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Industrie & Handwerk & Agrar => Globalisiert => Thema gestartet von: Troll am 10:44:17 Di. 23.Juli 2013

Titel: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:44:17 Di. 23.Juli 2013
Zitat
Militärs in Honduras töten Staudammgegner

Soldaten eröffnen Feuer auf Kraftwerksgegner. Sozialer Protest wird kriminalisiert

Río Blanco/Intibucá. Bei einer Protestaktion gegen den Bau des Staudammprojektes Agua Zarca im honduranischen Río Blanco wurde Tomas García, lokales Mitglied der indigenen Organisation COPINH, von Soldaten erschossen. Sein Sohn Allan wurde ebenfalls von zwei Kugeln getroffen und schwer verletzt ins Krankenhaus von Santa Barbara eingeliefert. Auch der Minderjährige Cristian Anael Madrid wurde tot aufgefunden.

Der Vorfall ereignete sich, als die Dorfbewohner vor dem Firmengelände von DESA und SINOHYDRO eine friedliche Kundgebung abhalten wollten.

Laut Berta Caćeres, Generalkoordinatorin von COPINH, hatten Mitglieder der Armee ohne Vorwarnung das Feuer eröffnet, als sich die Teilnehmer der Kundgebung dem Eingangstor des Firmengeländes von DESA und SINOHYDRO näherten.

Den Vorfällen folgte eine Medienkampagne des Unternehmens DESA und des honduranischen Militärs mit dem Ziel COPINH zu kriminalisieren. Laut einer Pressemitteilung von DESA handelten die Militärs in reiner Notwehr, als bewaffnete Dorfbewohner sich gewalttätig Zugang zum Firmengelände verschaffen wollten.
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Quelle: amerika21.de (http://amerika21.de/2013/07/83778/tomas-garcia)

Zitat
800 Fischer blockieren Belo-Monte-Baustelle

Fischer fordern Entschädigungen für Rückgang der Fangerträge. Bis zu 40.000 Menschen sollen im Zuge des Staudammbaus vertrieben werden

Brasília. Rund 800 Fischer haben am Mittwoch den Eingang zur Baustelle des Belo-Monte-Staudamms im nordbrasilianischen Bundesstaat Pará blockiert. Die Fischer beklagen starke Rückgänge ihrer Fangerträge seit Beginn der Bauarbeiten für Belo Monte, den am Fluss Xingu gelegenen drittgrößten Staudamm der Welt. Die Protestaktion der Fischer wird von der Bewegung der Staudammbetroffenen (MAB), der Jugendbewegung Levante Popular da Juventude und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützt.

Die Fischer verlangen vom Konsortium Norte Energia, das den 11-Gigawatt-Staudamm Belo Monte in der Nähe der Stadt Altamira bauen lässt, Entschädigungen für die bereits erlittenen sowie für die kommenden Einbußen beim Fischfang. Zudem fordern sie das Konsortium auf, ihnen neue Anlegestellen für ihre Boote sowie technische Unterstützung zu gewähren. Die Protestierenden wurden laut Angaben der MAB von Vertretern des Konsortiums Norte Energia zum Gespräch empfangen. Die Verhandlungsvertreter des Konsortiums hätten aber keine Befugnisse gehabt, den Fischern Zugeständnisse zu machen. Daher hätten die 800 Fischer einen der Zugänge zur Baustelle von Belo Monte besetzt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.
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Quelle: amerika.de (http://amerika21.de/2013/07/83808/800-fischer-belo-monte)

Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:01:12 Fr. 02.August 2013
Zitat
Ein Scharfschütze sollte am 24. Juli im Rahmen des entwickelten Einsatzes „Baby“ auf den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro schießen.

Nach dem Mord sollten etwa 400 speziell ausgebildete Leute Panik und Chaos auf Militärobjekten  erzeugen.

In die Verschwörung sind der von Venezuela und Ghana wegen Terrorismus angeklagte Konterrevolutionär Luis Posada Carriles, der venezolanische Oppositionsanführer Henrique Capriles, der kolumbianische Ex-Präsident Álvaro Uribe, der honduranische Politiker Roberto Micheletti und ein gewisser CIA-Agent verwickelt, teilte der venezolanische Innenminister Miguel Rodriguez Torres mit. Für die Vorbereitung des Mordes wurden insgesamt etwa 2,5 Millionen US-Dollar ausgegeben.
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Quelle: Internetz-Zeitung (http://internetz-zeitung.eu/index.php/694-mordanschlag-auf-chavez-nachfolger-maduro-vereitelt)

Zitat
US-Drohnen für Kolumbien

Unbemannte Flugobjekte werden sonst nur in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan, Irak, Pakistan und Jemen eingesetzt

Bogotá. Wie die kolumbianische Tageszeitung El Tiempo in ihrer Onlineausgabe berichtet, planen die USA, Kolumbien und weitere Länder zur Unterstützung des Kampfes gegen Drogenhandel und Terrorismus mit Drohnen zu beliefern.

De Zeitung bezieht sich auf US-Medienberichte, nach denen die US-Regierung den Gebrauch der unbemannten Fluggeräte auch auf "Krisenregionen" ausdehnen will. Bislang seien Drohnen "nur in Kriegsgebieten wie Irak und Afghanistan" eingesetzt worden. Nach einem Bericht der US-Tageszeitung Washington Post wollen die USA Drohnenangriffe dort reduzieren. Die dann zur Verfügung stehenden Fluggeräte sollen in anderen Weltregionen zur Spionage und Aufklärung eingesetzt werden.
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Quelle: amerika21.de (http://amerika21.de/2013/07/83903/us-drohen-kolumbien)

Dazu passend:
Zitat
US-Gerichte billigen unbegrenzte Inhaftierung und Folter

Von Stephen Lendman
Die USA sind ein Polizeistaat. Die Regierung der USA ist völlig skrupellos und herrscht mit eiserner Faust. Das Völkerrecht wird als kurioses Relikt betrachtet. Die US-Bürgerrechte sind das Papier nicht mehr wert, auf dem sie niedergeschrieben wurden.

Von der Verfassung garantierte Rechte sind außer Kraft gesetzt. Für die meisten Menschen waren sie das auch schon bisher. Das trifft heute aber mehr als jemals zuvor zu. Die Bürgerrechte sind null und nichtig. Die machtvolle Exekutive diktiert die Regeln. Kongress und die Bundesgerichte lassen das zu, weil sie zu Komplizen geworden sind.
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Quelle: Gegenmeinung (http://principiis-obsta.blogspot.se/2013/08/us-gerichte-billigen-unbegrenzte.html)

Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 13:32:00 Mi. 21.August 2013
Zitat
Welle von Bergarbeiterstreiks in Südamerika

In der weltgrößten Kupfermine, Escondida in Chile traten am 15. August. 2.500 Bergleute in Streik. Sie fordern Auszahlung der Jahresprämie, bessere Arbeitsbedingungen und den Abbau von Überwachungskameras. Die Mine gehört mehrheitlich den australischen Konzernen BHP Billiton und Rio Tinto. In Peru streiken die Arbeiter der Eisenmine Shougang (chinesischer Konzern) für höhere Löhne. Bemerkenswert ist die anwachsende kämpferische Bewegung handwerklich arbeitender Bergleute. In diesem Bereich sind in Peru rund 500.000 Arbeitsplätze. Die informellen Gold-Bergleute in Peru beginnen diese Woche mit regionalen Streiks. Sie werfen der Regierung vor, dass sie nur zum Schein Genehmigungsverfahren durchführt, da die damit verbundenen Auflagen und Kosten untragbar sind. Damit werden die Bergleute in die Illegalität getrieben und die großen Bergbaukonzerne bekommen die Rechte. Die peruanische Regierung fördert skrupellos die Expansion der internationalen Monopole auf Kosten der Arbeiter, ihren Familien und der Umwelt. Der Bergbau- und Energieminister erklärte jetzt das Projekt "Conga" der Goldmine Yanacocha sei unverzichtbar. Seit Jahren kämpfen die Bewohner der Provinz Cajamarca gegen dieses Projekt, das das Trinkwasser vergiftet. Die Regierung will auch den Kupferabbau bis 2016 verdoppeln.


Quelle und vollständiger Artikel: rf-news (http://www.rf-news.de/2013/kw34/welle-von-bergarbeiterstreiks-in-suedamerika)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 18:47:31 So. 02.Februar 2014
Zitat
Ungleichheit in Lateinamerika weiter reduziert

Lateinamerika schafft Wende entgegen dem globalen Trend. UN-Wirtschaftskommission empfiehlt weitere Anstrengungen

Oxford/Havanna. Lateinamerika ist die einzige Weltregion, die im vergangenen Jahrzehnt die Ungleichheit in der Einkommensverteilung reduzieren konnte. Dies geht aus dem jährlichen Verteilungsbericht der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor. Demnach weisen heute 14 der 17 untersuchten Länder auf dem Kontinent eine ausgewogenere Verteilung auf als vor zehn Jahren. Dies steht in Kontrast zur weltweiten Entwicklung, für die Oxfam insbesondere seit Beginn der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2007 eine massive Zunahme der Einkommensunterschiede konstatiert.
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Quelle: amerika21 (http://amerika21.de/2014/01/96830/ungleichheit-reduziert)

Es geht doch, ein paar Prioritäten anders gesetzt und schon geschehen Zeichen und Wunder.




Noch etwas:
Zitat
Celac-Gipfel beschließt "Zone des Friedens"
 
Zum Abschluss des Gipfeltreffens Aktionsplan verabschiedet. Bekämpfung von Armut, Hunger und Ungleichheit im Mittelpunkt

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Einer der Höhepunkte war die Verlesung der "Erklärung Lateinamerikas und der Karibik zu einer Friedenszone" durch den kubanischen Präsidenten Raúl Castro. Damit verzichtet die Gemeinschaft auf die Nutzung von Atomwaffen und lehnt militärische und politische Interventionen von außen bei Konflikten ab. Diese sollen durch Dialog innerhalb der Region gelöst werden. Für Lateinamerika ist dies ein wichtiger Schritt, da die Vergangenheit von militärischen und politischen Interventionen seitens der USA geprägt ist.
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In den Plenumsbeiträgen der Regierungsvertreter bestand Einigkeit über das Ziel der Armutsbekämpfung. Allerdings sehen Länder wie Kolumbien, Honduras und Mexiko eine auf neoliberalen Prinzipien (Privatisierungen, Freihandel) basierende Politik als Erfolgsgarantie dafür an, während zahlreiche andere Länder den entgegengesetzten Weg gehen. Boliviens Präsident Evo Morales drückte seine Hoffnung aus, dass irgendwann alle Regierungen in der Celac "sich von der neoliberalen Politik lösen und auch antiimperialistisch und antikapitalistisch werden". Am Beispiel Boliviens könne man sehen, dass eine unabhängige Politik zum Erfolg führe. Es gehe um die Dekolonisierung und die zweite Befreiung Lateinamerikas, bei der die Länder über ihre natürlichen Ressourcen und ihre Politik selbst entscheiden können, ohne Druck der USA oder des Internationalen Währungsfonds, so Morales weiter. ...
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Der Präsident von Uruguay, José "Pepe" Mujica betonte in seiner Rede, dass es nicht allein um die Entwicklung der Wirtschaft gehen könne. Angesichts der globalen Probleme, auch hinsichtlich der Klimakrise und der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, sei eine Kultur erforderlich, die nicht auf der Zerstörung der Lebensgrundlagen beruhe. "Wir können kein Erdbeben verhindern und auch den Wind nicht anhalten, aber wir sind verantwortlich dafür, eine andere Kultur zu entwickeln", so Mujica.
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Quelle: amerika21 (http://amerika21.de/2014/01/96882/celac-gipfel-beendet)

Magengrummeln, hoffentlich hält Nordamerika die Füße still.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 18:30:24 Mo. 17.Februar 2014
Zitat
Brasilien: Demonstranten = Terroristen?

Kongressabgeordnete wollen neues Anti-Terrorgesetz. Anwendung gegen Demonstranten geplant. Kritiker befürchten Kriminalisierung sozialer Proteste
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Die Gesetzesinitiative zielt im Kern auf eine massive Verschärfung des Demonstrationsstrafrechts ab und wurde mit Blick auf die seit Juni vergangenen Jahres vor allem in São Paulo und Rio de Janeiro anhaltenden Demonstrationen und vor dem Hintergrund der im Juni anstehenden Fußballweltmeisterschaft eingereicht. Senator Juca sagte, das Land brauche dieses neue Gesetz "oder die Fußball-WM laufe Gefahr, im Chaos zu enden". Als terroristische Akte eingestufte Taten sollten dem Gesetzesentwurf zufolge mit 15 bis zu 30 Jahren Haft bestraft werden. Als Terrorismus solle gelten, "wenn Terror oder allgemeine Panik provoziert oder dazu angestiftet wird mittels eines Angriffs oder Versuchs eines Angriffs auf das Leben, die physische Integrität oder Gesundheit oder Einschränkung der Freiheit einer Person zur Folge hat." Als Mittel hierzu definiert der Gesetzestext das "Tragen von Sprengmaterialien, chemischen, biologischen oder radioaktiven Waffen oder andere zum Zweck der Massenvernichtung bestimmte Mittel".

Kritiker sehen durch diesen Gesetzentwurf rechtsstaatliche Prinzipien in Gefahr. "So wie dieser Gesetzentwurf konzipiert ist, bedeutet dies nicht nur die Möglichkeit, die sozialen Bewegungen zu kriminalisieren, sondern verstößt direkt gegen das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit", bewertete der Rechtsprofessor Juarez Tavares gegenüber dem Correio Braziliense das Vorhaben. "Nur schwammig zu definieren, es sei eine Straftat, Terror oder kollektive Angst zu verbreiten oder dazu anzustiften, das reicht nicht aus", sagte Tavares. Diese Passagen seien für einen Gesetzestext zu schwammig und für die Bürger daher nicht einschätzbar, so der Rechtsprofessor und pensionierte Bundesstaatsanwalt.
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Quelle: amerika21 (http://amerika21.de/2014/02/97340/senat-demo-terrorismus)

 ;(  :(
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:12:13 Mo. 17.Februar 2014
Lupenreine sozialdemokratische Politik unter Dilma Rousseff.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 17:34:54 Mo. 24.Februar 2014
Zitat
Noch ein Nachtrag zur Ukraine

Dieser Nachtrag betrifft dreierlei: 1. Es ist in den deutschen Medien Mode geworden, in Kategorien einer neuen Konfrontation zwischen Ost und West zu denken. Es gibt Ausnahmen. Eine davon war ein Kommentar in der großen Regionalzeitung „Die Rheinpfalz“ vom 20. Februar. 2. Auch in vielen Nachbetrachtungen zu den Ereignissen in der Ukraine wird so getan, als seien alle Demonstranten auf dem Maidan als Demokraten vom Himmel gefallen. Das ist nicht so. Wir stellen ein Dokument mit den Informationen zu den Zahlungen der US-amerikanischen Organisation NED an rund 60 verschiedene Empfänger in der Ukraine vor. 3. Lateinamerika hat eine lange Erfahrung mit dieser Mischung aus respektabler Hilfe zur Demokratie und Subversion durch die USA. Albrecht Müller.
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Betrifft Venezuela und andere Aktivitäten der USA in Süd- und Mittelamerika.

Hier der Hinweis auf ein junge Welt Interview mit der Argentinierin Stella Calloni aus:

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In Europa behaupten sogar Leute, die sich links nennen, daß in Venezuela Studenten- und Jugendproteste wie in anderen Ländern stattfinden. Was sagen Sie dazu?

