noch möglichst effektiv den 'JC's sand ins getriebe zu schütten, ist das vielleicht das weiteste,was man der zeit bei vielen elo-inis erwarten kann.

Wenn das bei euch besser läuft: Prima! Vielleicht machen ja alle anderen was falsch.   ;) ::)

Zitat
Wenn man allein mit Erwerbslosen für Erwerbslose arbeitet und diesen engen Tellerrand nicht überschreitet, wird man zwar Einzelnen helfen, doch nie etwas an der Situation selbst ändern können.

Yup.
Da verweise ich nochmal auf eine aktion einer befreundeten ini: http://de.indymedia.org/2013/09/348803.shtml (http://de.indymedia.org/2013/09/348803.shtml)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:48:46 Mo. 23.September 2013
Aber genauso falsch ist es auf Leuten rumzuhacken, die zum Beispiel in der Auswanderung die einzige Alternative sehen.
Ich schlage diesen Haken, weil ich ziemlich sauer war über eine Aussage von Kuddel über BGS im "Rechtsruck in Norwegen"- Thread.
Von BGS ist seidem hier nichts mehr zu lesen!

Mir braucht niemand zu erklären, wie sich Verzweiflung anfühlt. Abhauen ist eine legitime persönliche Überlebensstrategie.

Aber in einem politischen Diskussionsforum muß es auch möglich sein, der These, man könne Deutschland nur noch verlassen, zu widersprechen.

Es drängen sich dann nämlich zwei Folgefragen auf:

1. Wohin? Der Kapitalismus regiert weltweit. Die ekelhafteste Spielart, der Neoliberalismus, ist dabei auf dem Vormarsch und Kombinationen mit Rassismus und Faschismus sind auch nicht weit. Das ist keineswegs auf Deutschland beschränkt und macht auch vor Skandinavien nicht halt.

2. Was wird aus diesem Land, wenn sich die Unzufriedenen und die hellen KIöpfe hier alle verpissen. Ein weiterer Rechtsschwenk von Deutschland hätte Folgen weltweit. In globalisierten Zeiten bleibt nichts auf nationale Territorien beschränkt.

Ich kenne BGS persönlich aus den Zeiten, in denen er noch in Kiel wohnte. Ich lese seine Berichte in diesem Forum gern, auch wenn ich in dem einen Punkt eine andere Meinung habe. Ich glaube nicht, daß ich ihn verschreckt habe. Ich gehe davon aus, daß er zur Zeit mit anderen Dingen beschäftigt ist.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:22:32 Mo. 23.September 2013
ok Kuddel, will hier eigentlich nicht den thread ( Antworten ( Re:AMAZON )) zersemmeln...

Wenn schon zersemmeln, dann auch richtig!

Zitat
De-facto kommt es mir eher so vor, als ob die erwerbslosen, die in den letzten jahren eher mit noch weniger selbstvertrauen/energie neu dazustossen, als früher. Oder leute kommen mit total abstrusen verschwörungstheorien, ohne jegliche analyse und sinnvolle handlungsoption.
(Und das zieht sich, soweit ich sehe, scheinbar inzwischen durch die ganze gesellschaft, nicht nur die erwerbslosen!)

Das sehe ich genauso. Das wäre vielleicht ein lohnender Diskussionsstrang.
Die Menschen scheinen sich unter dem sozialen Druck und der kollektiven Hirnwäsche zu verformen und sind bereits oftmals gebrochen und nur noch die Karrikatur eines Menschen.

Das Handeln vieler ist jenseits jeglicher Logik. Mir kommen alle möglichen schrecklichen Assoziationen hoch. Z.B. der von Brecht beschriebene Zug von Durchgedrehten, die einen Gefallenen des 1. Weltkriegs ausgebuddelt und ihn mit Weihrauch, Schnaps, Pfaffen und Musik durchs Dorf geschleppt haben um ihn "KV" (kriegsverwendungsfähig) zu erkären. Oder: Die Begeisterung, mit der man in den 1. Weltkrieg zog und die glücksverklärten Gesichter, die "Sieg Heil" brüllten.

Die Wahlen haben auch wieder gezeigt: Die Mehrheit der Menschen wählt gegen die eigenen Interessen. Dumpfe, kollektive und bewußt eingesetzte Ängste sind die Triebfeder und nicht Logik und ein erkennbares Eigeninteresse.

Das Ziel wäre, aus diesen Zombies wieder aufrechte Menschen zu machen. Das geschieht am ehesten in gemeinsamen praktischen Aktionen. Bei AMAZON ist es zumindest bei einer Minderheit gelungen. Da ist es mir scheißegal, ob es Verdi oder sonstwer organisiert hat.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:57:31 Mo. 23.September 2013
Zitat
Da ist es mir scheißegal, ob es Verdi oder sonstwer organisiert hat.
Womit wir den Bogen wieder zum Threadthema gespannt hätten! ;D

Vollste Zustimmung dafür!
Ich kann mich noch daran erinnern, wie das damals bei der IG BAU im Gebäudereinigerhandwerk war.
Von den ersten zaghaften Versuchen Betriebsräte zu gründen bis zur Einführung des Branchenmindestlohns!

Warum aber Arbeitnehmer versuchen, die Gewerkschaftsarbeit zu diskreditieren und dabei zum Teil mehr Eifer an den Tag legen als so mancher Arbeitgeber oder INSM- Werbevertreter will mir nicht in den Kopf.
Klar gibt es viel berechtigte Kritk am DGB. Aber diese Kritik lässt sich ja Zuhause auf dem Sofa herrlich markig in die Tastatur hämmern. Genau diese Leute waren aber in ihrem ganzen Leben noch nie auf einem Gewerkschafttreffen und haben noch nie irgendeine Verantwortung für ihre Kollegen übernommen.


Und wo ist die (radikale) Linke, wenn es darum geht, den Ausgebeuteten zu helfen?
Die haben alle keine Zeit, weil sie darüber disskutieren müssen, ob es politisch Korrekter ist mit I oder mit * oder mit _ zu Gendern!
Da kann ich doch echt nur noch  kotz


Was die Römer gebracht haben - Das leben des Brian.avi (http://www.youtube.com/watch?v=BbOedZN3Sb4#ws)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:25:37 Do. 03.Oktober 2013
Zitat
Verwirrspiel um Amazon
 Von Frank-Thomas Wenzel

(http://www.fr-online.de/image/view/2013/6/26/23837500,20855586,dmFlashTeaserRes,3d050211.jpg)
Wächst und wächst: Amazon

Immer wieder gibt es Gerüchte um angebliche Standortverlagerungen des Internetversandhändlers Amazon. Damit soll die deutsche Belegschaft verunsichert werden, vermutet die Gewerkschaft.

Für Stefanie Nutzenberger ist die Sache eindeutig. Amazon schüre gezielt Ängste in der Belegschaft, sagt die im Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi für den Handel Verantwortliche. Die polnische Zeitung Puls Biznesu hatte berichtet, dass der Online-Versender im Westen des Nachbarlandes drei neue Logistikzentren bauen will mit insgesamt rund 6000 Arbeitsplätzen. Dies soll angeblich Teil einer großangelegten Verlagerung von fünf deutschen Standorten gen Osten sein. Auch in Tschechien entstehen zwei Amazon-Standorte.

Die deutsche Tochter des US-Konzerns teilte der Nachrichtenagentur AFP indes mit, es gebe „keine Ankündigungen bezüglich der Expansionspläne“, und es gebe keine Pläne „einen bestehenden Logistikstandort in Europa zu schließen“.

Klassiker der Angstmache

Woher haben dann die polnischen Journalisten ihre Informationen? Gewerkschafter vermuten, dass eben doch Amazon dafür gesorgt haben könnte, dass die Spekulationen gestreut wurden. „Die Expansion in einem Wachstumsmarkt als mögliche Verlagerungen erscheinen zu lassen, gehört zu den Klassikern der Angstmache, um Beschäftigte einzuschüchtern.“ Amazon ging auf die Vorhaltungen von Verdi auf Anfrage nicht ein.

Die Gewerkschaft Verdi und der Versandriese befinden sich seit geraumer Zeit in einem harten Arbeitskampf. Die Gewerkschaft will erreichen, dass der Konzern die Beschäftigten nach dem Tarif für den Handel bezahlt. Amazon lehnt dies strikt ab. Das Management will Löhne zahlen, die sich an den erheblich günstigeren Tarifen der Logistikbranche orientieren. Bei den Verhandlungen gab es bislang keinerlei Annäherung.

Die Beschäftigten haben schon mehrfach an den Standorten Bad Hersfeld und Leipzig die Arbeit niedergelegt. Vorige Woche wurde in den beiden wichtigen Versandzentren an drei Tagen rund um die Uhr gestreikt. Und Verdi hat angekündigt, den Arbeitskampf weiter zu verschärfen.

Zugleich beginnt die Hochsaison für den Versandhandel. Vor Weihnachten steigt das Aufkommen an Päckchen, die täglich gepackt und verschickt werden müssen, kontinuierlich an und erreicht Anfang Dezember seinen Höhepunkt. Streiks an möglicherweise nicht nur zwei, sondern an drei oder vier Standorten, könnten für das Unternehmen extrem schmerzhaft werden. „Amazon will nun die Beschäftigten mit allen Tricks weichmachen“, sagt ein Gewerkschafter.

Verdi-Funktionäre halten eine Verlagerung schon aus betrieblichen Gründen für unplausibel. Es sei nicht vorstellbar, dass der Konzern versuche, den Versand für Deutschland von Polen oder Tschechien aus zu organisieren, heißt es. Die Transportwege würden dann viel zu lang. Amazon hat es aber darauf abgesehen, immer schneller liefern zu können. Dafür muss das Verteilnetzwerk möglichst eng gestrickt werden, auch in Deutschland. Deshalb entsteht gerade auch ein neues Logistikzentrum in Brieselang bei Berlin. Der Standort Koblenz wird ausgebaut.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/amazon-verwirrspiel-um-amazon,1472780,24507518.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/amazon-verwirrspiel-um-amazon,1472780,24507518.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:25:25 Di. 08.Oktober 2013
Zitat
Onlinehändler droht Streik im Weihnachtsgeschäft
"Streiken, wenn es Amazon besonders weh tut"

Im aktuellen "Spiegel" (41/2013) hat Ver.di-Sekretär Heiner Reimann Amazon mit einem erneuten Ausstand der Arbeiter gedroht. Mitten im Weihnachtsgeschäft könnten neben Leipzig und Bad Hersfeld erstmals weitere Versandzentren in Deutschland bestreikt werden.


An Amazons Stelle würde er sich nicht darauf verlassen "alle Kundenversprechen einhalten zu können", deutete Reimann vielsagend an. Offenbar ist es die Bestrebung von Ver.di, dass sich neben Leipzig und Bad Hersfeld, die über einen starken Betriebsrat verfügen, erstmals weitere Werke am Arbeitskampf beteiligen. In die Karten schauen ließ Reimann sich vom "Spiegel" aber nicht.

Ver.di will Amazon an den Verhandlungstisch zwingen und "ernsthaft" über die Einführung des lange geforderten Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel verhandeln. Seit Mai dieses Jahres laufen Streik-Aktionen mit hunderten Beteiligten, erreicht wurde dabei bislang lediglich die Einführung eines Weihnachtsgeldes. Für den (wahrscheinlichen) Fall, dass Amazon nicht bereit ist zu verhandeln, droht dem Onlinehändler ein Streikwelle mitten im Weihnachtsgeschäft − das Amazon traditionell mit Saisonkräften bestreitet, die keinen festen Arbeitsvertrag erhalten und auch nicht von einem Tarifvertrag profitieren würden. Fest angestellt sind in Deutschland rund 9.000 Arbeitskräfte, deren Zahl sich im Wihnachtsgeschäft um 10.000 Saisonkräfte vermehrt.

Für Aufsehen hatte vergangene Woche der Artikel in der polnischen Wirtschaftszeitung "Puls biznesu" gesorgt, in dem die Rede davon ist, dass Amazon mit Hochdruck und im Geheimen an der Eröffnung dreier Versandzentren in Westpolen und zwei weiteren in Tschechien arbeite. Amazon dementierte die Meldung nicht und wies lediglich zurück, dass in Deutschland Versandzentren geschlossen werden sollen. Ob ein Einsteig in den polnischen und tschechischen Onlinehandel geplant ist, darüber schweigt sich Amazon nach wie vor aus.
http://www.boersenblatt.net/639572/ (http://www.boersenblatt.net/639572/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: xyu am 18:02:49 Mi. 30.Oktober 2013
Zitat

STREIK!
Wir sind alle ama­zon!

Die meis­ten haben schon ein­mal bei ama­zon be­stellt: Es geht meist schnell, ist güns­tig und wird di­rekt nach Hause ge­lie­fert.

Was pas­siert hin­ter den Ku­lis­sen?
Lei­der ba­siert der Er­folg des Ge­schäfts­mo­dells ama­zon aber auf schlech­ten Ar­beits­be­din­gun­gen. Die Ar­bei­ten­den wer­den per­ma­nent und sys­te­ma­tisch über­wacht und sind einem zer­mür­ben­den Leis­tungs­zwang aus­ge­setzt. Die­ser kris­tal­li­siert sich ins­be­son­de­re in den ge­zielt ein­ge­setz­ten, mit Exis­tenz­ängs­ten spie­len­den Feed­back­ge­sprä­chen. Denn 2/3 der Be­schäf­tig­ten leben mit be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­gen und damit in stän­di­ger Angst um die ei­ge­ne Zu­kunft. Sie ar­bei­ten zudem bis in die spä­ten Abend­stun­den, ohne dass dies mit Zu­schlä­gen ho­no­riert wird.
Auch die Si­tua­ti­on der Lei­h­ar­bei­te­rIn­nen, ins­be­son­de­re der mit mi­gran­ti­schem Hin­ter­grund, stellt sich schlecht dar. Viele sind in dürf­ti­gen Un­ter­brin­gun­gen ein­quar­tiert und wur­den bis zur Auf­de­ckung durch eine TV-​Do­ku vor kur­zem von einem Si­cher­heits­dienst mit Ver­bin­dung in die neo­na­zis­ti­sche Szene „be­schützt“.

Was hat das mit uns zu tun?
Ama­zon ist einer der wich­tigs­ten Ar­beit­ge­ber in Leip­zig und setzt die Stan­dards für eine ganze Bran­che. Viele von uns ar­bei­ten neben dem Stu­di­um zu ähn­lich pre­kä­ren oder noch schlech­te­ren Be­din­gun­gen. Ama­zon er­füllt eine Si­gnal­funk­ti­on auch für an­de­re Un­ter­neh­men. Darum lohnt es sich, dort bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen zu er­kämp­fen.
Daher so­li­da­ri­sie­ren wir uns mit dem Streik der Mit­ar­bei­te­rIn­nen von ama­zon. Wir un­ter­stüt­zen die For­de­run­gen der Ge­werk­schaft ver.​di u.a. nach Ein­bin­dung in den Bran­chen­ta­rif­ver­trag des Ein­zel-​ und Ver­sand­han­dels, der Aus­zah­lung von Ur­laubs-​ und Weih­nachts­geld sowie der Zah­lung des Nacht­zu­schlags.

Was kannst du tun?
Wir rufen auf zum „Kon­su­men­tIn­nen­streik“! Be­stell etwas bei amazon.​de und schi­cke es zu­rück. Anbei legst du die­sen Flyer oder einen ei­ge­nen Brief, indem du die Miss­stän­de kri­ti­siert. Du un­ter­stützt damit eine Ak­ti­on der Mit­ar­bei­te­rIn­nen von ama­zon und zeigt Ihnen damit, dass sie nicht al­lei­ne ste­hen. Dir ent­ste­hen dabei keine Por­to­kos­ten, wenn der Preis über 40 EUR liegt und du in­ner­halb von 14 Tagen ab Er­halt der Ware zu­rück­schickst.

Bünd­nis zur Un­ter­stüt­zung der Strei­ken­den bei ama­zon
http://​streiksoli.​blogsport.​de // streiksoli@​riseup.​net
http://streiksoli.blogsport.de/2013/10/24/flyer/ (http://streiksoli.blogsport.de/2013/10/24/flyer/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: xyu am 19:47:35 Mi. 30.Oktober 2013
Zitat
Schreiben Sie an Amazon,

    dass für Sie Qualität im Versandhandel mehr heißt, als schnell und preiswert: Gute Arbeitsbedingungen
    dass es keine Gewinne auf Kosten der Belegschaft geben darf.
    Die Bezahlung liegt weit unterhalb des Branchentarifs, den die Konkurrenz ihren Mitarbeitern zahlt.
    dass Amazon Mitarbeiter unbefristet einstellen soll.
    2 Drittel der KollegInnen bei Amazon in Bad Hersfeld haben nur befristete Arbeitsverträge. Die Planung der eigenen Zukunft ist für sie unmöglich.
    dass Amazon überzogenen Leistungsdruck stoppen muss.
    Amazon arbeitet bei der Behandlung der Mitarbeiter mit Methoden von gestern und versteht unter Mitarbeitermotivation leider nur Druck.

So funktioniert es:

    Brief an Amazon herunterladen, öffnen und ausdrucken.
    Stellen Sie sich hinter die Forderungen der KollegInnen bei Amazon und unterschreiben Sie den Brief.
    Schicken  Sie den Brief an Amazon in Bad Hersfeld.
    Sie haben eine Rückantwort erhalten? Hinterlassen sie die Amazon-Antwort hier als Kommentar oder schreiben Sie uns eine Mail (heiner.reimann@verdi.de).

 
Noch besser:

Sie haben ein Amazon-Paket, das Sie zurückschicken wollen? Stecken Sie den Brief in einem Kuvert in das Paket und verschicken Sie ihre Beschwerde auf diesem Weg. So merken Kolleginnen und Kollegen, die ihr Paket auspacken direkt, dass ihr Anliegen auch außerhalb des Amazon-Lagers Unterstützung findet.
http://www.amazon-verdi.de/aktion/ (http://www.amazon-verdi.de/aktion/)

ps: wäre es nicht sinnvoll, den thread in das handels-unterforum zu verschieben?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Eivisskat am 13:28:30 Di. 24.Dezember 2013
Zitat
Inside Amazon

Bei dem Versandhandel kann man erleben, was unser Wunsch nach billigem Konsum anrichtet. Besonders wenn man im Weihnachtsgeschäft dort arbeitet

Das erste, was ich bei Amazon sehe, ist eine Packung Hundewindeln. Beim zweiten Artikel handelt es sich um einen riesengroßen pinken Plastikdildo. Das Warenlager hier ist 74.320 Quadratmeter groß, von einem Ende zum anderen fast einen halben Kilometer lang. Viel Platz also, das würde sich in den nächsten Tagen herausstellen, für furchtbar viel Mist.

http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/inside-amazon (http://www.freitag.de/autoren/the-guardian/inside-amazon)


 :o
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 14:23:22 Di. 24.Dezember 2013
Lest auch mal die Kommentare dazu.
Teils würde ich mir diese Klarsicht auch im realen Leben wünschen.  ::)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:45:12 Di. 24.Dezember 2013
Die Leserkommentare sind angenehm geistreich.

Abgesehen davon:
Zitat
was unser Wunsch nach billigem Konsum anrichtet
Ich habe wenig Verständnis für das ewige Propagieren der "Macht der Konsumenten".
Das ist gefährlich nah an einem Bashing der Armen, die preisbewußt kaufen müssen und sich einen moralisch sauberen Einkauf nicht leisten können.

Ich ziehe es vor solche Unternehmen von innen her anzugreifen und zu versuchen die Belegschaften zu organisieren. Außerhalb gewerkschaftlicher Strukturen.
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27765.0 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27765.0)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 15:51:04 Di. 24.Dezember 2013
So eben habe ich auch erfahren, dass AMAZON 600 Mitarbeiter entläßt.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/4037746/amazon-schmeisst-600-mitarbeiter-raus.html (http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/4037746/amazon-schmeisst-600-mitarbeiter-raus.html)

Zitat
Die Gewerkschaft Verdi hat Kündigungen von Mitarbeitern des Amazon-Logistikzentrum in Brieselang (Havelland) bei Berlin kritisiert. Der Internet-Versandhändler habe am Montag mindestens 600 befristet Beschäftigte einbestellt, ihnen die Kündigung ausgesprochen und das sofortige Verlassen des Betriebsgeländes verlangt, teilte Verdi am Dienstag mit. Das Zentrum in Brieselang war erst im November eröffnet worden.

"Amazon zeigt wieder einmal sein wahres Gesicht", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. "Nachdem sie mit Höchstleistungen unter Druck das Vorweihnachtsgeschäft abgewickelt haben, werden die befristet Beschäftigten jetzt - ausgerechnet einen Tag vor Heiligabend - Knall auf Fall vor die Tür gesetzt."

Der US-Konzern verweigere seinen Mitarbeitern nicht nur den Schutz eines Tarifvertrages, "sondern versucht gleichzeitig, in Deutschland eine Wildwest-Kultur des Heuerns und Feuerns zu etablieren", bemerkte Nutzenberger.

In den Amazon-Versandzentren Leipzig, Bad Hersfeld und Graben hatten in der vergangenen Woche Beschäftigte für den Abschluss eines Tarifvertrages gestreikt, den das Unternehmen nicht will.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:42:58 Di. 24.Dezember 2013
Zitat
So eben habe ich auch erfahren, dass AMAZON 600 Mitarbeiter entläßt.

Nunja, das Weihnachtsgeschäft ist vorbei, Verdi hat sich bis auf die Knochen blamiert.
Was soll da sonst passieren?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 15:39:14 Mi. 25.Dezember 2013
Die Leute, die jetzt entlassen wurden, waren schon vorher befristet bis zum 23.12. beschäftigt. Es war von vornherein klar, dass sie wenn das Weihnachtsgeschäft rum ist entlassen werden.

Es ist aber grundlegender. Wie der Artikel vom DerFreitag beschreibt, ist Amazon und auch andere zum  kotz

Bis vor 2 Jahren kaufte ich bei Amazon. War einer der ersten in Deutschland, der sich im lokalen Laden sich Informationen holte und später online kaufte.
Jetzt machen dies viele (für mich gesehen zuviele).
Ich drehe jetzt den Spieß um. Informiere (Benuterrezessionen) bei Amazon, kaufe dann aber im Laden.

Denn man hat nichts davon, wenn die Läden in der Stadt verschwinden und damit "bessere" Arbeitsplätze verloren gehen.
Dafür floriert Amazon. Hat aber kotzJobs. Wenn man bedenkt, dass Paketzustellerjobs durch Drohnen auch entfallen und auch andere Unternehmen nachziehen werden, kann man sich einen Reim daraufgeben.

Wie ich Kommentar vom DerFreitag las, bin ich der gleichen Meinung, dass Robots besteuert werden sollen.
Da ich aus der Logistikbranche komme, weiß ich, dass diese Jobs, die jetzt noch Menschen machen, in 2-5 Jahren Roboter machen.
Denn viele Jobs, die Menschen machten, werden durch Robits ersetzt. Egal welcher Berufszweig (ob Produktion, Lager...)
Am Schluß bleiben nur noch Berufe mit höheren Einkommen.

Darum will ich diesen ganzen Wahnsinn mit kleinen Läden verzögern.


Frohe Weihnachten
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 17:25:57 Mi. 25.Dezember 2013
Amazon nutzt alle Möglichkeiten die die Politik mit ihrer Gesetzgebung gibt.
Nein, ich möchte da nichts schönreden, aber selbst wenn Amazon einlenkt bleibt im Hintergrund die Möglichkeit bestehen.

Ganz davon abgesehen das die leidenden Einzelhändler ihre Mitarbeiter oftmals auch um kein Haar besser behandeln.

Und Robots besteuern? Ok, da gehören aber einige Dinge grundsätzlich geändert, um diese wegfallenden Jobs ist es nicht schade.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 19:32:15 Mi. 25.Dezember 2013
Klar ist die Politik schuld. Erst durch diese können die mit einem machen, was sie wollen.


Diese wegfallenden Jobs gibt es nur bei so großen Lagern, wie Amazon. Früher waren dies abwechslungsreiche und anspruchsvolle Jobs.

Bei einem kleinen Lager machst Du z.B. Warenannahme, Wareneingang, Einlagern, Kommissionieren, Verpacken und Versenden alles alleine.
Dafür bekommst Du auch einen gescheiten Stundelohn. Bist nicht so einfach ersetzbar. usw.

Bei so einem großem Lager wie Amazon wurden viele Tätigkeiten durch Robots (z.B. Pick by Lights) ersetzt. Da macht ein Helfer nur Kommissionieren, oder nur Verpacken den ganzen Tag. Da braucht man nur Helfer. Extrem eintönig und man ist austauschbar (innerhalb von 2 Std.). Diese eintönigen Jobs wurden erst durch solche große Lager gemacht.


Aber dies ist in allen Berufszweigen so.
Früher hat ein Schweißer etwas können müssen. Heute stellt man einen Robot hin. Es wird nur noch ein Helfer gebraucht.
Und diese Helferjobs fallen dann auch noch weg. Durch weitere Robots oder duch Verlagerung nach China.

Darum haben wir ja 5-6 Mio. Arbeitslose (keine 3 Mio. wie BA angibt - demnächst will Weise nur 1,5 Mio http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/ba-chef-weise-will-arbeitslosigkeit-halbieren-1.3361517 (http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/ba-chef-weise-will-arbeitslosigkeit-halbieren-1.3361517))

Frohe Weihnachten
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 20:16:51 Mi. 25.Dezember 2013
Es ist auch so, dass in "modernen" Logistikzentralen die Ware zum Mann  per z.B. Förderbahnen geliefert wird. Eim Mann steht vorm Forderband und packt die Ware nur noch in das Paket.
Wo früher 2000 Leute tätig waren, gibt es nur noch 30.
2 Leute, die die Anlage bedienen
10 Leute für WE
5 Leute zum Einlagern
10 Einacker
3 Leute im Büro


Die Robots werden in großen Lagern  installiert. Bei kleinen Lagern aieht man davon ab, denn es rentiert sich nicht.

Wie gesagt, lokale Läden soll man schützen. Genauso ist es mit den kleinen Firmen. Bei jeder Firma gab es ein Lager.
Wenn aber nur noch große Firmen vorhanden sind, werden diese Jobs verschwinden, bzw. sind schon verschwunden.
Es wird ausgelagert. So kommen ZAF zum Zuge. Die haben dann viele Helferstellen, die austauschbar sind.

Eigentlich alter Hut, aber es in gewisser Weise auf Amazon übertragbar.


Frohe Weihnachten
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 20:56:35 Mi. 25.Dezember 2013
Warum arbeiten da nur Männer?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:21:57 Do. 26.Dezember 2013
@Schluepferstuermer
Ich glaube du hast da einen verklärten Blick, du beschreibst Ausnahmen von der Regel.
Den "kleinen" fehlen oftmals nur die Mittel bzw. die Größe um nicht das gleiche wie z.B. Amazon zu machen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 10:52:06 Do. 26.Dezember 2013
Wie verklärten Blick?

Sind keine Ausnahmen. Sondern die Regel.

Mit kleine, meine ich Kleinbetriebe, oder Mittelständler

Da sind 10 auf baustelle, 4 machen das kaufmännische.
Wenn es ein eigenes Lager noch gibt, rentiert es sich nicht, einen Robot zu benutzen.
Bei Großen ist ein wirtschaftliches Lager notwendig. Dazu gehören nunmal Robots.


in den 80/90ern konnte man zu einer Firma gehen (z.B. Elektroinstallation, Malerbetrieb, Maurerbetrieb,...), da gab es ein Lager in dem kleinen Betrieb.
Heutzutage sind die kleinen Firmen mit eigenem Lager verschwunden. Sind jetzt Groß (wurden aufgekauft, mehrere haben sich zusammengeschlossen, beziehen die Ware vom Großhändler,...)

Das Lager wurde ausgelagert. Arbeiten tun da nur noch ZA oder Robots.


Frage doch in Deiner Umgebung bei einer Firma nach, ob die ein Lager haben. Denn es ist eigentlich sicher, dass eines gebraucht wird.
Es wird nur noch streng Auftragsbezogen Material vom Großhändler (mit großem Lager) bezogen. Ein Großhändler hat dann 200 kleine Firmen.

Das alles nur auf Lager bezogen


Vllt. sollte ich mal erklären, was ich mit Robots ausdrücken möchte?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 11:20:10 Do. 26.Dezember 2013
unter Robots meine ich:

- dynamische Lagerhaltung, wie Umlaufregale, Turmregale, Hochregal, autom. Behälterregal, ...
- Flexible Einlagerung (chaotische Lagerhaltung)
- Materialflussziele mit Förderhilfsmittel
- Kommissionieren nach Kennzahlen
- usw.


Dies wird bei kleinen Lagern nich benötigt. Da gibt es Fachbodenregale mit statischer Lagerung
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 21:52:37 Fr. 03.Januar 2014
Zitat
Günter Wallraff: „Lug und Trug statt Treu und Glauben“
Verantwortlich: Wolfgang Lieb

Günter Wallraff erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen Amazon. Der Online-Versandriese beute Menschen in Kooperation mit den Arbeitsagenturen über die Erschöpfungsgrenzen hinaus aus. Arbeitslose seien gezwungen, in den Werkhallen bis zu 15 Kilometer am Tag zu laufen. Im System aus Überwachung und Dauerdruck komme es immer wieder zu Herzattacken und Kreislaufzusammenbrüchen. Es gab Fälle, wo Diabetikern sogar verboten worden sei, Injektionen und Traubenzucker mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. In diesem Licht gewinnt der Tod eines 50-Jährigen bei Amazon in Koblenz an Brisanz.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=19811 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=19811)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:52:07 Mo. 06.Januar 2014
Zitat
Amazon-Mitarbeiter sauer auf ver.di

Im Arbeitskampf beim Internet-Versandhändler Amazon haben sich mehr als 1000 Beschäftigte mit einer Unterschriftenaktion von der Gewerkschaft ver.di distanziert.

Nach Angaben der "Neuen Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") erklärten 1018 Mitarbeiter der Standorte Leipzig und Bad Hersfeld bereits Ende Dezember, dass sie Abstand nehmen, "von den derzeitigen Zielen, Argumenten und Äußerungen der ver.di, die in der Öffentlichkeit über Amazon und damit über uns verbreitet werden".

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon-verdi100.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon-verdi100.html)


Ich denke mal, da wird bei Amazon massiv Druck auf die Mitarbeiter ausgeübt und sicherlich fließt da auch einiges an Kohle.
Und die Öffentlich Rechtlichen fressen es mal wieder ohne zu hinterfragen.
Wahrscheinlich spielt auch hier Geld eine nicht unerhebliche Rolle.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 08:56:37 Do. 06.Februar 2014
Amazon Streik 2013 (http://www.youtube.com/watch?v=Uqu2E2yZ_Dg#ws)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:34:39 Sa. 19.April 2014
Zitat
Onlinehandel:
Wieder zwei Amazon-Standorte im Streik

Der lange Kampf um höhere Löhne bei Amazon geht weiter. "Die Fastenzeit ist zu Ende. Her mit den Eiern", so das Motto der Lagerarbeiter, die trotz großer Kälte um 5:00 Uhr Streikposten bezogen.


In den Amazon-Warenlagern in Bad Hersfeld und Leipzig wird heute wieder ganztägig gestreikt. Das gab die Gewerkschaft Verdi bekannt. "Die Zeit des Fastens ist vorbei, und die Beschäftigten bei Amazon erwarten zu Recht den verbindlichen tarifvertraglichen Schutz ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen. Das ist keine Forderung, die von außen an das Unternehmen herangetragen wird, sondern die klare Erwartung einer großen Zahl von Beschäftigten und der Verdi-Mitglieder bei Amazon", sagte die Verdi-Streikleiterin in Bad Hersfeld, Mechthild Middeke.

Die Gewerkschaft reagiert damit auf die Absage des Unternehmens, ein Spitzengespräch abzuhalten. Verdi stellt sich bei Amazon auf eine lange Auseinandersetzung mit kürzeren und längeren Streikphasen ein.

In Bad Hersfeld sei der Streik gut angelaufen. Streikleiterin Mechthild Middeke: "Schon um fünf Uhr heute früh waren unsere Streikposten vor FRA1 und FRA3 an ihren Plätzen. Trotz eisiger Kälte waren es da schon fast hundert. Jetzt, gegen 10:30 Uhr sind gute dreihundert Beschäftigte vor den Toren. Wir rechnen damit, dass sich im Laufe des Tages über fünfhundert Kolleginnen und Kollegen am Streik beteiligen werden. Denn jetzt ist die Spätschicht noch gar nicht da."

Die Geschäftsführung sieht Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen ab. An keinem der deutschen Standorte gibt es eine Tarifbindung. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen.
http://www.golem.de/news/onlinehandel-wieder-zwei-amazon-standorte-im-streik-1404-105943.html (http://www.golem.de/news/onlinehandel-wieder-zwei-amazon-standorte-im-streik-1404-105943.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:33:34 Di. 12.August 2014
Zitat
Streik: Amazon.de verlagert Buchversand nach Polen und Tschechien

Amazon hat Verlage aufgefordert, 40 Prozent ihrer Titel über Warenlager in Polen und Tschechien nach Deutschland zu versenden. Dies wird als Reaktion auf die beharrliche Streikbewegung hier gesehen.



Amazon verlangt von deutschen Verlagen, rund 40 Prozent der Waren über neue Logistikstandorte in Polen und die Tschechische Republik an ihre Kunden in Deutschland zu schicken. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt, der das Schreiben vorliegt. In dem Brief, den der US-Konzern verschickt, werden die Verlage auf die Eröffnung von zunächst zwei neuen Vertriebszentren am 15. und 29. September in Polen hingewiesen.

Bei den Verlagen sorgt die Ankündigung von Amazon für erhebliche Kritik, denn sie sollen die Zusatzkosten tragen. "Amazons Plan bedeutet eine Vervielfachung der Wege und der damit verbundenen Kosten für die Verlage", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Zeitung. "Wir sind nicht bereit, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen", erklärte einer der größten deutschen Buchproduzenten. Dies sei "die Linie, die sich generell durch die Verlage zieht".

Wie die Zeitung erfahren hat, richtet sich das Vorgehen offenbar gegen die Streiks der Lagerarbeiter für einen Tariflohn in Deutschland. Die Verdi-Mitglieder haben vor mehr als einem Jahr, im April 2013, mit Streiks an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld begonnen und setzen den Kampf seitdem weiter fort.

Die Geschäftsführung sieht Amazon als Logistikunternehmen, für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnt Verhandlungen vehement ab. An keinem deutschen Standort gibt es eine Tarifbindung. In Hessen beträgt der Einstiegslohn bei Amazon 9,83 Euro, nach Tarif müssten es 12,18 Euro sein. In Leipzig beträgt der Einstiegslohn 9,30 Euro, nach Versandhandelstarif müsste Amazon 10,66 Euro pro Stunde bezahlen. Das Unternehmen zahlt nach einem firmeneigenen Vergütungssystem, das laut Verdi deutlich unter den Tarifen des Einzel- und Versandhandels liegt. Amazon erklärt, dass die Bezahlung für ein Logistikunternehmen bereits am oberen Ende des branchenüblichen Niveaus liege.

Amazon hatte im Oktober 2013 erklärt, drei große Warendepots in Polen zu planen. Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de damals, dass die Logistikzentren zunächst hauptsächlich nach Deutschland liefern sollten und erst später an Kunden aus anderen europäischen Ländern. Zwei weitere Logistikstandorte seien in der Tschechischen Republik geplant. Ein neues Amazon-Lager werde in der Nähe des Prager Flughafens vorbereitet.

Amazon betonte, es gebe keine Pläne, eines der bestehenden 25 Zentren in Europa zu schließen. Die neuen Versandlager sollten das Wachstum in Europa unterstützen. "Aus diesem Grund wurden vorab Lieferanten über die neuen Anlieferadressen informiert", sagte ein Sprecher der Welt.
http://www.golem.de/news/streik-amazon-de-verlagert-buch-versand-nach-polen-und-tschechien-1408-108454.html (http://www.golem.de/news/streik-amazon-de-verlagert-buch-versand-nach-polen-und-tschechien-1408-108454.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BGS am 22:58:57 Di. 12.August 2014
Einfach massenhaft boykottieren, den menschen, mitarbeiter- und umweltfeindlichen Laden! Who the fuck needs "Amazon"?

MfG

BGS
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 03:40:04 Mi. 13.August 2014
"Wir sind nicht bereit, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen", erklärte einer der größten deutschen Buchproduzenten. Dies sei "die Linie, die sich generell durch die Verlage zieht".
Wenn die Verlage sich einig sind, warum boykottieren sie diesen Scheiß nicht einfach? Amazon ist nicht der einzige Buchhändler, selbst online hat man die freie Auswahl.
Und wenn eine größere Anzahl von Buchtiteln bei Amazon nicht lieferbar ist, bei den anderen Händlern aber schon, das wär doch mal was.  :evil:
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BGS am 18:54:08 So. 26.Oktober 2014
Zitat

Amazon-Streik zur Weihnachtszeit?

Gastautor, 26. Oktober 2014, Kat.: StreikNews

Die Gewerkschaft ver.di kündigte an, dass die Streiks bei Amazon weitergehen werden, möglicherweise während des Weihnachtsgeschäfts. Im September hatte ver.di die Streiks ausgeweitet. Zum ersten Mal beteiligten sich damals auch die Beschäftigten des Standortes Werne in Nordrhein-Westfalen, außerdem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Standorte Bad Hersfeld, Leipzig, Graben und Rheinberg. Den Beschäftigten geht es um einen Tarifvertrag mit den im Einzel- und Versandhandel üblichen Regelungen.


Quelle; http://www.randzone-online.de/?p=24252 (http://www.randzone-online.de/?p=24252)

MfG

BGS
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:52:16 Di. 23.Dezember 2014
Zitat
Bisher längster Streik bei Amazon Deutschland

Bis Heiligabend soll bei Amazon gestreikt werden.


Seit mehr als einem Jahr kämpft die Gewerkschaft Verdi um eine bessere Bezahlung für die Beschäftigten des Online-Versandhändlers Amazon. Doch die Positionen bleiben verhärtet.


Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will im Konflikt mit dem Online-Versandhändler Amazon den Druck erhöhen. Mitten im Weihnachtsgeschäft ging der bisher längste Streik in der Geschichte von Amazon Deutschland in die zweite Woche. Er soll bis Heiligabend um 15.00 Uhr andauern, wie Verdi bekräftigte. An den Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) und Graben (Bayern) legten Beschäftigte die Arbeit nieder.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon liegen in Deutschland seit langem im Streit um den Tarifvertrag für die Beschäftigten: Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt.

Bisher habe sich Amazon in dem seit Mai 2013 anhaltenden Konflikt nicht auf die Gewerkschaft zubewegt. "Sie versuchen, das auszusitzen", kritisierte der Sprecher des Verdi-Bundesvorstandes, Christoph Schmitz. "Unser Ziel ist letztlich nicht, dass die Pakete verspätet ankommen", sagte er. Amazon sei in der Pflicht, seine Lieferversprechen gegenüber den Kunden einzuhalten. Doch der Aufwand dafür werde durch die Streiks höher und treffe das Unternehmen wirtschaftlich. "Wir rufen ja nicht zum Boykott auf", betonte er.

Die Streikwelle bei Amazon hatte am vergangenen Montag begonnen. Am Sonntag gab es eine kurze Pause. In den insgesamt neun deutschen Verteilzentren arbeiten nach Unternehmensangaben in der Vorweihnachtszeit rund 20.000 Menschen. Verdi will den deutschen Ableger des US-Giganten Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu den besseren Bedingungen des Einzel- und Versandhandels zwingen. Amazon lehnt das weiterhin strikt ab und verweist darauf, dass die Bezahlung der Mitarbeiter sich am oberen Bereich der Logistikbranche orientiert.

"Streikwille ungebrochen"

Nach den Angaben von regionalen Verdi-Sprechern ist der Streikwille ungebrochen. "Wir sind sehr zufrieden", sagte Sabine Busch von Verdi NRW. Pro Tag hätten sich etwa 700 Mitarbeiter am Ausstand beteiligt. Im bayerischen Graben verordnete Verdi den Streikenden eine Ruhepause. "Wir holen sie nicht mehr jeden Tag vors Tor, sondern lassen sie zu Hause bleiben", sagte Hubert Thiermeyer von Verdi Bayern.

Auch an den beiden Versandlagern in Bad Hersfeld soll bis Heiligabend gestreikt werden. Das hätten die Mitarbeiter bei einer Streikversammlung bekräftigt, sagte Verdi-Vertreterin Mechthild Middeke. Sie sieht das Potenzial, die Schrauben noch enger zu ziehen. "Wir haben dieses Jahr mit Streiks an bis zu sechs Standorten eine ganz schöne Steigerung hingekriegt", sagte sie. "Wir trauen uns zu, den Druck im kommenden Jahr noch zu erhöhen."

Amazon-Sprecherin Anette Nachbar unterstrich, das Unternehmen stehe zu seinem Lieferversprechen. Das Anliegen der Geschäftsführung sei ein respektvoller Umgang innerhalb der Belegschaft. "Wir respektieren das Streikrecht der Kollegen, aber wir erwarten auch Respekt gegenüber denen, die sich entschieden haben, nicht zu streiken."
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bisher-laengster-Streik-bei-Amazon-Deutschland-2505912.html (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bisher-laengster-Streik-bei-Amazon-Deutschland-2505912.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:29:50 Mi. 29.April 2015
Zitat
Versand-Lager in Tschechien
Vier-Euro-Job bei Amazon


(http://www.fr-online.de/image/view/2015/3/29/30553782,32874933,dmFlashTeaserRes,Amazon.jpg)
"Hart arbeiten. Spaß haben. Geschichte schreiben." Mit diesem Spruch versucht Amazon seine Mitarbeiter im Versandzentrum im polnischen Wrocław zu motivieren. Ein ähnliches Logistikzentrum entsteht zurzeit in der Nähe von Prag. Einfachen Mitarbeitern wird dort ein Stundenlohn von umgerechnet rund vier Euro geboten.

Der US-Versandhändler Amazon errichtet nahe Prag ein großes Versandzentrum. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft soll es in Betrieb gehen. Die Firma verspricht 2000 neue feste Stellen sowie 3000 zusätzliche Saisonarbeitsplätze. Die Bezahlung ist allerdings dürftig - selbst für tschechische Verhältnisse.

Eine Halle so groß wie 13 Fußballfelder entsteht zurzeit in Dobrovíz, einem kleinen Vorort im Osten der tschechischen Hauptstadt Prag. Nach einigem Ringen mit Bürgerinitiativen und lokalen Behörden laufen die Bauarbeiten an dem riesigen Gebäude nun auf Hochtouren, 360 Arbeiter stellen Betonsäulen auf und montieren Blechplatten.

Noch vor Weihnachten will der US-Versandgigant Amazon von hier aus Deutschland und halb Europa mit Büchern, Staubsaugern und allen anderen möglichen und unmöglichen Produkten beliefern. Die Bedingungen dafür sind ideal: Die Autobahn führt in der Nähe vorbei und der Prager Flughafen ist in Sicht- und Hörweite. Das erleichtert nicht nur den Transport, sondern macht auch den Baugrund billig.

Und noch etwas ist in Tschechien billig: die Arbeitskraft. 110 Kronen, umgerechnet vier Euro, soll ein Lagerarbeiter bei Amazon verdienen. Das ist deutlich weniger als der Durchschnittslohn in dieser Berufsgruppe. Nach der aktuellen Statistik des tschechischen Arbeits- und Sozialministeriums beträgt er im Landkreis Mittelböhmen, wo Dobrovíz liegt, rund 144 Kronen, in der nahen Hauptstadt Prag sind es rund 130 Kronen.

Über Mangel an Kandidaten kann sich Amazon dennoch nicht beklagen: Rund 1000 Interessenten für die vom US-Versandhändler ausgeschriebenen Stellen habe man bereits, heißt es beim tschechischen Arbeitsamt, mit dem Amazon intensiv zusammenarbeitet. Und das, obwohl die Arbeitslosenrate in der Region Prag zurzeit so niedrig ist wie nirgendwo sonst in der EU: Zum Ende des Jahres 2014 lag sie bei nur 2,5 Prozent.
Anwerbung in Krisenregionen

Aus diesem Grund werben das tschechische Arbeitsamt und Amazon auch Mitarbeiter in strukturschwachen Gebieten des Landes an, vor allem in der nordböhmischen Region Ústí (Aussig). Allerdings liegt der Durchschnittslohn für Lagerarbeiter mit 129 Kronen auch dort deutlich über den von Amazon gebotenen 110 Kronen pro Stunde. Berücksichtigt man die Kosten für Fahrt und Unterkunft, dürfte es sich selbst für einen Arbeitslosen kaum lohnen, von Ústí in die Region Prag zu pendeln. Amazon will deshalb die Angestellten mit Firmenbussen von und zur Arbeit zu bringen.

Doch auch für Menschen aus der Region Prag könnten die Jobs bei Amazon interessant sein, meint Pavel Kaczor, Leiter des Arbeitsamtes im südböhmischen Tábor und Lektor an der Prager Wirtschaftsuniversität: "Ich denke, dass es in Mittelböhmen und Prag genug Menschen gibt, die unter schlechteren Bedingungen arbeiten. Wenn wir den Stundenlohn hochrechnen, kommen wir auf 18 000 Kronen und das ist für einen Arbeiter nicht so schlecht", so Kaczor gegenüber dem tschechischen Nachrichtenportal Aktuálně.cz.

Tatsächlich verdient ein Lastwagenfahrer in Prag im Durchschnitt nur 108 Kronen pro Stunde, ein Bäcker nur 103 und eine Putzfrau nicht einmal 80 Kronen pro Stunde. Weil Amazon für die einfache Lagerarbeit keine besonderen Qualifikationen verlangt, könnten sich einige Menschen aus diesen Niedriglohnbranchen für einen Jobwechsel entscheiden.

Sollten sich dennoch nicht genügend Arbeitnehmer in Tschechien finden, ist das auch kein Problem für Amazon. Auch ausländische Arbeitskräfte sind dort willkommen, einzige Bedingung: "Fähigkeit, Aufträge auf Tschechisch entgegenzunehmen und zu lesen", wie der aktuellen Stellenausschreibung für einen Schichtleiter im Amazon-Versandzentrum nahe Prag zu entnehmen ist. Der Stundenlohn für diese Position beträgt übrigens 150 Kronen, umgerechnet 5,45 Euro. Brutto.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/versand-lager-in-tschechien-vier-euro-job-bei-amazon,1472780,30553016.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/versand-lager-in-tschechien-vier-euro-job-bei-amazon,1472780,30553016.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Auferstanden am 12:22:24 Mi. 29.April 2015
Nun, das Amazon gerade in good old Germany ein Lohndrücker sei, verwundert mich in diesem Hungerlohnland doch etwas.
Wären nicht vielmehr die unwürdigen Arbeitsbedingungen und Praktiken fragwürdiger und das Verdi seit einem Jahr nicht wirklich etwas erreicht
hat, verwundert mich in diesem Land ebenso wenig.

Selbst ein möglicher Konsumentenboykott wäre ein nichts, gäbe es gerechte und menschenwürdige Arbeitsgesetze, bzw. Rahmenbedingungen und sei es, dass dieses Unternehmen erst einmal ortsansässige Steuern entrichten würde.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:26:20 Mi. 29.April 2015
das Verdi seit einem Jahr nicht wirklich etwas erreicht hat

Nur mal was zum Verständnis von Arbeitskonflikten:
Eine Gewerkschaft (auch die beste der Welt) erkämpft nie etwas. Eine Gewerkschaft kann im besten Falle nur Kämpfe organisieren und dann als Verhandlungspartner etwas aushandeln. Aber kämpfen, das können nur die Arbeiter selbst.

Ich habe ein paar Aktivisten der AMAZON Streiks kennengelernt. Sie sind in der Gewerkschaft, doch ihre Aktivitäten werde nicht unbedingt von der Gewerkschaft gern gesehen. Sie sind aber sehr kämpferisch und setzen sich gegen kampfunwillige Strukturen durch und reißen Kollegen mit. Das sind Leute, die sich mit viel Elan für bessere Verhältnisse einsetzen.

Ich finde es erbärmlich von der Tastatur jetzt alles runterzumachen. Was für eine Haltung ist das denn, wenn man erwartet, daß ein paar kleinere lokale Streiks gleich einen multinationalen Großkonzern in die Knie zwingen? Es können nur Anfänge einer nötigtigen Auseinandersetzung sein, die ausgeweitet werden muß auf andere Standorte und auf andere Länder. Und man muß überlegen, wie man Solidaritätsaktionen entwickeln kann, auch jenseits der Amazon Belegschaft. Z.B. bei den Transportuntermehmen, die für Amazon fahren. Oder Blockaden von Amazon Standorten.

All das erscheint mir wesentlich sinnvoller, als die Boykottaufrufe, bei denen jeder zuhaus bleibt und nie das Gefühl eines gemeinsamen Kampfes aufkommen wird.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 17:57:11 Do. 23.Juli 2015
Zitat
Die "Versklavung" der polnischen Amazon-Mitarbeiter

13 Zloty pro Stunde verdienen die Arbeiter: drei Euro. Stühle gibt es nicht, dafür unbezahlte Überstunden. In Polen bekommt Amazon jetzt Ärger mit staatlichen Prüfern – und den eigenen Angestellten.

Als Amazon Ende 2014 seine Versandzentren in Polen eröffnete, war die Freude groß. Janusz Piechocinski, der Wirtschaftsminister, bezeichnete die Investitionen als einen "Meilenstein" für die Wirtschaft Polens. Und Amazon kündigte an, Tausende neue Jobs zu schaffen – in Polen, einem Land mit einer Arbeitslosenquote von etwa zwölf Prozent, wurde diese Nachricht sehr positiv aufgenommen.

Und auch für Amazon schienen Breslau und Posen ideale Standorte zu sein, denn diese Kombination aus unmittelbarer geografischer Nähe zu dem riesigen Markt Deutschland und sehr niedrigen Löhnen gibt es so sonst nur noch in Tschechien. Amazon findet in Polen Angestellte für die überwiegend sehr einfachen Tätigkeiten, die in den Amazon-Logistikzentren zu verrichten sind, zu einem Viertel des deutschen Preises: 12,50 Zloty bekommt ein einfacher Lagerarbeiter brutto in Breslau und 13 Zloty in Posen – das sind etwa drei Euro.
[...]
Die Staatliche Arbeitsinspektion (PIP), die in Polen die Einhaltung des Arbeitsrechts in den Betrieben kontrolliert, hat kürzlich eine große Anzahl an Verstößen bei Amazon in Breslau festgestellt: So wurden laut PIP bei einigen Arbeitern Überstunden nicht bezahlt, oder bei Abwesenheit wegen Krankheit oder Schwangerschaft wurde – entgegen den gesetzlichen Vorschriften – kein Lohn gezahlt.
[...]
Außerdem bemängelt er, dass die Hälfte der Arbeiter bei Amazon über Zeitarbeitsfirmen angestellt seien, die ihre Angestellten "wie Sklaven behandeln". Amazon betont aber, dass die Mehrheit der über 6000 Mitarbeiter fest angestellt sei.

Wie die Stimmung bei den Arbeitern in Posen ist, lässt sich auch an einem Ereignis von vor drei Wochen ablesen: Am 24. und 25. Juni wurden die Schichten für die Arbeiter von zehn auf elf Stunden verlängert, berichtet die PIP. Zu dieser Zeit streikten Angestellte der meisten deutschen Amazon-Versandzentren. In der Nachtschicht vom 24. auf den 25. Juni gab es einen Spontan-Protest in Posen: Ein Teil der Belegschaft verlangsamte die Arbeit in der elften Stunde, um seine Unzufriedenheit mit den Arbeits- und Lohnbedingungen und die Solidarität mit den deutschen Amazon-Angestellten auszudrücken.
http://www.welt.de/wirtschaft/article144152563/Die-Versklavung-der-polnischen-Amazon-Mitarbeiter.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article144152563/Die-Versklavung-der-polnischen-Amazon-Mitarbeiter.html)

Deutsche Zustände in Polen - Amazon bleibt sich selbst treu.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 11:13:07 Fr. 24.Juli 2015
Zitat
Überraschender Gewinn   
Amazon-Aktie explodiert nach Umsatzsprung

Der weltgrößte Online-Händler Amazon hat die Anleger mit einem überraschenden Quartalsgewinn begeistert. Die Amazon-Aktie sprang im nachbörslichen US-Handel um 18 Prozent hoch. An Deutschlands Börsen explodierte die Aktie ähnlich stark und erreichte ein Allzeithoch. Amazon war im vergangenen Quartal nach einem Umsatzsprung von 20 Prozent in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die Analysten hatten eher wieder rote Zahlen erwartet.
....

Quelle: t-online (http://www.t-online.de/wirtschaft/boerse/aktien/id_74822736/amazon-ueberrascht-anleger-mit-quartalsgewinn-aktie-explodiert-.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:29:10 Mi. 19.August 2015
Zitat
Katastrophale Arbeitsbedingungen bei Amazon

New York Times zeichnet ein geradezu brutales Bild des von Jeff Bezos gegründeten Unternehmens – dieses widerspricht


Amazon gehört zu den großen Erfolgsgeschichten des Internet-Zeitalters. Vor rund 20 Jahren gegründet, dominiert man bis heute den Onlinehandel in beeindruckender Weise. Mehr als 150.000 Mitarbeiter hat das Unternehmen mittlerweile, der Umsatz kratzt an der 100-Milliarden-Dollar-Grenze.

Hinter den Kulissen

Eine Erfolgsgeschichte, die aber offenbar eine reichlich dunkle Kehrseite hat: In einem aktuellen Hintergrundartikel setzt sich die "New York Times" ausführlich mit den Arbeitsbedingungen der Amazon-Mitarbeiter auseinander – und zeichnet dabei ein geradezu brutales Bild des von Jeff Bezos gegründeten Unternehmens.

Krebs? Ein Problem

So wird darin etwa die Geschichte einer Mitarbeiterin des Kindle-Teams erzählt, die ihre Überstunden und Wochenendeinsätze reduzieren musste, da ihr Vater an Krebs erkrankt war – was umgehend zu einer schlechteren Bewertung ihrer Performance geführt habe. Der Wechsel auf einen anderen Posten, bei dem, nicht wie sonst bei Amazon üblich, unzählige Überstunden erwartet werden, wurde abgelehnt. Stattdessen bezeichnete sie ihr direkter Vorgesetzter als "ein Problem". Sie entschloss sich daraufhin – als ihr Vater bereits im Sterben lag –, eine Auszeit zu nehmen und nicht mehr zu Amazon zurückzukehren.

Eine andere Mitarbeiterin erzählt davon, wie sie nach einer Behandlung wegen Schilddrüsenkrebs an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte und ihr umgehend erklärt wurde, dass sie zu langsam sei und man ohne sie viel mehr erreicht habe. Auch sonst gibt es mehrere Berichte von Mitarbeiterinnen, die mit schlechten Bewertungen auf die interne Abschussliste gesetzt wurden, nachdem sie an Krebs erkrankt waren.

Immer einsatzbereit

Eine weitere Mitarbeiterin wurde angeblich direkt am Tag nach einer Fehlgeburt dazu gezwungen, eine Geschäftsreise anzutreten, weil "die Arbeit trotzdem erledigt werden müsse", wie ihr ihr Vorgesetzter mitteilte. Dies verbunden mit dem Hinweis, dass Amazon möglicherweise nicht der richtige Arbeitsplatz sei, wenn sie gerade eine Familie gründen wolle.

Große Leistungen, große Opfer

Ganz allgemein beschreibt Amazon die eigene Philosophie folgendermaßen: "Das ist eine Firma, die große, bahnbrechende Dinge erreichen will – und das ist nicht einfach", so Susan Harker, Chef-Anwerberin des Onlinehändlers. Nur um nachzuschieben: "Für manche Leute passt das halt nicht."

Einer davon ist wohl Bo Olson, ein ehemaliger Mitarbeiter im Buch-Marketing bei Amazon. In den rund zwei Jahren, die er bei dem Unternehmen tätig war, habe er praktisch jeden Mitarbeiter mindestens einmal am Arbeitsplatz weinen sehen, beschreibt Olson das vorherrschende Klima.

Sektenartig

Andere ehemalige Mitarbeiter beschreiben Amazon wie eine Sekte: Neue Mitarbeiter werden umgehend indoktriniert und ihnen wird beigebracht, dass sie alles, was sie je bei anderen Unternehmen gelernt haben, vergessen sollen. Es gebe ein internes, geheimes Feedbacksystem, über das Mitarbeiter einander bewerten können – oder um genauer zu sein: um einander bei ihren jeweiligen Chefs anzuschwärzen.

Diskussionen

Der Artikel der "New York Times" hat umgehend erhitzte Diskussionen in der US-Tech-Branche ausgelöst. Während sich einige über diese Zustände empört zeigen, wollen andere darin kein Problem erkennen. Der Bericht sei voller Fehler, kritisiert etwa ein aktueller Amazon-Mitarbeiter auf Linkedin – ohne dabei aber die Kernpunkte zu entkräften, wie Dritte wiederum kommentieren. Andere Beobachter betonen hingegen trocken, dass solche Bedingungen nicht ungewöhnlich seien – die US-Tech-Branche sei nun mal ein harter Ort, dafür verdiene man gut. Amazon sei halt kein Platz für Faule, legt etwa Investor Marc Andreessen in einem Tweet nahe.

Reaktion

Unterdessen hat Amazon-Chef Jeff Bezos mit einem internen Memo auf den Artikel reagiert. Der Artikel beschreibe nicht jenes Amazon, das er kenne. Eine solche Missbrauchskultur würde von ihm nicht akzeptiert. Insofern bitte er alle Mitarbeiter, entsprechende Vorfälle zu melden, falls sie tatsächlich vorkommen sollten.

Leiharbeiter

In Europa stand Amazon in der Vergangenheit ebenfalls bereits mehrfach wegen seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik – hier allerdings vor allem wegen der Zustände in den Auslieferzentren. So hatte etwa eine ARD-Doku im Jahr 2013 aufgedeckt, dass polnische Leiharbeiter von deutschen Neonazis beaufsichtigt wurden, die ihre Ideologie auch gar nicht verschleiern wollten. Der Sicherheitsdienst nannte sich schlicht "H.E.S.S.", woran sich Amazon bis zu dem Bericht offenbar nicht gestoßen hatte. (red, 17.8.2015)
http://derstandard.at/2000020813454-1361240442086/Horror-Arbeitgeber-AmazonKrebs-als-Problem (http://derstandard.at/2000020813454-1361240442086/Horror-Arbeitgeber-AmazonKrebs-als-Problem)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BGS am 19:59:43 Mi. 19.August 2015
So einen Drecksladen kann man nur boykottieren. Auch wenn ich mich wiederhole.

MfG

BGS
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: xyu am 03:57:53 Sa. 19.September 2015
Zitat
Amazon-Beschäftigte solidarisieren sich
Veröffentlicht am 14. September 2015 von Jörn   
Gewerkschafter aus Deutschland und Polen trafen sich zum Erfahrungsaustausch in Poznan

Von Jörn Boewe, junge Welt, 15. Sept. 2015

Was ist das wichtigste Arbeitsmittel für Gewerkschafter in einem transnationalen Konzern? Ein Notizbuch mit Telefonnummern der Vertrauensleute anderer Standorte im Inland wie im Ausland. Kein Dachverband, keine Kommission für internationale Zusammenarbeit kann den direkten Kontakt zwischen Aktiven verschiedener Betriebe eines Großunternehmens ersetzen. Dies war die eine Kernbotschaft eines Arbeitstreffens polnischer und deutscher Gewerkschaftsaktivisten, die am Wochenende zu einem Erfahrungsaustausch im polnischen Poznan zusammengekommen waren. Die andere: Der Kampf um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Amazon ist nur mit grenzübergreifender Solidarität zu gewinnen.

Die rund dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Beschäftigte aus dem Poznaner Versandzentrum des Internethändlers, diskutierten mit Kollegen aus den deutschen Konzernstandorten Bad Hersfeld und Brieselang über Löhne, Arbeitszeiten und permanente Überwachung der Beschäftigten. Es ging um die Strategien, mit denen das Management versucht, gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern, aber auch um die Perspektive künftiger gemeinsamer Aktionen.
Ihnen war aufgefallen, dass der multinational agierende US-Konzernriese bei Streiks in Deutschland Bestellungen sehr schnell an seine polnischen Versandzentren weiterleitete. Deshalb hatten ver.di-Vertrauensleute aus Hessen und Brandenburg sowie Aktivisten der anarchosyndikalistischen »Inicjatywa Pracownicza (IP)« (»Arbeiterinitiative«) aus Poznan im Frühjahr dieses Jahres begonnen, gemeinsame Treffen zu organisieren und Informationen auszutauschen.

Im Juni war es in Polen zu ersten Solidaritätsaktionen mit den Streikenden in Deutschland gekommen: Um arbeitskampfbedingte Ausfälle in der Bundesrepublik auszugleichen, hatte Amazon in Poznan eine Verlängerung der Schichten von zehn auf elf Stunden angeordnet. Daraufhin seien Hunderte Beschäftigte »in einer mehr oder weniger spontanen Revolte« in den Bummelstreik getreten, berichtete IP-Sprecherin Agnieszka Mroz. Die Mitarbeiter wussten über den Konflikt in Deutschland Bescheid: Die IP hatte zuvor im Betrieb auf Flugblättern und ihrem schwarzen Brett über die ver.di-Aktionen in Deutschland berichtet.

In der Bundesrepublik kämpft ver.di seit dem Frühjahr 2013 für einen Tarifvertrag. Eineinhalb Jahre später, Ende 2014, eröffnete Amazon drei Versandzentren in Polen, die fast ausschließlich den deutschen Markt beliefern. Intern wird offenbar gezielt Angst vor der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Polen geschürt, um Beschäftigte vom Streiken abzuhalten.

Juristisch gilt jedes Amazon-Versandzentrum als eigenständiges Unternehmen, was den gewerkschaftlichen Kampf deutlich erschwert. Faktisch arbeiten die Niederlassungen aber als ein großer Verbund: »Wir merken es sofort am Auftragsvolumen, wenn an anderen deutschen Standorten gestreikt wird oder in Polen Feiertag ist«, erklärte ein ver.di-Vertrauensmann aus dem brandenburgischen Brieselang. Umso wichtiger sei es, dass sich auch die Gewerkschafter bei Amazon international vernetzten, ergänzte ein Kollege aus dem hessischen Bad Hersfeld. Meist geht es dabei um ganz elementare Dinge: »In Polen haben sie uns immer gesagt, eine jährliche Einsatzplanung sei nicht möglich«, berichtete eine Amazon-Beschäftigte und Gewerkschafterin von dort. »Jetzt wissen wir, dass es in Deutschland sehr wohl möglich ist. Wir haben eine Kopie der Vereinbarung und werden sie bei unserer nächsten Verhandlung mit dem Management vorlegen.«
http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/amazon-beschaeftigte-solidarisieren-sich/ (http://work-in-progress-journalisten.de/workinprogress/amazon-beschaeftigte-solidarisieren-sich/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 17:43:58 Mo. 21.Dezember 2015
Zitat
Sächsisches Oberverwaltungsgericht, Beschluss vom 11.12.2015 - 3 B 369/15 -
Keine Sonntagsarbeit bei Amazon am 4. Advent

Auftragszunahme im Vor­weihnachts­geschäft stellt jährlich absehbares Ereignis dar


Das Sächsische Ober­verwaltungs­gericht entschieden, dass in der Niederlassung Leipzig der Firma Amazon an den Sonntagen des 3. und 4. Advents keine Arbeitnehmer im Bereich Verpackung von Handelsartikeln und Entgegennahme von Waren beschäftigt werden dürfen. Das Gericht gab damit der Beschwerde der Bezirksverwaltung Leipzig-Nordsachsen der Gewerkschaft ver.di statt und änderte den anders lautenden Beschluss des Verwaltungsgerichts Chemnitz vom 10. Dezember.

Im zugrunde liegenden Verfahren hatte die Landesdirektion Sachsen der Firma Amazon eine entsprechende Ausnahmegenehmigung erteilt, die dieser die Beschäftigung von bis zu 3.000 Arbeitnehmern am 3. und 4. Advent in der Zeit von 6:30 bis 23.30 Uhr in der Niederlassung Leipzig ermöglicht hätte. Begründet wurde dies mit besonderen Verhältnissen zur Vermeidung eines unverhältnismäßigen Schadens. Trotz bereits ergriffener Maßnahmen habe das Auftragsvolumen bereits zu einem erhöhten Rückstau auszuliefernder Warensendungen geführt. Die Gewerkschaft ver.di hatte gegen die Bewilligung der Sonntagsarbeit Widerspruch erhoben.

Voraussetzungen für Bewilligung von Sonntagsarbeit liegen nicht vor
Das Sächsische Oberverwaltungsgericht stellte fest, dass der von ver.di gegen die erteilte Genehmigung erhobene Widerspruch aufschiebende Wirkung hat, sodass die Firma Amazon von dieser vorläufig keinen Gebrauch machen darf. Gleichzeitig hat er der Landesdirektion Sachsen untersagt, sie sofortige Vollziehung der Genehmigung anzuordnen und die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs von ver.di zu beseitigen. Die Voraussetzungen für die Bewilligung der Sonntagsarbeit lägen nicht vor. Die Genehmigung der Landesdirektion sei voraussichtlich rechtswidrig. Die Firma Amazon habe die Notwendigkeit der Sonntagsarbeit mit einer stark erhöhten Auftragssteigerung in der Vorweihnachtszeit begründet. Sonntagsarbeit sei aber in den betroffenen Tätigkeitsbereichen nur zur Verhütung eines unverhältnismäßigen Schadens gerechtfertigt. Bei der Auftragszunahme im Vorweihnachtsgeschäft handle es sich um ein jährliches und absehbares Ereignis. Es sei nicht ersichtlich, warum die Firma Amazon den geltend gemachten Zusatzbedarf nicht durch die Einstellung weiterer Mitarbeiter befriedigen könne. Diese habe auch nicht vorgetragen, welcher Schaden entstehen und aus welchen Gründen dieser unverhältnismäßig sein könnte. Dies gelte insbesondere auch im Hinblick auf einen vorgetragenen Imageverlust wegen verzögerter Auslieferung.
http://www.kostenlose-urteile.de/Saechsisches-OVG_3-B-36915_Keine-Sonntagsarbeit-bei-Amazon-am-4-Advent.news21999.htm (http://www.kostenlose-urteile.de/Saechsisches-OVG_3-B-36915_Keine-Sonntagsarbeit-bei-Amazon-am-4-Advent.news21999.htm)

Zitat
Verwaltungsgericht Düsseldorf, Beschluss vom 17.12.2015 - 15 L 4019/15 -
Arbeitsruhe am 4. Adventsonntag bei Amazon in Rheinberg

Für Amazon ohne Bewilligung der Sonntagsarbeit entstehender großer Schaden nicht erkennbar


Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat der Amazon Fulfillment Germany GmbH im Eilverfahren die Beschäftigung ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am 4. Adventsonntag untersagt.

Im zugrunde liegenden Verfahren war Amazon durch die Bezirksregierung Düsseldorf der Einsatz der Arbeitskräfte am vierten Adventsonntag nach dem Arbeitszeitgesetz erlaubt worden. Hiergegen hatte die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf Klage erhoben.

Eilantrag auf Erteilung der Erlaubnis zum Einsatz der Arbeitskräfte erfolglos
Der daraufhin von Amazon beim Verwaltungsgericht gestellte Eilantrag mit dem Ziel, von der Erlaubnis der Bezirksregierung Düsseldorf Gebrauch machen zu können, ist erfolglos geblieben. Für das Gericht war nicht erkennbar, dass Amazon ohne Bewilligung der Sonntagsarbeit ein so großer Schaden entstünde, dass dieser das öffentliche Interesse am Erhalt der Sonntagsruhe und des Schutzes der Arbeitnehmer überwiegen könnte und damit von Amazon nicht hinzunehmen wäre.
http://www.kostenlose-urteile.de/VG-Duesseldorf_15-L-401915_Arbeitsruhe-am-4-Adventsonntag-bei-Amazon-in-Rheinberg.news22025.htm (http://www.kostenlose-urteile.de/VG-Duesseldorf_15-L-401915_Arbeitsruhe-am-4-Adventsonntag-bei-Amazon-in-Rheinberg.news22025.htm)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 23:39:24 Mo. 11.Januar 2016
Schöne Antwort von arbeitsunrecht.de auf die billige PR-Aktion von Amazon:

Zitat
Seit dem 17. Dezember 2015 organisieren wir Protest-Mails an die Amazon-Geschäftsführung und Jeff Bezos. Wir wollen damit die Streikenden unterstützen und Bürgerproteste gegen kriminell anmutende Geschäftsmodelle und aggressive Unternehmermethoden fördern.
Mittlerweile beantwortet die Amazon-PR-Chefin Anette Nachbar unsere Protest-Emails mit einem Standard-Brief, der die Beschäftigung ohne Tarifvertrag als Normalität darstellen soll. Das durchtriebene Schreiben ist hoch interessant für alle, die sich mit Public Relations, Meinungsmache und Krisen-Kommunikation beschäftigen.
Hier geht’s weiter: http://arbeitsunrecht.de/amazon-pr-gegen-tarifvertrag/ (http://arbeitsunrecht.de/amazon-pr-gegen-tarifvertrag/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:41:16 Fr. 15.Januar 2016
 Von Wladek Flakin
14.01.2016
Berlin / Brandenburg

Amazon darf Betriebsräte einfach loswerden
Kündigungen sind nicht erlaubt, aber die Verlängerung befristeter Arbeitsverträge ist nicht vorgeschrieben

Vor dem Arbeitsgericht klagten zwei Amazon-Betriebsräte auf Weiterbeschäftigung. Die Justiz wies sie ab.

Es ist 5 Uhr morgens im hessischen Bad Hersfeld. Dutzende Beschäftigte stehen vor dem gelben Turm am Eingang des riesigen Versandzentrums von Amazon. Seit fast drei Jahren kämpfen die Kollegen für einen Tarifvertrag. Die Streiks gehen weiter. Doch Amazon ist ein weltumspannender Konzern, und der Kampf für die Rechte der Beschäftigten wird an vielen Orten gleichzeitig ausgetragen.

Einer dieser Orte ist ein grauer Zweckbau in Berlin-Mitte unweit der CDU-Bundeszentrale: Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. Am Mittwoch ist Saal 227 überfüllt. Hier geht es um ein Mitglied und ein Ersatzmitglied des Betriebsrates im Amazon-Standort im brandenburgischen Brieselang. Ihre befristeten Verträge wurden nicht verlängert. Seit 2015 kämpfen sie für ihre Weiterbeschäftigung, mindestens bis zum Ende ihrer Amtszeit als Betriebsräte.

Amazon eröffnete das Versandzentrum in Brieselang Ende 2013 als neunten Standort in Deutschland. Es ist der einzige in der Bundesrepublik, der noch nicht von Arbeitsniederlegungen betroffen ist. Mitte 2014 wurde ein Betriebsrat gewählt - Listen der Gewerkschaft ver.di gewannen die Wahl. Doch drei Mitglieder des 13-köpfigen Gremiums waren nur befristet eingestellt. Ihre Verträge liefern im Januar und im Juni 2015 aus.

In erster Instanz wurde ihre Klage abgewiesen. Zu Beginn der Revision am Landesarbeitsgericht stellte die Richterin fest: »Es gibt keinen gesetzlichen Befristungsschutz, anders als Kündigungsschutz.« Das stimmt leider: Die ausufernde Befristung ist im Betriebsverfassungsgesetz tatsächlich gar nicht vorgesehen. Unternehmen dürfen Betriebsräte nicht entlassen, sie müssen aber befristete Verträge nicht verlängern.

Amazon argumentiert, die Entscheidung über Verlängerung oder nicht sei mittels eines Punktesystem getroffen worden, die Arbeit im Betriebsrat habe dabei keine Rolle gespielt. Das Problem: Die Punkte werden durch die Vorgesetzten auch nach subjektiven Kriterien wie »Verhalten« vergeben. Eine Anwältin von Amazon fragte: »Was hat das Unternehmen davon, die Betriebsratsmitglieder auszusortieren?« Höhnisches Gelächter im Publikum. Der Konzern ist berüchtigt für eine pathologische Feindschaft zu Gewerkschaften.

Doch die Richterin folgt der Argumentation: Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass Amazon gezielt Betriebsräte loswerden wolle. Eine Benachteiligung sei »nicht auszuschließen«, aber im vorliegenden Fall nicht einmal mit Indizien belegt. Im Klartext: Amazon hätte ausdrücklich - am Besten schriftlich - die Nichtverlängerung für die beiden Kollegen mit ihrer Betriebsratstätigkeit begründen müssen. Ohne ein solches Beweisstück haben sie keine Chance.

Beide Klagen wurden abgewiesen, Revision ausgeschlossen. »Wir haben heute leider wieder gesehen, dass die Rechtslage nicht zu Gunsten der Beschäftigten ist« sagte Aimo Belling, ein bei ver.di organisierter U-Bahn-Fahrer, der den Prozess beobachtete. »Deshalb ist es notwendig, dass wir diesen Kampf als politischen Kampf gegen Befristung begreifen.«

Schmolzi kämpft mit anderen gegen Pläne der Freien Universität Berlin, mehrere Bereiche des Botanischen Gartens auszugliedern und bestehende Betriebsratsstrukturen zu zerschlagen. Weitere Verfahren zu Amazon Brieselang stehen noch aus.


Quelle


http://www.neues-deutschland.de/artikel/997925.amazon-darf-betriebsraete-einfach-loswerden.html?pk_campaign=SocialMedia (http://www.neues-deutschland.de/artikel/997925.amazon-darf-betriebsraete-einfach-loswerden.html?pk_campaign=SocialMedia)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:01:35 Fr. 15.Januar 2016
Diese Meldung sollen sich mal diejenigen reinziehen, die immer noch glauben, daß ein Gang vor Gericht Gerechtigkeit bringt und den politischen Kampf ersetzt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:58:39 Fr. 15.Januar 2016
Genau so ist es,Kuddel!Eine entlarvende Klassenjustiz! Mit Hilfe des brd Regimes bekämpft der DGB andere Gewerkschaften und dazu paktieren sie auch mit Unternehmern.....es wird Zeit verstärkt politisch zu Kämpfen! Die Zeiten werden rauher! >:(
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 21:58:56 Fr. 15.Januar 2016

Internationales Treffen von Amazon Arbeiterinnen und Arbeitern in Berlin

Posted on 15. Januar 2016 by Berliner Aktion gegen Arbeitsunrecht   

Internationales Treffen von Amazon Arbeiterinnen und Arbeitern

Nach dem erfolgreichen Treffen im September im polnischen Poznan laden Arbeiterinnen und Arbeiter von Amazon aus Polen und Deutschland erneut zum Treffen und zum Austausch ein — dieses Mal vom 18. bis 21. Februar 2016 in Berlin.

Der Arbeitskampf bei Amazon in Deutschland hat in den letzten Wochen und Monaten wieder an Fahrt aufgenommen — dutzende kleine und große Streiks vor und im Weihnachtsgeschäft zeigen die weiterhin große Kampfbereitschaft der Belegschaft. Auch in Polen stehen Arbeitskämpfe vor der Tür, nachdem das Management von Amazon die Schlichtung abgebrochen hat.

Im Anschluss an den direkten Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen im September findet nun im Februar das nächste Treffen in Berlin statt, um den Austausch über Arbeitsbedingungen weiterzuführen. Dieser Informationsaustausch ist zentral, denn Amazon verbreitet immer wieder gezielt Falschinformationen. Doch es soll auch darum gehen, über den weiteren Kampf zu diskutieren und gemeinsame Aktionen zu planen. Denn der Kampf bei Amazon ist nur international zu gewinnen.

Sprachen

Es wird Polnisch, Deutsch, Französisch und Englisch gesprochen, alle Sprachen sind willkommen. Es werden  viele Übersetzer/innen eingeladen.

Organisatorisches

Kosten und Übernachtung werden noch geklärt und hängen unter anderem von der Zahl der festen Zusagen ab. Anmeldungen bis zum 22. Januar an: Internationales.Treffen@googlemail.com

Quelle


https://arbeitsunrechtberlin.wordpress.com/2016/01/15/internationales-treffen-von-amazon-arbeiterinnen-und-arbeitern-in-berlin/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 16:23:46 Do. 03.März 2016
(http://fs5.directupload.net/images/160303/temp/m72mflb3.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4282/m72mflb3_jpg.htm)(http://)

Wir machen weiter! Du auch? Dann unterzeichne unseren Aufruf an die Geschäftsleitung und Jeff Bezos!
Amazon hat uns zwar in einem lächerlichen Schreiben der PR-Abteilung eingeladen uns vor Ort von den wunderbaren Arbeitsverhältnissen überzeugen zu wollen - als wir konkret wurden, kam aber keine weitere Reaktion mehr. Wir würden gerne mit einem ganzen Bus voll Unterzeichner des Aufrufs vorstellig werden.

http://arbeitsunrecht.de/amazon/ (http://arbeitsunrecht.de/amazon/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 12:12:51 Mi. 16.März 2016
ch erhielt nach einer Protestmail von Amazon am Sonntag ( !!) den 13.März 2016 folgendes leugnerisches Antwortschreiben

Sehr geehrt XXXXX

vielen Dank für Ihre E-Mail an uns, die wir nicht unkommentiert stehen lassen wollen. Das Management von Amazon hat uns gebeten, Ihnen zu antworten, was wir hiermit gern tun.

Sie fordern von uns den Abschluss eines Tarifvertrages für den Einzelhandel – lassen Sie uns diese Forderung relativieren: Einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und des ifo-Instituts zufolge sind nur 35 Prozent der Unternehmen in Deutschland tarifgebunden. Es ist kaum davon auszugehen, dass die anderen zwei Drittel schlechte Arbeitgeber sind. Im Gegenteil: Wir bei Amazon zeigen Tag für Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann.

Es gibt gute Gründe, warum stets nur eine kleine Minderheit streikt, während mehr als 1.000 Mitarbeiter eine Pro-Amazon-Kampagne starten, um ihre Firma gegen falsche Anschuldigungen zu verteidigen.
Hier nur einige der Gründe:

• Wir bezahlen am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist. Mitarbeiter in unserer Logistik starten mit einem Basis-Stundenlohn von mehr als zehn Euro aufwärts. Hinzu kommen: Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte. Inklusive dieser Extras verdienen Mitarbeiter nach zwei Jahren durchschnittlich mehr als 2.300 Euro brutto pro Monat. Gerade Elemente wie Firmenaktien sind in traditionellen Tarifverträgen unbekannt. Auch Fachleute wie z.B. der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger, selbst promovierter Volkswirt, hat sich bei seinem Besuch unseres Logistikzentrums in Graben bei Augsburg positiv über dieses Modell der Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmenserfolg geäußert: www.amazon-logistikblog.de/2015/05/18/weihbischof-dr-dr-anton-losinger-besucht-a (http://www.amazon-logistikblog.de/2015/05/18/weihbischof-dr-dr-anton-losinger-besucht-a)...
• Wir haben an allen deutschen Standorten Betriebsräte, mit denen wir eng kooperieren.
• Wir haben viele Kanäle, über die sich Mitarbeiter äußern können und Antworten erhalten. Beispiele sind unsere Politik der offenen Tür, die „Voice of Associate“-Tafeln oder sogenannte „All Hands“-Treffen, bei denen alle Kolleginnen und Kollegen zusammenkommen. Mitarbeiter können also permanent Rückmeldung geben über innovative und kreative Wege, die alle einbinden und einen offenen Dialog fördern. Unsere Kolleginnen und Kollegen schätzen diese Möglichkeiten und nutzen sie regelmäßig.
• Mit innovativen Programmen, wie beispielswiese „Career Choice“ investieren wir stark in die Entwicklung unserer Mitarbeiter. Wir unterstützen dabei Kolleginnen und Kollegen, die zum Beispiel eine Berufsausbildung oder einen Abschluss nachholen wollen, indem wir 95 Prozent der Kosten tragen, bis zu vier Jahre lang.
• Allein im Jahr 2015 haben wir in Deutschland über 1.000 unbefristete Stellen geschaffen.
www.amazon-logistikblog.de/2015/12/23/ueber-1-000-neue-arbeitsplaetze-in-der-ama (http://www.amazon-logistikblog.de/2015/12/23/ueber-1-000-neue-arbeitsplaetze-in-der-ama)...
• Wir geben Menschen eine Chance, die sich sonst am Arbeitsmarkt nicht so leicht tun, z.B. Langzeitarbeitslose oder ältere Menschen. Für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung hat uns die Arbeitsagentur Koblenz ausgezeichnet: www.amazon-logistikblog.de/2014/10/30/agentur-fuer-arbeit-zeichnet-amazon-koblen (http://www.amazon-logistikblog.de/2014/10/30/agentur-fuer-arbeit-zeichnet-amazon-koblen)...
• Wir investieren zudem enorm in die Sicherheit und können hier eine sehr gute Bilanz vorweisen. In unserem europäischen Logistiknetzwerk haben wir überdies 40 Millionen Euro für Klimaanlagen ausgegeben, eine extrem seltene Maßnahme in Industrie und Logistik.
• Zu guter Letzt: Wir investieren ebenfalls stark in Technologie, um die Arbeit zu erleichtern. Zum Beispiel nutzen wir eine Software, die möglichst kurze Laufwege berechnet.

Weitere Informationen finden Sie auch auf dem beigefügten Faktenflyer sowie unter www.amazon-logistikblog.de (http://www.amazon-logistikblog.de).

Wir sind überzeugt: Unser Modell des respektvollen Miteinanders und der direkten, betriebsinternen Kooperation hat ebenso seine Daseinsberechtigung wie andere Modelle, die Sie zu favorisieren scheinen.

Gern können Sie sich einmal selbst davon überzeugen. An drei unserer acht Standorte in Deutschland gibt es mittlerweile die Möglichkeit, sich ein Logistikzentrum von innen anzusehen. Buchen Sie sich doch einen Termin unter: www.amazon.de/amazon-besuchen (http://www.amazon.de/amazon-besuchen)

Viele Grüße
Lu Schmidt

Executive Customer Relations
Amazon.de
http://www.amazon.de (http://www.amazon.de)
Konnte ich Ihr Problem lösen?
Ja  Nein
Haben Sie weitere Fragen oder ein anderes Anliegen, helfen wir Ihnen hier gerne weiter: http://www.amazon.de/kontakt (http://www.amazon.de/kontakt)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:42:35 Di. 22.März 2016

Zitat
Mehr Lohn:
Amazon-Streik vor Ostern beginnt


Bald sind es drei Jahre, in denen Amazon-Beschäftigte für mehr Geld streiken. Die Amazon-Geschäftsleitung verweigert Verhandlungen, der Kampf geht vor Ostern in eine neue Runde. Wir sprachen mit einem Streikführer über die Forderungen und darüber, wie viel Lohn Amazon zahlt.