Die Rechte in Venezuela will ja keine sozialen Verbesserungen, sondern die Rückkehr zur Herrschaft der Oligarchie und der US-Konzerne.
In Chile protestieren hingegen Studenten für bessere Bildungschancen, weil das private System viele ausschließt, und in Spanien wehren sich die Menschen gegen Sozialabbau. Aber sie erschießen dort keine politischen Gegner und verbünden sich nicht mit bezahlten paramilitärischen Terrorgruppen.
Wenn Menschen in Europa faschistischen Terror mit legitimen Protest gleichsetzen, dann liegt das auch daran, daß sie von den großen Medien systematisch desinformiert werden. Linke sollten die Propagandalügen aber eigentlich durchschauen.
Für uns ist eines klar: Wer faschistischen Putschisten applaudiert, gehört nicht zur linken Bewegung.

Wie bei der Unterstützung des Putsches in der Ukraine?

In Europa feiern viele, daß dort de facto Faschisten durch einem Staatsstreich mit an die Macht gelangen. Das muß man sich vorstellen: Die jüdische Bevölkerung in der Ukraine muß um ihre Sicherheit und Unversehrtheit fürchten, und ausgerechnet in Deutschland wird der Grund dafür bejubelt!
Außerdem sehen viele nicht, daß die aggressive NATO-Politik den Weg für den dritten Weltkrieg bereitet.

Ist das nicht übertrieben?

Keineswegs. Die Kette Irak, Libyen, Syrien und jetzt Ukraine führt geradewegs dahin. Die USA und Europa stecken in einer tiefen Krise, das macht sie so gefährlich.
Im Gegensatz zu uns in Lateinamerika ist die europäische Bevölkerung aber nicht auf das vorbereitet, was kommt. In Deutschland und Europa sind die Menschen nicht richtig informiert und sich auch nicht darüber im klaren, daß ihre Regierungen zwar überall Sprengsätze legen, die Zünder dafür aber andere in der Hand halten.
Das führt direkt in die Katastrophe.

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=20855)

Hab den Artikel mal hierher gepostet, hätte auch in den "Ukraine"-Thread, den "Hirnwäsche, Propaganda & Zensur - Das Abrutschen des jounalistischen Mainstreams"-Thread und den " Ausser Kontrolle"-Thread gepasst, hab mich für diesen entschieden da das Kind, in Sachen Lateinamerika, noch festen Boden unter den Füßen hat, aber der Boden wankt und die "freie Welt" versucht zu schubsen.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:51:59 Do. 26.Juni 2014
Zitat
Urteil gegen Argentinien im Streit mit Hedgefonds (link zu amerika21) (https://amerika21.de/2014/06/102688/argentinien-hedgefonds)

Zitat
Mujica will über "Geierfonds" in internationen Gremien diskutieren (link zu amerika21) (https://amerika21.de/2014/06/102743/mujica-geierfonds)

Zitat
New Yorker Richter ist Argentiniens letzte Chance

Für Argentinien läuft die Zeit ab: Bis zum 30. Juni muss das südamerikanische Land alte Anleiheschulden in Milliardenhöhe zahlen – so hat es Richter Thomas Griesa aus New York entschieden. Die Schulden zu tilgen, kann sich Argentinien aber nach eigenen Angaben nicht leisten. Deswegen hat das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires am Montag einen Antrag beim Bezirksgericht in Manhattan eingereicht, in dem es Griesa bittet, sein Urteil auszusetzen.
…. Griesa hatte einer Gruppe von Gläubigern, angeführt vom New Yorker Hedgefonds NML Capital, das Recht auf eine volle Auszahlung offener Forderungen in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar plus Zinsen zugestanden. Der Oberste Gerichtshof der USA wies einen Berufungsantrag Argentiniens ab. Das Urteil verbietet es Argentinien, seine restlichen Anleihen zu bedienen, solange die Schulden bei den Hedgefonds nicht bezahlt sind. Argentinien zahlt also entweder auch die verhassten Spekulanten aus – oder würde als zahlungsunfähig eingestuft.
Quelle: SZ (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-mit-hedgefonds-new-yorker-richter-ist-argentiniens-letzte-chance-1.2013628)

Anmerkung JK: Ein Vorgang bei dem einem eigentlich der Atem stocken sollte, zeigt er doch die ungeheure Macht der Finanzindustrie. Ein einziger Hedgefonds ist in der Lage ein ganzes Land in den Staatsbankrott zu treiben. Das Schicksal von 40 Millionen Menschen hat vor den Interessen privater Investoren keine Bedeutung. Dazu ist es hilfreich sich die katastrophalen Folgen der vorhergehenden argentinischen Finanzkrise, mit dem Zusammenbruch des Finanzsystems 2001, vor Augen zuführen. So sank in der Krise das Bruttoinlandsprodukt Argentiniens um insgesamt 21 %. Mit verheerenden sozialen Folgen: Am Höhepunkt der Krise (Mitte 2002) betrug die Armutsrate 57 % und die Arbeitslosenrate 23 % – Griechenland lässt grüßen.
Hier manifestiert sich auch die asoziale Logik des Neoliberalismus. Die betroffenen Hedgefonds hatten auf dem Höhepunkt der argentinischen Wirtschaftskrise die Staatsanleihen, in vollem Bewusstsein des Risikos, zu Ramschpreisen aufgekauft. Nun soll das finanzielle Risiko wieder einmal auf die Allgemeinheit abgewälzt werden.
Leider zeigt das Urteil des Obersten US-Gerichtshofes, wie tief die neoliberale Ideologie bereits in das allgemeine Bewusstsein eingedrungen ist. Das Schicksal eine Nation wird als unbedeutender eingestuft als die Profitinteressen der Spekulanten bzw. der herrschenden ökonomischen Eliten. Denn diese, und nicht die “kleinen” Leute, dürften wohl primär in Hedgefonds finanziell engagiert sein.


Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=22156#h15)

Staaten bzw. die Bürger ausplündern ist ein lukratives neoliberales Geschäftsfeld und die Regierungen helfen oftmals im Vorfeld da sie glauben Investitionen in ihr Land wären etwas gutes.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:11:59 Sa. 09.August 2014
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Papst Franziskus hebt Suspendierung von Miguel d'Escoto auf

Vatikanstadt/Managua. Der amtierende Papst Franziskus hat die von seinem Amtsvorgänger Johannes Paul II. vor 29 Jahren angeordnete Suspendierung des katholischen Priesters und ehemaligen Außenministers von Nicaragua, Miguel d’Escoto, kritisiert und aufgehoben. Der Geistliche und Linkenpolitiker war einer der bekanntesten Köpfe der Sandinistischen Revolution und stand mit dem antikommunistisch ausgerichteten Vatikan in Konflikt.
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1984 hatte der Internationale Gerichtshof in Den Haag die USA auf D'Escotos Betreiben wegen militärischer und paramilitärischer Aktivitäten gegen das kleine mittelamerikanische Land verurteilt. Der Diplomat spielte eine wichtige Rolle in den Friedensverhandlungen von Esquipulas Ende der 1980er Jahre. In den Jahren 2008 und 2009 war er Präsident der Generalversammlung der Vereinten Nationen.  D'Escoto ist derzeit außenpolitischer Berater von Präsident Ortega.

Die Regierung Nicaraguas begrüßte den Schritt von Papst Franziskus.

Quelle: amerika21 (http://amerika21.de/2014/08/103503/descoto-papst-vatikan-fsln)

Das meinte ich mit meinem Einwurf über Papst Franziskus, er ist aus unserer Sicht kein Heiliger, aus Katholen-Sicht sowieso nicht, aber er ist besser als Benedikt und Johannes Paul II die nur Mittelalter predigten. (https://www.chefduzen.de/index.php?topic=9351.msg292440#msg292440)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 17:25:24 So. 14.September 2014
Zitat
UNO will ein Insolvenzrecht für Staaten

Fast alle Mitglieder unterstützen Vorschlag von Argentinien. USA und EU dagegen. Auch Deutschland lehnt Vorstoß aus Buenos Aires ab

New York. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) hat auf Initiative von Argentinien beschlossen, einen Entwurf für ein Insolvenzverfahren für Staaten zu erarbeiten. 124 Länder stimmten für die Initiative, 41 enthielten sich, elf stimmten dagegen, darunter die USA, Kanada sowie einige Länder der EU, unter diesen Deutschland. Den Antrag hatte die Gruppe der 77 und China auf Anregung der Regierung von Präsidentin Cristina Fernández eingebracht. Anlass des Antrags waren die aktuellen Probleme der argentinischen Regierung mit Hedgefonds.

Eine Regelung für Schuldenkrisen von Staaten hatten sowohl Regierungen als auch soziale Bewegungen seit Jahren gefordert. Bisher gab es jedoch keine Fortschritte bei den internationalen Institutionen.
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Mit dem Vorschlag wollen die Antragsteller verhindern, dass sogenannte Geierfonds – wie im Fall Argentiniens – Schuldtitel aus Spekulationserwägungen aufkaufen und damit die Länder in finanzielle Probleme bringen können. Im Fall von Argentinien werden die Hedgefonds von der US-Justiz dabei unterstützt.

Wie zahlreiche Vertreter der Länder des Südens in der Debatte erläuterten, ist die Verschuldung ein zentrales Problem, die eine eigenständige wirtschaftliche Entwicklung von Schwellen- und Entwicklungsländern verhindere. Bisher waren die Länder auf die Entscheidungen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder des Pariser Clubs angewiesen. Als Gegenleistung für finanzielle Unterstützung mussten die betroffenen Regierungen Gegenleistungen erbringen, wie eine Exportorientierung der Wirtschaft, Privatisierung öffentlicher Güter und Kürzung von Löhnen und Sozialleistungen. Im Rahmen der Finanzkrise und der Verschuldungsprobleme von Staaten innerhalb der Europäischen Union wurden diese Konzepte auch auf diese Länder angewendet.
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Quelle und vollständiger Artikel: amerika21 (https://amerika21.de/2014/09/106695/uno-argentinien-insolvenzrecht)

Nordamerika und viele EU-Staaten sind dagegen, die letzten Jahre haben gezeigt das sich mit Pleitestaaten wunderbar Geld verdienen lässt, nebenbei wird ihnen auch noch die gewünschte Politik aufgezwungen damit deren Elend möglichst lange Geld bringt.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 12:22:52 So. 16.November 2014
Zitat
Kuba gibt weltweit am meisten für Bildung aus

Havanna. Nach Angaben eines Berichts der Weltbank befinden sich Kuba, Bolivien und Venezuela unter den zehn Staaten, die weltweit am meisten für Bildung ausgeben. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum 2009 bis 2013 und misst die staatlichen Bildungsausgaben in Relation zum Brutttoinlandsprodukt (BIP).
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Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2014/11/109285/bildung-kuba-venezuela)

Solche Schlagzeilen liebe ich, bei uns redet man Jahrelang über die Wichtigkeit der Bildung und bei genauem hinsehen kürzt und streicht man im Bildungsbereich alles kurz und klein. Die übelsten menschenverachtendsten Regime "investieren" mehr in ihre Zukunft als die Demokratische Welt drumherum, verfolgte des freiheitlichen Westens müssen in solche bösen Staaten fliehen weil hier gemeinsam Unrecht zu Recht gemacht wird. Weit habens wir gebracht!
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 20:42:47 Mi. 19.November 2014
Zitat
Ära der leisen Staatsstreiche in Lateinamerika

Nach den Diktaturen ist Lateinamerika wieder ein Feld für linke Politik geworden. Inzwischen aber haben die USA gelernt, Regierungen ohne zu viel Blutvergießen zu stürzen

Miami, 23. September 2010. In den edlen Räumen des Bankers Club und unter der Schirmherrschaft des Interamerikanischen Instituts für Freiheit und Demokratie eröffnet der radikale Anti-Castrist Carlos Alberto Montaner die Konferenz "Das Scheitern der Modelle des Sozialismus des XXI. Jahrhunderts". In der Versammlung sieht man einige sehr bekannte aus Ecuador ausgewanderte Teilnehmer: Mario Ribadeneira, ehemaliger Minister der Regierung Sixto Durán Ballén (1992-1996) – die Blütezeit des Neoliberalismus in Quito –; Roberto Isaías, der vor der Justiz geflohen ist, nachdem er seine Bank Filanbanco, die größte des Landes, durch Betrug in den Bankrott geführt hatte; den Ex-Oberst Mario Pazmino, Leiter des Geheimdienstes der Armee, der 2008 wegen seiner etwas zu engen Verbindungen zur CIA vom Staatschef Rafael Correa abgesetzt wurde.
 
Der Redner des Tages Lucio Gutiérrez, Ex-Oberst und anschließend Präsident Ecuadors, am 20. April 2005 durch einen Aufstand der Bevölkerung davon gejagt, spricht von angeblichen messianischen und mystischen Visionen der Sozialisten, prangert ihren jämmerlichen Marxismus sowie ihren gefährlichen Populismus an. Er kündigt die Ankunft eines neuen Zeitalters des Glücks und des Fortschritts an.
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Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/analyse/109311/aera-der-leisen-staatsstreiche)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 15:27:17 So. 19.April 2015
Zitat
Der Fall Nisman und die "vergessenen" Wikileaks-Depeschen

Es ist erstaunlich ruhig geworden um den am 18. Januar tot aufgefundenen argentinischen Staatsanwalt Alberto Nisman. Denn die neuen Ermittlungsergebnisse passen nicht ins Narrativ der bürgerlichen Presse
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Denn Nisman, so unisono die Darstellung in den großen Presseportalen Argentiniens, allen voran das Medienkonglomerat Clarín, und völlig unkritisch von allen westlichen Nachrichtenagenturen übernommen, stand kurz vor seinem Tod davor, die gewählte Präsidentin Fernández wegen "Vertuschung eines Terroranschlags" auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires 1994 anzuklagen, umfassende Beweislast inklusive. Sein Tod, so etwa auch "Spiegel Online", mache den Weg frei für einen milliardenschweren Öldeal zwischen Argentinien und Iran.

Doch was im weiteren Verlauf der Ermittlungen zutage gebracht wurde, scheint nicht mehr ins Narrativ der bürgerlichen Presse in- und außerhalb Argentiniens zu passen. Also legt man in gewohnter Manier den Mantel des Schweigens um nicht genehme Enthüllungen. Denn Nisman war im Übermaß korrupt und ließ sich laut Wikileaks-Enthüllungen die Ermittlungsausrichtung zu AMIA direkt von den USA diktieren, die alles daransetzten, alternative Ermittlungsspuren zu eliminieren, und nur einen Schuldigen sehen wollten: den Iran.
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Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/analyse/117410/nisman-und-wikileaks)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 16:15:04 Sa. 13.Juni 2015
Zitat
Wirtschaftsboom endet - jetzt brodeln die Proteste in Südamerika

(Bloomberg) -- Die zentral gelegene Plaza de la República in Guatemala-Stadt platzte förmlich aus allen Nähten. Gut 20.000 Demonstranten forderten mit ohrenbetäubendem Lärm und blau-weiße Nationalflaggen schwenkend den Rücktritt des Präsidenten. Zugleich etwa 2500 Kilometer weiter südlich: In Venezuela zog es tausende weiß gekleideter Bürger auf die Straße. Sie verlangten Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener.

Beides fand statt am 30. Mai, aber in Lateinamerika sind vergleichbare Proteste nahezu an der Tagesordnung.

Kurz zuvor setzte die Regierung in Peru Spezialkräfte der Polizei gegen Demonstranten in der südlichen Großstadt Arequipa ein und ließ Schulen schließen. Die Gegner eines Minenprojekts mussten sich mit feuchten Kopftüchern gegen das Tränengas wappnen.

Von Mexiko im Norden bis Chile im Süden hat Lateinamerika eine Protestwelle erfasst. Von Skandalen, stagnierender Wirtschaft, gebrochenen Wahlversprechen und inkompetenten Regierungen frustrierte Bürger zieht es vermehrt auf die Straßen. Nicht selten richtet sich der Protest gegen erst kürzlich gewählte, oft extrem populistische Politiker, die in den letzten Jahren als Hoffnungsträger galten. Derzeit endet überdies ein jahrelanger Wirtschaftsboom, vornehmlich getrieben von gestiegenen Erträgen aus dem Rohstoffexport. Die Regierungen vergaben üppige Sozialleistungen, was die weit verbreitete Korruption nur kaschierte.

"Das Wirtschaftwachstum in den letzten zehn Jahren und in vielen Fällen neue Parteien an der Regierung haben den tief sitzenden Ärger in der Bevölkerung überdeckt", sagt der Assistenzprofessor Chris Sabatini von der Columbia Universität.

Mit einer wesentlich breiteren Mitteklasse - alleine zwischen 2000 und 2010 schafften geschätzte 49 Millionen Südamerikaner den Weg aus der Armut - stiegen auch die Ansprüche an die politische Klasse, sagt der Geopolitikexperte Claudio Loser, der früher beim Weltwährungsfonds IWF tätig war. Die grassierende Korruption sei ein Dauerproblem in der Region, das eine sich emanziperende Mittelschicht aber immer weniger toleriere. Sie poche auf die schärfere Bekämpfung illegalen Verhaltens.

Erodierende Staatsfinanzen begrenzen nun den Spielraum für Ausgaben, was der Region derzeit eine besonders schwierige Phase bringe, sagt der stellvertretende Chefökonom Daniel Lederman für Lateinamerika bei der Weltbank.

Das zeigt sich auch am Zustand der Finanzmärkte. Der brasilianische Real hat seit Jahresbeginn um 14 Prozent abgewertet- Rekord unter den 16 wichtigsten Währungen. Ausländische Direktinvestitionen in Lateinamerika und der Karibik sind im letzten Jahr um 16 Prozent eingebrochen, wie die UN berichtete, und damit mehr als doppelt so stark wie im Rest der Welt. Für die Region prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum von gerade 0,9 Prozent. Das langsamere Wachstum in China werde zudem die Rohstoffpreise deckeln. Es leiden die Kupferminen in Chile, die Sojabohnenbauern in Argentinien und das extrem vom Rohölexport abhängige Venezuela.

Unterdessen hat die wiedergewählte brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff die Leitzinsen erhöht und die Staatsausgaben gekürzt. Im Wahlkampf hatte sie bei ihrem Gegenkandidaten genau diese Maßnahmen als Risiko für die Wirtschaft bezeichnet. Erschüttert wird das Land, in dem Proteste gegen die Investitionen im Zuge der Fußball- Weltmeisterschaft bereits seit Jahren etliche Brasilianer protestieren lassen, zudem von einem Korruptionssskandal um den Ölkonzern Petroleo Brasileiro SA.

Vor rund einer Generation hatten viele Lateinamerikaner in Ländern, die sich gerade von Bürgerkriegen oder Diktaturen erholten, andere Erwartungen und Forderungen an ihre Regierungen. Seither haben die Bürger neue Vorstellungen und Ansprüche an die Politik entwickelt, sagt Loser. Alleine in dieser Hinsicht bedeuteten die derzeitigen Proteste einen echten Fortschritt.

"Es wird einen Transparenzschub in der Mehrheit der südamerikanischen Länder geben, weil die wachsende Mittelklasse danach verlangt", sagt Experte Lederman von der Weltbank voraus. Das gelte vor allem für die beiden großen Länder Chile und Brasilien, "aber das gilt für alle Lateinamerikaner, die in einer Demokratie leben. Mehr Transparenz in der Politik ist nicht aufschiebbar".
http://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article142383283/Wirtschaftsboom-endet-jetzt-brodeln-die-Proteste-in-Suedamerika.html (http://www.welt.de/newsticker/bloomberg/article142383283/Wirtschaftsboom-endet-jetzt-brodeln-die-Proteste-in-Suedamerika.html)



Und natürlich wieder: "... weil die wachsende Mittelklasse danach verlangt".
Die Mittelklasse. Auf die kommt es an. Der gemeine Proll, der ist ja viel zu doof zu denken oder was vernünftiges zu fordern, nicht wahr, liebe WELT?
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:50:12 So. 14.Juni 2015
Das hat Methode, der Hitlerwiderstand besteht medial auch zu 99% aus "Graf" Stauffenberg, oder z.B. im "Kultursender" Arte wo sie aus 1 Mio. Demonstranten den einen intellektuellen Künstler rauspfriemeln um ihn als treibende Kraft des Widerstands darzustellen, der gemeine Pöbel ist zu dumm, faul und braucht immer einen Führer.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:47:48 Fr. 06.November 2015
Zitat
Evo Morales liest den USA die Leviten

Boliviens Präsident hält Rede über den Prozess der Neugründung / Stärkere Kooperation mit Deutschland geplant
Morales bedankte sich ironisch bei der US-Botschaft in Bolivien, die im Wahlkampf 2002 sein bester Wahlkampfhelfer gewesen sei: Der US-Botschafter habe ihn als Drogenhändler, Terrorist, Kokainmafioso etikettiert und die MAS als Investitionshemmnis. Apropos US-Botschaften: Warum hat es in den USA noch keinen Militärputsch gegeben, gab Morales einen in Lateinamerika weithin bekannten Witz zum Besten. Die Antwort: Weil es dort keine US-Botschaft gibt. Der Beifall des Auditoriums war Morales auch hier gewiss.

Quelle: Neues Deutschland (http://www.neues-deutschland.de/artikel/990230.evo-morales-liest-den-usa-die-leviten.html) via NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=28250#h12)

Viel Zustimmung, viel Beifall für Morales und wir haben Merkel als Kanzlerin, den fleischgewordenen Status quo.


Näheres:

Zitat
Boliviens Präsident Evo Morales in Berlin

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2015/11/136182/evo-morales-berlin)



Rede vor den vereinten Nationen (28. Sept. 2015):

Zitat
Evo Morales: "Wir sozialen Bewegungen sind keine Terroristen"

(amerika21 link) (https://amerika21.de/dokument/136062/evo-morales-generalversammlung)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 12:05:19 Do. 15.Dezember 2016
Zitat
Die Amis haben es geschafft, das südamerikanische Handelsbündnis Mercosur kaputtzumachen (http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-12/venezuela-mercosur-ausschluss-reaktionen-nicolas-maduro). Und sie mussten gar nichts groß machen. Die konservativen USA-Arschkriecher-Regierungen haben Venezuela rausgeschmissen, und die Einflussnahme der USA wird gar nicht erwähnt. Oder war es vielleicht gar nicht der Einfluss der USA sondern der von der EU (https://amerika21.de/2016/09/160810/mercosur-venezuela-freihandel)?

Quelle: Fefes Blog (https://blog.fefe.de/?ts=a6acfaf9)

Eigenständig geht gar nicht, da blöken höchstens die jeweiligen Nationalisten davon um sofort mit anzusagen ob der Arsch ihrer Wahl zukünftig russischer oder amerikanischer Herkunft ist. In die eigene Tasche lügen gehört zum internationalen politischen Geschäft.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 18:02:33 Mo. 20.März 2017
Zitat
Brasilien – Streiks und Massenproteste gegen Abbau sozialer Rechte fordern Temer-Regime zur Kraftprobe heraus

Die Situation in Brasilien spitzt sich immer weiter zu. In der letzten Woche erhoben die Brasilianer sich in Massenprotesten gegen die unbeliebte „Putsch-Regierung“ Michel Temers und deren neoliberale Reformen. Zum bisherigen Höhepunkt waren mehr als eine Million Menschen auf der Straße – mehr als 300.000 alleine in São Paulo. Für die NachDenkSeiten blickt Frederico Füllgraf auf eine bewegte Woche zurück.
....

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=37489)

Noch einige Artikel zu Brasilien von amerika21
https://amerika21.de/geo/brasilien (https://amerika21.de/geo/brasilien)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:46:55 Fr. 07.April 2017
Zitat
Nach Kraftakten in Venezuela und Ecuador setzt der konservativer Block auf Eskalation

Ecuador wählt links und die rechten Eliten scharren bereits mit den Hufen. Derweil versinkt Venezuela mehr und mehr in einer Krise und Opposition sowie die Anhänger der regierenden Chavistas liefern sich auf der Straße ein Kräftemessen. Frederico Füllgraf blickt für die NachDenkSeiten auf die ereignisreichen Entwicklungen der letzten Wochen in Venezuela und Ecuador.

Die rechtsgerichtete Opposition beschuldigt Präsident Nicolás Maduro des “Staatsstreichs” und fordert auf den Straßen die Absetzung des Obersten Gerichtshofs von Venezuela (TSJ). Währenddessen rücken regierungstreue Chávez-Anhänger, “Chavistas” genannt, zu Gegendemonstrationen aus. Maduros Polizei schließt 12 U-Bahn-Stationen und blockiert den oppositionellen Demonstranten den Zugang zur Libertador Avenue und damit zum Regierungsviertel. Es fliegen Steine, Polizisten werden verletzt, Wasserwerfer drängen die Massen zurück. Als dies nichts nützt, setzt die Polizei Tränen- und Pfeffergas gegen die Opposition ein. Das konservative bis ultrarechte, oppositionelle, venezolanische Parteienbündnis MUD (“Tisch der Demokratischen Einheit”) setzt auf Eskalation, Schlagzeilen der internationalen Leitmedien beschwören eine angebliche “Diktatur”.
....

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=37746)

Über Autor Frederico Füllgraf (mare online) (http://www.mare.de/index.php?article_id=3431)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:04:19 Fr. 07.April 2017

Nachrichten
Posted 6. April 2017 Per E-Mail versenden
Internationales
Venezuela – Verteidigung gegen „weichen Putsch“

Das Zentralorgan der KP Kubas zu den Umsturzversuchen der venezolanischen Rechten:
Das Volk Venezuelas manifestierte sich in Verteidigung der bolivarischen Souveränität

Studenten, Arbeiter und Frauen kamen am Dienstagmorgen in Caracas zusammen, um die Regierung von Nicolás Maduro angesichts der Manöver der Einmischung zu unterstützen

AVN / granma

5. April 2017

(http://fs5.directupload.net/images/170407/temp/858gb9vu.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4684/858gb9vu_jpg.htm)(http://)
In dieser Demonstration, die die Sraßen der venezolanischen Hauptstadt erfüllte, wies das Volk die Putschversuche der nationalen Rechtskräfte zurück. Photo: AVN

CARACAS – Das Volk von Chavez bestätigte seine Verpflichtung gegenüber der Verteidigung des Friedens, der Souveränität und der institutionellen Ordnung angesichts der Putschmanöver gegen Venezuela, die von Einrichtungen wie der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Rechtskräfte im Inneren des Landes gefördert werden.

Studenten, Arbeiter und Frauen kamen am Dienstagmorgen auf der Plaza Morelos zusammen und zogen gemeinsam zur Ecke der Straße San Francisco, im Zentrum von Caracas, um die Regierung von Nicolás Maduro angesichts der Manöver der Einmischung zu unterstützen.

Bei dieser Demonstration, die die Straßen der venezonanischen Hauptstadt erfüllte, wies das Volk die Putschbestrebungen der Rechten des Landes zurück, die mit der Unterstützung der OAS Angriffe auf die Öffentliche Macht schürt, als Teil einer neuen Seite ihres gegen Präsident Nicolás Maduro geführten Staatsstreichs.

Der nationale Koordinator der Bolivarischen Sozialistischen Gewerkschaftszentrale der Arbeiter Venezuelas, Carlos López, rief das Volk dazu auf, wachsam zu bleiben angesichts des Angriffs der internationalen Rechten und der nationalen extremen Rechtskräfte, da deren Ziel es sei, Gewalt zu schüren und die Nichtachtung der verfassungsmäßigen Normen zu fördern.

«Die Bolivarische Revolution und Präsident Nicolás Maduro haben uns aufgerufen, wachsam zu sein, und aus diesem Grund kommen wir in diesem Moment zusammen, um eine Demonstration einzuleiten, wie wir es immer gemacht haben, um unser Territorium zu verteidigen und den Venezolanern eine Botschaft zu vermitteln, dass diese Bolivarische Revolution friedlich ist, nicht stehenbleiben wird und die Völker weiter anführen wird.»

Während der Kundgebung hob der Erste Vizepräsident der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas (PSUV), Diosdado Cabello, hervor: «wir sind heute auf der Straße, um unser Volk in einer gerechten Forderung zu unterstützen: dass unsere Verfassung geachtet werde.»

Auch der Landeschef der Lokalen Komitees der Versorgung und Produktion (CLAP), Freddy Bernal, rief zum Bewusstsein und zur Organisierung des Volkes auf, um die Angriffe der Rechten wettzumachen.

Sektoren der venezolanischen Rechten beharren währenddessen darauf, Situationen der Gewalt hervorzurufen, um ihren neuen Putschplan weiterzuführen, und der auf Angriffen gegen die institutionelle Ordnung und der Förderung von die Einmischung fördernden Aktionen aus Einrichtungen wie der OAS basiert.

Das Manöver sieht die Aktivierung der Agenda der Straße des sogenannten Tisches der Einheit (MUD) vor, der seit dem vergangenen Freitag darauf besteht, Gewaltherde vor den Sitzen der Öffentlichen Macht und Plätzen in der venezonanischen Hauptstadt zu schüren.

Diese Aktionen werden mit Aufrufen von Führern der Rechten und Organisationen wie der Bischofskonferenz von Venezuela zur Mobilmachung, unter dem Vorwand des zivilen Ungehorsams, kombiniert.

Solche Manöver gehören dem Schema des weichen Putsches an, das die Ausübung von «nicht gewalttätigen» Aktionen vorsieht, um ein Klima des Unwohlseins unter der Bevölkerung, die Unterstützung durch Nichtregierungsorganisationen und die Aktivierung von gewalttätigen Aktionen hervorzurufen, die zur Regierungsunfähigkeit führen.

Gestern kam es vonseiten der Oppositionsführer zu Versuchen, Gewalt zu schüren, indem sie einige Hundert von Anhängern zum Sitz der Nationalversammlung zusammenriefen, wo angeblich eine Sondersitzung anberaumt war, um die Mitglieder des Obersten Gerichtshofes, der höchsten Instanz der Justiz in diesem Land, abzusetzen.

Auf ihrem Weg kamen die Demonstraten der Opposition an mehreren Wohngebäuden vorbei, die von der Großen Mission Wohnungen für Venezuela (GMVV) errichtet worden waren, die dem venezolanischen Volk würdigen Wohnraum bietet, und stellten die Intoleranz und den Hass unter Beweis, die vielen Mitgliedern der Opposition im Verlaufe von 18 Jahren der Revolution von deren Führern eingeflößt worden sind.

Unter dem Blick der Bewohner dieser Gebäude, die die Demonstation am Fenster verfolgten und an denen mehrere Fotos des Kommandanten Chávez und des Präsidenten Nicolás Maduro angebracht waren, schrien Gruppen der Demonstanten Beleidigungen und Ausdrücke der Intoleranz und der Verachtung gegen diese Venezolaner, die sich in ihren Wohnungen befanden.

Das Vorgehen der Behörden und die Mobilisierung der Bevölkerung verhinderte jedoch, dass sich die Zwischenfälle ausweiteten.

Der venezolanische Präsident betonte an diesem Dienstag, dass die bürgerlich-militärische Einheit die Gewaltbestrebungen und die Putschversuche im Land niedergeschlagen hätten. «Der Frieden hat in Caracas und in Venezuela gesiegt», sagte der Regierungschef aus dem Bundesstaat Apure.