(http://www.golem.de/1603/sp_119915-116592-i_rc.jpg)

Die Verdi-Mitglieder des Amazon-Standorts Koblenz sind im Streik. Das gab die Gewerkschaft Verdi bekannt. Mit der Nachtschicht am 21. März begann der Ausstand um 22 Uhr. Der Streik soll zunächst bis zum Ende der Spätschicht am 23. März befristet sein.

Marko Bärschneider, zuständiger Verdi-Gewerkschaftssekretär in Koblenz, sagte: "Wir fordern Amazon erneut auf, den Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz anzuerkennen." Amazon verweigert seit Jahren jede Verhandlung mit den Streikenden und ihrer Gewerkschaft. Deswegen kommt es seit Mitte Mai 2013 immer wieder zu Streiks. "Ohne erkennbare Bereitschaft, mit unserer Verdi Tarifkommission sich an den Verhandlungstisch zu setzen, muss Amazon immer wieder mit Streiks rechnen", kündigte Bärschneider an. Ob in den anderen acht Amazon-Versandzentren in Deutschland vor Ostern gestreikt wird, lässt Verdi noch offen. In acht von neun Logistikzentren im Bundesgebiet wurde bereits gestreikt. Nur das erst 2013 in Brieselang (Brandenburg) eröffnete Warenlager beteiligte sich noch nicht.

Was Amazon wirklich zahlt

Verdi fordert monatliche Tariflöhne in Höhe von 2.150 Euro, 1.343 Euro Weihnachtsgeld und ein tarifliches Urlaubsgeld in Höhe von 1.181 Euro. Die wöchentliche tarifliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden. Das Unternehmen nennt sich selbst einen Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Bei Amazon gibt es kein Urlaubsgeld und nur ein geringes Weihnachtsgeld. Beschäftigte klagen laut Verdi über hohe Arbeitshetze und Überwachung am Arbeitsplatz. In Feedback-Gesprächen würden Arbeiter wegen Inaktivität von nur einer Minute unter Druck gesetzt. Der Krankenstand ist laut Verdi sehr hoch.

Bärschneider sagte Golem.de: "An dem Streik sind rund 200 Arbeiter aus drei Schichten beteiligt." Der Einstiegslohn beträgt 1.850 Euro, nach zwölf Monaten werde auf 1.950 Euro erhöht. Bei einer Betriebszugehörigkeit ab 24 Monaten gibt es 2.071 Euro. "Es heißt immer, der Kampf bringt nichts, doch wir haben durch die Proteste in Koblenz die Zahl der befristeten Verträge von 35 Prozent auf 10 Prozent reduziert. Wir werden nicht aufhören, bis der Tarifvertrag durchgesetzt ist", kündigte Bärschneider an.
http://www.golem.de/news/mehr-lohn-amazon-streik-vor-ostern-beginnt-1603-119915.html (http://www.golem.de/news/mehr-lohn-amazon-streik-vor-ostern-beginnt-1603-119915.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:25:23 Di. 22.März 2016
Aus: Ausgabe vom 23.03.2016, Seite 2 / Inland

Koblenz: Amazon bestreikt
Erneute Arbeitsniederlegungen im Kampf um einen Tarifvertrag


(http://fs5.directupload.net/images/160322/temp/rk7jnjp6.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4301/rk7jnjp6_jpg.htm)(http://)
Foto: Thomas Frey/dpa-Bildfunk

Im bereits drei Jahre währenden Konflikt zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem US-Onlinehändler Amazon ist kein Ende in Sicht. Der US-Konzern lehnt einen Tarifvertrag weiter ab. Deshalb hat ver.di im Ostergeschäft erneut zu Streiks aufgerufen. Die Aktion am Standort Koblenz habe mit der Nachtschicht am Montag abend um 22 Uhr begonnen, teilte ver.di am Dienstag mit. Beendet werden solle sie mit Ende der Spätschicht am heutigen Mittwoch. »Es kann vor Ostern auch jederzeit kurzfristig an einem anderen Amazon-Standort zum Streik kommen. Wo und wann genau, lassen wir noch offen«, sagte ver.di-Sprecherin Eva Völpel am Dienstag. Bundesweit gibt es noch acht weitere Versandzentren des Onlinehändlers.

Nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Marko Bärschneider beteiligten sich insgesamt rund 200 der etwa 1.500 Koblenzer Beschäftigten am Streik: »Das stört Amazon schon gewaltig. Hier ist eine super Stimmung.« Der Konzern solle den Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz anerkennen, forderte Bärschneider. Ohne erkennbare Bereitschaft zu Verhandlungen müsse das Unternehmen immer wieder mit Streiks rechnen. Die Kollegen kämpften weiterhin dafür, dass das Management »mit ihnen über gute Löhne, aber auch über gute Arbeitsbedingungen redet«.

Amazon-Sprecherin Anette Nachbar betonte unterdessen wie bei den vorangegangenen Streiks, man sehe »keinerlei Beeinträchtigung« der Geschäftsabläufe. In der Frühschicht hätten sich am Dienstag in Koblenz weniger als 60 Mitarbeiter am Ausstand beteiligt, sagte sie. Bei Bedarf würden auch andere Standorte bei der Abarbeitung von Bestellungen einspringen. Seit Frühjahr 2013 ruft ver.di immer wieder zu Arbeitsniederlegungen auf. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag, und zwar nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das würde für die Mitarbeiter mehr Sicherheit und höhere Löhne bedeuten. Das US-Unternehmen sieht sich als Logistiker und bezahlt in Anlehnung an die in dieser Branche üblichen, geringeren Löhne. Zugleich verweist es darauf, dass man sich in diesem Vergleichsrahmen am »oberen Ende« bewege. (dpa/jW)

Quelle

https://www.jungewelt.de/2016/03-23/007.php (https://www.jungewelt.de/2016/03-23/007.php)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:55:59 Do. 07.April 2016
Aktuell:

Amazon-Beschäftigte streiken an sechs Standorten

Was mich aber ankotzt: Überall wird berichtet, daß Verdi Amazon bestreikt.
Das ist Quark. Nicht die Gewerkschaft streikt, sondern die Mitarbeiter. Aber woher sollen Journalisten das wissen!?!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 17:42:53 Mo. 11.April 2016
Zitat
Arbeitsgericht Berlin, Urteil vom 07.04.2016 - 41 Ca 15029/15 -
Arbeitsgericht Berlin untersagt Ver.di Arbeits­kampf­maßnahmen auf dem Betriebsgelände der Amazon Pforzheim GmbH

Amazon muss Betriebsgelände nicht für einen gegen das Unternehmen selbst gerichteten Arbeitskampf zur Verfügung stellen

Das Arbeitsgericht Berlin hat entschieden, dass die Vereinte Dienst­leistungs­gewerkschaft (ver.di) auf dem Betriebsgelände der Amazon Pforzheim GmbH keine Streikmaßnahmen durchführen darf.

Dem Fall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Ver.di will mit einem Arbeitskampf gegen die Amazon Pforzheim GmbH erreichen, dass die Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels in Baden-Württemberg zur Anwendung kommen. Sie beabsichtigt, Streikmaßnahmen u.a. auf dem - nicht eingefriedeten und zum Betriebsgelände gehörenden - Parkplatz des Unternehmens durchzuführen, weil angesichts der örtlichen Verhältnisse und des Organisationsgrads der Belegschaft nur so ein Streik effektiv geführt werden könne. Hiergegen wandte sich die Amazon Pforzheim GmbH mit einer Unterlassungsklage.

Arbeitsgericht gibt Klage statt
Das Arbeitsgericht Berlin hat der Klage entsprochen. Die Amazon Pforzheim GmbH sei auch unter Berücksichtigung des Streikrechts der Gewerkschaft nicht gehalten, einen gegen sie selbst gerichteten Arbeitskampf zu unterstützen und müsse deshalb ihr Betriebsgelände - unabhängig von einer Einfriedung - nicht für Streikmaßnahmen zur Verfügung stellen.
http://www.kostenlose-urteile.de/ArbG-Berlin_41-Ca-1502915_Arbeitsgericht-Berlin-untersagt-Verdi-Arbeitskampfmassnahmen-auf-dem-Betriebsgelaende-der-Amazon-Pforzheim-GmbH.news22441.htm (http://www.kostenlose-urteile.de/ArbG-Berlin_41-Ca-1502915_Arbeitsgericht-Berlin-untersagt-Verdi-Arbeitskampfmassnahmen-auf-dem-Betriebsgelaende-der-Amazon-Pforzheim-GmbH.news22441.htm)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 17:48:57 Do. 14.April 2016
Zitat
Gekauft ist gekauft: Amazon darf Kunden digitale Produkte nicht sperren

Wessen Nutzerkonto von Amazon gesperrt wurde, hatte bisher keinen Zugriff mehr auf bereits gekaufte digitale Inhalte wie Filme, Musik, Hörbücher oder eBooks. Diese Klausel hat das Oberlandesgericht in Köln nun verhandelt und gekippt.
http://www.focus.de/finanzen/news/filme-hoerbuecher-musik-und-ebooks-urteil-gegen-amazon-gekauft-ist-gekauft-auch-bei-sperrung-des-kundenkontos_id_5433126.html (http://www.focus.de/finanzen/news/filme-hoerbuecher-musik-und-ebooks-urteil-gegen-amazon-gekauft-ist-gekauft-auch-bei-sperrung-des-kundenkontos_id_5433126.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:14:23 Di. 26.April 2016
Zitat
Kampf bei Amazon in Poznan/Polen: Flugblätter, Berichte etc. zu den Arbeitsbedingungen und Arbeiterkämpfen

Bei diesem Dossier handelt es sich um den – fortzusetzenden – Beginn einer Dokumentation von Flugblättern, Berichten und anderen Texten zu den Arbeitsbedingungen und Arbeiterkämpfen bei Amazon in Polen (in umgekehrter chronologischer Reihenfolge). Das Material und die Übersetzungen kommen aus dem Kreis, der mithilft, die “Grenzübergreifenden Treffen von Amazon-ArbeiterInnen” zu organisieren, an denen bisher vor allem ArbeiterInnen aus Deutschland und Polen teilgenommen haben. Zum einführenden Überblick über die Entwicklung bei Amazon in Polen empfehlen wir den Artikel von Ralf Ruckus: “Der amerikanische Traum für zwei Euro pro Stunde. Zum Arbeiterkampf bei Amazon in Polen”. https://sozialgeschichteonline.files.wordpress.com/2016/03/sgo_18_2016_ruckus_amazon_polen.pdf (https://sozialgeschichteonline.files.wordpress.com/2016/03/sgo_18_2016_ruckus_amazon_polen.pdf)
 Das hier vorliegende, übersetzte Material füllt diese Geschichte, dokumentiert Stimmen von ArbeiterInnen und Flugblätter, gibt detaillierte Infos usw… Wir danken den ÜbersetzerInnen und hoffen auf baldige Fortsetzung dieser wichtigen Dokumentation!

Weiter: http://www.labournet.de/internationales/polen/arbeitsbedingungen-polen/kampf-bei-amazon-in-poznanpolen-flugblaetter-berichte-etc-zu-den-arbeitsbedingungen-und-arbeiterkaempfen/ (http://www.labournet.de/internationales/polen/arbeitsbedingungen-polen/kampf-bei-amazon-in-poznanpolen-flugblaetter-berichte-etc-zu-den-arbeitsbedingungen-und-arbeiterkaempfen/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 22:27:21 Mo. 02.Mai 2016
Aus: Ausgabe vom 03.05.2016, Seite 1 / Inland

Grenzüberschreitende Solidarität
Amazon: Ver.di prangert bei Streiks auch Arbeitsbedingungen in anderen Ländern an


(http://fs5.directupload.net/images/160502/temp/g7d7vqht.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4343/g7d7vqht_jpg.htm)(http://)
Foto: Jakub Kaczmarczyk/EPA/dpa-Bildfunk

Noch immer kämpft ver.di um einen Tarifvertrag beim Versandhändler Amazon, erneut mit Streiks – und diesmal auch mit einer grenzüberschreitenden Solidaritätsaktion. Der US-Konzern sieht sich europaweit den Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen gegenüber. In Deutschland versucht ver.di mit Arbeitsniederlegungen an mehreren Standorten, wieder Schwung in die Tarifauseinandersetzung zu bringen. Amazon weigert sich, in diese überhaupt einzusteigen.

In den beiden Logistikzentren in Osthessen sowie in Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) wurde für Montag und Dienstag bis zum Ende der Spätschicht zum Ausstand aufgerufen. Am Standort Koblenz gelte dies für Dienstag , teilte ver.di am Montag mit. An den beteiligten Niederlassungen streikten am Montag morgen rund 530 Mitarbeiter, wie Amazon erklärte. Eine Gruppe von rund 60 Amazon-Beschäftigten aus Bad Hersfeld (Hessen) und Leipzig reiste nach Wroclaw in Polen. Zum Schichtwechsel am Abend wollten sie dort laut ver.di ihre Solidarität im Kampf um entscheidende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bekunden. In Polen verdiene die Mehrheit der Kollegen derzeit rund 3,50 Euro pro Stunde. Amazon erwiderte, die Bezahlung sei höher.

Von Polen aus würden auch deutsche Kunden beliefert; daher sei hier die grenzüberschreitende Solidarität besonders wichtig, erklärte die für den Standort Bad Hersfeld zuständige Gewerkschafterin Mechthild Middeke: »Wir fordern gute und gesunde Arbeitsbedingungen, existenzsichernde und tariflich verbindlich vereinbarte Löhne und Gehälter. Wir fordern dies für alle Beschäftigten bei Amazon: in Deutschland, in Polen, in Tschechien, Frankreich, Italien, Großbritannien und wo immer Amazon sich weiter ausbreitet.«

Ver.di ringt seit über zwei Jahren mit dem US-Unternehmen um die Einführung eines Tarifvertrages auf dem Niveau des Einzel- und Versandhandels in Deutschland – bislang ohne Durchbruch. Der Konzern verweigert sich den Gesprächen und behauptet, ordentlich zu bezahlen und sich dabei an der Logistikbranche zu »orientieren«. (dpa/AFP/jW)

Quelle

https://www.jungewelt.de/2016/05-03/004.php (https://www.jungewelt.de/2016/05-03/004.php)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 06:28:45 Di. 03.Mai 2016
Ach, die Junge Welt wieder mit der oldschool Schreibe.

Zitat
Noch immer kämpft ver.di...
Nicht verdi kämpft, sondern die Amazon Beschäftigten kämpfen.
Selbst bei den besten Gewerkschaften der Welt sind es immer die Belgeschaften, die kämpfen. Gewerkschaften können sich bestenfalls um das Organisatorische kümmern.
Im konkreten Amazon Fall ist es erst recht so. Es hat sich ein harter Kern von Betriebsaktivisten zusammengetan, der von den Kollegen anerkannt ist und deshalb viel bewegen kann. Und damit treibt der kämpferische Teil der Belegschaft verdi vor sich her.
Die Gewerkschaft hat wenig Plan in der Sache und hofft, daß die Amazon Kämpfe sich ausschlachten lassen für das ramponierte Gewerkschaftsimage.
Titel: Schöner streiken bei AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:07:14 Fr. 24.Juni 2016
Schöner streiken mit chefduzen!

Bilder von der Streikfront am 20.und 21.6.

(https://abload.de/img/schild4zqv6.jpg) (http://abload.de/image.php?img=schild4zqv6.jpg)

(https://abload.de/img/streikwisjd.jpg)

(https://abload.de/img/gruppenbild5gsg4.jpg)

(https://abload.de/img/cd_zelteedojn.jpg) (http://abload.de/image.php?img=cd_zelteedojn.jpg)
Die Zelte sind ein Symbol für die Protestcamps weltweit, die der Indignados in Spanien, der Proteste auf dem Tahirplatz in Kairo, den Occupy Protesten rund um den Globus von Hongkong bis Nigeria.
(https://abload.de/img/bloccupy8fov3.jpg)
Als die Streikaktivisten anfingen mit Leuten von Bloccupy zusammenarbeiten, sah Amazon nur noch rot.
Man erkundigte sich, ob man das Parkplatzgelände außerhalb der Niederlassung von der Gemeinde abkaufen könne, um da Hausrecht zu haben und das Treiben dort beenden zu können.

(https://abload.de/img/chris0lkfc.jpg)

(https://abload.de/img/paddye0acn.jpg)
Rebel Songs mit Paddy goes to Holyhead

(https://abload.de/img/martin48x5g.jpg)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Sunlight am 13:28:21 Fr. 24.Juni 2016
Ach, die Junge Welt wieder mit der oldschool Schreibe.

Zitat
Noch immer kämpft ver.di...
Nicht verdi kämpft, sondern die Amazon Beschäftigten kämpfen.
Selbst bei den besten Gewerkschaften der Welt sind es immer die Belgeschaften, die kämpfen. Gewerkschaften können sich bestenfalls um das Organisatorische kümmern.
Im konkreten Amazon Fall ist es erst recht so. Es hat sich ein harter Kern von Betriebsaktivisten zusammengetan, der von den Kollegen anerkannt ist und deshalb viel bewegen kann. Und damit treibt der kämpferische Teil der Belegschaft verdi vor sich her.
Die Gewerkschaft hat wenig Plan in der Sache und hofft, daß die Amazon Kämpfe sich ausschlachten lassen für das ramponierte Gewerkschaftsimage.


 ;D Dem gibt es nichts hinzu zu fügen. Ver.di vor sich hertreiben .... kommt mir irgendwo bekannt vor.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:13:28 Sa. 25.Juni 2016
Die Aktivisten dort gehen einen sehr eigenen Weg und der Amazon Streik unterscheidet sich damit wesentlich von anderen Arbeitskämpfen in Deutschland.

(https://abload.de/img/bannerdjj9n.jpg)
Das viersprachige Amazon Transparent.

Aktivisten der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft IP, die in der polnischen Amazon Niederlassung in Posznan eine wichtige Rolle spielt, suchten Kontakt zu ihren Kollegen in Bad Hersfeld. Die Streikenden in Deutschland waren erfreut, Verdi nicht.

Verdi redete sich heraus, die IP sei nicht in ihrem internationalen Dachverband und nötigte den Streikenden eine Zusammenarbeit mit der Solidarnosc auf. Die Solidarnosc wurde von den Leuten in Bad Hersfeld als sozialpartnerschaftlich und neoliberal beschrieben.

Man traf sich dann doch in Posznan, nannte es "Internationale Arbeiterversammlung" und finanzierte den Austausch aus nicht gewerkschaftlichen Quellen. Da konnte Verdi schwer was gegen sagen.
https://linksunten.indymedia.org/de/node/171081 (https://linksunten.indymedia.org/de/node/171081)

In Bad Hersfeld wehte während des Streiks die Fahne der französischen Basisgewerkschaft SUD.
(https://abload.de/img/sud5mp0w.jpg) (http://abload.de/image.php?img=sud5mp0w.jpg)

Die DGB Gewerkschaften sind bestenfalls verbal internationalistisch. In ihrer Praxis machen sie eher eine nationalistische Standortpolitik. Vor wenigen Wochen organisierte die IGM für den Stahlbereich Demonstrationen (gemeinsam mit dem Mangement der Stahlunternehmen) gegen die chinesische Konkurenz.

Man sollte sich sowieso nicht täuschen lassen. Verdi ist immer noch Verdi. Die Gewerkschaft hatte nie viel zu melden in der Logistikbranche und bei dem gewerkschaftsfeindlichen Amazonkonzern erst recht nicht. Jetzt hat man einen Fuß in die Tür gekriegt, sehr viele neue Mitglieder und Beitragszahler gewinnen können und der Amazonstreik funktionert auch als Imagekampagne der Gewerkschaft.

Ein paar Berichte von dem Streik Anfang der Woche:
https://www.amazon-verdi.de/5228 (https://www.amazon-verdi.de/5228)
https://gdabetriebsgruppe.netzwerkit.de/amazon-streik-in-bad-hersfeld/ (https://gdabetriebsgruppe.netzwerkit.de/amazon-streik-in-bad-hersfeld/)

(https://abload.de/img/kleber0oq9g.jpg) (http://abload.de/image.php?img=kleber0oq9g.jpg)

Verdi ist sich der besonderen Bedeutung des Amazonstreiks bewußt. Bsirske hat sich eine Menge Zeit genommen, um mit den Aktivisten zu reden und sie um den Finger zu wickeln. Klar sollte aber bleiben, daß Verdi andere Ziele hat als die Streikenden und sicherlich nicht so weit gehen will wie sie.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 21:04:58 So. 26.Juni 2016
Zitat
Amazon Polen: Über 2000 Beschäftigte wollen streiken
Ralf Ruckus und Jan Podróżny 26.06.2016

Restriktive polnische Arbeitsgesetze verbieten jedoch einen Streik


Schon seit 2013 streiken Beschäftigte des Onlineversandhandels Amazon in Deutschland regelmäßig für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne - die weltweit ersten und einzigen offiziellen Streikaktionen gegen das globale Unternehmen überhaupt. Beschäftigte polnischer Amazon-Versandzentren, die in erster Linie den deutschen Markt beliefern, versuchen seit über einem Jahr, eine weitere Streikfront zu eröffnen.

Bei einer Streikurabstimmung in den drei polnischen Amazon-Versandzentren bei Poznań und bei Wrocław, die von Ende Mai bis Mitte Juni lief, stimmten über 2.000 Beschäftigte für die Durchführung von Streikaktionen. Da aber weniger als fünfzig Prozent der etwa 5.500 Beschäftigte zählenden polnischen Amazon-Gesamtbelegschaft an der Abstimmung teilnahmen, darf nach polnischem Arbeitsrecht kein Streik durchgeführt werden.

(http://www.heise.de/tp/bild/48/48638/48638_1x.jpg)
Amazon-Versandzentrum in Poznan-Sady. Bild: Ralf Ruckus

Basisgewerkschaft "Arbeiterinitiative"

Die Urabstimmung wurde nicht von der mit Ver.di im internationalen Gewerkschaftsdachverband UNI Global Union verbundenen und auch bei Amazon in Wrocław vertretenen Solidarność organisiert, sondern von der Basisgewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP, deutsch: Arbeiterinitiative). Die IP hat bei Amazon insgesamt über 350 Mitglieder - davon über 300 am Standort Poznań-Sady und mittlerweile auch ein paar Dutzend in den Versandzentren in Wrocław.

In Poznań hatten unzufriedene Amazon-Beschäftigte bereits im Dezember 2014 - also drei Monate nach der Eröffnung des dortigen Versandzentrums - begonnen, eine Betriebsgruppe der IP aufzubauen. Diese kommt ohne hauptamtliche Gewerkschaftsfunktionäre oder freigestellte Betriebsräte aus. Diskussionen und Entscheidungen laufen ausschließlich über Mitgliederversammlungen und gewählte Vertrauensleute, die selbst im Versandzentrum arbeiten.

Wilder Bummelstreik im Juni 2015

Die Urabstimmung markiert den vorläufigen Höhepunkt in einem bereits seit einem Jahr schwelenden Arbeitskampf. Er begann mit einem wilden - nicht offiziell von der IP organisierten - Bummelstreik im Amazon-Versandzentrum Poznań-Sady. In der Nachtschicht vom 24. auf den 25. Juni 2015 protestierten Dutzende Lagerarbeiterinnen und -arbeiter gegen zwangsweise angeordnete Überstunden.

Da bei Amazon in Deutschland gerade wieder gestreikt wurde, hatte die Geschäftsführung kurzfristig Aufträge aus Deutschland nach Poznań verschoben und dort die Schichten von zehn auf elf Stunden verlängert. Den polnischen Beschäftigten war durchaus bewusst, dass sie als Streikbrecher fungieren sollten, denn die IP hatte seit Tagen mit Flugblättern und einem auf dem Zufahrtsweg zum Versandzentrum aufgehängten Transparent über den Streik informiert. Der Protest war also auch ein ausdrückliches Zeichen der Solidarität mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen in Deutschland.

Beim Bummelstreik in Poznań-Sady legten die "Picker", welche die bestellten Artikel aus den Regalen zusammensammeln, den Warenversand lahm, indem sie einen Flaschenhals im Arbeitsablauf ausnutzten. Normalerweise packen sie jeweils etwa ein Dutzend Artikel in eine Plastikbox und stellen diese auf ein zur Verpackungsabteilung führendes Förderband. Diesmal legten sie nur jeweils einen Artikel in eine Box, so dass das Förderband im Handumdrehen verstopfte, Boxen herunterfielen und das Band abgestellt werden musste.

Amazon behauptet, dass die Produktivität in jener Nacht um 34 Prozent gefallen sei. In der Klageerwiderung gegen die Kündigungsschutzklage eines wegen der Teilnahme am Bummelstreik entlassenen Lagerarbeiters beschreibt Amazon mit bemerkenswerter Offenheit, wie sich eine kollektive Aktion im Betrieb organisieren lässt:

Dadurch, dass nur ein Artikel in eine Box gelegt wird (…), wird der Arbeitsprozess bewusst und absichtlich verlangsamt, was sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die weiteren Prozessschritte auswirkt. Eine solche Behinderung des Arbeitsprozesses zieht umso größere potenzielle Verluste und Schäden für den Arbeitgeber nach sich, wenn eine Gruppe von Mitarbeitern bewusst und absichtlich nur einen Artikel in eine Box legt. Ein solches organisiertes Verhalten beeinträchtigt insgesamt die Fähigkeit des Logistikzentrums, die Wünsche der Kunden zu erfüllen, und führt zu einer erheblichen Verringerung der Produktivität, da damit nicht nur die Arbeit einzelner Mitarbeiter verlangsamt wird, sondern auch die Arbeit im Bereich Sortierung und Verpackung. Es kann auch zur Verstopfung des Förderbands kommen, auf dem die Boxen stehen, was wiederum zum Stillstand des gesamten Fulfilment-Prozesses führen könnte.
Amazon

Die direkte Bezugnahme auf den gleichzeitig stattfindenden Arbeitskampf bei Amazon in Deutschland war möglich, weil die IP-Betriebsgruppe bereits seit Januar 2015 auf mehreren selbstorganisierten grenzübergreifenden Treffen Amazon-Beschäftigte aus Deutschland kennengelernt hatte - ein seltenes Beispiel selbstorganisierter Vernetzung von Arbeitern und Arbeiterinnen aus mehreren Ländern. Die Betriebsaktivisten aus den deutschen Amazon-Zentren hatten die Kollegen und Kolleginnen von der IP schon im Vorfeld über den Streik informiert.

Verhöre und Entlassungen

In den Tagen und Wochen unmittelbar nach dem Bummelstreik griff Amazon auch zu repressiven Maßnahmen. Während bekannte IP-Aktive in Ruhe gelassen wurden, wurden scheinbar zufällig Arbeiter und Arbeiterinnen, die weniger gefestigt und gut vernetzt schienen, herausgegriffen und nach Verhören freigestellt, zu Aufhebungsverträgen gedrängt oder entlassen. Wie die IP schreibt, wurden die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Verhören aufgefordert, Erklärungen zu unterschreiben, ob sie am Protest beteiligt waren und wer sie zum Protest aufgefordert hatte:

Einige kamen mit Tränen in den Augen aus dem Verhör, andere unterschrieben, dass sie absichtlich langsam gearbeitet hätten und das wieder tun würden, wenn die Firma sie wieder zu Überstunden zwänge. Wir haben den Kollegen geraten, weder Verhörprotokolle noch Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Mehrere Mitarbeiter wurden von der Arbeit freigestellt (unter Weiterbezahlung des Lohns), andere unterschrieben Aufhebungsverträge und gingen freiwillig - die meisten wollen nichts mehr mit Amazon zu tun haben. Auf diese Weise bestrafte Amazon demonstrativ ein paar zufällig ausgewählte Mitarbeiter.
IP

Fast ein Jahr nach dem Bummelstreik, am 31. Mai 2016, begann vor dem Arbeitsgericht in Poznań das Kündigungsschutzverfahren eines der damals Entlassenen. Bisher wurde kein Urteil gefällt, und der nächste Verhandlungstermin ist erst im August - nicht ungewöhnlich in der für ihre Langsamkeit berüchtigten polnischen Arbeitsgerichtsbarkeit. In einem zweiten Verfahren, mit dem eine weitere Arbeiterin gegen Amazon vorgeht, nachdem ihr Arbeitsvertrag nach dem Bummelstreik nicht verlängert wurde, fand am 14. Juni der erste Termin statt - ebenfalls ohne Ergebnis. Der nächste Verhandlungstag ist erst im Oktober.

In der Folge des Streiks erhöhte Amazon die Löhne

Unmittelbar nach dem Bummelstreik stieg die IP Ende Juni 2015 offiziell in eine Tarifauseinandersetzung ein. Sie forderte von Amazon unter anderem die Erhöhung des Grundlohns von 13 auf 16 Zloty pro Stunde (umgerechnet knappe vier Euro), längere Pausen und Jahresarbeitspläne statt der bisherigen monatlichen Arbeitszuweisung. Obwohl die IP hauptsächlich in Poznań organisiert ist, betrifft die Tarifauseinandersetzung alle drei polnischen Logistikzentren gemeinsam, denn Amazon hat diese rechtlich in einem einzigen Betrieb zusammengefasst.

Amazon machte in den Verhandlungen mit der IP keine Zugeständnisse und brach auch die im polnischen Arbeitskampfrecht vorgesehene Schlichtung im Dezember 2015 ab. Bereits im August 2015 erhöhte die Firma jedoch die Grundlöhne sowohl in Poznań-Sady als auch in den beiden Versandzentren in Wrocław auf 14 Zloty pro Stunde. Nach Angaben von Amazon gab es keinen Zusammenhang mit dem Bummelstreik. Die Vertrauensleute der IP sind jedoch der Meinung, dass die Lohnerhöhung ausschließlich auf den Druck der Beschäftigten zurückzuführen ist.

Auch in Deutschland hatte es vor dem Beginn der Streiks bei Amazon jahrelang keine Lohnerhöhungen gegeben. Seit gestreikt wird, beteuert Amazon zwar, keinen Tarifvertrag mit Ver.di unterschreiben zu wollen, hat aber inzwischen mehrmals die Löhne erhöht - was offiziell ebenfalls nichts mit den Streiks zu tun hat.

Die IP-Gruppe machte sich weiter für ihre Forderungen stark und entschied nach den ergebnislosen Verhandlungen und der abgebrochenen Schlichtung schließlich, ab Mitte Mai 2016 eine Urabstimmung durchzuführen und damit Streikfähigkeit herzustellen. Um gegen die für Amazon charakteristische Spaltung zwischen Festangestellten und Leiharbeitern vorzugehen, setzte die IP gleichzeitig eine Streikurabstimmung bei den Leiharbeitsfirmen Adecco, Manpower und Randstad an, die Amazon in Polen mit Leiharbeitern versorgen. Der Weg dazu war frei, weil die im Herbst 2015 begonnene Tarifauseinandersetzung auch dort trotz Verhandlungen und Schlichtung zu keinem Ergebnis geführt hatte.

2.100 Stimmen für Streik - in Polen zu wenig

Die Streikurabstimmung wurde also für alle in den polnischen Amazon-Werken Beschäftigten gemeinsam durchgeführt - nicht nur für die insgesamt etwa 5.700 Festangestellten in Poznań und Wrocław, sondern auch für die insgesamt etwa 4.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, deren Zahl je nach Verkaufssaison stark schwankt.

Nach polnischem Arbeitskampfrecht dürfen Gewerkschaften nur dann zum Streik aufrufen, wenn sich mehr als fünfzig Prozent aller Beschäftigten an einer betrieblichen Urabstimmung beteiligen und eine Mehrheit für Streik stimmt.

Der Weg zu einem legalen Streik ist in Polen daher noch schwieriger als in Deutschland, wo eine Streikurabstimmung gesetzlich nicht mal vorgeschrieben ist. Wenn sich die betreffende Gewerkschaft gemäß ihrer Statuten für eine Streikurabstimmung entscheidet, wird die ausschließlich unter den Gewerkschaftsmitgliedern im Betrieb durchgeführt. Von denen müssen dann 75 Prozent für Streik stimmen, damit er tatsächlich stattfinden kann.

Nach den von der IP am 23. Juni veröffentlichten Zahlen stimmten in Poznań und Wrocław 1.605 Festangestellte und 496 Leiharbeiter mit "Ja", 39 Festangestellte und 10 Leiharbeiter mit "Nein". Nach Abzug von 9 ungültigen Stimmen betrug der Anteil der "Ja"-Stimmen insgesamt 97,3 Prozent. Die Zahl der "Ja"-Stimmen hätte auch nach polnischem Recht unter Umständen für einen Streik gereicht, wenn eine Mehrheit der Beschäftigten sich an der Urabstimmung beteiligt hätte.

Das Amazon-Management hatte allerdings in den letzten Wochen vor der Abstimmung auf betrieblichen Versammlungen den Beschäftigten in deutlichen Worten von der Teilnahme an der Urabstimmung abgeraten. Offensichtlich mit Erfolg, denn in Poznań und Wrocław gaben nur knapp dreißig Prozent der Amazon-Beschäftigten ihre Stimme ab. Nur zum Vergleich: Während der erfolgreichen Urabstimmung bei Amazon in Leipzig im März 2013 stimmten ebenfalls 97 Prozent für Streik. Die Urabstimmung fand jedoch lediglich unter den etwa 520 Verdi-Mitgliedern statt - nicht den 1.900 damals im Betrieb Beschäftigten.

Solidarność hält sich raus

Die Gewerkschaft Solidarność beteiligte sich bemerkenswerterweise weder an der Streikurabstimmung, noch hat sie diese bisher kommentiert. Im letzten Jahr kritisierte Solidarność die IP mehrfach als zu "konfrontativ" und "unverantwortlich" und stellte sich selbst demgegenüber als dialogbereite Gewerkschaft dar, die mit dem Management zum Wohl der Firma zusammenarbeitet.

Der rechten PiS-Regierung, zu deren wichtigsten Unterstützern Solidarność zählt, tut sie damit sicherlich einen Gefallen. Vor allem hat Solidarność kein Interesse an einer erfolgreichen Bewegung außerhalb ihrer organisatorischen Kontrolle. Es steht allerdings zu bezweifeln, dass sie neben dem bereits durch die IP für einen Streik mobilisierten Teil der Belegschaft eine eigene Basis im Betrieb finden wird, die bereit wäre, sich Amazon entgegenzustellen.

Legaler Streik oder andere Arbeitskampfmaßnahmen?

Nach der Streikurabstimmung ist der Weg zu einem legalen Streik erst einmal verstellt. Dass fast ein Drittel der direkt bei Amazon Beschäftigten sowie einige Hundert Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen für Streik stimmten, ist allerdings ein deutliches Zeichen für das Ausmaß der Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen.

In der Gewerkschaft IP wird die hohe Streikzustimmung als gutes Zeichen gewertet, die niedrige Beteiligung an der Urabstimmung setzt jedoch ein Fragezeichen hinter ihre bisherige Strategie, zumal unklar ist, ob eine weitere, besser vorbereitete Abstimmung ein anderes Ergebnis bringen würde. Sowohl die IP-Vertrauensleute als auch ein Großteil der Beschäftigten erwarten allerdings noch in diesem Sommer eine Lohnerhöhung und die hohe Streikzustimmung könnte das Management motivieren, die Löhne tatsächlich zu erhöhen.

Die Frage bleibt, welche weitergehende Wirkung ein den polnischen Gesetzen entsprechender Streik überhaupt hätte. In Deutschland konnte Amazon bisher den Streiks durch Verschiebung von Kundenaufträgen in andere, nicht streikende Versandzentren - auch die in Polen - ausweichen. Um effektiv zu sein, müssten Streiks diese Verschiebung unterlaufen und viele Zentren gleichzeitig lahmlegen - auch über die deutsch-polnische Grenze hinweg.

Die IP setzt auch auf verschiedene Kampfmaßnahmen. In ihrer Erklärung zum Ergebnis der Streikurabstimmung schreibt sie:

Wir kennen bereits die Grenzen, die einem den Gesetzen entsprechenden Streik in unserem Betrieb gesetzt sind. Aber unser Ziel ist nicht der Streik als solcher. Er ist ein Mittel, wie die Arbeiterinnen und Arbeiter Druck ausüben können, es gibt jedoch noch andere: Unterschriftenlisten, unbequeme Fragen bei den standups [Morgenappell in jeder Abteilung], sich nicht von den Managern herumscheuchen zu lassen wie Vieh, die Entwicklung von Kontakten mit Amazon-Beschäftigten in anderen Ländern, Straßenproteste - und viele andere mehr.
IP
http://www.heise.de/tp/artikel/48/48638/1.html#48638_1 (http://www.heise.de/tp/artikel/48/48638/1.html#48638_1)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:09:12 Fr. 22.Juli 2016
Zitat
Der Mensch als grenzenlos verwertbare Ressource
Der Widerstand gegen das Prinzip und die Vision Amazon muss weitergehen

Stell dir vor, europaweit finden Streiks in den großen Distributionszentren von Amazon statt. Die Zufahrtswege werden blockiert, LKWs kommen weder auf das Gelände noch können sie dieses wieder verlassen. Auf einem Banner steht: »Wir sind keine Roboter!« Solidarische Kund_innen verstärken die Auswirkungen der Streiks noch dadurch, dass sie an diesen Tagen vermehrt Bestellungen ab- und wieder zurückschicken und den Paketen solidarische Botschaften an die Belegschaft beilegen. Das verursacht nicht nur ein Bestellvolumen, das nicht bewältigt werden kann, sondern auch Kosten, die Amazon tragen muss.


Von der AG Amazon Attack


Kundgebungen vor der Unternehmenszentrale verweisen auf Unmut, weitere finden vor den Call-Centern von Amazon und neuen kleineren Versandlagern in den Innenstädten von Berlin, München oder Dortmund statt. Sie treffen das Unternehmen sensibel: mit schlechter Publicity und weil die Abläufe gestört werden, die auf Reibungslosigkeit »auf den letzten Metern« der Zustellung setzen.

Der Deutschland-Chef Ralf Kleber wird beim öffentlichen Auftritt getortet, die Homepage von Amazon gehackt, und für einen Moment kann das Unternehmen keine Informationen über seine Kund_innen speichern. Buchläden haben in ihren Schaufenstern Plakate gegen die Tyrannei von Amazon, und im Einzel- und Versandhandel stehen Beschäftigte solidarisch für die Verbesserung von deren Arbeitsbedingungen ein. Menschen tragen Buttons mit dem Spruch »support your local dealer«.

Die vielfältigen Proteste richten sich gegen ein Unternehmen, das weit mehr ist als ein Onlinehändler. Amazon ist auch ein äußerst erfolgreicher digitaler Dienstleister: Das Geschäft mit der Vermietung von Rechenkapazität und Festplattenspeicher (in der Cloud) sowie das Bereitstellen von Software für Web Services wächst derzeit noch schneller als der »klassische« Onlinehandel. Darüber hinaus ist Amazon ein äußerst aktiver Film- und Serienproduzent und Herausgeber der Washington Post. Auch als Logistiker ist das Unternehmen mit eigenen Fahrzeugen, regional orientierten Verteilzentren, in den USA neuerdings auch mit geleasten Flugzeugen und weiteren ambitionierten Plänen auf den Plan getreten, eine eigene weltumfassende Logistik aufzubauen. Das ist der Grund dafür, dass die Uni Global Union und nationale Gewerkschaften branchen- und länderübergreifend aktiv werden.

Nach außen erdrückt Amazon Marktkonkurrenten nach dem Prinzip der »tödlichen Umarmung« und schluckt diese mit hohen Investitionen, wie zum Beispiel am Kauf des ZVAB (Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher) deutlich wird oder aber der Schuhverkaufsplattform Zappos. Eine weitere Strategie ist das ständige Erschließen neuer Tätigkeitsfelder, die nicht unbedingt ertragreich und erfolgreich sein müssen - siehe Smartphones oder Versteigerungsplattform -, die dem Unternehmen jedoch Zugang zu den verschiedensten Branchen verschafft. Um als nächsten Schritt den Markt schnell einzunehmen, wird sehr schnell sehr viel Geld in die Hand genommen: Das Lesegerät kostet deutlich weniger als bei der Konkurrenz, Rücksendungen (Retouren) werden vom Unternehmen gezahlt, eigene Produkte subventioniert.

Die Strategie der hohen Investitionen und des globalen Verschiebens von Gewinnen führt nicht nur zu einem ständigen Wachstum, sondern spart Steuern, da das Unternehmen unter dem Strich seit Jahren rote Zahlen schreibt, während Amazon-Chef Jeff Bezos laut dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg seit Oktober 2015 zu den zehn reichsten Männern der Welt zählt. Bezos hat mit Amazon den Einzelhandel mit seiner »disruptiven« (kreativ zerstörerischen) Strategie weltweit revolutioniert und wird dafür in der IT-Branche als großer Innovator und Visionär gefeiert.

Gnadenlos flexibel - und vom Staat gefördert


Nach innen steht das Unternehmen für Ausbeutung und schlechte bis skandalöse Arbeitsbedingungen der weltweit 230.800 Mitarbeiter_innen, die einen Teil des Erfolgs ausmachen. Auf dem Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) wurde Bezos 2014 zum »schlimmsten Chef des Planeten« gewählt. In den USA, Großbritannien und Deutschland, Frankreich, Polen oder Spanien regt sich jedoch Widerstand, und es kam in den letzten Jahren zu Arbeitskämpfen. (1)

Die skandalösen Arbeitsbedingungen konkretisieren sich in vielem, zum Beispiel in der Kurzzeitausbeutung durch Befristungen, Saisonarbeit, Leiharbeit und Praktika. Das Einstellen von Saisonarbeitskräften bei Amazon hat System. Zur Weihnachtszeit verdoppelt sich allein in Deutschland die Zahl der ansonsten etwa 10.000 Amazon-Arbeiter_innen. Unter den Saisonarbeiter_innen finden sich dabei Personen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen: Student_innen, Empfänger_innen von ALG II und gut ausgebildete Personen, die sich alle Hoffnungen auf einen (Wieder-)Einstieg ins Arbeitsleben machen. Aus »strukturschwachen« Regionen finden viele in den Distributionszentren, die einen riesigen Bedarf an angelernten Arbeiter_innen haben, einen befristeten Arbeitsplatz.

In den ersten drei Monaten können die Beschäftigten von heute auf morgen ohne Angabe von Gründen entlassen werden. In der darauf folgenden sechsmonatigen Probezeit kann ihnen innerhalb von 14 Tagen gekündigt werden. Entlassungen erfolgen häufig gruppenweise. Amazon feuert Arbeiter_innen oftmals nach den ersten drei Monaten, um sie danach »neu« einzustellen. Dafür nutzt das Unternehmen gezielt rechtliche Schlupflöcher im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Vorarbeiter_innen wurden angewiesen, den Arbeiter_innen widerrechtlich kein Urlaubsgeld auszuzahlen und zu pokern, dass diese ihre Rechte nicht kennen. Im Amazon-Sprech werden die Mitarbeiter_innen, deren Vertrag nicht verlängert wird, menschenverachtend »Ramp Down« genannt. Der Begriff entstammt der US-amerikanischen Viehzüchtersprache und steht für »die Rampe runter schicken«.

In Deutschland sorgte Anfang 2013 eine ARD-Dokumentation für einen Skandal, in der die systematische Ausbeutung von Wanderarbeiter_innen aus Süd- und Ost-Europa gezeigt wurde. (2) Der Großteil der Leiharbeiter_innen wurde nach exakt drei Monaten hier, fern der Heimat, wieder auf die Straße gesetzt. Als wäre das nicht genug, wurden auch neofaschistische Sicherheitskräfte eingesetzt, um sie in den Unterkünften zu überwachen.

Der systematische Einsatz von befristeten Beschäftigten, Leiharbeiter_innen und Saisonarbeitskräften für das Weihnachtsgeschäft dauert bis heute an, wenn auch Saisonarbeitskräfte zumindest in Deutschland mittlerweile direkt eingestellt werden und aufgrund des öffentlichen Drucks auf Leiharbeit an den deutschen Standorten verzichtet wird. Anders ist das in den Distributionszentren in Polen, die erst 2014 eröffnet wurden und ausschließlich den deutschen Markt bedienen. Hier verdienen Beschäftigte rund drei Euro pro Stunde in täglichen Zehn-Stunden-Schichten. Sie werden fast ausschließlich über Zeitarbeitsfirmen eingestellt, um den lokalen Arbeitnehmerschutz gezielt zu schwächen.

Im November 2011 wurde publik, dass Amazon ausgiebig von einer schamlosen Kooperation mit deutschen Jobcentern profitiert. Zur »Aktivierung und beruflichen Wiedereingliederung« stellte Amazon in Nordrhein-Westfalen für die Distributionszentren Werne und Rheinberg Hunderte von so genannten Praktikant_innen ein, ebenfalls vornehmlich im letzten Quartal des Jahres. Gefördert wurde die nette Bescherung für Amazon von der Bundesagentur für Arbeit, die damit den »Drehtüreffekt« - eingestellt und bald wieder entlassen werden - staatlich finanzierte. Nach Jahren des Hire and Fire hat Amazon an nahezu allen deutschen Standorten Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden, so dass Menschen aus immer weiter entfernt liegenden Orten geholt werden.

Auf der Suche nach günstigen Arbeitskräften reagiert das Unternehmen schnell auf gesellschaftliche Debatten. Schon mit der neuen, erzwungenen Migration nach der Finanzkrise 2008 warb es gezielt mit »migrantischen Gesichtern« und auf Englisch für die Jobs. Seit mehreren Jahren werden in Deutschland Teams gebildet, die die neuen Arbeiter_innen auf Englisch anlernen. Als sich andeutete, Geflüchtete würden vom Mindestlohn ausgenommen oder ihre Einstellung durch Jobcenter querfinanziert, gab das Unternehmen bekannt, es würde Geflüchtete einstellen und arabischsprachige Teams bilden. Nachdem aber Ausnahme und Zuschüsse ausblieben, wurde es still um diesen Vorstoß.

Überwachung, Stress und Sicherheitschecks

Wie Amazon in seinen Distributionszentren durch Überwachung und Schikane besonders effizient die Menschen auspresst, lohnt eine genauere Betrachtung. Ein Bericht des britischen Fernsehkanals Channel 4 deckte 2013 auf, unter welchen unmenschlichen Arbeitsbedingungen die britischen Amazon-Angestellten arbeiten müssen. Die Bewegungen der Mitarbeiter_innen werden mit GPS-Sendern überwacht, die sie in den Handscannern mit sich tragen. Dabei nutzt das Unternehmen eine legale Grauzone, die zwar nicht die direkte Überwachung der Menschen selbst, jedoch die der Warenbewegungen gestattet. Bei Regelverstößen oder Leistungsabfall kommt es zügig zu Einzelgesprächen, in denen Vorgesetzte die Beschäftigten mit ihren Leistungen konfrontieren und unter Druck setzen, besser zu »performen«. Dies führt insbesondere bei Befristeten mit Hoffnungen auf eine Entfristung zu enormem Arbeitsdruck.

Ein Bericht der New York Times im August 2015 nannte weitere Details: Demnach werden Amazon-Mitarbeiter_innen systematisch überwacht, dadurch zueinander in Konkurrenz gesetzt, was eine denunziatorische Stimmung schafft. Mitunter reichen 100 Prozent Leistungen nicht mehr, wenn doch die persönliche Statistik zeigt, dass es auch schon mehr gewesen sind. Was mathematisch unmöglich ist, stellt das dynamische Prinzip kontinuierlicher Arbeitsverdichtung in Konkurrenz dar: Jede_r soll über dem Durchschnitt liegen.

Dies bedeutet die Umkehr des klassischen Mensch-Maschine-Verhältnisses mit der Folge einer zusätzlich gesteigerten Entfremdung: Nicht die Menschen sagen den Maschinen, was diese zu tun haben, sondern Maschinen errechnen optimale Laufrouten und bringen die Menschen damit auf Linie. Neben den drohenden Feedbackgesprächen mit Vorgesetzten wirken diese Regeln und Normen unsichtbar und effektiv durch den allgegenwärtigen Zwang zur Selbstoptimierung.

Die Zeiten für Toilettengänge und andere Pausen werden akribisch gezählt, um sicherzustellen, dass die Arbeiter_innen die Pausenzeit von 30 Minuten nicht überschreiten. Um während der Mittagspause zur Kantine zu gelangen, müssen die Mitarbeiter_innen in einem Logistikzentrum im englischen Rugeley zunächst das gesamte Lagerhaus durchlaufen - eine Entfernung entsprechend der Länge von neun Fußballfeldern. Bevor die Pause beginnt, müssen sie noch durch Sicherheitsschleusen, mit denen kontrolliert wird, dass sie auch nichts mitgehen lassen. Zum Essen oder gar zu Gesprächen bleibt praktisch keine Zeit mehr - und das, obwohl die Arbeit körperlich sehr anspruchsvoll ist. 2014 entschied ein US-Gericht, dass das Warten auf die Sicherheitschecks nicht zur Arbeitszeit zählt und deswegen nicht vom Unternehmen vergütet werden muss. Das hat mit dem gesetzlichen Anspruch auf eine Pause, in der man regeneriert, nichts mehr zu tun.

Alle Mitarbeiter_innen stehen unter permanentem Verdacht, zu klauen oder sich der gebotenen Effizienzsteigerung zu verweigern. Private Handys müssen beim Betreten des Hallenkomplexes registriert werden. Alle Arbeitsbereiche sind kameraüberwacht - zusätzlich zum GPS-Tracking der Mitarbeiter_innen. Das Sicherheitspersonal hat das Recht, jederzeit Durchsuchungen und Kontrollen durchzuführen - nicht nur an den Ein- und Ausgängen, sondern überall. Kürzlich deckte das Wirtschaftsmagazin Bloomberg auf, dass in den USA Videos gezeigt werden, die Arbeiter_innen bei einem Diebstahl zeigen, der dann der Grund ihrer Entlassung war. Dass viele Missstände bei Amazon erst spät oder gar nicht öffentlich werden, liegt an einer Verschwiegenheitsklausel, die es allen Mitarbeiter_innen untersagt, über ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz zu sprechen - auch mit der eigenen Familie.

Amazon macht krank

Amazon-Mitarbeiter_innen sind gezwungen, unter enormem Stress zu arbeiten. Streng hierarchisch geben sogenannte Leads den Arbeitsdruck über Fehlerpunkte an die Picker und Packer ihres Teams weiter. Picker »picken« die bestellte Ware aus den Regalen und legen dabei täglich bis zu 20 Kilometer zurück - der GPS-Tracker misst die Laufleistung über das sekundengenaue Protokoll des Aufenthaltsortes, der Handscanner erfasst alle Arbeitsschritte. Kommt ein Picker in Verzug, löst das System Alarm aus: Sein Lead erhält automatisch eine Nachricht auf seinem Bildschirm. Dann kommt es zum Feedbackgespräch. Alles selbstverständlich »ausschließlich zur Prozessoptimierung«. Packer haben ebenfalls eine klare Mindestquote: Sie müssen jede Stunde 200 Einzelpäckchen oder 100 Multipakete (mit mehreren verschiedenen Versandgegenständen) packen. Diese Schikanen gibt es auch in Deutschland. Kontakte während der Arbeitszeit werden zur Kenntnis genommen und nach Möglichkeit unterbunden. Freundliche Leads werden versetzt. Beschäftigte müssen Teams wechseln, wenn sie einen aus Amazon-Sicht zu engen sozialen Kontakt zueinander aufbauen.

Hohe Krankenstände werden durch die bei ver.di organisierten Kolleg_innen auch immer benannt, zuletzt bei den Osterstreiks in diesem Jahr. Krank machen natürlich nicht nur Überwachung, Leistungsdruck und Stress, sondern auch körperlich belastende und einseitige Arbeit (wie am Fließband). Das Screening aller persönlich zuzuordnenden Abläufe, jeder getätigten und vor allem jeder ausgelassenen Bewegung macht Mitarbeiter_innen nachweisbar krank. Sie klagen über Angstzustände wie Gefangene im »Freigang« mit Fußfesseln. Die permanente Überwachung aller Schritte führt zu Unsicherheit, weil niemand weiß, wozu die Daten genutzt oder wie sie bewertet werden. Denn der Bewertungsschlüssel ist im Rahmen der Prozessoptimierung dynamisch; die Mitarbeiter_innen müssen sich ständig fragen, welches durch die Überwachung beobachtete Verhaltensfragment zukünftig nicht mehr ausreichend (über dem Durchschnitt) sein könnte.

Während Amazon also nicht zimperlich mit der eigenen Belegschaft umgeht, arbeitet es parallel an der weiteren Reduktion menschlicher Arbeit, zumindest im Bereich der internen Logistik und des Verkaufs. Bereits 2012 kaufte Amazon für 775 Millionen US-Dollar die Firma Kiva Systems, die sich auf die Versandbearbeitung mit Robotern spezialisiert hat. Die Roboter können einfache Aufgaben wie die der Picker weitgehend automatisiert ausführen. Ende 2013 hatte Amazon bereits 18.000 solcher Roboter für seine weltweiten Lager im Einsatz. Mit ihrer Hilfe kann ein_e Lagerarbeiter_in bis zu dreimal so viele Bestellungen abfertigen. Mit der Amazon Picking Challenge 2015 lobte Amazon hohe Preisgelder im offenen Forschungswettbewerb für das beste Konzept von Roboter-Hard- und Software zum Heraussuchen der Pakete aus dem Lager aus. Mit einer neu entwickelten Roboterhand gewann ein Forschungsteam der TU Berlin.

Entscheidend für diesen Vorstoß dürfte sein, dass Roboter keine Lohnerhöhungen verlangen und nicht auf die Idee kommen zu streiken. Sie erfüllen die Effizienzanforderungen, solange der Akku reicht, und fügen sich widerstandslos dem ungebrochenen Wachstumsstreben des Unternehmens. Dieser Vorgang vollzieht sich langsam, da er nicht nur mit hohen Kosten zur Umstellung verbunden, sondern aufgrund der besonderen Anforderungen nicht überall realisierbar ist.

Digitale Arbeitsnomad_innen

Niedrigstlöhner_innen, aber auch Fachkräfte im Bereich digitale Dienstleistungen können sich auf Amazons Plattform Mechanical Turk verdingen. Hierbei gibt es keine Branchengrenzen. Unternehmer_innen suchen sich dann die billigsten und talentiertesten »Crowdworker« aus.

Den Startschuss zur Nutzung des Schwarms von »Clickworkern« und digitalen Freelancern gab Amazon schon 2006, als das Unternehmen mit dem Vertrieb von CDs begann. Hunderttausende von CD-Covern mussten auf sexuelle Inhalte überprüft werden, bevor sie in die digitale Verkaufsplattform eingestellt werden konnten. Eine Arbeit, die aufgrund uneindeutig formulierter Kriterien wenig geeignet war, von einem Großrechner bewältigt zu werden. Amazon erfand daraufhin in Anlehnung an dezentral verteilte Rechner in der Cloud die sogenannte Crowd - eine Art »massiv parallelen« menschlichen Rechner. Auf einer digitalen Plattform konnte man sich anmelden, um für ein paar Dollar die Stunde CD-Cover durchzusehen.

Über diese Aufgabe hinaus hat Amazon die Plattform verstetigt und ausgebaut. Amazon stellt dem/der »Arbeitgeber_in« für die Vermittlung der Tätigkeit zehn Prozent des Betrags in Rechnung, der für die Erledigung des Mikro-Jobs bezahlt wird. Was gezahlt wird, bleibt dem/der Arbeitgeber_in selbst überlassen.

Der Status der Mikroarbeiter_innen, die einen solchen Job über Amazon vermittelt annehmen, entspricht dem moderner Tagelöhner_innen. Die Frage nach Arbeitsvertrag und sozialer Absicherung erübrigt sich. Gezahlt wird mit erheblicher Verzögerung nach Erledigung eines Jobs - manchmal aber auch gar nicht. Wie die Kräfteverhältnisse aussehen, verdeutlicht Amazon auf seiner Webseite: »Falls die Arbeitsleistung nicht Ihren Standards entspricht, lehnen Sie die Arbeit einfach ab und bezahlen den Arbeiter nicht.«

Das Prinzip Amazon beeinflusst nicht nur unsere zukünftigen Arbeitsbedingungen, sondern unser gesamtes Leben. Ähnlich wie der Fordismus nicht nur die Arbeit am Fließband in Einzelprozesse zerhackt und unter den Gesichtspunkten der Optimierung neu zusammengesetzt hat, findet wieder eine Arbeitsreorganisation statt, die sich auf die Produktion und Zirkulation bis hin zu einer menschenfeindlichen Neugestaltung von Lebensweisen und des Konsum- und Freizeitverhaltens auswirkt. Amazon will unsere Lebensgewohnheiten in Gänze umstrukturieren. Der Mensch wird zur umfänglich verwert- und stimulierbaren Ressource: Kund_in, Arbeitnehmer_in und Datenspender_in.

Das Prinzip Amazon

Die ökonomische Durchdringung findet durch die vollständige Vernetzung und Auswertung der Daten statt. Ein Beispiel ist der E-Book-Reader von Amazon, der laufend Daten ermittelt über Auswahl der Bücher, Lesetempo, gelesene Seiten, aber auch Leseorte und -positionen. Wollen sich Kund_innen dieser Kontrolle entziehen, verschwinden die gekauften Bücher vom Gerät, und der Amazon-Account wird gekündigt.

Die »smarte« Umgebung, in der zukünftig alle uns umgebenden Geräte vernetzt sein werden, stellt unsere unauflösliche Verbindung zu den Datenzombies sicher. Es gibt kein Leben außerhalb dieses Netzes, so die Vorstellung von Amazon und Co. Amazon belauscht uns zukünftig permanent mit seinem Raumlautsprecher »Echo«. Seit 2014 bietet Amazon dieses selbstentwickelte intelligente Abhörsystem an: Ein mit hochempfindlichen Mikrofonen bestückter Zylinder steht irgendwo zentral in der Wohnung und lauscht ständig in Erwartung des Codeworts »Alexa«, mit dem Assistentin Alexa dann auf Zuruf für uns auf Suche ins Internet geht, online einkauft oder andere Dinge für uns regelt. Die erfolgreichen Vorbilder in Form von Smartphone-Apps sind Apples »Siri« oder Googles »Now«.

Wer Amazons Entwicklung verfolgt, kommt kaum hinterher: Das Unternehmen wächst schnell, aggressiv und in unerwartete Richtungen. Deutlich wird, dass die Vision des »Allesverkäufers« (so der US-amerikanische Journalist Brad Stone) sich nicht nur auf die Umwälzung des Buch- oder Einzel- und Versandhandels bezieht. Amazons Plattform zeigt ähnlich wie die Share-Economy-Protagonisten AirBnB (Übernachtungen) oder Uber (Taxifahrten) die Gesetzmäßigkeit der radikalen Machtkonzentration im Netz: »The winner takes it all.« Der größte Anbieter der Branche macht das Geschäft allein. Hierfür wirkt der Netzwerkeffekt, bei dem ein großes Angebot und eine große Nutzerschaft für eine weiter steigende Attraktivität der Internetplattform sorgen - scheinbar ungebremst, da Dienstleistungen im Netz ohne Zusatzkosten quasi ortsunabhängig organisiert werden können. Ein Phänomen mit dramatischen Konsequenzen für die Arbeitswelt. Im Einzelhandel fallen durch die erdrückende Dominanz von Amazon allein in Deutschland Zehntausende Jobs weg - wahrscheinlich ein Vielfaches der bei Amazon neu geschaffenen Stellen.

Der verdrängende und zerstörende Charakter von Amazons Marktstrategie wird am Beispiel des Buchhandels und des Verlagswesens besonders deutlich. Durch einen erbarmungslosen Preiskampf insbesondere in Ländern ohne Buchpreisbindung und die bequeme und schnelle Zustellung hat Amazon reihenweise Buchhandlungen aus dem Geschäft gekickt. Jetzt beginnt Amazon mit eigenen, in der realen Welt begehbaren Book Stores, den so »bereinigten« Offlinemarkt für Bücher zu erobern.

In der Phase der Koexistenz werden der Konkurrenz zerstörerische Bedingungen für eine gute Platzierung ihrer Angebote auf Amazons Webseite aufgenötigt. Das funktioniert deshalb so problemlos, weil für viele Amazon der Quasi-Standard für ihre Shoppingsuchmaschine ist. Als Verleger bietet Amazon Autor_innen an, ihre Werke zu derzeit günstigen Konditionen im Self-publishing-Verfahren bei Amazon direkt zu verlegen. Ob diese Konditionen bleiben, wenn Amazon auch diesen Markt »gesäubert« hat, darf bezweifelt werden.

Widerstand gegen das Prinzip und die Vision Amazon!

Die Fragen, die wir in diesem Artikel aufgeworfen haben, sind weder neu, noch werden sie von uns als erste gestellt: Seit mittlerweile fast zehn Jahren kämpft ein leider noch zu kleiner Teil der Arbeiter_innen an deutschen Amazon-Standorten darum, nicht als Teil der Maschine angesehen und behandelt zu werden, sondern angemessene Arbeitsbedingungen und Entlohnung zu erhalten. Diese Aktiven organisieren sich mehrheitlich in der Gewerkschaft und vernetzen sich - auch völlig autonom - international mit Kolleg_innen aus Frankreich, Italien, Spanien und Polen. In verschiedenen deutschen Städten wie Kassel, Leipzig und Berlin haben sich zur Unterstützung dieser Kämpfe Solidaritätsbündnisse gebildet, die die Vernetzungsbemühungen unterstützen und zeitgleich zu Streiks Öffentlichkeit herstellen. Im Sommer 2014 unterschrieben 1.500 deutschsprachige Schriftsteller_innen, darunter Juli Zeh, einen Protestbrief an Amazon, in dem sie dem Konzern Erpressung vorwarfen. Gleichzeitig riefen sie die Verlage auf, sich nicht dem Monopolstreben zu unterwerfen. Parallel dazu wurde ein Protestbrief in den USA von 909 Schriftsteller_innen publiziert, den auch der Bestsellerautor Stephen King unterschrieben hat. Clickworker_innen auf Mechanical Turk und Co. haben mittlerweile eigene Plattformen zur Vernetzung und Bewertung von Auftraggeber_innen gegründet.

Wir begrüßen all diese Initiativen und wünschen uns mehr davon. Amazon bietet sich hierfür besonders an. Zugleich ist auch klar, dass es nicht nur um eine Kritik an einem Unternehmen geht. Denn in Zeiten, in denen mit den Hartz-Reformen Deregulierung und Druck auf Arbeitnehmer_innen und Erwerbslose enorm gestiegen sind, in denen seit Jahren der Arbeitsschutz gelockert wird, wo die staatliche und privatwirtschaftliche Überwachung weit fortgeschritten ist, ist Amazon eine Art Prototyp: Es verstärkt ohnehin vorhandene Tendenzen spürbar und präsentiert diese in Reinform.

Jede Innovation von Amazon bringt auch Ansatzpunkte für die Intervention: Stellt euch vor, die streikenden Kolleg_innen erhalten im Vorweihnachtsgeschäft massive Unterstützung von »draußen«. Stellt euch vor, an einem der Amazon-Standorte - jetzt auch in diversen Innenstädten wie München, Berlin und demnächst wohl auch Dortmund - ist für einen Tag lang keine Auslieferung möglich, weil die Zufahrt verstopft ist. Stellt euch vor, das Kaufportal der Amazon-Webseite liegt lahm. Stellt euch vor, es gibt ein kollektiv formuliertes NEIN, das sich dem Prinzip Amazon entgegenstellt - deutlich wahrnehmbar für Amazon-Chef Jeff Bezos und all seine Nachahmer_innen - das wäre eine antikapitalistische (Weihnachts-)Überraschung!

Die AG Amazon Attack beschäftigt sich seit zwei Jahren mit Amazon. Einige haben in dieser Zeit die Streiks ganz praktisch unterstützt, anderen liegt es näher, den Konzern in allen Facetten innerhalb der Radikalen Linken zum Thema zu machen.

Anmerkungen:

1) Jörn Boewe und Johannes Schulten: Der lange Kampf der Amazon-Beschäftigten. Berlin 2015.

2) Diana Löbl und Peter Onneken: Ausgeliefert - Leiharbeit bei Amazon.
http://www.akweb.de/ak_s/ak617/22.htm (http://www.akweb.de/ak_s/ak617/22.htm)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:03:55 Fr. 19.August 2016
Zitat
Amazon in Leipzig
Streik für einen Tarifvertrag


(http://www.mz-web.de/image/24608746/2x1/940/470/ce3f9b65cf624990613d7934d7c0f9ec/Sj/amazon-48303545.jpg)

Beschäftigte von Amazon in Leipzig sind am Donnerstag erneut in einen Warnstreik getreten. Im Laufe des Tages würden sich voraussichtlich 350 bis 450 Mitarbeiter des Internet-Versandhändlers an der Arbeitsniederlegung beteiligen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Die Amazon-Niederlassung in Leipzig bestehe jetzt zehn Jahre, es gebe aber noch immer keinen Tarifvertrag, sagte Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider. Zwar habe es Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen gegeben, doch das reiche nicht aus.

Die Gewerkschaft fordert die Aufnahme von Tarifverhandlungen und will die Konditionen des Versand- und Einzelhandels bei Amazon durchsetzen. Der US-Konzern lehnt das strikt ab, hat aber die Gehälter in den vergangenen drei Jahren immer wieder etwas erhöht. In dem Tarifkonflikt kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Arbeitsniederlegungen.
http://www.mz-web.de/24608704 (http://www.mz-web.de/24608704) 
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:20:56 Mo. 29.August 2016
Die häufigen Streiks bei AMAZON haben sich anders entwickelt, als bei gewerkschaftlichen Kämpfen üblich.

Ein Blick hinter die Kulissen:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=Q9jFL2yBxW8#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:27:06 Sa. 03.September 2016
Zitat
Endlosarbeitskampf bei Versandhändler
DGB-Vorsitzender warnt in Bad Hersfeld vor "Amazonisierung"


(http://hessenschau.de/wirtschaft/amazon-dgb-bild-100~_t-1472651771695_v-16to7.jpg)
DGB-Vorsitzender Hoffmann spricht zu Amazon-Beschäftigten.

Andere hätten vielleicht schon aufgegeben, aber Verdi kämpft auch nach drei Jahren noch für bessere Bezahlung bei Amazon in Bad Hersfeld. Nun gab DGB-Chef Hoffmann Schützenhilfe – und wurde Zeuge eines Spontanstreiks.

Die mitreisende Presse musste draußen bleiben: Die Vetriebsleitung von Amazon wollte nicht, dass Journalisten Zeugen der Betriebsversammlung in Bad Hersfeld wurden. Einem prominenten Gast konnten sie den Zugang am Mittwoch aber nicht versperren. Mit Reiner Hoffmann kam erstmals ein DGB-Chef zu den Amazon-Mitarbeitern, um sie zu unterstützen.

Seit mehr als drei Jahren versucht ein Teil der Mitarbeiterschaft, mit Hilfe immer neuer Aktionen ihrem Anliegen Druck zu verleihen. Die Beschäftigten fordern endlich einen Tarifvertrag. Den aber verweigert das Unternehmen und lehnt sich bei der Bezahlung an die Löhne an, die in der Logistik-Branche gemeinhin gezahlt werden. Die Gewerkschaft Verdi verlangt die Konditionen des Einzelhandels.

Kaum Annäherung

Hoffmann, seit 2014 DGB-Chef, trat dabei nicht nur in der internen Betriebsversammlung des Werks "Fra 1“ auf, sondern anschließend auch vor den Toren. Auch vom anderen Hersfelder Werk "Fra 3“ waren mehrere hundert Beschäftigte herübergekommen. Passend zur Betriebsversammlung war bei Amazon ein spontaner Streik ausgerufen worden. Einer von vielen in den vergangenen drei Jahren, ohne dass man der Erfüllung der Forderungen wirklich näher gekommen wäre.

Zurzeit auf Sommerreise durch Hessen und Thüringen warnte Hoffmann vor einer "Amazonisierung". Was bei dem Versandhändler passiere, sei "exemplarisch" dafür, dass Unternehmen sich zunehmend der Tarifbindung entziehen wollten. In Hessen unterwerfen sich nach Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nur noch 32 Prozent der Bindung an Tarifverträge. Vor fünfzehn Jahren habe die Zahl bei 46 Prozent gelegen. Amazon stehle sich damit aus der gesellschaftspolitischen Verantwortung, schimpfte der DGB-Bundesvorsitzende.

Tarife in Zeiten des Facharbeitermangels

Die ständigen Auseinandersetzungen mit der Betriebsleitung zerrten an den Nerven, sagte Betriebsrat Christian Krähling zu hr-iNFO. Und es sei nicht immer leicht, die Kollegen zu mobilisieren, räumte er ein. Von den rund 3.300 Mitarbeitern unterstütze etwa ein Drittel aktiv die Anliegen, viele andere hielten sich zurück. Man werde den Konflikt aber notfalls noch über Jahre weiterführen.

Amazon betreibe Lohnpolitik nach Gutdünken. Die hessische DGB-Chefin Gabriele Kailing warnte die Unternehmen: die Bindung an Tarifverträge sei auch ein Aspekt von Standortpolitik. Das gelte gerade in Zeiten des Fachkräftemangels.
http://hessenschau.de/wirtschaft/dgb-vorsitzender-warnt-in-bad-hersfeld-vor-amazonisierung,dgb-amazon-100.html (http://hessenschau.de/wirtschaft/dgb-vorsitzender-warnt-in-bad-hersfeld-vor-amazonisierung,dgb-amazon-100.html)

Die Streikbewegung bei AMAZON und insbesondere der Niederlassung Bad Hersfeld ist einzigartig.
Das ist dem DGB natürlich auch nicht entgangen. Die ständigen Streikaktivitäten haben Verdi einen enormen Mitgliederzuwachs gebracht. Es streikt sich halt schöner, wenn man Streikgeld kriegt.

Aber die Streikenden haben ihren eigenen Kopf. Sie haben vieles unabhängig von Verdi und ihren Interessen organisiert, einiges sogar in entgegengesetztem Kurs zu dem der Gewerkschaft. Es scheint, man fürchtet beim DGB die zu große Unabhängigkeit und versucht die Streikenden, die auch gern mit sozialen Bewegungen zusammenarbeiten, wieder unter Kontrolle zu bringen, indem man ihnen "Solidarität" anbietet. Meine Alarmglocken klingeln jedenfalls.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:33:20 Mo. 05.September 2016
Hier noch ein paar Rückblicke:

Zitat
Amazon hechelt hinterher
Von Michael Gassmann | Stand: 22.08.2016 |

In der vergangenen Woche nahmen laut Handelsgewerkschaft Ver.di die organisatorischen Probleme zu. Der Marktführer des Onlinehandels spürt die Streikfolgen – spricht aber selbst lediglich von Einzelfällen


Amazon hat nach Darstellung der Gewerkschaft Ver.di entgegen seinen öffentlichen Beteuerungen mit den Folgen der Streiks in Deutschland zu kämpfen. Der führende Online-Händler sei Mitte August bei der Auftragsabwicklung teils ins Schleudern geraten, sagte Gewerkschaftssekretär Thomas Schneider der „Welt“.

Am vergangenen Dienstag hätten mehrere deutschen Standorte im Lauf des Tages gemeldet, sie könnten das eingehende Bestellvolumen nicht mehr vollständig abwickeln, so der Leipziger Ver.di-Vertreter. Im automatisierten Amazon-Logistiksystem hätten sie deshalb eine Verschiebung von Auftragsvolumen auf andere Lager angefordert. Pakete seien verspätet oder unvollständig ausgeliefert worden.

Ein Amazon-Sprecher bestritt diese Darstellung und sprach lediglich von „Einzelfällen“. Gegebenenfalls sei zu prüfen, ob Amazon oder Logistik-Partner verantwortlich seien. Die Verschiebung von Bestellungen auf benachbarte Lager zähle im Übrigen zu den Routinevorgängen bei Amazon. Auch habe es keine besondere Häufung bei Kundenbeschwerden gegeben. Das von der Gewerkschaft gezeichnete Bild passt allerdings zu Schilderungen von Kunden, wonach Lieferungen in den letzten Tagen ungewöhnlich lange dauerten oder Zustelltermine mehrfach verschoben wurden. Vor allem die taggleiche Zustellung in fest zugesagten Zeitfenstern hakte offenbar. Nicht alle Pakete kamen zudem im gewohnt akkuraten Zustand an. Nach Darstellung von Schneider musste Amazon in der vergangenen Woche organisatorische Sondermaßnahmen ergreifen. In einigen Lagern seien Mitarbeiter, die normalerweise im Wareneingang arbeiten, auch im Paketversand eingesetzt worden, ohne über die erforderliche Routine zu verfügen.

Die Handelsgewerkschaft setzt Amazon seit Jahren mit einer Politik gezielter Nadelstiche unter Druck. Zuletzt beteiligten sich am vergangenen Donnerstag laut Schneider 350 Mitarbeiter an einem Warnstreik in der Amazon-Niederlassung Leipzig. Nach Angaben des Firmensprechers waren es lediglich 240. „Das ist für die Leistung des Netzwerks nicht ausschlaggebend“, sagte er. Ver.di versucht bereits seit Mai 2013, Amazon mit einer Salamitaktik mürbe zu machen. Ziel der Gewerkschaft ist es, die deutsche Tochter des US-Konzerns in die Tarifregelung des Versand- und Einzelhandels zu zwingen. Mitte Juli streikten beispielsweise 500 bis 600 Mitarbeiter am bundesweit größten Standort Bad Hersfeld - ausgerechnet am Verkaufsaktionstag „Prime Day“.

Die in drei Jahren verfeinerte Streiktaktik könnte nun erstmals nachhaltig Wirkung zeigen. Die Gewerkschaft will das Management nicht zuletzt unter Druck setzen, indem sie die Kosten der Tarifverweigerung durch unkalkulierbare Aktionen hochtreibt. So sei das Amazon-Management letzte Woche fest von einem Streik am Himmelfahrtstag (15. August) ausgegangen, der einigen Bundesländern ein Feiertag ist. „Anfang der Woche ist das Gros des Bestellvolumens aus Deutschland an polnische Standorte verschoben worden. Die waren damit hoffnungslos überfordert und meldeten Land unter“, schilderte Schneider die Situation. Sie hätten die Hilfe anderer Lager angefordert. Am folgenden Tag sei das Geschäft daraufhin wieder nach Deutschland zurückgeflossen. Dieses zusätzliche Volumen habe dann auch etliche deutsche Auslieferungslager überfordert.

Das Hin und Her verursache Doppelarbeit und treibe die Kosten hoch. „Unsere Streiks sind für das Amazon-Management nicht ausrechenbar“, sagte Schneider. In der schwer kalkulierbaren Erwartung von Arbeitsniederlegungen würden beispielsweise Zusatzkapazitäten geschaffen, die dann oft nicht gebraucht würden. „Allein in Leipzig sind vorsorglich 100 bis 120 Kollegen mehr eingestellt worden als eigentlich notwendig“, sagte der Gewerkschafter. „Jetzt werden viele in der Probezeit entlassen oder Verträge werden nicht verlängert.“ Die Verschiebung der Auftragsabwicklung zwischen den Lagern und die vorsorglichen Einstellungen schmälerten auf jeden Fall den Gewinn von Amazon in Deutschland, so Schneider: „Amazon gibt Millionen aus, um den Schein zu wahren, dass die Streiks keine Auswirkungen hätten.“ Denn die an die Kunden abgegebenen Lieferversprechen will das Unternehmen unter allen Umständen einhalten – auch wenn es teuer wird.
https://beta.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article157790814/Amazon-hechelt-hinterher.html?wtrid=crossdevice.welt.desktop.vwo.google-referrer.home-spliturl&betaredirect=true (https://beta.welt.de/print/welt_kompakt/print_wirtschaft/article157790814/Amazon-hechelt-hinterher.html?wtrid=crossdevice.welt.desktop.vwo.google-referrer.home-spliturl&betaredirect=true)

Bereits 2 Monate zurück liegt folgender Bericht:

Zitat
Französischer Arbeitskampf bei Amazon

in Tarifrunden & Arbeitskämpfe, West- & Nordeuropa 3. Juli 2016   

amazon_frankreich. In der Südost-französischen Stadt Montelimar wurde Anfang Juli ein Amazon-Logistik-Standort bestreikt und blockiert. Nach Zwölf Tagen Arbeitskampf wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Verbesserungen wurden erkämpft und das Selbstbewusstsein der Belegschaft enorm erhöht. Wir haben ein Interview mit Mathieu Jardin geführt, er ist Mitglied der Gauche Révolutionnaire (CWI Frankreich) und Gewerkschafter der CGT im Departement Drôme.

(https://abload.de/img/amazon_frankreichl7u2c.png) (http://abload.de/image.php?img=amazon_frankreichl7u2c.png)

Wie wird es bei „Amazon.fr Logistique“ weitergehen?

MJ: Am 02.06. wurde für die Wiederaufnahme der Arbeit ab Montag, den 06. Juni gestimmt. Es gab ein gemeinsames Mittagessen in Solidarität mit der letzten Streikposten-Schicht nach neun Tagen dauerhafter Besetzung.

Wie haben sich die Gewerkschaften in diesem Arbeitskampf eingebracht?

MJ: Die Gewerkschaften haben in den Betrieben zu finanzieller Solidarität aufgerufen und für die Streikenden gesammelt. Zudem wurde ein Aufruf der Klassen-Solidarität über die sozialen Netzwerke und gewerkschaftlichen Kanäle verbreitet. Die „Union Locale“ (UL, lokale Gewerkschaftsstruktur) hat Solidaritäts-Mittagessen vorbereitet und mit einer freien Spende ebenfalls für die Streikenden gesammelt. Die UL-Montélimar hat dauerhaft zwischen drei und zehn GewerkschafterInnen aus ihrem Hauptamtlichen-Apparat gestellt, um den Amazon-Streikposten in 24 Stunden Schichten zu unterstützen. Soliflugblätter wurden täglich neu herausgebracht und verbreitet, um den Streik bekannter zu machen. Die UD (Union Departement,regionale Gewerkschaftsstruktur) hat ebenfalls offizielle Vertreter zu Hilfe geschickt. Die CGT Amazon hat andauernd mit allen vier Amazon-Standorten in Frankreich gearbeitet. Jeden Tag wurden Vollversammlungen von StreikaktivistInnen abgehalten, um über den Fortgang der Bewegung zu entscheiden und die Dinge zu organisieren. 15 vorher unorganisierte Streikende haben sich der CGT angeschlossen; das waren die kämpferischsten, die auch eine sehr wichtige Rolle im Streik gespielt haben. Die CGT hat auch die „Nuit Debout“-Bewegung zur Solidarität aufgerufen und hat sich darüber hinaus an all diejenigen gewandt, die bereit sind, gegen die Ungerechtigkeit des Kapitalismus zu kämpfen. Und sie hat eine Solidemo mit Startpunkt direkt vor dem Amazon-Standort organisiert.

Was war die Rolle der „Nuit Debout“?

MJ: AktivistInnen von „Nuit Debout“ waren von Beginn an dabei und haben dauerhaft mit drei bis zehn AktivistInnen den Streikposten unterstützt. Tag und Nacht, während der gesamten Dauer des Konflikts. Heute organisieren sie eine großangelegte Soli-Sammlung, um den Streikenden dringend benötigte finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Die „Nuit Debout“-Bewegung ist aber sehr heterogen – AktivistInnen bezeichnen sich u.a. als antikapitalistisch, aktivistisch, reformistisch, opportunistisch, humanistisch, solidarisch… insofern hat „Nuit Debout“-Montelimare ein politisches Flugblatt herausgebracht, in dem sie versuchen, an von der PS (Parti Socialiste, regierende sozialdemokratische Partei) enttäuschte Schichten zu appellieren und sich zum neuen Sprachrohr der Arbeiterbewegung zu machen. Aber zumindest haben drei ihrer Vollversammlungen auf dem Betriebsgelände stattgefunden, um dort über die Art und Weise der Unterstützung zu entscheiden. Auf regionaler Ebene hat „Nuit Debout“ Drome-Ardèche eine große Solidemo anläßlich der Gerichtsverhandlung gegen einen Belegschaftsvertreter organisiert, welche eine Rolle dabei gespielt hat, den Einsatz der CRS-Robocops um einen Tag zu verzögern.

Und gibt es aktuell schon konkrete Gewinne aus dem Kampf?

MJ: Wir haben die „Modulation“ erkämpft, d.h. der Samstag ist zukünftig arbeitsfrei. Außerdem wurde die Höhe von individuellen Prämien verdoppelt und die Löhne wurden allgemein um 0,5% erhöht! Die Belegschaft fühlt sich massiv gestärkt für die nächsten verpflichteten Verhandlungen die jährlich stattfinden. Ein weiterer Gewinn ist die Erfahrung der unglaublichen Solidarität. Einerseits unter den Amazon-ArbeiterInnen als die Unternehmensführung angeboten hatte, die Löhne nur am Standort in Montelimar um 1%, an den anderen drei jedoch nicht zu erhöhen – das wurde geschlossen abgelehnt, um sich nicht von oben spalten zu lassen. Andererseits die Solidarität und Hilfe der Gewerkschaften, der AktivistInnen von Nuit Debout und der lokalen Bevölkerung. Auch wenn das Ziel einer 1%igen-Lohnerhöhung nicht erkämpft wurde – so war unser Arbeitskampf ein erster Sieg!
https://www.sozialismus.info/2016/07/franzoesischer-arbeitskampf-bei-amazon/ (https://www.sozialismus.info/2016/07/franzoesischer-arbeitskampf-bei-amazon/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:00:15 Mo. 19.September 2016
Die Bewegung geht weiter! Amazon Blockade in Frankreich

15. September 2016 - Nach der Sommerpause gehen die Proteste gegen das neue Arbeitsgesetz in Frankreich weiter. Heute haben etwa 150.000 Menschen in 40 Städten demonstriert. Vor der Demonstration in Paris wurde auch Amazon blockiert: Etwa dreißig Personen blockierten die Einfahrt zu einem großen Amazon Lager in Porte de la Chapelle und übertrugen ihre Aktion live auf dem sozialen Medium Periscope.

Zum Video: http://de.labournet.tv/node/7063 (http://de.labournet.tv/node/7063)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:05:40 Do. 22.September 2016
Zitat
Geburtstagsstreik bei Amazon

Der seit Jahren dauernde Streik bei Amazon sorgt für Verbesserungen. "Der starke Druck der Belegschaft hat dazu geführt, dass sich die Arbeitsbedingungen zumindest teilweise verbessert haben", sagte eine Verdi-Sprecherin.