Die Oppositoren verlegten die Sitzung der Nationalversammlung auf den heutigen Mittwoch, was beweist, dass sie ihre Putschabsichten gegen eine legitime Macht des venezolanischen Staates nicht eingestellt haben.

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/venezuela-verteidigung-gegen-weichen-putsch/ (http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/venezuela-verteidigung-gegen-weichen-putsch/)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:07:55 Fr. 07.April 2017
 Internationale Politik

Am Scheideweg
Die Kommunistische Partei Venezuelas muss um ihre legale Existenz kämpfen
Von André Scheer

Ausgabe vom 31. März 2017

Der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) droht zum vierten Mal in ihrer Geschichte die Illegalität. Diesmal ist es jedoch keine Militärdiktatur wie in den 30er Jahren, von der eine Auflösung der marxistisch-leninistischen Partei ausgeht. Es ist der „bolivarische“ Staatsapparat, dessen Vorgehen dazu führen kann, dass die PCV offiziell aufgelöst wird und sich nicht mehr an Wahlen beteiligen kann.
Dieses Szenarium könnte noch in diesem Sommer Realität werden. Der Nationale Wahlrat (CNE) hat angeordnet, dass alle Parteien, die bei den letzten Wahlen nicht mindestens ein Prozent der Stimmen erhalten haben, ihre Registrierung aktualisieren müssen. Dazu verlangt die oberste Wahlbehörde, dass die jeweilige Partei eine Mindestzahl an Mitgliedern nachweisen muss, die 0,5 Prozent aller Wahlberechtigten entspricht – rund 90000 Menschen. Sonst wird die Organisation aus dem Verzeichnis politischer Parteien gestrichen und ist damit für den venezolanischen Staat nicht mehr existent.

(http://fs5.directupload.net/images/170407/temp/tzvyqqnj.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4684/tzvyqqnj_jpg.htm)(http://)
„Verteidigen wir die Revolution – Errichten wir die Volksmacht!“( PCV)

Die PCV hat bereits im Oktober angekündigt, dass sie sich diesem Prozess verweigern wird, und sie bekräftigte diese Haltung in den vergangenen Wochen mehrfach. Zudem hat sie beim Obersten Gerichtshof Klage eingereicht und verlangt, dass noch aus dem Jahr 1965 stammende Parteiengesetz, auf das sich der CNE stützt, für verfassungswidrig zu erklären. Auch andere Linksparteien wie die REDES von Juan Barreto, dem früheren Oberbürgermeister von Caracas, haben sich der Klage der Kommunisten angeschlossen.
Die PCV ist in der linken und Arbeiterbewegung Venezuelas angesehen und dürfte genügend Anhänger mobilisieren können, um die notwendige Zahl von Unterstützern nachzuweisen. Der CNE verlangt jedoch, dass sich die Mitglieder der PCV – und aller anderen betroffenen Parteien – zu Sammelpunkten begeben, die im ganzen Land eingerichtet werden. Dort müssen sie sich ausweisen und erklären, dass sie Mitglied der Partei sind. Diese Daten werden aufgenommen und gespeichert. Sicher verwahrt sind die Informationen bei der Behörde jedoch nicht. Der CNE hat bereits angekündigt, auf seiner Homepage ein Tool einzurichten, auf der jeder die Nummer eines Personalausweises aus Venezuela eingeben kann und dann angezeigt bekommt, wer hinter dieser Nummer steckt – und ob er sich für eine Partei eingetragen hat. Begründet wird das vom CNE damit, dass „Identitätsdiebstahl“ verhindert werden soll. Jeder müsse kontrollieren können, ob unter seinem Namen eine Eintragung vorgenommen wurde. Tatsächlich bedeutet das jedoch auch, dass zum Beispiel Unternehmer überprüfen können, welcher Partei sich ihre Angestellten zuordnen. Schon jetzt beklagt die PCV, dass mehrere ihrer Mitglieder aus verantwortlichen Positionen entlassen wurden, zuletzt Lídice Navas aus der staatlichen Frauenbank Banco de la Mujer.
Die rechte Opposition hat sich vor allem über Verfahrenshindernisse beklagt. So sei die Zeit zu gering bemessen. Jeder Partei steht nämlich nur ein Wochenende zur Verfügung, an dem sich ihre Anhänger registrieren lassen können – und zwar nur an dem ihnen vom CNE jeweils zugewiesenen Sammelpunkt. Deren Zahl ist nicht groß, so dass sich in den vergangenen Wochen bereits lange Schlangen von Wartenden bildeten, die ihre Unterstützung für die eine oder andere Partei bekunden wollten. Die Regierungsgegner werfen den Behörden vor, letztlich die Auflösung möglichst vieler Oppositionsparteien anzustreben.
Die Kritik der PCV ist grundsätzlicher. Niemand könne durch eine Erklärung gegenüber einer staatlichen Stelle Mitglied der Kommunistischen Partei werden – nach den Statuten der PCV muss die Mitgliedschaft bei der zuständigen Gliederung beantragt werden, die dann über die Aufnahme entscheidet. Zudem weigert sich die PCV, die Namen ihrer Mitglieder gegenüber dem Staat offenzulegen. Aus Sicherheitsgründen habe nicht einmal die Partei selber ein zen­trales Verzeichnis aller Genossinnen und Genossen, berichtete Politbüromitglied Carlos Aquino vor einigen Tagen bei einer Pressekonferenz in Caracas. Die Verwaltung der Mitglieder sei die Aufgabe der regionalen Strukturen. Deshalb werde man eine solche zentrale Liste auch nicht dem CNE zur Verfügung stellen.
Die Kommunisten sprechen aus Erfahrung. Schon in den 60er Jahren, als Venezuela formell eine Demokratie war, wurde die PCV in die Illegalität gedrängt. Wer als Mitglied der Partei bekannt war, dem drohten Verfolgung, Gefängnis, Folter und die Ermordung. Die Namen ihrer umgebrachten Genossinnen und Genossen – etwa Livia Gouverneur oder Alberto Lovera – halten Venezuelas Kommunisten bis heute in Ehren.
Natürlich droht den Kommunisten ein solches Schicksal durch ihre Bündnispartner von der aktuell regierenden Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) wohl nicht. Doch was passiert, wenn sich die rechte Opposition auf legalem oder illegalem Weg des Staatsapparates bemächtigt? Oder was passiert, wenn sich Personen als PCV-Mitglieder eintragen – und sich dann per Klage vor den Gerichten an die Spitze der Partei setzen?
Es wird höchste Zeit, dass sich die revolutionären Parteien Venezuelas endlich wieder zusammensetzen, den eingeschlafenen „Patriotischen Pol“ wiederbeleben und eine gemeinsame Strategie diskutieren. Doch die PSUV und das Kabinett von Staatschef Nicolás Maduro scheinen daran kein Interesse zu haben. „Die Regierung hört nicht allen Stimmen zu, sondern nur denen, die sagen, was sie hören will“, kritisierte Carlos Aquino am 20. März. Sie müsse endlich die Ohren öffnen und auch die Kritik wahrnehmen.

Quelle

http://www.unsere-zeit.de/de/4913/internationale_politik/5126/Am-Scheideweg.htm (http://www.unsere-zeit.de/de/4913/internationale_politik/5126/Am-Scheideweg.htm)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 17:51:12 Fr. 07.April 2017
Putschpläne in Venezuela aufgedeckt

(http://fs5.directupload.net/images/170407/temp/rnyyer7z.jpg) (http://www.directupload.net/file/d/4684/rnyyer7z_jpg.htm)(http://)
Putschpläne im venezolanischen Fernsehen. Screenshot: VTV / Youtube

Der Vizechef der Vereinten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV), Diosdado Cabello, hat am Mittwoch in seiner wöchentlichen Fernsehsendung »Con el Mazo Dando« Belege für die Vorbereitung eines Staatsstreichs durch Teile der rechten Opposition präsentiert. Aus den Dokumenten, unter anderem Aufnahmen der Gespräche eines verdeckten Ermittlers mit Beteiligten, geht hervor, dass gewaltsame Ausschreitungen in den Straßen und Angriffe auf Einheiten der Streitkräfte geplant waren, um vor diesem Hintergrund eine ausländische Militärintervention zu provozieren.

In den präsentierten Aufnahme erscheinen Roberto Enríquez und Owaldo Álvarez Paz, beide führende Mitglieder der christsozialen Partei Copei. Enthüllende Äußerungen gab es auch vom früheren Offizier der politischen Geheimpolizei Disip, Eduardo Vetancourt, und dem Hauptmann Zomacal Hernández. Verwickelt in die Putschvorbereitungen sind demnach auch Parlamentspräsident Julio Borges von der Rechtspartei Primero Justicia, sowie der US-Senator Marco Rubio.

Auf den Aufnahmen ist Vetancourt mit Aufforderung zu hören, gewaltsame Aktionen »Nachbarn gegen Nachbarn« zu provozieren und Sprengstoff einzusetzen, um die »Regierung mit Gewalt abzusetzen«. Das neue Regime sollte demnach zunächst aus Vertretern früherer Regierungen der traditionellen Parteien AD und Copei bestehen, die für die Durchführung der ersten, »unpopulären« Maßnahmen verantwortlich seien. Die jungen Aktivisten – die »Muchachos – dürfe man dafür nicht »verbrennen«, so die Putschisten.

Vetancourt ist zudem mit der Aussage zu hören, er habe bereits eine Stoßgruppe aus 98 Männern gebildet, denen umgerechnet jeweils 500 Euro bezahlt würden und die für das Auslösen gewaltsamer Aktionen eingesetzt werden sollen. Zomacal, der sich inzwischen in Gewahrsam befindet, äußerte sich in den Aufnahmen über seine Rolle bei den Angriffen auf militärische Einrichtungen, unter anderem Fuerte Tiuna. »Wir haben 88 Polizisten, aber wir brauchen 120«, erklärte Zomacal weiter. »Es muss eine Gruppe hinter der Demonstration von María Corina (Machado) geben, die plündern. Wir wollen die nationale und internationale Öffentlichkeit Glauben machen, dass das Volk Hunger leidet.«

Den Aussagen zufolge sollen außerdem Provokateure in linke Gruppen eingeschleust worden sein. Zudem sollten Soldaten in zivil an einer Demonstration der Opposition teilnehmen: »Einige müssen rauskommen, und andere müssen sterben«, so Zomacal.

Den Aussagen zufolge wird an dem Putschplan, der spätestens Anfang April umgesetzt werden sollte, bereits seit drei Jahren gearbeitet. Am Anfang sollen die Pläne des damaligen Chefs des South Command der US-Streitkräfte, John Kelly, gewesen sein, der offen von einer militärischen Intervention in Venezuela gesprochen hatte. Die Pläne seien durch die Operation »Zamoras Schild 2017« vereitelt worden, in deren Rahmen auch Munition und Sprengstoff beschlagnahmt wurde.

HIER DAZU DER YOUTUBELINK

MAZAZO: Develan grabaciones con plan golpista para justificar intervención militar de EEUU

https://www.youtube.com/watch?v=8XcAkyYdW2g (https://www.youtube.com/watch?v=8XcAkyYdW2g)

Quelle

http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/putschplaene-in-venezuela-aufgedeckt/ (http://news.dkp.suhail.uberspace.de/2017/04/putschplaene-in-venezuela-aufgedeckt/)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:03:53 Di. 15.August 2017
Zitat
Brasiliens Staatsstreich von Rechtsaußen – der letzte Akt

Dilma Rousseff wurde gestürzt und die korruptesten Figuren des Kapitals eingesetzt – an deren Spitze die Oligarchenschöpfung Michel Temer –, um das brasilianische Politestablishment vor Korruptionsuntersuchungen zu schützen und den Interessen der heimischen Plutokraten sowie der internationalen Finanz zu dienen. Die Hoffnungen des letzten Jahrzehnts von Hunderten Millionen Menschen wurde von den Dieben und Lügnern der herrschenden Klasse niedergetrampelt und ausgelöscht – meint Glenn Greenwald.

Vor gut einem Jahr fand in Brasília über neun Stunden lang eines der ekelerregendsten und demütigendsten politischen Schauspiele statt, die ich je erlebt habe. Im brasilianischen Unterhaus – einem Organ, in dem die Mehrheit der Abgeordneten in Korruptionsermittlungen verwickelt ist – stellte sich ein niederträchtiger, zwielichtiger Heuchler nach dem nächsten vor den Fernsehkameras auf und erklärte überschwänglich, dass ihr Gewissen, ihre Religion, ihr Gott, ihre Kinder, ihre Hingabe zu Jerusalem, die Erinnerung an ihre Mütter, der Pfarrer, die Reinheit ihrer Seelen es verlangten, dass sie die Korruption bekämpfen, indem sie die gewählte Präsidentin Dilma Rousseff aus dem Amt entfernen.
Stellt Euch einfach die extremste, primitivste Karikatur eines händereibend-heuchlerischen Moralapostels vor – ein Prediger, der seine wöchentliche Orgie im Bordell um die Ecke verlässt, um direkt zur Sonntagskirche zu gehen und gegen die zur Hölle verdammten Sünder zu hetzen – und Ihr habt das perfekte Abbild dieser scheinheiligen, sich selbst feiernden Mehrheit der Abgeordneten an diesem Tag. Der Schleim, der aus ihren Poren trieft, ist physisch greifbar. Das sind die Leute, die eine nationale Wahl für nichtig erklärten und nun über das fünftbevölkerungsreichste Land des Planeten herrschen.

In einer selbstredenden Symbolik – die so perfekt war, dass kein Drehbuchautor sie sich hätte ausmalen können – wurde diese kitschige und obszöne Schmierenkomödie geleitet vom Sprecher des Unterhauses, Eduardo Cunha (Bild rechts), einem Gangsterboss des organisierten Verbrechens, der sich als Abgeordneter verkleidet hat. Kurz nachdem er Rousseffs Beseitigung dirigiert hatte – die, wie die bedeutenden Medieneliten der Nation einheitlich verkündeten, von einer ernsthaften Besorgnis über die Korruption im Land motiviert war – wurde Cunha ins Gefängnis gesteckt: wegen Bestechung, Geldwäsche, Einschüchterung von Zeugen und organisiertem Verbrechen.
Kurz gesagt riss Brasiliens konkurrenzlos korrupte Medien- und Politklasse das Land auseinander, um das Ergebnis der 2014er Wahl effektiv und vorsätzlich aufzuheben. Ihre hohen ethischen Standards und ihre ehrwürdige Achtung der Rechtsstaatlichkeit – darauf bestanden sie – konnten Rousseffs banale, alltägliche Budgettricks, die zum Ziel haben, die Wirtschaft stärker aussehen zu lassen, als sie tatsächlich ist, einfach nicht tolerieren. Es existieren keine Worte, die beschreiben könnten, was für ein hinterlistiger Betrug all das war.
Quelle: JusticeNow (http://justicenow.de/brasiliens-staatsstreich-von-rechtsaussen-der-letzte-akt/)

Via: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=39636#h05)

Rousseff konnte nichts gut machen, die gesamte westliche Medienmacht durfte/sollte auf sie einprügeln, jetzt ist es einer der Guten neoliberalen der Land und Leute ausplündert/ruiniert und schon herrscht Friedhofsruhe in den Medien.
Venezuela soll offensichtlich als nächstes dran glauben, da wird seit Chavez medial geprügelt, nachdem das venezolanische Heiligtum Chavez gestorben ist, vor dessen Rückhalt in der Bevölkerung selbst die Medien zurückhaltend waren, nun herrscht Krieg.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:19:10 Di. 22.August 2017
Zitat
Venezuela: Hart am Rand der parlamentarischen Demokratie oder längst drüber?