(http://www.golem.de/1604/sp_120220-117548-i_rc.jpg)

Zum fünfjährigen Bestehen des Amazon-Standorts Rheinberg streiken die Beschäftigten an dem Standort Rheinberg und Werne. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 19. September 2016 bekannt. "Das fünfjährige Bestehen des Standorts Rheinberg bedeutet auch fünf Jahre ohne Tarifvertrag und fünf Jahre schlechte Arbeitsbedingungen. Deshalb haben wir zum Jubiläum in Rheinberg heute zum Streik aufgerufen", sagte die Verdi-Fachbereichsleiterin für den Handel in NRW, Silke Zimmer.

In weiteren Standorten werde heute nicht gestreikt, sagte Eva Völpel, Sprecherin des Verdi-Bundesvorstands, Golem.de auf Anfrage.

Der Kampf dauert bereits seit rund drei Jahren. Amazon lehnt jedes Gespräch mit der Gewerkschaft ab. "Die vielen Streiktage bei Amazon sorgen für Verbesserungen. Der starke Druck der Belegschaft hat dazu geführt, dass sich die Arbeitsbedingungen zumindest teilweise verbessert haben", erklärte Zimmer.

Es geht den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.


Nachtrag vom 19. September 2016, 15:10 Uhr

Ein Sprecher von Verdi sagte Golem.de auf Anfrage, dass es in Rheinberg über 400 Streikende gebe.
http://www.golem.de/news/onlinehandel-geburtstagsstreik-bei-amazon-1609-123318.html (http://www.golem.de/news/onlinehandel-geburtstagsstreik-bei-amazon-1609-123318.html)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:38:36 Sa. 24.September 2016
Wenn man sich im Netz so umsieht, hält man überall Amazon für einen echten Schweinekonzern.
Aber als einzige Reaktion sieht man den Aufruf, dort nicht zu bestellen. Immer geht es um die Illusion der "Macht des Konsumenten".

Amazon ist aber ein Paradebeispiel, daß ein solcher Konzern am besten von innen angreifbar ist, über die eigene Belegschaft.

Habe gerade einen (einen etwas älteren) Artikel in der Direkten Aktion zum Thema gefunden:

Zitat
Transnational streiken
Arbeitskampf bei Amazon


Ende März traten erneut Beschäftigte in mehreren deutschen Amazon-Standorten in den Ausstand. Hauptforderung ist die Bezahlung nach dem Flächentarif für den Einzelhandel. Doch der Amazon-Konzern bleibt bei seiner bekannten Linie und lehnt die Forderungen ab. Für das Management ist es eine Machtfrage, die Forderungen der Beschäftigten abzuwehren. In der Dienstleistungsgewerkschaft gab es bereits im letzten Jahr Überlegungen, den Kampf bei Amazon auslaufen zu lassen. Doch längst ist der Kampf bei Amazon über eine Auseinandersetzung zwischen Konzern und Verdi hinausgewachsen.

Solidarität an der Basis

Beschäftigte, die sich in den Streikauseinandersetzungen politisiert haben, sind in den Standorten ein wichtiger Faktor an der Basis. Seit mehr als zwei Jahren hat sich zudem eine außerbetriebliche Amazon-Streiksolidarität gegründet, die mit den Beschäftigten kooperiert. Ein weiterer zentraler Pluspunkt des Amazon-Streiks ist die transnationale Dimension. Seit mehr als einem Jahr sind im Amazon-Logistikzentrum Poznan Kolleg_innen in der anarchosyndikalistischen Workers Initiative (IP) organisiert. Gemeinsam mit den Beschäftigten organisierte sie in den letzten Monaten zwei Solidaritätsaktionen mit den Streikenden in Deutschland. Vom Verdi-Apparat gab es dabei keinerlei Unterstützung, schließlich ist die polnische Partnergewerkschaft von Verdi im Amazon-Werk in Poznan kaum vertreten. Trotzdem ist eine Kooperation der Kolleg_innen aus Deutschland und Polen gelungen. Mit Unterstützung des Solidaritätskomitees wurden die Kontakte angebahnt. „Als  wir uns das erste Mal getroffen haben, merkten wir schnell, es ist die gleiche Arbeitshetze, die gleichen Methoden der Ausbeutung“, beschreibt ein Amazon-Kollege aus Bad Hersfeld die schnelle Verständigung unter den Kolleg_innen. „Als wir uns mit dem Arbeitskampf der Kolleg_innen in Deutschland solidarisieren, spielte die Frage der Gewerkschaft überhaupt keine Rolle. Wir unterstützen die streikenden Kolleg_innen“, erklärte auch eine Amazon-Beschäftige aus Poznan. Mittlerweile hat es mehrere Treffen gegeben, bei denen aktive Kolleg_innen aus beiden Ländern sich austauschten und auch überlegten, den Arbeitskampf über die Landesgrenzen auszuweiten.

Probleme benennen

Die IP hat dabei in einer Erklärung einige Aspekte, die für die Ausweitung des Arbeitskampfes von Bedeutung sind, benannt und dabei die Probleme nicht verschwiegen. So wird das Amazon-Modell des Heuern und Feuern als hinderlich für eine Organisierung benannt.

Die Spaltung in Fest- und Zeitarbeit schwächt die Arbeiter_innen deutlich. Sie erhöht den Druck auf alle, auch auf die Festangestellten, und beschränkt die Möglichkeiten zur Selbstorganisierung. Amazon stellt zu besonderen Stoßzeiten, beispielsweise vor den Weihnachts- oder Osterfeiertagen, viele Mitarbeiter_innen ein, die danach entlassen werden. Die Arbeiter_innen leben in täglicher Angst, ihre Einkommensquelle zu verlieren oder sogar abgeschoben zu werden. Die IP hat eine Kampagne gegen die Leiharbeit gestartet, um auch die Kurzzeitbeschäftigten mit einzubeziehen. Am 1. März 2016 hat sie anlässlich des europäischen Aktionstages gegen Grenzregime und prekäre Arbeit vor mehreren Zeitarbeitsfirmen in Polen Kundgebungen organisiert. Wie in den Wochen zuvor, nahmen an den Protesten neben Beschäftigten Unterstützer_innengruppen teil. Die IP hat in ihrer Erklärung alles Nötige gesagt: „Wir sollten von dem ausgehen, was uns verbindet, und so lernen, wie wir uns gemeinsam organisieren und für höhere Löhne und angemessene Arbeitsbedingungen ohne prekäre Verträge kämpfen können. Nur wenn wir zusammenhalten, können wir bekommen, was wir alle wollen: den ganzen Kuchen statt ein paar Krümel vom Tisch unserer Herren.“

Peter Nowak

 
Der Autor ist freier Journalist (peter-nowak-journalist.de) und Herausgeber des Buches „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“

Link zur Streik-Solidarität Leipzig: streiksoli.blogsport.de

Link zur Streik-Solidarität Berlin: www.facebook.com/SolidaritaetMitDenAmazonStreiks (http://www.facebook.com/SolidaritaetMitDenAmazonStreiks)
https://www.direkteaktion.org/verteilzeitung-mai/transnational-streiken (https://www.direkteaktion.org/verteilzeitung-mai/transnational-streiken)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:00:42 Do. 29.September 2016
Der Kampf geht weiter!

Weitere Niederlassungen und neue Beschäftigte beteiligen sich an dem Kampf:


19.09.16
Zitat
Amazon-Mitarbeiter erneut im Ausstand

Werne - Der Streit um die Einführung eines Tarifvertrags beim Versandhändler Amazon ist nicht beendet. Am Montag traten in der Frühschicht 280 Mitarbeiter der Logistikzentren in Rheinberg und Werne in den Streik.

(http://www.wa.de/bilder/2016/09/19/6761804/1712448800-amazon-2I8KSLgq6b.jpg)
In Werne legten nach Angaben von Amazon 64 Mitarbeiter die Arbeit nieder, die Gewerkschaft Verdi sprach von rund 100 Beschäftigten. Nach einer zentralen Kundgebung in Rheinberg versammelten sich die Streikenden am Mittag vor den Toren des Logistikzentrums im Gewerbegebiet Wahrbrink.

Gewerkschaftssekretär Karsten Rupprecht kündigte weitere Streikts an, die den Versandhändler während des bevorstehenden Weihnachtsgeschäftes empfindlich treffen sollen. Amazon ließ über seine Presseagentur verlauten, dass der Streik keinerlei Auswirkungen auf die pünktliche Lieferung der Waren habe.
http://www.wa.de/lokales/werne/amazon-mitarbeiter-werne-erneut-ausstand-6761804.html (http://www.wa.de/lokales/werne/amazon-mitarbeiter-werne-erneut-ausstand-6761804.html)

21.9.16
Zitat
Märkte
Wieder Streik bei Versandhändler Amazon

Über zwei Monate nach dem letzten Streik bei Amazon in Bad Hersfeld haben Mitarbeiter dort am Mittwoch wieder die Arbeit niedergelegt.


Es hätten sich im Laufe des Tages mindestens 400 Mitarbeiter beteiligt, sagte die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Die Gewerkschaft verlangt in dem seit Jahren währenden Konflikt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen verweigert Verhandlungen, es sieht sich als Logistiker. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks an verschiedenen Standorten bundesweit.
http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/maerkte-wieder-streik-bei-versandhaendler-amazon_id_5969427.html (http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/maerkte-wieder-streik-bei-versandhaendler-amazon_id_5969427.html)

Am 22.9.:
Zitat
WEITERER STREIKTAG BEI AMZON BAD HERSFELD

Auch heute gibt es wieder Streiks beim Logistik-Riesen Amazon am Standort in Bad Hersfeld. Seit Beginn der Frühschicht und bis zum Ende der Spätschicht sind die Angestellten im Ausstand. Schon gestern haben etwa 400 Mitarbeiter gestreikt, so Verdi. Die Gewerkschaft kämpft mit den Streiks schon seit rund drei Jahren um eine bessere Bezahlung der Amazon-Mitarbeiter.

Mit dieser „Taktik der Nadelstiche“ – so nennt verdi-Sprecherin Mechthild Middeke diese kurzfristig anberaumten Streiks - soll Amazon überrumpelt werden. Dadurch, dass jederzeit eine Schicht ausfallen kann, sollen die Abläufe ins Stocken geraten, sodass Amazon Liefer-Schwierigkeiten bekommt. Amazon sagt aber nach wie vor: Die Kunden werden von den Streiks nichts mitbekommen.
http://www.ffh.de/news-service/ffh-nachrichten/nController/News/nAction/show/nCategory/osthessen/nId/77289/nItem/wieder-streiks-bei-amazon-in-bad-hersfeld-3.html (http://www.ffh.de/news-service/ffh-nachrichten/nController/News/nAction/show/nCategory/osthessen/nId/77289/nItem/wieder-streiks-bei-amazon-in-bad-hersfeld-3.html)

28.9.16:
Zitat
Amazon-Beschäftigte im Streik
Onlinehandel: Bundesweite Streiks bei Amazon und Prime Instant Video

(http://www.golem.de/1609/sp_123500-127368-i_rc.jpg)

Auch beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon in Elmshorn wird heute erneut gestreikt. Bei den Streiks legte laut den Angaben rund ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit nieder.


Die Beschäftigten Amazons sind wieder im Streik. Arbeitskämpfe finden in den Versandzentren Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen, Bad Hersfeld in Hessen, Leipzig in Sachsen, Koblenz in Rheinland-Pfalz und beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn, Schleswig-Holstein, statt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 28. September 2016 bekannt. Die Streiks haben mit der Frühschicht begonnen, dauern bis zum Ende der Spätschicht an und fallen nach den Angaben auf einen Tag, der hohes Auftragsvolumen verzeichnet.

"Die Beschäftigten verlangen, dass Amazon seine Blockadehaltung gegenüber Tarifverhandlungen aufgibt. Sie treten für ihr legitimes Recht auf einen Tarifvertrag ein, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Streiks zeigen Wirkung

Amazon behauptet immer wieder, die Streiks zeigten keine Wirkung und erklärt, dass die Zahl der Streikenden gering sei im Vergleich mit der Gesamtzahl der Beschäftigten, die für das Unternehmen arbeiten. Doch laut Verdi sei das Unternehmerpropaganda, weil im Schichtmodell gearbeitet werde, die Krankenquoten mit bis über 20 Prozent hoch und ein Teil der Belegschaft durch Urlaub abwesend sei. Daher sei ein wesentlich kleinerer Teil der Beschäftigten täglich für Amazon im Einsatz. Bei den Streiks lege somit rund ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit nieder. Dies verursache deutliche Lieferprobleme. Zudem müsse Amazon immer mehr Geld ausgeben, um sich auf die flexibler gestalteten und kurzfristiger angesetzten Streiks einzustellen.

Es geht den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Nachtrag vom 28. September 2016, 14:20 Uhr


"In den Frühschichten waren zusammen über 1.100 Beschäftigte draußen, an den einzelnen Standorten haben zwischen einem Viertel und über 30 Prozent der Belegschaft die Arbeit niedergelegt", sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel Golem.de auf Nachfrage.
http://www.golem.de/news/onlinehandel-bundesweite-streiks-bei-amazon-und-prime-instant-video-1609-123500.html (http://www.golem.de/news/onlinehandel-bundesweite-streiks-bei-amazon-und-prime-instant-video-1609-123500.html)

Zitat
Amazon-Beschäftigte:
Proteste in sechs Versandlagern
Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon sind erneut in einen Streik getreten.


(Bad Hersfeld/München (dpa)) Im Kampf um einen Tarifvertrag sind Beschäftigte des Versandhändlers Amazon erneut an mehreren deutschen Standorten in den Streik getreten. Wie die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch mitteilte, galt der Aufruf für die beiden Versandzentren im hessischen Bad Hersfeld sowie in Koblenz (Rheinland-Pfalz), Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide NRW). Auch beim DVD-Verleiher und Video-Streaming-Dienst Amazon Prime Instant Video in Elmshorn (Schleswig-Holstein) wurde nach Verdi-Angaben gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen begannen mit der Frühschicht und sollten bis zum Ende der Spätschicht dauern. Die Arbeitsniederlegungen hätten keinen Einfluss auf pünktliche Lieferungen, sagte eine Amazon-Sprecherin.

Verdi forderte das Unternehmen auf, die Blockade gegen Tarifverhandlungen aufzugeben. Die Gewerkschaft verlangt in dem seit Jahren andauernden Konflikt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen verweigert aber Verhandlungen, sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks an verschiedenen Standorten bundesweit. Amazon beschäftigt in den Warenlagern über 11 000 Festangestellte.

Trotz des festgefahrenen Tarifkonflikts zeigte sich Verdi-Sprecher Thomas Voß kämpferisch und zuversichtlich. Die Streikbereitschaft lasse nicht nach. Die Gewerkschaft habe viel erreicht. Die Arbeitsbedingungen seien verbessert und Lohnerhöhungen erreicht worden.
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinland/dpa-Amazon-Beschaeftigte-Proteste-in-sechs-Versandlagern;art158726,4538005 (http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/rheinlandpfalz/rheinland/dpa-Amazon-Beschaeftigte-Proteste-in-sechs-Versandlagern;art158726,4538005)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:56:08 Mi. 05.Oktober 2016
Zitat
Streik bei Amazon Deutschland geht weiter

Es ist bereits die dritte Woche in Folge mit Streiks an den Amazon-Standorten. Bei den Streiks legt rund ein Drittel bis rund die Hälfte der Beschäftigten einer Schicht die Arbeit nieder.


(http://www.golem.de/1610/sp_123594-127697-i_rc.jpg)

An fünf Standorten von Amazon Deutschland streikt heute wieder ein größerer Teil der Belegschaft. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 4. Oktober 2016 bekannt. Bestreikt werden die Standorte Rheinberg und Werne (Nordrhein-Westfalen), Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz). Die Arbeitsniederlegungen umfassen die Früh- und Spätschicht. In Bad Hersfeld und Koblenz hat der Streik bereits mit der vergangenen Nachtschicht begonnen.

In den Versandzentren seien am Wochenende und an dem anschließenden Feiertag viele Bestellungen liegengeblieben, so dass die Streiks erneut deutliche Wirkung zeigten. "Der Druck auf Amazon lässt nicht nach. Amazon muss verstehen, dass sich die Beschäftigten ohne einen Tarifvertrag nicht zufriedengeben werden", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Es ist bereits die dritte Woche in Folge mit Streiks an den Amazon-Standorten.

Proteste auch an der Amazon-Zentrale


In der vergangenen Woche hatten Beschäftigte und Gewerkschaftsvertreter aus mehreren europäischen Ländern vor der Amazon-Zentrale in Luxemburg protestiert. Am Protest beteiligten sich Vertreter von Gewerkschaften aus der Tschechischen Republik (OSPO), Polen (Solidarnosc), der Slowakei (FES), Frankreich (CGT), Spanien (FSC-CCOO), Luxemburg (OGBL) und Verdi aus Deutschland.

Es geht den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld. Die wöchentliche Arbeitszeit soll auf 37,5 Stunden festgeschrieben und sechs Wochen Urlaub gewährt werden. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Nachtrag vom 4. Oktober 2016, 17:30 Uhr

Verdi-Sprecherin Eva Völpel sagte Golem.de: "Wir hatten heute an den Standorten insgesamt rund 1.700 Streikende. Wie auch beim letzten Streik waren - je nach Standort - zwischen einem Viertel und über 30 Prozent der Tagesbeschäftigten im Ausstand. Das stört den Ablauf bei Amazon empfindlich."
http://www.golem.de/news/onlinehandel-streik-bei-amazon-deutschland-geht-weiter-1610-123594.html (http://www.golem.de/news/onlinehandel-streik-bei-amazon-deutschland-geht-weiter-1610-123594.html)

Fortsetzung folgt!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:18:46 Fr. 07.Oktober 2016
Man spricht inzwischen von der "Amazonisierung" der Arbeitswelt.
Der Logistikriese ist Vorreiter bei der neoliberalen Umgestaltung der Gesellschaft.
Es ist kaum verwunderlich, daß diese Entwicklungen und der Widerstand dagegen zum Objekt von Studien und Diskussionen geworden sind.

Zitat
Amazon in Leipzig
Von den Gründen, (nicht) zu streiken. Studie von Sabrina Apicella


Amazon zählt zu den bekanntesten Akteuren der Umgestaltung der Arbeit im Dienstleistungsbereich. Einzelhandel wird durch Onlineversandhandel ersetzt und die Wege zwischen Waren und KundInnen werden neu organisiert. Diese «Disruption» ist durchaus typisch für die Reorganisation von Dienstleistungsarbeit mittels digitaler Technologien. Traditionelle Arbeiten (wie Beratung und Verkauf) und ihre Organisationsformen (Laden, Kaufhaus) werden entwertet und durch «neue» Arbeiten (wie «Picken» oder Transportieren) ersetzt. Vielfach wird ehemalige Facharbeit zu «einfacher» Dienstleistungsarbeit.

Mit dem Wachstum von Unternehmen wie Amazon wächst zugleich ein modernes «Dienstleistungsproletariat». Die Belegschaften setzen sich überwiegend aus Beschäftigten zusammen, deren Qualifikationen durch die Veränderungen der Arbeitswelt zuvor entwertet worden waren. Sie können auf keine langen Traditionen zurückblicken.

Umso bemerkenswerter sind die Streiks, mit denen die Gewerkschaft ver.di und ein Teil der Belegschaft hartnäckig versuchen, die Tarifbedingungen des Einzelhandels bei Amazon durchzusetzen. Sabrina Apicella hat sich mit der Frage beschäftigt, warum die einen streiken und die anderen nicht, oder anders ausgedrückt: wie sich unterschiedliche Milieus, Einstellungen zu Arbeit und Unternehmen, in der Belegschaft wiederfinden und in der Einstellung zum Streik reproduzieren.

Die Studie wurde im Gesprächskreis «Klassen und Sozialstruktur» der Rosa-Luxemburg-Stiftung vorgestellt und diskutiert. Mit der Publikation hoffen wir, die notwendige linke Debatte zur Herausbildung spezifischer «Gesellschaftsbilder» – Sichten auf die Gesellschaft und den eigenen Platz darin – im modernen Dienstleistungsproletariat zu fördern.

Horst Kahrs, Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung
http://www.rosalux.de/publication/42258/amazon-in-leipzig.html (http://www.rosalux.de/publication/42258/amazon-in-leipzig.html)

Weitere Untersuchungen und Diskussionen zum Thema:
http://www.labournet.de/politik/gw/kampf/kampf-all/studie-amazon-in-leipzig-von-den-gruenden-nicht-zu-streiken/ (http://www.labournet.de/politik/gw/kampf/kampf-all/studie-amazon-in-leipzig-von-den-gruenden-nicht-zu-streiken/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 21:50:48 Mi. 12.Oktober 2016
Zitat
Dash-Button: Verbraucherzentrale NRW geht gerichtlich gegen Amazon vor

Der Dash-Button soll in Haushalten hängen und auf Knopfdruck Bestellungen des täglichen Bedarfs auslösen: vom Waschmittel über Katzenfutter bis zu Toilettenpapier. Mit großem Tamtam hat Amazon den mit dem heimischen Netzwerk und der Amazon-App verbundenen Kauf-Knopf für seine Prime-Kunden eingeführt.

Doch gut gemeint heißt nicht immer auch gut umgesetzt. Zwar mag der Dash-Button einen Komfortgewinn versprechen. Allerdings - wie jeder andere Händler auch - muss sich Amazon an die geltenden rechtlichen Vorgaben halten. Die Verbraucherzentrale NRW sieht beim Dash-Button verschiedene rechtliche Verstöße. Sie hat den Branchenriesen deshalb abgemahnt und will nun gerichtlich gegen Amazon vorgehen.
vollständige Meldung:
https://www.verbraucherzentrale.nrw/dash-button--verbraucherzentrale-nrw-geht-gerichtlich-gegen-amazon-vor (https://www.verbraucherzentrale.nrw/dash-button--verbraucherzentrale-nrw-geht-gerichtlich-gegen-amazon-vor)

https://www.test.de/Amazon-Dash-Buttons-Kauf-auf-Knopfdruck-keine-saubere-Sache-5079271-0 (https://www.test.de/Amazon-Dash-Buttons-Kauf-auf-Knopfdruck-keine-saubere-Sache-5079271-0)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 09:43:09 Sa. 29.Oktober 2016
Zitat
1000 neue Arbeitsplätze durch Amazon-Logistik-Center in Dortmund
25.10.2016
Der Internethändler Amazon will in Dortmund für 27 Millionen Euro ein neues Logistikzentrum errichten.

Im ersten Schritt sollen durch den Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte mindestens 1.000 Arbeitsplätze in der Ruhrgebietsstadt entstehen, wie der Online-Händler am Dienstag (25.10.2016) mitteilte. Gleichzeitig stellte Amazon eine weitere Aufstockung der Beschäftigtenzahlen in Aussicht. Nach einigen Jahren arbeiteten in Amazon-Logistikzentren vergleichbarer Größe in der Regel etwa 2.000 Menschen, hieß es.

Mit dem Neubau reagiert der Konzern nach eigenen Angaben auf die wachsende Kundennachfrage. Das neue Gebäude werde 45.000 Quadratmeter groß und solle Ende 2017 seinen Betrieb aufnehmen. Bislang verfügt Amazon in Deutschland über neun Logistikzentren, darunter auch in Werne und Rheinberg.

Hoffnung auf Senkung der Arbeitslosenquote

Aus Sicht der Dortmunder Wirtschaftsförderung ist die Ansiedlung von Amazon ein großer Wurf. Wirtschaftsförderer Thomas Westphal spricht von einer spürbaren Senkung der Arbeitslosenqoute in der Region durch das Logistikzentrum.

Amazon schafft neben Arbeitsplätzen für Hochqualifizierte auch zahlreiche einfache Jobs. Und genau die werden in Dortmund dringend gebraucht. Das sollen keine befristeten Billigarbeitsplätze werden, verspricht Amazon. Die Angestellten würden weit über Mindestlohn bezahlt.
http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/amazon-logistikzentrum-dortmund-100.html (http://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/amazon-logistikzentrum-dortmund-100.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 10:16:08 Sa. 29.Oktober 2016
Soso - dann darf der Ausbeuter Amazon also die Dortmunder mit seinen dollen Arbeitsbedingungen beglücken...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:38:05 Sa. 29.Oktober 2016
Ist Dortmund denn schon so auf den Hund gekommen?
Amazon suchte sich ansonsten Standorte nach folgenden Faktoren aus:

Vielleicht kapieren die Beschäftigten in den anderen Standorten endlich, daß die Drohungen, ihr Laden wird dichtgemacht, wenn sie sich da wehren, einfach Humbug sind. Amazon will expandieren und braucht sein Personal dringend!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:34:28 Mo. 31.Oktober 2016
Zitat
Onlinehandel: Amazon-Arbeiter streiken fast bundesweit

Heute und morgen sind Feiertage in einigen Bundesländern. Der Streik legt demnach die meisten verbliebenen Verteilzentren bei Amazon lahm.


In fünf Standorten von Amazon wird heute wieder gestreikt. Betroffen von dem Arbeitskampf sind Rheinberg und Werne im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Graben in Bayern, Bad Hersfeld in Hessen und Koblenz in Rheinland-Pfalz. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 31. Oktober 2016 bekannt. In Bad Hersfeld und Koblenz haben die Streiks bereits Sonntagnacht begonnen.

Wegen des Feiertags Allerheiligen in einigen Bundesländern am 1. November sei in den Versandzentren ein hohes Bestellvolumen aufgelaufen. Die Streiks würden "erneut deutliche Wirkung zeigen". Zudem ist heute Reformationstag und damit gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In Bad Hersfeld dauern die Arbeitsniederlegungen den ganzen Tag bis zum Ende der Spätschicht an und betreffen beide Verteilzentren, FRA1 und FRA3.

"Amazon ist weiter auf Expansionskurs und investiert viel Geld in den Ausbau und die Modernisierung der Lager und der Auslieferung. Doch bei den Mitarbeitern wird gespart", sagte die für Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. "Gerade in Deutschland ist Amazon sehr erfolgreich und hat das Potenzial, wie von Verdi gefordert, nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels zu bezahlen."

Neuer Standort in Dortmund

So will Amazon in Dortmund für 27 Millionen Euro ein neues Logistikzentrum bauen. Damit sollen mindestens 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Nach einigen Jahren könnten dort rund 2.000 Personen arbeiten. Das Durchschnittsgehalt eines neuen Mitarbeiters liegt laut Konzernangaben bei rund 10,30 Euro brutto pro Stunde. Zusätzlich gibt es leistungsbezogene Prämien, eine Sonderzahlung zu Weihnachten, Mitarbeiter-Aktienbeteiligungen, Versicherungen, einen Pensionsfonds und Personalrabatte.

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub. Nachtrag vom 31. Oktober 2016, 14:32 Uhr

Amazon-Sprecherin Anette Nachbar sagte Golem.de: "Insgesamt haben sich deutschlandweit an fünf Standorten (Rheinberg, Werne, Koblenz, Bad Hersfeld, Graben) weniger als 960 Mitarbeiter der Frühschicht beteiligt." Deutschlandweit würden seit August 2016 insgesamt mehr als 13.000 Saisonarbeitskräfte rekrutiert.

Aufgrund der Streiks hat Amazon rückwirkend zum 1. September 2016 an allen deutschen Standorten die Löhne zwischen 2,1 und 3,75 Prozent angepasst. Der Basislohn liege nun bei umgerechnet 10,30 Euro brutto pro Stunde und höher.
http://www.golem.de/news/onlinehandel-amazon-arbeiter-streiken-fast-bundesweit-1610-124144.html (http://www.golem.de/news/onlinehandel-amazon-arbeiter-streiken-fast-bundesweit-1610-124144.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 08:23:39 Di. 01.November 2016
m.M.n. gibt es eine Lösung, die heißt: bei Amazon nicht einkaufen. Es gibt soviel Möglichkeiten seinen Einkauf zu steuern (andere Online-Händler, lokale Läden usw.). Aber nein. Der Deutsche (vorallem der Deutsche) kauft bei Amazon. Dies nur aus Bequemlichkeit und weils da 5 € billiger ist (Viele können sich ein Produkt, das 5€ mehr kostet leisten - aber man kann vorm Nachbarn nicht angeben, dass man bei Amazon dies billiger bekommen hat). Der angeblich hippe Deutsche, sind doch die Arbeitsbedingungen bei Amazon, Paketdiensten usw. egal.

Dass diese Billigjobs in ein paar Jahren leicht ersetzt werden können, interessiert doch nicht. Da ich mich mit Lager/Logistik etwas auskenne, kann ich sagen, dass man in Amazon-Lagern, auf einfachste Weise diese so umstellen kann (andere Regale, Förderbänder, Roboter usw.), dass man sehr viele Menschen zum arbeiten nicht mehr braucht.

Dem müssen wir uns entgegenstellen. Darum kauft nicht mehr alles bei Amazon! Dies ist glaube ich das beste Druckmittel.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08:56:04 Di. 01.November 2016
Es gibt so viele Dinge, über die wir uns abseits der eingefahrenen Wege der gewerkschaftlichen Forderungen mal Gedanken machen sollten:
Es gibt eine ständige Automatisierung der Arbeitswelt. Früher haben alle gedacht, das sich dadurch die Arbeitszeiten verkürzen würden und die Menschen mehr Freizeit hätten.
Ein Blick auf die ständig steigenden Stundenzahlen und die immer höhere Anzahl von Überstunden erzählt genau das Gegenteil. Manche Menschen arbeiten also bis zum Umfallen während andere arbeitslos bleiben.
Hier wird ein gewaltiger Druck seitens der Arbeitgeber auf die Arbeitnehmer ausgeübt. "Entweder Du machst Überstunden oder ich hole mir einen neuen Mitarbeiter vom Jobcenter!"
Eigentlich müsste der Weg in die andere Richtung gehen: Drastische Arbeitszeitverkürzung auf 20 Stunden die Woche und die Begrenzung von Überstunden auf absolute Notfälle.
Um dahin zu kommen braucht es aber eine komplett andere Einstellung der Gesellschaft: Weg von diesem Konsumwahnsinn! Wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, ob wir diesen ganzen Scheiß brauchen, den uns die Werbung verkaufen will. (Stichwort: Künstliche Nachfrage generieren!) Brauchen wir jedes Jahr das allerneuste Smartphone, elektrische Zahnbürsten, Kaffeepadmaschienen usw. usw.?

Und dann ist die zweite Frage: Wie organisiert man Forderungen nach wirklich besseren Arbeitsbedingungen gegen den Widerstand der herrschenden Klasse, zu denen leider auch die Arbeiterverräter vom DGB gehören?
Die ewige Forderung nach ein paar Prozenten mehr Lohn, die nichtmal mehr die Inflation ausgleichen, dürfte nicht genügen, um langfristig im Kampf gegen die Unterdrückung bestehen zu können.
Eine bessere Welt ist möglich, wir müssen es nur wollen! ;)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:11:16 Di. 01.November 2016
Zitat
Wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, ob wir diesen ganzen Scheiß brauchen, den uns die Werbung verkaufen will. (Stichwort: Künstliche Nachfrage generieren!) Brauchen wir jedes Jahr das allerneuste Smartphone, elektrische Zahnbürsten, Kaffeepadmaschienen usw. usw.?

Daran hängt alles, quasi den Kapitalismus grundsätzlich in Frage stellen, diese Frage kann hier über jeden einzelnen Thread gehängt werden. Leider weht der Wind außerhalb des Forums eher aus der "Arbeit macht frei" Richtung, "Sozial ist wer/was Arbeit schafft", Schwachsinn regiert die Welt.

Persönliche Anmerkung: Das mit der elektrischen Bluetooth-Zahnbürste ist natürlich ein besonders schwieriger Fall, die Zahnbürte unterhält sich nett mit meinem "Smartphone", mein "Smartphone" plappert mit meiner Krankenversicherung und der Zahnzusatzversicherung, diese schicken mit dann gaaaanz persönliche Versicherungsangebote mit denen ich mich dann Reichsparen kann um mir die neueste, verbesserte, Bluetooth-Zahnbürste zu kaufen, und ein neues, besseres Smartphone, auf Facebook kann dann jeder auf der Welt nachverfolgen ob die Zähne ordentlich geputzt sind, ich zufrieden mit Krankenversicherung und Zahnzusatzversicherung bin .....(http://www.smilies.4-user.de/include/Sonstige/smilie_sonst_007.gif) (http://www.smilies.4-user.de)

Gott sei Dank haben Sklaven und verhungernde kein Smartphone um uns zu belästigen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 10:17:33 Di. 01.November 2016
Genau

Uns wurde Jahrzehntelang eingetrichtet, dass Wachstum u.ä. das Maß aller Dinge sei.

Vorallem Deutsche glauben dies weiterhin. Der Glaube versetzt bei uns Berge. Da kann man mit Infos über die Realität wenig überzeugen.


Hoffnung: Durch ständiges Wiederholen der Fakten kommt es vllt. endlich an. Was machen aber viele Deutsche, wenn sie aufwachen?
Wählen AfD (die genauso weiter machen will, wie bisher, aber in Nazi-Manier) oder machen bei PEGIDA mit.
Was das sinnvollste wäre (die Linke) zu wählen, denken sie nicht. Daran müssen wir arbeiten.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 10:41:16 Di. 01.November 2016
Dass die Deutschen die LINKE nicht wählen ist auch Ergebnis des Antikommunismus in Deutschland.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:33:08 Di. 01.November 2016
Zitat
Dass die Deutschen die LINKE nicht wählen ist auch Ergebnis des Antikommunismus in Deutschland.
Zum Teil ja, aber zum Teil ist die Partei an den Wahlergebnissen auch selber schuld!
Die Linke überlegt allen ernstes an einer "rot rot grünen"- Regierung unter Bundeskanzler TTIP- Gabriel teilzunehmen!
Und damit sind wir auch schon bei einem grundsätzlichen Problem:
Jeder der glaubt, das es reicht, alle vier Jahre ein Kreuz bei einer Partei zu machen und sich dann zurückzulehnen und zu denken, das die es jetzt ja schon machen werden, hat das Grundprinzip der Politik nicht verstanden!
Es wird sich nie etwas ändern, wenn wir nicht bereit sind, selber politisch zu handeln! Dafür braucht man keine Parteien!
Dafür muss man nur den Arsch vom Sofa heben und vor die Haustür gehen.....
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 19:52:31 Di. 01.November 2016

Es wird sich nie etwas ändern, wenn wir nicht bereit sind, selber politisch zu handeln! Dafür braucht man keine Parteien!
Dafür muss man nur den Arsch vom Sofa heben und vor die Haustür gehen.....
Genau
Es ist doch so, dass wir der eigentliche Chef sind. Die Politiker sind unsere Angestellten. Das muß uns wieder bewußt werden.

Wir müssen diese Politiker "leiten".
Wie sehr diese sich nach dem Volk richten, sieht man bei den Standprioretten von MERKLINa und Drehhofer bei der z.B. Energiewende.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:51:45 Di. 08.November 2016
Monsterstreik bei Amazon

Die Beschäftigten des US-amerikanischen Versandhändlers Amazon sind Halloween erneut im Streik. Arbeitsniederlegungen finden in Rheinberg und Werne (NRW), Graben (Bayern), Bad Hersfeld (Hessen) sowie Koblenz (Rheinland-Pfalz) statt.
http://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++c8da5748-9f35-11e6-97c4-525400940f89 (http://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++c8da5748-9f35-11e6-97c4-525400940f89)
Anmerkung:
Die Streiks bei Amazon sind was in Deutschland Einmaliges: Nicht nur, daß die KollegInnen seit über drei Jahren immer wieder streiken. Nicht nur, daß sie pro Jahr 30 bis 50 Tage streiken. Nicht nur, daß sie sich das Recht gegenüber ihrer Gewerkschaft erkämpft haben, die Streiktage selbst zu bestimmen. Sie wissen auch, daß der Streik auf Dauer, Jahre oder Jahrzehnte angelegt ist!


Amazon-Belegschaften ändern ihre Streiktaktik

«Es fängt immer mit einem selber an» Gespräch von Violetta Bock (soz) mit Christian Krähling

Die Auseinandersetzung ist ein Beispiel für Widerstand gegen prekäre Arbeitsbedingungen in Großbetrieben. Doch der Kampf, der fast alle Standorte in Deutschland ergriffen hat, kommt nicht von ungefähr. Er ist Ergebnis eines langen Prozesses, in dem Beschäftigte begannen, sich zusammenzuschließen und Strategien zu erproben.
http://www.sozonline.de/2016/11/amazon-belegschaften-aendern-ihre-streiktaktik/ (http://www.sozonline.de/2016/11/amazon-belegschaften-aendern-ihre-streiktaktik/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:07:08 Sa. 26.November 2016
Zitat
Amazon:
Beschäftigte streiken am Black Friday

Am Black Friday geht der Arbeitskampf bei Amazon weiter. Amazon-Beschäftigte streiken den ganzen Tag an vier Standorten. Sie hoffen auf einen ähnlichen Erfolg wie beim Streik vor ein paar Wochen.


Verdi will Amazon zum Einlenken bewegen und hat Amazon-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Das Onlinekaufhaus hat am 25. November 2016 an vier deutschen Standorten gestreikt. Damit soll Amazon zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag bewegt werden.

Weitere Streiks angedroht

Amazon-Beschäftigte in Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen sowie in Graben bei Augsburg und Leipzig legten nach Angaben von Amazon und der Gewerkschaft Verdi die Arbeit nieder. Die Aktion fand am Rabatt-Aktionstag Black Friday statt, an dem der Versandhändler mit einem erhöhten Auftragsvolumen rechnet.

"Die Beschäftigten nehmen nicht hin, dass Amazon grundsätzlich einen Tarifvertrag verweigert", sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Wenn das Onlinekaufhaus seine Haltung nicht ändere, werde es im Weihnachtsgeschäft zu weiteren Streiks kommen.

Amazon lehnt Verhandlungen ab

Eine Amazon-Sprecherin sagte, dass die Kunden trotz der Arbeitsniederlegungen weiterhin mit einer pünktlichen Lieferung rechnen könnten. Das Unternehmen zahle mindestens 10,30 Euro Stundenlohn. Das Onlinekaufhaus lehnt Verhandlungen über einen Tarifvertrag ab. "Klar ist, Amazon und Verdi passen nicht zusammen", so die Sprecherin.

Amazon verfügt in Deutschland über neun Logistikzentren und ist dabei, weitere zu errichten. Die Gewerkschaft Verdi verlangt einen Tarifvertrag und organisiert deshalb seit 2013 immer wieder Streiks in Amazons Logistikzentren.

Streiks brachten Erfolg

Aufgrund der Streiks hat Amazon rückwirkend zum 1. September 2016 an allen deutschen Standorten die Löhne zwischen 2,1 und 3,75 Prozent angepasst. Der Basislohn liege nun bei umgerechnet 10,30 Euro brutto pro Stunde und höher.

Der letzte große Streik fand am 31. Oktober und 1. November 2016 statt. Amazon wurde fast bundesweit bestreikt, etwa 1.500 Beschäftigte hatten ihre Arbeit an fünf Standorten niederlegt. Verdi habe bewusst zwei Tage für die Streiks gewählt, die jeweils in einigen Bundesländern Feiertage waren und ein entsprechend hohes Bestellvolumen erwarten ließen. Am 31. Oktober war in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Feiertag und am 1. November wurde in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland Allerheiligen gefeiert.
http://www.golem.de/news/amazon-beschaeftigte-streiken-am-black-friday-1611-124707.html (http://www.golem.de/news/amazon-beschaeftigte-streiken-am-black-friday-1611-124707.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 21:12:30 Sa. 26.November 2016
Das Problem ist, dass immer nur ein Bruchteil der Belegschaft streikt. Das fällt am Ende nicht wirklich auf.
Wenn es gelingen würde, drei, vier (oder mehr) Logistikzentren komplett "abzuschalten", und das über mehrere Tage oder gar Wochen, dann könnte das was bringen.
Aber dafür hat Amazon die Belegschaft zu sehr aufgesplittet.  poo
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 17:33:24 Sa. 03.Dezember 2016
Hi Dago,
ich komme zu einem umgekehrten Schluß. Natürlich würde ich lieber sehen, daß die Mehrheit der Beschäftigten einfach den Laden lahmlegt, doch die Streikbewegung halte ich für optimistischstimmend. AMAZON ist als US Konzern radikal gewerkschaftsfeindlich. Und prekär Beschäftigte gelten als kaum organisierbar. Aber die Unionbuster scheitern und die unangekündigten Nadelstrichstreiks sind nicht zu stoppen. Das ist bei dem weltweit operierenden Konzern ohne Beispiel.

Ich habe mich vor 2 Wochen mit ein paar Amazon Beschäftigten getroffen. Ihnen ist es gelungen, als ein paar vereinzelte Aktivisten immer mehr Kollegen mitreißen können. Ich glaube, es gibt keinen Betrieb in Deutschland, in dem so viel gestreikt wird, wie bei Amazon in Bad Hersfeld. Um die 30 Tage im Jahr. Und sie haben sich auf eine jahrelange Auseinandersetzung eingestellt. Sie organisieren sich und kämpfen auf eine für Deutschland ungewöhnliche Art und Weise. Sie arbeiten mit politischen Unterstützern und Aktivisten zusammen, bewegen sich relativ gewerkschaftsunabhängig (auch wenn sie bei Verdi organisiert sind) und haben sich grenzüberschreitend vernetzt.

Ich werde versuchen, demnächst etwas mehr zu berichten. 
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 20:36:30 Sa. 03.Dezember 2016
Aber die Unionbuster scheitern und die unangekündigten Nadelstrichstreiks sind nicht zu stoppen. Das ist bei dem weltweit operierenden Konzern ohne Beispiel.
Ist schon richtig.
Aber solange die Streiks sich nicht (für den Kunden) spürbar auf die Lieferzeiten auswirken, sind sie für Amazon allenfalls lästig, aber kein Grund zum Nachgeben.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 20:48:21 Sa. 03.Dezember 2016
Aber solange die Streiks sich nicht (für den Kunden) spürbar auf die Lieferzeiten auswirken, sind sie für Amazon allenfalls lästig, aber kein Grund zum Nachgeben.

Du täuscht dich. Es wurden bereits viele Verbesserungen durchgesetzt. Sogar welche, die die amerikanische Konzernführung kategorisch ausgeschlossen hat. Und daß die Streiks keine spürbaren Auswirkungen auf die Lieferzeiten haben, ist auch Konzernpropaganda und entspricht nicht der Realität. Der Kampf ist weitaus spannender, als Konzern oder Medien je zugeben würden.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:44:05 Mo. 05.Dezember 2016
Zitat
Mehr Lohn:
Erstmals drei Tage Streik bei Amazon

Erstmals in diesem Jahr sind die Arbeiter bei Amazon drei Tage hintereinander im Streik. Statt "verspäteter Lieferungen und kostenträchtiger Auslagerungen" raten die Aktiven zu einem Tarifvertrag, der ihnen mehr Lohn bringt.


Der seit dem 25. November anhaltende Streik bei Amazon in Rheinberg und Werne wird am dritten Tag fortgesetzt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 28. November 2016 bekannt. "Nach der ermutigenden Streikbeteiligung am Black Friday und am Samstag streiken wir erstmals in diesem Jahr drei Tage hintereinander. Unverhoffte Arbeitsniederlegungen sorgen für verspätete Lieferungen und kostenträchtige Auslagerungen. Ein Tarifvertrag für die Beschäftigten wäre auf Dauer günstiger als ständige Ausfälle durch Streiks", sagte die Verdi-Fachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer.

Die Lagerarbeiter und ihre Gewerkschaft wollen mit den Arbeitsniederlegungen Verhandlungen über den Einzelhandels-Tarifvertrag NRW durchsetzen. Amazon lehnt eine tarifliche Bindung für die Beschäftigten ab. Nach jahrelangen Streiks habe der Konzern "einzelne Zugeständnisse gemacht, Verhandlungen aber weiter abgelehnt". Zimmer kündigte für die Vorweihnachtszeit weitere Streikaktivitäten bei Amazon an.

Amazon-Sprecherin bestreitet Reaktion auf jahrelange Streikbewegung

Amazon behauptet dagegen, dass die Anpassung der Löhne nicht aufgrund des Streiks erfolgt sei. Unternehmenssprecherin Anette Nachbar betonte in einer E-Mail an Golem.de: "Wir führen jährlich an allen Standorten weltweit Lohnüberprüfungsprozesse durch."

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub.
http://www.golem.de/news/mehr-lohn-erstmals-drei-tage-streik-bei-amazon-1611-124735.html (http://www.golem.de/news/mehr-lohn-erstmals-drei-tage-streik-bei-amazon-1611-124735.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:36:08 So. 11.Dezember 2016
Ausnahmsweise mal aus der Bild:

7.12.16:
Zitat
Amazon absurd!
Drinnen Party, draußen Streik


Leipzig – Seit fast vier (!) Jahren wird bei Amazon immer wieder gestreikt. Laut Gewerkschaft Ver.di traten am Mittwoch erneut 400 Beschäftigte in den Ausstand.
(http://bilder.bild.de/fotos-skaliert/amazon-chef-dietmar-juengling-in-goldener-glitzerhose-200206368-49214596/2,w=649,q=high,c=0.bild.jpg)
In goldener Glitzerhose eröffnet Leipzigs Amazon-Chef Dietmar Jüngling (55) das Konzert

AMAZON ABSURD!

Nach BILD-Informationen hat sich der Online-Versandriese die beiden je 30 Minuten langen Auftritte des erfolgreichen DJ-Duos („Unter meiner Haut“, „Ich & Du“) eine mittlere vierstellige Summe kosten lassen. Amazon-Chef Dietmar Jüngling (55): „Wir haben mit viel Herzblut diesen Tag geplant.“ Drinnen Party, draußen Streik? Jüngling: „Das ist eine emotionale Sache, wo man sich fragt, wie passt das zusammen?“


Seit Beginn der Streiks im Frühjahr 2013 hat Amazon bereits einem Weihnachtsgeld von 400 Euro zugestimmt. Der Brutto-Stundenlohn im zweiten Beschäftigungsjahr wurde auf 11,30 Euro angehoben. Zuletzt wurden 1,2 Mio. Euro in eine neue Förder- und Sortieranlage investiert, die den „Pickern“ lange Wege erspart.

„Das ist aber das, was den Menschen Sicherheit gibt“, sagt Streikleiter Thomas Schneider (51). Da reiche auch so ein teures Kulturprogramm nicht. „Amazon könnte aber an anderer Stelle sparen. Denn Streikbrecher sollen nun sogar für jeden Tag, den sie vom 9. bis 22. Dezember arbeiten, 10 Euro Bonus bekommen, nach zehn Arbeitstagen weitere 100 Euro extra“, sagt Schneider. „Diese 700000 Euro müsste Amazon wirklich nicht ausgeben, wenn sie einem Tarifabschluss zustimmen würden. Dann könnten wir nämlich alle zusammen feiern...“

Bisher hat übrigens noch keiner der Streiks zu nennenswerten Lieferverzögerungen bei Amazon geführt.
http://www.bild.de/regional/leipzig/amazon/drinnen-party-draussen-streik-49212922.bild.html (http://www.bild.de/regional/leipzig/amazon/drinnen-party-draussen-streik-49212922.bild.html)

Ich findes es schon erstaunlich, daß dieser doch soooo unbedeutende Streik bei Bild auftaucht. Es werden sogar die bisherigen Streikerfolge (Erhöhung des Stundenlohns, Weihnachtsgeld [wurde vom US Managemant als No Go bezeichnet] und Wegersparnis eines Teils der Beschäftigten) und am Ende gibt es den Standardspruch keine "nennenswerten Lieferverzögerungen ". Damit wird bereits zugegeben, daß es Lieferverzögerungen gibt, nur möchte man die Deutungshoheit darüber behalten, was "nennenswert" ist.


Der MDR zu dem gleichen Ereignis:
Zitat
Leipzig Amazon-Mitarbeiter streiken für Tarifvertrag

Aktuell läuft bei Amazon das Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren. Um dem Ansturm an Bestellungen gerecht zu werden, hat das Unternehmen 1.800 Aushilfen für die kommenden Wochen eingestellt. "Die Weihnachtszeit ist für Streiks besonders gut geeignet, um auf die Belange der Amazon-Beschäftigten hinzuweisen", sagte Thomas Schneider. Es seien Verzögerungen in der Paketauslieferung möglich, so Verdi.

Seit Jahren kämpft die Gewerkschaft für einen Tarifvertrag bei Amazon nach dem Vorbild, wie er im Einzel- und Versandhandel üblich ist. Amazon betont im Tarifstreit immer wieder, ein guter Arbeitgeber zu sein und vergleichsweise hohe Löhne zu zahlen. Das Unternehmen hatte ab September an allen deutschen Standorten die Löhne zwischen 2,1 und 3,75 Prozent erhöht. Der Basislohn liegt dem Konzern zufolge bei mindestens 10,30 Euro pro Stunde.

Problempunkt Weihnachtsgeld


Am Kampf für den Tarifvertrag hängt auch die Zahlung des Weihnachtsgeldes. Statt der im Versandhandel üblichen rund 1.000 Euro Weihnachtsgeld zahle Amazon nur 400 Euro, kritisiert Verdi. "Außerdem wussten die Kollegen bis Ende November nicht, dass sie überhaupt Weihnachtsgeld erhalten", sagte Streikleiter Thomas Schneider MDR SACHSEN. Er bezeichnete es als "Mini-Weihnachtsgeld" und als eine "milde Gabe".
http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/weihnachtsstreik-bei-amazon-102.html (http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/weihnachtsstreik-bei-amazon-102.html)

10.12.16:
Zitat
Amazon: Streik in Rheinberg und Werne

In Rheinberg und Werne sind Beschäftigte des weltweit größten Online-Kaufhauses Amazon heute (Samstag, 10.12.) wieder zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Mit dem „Adventsstreik“ will die Gewerkschaft ver.di das Weihnachtsgeschäft des Versandhändlers stören. Beim letzten Streik vor zwei Wochen brach in Werne der Verkehr auf der Straße zum Firmengelände zusammen, weil über Stunden keine Anlieferung mehr möglich war. Die LKW stauten sich über mehrere hundert Meter. Mit den Streiks wollen die Beschäftigten den Online-Händler zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zwingen.
https://www.rf-news.de/2016/kw49/10.12.16-amazon-beschaeftigte-streiken-in-rheinberg-und-werne (https://www.rf-news.de/2016/kw49/10.12.16-amazon-beschaeftigte-streiken-in-rheinberg-und-werne)


Zitat
Amazon-Mitarbeiter streiken erneut Störfall im Weihnachtsgeschäft

Wieder legen Mitarbeiter von Amazon die Arbeit nieder, um den Versandriesen zu Tarifverhandlungen zu bewegen. Beide bestreikten Versandzentren liegen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland.


(http://cdn1.spiegel.de/images/image-1082694-860_poster_16x9-dvzk-1082694.jpg)

Mitten im Weihnachtsgeschäft sind Beschäftigte des Online-Versandhauses Amazon an den Standorten Rheinberg und Werne am Samstag in Streik getreten. Damit wollten sie den Konzern "zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zwingen", teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in Düsseldorf mit.

Die Gewerkschaft fordert für die rund zehntausend Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Amazon lehnt Verhandlungen darüber ab. Deswegen kommt es schon seit dem Frühsommer 2013 immer wieder zu Streiks.

Erklärtes Ziel dieses Streiks ist es Ver.di zufolge, das Weihnachtsgeschäft des US-Unternehmens zu stören. Die Beschäftigten wollten die schlechten Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Risiken "nicht widerstandslos ertragen".

Bereits im Oktober streikten rund tausend Angestellte des Unternehmens. Auch in den vergangenen beiden Jahren war das Weihnachtsgeschäft betroffen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-mitarbeiter-streiken-im-weihnachtsgeschaeft-a-1125317.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-mitarbeiter-streiken-im-weihnachtsgeschaeft-a-1125317.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:33:00 So. 11.Dezember 2016
Ergänzende Informationen:

Zitat
Werne:
Adventsstreik bei Amazon brachte Verkehrsstau

Laut Verdi sollen die Streikenden über Stunden die Anlieferung verhindert haben. Eine schottische Zeitung berichtet über Lagerarbeiter bei Amazon, die im Wald in der Nähe des Standortes Dunfermline zelten.


In Rheinberg und Werne haben Amazon-Beschäftigte am Samstag wieder gestreikt. Das gab die Gewerkschaft Verdi bekannt. Beim Streik vor zwei Wochen sei in Werne der Verkehr auf der Straße zum Firmengelände zusammengebrochen, weil über Stunden keine Anlieferung mehr möglich war. Die LKW hätten sich über mehrere hundert Meter gestaut. "Durch so ein Chaos wird auch dem Letzten deutlich, dass Amazon die Streiks eben nicht kompensieren kann", sagte Silke Zimmer, Fachbereichsleiterin für den Handel bei Verdi Nordrhein-Westfalen.

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Die schottische Zeitung The Courier berichtet (https://www.thecourier.co.uk/fp/news/local/fife/325800/exclusive-amazon-workers-sleeping-in-tents-near-dunfermline-site/ (https://www.thecourier.co.uk/fp/news/local/fife/325800/exclusive-amazon-workers-sleeping-in-tents-near-dunfermline-site/) ), dass einige Lagerarbeiter in der Nähe des Standortes Dunfermline trotz der Kälte in Zelten im Wald schlafen, um die Kosten für den Nahverkehr zu sparen. Die Zeitung beruft sich auf einen Beschäftigten und zählte drei Zelte. Amazon beschäftigt 1.500 Festangestellte und 4.000 Zeitarbeiter an dem Standort.
http://www.golem.de/news/werne-adventsstreik-bei-amazon-brachte-verkehrsstau-1612-124999.html (http://www.golem.de/news/werne-adventsstreik-bei-amazon-brachte-verkehrsstau-1612-124999.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:56:13 Di. 13.Dezember 2016
Zitat
„Amazon macht krank“: Streikende marschieren durch Werne

(http://www.wa.de/bilder/2016/12/13/7105839/2097910451-c87420a3-4d70-4b65-b191-920145927a271-Ka7.jpg)
Streikaktion am Dienstagmorgen in der Werner Innenstadt: Nach Gewerkschaftsangaben haben sich mehr als 200 Amazon-Beschäftigte daran beteiligt.


Werne - Der seit Jahren andauernde Kampf um einen Tarifvertrag hat Amazon-Beschäftigte am Dienstag in Wernes Innenstadt geführt. Am dritten Streiktag in Folge zogen laut Verdi mehr als 200 Ausständler vom Logistikzentrum zur Steinstraße.

Dort informierten sie Passanten über ihre Forderung und die ihrer Ansicht nach „schlechten Arbeitsbedingungen“ beim weltgrößten Versandhändler.

Am Morgen hatten sich Mitarbeiter der Früh- und der Spätschicht getroffen. Vom Streiklokal im Wahrbrink zogen sie mit Megaphon und Transparenten los in Richtung Stadtkern – ganz vorn ein Krankenbett samt Puppen-Patient und Beschäftigte im OP-Kittel. An einem Schild die Warnung: „Achtung: Soziale Schieflage“.

Mit ihrer Protestaktion wollten die Beschäftigten vor allem auf den „hohen Krankenstand“ bei Amazon aufmerksam machen, der ihrer Meinung nach Folge eines stetig steigenden Arbeitsdrucks ist. Gewerkschaftssekretär Karten Rupprecht bezifferte ihn mit 15 bis 20 Prozent. „Amazon macht krank“, unterstrich eine der Streikenden.
Amazon: Wie kommt Verdi auf diese Zahlen?

Das Unternehmen teilte auf WA-Anfrage mit, dass man grundsätzlich keine Angaben zum Krankenstand mache. „Daher fragen wir uns auch, wie Verdi auf diese Zahlen kommt“, so Sprecherin Antje Kurz-Möller. Sie betonte, dass Amazon die Gesundheit der Mitarbeiter sehr wichtig sei, man am Standort Werne sogar eine eigene Gesundheitsmanagerin eingestellt habe.

Marc Sven Ueter ist seit 2011 im Betrieb, hat schon etliche Abteilungen durchlaufen. Auch er marschierte am Dienstag mit. Früher sei er ein Streikgegner gewesen, sagte der 32-Jährige. Das habe sich geändert, weil der Druck bei harter körperlicher Arbeit immer weiter steige. „Die klopfen Dir ständig auf die Schulter und verlangen mehr Produktivität“, berichtete er – mit der Folge, dass man kaum noch in den Genuss von Bonuszahlungen für überdurchschnittliche Leistungen kommen könne. „Früher waren das bei mir 80 Euro und mehr im Monat, derzeit gerade mal noch 18, 20.“ Unterm Strich habe man trotz jüngster Stundenlohn-Erhöhung nicht mehr im Portmonee.
Weitere Aktionen im Weihnachtsgeschäft

Laut Rupprecht hatten auch am Montag mehr als 200 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Weil sie teils an exponierter Stelle arbeiteten, werde die Produktion empfindlich gestört, betonte er. Amazon-Sprecherin Kurz-Möller wies dies zurück. Sie spricht von jeweils 80 Streikenden in den Früh- und den Spätschichten. Zwar sei es möglich, dass bei einzelnen Produkten das Lieferversprechen verlängert werden müsse, grundsätzlich aber werde es trotz der Streiks wie immer eingehalten.

Der Streik soll wie geplant am Dienstagabend beendet werden; so hieß es jedenfalls am Mittag. Rupprecht kündigte gleichwohl weitere Aktionen im laufenden Weihnachtsgeschäft an. „Wir wollen auf der positiven Stimmung unter den Streikenden aufbauen“, sagte er. Deren Zahl steige stetig.
http://www.wa.de/lokales/werne/amazon-macht-krank-streikende-marschieren-durch-werne-7105839.html (http://www.wa.de/lokales/werne/amazon-macht-krank-streikende-marschieren-durch-werne-7105839.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:45:37 Fr. 16.Dezember 2016
Amazon-Roboter kämpfen gegen krankmachende Arbeitsbedingungen und für mehr Lohn

(https://rdl.de/sites/default/files/styles/rdl_big/public/images/2016/12/Roboter-Amazon.png?itok=WnmBLurV)

"...vor allen Dingen versuchen auch direkt Schaden anzurichten bei Amazon"

Hörenswertes Radiointerview von Radio Dreyecksland:
https://rdl.de/beitrag/amazon-roboter-k-mpfen-gegen-krankmachende-arbeitsbedingungen-und-f-r-mehr-lohn
"Anhören · 7:17" rechts neben dem Bild klicken.

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:38:43 Mi. 21.Dezember 2016
Zitat
Tödlicher Arbeitsunfall bei Amazon in Werne

Gestern morgen wurde ein 72-jähriger Lastwagenfahrer auf dem Firmengelände von Amazon im nordrhein-westfälischen Werne von einem anderen Lastwagenfahrer überfahren. Wir drücken den Angehörigen und den Kolleg*innen unser tiefstes Mitgefühl aus.


(https://www.klassegegenklasse.org/dateien/Amazon-toedlicher-unfall-890x550.jpg)

Um viertel nach sechs Uhr morgens überquerte gestern ein Lkw-Fahrer eines Zuliefererbetriebs den Weg zum Pförtnerhaus auf dem Firmengelände von Amazon in Werne. Sekunden später war er tot – überrollt von einem Kollegen, der gerade die Einfahrtsschranke durchquerte. Beide hatten die Gefahr der Situation nicht bemerkt, umstehende Mitarbeiter*innen konnten auch durch Warnrufe das Unglück nicht mehr verhindern.
Ersthelfer*innen kamen nicht mehr an den überrollten 72-Jährigen heran. Feuerwehr und Notarzt konnten den Mann aus Gelsenkirchen zwar schnell bergen, aber nur noch seinen Tod feststellen.

Immer, wenn Kolleg*innen sterben, trauern wir um einen der Unsrigen – in diesem Fall um einen 72-Jährigen, der wahrscheinlich aufgrund seiner zu geringen Rente noch weiter Lastwagen fahren musste. War er – oder der 28-jährige Lastwagenfahrer, der den Unfallwagen fuhr – aufgrund langer Fahrten übermüdet und hat die Gefahrensituation deshalb übersehen? Warum musste der 72-Jährige überhaupt noch für die Zuliefererfirma arbeiten? Wir grübeln, ob er ein Opfer der steigenden Altersarmut in Deutschland wurde.

Hinzu kommt: Schon seit Wochen gibt es in Werne Streit um den übermäßigen Lkw-Verkehr rund um das Amazon-Werk. Auch wenn sich die Amazon-Sprecherin gestern beeilte, jede Verbindung mit dem gestrigen Unfall zu dementieren, bleibt ein mulmiges Gefühl. Haben zu hohe Arbeitsbelastung oder Nachlässigkeiten beim Unfallschutz durch den hohen Produktivitätsdruck, mit dem Amazon immer wieder in die Schlagzeilen gerät, zum Unfall beigetragen? Erst am Montag gab es einen Streik in dem Werk in Werne gegen den hohen Krankenstand, der durch den großen Druck bei der Arbeit zustande kommt.

Wir wissen nicht, ob der Unfall hätte verhindert werden können. Wir wissen nur: Jeder tödliche Arbeitsunfall ist einer zu viel. Wir drücken den Angehörigen des Toten und den Kolleg*innen unser tiefstes Mitgefühl aus.
https://www.klassegegenklasse.org/toedlicher-arbeitsunfall-bei-amazon-in-werne/ (https://www.klassegegenklasse.org/toedlicher-arbeitsunfall-bei-amazon-in-werne/)

Zitat
Piloten in den USA wollen nicht für Amazon fliegen

(http://o.aolcdn.com/hss/storage/midas/1aac983c340df4a2202b9faaa89631fb/204718598/Amazon+One.jpg)

Streiks bei Amazon sind in Deutschland ja fast schon Tagesgeschäft. Immer wieder legen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Logistikzentren die Arbeit nieder, um für bessere Bedingungen und höhere Löhne zu kämpfen, zu recht. Das "System Amazon" ist auf Kante geplant, stellt die Zufriedenheit der Kunden in den Mittelpunkt und reizt somit die bestehenden Infrastrukturen bis ins letzte aus. Zu Stoßzeiten, Weihnachten!, ganz besonders.

Dass man sich nicht immer auf alle an dieser Kette beteiligten Unternehmen verlassen kann, weiß man bei Amazon nur zu gut. In den vergangenen Jahren waren Paketdienste wie UPS oder FedEx kurz vor Weihnachten mit der schieren Masse an Paketen schlichtweg überfordert. Amazon arbeitet seitdem daran, einen immer größeren Teil der Logistik selbst zu stemmen, zum Beispiel mit einer eigenen Flugzeugflotte. 40 Frachtmaschinen will Amazon in den kommenden Jahren leasen und von mehreren Gesellschaften fliegen lassen. ABX und Atlas tun dies bereits.

Nun zeichnet sich ein ähnlicher Arbeitskampf ab wie in den deutschen Logistikzentren. Seit dem vergangenen Wochenende läuft in den USA eine Werbekampagne, aufgesetzt von Piloten, die für die Frachtführer tätig sind. Ihre Arbeitgeber, faktisch Subunternehmer von Amazon, hätten sich übernommen bzw. den zu erwartenden Aufwand falsch eingeschätzt. Auf der Webseite canamazondeliver.com werden die Argumente zusammengefasst. Die Aktion startet rund anderthalb Wochen nach einem Vorfall, bei dem einige Piloten von ABX Air auf ihren freien Tagen bestanden, obwohl rund 8.000 Flüge umgehend hätten absolviert werden müssen, um alle Amazon-Aufträge abzuarbeiten.

Die Argumentation ist ganz einfach: Die Fluggesellschaften haben die Anzahl der für Amazon durchzuführenden Flüge unterschätzt, lassen sich jedoch gleichzeitig von ihrem Auftraggeber unter Druck setzen, wollen den Großauftrag nicht verlieren und halsen ihren Piloten somit immer mehr Überstunden auf. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Piloten, weil viele von ihnen sich nach besseren und besser bezahlten Jobs in der Branche umsehen, was kein Problem zu sein scheint. In den USA herrscht Pilotenknappheit.

Amazon hingegen wiegelt ab. In einem Statement gegenüber Recode heißt es, dass man bereist vor mehreren Wochen die Auftragslast unter den unterschiedlichen Vertragspartner neu und gleichmäßig verteilt habe.
http://de.engadget.com/2016/12/19/piloten-in-den-usa-wollen-nicht-fur-amazon-fliegen/ (http://de.engadget.com/2016/12/19/piloten-in-den-usa-wollen-nicht-fur-amazon-fliegen/)

Zitat
ABX Air – a subsidiary of ATSG – for example, is forcing pilots to continuously work during their time off due to company mismanagement. Pilots are stretched thin and regularly missing birthdays, anniversaries, funerals and other important family events. Pilot morale is low.

Many pilots flying for the Prime Air contracted carriers are looking for new jobs. A recent survey of Atlas pilots showed that 65% of respondents are planning to leave for another airline.
http://canamazondeliver.com/ (http://canamazondeliver.com/)

Zitat
Amazon
Verdi meldet Streiks an mehreren Standorten

Kurz vor Weihnachten wird beim Online-Händler Amazon wieder gestreikt.


Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, legten Beschäftigte in den nordrhein-westfälischen Logistikzentren Rheinberg und Werne sowie im bayerischen Graben die Arbeit nieder. Der Standort Koblenz wird bereits seit Montag bestreikt. Die Ausstände sollen den Angaben zufolge bis Heiligabend dauern. Verdi will für die Amazon-Mitarbeiter Tarifverträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Der Konzern orientiert sich bisher am niedrigeren Niveau der Logistikbranche.
http://www.deutschlandfunk.de/amazon-verdi-meldet-streiks-an-mehreren-standorten.447.de.html?drn:news_id=691022 (http://www.deutschlandfunk.de/amazon-verdi-meldet-streiks-an-mehreren-standorten.447.de.html?drn:news_id=691022)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:04:35 Mi. 21.Dezember 2016
Zitat
Vier Standorte:
Durchgehender Weihnachtsstreik bei Amazon


(http://www.golem.de/1612/sp_125181-132215-i_rc.jpg)
Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik

An vier Amazon-Standorten wollen Lagerarbeiter den Streik diesmal bis Weihnachten durchziehen. Der Streik sei für den Onlinehändler teuer.


Beschäftigte bei Amazon sind an den Standorten Rheinberg, Werne und Graben erneut in den Streik getreten. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 21. Dezember 2016 bekannt. Die Arbeitsniederlegungen haben am Morgen begonnen und dauern vorläufig bis einschließlich 24. Dezember 2016 an. Das gilt auch für Koblenz, wo die Beschäftigten bereits seit dem 19. Dezember im Ausstand sind. Bei Amazon existiert kein Tarifvertrag.

"Amazons Behauptung, die Streiks hätten keine Auswirkung, gehört klar ins Reich der Legenden. Der Streik ist teuer für das Unternehmen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Amazon habe Beschäftigte als Streikbrecher in Reserve. Allein in Leipzig seien so im Monat November 2016 rund 7.000 unproduktive Stundenlöhne gezahlt worden, wenn diese Beschäftigten nicht zum Einsatz kamen.

"Die Streiks bedeuten für das Unternehmen ein konkretes Verlustgeschäft und verursachen chaotische Verhältnisse bei der Warenzustellung, auch wenn der Onlinehändler nach außen das Gegenteil behaupten lässt", erklärte Silke Zimmer, Verdi-Fachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen.

Onlinehändler mit 800 Neueinstellungen

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Nach Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel etwa in Sachsen bekämen die Amazon-Mitarbeiter 30 Arbeitstage Urlaub und ein Urlaubsgeld von 1.075 Euro. Weihnachtsgeld in Höhe von 1.013 Euro, eine 38-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub seien in der Branche üblich. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt seit dem Jahr 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub. Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche. Hinzu kommen Bonus, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, ein Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte.

Amazon hat nach eigenen Angaben im Jahr 2016 insgesamt 800 unbefristete Arbeitsplätze in seinen deutschen Niederlassungen geschaffen. Steven Harman, Direktor EU Operations bei Amazon: "Viele unserer unbefristeten Arbeitskräfte haben als Saisonarbeitskräfte angefangen." Mit den bereits angekündigten drei neuen Zentren in Deutschland werde die Stammbelegschaft weiter vergrößert.

Nachtrag vom 21. Dezember 2016, 16:45 Uhr
Verdi zieht eine positive Bilanz des ersten Streiktages bei Amazon in der Weihnachtswoche: "Am heutigen Streik haben sich rund 1.200 Beschäftigte beteiligt", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Amazon-Sprecherin Anette Nachbar betonte: "Das ist weit übertrieben. Weniger als 1.100 Mitarbeiter der Früh- und Spätschicht an insgesamt vier Standorten haben sich beteiligt. Es gibt keinerlei Auswirkungen."
http://www.golem.de/news/werne-durchgehender-weihnachtsstreik-bei-amazon-1612-125181.html (http://www.golem.de/news/werne-durchgehender-weihnachtsstreik-bei-amazon-1612-125181.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 19:50:50 Mi. 21.Dezember 2016
Laut Konzerndarstellung werden an allen Standorten in Deutschland mindestens 10 Euro brutto pro Stunde gezahlt, im Durchschnitt in Deutschland 10,40 Euro brutto pro Stunde bei 38,75 Stunden pro Woche.
Zu wenig, um auf eine halbwegs vernünftige Rente zu kommen.  poo
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:06:43 Fr. 23.Dezember 2016
Zitat
Verdi weitet Weihnachtsstreik bei Amazon aus

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ihren Streik beim Online-Versandhändler Amazon ausgeweitet.


Seit heute werde auch in den Verteilzentren in Leipzig und im hessischen Bad Hersfeld gestreikt, teilte die Gewerkschaft mit. Die Ausstände würden bis einschließlich Heiligabend fortgesetzt. Bereits am Mittwoch hatten Arbeitsniederlegungen in den nordrhein-westfälischen Logistikzentren Rheinberg und Werne sowie im bayerischen Graben begonnen, seit Montag wird schon in Koblenz gestreikt. - Verdi will Amazon zum Abschluss eines Tarifvertrags bewegen. Seit vier Jahren kommt es bei Amazon vor allem während des Weihnachtsgeschäfts immer wieder zu Arbeitsniederlegungen.
http://www.deutschlandfunk.de/gewerkschaft-verdi-weitet-weihnachtsstreik-bei-amazon-aus.447.de.html?drn:news_id=691752 (http://www.deutschlandfunk.de/gewerkschaft-verdi-weitet-weihnachtsstreik-bei-amazon-aus.447.de.html?drn:news_id=691752)

Zitat
Weihnachtsstreik bei Amazon
Streik am laufenden Band


(http://www.fr-online.de/image/view/2016/11/22/35032172,39129039,dmFlashTeaserRes,Aufmacher_db004.jpg)
Hand- und Fußarbeit: Mitarbeiter von Amazon in Deutschland tragen Bestellungen zusammen.

Im Dauerkonflikt bei Amazon wird erneut die Arbeit niedergelegt. Seit Frühjahr 2014 kämpfen die modernen Weihnachtswichtel um eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel. Drei Beschäftigte erzählen von ihrem Alltag.

Puppen, Smartphones, Fußbälle, Kosmetika, Brettspiele, Romane oder Flachbildfernseher – die Gaben unter den Weihnachtsbäumen werden wieder vielfältig sein. Viele von ihnen liefert Amazon. Bei dem US-Versandhändler herrscht in diesen Tagen Hochbetrieb. Rund 13 000 Saisonkräfte und mehr als 11 000 Versandmitarbeiter bietet das Unternehmen auf. Hektische Zeiten. Wenn nicht gerade gestreikt wird – wie aktuell an den Standorten Koblenz, Graben, Rheinberg, Werne und ab heute in Bad Hersfeld. Denn die modernen Weihnachtswichtel kämpfen seit dem Frühjahr 2013 um eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel. Kein anderer Tarifkonflikt ist älter. Das Ende? Nicht absehbar.

Drei Beschäftigte haben der FR erzählt, wie sie den Arbeitsalltag und den Tarifkonflikt erleben, und warum sie glauben, dass sie erfolgreicher sind, als man von außen bisweilen denkt. Denn das Management hat bisher cool reagiert. „Das Glatteis bereitet uns jedes Jahr weitaus mehr Kopfzerbrechen als die Verdi-Aktionen“, sagte Amazon-Manager Ralf Kleber im Herbst vor einem Jahr.


JUDITH MEIER
*: Ich sehe es nicht so, dass die Streiks die nicht jucken. Es ist schon ein Thema.

CHRISTIAN KRÄHLING: Wenn 500, 600 Leute fehlen, haben sie natürlich Probleme da drin. Das versucht man durch interne Personalverschiebungen zu lösen. Hinzu kommt, dass Bestellungen zwischen den Versandzentren verschoben werden. Wann das nicht mehr funktionieren wird, kann man nicht genau sagen, aber ich habe den Eindruck, wir kommen dem Punkt näher. Denn je mehr drinnen fehlen, desto mehr Stress ist das für den Rest, der weiterarbeitet. Und der sagt sich irgendwann auch: Warum soll ich mir das weiter antun?

Ganz egal kann dem Management die Unruhe tatsächlich nicht sein. Die Beschäftigten haben jedenfalls einige Erfolge vorzuweisen, die von der Öffentlichkeit bisweilen übersehen werden.

CHRISTIAN KRÄHLING: Die haben ganz viele Programme gestartet. Da gab es plötzlich kostenlosen Kaffee. Seit wir streiken, sind die Löhne deutlich gestiegen. Es gibt Weihnachtsgeld, wo man vorher gesagt hat, das wäre bei Amazon nicht möglich, weil das US-Management das mit dem Weihnachtsgeld nicht verstehen würde. Und es hängt im Grunde an jeder Ecke ein Poster, auf dem steht, wie schön doch der Arbeitsplatz sei und was es für tolle Vergünstigungen gebe. Wir haben mittlerweile zwei Zeitungen, die Amazon herausgibt, wo ganz stark auf unsere Anliegen eingegangen wird.

JENS BRUMMA
: Wir bekommen jetzt Plastikchips. Davon kann man irgendwelche lustigen Produkte kaufen. So Sonnenbrillen mit Amazon-Logo drauf, oder eine Power-Bank fürs Handy mit Amazon-Logo drauf.

CHRISTIAN KRÄHLING:
In letzter Zeit haben wir den Eindruck, dass die Geschäftsführung aggressiver auf uns reagiert. Früher war man eher freundlich und hat uns mehr oder weniger ignoriert. Jetzt geht man forscher auf uns zu. Der Ton wurde bei den letzten Streiks schon etwas bestimmter, was man so gar nicht gewohnt ist. Bei Amazon wird – so nehme ich das wahr – ja mit einem gesprochen wie mit einem Kindergartenkind. Also: Bind Dir immer schön deine Schuh’ und halte dich am Handlauf fest, damit Du nicht hinfällst. Wir wollen ja, dass dir nichts passiert. Und: Guck doch, wie schön hier alles ist.

Der Umgangston, Krähling ist nicht der Einzige, der davon genervt ist. In einer von Verdi durchgeführten Wandzeitungsbefragung wurde neben hohem Arbeitsstress am häufigsten die als respektlos empfundene Behandlung durch Vorgesetzte beklagt.

JENS BRUMMA: Dass man gefühlt wie ein Kind behandelt wird, ist das, was mich persönlich am meisten nervt. Dass man einfach nicht als erwachsener Mensch respektiert wird. Man wird eher behandelt wie jemand, der noch nie gearbeitet und seinen ersten Arbeitskontakt überhaupt erst bei Amazon hat. Es ist unglaublich. Es geht mir auch gar nicht so sehr ums Geld. Das geht voll an mir vorbei. Es geht einfach nur um den Umgang.

Das Unternehmen betont, wie sehr man sich um die Mitarbeiter kümmere. In der Außendarstellung menschelt es stark. Und wie sieht es von innen aus?

JENS BRUMMA: Ich kenne grundsätzlich schon die Leute, die mit mir arbeiten. Ich kenne sie aber häufig nicht mit dem Namen, weil man den Kontakt gar nicht hat. Man sieht sich immer wieder und grüßt sich natürlich auch. Dadurch, dass wir uns nur mit Vornamen ansprechen, wenn überhaupt, entstehen absurde Situationen. Wenn jemand zum Beispiel etwas geklaut hat, kann man den nicht identifizieren. Viel geredet wird aber nicht. Wenn man jetzt zum Beispiel die Packstationen nimmt, dann stehen die Leute da in einer Reihe, direkt nebeneinander. Die Leute, die sich dort unterhalten, die unterhalten sich meist mit dem Kopf nach vorne, mit dem Blick auf ihre Arbeit und schauen nur ganz selten mal kurz rüber. Denn an den Kopfenden der Reihen laufen die Vorgesetzten vorbei und gucken und gucken und gucken. Und die raunzen einen dann auch mal an: Arbeite mal! Ob man während des Redens arbeitet oder nicht, ist dabei egal. Es soll wohl grundsätzlich nicht geredet werden. Es ist schon vorgekommen, dass jemand Hilfe brauchte, zum Beispiel wie man etwas richtig einpackt, das ist manchmal nicht so einfach. Dann erklärt man ihm, dass zum Beispiel Festplatten nicht ohne Zusatzverpackung verschickt werden dürfen. Dann kommt jemand an und sagt: He! Nicht labern!

Im August besuchte der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, Amazon. Er erklärte die Amazon-Beschäftigten zu Vorkämpfern der deutschen Arbeitnehmerbewegung. Denn der US-Versandhändler stehe symptomatisch für den Versuch vieler Unternehmen in Deutschland, sich aus der Sozialpartnerschaft zu verabschieden. Das Unternehmen wende Methoden an, mit denen „Beschäftigte zu Maschinen degradiert werden“. Der Krankenstand sei „riesig hoch“. Das Unternehmen macht dazu keine Angaben, weist aber daraufhin, dass man im Frühjahr 2016 das Gesundheitsjahr gestartet habe und insbesondere auf Prävention setze. Gewerkschafter beklagen dennoch, dass der Stress zu hoch sei.

JENS BRUMMA: Die Beschäftigten werden von Anfang an ermahnt, Qualität zu liefern. Denkt daran, immer wenn ihr etwas in die Hand nehmt, gehört das bereits dem Kunden, heißt es dann. Nichts was defekt ist, in Umlauf bringen. Wenn man dann bei der Arbeit ist, dann geht es plötzlich los: Zahlen machen, Zahlen machen, Zahlen machen. Dann fangen die ersten Saisonkräfte an, Fehler zu machen, weil sie die Hoffnung haben, dass sie übernommen werden, wenn sie richtig schnell sind. Da spielt die Qualität aus meiner Sicht keine Rolle mehr.

An dem Arbeitskampf beteiligen sich aber bei weitem nicht alle Beschäftigten. Manche halten ihn für falsch, finden, dass es gar nicht so schlecht sei bei Amazon: In einer Werbekampagne des Versandriesen loben gut drei Dutzend Beschäftigte ihren Arbeitgeber in den höchsten Tönen zum Beispiel für Mitmenschlichkeit, Fairness und dafür, dass er ihnen eine Chance gegeben hat. Anderen Beschäftigten sind die Verdi-Aktionen schlicht egal.

(http://www.fr-online.de/image/view/2016/11/22/35032176,39129064,highRes,Amazon+f%25C3%25BCr+db002.jpg)
Die Gewerkschaft Verdi versucht mit Streiks, den Tarifvertrag des Einzelhandels durchzusetzen.

CHRISTIAN KRÄHLING: Wir registrieren, dass viele Leute sagen: Naja, woanders ist es ja noch schlechter. Wenn man sich hier in der Region umschaut, haben sie ja noch nicht einmal unrecht. Also ich selber kam ja aus der Leiharbeit und da herrschten Bedingungen, da würde man sagen: Wenn man das 19. Jahrhundert nochmal erleben will, muss man das mal versuchen. Da müsste man sich wehren. Aber das, was in den Medien so konsumiert wird, führt ja nicht dazu, dass die Leute sich mit ihren Problemen beschäftigen.

JENS BRUMMA: Es gibt Kollegen, die haben einen Partner, der besser verdient. Die verdienen im Prinzip nur das Urlaubsgeld dazu. Denen ist es wirklich egal, was da jetzt passiert. Die gehen an die Arbeit, schalten den Kopf aus, und fahren wieder nach Hause.

JUDITH MEIER: Es gibt ja auch Aussagen von Kollegen, die nicht an den Streiks beteiligt sind, die sagen: Wir unterstützen euch, indem wir langsamer arbeiten. Die haben Angst um ihre Arbeit.

Viele Menschen sind auf ihren Job bei Amazon angewiesen. Denn egal, wie gut oder schlecht die Arbeitsbedingungen sind, meist gibt es außer der Arbeitslosigkeit keine andere Option.

JENS BRUMMA: Es fehlt die Alternative, ganz schlicht und einfach. Ich bin gelernter Einzelhandelskaufmann. Da steckt auch irgendwo das Problem drin. Ich finde hier in der Gegend absolut keinen Job, gerade in meinem Bereich, ich war für Hifi-Elektronik zuständig gewesen. Wenn ich mich hier irgendwo bewerbe, kriege ich grundsätzlich Absagen. Das liegt hauptsächlich daran, dass nur noch 450-Euro-Leute eingestellt werden, davon dann lieber drei als einen fest. Und das ist eindeutig ein Zeichen dafür, dass Amazon den Märkten das Geschäft abgräbt. Amazon facht den Preiskrieg mit Euronics und den kleinen Läden an. Das tut mir in der Seele weh. Denn ich würde sehr, sehr gerne wieder in meinem gelernten Job arbeiten. Aber das ist mir nicht möglich. Und dann arbeite ich ausgerechnet noch bei dem, der es verhindert.

Von Jahr zu Jahr wird die Paketflut größer. Immer mehr Verbraucher bestellen bequem vom Sofa Waren per Mausklick im Internet. Nach Zahlen des Handelsverbandes Deutschland legt der elektronische Handel jedes Jahr zu. Von den 91 Milliarden Euro, die der gesamte Handel im November und Dezember 2016 wohl umsetzen wird, dürften demnach über zwölf Milliarden Euro in die Kassen der Online-Händler fließen. Tendenz weiter steigend. Damit aber verliert der Einzelhandelstarifvertrag immer stärker an Bedeutung, wenn es nicht gelingt, ihn auf den Onlinehandel zu übertragen. Amazon orientiert sich zum Beispiel am günstigeren Tarifvertrag für die Logistikbranche.

Zitat
Schon gewusst?