Radio Dreyeckland im Gespräch mit Amerika21-Redakteur Harald Neuber

Nach einer schweren innenpolitischen Krise deren wohl 120 Tote jede Seite der anderen vorhält, hat Präsident Maduro eine verfassungsgebende Versammlung wählen lassen, die selbst ihre Machtbefugnisse erstmal als unbegrenzt ansieht. Der Journalist Harald Neuber, der vor zehn Tagen in einem Interview die umstrittene Wahl der Versammlung verteidigte, räumt nun im Gespräch mit Radio Dreyeckland ein, dass er sich manches so nun auch nicht gedacht hätte und dass das Parlament faktisch entmachtet wurde, verteidgt aber weiter die chavistische Bewegung. Dabei erinnert Neuber auch an die Erfolge des Chavismus vor der Wirtschaftskrise bei der Bekämpfung der Armut und dass erst unter Hugo Chávez viele Arme registriert wurden und so erstmals wählen gehen konnten. Damals half mehr Demokratie dem Chavismus.

Quelle: radio-dreyeckland (https://rdl.de/beitrag/venezuela-hart-am-rande-des-parlamentarischen-systems-oder-l-ngst-dr-ber)
https://rdl.de/ (https://rdl.de/) oder:

http://amerika21.de/files/a21/audio/2017/20170810-venezuelahar-w8205.mp3 (http://amerika21.de/files/a21/audio/2017/20170810-venezuelahar-w8205.mp3)

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/audio/182606/venezuela-politische-krise)

Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 17:07:14 Di. 22.August 2017
Zitat
Brasilien – Michel Temers Plünderung des Staates und das Schweigen der Medien und „Märkte“

„Fassungslos erlebten wir am vergangenen 2. August 2017 den moralischen Tod Brasiliens. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes wurde ein Präsident beim Begehen von Verbrechen ertappt, doch die scheinheiligen Volksvertreter stimmten seinem weiteren, straflosen Verbleib im höchsten Amt der Staatsmacht zu, für dessen Ausübung er nicht die Vollmachten des Volkes erhalten hat. Im Gegenteil, sie ließen ihn im Amt gegen den Willen der überwältigenden Mehrheit der Menschen. Seitdem blutet das Land würdelos dahin und die grüngelbe Nationalflagge flattert ergraut vor Scham.“ Von Frederico Füllgraf.
...

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=39726)

HA(!), alles in bester Ordnung, es bedient sich nun ja endlich der Richtige, offen für internationale Marodeure knechtet stimmt er die Bevölkerung auf die rosige neoliberale Zukunft ein.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 16:30:46 Do. 24.August 2017
Zitat
Drohende Umweltschäden in Amazonasregion
Brasilien gibt riesigen Naturpark für Bergbau frei

Er ist größer als Dänemark und soll enorme Goldvorkommen bergen: In einem brasilianischen Naturpark wird durch ein Dekret von Präsident Temer künftig Bergbau erlaubt. Opposition und Umweltschützer sind höchst alarmiert.
...

Quelle: spon (http://spiegel.de/article.do?id=1164346) via Fefes Blog (https://blog.fefe.de/?ts=a7607b26)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:21:14 Sa. 02.September 2017
Zitat
Debatte Ein Jahr Brasilien unter Temer
Absturz ins Bodenlose

Ende August 2016 wurde Brasiliens linke Staatschefin Dilma Rousseff gestürzt. Das Land versinkt in Hunger, Gewalt und globale Bedeutungslosigkeit.
...
...
Rückkehr der Armut

Groß war der Jubel unter Konservativen, Wirtschaftsliberalen und vielen anderen Unzufriedenen, als der lang ersehnte Machtwechsel vollzogen wurde. Ein Jahr danach ist es still geworden. Brasilien befindet sich im freien Fall. Armut und Hunger sind zurückgekehrt, die zu Fußball-WM und Olympia verbannte Gewalt kehrt in die Favelas zurück und der einstige Global Player versinkt erneut in internationaler Bedeutungslosigkeit. Übergangspräsident Michel Temer setzt auf Sparpolitik und einen schlanken Staat, doch die Wirtschaftskrise bekommt er nicht in den Griff.

Seine Beliebtheit liegt im einstelligen Bereich. Temer und seinen engsten Vertrauten drohen jetzt ihrerseits Korruptionsprozesse vor dem obersten Gericht. Niemand weiß, wie viele der damaligen DemonstrantInnen inzwischen bereuen, ihr Land in dieses Abenteuer getrieben zu haben. Konsens aber ist: Die Stimmung im Land ist schlecht bis hoffnungslos.
...

Quelle: taz (http://www.taz.de/%215440588/)

Uiuiui, die taz hat in Brasilien einen Journalisten gefunden, Erkennntnis: ein endlos reproduziertes/reproduzierbares Wunder, ein (noch zusätzliches) Sparen im "schlanken Staat" erzeugt Armut und Elend. Gottseidank funtioniert das in Deutschland, die taz würde sicher einen Aufstand machen wenn bei uns die Armut zunehmen würde.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 20:35:02 Di. 05.September 2017
Zitat
Brasilien: Gericht stoppt Temer-Dekret zum Bergbau im Amazonas

Brasília. Ein Gericht in Brasilien hat das Dekret von De-facto Präsident Michel Temer ausgesetzt, mit dem die Regierung den Bergbau in einem bislang geschützten Gebiet im Amazonas zulassen will. Der vorsitzende Richter Rolando Valcir Spanholo sagte zur Begründung, gemäß der Verfassung könne nur das Parlament den Schutzstatus der Reserva Nacional do Cobre e Associados (Renca) aufheben.

...

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2017/09/183915/temer-dekret-amazonas-brasilien-gestoppt)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:59:33 Di. 03.Oktober 2017
Zitat
Militärputsch in Brasilien? – Nach Zertrümmerung des Rechtsstaats nun das Säbelrasseln der Generäle

Brasília, den 15. September. Während einer Gastrede bei einer Freimaurer-Loge in der brasilianischen Hauptstadt wird General Antonio Hamilton Mourão, Finanzsekretär des brasilianischen Heeres, von einem Zuhörer gefragt, was er von der immer wieder vorgetragenen Forderung nach einem Eingreifen der Streitkräfte „zur Wiederherstellung der Ordnung” in Brasilien halte. Der Frager bezog sich auf rechtsextreme Grüppchen, die sich seit 2014 an den Aufmärschen gegen Präsidentin Dilma Rousseff beteiligten. Von Frederico Füllgraf

„Sehr gute Frage!“, beginnt Mourão seine Antwort und erklärt, bezugnehmend auf die wegen landesweiter, endemischer Korruption Angeklagten, die noch auf freiem Fuß sind: „Meine Meinung ist, und sie stimmt mit der meiner Kollegen im Hohen Heereskommando überein, wir befinden uns in einer Lage, die wir aus der Logarithmentafel als ´sich wiederholende Annäherungen´ kennen. Bis der Moment erreicht ist, an dem entweder die Institutionen das politische Problem lösen – genauer: die Justiz alle in Delikte Involvierten aus dem politischen Leben entfernt – oder wir müssen das eben erzwingen. Solch ein Zwang wird nicht leicht sein, wir haben aber unsere Planungen“.

„Erzwingen“, „Planungen“? Das hörte sich nach Androhung eines Militärputschs an.
...

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=40398)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:37:30 Mi. 07.Februar 2018
Zitat
Brasilien: Ein Faschist als nächster Präsident?

Ausschluss vom aussichtsreichen Kadidaten Luiz Inácio Lula da Silva erhöht Chancen für rechten Jair Bolsonaro
Thomas Fatheuer (Interview: Fabian Kern)
Radio Dreyeckland


In Brasilien herrscht seit der Amtsenthebung der gewählten Präsidentin Dilma Rousseff ein demokratischer Ausnahmezustand. Der aussichtsreichste Kandidat für die im Oktober anstehenden Präsidentschaftswahlen, Luiz Inácio Lula da Silva, wurde am 25. Januar in zweiter Instanz wegen Korruption verurteilt und wird vermutlich nicht kandidieren können.

Der in den Umfragen bisher zweitplazierte Jair Bolsonaro treibt vielen politischen Beobachtern in Brasilien den Angstschweiß auf die Stirn. Der Vorstand der Kooperation Brasilien, Thomas Fatheuer, erläutert für uns die Situation.

https://amerika21.de/files/a21/audio/2018/20180131-brasilienein-87250.mp3

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/audio/194737/brasilien-faschist-praesidentschaft)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:11:33 Fr. 20.April 2018
Zitat
Der Faktor Lula: Brasilien zwischen demokratischem Widerstand und Absturz in die faschistische Barbarei

Fanal in Guarujá. In den frühen Morgenstunden des 16. April wurde das unsägliche Apartment – das die brasilianische Staatsanwaltschaft und Ermittlungsrichter Sérgio Moro Altpräsident Luis Inácio Lula da Silva mit einem Bericht der Tageszeitung O Globo vom Dezember 2014 als „Eigentumsbeweis” angedichtet und als hanebüchenen Grund für seine Verurteilung zu einer 12-jährigen Haftstrafe missbraucht haben – von 50 Aktivisten der sozialen Bewegung “Frente Povo Sem Medo” (Front des Volkes Ohne Angst) erstürmt und für die Dauer einiger Stunden besetzt gehalten. Auf ihren Transparenten war zu lesen: „Wenn das Apartment Lula gehört, dann gehört es auch dem Volk”, und „Soll der Richter uns doch die Wiederinkraftsetzung des Eigentumsrechts androhen – dann muss er beweisen, wem es wirklich gehört!”. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.
...
...
Zur Veranschaulichung der landesweiten Schauder-Szenerie seien die markigsten Schlagzeilen der brasilianischen Medien der vergangenen sechs Wochen genannt:

• “Milizen steinigen und beschießen Lulas Karawane”.
• “Senatorin Ana Amélia begrüßt den Angriff”.
• “Polizeikommissar bestätigt Attentat auf Lula und wird vom Landesgouverneur gesperrt”.
• “Staatsanwalt Deltan Dallagnol, Lulas Hauptankläger, betet und fastet für die Verurteilung Lulas”.
• “Besitzer des Bordells ´Bahamas Club´, in São Paulo, bietet 1 Monat Freibier + ´Amüsement´ für Lulas Ermordung in seiner Zelle”.
• “General droht Staatsstreich an, falls Oberstes Gericht Lulas Berufungsantrag nachgibt”.
• Fluglotse funkt in Maschine, die Lula ins Gefängnis transportiert: “Öffnet die Tür und werft den Müll in hohem Bogen raus!” (siehe Funkspruch-Mitschnitt.
• Sondereinheit BOPE der Bereitschaftspolizei Rio de Janeiros twittert: “Wenn wir korrupte Politiker so behandeln würden, wie wir‘s mit Drogendealern tun, wäre Brasilien besser bedient”.
...
...

Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=43601)

Immer noch Erstaunlich, seit die neoliberale Drecksau Temer die Macht an sich gerissen hat findet Brasilien in den Medien kaum noch statt, Dilma Rousseff konnte keinen furz lassen ohne einen negativen Bericht in unserer Qualitätspresse, jetzt findet ein großer Ausverkauf von Land und Menschen statt und bei uns herrscht Friedhofsruhe.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: tleary am 21:28:03 Sa. 21.April 2018
Immer noch Erstaunlich, seit die neoliberale Drecksau Temer die Macht an sich gerissen hat findet Brasilien in den Medien kaum noch statt, Dilma Rousseff konnte keinen furz lassen ohne einen negativen Bericht in unserer Qualitätspresse, jetzt findet ein großer Ausverkauf von Land und Menschen statt und bei uns herrscht Friedhofsruhe.
Klar, keine Berichterstattung, weil alles wieder seinen gewohnten kapitalistischen Gang in der 3. Welt geht. Nix mehrzu einer möglicher Abkehr vom Kapitalismus. Wobei Lula davon wohl auch noch meilenweit entfernt war. Und: Lula war niemals so korrupt wie seine Vorgänger und Nachfolger, so wie das in den Medien jetzt dargestellt wird und wurde! Ein Hauptgrund dafür, warum er im Volk immer noch so populär ist. Hoffentlich kommt er gegen die parteiischen Richter in der brasilianischen Justiz an, wandert nicht in den Knast und kann noch einmal kandidieren.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 11:48:21 So. 22.April 2018
Wir sind uns einig in dem Urteil, daß die Medien eine schweinische Rolle spielen.
Ich habe aber einige Probleme mit den sogannten "Alternativen" zur neoliberalen Drecksau Temer.
Mir ging Lula bereits auf den Sack, als man ihn hierzulande bei Attac und Co. als Lichtgestalt und Retter feierte. Ähnlich wie bei Zipras war bei ihm auch nicht mehr, als ein leicht abgefederter sozialer Niedergang zu erwarten. Und Dilma Rousseff ist für mich der Inbegriff sozialdemokratischen Scheißdrecks!

Es kommt mir vor, als würde man für Hillary Clinton als Alternative für Donald Trump kämpfen.
Das ist nix für mich.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:50:36 Sa. 11.August 2018
Zitat
Trauerspiel am Zuckerhut
Brasilien im Würgegriff der Korruption

Brasilien befindet sich in einer tiefen Depression. Die junge Demokratie des Landes ist ins Wanken geraten. Schuld daran sind die Wirtschaftskrise und Korruption in großem Stil.
Von Luten Leinhos und Carsten Meyer

Das ganze politische System scheint von Korruption durchdrungen. Doch ein kleines Team mutiger Strafverfolger kämpft dagegen an. Sie nehmen bisher Unangreifbare ins Visier. Darunter auch den amtierenden Präsidenten Temer und seine Minister. Amtsvorgängerin Dilma Rousseff hatte sich bereits im Strudel des Skandals verfangen und wurde letztlich über ein politisches Amtsenthebungsverfahren im Parlament gestürzt. Beinahe täglich gibt es unter Politikern und Konzernmanagern neue Festnahmen.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine unscheinbare Tankstelle mitten in der Hauptstadt Brasilia. Sie gab der Operation Autowäsche ("Lava Jato") ihren Namen. Hier begannen die Korruptionsermittlungen. Seither ist das Vertrauen der Brasilianer in ihre Demokratie bis ins Mark erschüttert.

Der Kronzeuge
...
...

Quelle: 3Sat (http://www.3sat.de/page/?source=/makro/doku/196424/index.html)
Video: 3Sat-Mediathel (http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=71661)

HTML5: http://nrodl.zdf.de/none/3sat/18/02/180216_brasilien0_makro/4/180216_brasilien0_makro_2328k_p35v13.mp4 (http://nrodl.zdf.de/none/3sat/18/02/180216_brasilien0_makro/4/180216_brasilien0_makro_2328k_p35v13.mp4)

Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 14:01:41 Sa. 22.September 2018
Zitat
Zum Wahlkampf in Brasilien

Der nach allen Umfragen ausssichtsreichste Kandidat für die Präsisidentschaftswahlen, Lula da Silva, darf nicht kandidieren

Fabian Kern
Radio Corax


Am 7. Oktober 2018 wählen die Brasilianerinnen und Brasilianer ein neues Parlament und ihren neuen Präsidenten. Die meisten Kandidierenden haben dieser Tage den Wahlkampf eröffnet. Nur der Favorit in allen Umfragen - Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT - darf nicht antreten. Er sitzt wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis. Ob die Inhaftierung da Silvas politisches Kalkül war oder schlicht juristische Härte, drüber sprachen wir mit Fabian Kern von Kobra, der Kooperation Brasilien.

HTML5: https://amerika21.de/files/a21/audio/2018/20180913-zumwahlkampf-90984.mp3 (https://amerika21.de/files/a21/audio/2018/20180913-zumwahlkampf-90984.mp3)
Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/audio/212659/wahlkampf-brasilien)

Tagesschau berichtet auch:
Zitat
..., am auffälligsten und lautesten sind aber die Anhänger von Jair Bolsonaro.

"Brasilien gehört den Brasilianern"

"Brasilien über alles" ist einer der Sprüche, mit denen sie in die Kampagne ziehen. Der Rechtspopulist Bolsonaro war Fallschirmjäger, wurde unter seltsamen Umständen aus der Armee entlassen, sitzt seit 30 Jahren im Kongress, tritt jetzt aber als stramm rechter Kandidat gegen das Establishment an. ...

Quelle: tagesschau (https://www.tagesschau.de/ausland/brasilien-wahlkampf-101.html)

Soso, Nationalist, auffällig und laute Anhänger, damit dürfte der Favorit aus deutscher Sicht schon feststehen, der ist ein guter Patriot und nicht mal mit dem Gschmäckle Nazi behaftet, also Feuer frei.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:34:03 Do. 04.Oktober 2018
Zitat
Protest in Brasilien
Hunderttausende gegen Bolsonaro

Drei Wochen nach dem Messerangriff auf ihn hat der brasilianische Präsidentschaftskandidat Bolsonaro das Krankenhaus verlassen. Zeitgleich demonstrierten Hunderttausende Menschen gegen ihn - vor allem Frauen.
(...)

Quelle: tagesschau (https://www.tagesschau.de/ausland/brasilien-bolsonaro-103.html)

Zitat
Kopf-an-Kopf-Rennen in Brasilien zwischen linker PT und rechtem Kandidaten

Viele Medien unterstützen linken Kandidaten und gehen auf Distanz zu rechtem Bolsonaro. Dieser droht mit Einschreiten des Militärs bei Niederlage
(...)

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2018/09/213853/rechtsradikalerumfragebrasilien-vorn)

So gewinnt man in rechtskonservativen Kreisen Wahlen, mit eindrucksvoller Argumentation die überzeugt.
Rüstung/Militär ist für deren Zukunft somit unverzichtbar.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 16:23:51 Fr. 05.Oktober 2018
Zitat
Brasilien am Vorabend der Wahlen – die erbitterte Zerreißprobe zwischen Demokratie und Absturz in die Barbarei

Halbnackte “Feministinnen”, die auf offener Straße Kot ausscheiden; Kleindkinder, die angeblich von Homosexuellen vergewaltigt werden; ein drohendes Gesetz der Arbeiterpartei (PT) „zur Festnahme von Priestern und Pastoren, die sich weigern, gleichgeschlechtliche Ehen in Kirchen zu schließen …” So entstellten brasilianische Rechtsradikale den Protestmarsch von schätzungsweise einer Million Frauen, die am vergangenen 29. September unter dem Hashtag #EleNão (ErNicht) gegen die Bedrohung durch den Faschismus durch Präsidentschaftskandidat Jair Bolsonaro in mehr als 80 brasilianischen Städten protestierten. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.
(...)

Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=46391)

News:
Zitat
Rechtsextremer Bolsonaro liegt vor Wahl in Brasilien vorne (link zu amerika21) (https://amerika21.de/2018/10/214438/brasilien-bolsonaro-wahl-haddad)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:51:43 Mo. 08.Oktober 2018
Zitat
Bolsonaro und Haddad treffen in Brasilien in Stichwahl aufeinander

Rechtspopulist kratzt an 50 Prozent. Linker mit Chancen in Stichwahl. Stimmenthaltungen bei 30 Prozent. Angriffe auf Journalisten

Brasília/Rio de Janeiro/Berlin. Mit 46 bzw. 29 Prozent haben sich bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien am Sonntag der rechtsextreme Kandidat Jair Bolsonaro (PSL) sowie der linksgerichtete Fernando Haddad von der Arbeiterpartei (PT) im ersten Wahlgang durchgesetzt. Dem Ex-Militär Bolsonaro fehlen demnach nur vier Prozent, um bei der Stichwahl zur Präsidentschaft am 28. Oktober als Sieger hervorzugehen. Analysten halten es dennoch für nicht ausgeschlossen, dass Haddad die fehlenden 21 Prozent der Stimmen von den unterlegenden Kandidaten für sich gewinnen wird. Parallel zur gestrigen Präsidentschaftswahl fanden an vielen Orten auch Kongress- und Gouverneurswahlen statt.
(...)

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2018/10/214526/brasilien-stichwahl-bolsonaro-haddad)

Noch ne Runde.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 17:19:30 Fr. 12.Oktober 2018
Zitat
Liberaler Untergrund

Kräfteverhältnisse in Brasilien verschoben, Herkulesaufgabe für Haddad. Bolsonaro-Partei erhielt Hilfe aus Deutschland

Die Wahlen am 7. Oktober haben die politische Landschaft Brasiliens abrupt verändert. Den Vormarsch des faschistischen Kandidaten Jair Bolsonaro in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen begleitete der rasante Aufstieg seiner Partei PSL (Partido Social Liberal) von einer Kleinstpartei zur zweitstärksten Kraft im 513 Köpfe zählenden Abgeordnetenhaus in Brasília. Ab der 2019 beginnenden Legislaturperiode wird sie im Unterhaus des Kongresses statt mit bisher einem mit 52 Sitzen vertreten sein. (…) Um den politischen Aufsteiger des rechten Randes verdient gemacht hat sich die seit Jahrzehnten in Brasilien aktive FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung (FNF). Auf ihrer Internetseite freiheit.org berichtete sie noch bis zum Montag nach der Wahl von ihrem Beitrag zur Entwicklung von Kadern der Bolsonaro-Partei. »Zur Stärkung des organisierten Liberalismus« habe man Führungskräfte »in Kooperationsmaßnahmen, insb. zu Fertigkeiten-Trainings und strategischem Planen mit Blick auf die Wahlen 2018«, eingebunden. Die damit angestrebte Konsolidierung von PSL – und auch der neoliberalen Partei »Novo« – darf man als gelungen bezeichnen. Nachdem das Thema in sozialen Netzwerken aufgegriffen worden war, war die Seite nicht mehr aufrufbar* (https://www.freiheit.org/country/brasilien).
(…)


Quelle: jungeWelt (https://www.jungewelt.de/artikel/341488.brasilien-liberaler-untergrund.html) via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=46513#h12)

Die FDP überholt Rechts zur Freiheit, den Wirtschaftsfaschisten sind alle Mittel und Wege zur Macht recht.

*Einen lustigen Hinweis erhält man bei klick zu "freiheit.org" (ursprünglicher Artikel, jetzt freiheitlich zensiert/gelöscht), "Sie haben keine Zugriffsberechtigung für diese Seite.", hahahaha, so sieht also Freiheit ala FDPs Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit aus! Guck mal, hier haben wir "Freiheit", aber Du kommst da nicht rein. Satire in Vollendung.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 21:59:50 Fr. 12.Oktober 2018
Mir graut vor der "Bürgerrechtspartei" FDP ...
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Fritz Linow am 22:54:20 Sa. 13.Oktober 2018
(...) hahahaha, so sieht also Freiheit ala FDPs Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit aus! (...)

Wen wundert's?

Zitat
Friedrich Naumann ist der Namenspatron der FDP-nahen Stiftung. Doch der gehört zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus. Dennoch pflegt die FDP seinen Namen.
http://www.fr.de/politik/meinung/kolumne-zur-friedrich-naumann-stiftung-die-leiche-im-keller-der-fdp-a-955292 (http://www.fr.de/politik/meinung/kolumne-zur-friedrich-naumann-stiftung-die-leiche-im-keller-der-fdp-a-955292)

Zitat
Dem Sozialdarwinisten Naumann war der "Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluß auf die Erdkugel auszudehnen", ein "Auftrag der Geschichte", dessen Grundlage "nicht irgendein Recht, sondern die Macht" sei.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7052718.html (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7052718.html)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:02:49 Fr. 19.Oktober 2018
Zitat
Brasilien – Die rechtsextreme Barbarei ist entfesselt, eine Militärdiktatur neuen Typs lauert auf den Wahlausgang

Kaum jemand meiner Generation, die wir als Kinder und Jugendliche unter der Militärdiktatur (1964-1985) aufwuchsen, wagte jemals anzunehmen, dass der aus der antiautoritären Verfassung von 1988 hervorgegangene Rechtsstaat knappe dreißig Jahre später den Frühtod der Luftschlösser sterben würde. In Brasilien lodert in diesen Tagen ein gefährliches Feuer mit dem Potenzial, in den kommenden Monaten zum Flächenbrand auszuufern. Ein von langer Hand inszenierter, krimineller Anschlag auf die letzten Überreste der Demokratie ist im Gang, er erzeugt Massenangst im Inland und erregt Alarmrufe im Ausland. Von Frederico Füllgraf.
(…)

Quelle NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=46627)

Da wünsche ich mir einen Sensationsgeilen Journalisten der Angst/Panik schüren möchte, bittebittebitte am Ende nur aufgeblasenes Nichts.
Wenn das nur annähernd stimmt, dann Gute Nacht.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 01:13:34 Mo. 29.Oktober 2018
Zitat
Jair Bolsonaro: Rechtspopulist gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien

Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro steht nach Auszählung fast aller Stimmen mit knapp 56 Prozent als Sieger fest. Der linke Kandidat Fernando Haddad erhielt 44 Prozent.

Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/rechtspopulist-jair-bolsonaro-gewinnt-praesidentenwahl-in-brasilien (https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-10/rechtspopulist-jair-bolsonaro-gewinnt-praesidentenwahl-in-brasilien)
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 08:31:39 Mo. 29.Oktober 2018
Scheiße! Wir werden die Auswirkungen auch hier zu spüren kriegen.
Titel: Rechtsruck auch in Brasilien
Beitrag von: CubanNecktie am 10:32:56 Fr. 02.November 2018
Zitat
Nach der Wahl des Rechtsextremisten Jair Bolsonaro droht eine massive Zuspitzung der politischen und sozialen Auseinandersetzungen

Nach der Wahl des Rechtsextremisten Jair Bolsonaro zum neuen Präsidenten von Brasilien am Sonntag zeichnen sich die ersten Grundzüge seiner Regierungs- und Personalpolitik ab. Nach Angaben brasilianischer Medien will der 63-Jährige mindestens vier Militärs in sein Kabinett aufnehmen. General Augusto Heleno soll Verteidigungsminister werden, Oberstleutnant Marcos Pontes soll das Wissenschaftsressort leiten. Auch die Ministerien für Infrastruktur und Bildung sollen Armeeangehörigen unterstehen.

Bolsonaro, der sich mehrfach als Anhänger der Diktatur (1964-1985) geoutet hat, setzt damit auch in der Personalpolitik auf eine Militarisierung der Innenpolitik und eine neue radikale Frontstellung gegen soziale Bewegungen.

Bolsonaro hatte am Sonntag die Stichwahl um das Präsidentenamt gewonnen. Nach Auszählung von 99,85 Prozent der Urnen kam er auf 55 Prozent der gültigen Stimmen. Der Kandidat der Arbeiterpartei, Fernando Haddad, erhielt dementsprechend 45 Prozent. Der Wahlsieg des Rechtsextremisten bedeutet für die brasilianische Demokratie eine Zäsur. Der Hauptmann der Reserve hat angekündigt, das Land von politischen Gegnern zu "säubern".


Vollständiger Artikel:
https://www.heise.de/tp/features/Brasilien-Militaer-in-Regierung-soziale-Bewegung-terroristisch-4207966.html (https://www.heise.de/tp/features/Brasilien-Militaer-in-Regierung-soziale-Bewegung-terroristisch-4207966.html)

Es wird auch außerhalb Europas immer ungemütlicher. Dummheit scheint ein globaler Virus zu sein. Ich hoffe auf richtige Gegenwehr gegen diesen Faschisten.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:46:00 So. 11.November 2018
Lula und Rousseff waren jeweils jahrelang PräsidentIn Brasiliens und haben ihren Job so super gemacht das sie abgewählt wurden, so, sie wären besser als Temer und/oder Bolsonaro, Glückwunsch Kunststück, also mal wieder besser als ganz schlecht, in dieser Region spielen unsere ganzen politischen "Alternativen", die brauchen alle irgend einen Vollarsch um besser da zu Stehen.
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 13:57:30 Do. 15.November 2018
KenFM am Telefon: Gaby Weber zur Präsidentschaftswahl in Brasilien
https://youtu.be/3l96-8dCgOc
Titel: Re:Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 16:11:25 Sa. 01.Dezember 2018
Zitat
Jair Bolsonaro: Apocalypse Brasil

Brasilien versinke in Gewalt und Korruption, behauptet der neue Präsident Jair Bolsonaro. Wer ihm glaubt, verkennt sein Ziel: eine rassistische Klassengesellschaft.

Quelle: https://www.zeit.de/kultur/2018-11/jair-bolsonaro-rassismus-homophobie-rechtspopulismus-brasilien (https://www.zeit.de/kultur/2018-11/jair-bolsonaro-rassismus-homophobie-rechtspopulismus-brasilien)
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:12:28 Mi. 09.Januar 2019
Zitat
Brasilien - Faschistischer Präsident Bolsonaro will die „grünen Lunge“ abholzen

Mit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro in Brasilien findet die weltweite Rechtsentwicklung der Regierungen einen offen faschistischen Vertreter. Ob es ihm gelingt ein faschistisches Regime zu errichten ist noch offen. Aber auf jeden Fall steht er neben seinen menschenverachtenden, frauenfeindlichen und antikommunistischen Äußerungen für eine offene politische Unterdrückung der Opposition und der Kämpfe der Massen. Und er steht für eine beschleunigte Zerstörung der Umwelt.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw02/faschistischer-praesident-bolsonaro-will-die-gruenen-lunge-der-erde-fuer-den-profit-abholzen
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:50:22 Do. 24.Januar 2019
Zitat
Putschversuch in Venezuela verschärft Spannungen, Opposition erklärt Gegenpräsidenten

Parlamentschef Guaidó erklärt sich zum "amtierenden Präsidenten". Anerkennung von USA und Rechtsregierungen. Maduro bricht Beziehung zu USA ab

Caracas. In Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro am Mittwoch bei einer Ansprache am Regierungssitz den vollständigen Bruch der diplomatischen und politischen Beziehungen zur US-Regierung erklärt. Er reagierte damit auf die Unterstützung einer Gegenregierung durch Washington. Die US-Regierung von Präsident Donald Trump sei an einem Putschplan gegen die venezolanische Demokratie beteiligt, so Maduro.

Der Linkspolitiker verurteilte zugleich Strategien der US-Regierung mit dem Ziel, eine "Marionettenregierung" in Venezuela zu installieren. Dadurch werde das südamerikanische Land den Interessen transnationaler Unternehmen überlassen. "Sie schielen auf Öl, Gas und Gold. Aber wir sagen euch: Diese Reichtümer gehören nicht euch, sie gehören dem venezolanischen Volk und werden es für immer bleiben", sagte er vor tausenden Anhängern.
...

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2019/01/220807/venezuela-opposition-putschversuch)

Ah, freie Wahlen, der freie Westen hat gewählt, ist schön wenn die Demokratie so beherzt anklopft.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:06:53 Do. 14.Februar 2019
Zitat
«Die Alternative wäre Krieg»

Interview mit dem venezolanischen Soziologen Emiliano Teran Mantovani über die Akteure der Krise und mögliche Auswege

Wie schätzen Sie die Situation ein, die sich aus der Selbstausrufung von Juan Guaidó als Interimspräsident am 23. Januar ergeben hat?