Amazon hat bundesweit neun Logistikstandorte. Dazu gehören Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne, Koblenz, Pforzheim, Brieselang. Mit Dortmund, dem rheinland-pfälzischen Frankenthal und Winsen bei Hamburg sollen neue Zentren hinzukommen. Mit dem Standort Bad Hersfeld ist Amazon 1999 mit dem Versand von Büchern, CDs und Kleinelektronik in Deutschland gestartet. Seit 2007 gibt es dort zwei Versandzentren. Im neueren wird der Versand von Kleidung und Schuhen abgewickelt.Die Streikbewegung ging ebenfalls von Bad Hersfeld aus. Seit 2011 mobilisiert die Gewerkschaft Verdi dort Mitglieder. Im Jahr 2012 wurde eine Tarifkommission gebildet, 2014 ein 25-köpfiger Betriebsrat gewählt. Die Mitarbeiterzahlen von Amazon in Deutschland sind schwer zu erfassen, da sie jahreszeitlich stark schwanken. Das Unternehmen selbst weist mehr als 11 000 festangestellte Versandmitarbeiter in Deutschland aus.

Mitarbeiter

Der Basislohn liegt laut Amazon in allen deutschen Versandzentren umgerechnet bei mindestens 10,30 Euro pro Stunde, im Durchschnitt sollen die Löhne 10,60 Euro betragen. Saisonkräfte bekommen demnach den gleichen Basislohn wie Festangestellte und erhalten dieselben Zusatzleistungen und Zuschläge. Inklusive Mitarbeiteraktien, Boni und Jahressonderzahlung soll ein festangestellter Mitarbeiter nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit auf durchschnittlich 2483 Euro brutto im Monat kommen. Außerdem gebe es Leistungen wie Lebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung, Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung und Mitarbeiterrabatte. Eine Amazon-Sprecherin erklärt: „Wir zahlen am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Jobs üblich ist.“ Außerdem investiere Amazon viel in die berufliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter. Mit dem „Career-Choice“-Programm fördere das Unternehmen mit bis zu 8000 Euro je Mitarbeiter die Aus- und Weiterbildung zum Traumjob – unabhängig davon, ob die Maßnahme für die Arbeit bei Amazon relevant sei. Außerdem tue man „viel für die Gesundheit unserer Mitarbeiter“. Man glaube, dass man auch ohne Tarifverträge ein guter Arbeitgeber sein könne und dass Verdi und Amazon einfach nicht zusammenpassten. Die Forderung der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit lautet, dass Amazon die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen solle. Das lehnt Amazon ab. Die Vergütung soll sich stattdessen an der Bezahlung in der Logistikbranche orientieren.


JENS BRUMMA:
Es heißt immer Logistik, Logistik, Logistik. Und dass wir bei Amazon ohnehin nur Päckchen packen. Das stimmt aus meiner Sicht nicht. Wir sind keine Päckchen-Schubser. Wir müssen Geschenke einpacken. Wir haben Qualitätsstandards. Wir müssen die Ware prüfen, bevor sie rausgeht. Dazu gibt es auch Schulungen. Vieles von dem, was ich im Einzelhandel gemacht habe, mache ich auch hier.

Die zermürbende Auseinandersetzung wird weitergehen. Es scheint bisweilen ein aussichtsloser Kampf zu sein. Doch die Beschäftigten beweisen erstaunliches Durchhaltevermögen, auch wenn es Zweifel gibt.

JUDITH MEIER: Es ist sehr, sehr schwierig, den Amis etwas zu verklickern. Wenn es nach dem deutschen Amazon-Management ginge, hätte ich die Hoffnung, dass wir schneller Erfolg hätten.

CHRISTIAN KRÄHLING:
Ich bin da zuversichtlicher. Als wir angefangen haben, wusste hier kein Mensch, was eine Gewerkschaft ist. Der Betriebsrat hat zwar existiert, aber der wurde nicht groß wahrgenommen. Wir haben eine sehr positive Entwicklung seither. Es gibt Gewerkschaftsmitglieder im vierstelligen Bereich, wo sich sehr viele auch aktiv engagieren – auch über den langen Zeitraum. Von daher bin ich ganz zuversichtlich. Wir brauchen Ausdauer. Aber es ist klar, dass wenn man sich auf zehn Jahre Konflikt oder mehr einstellt, nicht die ganze Zeit streiken kann. Es zehrt natürlich schon an den Nerven, das ist anstrengend für alle Beteiligten. Aber bei einem Fußballspiel laufe ich ja auch nicht 90 Minuten Vollgas.

Was sagt Amazon zum Tarifstreit und den Schilderungen der Mitarbeiter? Auf rund 20 Fragen der Frankfurter Rundschau ist der Konzern nicht im Einzelnen eingegangen. Eine Sprecherin sendete aber Infomaterial und betonte, dass man sich um die Mitarbeiter kümmere und attraktive Arbeitskonditionen biete.

*Der Name der Mitarbeiterin wurde von der Redaktion geändert.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/weihnachtsstreik-bei-amazon-streik-am-laufenden-band,1472780,35032144.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/weihnachtsstreik-bei-amazon-streik-am-laufenden-band,1472780,35032144.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:56:51 So. 01.Januar 2017
Zitat
Verdi verlängert Streik bei Amazon

Der Streik bei Amazon in Graben im Landkreis Augsburg wird verlängert. Laut der Gewerkschaft Verdi wird der Streik bis zum Silvestertag ausgeweitet. Schon zu Weihnachten hatte die Gewerkschaft dazu aufgerufen, die Arbeit niederzulegen.


Ver.di will mit dem erneuten Streik "für existenzsichernde Tarifverträge und Lohnerhöhung" kämpfen, erklärte Gewerkschaftssprecher Thomas Gürlebeck. In der Streikversammlung sei beschlossen worden, den Streik bis zum Silvestertag (31.Dezember) auszuweiten.

Aushiflskräfte

Nur um gegen die Streiks gerüstet zu sein, habe Amazon weit über 1.000 Aushilfen eingestellt - mit dem Ergebnis, dass sich die Beschäftigten gegenseitig im Weg gestanden hätten, so Gürlebeck. Nach Ansicht des Streikleiters wäre es mittlerweile für Amazon" sinnvoller und kostengünstiger mit Verdi über existenzsichernde Tarifverträge zu verhandeln, so Gürlebeck weiter. Zunächst werden die Beschäftigen bis zum Ende der Spätschicht am Donnerstag zum Streik aufgerufen.

Streiks an Heiligabend

    "Das Jahr geht für Amazon mit einem Streikfeuerwerk in Graben zu Ende."
Thomas Gürlebeck, Streikleiter

Aushiflskräfte

Nur um gegen die Streiks gerüstet zu sein, habe Amazon weit über 1.000 Aushilfen eingestellt - mit dem Ergebnis, dass sich die Beschäftigten gegenseitig im Weg gestanden hätten, so Gürlebeck. Nach Ansicht des Streikleiters wäre es mittlerweile für Amazon" sinnvoller und kostengünstiger mit Verdi über existenzsichernde Tarifverträge zu verhandeln, so Gürlebeck weiter. Zunächst werden die Beschäftigen bis zum Ende der Spätschicht am Donnerstag zum Streik aufgerufen.

Der letzte Streik liegt erst wenige Tage zurück, 400 Beschäftigte legten nach Aussagen der Gewerkschaft damals die Arbeit nieder. Amazon spricht dagegen von rund 200 Beschäftigten und damit einer wesentlich geringeren Beteiligung. Sie verlangen von dem US-Versandhändler den Abschluss eines Einzel- und Versandhandelstarifvertrags. Derzeit bezahlt der US-Versandhändler laut Dienstleitungsgewerkschaft Verdi nach den Richtlinien des Logistiktarifvertrages, der für die Beschäftigten schlechtere Konditionen vorsieht.

    "Amazon muss seine Blockadehaltung aufgeben und einen Tarifvertrag abschließen, um gute Arbeitsbedingungen verbindlich zu garantieren"
Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied

Amazon sagt einer Sprecherin zufolge: "Wir bezahlen am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist."

Ständige Tarifauseinandersetzungen

So erhalten die Mitarbeiter bei Amazon in Graben laut Unternehmen als Einstiegslohn umgerecht 11,19 Euro nach dem Logistiktarif, während der Versandhandelstarifvertrag Verdi zufolge 13 Euro die Stunde vorsieht. Auch Zusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubgeld sind laut Auskunft des Augsburger Verdi-Streikleiters Thomas Gürlebeck nach dem Versandhandelstarifvertrags um etwa ein Drittel höher. Bislang habe Amazon jedoch auch keinen Logistiktarifvertrag abgeschlossen, so Verdi. Die Tarifauseinandersetzungen dauern seit 2013 an, die Beschäftigten legten am Standort Graben bereits mehrfach die Arbeit nieder.
http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/amazon-streik-graben-114.html (http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/amazon-streik-graben-114.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:30:52 Fr. 03.Februar 2017
Zitat
Vernetzung: Verdi will Amazon international bestreiken

Verdi plant eine internationale Streik-Koalition, um Amazon die Möglichkeit zu nehmen, Streiks auf deutschem Boden mit Logistikzentren in Nachbarländern aufzufangen.


Würden wir im Amazon-Watchblog jeden Streik in den Logistikzentren des Handelsriesen kommentieren, wäre dies eine thematisch recht einseitige Geschichte. Seit 2013 befindet sich die Gewerkschaft Verdi im Arbeitskampf gegen Amazon, ruft immer wieder zu neuen Streiks auf, gern im Weihnachtsgeschäft, um das Unternehmen zu treffen. Doch bislang trugen die Streiks kaum Früchte, denn Amazon kann die Ausfälle stets ausgleichen, oft mit Logistikzentren in Nachbarländern wie Polen und Tschechien. Dies könnte sich demnächst ändern.

Multinationale Streik-Koalition

Genau dieses internationale Netzwerk von Amazon will Verdi nun, im wahrsten Sinne, in Angriff nehmen. Wie Heise unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet, plant die Gewerkschaft, sich stärker mit anderen Mitarbeitervertretungen in Europa zu vernetzen. Das Ziel sei die Bildung einer multinationalen Streik-Koalition, sagte Verdi-Handelsexperte Thomas Voß der dpa.

„Wir wollen europaweit einen synchronisierten Arbeitskampf. Darauf arbeiten wir 2017 systematisch hin“, so Voß. Bereits seit 3 Jahren gibt es regelmäßige Gewerkschaftstreffen, 2016 gab es in Breslau und Luxemburg gemeinsame Aktionen. Insgesamt hat Amazon in Europa 31 Logistikzentren, Streiks in Deutschland schmerzen daher kaum. Wird das Unternehmen aber künftig europaweit bestreikt, könnten die möglichen Verluste erstmals spürbar werden.
https://www.amazon-watchblog.de/unternehmen/833-verdi-amazon-international-bestreiken.html (https://www.amazon-watchblog.de/unternehmen/833-verdi-amazon-international-bestreiken.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 21:12:55 So. 12.März 2017
Zitat
Streik bei Amazon - rund 200 Mitarbeiter legen Arbeit nieder

Mit Arbeitsniederlegung haben am Samstag rund 200 Mitarbeiter des Handelsriesens Amazon (Amazoncom) in Leipzig ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag Nachdruck verliehen. Verdi-Landesbezirksleiter Thomas Voß zeigte sich am Sonntag sehr zufrieden mit der Beteiligung an dem von der Gewerkschaft initiierten Ausstand. "Aus den Abteilungen waren jeweils 30 bis 50 Prozent der Beschäftigten da." So hatten Mitarbeiter der Mittel- und Spätschicht die Arbeit gar nicht erst angetreten.

"Statt Wertschätzung gibt es ständige Kontrollen der Mitarbeiter bei der Arbeit und den Pausen", erklärte Streikleiter Thomas Schneider. Auch bei Krankheit werde Druck auf die Beschäftigten ausgeübt. Amazon-Sprecherin Anette Nachbar wies die Vorwürfe am Samstag zurück. "Wir wollen, dass die Leute gesund zur Arbeit kommen und wieder gesund nach Hause gehen", sagte Nachbar. Zudem unterstütze der Konzern die Arbeit von Betriebsräten.

Die Beschäftigten fordern einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Der US-Konzern lehnt das ab. Amazon sieht sich als Logistiker. Das Unternehmen hatte die Gehälter in den vergangenen drei Jahren schrittweise erhöht, zuletzt im September 2016. In dem Tarifkonflikt gibt es seit Mai 2013 immer wieder Streiks.
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ROUNDUP-Streik-bei-Amazon-rund-200-Mitarbeiter-legen-Arbeit-nieder-5367597 (http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ROUNDUP-Streik-bei-Amazon-rund-200-Mitarbeiter-legen-Arbeit-nieder-5367597)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 10:22:54 Sa. 01.April 2017
Zitat
Amazon belohnt Gesunde

Fieber, Rücken, Magen-Darm: Krankheiten sind bekanntlich ein Teil des Lebens. Doch der Versandhändler Amazon will sich nicht so mit ihnen abfinden. Mitarbeiter, die nicht so oft krank sind, sollen eine Prämie bekommen - allerdings nur, wenn das gesamte Team mitzieht.

Um den Krankenstand in seinen Logistikzentren zu senken, gibt es beim Online-Versandhändler Amazon seit vergangenem Jahr eine Anwesenheitsprämie für die Mitarbeiter. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bekommen die Mitarbeiter aktuell in fünf der neun Versandzentren als Bestandteil einer aus mehreren Komponenten bestehenden Erfolgsprämie auch mehr Geld, wenn sie sich seltener krank melden.

Dabei koppelt Amazon diesen Gesundheitsteil an einen Gruppenbonus. Um die maximal mögliche Prämie von zehn Prozent des monatlichen Bruttogehaltes zu erhalten, zählen nicht nur die Krankheitstage des einzelnen Mitarbeiters, sondern auch der Krankenstand des gesamten Teams, in dem er arbeitet. Jeder, der sich krank meldet, gefährdet damit nicht nur seinen eigenen Bonus, sondern schwächt auch den Wert, den seine Kollegen erreichen können.

Die Gewerkschaft Verdi, der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte und die Technikerkrankenkasse reagierten mit scharfer Kritik auf die Amazon-Regelung. "Wir lehnen jede Form einer Gesundheitsprämie ab", sagt Thomas Voss, bei Verdi für Amazon zuständig. Durch einen Gruppenbonus würden die Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt.

Als "komplett ungerecht", bezeichnete Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte das Prämiensystem. Ältere Mitarbeiter oder chronisch Kranke würden darin überhaupt nicht berücksichtigt. Die Leiterin des Gesundheitsmanagements bei der Technikerkrankenkasse, Sabine Voermans, sagte, mit einer Prämie werde gefördert, dass Menschen krank zu Arbeit gingen.

Laut Techniker Krankenkasse lag der Krankenstand im vergangenen Jahr pro Mitglied bei 15,2 Fehltagen - 0,2 Tage weniger als 2015. Für den Krankenstand verantwortlich sind besonders psychische Störungen, Atemwegserkrankungen, Krankheiten des Bewegungsapparats sowie Verletzungen.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Amazon-belohnt-Gesunde-article19775598.html (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Amazon-belohnt-Gesunde-article19775598.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 13:21:05 Sa. 01.April 2017
Boni, Prämien etc. warum nicht, aber auf Kosten der Gesundheit und gruppenbezogener Druck auf Kranke/Schwächere/Ältere/Verletzte - das ist doch hirnkranke Scheiße.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 13:45:18 Sa. 01.April 2017
So versuchen die,  die Belegschaft zu spalten und den Hass auf die Alten und Kranken zu schüren. Amazon ist ein Drecksladen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 14:02:24 Sa. 01.April 2017
Zitat
An der Basis gegen Amazon

Christian stört der große Druck auf die Mitarbeiter, der durch viele kleine Regeln ausgeübt wird. Aber statt zu kündigen, bleibt er und kämpft.
http://www.jetzt.de/arbeitsleben/ein-mitarbeiter-bei-amazon-kaempft-fuer-gerechte-arbeitsstrukturen-im-unternehmen (http://www.jetzt.de/arbeitsleben/ein-mitarbeiter-bei-amazon-kaempft-fuer-gerechte-arbeitsstrukturen-im-unternehmen)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:14:45 Di. 11.April 2017
Zitat
Erneut Streiks an fünf Amazon-Standorten

Die Gewerkschaft Verdi nutzte den Weltgesundheitstag für Streiks an fünf Amazon-Standorten. Verdi kritisierte eine hohe Krankheitsquote unter den Beschäftigten, Amazon wies das zurück.


Beim Internetversandhändler Amazon ist an fünf Standorten am Freitag erneut gestreikt worden. Amazon-Beschäftigte in Rheinberg, Werne, Bad Hersfeld, Koblenz und Leipzig legten die Arbeit nieder. Neben der bekannten Forderung nach Übernahme des Tarifvertrags für den Versand- und Einzelhandel machte die Gewerkschaft Verdi anlässlich des Weltgesundheitstages auch die Gesundheit am Arbeitsplatz zum Thema.

Gerade bei Amazon sei die Krankheitsquote außerordentlich hoch, so die Gewerkschaft. Schuld daran sei ein "von hohem Druck, Hetze und Kontrollen“ geprägter Arbeitsalltag. „Das ist Unsinn. Wir weisen das entschieden zurück“, sagte dagegen eine Unternehmenssprecherin. Sie verwies darauf, dass es an allen Standorten einen Gesundheitsmanager gebe. Bundesweit hätten im Jahr 2016 5400 Amazon-Beschäftigte von solchen Angeboten Gebrauch gemacht. "Für Amazon haben die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität", hieß es.

Krankmachende Gesundheitsprämien?

Verdi kritisierte außerdem die Einführung der Gesundheitsprämien für Amazon-Mitarbeiter. Beschäftigte des US-Onlinehändlers bekommen dabei neben einer Erfolgsprämie auch mehr Geld, wenn sie weniger Krankheitstage aufweisen. Der Krankenstand des Teams wird aber auch in die Prämienberechnung einbezogen. Laut Verdi setze das Kranke unter Druck und fördere das Misstrauen der Beschäftigten untereinander.

Der Streik begannen mit dem Arbeitsbeginn der Frühschicht und dauerten bis zum Ende der Spätschicht. Nach Unternehmensangaben beteiligten sich weniger als 620 Mitarbeiter allein der Frühschicht am Ausstand. Der Ausstand habe "keinerlei Auswirkungen auf unsere Kunden" gehabt, sagte Amazon-Sprecherin Anette Nachbar in München.

Die Gewerkschaft verlangt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels und organisiert deshalb seit 2013 immer wieder Streiks. Amazon verfügt über 31 Versandzentren in sieben Ländern, allein in Deutschland sind es neun Logistikzentren an acht Standorten. Der größte liegt im hessischen Bad Hersfeld mit zwei Warenlagern. Rund 11.000 Festangestellte arbeiten bundesweit für den US-Konzern
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Erneut-Streiks-an-fuenf-Amazon-Standorten-3678460.html (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Erneut-Streiks-an-fuenf-Amazon-Standorten-3678460.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:15:29 Mo. 17.April 2017
Zitat
Niedriglöhne
Streiks bei Amazon in Graben und bei Wöhrl

Die Gewerkschaft Verdi hat dazu aufgerufen, Unternehmen zu bestreiken, die nicht dem Flächentarifvertrag des Einzelhandels beigetreten sind. In Augsburg ist Amazon betroffen.


(http://bilder.augsburger-allgemeine.de/img/meldungen/crop32048067/4617219905-ctopTeaser/Copy-20of-20-UWA6471.jpg)

Seit 5 Uhr morgens wird bei Amazon in Graben bei Augsburg bis voraussichtlich 22 Uhr gestreikt. Grund dafür ist die Tatsache, dass das Logistikunternehmen nicht dem Flächentarifvertrag des Einzelhandels beigetreten ist. Verdi-Handelsexperte Hubert Thiermeyer bezeichnet das Vorgehen des Logistikriesen als einen "Skandal".

80 Prozent der Amazon-Mitarbeiter von Altersarmut bedroht

Rund 80 Prozent der Amazon-Mitarbeiter seien mit ihrem derzeitigen Gehalt von akuter Altersarmut bedroht. "Ihnen stehen bis zu 600 Euro mehr Geld im Monat zu", sagt Thiermeyer.

Am Donnerstag streiken auch Mitarbeiter des Modehauses Wöhrl in Nürnberg, Fürth, München, Bamberg und Bayreuth. In Augsburg bleibt das Modehaus hingegen geöffnet. Nach Gewerkschaftsangaben handelt es sich um den ersten Streik bei der Modehauskette. Damit will die Verdi die neue Wöhrl-Führung dazu bewegen, dem Flächentarifvertrag beizutreten.
An Ostern wird wieder gestreikt

Derzeit liegt der Stundenlohn einer Wöhrl-Verkäuferin oder eines Verkäufers nach Angaben des Bayerischen Rundfunks bei maximal zwölf Euro. Die Gewerkschaft rechnet daher mit einer hohen Streikbereitschaft.

Mit dem Streik will Verdi ein deutliches  Signal an den designierten Wöhrl-Chef Christian Greiner senden. Der Enkel des Firmengründers Rudolf Wöhrl hatte Ende Januar das Ruder übernommen, nachdem die alte Führung der Wöhrl AG im September 2016 Insolvenzantrag gestellt hatte. Verdi hat Greiner bereits mehrfach zu Tarifverhandlungen aufgefordert.

Der zeigte in einer Pressemitteilung wenig Verständnis für die Streiks. "Die Belegschaft von Wöhrl hat in den vergangenen schwierigen Monaten einen fantastischen Job gemacht. Mein Eindruck ist auch, dass der Vorstand während des Insolvenzverfahrens sehr darauf bedacht war, auf die sozialen Belange der Mitarbeiter so weit wie möglich Rücksicht zu nehmen. Unser aller Ziel muss es sein, nach dem Eigentümerwechsel die im Unternehmen vorhandene Aufbruchstimmung mitzunehmen und zu verstärken. Die heutigen Proteste halte ich dabei für wenig hilfreich und zielführend", wird Greiner in der Pressemitteilung zitiert.

Nach Angaben von Verdi treten die Amazon-Mitarbeiter in Graben am Ostersamstag erneut in den Streik.
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Streiks-bei-Amazon-in-Graben-und-bei-Woehrl-id41188477.html (http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Streiks-bei-Amazon-in-Graben-und-bei-Woehrl-id41188477.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:21:49 Mo. 17.April 2017
Zitat
Gebäude war so nicht genehmigt
Kritik an Amazon-Bau: Mauschelei-Vorwurf an die Stadt


(https://www.tz.de/bilder/2017/04/12/8138288/1310418460-6d396713-1920-4009-8719-b39f83e6ed15-ElaLJ3wvQa7.jpg)

Das neue Amazon-Auslieferungslager an der Autobahn A 94 entspricht nach Ansicht der Bürgerinitiative (BI) „Lebenswertes Daglfing“ nicht dem geltenden Bebauungsplan.

München - In einem umfangreichen Fragenkatalog an die Stadt zweifelt die BI daran, dass das Logistikzentrum dort hätte gebaut werden dürfen. Das Areal sei als Industriegebiet und für Mittelstandsunternehmen aus dem klassisch produzierenden oder verarbeitenden Gewerbe vorgesehen gewesen, so der BI-Vorsitzende Sebastian Riesch. Dazu gehöre Amazon nicht.

Zudem will die Initiative Aufklärung darüber, wie ein zweistöckiges Gebäude möglich wurde, da der Bebauungsplan nur ebenerdige Bauten zulasse. Für Riesch ist „zu viel rumgemauschelt worden“. Der Name Amazon sei nie offiziell gefallen, es sei immer nur von einer Logistikhalle mit Kühlbereich, Parkdecks und Stellplätzen geredet worden. Amazon hat nicht selbst gebaut, sondern sich bei einem Projektentwickler eingemietet. Riesch: „Obwohl die Stadt ständig über zu wenig Flächen für klassisches Gewerbe jammert, wurden hier Flächen an einen Großkonzern verschachert, der nur Verkehr für die Stadt bringt, aber seine Steuern im Ausland zahlt.“
https://www.tz.de/muenchen/stadt/bogenhausen-ort43345/kritik-an-amazon-bau-mauschelei-vorwurf-an-stadt-8138288.html (https://www.tz.de/muenchen/stadt/bogenhausen-ort43345/kritik-an-amazon-bau-mauschelei-vorwurf-an-stadt-8138288.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:04:55 Fr. 21.April 2017
Zitat
Streik bei Amazon in Leipzig wird Mittwoch fortgesetzt

Zurzeit streiken bei Amazon rund 390 Beschäftigte. Auf der heutigen Streikversammlung wurde beschlossen, auch morgen den Streik vom Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätsicht fortzusetzen. „Die Entschlossenheit bei den Streikenden ist ungebrochen, ohne Tarifvertrag werden wir immer wieder zu Streiks aufrufen und für Unruhe und Behinderungen im Betrieb sorgen“, so ver.di Streikleiter Thomas Schneider. Die Streikenden fordern branchenübliche Verhältnisse: 1.033 Euro Weihnachtsgeld, 1.096 Euro Urlaubsgeld, eine 38 Stundenwoche und 6 Wochen Urlaub im Jahr.

Amazon verweigert seit Jahren die Aufnahme von Tarifverhandlungen, zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt nur 28 Arbeitstage Urlaub. Immerhin hat Amazon auf Grund der Streiks in den letzten drei Jahren die Gehälter und Löhne immer wieder etwas erhöht, zuletzt im September 2016. „Wir werden nicht zulassen, dass Großunternehmen wie Amazon sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen und Löhne und Gehälter nach Gutsherrnart einseitig bestimmen“, so ver.di Fachbereichsleiter für den Handel Jörg Lauenroth-Mago.
http://hallespektrum.de/kurznachrichten/streik-bei-amazon-in-leipzig-wird-mittwoch-fortgesetzt/288088/ (http://hallespektrum.de/kurznachrichten/streik-bei-amazon-in-leipzig-wird-mittwoch-fortgesetzt/288088/)

Zitat
Verdi will Betriebsablauf nach Ostern stören
Wieder Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Einige Mitarbeiter des Amazon-Standorts Bad Hersfeld sind am Dienstagmorgen aus der Schicht heraus in den Streik getreten. Die Arbeitsniederlegungen begannen um 7 Uhr (im FRA1) und um 7.30 Uhr (im FRA3) und dauern den ganzen Tag bis zum Ende der Spätschicht an.


Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in einer Pressemitteilung mit.

Die Streiks finden im Rahmen des schon länger schwelenden Arbeitskampfes um die Anerkennung des Branchentarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel statt. Amazon weigere sich weiterhin, mit Verdi über eine Tarifbindung zu verhandeln.

„Wir gehen davon aus, dass das Bestellvolumen auf Grund der Osterfeiertage angestiegen ist und durch die Streikmaßnahmen die betrieblichen Abläufe erheblich gestört werden“, sagte die für den Standort Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Verdi rechnet damit, dass sich bis zum Ende der Spätschicht etwa 500 Beschäftigte am Standort beteiligen werden. (red/nm)
https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/wieder-streik-amazon-hersfeld-8151887.html (https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/wieder-streik-amazon-hersfeld-8151887.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:50:24 Mi. 03.Mai 2017
Zitat
Erneut Streik bei Amazon in Leipzig 

(https://1.f.ix.de/scale/geometry/695/q75/imgs/18/2/1/9/3/5/3/1/Amazon_Spanien_Halle_Verteilzentrum_Logistik-95979c8a7e5bab29.jpeg)

Der seit Jahren ausgetragene Tarifstreit zwischen dem Onlinehändler Amazon und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nimmt kein Ende. Wieder hat die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen, wieder weigert sich Amazon, den Forderungen nachzukommen.

Beschäftigte des Internetversandhändlers Amazon haben an den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne und Koblenz erneut die Arbeit niedergelegt. Mit Beginn der Frühschicht habe der Streik begonnen, teilte die dafür verantwortliche Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit. Er sollte bis zum Ende der Spätschicht dauern. Der Gewerkschaft zufolge blieben durch den Ausstand Aufträge aus dem verlängerten Wochenende liegen. Eine Amazon-Sprecherin wies dies zurück. Der Streik habe keine Auswirkungen auf das "Lieferversprechen an die Kunden", sagte sie.

"Wir werden nicht zulassen, dass Großunternehmen wie Amazon sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen und Löhne und Gehälter nach Gutsherrnart einseitig bestimmen", erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago. Zum wiederholten Male verlangte die Gewerkschaft von dem Unternehmen, den Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu akzeptieren. Amazon verweist stets darauf, dass man sich bei der Bezahlung der Beschäftigten am oberen Bereich des Tarifvertrags für die Logistikbranche orientiere.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Erneut-Streik-bei-Amazon-in-Leipzig-3701358.html (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Erneut-Streik-bei-Amazon-in-Leipzig-3701358.html)


Zitat
Schon der vierte Streik 2017! Kommen die Pakete jetzt wirklich später an?

Leipzig - Zum vierten Mal in diesem Jahr haben am Dienstag Beschäftigte im Leipziger Logistikzentrum des Internetversandhändlers Amazon die Arbeit niedergelegt. Ein nachträglicher Angriff der Gewerkschaft auf das lange "Bestellwochenende“.


Mit Beginn der Frühschicht 5.30 Uhr traten die ersten 150 Mitarbeiter in den Streik. Bis zum Ende der Spätschicht um 23.30 Uhr befanden sich nach Gewerkschaftsangaben insgesamt etwa 380 Amazon-Beschäftigte im Ausstand.

"Wir werden nicht zulassen, dass Großunternehmen wie Amazon sich ihrer sozialen Verantwortung entziehen und Löhne und Gehälter nach Gutsherrnart einseitig bestimmen“, erklärte ver.di-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago.

Zum wiederholten Male verlangte die Gewerkschaft von dem Unternehmen, den Tarifvertrag für den Versand- und Einzelhandel zu akzeptieren.

Der Streikzeitpunkt war bewusst gewählt. Nach ver.di-Angaben blieben so Aufträge vom verlängerten Wochenende liegen. Amazon-Sprecherin Anette Nachbar wies dies allerdings zurück. Der Streik habe keine Auswirkungen auf das "Lieferversprechen an die Kunden“, sagte sie.

Streikleiter Thomas Schneider ließ es am Abend gegenüber TAG24 offen, ob ver.di den Arbeitskampf am Mittwoch fortsetzen und erneut zum Streik in Leipzig aufrufen wird.
https://www.tag24.de/nachrichten/schon-der-vierte-streik-2017-kommen-die-pakete-jetzt-wirklich-spaeter-an-ver-di-amazon-tarifvertrag-245772 (https://www.tag24.de/nachrichten/schon-der-vierte-streik-2017-kommen-die-pakete-jetzt-wirklich-spaeter-an-ver-di-amazon-tarifvertrag-245772)



Zitat
Rein-Raus:
Wieder größerer Streik bei Amazon


(https://www.golem.de/1612/sp_125181-132215-i_rc.jpg)
Keine Wirkung? Amazon-Arbeiter im Streik

Bei Amazon kommen die Streiks jetzt noch überraschender: Mitten in der Schicht wird die Arbeit niedergelegt und dann nach einigen Stunden wieder aufgenommen.

Nach dem 1.-Mai-Feiertag streiken an den Standorten Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne und Koblenz wieder viele Beschäftigte. Das gab die Gewerkschaft Verdi am Dienstag bekannt. Die Streiks laufen seit der Nacht- und der Frühschicht und dauern vorläufig bis zum Ende der Spätschicht an.

Amazon werde das erhöhte Auftragsvolumen aus dem verlängerten Wochenende nicht wie vorgesehen abarbeiten können, erklärte Verdi. Neu ist laut Gewerkschaft, dass die Streiks zum Teil aus der laufenden Schicht begonnen wurden oder als Rein-Raus-Arbeitsniederlegungen geführt werden. Dabei beginnt der Streik auch während der Schicht, dann wird nach einigen Stunden überraschend die Arbeit wieder aufgenommen. "Das bringt die gesamten Abläufe durcheinander", sagte Verdi-Vertreter Karsten Rupprecht Golem.de. Rupprecht ist bei Amazon Werne aktiv.

Verdi-Sprecherin Eva Völpel erklärte Golem.de, dass in den Frühschichten an den Standorten Werne und Rheinberg zusammen rund 430 Streikende gemeldet wurden. Die Gesamtzahl aller Streikenden könne wegen der Erfassung zu Beginn der Spätschicht erst am späteren Nachmittag angegeben werden.

Weitere neue Kampfformen geplant

An vier Tagen in der Woche vor Ostern testeten die Streikenden bei Amazon erstmals erfolgreich neue Formen wie den Rein-Raus-Streik. Bei den weiteren Streiks bei Amazon will die Gewerkschaft weitere neue Streikstrategien ausprobieren.

Die Landesfachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer, sagte: "Wir sorgen bei Amazon weiter für Unruhe. " Die Streiks würden solange fortgesetzt, bis eine Bindung an die Tarifverträge des Einzelhandels für die Beschäftigten bei dem Versandhändler erreicht worden sei.


Nachtrag vom 2. Mai 2017, 17:34 Uhr
Insgesamt hätten sich heute an allen Standorten rund 1.830 Beschäftigte am Streik beteiligt.
https://www.golem.de/news/rein-raus-wieder-groesserer-streik-bei-amazon-1705-127597.html (https://www.golem.de/news/rein-raus-wieder-groesserer-streik-bei-amazon-1705-127597.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:29:16 Do. 04.Mai 2017
Zitat
Gucken Amazon-Kunden derzeit in die Röhre statt auf ihr neues Smartphone? Der Gewerkschaft ver.di zufolge sorgt der Streik bei Amazon in Leipzig für einen riesigen Paket-Stau.

"Über 100.000 Sendungen blieben am Dienstag und Mittwoch unbearbeitet liegen", behauptete ver.di-Streikleiter Thomas Schneider am Donnerstag.

Eine Sprecherin von Amazon nannte diese Aussage allerdings "Unsinn und nicht haltbar". Die Lieferversprechen würden eingehalten. Die Arbeitnehmervertreter riefen am Donnerstag den dritten Tag in Folge zum Streik auf.
https://www.tag24.de/nachrichten/paket-zoff-wie-viele-sendungen-bleiben-durch-den-streik-bei-amazon-in-leipzig-liegen-246534 (https://www.tag24.de/nachrichten/paket-zoff-wie-viele-sendungen-bleiben-durch-den-streik-bei-amazon-in-leipzig-liegen-246534)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:53:03 So. 21.Mai 2017
Zitat
Wieder Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

Wieder Streik bei Amazon in Bad Hersfeld. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des Versandriesen dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Zunächst unbefristet. Grund: ver.di kämpft seit Jahren um die bessere Bezahlung der Mitarbeiter nach den Tarifen des Einzelhandels. Amazon sieht sich aber als Logistikunternehmen und lehnt das ab.

Streit um sogenannten "Health-Bonus"


Außerdem gibt es Streit, weil das Unternehmen in Bad Hersfeld einen Gesundheitsbonus einführen will. Demnach bekommen Mitarbeiter mehr Geld, wenn sie weniger krank sind. ver.di kritisiert den Bonus scharf, denn damit riskiere man die Gesundheit der Mitarbeiter. Amazon weist das zurück und sagt: Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gesund zur Arbeit und wieder nach Hause kommen.
https://www.ffh.de/news-service/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/118798/toTopic/wieder-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-1.html (https://www.ffh.de/news-service/hessen/nordhessen/toController/Topic/toAction/show/toId/118798/toTopic/wieder-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-1.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 10:02:34 Mo. 22.Mai 2017
Zitat
Das Amazon-Prinzip. Wie die Ausbeutung der intellektuellen Elite funktioniert

Sag ihnen was sie tun sollen, und du erntest Rebellion und Sabotage. Gib ihnen die Verantwortung für ein Projekt, und sie arbeiten für dich, bis sie umfallen
(...)
http://kritischeperspektive.com/kp/2017-20-das-amazon-prinzip-wie-die-ausbeutung-der-intellektuellen-elite-funktioniert/ (http://kritischeperspektive.com/kp/2017-20-das-amazon-prinzip-wie-die-ausbeutung-der-intellektuellen-elite-funktioniert/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:04:47 So. 28.Mai 2017

Zitat
Kreis Augsburg
Erneuter Streik bei Amazon in Graben

Streik bei Amazon in Graben: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten im Logistikzentrum zum Ausstand aufgerufen - nur eine Woche nach dem Ende des bislang letzten Streiks.


Die Gewerkschaft Verdi verschärft den Tarifstreit mit dem Online-Versandhändler Amazon in Graben (Landkreis Augsburg). Wie Verdi mitteilt, sind die Beschäftigten im Logistikzentrum heute erneut zum Streik aufgerufen. Zuletzt traten sie bis vor einer Woche - vom 15. bis 20. Mai - in den Ausstand.

"(Bei Amazon) berichten Beschäftigte, über alle Abteilungen hinweg, verstärkt von erhöhtem Druck und massiven Attacken", begründet Streikleiter Thomas Gürlebeck den Arbeitskampf.
...
Erneuter Streik bei Amazon in Graben - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Erneuter-Streik-bei-Amazon-in-Graben-id41562126.html (http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Erneuter-Streik-bei-Amazon-in-Graben-id41562126.html)
http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Erneuter-Streik-bei-Amazon-in-Graben-id41562126.html (http://www.augsburger-allgemeine.de/schwabmuenchen/Erneuter-Streik-bei-Amazon-in-Graben-id41562126.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:05:00 So. 28.Mai 2017
Zitat
Streikende Amazon-Arbeiter unterstützen Aufruf zur internationalen Zusammenarbeit

Am gestrigen Freitag, dem 26. Mai, streikten erneut Arbeiter der Amazon-Verteilzentren in Bad Hersfeld (Hessen). Seit Jahren wehren sie sich gegen die gnadenlose Ausbeutung zu Niedriglöhnen beim Versandhändler Amazon, der dem Multimilliardär Jeff Bezos gehört.


In Bad Hersfeld arbeiten rund 1000 Beschäftigte im „FRA1“, dem ältesten Verteilzentrum Deutschlands, und weitere 2000 bis 2200 Frauen und Männer im neueren „FRA3“, das an der „Amazonstraße“ liegt. Vor dem Tor versammelten sich frühmorgens rund hundert streikende Arbeiter. Etwa vierzig von ihnen fuhren anschließend mit dem Bus nach Frankfurt/Main, um am Streik- und Aktionstag im hessischen Einzelhandel teilzunehmen.

Die aktuelle Forderung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel ist ein Euro mehr pro Stunde. Bei Amazon geht es jedoch vor allem darum, überhaupt einen Tarifvertrag zu bekommen. Der weltgrößte Internet-Versandhändler weigert sich, irgendeinen Tarifvertrag anzuerkennen. Die Forderung in der laufenden Tarifrunde, dass die Branchentarifverträge für alle Unternehmen, auch für Amazon, allgemeinverbindlich sein müssen, wird von Verdi allerdings nur halbherzig verfolgt. Eine ähnliche Forderung nach einem einheitlichen Tarifvertrag für alle Bodendienste an den deutschen Flughäfen hat Verdi erst vor wenigen Wochen sang- und klanglos aufgegeben.

(https://www.wsws.org/asset/abe502c2-ae4c-47ab-a1fa-ed07518d8faA/image.jpg?rendition=image480)

Amazon ist nicht nur für seine brutalen Ausbeutermethoden und für die Arbeitsabläufe bekannt, die bis ins allerletzte Detail durchorganisiert sind. Berüchtigt ist auch das harsche Durchgreifen gegenüber jedermann, der sich beschwert. Viele streikende Arbeiter wollten sich deshalb am Freitagmorgen in Bad Hersfeld vor der Kamera nicht über ihre Arbeitsbedingungen oder über die Repressalien äußern. „Ich stehe kurz vor dem Rausschmiss“, konnte man mehrfach hören.
https://www.wsws.org/de/articles/2017/05/27/amzn-m27.html (https://www.wsws.org/de/articles/2017/05/27/amzn-m27.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:57:35 Di. 06.Juni 2017
http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/daheim-und-unterwegs/video-christian-kraehling-ueber-seine-arbeit-bei-amazon--100.html (http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/daheim-und-unterwegs/video-christian-kraehling-ueber-seine-arbeit-bei-amazon--100.html)

Der siebenminütige WDR Beitrag ist zwar nicht so dolle, doch den Amazonaktivisten gelingt es so, stets in der öffenlichen Wahrnehmung zu bleiben.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:03:25 Di. 13.Juni 2017
Zitat
Verdi reagiert auf hohes Bestellaufkommen zu Pfingsten
Spontaner Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

06.06.17
Bad Hersfeld. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Verteilzentrums FRA3 des Internet Versandhändlers Amazon in Bad Hersfeld am Dienstag erneut zu einem Streik aufgerufen.
https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/spontaner-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-8380145.html (https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/spontaner-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-8380145.html)

Zitat
Streik bei Amazon
 06.06.17
Die Gewerkschaft Verdi hat am Dienstag die Mitarbeiter in einem Verteilzentrum des Online-Versandhändlers Amazon in Bad Hersfeld zum Streik aufgerufen.

Die Gewerkschaft rechnet mit rund 300 Teilnehmern, das wäre etwa die halbe Belegschaft, sagte Gewerkschafts-Sekretärin Mechthild Middeke dem hr. "Über die Feiertage hat sich ein hohes Auftragsvolumen angesammelt, der Streik wird den Ablauf empfindlich stören." Ein Streikende sei nicht terminiert.
http://hessenschau.de/wirtschaft/streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld,kurz-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-100.html (http://hessenschau.de/wirtschaft/streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld,kurz-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-100.html)

Zitat
Gewerkschaft ver.di ruft zu Streik bei Amazon in Bad Hersfeld auf
12.06.17
Bad Hersfeld. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des in Bad Hersfeld am Eichhof gelegenen Amazon-Verteilzentrums am Montag zu Beginn der Frühschicht erneut zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.
https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/bad-hersfeld-ort56532/ver-di-ruft-zu-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-auf-8396649.html (https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/bad-hersfeld-ort56532/ver-di-ruft-zu-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-auf-8396649.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 21:14:49 Di. 13.Juni 2017
Es dürfte bereits bekannt sein, daß die Amazonkollegen sich vernetzen. Zwischen den verschiedenen Standorten im Land und auch international. Es gibt natürlich besonderes Interesse einen Fuß in die Tür zu kriegen, bei neuen Standaorten.

Wer also einen Job sucht im Großraum Hamburg und eine aktivistische Ader  und Lust hat sich mit einem riesigen Konzern anzulegen, der sollte sich unbebedingt melden.

Es geht darum:

(http://www.amazon-logistikblog.de/wp-content/uploads/2017/04/HAM2_Modellskizze-1024x584.jpg)

(http://www.amazon-logistikblog.de/wp-content/uploads/2017/04/HAM2_Baustellenfest_Fakt1-1024x341.jpg)

Zitat
(http://www.amazon-logistikblog.de/wp-content/uploads/2016/12/B%C3%BCrgermeister-Andr%C3%A9-Wiese_s-150x150.jpg)
„Mit Amazon kommt ein Global Player nach Winsen, der hier erheblich investiert, eine stattliche Zahl von Arbeitsplätzen schafft und darüber hinaus für die Stadt zusätzliche Kaufkraft, positive Wirtschaftsimpulse und einen Imagegewinn bringt. Deshalb freue ich mich sehr über die bevorstehende Ansiedlung.“ (André Wiese, Bürgermeister der Stadt Winsen)

In Winsen (Luhe) werden innerhalb von 12 Monaten nach der geplanten Inbetriebnahme Ende 2017 mindestens 1.000 Arbeitsplätze entstehen. Nach einigen Jahren arbeiten etwa 2.000 Menschen in Amazon Logistikzentren vergleichbarer Größe. Das neue Gebäude entsteht auf einer Fläche von 64.000 m² und wird mit der neuesten Technologie ausgestattet sein. 84 Lkw-Stellplätze, 76 Docks und mehr als 1.000 Mitarbeiterparkplätze sind geplant. Amazon investiert im ersten Jahr in Winsen 90 Millionen Euro, dazu kommen weitere 110 Millionen Euro Investitionen durch die Partner.

Ich vermittle gern Kontakte zu Streikaktivisten anderer Standorte...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:35:47 Do. 29.Juni 2017
Ich habe den Eindruck, der Amazonfunke springt über auf andere Logistikunternehmen...

Zitat
Wieder Streik bei Amazon

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die Mitarbeiter in zwei Verteilzentren des Online-Versandhändlers Amazon zum Streik aufgerufen.

Die Mitarbeiter hätten um 9.30 Uhr die Arbeit niedergelegt, teilte die Gewerkschaft mit. Der Streik soll bis zum Arbeitsende der Spätschicht am Samstag dauern.
http://hessenschau.de/wirtschaft/erneut-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld,kurz-streik-amazon-112.html (http://hessenschau.de/wirtschaft/erneut-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld,kurz-streik-amazon-112.html)

Zitat
Zalando-Mitarbeiter streiken in Logistik-Zentrum

Bereits einen Tag nach der ersten Verhandlung sind die Fronten klar. Am Dienstag hatten die Arbeitnehmervertreter aus Zalandos Logistik-Zentrum im brandenburgischen Brieselang zum ersten Mal mit dem Management gesprochen. „Das Angebot ist unterirdisch“, kommentierte Verdi-Handelsexpertin Erika Ritter die Verhandlungen gegenüber der Berliner Zeitung.

Die Gewerkschaft will eine Bezahlung nach dem Einzelhandelstarif durchsetzen. Bislang werden die etwa 1.250 Mitarbeiter nach dem schlechteren Logistik-Tarif bezahlt. „Nach eigener Aussage misst sich der Konzern mit Unternehmen wie Otto und C&A oder Zara. Für diese Firmen gilt in der Regel der Tarifvertrag des Einzelhandels“, sagt Markus Hoffmann-Achenbach von Verdi der Jungen Welt. Es gehe um „Wettbewerbsgleichheit“.

Als Reaktion auf die Gespräche sind die Mitarbeiter der Spätschicht am Mittwoch in den Streik getreten. Von Verdi heißt es gegenüber der Berliner Zeitung, etwa 200 Mitarbeiter – und damit die Hälfte der Spätschicht – hätten sich an dem Streik beteiligt. Neue Verhandlungen sind für Anfang Juli angesetzt. Weitere Aktionen seien zu erwarten.
https://www.gruenderszene.de/allgemein/zalando-mitarbeiter-streik-logistik-zentrum (https://www.gruenderszene.de/allgemein/zalando-mitarbeiter-streik-logistik-zentrum)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 13:47:06 Fr. 30.Juni 2017
Ich habe den Eindruck, der Amazonfunke springt über auf andere Logistikunternehmen...
Ich könnte mir Schlimmeres vorstellen ...  ;D
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:54:32 Mi. 12.Juli 2017
Zitat
Streiks am Prime Day an sechs Standorten

Der Prime Day läuft heute etwas anders als geplant. An mehreren Orten in Deutschland wird gestreikt. "Es herrscht Chaos", sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Amazon hat bei allen bisherigen Streiks erklärt, dass die Arbeitsniederlegungen keine Auswirkungen hätten. Dies sei auch diesmal so.

(https://www.golem.de/1704/sp_127193-138091-i_rc.jpg)

Während der Sonderangebotsaktion Prime Day wird an sechs Amazon-Standorten in Deutschland gestreikt. Das berichtet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Anfrage von Golem.de. Am 11. Juli gibt es Streiks in Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg, Werne, Graben und Leipzig.

Verdi-Sprecherin Eva Völpel sagte: "In Werne ist die Belegschaft heute früh zum ersten Mal spontan nach Arbeitsbeginn in den Streik getreten, in Rheinberg kommt es erneut zu sogenannten Rein-Raus-Streiks. Die Beschäftigten haben von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr die Arbeit niedergelegt, sind dann wieder an die Arbeit gegangen, um dann erneut, ab 10.35 Uhr, zu streiken. Diese Streiktaktiken stören die Abläufe bei Amazon empfindlich, es herrscht Chaos."

Am Vortag sind bereits Lagerarbeiter des Amazon Standorts Bad Hersfeld aus der Schicht heraus in den Streik getreten. Die Arbeitsniederlegung begann um 7.30 Uhr und dauert bis heute an.

Was ist der Amazon Prime Day


Amazon startete ab 18.00 Uhr den Prime Day, bei dem den Kunden weltweit attraktive Angebote versprochen werden. Es wird ein hohes Bestellvolumen erwartet. In Deutschland ist die Jahresgebühr für Amazon Prime, die im Februar 2014 von 29 auf 49 Euro im Jahr erhöht worden war, ab dem 1. Februar 2017 auf 69 Euro angehoben worden. Die Flatrate Amazon Prime verspricht schnellen "kostenfreien Premiumversand". In Amazon-Prime ist zudem eine Leihbücherei für Kindle-Bücher sowie ein Streamingdienst für Filme enthalten. Hunderte Filme und Serien lassen sich damit abrufen. Viele Titel, auch ältere, sind jedoch kostenpflichtig.

Amazon hat bei allen bisherigen Streiks erklärt, dass die Arbeitsniederlegungen keine Auswirkungen hätten. Dies sei auch diesmal so, sagte ein Sprecher Golem.de. Von Chaos könne keine Rede sein.

Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag. Amazon lehnt jedes Gespräch darüber mit Verdi ab.

Nachtrag vom 11. Juli 2017, 17:26 Uhr

Laut Verdi gab es heute insgesamt knapp 2.100 Streikende. Laut Amazon waren es in Bad Hersfeld rund 320 und in Graben etwa 140. Die anderen Zahlen lagen dem Konzern noch nicht vor.
https://www.golem.de/news/mehr-lohn-streiks-am-prime-day-an-sechs-amazon-standorten-1707-128853.html (https://www.golem.de/news/mehr-lohn-streiks-am-prime-day-an-sechs-amazon-standorten-1707-128853.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:30:27 Fr. 14.Juli 2017
Zitat
Amazon und Einzelhandel
Streikende demonstrieren gemeinsam in der Leipziger Innenstadt

Beschäftigte von Amazon und dem Einzelhandel streiken heute gemeinsam in der Leipziger City. Auf dem Augustusplatz und Richard-Wagner-Platz sind Kundgebungen geplant.


Die Streiks im Einzelhandel gehen am Freitag in Sachsen und Thüringen weiter. In Leipzig treten Mitarbeiter von Obi, H&M, Netto, Kaufland und Aldi in den Ausstand, wie Verdi-Streikleiter Thomas Schneider mitteilte. Am Vormittag wollen die Streikenden zusammen mit Amazon-Beschäftigten in der Leipziger Innenstadt demonstrieren.

Die Demo beginnt um 10 Uhr vor dem Volkshaus und zieht dann zum Augustusplatz und Richard-Wagner-Platz. Dort seien jeweils Kundgebungen geplant, wie Verdi informierte. Die Gewerkschaft rechnet mit rund 400 Teilnehmern. „Durch die gemeinsame Streikkundgebung und anschließende Demonstration durch die Leipziger Innenstadt wollen wir besonders auf die schwache Tarifbindung im Einzelhandel hinweisen. Tarifverträge müssen für alle gelten“, so Schneider.

Auch in Dresden, Erfurt und Sachsen-Anhalt streiken Obi-Mitarbeiter. „Wir fordern echte Einkommenssteigerung und eine Tarifbindung für alle“, sagte Verdi-Streikleiterin Bettina Penz. Bereits in den vergangenen Tagen wurde für sechs Prozent mehr Lohn gestreikt. Die Arbeitgeber boten bisher 1,5 Prozent mehr Geld und im Folgejahr nochmals ein Prozent.
http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/Wirtschaft/Streikende-demonstrieren-gemeinsam-in-der-Leipziger-Innenstadt (http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/Wirtschaft/Streikende-demonstrieren-gemeinsam-in-der-Leipziger-Innenstadt)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:35:23 Fr. 14.Juli 2017
Habe gerade mit einem Streikenden telefoniert.
Er war ziemlich aus dem Häuschen. Es seien mehrere zehntausend Sendungen liegengeblieben.

(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/12295287_1057608864260442_6089040888455610646_n.jpg?oh=ebd284fd2b5519a8751ef3c0f83d0d11&oe=59CABB87)

Sie haben sich erfolgreich in der LKW Auffahrt aufgebaut und die Fahrer angesprochen. Dieses Mal haben sie nicht den Fahrern etwas über die Bedingungen bei Amazon erzählt, sondern ungekehrt: Erzähl doch mal von deinen Bedingungen als Fahrer.
Das hat die angesprochen. Haben gleich den Motor ausgemacht und sind ausgestiegen, um den Streikenden ihr Leid zu klagen. Das Tor war dicht.
Amazon dreht jetzt voll am Rad. Hat verdi verklagt. Verdi soll 200.000 € Zwangsgeld blechen. Der Gewerkschaftsanwalt sagt, das ist n Witz. Amazon hat bei der Justiz ein Eilverfahren durchgedrückt.
Die Geschichte wird gerade weltweit verbreitet.



Tor ist dicht!
(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/19989450_10212563728820907_8038658912227713432_n.jpg?oh=62e87f486b5213bc9fc49f06e8ad3e6c&oe=5A074968)

Zitat
Streik Soli-Bündnis Leipzig
12. Juli um 04:14 ·

Poznan, Orleans, Leipzig: Internationale Aktionen gegen die Gewalt der Produktion


Gemeinsam haben Beschäftigte aus ganze Europa heute dazu aufgerufen, die Sicherheits- und Gesundheitsvorschriften in den Fullfilment-Centers penibel einzuhalten, um auf die Gewalt des Produktionsmodells Amazon aufmerksam zu machen, die zu köperlichen Langzeitschäden führt und mit der das Unternehmen seine Produktivität erkauft.

Klar dabei dürfte sein, dass die von Amazon gewünschte Performance leider nicht erreicht werden dürfte. Was für ein Jammer, dass das Unternehmen diese Woche mit der ausgerufenen Prime-Week ordentlich Umsätze machen wollte...

Um 11.30 haben die Kollegen in Leipzig aus der laufenden Mittagsschicht dann außerdem die Arbeit niedergelegt. Allein 7000 Bestellungen sind in Halle 3 offen. Dazu kommt der Rückstau vom gestrigen Streiktag

Strike the power!
https://www.facebook.com/streiksoli/?hc_ref=ARRQpT8eU1V6R51wD6wmDpCDpPtdbmv7f9ZerI7OStjGa15IvQnPdLQ3j_loUPLovGs&fref=nf (https://www.facebook.com/streiksoli/?hc_ref=ARRQpT8eU1V6R51wD6wmDpCDpPtdbmv7f9ZerI7OStjGa15IvQnPdLQ3j_loUPLovGs&fref=nf)

Hier ein paar weitere Streikbilder:

(http://www.ozzip.pl/media/k2/items/cache/8305fb8f2ea5b7f85aaac2dc3f7e75b1_L.jpg)

(http://www.lvz.de/var/storage/images/lvz/mitteldeutschland/wirtschaft/hunderte-streikende-ziehen-in-die-leipziger-innenstadt/601751745-6-ger-DE/Hunderte-Streikende-ziehen-in-die-Leipziger-Innenstadt-Kundgebung-in-der-City_pdaBigTeaser.jpg)

(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/19990061_1525324837523790_5106728007750082988_n.jpg?oh=137f6111839b95d7a0b3b8be28674abc&oe=59FACA35)

(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/19875381_1525324934190447_3524310630607327197_n.jpg?oh=0705edb41ce77bd0b612abc3328ee706&oe=5A08132A)

(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/13344586_10208818271946826_4446266590931619873_n.jpg?oh=785bcf2f65940027f0f7c17708896a4d&oe=5A094A8F)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:21:31 Do. 27.Juli 2017
Zitat
Jeff Bezos ist jetzt der reichste Mensch der Welt

Ein Kursanstieg katapultiert Jeff Bezos auf den Spitzenplatz unter den Superreichen. Das Vermögen des Amazon-Chefs: 90,5 Milliarden Dollar.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/jeff-bezos-ist-laut-forbes-der-reichste-mann-der-welt-a-1160039.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/jeff-bezos-ist-laut-forbes-der-reichste-mann-der-welt-a-1160039.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:56:38 Do. 14.September 2017
Zitat
Kampagne „Make Amazon Pay-Block Blackfriday“ am 24.11.17
Aktionswoche zur Unterstützung der Streikenden bei Amazon


(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/09/amazon241117.jpg)
Kampagne „Make Amazon Pay-Block Blackfriday

Aktionswoche zur Unterstützung der Streikenden bei Amazon“Seit fast vier Jahren kämpfen Beschäftige bei Amazon für die Anerkennung ihrer Forderungen gegenüber der Unternehmensleitung. Längst geht es dabei nicht mehr nur um wenige Euro mehr Lohn, die ein Tarifvertrag absichern würde, sondern um krankmachende Arbeitsbedingungen, entwürdigende Kontrolle und die Respektlosigkeit des Managements. Mit einer Aktionswoche rund um den Black Friday am 24.11.17 (Amazons internationalem Schnäppchen-Tag) wollen wir die kämpfenden Belegschaften unterstützen. Am Black Friday wollen wir die Wirkung vorweihnachtlicher Streiks durch die Blockade eines Amazon-Standorts verstärken. Das Innenstadt-Verteilzentrum im Berliner Kudamm-Karree garantiert eine Zustellung der dort lagernden Produkte innerhalb von zwei Stunden (für Prime-Kund*innen sogar innerhalb einer Stunde). Eine in den engen Seitenstraßen durchaus angreifbare Garantie! Solidarische Amazon-Kund*innen schicken in dieser Woche vermehrt (versandkostenfreie) Bestellungen ab und wieder zurück und legen den Retouren solidarische Botschaften an die Belegschaft bei. Weitere solidarische Aktivitäten sind zu erwarten. (…) Wir sollten die Kämpfe der picker und packer, die Beschäftigen in der Warenannahme, in Lager und Versand bei Amazon als politisches Feld mit wachsender Bedeutung begreifen…
https://blackfriday.blackblogs.org/ (https://blackfriday.blackblogs.org/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:07:25 Mi. 20.September 2017
Kann Alibaba in Deutschland Amazon wirklich die Stirn bieten?
http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/brandindex-kann-alibaba-in-deutschland-amazon-wirklich-die-stirn-bieten/19946766-all.html (http://www.wiwo.de/unternehmen/handel/brandindex-kann-alibaba-in-deutschland-amazon-wirklich-die-stirn-bieten/19946766-all.html)

Amazon oder Alibaba, welcher Wahnsinn wird uns beherrschen?
Kapitalismus im Endstadium?

Quizfrage: Wer ist der Verrückteste, Jack Ma, Jeff Bezos oder Trump?

Kapitalismus im Endstadium, Fetisch pur. Der Chef (Jack Ma) als Heilsbringer und
Superman. Video von einer Betriebsfeier des Managers von alibaba (das
chinesische amazon).
 
http://youtu.be/Z5VMX1CznCg (http://youtu.be/Z5VMX1CznCg)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:03:12 Do. 28.September 2017
Zitat
Streik: Amazon-Beschäftigte wollen Gamer auf Fifa 18 warten lassen

Während die Auslieferung von Fifa 18 vorbereitet wird, gibt es Streiks in vier Versandzentren bei Amazon. So wie die Spieler auf das Sportspiel warten laut Verdi die Beschäftigten auf bessere Arbeitsbedingungen.

(https://www.golem.de/1612/sp_125181-132215-i_rc.jpg)

Beschäftigte in den Versandzentren von Amazon sind an vier Standorten in den Streik getreten. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 28. September 2017 bekannt. Im Ausstand sind Lagerarbeiter in Rheinberg, Werne, Leipzig und in Graben bei Augsburg. Die Streiks werden bis Samstagabend andauern.

Morgen erscheint das Fußballspiel Fifa 18 des Herstellers Electronic Arts und Amazon garantiert eine Lieferung am Erscheinungstermin. "Das wollen wir in Frage stellen. So wie viele Spielerinnen und Spieler auf die Auslieferung des neuen Fifa-Spiels warten, warten die Beschäftigten auf faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen", sagte die Landesbezirksfachbereichsleiterin für Handel bei Verdi in Nordrhein-Westfalen, Silke Zimmer.

 Bei den Streiks bei Amazon geht es den Beschäftigten seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen.
Verdi: Streik bewirkte Lohnerhöhung

"Bei Amazon wurden die Entgelte um rund 2,1 Prozent erhöht, dies ist eine Reaktion auf die Streiks. Die Erhöhung reicht nicht aus, Urlaubsgeld fehlt komplett und das Weihnachtsgeld ist deutlich unter der Branche", erklärte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider aus Leipzig. 1.058 Euro Weihnachtsgeld, 1.121 Euro Urlaubsgeld, eine 38-Stundenwoche und sechs Wochen Urlaub seien aktuell in der Branche üblich.

Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de: "Dem Streikaufruf folgt nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter in den Logistikzentren. Weder für Fifa18 noch für andere Produkte gibt es Auswirkungen auf das Lieferversprechen."

Amazon verweigert die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Der Online-Händler hat aber in den vergangenen drei Jahren die Gehälter und Löhne immer wieder etwas erhöht. Laut Konzerndarstellung erhalten die Beschäftigten Boni, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, einen Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt 28 Arbeitstage Urlaub.

Verdi-Sprecherin Franziska Brandstädter sagte die Streikbeteiligung liegt bei etwa 1.300.
https://www.golem.de/news/streik-amazon-beschaeftigte-wollen-gamer-auf-fifa-18-warten-lassen-1709-130321.html (https://www.golem.de/news/streik-amazon-beschaeftigte-wollen-gamer-auf-fifa-18-warten-lassen-1709-130321.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:17:43 Mo. 02.Oktober 2017
Zitat
Streik bei Amazon geht nach 26-Cent-Lohnerhöhung weiter

Eine Lohnerhöhung hat bei Amazon nicht zum Ende der jahrelangen Arbeitskämpfe geführt. Am heutigen Montag wird an sechs großen Amazon-Standorten wieder gestreikt.


(https://www.golem.de/1710/sp_130378-146777-i_rc.jpg)

An sechs großen Amazon-Standorten wird am heutigen Montag erneut gestreikt. Vom Arbeitskampf betroffen werden die Standorte in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz sein, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Zuvor hatte der Konzern die Löhne ab 1. September 2017 geringfügig erhöht. Wie in einer Facebook-Gruppe für den Standort Rheinberg zu erfahren war, betrug die Lohnerhöhung für die unteren Lohngruppen 26 Cent pro Stunde. Die Leads genannten Teamleiter bekommen eine Erhöhung von 50 Cent in der Stunde. "Der Geschäftsführer soll bei der Vorstellung dann versucht haben, einen abstrusen Vergleich zum Tarifvertrag des Einzelhandels zu ziehen. Nachfragen ließ er in der Versammlung leider nicht zu", ist bei Facebook zu lesen.

Die Beschäftigten von Amazon ließen sich "nicht mit Almosen abspeisen", sagte Amazon-Konzernbetreuer Thomas Voß von Verdi. 1.058 Euro Weihnachtsgeld, 1.121 Euro Urlaubsgeld, eine 38-Stundenwoche und sechs Wochen Urlaub sind laut Verdi aktuell in der Branche üblich. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon derzeit komplett und das Weihnachtsgeld ist deutlich unter der Branchendurchschnitt. Bei Amazon in Rheinberg und Werne ist es der Gewerkschaft zufolge der erste viertägige Streik an beiden Standorten.

Amazon: Streiks haben nie Auswirkungen

"Der Streik der vergangenen Woche war sehr erfolgreich. Das Unternehmen musste Kunden Briefe schicken, dass das Fifa-Spiel nicht rechtzeitig geliefert werden kann und stattdessen ein 5-Euro-Gutschein zur Verfügung gestellt wird. So ist das bei Amazon, die Kunden warten auf ihr Spiel und die Beschäftigten auf den Tarifvertrag", erklärte Silke Zimmer, Verdi-Landesfachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen. Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de dagegen, der Ausstand habe keinen Einfluss auf das Lieferversprechen.

Amazon verweigert die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Der Onlinehändler erhöhte die Gehälter und Löhne in den vergangenen drei Jahren aber immer wieder leicht. Laut Konzerndarstellung erhalten die Beschäftigten Boni, Weihnachtsgeld, Mitarbeiteraktien, Gratisversicherungen, einen Pensionsfonds und Mitarbeiterrabatte. Amazon zahlt kein Urlaubsgeld und gewährt 28 Arbeitstage Urlaub.
https://www.golem.de/news/26-cent-streik-bei-amazon-geht-nach-26-cent-lohnerhoehung-weiter-1710-130378.html (https://www.golem.de/news/26-cent-streik-bei-amazon-geht-nach-26-cent-lohnerhoehung-weiter-1710-130378.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 18:47:32 Do. 09.November 2017
Glückwunsch!

Zitat
9.11.17
Die Logistics Hall of Fame bekommt ein weiteres prominentes Mitglied. Jeff Bezos, Amazon-Gründer und Internetpionier, hat den Sprung unter die berühmtesten Logistiker der Welt geschafft. Der U.S.-Amerikaner wurde als „Revolutionär von E-Commerce und Logistik“ in die Ruhmeshalle der Logistik gewählt. Offiziell aufgenommen wird Bezos am 9. November anlässlich des jährlichen Logistics Hall of Fame-Gala-Empfangs im Erich-Klausener-Saal des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin.
http://www.logisticshalloffame.net/de/blog-de/jeff-bezos-zieht-in-weltruhmeshalle-der-logistik-ein (http://www.logisticshalloffame.net/de/blog-de/jeff-bezos-zieht-in-weltruhmeshalle-der-logistik-ein)

Zitat
Alexander Dobrindt, MdB
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur
Schirmherr der Logistics Hall of Fame
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08:55:36 Sa. 11.November 2017
Zitat
Amazon spannt Berliner als Postboten ein
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/11/Amazon-Flex-Berlin-gestartet-Uberisiert.html (https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/11/Amazon-Flex-Berlin-gestartet-Uberisiert.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:47:08 Sa. 18.November 2017
Zitat
(https://abload.de/img/blackfridayjtkpg.jpg) (http://abload.de/image.php?img=blackfridayjtkpg.jpg)

Kampagne „Make Amazon Pay-Block Blackfriday“ am 24.11.17 – Aktionswoche zur Unterstützung der Streikenden bei Amazon


“Seit fast vier Jahren kämpfen Beschäftige bei Amazon für die Anerkennung ihrer Forderungen gegenüber der Unternehmensleitung. Längst geht es dabei nicht mehr nur um wenige Euro mehr Lohn, die ein Tarifvertrag absichern würde, sondern um krankmachende Arbeitsbedingungen, entwürdigende Kontrolle und die Respektlosigkeit des Managements. Mit einer Aktionswoche rund um den Black Friday am 24.11.17 (Amazons internationalem Schnäppchen-Tag) wollen wir die kämpfenden Belegschaften unterstützen. Am Black Friday wollen wir die Wirkung vorweihnachtlicher Streiks durch die Blockade eines Amazon-Standorts verstärken. Das Innenstadt-Verteilzentrum im Berliner Kudamm-Karree garantiert eine Zustellung der dort lagernden Produkte innerhalb von zwei Stunden (für Prime-Kund*innen sogar innerhalb einer Stunde). Eine in den engen Seitenstraßen durchaus angreifbare Garantie! Solidarische Amazon-Kund*innen schicken in dieser Woche vermehrt (versandkostenfreie) Bestellungen ab und wieder zurück und legen den Retouren solidarische Botschaften an die Belegschaft bei. Weitere solidarische Aktivitäten sind zu erwarten. (…) Wir sollten die Kämpfe der picker und packer, die Beschäftigen in der Warenannahme, in Lager und Versand bei Amazon als politisches Feld mit wachsender Bedeutung begreifen…”

Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf aufmerksam gemacht, daß die im Dossier verlinkten Aktionsseiten https://blackfriday.blackblogs.org/ (https://blackfriday.blackblogs.org/)  und https://makeamazonpay.org/ (https://makeamazonpay.org/)  dauerhaft nicht erreichbar sind – mit durchaus relevanten Folgen für die Kampagne, schon allein wegen der Übersicht aller bundesweiten Planungen…
Interessanterweise sind die Seiten auch nicht rekonstruierbar über das “Internet-Archiv” https://web.archive.org/ (https://web.archive.org/)  – schon aus Eigeninteresse??? Denn die Wayback Machine wird von ALEXA betrieben und ALEXA gehört AMAZON, siehe Wikipedia  und bei Wikipedia genannte (Alexa-)Urheber Brewster Kahle  ist identisch mit dem Urheber des Achives… ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
http://www.labournet.de/politik/gw/zielgruppen/prekaere/kampagne-make-amazon-pay-block-blackfriday-24-11-17-aktionswoche-zur-unterstuetzung-der-streikenden-bei-amazon/ (http://www.labournet.de/politik/gw/zielgruppen/prekaere/kampagne-make-amazon-pay-block-blackfriday-24-11-17-aktionswoche-zur-unterstuetzung-der-streikenden-bei-amazon/)

Zitat
Amazonstreik geht in die nächste Runde
Im Kampf gegen den Algorithmus

Ein autonomes Protestbündnis will Amazon das Vorweihnachtsgeschäft vermiesen – zur Unterstützung der streikenden Gewerkschafter.


(http://www.taz.de/picture/2390566/624/39959158.jpeg)
Streikende Mitarbeiter blockieren eine Zufahrt des Logistikcenters in Bad Hersfeld

Zum Start des Vorweihnachtsgeschäfts des Internetkonzerns Amazon kündigt die Gewerkschaft Verdi weitere Streiks an. Und das linksautonome „Make Amazon Pay“-Bündnis ruft für kommende Woche zur Unterstützung der Streikenden auf. Mit einer Aktionswoche will das Bündnis gegen die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen im Zuge der Digitalisierung protestieren.

Amazon ist Marktführer im Internetversandhandel. Dem Umsatz nach rangiert der Konzern auf Platz 26 der größten Unternehmen der Welt. In Deutschland hat er mehr als 16.000 Mitarbeiter. Amazon ist stolz auf seine technologische Vorreiterrolle. Die Warenlager sind nach einem computergesteuerten Chaosprinzip angeordnet. Nur der Handscanner der sogenannten Picker kennt den Standort der zahllosen Artikel und gibt den Mitarbeitern Anweisungen, wie sie die Waren für die Auslieferung finden.

Allen technologischen Erfolgsmeldungen zum Trotz: Es sind Menschen, die die Lieferung der Produkte per Mausklick möglich machen. Und die werden durch die digitale Aufzeichnung, Zergliederung und Planung der Arbeitsprozesse zunehmend austauschbar gemacht.

Durch computeroptimierte Laufwege und die Echtzeiterfassung jedes Handgriffes und jeder verbrachten Arbeitsminute stehen Amazon zudem neue Methoden zur Kontrolle der Beschäftigten zur Verfügung. Jede Abweichung vom algorithmisch perfekten Arbeitsplan wird registriert.

Der Gesundheitswettbewerb

Vor diesem Hintergrund kämpft Verdi für Tarifverträge an den Amazon-Standorten. Doch seit vier Jahren verweigert Amazon hartnäckig die Aufnahme von Verhandlungen, daher kommt es immer wieder zu Streiks. „Amazon will die Beschäftigten vereinzeln, damit sie sich nicht kollektiv für ihre Interessen einsetzen.“ erklärt Thomas Voss von der Gewerkschaft Verdi.

Die gewerkschaftliche Organisierung in dem automatisierten und dennoch arbeitsintensiven Bereich ist schwierig. Amazon beschäftigt zahlreiche Saisonarbeiter, ein Großteil der Verträge ist bis zum 31.12. befristet. Nur die schnellsten Picker und Packer können mit einer Weiterbeschäftigung nach dem Weihnachtsgeschäft rechnen. Der innerbetriebliche Konkurrenzdruck wird zusätzlich durch ein Bonussystem befeuert. Dennoch habe Verdi bei Amazon mittlerweile einen Organisationsgrad von 35 Prozent erreicht, sagt Voss.

Der Kampf der Beschäftigten gehe aber über die Aufnahme von Tarifverhandlungen hinaus. Neben Lohnerhöhungen fordern sie die Erleichterung der Arbeitsbedingungen. Diese führten unter anderem zu einem äußerst hohen Krankenstand, der stellenweise bis zu 20 Prozent erreicht hat, so Voss weiter. Um die bezahlten Krankheitstage zu senken hat sich Amazon eine eigene Strategie ausgedacht, die bestens in die Unternehmensphilosophie passt: Ein Gesundheitsbonus wird an jene Mitarbeiter und Teams ausgezahlt, die die niedrigsten Ausfalltage aufweisen.

Amazons Zukunftsvision

Mit der Aktionswoche möchte das „Make Amazon Pay“-Bündnis die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung zum Diskussionsgegenstand machen. „Es geht nicht um einen Boykott von Amazon“, erklärt Jonathan Schneider für das Aktionsbündnis. Ziel sei, das Arbeitssystem im logistischen Bereich und die von Amazon vertretene Zukunftsvision zu kritisieren. „Noch im Aufbau“ sieht Schneider den Kontakt zu den Vertrauensleuten der Gewerkschaft Verdi.

Hinter dem Bündnis stehen Gruppen aus dem autonomen und postautonomen Umfeld, wie das linksradikale „Ums-Ganze“-Bündnis und die technologiekritische Gruppe Capulco. Die Aktivisten planen einen Besuch bei den Streikenden des Leipziger Standorts. Zudem hoffen sie auf spontane Beteiligung. Die Gewerkschaft IP (Arbeiterintiative), die hunderte Mitarbeiter in Polen organisiert, hat bereits ihre Unterstützung angekündigt.

Als Höhepunkt der Aktionswoche will das Bündnis das Verteilerzentrum am Berliner Kudamm-Karree blockieren. Eine „angreifbare Garantie“ sieht das Bündnis in der Zusicherung von Amazon, Artikel aus dem Verteilerzentrum innerhalb von zwei Stunden zu liefern.

Amazon äußerte sich auf Rückfrage zu den geplanten Protesten gegenüber der taz nicht.
http://www.taz.de/Amazonstreik-geht-in-die-naechste-Runde/ (http://www.taz.de/Amazonstreik-geht-in-die-naechste-Runde/)!5463577/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:34:44 Mi. 22.November 2017
Zitat
(https://abload.de/img/amazonpayqnqdv.png) (http://abload.de/image.php?img=amazonpayqnqdv.png)

Aktionswoche rund um den Black Friday im Rahmen der Kampagne "Make Amazon Pay!
Proteste gegen Arbeitsbedingungen und maschinelle Menschensteuerung bei Amazon in Berlin und Leipzig


Die Aktionswoche vom 20. bis 26.11 der Kampagne "Make Amazon Pay!" ist gestartet. Schon im Vorfeld haben linke Gruppen bundesweit Veranstaltungen zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon organisiert und die Kampagne an verschiedenen Standorten im Bundesgebiet sichtbar gemacht. "Mit der Aktionswoche wollen wir noch einmal an die breite Öffentlichkeit. Dazu werden wir am Freitag das Innenstadtversandlager in Berlin am Kudamm-Karree blockieren und die Streikenden am Standort Leipzig besuchen.", so Maria Reschka, Pressesprecherin der Kampagne. Im Vorfeld der Aktionswoche habe auch ein reger Austausch mit den kämpfenden Belegschaften vor Ort auch über Deutschland hinaus stattgefunden. "Wir sehen uns als solidarischer Partner der anhaltenden betrieblichen Auseinandersetzungen bei Amazon", so Reschka weiter.

Die Aktivist*innen betonen, dass die Gängelungen am Arbeitsplatz, sowie die maschinelle Menschensteuerung durch Überwachung und Verdatung bei Amazon exemplarisch für die Beschäftigungsverhältnisse in der heutigen Arbeitswelt stünden. Amazon habe eine Monopolstellung im Versandhandel und könne daher die Standards für die Bedingungen der Arbeit setzen. Folgen der Arbeit bei Amazon seien Gesundheitsschäden und enorme psychische Belastung.

Maria Reschka führt aus: "Amazon garantiert seinen KundInnen schnelle Lieferungen zu günstigen Preisen. Dieses Versprechen hat unhinnehmbare Zustände im Betrieb zur Folge. Eine Zuspitzung dessen findet diesen Freitag, am Black Friday statt. Amazon garantiert KundInnen in Berlin eine Zustellung innerhalb von zwei Stunden. Diese Garantie werden wir angreifen, indem wir unter Einsatz unserer Körper und kreativer Aktionsmaterialien die Zugänge zum Innenstadtversandlager der Amazon City Logistik Alpha GmbH im Berliner Kudamm-Karree (Kurfürstendamm 206 - 209, 10719 Berlin) blockieren werden."

Die Kampagne wirbt öffentlich für eine Kundgebung um 10.00 Uhr am Savignyplatz unter dem Motto "Block Black Friday". Bei der Blockade in Berlin ginge es um das Blockieren von Waren. "Nach der Aktionswoche werden wir weitermachen und an Seite der kämpfenden Belegschaften einfordern mehr als Daten und Roboter in einem menschengeschaffenen System zu sein. Wir brechen aus Amazons technokratischer Zukunftsvision einer programmierten Gesellschaft aus. Wir streiten für eine Zukunft, die gesellschaftliche Entwicklungen wieder verhandelbar macht!", so Reschka abschließend.

Für weitere Nachfragen
presse@makeamazonpay.org

Homepage
http://www.makeamazonpay.org (http://www.makeamazonpay.org)

Zentrale Aktionstermine zum Black Friday am 24. November
Block black friday: Berlin – 10:00 Savignyplatz
Wir besuchen die Streikenden bei Amazon!: Leipzig – 9:30 Torgauer Platz
https://www.facebook.com/makeamazonpay/photos/a.1916628725030613.1073741828.1912424652117687/1979059585454193/?type=3 (https://www.facebook.com/makeamazonpay/photos/a.1916628725030613.1073741828.1912424652117687/1979059585454193/?type=3)

Zitat
Köln! Die Genoss*innen vom Antifa AK Köln waren heute in der Innenstadt fleißig agitieren - mehr davon!

(https://abload.de/img/amazontisch4eona.jpg) (http://abload.de/image.php?img=amazontisch4eona.jpg)

(https://scontent.ftxl1-1.fna.fbcdn.net/v/t1.0-9/23795684_1575046412554014_3917709852842602878_n.jpg?oh=aa7a70aa15fe754026aa0ca7d2f29e53&oe=5AA8AF7D)
https://www.facebook.com/pg/antifa.ak.koeln/photos/ (https://www.facebook.com/pg/antifa.ak.koeln/photos/)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:43:26 Fr. 24.November 2017
Zitat
Black Friday:
Streiks bei Amazon in Deutschland

Gewerkschaft fordert zu Arbeitsniederlegung auf

24. November 2017

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die Mitarbeiter mehrerer Amazon-Standorte in Deutschland zum Streik aufgerufen. Der Ausstand fällt auf den Rabatttag Black Friday, an dem Einzelhändler mit günstigen Angeboten locken. Verdi fordert den Online-Händler Amazon zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag auf.

Der US-Konzern, der deutschlandweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter beschäftigt, verweigert seit Jahren Gespräche.


An den Arbeitsniederlegungen am "Black Friday" beteiligen sich laut Verdi Beschäftigte an den sechs großen Amazon-Standorten Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg (NRW), Werne (NRW), Graben (Bayern) und Koblenz (Rheinland-Pfalz).
Streik bis Samstag

Bei Amazon in Leipzig hätten Mitarbeiter seit 0 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, für 10 Uhr sei eine Kundgebung vor dem Standort geplant. Der Streik solle bis zum Ende der Spätschicht am Samstag dauern.

Seit 2013 liefert sich die Gewerkschaft einen Tarifstreit mit dem Internetversandhändler. "Die Beschäftigten gehören besonders an einem Tag wie dem Black Friday in den Mittelpunkt gestellt", sagte der Leipziger Verdi-Streikeiter Ronny Streich: "Im Dienste von Jeff Bezos und der Kunden sollen sie zum Black Friday Höchstleistungen erbringen und dies unter Arbeitsbedingungen, die auf Dauer krank machen. Daran muss sich etwas ändern und Amazon muss sich endlich dieser Verantwortung stellen." Jeff Bezos ist der Amazon-Gründer.
https://www.derstandard.de/story/2000068407965/black-friday-streiks-bei-amazon-in-deutschland (https://www.derstandard.de/story/2000068407965/black-friday-streiks-bei-amazon-in-deutschland)

Zitat
(https://www.rbb24.de/content/dam/rbb/rbb/rbb24/2017/2017_11/dpa-News/Neu_protest_gegen_Amazom_55455215.jpg.jpg/rendition=cq5dam.web.1280.1280.jpeg/size=708x398.jpg)

Protest für Arbeitnehmerschutz
Amazon-Beschäftigte nutzen "Black Friday" für Protest

"Black Friday" - in den USA wird an diesem freien Tag nach Thanksgiving groß eingekauft. Und auch Amazon ruft hierzulande zum Shoppen auf. Aktivisten aber nutzten den Tag für einen Protest gegen die Arbeitnehmerpolitik von Amazon mitten in Charlottenburg.


Freitags einkaufen? Ja, aber nicht bei Amazon, weil Amazon schlecht zahlt! - So lässt sich die Demo von Aktivisten auf dem Kurfürstendamm am Freitag überschreiben. Mit ihrem Protest wollten die Demonstranten nach Angaben der Initiatoren auf die Zusatzbelastungen aufmerksam machen, die Amazon seinen Mitarbeitern im Weihnachtsgeschäft aufbürde.

Start des Protests am Freitagmorgen war das Kudamm-Karree. Die Aktivisten wollten nach eigenen Angaben das hier befindliche Amazon-Verteilerzentrum blockieren, denn von dort beliefert der Versandhändler viele seiner Berliner Kunden. Zudem gab es einen Demonstrationszug über die Kantstraße von West nach Ost - also vom Savignyplatz bis zur Ecke Uhlandstraße.

Zeitweise 600 Beamte im Einsatz

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 600 Beamten vor Ort. Sprecher Carsten Müller sagte rbb|24, dieses Aufgebot sei hier zunächst eingesetzt worden, weil der Protest an einem "zentralen Standort der City-West" stattfand, die Demo gesichert und gleichzeitig der Verkehr umgeleitet und geregelt werden musste. "Zeitnah" seien dann im Verlauf der Demo auch die Einsatzkräfte reduziert worden, so Müller. Rund 100 Aktivisten und Unterstützer zählte die Polizei bei der Kundgebung und dem anschließenden Protestzug. Die Polizei sprach am Vormittag von einem "Verlauf ohne Störungen".

Nach Angaben der Berliner Polizei hatte die Kundgebung den Titel "Solidarität mit den Beschäftigen von Amazon". Sie wurde nach Polizeiangeben von einer Privatperson angemeldet und lief ohne offizielle Beteiligung von Verdi. Parallel allerdings rief die Dienstleistungsgewerkschaft auch an anderen Amazon-Standorten zu Demonstrationen und Streiks auf - in Hessen, Sachsen, NRW, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Die Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass Amazon mit Rabatten und schneller Lieferung werbe, den eigenen Mitarbeitern aber überwiegend nicht einmal ein tarifliches Weihnachtsgeld zahle. Die Zusatzbelastung vor den Feiertagen gehe zu Lasten der Belegschaft, Amazon aber verweigere sich einem Tarifvertrag für den Versandhandel.

Auch wenn Verdi nicht direkt beteiligt war - nach Angaben des Pressesprechers des Verdi-Landesbezirks, Andreas Splanemann, hatte die Aktion die volle Unterstützung der Gewerkschaft. "An bundesweit mehreren Standorten von Amazon laufen auch Streiks, in Berlin aber gibt es eben nur dieses eine Verteilzentrum und am Amazon-Standort in Brieselang ist die Verdi-Mitgliederstruktur noch am Wachsen, doch gibt es hier noch keine Streikfähigkeit", sagte Splanemann rbb|24.

Für Amazon arbeiten bundesweit mehr als 12.000 festangestellte Mitarbeiter.

Unterstützt wurde der Protest unter anderem von Abgeordneten der Linksfraktion. Die Abgeordnete Sabine Leidig, Mitglied im Bundesvorstands der Partei, gehörte zu den Aktivisten des Aktionen in Charlottenburg und sie twitterte, die Demo sei ein Protest "gegen Ausbeutung und für gerechte Arbeitsverhältnisse bei Amazon in Berlin".

Der Protest fällt zusammen mit dem "Black Friday", einer aus dem Handel der USA herübergeschwappten Aktion der Einzelhändler. Dieser "Black Friday" ist in den USA ein sogenannter Brückentag, also der Übergangstag zwischen dem Wochenende und einem Feiertag, in diesem Fall ist es der dort den Arbeitnehmern gewährte freie Tag aus Anlass des Thanksgiving-Festes.

Auch in Deutschland locken bereits seit Jahren viele Händler an diesem Tag mit Rabatten, auch wenn hier Thanksgiving kein Feiertag ist und nur wenige Menschen in Deutschland den Tag als Feiertag begehen.

"Kauf nix"-Tag als Gegenbewegung zum "Black Friday"


Der von vielen, vor allem großen, Einzelhändlern für Werbeaktionen genutzte "Black Friday" hat allerdings auch kämpferische Gegner. Eine der prominentesten Aktionen ist der so genannte "Kauf-Nix-Tag" (englisch: Buy Nothing Day). Damit richten sich die Aktivisten gegen die mit massiven Rabataktionen angefeuerten Verkaufsaktionen. Sie nennen diesen Tag einen "konsumkritischen Aktionstag". Sie rufen zu einem 24-stündigen Konsumverzicht auf und fordern ein auf Nachhaltigkeit abzielendes Kaufverhalten jedes Einzelnen.
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/11/black-friday-amazon-prostest-thanksgiving-kudamm-beschaeftigte-.html (https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2017/11/black-friday-amazon-prostest-thanksgiving-kudamm-beschaeftigte-.html)


Zitat
"Black Friday"-Protest
Massive Polizei-Präsenz bei Demonstration gegen Amazon

Die Demonstranten wollten ein Verteilerzentrum in der City West blockieren. Der Kudamm wurde zeitweise gesperrt.


(https://img.morgenpost.de/img/incoming/crop212640521/4862601490-w820-cv16_9-q85/amazon.jpg)
Demonstranten und Polizisten am Freitag in der City West

Berlin. Ein Protest gegen den Online-Versandhändler Amazon ist am Freitagvormittag durch Charlottenburg gezogen. Etwa 100 Demonstranten starteten gegen 11.30 Uhr am Savignyplatz und liefen durch die City West, begleitet von einem massiven Polizei-Aufgebot. Eine Polizeisprecherin sagte am Vormittag, etwa 600 Beamte seien im Einsatz. Die Stimmung war friedlich. Reporter der Morgenpost berichteten, unter den Teilnehmern hätten sich vereinzelt auch vermummte Personen befunden.

(https://img.morgenpost.de/img/incoming/origs212639681/25784381-w619-h960-q85/amauon2.jpg)

Die Veranstaltung unter dem Motto "Make Amazon Pay" hatte sich laut eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, das Amazon-Verteilerzentrum im Kudamm-Karree zu blockieren. Von dort beliefert der Versandhändler seine innerstädtischen Kunden. Die Polizei gestattete den Demo-Teilnehmern, an dem Verteilerzentrum vorbeizuziehen, allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Zu einer kleinen Kundgebung kam es kurz vor 12 Uhr am Kudamm Ecke Uhlandstraße mit etwa 30 Teilnehmern.


Demonstranten versuchten dort, Lieferfahrzeuge an der Weiterfahrt zu hindern, wurden aber von Polizisten immer wieder sofort von der Straße geschoben. Einige Demonstranten blockierten die Kreuzung und skandierten Parolen. Die Zufahrten zu dem Verteilerzentrum wurden von der Polizei abgesperrt, um Störungen durch Demonstranten zu verhindern.

(https://img.morgenpost.de/img/incoming/origs212639545/699843281-w619-h960-q85/DSC-1495.jpg)
Der Kurfürstendamm wurde am Mittag zeitweise abgesperrt. Zu Problemen kam es auch im Bus-Betrieb. Laut BVG gibt es Einschränkungen auf den Linien X10, M19, M29, 109, 110 und 249:

Erst in der Nacht zu Donnerstag waren in Kreuzberg und in Friedrichshain zwei Amazon-Transporter von Unbekannten angezündet worden.

Aufgerufen zu den deutschlandweiten Protesten und Streiks hatte die Gewerkschaft Verdi. Der Ausstand fällt auf den Rabatt-Tag "Black Friday" , an dem Einzelhändler bundesweit mit günstigen Angeboten locken. Anlass sind die Zusatzbelastungen, die Amazon seinen Mitarbeitern laut Verdi zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes zumutet.

Der "Black Friday" stammt aus den USA. Er fällt immer auf den Tag nach dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving. Auch in Deutschland locken an jenem Tag immer mehr Händler mit Rabatten; Amazon erhofft sich erhöhte Umsätze zum Start in die Weihnachtssaison. Extra für das Weihnachtsgeschäft hatte der Konzern im Oktober 13.000 befristete Mitarbeiterstellen an seinen deutschen Logistikzentren ausgeschrieben
https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article212638613/Demonstration-gegen-Amazon-startet-in-der-City-West.html (https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article212638613/Demonstration-gegen-Amazon-startet-in-der-City-West.html)

Zitat
Am "Black Friday" lockt auch Amazon mit Schnäppchen. Für die Gewerkschaft ver.di war es Anlass zu einem erneuten bundesweiten Streik.

Beim Versandhändler Amazon ist erneut bundesweit gestreikt worden. Der Ausstand fiel auf den Rabatt-Tag "Black Friday", an dem Einzelhändler mit günstigen Angeboten locken. Gestreikt wurde an den sechs großen Amazon-Standorten in Deutschland. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich 2.300 Amazon-Mitarbeiter an den Streiks.

Ver.di fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Der US-Konzern verweigert seit Jahren Gespräche darüber.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/am-rabatt-tag--black-friday--bundesweite-streiks-bei-amazon-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/am-rabatt-tag--black-friday--bundesweite-streiks-bei-amazon-100.html)

Zitat
Zahltag für Amazon
Streiks gegen Versandhändler in mehreren Städten und Blockade in Berlin


So hat sich der Onlineversandhändler Amazon den Schnäppchentag »Black Friday« vermutlich nicht vorgestellt: In mehreren Städten beteiligten sich am Freitag Hunderte Gewerkschafter, Mitarbeiter und linke Aktivisten an Protestaktionen und Streiks. Damit sollte auf die schlechten Arbeitsbedingungen, den fehlenden Tarifvertrag sowie die Rolle des US-Konzerns im digitalen Kapitalismus aufmerksam gemacht werden.

In Berlin blockierten etwa 150 Aktivisten vom linksradikalen Bündnis »Make Amazon Pay« am Mittag für einige Stunden die Zugänge zum Innenstadtversandlager im Kudamm-Karree. »Wir wollen zeigen, dass die Logistik im digitalen Kapitalismus und damit auch Amazon als großer Player angreifbar und störbar sind«, sagte der Sprecher der Initiative, Jonathan Schneider, gegenüber »nd«.

Die Polizei war mit zahlreichen Beamten vertreten und sorgte mit abgesperrten Straßen selbst dafür, dass der Warentransport nur noch eingeschränkt erfolgen konnte. Zumindest an einem der beiden Blockadepunkte ließen die Beamten jedoch weiterhin Fahrzeuge passieren. Bei den Versuchen, vor den Absperrgittern eine Mauer aus Kartons aufzubauen und einen zweiten Zugangsweg zu blockieren, sowie bei der Abschlussdemonstration kam es kurzzeitig zu Rangeleien mit der Polizei. Die Beamten nahmen eine Person fest.

Bereits am Vormittag hatten sich die Demonstranten am Savigny-Platz mit Regenschirmen und Dutzenden Kartons versammelt. Flugblätter, Transparente und Papputensilien mussten einzeln der Polizei zur Überprüfung gezeigt werden. Mit Parolen wie »Auf zu neuen Taten - Amazon verraten« oder »Gegen den Staat und Amazon« zog die Gruppe durch den relativ wohlhabenden Stadtteil Charlottenburg zum Kudamm-Karree. Die LINKEN-Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig nahm ebenfalls an der Demonstration teil.

Make Amazon Pay

Eine Delegation der polnischen Basisgewerkschaft Arbeiter-Inititive aus Poznań unterstützte die Protestaktion. »Wir müssen uns international vernetzen, da Amazon einfach in ein anderes Land weiterziehen kann, sobald sich der Druck erhöht«, sagte der Mitarbeiter Michal Kubick gegenüber »nd«. Zweimal im Jahr träfen sich Gewerkschafter und Unterstützer aus Polen, Deutschland und Frankreich, um sich auszutauschen und Strategien zu planen. Nach eigener Aussage beträgt der Stundenlohn bei Amazon in Polen vier Euro. Die Toilettenpausen würde man vom Lohn abziehen.

Eine offizielle Unterstützung durch ver.di oder Mitarbeiter war in Berlin nicht zu vernehmen, doch Initiativensprecher Schneider erklärte, dass man mit der Gewerkschaft Kontakt halte. »Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu ver.di.« Man könne dafür als Bündnis Kritik üben, die über die der Gewerkschaft hinausgehe. »Wir kritisieren auch die Vorreiterrolle des Konzerns in der Datenspeicherung - Amazon greift nicht nur in den Alltag und das Leben der Beschäftigten ein, sondern auch in das, von uns allen.« Hinter »Make Amazon Pay« steht vor allem das postautonome »Ums-Ganze«-Bündnis, das in der vergangenen Woche entsprechende Veranstaltungen durchgeführt hatte.

Erst in der Nacht zu Donnerstag hatten Unbekannte in Berlin drei Amazon-Transporter zerstört und das Wort »Streik« hinterlassen. In einer auf Indymedia veröffentlichten Erklärung hieß es von »autonomen Gruppen«: »Wir haben keinen Bock darauf, durch Informationen regierbar zu sein.« Man solidarisiere sich daher mit den Streikenden. Der Konflikt um die Amazon-Arbeiter sei aber nur »ein Ausschnitt des gigantischen Problems des Wandels der Arbeitswelt, der Vereinzelung der Kampffelder und der Isolierung der Kämpfenden.«

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Kundgebung in Leipzig vor dem Amazon-Standort. Die Gewerkschaft Ver.di hat am Freitag die Mitarbeiter mehrerer Amazon-Standorte in Deutschland zum Streik aufgerufen.

Auch in weiteren Städten gab es am Freitag Aktionen gegen Amazon. Gestreikt wurde etwa an den Logistikstandorten Leipzig, Koblenz, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne und Graben. Laut ver.di beteiligten sich erstmals auch Beschäftigte am norditalienischen Standort Piacenza nahe Mailand an dem Ausstand. Ronny Streich, ver.di-Streikleiter bei Amazon in Leipzig, erklärte: »Im Dienste von Jeff Bezos und der Kunden sollen die Mitarbeiter zum ›Black Friday‹ Höchstleistungen erbringen und dies unter Arbeitsbedingungen, die auf Dauer krank machen.« Jeff Bezos ist der Chef des US-Konzerns.

In Leipzig gab es laut der Initiative »Make Amazon Pay« ebenfalls eine kurzzeitige Blockadeaktion. Videos zeigten Dutzende Menschen, die auf eine Zufahrtsstraße laufen. Es hätte dadurch einen »massiven Rückstau« gegeben. Offenbar mussten mehrere LKWs ihre Fahrten pausieren.

Ver.di fordert bereits seit rund viereinhalb Jahren eine Bezahlung der Beschäftigten nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels sowie bessere Arbeitsbedingungen. Amazon mit bundesweit mehr als 12 000 Mitarbeitern, verweigert aber Gespräche.

Der »Black Friday« stammt aus den USA. Er fällt immer auf den Tag nach dem Feiertag Thanksgiving. Für die Amerikaner ist das ein Brückentag, den sie gerne für Weihnachtseinkäufe nutzen. Auch immer mehr Händler in Deutschland sind bei der Rabattaktion dabei.

Der Online-Händler erklärte zu den neuerlichen Streiks, diese hätten »keinen Einfluss« auf die Abläufe gehabt. »Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer Arbeitgeber sein kann«, so der Konzern. In Anspielung auf den »Black Friday« sagte indes der LINKEN-Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser: Solange die Beschäftigten keinen Tarifvertrag hätten, sei für sie »jeder Tag ein schwarzer Tag«.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1071264.streik-gegen-amazon-zahltag-fuer-amazon.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1071264.streik-gegen-amazon-zahltag-fuer-amazon.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:21:14 So. 26.November 2017
Zitat
Warum Amazon-Mitarbeiter am "Black Friday" streiken
"Das Unternehmen reduziert uns zum Teil der Maschine, wir sollen einfach nur eine Lücke ausfüllen zwischen Computersystem und Regal."


(https://abload.de/img/1511532777836-imago833s6t.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=1511532777836-imago833s6t.jpeg)
Ein Amazon-Logistikzentrum in Spanien

Seit 6 Uhr morgens wird zurückreduziert. Der Onlineversandhändler Amazon hat den heutigen Freitag zum "Black Friday" erklärt. Alle fünf Minuten werden den Kunden neue "Blitzangebote" unterbreitet: Grillhandschuhe, Funksteckdosen, Babykostwärmer. Das eine Produkt bekommt man 20 Prozent günstiger, das andere sogar 40 Prozent. Genau einen Monat vor Heiligabend räumt Amazon die Lager leer. So zumindest der Plan. Das Problem: Die Beschäftigten und die Gewerkschaft Verdi bestreiken Teile des deutschen Betriebs. Sie wollen die "Black Friday"-Auslieferungen verzögern und so Amazon endlich und erstmals zu Verhandlungen mit seinen Beschäftigten bewegen.

Derzeit betreibt Amazon elf Logistikzentren an zehn Standorten in Deutschland. Über 12.000 festangestellte Mitarbeiter arbeiten dort laut Unternehmensangaben. Im Februar dieses Jahres kündigte Amazon an, dass bis Ende 2017 sogar 16.500 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen. Für das Weihnachtsgeschäft will das Unternehmen zusätzlich nochmals 13.000 Saisonarbeiter kurzfristig einstellen.

Die Arbeit, die Interessierte dort erwartet, beschreibt Mitarbeiter Christian Krähling so:

"Das Unternehmen reduziert uns zum Teil der Maschine, wir sollen einfach nur eine Lücke ausfüllen zwischen Computersystem und Regal."

Krähling ist Streikführer am größeren von zwei Lieferzentren im hessischen Bad Hersfeld. VICE erreicht ihn nach der Streikversammlung. Jeder Zehnte der insgesamt 5.000 Beschäftigten beteilige sich am Streik, sagt Krähling. Allerdings sind an dem Standort bereits mehr als die Hälfte aller Beschäftigten Saisonkräfte. Dafür wurde in Leipzig, Graben und Rheinberg ebenfalls die Arbeit unterbrochen.

Amazon-Mitarbeiter streiken regelmäßig. Zuletzt Ende September dieses Jahres, als das Videospiel "FIFA 18" ausgeliefert werden sollte. Und eben jetzt wieder. Die FAZ, seit jeher Verlautbarungsorgan des deutschen Arbeiterkampfs, kommentiert die aktuellen Aktionen mit: "Und täglich grüßt das Murmeltier".

Christian Krähling sagt, die Arbeiter hätten in den letzten Jahren durch die Streiks etliche Verbesserungen erreicht, etwa mehrere "relativ moderate" Lohnerhöhungen und ein Weihnachtsgeld. Die Geschäftsleitung hätte sich immer bemüht, den Streikenden entgegenzukommen, sagt Krähling. Auch der Betriebsrat sei durch die zahlreichen Aktionen handlungsfähiger geworden. Bis heute ist Amazon keinem Arbeitergeberverband beigetreten und hat nie direkt mit den Gewerkschaften und Arbeitern verhandelt. Genau das ist aber nun die wichtigste Forderung der Streikenden.

(https://abload.de/img/1511532615592-mitarbtksuc.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=1511532615592-mitarbtksuc.jpeg)
Glücklich am Produktescannen, so zeigt Amazon seine Mitarbeiter auf Pressefotos | Foto: Amazon Deutschland

Neben dem Geld geht es den Mitarbeitern um das Klima im Betrieb. Krähling sagt, das Unternehmen kontrolliere seine Angestellten permanent. "Es gibt häufig Abmahnungen wegen Nichtigkeiten, etwa weil jemand 10 Sekunden zu früh seinen Arbeitsplatz verlassen hat." Amazon sei auf Zahlen fixiert, auf Einheiten, die pro Stunden zu schaffen sind. Der Mensch habe da oft das Nachsehen, sagt der Gewerkschafter. "Viele resignieren dann, sie bleiben im Unternehmen, kündigen aber innerlich. Andere gehen in den Widerstand. Und wieder andere nehmen das alles so hin."

Den Erfolg von Amazon haben die Arbeitsbedingungen nicht geschmälert, vermutlich haben die geringen Personalkosten ihn sogar eher gefördert. Die Firma aus Seattle ist das viertwertvollste Unternehmen der Welt. Auch weil das Geschäft in Deutschland so gut läuft. Mehr als jeder zweite Deutsche bestellt regelmäßig bei Amazon. Seinen Umsatz hat der Konzern im letzten Jahr um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert – auf umgerechnet rund 13,3 Milliarden Euro. Der gesamte deutsche Einzelhandel, zu dem auch Amazon gehört, setzte im selben Zeitraum 486,5 Milliarden Euro um.

Erstmals erhalten die Streikenden nun auch Unterstützung durch eine neue Aktion namens "Make Amazon Pay". Sie besuchte am Freitagvormittag die Streikenden in Leipzig und organisierte zuvor mehrere Infoveranstaltungen in verschiedenen deutschen Städten. Dahinter verbergen sich vor allem linke und linksradikale Gruppen, wie einer der Aktionssprecher, Jonathan Schneider, gegenüber VICE erklärt.

Doch anders als es der markige Titel der Aktion verheißt, will hier niemand, dass Amazon "zahlen muss". Zumindest vorerst nicht. Zwar würde auch Schneider das Unternehmen zwar gerne langfristig enteignen und den Nutzern übergeben. Heute geht es bei der Aktion aber erstmal um die "arrogante Haltung" von Amazon. Das Unternehmen soll sich endlich mit den Gewerkschaften an den Verhandlungstisch setzen.

Aber Schneider sagt, ihm und seinen Mitstreitern gehe es auch um die Kunden: "Amazon ist darauf ausgerichtet, rund um die Uhr Daten von den Nutzern zu bekommen und zu verwerten – auch sensible Daten." Schneider fordert, dass Amazon seine Sammelwut einschränkt und gleichzeitig transparenter wird. Fraglich, ob er das mit ein paar Flyern und Gesprächsrunden eines der mächtigsten Unternehmen der Welt beeindruckt.

Aber was wäre wenn die Millionen deutschen Amazon-Kunden den Onlineversand für einen Tag boykottieren, einen #buynothingday einlegen oder mal wieder in der nächsten Innenstadt einkaufen gehen würden? Würde das nicht Druck erzeugen?

Aktivist Schneider und Gewerkschafter Krähling lehnen einen Boykott ab. Man dürfe weiterhin Bücher, Schlüpfer und Sextoys bei Amazon bestellen, ein Boykott würde nur den Mitarbeitern schaden.

Um Kritik am Unternehmen auszudrücken, hat Krähling einen andere Idee: "Legt Briefe in die Pakete, wenn ihr Produkte zurückschickt. Die Arbeiter in der Retourenstelle werden die Briefe an die Geschäftsleitung weitergeben."

Christian Krähling und seine Kollegen werden auch am morgigen Samstag streiken. Danach entscheiden sie, wie es weitergeht.
https://www.vice.com/de/article/bj79m5/warum-amazon-mitarbeiter-am-black-friday-streiken (https://www.vice.com/de/article/bj79m5/warum-amazon-mitarbeiter-am-black-friday-streiken)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 18:10:46 So. 26.November 2017
Amazon-Chef Bezos ist 100 Milliarden Dollar schwer
Der "Black Friday" brachte ihm die Führung: Amazon-Gründer Jeff Bezos ist auf den ersten Platz der Milliardärs-Rangliste vorgerückt.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jeff-bezos-amazon-chef-besitzt-100-milliarden-dollar-a-1180306.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/jeff-bezos-amazon-chef-besitzt-100-milliarden-dollar-a-1180306.html)

Ohne Worte
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:19:52 Di. 28.November 2017
Zitat
Tarifverträge für die Welt
Online-Handel Die Streiks bei Amazon haben zentrale Bedeutung für die Zukunft der Arbeiterrechte im digitalen Kapitalismus


(https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/tarifvertraege-fuer-die-welt/@@images/7b63f458-9cf7-401f-ae5b-53cbc262c599.jpeg)
Der Online-Händler liefert überall hin. Gewerkschaften will er nirgends

Seit viereinhalb Jahren kämpfen Amazon-Beschäftigte mit ihrer Gewerkschaft Verdi in den deutschen Versandzentren des größten Onlinehändlers der Welt für einen Tarifvertrag. Zählt man die Streiktage zusammen, kommt man auf mehr als ein halbes Jahr. In diesen Tagen, da das Weihnachtsgeschäft an Fahrt aufnimmt, türmt sich schon die nächste Streikwelle auf. Seit Ende September legten in den meisten deutschen Versandzentren Hunderte Beschäftigte die Arbeit nieder. Und das, obwohl Amazon die Stundenlöhne gerade erst um 26 Cent angehoben hat. Offenkundig ein unmittelbarer Effekt des Arbeitskampfes, der – so viel steht jetzt schon fest – als einer der zähsten und langwierigsten in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eingehen wird.

Dabei ist der Ausgang der Auseinandersetzung nach wie vor völlig ungewiss. Das liegt daran, dass es sich eben nicht in erster Linie um einen Lohnkonflikt handelt, und um die Frage, ob Amazon den Flächentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels oder jenen der Logistikwirtschaft anwenden soll. Ginge es im Kern tatsächlich darum, wäre der Streit wohl längst beendet.

Zeitenwende in Bad Hersfeld

In Wahrheit dreht sich der Kampf aber eben nicht um ein paar hundert Euro mehr oder weniger im Jahr: Der Weltmarktführer des Onlinehandels weigert sich prinzipiell, mit Gewerkschaften Tarifverträge abzuschließen. Werden bei Amazon auch künftig die Arbeitsbedingungen einseitig durch das zentrale Management festgelegt? Oder sollen sie Ergebnis eines Aushandlungsprozesses sein, an dem die Beschäftigten durch eine kollektive, gewerkschaftliche Vertretung beteiligt sind?

Als im Frühjahr 2013 hunderte Amazon-Beschäftigte im hessischen Bad Hersfeld die Arbeit niederlegten, handelte es sich nicht nur um den ersten Streik bei Amazon in Deutschland, sondern weltweit um den ersten Arbeitskampf in der Geschichte des 1994 gegründeten Unternehmens. Nirgendwo auf der Welt war der Onlinehändler bis dahin je bestreikt worden, nirgends hatte er sich je auf Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften eingelassen oder gar einen Kollektivvertrag abgeschlossen. Das ist bis heute so und soll aus Sicht des Unternehmens so bleiben. Die Auseinandersetzung mit Verdi ist daher von fundamentaler Bedeutung. Ein Tarifvertrag in Deutschland hätte Signalwirkung auch für andere Länder. Amazon will einen Präzedenzfall deshalb unbedingt vermeiden.

Das Unternehmen reagiert aggressiv auf jegliche Form von gewerkschaftlichem Einfluss, und sieht Gewerkschaften durch eine sehr US-amerikanische Brille: Verdi besteht demnach nicht aus den dort organisierten Beschäftigten, ist nicht etwa Teil der eigenen Belegschaft, sondern eine „dritte Partei“, die sich von außen zwischen Management und Mitarbeiter drängt.

Genau das ist aber nicht der Fall. Wer einmal einen Streik in Bad Hersfeld oder Leipzig miterlebt, wird auf lebendiges gewerkschaftliches Leben stoßen, wie es häufig nicht einmal in vielen deutschen gewerkschaftlichen Hochburgen zu finden ist – und das trotz widriger Bedingungen, massiver Angriffe und Einschüchterungen.

Sicher, die gewerkschaftlich organisierten und regelmäßig an Streiks beteiligten Beschäftigten sind im Unternehmen eine Minderheit und stehen unter enormem Druck. Dennoch sind über Jahre hinweg an vielen Standorten selbstbewusste und erfahrene Verdi-Betriebsgruppen gewachsen, die deutlich mehr sind als Hilfstruppen des hauptamtlichen Verdi-Apparats. Nicht dieser prägt bei Amazon das Gesicht der Gewerkschaft, sondern die zahlreichen aktiven Beschäftigten und die gewerkschaftlichen Vertrauensleute. Sie werben Mitglieder, stehen Kollegen bei Problemen mit Rat und Tat zur Seite, sind als Streikleitung maßgeblich für die Organisation, Durchführung und Planung der Arbeitskämpfe zuständig und vernetzen sich betriebsübergreifend, auch mit Kolleginnen und Kollegen im Ausland.

Das Verhältnis zu Verdi ist solidarisch, während zugleich die eigene Unabhängigkeit betont wird. Das führt auch zu Konflikten. Denn die aktive Basis fordert manchmal mehr Beteiligung ein, als es die eingespielte Gewerkschaftskultur normalerweise vorsieht. Ein zuständiger Gewerkschaftssekretär bringt diesen Widerspruch auf den Punkt: „Wir haben als Verdi bei Amazon bewusst auf Organizing gesetzt. Die Folge ist, dass wir jetzt eine Belegschaft haben, die manchmal mehr möchte als die Gewerkschaft. Das ist für uns nicht immer einfach.“ Insgesamt hat sich der Arbeitskampf auf hohem Niveau stabilisiert: Wurde im ersten Jahr des Konflikts an 18 Tagen gestreikt, waren es 2014 schon rund 25 Tage. Im Jahr 2016 wurde an 51 Tagen die Arbeit niedergelegt, ein Trend, der in diesem Jahr anhalten dürfte.

So beeindruckend die Fortschritte auch sind, sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Verdi mit enormen Problemen konfrontiert ist. Amazon hat sich in den vergangenen Jahren als lernfähiges Unternehmen erwiesen und begonnen, die Widerstände, auf die Verdi stößt, gezielt zu instrumentalisieren und zum eigenen Vorteil in der Auseinandersetzung zu nutzen.

Amazon rekrutiert Personal in strukturschwachen Regionen. Viele Beschäftigte kommen aus der Arbeitslosigkeit oder hatten vorher andere prekäre Jobs, etwa in der Logistik, dem Einzelhandel oder auf dem Bau. Im Vergleich dazu hat die Arbeit bei Amazon Vorteile: Die Löhne befinden sich meist über dem regionalen Durchschnitt für vergleichbare Tätigkeiten und kommen pünktlich. Es handelt sich um Vollzeitarbeitsverhältnisse, anders als etwa im Einzelhandel, wo der Anteil der Minijobs und unfreiwilligen Teilzeitarbeitsverhältnisse inzwischen bei fast 50 Prozent liegt.

Osteuropa als Packtisch

Ein Jahr nach Beginn der Streiks in Deutschland begann Amazon seine Expansion nach Osteuropa. 2014 wurden in Polen drei Zentren eröffnet, in steuerbegünstigten Sonderwirtschaftszonen in Nähe zur deutschen Grenze und in großem Stil von der EU subventioniert. In der Tschechischen Republik gibt es seit 2013 ein Retourenzentrum in der Nähe des Prager Flughafens. Im Herbst 2015 wurde in unmittelbarer Nähe ein weiteres Versandzentrum eröffnet, der Bau eines weiteren bei Brno ist in Planung. Entgelte und Arbeitszeiten liegen weit unter den deutschen Standards, die Stundenlöhne bei rund einem Viertel der deutschen. Auf die nationalen Märkte in Polen und Tschechien hat es Amazon dabei nicht primär abgesehen. Osteuropa dient praktisch ausschließlich als verlängerter Packtisch für den deutschen und österreichischen Markt.

Gemeinsam mit Google, Facebook, Apple und Microsoft gehört Amazon zu den „Big Five“, die heute das Internet beherrschen. Aber vielleicht mehr noch als die anderen versucht das Vorzeigeunternehmen aus Seattle, die Arbeitsbedingungen im digitalen Kapitalismus neu zu definieren. Amazon denkt dabei strategisch, langfristig und konsequent. Genau das muss auch Verdi tun, und zwar im Verbund mit der internationalen Gewerkschaftsbewegung.

Amazon ist nicht irgendein Unternehmen, sondern einer der wichtigsten transnationalen Konzerne unserer Zeit und Trendsetter für Arbeits- und Fabrikorganisation im digitalen Kapitalismus. Der Streik der Amazon-Beschäftigten für ihr Recht auf Tarifverträge ist von zentraler Bedeutung für die Frage, welche Standards in den Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital im 21. Jahrhundert als normal gelten werden. Dringend bräuchte es auf Seiten der Gewerkschaft deshalb branchenübergreifende strategische Planung: Amazon ist längst nicht mehr nur Versandhändler, sondern auch Logistiker, Medienunternehmen, IT-Dienstleister, Hersteller von Hard- und Software und demnächst mit einer eigenen Luft- und Schiffsflotte unterwegs. Mindestens 6 der 13 Fachbereiche von Verdi sind von den Aktivitäten des Konzerns betroffen.

Es gehört wenig dazu, sich vorzustellen, wie bald auch Logistikunternehmen, bei denen noch tarifliche Standards gelten, unter Druck gesetzt werden. Bei DHL, wo bisher ein Großteil der Amazon-Bestellungen abgewickelt wird, bekommt man schon kalte Füße. Doch eine Koordination der verschiedenen Verdi-Fachbereiche findet bisher praktisch nicht statt. Ideen und Wissen sind durchaus vorhanden – nicht zuletzt bei den Verdi-Vertrauensleuten in den Versandzentren, die in den vergangenen Jahren wertvolle Erfahrungen gesammelt haben. Die Gewerkschaft hat durchaus noch Trümpfe auf der Hand. Sie muss sie nur klug ausspielen.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/tarifvertraege-fuer-die-welt (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/tarifvertraege-fuer-die-welt)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:27:48 Mo. 11.Dezember 2017
Zitat
Amazon Flex:
Flex und fertig

(https://abload.de/img/amazon-flex-lieferana5pl4.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=amazon-flex-lieferana5pl4.jpeg)
Im eigenen Auto, gesteuert per App: Seit Kurzem liefern Privatleute Amazon-Bestellungen aus. Wie Uber für Pakete.

Die ersten Fahrer seien bereits in der vergangenen Woche in der Hauptstadt für Amazon Flex unterwegs gewesen, sagt eine Unternehmenssprecherin. Wie viele genau, dazu schweigt Amazon und verweist auf die Erfahrungen in den USA, Großbritannien und Singapur, wo es den Dienst schon länger gibt. "Tausende Lieferpartner" fahren laut einer Unternehmenssprecherin allein in Großbritannien mit dem Privat-Pkw für den Internethändler durch die Innenstädte. Eine inoffizielle Facebook-Gruppe, in der sich Flexfahrer der Insel organisieren, zählt derzeit 3.800 Mitglieder; in der Facebook-Ortsgruppe für Los Angeles sind es 1.700.

Amazon dominiert den Online-Handel in Deutschland: 30 Prozent des Geschäfts laufen inzwischen über das Unternehmen. Die Paketzustellung nimmt der Netzkonzern dabei verstärkt in die eigene Hand.

Die Uberisierung des Onlinehandels


Was der US-Konzern nun mit Flex auch in Deutschland anbietet, klingt, als hätte jemand die Arbeit der Fahrradkuriere, die für Deliveroo und Foodora Restaurantessen ausliefern, mit der der Uber-Fahrer gekreuzt. Alle drei Unternehmen stehen für ein neues Modell, bei dem die Beschäftigten ihre Anweisungen per App und Algorithmus bekommen und der Arbeitgeber, wie Kritiker anprangern, sich im digitalen Nebel aus der Verantwortung stiehlt. Ist Amazon Flex der nächste Schritt, um Mitarbeiter hierzulande in Miniunternehmer zu verwandeln, die auf eigene Rechnung arbeiten – und auf eigenes Risiko?

Lutz Kämmerer ist bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in Berlin für die Logistik-Beschäftigten zuständig. Aus seiner Sicht droht Flex Arbeitsstandards in einer Branche auszuhöhlen, in der viele Menschen schon jetzt einen Knochenjob leisten. "Wir beobachten mit Argusaugen, was Amazon da macht", sagt er.

Stichpunkt Verdienst: Angestellte Zustellerinnen und Zusteller bekommen in Berlin, sofern ihr Unternehmen sich an den Tarifvertrag hält, derzeit 11,38 Euro brutto in der Stunde. Amazon bezahlt dagegen für eine auf vier Stunden angesetzte Liefertour pauschal 64 Euro – also 16 Euro pro Stunde. "Als faires Angebot würde ich das nicht bezeichnen", sagt Kämmerer. "Bei den Fahrern dürfte sehr viel weniger hängen bleiben." Die Selbstständigen müssen den Sprit für ihr Auto, die Kfz-Versicherung, die Reparaturen bezahlen. All dies betrachtet Amazon als abgegolten, die Fahrer sollen laut Unternehmen allerdings nach Abzug ihrer Kosten immerhin auf mindestens gut 10 Euro pro Stunde kommen.

Die App teilt die Schichten zu, die App scannt die Pakete, wenn sie in der Lieferstation abgeholt werden, die App spuckt den Weg zum Kunden aus, die App gibt im Auto Navi-Anweisungen, die App listet den Verdienst unter dem Menü-Punkt "Gewinn" auf. Gewinner der Flexibilisierung des Lieferservices ist am Ende vor allem Amazon selbst.
http://www.zeit.de/arbeit/2017-11/amazon-flex-arbeitsbedingungen-zusteller-bezahlung-tarif-lohn (http://www.zeit.de/arbeit/2017-11/amazon-flex-arbeitsbedingungen-zusteller-bezahlung-tarif-lohn)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:53:49 Mo. 11.Dezember 2017
Und was ist mit der KV? Da muss man sich als Selbstständiger auch Privat versichern.
Und was ist, wenn die auf vier Stunden angesetzte Liefertour nur in sechs Stunden zu schaffen ist?
Das sich überhaupt Leute finden, die auf so eine Verarschung hereinfallen!
Das ist ein reines Minusgeschäft für die Auslieferer aber ein riesen Reibach für Amazon!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:31:52 Fr. 15.Dezember 2017
Zitat
Streik bei Amazon an zwei Standorten

Streikende wollen das Weihnachtsgeschäft bei Amazon "weiter stören". Heute wird in Rheinberg und Werne von einem Teil der Beschäftigten nicht gearbeitet.


Die Beschäftigten an den beiden Amazon-Standorten Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen haben für zwei Tage zum Streik aufgerufen. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 13. Dezember 2017 bekannt. "Nachdem am Montag bereits in Rheinberg gestreikt wurde, soll damit das Weihnachtsgeschäft des Versandhändlers weiter gestört werden", erklärte Verdi. Durch die eintägige Streikunterbrechung und den nun folgenden zweitägigen Streik zeigten die streikenden Beschäftigten zudem erneut ihre Flexibilität im Arbeitskampf.

Ein Amazon-Sprecher sagte Golem.de: "Die Gewerkschaft Verdi hat an den Logistikstandorten von Amazon in Rheinberg und Werne heute Morgen während der Frühschicht zum Streik aufgerufen. Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Hintergrund ist, dass Verdi den Betrieb nicht lahmlegen sondern nur einschränken kann.

Amazon: Wir haben eine offene Unternehmenskultur

Seit dem Frühjahr 2013 kämpfen Beschäftigte bei Amazon Deutschland für bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Bezahlung. Amazon verweigert von Anfang an hartnäckig Gespräche mit Verdi. Laut Amazon habe der Konzern eine offene Unternehmenskultur und kommuniziere ständig direkt mit den Mitarbeitern und Betriebsräten, betonte der Sprecher.

"Solange Amazon den Beschäftigten den Tarifvertrag vorenthält, werden die Kolleginnen und Kollegen gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit weiter dafür sorgen, dass Amazon Lieferversprechen nicht einhalten kann", erklärte Silke Zimmer, Fachbereichsleiterin Handel bei Verdi NRW. Es werde weiterhin unmenschlicher Druck auf die Beschäftigten ausgeübt.

"In NRW beschäftigen wir in unseren Logistikzentren momentan über 7.500 Mitarbeiter. Derzeit gehen wir davon aus, dass sich davon heute 440 am Streik beteiligen", erklärte der Sprecher.
https://www.golem.de/news/lohn-streik-bei-amazon-an-zwei-standorten-1712-131647.html (https://www.golem.de/news/lohn-streik-bei-amazon-an-zwei-standorten-1712-131647.html)

Wenn man sich ansieht, wie Verdi gerade die   DHL Beschäftigten verarscht (http://betriebsgruppepostdienstenord.blogsport.eu/2017/12/15/wieder-verraten-von-verdi/), wundert man sich natürlich, was da bei Amazon abgeht.
Bei Amazon handelt es sich bei den Streiks um eine Basisbewegung der Beschäftigten. Und dadurch hat Verdi bereits gut 2000 neue Mitglieder gekriegt in einem Konzern, dessen Unternehmensstretegie ist, gewerkschaftsfrei zu bleiben. Das läßt man sich gefallen und läßt die kämpferischen Amazonier mal machen. Es ist aber eine Frage der Zeit, irgendwann wird Verdi auch ihnen in den Rücken fallen. Für den Fall haben sie Massenaustritte angekündigt. Ich bezwiefle, daß es so funktionert. Viele sind träge. Abwarten. Geräuschlos wird es definitiv nicht.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:26:11 Mo. 18.Dezember 2017
Zitat
Im Weihnachtsgeschäft hat Amazon – zusätzlich zum Gesundheitsbonus – eine Anwesenheitsprämie ausgelobt. Wer sich im Advent nicht krankmeldet und gegebenenfalls krank zur Arbeit erscheint, aber auch nicht streikt, kann so mehrere hundert Euro zusätzlich verdienen.
http://www.dgb.de/themen/++co++ca17ee0c-e3d8-11e7-a215-52540088cada (http://www.dgb.de/themen/++co++ca17ee0c-e3d8-11e7-a215-52540088cada)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:14:16 Do. 21.Dezember 2017
Zitat
Amazon Bad Hersfeld: Mitarbeiter streiken zwischen den Jahren

Bad Hersfeld. Nach Weihnachten werden üblicherweise Geschenke umgetauscht und Gutscheine eingelöst. Eine besondere Zeit für einen Streik bei Amazon, meint die Gewerkschaft Verdi, die die Mitarbeiter der beiden Versandzentren in Bad Hersfeld zwischen den Jahren erneut zum Arbeitskampf aufruft.
https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/amazon-bad-hersfeld-mitarbeiter-streiken-zwischen-jahren-9469631.html (https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/amazon-bad-hersfeld-mitarbeiter-streiken-zwischen-jahren-9469631.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:19:27 Sa. 23.Dezember 2017
Zitat
Wieder Streiks im Weihnachtsgeschäft bei Amazon

Heute wird an drei Amazon-Standorten gestreikt. Auch nach Weihnachten geht der Ausstand weiter.


An den drei Amazon-Standorten Koblenz, Leipzig und Graben bei Augsburg wird heute gestreikt. Das gab das Unternehmen am 22. Dezember 2017 bekannt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen. Lagerarbeiter bei Amazon Bad Hersfeld streiken zudem zwischen Weihnachten und Neujahr an mehreren Tagen.

Nach Weihnachten ist die Zeit des Umtauschs von Geschenken und des Einlösens von Gutscheinen. Hier träten Beschäftigte in den beiden Versandzentren in Bad Hersfeld vom 27. bis 30. Dezember in den Streik, sagte Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke.

 Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher sagte Golem.de: "Amazon ist gut vorbereitet, und selbst Unwägbarkeiten wie schlechtes Wetter sind bereits einkalkuliert. Die Gewerkschaft Verdi hat an mehreren Amazon-Logistikstandorten zum Streik aufgerufen. Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Tatsächlich sind pro Standort immer einige hundert Lagerarbeiter an den Streiks beteiligt. Im September 2017 nahmen an einem Streik an vier Standorten laut Verdi-Sprecherin Franziska Brandstädter etwa 1.300 Arbeiter teil.

Verdi: Bezos Reichtum aus der Arbeit der Beschäftigten

"Wesentlich den Beschäftigten bei Amazon hat es der Firmengründer Jeff Bezos zu verdanken, dass er mittlerweile der reichste Mensch der Welt ist. Aber genau diejenigen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, sollen nicht nur zu Weihnachten, sondern auch später im Alter leer ausgehen", erklärte Thomas Gürlebeck, Verdi-Streikleiter in Graben. "Aber solange nach Gutsherrenart entschieden wird, was angeblich das Beste für die Beschäftigten ist, werden wir weiter für die tarifliche Existenzsicherung kämpfen."

Den Beschäftigten geht es seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon komplett, und das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als die tariflichen 1.058 Euro. Amazon verweigerte von Anfang an hartnäckig Gespräche mit Verdi. Der Sprecher betonte, Amazon habe eine offene Unternehmenskultur und kommuniziere ständig direkt mit den Mitarbeitern und Betriebsräten.
https://www.golem.de/news/lohn-wieder-streiks-im-weihnachtsgeschaeft-bei-amazon-1712-131834.html (https://www.golem.de/news/lohn-wieder-streiks-im-weihnachtsgeschaeft-bei-amazon-1712-131834.html)

Das Handelsblatt klopft die rechtlichen Grundlagen der Streiks ab, hat aber nichts zu beanstanden:
Zitat
Amazon in die Knie zwingen? – Streiks in der Vorweihnachtszeit
Verdi nutzt dabei gezielt das umsatzstarke Weihnachtsgeschäft aus, um den Druck noch einmal deutlich zu erhöhen. Es stellt sich zu Recht die Frage, ob ein solches Vorgehen nicht als unverhältnismäßig anzusehen ist.
Gewerkschaft hat Pflicht, Möglichkeiten auszuschöpfen
Es bleibt weiterhin spannend

http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2017/12/21/amazon-in-die-knie-zwingen-streiks-in-der-vorweihnachtszeit/ (http://blog.handelsblatt.com/rechtsboard/2017/12/21/amazon-in-die-knie-zwingen-streiks-in-der-vorweihnachtszeit/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 19:02:47 So. 24.Dezember 2017
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=dFayC5rNHYM#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:14:59 Do. 28.Dezember 2017
Zitat
Amazon prämiert zu Weihnachten Denunziation

In Frankreich verpflichten immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter dazu, Verstöße gegen Normen und interne Richtlinien zu melden


(https://abload.de/img/16878089u0d.jpg) (http://abload.de/image.php?img=16878089u0d.jpg)

Die Direktion des Logistikzentrums des US-Versandgroßhändlers Amazon im nordfranzösischen Lauwin-Planque hatte zu Weihnachten für die 1500 Mitarbeiter eine ganz besondere Idee: Wer einen Kollegen oder Vorgesetzten meldet, der gegen Arbeitsschutzvorschriften oder andere betriebsinterne Weisungen verstoßen hat, soll einen Amazon-Geschenkgutschein bekommen. Der Wert war nach der Schwere des Verstoßes gestaffelt. Die Direktion nannte das verharmlosend »Safety Fun Game«.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1074252.amazon-amazon-praemiert-zu-weihnachten-denunziation.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1074252.amazon-amazon-praemiert-zu-weihnachten-denunziation.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 18:36:00 Do. 28.Dezember 2017
Bescheuert wie bei der Bundeswehr: Melden macht frei!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:30:57 Mi. 10.Januar 2018
Zitat
Streik bei Amazon
DGB-Chef Hoffman will bald grenzübergreifende Aktionen

Seit vier Jahren kämpft Verdi für einen Tarifvertrag bei Amazon - jetzt wieder mit Streik. Doch Amazon will keinen Tarifvertrag und weicht im Zweifel nach Polen oder Tschechien aus. Das will DGB-Chef Rainer Hoffmann verhindern.
http://www.deutschlandfunkkultur.de/streik-bei-amazon-dgb-chef-hoffman-will-bald.2165.de.html?dram:article_id=407219 (http://www.deutschlandfunkkultur.de/streik-bei-amazon-dgb-chef-hoffman-will-bald.2165.de.html?dram:article_id=407219)

Das Thema hatten wir schonmal: Wie kommt es, daß sich bei der Amazon-Streikbewegung so ein reaktionärer Arsch wie Hoffmann verbal an die Spitze des Arbeitskamfes stellt. Mir fallen 2 Argumente fallen mir spontan ein:
1.) Das Image des DGB ist nicht viel besser als das der SPD. Da versucht man sich an eine kreative Basisbewegung ranzuhängen in der Hoffnung, der gute Ruf färbt ab.
2.) Die Amazon Kämpfe brachten Verdi mehrere Tausend neue Mitglieder in einem Bereich, der von der amerikanischen Konzernspitze gewerkschaftsfrei gehalten werden sollte. Ein Erfolg, den nicht die Gewerkschaft, sondern die Aktivisten im Betrieb erreicht haben. Dafür zahlt man auch gern Streikgeld. Das ist bisher überschaubar.

P.S.: Es ist interessant den DLF Bericht anzuklicken. Ein Stimmungsbild. Der Streik ist noch eine Minderheitensache.


Die Beschäftigten machen weiter...
Zitat
Verdi setzt Streiks bei Amazon Leipzig auch 2018 fort

Auch im neuen Jahr will die Gewerkschaft Verdi den Internetversandhändler Amazon mit Streiks zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen. In Leipzig habe der Ausstand am Montag um Mitternacht mit der Nachtschicht begonnen und soll bis zum Ende der Nachtschicht am Dienstagmorgen andauern, sagte Streikleiter Thomas Schneider am Montag. Verdi rechne mit insgesamt 400 Teilnehmern. Die Gewerkschaft will mit dem Ausstand das Gutscheingeschäft und die Bearbeitung von Rücksendungen treffen.


Amazon sprach von 160 streikenden Mitarbeitern in der Frühschicht. Auswirkungen habe der Ausstand keine gezeigt, auch weil noch einige Saisonkräfte aus dem Weihnachtsgeschäft in Leipzig beschäftigt seien, sagte eine Sprecher.
http://www.t-online.de/nachrichten/id_83014634/verdi-setzt-streiks-bei-amazon-leipzig-auch-2018-fort.html (http://www.t-online.de/nachrichten/id_83014634/verdi-setzt-streiks-bei-amazon-leipzig-auch-2018-fort.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 21:03:57 Mi. 10.Januar 2018
Zitat
10.1.18
Das Jobcenter in Warendorf hat jetzt eine neue Mitarbeiterin eingestellt, die sich nur um die Einstellung von Personal für Amazon kümmert. In Oelde will der Online-Versandhändler 2.000 Stellen schaffen.

Eine Sprecherin des Jobcenters sagte, die sieben Mitarbeiter des Arbeitgeberservice schafften es nicht, neben ihrem Alltagsgeschäft Personal für Amazon zu rekrutieren. Daher habe man jetzt befristet eine Mitarbeiterin eingestellt.

Gewerkschaft ist empört


Die Gewerkschaft verdi im Münsterland ist empört: "Amazon scharrt mit den Hufen und alles springt". Ein Sprecher des Unternehmens in München erklärte, man organisiere auch eigene Auswahlverfahren. Diese würden beispielsweise in Hotels in der Region stattfinden.
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/rekrutierung-mitarbeiter-amazon-100.html

Scheißjob beim Jobcenter, um andere in Scheißjobs zu zwingen. Der DGB ist gar nicht darauf vorbereitet, geschweige denn überhaupt strukturell so ausgelegt, Basiskämpfe zu führen. Eigentlich müssten die Basisgewerkschaften rosigen Zeiten entgegensehen. Mal schau'n...
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:22:39 Fr. 19.Januar 2018
Zitat
Gericht urteilt gegen Amazon

Amazon ließ seine Mitarbeiter im Advent vor zwei Jahren auch an zwei Sonntagen arbeiten. Die Gewerkschaft Verdi klagte dagegen - und konnte die Richter überzeugen.


Die Sonntagsarbeit an zwei Adventstagen im Jahr 2015 am Amazon-Standort Rheinberg in Nordrhein-Westfalen war rechtswidrig. Das entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf und gab damit einer Klage der Gewerkschaft Verdi statt. Konkret ging es um den 13. und den 20. Dezember 2015, die Sonntagsarbeit war dem Versandhändler damals durch die Bezirksregierung Düsseldorf nach dem Arbeitszeitgesetz erlaubt worden. (Az: 29 K 8347/15)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/amazon-gericht-urteilt-gegen-sonntagsarbeit-15401560.html (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/amazon-gericht-urteilt-gegen-sonntagsarbeit-15401560.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:39:14 Fr. 16.Februar 2018
NTERVIEW
Inside Amazon
Roman Stelzig im Gespräch mit Arno Hanke 
|    Ausgabe vom 16. Februar 2018


(http://up.picr.de/31845457bg.jpg)(http://)
Das Logistikzentrum von Amazos in Leipzig besteht seit 2006. Die Lagerkapazität beträgt rund 75000 Quadratmeter. (Foto: © 1998–2017, Amazon.com, Inc. oder Tochtergesellschaften)


Es geht in der Aus­ein­an­der­set­zung mit Ama­zon um einen Ta­rif­ver­trag. Der In­ter­net-Ver­sand­händ­ler Ama­zon ist eines der größ­ten Un­ter­neh­men der Welt. Sein Ei­gen­tü­mer Jeff Bezos, einer der reichs­ten Per­so­nen der Welt, ver­folgt die Stra­te­gie sein Un­ter­neh­men ge­werk­schafts­frei zu hal­ten. Der Kampf der Be­leg­schaft und der Ge­werk­schaft verdi in Deutsch­land gegen Ama­zon geht nun schon Jahre. Die UZ sprach mit Sai­son­ar­bei­ter Arno Hanke im Aus­lie­fer­la­ger Leip­zig, der Mit­glied der DKP ist. Sein Name wurde aus Grün­den, die im In­ter­view zum Aus­druck kom­men, von der Re­dak­ti­on ge­än­dert.


UZ: Du hast im ver­gan­ge­nen Jahr als Sai­son­kraft bei Ama­zon ge­ar­bei­tet?

Arno Hanke: Das ist rich­tig, wäh­rend des Weih­nachts­ge­schäf­tes von An­fang Ok­to­ber bis Ende De­zem­ber. Die Aus­schrei­bung war be­fris­tet.

UZ: Warum hast du das ge­macht?

Arno Hanke: Sonst hätte ich Hartz IV be­an­tra­gen müs­sen, so konn­te ich das drei Mo­na­te hin­aus­schie­ben.

UZ: Wie viele Kol­le­gen ar­bei­ten dort?

Arno Hanke: Als ich dort war, um die 2 000 Fest­an­ge­stell­te und genau so viele Sai­son­ar­bei­ter. Das habe ich ge­hört, ge­naue Zah­len kenne ich nicht.

UZ: Wie hast du die Ar­beits­be­din­gun­gen emp­fun­den?

Arno Hanke: Wir Sai­son­ar­bei­ter wer­den ei­gent­lich re­la­tiv human be­han­delt, weil wir dort im Grun­de der Puf­fer sind für die gro­ßen Ge­schäfts­zei­ten, wenn es viele Be­stel­lun­gen gibt. Aber ich würde sagen, dass sich das im Ja­nu­ar für die Fest­an­ge­stell­ten än­dert, weil dann der Druck durch die Nor­men steigt.
Die Pau­sen sind sehr knapp, und stres­sig ist es auch. Aber weil man weiß, dass die Zeit wie­der endet, kann man bes­ser damit um­ge­hen. Au­ßer­dem ist man nicht so streng zu uns: Wenn ich die Norm nicht er­fül­le, ste­cken sie mich in eine an­de­re Ab­tei­lung. Nur bei Un­pünkt­lich­keit wer­den sie sehr un­ge­müt­lich. Aber wenn du dort nicht auf­fällst, dann sind sie schon zu­frie­den.

UZ: Was heißt „auf­fal­len“?

Arno Hanke: Indem man wi­der­spricht. Das ist nicht an­ge­bracht. Man muss sich meis­tens ein­fach loyal ver­hal­ten. Dann las­sen sie dich auch in Ruhe.

UZ: Gab es sonst Pro­ble­me im All­tag?

Arno Hanke: Das Ver­hal­ten man­cher Kol­le­gen un­ter­ein­an­der. Es gibt wel­che, die Kol­le­gen be­spit­zeln – wie oft man auf Toi­let­te geht oder was man sagt – oder sich ein­krat­zen bei Vor­ge­setz­ten. Man­che hof­fen, dass sie da­durch über­nom­men wer­den. Das be­trifft na­tür­lich nicht die Mehr­heit, aber es kommt vor.


UZ: Wird das von der Ge­schäfts­füh­rung be­för­dert?

Arno Hanke: Es wird zu­min­dest to­le­riert. Viele haben das Ziel, fest an­ge­stellt zu wer­den. Das ge­lingt wirk­lich nur we­ni­gen, viel­leicht einem Pro­zent, und dann nur für ein Jahr be­fris­tet. Man­che ver­su­chen, sich da­durch ins rich­ti­ge Licht zu set­zen, indem sie stän­dig län­ger ma­chen, wenn da­nach ge­fragt wird. Der Knack­punkt ist aber, dass nicht die­je­ni­gen, die län­ger ar­bei­ten, auch über­nom­men wer­den. Das habe ich auch von ver­schie­de­nen Ab­tei­lun­gen ge­hört: Es gibt nicht immer die Leis­tung den Aus­schlag, son­dern wie oft du dich in Er­in­ne­rung bringst. Die Nase muss denen pas­sen, viel­leicht wer rich­tig schleimt …

UZ: Seit 2009 gibt es einen Be­triebs­rat.

Arno Hanke: Ja, wuss­te ich. Kon­takt habe ich aber kei­nen auf­ge­nom­men. Das krie­gen die mit. Du musst dich ab­mel­den, und dann darfst du hin­ge­hen. Aber sie wis­sen dann, wer du bist.

UZ: Und das hat Kon­se­quen­zen?

Arno Hanke: Nicht so­fort. Aber viel­leicht spä­ter mal.

UZ: Weil du nicht über­nom­men wirst?

Arno Hanke: Viel­leicht auch, dass du in der nächs­ten Sai­son nicht wie­der rein­kommst.

UZ: Hast du was vom Streik mit­be­kom­men?

Arno Hanke: Ja, aber nur am Rande. Wenn Streik ist, wird ver­sucht, die Auf­trä­ge in ein an­de­res Zen­trum zu ver­la­gern. Und das ge­lingt auch meis­tens. Ent­we­der wir sind der Puf­fer, oder es ist sogar so, dass dann trotz Streik wenig zu tun ist. Spä­tes­tens nach einer Stun­de läuft das dann rei­bungs­los. Selbst bei spon­ta­nen Streiks krie­gen die das hin.
Und sie ver­su­chen, die Leute auf ihre Seite zu zie­hen. Die sagen nichts Schlech­tes über die, die drau­ßen sind. Sie loben nur die­je­ni­gen, die zur Ar­beit kom­men. „Schön, wer jetzt alles hier ist.“ Und: „Da freu­en wir uns.“ Drin­nen wird dann so etwas wie eine heile Welt sug­ge­riert, wie eine Fa­mi­lie, könn­te man schon fast sagen. Dem ver­fal­len dann man­che auch.

UZ: Du hat­test nicht den Ein­druck, dass der Streik das Weih­nachts­ge­schäft be­ein­träch­tigt?

Arno Hanke: Lei­der nicht.

UZ: Haben sich Sai­son­ar­bei­ter am Streik be­tei­ligt?

Arno Hanke: Das kann sein, aber si­cher nicht in hoher Zahl. Wer so­wie­so nicht vor­hat, wie­der hin­zu­ge­hen, der kann sich am Streik be­tei­li­gen. Er wird des­we­gen trotz­dem bis zu­letzt be­schäf­tigt und hat nichts aus­zu­ste­hen. Es wur­den auch Zet­tel von ver.​di ver­teilt, dass das jeder ma­chen kann. Aber viele wer­den es si­cher nicht ge­we­sen sein.

UZ: Wie schätzt du die Wir­kung des Streiks ein?

Arno Hanke: Es gibt das Ge­rücht unter Kol­le­gen, dass Ama­zon froh sei über den Streik, weil sie dann we­ni­ger Be­schäf­tig­te be­zah­len müs­sen. Zu dem Streik gibt es aber sehr viele Mei­nun­gen, und die gehen weit aus­ein­an­der. Es wird sich nur im Ver­bor­ge­nen dar­über un­ter­hal­ten, weil man immer Angst haben muss, dass es je­mand mit­be­kommt.
Aber eins ist in­ter­es­sant: Ohne diese Streiks würde es die Lohn­er­hö­hung, die fast jedes Jahr statt­fin­det, mei­ner Mei­nung nach nicht geben. 2010 gab es noch um die 7 Euro, und jetzt sind wir bei 10,50 Euro, nur für Sai­son­ar­bei­ter. Die Fest­an­ge­stell­ten haben un­ge­fähr einen Euro mehr. Dass diese Lohn­er­hö­hun­gen ge­kom­men sind, hat der Streik be­wirkt.

UZ: Was denkst du, wie es wei­ter­ge­hen wird?

Arno Hanke: Es gibt Leute, die sagen: Wir blei­ben so lange drau­ßen, bis es einen Er­folg gibt. Denn sonst hät­ten wir nicht an­fan­gen müs­sen. Und ich glau­be, das geht auch wei­ter mit dem Streik. Jetzt ist es auch eine Pres­ti­ge­fra­ge, und da sind die Fron­ten sehr ver­här­tet. Bis jetzt sehe ich noch kein Ent­ge­gen­kom­men von Ama­zon.
Ich habe mich mit einem Kol­le­gen un­ter­hal­ten, der am Streik be­tei­ligt ist. Und er sagt, dass er so lange wei­ter­macht, bis es zum Er­folg führt. Die sich be­tei­li­gen, sind meis­tens Kol­le­gen, die schon fünf oder sie­ben Jahre im Un­ter­neh­men sind. Viel­leicht sind es 200 oder 400. Die Zah­len schwan­ken, ich kann es nicht genau sagen. Aber wer das macht, dazu ge­hört viel Mut. Das ist be­ein­dru­ckend.

Quelle

https://www.unsere-zeit.de/de/5007/wirtschaft_soziales/7725/Inside-Amazon.htm (https://www.unsere-zeit.de/de/5007/wirtschaft_soziales/7725/Inside-Amazon.htm)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 21:32:55 Mi. 21.Februar 2018
Zitat
Amazon Flex:
Flex und fertig

Im eigenen Auto, gesteuert per App: Seit Kurzem liefern Privatleute Amazon-Bestellungen aus. Wie Uber für Pakete.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=8fBlfGQ_A5o#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:27:33 Mi. 28.Februar 2018
(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/02/amazon-poznan-lohnvergleich.jpg)

Ergebnisse des Leipziger Treffens von Amazon-Beschäftigten aus drei Ländern Ende Januar 2018

 http://www.labournet.de/?p=128667 (http://www.labournet.de/?p=128667)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:26:29 Mo. 05.März 2018
Zitat
Umzug:
Streik am Amazon-Standort Werne

Wegen "teilweise chaotischen Zuständen" durch den Umzug in eine neue Halle wird heute an einem Amazon-Standort gestreikt. Laut Verdi werden die Arbeitssicherheitsvorschriften nicht eingehalten, Amazon widerspricht.


Ein Teil der Beschäftigten streikt heute bei Amazon am Standort Werne. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 5. März 2018 bekannt. "Derzeit sind die Belastungen für die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon in Werne besonders hoch, weil nach dem Umzug von vielen Beschäftigten in eine neue Halle und an den neuen Amazon-Standort in Dortmund teilweise chaotische Zustände herrschen", sagte Silke Zimmer, Landesfachbereichsleiterin für den Handel bei der Gewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen. Dies bedeute täglich ein neues Arbeitsumfeld und täglich neue Probleme, weil die Arbeitssicherheitsvorschriften nicht eingehalten würden.

Die Beschäftigten kämpfen seit Mai 2013 für eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon komplett, das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als die tariflichen 1.058 Euro. Amazon verweigerte von Anfang an hartnäckig Gespräche mit Verdi.

Die Gewerkschaft hat nicht genügend Mitglieder unter den Lagerarbeitern, um den Betrieb wirklich zum Stehen zu bringen. Ein Verdi-Sprecher sagte Golem.de, das man "heute wohl den bisher stärksten Streiktag" habe. Die Auszählung sei jedoch noch nicht abgeschlossen.

Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher sagte Golem.de: "Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Tatsächlich sind pro Standort immer einige hundert Lagerarbeiter an den Streiks beteiligt.

Der Umzug in das neue Logistikzentrum in Werne soll laut Amazon gut verlaufen sein, alle Mitarbeiter seien inzwischen in den Neubau umgezogen. Der neue Standort in Werne sei mit moderner Technik ausgestattet, in die Amazon 28 Millionen Euro investiert habe, was die Arbeit erleichtere. Durch den Einsatz neuer Flurförderfahrzeuge würden die Laufwege der Lagerarbeiter deutlich reduziert. "Einen Trend zu mehr Unfällen durch die Technik sehen wir in den ersten beiden Monaten nicht", erklärte Eichenseher.
https://www.golem.de/news/umzug-streik-am-amazon-standort-werne-1803-133148.html (https://www.golem.de/news/umzug-streik-am-amazon-standort-werne-1803-133148.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:44:16 Di. 06.März 2018
Zitat
Elektronische "Handfesseln"
Wie Amazon seine Mitarbeiter steuert, überwacht und unter Druck setzt

Der Internetriese hat ein Armband patentiert, das Handbewegungen seiner Beschäftigten in Echtzeit verfolgt und aufzeichnet. Damit erreicht die Überwachung des Personals in Logistikzentren ein neues Niveau. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges der Amazon-Kontrollmechanismen, die ihre Ursache im Niedriglohn-Sektor haben.


Das Tracking-Armband funktioniert mit einem Ultraschall-Sensor. Der registriert, wo im Raum sich die Hand der Trägerin gerade befindet. Ist sie in der Nähe eines Artikels, der einsortiert werden soll, vibriert dieses Armand. Gleichzeitig wird jede Bewegung aufgezeichnet und später analysiert. Das erhöht den Leistungsdruck in den Logistikzentren zusätzlich. Die neue Technik fügt sich gut in die Unternehmenskultur des Konzerns ein, denn schon jetzt steht bei Amazon permanente Überwachung auf der Tagesordnung.

Arbeiten im Käfig


In Winsen an der Luhe steht Amazons modernstes Logistikzentrum in Europa. Ein Reporter des Norddeutschen Rundfunks recherchierte dort verdeckt. Sein Fazit: Modern sind hier vor allem die Überwachungsmethoden. Die Angestellten arbeiten in kleinen Bereichen, die sie Käfige nennen. Diesen Namen haben sie ihren Arbeitsplätzen gegeben, weil sie von drei Seiten mit Gittern umringt werden. An der einzig offenen Seite schieben Roboter Regale hin und her, an denen die Beschäftigten arbeiten müssen. In den Käfigen steht ein Computer, der jeden Arbeitsschritt ansagt. Er zeichnet auch auf, wie lange dafür gebraucht wird.

Im Schnitt hat man 9 Sekunden Zeit ein Paket zu finden und richtig einzuordnen. Über den kleinen Arbeitsbereichen befinden sich auch Kameras. Die MitarbeiterInnen werden aber nicht nur in den Käfigen beobachtet, Kameras gibt es auch an den Aus- und Eingängen und sogar in den Spind-Räumen, in denen sie sich umziehen und ihre Privatgegenstände aufbewahren. Durch den ständigen Leistungsdruck und die Überwachung werden die MitarbeiterInnen leichter kalkulier- und steuerbar. Die Maschinen helfen nicht mehr den Menschen ihre Arbeit zu erledigen, sondern zwingen sie in Handlungsmuster und machen sie zu Quasi-Robotern.

Wenn der Toilettengang zum Risiko wird

Matthias Hoffmann von der Gewerkschaft verdi versucht den MitarbeiterInnen vor Ort zu helfen.
    „Das ganze Prinzip beruht darauf, dass der Computer die Arbeit, die Auslastung, die Waren und dementsprechend auch die Menschen steuert. Dazu gehört zwangsläufig, dass der Beschäftigte mit dem Computersystem von Amazon verbunden ist und damit auch in seiner Arbeitsleistung gemessen wird. Teil des Systems ist, dass ein Computer den Vorgesetzten informiert, wenn ein Mensch mal zu langsam ist“, sagt er gegenüber dem NDR.


Überwacht werden Tempo, Arbeitsleistung und Pausenverhalten. So berichtet Hoffmann, dass eine Kollegin darauf angesprochen wurde, dass sie zwei Minuten zu früh Feierabend gemacht habe. Ein anderer Mitarbeiter wurden von seinem Vorgesetzter gefragt, ob er wirklich so häufig auf die Toilette gehen müsse. Wer zu langsam ist oder zu häufig Pausen macht, wird ermahnt und muss sich um seinen Arbeitsplatz fürchten.

Hartz 4 macht Druck

Doch gerade in dieser Branche ist die Angst vor dem Jobverlust besonders groß. Bei Amazon arbeiten meist schlecht ausgebildete Menschen, die nur schwer eine andere Arbeit finden würden. Aufgrund von Hartz 4 und dem damit entstanden Niedriglohnsektor kann der Konzern auf ein Reservoir von billigen Arbeitskräften zurückgreifen. So arbeitet in Deutschland schon fast jeder vierte Beschäftigte unter der Niedriglohnschwelle von € 10,50 pro Stunde. So fällt es dem Konzern leicht seine MitarbeiterInnen gegeneinander auszuspielen: Die schnellen geben die Standards für alle anderen vor  – wer nicht mithalten kann, verliert seinen Job und wer aufmuckt, wird ersetzt.
https://kontrast.at/wie-amazon-seine-mitarbeiter-steuert-ueberwacht-und-unter-druck-setzt/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:29:33 Mo. 12.März 2018
Permanenter Stress
Amazon setzt in Logistikzentren verstärkt auf Roboter. Mitarbeiter sollen kürzere Wege gehen. Bosse erhöhen den Arbeitstakt
Von Gudrun Giese


(http://up.picr.de/32081516ac.jpg)(http://)
Maschinen könnten den Arbeitern dienen. Bei Amazon müssen die Beschäftigten stattdessen noch schneller schuften
Foto: Peter Endig/dpa

Hypermodern ist es und riesig – das neueste Logistikzentrum des Versandhändlers Amazon am Standort Winsen (Luhe), nicht weit von Hamburg gelegen. Auf 64.000 Quadratmetern sind hier 18 Kilometer Förderbänder untergebracht, über die Waren aus dem gigantischen Sortiment von rund fünf Millionen Artikeln zu den Arbeitsplätzen der mehr als 1.700 Beschäftigten transportiert werden. Das Novum in Winsen: Hier übernehmen 850 Roboter den größten Teil der Wege, um Bestelltes und Retourniertes zu den Mitarbeitern zu bringen.

»Die Arbeit für die Beschäftigten hat sich durch den Robotereinsatz enorm verändert«, sagt Matthias Hoffmann vom Verdi-Bezirk Hannover-Heide-Weser, der für die Kollegen im Logistikzentrum zuständig ist, das im vergangenen Oktober eröffnet wurde. »Während in den klassischen Lagern die Beschäftigten pro Sechsstundenschicht bis zu 15 Kilometer laufen, um die Artikel zu holen oder zu den Regalen zu befördern, stehen sie in Winsen fest an einem Platz, und die Roboter fahren Regale heran, aus denen die Menschen Waren entnehmen oder aber hineinlegen.« Hoffmann weiß aus etlichen Gesprächen mit den Mitarbeitern, wie anstrengend und gleichzeitig monoton diese Art von Arbeit ist. Wie überall im Amazon-Universum stehen die Beschäftigten unter permanenter Kontrolle, denn die Handscanner, die jeder tragen muss, ermöglichen eine vollständige Leistungskontrolle.

»Erst vor kurzem ist die Norm in Winsen erhöht worden«, weiß der Verdi-Sekretär. 250 Artikel müssen die Mitarbeiter nun stündlich aus den Regalen für die weitere Bearbeitung entnehmen bzw. dort ablegen. Permanenter Stress ist an der Tagesordnung, zumal es bei Amazon unternehmensweite Vergleichssysteme gibt. Beschäftigte stehen untereinander mit ihrem Leistungsvermögen in der Konkurrenz, aber auch ganze Standorte. Zwar erscheine die Atmosphäre auf den ersten Blick freundlich und hierarchiearm, da sich bei Amazon alle Beschäftigten duzen, auch Menschen ohne besonderen Bildungsabschluss eine Anstellung finden und auch regelmäßig Kritik an Vorgesetzten eingefordert wird. Hinter dieser Fassade, so Hoffmann, verberge sich aber ein knallhartes, klassisches US-amerikanisches Unternehmen, in dem allein Effizienz, Rendite und Expansion zählten. »Auch im Selbstverständnis von Amazon ist ein Standort wie das Logistikzentrum in Winsen eine ›Dienstleistungsfabrik‹. Der einzelne Beschäftigte zählt da im Prinzip gar nichts.«

Und so ist die große Mehrzahl der mehr als 1.700 Mitarbeiter befristet beschäftigt für einen – untertariflichen – Stundenlohn von 11,15 Euro. Viele bringen es aber auch gerade nur bis zum Ende der Probezeit. Der Verdi-Sekretär berichtet von einem Fall, in dem ein Kollege zwei Tage vor deren Ablauf gefeuert wurde – nachdem er zuvor noch eine komplette Arbeitsschicht geleistet hatte. Gnadenlos geht das Management auch mit Beschäftigten um, die akut krank werden oder einen Arbeitsunfall erleiden.

Doch wie auch an den meisten der länger bestehenden Amazon-Logistikstandorten in der Bundesrepublik beginnen immer mehr Mitarbeiter in Winsen, sich über ihre Rechte zu informieren. Eine Betriebsratswahl ist bereits geplant, und inzwischen bestehen Kontakte zu aktiven und streikerfahrenen Kollegen etwa aus Bad Hersfeld. »Die Solidarität unter den Amazon-Belegschaften ist sehr groß, auch über Grenzen hinweg«, weiß Hoffmann. So gibt es auch Treffen mit Amazon-Beschäftigten aus Polen oder Italien.

Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass das von Jeffrey Bezos gegründete Unternehmen (der laut aktueller Forbes-Liste der reichste Mensch der Welt sein soll) in seiner Expansion verstärkt auf den Robotereinsatz für die Transporte innerhalb neuer Logistikzentren setzt. In diesem Jahr soll ein entsprechendes Lager im pfälzischen Frankenthal entstehen. Für 2019 ist ein weiteres Logistikzentrum mit 3.000 bis 4.000 Robotern und 1.000 Vollzeitkräften in Mönchengladbach geplant.

Wann auch beim Verteilen der Produkte Roboter zum Einsatz kommen, steht hingegen noch in den Sternen. Hoffmann weiß: »Es gibt noch keine Maschinen, die die vielen verschiedenen Waren bei Amazon unterscheiden und alle Artikel korrekt greifen können.« Allerdings arbeite das Unternehmen mit seinem sehr großen Forschungsetat sicher an neuen technischen Entwicklungen, um die Produktivität immer weiter steigern zu können. »Perspektivisch wird die Beschäftigtenzahl bei Amazon sicher sinken.«

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/328898.permanenter-stress.html (https://www.jungewelt.de/artikel/328898.permanenter-stress.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:45:02 Fr. 16.März 2018
Es wird nun in anderen europäischen Ländern unruhig. Bisher führten bei der Streikbewegung gegen den Global Player die deutschen Kollegen. Doch bisher haben sie noch nicht die Mehrheit der Beschäftuigten eines Standorts zur Arbeitniederlegung bewegen können. Dies scheint sich jetzt in Spanien zu ändern: 75% haben für streik gestimmt.
Zitat
Amazon Spanien:
Streiks im Fulfillment-Zentrum in Madrid angekündigt

Nachdem es zu keiner Einigung bei den Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und Amazon gekommen ist, wird die Arbeit im Logistikzentrum bei Madrid für zwei ganze Tage eingestellt
.

Die Amazon-Logistikmitarbeiter vom Fulfillment-Zentrum in San Fernando de Henares in Madrid haben sich mit einer Mehrheit von 75 Prozent für die Arbeitsniederlegung entschieden. Wie spanische Medien berichten, wird es am 21. und 22. März für 48 Stunden zum Stillstand im Logistikzentrum kommen. San Fernando ist das größte Fulfillment-Zentrum des Unternehmens in Spanien und beschäftigt je nach Jahreszeit zwischen 1.100 und 2.000 Mitarbeiter.
Gewerkschaft fordert seit Monaten bessere Arbeitsbedingungen

Der Streik ist die Folge der gescheiterten mehrmonatigen Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretern und dem Unternehmen hinsichtlich der Verbesserung von Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Nach den Streiks in Deutschland, Frankreich und Italien, könnte es sich dabei um den größten Arbeiteraufstand handeln, den Amazon in Europa erlebt hat.

Einer der wichtigsten Streitpunkte ist der schon Ende 2016 ausgelaufene Tarifvertrag, der zwar während den Verhandlungen verlängert wurde, jedoch nach der Unterzeichnung im Jahr 2015 bisher nicht erneuert wurde. Mehrere Aspekte des vorgeschlagenen neuen Tarifvertrags bilden das Problem. So kritisiert die Gewerkschaft, dass Amazon in der Tarifvertragserneuerung nicht gewillt ist, die Nachteile, die sich für die Arbeiter in der Logistik ergeben, auszugleichen. Insbesondere handelt es sich dabei um Lohngarantien, Geldsätze für Überstunden und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Laut Tamebay sollen die Krankengeldzahlungen sogar um 50 Prozent gekürzt werden. Amazon hat diesen Schritt damit erklärt, dass das Unternehmen in letzter Zeit von einem besonders hohen Krankenstand bei den Mitarbeitern betroffen ist. Vorwürfe, die die Gewerkschaft zurückweist.
Gesundheitliche Probleme bei Mitarbeitern durch hohe Arbeitsbelastung

Der spanische Gewerkschaftsverband CCOO kritisiert unrealistische Zielsetzungen des Unternehmens und Arbeitsbelastungen, die die Gesundheit der Mitarbeiter maßgeblich beeinträchtigen. Insbesondere würden viele Beschäftigte an Rückenproblemen leiden. Außerdem müssen die Angestellten des Logistikzentrums, laut Quelle, täglich zwischen 20 und 25 Kilometer zu Fuß zurücklegen.

Das Unternehmen erklärt sich die vermehrten Fehlzeiten jedoch mit den hohen Krankengeldzahlungen. Des Weiteren bekräftigt Amazon, dass die Löhne und Sozialleistungen der spanischen Mitarbeiter sich im hohen Bereich für den Logistiksektor bewegen würden. Die Rede ist von einem kompletten Paket von Leistungen, einschließlich privater Krankenversicherung und Lebensversicherung.

Nicht alle Bedingungen des neuen Tarifvertrags für Amazon Spanien wurden abgelehnt. Die Gewerkschaft hat eine Maßnahme begrüßt, nach der 800 Mitarbeiter unbefristete Arbeitsverträge bekommen, da unter den neuen Bedingungen nur 25 Prozent der Beschäftigten zeitweise befristet beschäftigt sein dürfen.
https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1291-amazon-spanien-streiks-fulfillment-zentrum-madrid.html#ampshare=https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1291-amazon-spanien-streiks-fulfillment-zentrum-madrid.html (https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1291-amazon-spanien-streiks-fulfillment-zentrum-madrid.html#ampshare=https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1291-amazon-spanien-streiks-fulfillment-zentrum-madrid.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 17:15:59 Di. 20.März 2018
Ich werde demnächst von der chefduzen-Infotour (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329119.0) für den Widerstand bei Amazon berichten.
Sie war astrein und erfolgreich.

Es waren Kolleg*innen auch Polen und Deutschland auf Tour. Ein weiterer Schritt internationaler Solidarität und grenzüberschreitender Kämpfe:

Ein Spanischer Aktivist von der Stadtteilgewerkschaft Bremen Gröpelingen knüpfte einen Kontakt zum Fullfilment Zentrum in Madrid.
Heute Abend wird er gemeinsam mit einem deutschen Amazon-Streikaktivisten  nach Spanien fliegen zum Streikbeginn morgen früh. Sie werden solidarische Grüße aus Deutschland und Polen überbringen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:17:03 Do. 22.März 2018
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=2nsl3ag_oko#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:16:41 Do. 22.März 2018
Zitat
Amazon-Beschäftigte streiken erneut

Leipzig (dpa/sn) - Die Gewerkschaft Verdi hat erneut Beschäftigte bei Amazon in Leipzig zum Streik aufgerufen. Seit Beginn der Nachtschicht am Donnerstag um 0:00 Uhr haben die Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt, wie die Gewerkschaft am Donnerstagmorgen mitteilte. Auch die Früh-, Mittel- und Spätschicht sollen sich daran beteiligen. Zum Beginn der Frühschicht um 6:30 Uhr hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 200 Beschäftigte zum Streik gemeldet. Bis zum Ende des Tages erwarten sie etwa 400 Teilnehmer.

Laut Verdi bestehe auch eine Zusammenarbeit mit Gewerkschaften in anderen europäischen Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien und Polen. So könne man die europäischen Standorte mit ihren Forderungen besser vernetzen.

Verdi fordert Amazon seit rund viereinhalb Jahren auf, Tarifverhandlungen aufzunehmen - und untermauert dies immer wieder mit Streiks. Der US-Versandriese lehnt die Forderung strikt ab.
https://www.welt.de/regionales/sachsen/article174789433/Amazon-Beschaeftigte-streiken-erneut.html (https://www.welt.de/regionales/sachsen/article174789433/Amazon-Beschaeftigte-streiken-erneut.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 18:22:49 Do. 22.März 2018
Die Vorbereitungen für die kleine Amazontour waren die Pest.
Aber die Veranstaltungen waren diesen Aufwand wert.

Die zur Zeit interessanteste Streikbewegung Deutschlands stellte sich der Diskussion mit einem Publikum, das großteils noch nie gestreikt hat.
Prekäre Arbeiter*nnen, die sich vorgenommen haben, nicht länger Opfer der Verhältnisse zu sein. Auf Tour waren Arbeiter'innen aus Bad Hersfeld, Brieselang und Poznan, Polen. Die Deutschen Besdchäftigten nutzten die Strukturen von Verdi, um sich zu organisieren und die polnischen waren in der Basisgewerkschaft IP organisiert. Das polnische Streikrecht macht ihnen legale Streiks nahezu unmöglich. Deutsche wie Polen suchen gemeinsam nach zusätzlichen Kampfformen, jenseits vom Streik. Die Polnischen Kollegen organisierten einen Slow-Down im Werk in Solidarität zu ihren in Bad Herfeld streikenden Kollegen. Ihnen gelang es den Warenverkehr um 30% zu reduzieren. Von Deutschland aus geht nur eine Kampagen unter dem Namen "Safe Package". Hier ruft man dazu aus, sich wortgenau an die unzähligen Vorschriften von Amazon in Bezug auf die Arbeit einzuhalten. Man wird feststellen, daß die Arbeit dann nicht mehr möglich ist und man nur noch einen Bruchteil der Produktivität bringen kann. Das ist keines falls illegal. Amazon kann nicht gegen die Einhaltung der Regeln vorgehen, die der Konzern selbst aufgestellt hat. In Bremen war der Laden rappelvoll.

Einer von der Stadtteilgewerkschaft Bremen-Gröpelingen schrieb übner ihre erste Veranstaltung in dem neuen Laden: "wir haben es geschafft, unser Stadtteilladen ist jetzt soweit fertig. Fehlen nur noch die Feinheiten und einige Möbel. Zu diesem Anlass mussten wir erstmal ausprobieren, viele Menschen in unserem Laden Platz finden. Und wie macht man das in einem alten Arbeiterstadtteil, man läd zu einer Veranstaltung mit Amanon Arbeiterinnen und Arbeitern, die von Ihren Kämpfen und Erfahrungen berichten. Neben den guten Beiträgen der Referenten*innen ist es auch gelungen parallel in drei Sprachen zu übersetzen.
Ich glaube besser kann ein Auftakt nicht sein. Wir hatten eine richtig gute Veranstaltung und wissen jetzt, das mindestens 42 Menschen, ohne das es zu eng wird, Platz finden. "

Auch in Hamburg waren mehr Menschen gekommen, als Sitzplätze da waren.
In Winsen an der Luhe hatten wir ein nicht-öffentliches Treffen. Dort ist gerade ein Amazonstandort eröffent worden. Eine Handvoll Beschäftigte aus der neuen Niederlassung wollten ihre kampferfahrenen Kollegen kennenlernen. Es war ein reger Austausch. Es war wohl das erste Mal, daß Verdifunktionäre direkt und problemlos mit IP Leuten zusammengearbeitet haben. Es ging gleich weiter zur nächsten Veranstaltung in Kiel noch am gleichen Abend. Trotz einer gleichzeitig stattfindenden Afrin Demo war die Veranstaltung gut besucht. Die kämpferischen Amazonleute haben das Publikum in der Szenekneipe mitgerissen. So etwas ist man von einer Gewerkschaftveranstaltung nicht gewohnt.