Um das einzuordnen, muss man sich die Geschehnisse der vergangenen Monate vor Augen führen. Seit den letzten großen Protesten gegen die Regierung Maduro im Jahr 2017 hat sich die wirtschaftliche Lage derart verschlechtert, dass wir von einem gesellschaftlichen Zusammenbruch sprechen müssen. Die Regierung ist mittlerweile weitgehend diskreditiert. Auch wenn es seit 2017 keine Großdemonstrationen mehr gab, finden regelmäßig kleinere Proteste verschiedener oppositioneller Akteure statt. Die Opposition ist fragmentiert und umfasst moderatere und extremistische Sektoren. Letztere agieren seit Beginn der Proteste sehr gewalttätig und setzen auf Maßnahmen der Einschränkung des alltäglichen Lebens (wie Straßenblockaden, Anm. d.Red.). Beide Sektoren folgen weiterhin einer jeweils eigenen Agenda.

Guaidós Partei Voluntad Popular repräsentiert die extreme Rechte und hat die moderaten Sektoren der Opposition beiseite gedrängt. Guaidó konnte nur deshalb als «neue Führungsfigur» etabliert werden, weil die anderen Oppositionspolitiker sich untereinander aufgerieben hatten. Nun versucht dieser radikale Flügel gemeinsam mit der Trump-Regierung Parallelinstitutionen aufzubauen und übt einen enormen Druck auf das Militär aus, um es zu spalten.[/i
...
...

Quelle: RLS (https://www.rosalux.de/publikation/id/39922/die-alternative-waere-krieg/)

Via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=49300#h01)

Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:49:34 Mi. 27.März 2019
Zitat
Während die Zahl der Morde an sozialen AktivistInnen weiter steigt, will der brasilianische Präsident feiern: Den Jahrestag des Militärputsches

Wieder erschüttert ein vermutlich politisch motivierter Mord Brasilien: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde die Aktivistin Dilma Ferreira da Silva im nördlichen Bundesstaat Pará brutal ermordet. Auch Silvas Ehemann und ein Freund der Familie kamen bei dem Angriff in der Amazonasregion ums Leben. Laut Presseberichten sollen die bislang unbekannten Täter ihre Opfer gefesselt und gefoltert haben, bevor sie ihnen die Kehlen aufschlitzten. Silva war eine der Führungsfiguren der Bewegung der Betroffenen von Staudämmen (MAB) im Bundesstaat Pará.
http://www.labournet.de/internationales/brasilien/politik-brasilien/politik_bolsonaro/waehrend-die-zahl-der-morde-an-sozialen-aktivistinnen-weiter-steigt-will-der-brasilianische-praesident-feiern-den-jahrestag-des-militaerputsches/
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 10:09:33 Do. 28.März 2019
Mich beeindruckt diese gewalttätige Ruhe in den Qualitätsmedien, über Dilma Rousseff kamen regelmäßig Artikel über "Unregelmäßigkeiten" in ihrer Amtsszeit, soweit, so akzeptabel, seit dieses rechtsradikale Drecksau Bolsonaro Präsident ist kommt nichts mehr, dem hängen Korruptionsvorwürfe an der Backe, er läßt Raubbau an den Urwäldern freien Lauf, entrechtet Indigene beinahe vollends und was auch sonstige Gewalt angeht, Feuer frei..
Komisch, wenn einer mit gelber Weste ein Stein wirft droht der gesamten westlichen Welt dadurch eine Verrohung, Bolsonaro bringt willkürlich Menschen um bzw. läßt umbringen, ihm droht wahrscheinlich der Friedensnobelpreis.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:44:07 Fr. 29.März 2019
Zitat
ARTE Reportage
Brasilien: Bolsonaros kleine Soldaten

Viele junge Brasilianer finden es gut, wenn ihr Präsident von der Sauberkeit und der Ordnung unter der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 schwärmt. Vor allem in den Kadettenanstalten begrüßen Eltern, Lehrer und Schüler Bolsonaros Erklärung, alte Werte wie Patriotismus und Nationalismus seien die Grundpfeiler einer ordentlichen Erziehung

Als ehemaliger Offizier versprach er ihnen den Bau neuer Militärschulen, um die Jugend Brasiliens ganz nach seinem Vorbild erziehen zu lassen.
Zu seinen Vorkämpfern gehört auch eine junge Lobby-Gruppe, die sogenannte « Schule ohne Partei ». Ihre Mitglieder jagen ihrer Ansicht nach « marxistisch-geprägte » Lehrer und Professoren an Schulen und Universitäten. Die wollen sie « auslöschen » und sie schrecken vor keiner Methode zurück, deren Ansehen und Leben zu zerstören.

25 Min., verfügbar vom 22/03/2019 bis 17/02/2022

HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/087000/087000/087027-000-A_EQ_0_VA_04199713_MP4-1500_AMM-PTWEB_17Z49LnWRj.mp4
Quelle: Arte (https://www.arte.tv/de/videos/087027-000-A/brasilien-bolsonaros-kleine-soldaten/)
Zitat
Brasilien: Druck auf Erziehungssystem

In gut zehn Tagen übernimmt der rechtsextreme Jair Bolsonara das Präsidentenamt in Brasilien. Schon jetzt fürchten viele Lehrkräfte ein Gesetz, das Religion über Sexualerziehung stellt und die Diktatur-Geschichte verklären könnte.

Bonus (3 Min.), verfügbar vom 20/12/2018 bis 22/12/2038

HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/087000/087000/087002-000-A_EQ_0_VA_04036116_MP4-1500_AMM-PTWEB_14Ya11KZiVC.mp4
Quelle: Arte (https://www.arte.tv/de/videos/087002-000-A/brasilien-druck-auf-erziehungssystem/)

Recht und Ordnung, alles bestens!
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 16:43:42 Mi. 08.Mai 2019
Zitat
Rechtsextremer Präsident
Brasiliens Bolsonaro lockert Waffengesetze

Künftig dürfen Waffenbesitzer 5000 Schuss Munition im Jahr kaufen - statt 50. Präsident Bolsonaro hat das Waffengesetz in Brasilien weiter gelockert. Er sagt, damit wolle er den Schutz der Bevölkerung verbessern.

 Der rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Waffenrecht in dem südamerikanischen Land weiter liberalisiert. Dafür unterzeichnete der Ex-Militär ein Dekret, nach dem Waffenbesitzer künftig bis zu 5000 Schuss Munition pro Waffe und Jahr erwerben dürfen. Bisher war die Menge auf 50 Schuss begrenzt.

Außerdem wird der Import und der Vertrieb von Waffen vereinfacht. Militärs dürfen nach zehn Jahren im Dienst auch privat Waffen tragen. Sportschützen, Jäger und Sammler soll es künftig erlaubt sein, mit ihren Waffen zu reisen.
...

Quelle: tagesschau (https://www.tagesschau.de/ausland/bolsonaro-waffen-101.html)

50000 Schuß statt 50, also 1000x sicherer, hurra, dass hört sich schon so sicher an, und bei uns müssen sich die armen Aufrechten noch mit Knüppeln und Stiefel Notwehren.
Wenn unser Außenminister Maas dem Bolsonaro nicht das Label "einer von uns" verpasst hätte würde ich mir Sorgen machen.

Ups, verlesen, NUR 5000 Schuß keine 50-tausend, ist das jetzt sicherer oder unsicherer, ahhh Verwirrung.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:19:59 Sa. 15.Juni 2019
Zitat
Generalstreik in Brasilien: Arbeiter protestieren gegen Rentenreform

Brasília. Mit einem Generalstreik haben Zehntausende Arbeiter in Brasilien gegen eine geplante Rentenreform protestiert. In Rio de Janeiro und São Paulo feuerte die Polizei Tränengas auf Demonstranten, die Straßen blockierten und Barrikaden in Brand setzten, wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete. In zahlreichen Städten des größten lateinamerikanischen Landes fielen Busse und Züge aus, Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Auch viele Bankmitarbeiter legten die Arbeit nieder.

Die Regierung des faschistischen Präsidenten Jair Bolsonaro betrachtet die Rentenreform als eines ihrer wichtigsten Projekte. Unter anderem soll das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre für Männer und 62 Jahre für Frauen erhöht werden. Bislang gehen viele brasilianische Lohnabhängige bereits mit 55 Jahren in Rente, bei 70 Prozent oder mehr ihrer letzten Bezüge. (dpa/jW)

Quelle: junge Welt (https://www.jungewelt.de/artikel/357396.generalstreik-in-brasilien-arbeiter-protestieren-gegen-rentenreform.html)

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Brasilien – Generalstreik gegen Bolsonaro-Regime und für die Freiheit Lulas

Bankangestellte, Lehrer, Angestellte der Bundes- und Landesuniversitäten, Arbeiter der Gesundheitsbehörden, Wasserwerke und Abwasserdienste, Postarbeiter, Bundesgerichte, Chemie- und Landarbeiter, Hafenarbeiter, Kleinbauern, Transport-, Bus- und LKW-Fahrer, Papiersammler, Landes- und Bundesbeamte, Arbeiter in der Ölindustrie, Krankenschwestern, U-Bahn-Betriebe, Rentner und Hausbesetzer streiken: Brasilien soll an diesem Freitag, den 14. Juni 2019, lahmgelegt werden. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.
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Das Manifest begründet den Generalstreik mit der Zunahme der Arbeitslosigkeit (derzeit 12,7 Prozent, mit rund 13 Millionen Arbeitslosen), der Lohnsenkung, dem Abbau von Arbeitsrechten, der prekarisierten Arbeit, dem Anstieg der Sklavenarbeit, der Kürzung des Sozialschutzes und der Mindesteinkommenspolitik, ferner der Liquidierung von Familienzuschüssen, Wohnungsbauprogrammen, Beeinträchtigung von Frauen- und Jugendrechten, Etatkürzungen in der öffentlichen Bildung und einem brutalen Angriff auf die soziale Sicherheit als zentrale sozioökonomischen Folgen der ultraliberalen Agenda des Jair-Bolsonaro-Regimes.

Ferner warnt die Streikleitung vor der Aushöhlung der Institutionen des Rechtsstaats und der Gesetzgebung zum Schutz von Menschenrechten, Umwelt, Landbesitz, nationaler Souveränität und Ernährungssicherheit. Die autoritäre institutionelle Demontage bedroht außerdem den Fortbestand des Ministeriums für Agrarentwicklung, Arbeit und Kultur, des Sekretariats für Aquakultur und Fischerei, des Nationalen Instituts für Agrarreform (Incra), der Indianerbehörde Funai, des staatlichen Instituts für Umweltschutz (Ibama), der Behörde für Artenvielfalt ICMBio, der Stiftung Palmares zur Pflege des Sklavenbefreiungskampfes und mindestens ein Dutzend weiterer Organisationen, die während der 13-jährigen demokratischen Regierungszeit Luiz Inácio Lula da Silvas und Dilma Rousseffs aufgebaut und gefördert wurden.
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Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=52537)

Die Rentenreform dürfte "nur" die Spitze des Eisberges sein.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:52:41 Mo. 24.Juni 2019
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In Brasilien arbeiteten Staatsanwälte und Richter zusammen, um Lula da Silvas ­Präsidentschaftskandidatur zu verhindern
Korrupt sind immer die anderen

Enthüllungen des Webportals »The Intercept« zufolge haben in Brasilien Staatsanwälte sowie der ehemalige Bundesrichter und derzeitige Justizminister Sérgio Moro eng kooperiert, um den aussichts­reichsten Kandidaten bei den Präsidentschaftswahlen 2018, Luiz Inácio Lula da Silva, hinter Gitter zu bringen.
https://jungle.world/artikel/2019/25/korrupt-sind-immer-die-anderen
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 13:25:05 Di. 25.Juni 2019
Bibel, Mammon & Regime Change – Der evangelikale Feldzug in Lateinamerika

Teil 1 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=52406)
Teil 2 (https://www.nachdenkseiten.de/?p=52707)

Fand die Artikel recht gut.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 15:14:16 Di. 25.Juni 2019
Fand die Artikel recht gut.

Ich auch!

Ich muß mich nochmal kurz von Lateinamerika entfernen.
Man glaubt ja gern, Afrika ist so rückständig, da gibt es noch diesen fiesen Schwulenhaß. Verbot von Homsexualität bis hin zur Todesstrafe. Es kann sein, daß man auf Traditionen und existierende Vorurteile aufbauen mag, aber es gibt einen zu wenig beachteten Grund. Amerikanische Evangelikale Stiftungen treiben dort ihr Unwesen, predigen den Schwulenhaß und machen ihre Hilfangebote abhängig von schwulenfeidlichen politischen Entscheidungen.

Diese ganze politische Instrumentalisierung von Religion und Aberglauben ist sowieso fürchterlich. Die CDU deckte massiv die Verbrecher der Colonia Dignidad, weil die ja auch "christlich" waren. In der "Asyldebatte" schlug die CDU auch vor, daß man christlichen Migranten den Vorzug geben sollte. Bei Moslems verbreiteten sich Pauschalverurteilungen nicht nur in den asozialen Medien, sondern ebenso in den Mainstreammedien und in Politikerreden. Weniger thematisiert werden reaktionäre und frauenfeindliche Tendenzen unter beispielsweise koptischen Christen, bei denen es auch zu Zwangsehen und Ehrenmorden kommt.

Politik wird gemacht mit sogennter "humanitärer" Arbeit und auch unter dem Deckmäntelchen der Religionsfreiheit.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 09:13:10 Mi. 26.Juni 2019
Halb-OT
Zitat
Religiöse Extremisten beten für Kurz – das ist nicht der einzige Kontakt zum rechten christlichen Rand

In der Wiener Stadthalle tritt Sebastian Kurz an der Seite eines fundamentalistischen Predigers auf. Der rief 10.000 Gläubige zu einem Kurz-Gebet auf. Das war aber nicht nur ein einzelner Wahlkampfauftritt: Die ÖVP hat seit Jahren enge Kontakte zum rechten christlichen Rand.

Zitat
„Gott, wir danken dir so sehr für diesen Mann. Für die Weisheit, die du ihm gegeben hast. Für das Herz, das du ihm für dein Volk gegeben hast (..)Wir beten, dass du ihm gerechte Führung gibst, Weisheit und viel Schutz.“

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Quelle: kontrast.at (https://kontrast.at/sebastian-kurz-awekening-stadthalle-oevp-christentum/)

Via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=52790#h15)

Jaja, die Amis sind so doof, Europa kann das aber auch, hurra, ich fange an im Mittelalter eine fortschrittliche Ära zu sehen!
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 09:46:51 Sa. 20.Juli 2019
Zitat
Streik gegen neoliberale Politik in Ecuador
Proteste gegen rigide Kürzungspolitik und politische Verfolgung von Unterstützern der Bürgerrevolution

(https://abload.de/img/equadorvqjuc.jpg) (https://abload.de/image.php?img=equadorvqjuc.jpg)
Landesweit protestieren Gewerkschaften und soziale Organisationen in Ecuador gegen die Regierung Moreno

Quito. Seit Dienstag protestieren soziale Organisationen und Gewerkschaften in Ecuador gegen die neoliberale Politik von Präsident Lenín Moreno. In der Hauptstadt Quito und anderen Landesteilen kommt es zu Demonstrationen und Straßenblockaden. Der Präsidentenpalast ist weiträumig abgesperrt.

Seit Monaten wächst die Unzufriedenheit mit dem anfangs populären Präsidenten. Auch seine Glaubwürdigkeitswerte sind im Keller. Statt der versprochenen Fortsetzung des unter seinem Vorgänger Rafael Correa begonnenen progressiven Reformprojekts, der Bürgerrevolution, setzt er klassisch neoliberale Strukturanpassungsmaßnahmen durch.