Ein spanischer Genosse von der Stadtteilgewerkschaft in Bremen meldete sich zurück und bereichtete, daß in Spanien ein Amazonstreik stattfindet. Er wollte hinreisen und bat um Solidaritätsbotschaften aus Deutschland und Polen. Die Polen schickten eine. Christian aus Bad Hersfeld zog es vor, die Botschaft persönlich zu überbringen und buchte einen Flug nach Madrid.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=wrS7niL53Tg#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 22:36:33 Do. 22.März 2018
Eindrucksvolle Vernetzung, die da entsteht und auch im Video zu sehen ist.
Noch mal zwei wichtige Eindrücke von den Veranstaltungen:

Frage aus dem Publikum: Woher nehmt ihr die Zeit für gewerkschaftliche Arbeit oder um eine Gewerkschaft zu gründen?
Antwort: Die meiste gewerkschaftliche Arbeit geschieht am Arbeitsplatz, wo man eh schon sein muss.

Frage aus dem Publikum: Wie können wir uns solidarisch zeigen?
Antwort: Indem ihr bei euch selber anfangt.

Zack, Bumm, Peng.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:54:45 Fr. 23.März 2018
Zitat
Amazon-Arbeiter aus Deutschland überbringt Solidarität nach Madrid [mit Video]

Heute und morgen streiken die Kolleg*innen bei Amazon in Madrid. Christian Krähling, ein Amazon-Arbeiter und ver.di-Mitglied aus Bad Hersfeld in Hessen, ist hingeflogen. Ein Interview über den internationalen Kampf der Amazon-Kolleg*innen gegen den reichsten Mann der Welt.


(https://www.klassegegenklasse.org/dateien/29512509_10214714238742311_4584374995701989376_na.jpg)

(...)
Die Kolleg*innen hier sprechen von einer Beteiligung von circa 90 Prozent. Hier arbeiten 2.000 Leute, aber die Hälfte sind Leiharbeiter*innen von externen Firmen. Diese haben jedoch heute nicht gearbeitet, sondern saßen – bezahlt – in der Nähe des Lagers, da die Produktion ohnehin nicht aufrecht erhalten werden konnte. Von den 1.000 Festangellten waren also etwa 900 im Streik.
(...)
Wir haben über die Presse erfahren, dass sich die Kolleg*innen in Madrid in einer Abstimmung mit großer Mehrheit für einen Streik entschieden hatten. Für uns war sofort klar, dass wir da in irgendeiner Form mitmischen müssen. So haben wir kurzerhand beschlossen, am selben Tag solidarisch mitzustreiken.

Ebenfalls finden wir es wichtig, Solidarität nicht nur in Worten, sondern auch in Taten auszudrücken. Wenn die Kolleg*innen in Spanien sehen, dass jemand aus Deutschland kommt, um ihren Streik zu unterstützen, kann das eine zusätzliche Dynamik in die Entwicklung der Arbeitskämpfe in allen Ländern bringen. Wir zeigen, dass es den Kolleg*innen weltweit eben nicht egal ist, was mit den Arbeiter*innen hier passiert.

Deshalb haben wir ganz kurzfristig Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um diesen Besuch möglich zu machen.
(...)
Der Arbeitskampf bei Amazon wird auf jeden Fall internationaler!

Unsere Vernetzungstreffen sind momentan auf der Stufe, dass wir konkrete europaweite Aktionen geplant haben, die nicht nur symbolischen Charakter haben. Dabei geht es allerdings nicht nur um Streik, sondern auch um alternative Arbeitskampfformen. Die Streiks bei uns werden aber parallel weiterlaufen. Wir stellen in letzter Zeit wieder fest, dass wir einen regen Zulauf haben. (...)
Wenn man folgenden Link anklickt
https://www.klassegegenklasse.org/amazon-arbeiter-aus-deutschland-ueberbringt-solidaritaet-nach-madrid-mit-video/ (https://www.klassegegenklasse.org/amazon-arbeiter-aus-deutschland-ueberbringt-solidaritaet-nach-madrid-mit-video/)
kommt man auch zum Videointerview.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:55:57 Sa. 24.März 2018
(https://abload.de/img/amazon.001nnsm8.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=amazon.001nnsm8.jpeg)

(https://abload.de/img/dy0lzwdx4acrqnr.jpglayospz.jpg) (http://abload.de/image.php?img=dy0lzwdx4acrqnr.jpglayospz.jpg)

Zitat
Der erste Streik bei Amazon in Spanien fand am 21. und 22. März 2018 in der größten spanischen Niederlassung des Multis, in San Fernando (Madrid) statt. Von den rund 1.000 Beschäftigten beteiligten sich 980 an diesem Streik. Am Tag zuvor hatte das Unternehmen – ganz ohne irgendeinen Grund, versteht sich – mitgeteilt, ab 1. April würden die Gehälter zwischen 1,6% und 5,6% erhöht… Hat offenbar nicht gefruchtet – wie auch nicht die Tatsache, dass die Personalabteilung versucht hat, alle Beschäftigten einzeln zu „befragen“, ob sie am Streik teilnehmen würden. Weswegen auch am 1. Streiktag passierte, was im Polizeistaat Spanien zu erwarten ist: Konfrontation der Repressionsorgane mit den Streikenden, was diese auch nicht abgehalten hat. Und auch am zweiten Tag gab es keine Schwankungen, der Streik stand weiter. Solidaritätsbekundungen mit dem Streik aus der zweitgrößten Niederlassung Barcelona wurden am ersten Tag ebenso begeistert empfangen, wie die Delegationen mehrerer Belegschaften der Region – wie etwa Coca Cola –, die seit längerem mit ihren (Ex-)Unternehmen Kämpfe führen, an beiden Tagen. GewerkschafterInnen nicht nur von anderen Amazon-Niederlassungen, sondern auch aus anderen Unternehmen des Logistik-Bereiches forderten eine Ausweitung des Streiks hin zu einem Kampf um einen Branchentarifvertrag. Was eine Spiegelung der komplexen gewerkschaftlichen Situation in der Branche und auch bei Amazon ist. Während in der bestreikten Niederlassung in Madrid die Branchengewerkschaft des anarchosyndikalistischen Gewerkschaftsbundes CGT die Mehrheitsgewerkschaft im Betriebskomitee ist, sind es im Gesamtunternehmen und in der Logistikbranche die Gewerkschaften der beiden größeren Verbände CCOO und UGT und es gibt auch Niederlassungen ohne gewerkschaftliche Vertretung. Aber die Streikeinheit in Madrid war gewährleistet. Zu Beginn die Meldung von 6 Uhr morgens am zweiten Streiktag, 22. März 2018: Auch heute Morgen mussten alle LKWs abdrehen… und so blieb es auch den Tag über.
http://www.labournet.de/?p=129651 (http://www.labournet.de/?p=129651)

(https://pbs.twimg.com/media/DY6ktbtW0AAeCpK.jpg)

(https://abload.de/img/dyzvawww0aix12xdksa5.jpg) (http://abload.de/image.php?img=dyzvawww0aix12xdksa5.jpg)

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Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:03:13 Sa. 24.März 2018
Zitat
Kurz vor Ostern
Wieder Streik bei Amazon in Bad Hersfeld


Seit Beginn der Frühschicht am Mittwoch befinden sich Beschäftigte von Amazon in Bad Hersfeld wieder im Streik. Die Gewerkschaft verdi hat mit Blick auf das Ostergeschäft dazu aufgerufen.

Streik soll Oster-Angebotswoche von Amazon treffen

In einem Schreiben heißt es wörtlich: „Wir wollen in der aktuellen Osterangebotswoche von Amazon daran erinnern, dass die Beschäftigten weiterhin auf das Angebot von Tarifverhandlungen warten“. Der Ausstand soll bis zum Ende der Spätschicht dauern. Verdi fordert inzwischen seit Jahren einen Tarifvertrag wie im Einzelhandel für die Amazon-Angestellten.
https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/osthessen/toController/Topic/toAction/show/toId/150161/toTopic/wieder-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-1.html (https://www.ffh.de/nachrichten/hessen/osthessen/toController/Topic/toAction/show/toId/150161/toTopic/wieder-streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-1.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: cyberactivist am 21:12:08 Mo. 26.März 2018
Amaz-ing! Solidarität mit den Streikenden bei Amazon
 - Entwicklungen im Arbeitskampf bei Amazon Europa.


Bei Amazon hat sich die wohl eigenwilligste Streikbewegung der letzten Jahre entwickelt. Hier geht es nicht darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen. Bei Amazon wollen die ArbeiterInnen mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags. Der Gegner, Amazon Chef Jeff Bezos, ist der reichste Mensch der Welt und zur Unternehmensstrategie des US Konzerns gehört es, das Unternehmen gewerkschaftsfrei zu halten. Die Auseinandersetzung ging von einer sehr überschaubaren Gruppe von Amazonbeschäftigten aus, die sich von dieser Situation herausgefordert fühlten und sich daran machten, KollegInnen für einen Kampf gegen Goliath zu gewinnen. Die Streikbewegung versteht sich als Basisinitiative. Sie geht von den Beschäftigten aus. AktivistInnen reisten zu anderen Standorten, um dort neue MitstreiterInnen für den Kampf zu gewinnen. Mit jeder Arbeitsniederlegung wächst die Zahl der TeilnehmerInnen.

Infos zur chefduzen-Infotour von Amazon-AktivistInnen in Bremen, Hamburg und Kiel:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329119.0 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329119.0)

An verschiedenen Standorten in Europa finden Arbeitsniederlegungen und Vernetzung statt. Ein Amazon-Arbeiter aus Bad Hersfeld in Hessen ist nach Madrid geflogen und berichtet:

https://www.klassegegenklasse.org/amazon-arbeiter-aus-deutschland-ueberbringt-solidaritaet-nach-madrid-mit-video/ (https://www.klassegegenklasse.org/amazon-arbeiter-aus-deutschland-ueberbringt-solidaritaet-nach-madrid-mit-video/)

(http://www.chefduzen.de/amazon/amazon.001nnsm8.jpeg)

Die companeros in MAD4 sind zu Hunderten in den Streik getreten. Ab dem frühen Morgen organisierten sie Streikposten an allen Toren. Nur wenige sind zur Arbeit erschienen. Amazon Madrid musste alle LKW-Touren für heute absagen. Die Beschäftigten haben vereint in eindrucksvoller Weise gezeigt, was Amazon ohne seine LagerarbeiterInnen wert ist: Nichts!

Die Beteiligungsquote betrug ca. 90 Prozent. Dort arbeiten 2.000 Leute, aber die Hälfte sind LeiharbeiterInnen von externen Firmen. Diese saßen – bezahlt – in der Nähe des Lagers, da die Produktion ohnehin nicht aufrecht erhalten werden konnte. Von den 1.000 Festangellten waren also etwa 900 im Streik. Sie fordern eine angemessene Bezahlung, bessere Regelungen bei den Arbeitszeiten und die Aufnahme von Tarifverhandlungen.

Es sollte von AmazokollegInnen aus Deutschland Solidarität nicht nur in Worten, sondern auch in Taten ausgedrückt werden:
"Wenn die Kolleg*innen in Spanien sehen, dass jemand aus Deutschland kommt, um ihren Streik zu unterstützen, kann das eine zusätzliche Dynamik in die Entwicklung der Arbeitskämpfe in allen Ländern bringen. Wir zeigen, dass es den Kolleg*innen weltweit eben nicht egal ist, was mit den Arbeiter*innen hier passiert."

"Unsere Vernetzungstreffen sind momentan auf der Stufe, dass wir konkrete europaweite Aktionen geplant haben, die nicht nur symbolischen Charakter haben. Dabei geht es allerdings nicht nur um Streik, sondern auch um alternative Arbeitskampfformen. Die Streiks bei uns werden aber parallel weiterlaufen. Wir stellen in letzter Zeit wieder fest, dass wir einen regen Zulauf haben."

Diskussion hier:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26780.5000 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=26780.5000)

Bilder, Gespräche und Hintergrundinfos vom Streik am 20. und 21.6.2016. in Bad Hersfeld:
https://www.youtube.com/watch?v=Q9jFL2yBxW8 (https://www.youtube.com/watch?v=Q9jFL2yBxW8)

AMAZON Streik in Poznan auf labournet:
Video:https://de.labournet.tv//amazon-arbeiterinnen-treffen-sich-poznan-0 (https://de.labournet.tv//amazon-arbeiterinnen-treffen-sich-poznan-0)
http://www.labournet.de/internationales/polen/arbeitsbedingungen-polen/polnische-gewerkschaft-fordert-hoehere-loehne-fuer-amazon-mitarbeiter/ (http://www.labournet.de/internationales/polen/arbeitsbedingungen-polen/polnische-gewerkschaft-fordert-hoehere-loehne-fuer-amazon-mitarbeiter/)

Abschlusserklärung des grenzübergreifenden Treffens von Amazon-ArbeiterInnen – Leipzig, 26. bis 28. Januar 2018:
https://amworkers.wordpress.com/2018/02/24/abschlusserklaerung-des-grenzuebergreifenden-treffens-von-amazon-arbeiterinnen-leipzig-26-bis-28-januar-2018/ (https://amworkers.wordpress.com/2018/02/24/abschlusserklaerung-des-grenzuebergreifenden-treffens-von-amazon-arbeiterinnen-leipzig-26-bis-28-januar-2018/)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: tleary am 02:50:51 Do. 29.März 2018
Bei Amazon hat sich die wohl eigenwilligste Streikbewegung der letzten Jahre entwickelt. Hier geht es nicht darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen. Bei Amazon wollen die ArbeiterInnen mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags.

Was soll daran "eigenwillig" sein? - Es geht eher um die ureigensten Ziele von Gewerkschaften, darum, warum sie überhaupt gegründet werden: Für die Durchsetzung höherer Löhne, kürzerer Arbeitszeiten und weniger Leistungsdruck, was ja auch legitim ist. Nur sollte man sowas nicht als die große Weltrevolution und etwas ganz Besonderes, so wie es der Autor darstellt, stilisieren.

Zitat
Hier geht es nicht darum, Angriffe auf die Arbeitsbedingungen zurückzuschlagen oder Arbeitsplätze gegen eine drohende Massenentlassung zu verteidigen [....]
Richtig, da sich Amazon in der Phase der permanenten Markteroberung und Verdrängung von Konkurrenten befindet, geht es natürlich nicht um die in stagnierenden Märkten übliche gewerkschaftliche Bekämpfung der Konsequenzen kapitalistischen Wirtschaftens in Form von "Massenentlassungen" für die nicht mehr benötigten Beschäftigen, sondern eben ganz einfach doch um "einen größeren Anteil am Kuchen" (= Lohnerhöhungen), auch wenn das in dem Text zurückgewiesen wird.

Und bitte nicht die Arbeitskämpfe bei Amazon in D so hochstilisieren, als ob sie schon eine merkliche Wirkung auf den normalen Betriebsablauf hätten. Das haben sie jedenfalls hierzulande definitiv nicht. Und nur dann könnte man in irgendeiner Form Druck auf die Kapitalseite erzeugen. Das wäre aber erst dann der Fall, wenn eine nennenswerte Zahl der dort Beschäftigten (mindestens ein Drittel!) sich daran beteiligen würde. Davon sind die Arbeitskämpfe bei Amazon aber noch meilenweit entfernt, wobei ich nun konkrete Zahlen nicht kenne. Aber wenn (geschäftzt) 10 % aller Beschäftigten einer Schicht dort in den Ausstand treten, werden es schon viel sein.

Euer Engagement in allen Ehren, aber man sollte auch bei einer realistischen Beurteilung der Lage bleiben: Streik ist in einem globalisierten Kapitalismus, wo problemlos Produktionen und die Auslieferung von Waren von dem Werk eines Landes binnen weniger Tage in ein anderes verschoben werden kann, eine stumpfe Waffe geworden. Besser (und ehrlicher zu den Arbeitern) wäre da wohl, gleich das ganze System als Scheiße für sie und ihre Lebensumstände zu bezeichnen, und als Langfristziel deren Abschaffung zu verlangen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 03:53:04 Do. 29.März 2018
Nur sollte man sowas nicht als die große Weltrevolution und etwas ganz Besonderes, so wie es der Autor darstellt, stilisieren.
Die Ausdauer der kämpfenden Beschäftigten und die beginnende internationale Vernetzung derselben sind etwas Besonderes, weil bisher Einmaliges.
sondern eben ganz einfach doch um "einen größeren Anteil am Kuchen" (= Lohnerhöhungen), auch wenn das in dem Text zurückgewiesen wird.
Zurückgewiesen?
Du solltest mal lesen, was du selbst zitiert hast:
Bei Amazon wollen die ArbeiterInnen mehr. Sie wollen ein größeres Stück vom Kuchen, sie wollen den krankmachenden Arbeitsdruck abschaffen, kämpfen um ihre Würde und wollen Zugeständnisse nicht als Almosen sondern in Form eines Tarifvertrags.
Euer Engagement in allen Ehren, aber man sollte auch bei einer realistischen Beurteilung der Lage bleiben: Streik ist in einem globalisierten Kapitalismus, wo problemlos Produktionen und die Auslieferung von Waren von dem Werk eines Landes binnen weniger Tage in ein anderes verschoben werden kann, eine stumpfe Waffe geworden.
Ein Streik in einem einzelnen Standort ist bei Unternehmen dieser Größenordnung in der Tat nicht gerade die stärkste Waffe.
Aber die beginnende Vernetzung auch und gerade zwischen den Standorten verschiedener Länder zeigt, das die Beschäftigten dieses Problem als solches erkannt haben. Und das ist gut so.  :)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 09:32:25 Do. 29.März 2018
Die Streiks bei Amazon müssen international koordiniert werden, um wirkungsvoll zu sein. Wünschenswert wäre auch, daß die Streikenden systemverändernde Forderungen wie die Abschaffung des Lohnsystems aufstellen.

Auf jeden Fall ist Solidarität mit den Streikenden wichtig und richtig.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 11:54:13 Do. 29.März 2018
Was soll daran "eigenwillig" sein? - Es geht eher um die ureigensten Ziele von Gewerkschaften...

1. Es geht um die ureigensten Ziele der Beschäftigten. Gewerkschaften haben sich oftmals degeneriert und verfolgen andere Ziele als die ihrer Mitglieder.

2. Es handelt sich tatsächlich um den wohl "eigenwilligsten" Arbeitskampf in Deutschland. Der Arbeitskampf wird nicht vom Gewerkschaftsapparat organisiert, sondern von den Beschäftigten selbst. Sie haben sich eine Art Freibrief für das Streiken erkämpft, sind in der Lage spontan innerhalb einer halben Stunde eine Arbeitsniederlegung auszurufen und müssen es der Gewerkschaft nur mitteilen und haben damit eine rechtlich anerkannte Grundlage für den Streik.

Eine solche Situation gibt es in keiner anderen Branche und keinem anderen Betrieb in Deutschland. Folgendes sehe ich als Gründe für diese Sonderstellung: Die Gewerkschaften in Deutschland sehen sich normalerweise als "Sozialpartner", als Mittler zwischen Kapital und Arbeiter. Sie versprechen Ruhe im Betrieb und erwarten dafür eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Doch Amazon arbeitet nach einer amerkanischen Ideologie in der man keinen Sozialpartner und keine Gewerkschaft braucht. Verdi hat keinen Platz bei Amazon.

Amazon eröffnet ihre Logistikcenter stets in der Pampa (mit hoher Arbeitslosigkeit und niedrigem Lohnniveau), jedoch mit guter Verkehrsanbindung. Bei den prekären Beschäftigten lag der gewerkschaftliche Organisierungsgrad bei etwas über Null. Durch die aktuelle Streikbewegung hat die Gewerkschaft einen riesigen Zulauf und bekommt Mitglieder in einem Bereich, in dem sie bisher kaum eine Bedeutung hatte. Der Hauptgrund für die Gewerkschaftseintritte ist die Zahlung von Streikgeld.

Verdi betrachtet die Sache wohl auch als Imagekampagne. Obwohl die Gewerkschaft eine zwiespältige Rolle spielt, einerseits notwendig, oftmals auch hilfreich ist, so ist sie in einigen Situationen ein echter Hemmschuh. In der öffentlichen Wahrnehmung und in der Presseberichterstattung ist nicht die Rede davon, daß die Beschäftigten kämpfen, immer heißt es nur "Verdi kämpft". So kann man das ramponierte Image (Verrat am Poststreik) aufbessern.

Für die Durchsetzung höherer Löhne, kürzerer Arbeitszeiten und weniger Leistungsdruck, was ja auch legitim ist. Nur sollte man sowas nicht als die große Weltrevolution und etwas ganz Besonderes, so wie es der Autor darstellt, stilisieren.
Doch. Sollte man.
Genau so beginnt eine grundlegende soziale und politische Veränderung! Man beginn bei den Alltagsproblemen der Menschen. Hierbei gewinnen sie Selbstvertrauen, lernen Zusammenhalt und gemeinsam zu kämpfen. Sie hören auf manövrierbare Masse an Arbeitskraft zu sein, ihr wachsendes Selbstwußtsein gibt ihnen ein Gefühl für ihre Macht im Unternehmen. Außerdem: Einige der Streikaktivisten haben sehr viel mehr im Kopf als die Erhöhung von Stundenlöhnen, sie haben Vorstellungen von anderen gesellschaftlichen Verhältnissen. Deshalb blicken sie auch über den Tellerrand des eigenen Betriebs hinaus.

...als ob sie schon eine merkliche Wirkung auf den normalen Betriebsablauf hätten. Das haben sie jedenfalls hierzulande definitiv nicht.
So etwas sagt man nur, wenn man die von dem Amazonmanagement über die Medien verbreitete Lügenpropaganda glaubt.

Die Realität: Die Amazonniederlassung Bad Hersfeld hat rund 300 Leute angestellt, die mit voller Bezahlung den ganzen Tag in der Kantine herumsitzen. Sie sollen einspringen, wenn gestreikt wird. Das sorgt für viel Unmut. Die in der Kantine sagen, "wir haben einen Arbeitsvertrag unterschrieben, weil wur arbeiten wollen, doch sind wir gezwungen uns zu langweilen und so geht der Tag nicht herum." Die Arbeitenden sagen, "wir werden gehetzt, während andere dafür bezahlt werden Kaffee zu trinken."

Durch die Streiks kann eine wachsende Zahl an Lieferungen (insbesondere "Amazon Prime") nicht in dem vorgebenen Zeitraum ausgeliefert werden. Anderslautende Pressemeldungen sind unwahr.

Bei einem Streik im Logistikcenter Bad Hersfeld traten die Kollegen im nahegelegenen Logistikcenter Posznan hinter der Polnischen Grenze in einen Slow-Down (Bummelstreik). Die Produktivität des Center konnte so um 30% gesenkt werden.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten jenseits  des Streiks auf die Produktivität einzuwirken. Ein Beschäftigter berichtete, er würde normalerweise ca. 120 Fälle am Tag bearbeiten. Er erkannte die Möglichkeit die Vielzahl an von Amazon ausgebenen Regeln für den Arbeitsablauf beim Wort zu nehmen. Er ist nun bei 2-3 Fällen, die er pro Tag bearbeitet. Ein flüssiger Arbeitsablauf ist nur unter ignorieren des Regelwerks möglich. Das soll jetzt eine Kampfstrategie werden. Unter dem Namen "Safe Package" werden nun Flugblätter vorbereitet, die in den Niederlassungen verbreitet werden sollen.

...man sollte auch bei einer realistischen Beurteilung der Lage bleiben: Streik ist in einem globalisierten Kapitalismus, wo problemlos Produktionen und die Auslieferung von Waren von dem Werk eines Landes binnen weniger Tage in ein anderes verschoben werden kann, eine stumpfe Waffe geworden.
Unsinn!
Die Just-in-Time-Produktion und die Zergliederung und das Outsorcing bei Großunternehmen haben das gesamte System viel angreifbarer gemacht. Einige wenige Transportarbeiter können zu einem Stillstand eines Großteils der Wirtschaft sorgen. Winzige Zulieferer haben für einen Stillstand der Fließbänder in der Autoindustrie gesorgt. Der Wilde Streik bei Opel Bochum hatte einen Stop der Produkton in UK zur Folge.

Besser (und ehrlicher zu den Arbeitern) wäre da wohl, gleich das ganze System als Scheiße für sie und ihre Lebensumstände zu bezeichnen, und als Langfristziel deren Abschaffung zu verlangen.
Das Eine kann man von dem Anderen nicht trennen. Grundsätzliche Kritik an dem gesamten System ist wirkungslos, so lange man sich vereinzelt und wehrlos fühlt. Es bleibt so heiße Luft und man steht als linker Spinner da ohne Bezug zum wirklichen Leben. Wenn man aber beginnt zusammenzukommen und gemeinsam zu kämpfen, dann sollte man natürlich im Kopf behalten (bzw. dies auch in Diskussionen formulieren), daß es um mehr geht, als um die Verbesserung des Situation im Betrieb.

"einen größeren Anteil am Kuchen" (= Lohnerhöhungen)
Nochmal: Es geht dabei nicht allein um Lohnerhöhungen. Es geht um Würde. Es geht um die Macht im Betrieb.

Die Ausdauer der kämpfenden Beschäftigten und die beginnende internationale Vernetzung derselben sind etwas Besonderes, weil bisher Einmaliges.
So ist es.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland ist am besten etabliert. Es gibt regelmäßige gemeinsame Treffen. Die Verbindung nach Italien war bisher sehr wackelig, da jeder, der bei Amazon in Italien irgendwie aktivistisch in Erscheinung trat, sofort seinen Job verlor. Inwischen gibt es brauchbare feste Kontakte. Recht gut haben sich die Kontakte nach Frankreich entwickelt. Es gab sogar ein Treffen zwischen deutschen und chinesischen Amazonarbeitern in China unter wahrlich konspirativen Bedingungen. Es wird gerade an Kontakten zu Kollegen in den USA gearbeitet. Der dirkete Kontakt nach Spanien entstand durch die chefduzen-Amazontour. Bei der Veranstaltung in Bremen war ein Spanischer Aktivist, der dann gemeinsam mit einem deutschen Streikaktivisten nach Madrid reiste. Dort fand der erste Vollstreik bei Amazon in Europa statt. Die Niederlassung wurde für 2 Tage komplett lahmgelegt.

Amazonchef Jeff Bezos ist der reichste Mensch der Welt und der Amazonkonzern gilkt als Prototyp für den modernen Kapitalismus, der angeblich nicht aufzuhalten ist. Doch Amazon stößt hier bereits auf die Grenzen seiner Möglichkeiten. Wenn die Arbeiter nicht mehr mitspielen, haben selbst globale Konzerne und auch autoritäre Staaten ein echtes Problem.

Amazon verkündet zwar, die Arbeitsniederlegungen hätten einen rein symbolischen Charakter und keinerlei Auswirkung auf den Betriebsablauf, doch hat der Konzern in seiner Europazentrale in Luxemburg eine Milliarde Euro zurückgelegt, um damit Auswirkungen von Streiks auffangen zu können.

Gegen globalisierte Konzerne gibt es nun Ansätze für ein sich globalisierendes Proletariat.
Diese Markt- ud Machtkonzentrationen sind längst nicht so unangreifbar wie man glaubt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:47:22 Fr. 30.März 2018
Zitat
"Ostern ist das neue Weihnachten"
Wieder Streik-Aktionen bei Amazon in Graben

Unter dem Motto "Ostern steht vor der Tür - wir auch" hat die Gewerkschaft Verdi wieder zu Streik-Aktionen bei Amazon in Graben bei Augsburg aufgerufen. Ziel der Aktionen ist es, arbeitnehmerfreundlichere Tarifverträge bei Amazon durchzusetzen.


(https://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/osterstreik-2018-amazon-100~_v-img__16__9__l_-1dc0e8f74459dd04c91a0d45af4972b9069f1135.jpg?version=8e4c1)

Laut der Gewerkschaft Verdi setzen sich die Streikenden weiter dafür ein, dass sich Amazon den Bedingungen der Tarifverträge für den Versandhandel anschließt. Durch existenzsichernde Tarifverträge sollen gute und gesunde Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden und ein wesentlicher Schritt gegen die drohende Altersarmut bei Amazon unternommen werden, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.
https://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/wieder-streikaktionen-bei-amazon-in-graben-100.html (https://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/wieder-streikaktionen-bei-amazon-in-graben-100.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:23:33 Sa. 31.März 2018
Zitat
Amazons Erfolg basiert vor allem auf Effizienz und Kontrolle. Arbeitsabläufe und Arbeiter werden kontinuierlich überwacht. Wird langsamer gearbeitet als vom System vorgegeben, erhalten die Arbeiter eine ermahnende Kurznachricht auf ihren Warenscanner. Liegt ihre Arbeitsleistung unter dem Durchschnitt, werden einzelne Arbeiter und Teams dazu befragt und somit unter Druck gesetzt. Daten werden nicht nur über Kunden, sondern auch über Mitarbeiter gesammelt: wer ist zu oft krank, wer geht früher nach Hause und wer antwortet spät auf E-Mails.

Auch bei der Auswahl neuer Standorte folgt Amazon einem klaren System. Neue Logistikzentren werden bevorzugt an Standorten mit hoher Langzeitarbeitslosigkeit eröffnet. So steht eine Reservearmee bereit, falls Angestellte dem Druck und der Überwachung nicht standhalten. Weil Tarifverhandlungen seit Jahren umgangen werden, muss sich der Konzern weder an Tariflöhne halten noch feste Urlaubs- und Weihnachtsgelder zahlen.

Diese Systematik der Ausbeutung beschränkt sich nicht nur auf die Logistikzentren. Der Erfolg des Online-Handels beruht zu einem großen Teil auf der Ausbeutung von Paketboten. Denn Anbieter wie DPD und Hermes setzen komplett auf Subunternehmer. Deren Paketboten arbeiten nicht selten 60 bis 70 Stunden die Woche, wodurch sich ihr Stundenlohn auf 5 bis 6 Euro verringert. Immer häufiger werden auch Paketboten aus Osteuropa angestellt, die ihre Rechte nicht kennen.

So verschlechtern sich Arbeitsbedingungen und Löhne bei der Deutschen Post / DHL zusehends.
https://zebralogs.wordpress.com/2018/03/19/jeff-bezos-reichster-mensch-auf-kosten-von-arbeitern-und-steuerzahlern/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 16:37:42 Sa. 31.März 2018
Habe die Woche auch ein Paket über DPD erhalten. Der Bote war ein junger Osteuropäer. Konnte kein Wort Deutsch. Wahrscheinlich war er auch unter o.g. Bedingungen unterwegs.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 18:11:54 So. 01.April 2018
In der Logistik tun sich Dinge, die wohl wegweisend für den Arbeitsmarkt sind. Und vielleicht auch wegweisend für Arbeitskämpfe der Zukunft.

In der Branche werden sehr viele Migranten eingestellt.

Wir hatten auf unserer Norddeutschlandtour nicht nur die drei öffentlichen Veranstaltungen. Wir hatten auch ein Treffen in Winsen an der Luhe, das nicht öffentlich war, um uns mit den dort neu angestellten Amazonbeschäftigten (das Logistikzentrum besteht erst etwas über ein halbes Jahr) zu treffen, ohne sie zu gefährden (wer ein potentieller Unruhestifter ist, kriegt keine Verlängerung des Zeitvertrags). Amazon hat Probleme ausreichend Personal zu rekrutieren. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten von Amazon Winsen/Luhe ist migrantisch, viele von ihnen Geflüchtete. Es gibt Spannungen, da viele der Geflüchteten jung und sportlich sind und bei der Arbeit reinhauen wie die Blöden. Sie sind glücklich etwas Kohle zu machen und sich nicht länger in Sammelunterkünften langweilen zu müssen. Die Kollegen sind genervt, wenn sie 300% Arbeitsleistung bringen. Die Kommunikation scheitert oft an Sprachproblemen, einige sprechen nicht einmal Englisch.

So ähnlich war es auch, als in den 60er Jahren die Gastarbeiter aus Italien und der Türkei kamen. Es gab viel Streß untereinander und es dauerte einige Jahre, bis sich wilde Streiks daraus entwickelten. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilder_Streik_bei_Ford_(1973)

In einer Amazonniederlassung sieht man genau hier Möglichkeiten für die Ausweitung der Kämpfe. Man hat Kontakte zur Afrikanischen Community geknüpft, die in dem Warenlager stark vertreten ist. Es wird gerade eine Veranstaltung für diese Zielgruppe vorbereitet und es wurden Dolmetscher angeheuert.

Eine vielversprechende Herangehensweise. Wir sollten weiter beobachten, welche Erfahrungen in diesen Kämpfen gesammelt werden.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:05:54 Mi. 04.April 2018
Aus: Ausgabe vom 04.04.2018, Seite 2   / Kapital & Arbeit

»Man kann sagen, die Fronten sind verhärtet«
Erneut streiken Amazon-Beschäftigte in Hessen und Sachsen. Verdi kritisiert fehlende Tarifbindung. Gespräch mit Mechthild Middeke
Interview: Jan Greve

(http://up.picr.de/32301184qj.jpg)(http://)
Tarifflucht als Trend: Beschäftigte des Onlinehändlers Amazon protestieren wie hier in Leipzig gegen das Geschäftsmodell des Konzerns
Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Der Arbeitskampf am Amazon-Standort Bad Hersfeld dauert nun schon fünf Jahre, mehrere Streiks sind bereits geführt worden. Nun hat Verdi am Dienstag erneut zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, neben dem Standort in Hessen auch in Leipzig. Gibt es dafür einen aktuellen Anlass?

Ostern ist ein Zeitraum, in dem erhöhtes Volumen da ist und in dem Streiks damit auch Sinn machen. Wir können dafür sorgen, dass die Päckchen nicht so ausgeliefert werden können, wie es eigentlich gedacht und geplant war.

Um was geht es bei dem Streik?

Grundsätzlich geht es nach wie vor darum, dass wir einen Tarifvertrag fordern. Das tun wir jetzt schon seit fünf Jahren. Am 9. Ap ril 2013 hatten wir unseren ersten Streiktag. Wir haben damals den Arbeitskampf begonnen, weil sich die Beschäftigten von der allgemeinen Lohnentwicklung abgehängt fühlten. Amazon hatte damals eine Zeitlang keine Lohnerhöhungen gezahlt. Immerhin, das machen sie inzwischen wieder. Aber nach wie vor geht das, was einen Tarifvertrag ausmacht und das, was bei Amazon bezahlt wird, noch weit auseinander. Wir rechnen mit einer Bezahlung zwischen acht und neun Prozent unter Tarif.

Trotz der langjährigen Auseinandersetzung gibt es weiterhin keinen Tarifvertrag.

Uns ist klar, dass Amazon erst dann bereit ist, mit uns einen Tarifvertrag zu verhandeln, wenn wir die Mehrheit der Beschäftigten vor’s Tor bringen – und das nicht nur an einem Standort, sondern bundesweit. Das haben wir bisher noch nicht geschafft, da arbeiten wir aber weiter dran. Solange wir weiter Zulauf von Beschäftigten zur Streikbewegung haben und wir auch die neuen Standorte von Amazon organisieren, werden wir weitermachen. Unser Ziel im Arbeitskampf ist nicht nur ein Tarifvertrag, sondern die Beschäftigten weiter zu organisieren und sie dazu zu bringen, ihre Interessen selber zu vertreten.

Wir reagiert Amazon? Laufen derzeit Gespräche?

Man kann sagen, die Fronten sind verhärtet. Es ist ein allgemeines Problem, dass Tarifverträge immer weniger Bedeutung haben, dass es Tarifflucht gibt, dass Unternehmen keinen Tariflohn mehr bezahlen wollen. Da muss über die Politik etwas befördert werden, dass Arbeitsbedingungen stärker über Tarifverträge geregelt werden. Sonst kriegen wir diese Entwicklung nicht umgedreht. Da braucht es eine Kehrtwende, die wir nur mit politischer Unterstützung erreichen können.

Spielt der Konzern eine besondere Rolle in der Handelsbranche und unterscheiden sich die Praktiken von denen anderer Unternehmen?

Na ja, Jeff Bezos kriegt nicht umsonst am 24. April den Axel-Springer-Award als innovativer Unternehmer verliehen. Amazon setzt schon Trends in gewisser Weise, auch bei den Arbeitsbedingungen. Deswegen wollen wir dafür sorgen, dass diese Trends, keine Tarifverträge anzuwenden, viele nur befristet zu beschäftigen und vieles mehr, sich nicht weiterverbreiten. Amazon ist da leider kein Einzelfall in der Handelslandschaft. Wir greifen aber natürlich besonders Amazon an, weil das Unternehmen eben Trendsetter ist – in vielerlei Richtung.

Wie sieht es an den anderen Standorten aus?

Bad Hersfeld ist der älteste Standort, dann kam Leipzig, es folgten Rheinberg und Werne. An diesen vier Standorten haben wir eine gute Streikbeteiligung. An anderen, neueren Standorten entwickelt sich vieles erst. Da sind wir weiter dabei und versuchen auch über andere Formen den Arbeitskampf zu unterstützen. Beispielsweise sollen während einer konzertierten Aktionswoche im Sinne des Diensts nach Vorschrift alle Sicherheitsregeln eingehalten werden. Diese Aktion geht insbesondere auch von den polnischen Standorten aus, weil sie noch nicht streikfähig sind. Das versuchen wir europaweit gemeinsam hinzukriegen.

Ein gutes Stichwort: Amazon ist als Internetgigant weltweit unterwegs. Wie läuft die Zusammenarbeit von Verdi mit anderen Gewerkschaften in Europa?

Auf mehreren Schienen. Wir haben seit einigen Jahren internationale Gewerkschaftsstreffen, bei denen die Verantwortlichen aus verschiedenen europäischen Standorten zusammenkommen. Es gibt auch eine Menge informeller Kontakte von Aktiven untereinander. Das funktioniert ganz gut, viele haben sich mittlerweile vernetzt. Interview: Jan Greve

Mechthild Middeke ist Verdi-Fachsekretärin für Handel im Bezirk Nordhessen und Streikleiterin in Bad Hersfeld

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/330125.man-kann-sagen-die-fronten-sind-verh (https://www.jungewelt.de/artikel/330125.man-kann-sagen-die-fronten-sind-verh)ärtet.html

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:19:46 Do. 19.April 2018
Zitat
Amazon am Pranger:
Mitarbeiter pinkeln in Flaschen, weil der Zeitdruck so groß ist

Für Jeff Bezos zu arbeiten, kann die Hölle sein. Ein britischer Journalist enthüllt den Druck, der in Amazons Lagerhallen herrscht. Die Arbeiter hätten sogar Angst, aufs Klo zu gehen, sagte er. Dafür gibt es Urin-Flaschen.


 "Für die von uns, die im obersten Stockwerk arbeiteten, lagen die nächsten Toiletten vier Treppen weiter runter." Dieser Weg ist im Laufe einer Schicht nicht wieder einzuholen. "Die Leute haben in Flaschen gepinkelt, weil sie ständig Angst vor Disziplinierungsmaßnahmen haben und fürchten, ihre Arbeit zu verlieren, nur weil sie einmal zum Klo mussten."

Jeder Arbeiter werde dort von speziellen Vorgesetzten auf Zeitverschwendung permanent kontrolliert. Den Journalisten hat das Lager mehr an ein Hochsicherheits-Gefängnis mit Sicherheitsscannern erinnert als an ein Lagerhaus, in dem Hoodies und Sonnenbrillen ebenso verboten sind wie Mobiltelefone.
https://www.stern.de/wirtschaft/job/amazon-am-pranger--urin-flaschen-statt-pinkel-pausen-7945642.html (https://www.stern.de/wirtschaft/job/amazon-am-pranger--urin-flaschen-statt-pinkel-pausen-7945642.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 12:35:45 Do. 19.April 2018
Zitat
Amazon am Pranger:
Mitarbeiter pinkeln in Flaschen, weil der Zeitdruck so groß ist

Zitat
Amazon-Chef Jeff Bezos erhält den Axel Springer Award
...
Der Amazon-Gründer Jeff Bezos, geboren 1964, wurde 2017 mit 130 Milliarden US-Dollar Privatvermögen endlich das reichste Inividuum der bisherigen Menschheit. ...
...

Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=43580)

Zitat
Der Axel Springer Award ist eine jährlich vergebene Auszeichnung an herausragende Persönlichkeiten, die „außergewöhnlich innovativ sind, neue Märkte schaffen und Märkte verändern, Kultur formen und sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Springer_Award (https://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Springer_Award)

Was soll man da noch sagen!?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 14:33:16 Do. 19.April 2018
Habe gerade mit einem Amazonaktivisten aus Bad Hersfeld telefoniert.
Sie sind gerade wieder in den Streik getreten. Ein Kurzstreik, 2 Std.. Gestern bereits einmal. Vielleicht auch morgen wieder. Die Streikfront hat enormen Zulauf. Man ist schon längst über den Zustand des symbolischen Protests hinaus und erzeugt handfesten wirtschaftlichen Druck. Man ist da sehr optimistisch, wie es sich zur Zeit entwickelt.

Insbesondere die internationale Vernetzung funzt. Er schwärmte von dem Besuch des Streiks in Spanien. 98% Streikbeteiligung in Madrid und man hat die Zufahrten konsequent blockiert. Es gab harte Polizeieinsätze.  Als Rache hat der Konzern Wochen später ein paarhundert Leiharbeiter entlassen. Daraufhin haben 1000 Amazonbeschäftigte die Arbeit niedergelegt, sind nach Madrid gezogen und haben vor der Leihbude demonstriert. War ein Riesenthema in den spanischen Medien. Vor ein paar Tagen. Es schließen sich gerade spanische und italienische Aktivisten zusammen. Auch in Italien plant man die Arbeit niederzulegen. Eine spanische Delegation will nach Berlin zur Überreichung des Axel Springer Award kommen. Man hofft in absehbarer Zeit in der Lage zu sein, europaweit die Arbeit niederzulegen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Troll am 14:55:50 Do. 19.April 2018
Insbesondere die internationale Vernetzung funzt. Er schwärmte von dem Besuch des Streiks in Spanien. 98% Streikbeteiligung in Madrid und man hat die Zufahrten konsequent blockiert. Es gab harte Polizeieinsätze.  Als Rache hat der Konzern Wochen später ein paarhundert Leiharbeiter entlassen. Daraufhin haben 1000 Amazonbeschäftigte die Arbeit niederghelegt, sind nach Madrid gezogen und haben vor der Leihbude demonstriert. War ein Riesenthema in den spanischen Medien. Vor ein paar Tagen. Es schließen sich gerade spanische und italienische Aktivisten zusammen. Auch in Italien plant man die Arbeit niederzulegen. Eine spanische Delegation will nach Berlin zur Überreichung des Axel Springer Award kommen. Man hofft in absehbarer Zeit in der Lage zu sein, europaweit die Arbeit niederzulegen.

Super, der Widerstand muß sich vernetzen, die Konzerne ziehen marodierund durch die Welt und bauen auf die Spaltung durch Wettbewerb/Konkurrenz der Länder, ansonsten gibt es ja keine ernsthafte Konkurrenz mehr, jetzt soll der Druck über die Nationen erzwungen werden.
So etwas wie diesen Springer Award sehe ich eher als Brandbeschleuniger für den Widerstand, die Wut wächst während sich die "Leistungsträger" gegenseitig den Bauch pinseln.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 17:16:21 Do. 19.April 2018
So etwas wie diesen Springer Award sehe ich eher als Brandbeschleuniger für den Widerstand

Diese Einschätzung teile ich.

Zitat
Am 24. April soll „sein visionäres Unternehmertum in der Internetwirtschaft sowie die konsequente Digitalisierungsstrategie der 140-jährigen US-Traditionszeitung“ im Journalisten-Club von Axel Springer geehrt werden.
https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1331-ebuch-kritisiert-verleihung-axel-springer-award-amazon-chef.html (https://www.amazon-watchblog.de/kritik/1331-ebuch-kritisiert-verleihung-axel-springer-award-amazon-chef.html)

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:00:02 Fr. 20.April 2018
Auf zum Protest nach Berlin!
https://www.facebook.com/makeamazonpay/videos/2152188654807951/ (https://www.facebook.com/makeamazonpay/videos/2152188654807951/)
https://diefreiheitsliebe.de/politik/meinungsstark-politik/amazon-als-taktgeber-des-digitalen-kapitalismus-wir-stellen-uns-quer/ (https://diefreiheitsliebe.de/politik/meinungsstark-politik/amazon-als-taktgeber-des-digitalen-kapitalismus-wir-stellen-uns-quer/)

(https://www.golem.de/1804/133956-160530-160527_rc.jpg)

Grenzüberschreitend kämpfen!
https://www.golem.de/news/amazon-verdi-will-internationale-streiks-der-lagerarbeiter-1804-133956.html (https://www.golem.de/news/amazon-verdi-will-internationale-streiks-der-lagerarbeiter-1804-133956.html)
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1085907.gewerkschafter-gegen-amazon-protest-gegen-preis-fuer-jeff-bezos.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1085907.gewerkschafter-gegen-amazon-protest-gegen-preis-fuer-jeff-bezos.html)
https://www.jungewelt.de/artikel/330637.dicke-luft-in-san-fernando.html (https://www.jungewelt.de/artikel/330637.dicke-luft-in-san-fernando.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:11:46 Mo. 23.April 2018
Zitat
Management-Ratschläge
Die vier Tipps von Jeff Bezos – So schaffen Sie eine Firma wie Amazon

(http://www.handelsblatt.com/images/amazon-chef-jeff-bezos/21191006/2-format2020.jpg)

Amazon-Chef Jeff Bezos schwimmt auf einer Erfolgswelle. In seinem Jahresbrief verrät der Multimilliardär das Geheimnis seines Erfolgs.


[Er produziert heiße Luft vom Feinsten:] "Dreh- und Angelpunkt sind für Bezos „hohe Standards“. Denn Kunden seien „traumhaft unzufrieden“: „Die Leute haben einen unermüdlichen Appetit auf etwas Besseres, und das ‚Wow‘ von gestern wird schnell zum Gewöhnlichen von heute“, schreibt Bezos."
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/the_shift/management-ratschlaege-die-vier-tipps-von-jeff-bezos-so-schaffen-sie-eine-firma-wie-amazon/21190576.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/the_shift/management-ratschlaege-die-vier-tipps-von-jeff-bezos-so-schaffen-sie-eine-firma-wie-amazon/21190576.html)


Zitat
Während des Streiks! Amazon-Mitarbeiter protestieren gegen Preisvergabe an Amazon-Chef

Gewerkschaft ver.di ruft zu Streik bei Amazon Leipzig auf


Seit Mitternacht schon haben die Beschäftigten ihre Arbeit niedergelegt. Noch immer kämpft die Gewerkschaft um einen Tarifvertrag. "Wir wollen tariflich geregelte Löhne, Gehälter und Arbeitsbedingungen auch beim Marktführer im Versandhandel", heißt es von Seiten ver.dis.

Das Unternehmen allerdings verweigert bisher die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Zwar wurden wegen des andauernden Streiks die Löhne in der Vergangenheit immer wieder etwas erhöht, dennoch reichen die Maßnahmen nach Auffassung der Gewerkschaft nicht aus. "Die Blockadehaltung der Amazon Geschäftsführung gegenüber der Aufnahme von Tarifverhandlungen treibt die Beschäftigten immer wieder zum Streik", so Streikleiter Thomas Schneider.

Ver.di fordert für alle Beschäftigten: "1.074 Euro Urlaubsgeld, ein halbes Monatsgehalt als Weihnachtsgeld, eine 38 Stundenwoche und 6 Wochen Urlaub". Das sei in der Branche üblich.

Um 10.30 Uhr versammeln sich die Streikenden zur Versammlung vor Amazon.

UPDATE, 13.35 Uhr: Der Streik bei Amazon wird bis Mittwochabend fortgesetzt. Das teilte Jörg Förster, Pressesprecher von ver.di, mit. Außerdem wollen manche der Streikenden am morgigen Dienstag zur Preisverleihung des Springer Awards nach Berlin fahren. Dort soll Amazon-Chef Jeff Bezos für sein "visionäres Geschäftsmodell" ausgezeichnet werden. "Verschwiegen wird, dass Amazon ein beispielloses 'visionäres' Ausbeutungsmodell ist. Amazon steht für Gewerkschaftsfeindlichkeit, fehlende Tarifbindung, Arbeitshetze und permanente Überwachung", so ver.di Landesfachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago. "Die Arbeitsbedingungen bei Amazon führen zu hohen Krankheitsständen sowie mentalen und körperlichen Langzeitschäden bei den Beschäftigten."
https://www.tag24.de/nachrichten/leipzig-amazon-streik-gewerkschaft-verdi-tarif-verhandlung-lohn-geld-urlaub-versammlung-538050 (https://www.tag24.de/nachrichten/leipzig-amazon-streik-gewerkschaft-verdi-tarif-verhandlung-lohn-geld-urlaub-versammlung-538050)

Zitat
Protest gegen Vergabe des Springer-Preises an Jeff Bezos
Zweitägiger Streik bei Amazon in Werne


(https://abload.de/img/37200624-amazon-3la7mdq9q.jpg) (http://abload.de/image.php?img=37200624-amazon-3la7mdq9q.jpg)

Werne - Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten bei Amazon an den Standorten in Werne und Rheinberg dazu auf, die Arbeit bis zum Mittwoch niederzulegen.

Die Streikenden werden den Arbeitskampf dazu nutzen, gegen die Überreichung des Axel-Springer-Preises an den Amazon Eigner Jeff Bezos in Berlin zu protestieren. „Während Jeff Bezos Preise bekommt, erhalten die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon nicht einmal das, was ihnen zusteht: Die Gehälter und Löhne nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels“, so die Landesfachbereichsleiterin für den Handel bei Verdi in NRW, Silke Zimmer.

„Die Beschäftigten bei Amazon leisten gute und harte Arbeit und erwarten dafür keine Preise, aber sie erwarten, dass sie endlich für ihre Arbeit den notwendigen Respekt erhalten. Jeff Bezos dagegen verweigert den Belegschaften den Respekt und das wollen wir ihm deutlich machen“, so Zimmer weiter. „Unseren Respekt hätte Herr Bezos,  wenn er sich endlich mit uns an den Verhandlungstisch setzen würde und damit deutlich macht, dass er die Interessen der Kolleginnen und Kollegen nicht ignoriert. Dafür stehen wir jederzeit zur Verfügung“, macht Zimmer deutlich.

Die Streikenden aus den beiden Standorten werden am Dienstagnachmittag ab 18 Uhr an einer Veranstaltung vor dem Axel-Springer-Haus in Berlin teilnehmen  und dort gemeinsam mit einem Bündnis gegen die Preisverleihung protestieren.
https://www.wa.de/lokales/werne/dreitaegiger-streik-amazon-werne-9806677.html (https://www.wa.de/lokales/werne/dreitaegiger-streik-amazon-werne-9806677.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:23:13 Di. 24.April 2018
Zitat
Streik bei Amazon in Bad Hersfeld ab Dienstagmorgen

Den Axel-Springer-Award für Amazon-Gründer Jeff Bezos nimmt die Gewerkschaft Verdi zum Anlass, um erneut zum Streik in Bad Hersfeld aufzurufen.


Die Gewerkschaft ruft die Beschäftigten von Dienstag, 23. April, beginnend mit der Frühschicht, bis Mittwoch, 24. April, bis zum Ende der Spätschicht, zum Ausstand auf. „Wir beglückwünschen mit unserer Streikaktion die Amazon-Mitarbeiter, denn dank ihrer Arbeit ist der Firmengründer Jeff Bezos der reichste Mann der Welt und erhält am 24. April in Berlin den Axel-Springer Award“, so Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke. Eine Beteiligung am Unternehmenserfolg für die Mitarbeiter wäre mehr als überfällig, heißt es. Doch passiere gerade das Gegenteil und das verärgere die Beschäftigten.
https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/bad-hersfeld-ort56532/streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-ab-dienstagmorgen-9809185.html (https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/bad-hersfeld-ort56532/streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-ab-dienstagmorgen-9809185.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:02:08 Di. 24.April 2018
März 2018 - Bilder vom Streik der Amazon Arbeiter_innen in Madrid. 1.000 hatten sich beteiligt. Sie protestieren gegen das Einfrieren ihrer Löhne, Kürzung der Überstundenzulage und die Halbierung ihrer Krankheitstage.
Video: https://de.labournet.tv/steik-der-amazon-arbeiterinnen-madrid (https://de.labournet.tv/steik-der-amazon-arbeiterinnen-madrid)

Die Arbeiter_innen hatten einen weiteren Streik geplant. Doch bevor es dazu kam, sind nun 100 Leiharbeiter_innen entlassen worden.
Bericht dazu bei LabournetGermany: http://www.labournet.de/internationales/spanien/gewerkschaften-spanien/amazon-spanien-sucht-revanche-ueber-100-entlassungen-in-madrid-nach-dem-streik-vom-maerz-2018/?cat=7479 (http://www.labournet.de/internationales/spanien/gewerkschaften-spanien/amazon-spanien-sucht-revanche-ueber-100-entlassungen-in-madrid-nach-dem-streik-vom-maerz-2018/?cat=7479)
 
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:25:16 Di. 24.April 2018
Washington Post:
Zitat
The new leader of one of Germany’s governing parties says she plans to join a protest against working conditions at Amazon during a visit by company CEO Jeff Bezos to Berlin. Andrea Nahles, the chairwoman of the center-left Social Democrats, said she would take part in a demonstration Tuesday outside publisher Axel Springer’s Berlin offices
https://www.washingtonpost.com/world/europe/german-center-left-leader-to-join-amazon-protest/2018/04/24/37bc6692-47c8-11e8-8082-105a446d19b8_story.html?noredirect=on&utm_term=.7e9fdd6643c4 (https://www.washingtonpost.com/world/europe/german-center-left-leader-to-join-amazon-protest/2018/04/24/37bc6692-47c8-11e8-8082-105a446d19b8_story.html?noredirect=on&utm_term=.7e9fdd6643c4)

          (http://www.smileygarden.de/smilie/Crazy/9.gif)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 19:10:12 Di. 24.April 2018
Das kam wohl nicht so gut an:
(https://abload.de/img/amazon_nahlesu7oip.png) (http://abload.de/image.php?img=amazon_nahlesu7oip.png)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:46:49 Mi. 25.April 2018
Habe mir ein paar TV Beträge dazu angesehen. Stets so geschnitten, daß von den Buhs um Pfiffen gegen Nahles nix mitzukriegen ist.
Scheiß Propagandamedien!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 14:17:08 Mi. 25.April 2018
Das zweite von links - ist das Riexinger, was hat er gesagt, kam er besser an?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 15:21:15 Mi. 25.April 2018
Die Nahles ist total unbeliebt bei den Massen.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 19:59:10 Mi. 25.April 2018
Bei der SPD-Propaganda selber lassen sich die Pfiffe noch schön raushören. Leider hört man auch Nahles:
https://twitter.com/spdde/status/989145320092307456
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 09:16:19 Do. 26.April 2018
Aus: Ausgabe vom 26.04.2018, Seite 1   / Titel

Ausbeuter soll zahlen
Amazon-Beschäftigte aus vier Ländern protestierten in Berlin gegen Konzernchef Jeff Bezos. Dieser lebt in seiner eigenen Welt
Von Stefan Thiel


(http://up.picr.de/32508013cw.jpg)(http://)
Die Amazon-Mitarbeiter fordern höhere Löhne, Tarifverträge und einen respektvollen Umgang mit den Beschäftigten (Berlin, 24. April)
Foto: Fabrizio Bensch/ Reuters

Ehre, wem Ehre gebührt – dachte sich zumindest der Springer-Verlag. Alljährlich vergibt der Medienkonzern eine Auszeichnung an »herausragende Persönlichkeiten, die außergewöhnlich innovativ sind« und »sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen«. Aus diesem Anlass wurde dem Chef des US-Onlineversandhändlers Amazon, Jeffrey »Jeff« Bezos am Dienstag abend in Berlin der Axel-Springer-Award verliehen.

Vor dem weiträumig mit Gittern abgesperrten und mit Polizeihunden bewachten Springer-Hochhaus stehen mehr als 700 Amazon-Beschäftigte aus vier Ländern sowie deren Unterstützer. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Arbeiter dazu aufgerufen gegen die Preisverleihung und für bessere Arbeitsbedingungen zu protestieren.

Einer von ihnen ist Ralf Christann. Der »Picker« ist mit rund 100 Kollegen aus Leipzig angereist. »Wir sind der Meinung, nicht Jeff Bezos hat einen Preis verdient, sondern die Beschäftigten«, so Christann gegenüber junge Welt. Bezos sei zwar durchaus ein innovativer Unternehmer, »besonders innovativ war er aber beim Steuern und Löhne sparen«, kritisiert der Verdi-Vertrauensmann. Es könne nicht sein, dass »ein so großes Unternehmen wie Amazon in Deutschland keinen Tarifvertrag hat«.

In der Tat weigert sich der Konzern in der BRD seit Jahren mit Verdi auch nur über einen Tarifvertrag zu sprechen. Die Mitarbeiter stehen unter starkem Leistungsdruck, Manager behandeln sie oft wie kleine Kinder und Handscanner und Kameras sorgen für lückenlose Überwachung. All dies treibt die »Packer«, »Picker« und »Shipper« regelmäßig auf die Straße. Seit dem Frühjahr 2013 wird hierzulande immer wieder gestreikt. So auch am Montag, Dienstag und Mittwoch: Statt Artikel versandfertig zu machen, legten Hunderte »Amazonier« der Versandzentren in Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Graben und Koblenz die Arbeit nieder. Nach Angaben des Verdi-Streikleiters in Leipzig, Thomas Schneider fuhren am Dienstag mehr als 400 von ihnen nach Berlin.

Dort trafen sie auf Amazon-Beschäftigte aus Polen, Italien und Spanien. Aus Poznan und Wroclaw waren größere Delegationen der anarchistischen Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (IP) und von Solidarność angereist. Fast alle Redner betonten die Gemeinsamkeiten der Beschäftigten über alle Ländergrenzen hinweg. Überall gebe es bei Amazon die gleichen Probleme, deshalb müsse man auch gemeinsam kämpfen. Eine Rednerin kam nicht so gut an: Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles wurde zumindest von einem Teil der Kundgebungsteilnehmer ausgepfiffen.

Jeffrey Bezos schwebte derweil in ganz anderen Höhen: Bei der Preisverleihung inszenierte er sich als großer Weltraumunternehmer. Seine Raumfahrtfirma »Blue Origin« sei »das Wichtigste, was ich mache«, sagte Bezos laut dpa. Die Beschäftigten bei Amazon hätten keinen Grund zu klagen: »Ich bin sehr stolz auf unsere Arbeitsbedingungen. Ich bin sehr stolz auf die Gehälter, die wir zahlen.« In der BRD liegt der Einstiegslohn bei rund zehn Euro in der Stunde. Gewerkschaften findet Bezos nach wie vor überflüssig: »Wir haben Betriebsräte und wir haben eine sehr gute Kommunikation mit unseren Mitarbeitern und wir glauben nicht, dass wir eine Gewerkschaft als Mittelsmann zwischen uns und unseren Beschäftigten brauchen.« Bezos gilt übrigens als reichster Mensch der Welt. Seine neue Villa soll mit 25 Badezimmern ausgestattet sein. Derweil urinieren die Amazon-Arbeiter in England in Flaschen, weil ihnen die Toilettenpausen verwehrt werden.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/331432.ausbeuter-soll-zahlen.html (https://www.jungewelt.de/artikel/331432.ausbeuter-soll-zahlen.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 11:05:19 Do. 26.April 2018
Das mit den Flaschen habe ich auch bei einem Fratzenbuchpost auf englisch bei Bernie Sanders gelesen.  kotz Man sollte diese 'Jauche' sammeln, in ein Pool reinkippen und dann den Bezos da reinschmeissen.  kotz

https://www.facebook.com/berniesanders/?hc_ref=ARQbw-ZSomdQfmpTknxep5GPVcGVDDR1d7A8hASiPQxI9LFAdS4DHrSg0vH3CuTeSdU&fref=nf (https://www.facebook.com/berniesanders/?hc_ref=ARQbw-ZSomdQfmpTknxep5GPVcGVDDR1d7A8hASiPQxI9LFAdS4DHrSg0vH3CuTeSdU&fref=nf)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:00:40 Do. 26.April 2018
Zitat
Damit sind sie ein positives Beispiel für moderne Basis-Streiks und internationale Solidarität geworden, wie sie in Zeiten des Vormarsches internationaler Digitalkonzerne nötig sind.

Viele Arbeiter haben auch diese Woche die Arbeit niedergelegt, einige waren nach Berlin gekommen, um gegen Bezos, Amazon und Springer zu protestieren. Dahinter steht ein breites Bündnis, zu dem etwa auch Linksradikale gehören. Am Abend der Verleihung aber war das Bündnis zu breit geraten: Auf Einladung einiger Verdi-Funktionäre wollte auch SPD-Chefin Andrea Nahles reden – so als sei ihre Partei nicht Teil jener Regierungen gewesen, die seit Jahren für die Rücknahme von Arbeitnehmerrechten gesorgt und so den Boden für Geschäftspraktiken wie die von Amazon bereitet haben.

Das zeigt, dass die Amazon-Streiks womöglich vor einer Entscheidung stehen: Bleiben sie ihrer Basis-Struktur treu? Oder lassen sie sich von oben befrieden? Nahles jedenfalls wurde ausgebuht. Das ist ein gutes Zeichen. Denn eine Vereinnahmung könnte das Ende des Kampfs gegen Amazon in Deutschland bedeuten.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/buhrufe-fuer-andrea-nahles (https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/buhrufe-fuer-andrea-nahles)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:35:01 Do. 26.April 2018
(https://abload.de/img/11587433-img-807808uex.jpg) (http://abload.de/image.php?img=11587433-img-807808uex.jpg)
(https://abload.de/img/11587433-img-80530auj8.jpg) (http://abload.de/image.php?img=11587433-img-80530auj8.jpg)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Onkel Tom am 21:02:16 Do. 26.April 2018
Schaade.. Noch kein Video zu Nahles Rede zu finden..

https://www.youtube.com/watch?v=3JR3xu1asQ8 (https://www.youtube.com/watch?v=3JR3xu1asQ8)

 ::)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:10:58 Fr. 27.April 2018
Zitat
Amazon-Chef: "Ich bin sehr stolz auf unsere Löhne"

Der Median-Jahresverdienst beim Versandhändler beträgt 28 446 Dollar. Eine Summe, für die Firmenchef Bezos nicht mal eine Minute arbeiten muss.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tech-giganten-amazon-chef-ich-bin-sehr-stolz-auf-unsere-loehne-1.3957157 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tech-giganten-amazon-chef-ich-bin-sehr-stolz-auf-unsere-loehne-1.3957157)

Zitat
Amazon-Chef Jeff Bezos bezieht in Kürze eine Prachtvilla in Washington, D.C. Für knapp 35 Millionen US-Dollar gibt es sogar 25 Bäder und elf Schlafzimmer!
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html (http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html)

Zitat
Amazon verdoppelt Gewinne und erhöht die Preise
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html (http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html)

Zitat
Amazon macht Konzernchef Bezos zwölf Milliarden Dollar reicher

Satte Kursgewinne haben Amazon-Chef Jeff Bezos, ohnehin schon der reichste Mensch der Welt, am Donnerstag noch einmal um rund zwölf Milliarden Dollar reicher gemacht. Die Aktie des Online-Händlers schoss nachbörslich um bis zu 107 Dollar auf 1625 Dollar nach oben und vergrößerte damit Bezos‘ Vermögen laut Bloomberg auf 134 Milliarden Dollar.

Kurz zuvor hatte Amazon die Zahlen für das erste Quartal bekanntgegeben. Demnach lag der Umsatz um 43 Prozent über Vorjahr bei 51 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn wurde mit 1,6 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt.
https://www.wiwo.de/unternehmen/it/online-haendler-amazon-macht-konzernchef-bezos-zwoelf-milliarden-dollar-reicher/21220974.html (https://www.wiwo.de/unternehmen/it/online-haendler-amazon-macht-konzernchef-bezos-zwoelf-milliarden-dollar-reicher/21220974.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 19:50:40 Fr. 27.April 2018
Zitat
Amazon verdoppelt Gewinne und erhöht die Preise
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html (http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Panorama-Jeff-Bezos-Amazon-Villa-21598575.html)
Falscher Link?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:57:55 Fr. 27.April 2018
Yep.

Dieser paßt besser: https://www.t-online.de/digital/internet/id_83678620/amazon-verdoppelt-gewinne-und-erhoeht-die-preise.html (https://www.t-online.de/digital/internet/id_83678620/amazon-verdoppelt-gewinne-und-erhoeht-die-preise.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:39:03 So. 29.April 2018
Das zweite von links - ist das Riexinger, was hat er gesagt, kam er besser an?

Ist das wichtig?
Immer wenn Arbeiter kämpfen, kommen Politiker aller Couleur, um in ihrem Licht zu glänzen.
Neben Bsirske, der gerade die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes verarscht hat, eine Nahles und ein Riexinger.

Zitat
»Amazons ‘visionärer’ Erfolg basiert auf rücksichtsloser Ausbeutung der Beschäftigten und skrupelloser Steuerflucht. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand!«, so Riexinger.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1086459.jeff-bezos-riexinger-amazons-visionaerer-erfolg-basiert-auf-ruecksichtsloser-ausbeutung.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1086459.jeff-bezos-riexinger-amazons-visionaerer-erfolg-basiert-auf-ruecksichtsloser-ausbeutung.html)

Blablabla.
Who cares?
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Onkel Tom am 12:48:29 Mo. 30.April 2018
Naja, man möchte sich ja doch mal darüber ergötzen, wie sich Politiker
bis auf die Knochen blamieren.. Das sie nur glänzen wollen, weiß ich.
Doch möchte ich hin und wieder auch was zu lachen und feixen haben.

 ;D

Solange Streikende sich nur nach der Gewerkschaft orientieren, bleibt
es weiter fade..

Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:06:11 Mo. 30.April 2018
Solange Streikende sich nur nach der Gewerkschaft orientieren, bleibt
es weiter fade..

1. Ich finde die Auseinandersetzungen im Moment alles andere als Fade.

2. Die Streikbewegung ist eine reine Basisbewegung, die sich der Strukturen der Gewerkschaft bedient.
Sie ist nicht von Bsirske verordnet worden. Bsirske schmückt sich mit den Federn der Streikenden.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 13:59:19 Mo. 30.April 2018
(...) Bsirske schmückt sich mit den Federn der Streikenden.
Blöd wird es halt dann, wenn Bsirske/verdi/DGB als handelnder und verantwortlicher Akteur in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Gestern hatte er bei "Bericht aus Berlin" ausreichend Gelegenheit dazu. Für diejenigen, die sich sorgen, dass ihr Essen nicht mehr geliefert wird (deliveroo) oder Amazon-Schrott nicht mehr ankommt, wirkt das beruhigend, und diejenigen, die von der Ausbeutung betroffen sind, werden dann vom DGB-Befriedungsapparat aufgesogen und ruhiggestellt. Noch ist es ja nicht so weit, aber der Spagat ist schwierig.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Onkel Tom am 13:59:37 Mo. 30.April 2018
Ich habe nicht behauptet, das die Auseinandersetzung fade sei !

Noch hat die Gewerkschaft bei Amazon nix zu bewirken..

Blieben die Amazon-Beschäftigten einfach mal ne ganze Woche
fern, sähe das ganz anders aus. Aber sowas empfiehlt die
Gewerkschaft ja nicht..

Es hängt wohl schon seid Jahren eher vom eigenem Risiko der
Beschäftigtem ab..
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:53:24 Mo. 30.April 2018
Blöd wird es halt dann, wenn Bsirske/verdi/DGB als handelnder und verantwortlicher Akteur in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Deshalb rege ich micht ständig über den fürchterlichen Journalismus auf, der behauptet, "Verdi [oder andere Gewerkschaft] streikt gegen Amazon [bzw. anderes Unternehmen]". Es streiken immer nur die Arbeiter. Eine Gewerkschaft kann im besten Fall einen Streik organisieren und ausrufen. Wenn Journalisten die Zusammenhänge nicht begreifen und die Akteure vergessen, kommt nur noch Müll heraus, der nicht über die tatsächlichen Verhätnisse aufklärt.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: BGS am 20:13:33 Mi. 02.Mai 2018
Zitat

Weltkonzern mit Hilfe des Steuerzahlers Wie Amazon durch niedrige Löhne bald dreifach kassiert

Während der Konzern mit Milliarden subventioniert wird, sind Amazons US-Angestellte auf Lebensmittelgutscheine angewiesen.

...

Quelle: http://www.untergrund-blättle.ch/wirtschaft/unternehmen/amazon_loehne_ausbeutung_4737.html (http://www.untergrund-blättle.ch/wirtschaft/unternehmen/amazon_loehne_ausbeutung_4737.html)

MfG

BGS
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:10:44 Sa. 05.Mai 2018
Zitat
Rheinberg: Wieder Streik bei Amazon

Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag (03.05.2018) an mehreren Standorten in Deutschland erneut zum Streik aufgerufen. Grund dafür war die Verleihung des Axel-Springer Preises an den Amazon-Gründer Jeff Bezos in der vergangen Woche. Viele Mitarbeiter des Unternehmens empfanden die Ehrung als unmoralisch, da der Firmengründer seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht werde. Bezos hatte den Preis für seine "innovative" Arbeit erhalten. Rund 600 Mitarbeiter am Standort Rheinberg nahmen die Preisverleihung zum Anlass, um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen zu fordern.

Umleitung wegen Feiertag in Polen unmöglich

Der Ausstand der Mitarbeiter soll bis zum Ende der Spätschicht um 24 Uhr dauern. Die Gewerkschaft hatte sich für den heutigen Tag entschieden, da in Polen Nationalfeiertag ist. Dadurch habe Amazon keine Möglichkeit, den Streik aus Deutschland über das Nachbarland auszugleichen.

Einigung nicht in Sicht

Seit 2013 bemühen sich Arbeitnehmer in den deutschen Amazon-Versandzentren für tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt jedoch die günstigeren Vereinbarungen der Logistikbranche als Grundlage für die Bezahlung der Mitarbeiter. Darüber hinaus wird laut Gewerkschaft in den Versandzentren unter hohem Druck gearbeitet.
https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/amazon-rheinberg-streik-arbeit-gewerkschaft-100.html
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:08:59 So. 13.Mai 2018
Zitat
Bemerkenswerte Einheit
Peter Nowak über den gemeinsamen Amazon-Protest von Linken und Gewerkschaften


(https://abload.de/img/176174coqek.jpg) (http://abload.de/image.php?img=176174coqek.jpg)

Nicht nur Hunderte Amazon-Beschäftigte gaben ihrem Firmenchef Jeff Bezos diese Woche in Berlin ein klares Feedback. Während diesem im Springer-Hochhaus ein Preis für »besonders innovatives Unternehmertum« verliehen wurde, protestierten sie gegen Lohndumping, Überwachung am Arbeitsplatz und Steuerflucht. Unübersehbar waren dabei auch die Transparente des linken Bündnisses »Make Amazon Pay«, das die Beschäftigten des Onlinehändlers in ihrem Kampf unterstützt und erstmals vergangenen November rund um den Schnäppchentag »Black Friday« öffentlich in Erscheinung trat.

Dass Linke und Gewerkschaften nun gemeinsam vor dem Springerhaus protestierten, ist eine neue Qualität und Ergebnis eines Lernprozesses auf beiden Seiten. In der Regel bleiben DGB-Gewerkschaften auf Distanz zu Unterstützern aus der außerparlamentarischen Linken, die wiederum großen Wert auf Abstand vor allem zu den Spitzen der Gewerkschaften legen. Der Vorwurf: Diese würden mit ihrer sozialpartnerschaftlichen Linie die Beschäftigten in den Staat integrieren. Es ist daher bemerkenswert, wenn der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske in Berlin unter dem zustimmenden Applaus der linken Aktivisten das breite Bündnis der Amazon-Solidarität würdigt.

Diese Kooperation war nur möglich, weil es bereits seit fünf Jahren eine linke Amazon-Solidarität gibt. Vor allem an den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld entstanden enge Beziehungen zwischen Beschäftigten, die sich im Arbeitskampf engagieren, und ihren linken Unterstützern. Schon vor drei Jahren haben sie zudem Kontakte zu den Beschäftigten in Poznań hergestellt. Mittlerweile ist die deutsch-polnische Kooperation selbstverständlich. Dabei sind die polnischen Kollegen in einer anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft organisiert, die nicht zu den Kooperationspartnern von ver.di gehört. Am Dienstag war die Delegation aus Poznań mit ihrem Gewerkschaftssymbol, der schwarzen Katze, nicht zu übersehen.

Doch ganz reibungslos verlief auch dieser Protest nicht. So sorgte es kurzzeitig für Unmut, als ein ver.di-Koordinator die Rede eines anarchistischen Kollegen aus Poznań nach wenigen Sätzen abmoderieren wollte. Noch lauter wurde es im Block der linken Unterstützer, als die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles eine Grußadresse verlesen wollte. Der ver.di-Vorstand hatte sie ohne Wissen der Bündnispartner auf die Redeliste gesetzt. Doch auch ein Großteil der Amazon-Beschäftigten wollte die SPD-Politikerin nicht verteidigen.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1086619.protest-gegen-amazon-bemerkenswerte-einheit.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1086619.protest-gegen-amazon-bemerkenswerte-einheit.html)

Zitat
Fünf Jahre Streiks bei Amazon – Gewerkschaft erneuert Kampfansage

Fünf Jahre Arbeitskampf bei Amazon – die Bilanz ist so verschieden wie die Interessen: Verdi glaubt, viele Verbesserungen an deutschen Standorten befördert zu haben. Der Versandhandelsriese versichert, auch ohne Tarifvertrag ein guter Arbeitgeber zu sein.


Verdi gegen Amazon – der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft und dem Versandhandelsriesen aus den USA hat sich zum Dauerbrenner unter den Tarifstreits in Deutschland entwickelt. Fünf Jahre es ist her, dass Verdi nach den Warnstreiks erstmals zu regulärem Arbeitsausstand aufrief. Die ersten Streik-Standorte waren am 14. Mai 2013 Bad Hersfeld und Leipzig – weitere schlossen sich danach an. Doch das Ziel, Verhandlungen über einen Tarifvertrag zu erwirken, hat Verdi bislang verfehlt. Handelsexperte Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Niederrhein, sagt: "Wenn die Gewerkschaft Verdi nach fünf Jahren ihr Ziel nicht erreicht hat, wird es auch in Zukunft nicht klappen. Verdi beißt sich an Amazon wie an einer harten Nuss die Zähne aus. Sie sollten es einfach sein lassen mit den Streiks."

Doch Aufgeben ist für die Gewerkschaft keine Option. Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Bereich Handel, sagte in Berlin: "Uns war klar, dass es sich bei Amazon um ein Unternehmen handelt, das auf dem Weg zu einem globalen Monopol ist. Rechtsverbindliche Tarifverträge, die Menschen schützen und Belegschaften, die betriebliche Mitbestimmung wollen, will die Konzernleitung nicht." Aber der Kampfeswille der Arbeitnehmer steige stetig. "Wir bleiben dran und haben uns auf einen lang anhaltenden Konflikt eingestellt. Das
Selbstbewusstsein der Belegschaft ist enorm gewachsen. Wer dicke Bretter bohren will, darf eben nicht nach den ersten Zentimetern aufhören."

Verdi vs. Amazon


Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und Amazon liegen in Deutschland seit langem im Streit über den Tarifvertrag für die Beschäftigten: Die Gewerkschaft will für die Mitarbeiter eine Bezahlung nach Einzelhandelstarif erreichen. Amazon sieht sich als Logistiker, der mit seinen Löhnen am oberen Ende des Branchenüblichen liegt.

Streiks – Auswirkungen überschaubar


Der Branchenprimus mit seinen 16.000 Mitarbeitern bundesweit will sich dem Gewerkschaftswillen aber nicht beugen. "Amazon beweist jeden Tag, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann", erklärte eine Unternehmenssprecherin. Amazon zahle in den elf deutschen Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist, an allen Standorten bundesweit mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde. Hinzu kämen einige Extras. Amazon ist als nicht tarifgebundener Arbeitgeber beileibe kein Einzelfall in der Branche. In Deutschland seien weit mehr als 80 Prozent der Arbeitgeber im E-Commerce und Versandhandel nicht tarifgebunden. Diese Arbeitgeber zögen es aber vor, sich hinsichtlich der Entgelthöhe an tariflichen Maßgaben zu orientieren, berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland.

Die Auswirkungen der Streiks sind laut Amazon überschaubar. Nur ein kleiner Teil der Mitarbeiter an den Standorten schließe sich den Streiks an. Die große Mehrheit arbeite wie geplant. Und wenn mal in Deutschland gleich mehrere Standorte betroffen seien, gebe es Möglichkeiten, das Arbeitsaufkommen im europaweiten Logistiknetzwerk mit mehr als 40 Verteilzentren zu delegieren, erläutert Amazon. Verdi auf der Gegenseite ist laut Nutzenberger ebenfalls auf einem "guten, gemeinsamen Weg", sich europaweit mit anderen Gewerkschaften zu vernetzen, um gegen die Ausweichmanöver vorzugehen. Für die Gewerkschaft geht es um mehr als nur einen Tarifstreit mit einem großen Player: "Wir befinden uns bei Amazon in einem Kulturkampf mit einem Unternehmen, das Gewerkschaften aus dem Betrieb halten und Löhne sowie Arbeitsbedingungen diktieren will."

Verdi gegen Amazon

Die Arbeitsbedingungen verlangen den Beschäftigen laut Verdi einiges ab. "Das Arbeitsklima bei Amazon wird als sehr negativ empfunden", berichtet Mechthild Middeke, Verdi-Sprecherin in Hessen, zuständig für den größten deutschen Amazon-Standort in Bad Hersfeld. Über technische Mittel wie den Handscanner würden die Produktivität der Beschäftigten überwacht und Inaktivität registriert.

Durch den seit fünf Jahren erzeugten Druck schreibt sich Verdi auf die Fahnen, schon einiges erreicht zu haben: Lohnerhöhungen, Weihnachtsgeld, Betriebsräte und einen anderen Umgang des Konzerns mit den Beschäftigten. Amazon verneint, dass dies das Resultat der Streiks sei. Man kümmere sich eben um die Beschäftigten, unter anderem mit Mitarbeiter-Aktien, Gratis-Versicherungen, einem Pensions-Fonds und Mitarbeiter-Rabatten.

Streiks wirken sich positiv auf Verdi-Mitgliederzahlen aus


Amazon befindet sich auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr wurden neue Verteilzentreten in Winsen (Niedersachsen) und Dortmund (NRW) eröffnet, als nächstes folgen Frankenthal (Rheinland-Pfalz) und Mönchengladbach (NRW). Die beiden hinzukommenden Standorte werden verstärkt mit Robotern und automatisierten Arbeitsprozessen versehen. Die Technik-Helfer sollen zwar keine Arbeitskräfte ersetzen, aber die Arbeit in kürzerer Zeit erledigen. Am Standort Winsen wurden Transport-Roboter bereits erfolgreich erprobt.

Wie sind nun die Perspektiven für Verdi? Eine Antwort hat Handelsfachmann Thomas Roeb (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg): "Ohne Gesichtsverlust kommt Verdi aus dem Arbeitskampf nicht heraus. Aber auf der anderen Seiten sind die Streiks schon zum Ritual geworden. Man kann den Eindruck gewinnen, dass sie für Verdi auch der eigenen Öffentlichkeitsarbeit dienen." Auf die Mitgliederzahlen der Gewerkschaft wirken sich die Streiks bei Amazon jedenfalls positiv aus: "Erfolgreiche Auseinandersetzungen sind eine gute Werbung für die Notwendigkeit von Gewerkschaften", sagte Nutzenberger. "Bei Amazon ist Verdi zunehmend erfolgreich. Deshalb entscheiden sich immer mehr Beschäftigte, Mitglied zu werden."
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fuenf-Jahre-Streiks-bei-Amazon-Gewerkschaft-erneuert-Kampfansage-4047049.html (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fuenf-Jahre-Streiks-bei-Amazon-Gewerkschaft-erneuert-Kampfansage-4047049.html)

Lernen es die Schreiberlinge nie!?!
Es sind die Arbeiter*innen, die gegen ihre Ausbeuter streiken/kämpfen. Die Gewerkschaft bietet nur den organuisatorischen/rechlichen Rahmen.

Zitat
Amazon-Aktie: Drohen nun schon wieder Streiks?

Seit fünf Jahren tobt nun schon der Tarifstreit zwischen dem Online-Händler Amazon und den hiesigen Gewerkschaften. Verdi gab sich unlängst kampfeslustig und betonte ihre harte Haltung in dem Konflikt. Die Gewerkschaften möchten mit dem US-Konzern unbedingt einen Tarifvertrag abschließen, da es einen solchen bislang nicht gibt. Amazon lehnt einen Tarifvertrag bisher kategorisch ab!
https://www.finanztrends.info/news/amazon-aktie-drohen-nun-schon-wieder-streiks/ (https://www.finanztrends.info/news/amazon-aktie-drohen-nun-schon-wieder-streiks/)

Zitat
Da sei es aber auch Aufgabe der Presse, gut zu recherchieren, und nicht nur die Jubelberichte von Pro Amazon abzudrucken, so Andreja Schmidtkunz, Amazon-Beschäftigte und DGB-Kreisvorsitzende.

Aufgrund der klaren Unternehmensvorstellung und Gewerkschaftsfeindlichkeit sei Amazon einer der härtesten Gegner, begründete Johannes Schulten vom Journalistenbüro "work in progress", dass es auch nach fünf Jahren noch keinen Durchbruch gebe. Deswegen ist der Kampf gegen Amazon nicht nur ein gewerkschaftlicher, sondern ein gesellschaftlicher Kampf, der uns alle betrifft. Dies sei Anstoß für die Kampagne "Make amazon pay" gewesen.

Vielleicht ist dies der Auftakt für ein gesellschaftliches Bündnis, das nicht nur an verschiedenen Fronten kämpft, sondern gemeinsam agiert, um an Amazon ein Exempel zu statuieren.
http://www.schattenblick.de/infopool/medien/altern/sozz2249.html (http://www.schattenblick.de/infopool/medien/altern/sozz2249.html)

(http://www.dw.com/image/43517542_303.jpg)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:56:00 Fr. 18.Mai 2018
Die Amazon-Krake expandiert:
Zitat
Der Weg für Amazon ist frei

Die Stadt Achim hat ihre Hausaufgaben am Donnerstagabend mit der Mehrheitsentscheidung im Rat über den Straßenausbau getroffen: Amazon kann nach Achim kommen, wenn das Unternehmen es will.


Wenn jetzt auch Amazon noch Ja sagt, entsteht in Achim ein riesiges Logistikzentrum direkt an der Autobahn 27.
https://www.weser-kurier.de/region/achimer-kurier_artikel,-der-weg-fuer-amazon-ist-frei-_arid,1730989.html (https://www.weser-kurier.de/region/achimer-kurier_artikel,-der-weg-fuer-amazon-ist-frei-_arid,1730989.html)

Der Widerstand auch:
Zitat
Amazon unter Druck
Beschäftigte des Internetkonzerns im italienischen Castel San Giovanni organisieren sich. Sie sind Teil einer europäischen Protestbewegung


(https://www.jungewelt.de/img/700/108499.jpg)
Amazon versucht die Gewerkschaften zu ignorieren: Streik am 24. November 2017 vor dem Logistikzentrum des Unternehmens in Castel San Giovanni

Unmenschliche Arbeitszeiten, keine Rücksicht auf Sonn- und Feiertage, Vernachlässigung von Sicherheitsstandards, niedrige Löhne, Missbrauch von befristeten Arbeitsverträgen, wenig Transparenz bei unbefristeten Verträgen. Die Liste der Kritikpunkte der über tausend Beschäftigten von Amazon Italia in Castel San Giovanni ist lang. Hier, an der Grenze zwischen Emilia-Romagna und Lombardei, hatte das Unternehmen 2013 in der 13.000 Einwohner großen Gemeinde sein Logistikzentrum eröffnet.

Seit November letzten Jahres, als die Belegschaft am sogenannten Black Friday streikte, laufen Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und dem gelben Internetriesen...
https://www.jungewelt.de/artikel/332316.amazon-unter-druck.html (https://www.jungewelt.de/artikel/332316.amazon-unter-druck.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:03:48 Sa. 19.Mai 2018
Zitat
Amazonen aller Länder, vereinigt euch!

Die Belegschaft des US-Konzerns in Spanien streikt und ruft zu internationalen Protesten auf


In Deutschland ist er inzwischen ein Dauerbrenner – der Tarifkonflikt zwischen der von ver.di organisierten Belegschaft und dem Logistik-Riesen Amazon ist nach fünf Jahren Streiks und Auseinandersetzungen weit davon entfernt, ein Ende zu finden. Auf der iberischen Halbinsel steht der Streit noch ganz am Anfang.

Am Freitag den 18. Mai fand im größten Logistik-Zentrum Spaniens eine Arbeitsniederlegung statt. Die Aktion wurde von der anarchistischen Confederación General del Trabajo (CGT) organisiert. Über 500 Menschen folgten dem Aufruf und beteiligten sich ab 12:30 Uhr an einer Demonstration, die vom Werk von Amazon bis zum Rathaus in San Fernando führte. Das Werk in der Kleinstadt in der Umgebung von Madrid beschäftigt 1100 Angestellte fest, 900 weitere sind mit Zeitverträgen eingestellt. Unterstützung erfuhren die Arbeiter und Arbeiterinnen von verschiedenen Seiten: Die Kommunistische Partei Izquierda Unida rief zu den Protesten auf, ebenso wie Gewerkschaften aus anderen Unternehmen des Transport-wesens. Diese fordern die Ausweitung der Streiks hin zu einem Kampf um einen Flächentarif in der Logistikbranche.

Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CGT rief bereits am 21. und 22. März 2018 zu einer 48-stündigen Arbeitsniederlegung auf. Es war der erste Streik bei Amazon in Spanien, beeindruckende 95 Prozent der Belegschaft folgten dem Aufruf. Ana Berceruelo von der Gewerkschaft CCOO sagte, an diesem Tag seien keine Bestellungen bei Amazon eingegangen.

Die Streiks richten sich gegen Kürzungen bei den Zulagen für Nachtschichten und Überstunden. Seit 2016 haben die Arbeiterinnen und Arbeiter keine Lohnerhöhungen bekommen. Seit diesem Jahr wartet die Belegschaft auch auf eine Erneuerung des Tarifvertrages. Die Belegschaft des Werkes fürchtet außerdem, dass die Kürzungen nur ein erster Schritt sind und auch andere betriebliche Leitungen zur Disposition stehen, wie Kranken-, Lebens-, Unfall- und Rentenversicherung.

Im Verlauf der Streiks kritisierten Gewerkschaftsvertreter illegale Praxen des Unternehmens gegenüber der Streikleitung. So seien Mitarbeiter einzeln befragt worden, ob sie an den Arbeitsniederlegungen teilnehmen wollen würden.

Jose Delgado, der im Werk in San Fernando arbeitet und an den Aktionen teilnahm, zeigt sich von dem Streik beeindruckt. »Die Gewerkschaft hat es geschafft, wieder viele Menschen für unser Anliegen auf die Straße zu bringen«, sagte er gegenüber »nd«. »Trotzdem wissen wir, dass Amazon sein logistisches Netzwerk nutzt, um den Streik durch die Verlagerung der Arbeit auf andere Zweigstellen auszugleichen und die Lieferungen und Bestellungen von anderen Standorten her abarbeitet.«

Aus diesem Grund haben die Streikenden aus Spanien zu einem internationalen Protest aufgerufen. »Wir in Madrid glauben, dass nur wenn wir gemeinsam kämpfen, wir Anerkennung und Gerechtigkeit erfahren werden. Nur mit einer gemeinsamen Aktion auf europäischer Ebene werden sich die Arbeitnehmer auch dort organisieren, wo es noch keine Gewerkschaftsvertretung gibt«, heißt es in einem Aufruf, der für Mitte Juni zu einem europaweiten Streik aufruft.

Amazon steht nicht nur in Deutschland und Spanien in der Kritik: In Frankreich stieß der US-Konzern mit Maßnahmen zur Kontrolle von Zeit und Effizienz der Belegschaft auf Widerwillen. In Italien stellt der Konzern fast nur befristet ein. Erst kürzlich kam es in Berlin zu Protesten, als Unternehmenschef Jeff Bezos mit dem »Axel-Springer-Award« für »visionäres Unternehmertum« geehrt wurde.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1088578.streiks-bei-amazon-amazonen-aller-laender-vereinigt-euch.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1088578.streiks-bei-amazon-amazonen-aller-laender-vereinigt-euch.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 18:33:26 Do. 24.Mai 2018
Zitat
23.5.18
First-ever agreement between Amazon and unions halts inhumane work hours in Italy (...)
http://www.uniglobalunion.org/news/first-ever-agreement-between-amazon-and-unions-halts-inhumane-work-hours-italy (http://www.uniglobalunion.org/news/first-ever-agreement-between-amazon-and-unions-halts-inhumane-work-hours-italy)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:06:56 Fr. 25.Mai 2018
Die Meldung ist ja der Hammer!

Dieser Superkonzern hat stets vollmundig erklärt, man werde nie und nimmer die Macht von Gewerkschaften akzeptieren und dementsprechend werde man niemals mit ihnen Vereinbarungen schließen.

Jetzt wird sichtbar, wie sehr die bisherige Streikbewegung geschmerzt hat und wie panisch man ist vor der Option, daß nun grenzüberschreitend gestreikt werden könnte.

Das ist doch nochmal einen Blick auf unsere Kackmedien wert, die stets die Konzernpropaganda verbreitet haben.

Zitat
Amazon:
Streik in Leipzig ohne Auswirkungen auf Kunden
Börse online

Zitat
Amazon
Wieder Streik bei Amazon - Unternehmen: "Keine Auswirkungen"
Augsburger Allgemeine

Zitat
Streiks bei Amazon :
Und jährlich grüßt das Murmeltier

Verdi droht Amazon mal wieder mit Streiks kurz vor Weihnachten. Seit Jahren beißt sich die Gewerkschaft am Versandhändler die Zähne aus.
FAZ

Zitat
Trotz Streiks
Amazon sichert pünktliche Lieferung zu
HAZ

Am schlimmsten war natürlich die taz:
Zitat
Amazon:
Streik in Leipzig ohne Auswirkungen auf Kunden

Die Gewerkschaft will bei Amazon einen Tarifvertrag durchsetzen. Doch der Konzern lehnt Verhandlungen ab. Was bleibt, sind Durchhalteparolen.


Augenscheinlich fehlte es den Verdi-Funktionären bei ihrer Entscheidung für die Streikstrategie an einer realistischen Einschätzung der Kräfteverhältnisse. Fahrlässig wurde die Hartleibigkeit der Gegenseite unter- und die eigene Mobilisierungsfähigkeit ebenso wie die negativen Auswirkungen auf die Kunden überschätzt. Ohne sich eine Ausstiegsstrategie zu überlegen, ist Verdi in einen Arbeitskampf gegangen, der unter den gegebenen Bedingungen nicht zu gewinnen ist.

Es fehlt an Ideen

Die Gewerkschaft steckt in einem Dilemma: Sie hat keine Idee mehr, wie sich Amazon zum Einlenken bewegen lässt. Aber sie weiß auch nicht, wie sie ihren Arbeitskampf beenden könnte, ohne als die große Verliererin dazustehen. Was bleibt, sind Durchhalteparolen – und ein paar Meldungen in den Medien, die von Mal zu Mal kürzer werden.
http://www.taz.de/ (http://www.taz.de/)!5468827/

Lohnschreiber des Kapitals.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: tleary am 07:05:01 Di. 29.Mai 2018
Erst die Leute verschleißen. Danach wenn sie physisch und psychisch am Ende sind, werden sie von dieser Firma ausgespruckt:

Zitat
THE OFFER:
Amazon-Lagerarbeiter erhalten über 5.000 Euro bei Kündigung
Auch in Deutschland können Beschäftigte das Programm nutzen, das in den USA 5.000 US-Dollar bei Kündigung bietet. Amazon berichtet intern von einem Programmierer, der vier Jahre lang Lagerarbeiter bei dem Unternehmen war und dann das Angebot The Offer für einen Neuanfang nutzte.

Artikel veröffentlicht am
25. Mai 2018, 16:30 Uhr
,
Achim Sawall
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In einem Lager von Amazon
In einem Lager von Amazon
(Bild: Amazon)
Auch Amazon Deutschland bietet seinen Lagerarbeitern und anderen Beschäftigten in den sogenannten Fulfillment Centern einmal im Jahr einen Betrag ab 5.000 Euro an, wenn sie das Unternehmen verlassen. "Das Angebot gibt es auch in Deutschland", sagte ein Unternehmenssprecher Golem.de auf Anfrage.

"Das Angebot richtet sich an Logistikarbeiter, die sich beruflich neu orientieren und das Unternehmen verlassen möchten. Die angebotene Starthilfe beginnt bei 5.000 Euro und orientiert sich an der Betriebszugehörigkeit", sagte der Sprecher.

Das Angebot lasse sich auch mit dem Carreer-Choice-Programm kombinieren, bei dem es um neue Qualifikationen geht. Amazon bezahle 95 Prozent aller Schulungs- und Ausbildungsgebühren bis zu einem Gesamtbetrag von 8.000 Euro über eine Dauer von bis zu vier Jahren.

Ganzer Artikel bei Golem vom 25.05.2018:
https://www.golem.de/news/amazon-deutschland-lagerarbeiter-erhalten-ueber-5-000-euro-bei-kuendigung-1805-134597.html (https://www.golem.de/news/amazon-deutschland-lagerarbeiter-erhalten-ueber-5-000-euro-bei-kuendigung-1805-134597.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:13:41 Mi. 06.Juni 2018
Zitat
Zum ersten Mal hat der US-Onlineversandhändler Amazon eine Vereinbarung über Arbeitsbedingungen mit den Gewerkschaften unterzeichnet. Dieser erste Durchbruch für die Arbeiterorganisationen bei dem stets gewerkschaftsfeindlich auftretenden Konzern gelang in Italien. Die drei dort beteiligten Gewerkschaftsverbände, Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL), Confederazione Italiana Sindacati Lavoratori (CISL) und Unione Italiana del Lavoro (UIL), sprechen deshalb von einem historischen Moment.
http://www.labournet.de/?p=133063 (http://www.labournet.de/?p=133063)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: CubanNecktie am 17:22:40 Fr. 08.Juni 2018
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/amazon-vernichtet-massenhaft-retouren-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/amazon-vernichtet-massenhaft-retouren-100.html)

Zitat
Der Onlinehändler Amazon vernichtet tonnenweise Retouren und neuwertige Produkte, berichten das ZDF-Magazin Frontal 21 und die WirtschaftsWoche. Interne Produktlisten, Fotos und Aussagen von Mitarbeitern belegen, dass in großem Umfang Güter aller Art in den deutschen Logistiklagern entsorgt werden – beispielsweise Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel. Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie jeden Tag Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet habe. Mehrere Beschäftigte kritisieren übereinstimmend, Amazon würde nicht nur unbrauchbare Produkte entsorgen, sondern auch funktionstüchtige, teilweise sogar neue Produkte zerstören.

Was für ein Schweineladen auch in Hinblick auf Rohstoff-Resourcen ....
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:04:48 Sa. 14.Juli 2018
(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/07/AmazonStrike2018.jpg)

Zitat
Amazons „prime day“ wird (nicht nur) in Madrid bestreikt werden

Amazons „prime day“ 2018 wird (nicht nur) in Madrid bestreikt werdenAm 11. Juli 2018 organisierten die Gewerkschaftsvertreter der größten Amazon-Niederlassung in Spanien, in Torrejon (Madrid) eine Pressekonferenz, während der sie ihren Aufruf (vom Mai, siehe den Verweis auf unseren Bericht dazu am Ende dieses Beitrags) zu drei Streiktagen während des diesjährigen „prime day“ des Unternehmens bekräftigten und konkretisierten – der ja stets im Zusammenhang vertreten wurde mit dem Aufruf zu europaweiten gemeinsamen Aktionen. Der Sprecher der betrieblichen Gewerkschaftsvertretung gab – dem Bericht „Lxs trabajadorxs de Amazon de Torrejón convocan 3 días de huelga y manifestación el 17 de julio“ am 12. Juli 2018 bei kaosenlared externer Link zufolge – bekannt, dass der Streik am Sonntagabend beginnen werde mit „Informations-Streikposten“ ab 22 Uhr 30 und mit einer Demonstration am Dienstag beendet werde, die gemeinsamen mit weiteren kämpfenden Belegschaften aus dem Großraum Madrid durchgeführt werde. Ein Notwendigkeit transnationaler Aktionen sahen die Gewerkschaftssprecher bereits in der bekannten Taktik des Unternehmens, Standorte, an denen der Widerstand der Belegschaft gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon besonders groß sei, durch die Eröffnung neuer Niederlassungen im nahen Ausland zu schwächen – wie es etwa der Fall sei im neuen Zentrum in Barcelona, das auch dafür gedacht sei, zumindest einen Teil des „Marktes“ in Frankreich zu „bedienen“.
http://www.labournet.de/?p=134618 (http://www.labournet.de/?p=134618)

Zitat
„Amazon Prime Day: A Union Walkout in Spain Is Prompting Activists to Boycott“ von Kat Tenbarge am 12. Juli 2018 bei Inverse  ist ein Beitrag, der diesen verkündeten Streik in Spanien als Ausgangspunkt nimmt, um verschiedene Solidaritäts-Aufrufe von Initiativen vorzustellen, die auf unterschiedliche Weise ihre Unterstützung für den Kampf um bessere Arbeitsbedingungen ausdrücken wollen.
https://www.inverse.com/article/46922-amazon-prime-day-boycott-prompted-by-union-walkout-in-spain (https://www.inverse.com/article/46922-amazon-prime-day-boycott-prompted-by-union-walkout-in-spain)

http://www.labournet.de/internationales/spanien/arbeitskaempfe-spanien/neuer-streik-bei-amazon-madrid-und-ein-aufruf-zur-europaweiten-aktion-zum-amazon-prime-day-am-16-17-juli-2018/ (http://www.labournet.de/internationales/spanien/arbeitskaempfe-spanien/neuer-streik-bei-amazon-madrid-und-ein-aufruf-zur-europaweiten-aktion-zum-amazon-prime-day-am-16-17-juli-2018/)

Zitat
Jobcenter und Amazon – eine Symbiose im Sinne des Kapitals. Über die fiktive Grenzziehung zwischen Erwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit

Amazons „prime day“ 2018 wird (nicht nur) in Madrid bestreikt werden“Seit fast vier Jahren kämpfen Beschäftigte bei Amazon nicht nur um mehr Lohn, sondern auch gegen krankmachende Arbeitsbedingungen, entwürdigende Kontrollen und Respektlosigkeit. Als Erwerbsloseninitiative haben wir uns mit eigenen Akzenten an der bundesweiten Aktionswoche »Make Amazon Pay« beteiligt. Dass sich eine Erwerbsloseninitiative in Arbeitskämpfe »einmischt«, mag erstaunen, ist doch der nächstliegende Bezugspunkt das Jobcenter. Im Folgenden werden wir erklären, warum wir uns an der Aktionswoche beteiligt haben. Und vor allem: Wir wollen darlegen, warum eine Grenzziehung zwischen Erwerbslosen und Erwerbstätigen fiktiv und falsch ist. (…) Das Zusammenspiel zwischen Amazon und Jobcenter ist also ein Angriff auf die Beschäftigten – und zugleich ein Angriff auf Hartz-IV-Beziehende. Ein Angriff auf die Arbeitsbedingungen ist es, weil Erwerbslose künftig mit großer Wahrscheinlichkeit die besagten prekären Stellen besetzen werden. Die Einschränkung der sozialen Absicherung von Erwerbslosen wiederum fällt auf die jetzigen Beschäftigten zurück. Schließlich ist eine Festanstellung nie auf Dauer garantiert und selbstständig oder geringfügig Beschäftigte sind auf eine Aufstockung mit ALG II angewiesen. Wir betrachten das Jobcenter und Amazon als komplementäre Partner eines sich fortschreibenden Kapitalismus. In diesem nimmt die Ausbeutung, auch wenn sie sich immer subtiler gestaltet, zu…” Diskussionsbeitrag von BASTA! Erwerbsloseninitiative Berlin aus dem ak – analyse und kritik
http://www.labournet.de/?p=134618 (http://www.labournet.de/?p=134618)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 16:27:12 Di. 17.Juli 2018
In diesem Twittervideo sind Auseinandersetzungen mit den Bullen beim Streik in Spanien zu sehen. (Gute Werbung für Amazon.)

https://twitter.com/ctxt_es/status/1019206629110308866 (https://twitter.com/ctxt_es/status/1019206629110308866)

Gegen 15 Uhr am Nachmittag des 17. Juli 2018 hat die Polizei die Streikposten bei Amazon in San Fernando bei Madrid überfallen: Drei Kollegen wurden festgenommen, ein Vierter musste ins Krankenhaus eingeliefert werden – ein Video, das den Überfall dokumentiert wurde innerhalb einer Stunde bereits über 8.000 Mal betrachtet und entsprechend auch zahlreiche Solidaritätsbekundungen nach dem Motto „Jetzt erst recht“ an die Streikenden geschickt. Die hatten auch am zweiten Streiktag faktisch den gesamten Betrieb lahm gelegt – nur 60 von rund 900 Festbeschäftigten der Früh- und Mittagsschicht erschienen zur Arbeit (in allen drei Schichten arbeiten insgesamt 1.100 Festbeschäftigte und rund 900 ZeitarbeiterInnen, die eine Streikbeteiligung von knapp der Hälfte haben – ein Ergebnis der weit über 100 „Nichtverlängerungen“ von Verträgen nach dem letzten Streik). Weiteres Ergebnis des Polizeiüberfalls ist, dass zahlreiche zusätzliche gewerkschaftliche und demokratische Organisationen ihre Beteiligung an der für Morgen geplanten regionalen Demonstration (gemeinsam mit anderen bestreikten Betrieben) bekannt gemacht haben.
http://www.labournet.de/internationales/spanien/arbeitskaempfe-spanien/amazons-prime-day-wird-nicht-nur-in-madrid-bestreikt-werden/ (http://www.labournet.de/internationales/spanien/arbeitskaempfe-spanien/amazons-prime-day-wird-nicht-nur-in-madrid-bestreikt-werden/)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:34:54 Mi. 18.Juli 2018
Zitat
Amazon Arbeiter_innen bestreiken den Prime Day

Am Amazon Prime Day 2018 haben über 1.500 Arbeiter_innen in Spanien gestreikt, um die umsatzstärkste Periode des Unternehmens zu stören. Auch in Italien, Deutschland und Polen störten Arbeiter_innen den reibungslosen Ablauf während des 36 Stunden dauernden "Prime Days", um gegen Ausbeutung und die Verhindung gewerkschaftlicher Organisierung zu kämpfen.

“Wir akzeptieren nicht, dass es zwei Kategorien von Arbeiter_innen gibt, die dieselbe Arbeit machen, und von denen manche schlechtere Löhne und weniger Rechte haben als die anderen", sagt ein Amazon Arbeiter in San Fernando de Henares bei Madrid, wo sich am Montag über 80% der Arbeiter_innen dem Streik angeschlossen haben, zusammen mit Spaniens größter Gewerkschaft, den CCOO. Den Streikenden gelang es, den Zugang von LKWs zum Warenlager zu blockieren und so die Zustellung zu verlangsamen.

In der BRD sind am Dienstag, den 17. Juli 2018, 10 Warenlager in den Streik getreten, und ver.di hat Amazon aufgefordert, Verhandlungen für einen Tarifvertrag aufzunehmen. In Polen haben in der anarchosyndikalistischen Inicjatywa Pracownicza (IP) organisierte Arbeiter_innen einen Bummelstreik organisiert, indem sie sich entsprechend der Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften verhalten haben, die Amazon normalerweise ignoriert.

Amazon Geschäftsführer Jeff Bezos' Netttovermögen stieg allein am Montag um weitere 2,25 Milliarden US Dollar, während seine Arbeiter_innen weiterhin unter brutalen Arbeitsbedingungen schuften. Dieses Jahr streiken Amazon Arbeiter_innen öfter als je zuvor und werden zunehmend selbstbewußt und internatinal koordinierter, wie wir an diesen Amazon PrimeDay gesehen haben. 
https://de.labournet.tv/amazon-arbeiterinnen-bestreiken-den-prime-day (mit Video)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:25:33 Mi. 18.Juli 2018
Zitat
Amazon-Beschäftigte streiken für höhere Löhne

Einundzwanzig. Zweiundzwanzig. In den 2 Sekunden, in denen du das gelesen hast, hat Amazon-Chef Jeff Bezos 3.078 Dollar verdient. Wesentlich mehr als ein Versandmitarbeiter bei Amazon im Monat. Bezos ist der reichste Mensch der Welt. Auf der anderen Seite stehen die Mitarbeiter in den Versandlagern. Sie fordern höhere Löhne und treten am „Prime Day“ in sieben Ländern in Streik. Zu beklagen haben sie aber mehr als nur fehlendes Geld: Permanente Videoüberwachung und Leistungsdruck machen aus der Arbeit für den Versand-Riesen einen Knochenjob.

Es ist mit Sicherheit eines der modernsten Logistikzentren der Welt – schaut man nur auf die Technik. Doch was den Umgang mit den Mitarbeitern betrifft befindet, orientiert sich Amazon dann doch an der Vergangenheit. In Deutschland (wo auch der österreichische Versandhandel abgewickelt wird) ist die Gewerkschaft im Dauerstreit mit dem Internethändler. Seit mittlerweile 6 Jahren verlangt sie, dass auch die Amazon-Mitarbeiter nach Kollektivvertrag der Branche bezahlt werden – auch mit Streiks. Andere große, deutsche Versandhändler zahlen den Kollektivvertrag.

Weltweit steht Amazon in der Kritik

Eine Undercover-Reportage des „Sunday Mirror“ im Vereinigten Königreich deckt katastrophale Zustände auf: Mitarbeiter arbeiten im Akkord. 300 Gegenstände müssen pro Stunde zusammengesucht werden. Das ist einer alle 12 Sekunden. Dabei werden die Beschäftigten ständig per Videokamera beobachtet. Wer nicht im „Takt“ ist, wird über einen Bildschirm ermahnt. Wer das Soll auf Dauer nicht schafft, fliegt raus. Die Mitarbeiter wechseln häufig und schnell.

Die Hallen sind so groß wie mehrere Fußballfelder. Es gibt es kein Tageslicht. Das beklagen auch die Kollegen in den USA und auch, dsas es in den Hallen unerträglich heiß wird. Das dementiert Amazon zwar, rüstet aber Klimaanlagen nach – nach dem öffentlichen Aufschrei.

Internationaler Aktionstag – Prime Day

Unter dem Namen „Prime Day“ hat Amazon sich seinen eigenen Einkaufs-Feiertag geschaffen. Über 1 Milliarde Dollar Umsatz wird erwartet. Manche Analysten bezweifeln, dass Amazon den logistischen Aufwand überhaupt bewältigen kann. Diesen Moment wollen die Mitarbeiter nutzen, um für bessere Arbeitsbedingungen und letztlich auch für ihre Gesundheit zu kämpfen. Sie wollen den „Prime Day“ bestreiken und das international.

Arbeiter aus Deutschland, Polen und Spanien haben angekündigt nicht zur Arbeit zu erscheinen. In der Vergangenheit konnte der Internet-Gigant Streiks über andere Versandzentren abfedern, laut Gewerkschaft allerdings nur mit Mühe. Streiken Beschäftigte jetzt über die Werks- und Landesgrenzen hinaus, könnte es das Unternehmen in Bedrängnis bringen. Die versprochenen Lieferzeiten könnte Amazon eventuell nicht einhalten.

Auf Twitter und Facebook wird auch zum Einkaufsboykott aufgerufen. Das zeigt Wirkung: Der Umsatz dürfte unter den Erwartungen liegen.

Reichste Mensch der Welt

Just am denselben Tag bringt es übrigens Jeff Bezos mit einer anderen Schlagzeile ebenfalls in die Nachrichten. Laut neuesten Schätzung ist er nun der reichste Mensch der Welt. Sein privates Vermögen wird auf 150 Mrd. Dollar geschätzt, und stellt damit das Bruttoinlandsprodukt von 134 Ländern in den Schatten. Oder andersrum: nur 58 Länder, haben einen höheres BIP als Bezos privates Vermögen.

Während du diesen Artikel gelesen hast, hat Jeff Bezos übrigens 277.020 Dollar gemacht.
https://kontrast.at/amazon-beschaeftigte-streiken-fuer-hoehere-loehne/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:40:43 Mi. 18.Juli 2018
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=gv-1G7yOGnw#)

Am 16. Juli, auf der Schnellstraße in Sady bei Posen, ein Banner mit dem Slogan: "Arbeitest du bei Amazon?" Slow down! Wer schnell arbeitet, stirbt schnell. " Das Video enthält auch den Satz "Solidarität mit den Streikenden bei Amazon in Spanien und Deutschland".




In Spanien festgenommene Amazon-Streikposten wieder frei – in der BRD streikten am Dienstag 2.400 Beschäftigte bei Amazon – mehr als je zuvor

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/07/amazon_prime_huelga2018.jpg)(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/07/amazon_madrid170718.jpg)
Amazon. EnLucha

Mit bundesweiten Streiks hat die Gewerkschaft Verdi den Sonderverkaufstag Primeday beim  Internet-Händler Amazon begleitet. Beteiligt hätten sich rund 2400 Mitarbeiter, berichtete ein Gewerkschaftssprecher in Berlin. Nach seiner Einschätzung sei das Streikziel eines wirtschaftlichen Schadens erreicht worden, auch wenn Amazon mit Ersatzmannschaften den Betrieb aufrecht erhalte. In den Zentren Graben und Rheinberg seien die Manager aufgefordert worden, selbst mit Hand anzulegen.  In Leipzig wollten die Gewerkschafter auch am Mittwoch weiterstreiken, wie der lokale Verdi-Fachbereichsleiter Jörg Lauenroth-Mago ankündigte. “Arbeitskräfte sind nicht zum Schnäppchenpreis zu haben."

http://www.labournet.de/?p=134618 (http://www.labournet.de/?p=134618)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:07:44 Do. 19.Juli 2018
Auch nach dem Sonderverkaufstag Primeday ist der Streik beim Internet-Händler Amazon in Leipzig fortgesetzt worden. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich am Mittwoch rund 400 Beschäftigte. Ziel sei es, die Abarbeitung der eingegangenen Bestellungen weiter zu verzögern, erläuterte ein Verdi-Sprecher.

Am Mittwoch hatte eine Delegation der Streikenden bei Amazon zudem einen Solidaritätsbesuch bei Halberg Guss geplant. Dort streiken die Beschäftigten seit mehr als einem Monat.

https://www.rtl.de/cms/streik-bei-amazon-solidaritaetsbesuch-bei-halberg-guss-4192980.html (https://www.rtl.de/cms/streik-bei-amazon-solidaritaetsbesuch-bei-halberg-guss-4192980.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 22:04:10 Do. 26.Juli 2018
Könnte wohl auch gut in den theoretischen Bereich passen, aber da es nunmal um Amazon geht...

Zitat
Immer hinter ver.di her

Diskussion Warum linke Kampagnenpolitik à la Make Amazon Pay bei Arbeitskämpfen fehl am Platz ist

Die bisherige Debatte über eine »neue Klassenpolitik« umschifft zwei Probleme: das Ausbremsen von Klassenkämpfen durch die Gewerkschaften und die Rolle linker Gruppen, die mit ihren Kampagnen den Gewerkschaften hinterherlaufen und für die Arbeiter_innen fremde Wesen bleiben. Ein Beispiel ist die Kampagne Make Amazon Pay (MAP) und ihr Zusammenspiel mit der ver.di-Hierarchie.
(...)
https://www.akweb.de/ak_s/ak639/23.htm (https://www.akweb.de/ak_s/ak639/23.htm)

Bei aller Zustimmung...
Zitat
Diese Widersprüche gewerkschaftlicher Strategien und linksradikaler Politik gehören ins Zentrum der Debatte über eine neue Klassenpolitik. Bisherige Beiträge blieben meist abgehoben und akademisch, wie das Lower Class Magazine hervorhob.

Wie weiter und aus einer "gewerkschaftselitären" Debatte herauskommen?



Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 21:19:22 Fr. 27.Juli 2018
Zitat
Ohne DHL, Hermes oder lästige Festangestellte: Amazon Flex startet in Berlin

Mit Amazon Flex will sich der E-Commerce-Riese ein Stück weit unabhängiger von seinen Logistikpartnern machen. Die Lieferboten sind nicht festangestellt, sondern arbeiten auf eigene Rechnung.
https://t3n.de/news/amazon-flex-berlin-875408/ (https://t3n.de/news/amazon-flex-berlin-875408/)

Zitat
Amazon Flex
Scharfe Kritik an Amazons privaten Paketboten

Der Onlinehändler Amazon nimmt die Auslieferung zunehmend selbst in die Hand. Die Linke warnt vor einem Privatkurierdienst und fordert Lizenzpflicht. Die Regierung sieht aber keinen Handlungsbedarf
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Der Onlinehandel wächst weiter rasant. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 3,3 Milliarden Sendungen verarbeitet, 6,1 Prozent mehr als noch 2016. Seit der Jahrtausendwende hat sich das Sendungsvolumen damit nahezu verdoppelt. Und es wird in den kommenden Jahren noch mehr werden. Der Bundesverband Paket und Expresslogistik rechnet für 2022 mit rund 4,3 Milliarden Sendungen.

Ein großer Teil davon entfällt auf Amazon, denn der Konzern hat inzwischen einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent am deutschen Onlinehandelsumsatz. Inzwischen geht Amazon auch in Deutschland verstärkt dazu über, die Logistik komplett selbst in die Hand zu nehmen. Dazu wurde vergangenen November auch der Dienst Amazon Flex gestartet, bei dem Privatleute Pakete für den US-Konzern ausliefern. „Seien Sie ihr eigener Chef“, wirbt Amazon und lockt mit einem Verdienst von bis zu 68 Euro für vierstündige Lieferschichten. Bislang sind die privaten Paketboten in Berlin und München aktiv. Etwa 100 Fahrer arbeiten hierzulande für Amazon. Der Konzern bietet den Dienst zudem in den USA, Großbritannien, Spanien und Singapur an.
"Keine Uberisierung auf dem deutschen Paketmarkt"

Doch das Angebot sorgt auch für Kritik. „Eine ‚Uberisierung' darf es auf dem deutschen Paketmarkt nicht geben“, sagt Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei mit Verweis auf den US-Fahrdienst Uber, der mit Privatleuten als Taxialternative agiert. Schon jetzt seien die Bedingungen für Kurierfahrer „miserabel“, sagt Meiser.

Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi warnt, dass die Arbeitsstandards in der Branche durch Amazon Flex weiter ausgehöhlt würden. Die großen Paketdienstleister würden durch den zunehmenden Wettbewerb ebenfalls verstärkt Subunternehmen anheuern, die wiederum Aufträge an Subunternehmer und „angebliche Solo-Selbstständige“ weitergeben. Dadurch würden Vorgaben zu Arbeitszeitregeln unterlaufen und die Löhne gedrückt. So erhalten angestellte Zusteller, die nach Tarif bezahlt werden, in Berlin 11,38 Euro. Dagegen klingen bis zu 16 Euro Stundenlohn bei Amazon Flex zunächst lukrativ. Doch davon müssen die Fahrer die Kosten für Sprit, KfZ-Versicherung oder Reparaturen abziehen. Unter dem Strich sollen dann noch etwa 10 Euro übrig bleiben.

Privatkuriere haften bei Schäden und Verlust

„Amazon verdrängt mit seinem neuen Geschäftsmodell nicht nur reguläre Beschäftigung, sondern verschiebt das unternehmerische Risiko vollständig auf die privaten Kurierfahrer“, sagt Meiser. „Für viele Fahrerinnen und Fahrer dürfte gar nicht absehbar sein, welche persönlichen Risiken sie eingehen.“ So haften sie beispielsweise beim Verlust oder Schäden an den Paketen.

Die Linke hat die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage nach Einschätzungen zu den Risiken und Auswirkungen des Dienstes gebeten. „Die Bundesregierung sieht derzeit keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf“, erklärt das Bundeswirtschaftsministerium in seiner Antwort. Zur Frage ob Amazon Flex mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar sei, heißt es „die rechtliche Beurteilung ist eine Frage des Einzelfalls“ und müsse im Streitfall durch Gerichte geprüft werden.

„Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass die Kontrolldichte in der boomenden Paketbranche erhöht und Scheinselbstständigkeit wirksam bekämpft wird“, fordert Pascal Meiser. Darüber hinaus müssten die Vorgaben für alle Postdienstleistungen, also Briefe und Pakete, angeglichen werden. „Auch die Erbringung von Paketdienstleistungen muss lizenzpflichtig werden“, sagt Meiser. „Es kann nicht sein, dass zwar das Postgeheimnis für Briefe wie Pakete gleichermaßen gilt, zugleich fast jedermann Pakete ausliefern kann, ohne dazu überhaupt eine Lizenz besitzen zu müssen.“
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/amazon-flex-scharfe-kritik-an-amazons-privaten-paketboten/22839738.html (https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/amazon-flex-scharfe-kritik-an-amazons-privaten-paketboten/22839738.html)

Zitat
Bezos Nimmersatt
Amazon greift etablierte Logistiker mit neuem Zustelldienst an. DHL, UPS und Co. sind alarmiert. Druck auf Beschäftigte wächst


 In der Geschäftswelt läuft »Vernichtung« unter neuem Namen: »to be amazoned«. Wo Unternehmen, Konzerne oder gleich ganze Branchen ins Visier des weltweit führenden Internethändlers geraten, lösen sich gewachsene Besitzverhältnisse über Nacht in nichts auf. Für die Bedrängten bleiben in der Regel zwei Möglichkeiten: Entweder machen sie den Laden dicht oder sie verkaufen ihn. Als Amazon Ende Juni die Übernahme des Online-Arzneivertreibers Pillpack bekanntgab, stürzten die Börsenwerte der Konkurrenz ins Bodenlose. Auf einen Schlag um zwölf Milliarden Dollar (10,2 Milliarden Euro) gaben die Kurse der drei größten US-Apothekenketten nach. Das war so etwas wie der vorweggenommene Todesstoß. Der Technologiegigant aus dem Silicon Valley duldet keine Nebenbuhler auf einem Markt, der allein in den USA auf 400 Milliarden Euro jährlich taxiert wird.

Auch hierzulande verbreitet der nimmersatte Amazon-Boss Jeffrey Bezos Angst und Schrecken. Weil die Paketzusteller von Post-DHL, DPD und UPS angesichts des rasant wachsenden Onlinehandels längst an ihre Grenzen stoßen, ist der Konzern drauf und dran, eine hauseigene Vertriebsinfrastruktur aufzubauen. Wie die Frankfurter Neue Presse am Montag schrieb, wurden dazu in den vergangenen drei Jahren im gesamten Bundesgebiet neun Verteilzentren hochgezogen, darunter eines im hessischen Raunheim. Dort sei im Oktober 2017 mit 200 Beschäftigten auf 13.000 Quadratmetern der Betrieb aufgenommen worden.

»Amazon Logistics ist ein neuer Geschäftsbereich mit dem Ziel, Kunden noch zuverlässiger und schneller zu beliefern«, zitierte das Blatt Firmensprecher Thorsten Schwindhammer. Dabei richte sich der Service zunächst an Kunden des kostenpflichtigen Abonnentendienstes »Prime«. Denen soll bei Bestellung bis 12 Uhr noch am selben Tag ihr Paket übergeben werden. Aber auch normale Kunden sollten künftig profitieren. Man arbeite wie ein »regulärer Paketdienst und ergänzt die Kapazitäten von Post, DHL und Hermes um seine eigenen«, erläuterte Schwindhammer.

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom 27. Juni erstreckt sich das Angebot bisher auf rund 20 Städte in Deutschland. Allerdings erhalten die Betroffenen ihre Pakete nicht durch Amazon »persönlich« ausgehändigt, sondern nur in dessen Namen. Tatsächlich stellt der Konzern die Paketboten nicht eigens an, sondern kooperiert mit kleineren, mittelständischen Zustelldiensten wie Interkep, DHS, Frankfurter Liefer-Factory oder Kelsterbacher R&B Logistik. Sie alle treten lediglich unter Amazon-Flagge in Erscheinung. Bis dato soll Amazon Deutschland insgesamt 35 vornehmlich regional agierende Unternehmen an sich gebunden haben.

Das dürfte freilich nur der Auftakt zu mehr sein. Auf lange Sicht wird damit gerechnet, dass Amazon den kompletten Vertrieb in den Hand nimmt, von der Bestellung im Web bis zur Auslieferung an der Haustür bzw. ins Haus hinein. In den USA offeriert der Konzern neuerdings ein sogenanntes Smarthomesystem namens »Key«, ein »intelligentes Türschloss«, mit dem sich Paketboten Zutritt zur Wohnung der Kunden verschaffen können. Dort bestücken sie dann mitunter den Kühlschrank mit frischem Obst, Gemüse oder Fisch, das die Konzerntochter Fresh übers Internet feilbietet. Zu diesem Zweck hat das Bezos-Imperium vor einem Jahr eigens die Biosupermarktkette Whole Foods Market geschluckt – zum Preis von mehr als 13 Milliarden Dollar.

Wohin die Reise für die Deutsche Post, ihre Tochter DHL und ihre etablierten Mitkonkurrenten gehen könnte, offenbart ebenfalls ein Blick über den großen Teich. In den USA will der Internetriese einen Lieferservice namens »Shipping with Amazon« aufziehen, der nicht nur Amazon-Pakete zum Kunden befördern, sondern auch anderen Händlern die Zustellung abnehmen will. Das markiert einen direkten Angriff auf das Kerngeschäft der führenden Logistiker Fedex und UPS. Als die Pläne im Februar die Runde machten, brachen die Börsennotierungen beider Konzerne kräftig ein.

Die Post-Manager versetzen die Bezos-Pläne für Deutschland jedenfalls in Alarmbereitschaft. Laut einem Vorstandspapier von Mitte 2017, aus dem das Handelsblatt am 24. Juni zitierte, steht Amazon derzeit für gut 17 Prozent des DHL-Paketaufkommens. Bricht dieser Posten weg, drohen große Verluste, die in dem Papier mit Gewinneinbußen von 115 Millionen Euro jährlich beziffert sind. Weiter heißt es, Amazon Logistics könnte in vier Jahren derart wachsen, dass die Post nur noch doppelt so viele Pakete austrägt wie Amazon selbst.

Die Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Branche sind jetzt schon miserabel. Mit einem allmächtigen »Arbeitgeber« Amazon wird der Druck noch einmal deutlich zunehmen. Laut SZ-Bericht experimentiert der Konzern in München und Berlin bereits mit Freiberuflern, die mit ihren eigenen Fahrzeugen Sendungen ausfahren – gegen ein Honorar von 16 Euro pro Stunde. Eine »Verzerrung des Lohngefüges« befürchtet denn auch die Verdi-Logistikexpertin Sigrun Rauch. Wie sie der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 9. Juli sagte, sei nach ihrer Kenntnis keines der von Amazon beauftragten Subunternehmen Mitglied im Unternehmerverband der Speditions- und Logistikbranche, der sich verpflichte, branchenübliche Tarife zu bezahlen.
https://www.jungewelt.de/artikel/336549.bezos-nimmersatt.html (https://www.jungewelt.de/artikel/336549.bezos-nimmersatt.html)

Nochmal ausgegraben:
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=8fBlfGQ_A5o#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Nao am 18:56:27 Di. 14.August 2018
Amazon Profits from Secretly Oppressing its Supplier’s Workers: An Investigative Report on Hengyang Foxconn
(Amazon profitiert von der heimlichen Unterdrückung der Arbeiter seiner Zulieferer: Ein Untersuchungsbericht über Hengyang Foxconn):

http://www.chinalaborwatch.org/report/132 (http://www.chinalaborwatch.org/report/132)

Download the detailed pdf report
http://www.chinalaborwatch.org/upfile/2018_01_12/20180610.pdf (http://www.chinalaborwatch.org/upfile/2018_01_12/20180610.pdf)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 15:31:32 Fr. 24.August 2018
Zitat
24.8.18
Skurrile Amazon-Botschafter propagieren faire Arbeitsbedingungen via Twitter

Gleicher Namenszusatz, gleiche Aufmachung, gleiche Botschaft – die Accounts der Amazon Ambassadors irritieren viele User. Ihre einzige Aufgabe besteht darin zu bestätigen, dass das Unternehmen seine Lagerarbeiter fair behandelt.
(...)
Es gibt selbst Geiselvideos, die glaubhafter wirken.
https://onlinemarketing.de/news/amazon-botschafter-arbeitsbedingungen-twitter-propaganda
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:11:45 So. 26.August 2018
Zitat
Amazon
„Schikanen in weißen Handschuhen“

Lagerarbeiter Roman Lupinski kämpft für eine kleine Gewerkschaft beim US-Versandriesen in Polen. Die Bedingungen sind ungleich schwerer als bei seinen deutschen Kollegen.


(http://static2.fr.de/storage/image/4/4/1/4/1134144_928x522-1392w_1rw1UF_K4hOA0.jpg)
Gewerkschafter Roman Lupinski will die Lage der Beschäftigten in Polen verbessern - nicht nur bei Amazon. Foto: Jan Opielka

Roman Lupinski ist müde. Seit vier Jahren arbeitet der 45-Jährige beim Online- und Versandgiganten Amazon im westpolnischen Poznán. Und es ist mehr als nur schwere Arbeit – diese verrichtet der Lagerarbeiter in Vollzeit mit rund 4000 festen Beschäftigten und etwa 1700 Zeitarbeitnehmern an diesem Standort, einem von vier Amazon-Lagern in Polen. Zusätzlich Gewerkschafter zu sein an der Warthe, noch dazu beim Konzern des reichsten Menschen der Erde, ist ein Kampf sondergleichen. „Das, was man als Schutz von Gewerkschaftern bezeichnet, ist in Polen kaum mehr als Illusion“, sagt Lupinski.

Der Aktivist, der schon früher Erfahrungen bei gewaltsamen Streiks machte, sitzt heute im kleinen, anarchisch eingerichteten Büro der Gewerkschaft „Arbeiter-Initiative“ (Inicjatywa Pracownicza, kurz: IP) im Zentrum der Stadt. Seit der Firmenleitung bekannt wurde, dass Lupinski Gewerkschafter ist, sei er inzwischen an einen Arbeitsplatz versetzt worden, wo er weniger in Bewegung ist, und damit weniger Kontakt mit den Mitarbeitern hat, sagt er. „Schikanen in weißen Handschuhen.“

(http://static3.fr.de/storage/image/5/4/1/4/1134145_992x558-1488w_1rw1Ne_kNoEBR.jpg)
Roman Lupinski (links) bei einer Demonstration gegen Amazon.
 
Doch diese Schikanen bedeuten für Lupinski, der im Verlauf des Gesprächs immer lebendiger wird, dass Amazon die Aktivitäten der IP insgeheim fürchtet. „Amazon ist Pionier des totalen, neoliberalen Kapitalismus, der auf eine fast totalitäre Ausbeutung der Beschäftigten ausgerichtet ist, andere Unternehmen orientieren sich an dem Konzern“, sagt Lupinski, der bei der IP seit ihrer Gründung vor zehn Jahren aktiv ist. Lange Zeit war der Lagerarbeiter arbeitslos, bevor er sieben Jahre in Irland tätig war. „Dort war ich auch Arbeiter eines Handelskonzerns. Zurück in Polen musste ich feststellen: In Polen sind die Löhne geringer, die Arbeitsbedingungen schlechter und die Arbeit schwerer.“ Dann schiebt er selbstbewusst nach: „Wenn es uns gelingt, bei Amazon die Lage zu verbessern, dann gelingt es uns auch in anderen Unternehmen – daher ist es sogar aus globaler Sicht wichtig, dass wir erfolgreich sind.“ Trotz Augenringen wirkt er inzwischen ganz und gar nicht mehr müde. Es erwacht der Kämpfer.

Kämpfer wie Lupinski oder seine IP-Mitstreiterin Agnieszka Mróz sind aus der Perspektive von Millionen polnischer Beschäftigter eigentlich mehr als nötig. Doch landesweit sind nur rund acht Prozent von ihnen Mitglied einer Gewerkschaft, in Deutschland ist der Organisationsgrad etwa doppelt so hoch. Das liegt unter anderem daran, dass in Polen nur Mitarbeiter von Betrieben mit mindestens zehn Beschäftigten sich gewerkschaftlich organisieren können. Da aber im Land Klein- und Kleinstbetriebe dominieren, können mehr als 40 Prozent der polnischen Arbeitnehmer überhaupt nicht Mitglied einer Gewerkschaft werden. Diejenigen, die es tun, sind in einer der rund 25 000 einzelnen Betriebsgewerkschaften, von denen drei Viertel einem der drei großen Dachverbände angehören: Solidarnosc, OPZZ und Forum ZZ. In Industriebetrieben und ausländischen Konzernen, die in Polen aktiv sind, ist es meist die Solidarnosc – die jedoch bei vielen Polen vor allem wegen der häufig großen Nähe zur Firmenleitung, längst in Ungnade gefallen ist.

Die IP ist als ein Gegenmodell zu den Großen entstanden. Sie ist noch relativ klein, derzeit gibt es knapp 50 Gewerkschaftskommissionen der IP in Betrieben polenweit, in Poznan seit einem Jahr auch bei Volkswagen. „Unser Idee ist, dass eine Gewerkschaft keine Versicherung ist, die einem bei Zahlung des Mitgliedsbeitrags hilft. Wir wollen auf Augenhöhe eine Kraft in und mit der Belegschaft bilden, die Mitglieder sollen selbst aktiv werden“, sagt Agnieszka Mróz, ebenfalls in der IP bei Amazon. Daher arbeitet bei der Gewerkschaft niemand hauptamtlich. „Wir arbeiten Schulter an Schulter mit den Kolleginnen und Kollegen“, ergänzt Lupinski. „Wir wollen uns nicht von ihnen entfremden.“ Die der IP gesetzlich zustehenden zwei Stellen als Gewerkschafter im Betrieb würden zusätzlich zur Vollzeitarbeit ausgeübt und zudem zwischen mehreren Kollegen geteilt. „Es ist unser Pfund, wenn wir mit allen anderen in der Halle zusammenarbeiten, vor allem psychologisch ist es wichtig. Wir sind nichts Besseres als sie.“

Wer „sie“ sind, zeigt Lupinski auf dem Weg zum Amazon-Werk, als er auf einen Reisebus weist. „Das ist einer von Dutzenden, die täglich Beschäftigte zum Werk fahren – einige sind zweieinhalb Stunden unterwegs, in eine Richtung.“ Denn anders als in dem 540 000 Einwohner zählenden Poznan, wo es faktisch kaum Arbeitslose gibt, ist die Zahl in der Provinz wesentlich höher. „Viele nehmen daher in Kauf, täglich 15 bis 16 Stunden auf der Arbeit oder unterwegs von und dorthin zu sein.“ Die Schichten dauern zehneinhalb Stunden.

Und diese täglichen Schichten haben es in sich: Immer wieder tauchen in den landesweiten Medien Berichte über unhaltbare Zustände in den Amazon-Lagern auf. Mitte August stellte ein unabhängiger Gerichtsgutachter fest, dass in den Hallen „die grundsätzlichen Fragen der Arbeitssicherheit umgangen werden“. Es ging dabei um den Fall eines Mitarbeiters, der entlassen wurde, weil er die Normen nicht erfüllt haben soll. Amazon bezeichnet die Vorwürfe des Gutachters als „gegenstandslos“ und führt die Ergebnisse der Untersuchung auf den Einfluss von zuletzt immer häufiger auftauchenden negativen Medienberichten zurück.

Wenn es besser ist, liegt es oft daran, dass es größere Traditionen des gewerkschaftlichen Kampfes im Betrieb gibt.
Roman Lupinski


Von solchen Fällen kann Roman Lupinski ein Lied singen. Zwölf offene Klagen führe die IP gegen Amazon derzeit – wegen Entlassungen, die mit Krankheitszeiten und der Nichterfüllung der Normen verbunden sind. Die IP-Infobroschüre berichtet von einem Fall, den eine Ex-Mitarbeiterin mit Hilfe der IP gegen Amazon gewann – wobei gewinnen relativ ist. Die Frau sei widerrechtlich entlassen worden, so das Arbeitsgericht, ihr stehe eine Entschädigung zu, in Höhe von 550 Euro, ihrem letzten Netto-Monatslohn. Der Stundenlohn beträgt bei Amazon in Polen, je nach Standort, circa vier Euro brutto. Die IP will zwar eine höhere Entschädigung für die Frau, aber mehr als drei Monatslöhne dürften nicht drin sein.

Doch nicht nur bei Amazon, auch in polnischen Unternehmen sieht die Situation von Arbeitnehmern nach Einschätzung von Lupinski nicht viel besser aus. „Wenn es besser ist, liegt es oft daran, dass es größere Traditionen des gewerkschaftlichen Kampfes im Betrieb gibt.“ Bei Amazon hingegen müssen die Traditionen erst aufgebaut werden – und ein immens wichtiger Baustein dabei ist die Zusammenarbeit mit Gewerkschaftern über die Landesgrenzen hinweg. „Weil Amazon global agiert, versuchen auch wir mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern zusammenzuarbeiten, vor allem aus Deutschland.“ Auch hierbei halte die IP sich an die Strategie: so nah wie möglich an den einfachen Mitarbeitern, die sich bei Verdi engagieren.

Eine der letzten internationalen Aktionen war das „Feedback für Bezos“ in Berlin im April dieses Jahres. Die Veranstaltung war eine Antwort auf das umstrittene Normen- und Feedback-System des Konzerns, das nach Ansicht vieler Beschäftigter und externer Experten massiven psychischen Druck erzeugt. Mit zwei Bussen fuhren Lupinski, Mróz und andere IP-Mitglieder von Amazon in die deutsche Hauptstadt. „Die Offiziellen von Verdi wollten uns dabei nicht allzu viel reden lassen, sie wollten Politikern der SPD den Vortritt lassen – dabei waren dort Hunderte Amazon-Beschäftigte, die selbst ihre Postulate vortragen wollten. Es ist unsere Stimme, wir sind es, die in den Hallen arbeiten, wir sind nicht hierarchisch – wir wollen sprechen und gehört werden“, sagt der Gewerkschafter mit trotzigem Lachen.

Bevor Lupinski an diesem heißen, sommerlichen Abend durch die Torschleusen die mehrere Fußballfelder große Amazon-Kapitalkathedrale betritt, verweist er auf noch eine Aktion, die die IP mit Gewerkschaften aus Deutschland, Frankreich und anderen Ländern organisiert: „Sicheres Päckchen“ heißt sie. In dieser Woche solidarisierten sich die IP-Mitglieder mit Streikenden in Deutschland und anderen Ländern und arbeiteten langsamer, gemäß den tatsächlichen gesetzlichen Sicherheitsvorschriften. „Wir zeigen ihnen, dass eben ihr Leben und ihre Gesundheit das Wichtigste ist“, sagt Lupinski zum Abschied, „und nicht, wie viel Jeff Bezos verdient.“
http://www.fr.de/wirtschaft/amazon-schikanen-in-weissen-handschuhen-a-1569774,0#artpager-1569774-1 (http://www.fr.de/wirtschaft/amazon-schikanen-in-weissen-handschuhen-a-1569774,0#artpager-1569774-1)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:21:14 Di. 28.August 2018
Wie organisiert man einen Streik?

Interview mit einem Streikaktivisten

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=2FE2fxOkx6Q&t=2s#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 21:38:02 So. 02.September 2018
Die Fortsetzung des Interviews:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=cfT7O8Kce6A#)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: dagobert am 17:09:00 Mo. 17.September 2018
Zitat
Amazon: Mitarbeiter sollen Kundendaten verkauft haben
https://www.heise.de/amp/meldung/Amazon-Mitarbeiter-sollen-Kundendaten-verkauft-haben-4166361.html (https://www.heise.de/amp/meldung/Amazon-Mitarbeiter-sollen-Kundendaten-verkauft-haben-4166361.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:53:19 Do. 20.September 2018
Am 19. September 2018 hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten am Amazon Standort Bad Hersfeld zum Streik aufgerufen. Die rund 1.900 Beschäftigten bei Amazon Kobern-Gondorf werden am 20. September ganztägig streiken.
Bereits gestern wurde mit Streiks in Bad Hersfeld begonnen. Grund ist die vom Unternehmen angekündigte Lohnerhöhung von 2 Prozent...

https://www.golem.de/news/verdi-streik-bei-amazon-an-zwei-standorten-1809-136653.html (https://www.golem.de/news/verdi-streik-bei-amazon-an-zwei-standorten-1809-136653.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: admin am 20:14:05 Do. 20.September 2018
AMAZING WORKERS

Einladung zum „Grenzübergreifenden Treffen der Amazon-Beschäftigten“ in Bad Hersfeld


Von Freitag, den 28., bis Sonntag, den 30. September 2018, findet in Bad Hersfeld das nächste grenzübergreifende Treffen der Amazon-Beschäftigten statt.

Amazon-Beschäftigte aus verschiedenen Ländern haben sich seit 2015 bereits mehrere Male getroffen, um ihre Situation zu diskutieren und Aktionen zu koordinieren. In Bad Hersfeld werden wir uns auf die Erfahrungen der letzten Streiks konzentrieren, auf die Safe-Packages-Aktionen, Arbeitsbedingungen und Vorgaben und anderes mehr.

Am Freitag den 28. September werden wir uns ab 14 Uhr vor dem Amazon-Lager FRA3 treffen (Amazonstraße 1, 36251 Bad Hersfeld)

Ebenfalls am Freitag, um 19 Uhr, gibt es eine öffentliche Veranstaltung im Falkenheim (Abteiweg 5, 36251 Bad Hersfeld) mit Beschäftigten aus Deutschland, Polen, Frankreich, Spanien und den USA.

Zu beidem sind alle eingeladen, Arbeiter und Arbeiterinnen, Unterstützerinnen und Unterstützer und Journalisten.

https://amworkers.wordpress.com/2018/09/09/september-2018-einladung-zum-grenzuebergreifenden-treffen-der-amazon-beschaeftigten-in-bad-hersfeld/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:30:15 Fr. 28.September 2018
Zitat
Streik bei Amazon in Leipzig geht trotz Lohnerhöhung weiter

Der Versandhändler Amazon hat für die Beschäftigten in Leipzig eine Lohnerhöhung von 2,5 bis 3 Prozent angekündigt. Doch die Mitarbeiter kämpfen um einen Tarifvertrag, sagte verdi-Sprecher Thomas Schneider MDR SACHSEN. Deshalb geht der Streik weiter.


"Wir sagen Amazon, das war nicht alles. Ihr müsst immer wieder damit rechnen, dass wir vor die Tür gehen, solange ihr nicht bereit seid, mit der Tarifkommission und mit den Beschäftigten zu verhandeln."
https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/amazon-leipzig-streik-lohnerhoehung-100.html (https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/amazon-leipzig-streik-lohnerhoehung-100.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 10:44:46 Di. 09.Oktober 2018
Zitat
5.10.18
Amazon hat in den USA den ausgezahlten Lohn auf ein Mindestniveau von 15 US-Dollar pro Stunde erhöht. Ein großer Schritt, dessen Beweggründe über reinen Altruismus weit hinausgehen.
(...)
Bedarf an Mitarbeitern: Amazon braucht Mitarbeiter. Diese immer wieder neu einzustellen, zu schulen und auf Effizienz zu trainieren, ist uneffizient. Amazon ist nicht gerne uneffizient.
Marktentwicklung: Der Markt bewegt sich sowieso in diese Richtung, der Mindestlohn ist in einigen Orten und Staaten angehoben worden, Bezos greift dieser Entwicklung jetzt vor.
Wettbewerb: Wenn andere Konzerne für ähnliche Stellen mehr bezahlen als Amazon, wandern Mitarbeiter ab.
Die Vorreiterstellung verschafft Luft und nimmt politischen Gegnern Wind aus den Segeln.
Bezos lebt im gesamten Unternehmen eine positive Fehlerkultur, wenn er den niedrigen Lohn als Fehler betrachtet, kann er diesen auch revidieren.
(...)
https://t3n.de/news/amazon-mindestlohn-radikal-1115750/
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:44:02 Mi. 17.Oktober 2018
Das Video ist bereits aus dem letzten Jahr,

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=F0RiEf79Lkg#)


doch absolut sehenswert.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: counselor am 19:03:03 So. 21.Oktober 2018
Zitat
Leak - "Gewerkschaften sind lügende Ratten": Amazon-Trainingsvideos geleakt

Manager sollen versuchen, zu erkennen, wenn Mitarbeiter bestreben, eine Arbeitnehmervertretung zu gründen – und das verhindern

Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000089690340/gewerkschaften-sind-luegende-ratten-amazon-trainingsvideos-geleakt (https://www.derstandard.de/story/2000089690340/gewerkschaften-sind-luegende-ratten-amazon-trainingsvideos-geleakt)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:50:13 Fr. 02.November 2018
Zitat
Lohn:
Wieder Streik an drei Amazon-Standorten

Amazon hat die Löhne um zwei Prozent erhöht, liegt damit aber weiter unter dem geforderten Tarifvertrag. Hoffnungen auf eine stärkere Lohnerhöhung wie in den USA und Großbritannien haben sich nicht erfüllt. Amazon hat zudem zu verhindern versucht, dass Streikflugblätter verteilt werden.


Bei Amazon wird ab dem heutigen Freitag an den Standorten Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen sowie im hessischen Bad Hersfeld gestreikt. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 2. November 2018 bekannt. Die Beschäftigten wollen, dass bei dem Onlinehändler die Tarifverträge des Einzelhandels durchgesetzt werden. Amazon hatte nach Angaben von Verdi versucht, Beschäftigten in Koblenz und Pforzheim zu untersagen, Kollegen mit Flugblättern über Streiks zu informieren. In beiden Fällen unterlag Amazon aber vor Gericht.

Verdi-Landesfachbereichsleiterin Silke Zimmer erklärte, dass viele Beschäftigte wegen der niedrigen Entlohnung Angst vor Altersarmut hätten. Der Streik werde am Samstag an beiden Standorten fortgesetzt. Das milliardenschwere Handelsunternehmen könne dies leicht zahlen. Amazon erwirtschaftete laut dem aktuellen Quartalsbericht einen Gewinn von 2,88 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um fast 30 Prozent auf 56,58 Milliarden US-Dollar.

In Bad Hersfeld beginnt der Streik mit Arbeitsbeginn der Nachtschicht zum Freitag und endet mit dem Schichtende der Spätschicht am Samstagabend. Verdi rechnet damit, dass sich etwa 600 Mitarbeiter an dem Streik beteiligen werden.

Amazon hat Löhne erhöht

"Auch wenn Amazon im September eine Lohnerhöhung von zwei Prozent bezahlt hat, ist der Abstand zum geforderten Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels Hessen nicht geringer geworden", sagte Streikleiterin Mechthild Middeke von Verdi. "Wir machen mit den Streiks weiterhin deutlich, dass wir vom größten Versandhändler eine bessere Bezahlung fordern. Nach den bundesweiten Feiertagen ist mit einem erhöhten Volumen zu rechnen, so dass wir davon ausgehen, dass nicht alle Bestellungen zeitnah abgearbeitet werden können."

Amazon hatte im Oktober erklärt, den Mindestlohn in den USA auf 15 US-Dollar pro Stunde zu erhöhen. Das betreffe mehr als 250.000 Beschäftigte und 100.000 Saisonarbeiter. Der Mindestlohn liegt in den USA derzeit bei 7,25 US-Dollar pro Stunde. Doch damit fallen Aktienoptionenprogramm und das Prämiensystem weg.
https://www.golem.de/news/lohn-wieder-streik-an-drei-amazon-standorten-1811-137483.html (https://www.golem.de/news/lohn-wieder-streik-an-drei-amazon-standorten-1811-137483.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:09:02 So. 18.November 2018
Zitat
Die dunkle Seite von Amazon

Bald ist Weihnachten – und Amazon heuert Saisonarbeiter an, damit unsere Päckchen auch rechtzeitig verschickt werden. Johannes Bröckers hat ein kleines, wütendes Buch über den Online-Riesen geschrieben.


(http://static2.fr.de/storage/image/4/7/9/5/1165974_928x522-1392w_1rXI-N_V0BN1V.jpg)

Amazon ist ein gutes Beispiel, weil Jeff Bezos so marktradikal vorgeht. Da kann man alles ablesen, was ein Unternehmen an Schaden anrichten kann. Für diesen vermeintlichen Komfort, der uns da verkauft wird, bezahlen wir nicht nur mit unseren Daten, sondern mit unseren individuellen Persönlichkeitsrechten. Und wenn ich das ein bisschen weiter nach vorne spiele, dann wird mir Angst und Bange...

Die meisten sehen nur dieses bunte Onlinekaufhaus, aber die eigentliche Kohle verdient Amazon mit seinen Webservices.

Zwei Drittel des Umsatzes...

...Im Zuge meiner Recherche habe ich gelesen, dass im Pentagon überlegt wird, Daten von Behörden auch auf Amazon-Server auszulagern. Das ist natürlich Sache der Amerikaner, wenn sie das Wissen ihrer wichtigsten Behörden gewissermaßen privatisieren....

Mehr als die Hälfte der DAX-Unternehmen haben ihre Daten auf solchen Servern liegen oder zumindest Teile ihrer IT ausgelagert. Das ist gefährlich! Woher nehmen die das Vertrauen, dass es da sicher ist?
...
http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/netz/amazon-die-dunkle-seite-von-amazon-a-1622367 (http://www.fr.de/kultur/netz-tv-kritik-medien/netz/amazon-die-dunkle-seite-von-amazon-a-1622367)


Naja, der Autor kommt aus der Webebranche. Einige seiner Gedanken sind etwas wirr, doch insgesamt gibt er brauchbare Denkanstöße. Eine kritische Diskussion über die weltumspannenden Konzerne kann nie schaden.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 14:38:09 Mi. 21.November 2018
Erstmals zwingen organisierte Beschäftigte Amazon in den USA zu Verhandlungen. Amazon bezeichnet es eher als Entgegenkommen:
Zitat
20.11.18
Somali Workers in Minnesota Force Amazon to Negotiate (...)
https://www.nytimes.com/2018/11/20/technology/amazon-somali-workers-minnesota.html (https://www.nytimes.com/2018/11/20/technology/amazon-somali-workers-minnesota.html)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:07:02 Sa. 24.November 2018
Zitat
Für tarifliches Weihnachtsgeld
Amazon-Mitarbeiter streiken am Black Friday

Der Black Friday ist für die Beschäftigten des Online-Händlers Amazon "die stressigste Zeit, Überstunden inklusive". Hunderte Mitarbeiter in Deutschland legen die Arbeit nieder und streiken für bessere Bezahlung und ein tariflich festgelegtes Weihnachtsgeld.


Am Schnäppchentag Black Friday haben mehrere hundert Amazon-Beschäftigte in Deutschland für einen Tarifvertrag gestreikt. An den Standorten Bad Hersfeld in Hessen und Rheinberg in Nordrhein-Westfalen legten über den Tag verteilt jeweils etwa 500 Mitarbeiter die Arbeit nieder, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Kundenbestellungen seien vom Streik nicht betroffen, versicherte Amazon.

In Bad Hersfeld mit im Jahresdurchschnitt 3500 Beschäftigten und in Rheinberg mit 1500 Mitarbeitern waren die Arbeitnehmer von Freitag Mitternacht bis Samstag Mitternacht zum Streik aufgerufen. Mit der Angebotswoche rund um den Black Friday als Auftakt des Weihnachtsgeschäfts gehe es in den "Jahresendspurt", erklärte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Für die Beschäftigten sei das "die stressigste Zeit, Überstunden inklusive".

"Die Beschäftigten gehören besonders an einem Tag wie dem Black Friday in den Mittelpunkt gestellt", erklärte Middeke. "Der Einsatz der Beschäftigten muss besser honoriert werden, durch eine höhere Bezahlung und durch ein tarifliches Weihnachtsgeld."

Die Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Handel NRW, Silke Zimmer, kritisierte, die Black-Friday-Rabattaktion von Amazon gehe einseitig zu Lasten der Beschäftigten: "Die Beschäftigten müssen derzeit sowohl die Regale für das Weihnachtsgeschäft auffüllen als auch tausende Black-Friday-Angebote verschicken. Da fallen viele Überstunden an, die deutlich schlechter vergütet werden als dies bei tarifgebundenen Unternehmen der Fall ist."
...
Streiks auch im Ausland

Das Unternehmen zahle in seinen Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. "In Deutschland beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde", erklärte das Unternehmen. "Nach 24 Monaten sind es im Durchschnitt 2397 Euro brutto im Monat, inklusive zusätzlicher Leistungen wie leistungsbezogener Boni." Hinzu kämen Überstundenzuschlag, Aktien und weitere Zusatzleistungen wie die Förderung der Ausbildung der Mitarbeiter.

Auch in Spanien, am Standort San Fernando de Henares in der Nähe von Madrid, traten Amazon-Mitarbeiter am Freitag in den Streik. Sie verlangen seit Monaten höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und haben dafür bereits mehrfach die Arbeit niedergelegt. Gewerkschaftssekretärin Ana Berceruelo sagte AFP, die Beteiligung sei hoch: "Lastwagen können nicht rein- und nicht rausfahren." Amazon dagegen erklärte, die Mehrheit der Mitarbeiter arbeite wie geplant.

In Frankreich protestierten Umweltschützer gegen den Online-Riesen. Vor dem Amazon-Hauptsitz in Clichy bei Paris häuften sie Elektronikschrott auf. Sie warfen Amazon vor, den exzessiven Konsum zu fördern und sich zu wenig ums Recycling zu kümmern
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Amazon-Mitarbeiter-streiken-am-Black-Friday-article20737091.html (https://www.n-tv.de/wirtschaft/Amazon-Mitarbeiter-streiken-am-Black-Friday-article20737091.html)

Die Bedeutung von grenzüberschreitenden Kämpfen kann nicht genug hervorgehoben werden!
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:06:58 Fr. 30.November 2018
Zitat
Spanische Polizei war „sprachlos“, als Amazon sie bat, bei einem Streik der Lagerarbeiter einzuschreiten

(https://static5.businessinsider.de/image/5bf7f7f4bde70f099f1150ef-1067/madrid%20amazon%20protest.jpg)
Eine Demonstrantin während des Protests gegen die Arbeitsbedingungen bei Amazon in Madrid, Spanien.

Amazon hat die Polizei in Spanien aufgefordert, während eines Massenstreiks in einem Logistikzentrum am Stadtrand von Madrid zu intervenieren.

Amazon habe die Polizeipräsenz gewollt, um sicherzustellen, dass die Produktivität in dem Abwicklungszentrum hoch bleibt, während die Arbeiterinnen und Arbeiter ihren Protest im Freien veranstalteten, schreibt die spanische Zeitung „El Confidencial“. Eine Quelle bei der spanischen Gewerkschaft CCOO, die bei der Koordinierung der Streiks behilflich war, teilte Business Insider mit, dass Amazon „die Polizei ins Warenlager schicken wollte, um die Menschen zur Arbeit zu drängen“.

Amazon bestritt die Behauptungen nachdrücklich und bezeichnete sie als „Falschinformation“.

Der Streit brach aus, als Tausende von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern am Black Friday aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen in den Auslieferungszentren von Amazon begannen zu streiken. Rund 1.600 Mitarbeiter gingen dabei in Spanien auf die Straße.

Die spanische Zeitung „El Confidencial“" berichtete zudem, dass sich Amazon nach Bekanntgabe des Streiks mit Polizeibeamten getroffen und gefordert habe, dass örtliche Beamte „Mitarbeiter dazu zwingen, zu ihrem jeweiligen Arbeitsplatz zu gehen und sicherzustellen, dass ihre Leistung der eines normalen Arbeitstages entspricht“.

Wie „El Confidencial“ weiter berichtete, „verblüffte“ die Forderung von Amazon sogar die Polizei. „Die Anfrage wurde von der Polizei kategorisch abgelehnt. Sie hat deutlich gemacht, dass die Kontrolle der Arbeitsproduktivität nicht in ihre Zuständigkeit fällt“, sagte eine Quelle der Polizei.

Beamte der Strafverfolgungsbehörde haben Berichten zufolge gegenüber dem Unternehmen betont, dass das spanische Recht auch das Streikrecht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Amazon schützt. Sie erklärten dem Unternehmen, dass die Polizei bei dem Streik anwesend sein würde, sich aber auf Friedenswahrung beschränken werde.

(https://static3.businessinsider.de/image/5bf83b03dde8671483271d42-1724/amazon%20spain.jpg)
Polizeipräsenz bei einem Logistikzentrum von Amazon am Rande von Madrid, Spanien, am Black Friday 2018.

Amazon bestritt, die Polizei während des Streiks um Intervention gebeten zu haben. Eine Sprecherin des Konzerns sagte gegenüber Business Insider:

„Amazon ist ein verantwortungsbewusstes Unternehmen, bei dem Kunden und Mitarbeiter an erster Stelle stehen. Wir arbeiten immer mit Behörden zusammen, einschließlich der Polizei, um die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Operationen zu gewährleisten. Jegliche Vorwürfe, dass wir diese Beziehung in unangemessener Art und Weise verwendet haben, ist jedoch grundsätzlich falsch. Jeder, der die Art der Zusammenarbeit von Unternehmen und lokalen Behörden versteht, weiß, dass diese lächerlichen Vorwürfe die schlimmste Art von Fehlinformationen sind.“

Die Polizei von Madrid war für einen Kommentar nicht verfügbar.


Es ist nicht das erste Mal, dass Amazon die Polizei darum gebeten hat, bei Protesten in Auslieferungszentren des Unternehmens  in Spanien einzugreifen, schreibt „El Confidencial“. Als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Prime Day im Juli streikten, forderte Amazon die Polizei auf, den Zugang zum Logistikzentrum für Mitarbeiter, die sich dem Streik nicht anschließen wollen, sowie für Lastwagen mit Waren zu gewährleisten. Der Streik im Juli eskalierte in Zusammenstößen mit der Polizei, Festnahmen und Verletzten.
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 11:17:46 Mi. 05.Dezember 2018
Zitat
Amazon: 50 Milliarden - einfach weg!

Die Angst ist zurück im Markt – und wie! Nachdem US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit China plötzlich wieder einen ganz anderen Ton angeschlagen hat, krachten die Kurse auf breiter Front ein. Bei Amazon lösten sich 50 Milliarden Dollar Börsenwert in Luft auf. Amazon droht aber noch weiterer Ärger.

Es sah toll aus. Zu toll, um wahr zu sein. Die USA und China werden sich auf eine Lösung im Handelsstreit einigen, dachten am Montag viele Marktteilnehmer. Doch nun das: Donald Trump warnt China vor einem Scheitern der Verhandlungen. Es werde entweder einen "echten Deal" geben oder gar keinen, so der Präsident.

„Ich bin ein Zölle-Mann“, so Trump am Dienstag. Sollte sich China nicht so verhalten, wie er es wolle, würden die USA „erhebliche Zölle“ gegen das Land verhängen.

Die Anleger reagierten bestürzt. Die Kurse krachten auf breiter Front ein. Innerhalb kurzer Zeit büßte Amazon 50 Milliarden Dollar Börsenwert ein.

Der Onlinehändler hat noch ein weiteres Problem: In der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts droht die Gewerkschaft Ver.di Amazon mit Streik . Das Ziel: Ver.di will einen Tarifvertrag für die Beschäftigten durchsetzen.

„Amazon kann sich in der Weihnachtszeit auf Streiks gefasst machen“, zitiert die Bild Günter Isemeyer, Sprecher im Verdi-Bundesvorstand.

Amazon reagierte gelassen: Das Unternehmen sei auf viele Szenarien vorbereitet.
http://www.deraktionaer.de/aktie/amazon-50-milliarden-einfach-weg--419920.htm (http://www.deraktionaer.de/aktie/amazon-50-milliarden-einfach-weg--419920.htm)

Zitat
Verdi droht Amazon mit Streiks im Weihnachtsgeschäft

Zu den Ritualen der Gewerkschaft zählen im Jahresendspurt auch Streiks bei Amazon. Doch der weltgrößte Versandhändler sieht sich gerüstet.


Bad Hersfeld, Berlin, München. In der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts droht die Gewerkschaft Verdi dem Versandhändler Amazon mit Arbeitsausständen. „Amazon kann sich in der Weihnachtszeit auf Streiks gefasst machen“, kündigte Günter Isemeyer, Sprecher im Verdi-Bundesvorstand, in Berlin an. Die Gewerkschaft ruft seit Mai 2013 immer wieder die Beschäftigten in den deutschen Logistikzentren auf, die Arbeit niederzulegen. Das Ziel: ein Tarifvertrag.

Amazon hat knapp 13.000 Mitarbeiter in Deutschland und stellt in der Weihnachtszeit Tausende von Aushilfen für seine zwölf Warenlager ein. Damit die Kunden beim Poker der erbitterten Kontrahenten nicht die Leidtragenden sind, hat sich Amazon als weltgrößter Versandhändler akribisch auf den lukrativen Jahreshöhepunkt vorbereitet.

„Wir sind auf viele Szenarien eingestellt. Streiks sind aber nur eine Variable, wie etwa das Wetter mit Eis und Schnee und erschwerten Bedingungen“, erklärt Amazon-Sprecher Stefan Eichenseher in München. Er verspricht: „Die Pakete werden pünktlich bei den Kunden ankommen. Wer bis Freitag vor Heiligabend bestellt, bekommt auf jeden Fall seine Lieferung. Eventuell klappt es auch noch später.“ Auskünfte zu Lieferzeiten seien beim jeweiligen Produkt im Internet hinterlegt.

Ein Faktor könnte auch werden, inwiefern Amazon seine Mannschaft in den Lieferzentren mit Geld zu motivieren vermag - und damit Argumente gegen eine Teilnahme an Streiks liefert. Es gebe ein umfangreiches Bonus-System für die Mitarbeiter in einem Großteil der zwölf Logistikzentren bundesweit, sagte Eichenseher. „Wer zuverlässig arbeitet, hat auch einen Bonus verdient.“

Am größten Standort bundesweit in Bad Hersfeld gebe es beispielsweise eine Vereinbarung vom 10. bis 22. Dezember für einen Anwesenheitsbonus. Es gibt zusätzlich für jeden Tag, an dem der Mitarbeiter arbeitet, 10 Euro Bonus. Dazu gibt es noch mal 50 Euro pro Woche, wenn der Beschäftigte die ganze Woche da ist. Zusätzlich erhalten Mitarbeiter eine Jahressonderzahlung von 400 Euro, wie Eichenseher erklärte. Die Botschaft soll sein: „Es lohnt sich.“

Verdi wird vor Augen geführt, dass Amazon finanziell über Ressourcen verfügt. Zudem wird auch das Netz der Waren- und Lieferzentren in Deutschland immer verzweigter. Zwölf an elf Standorten sind es mittlerweile bundesweit. Im vergangenen Sommer kam das Lager in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) hinzu, 2017 wurde ein neues in Winsen/Luhe (Niedersachsen) eröffnet. Beide sind mit moderner Roboter-Technik ausgestattet. Das ist nicht nur praktisch. Denn Roboter verlangen keine Tarifverträge.

Der Wachstumskurs geht weiter: Das nächste Lager ist bereits in Planung und wird in Mönchengladbach (NRW) entstehen. Neben dem deutschen Netzwerk verfügt Amazon über ein europäisches mit mehr als 45 Logistikzentren. Wenn in Deutschland größer gestreikt werden sollte, können auch Lieferungen aus dem Ausland erfolgen, erklärt Amazon. Aber zu bedenken sei auch: Ohnehin streikt nur ein Teil der Belegschaft in Deutschland, wie Amazon betont.

Verdi verlangt Vereinbarung nach Bedingungen des Einzel- und Versandhandels


In der Frühphase des Weihnachtsgeschäfts hielt sich Verdi mit Streiks zurück. Am Black Friday, einem Schnäppchen-Tag, wurden vor kurzem nur zwei von zwölf Logistikzentren bestreikt. Zur geringen Beteiligung sagte der Verdi-Sprecher: „Wir wollen halt nicht dann streiken, wenn Amazon damit rechnet. Wenn mehr Personal geordert wird, um potenzielle Streiks zu kompensieren, es aber nicht gebraucht wird, ist der Schaden umso größer.“

Der Verdi-Sprecher läss kein gutes Haar an der Geschäftspolitik des Branchen-Riesen aus den USA. Was die Gewerkschaft am meisten stört: „Amazon weigert sich rechtsverbindliche Tarifverträge einzugehen.“ Verdi verlangt eine Vereinbarung nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels.

Amazon betont dagegen: Man könne auch ohne Tarifvertrag ein guter Arbeitgeber sein. „Wir bezahlen in unseren Logistikzentren am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist. In Deutschland beginnen die Mitarbeiter mit einem Lohn von umgerechnet mindestens 10,78 Euro brutto pro Stunde“, erklärt Eichenseher. Ohnehin zahle Amazon bessere Jahresgehälter als nach dem Logistik- oder Handelstarif.

„Es könne aber nicht sein, dass das allein ins Belieben des Arbeitgebers gestellt werde. Die Mitarbeiter brauchen Sicherheit“, sagt Isemeyer.
Onlinehändler: Attacke auf Amazon – Bundeskartellamt leitet Missbrauchsverfahren ein

Zwar ist Verdi noch weit vom Durchbruch im Tarifstreit entfernt. Aber die Gewerkschaft schreibt sich auf die Fahnen, schon viel erreicht zu haben. „Ohne uns gäbe bestimmt keine Lohnerhöhungen, Weihnachtsgeld und verbesserte Arbeitsbedingungen“, glaubt Isemeyer.

Um schlagkräftiger zu werden, arbeitet Verdi weiter an einer internationalen Vernetzung; etwa in Polen, Spanien, Italien und Großbritannien. Zwar sind Erfolge in dieser Hinsicht kaum wahrnehmbar. Aber Isemeyer betont: „Das ist ein dickes Brett, das wir bohren.“

Ob Verdi noch die Kurve kriegt? Handelsexperten glauben, dass Verdi im Kräftemessen mit Amazon keine Chance hat. „Verdi beißt sich an Amazon wie an einer harten Nuss die Zähne aus. Sie sollten es einfach sein lassen mit den Streiks“, sagt etwa Gerrit Heinemann, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Niederrhein.

Verdi dagegen gibt sich kämpferisch: „Wir haben noch Hoffnung, unsere Forderungen durchzusetzen.“
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/versandhaendler-verdi-droht-amazon-mit-streiks-im-weihnachtsgeschaeft/23718156.html?ticket=ST-1752112-ssGSpSD2jI1R2rMf0fCS-ap1 (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/versandhaendler-verdi-droht-amazon-mit-streiks-im-weihnachtsgeschaeft/23718156.html?ticket=ST-1752112-ssGSpSD2jI1R2rMf0fCS-ap1)
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:59:57 Fr. 07.Dezember 2018
Arbeiter_innen und Gelbe Westen blockieren Amazon

französisch mit dt. UT

Dezember 2018 - Gelbe Westen unterstützen Amazon Arbeiter_innen, die das Warenlager in Bouc-Bel-Air in Südfrankreich blockieren.
Die Fahrer arbeiten 12-13 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche und verdienen zwischen 1.150 und 1.300 Euro im Monat.

Da Amazon in Frankreich keine Steuern zahle, trage es nichts zum Reichtum des Landes bei, sagt einer der Gelben Westen.

Zum Video: https://de.labournet.tv/arbeiterinnen-und-gelbe-westen-blockieren-amazon
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:57:05 Mo. 10.Dezember 2018
Zitat
Zwei Tage Streik bei Amazon in Rheinberg

    Verdi setzt Streikserie bei Amazon fort
    Gewerkschaft bestreikt jetzt Warenlager in Rheinberg
    Amazon ist auf Streiks eingestellt

"Amazon in Rheinberg wird von Montag bis Dienstag bestreikt“, so Tim Schmitt, Verdi-Gewerkschaftssekretär am Montag (10.12.2018). Die Gewerkschaft ruft seit Mai 2013 immer wieder die Beschäftigten in den zwölf deutschen Logistikzentren auf, die Arbeit niederzulegen.
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/amazon-rheinberg-streiks-100.html
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 00:24:43 Mi. 12.Dezember 2018
Dieser Film ist sehr aufschlussreich

https://programm.ard.de/TV/arte/der-unaufhaltsame-aufstieg-von-amazon/eid_287241038905600
Titel: Re:AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:30:29 Mo. 17.Dezember 2018
Zitat
Verdi ruft im Weihnachtsgeschäft zu Streik bei Amazon auf

Der Streit um einen Tarifvertrag bei Amazon geht weiter. "Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen", meint die Gewerkschaft.


Mitten im Weihnachtsgeschäft hat nach Gewerkschaftsangaben in der Nacht auf Montag ein mehrtägiger Streik von Beschäftigten an zwei Standorten beim Versandhändler Amazon begonnen. "Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi gegenüber dpa.

Die Gewerkschafter riefen Amazon-Mitarbeiter des Versandhandelszentrum Sachsen in Leipzig auf, bis zum Heiligabend zu streiken. Im Versandhandelszentrum in Werne in Nordrhein-Westfalen sollen sie zunächst bis Dienstagabend streiken. Der Streik könnte jedoch bald auf mehr Standorte und längere Zeit ausgeweitet werden, sagte ein Sprecher. Amazon war am frühen Montagmorgen nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die Gewerkschaft hatte die Beschäftigten am Standort Rheinberg bereits in der vergangenen Woche zum Arbeitskampf aufgerufen.

"Den Kolleginnen und Kollegen wird nichts geschenkt", sagte der in Werne zuständige Gewerkschaftssekretär, Karsten Rupprecht. "Gerade in der Weihnachtszeit hätten sie es zwar verdient, aber die Erfahrung mit Amazon zeigt, dass es nur der Druck durch die Beschäftigten war, der bislang zu Verbesserungen geführt hat."
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Verdi-ruft-im-Weihnachtsgeschaeft-zu-Streik-bei-Amazon-auf-4252218.html (https://www.heise.de/newsticker/meldung/Verdi-ruft-im-Weihnachtsgeschaeft-zu-Streik-bei-Amazon-auf-4252218.html)
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:50:21 Fr. 04.Januar 2019
Zitat
Spanien:
Amazon Mitarbeiter im Streik

Wenige Tage vor dem verkaufsstarken Heilige Drei Könige fordern Arbeiter bessere Arbeitsbedingungen.


"Ausbeutung ohne Rechte" und "Amazon kämpft" steht auf dem T-Shirt dieses Mannes, der eine Maske mit dem Gesicht von Amazon CEO Jeff Bezos trägt. Er gehört zu einer Gruppe Streikender, die am Donnerstag in der Nähe von Madrid ihre Arbeit niederlegten. Zwei der größten Gewerkschaften Spaniens hatten zu dem Streik aufgerufen. Bereits seit einem Jahr protestieren die Mitarbeiter immer wieder für bessere Arbeitsbedingungen. "Das reichste Unternehmen der Welt will dadurch Profit machen, dass sie ihren Arbeitern die Rechte aberkennen. Sie wollen uns freie Tage wegnehmen und Überstunden nicht mehr entlohnen. Wir werden solange protestieren, bis der Kampf gewonnen ist." Das Amazon Lager in San Fernando de Henares ist das größte in Spanien. Daher besteht die Sorge, dass der Streik die Lieferungen beeinträchtigen könnte, die für den 6. Januar anstehen. Dann ist Heilige Drei Könige, in Spanien das Fest, an dem am meisten Geschenke ausgetauscht werden. Gewerkschaftssprecher Alfonso Dominguez sagt: "Wir sind offen für Verhandlungen. Als wir diesen Kampf begonnen haben, in der Woche vor dem Black Friday am 23. November, haben wir dem Unternehmen schon ein Angebot gemacht. Aber wir haben bisher keine Antwort erhalten." Auch in Deutschland - für Amazon der größte Absatzmark außerhalb der USA - hatten Amazon-Mitarbeiter zum verkaufsstarken Black Friday gestreikt und bessere Arbeitsbedingungen gefordert.
+ Video https://www.stern.de/video-spanien--amazon-mitarbeiter-im-streik-8515662.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: counselor am 10:27:16 So. 06.Januar 2019
Zitat
Erfolgreiche Mindestlohnkampagne - Warum McDonald's und Amazon plötzlich 15 Dollar pro Stunde zahlen

In den USA erhöhen immer mehr Staaten die Mindestlöhne. In New York erhalten Fast-Food-Mitarbeiter seit 1. Januar 15 Dollar pro Stunde. Amazon zahlt das sogar landesweit. Was ist los im Kernland des Kapitalismus?

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/mindestlohn-in-den-usa-wenn-mcdonald-s-und-amazon-15-dollar-pro-stunde-zahlen-a-1246384.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 12:00:33 So. 06.Januar 2019
Respekt!
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: dagobert am 16:15:13 Fr. 11.Januar 2019
Zitat
Oberlandesgericht München verbietet Amazons WLAN-Bestellknöpfe

Seit 2016 bietet Amazon in Deutschland seine Dash Buttons an. Ein Münchner Gericht hat das Bestellkonzept jetzt für unzulässig erklärt. Der Konzern spricht von einem "innovationsfeindlichen" Urteil.

[...]
Klare Informationen zu Inhalt, Preis und der klare Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung durch Betätigen der Buttons fehlten, befanden die Richter. Damit verstoße Amazon gegen die gesetzlichen Regelungen zum Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags im Internet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, geklagt hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Amazon will Rechtsmittel einlegen
[...]
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/amazon-dash-buttons-gericht-verbietet-wlan-bestellknoepfe-a-1247429.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tabaluga am 20:54:22 Mi. 16.Januar 2019
Konzerne enteignen !!!! Die beuten meine frende in osteuropa aus...auch Deutsche Wohnen und co sollten enteignet werden.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:00:08 Do. 17.Januar 2019
Zitat
Recherche
Billiger als lagern: Amazon vernichtet Millionen von Neuwaren

Dem E-Commerce-Riesen Amazon wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr bis zu drei Millionen unverkaufte Produkte aus französischen Lagern zerstört zu haben.
https://nex24.news/2019/01/billiger-als-lagern-amazon-vernichtet-millionen-von-neuwaren/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:27:16 Do. 17.Januar 2019
Darauf hatte ZDF Frontal21 schon am 08.06.2018 in einem Beitrag hingewiesen:
https://www.youtube.com/watch?v=KUrObct7EuE
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: counselor am 19:28:42 Do. 17.Januar 2019
Das machen die doch, um die Preise hoch zu halten, die Drecksäcke!
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tabaluga am 21:07:25 Do. 17.Januar 2019
das ist doch pervers !!!
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:56:40 Do. 17.Januar 2019
Wo ich hier grade am Amazon- Thread vorbeikomme:
Welche Daten sammeln die eigentlich über ihre Kunden?
Siehe hier:
 Archäologische Studien im Datenmüll
Welche Daten speichert Amazon über uns?
https://media.ccc.de/v/35c3-9858-archaologische_studien_im_datenmull
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:31:46 Fr. 18.Januar 2019
Das Thema "Daten" ist keine Randnotiz bei Amazon. Der gesamte Digitale Bereich von Amazon ist wohl profitträchtiger, als der Onlinehandel selbst. Es wird massiv mit Serveranageboten und Datenhandel Kohle gescheffelt. Ein Amazon Betriebsrat erzählte, Amazon stelle selbst die Server für den NSA. Die Datensammelwut des Konzerns ist ein Politikum, das bisher öffentlich kaum debattiert wird.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tiefrot am 13:31:18 Fr. 18.Januar 2019
Da ist was dran. Wie sonst kann man sich erklären, das deren Kunden sich
freiwillig die Bude verwanzen ? Siehe Alexa. Ganz ehrlich, ich hätte mit Partnerin keinen Spaß,
wenn ich weiß, das die Geräuschkulisse am Ende bei Amazon auf'm Server liegt.  :o
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tabaluga am 16:24:00 Fr. 18.Januar 2019
https://www.welt.de/regionales/thueringen/article155684831/Fluechtlinge-nicht-in-Leiharbeit-schicken.html?fbclid=IwAR1OexC1L6-4SIfpzfLY1akgvaivJgZVQN8iG7RdX23NqRZxo_JnifFQ6f8

Ich finde es gut - die Linkspartei sollte aber auch für Nichtflüchtlinge dafür kämpfen dass man nie in Leiharbeit geschickt wird - tut sie das nicht betreibt sie weiterhin Wahlkampfhilfe für die AFD !!!

Herr Liebich von der Linkspartei in Berlin hat schon die Linke verraten als er es geil Fand die GSW Wohnen an die Deutsche Wohnen zu verkaufen !!! Pseudolinke Heuchler sind das !
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:30:59 Fr. 18.Januar 2019
Zitat
Ich finde es gut - die Linkspartei sollte aber auch für Nichtflüchtlinge dafür kämpfen dass man nie in Leiharbeit geschickt wird
Ja, das tut sie und es wäre von immensem Vorteil, wenn wir uns nicht ständig spalten lassen würden!
Es gibt keine Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge, sondern nur Menschen, die sich gemeinsam uns solidarisch gegen die Ausbeutung wehren.
Das ist so im Groben auch der Grundsatz dieses Forums.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 16:32:11 Fr. 18.Januar 2019
Ich finde es gut - die Linkspartei sollte aber auch für Nichtflüchtlinge dafür kämpfen dass man nie in Leiharbeit geschickt wird

Ich kann mich dieser Kritik nur anschließen!
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tabaluga am 19:33:35 Fr. 18.Januar 2019
Zitat
Ich finde es gut - die Linkspartei sollte aber auch für Nichtflüchtlinge dafür kämpfen dass man nie in Leiharbeit geschickt wird
Ja, das tut sie und es wäre von immensem Vorteil, wenn wir uns nicht ständig spalten lassen würden!
Es gibt keine Flüchtlinge und Nichtflüchtlinge, sondern nur Menschen, die sich gemeinsam uns solidarisch gegen die Ausbeutung wehren.
Das ist so im Groben auch der Grundsatz dieses Forums.

Lieber Freund, , danke dass Du mich bezogen des Mensch sein aufklärst, ich habe mich an den Aussagen unserer Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel orientiert, die auch was von „Die die schon länger hier sind und die neu hinzugekommenden“ gesagt hat – ist das moralisch verwerflich oder hätte Sie auch Alle Menschen sagen müssen ??? Ich habe mich nur an Frau Merkels Trennungsaussage orientiert, ich meine die Welt Zeitung und die Linkspartei spricht ja von Flüchtlingen ist es ein Fehler diese beim Wort im Zitat zu nehmen ???

Ich kenne die Werte der Aufklärung und ich weiss auch das viele Linke ein falsches Zungenspiel machen ...vieles ist nie so wie es scheint.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:21:39 Mi. 06.Februar 2019
Zitat
Streik bei Amazon in Bad Hersfeld

„Wir wollen heute bei den Streikversammlungen mit den Streikenden diskutieren, wie wir die Streiks in diesem Jahr gestalten wollen und wie diese eine größtmögliche Wirksamkeit erzielen”, so Streikleiterin Mechthild Middeke von ver.di. „Einen Arbeitskampf über so viele Jahre aufrechtzuerhalten, setzt voraus, dass es viele ver.di-Mitglieder bei Amazon gibt, die sich aktiv in die Organisation und Durchführung von Streiks einbringen. Bisher ist die Motivation weiterzumachen, ungebrochen.”
https://www.fuldainfo.de/streik-bei-amazon-in-bad-hersfeld-3/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: counselor am 19:42:36 Mi. 06.Februar 2019
Soweit ich gehört habe, ist Ver.di bei Amazon aber noch weit davon entfernt, den Laden lahmzulegen. Sie können derzeit nur Abläufe stören, weil der Organisationsgrad noch zu niedrig ist, was damit zusammenhängt, dass Amazon idR nur auf zwei Jahre befristet einstellt und laufend große Teile der Belegschaft austauscht.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:11:47 Mi. 06.Februar 2019
So halbwegs richtig.
Dort einen Kampf zu organisieren erinnert an Widerstand in einem autoritären Staat.
Bei Amazon Bad Hersfeld ist der Organisationsgrad schon beachtlich, in anderen Niederlassungen eher marginal. Der materielle Schaden ist jedoch groß, doch das kann der Konzern erstmal wegstecken und gibt es niemals zu. Die Streikbeteiligung wächst jedoch kontinuierlich. Das obige Zitat zeigt, daß die Beteiligten selbst diskutieren, mit welchen Strategien und Forderungen weitergekämpft wird.

Deshalb ärgert mich die Formulierung
Zitat
ist Ver.di bei Amazon aber noch weit davon entfernt, den Laden lahmzulegen
Verdi ist eine sozialpartnerschaftliche Organisation, die kein Interesse an Klassenkampf hat.
Die Streikbewegung kommt allein von der Basis der Beschäftigten, die die Verdi-Strukturen nutzen, um den Arbeitskampf legal führen zu können. Es kämpfen die Beschäftigten und nicht Verdi. Dieser Unterschied ist nicht unwichtig.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: counselor am 14:02:56 So. 10.Februar 2019
Wir sind uns einig, dass der Streik von der Basis ausgeht. Die Initiative liegt bei der Basis. Dennoch existiert eine Wechselbeziehung zwischen dem Verdi-Funktionärsapparat und der Basis. Die Einen können ohne die Anderen nicht. Entscheidend für den Erfolg der Amazonies ist der Organisationsgrad bei Amazon. Vor allem daran müssen die Amazonies noch arbeiten. Aber sie haben schon einiges geschafft: Es gibt bereits Betriebsräte bei Amazon und die polnischen Kollegen führen Solistreiks durch. Amazon reagiert auch mit kleineren Zugeständnissen auf die Streiks.

Die Amazonies machen es genau richtig: Sie machen Ver.di zu ihrer Kampforganisation.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: admin am 14:27:07 So. 10.Februar 2019
Die Amazonies machen es genau richtig: Sie machen Ver.di zu ihrer Kampforganisation.

Sie machen es schon weitgehend richtig. Sie treffen sich auch unabhängig und es gibt Aktionen, Kampfformen und Strategien, die tragt Verdi nicht mit. Sie kriegen es aber hin auch ohne und gegen Verdi. Das geht nur durch ihre politische Cleverness und eine Vernetzung über die Gewerkschaftsstruktuen hinaus.

Ein spannendes und wichtiges Thema. Die Amazonies sind aber in einer sehr besonderen Situation und so läßt sich ihr Vorgehen nicht 1:1 auf andere Betriebe oder Branchen übertragen.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08:12:47 So. 17.Februar 2019
Zitat
In Toulouse blockierten einige Dutzend „Gelbwesten“ einen Standort des Online-Versandhändlers Amazon, wie der Sender BFMTV berichtete. Die Demonstranten versperrten demnach mit Lastwagen zeitweilig die Zufahrt zu dem Warenlager.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/frankreich-gelbwesten-protestieren-erneut-weniger-teilnehmer/24004540.html?ticket=ST-928200-sZvV7oYoZEz9DT3IFV26-ap5
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 20:36:19 So. 10.März 2019
Zitat
Amazon-Chef Jeff Bezos verteidigt den Spitzenplatz in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Das Vermögen des Unternehmers legte gegenüber der Vorjahresliste um 19 Milliarden auf geschätzte 131 Milliarden Dollar (116 Milliarden Euro) zu, wie das US-Wirtschaftsblatt mitteilte.
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Milliardaers-Ranking-Tabellenfuehrer-Bezos-jetzt-noch-reicher-4327198.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Tina74 am 10:34:41 Mo. 25.März 2019
Ich kaufe sehr gerne bei Amazon und war bisher immer sehr zufrieden, abgesehen von wenigen Malen wo ich mit polnischen oder indischen Leuten am Telefon gesprochen habe. Sie waren aber alle sehr kulant.

Allerdings ist es furchtbar, dass eine einzige Firma so viel Macht hat... Lohnsklaven werden dann entstehen. Vielerorts ist Amazon der einzige und der grösste Arbeitgeber siehe Osten
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:54:21 Mi. 27.März 2019
Ich hatte vor Jahrzehnten einen Science Fiction, eine Dystopie, gesehen. Die Menschen wurden durch perfekte Medien betäubt. Es war eine Art Kugel, in die man sich hineinsetzte und alle Sinne wurden bedient. Es war nicht nur ein dreidimensionelles Bild, sondern auch auch der Geruchssinn oder Hautreize waren Teil des Programms. Die meisten waren dem nicht gewachsen und zeigten ein Suchtverhalten. Sie konnten die Kugel verlassen, wollten es aber nicht. In der Welt waren die sozialen Spannungen gewachsen und sie wurde nur noch von zwei Großkonzernen beherrscht.

So wie es aussieht, sind wir davon nicht weit entfernt. Zwei der mächtigsten Schweinekonzerne starten eine Zusammenarbeit:

Zitat
Volkswagen verbündet sich offenbar mit Amazon

Volkswagen-Boss Herbert Diess beschreitet neue Wege, um die Produktivität seiner Fabriken zu steigern. Unterstützung soll er sich dafür aus der neuen Welt holen: vom Internetriesen Amazon.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-verbuendet-sich-mit-amazon-a-1259840.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Wampel am 00:55:51 Do. 28.März 2019
Lohnsklaven werden dann entstehen.
Wieso "werden"?
Ist doch längst (fast) überall Realität.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Schluepferstuermer am 09:14:40 So. 31.März 2019
Was Kuddel als Alptraum beschreibt, ist doch teilweise Realität.

Wenn jmd. "meint" etwas zu benötigen, bestellt er es bei Amazon. Nur nicht das Gehirn benutzen.

Amazon weiß durch Algorithmen,  was der jenige in Zukunft braucht (die Kunden, die dies kauften, kauften auch dieses - Wenn jmd. eine Webseite über Kinderspielzeug anpeilt, nimmt die Werbung von Amazon über Baby Accessoires zu).

Viele stellen sich freiwillig eine Wanze (Alexa) in die Wohnung.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: counselor am 16:30:02 Do. 11.April 2019
Zitat
Sprachassistent: Amazon wertet Alexa-Aufnahmen aus

Durch die Analyse von aufgenommenen Sprachbefehlen will Amazon seinen Sprachassistenten Alexa verbessern. Doch die Mitarbeiter haben auch Zugang zu den privaten Inhalten der Nutzer.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/amazon-alexa-107.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Troll am 17:20:28 Do. 11.April 2019
Oh, dass ist ja ganz schlimm, hätte man es auch nur ahnen können dass Amazon die angebohrte Datenölquelle sprudeln lässt und keinen Tropfen vergeudet.
Amazon mußte ja nicht mal selbst bohren, die müssen nur Auffangbehälter unter die Dekadenzlöcher stellen.

Ich glaube es wird nicht mal zu einem Empörungslüftchen kommen, die betroffenen Arschgeigen bezahlen schließlich für den Abhördienst.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:49:02 Mo. 15.April 2019
Zitat
Amazon-Mitarbeiter sind im Streik
Die Mitarbeiter haben an vier Standorten in Deutschland die Arbeit niedergelegt. Sie fordern einen Tarifvertrag und deutliche Lohnerhöhungen.


In der Nacht von Sonntag auf Montag legten die Mitarbeiter an den Standorten Bad Hersfeld, Koblenz, Rheinberg und Werne die Arbeit nieder
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/verdi-amazon-mitarbeiter-sind-im-streik/24220782.html?ticket=ST-47513-yeacOOTf2O4Ac3pmAyed-ap4
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 15:12:57 Mi. 17.April 2019
Zitat
Fast sechs Jahre Streik bei Amazon und kein Ende?

Seit Dienstag stehen die Zeichen beim Versandgigant Amazon wieder auf Arbeitskampf. Was fordert die Gewerkschaft und wie sind die Aussichten auf Erfolg?


...
Lauenroth-Mago hält Samstagarbeit bei einem Online-Händler für unnötig. "Mittlerweile gilt der Samstag als normaler Arbeitstag. Dadurch erzeugt man das Bedürfnis der Rund-um-die-Uhr-Belieferung. Das ist irrsinnig." Zudem wirft Verdi Amazon vor, dass das Unternehmen versuche, einen großen Teil der Arbeitnehmer systematisch in befristeten Arbeitsverhältnissen zu beschäftigen. Diese hätten somit keine Planungssicherheit.
...
Was haben die Streiks bisher erreicht?

Im September 2018 wurden die Löhne der Amazon-Mitarbeiter um 2,5 bis 3 Prozent erhöht. Als der Streik begann, lag der Lohn der langfristig Beschäftigten bei 8,40 Euro. Jetzt liegt er bei 12,50 Euro.
...
Um den Konzern zu treffen, streiken die Mitarbeiter bei Amazon seit fünf Jahren vor allem in den Zeiträumen, wo viele Bestellungen eingehen. Das sind etwa die Vorweihnachtszeit, Aktionstage wie der Black Friday oder aktuell kurz vor Ostern.
...
https://www.mdr.de/sachsen/leipzig/leipzig-leipzig-land/faq-streik-amazon-100.html

Zitat
Jetzt auch in Leipzig
Ver.di weitet Osterstreik bei Amazon aus

Mitten im Ostergeschäft ruft Ver.di nun auch am Amazon-Standort Leipzig zum Streik auf. Über Bekenntnisse des Versandhändlers zu Arbeits- und Gesundheitsschutz sagt der örtliche Streikleiter: "Es stinkt wie faule Eier."
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-ver-di-weitet-streiks-auf-leipzig-aus-a-1263107.html

Zitat
Amazon-Beschäftigte setzten Streik in Leipzig fort

Die Beschäftigten am Amazon-Standort Leipzig haben ihren Streik auch am Mittwoch fortgesetzt. Er solle den ganzen Tag dauern, teilte Verdi-Sprecher Thomas Schneider mit. Unter den Streikenden herrsche "eine tiefe Enttäuschung über die Ignoranz des Managements". Der Ausstand hatte am Dienstag begonnen. Auch im hessischen Bad Hersfeld und in Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) gibt es nach Angaben von Amazon noch Arbeitsniederlegungen.
https://www.rtl.de/cms/amazon-beschaeftigte-setzten-streik-in-leipzig-fort-4325727.html

Zitat
Rund 600 Beschäftigte streiken in Dortmund und Duisburg

(https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/streik-amazon-tedi-verdi-werne-dortmund-102~_v-gseapremiumxl.jpg)

In Dortmund und Duisburg sind am Mittwoch (17.04.2019) laut Verdi rund 600 Beschäftigte tarifloser Unternehmen auf die Straße gegangen. Vor der ersten Verhandlungsrunde im Einzelhandel in NRW fordern sie, dass ihre Unternehmen die Tarifverträge des Einzelhandels unterzeichnen.
Amazon-Beschäftigte streiken seit Montag

Mitten im Ostergeschäft hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten von Amazon, OBI, Douglas, dem Tedi-Lager, Smyths Toys sowie Porta Möbel Logistik dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

Bereits seit der Nacht auf Montag (15.04.2019) streiken Amazon-Beschäftigte in Werne. Am Dienstagmorgen (16.04.2019) hatten sich auch Mitarbeiter des Dortmunder Tedi-Zentrallagers angeschlossen. Bei Tedi soll der Streik am Mittwoch (17.04.2019) enden, wogegen er bei Amazon noch bis Donnerstag (18.04.2019) dauern soll.
https://www1.wdr.de/nachrichten/ruhrgebiet/streik-amazon-tedi-verdi-werne-dortmund-100.html

Zitat
Tedi-Mitarbeiter streiken in Dortmund und solidarisieren sich mit Amazon-Mitarbeitern
Streik


Am Dortmunder Tedi-Lager streiken am Dienstag und Mittwoch Mitarbeiter der Tedi-Tochter DLG. Sie wollen nach Tarif bezahlt werden. Auch bei Amazon wird gestreikt – aber nicht in Dortmund.
https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/tedi-mitarbeiter-streiken-in-dortmund-und-solidarisieren-sich-mit-amazon-mitarbeitern-1397192.html

Zitat
Auch Amazon, Douglas und Obi :
Verdi ruft zu Streiks in NRW bei mehreren tariflosen Unternehmen auf
https://rp-online.de/nrw/panorama/verdi-ruft-zu-streiks-in-nrw-bei-tariflosen-unternehmen-auf-auch-amazon-douglas-und-obi_aid-38167951
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:27:56 Mi. 24.April 2019
Während die taz ständig schreibt, daß die Streiks nix bringen, sieht es das Wirtschaftsmagazin Handelsblatt anders:

Zitat
Die dauernden Streiks schaden Amazon am Ende doch
Der US-Konzern weigert sich beharrlich, mit der Gewerkschaft in Deutschland zu verhandeln. Es ist an der Zeit für Amazon, dieses Dogma zu überdenken.
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-die-dauernden-streiks-schaden-amazon-am-ende-doch/24232780.html?ticket=ST-4377854-FKxafFTcwastIW2JCFoc-ap6
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 18:00:33 So. 12.Mai 2019
Zitat
Ein Fall von Klassenkampf
Amazon die Zähne zeigen

Für existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen: Seit sechs Jahren streiken deutsche Beschäftigte des US-Versandriesen regelmäßig


Vor ziemlich genau sechs Jahren gab es erstmals in deutschen Versandzentren des Onlinehändlers Amazon Streiks. Den Auftakt machten mehrere hundert Beschäftigte an zwei Standorten im nordhessischen Bad Hersfeld, wo sich der älteste und größte dieser Logistikstützpunkte des Konzernriesen befindet. Zuvor hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) das Unternehmen zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels aufgefordert. Kurz nach den Hersfeldern traten auch Beschäftigte am Amazon-Standort Leipzig (Sachsen) in den Ausstand. Inzwischen ist aus den Anfängen des Frühjahrs 2013 eine bundesweite kämpferische Streikbewegung geworden.

Erst Anfang Mai legten die Beschäftigten in mittlerweile fünf Versandzentren die Arbeit nieder: Nach Bad Hersfeld und Leipzig beteiligten sich auch Belegschaftsangehörige in Rheinberg und Werne (beide Nordrhein-Westfalen) sowie in Koblenz (Rheinland-Pfalz) an diesem Langzeitarbeitskampf. »Die Beschäftigten (…) streiken, weil sie existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen durchsetzen wollen«, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. »Sie verlangen, dass Amazon nicht mehr einseitig die Arbeitsbedingungen diktiert.«

Doch das US-amerikanische Unternehmen verweigert sich den Tarifverhandlungen und bestreitet die Zuordnung zum Einzel- und Versandhandel. Man sei ein Logistikunternehmen, heißt es. Immerhin hat der seit sechs Jahren anhaltende Arbeitskampf mittlerweile diverse Entgelterhöhungen und Sonderzahlungen für die Beschäftigten ausgelöst. Gerade die Streiks anlässlich des Schnäppchentages »Black Friday« sowie vor Feiertagen treffen den Onlinehändler empfindlich – auch wenn Unternehmenssprecher regelmäßig behaupten, dass die Ausstände keine Umsatzeinbußen bewirkt hätten.
Wer ist hier Verfassungsfeind?

Während die Mitarbeiter in Deutschland dank ihres Einsatzes und der gewerkschaftlichen Unterstützung Teilerfolge erreicht haben, geht Amazon im Stammland USA mit harten Bandagen gegen vermeintlich faule Beschäftigte vor: Sie erhielten die Kündigung – von einem Algorithmus, wie lebensmittelzeitung-online Anfang Mai berichtete. Die Produktivitätsmessungssoftware im Warenlager Baltimore erfasst die Arbeitsleistung jedes Beschäftigten haargenau. Wer die vorgegebenen Ziele nicht erreicht, bekommt erst eine Verwarnung und dann die Kündigung – der Algorithmus macht es möglich. Öffentlich wurde diese Vorgehensweise bei einem Gerichtsverfahren, das ein betroffener Mitarbeiter angestrengt hatte.

Die Anwältin des Konzerns erklärte, dass die automatisch erteilten Verwarnungen täglich von einem Vorgesetzten überprüft würden. Sei die verwarnte Person aus plausiblem Grund untätig gewesen – etwa wegen einer Toilettenpause – so werde die Verwarnung auch zurückgenommen. Insgesamt seien allerdings in Baltimore bereits mehrere hundert Beschäftigte mittels eines Computerprogramms gekündigt worden, weil sie die Produktivitätsziele nicht geschafft hätten.

Ganz so weit treibt es Amazon an seinen deutschen Standorten noch nicht. Doch dass auch hierzulande die Versandzentren mit immer mehr Technik aufgerüstet werden, ist bekannt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter müssen sich diesen technischen Abläufen unterwerfen, die »menschliche Arbeit« werde »durch die verstärkte Digitalisierung und vermehrte Automatisierungsprozesse entwertet«, stellt Orhan Akman von Verdi fest (siehe Interview). Die Betroffenen leiden unter der immer monotoner werdenden Arbeit und fordern gemeinsam mit Gewerkschaft und Betriebsräten, in die Umsetzung technischer Innovationen einbezogen zu werden.

Die Amazon-Kundschaft holt sich indes freiwillig und gegen Geld mit dem Informationsdienst »Alexa« die Überwachung ins Haus. Sobald das Gerät aktiviert ist, zeichnet es fleißig auf und liefert alle Daten an zentrale Amazon-Server in den USA. Auf dem Weg zu immer mehr Macht und Einfluss könnte der Konzern eines nicht so fernen Tages dann auch noch Polizei und Geheimdienst übernehmen.
https://www.jungewelt.de/artikel/354493.ein-fall-von-klassenkampf-amazon-die-z%C3%A4hne-zeigen.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:41:02 Mo. 13.Mai 2019
Zitat
Arbeitskampf:
Amazon verhandelt in Polen mit Arbeitern

Amazon kommt in Polen unter Druck und beginnt Gespräche mit den Arbeitern. "In Polen verdienen wir bei gleicher Arbeit unter schlechteren Bedingungen dreimal weniger", erklärte eine Sprecherin der Arbeiterinitiative.


(https://abload.de/img/141180-195693-195692_q7khr.jpg) (http://abload.de/image.php?img=141180-195693-195692_q7khr.jpg)

Amazon kommt in Polen unter Druck und beginnt Gespräche mit den Arbeitern. "In Polen verdienen wir bei gleicher Arbeit unter schlechteren Bedingungen dreimal weniger", erklärte eine Sprecherin der Arbeiterinitiative.

Amazon hat nach Streikankündigungen in Polen Gespräche mit Arbeitern aufgenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Angaben des US-Konzerns. "Wir führen unser Geschäft wie gewohnt weiter und konzentrieren uns auf den direkten Dialog mit unseren Mitarbeitern. Dies ist die effektivste Methode, um schnell auf ihre Bedürfnisse zu reagieren", hieß es in einer Erklärung an Reuters. In diesem Jahr haben bereits Lagerarbeiter bei Amazon in Spanien und Deutschland gestreikt.

In Polen sind bei Amazon die Gewerkschaften Solidarność und Inicjatywa Pracownicza (Arbeiterinitiative) aktiv. Sie fordern eine Erhöhung des Stundenlohns, der derzeit bei 17,50 bis 19,50 Zloty (4,07 bis 4,54 Euro) liegt.

Amazon Deutschland stellt sich stur

Amazon hat in Polen 14.000 Beschäftigte, von denen laut Reuters rund 1.000 Gewerkschaftsmitglieder sind. Die anarchosyndikalistische Arbeiterinitiative erklärte: "Wir fordern eine Erhöhung des Grundstundensatzes auf mindestens 25 Zloty netto in allen Warenlagern des Unternehmens. Polnische Warenlager bedienen hauptsächlich deutsche Amazon-Kunden. In Polen verdienen wir bei gleicher Arbeit unter schlechteren Bedingungen dreimal weniger und erhalten keine Belegschaftsaktien." Zudem wird eine Verringerung der Arbeitshetze gefordert.

Die Lagerarbeiter von Amazon streikten am Amazon Prime Day Juli 2018 zeitgleich in Deutschland, Polen und Spanien.

Bislang verweigert Amazon Deutschland der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zufolge jede Verhandlung. Jedoch habe der Konzern in den vergangenen Jahren durch die vielen Streikaktionen die Luftzufuhr und die Lichtverhältnisse in den Lagerstandorten verbessern müssen. Auch seien seitdem Löhne und Gehälter regelmäßig gestiegen. Seit Mai 2013 kämpfen die Beschäftigten bei Amazon Deutschland für eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag.
https://www.golem.de/news/arbeitskampf-amazon-verhandelt-in-polen-mit-arbeitern-1905-141180.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 17:11:12 Mo. 27.Mai 2019
Internationale Basisvernetzung von Amazonbeschäftigten

(https://www.transnational-strike.info/wp-content/uploads/Cattura-2-660x330.png)

Das 8. Internationale Treffen von Amazon-Beschäftigten fand vom 15. bis 17. März 2019 in Poznan (Polen) statt. Es beteiligten sich über 50 Menschen aus sechs verschiedenen Gewerkschaften (unter anderem CGT Spanien, Sud Solidaires Frankreich, ver.di BRD, IP und Solidarnosc Polen) aus Spanien, Frankreich, Polen und der BRD. Seit dem letzten Treffen waren die KollegInnen aus Spanien zum Kreis dazu gestoßen, die die Erfahrungen ihrer Streikbewegungen in Madrid mitbrachten. Neben dem Austausch von Erfahrungen und Zuständen und Planungen für weitere Vorhaben (unter anderem die Erstellung einer gemeinsamen Dokumentation über Arbeitsbedingungen, aber auch die Planungen für das nächste Treffen im September 2019 in Leipzig) standen zwei inhaltliche Punkte im Zentrum von Debatten und Überlegungen: Die Forderung nach einem einheitlichen europäischen Mindestlohn, die durchaus kontrovers diskutiert wurde und der Widerstand gegen die massive Nutzung von Zeitarbeit, mit oftmals sehr kurzen Verträgen (was nur in der BRD weitgehend erfolgreich bekämpft werden konnte), weswegen auch eine Protestaktion bei adecco in Poznan gab. In dem kurzen Bericht „Final Declaration of the Cross-border Meeting of Amazon Workers – Poznań March 2019“ am 26. Mai 2019 bei der Transnational Social Strike Platform wird auch noch gemeldet, dass weitere gegenseitige Besuche einzelner Belegschaften geplant sind.

https://www.transnational-strike.info/2019/05/26/final-declaration-of-the-cross-border-meeting-of-amazon-workers-poznan-march-2019/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 14:34:21 Sa. 15.Juni 2019
Zitat
12.6.19
Amazon-Mitarbeiter prangert harsche Bedingungen in Austro-Niederlassung an

Überwachung, Disziplinierung, entwürdigende Vorschriften: Im Verteilzentrum in Niederösterreich weht laut einem Mitarbeiter ein rauer Wind. Amazon lässt das nicht auf sich sitzen.
(...)
Maarten N. ist bei Amazon als Leiharbeitskraft beschäftigt, wie mehr als 150 Beschäftigte vor Ort. Nur 16 Filialmanager seien bei Amazon direkt angestellt, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der Privatangestellten-Gewerkschaft GPA-djp, bei einem Pressegespräch in Wien. Operativ arbeite der Onlineriese ausschließlich mit Leiharbeitern.(...)
https://derstandard.at/2000104750084/Amazon-Mitarbeiter-prangert-Bedingungen-in-Grossebersdorf-an
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:43:02 So. 16.Juni 2019
Zitat
„Isolierte Kolonie der Hölle“: Amazon-Angestellte aus den USA berichten über ihren Arbeitsalltag

Berichten zufolge leiden Amazon-Mitarbeiter in den USA unter emotionalem Stress am Arbeitsplatz und drohender Selbstverletzung.


Eine Recherche des US-Nachrichtenportals „The Daily Beast“ ergab, dass „Rettungskräfte mindestens 189 Mal wegen Selbstmordversuchen, Suizidgedanken und anderer psychischer Belastungen in die Lagerhäuser von Amazon gerufen“ worden seien. Das geschah in den USA zwischen Oktober 2013 und Oktober 2018 in 46 Packzentren.

Suizidrate in den USA steigt an


Der Bericht stützt sich auf Gespräche mit aktuellen und früheren Amazon-Mitarbeitern. Zusätzlich wurden Aufzeichnungen der Polizei und Anrufprotokolle der amerikanischen Notrufnummer 911 ausgewertet. „Es ist diese isolierte Kolonie der Hölle, in der es normal ist, dass Menschen regelmäßig zusammenbrechen“, zitiert das Onlineportal einen ehemaligen Angestellten. Ein weiterer Mitarbeiter, der anonym bleiben wollte, sagte, dass Amazon seine Mitarbeiter wie „Roboter“ behandele.

Die Erkenntnisse seien „kein Beweis“ dafür, dass es unter Amazon-Mitarbeitern häufiger suizidale Episoden gebe als bei Angestellten innerhalb oder außerhalb eines Lagerhauses, heißt es. Die Selbstmordrate in den USA steigt — die American Foundation for Suicide Prevention nimmt an, dass es in den USA im Jahr 2017 1,4 Millionen Selbstmordversuche gab.

Amazon streitet Umstände ab

Amazon weist die Vorwürfe und Darstellungen aus dem Artikel zurück. „Das körperliche und geistige Wohlbefinden unserer Angestellten hat für uns oberste Priorität und wir sind stolz auf unsere Bemühungen und unseren allgemeinen Erfolg in diesen Bereichen“, erklärte ein Amazon-Sprecher gegenüber Business Insider.

„Vom ersten Tag an bieten wir eine umfassende medizinische Versorgung an, sodass die Mitarbeiter darauf zurückgreifen können, wenn sie sie am dringendsten benötigen. Außerdem bieten wir 24 Stunden am Tag kostenlose und vertrauliche Beratungsdienste an, sowie verschiedene medizinische Unterbringungsmöglichkeiten.“

Heikle Arbeitsbedingungen sind schon länger bekannt


Es ist nicht der erste Bericht, in dem Mitarbeiter über problematische Arbeitsbedingungen bei Amazon sprechen. Mitarbeiter haben in der Vergangenheit bereits mit Business Insider über das Gefühl gesprochen, sich wegen der intensiven Überwachung in den Lagern wie „Roboter“ zu fühlen, während andere beschrieben, wie Mitarbeiter in Mülltonnen urinieren würden, weil sie nicht genügend Zeit hätten, um auf die Toilette zu gehen.

Der Journalist James Bloodworth arbeitete verdeckt in einem Amazon-Lagerhaus in Großbritannien. Er sagte in einem Gespräch mit Business Insider: „Die Atmosphäre ist so, wie ich mir ein Gefängnis vorstelle. Du fühlst dich extrem angespannt.“

Business Insider befragte zuvor ebenfalls 30 aktuelle und ehemalige Amazon-Mitarbeiter darüber, wie es ist, während der Feiertagssaison im Unternehmen zu arbeiten. Ein Mitarbeiter beschrieb die Arbeit bei Amazon während der Hochsaison als „brutal“. Andere Befragte sagten, dass die langen Arbeitszeiten ihnen körperlich zusetzten.
https://www.businessinsider.de/isolierte-kolonie-der-hoelle-amazon-angestellte-aus-den-usa-berichten-ueber-ihren-arbeitsalltag-2019-3
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:54:15 Di. 09.Juli 2019
Es gab gerade wieder einen Streik bei Amazon in Bad Hersfeld.

Nun soll bei Amazon in den USA gestreikt werden, was schon etwas besonderes ist:

Zitat
Arbeiter in Minnesota planen Proteste für den Prime Day 2019


Während sich die Kunden auf die zwei Tage mit Deals für den Prime Day von Amazon vorbereiten, planen die Lagerarbeiter, sich mit einem Streik gegen das Unternehmen zu wehren.


Berichten zufolge planen Mitarbeiter eines Amazon-Lagers in Shakopee, Minnesota, am 15. Juli eine sechsstündige Arbeitsunterbrechung. Die Mitarbeiter würden am Ende der Tagschicht und in den ersten drei Stunden der Nachtschicht drei Stunden lang aussteigen.

Der erste Tag des Prime Day ist der 15. Juli, an dem Amazon bei stark nachgefragten Artikeln wie Fernsehgeräten und Haushaltsgeräten tiefe Rabatte gewährt. Das Einzelhandelsunternehmen betreibt seit fünf Jahren das Sparprogramm, um Prime-Nutzer zu binden und mehr zu gewinnen, um die ohnehin schon beachtliche Nutzerbasis zu vergrößern.

"Amazon wird eine Geschichte über sich selbst erzählen, nämlich, dass sie an einem Tag einen Kindle in Ihr Haus liefern können, ist das nicht wunderbar", sagte der Streikorganisator William Stolz. "Wir möchten die Gelegenheit nutzen, um darüber zu sprechen, was nötig ist, um diese Arbeit umzusetzen, und Amazon unter Druck setzen, um uns zu schützen und sichere und zuverlässige Arbeitsplätze zu schaffen."

Während solche Streiks aufgrund der stärkeren Gewerkschaftspräsenz bei Amazon in Europa üblich sind, ist dies einer der ersten Streiks gegen den Online-Einzelhändler in den USA.

Amazon wurde von Mitarbeitern in den USA kritisiert, und Minnesota war eine der Brutstätten für einen solchen Arbeiteraktivismus.

Die Proteste dienen nicht nur der Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Nutzens. Demonstranten versuchen, Amazon für frühere Bemühungen zur Eindämmung von Streiks zur Rechenschaft zu ziehen, die die Organisatoren für illegal halten.

Die Vorwürfe stammen aus Beschwerden, die 2019 beim National Labour Relations Board eingereicht wurden. Einer behauptet, Integrity Staffing Solutions, der Personalanbieter von Amazon, habe einen Mitarbeiter, der im März einen Streik organisierte, rechtswidrig zurückgewiesen und entlassen. In der zweiten Beschwerde wird behauptet, Amazon habe während eines weiteren Streiks im März Stunden von der unbezahlten Freizeit der Mitarbeiter abgezogen.

Der Protest kommt auch nach einer kürzlichen Folge von HBOs "Last Week Tonight with John Oliver", die die vermeintlich schlechten Arbeitsstandards in seinen Lagern herausstellte.

Amazon war auch im Kongress einem größeren Druck ausgesetzt, wobei Sens. Bernie Sanders und Elizabeth Warren zu den zwei lautesten Kritikern des E-Commerce-Giganten zählten.
https://www.tekk.tv/news/amazonas-streik-arbeiter-in-minnesota-planen-proteste-fur-den-prime-day-2019/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:37:10 Di. 09.Juli 2019
Zitat
25 Jahre Amazon:
Ein Konzern, geschaffen aus Parasitismus und Ausbeutung

Letzte Woche feierte Amazon sein 25-jähriges Bestehen. Von seinen Anfängen in einer Garage in Seattle ist das Unternehmen zu einem multinationalen Technologiekonzern mit einem Börsenwert von fast 1 Billion Dollar geworden.


1994 hängte der zukünftige Amazon-CEO Jeff Bezos seinen Job beim Hedgefonds D.E. Shaw an den Nagel, um als einer der Ersten die Möglichkeiten zu nutzen, die die rasante Entwicklung des Internets eröffnete. Ausgehend von der bescheidenen Idee einer Online-Buchhandlung wurde Bezos zum reichsten Menschen der Welt. Vor seiner Scheidung Anfang des Jahres wurde sein Vermögen auf 157 Mrd. Dollar geschätzt.

Amazon gilt neben Apple, Google und Facebook als einer der vier großen Technologiemonopolisten und kontrolliert den größten Marktplatz im Internet: Amazon.com. Die Palette des Konzerns reicht von der Lebensmittelkette Whole Foods Market, die er 2017 für 13,4 Mrd. Dollar übernommen hat, bis hin zu Unterhaltungselektronik und sprachgesteuerten Assistenten. Die Amazon-Tochter Kuiper Systems gab im April dieses Jahres bekannt, dass sie im Verlauf der nächsten zehn Jahre 3.236 Satelliten in den Weltraum schicken werde, um Breitband-Internetverbindungen bereitzustellen.

Traditionelle Buchverlage wurden durch Amazon dezimiert. Bezos jagte sie nach eigener Aussage „wie ein Gepard eine angeschlagene Gazelle“. Gestützt auf seinen riesigen Umsatz unterbot Amazon rücksichtslos sämtliche Konkurrenten, von Tante-Emma-Läden bis hin zu Windelherstellern, und bot Waren vorübergehend zu Dumpingpreisen an, um Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. Unterdessen forderte und erhielt das Unternehmen von nationalen und kommunalen Regierungen Subventionen in Form von Steuererleichterungen und anderen Vergünstigungen.

2018 erreichten Amazons Jahreseinnahmen 233 Mrd. Dollar, auf die der Konzern auf US-Bundesstaatsebene voraussichtlich keine Einkommenssteuer zahlen wird. Diese Einnahmen sind fast so hoch wie die jährlichen Steuereinnahmen Russlands, die 2017 umgerechnet 253,9 Mrd. US-Dollar betrugen, und höher als die Staatseinnahmen der Türkei (173,9 Mrd. Dollar), Österreichs (197,8 Mrd. Dollar), Polens (90,8 Mrd. Dollar) und des Iran (77,2 Mrd. Dollar).
(...)
Aber im Kapitalismus eröffnen neue technologische Fortschritte zugleich neue Techniken der Ausbeutung. Amazon ist zum Inbegriff einer neuen Art von Despotismus am Arbeitsplatz geworden.

In den „Erfüllungszentren“ Amazons ist es den Arbeitern verboten, Mobiltelefone zu tragen oder miteinander zu sprechen. Sie werden beim Betreten und Verlassen des Geländes durchsucht, und jedes Detail ihrer Arbeitstätigkeiten wird minutiös erfasst. Amazon ist darauf spezialisiert, ständig Druck auf die Mitarbeiter auszuüben, damit sie sich so schnell wie möglich bewegen. Elektronische Geräte treiben sie unaufhörlich an, die nächste Aufgabe zu erledigen.

Die Arbeiter werden angewiesen, sich gegenseitig zu übertreffen, weil das „Spaß“ mache. Daraufhin werden die Leistungsvorgaben erhöht und immer wieder erhöht. Wer einen Moment innehält, um Luft zu holen, einen Schluck Wasser zu trinken oder auf die Toilette zu gehen, dem drohen Abmahnung und Abzüge. Wer als zu langsam gilt oder einfach ausgelaugt ist, wird ersetzt.

Amazon ist heute der zweitgrößte Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten und hat weltweit rund 647.000 Beschäftigte. Der Journalist John Cassidy schrieb 2015 im New Yorker: „Hinter all den technologischen Fortschritten und Produktinnovationen stecken viel altmodische Arbeitsdisziplin, Lohndrückerei und Führungsmacht.“

Letzte Woche deckte die World Socialist Web Site in einem Artikel auf, dass im Erfüllungszentrum DFW-7 nahe dem texanischen Fort Worth innerhalb von zwei Jahren 567 Arbeiter verletzt wurden. Im Dezember letzten Jahres berichtete die WSWS darüber, dass Amazon einen Privatdetektiv angeheuert hatte, um die 27-jährige Michelle Quinones auszuspionieren, damit sie keine Entschädigung für ihre Verletzung geltend machen könne.

Amazon ist zwei Jahre in Folge auf der Liste „Dirty Dozen“ gelandet, die der Dachverband der Arbeitsschutzorganisationen in den USA (National COSH) erstellt. Für 2019 meldet der Verband bei Amazon sechs Todesfälle von Arbeitnehmern in sieben Monaten, 13 Todesfälle seit 2013, „eine hohe Häufigkeit von Selbstmordversuchen, Urinieren in Flaschen und Arbeiter, die nach Verletzungen am Arbeitsplatz ohne Mittel oder Einkommen vor die Tür gesetzt werden“.

Amazon perfektioniert die Methoden, die Arbeitern auf der ganzen Welt aufgezwungen werden. Im März dieses Jahres stellte die Ford Motor Company ihren neuen Chief Financial Officer Tim Stone vor, der zuvor als Vice President of Finance bei Amazon die Übernahme von Whole Foods organisiert hatte. Stone wurde eingestellt, weil Ford in den USA, Europa und der ganzen Welt brutale Kostensenkungsprogramme durchführt.
(...)
https://www.wsws.org/de/articles/2019/07/09/pers-j09.html
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Fritz Linow am 10:37:35 Mo. 15.Juli 2019
Greenpeace ist zum Primeday auf's Dach geklettert:
https://twitter.com/greenpeace_de
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:06:47 Mo. 15.Juli 2019
Sehr schön!

(https://pbs.twimg.com/media/D_c8jQmXoAYBBlH.jpg)

Auch schön:

Zitat
Amazon-Mitarbeiter streiken an Aktionstag

Ausstand am Schnäppchentag: Bei Amazon legten Angestellte an sieben deutschen Standorten nach einem Ver.di-Aufruf zum Montag die Arbeit nieder.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/amazon-prime-day-mitarbeiter-streiken-an-aktionstag-a-1277301.html

Zitat
Seit dem frühen Montagmorgen (15. Juli) sind Mitglieder der Gewerkschaft Verdi am Amazon-Standort in Werne im Streik. Auch an sechs anderen Amazon-Standorten in Rheinberg in Nordrhein-Westfalen, Leipzig, Graben bei Augsburg, Koblenz sowie an den zwei Standorten im osthessischen Bad Hersfeld streiken die Verdi-Mitglieder für eine bessere Bezahlung.
https://www.ruhrnachrichten.de/werne/amazon-streik-prime-day-verspaetung-lieferung-1427912.html

Zitat
Somali immigrant-led Workers’ Center to strike on Amazon Prime Day
Workers at the Amazon fulfillment center in Shakopee, Minn., plan a wildcat “Prime Day” strike Monday, July 15, as an act of worker power against one of the richest corporations worldwide. An anticipated 100 workers, organized with the help of the Awood Center, will hold a six-hour work stoppage for parts of the day and night shifts on the first day of the company’s summer sales event. (tinyurl.com/y398ujtn)
https://www.workers.org/2019/07/14/somali-immigrant-led-workers-center-to-strike-on-amazon-prime-day/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 14:51:19 Mo. 15.Juli 2019
Nachtrag:

Zitat
Protesters target Amazon in France calling for action on climate change

Several hundred environmental activists protested outside Amazon’s headquarters in Paris and at two of its regional distribution centers in France on Tuesday as part of stepped-up climate change demonstrations.


The protest drew support from groups including Friends of the Earth and the “Gilets Jaunes”, who have mounted months of demonstrations against President Emmanuel Macron.

Some 240 people blocked access to Amazon’s (AMZN.O) main office in Paris, organizers said, with many denouncing the online giant’s business practices, saying it wasn’t paying its fair share of tax or paying its employees a fair wage.

Around 70 people blockaded a distribution center in the southern city of Toulouse and another 80 were gathered at a center near Lille in the north, with workers forced to go home and operations at both warehouses halted, organizers said.
https://www.reuters.com/article/us-france-environment-amazon-protests/protesters-target-amazon-in-france-calling-for-action-on-climate-change-idUSKCN1TX1JK

Zitat
Surveillance State
Protesters Interrupt Amazon Event to Decry Its Work With ICE
"Amazon Rekognition is primed for abuse in the hands of governments."


Protests broke out at Amazon’s AWS Summit, a conference hosted in New York City to celebrate the company’s cloud computing services, on Thursday.

As Amazon CTO Werner Vogels gave a presentation, a group led by a man identified in a tweet as a tech worker interrupted to protest the online retailer-turned-tech giant’s ties with U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE), the federal law enforcement agency responsible for enforcing immigration policy. ABC News reports that tech workers and immigration activists held protests throughout the event, temporarily blocking traffic in Manhattan.
https://futurism.com/protesters-amazon-ice

Zitat
Hundreds of protesters demonstrated outside the annual Amazon Web Services summit in New York on Thursday, demanding the tech giant cut ties with government agencies that take part in immigrant deportations.

The demonstrators, including Amazon warehouse workers, other tech employees, and immigrants outside the tech world, are calling on Amazon to cease its relationships with US Immigration and Customs Enforcement (Ice) and the Department of Homeland Security. Amazon Web Services hosts DHS databases that allow the department and its agencies to track and apprehend immigrants.

Organizations involved in the protest include immigration rights groups Make the Road New York and Mijente, Jews for Racial and Economic Justice, the Democratic Socialists of America, and the Tech Worker Coalition – a collective of tech workers who advocate for progressive change in the industry.

In addition to the protests outside the event, a coalition of 30 protesters interrupted Amazon’s chief technology officer, Werner Vogel, multiple times during his morning keynote address, playing audio of crying immigrant children in detention. They shouted, “Amazon, how much longer will you have blood on your hands? Cut ties with Ice!”
https://www.theguardian.com/us-news/2019/jul/11/amazon-ice-protest-immigrant-tech

Zitat
Prime Day: activists plan protests in US cities and a boycott of e-commerce giant

Immigrants and workers say Amazon should cut ties with federal deportation agencies and provide better work conditions


(https://i.guim.co.uk/img/media/7db8f61d38f6dd34de5d932796f32a59e2b5b37e/0_0_5132_3421/master/5132.jpg?width=1225&quality=85&auto=format&fit=max&s=b47913b9915eb65661f5e84e42eb4ee2)
Protests against Amazon are planned in seven US cities for Monday, the same day as the company’s lucrative Prime Day sale.

Activists, immigrants and Amazon employees are planning actions against the e-commerce giant on its annual Prime Day, to protest against its labor practices and its involvement with US authorities’ deportation efforts.

The protests on Monday are set to take place in at least seven US cities, and will coincide with the yearly sale that made the company more than $4bn in 2018.

Activists say Amazon should not be profiting off the yearly sale event while its workers struggle for better work conditions and its technology is being used to deport immigrants.

Protesters will deliver to Jeff Bezos’s home in Manhattan on Monday 250,000 petitions calling on Amazon to cut ties with government agencies responsible for deportation. Protests will also take place in Seattle and San Francisco.

Amazon Web Services hosts Department of Homeland Security databases that allow the department and its agencies to track and apprehend immigrants.The company is also in talks to expand a partnership to host new DHS biometric databases that store more extensive data, including eye color, tattoos and other identifiers.
https://www.theguardian.com/technology/2019/jul/15/prime-day-activists-plan-protests-in-us-cities-and-a-boycott-of-e-commerce-giant


Zitat
Protestors bash Trump’s raids and Amazon saying ‘No Tech 4 ICE’

(https://www.nj.com/resizer/XjdSL7d0x2IrGRwvpMW2ba_IWk8=/600x0/arc-anglerfish-arc2-prod-advancelocal.s3.amazonaws.com/public/EBMVLPNZEVH5DDREX44SU4C6BA.jpg)

Members of Make the Road New Jersey - including immigrant families who have been detained by ICE - call for Amazon to end its partnership with ICE, near the Amazon Fulfillment Facility and ICE detention center in Elizabeth.

(https://www.nj.com/resizer/jRnFBMrAs5x9rftp8Qw6RWdk_BM=/600x0/arc-anglerfish-arc2-prod-advancelocal.s3.amazonaws.com/public/C5RNJY6K6RG7XGPO4HLXTPZGDA.jpg)

Looking to shame the retail titan, they displayed Amazon Prime boxes with frowns drawn onto the company’s logo and also called for the company to treat its immigrant workers better.

The protests come just as Amazon’s “Prime Days” promotion begin Monday and follow a recent protest outside the detention center that led to 36 people getting arrested.

“Welcoming Amazon into our state is a problem, especially when they’re providing key technology to ICE,” Sara Cullinane, Director of Make the Road New Jersey, said.

Amazon and the detention center in Elizabeth did not respond to a request for comment.
https://www.nj.com/news/2019/07/protestors-bash-trumps-raids-and-amazon-saying-no-tech-4-ice.html

Australien:
Zitat
Amazon launches 65-hour Prime Day, despite protests over warehouse conditions

Kicking off at midnight on July 15 in all countries, Prime Day is a 48-hour discount extravaganza, however, the event will run for a total of 65 hours for Australians due to time zone differences, meaning Australian consumers will have the longest Prime Day of all participating countries.

Forbes reports workers in Shakopee, Minnesota are planning a six-hour strike to coincide with the beginning of Prime Day in the US, protesting working conditions across Amazon’s fulfilment centres in the area. The workers claim Amazon pushes unrealistic productivity quotas and has inadequate safety protocols and poor communication.

“We’re forced to work like machines,” one worker told Forbes. In response, Amazon called the allegations “baseless” and said the company provides “great employment opportunities with excellent pay”.

Workers in Amazon Australia’s warehouse have also reported similar conditions, with employees telling Fairfax in September last year the company requires extreme key performance indicators, with employees given a countdown for picking and packing each item.

“You end up not being able to function because you’re so nervous and stressed out,” one worker said.

Workers were also reportedly directed to start the day by sharing an “Amazon success story” and were involved in team chants of phrases such as “success!” or “Amazon!”

The company vehemently denied the claims, saying they were “simply misguided”.

However, another report from ABC News in February further pushed the claims of mismanagement and overwork inside Amazon Australia’s warehouses, with workers telling ABC they felt “dehumanised”. The report also said that during peak times, such as Prime Day sales events, workers were directed to skip the 15-minute breaks they were entitled to.

“I feel like they resent the fact that I’m not a robot and that I’m made of flesh and bone,” they said.

Locally, the Shop, Distributive and Allied Employees Association has joined forces with the Transport Workers Union to represent Australian Amazon workers.
https://www.smartcompany.com.au/industries/retail/amazon-australia-prime-day-worker-protests/
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:10:52 Mo. 15.Juli 2019
Hastige Übersetzung:

Zitat
Von somalischen Einwanderern geführtes Workers' Center organisiert Streik am Amazon Prime Day
Arbeiter im Amazon-Fulfillment-Center in Shakopee, Minnisota, planen am Montag, den 15. Juli, einen wilden "Prime Day"-Streik als Akt der Arbeitermacht gegen eines der reichsten Unternehmen weltweit. Die erwarteten 100 Arbeiter, die mit Hilfe des Awood Centers organisiert werden, werden am ersten Tag der Sommerveranstaltung des Unternehmens eine sechsstündige Arbeitsunterbrechung für Teile der Tag- und Nachtschicht durchführen.
Zitat
Demonstranten richten ihren Fokus auf Amazon in Frankreich und fordern Maßnahmen gegen den Klimawandel

Mehrere hundert Umweltaktivisten protestierten am Dienstag vor dem Hauptsitz von Amazon in Paris und in zwei regionalen Verteilzentren in Frankreich im Rahmen der verstärkten Demonstrationen zum Klimawandel.

Unterstützt wurde der Protest von Gruppen wie Friends of the Earth und den "Gilets Jaunes", die monatelange Demonstrationen gegen Präsident Emmanuel Macron organisiert haben.

Etwa 240 Personen blockierten den Zugang zum Amazon-Hauptbüro (AMZN.O.) in Paris, sagten die Organisatoren, wobei sie die Geschäftspraktiken des Online-Riesen anprangerten und sagten, dass er seinen gerechten Anteil an der Steuer nicht zahle oder seinen Mitarbeitern keinen gerechten Lohn zahle.

Etwa 70 Menschen blockierten ein Distributionszentrum in der südlichen Stadt Toulouse und weitere 80 versammelten sich an einem Zentrum in der Nähe von Lille im Norden, wobei die Arbeiter nach Hause zu gehen mußten, da der Betrieb beider Lager wurde eingestellt wurde, sagten die Organisatoren.
Zitat
Überwachungsstaat
Demonstranten unterbrechen Amazon-Event, um die Zusammenarbeit mit ICE aufzukündigen.
"Amazon Rekognition ist in Händen von Regierungen auf Missbrauch angelegt."


Proteste brachen beim AWS Gipfel von Amazon aus, einer Konferenz, die am Donnerstag in New York City stattfand, um die Cloud Computing-Dienste des Unternehmens zu feiern.

Werner Vogels, CTO von Amazon, hielt eine Präsentation, als er von einer Gruppe unterbrochen wurde unter der Leitung eines Mannes, der in einem Tweet als Techniker identifiziert wurde, um gegen die Verbindungen des Online-Einzelhändlers zum US-Immigration and Customs Enforcement (ICE) zu protestieren, die für die Durchsetzung der Einwanderungspolitik der Bundespolizei zuständig ist. ABC News berichtet, dass Tech-Arbeiter und Immigrationsaktivisten während der gesamten Veranstaltung Proteste veranstalteten und den Verkehr in Manhattan vorübergehend blockierten.
Zitat
Hunderte demonstrierten am Donnerstag vor dem jährlichen Amazon Web Services Gipfel in New York und forderten den Technologieriesen auf, die Beziehungen zu Regierungsbehörden, die an Abschiebungen von Einwanderern teilnehmen, abzubrechen.

Die Demonstranten, darunter Lagerarbeiter von Amazon, andere technische Mitarbeiter und Einwanderer, fordern Amazon auf, seine Beziehungen zu US Immigration and Customs Enforcement (Ice) und dem Department of Homeland Security einzustellen. Amazon Web Services hostet DHS-Datenbanken, die es der Abteilung und ihren Behörden ermöglichen, Einwanderer zu verfolgen und festzunehmen.

Zu den am Protest beteiligten Organisationen gehören die Einwanderungsrechtegruppen Make the Road New York und Mijente, Jews for Racial and Economic Justice, die Demokratischen Sozialisten Amerikas und die Tech Worker Coalition - ein Kollektiv von Technikern, die sich für einen fortschrittlichen Wandel in der Branche einsetzen.

Zusätzlich zu den Protesten außerhalb der Veranstaltung, unterbrach eine Koalition von 30 Demonstranten den Technologievorstand von Amazon, Werner Vogel, mehrmals während seiner morgendlichen Grundsatzrede und spielte Audioaufnahmen von weinenden Einwandererkindern in Haft. Sie riefen: "Amazon, wie lange wirst du noch Blut an deinen Händen haben? Kappt die Verbindungen zu Ice!"
Zitat
Prime Day: Aktivisten planen Proteste in US-Städten und Boykott des E-Commerce-Riesen

Einwanderer und Arbeiter sagen, dass Amazon die Beziehungen zu den staatlichen Abschiebebehörden abbrechen und bessere Arbeitsbedingungen bieten sollte.


Für Montag, den gleichen Tag wie der lukrative Verkauf des Unternehmens am Prime Day, sind in sieben US-Städten Proteste gegen Amazon geplant.

Aktivisten, Einwanderer und Amazon-Mitarbeiter planen an ihrem jährlichen Prime Day Aktionen gegen den E-Commerce-Riesen, um gegen seine Arbeitspraktiken und seine Beteiligung an den Abschiebebemühungen der US-Behörden zu protestieren.

Die Proteste am Montag sollen in mindestens sieben US-Städten stattfinden und fallen mit dem jährlichen Verkauf zusammen, der dem Unternehmen 2018 mehr als 4 Milliarden Dollar einbrachte.

Aktivisten sagen, dass Amazon nicht von der jährlichen Verkaufsveranstaltung profitieren sollte, während seine Arbeiter für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen und seine Technologie zur Abschiebung von Einwanderern eingesetzt wird.

Demonstranten werden am Montag 250.000 Petitionen zu Jeff Bezos' Haus in Manhattan bringen, in denen Amazon aufgefordert wird, die Beziehungen zu den für Abschiebung zuständigen Regierungsbehörden zu kündigen. Proteste werden auch in Seattle und San Francisco stattfinden.

Amazon Web Services hostet Datenbanken des Department of Homeland Security, die es der Abteilung und ihren Behörden ermöglichen, Einwanderer zu verfolgen und zu erfassen. Das Unternehmen ist auch in Gesprächen, um eine Partnerschaft zu erweitern, um neue biometrische DHS-Datenbanken zu hosten, die umfangreichere Daten speichern, einschließlich Augenfarbe, Tattoos und andere Identifikatoren.
Zitat
Gegenschlag von Demonstranten gegen Trump's Razzien und Amazon
indem sie fordern:'No Tech 4 ICE'.
("Keine Technologie für das Überwachungsinstrument ICE")


Mitglieder von Make the Road New Jersey - einschließlich Einwandererfamilien, die von ICE festgehalten wurden - fordern, dass Amazon seine Partnerschaft mit ICE in der Nähe der Amazon Warenlager und des ICE-Haftzentrums in Elizabeth beendet.

Um den Einzelhandelsriesen zu beschämen, stellten sie Amazon Prime Boxen auf mit einem auf das Firmenlogo gezeichneten Frustmund und forderten das Unternehmen auf, seine migrantischen Arbeiter besser zu behandeln.

Die Proteste kommen genau zu dem Zeitpunkt, zu dem Amazon's "Prime Days"-Promotion am Montag beginnt, die Fortführung eines Protests kürzlich vor der Haftanstalt, der dazu führte, dass 36 Personen verhaftet wurden.

"Amazonas in unserem Staat willkommen zu heißen, ist ein Problem, besonders wenn sie Schlüsseltechnologien für ICE liefern", sagte Sara Cullinane, Direktorin von Make the Road New Jersey.

Amazon und die Haftanstalt in Elizabeth haben auf eine Anfrage zur Stellungnahme nicht reagiert.
Zitat
Australien:

    Amazon startet 65-Stunden-Prime Day, trotz Protesten gegen die Arbeitsbedingungen in den Warenlagern

    Der Prime Day beginnt um Mitternacht am 15. Juli in allen Ländern und ist ein 48-stündiges Rabattschlacht, allerdings wird die Veranstaltung aufgrund von Zeitzonenunterschieden für Australier insgesamt 65 Stunden dauern, was bedeutet, dass australische Verbraucher den längsten Prime Day aller teilnehmenden Länder haben.

    Forbes berichtet, dass Arbeiter in Shakopee, Minnesota, einen sechsstündigen Streik planen, der mit dem Beginn des Prime Day in den USA zusammenfällt als Protest gegen die Arbeitsbedingungen in den Verteilzentren von Amazon in der Region. Die Arbeiter behaupten, dass Amazon unrealistische Produktivitätsquoten vorlegt und nur über unzureichende Sicherheitsprotokolle und eine schlechte Kommunikation verfügt.

    "Wir sind gezwungen, wie Maschinen zu arbeiten", sagte ein Arbeiter zu Forbes. Amazon nannte die Vorwürfe "unbegründet" und sagte, das Unternehmen biete "großartige Beschäftigungsmöglichkeiten bei exzellenter Bezahlung".

    Mitarbeiter im Lager von Amazon Australien haben ebenfalls ähnliche Bedingungen gemeldet, wobei die Mitarbeiter Fairfax im September letzten Jahres mitteilten, dass das Unternehmen extreme Leistungsindikatoren setzt, wobei die Mitarbeiter einen Countdown für die Kommissionierung und Verpackung jedes Artikels erhalten.

    "Du bist am Ende nicht in der Lage zu funktionieren, weil du so nervös und gestresst bist", sagte ein Arbeiter.

    Berichten zufolge wurden die Arbeiter auch angewiesen, den Tag mit einer "Amazon-Erfolgsgeschichte" zu beginnen und sich an Teamgesängen mit Phrasen wie "Erfolg!" oder "Amazon!" zu beteiligen.

    Das Unternehmen wies die Behauptungen vehement zurück und sagte, sie seien "einfach irregeführt".

    Ein weiterer Bericht von ABC News im Februar drängte jedoch weiter auf die Behauptungen von Missmanagement und Überarbeitung in den Lagern von Amazon Australia, wobei die Arbeiter ABC sagten, sie fühlten sich "entmenschlicht". Der Bericht sagte auch, dass die Arbeiter in Spitzenzeiten, wie z.B. bei Verkaufsveranstaltungen am Prime Day, angewiesen wurden, die ihnen zustehenden 15-minütigen Pausen zu überspringen.

    "Ich fühle mich, als würden sie die Tatsache verärgern, dass ich kein Roboter bin und dass ich aus Fleisch und Knochen bin", sagten sie.

    Vor Ort hat sich die Shop, Distributive and Allied Employees Association mit der Transport Workers Union zusammengeschlossen, um australische Amazonasarbeiter zu vertreten.

(https://img.apmcdn.org/9cb5a634997e5ef72277925ce38b21b5c256beba/uncropped/61306b-20190713-amazon-strike-02.jpg)


Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 13:08:48 Di. 16.Juli 2019
...und weiter...

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/07/amazon_pill.jpg)

Solidarität der Polnischen IP (Basisgewerkschaft) KollegInnen:

(http://ozzip.pl/images/zbiorkaIP.png)

Zitat
Streikalarm! – Solidaritätsbrief an alle streikenden und protestierenden Amazon-Beschäftigten auf der Welt zum Prime Day 2019!


(http://ozzip.pl/media/k2/items/cache/8ccd2d7570b15b2ea0e7b68469e23e76_L.jpg)
Amazon MSP warehouse workers together with Workers' Initative memeber from Poland together in Minneapolis holding the Polish stickers "Stop feedbacks" against high rates

Am 15. Juli ist Prime Day, der Höhepunkt des Sommerverkaufs bei Amazon. In den Amazon-Lagern in Polen bedeutet das eine 50-Stunden-Woche und möglicherweise neue Rekordzahlen von Sendungen nach Deutschland innerhalb von 24 Stunden. An dem Tag wird es Proteste, Kundgebungen und Streiks in verschiedenen Teilen der Welt geben. Der erste Streik wird in einen Amazon-Lager in Minneapolis/USA stattfinden, was uns alle freut und motiviert. Als Lagerarbeiterinnen und -arbeiter spüren wir die Solidarität, wenn wir hören, dass jener Streik von Arbeiterinnen und Arbeitern und auch Technikern aus dem Hauptquartier von Amazon in Seattle unterstützt wird! Von den Amazon-Beschäftigten in Deutschland haben wir gelernt, standhaft zu bleiben und durchzuhalten. Viele von ihnen sind in der Gewerkschaft oder im Betriebsrat aktiv und streiken bereits ab und an seit mehr als fünf Jahren. Dort wird am 15. und 16. Juli wieder an mehrere Standorten gestreikt, wie diesmal auch in Frankreich!

Arbeiterinnen und Arbeiter in Polen sind Teil dieser globalen Bewegung, die für die Würde der Beschäftigten kämpft, gegen Zeitarbeit, gegen das digitale Kontrollsystem und niedrige Löhne. Der Amazon-Boss Jeff Bezos, reichster Mann der Welt, schickt derweil Raketen in den Weltraum. Amazon-Beschäftigte in verschiedenen Ländern haben ähnliche Probleme und Forderungen: Wenn wir – wie in Minneapolis – auf unsere Transparente schreiben “Macht alle blau!”, bedeutet das: „Gebt allen feste Verträge!“ In Polen fordern wir “Stoppt das Rattenrennen!”, was gegen den Arbeitsdruck gerichtet ist. Wir unterstützen uns bereits seit einiger Zeit: Wir besuchen uns gegenseitig, um gemeinsame Probleme und Aktionen zu diskutieren, und seit 2015 haben wir zweimal jährlich ein Grenzübergreifendes Treffen von Amazon-Beschäftigten organisiert. Das nächste Treffen wird in Leipzig stattfinden, vom 27. bis 29. September 2019 – und alle Amazon-Beschäftigten sind eingeladen!

Amazon hört nicht auf die Stimmen der organisierten Beschäftigten. Egal in welchem Land, wir hören denselben Satz: „Wir ziehen es vor, direkt mit unsere Mitarbeitern zu kommunizieren.“ Wir hörten dieselben Banalitäten in den Gesprächen mit Vertretern von Amazon Polen. Wir wissen, wenn wir one-on-one mit Managern oder der Personalabteilung sprechen, setzt Amazon alle möglichen rechtlichen Tricks ein, verlässt sich auf unsere Abhängigkeit von Lohnarbeit und einem regelmäßigen Einkommen und setzt die Schwächsten unter uns unter Druck, damit alle Angst bekommen und sich nicht für Veränderungen einsetzen. Amazons Geschäftsmodell baut auf der ganzen Welt auf die Arbeit von denen auf, die wenige Rechte und Möglichkeiten haben: Zeitarbeiterinnen und -arbeiter, Beschäftigte aus kleinen Städten und Dörfern, Wanderarbeiter und -arbeiterinnen und Menschen mit Behinderungen. Amazon quetscht sie aus und heuert und feuert ständig, damit sich niemand von uns sicher fühlen kann.

Das muss sich ändern! Wir müssen zeigen, dass wir nicht allein sind. Etwa 600.000 Leute arbeiten zur Zeit bei Amazon auf der ganzen Welt. Einige von uns sind in Gewerkschaften aktiv oder in Betriebsräten, kooperieren mit Solidaritätsgruppen, oder verteidigen Kollegen und Kolleginnen vor Gericht. Andere arbeiten langsam oder machen krank, wenn die Arbeitsgeschwindigkeit nicht auszuhalten ist. Wir sind also nicht allein! Statt one-on-one mit Amazon müssen wir eine kritische Masse organisieren, welche die Ausbeutung, das verrückte Arbeitstempo und die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse stoppen kann, denn wir sind es, die den Reichtum produzieren, den heute nur wenigen zugute kommt!

In Polen werden wir diese Bewegung weiter vorantreiben, indem wir ab dem 15. Juli eine Streikabstimmung durchführen. Die Entscheidung, so vorzugehen, wurde von den Gewerkschaften Inicjatywa Pracownica und Solidarnosc gemeinsam gefällt, nachdem Amazon unsere Forderungen während der Verhandlungen und der Schlichtung seit Mai 2019 nicht erfüllt hatte. Unsere Forderungen sind:

1. Angemessene Löhne für alle Beschäftigten. Wir fordern eine Erhöhung des Grundlohns pro Stunde auf mindestens 15 Zloty netto für alle Beschäftigten nach T1, gleiche Löhne in allen polnischen Lagern sowie regelmäßige Tarifverhandlungen über Löhne mit den Gewerkschaften. (Bisher verhandelt Amazon nicht über Löhne.)

2. Faire Bewertungen der Beschäftigten. Wir fordern eine Änderung der Arbeitsbestimmungen, einschließlich eines Stopps der Feedbacks, die endgültige Beendigung von Kündigungen aufgrund nicht erreichter Arbeitsvorgaben und Verhandlungen über eine neue Vorgehensweise mit den Gewerkschaften.

3. Stabile Arbeitsverhältnisse. Wir fordern direkte Verträge mit Amazon und ein Ende der Beschäftigung über Zeitarbeitsfirmen und von befristeten Verträgen.

Amazon hat die Schlichtung einseitig abgebrochen trotz unserer Bereitschaft, die Verhandlungen im Rahmen der Tarifauseinandersetzung fortzusetzen. Amazon hat uns wiederum informiert, dass sie die Gespräche fortsetzen würden, aber nur außerhalb der Tarifauseinandersetzung.

Amazon hat einfach Angst bekommen vor den formalen Möglichkeiten, die eine Tarifauseinandersetzung bietet, und vor der Tatsache, dass Arbeiter und Arbeiterinnen alle diese Möglichkeiten nutzen wollen. Deswegen hat Amazon von Anfang an versucht, die Tarifauseinandersetzung so schnell wie möglich zu beenden. Wir lassen uns nicht verarschen! Wir werden den nächsten Schritt machen und im Rahmen der Tarifauseinandersetzung eine Streikabstimmung organisieren. Andere Beschäftigte haben bereits Aufkleber in den Toiletten verklebt und im Internet den Slogan verbreitet: „Wir werden alle krankfeiern!“. Wenn wir solidarisch zusammenstehen, kreative Protestformen einsetzen und uns gegenseitig inspirieren, dann haben wir eine Chance Amazon niederzuringen, nicht nur in einem Land, sondern auf der ganzen Welt!

Die Streikabstimmung in Polen beginnt am 15. Juli in POZ1 bei Poznan, geht dann am 16. Juli in WRO1 und WRO2 bei Wroclaw weiter, und am 17. Juli in SZZ1 bei Szczecin und KTW1 in Sosnowiec (Katowice). Beschäftigte können auch online abstimmen. Da gegenwärtig 14.000 Leute bei Amazon Polen arbeiten, ist die Abstimmung momentan bis September geplant und wird evtl. noch verlängert. Das gibt uns die Möglichkeit, in den kommenden Monaten vor den Lagern in ganz Polen präsent zu sein, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen und unseren Kampf weiterzutreiben.

Wir wünschen alle jenen, die am 15. Juli und danach Protestaktionen planen viel Mut und Kraft! Wir sind es, die durch unsere gemeinsamen Aktionen den Weg ebenen für eine neue Welt, die nicht von der grausamen Logik des Profits regiert wird, sondern von Prinzipien wie Gerechtigkeit und Solidarität über die Spaltungen in Lager, Berufe und Grenzen hinaus!

Inicjatywa Pracownicza/Arbeiterinitiative – Gewerkschaft bei Amazon Polen
14. Juli 2019
http://ozzip.pl/english-news/item/2503-streikalarm-solidaritaetsbrief-an-alle-streikenden-und-protestierenden-amazon-beschaeftigten-auf-der-welt-zum-prime-day-2019%C2%A0
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 19:49:22 Mi. 17.Juli 2019
Zitat
An alle Amazon Kolleginnen und Kollegen in Polen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir übermitteln Euch hiermit herzliche und solidarische Grüße von über 3.000 organisierten Amazon-Beschäftigten in Deutschland.Wir kämpfen seit mehr als sechs Jahren für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Amazon und haben dabei viel erreicht. Seit etwa vier Jahren pflegen wir enge Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen in Poznan und wissen sehr gut über Eure Situation Bescheid.Wir haben festgestellt, dass wir viele gemeinsame Probleme haben, aber auch, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon in Polen in einigen Bereichen schlechter sind, als bei uns!Es ist für uns nicht nachvollziehbar warum in Polen z. B. * Kolleginnen und Kollegen für dieselbe Arbeit deutlich weniger Lohn bekommen, * Keine Amazon-Aktien an die Beschäftigten ausgegeben werden, * Leiharbeit, Befristungen, Feedbacks und Kündigungen als Druckmittel eingesetzt werden um noch mehr aus Arbeitern herauszuquetschen!Sind polnische Kolleginnen und Kollegen weniger wert?WIR SAGEN NEIN!In unserem bisherigen Kampf haben wir gelernt, dass die Amazon Geschäftsleitung nur dann in unserem Sinne reagiert, wenn wir uns zusammenschließen und Druck ausüben. Deshalb befinden wir uns seit 6 Jahren im Arbeitskampf.Wir haben auch gelernt, dass unsere Schicksale als Arbeiterinnen und Arbeiter länderübergreifend zusammenhängen, da Amazon überall dieselben Methoden anwendet und versucht uns gegeneinander auszuspielen. Aber wir spielen dieses Spiel nicht mit! Denn wir haben auch gelernt, dass wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen können, dass wir aufstehen können und dass wir kämpfen können!

Wenn die polnischen und deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter bei Amazon sich zusammentun, wird Amazon in Europa keine andere Möglichkeit haben, als mit uns über die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu verhandeln! Daher rufen wir Euch dazu auf, Euch an der Abstimmung zum Streik zu beteiligen und für einen Streik zu stimmen, denn können wir unsere Kämpfe zusammenführen!

NUR GEMEINSAM SIND WIR STARK!!!STRAJK? TAK!
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/07/amazonsoli160719.pdf
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:17:12 Fr. 26.Juli 2019
Zitat
Amazon seit 2018 in Frankenthal (Pfalz): Mittleres Bruttomonatsentgelt sinkt deutlich (ein Kreisvergleich)

Nach dem “operativen Start” des Amazon-Logistikzentrums in Frankenthal (Pfalz) im August 2018 ist das “mittlere sozialversicherungspflichtige Bruttomonatsentgelt der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten” (Median) in Frankenthal (Pfalz) deutlich gesunken. 2018 sank das mittlere Bruttomonatsentgelt in Frankenthal (Pfalz) um 225 Euro (Männer: 315 Euro; Frauen: 126 Euro) auf 3.262 Euro (Männer: 3.471 Euro; Frauen: 2.913 Euro). Die kreisfreie Stadt Frankenthal (Pfalz) lag damit in 2018 im Vergleich der mittleren sozialversicherungspflichtigen Bruttomonatsentgelte in den 36 Kreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz nicht mehr auf Rang 4 (Männer: Rang 3; Frauen: Rang 6) sondern nur noch auf Rang 10 (Männer: Rang 10; Frauen: Rang 11) und in den 401 Kreisen in der Bundesrepublik Deutschland nicht mehr auf Rang 51 (Männer: Rang 43; Frauen: Rang 67) sondern nur noch auf Rang 149 (Männer: Rang 135; Frauen: Rang 136).
Quelle: BIAJ (Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe) (http://biaj.de/archiv-kurzmitteilungen/1256-amazon-seit-2018-in-frankenthal-pfalz-mittleres-bruttomonatsentgelt-sinkt-deutlich-ein-kreisvergleich.html)

Via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=53725#h07) -> + weiterer Artikelhinweis

Ich könnte kotzen wenn weltweit um so einen Dreck gebuhlt wird, für den Staat schlecht, für die Mitarbeiter schlecht, also WARUM?

Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 10:44:11 Fr. 26.Juli 2019
Weil wir Selfmade Men so lieben.

Leute, die es vom Tellerwäscher aus der Start-up-Garage einfach mal zum Milliardär gebracht haben:

(https://specials-images.forbesimg.com/imageserve/5bb22ae84bbe6f67d2e82e05/416x416.jpg?background=000000&cropX1=904&cropX2=1403&cropY1=262&cropY2=761)

Dafür hat er schließlich den SPRINGER AWARD verdient.

(https://cdn.weka-fachmedien.de/thumbs/fileadmin/images/2018/04/Axel_Springer_Award_2018_Jeff_Bezos_1_web.jpg.774x516.jpg)

So sieht es aus, das Dreckspack, das das gesellschaftliche Zusammenleben zur Hölle macht und die Erde in einen unbewohnbaren Planeten verwandelt:
(https://www.axelspringer.com/data/uploads/2018/04/5f33147f48c1bd5f.jpeg)
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Troll am 10:59:11 Fr. 26.Juli 2019
Wieder ein Paket visuelles Brechmittel.
Wie sagt der große Philosoph Nico Semsrott, "Freude ist nur ein Mangel an Information", er hat recht, ich fürchte neue Informationen wie der Teufel das Weihwasser.
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 08:47:35 So. 04.August 2019
Zitat
Deutsche Sprachaufzeichnungen des digitalen Assistenten Alexa von Amazon werden einem Zeitungsbericht zufolge unter anderem von polnischen Zeitarbeitern in Heimarbeit ausgewertet.

Wie die Welt am Sonntag meldet, hat die Zeitarbeitsfirma „Ranstad Polen“ noch bis Freitag entsprechende Stellen ausgeschrieben. Ein in dem Programm tätiger Mitarbeiter wird von der Zeitung mit den Worten zitiert, er arbeite ebenso wie viele seiner Kollegen am Küchentisch.
https://www.deutschlandfunk.de/medienbericht-polen-werten-alexa-aufzeichnungen-in.1939.de.html?drn:news_id=1034770
Titel: Re: AMAZON
Beitrag von: Kuddel am 09:22:09 Do. 26.September 2019
Zitat
Mehrtägiger Streik bei Amazon in Leipzig

Verdi versucht seit Jahren, Tarifverhandlungen beim Onlinerhändler durchzusetzen - ohne Erfolg. Nun lassen Mitarbeiter die Arbeit bis Samstag ruhen.
https://www.saechsische.de/mehrtaegiger-streik-bei-amazon-in-leipzig-5122843.html