Im Februar hatte Moreno die Unterzeichnung eines IWF-Abkommens bekannt gegeben. Ecuador bekommt eine Kreditlinie in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, die im Verlauf der nächsten drei Jahre ausgezahlt werden sollen, muss im Gegenzug aber eine rigide Kürzungspolitik durchsetzen. Damit verknüpft sind weitere Milliardenkredite von Weltbank und Interamerikanischer-Entwicklungsbank.

Die Proteste richten sich auch gegen die politische Verfolgung von Unterstützern der Bürgerrevolution und die mangelnde Rechtssicherheit. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht derzeit der Rat für Bürgerbeteiligung und soziale Kontrolle (CPCCS). Der autonome CPCCS war unter der Regierung Correa eingerichtet worden und hat die Aufgabe, in einem transparenten Prozess zentrale staatliche Ämter zu besetzen. Nach seinem Amtsantritt führte Moreno eine Volksbefragung durch, die unter anderem darauf abzielte, diesen Rat abzulösen. Seine Mitglieder sollten abgesetzt, ein Übergangsrat von der Exekutive bestimmt werden und anschließend die Wahl der Mitglieder durch direkte Wahlen erfolgen. Der nach dem Abstimmungserfolg ernannte Übergangsrat beschloss dann während seiner einjährigen Funktion die Neubesetzung wichtiger Ämter mit dem erklärten Ziel, die Vertreter der Bürgerrevolution zu entfernen.

Nachdem eine Kampagne für die Abgabe ungültiger Stimmen gescheitert ist und sich eine von der Regierung unabhängige Mehrheit von 4 von 7 Ratsmitgliedern abzeichnet, kämpfen Regierung, Parlamentarier, Machteliten und Privatmedien mit harten Bandagen gegen die erst neu gewählten Mitglieder des Rates. Parlamentarische Amtsenthebungsverfahren gegen regierungskritische Ratsmitglieder wurden eingeleitet und der Handlungsspielraum des Gremiums wird beschränkt. So erklärte es der Verfassungsgerichtshof für unzulässig, die Entscheidungen des handverlesenen Übergangs-Partizipationsrates (CPCCS-T) zu überpüfen. Wohlgemerkt waren die neuen Verfassungsrichter erst durch die Amtsanmaßung des CPCCS-T in ihre Ämter gelangt.

Die Regierung Moreno kann weiterhin auf die Unterstützung der Privatmedien bauen, von denen die Streiks und Proteste weitgehend ignoriert werden. Auch mit einzelnen Interessengruppen wie den Taxifahrern wurden hastig Abkommen ausgehandelt. Auf der parlamentarischen Ebene ist es der Regierung bisher stets gelungen, Mehrheiten zu gewinnen.

Anders ist es um die Unterstützung der Bevölkerung bestellt: Während Moreno im Oktober 2017 hohe Zustimmungswerte von 78 Prozent erzielte, äußerten sich im Juni 2019 nur noch 22 Prozent der Befragten positiv zu seiner Amtsführung. Eine Initiative ecuadorianischer Migranten, Unterschriften für ein Abwahlreferendum gegen Moreno zu sammeln, wurde durch den Obersten Wahlrat abgeschmettert.

Mit der Umsetzung des IWF-Abkommens drohen nun Massenentlassungen und Lohnkürzungen im öffentlichen Dienst, regressive Steuerreformen und steigende Arbeitslosigkeit. Selbst die überoptimistischen Prognosen des IWF gehen bestenfalls von Jahren der Stagnation aus. Weitere Proteste sind zu erwarten.
https://amerika21.de/2019/07/229032/ecuador-streik-gegen-neoliberale-politik
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:19:55 So. 28.Juli 2019
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Guatemala
Proteste gegen Asylabkommen mit USA


(https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/guatemala-213~_v-modPremium.jpg)

In Guatemala gibt es Proteste gegen das umstrittene Migrationsabkommen mit den USA. Kritiker werfen Staatschef Morales vor, vor den Forderungen Washingtons eingeknickt zu sein.

Unter massivem Druck von Präsident Donald Trump hat Guatemala ein Migrationsabkommen mit den USA unterzeichnet. Dagegen regt sich immer mehr Widerstand in dem mittelamerikanischen Land.

Vor dem Präsidentenpalast in Guatemala-Stadt verlangten Hunderte Demonstranten den Rücktritt von Staatschef Jimmy Morales. Sie werfen ihm vor, vor den US-Forderungen eingeknickt zu sein, ihr Land zu einem "sicheren Drittstaat" für Migranten zu erklären. Dies bedeutet, dass Asylsuchende, die auf ihrem Weg nach Norden durch Guatemala ziehen, künftig dort Schutz beantragen müssen und nicht an der US-Grenze.

"Guatemala hat unter Zwang unterzeichnet"

Eine Organisatorin des Protestmarschs, Brenda Hernández, beklagte, dass ihr armes Land sich kaum um seine eigenen Bürger kümmern, geschweige denn schutzbedürftigen Migranten Zuflucht bieten könne. Guatemala habe nicht die Kapazität, ein sicheres Land für Migranten zu sein, die in den Vereinigten Staaten nicht erwünscht seien, so die Menschenrechtsaktivistin.

Tatsächlich herrschen in Guatemala die gleichen Verhältnisse, die Salvadorianer und Honduraner zur Flucht bewegen: Bandengewalt, Armut, Arbeitslosigkeit und anhaltende Dürre mit massiven Ernteeinbußen.

Guatemalas Staatsanwalt für Menschenrechte, Jordán Rodas, übte ebenfalls scharfe Kritik an der Vereinbarung mit der USA. Der Deal verstoße gegen die Wiener Konvention, da sein Land ihn unter Zwang unterzeichnet habe.

Es drohten Zölle und Einreisebeschränkungen

Zuletzt hatte Trump der Regierung Guatemalas mit Zöllen gedroht, sollte es keinem Abkommen zustimmen. Zudem könnten Geldüberweisungen von in den USA arbeitenden Guatemalteken in die Heimat besteuert und die Einreise in die USA beschränkt werden. Rodas nannte das Abkommen vor diesem Hintergrund "unmoralisch und illegal".

Staatschef Morales hatte am Freitag erklärt, der Deal erspare seinem Land "drastische Sanktionen", die Guatemalas Wirtschaft massiv belasten würden. Den Begriff "sicheres Drittland" spielte er herunter. Die guatemaltekische Regierung sprach stattdessen von einer "Kooperationsvereinbarung für die Prüfung von Schutzanträgen".

Wie der Pakt in Kraft treten soll, ist jedoch unklar. Das Verfassungsgericht von Guatemala hat die Regierung daran gehindert, ein Abkommen ohne Zustimmung des guatemaltekischen Kongresses zu schließen.

(https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/sendungsbild-509465~_v-videowebl.jpg)

https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/sendungsbild-509465~_v-videowebl.jpg
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 17:54:38 Do. 12.September 2019
Zitat
Guatemala: Sieg über Privatisierungspläne nach Besetzung staatlicher Universität

Studierende der staatlichen Universität erreichen Rücknahme der Gebührenerhöhungen. Weitere Forderungen durchgesetzt

Quetzaltenango. Studierende der staatlichen San Carlos-Universität (Universidad de San Carlos de Guatemala, Usac) haben nach Monaten des Protests in der vergangenen Woche die Einrichtung wieder für den normalen Betrieb freigegeben. Den zentralen Campus der Universität in der Hauptstadt Guatemala-Stadt hatten sie schon am 30. August übergeben. Die anderen Außenstellen folgten in diesen Tagen, so dass mittlerweile alle staatlichen Universitäten den normalen Betrieb wieder aufgenommen haben.

Die über einen Monat andauernden Besetzungen hatten am 29. Juli begonnen, nachdem die Universitätsleitung eine drastische Erhöhung der Gebühren unter anderem für Examen und Vorbereitungskurse beschlossen hatte. Studierende sahen darin die drohende Privatisierung einer der letzten Institutionen in Guatemala, in denen kostenlose Bildung auf hohem Niveau angeboten wird. Neben der Rücknahme der Gebührenerhöhungen erhoben sie weitere Forderungen, über 18 Punkte sind jetzt mit der Universitätsleitung Übereinstimmungen erreicht worden.
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Quelle: amerika 21 (https://amerika21.de/2019/09/231442/guatemala-universitaet-besetzung-erfolg)
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:11:26 Do. 12.September 2019
Zitat
PERU - Unbefristeter Generalstreik der Bergleute erfolgreich gestartet

Am 10. September begann in Peru ein unbefristeter Generalstreik aller Bergarbeiter. An der Spitze der Demonstration auch ein Bergmann aus Marl im Ruhrgebiet.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw37/unbefristeter-generalstreik-der-bergleute-entfaltet-wirkung
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 21:00:55 Fr. 13.September 2019
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BERGARBEITERSTREIK IN PERU - Jetzt ist die internationale Solidarität gefragt

In Peru gibt es eine bedeutende Politisierung und Zuspitzung im aktuellen Generalstreik der Bergleute.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw37/jetzt-ist-die-internationale-koordinierung-und-revolutionierung-der-kaempfe-gefragt
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08:24:13 Sa. 05.Oktober 2019
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Streichung von Subventionen
Ecuador im Ausnahmezustand

Der Benzinpreis steigt, weil das Land Sparauflagen des IWF erfüllen muss. Dagegen regt sich Widerstand. Die Transportarbeiter*innen streiken.


Mit blockierten Straßen und Autobahnen haben Arbei­ter*innen in Ecuador am Donnerstag das Land weit­gehend lahmgelegt. Vielerorts brannten Barrikaden und Autoreifen, kam es zu Plünderungen. Über 270 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Schulen blieben geschlossen. „Um Chaos zu verhindern, habe ich den nationalen Ausnahmezustand verhängt“, sagte Präsident Lenín Moreno am Donnerstag.

Die Proteste der im Transportwesen beschäftigen Ar­bei­ter*innen richten sich gegen eine Anhebung der Treibstoffpreise. Der Ausnahmezustand, der zunächst für 60 Tage gilt, verleiht der Regierung nun weitgehende Vollmachten. Unter anderem kann die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und eine Zensur der Medien verhängt werden. Soldaten können an öffentlichen Plätzen eingesetzt werden, Häfen, Flughäfen und Grenzen können geschlossen werden.

Offen ist die Frage, ob Moreno mit diesen Maßnahmen nicht überreagiert hat. Nach Angaben des für die Beobachtung der Proteste zuständigen Sekretariats für Risikomanagement kam es zwar landesweit an 281 Orten zu Demonstrationen. Daran beteiligt hätten sich aber lediglich knapp 21.000 Menschen. Bei den Blockaden von 215 Straßen und Autobahnen wurden 14 Personen verletzt. Moreno selbst hatte kurz nach der Verhängung des Ausnahmezustandes eingeräumt, dass die Situation bereits „ziemlich unter Kontrolle“ war.

Am Dienstag hatte der Präsident ein milliardenschweres Sparprogramm verkündet. Ein Kernpunkt ist die Streichung der jahrzehntelangen Subventionen für Treibstoffe in dem erdölreichen Land. Zukünftig sollen jährlich 1,3 Milliarden US-Dollar eingespart werden. Am Donnerstag stieg der Benzinpreis deshalb von 1,85 Dollar pro Gallone (etwa 3,78 Liter) auf 2,30. Der Preis für Diesel verdoppelte sich. Das brachte das Fass zum Überlaufen.

Ex-Präsident Rafael Correa
„Wir alle kennen Morenos Zynismus. Wenn er etwas sagt, ist immer das genaue Gegenteil der Fall“


Im März hatte Ecuador den Internationalen Währungsfonds (IWF) um einen Standby-Kredit in Milliardenhöhe gebeten, um die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung zur Senkung des Haushaltsdefizits, zur Flexibilisierung des Arbeitsrechts und zu einer Steuerreform. Schließlich bewilligte der IWF 4,3 Mil­liarden Dollar. 652 Millionen wurden sofort überwiesen, der Rest erfolgt nach Prüfung, ob Ecuador die zugesagten Verpflichtungen einhält. Zu diesen gehört das Sparpaket.

Austritt aus der Opec

Ecuador leidet unter dem gesunkenen Ölpreis. Vor wenigen Tagen hatte die Regierung in Quito den Austritt aus der Opec zum Jahresende angekündigt. „Diese Maßnahme steht im Einklang mit dem Plan der Regierung, die öffentlichen Ausgaben zu senken und neue Einkünfte zu generieren“, hieß es. Ecuador will mehr fördern, als die von der Opec für das Land festgelegte Quote zulässt.

Erfolglos hatte die Transportarbeitergewerkschaft die Aussetzung der Subventionsstreichungen gefordert und für Donnerstag zum Streik aufgerufen. Moreno machte aber unmissverständlich klar, dass eine Rücknahme nicht in Frage komme, und war ins Zentrum der Proteste nach Guayaquil gereist. „Meine Anwesenheit hier soll verhindern, dass diejenigen, die das Land ausgeplündert haben, weiter plündern“, sagte Moreno. Nach einem letzten gescheiterten Gespräch mit der Transportgewerkschaft legte er nach: „Zu diesen Putschisten sagt Ecuador Nein.“ Er kündigte einen harten Einsatz von Polizei und Militär an, sollte es zu weiteren Krawallen kommen.

Eine prompte Reaktion auf den Ausnahmezustand kam von Morenos politischem Widersacher Rafael Correa. Der in Belgien lebende frühere Präsident und ehemalige Weggefährte Morenos sagte, der Kongress habe die Befugnis, den Ausnahmezustand aufzuheben. Er könne feststellen, ob Moreno seine Pflichten verletzt habe, und ihn schließlich seines Amtes entheben. „Wir alle kennen Morenos Zynismus und seine psychologischen Probleme. Wenn er etwas sagt, ist immer das genaue Gegenteil der Fall“, sagte Correa, dessen politischer Einfluss nach wie vor groß ist.

Die Gewerkschaft der Trans­port­arbeiter*innen kündigte eine Verlängerung des Streiks an.
https://taz.de/Streichung-von-Subventionen/!5628152/
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:26:09 So. 20.Oktober 2019
Zitat
Regierung lenkt ein
Tote bei Protesten in Chile

(https://apps-cloud.n-tv.de/img/21340421-1571545653000/16-9/750/0be83f855fce245962a3796c6d5c03f6.jpg)

Chile gilt als eines der stabilsten Länder in Südamerika. Doch die Kluft zwischen Arm und Reich wächst. Nach einer Preiserhöhung im Nahverkehr brechen Unruhen aus. Drei Menschen sterben. Das Militär soll für Sicherheit sorgen. Nun beugt sich die Regierung dem Druck und der Gewalt.


Bei den gewaltsamen Protesten in Chile sind drei Menschen ums Leben gekommen. Sie starben nach Behördenangaben in einem brennenden Supermarkt in der Hauptstadt Santiago de Chile, der in der Nacht geplündert wurde. Zwei Menschen waren sofort tot, ein drittes Opfer erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, wie Bürgermeisterin Karla Rubilar sagte.

Die Proteste in Chile wurden durch eine Erhöhung der Ticketpreise für den öffentlichen Nahverkehr ausgelöst. Nach ersten Zusammenstößen am Freitag gab es auch am Samstag heftige Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Nach gewaltsamen Protesten hat Präsident Sebastián Piñera eine Kehrtwende vollzogen. Er kündigte an, die Fahrpreiserhöhung werde ausgesetzt. Diese hatte sich auf 3,75 Prozent belaufen und war bereits die zweite in diesem Jahr. Angesichts der gewaltsamen Ausschreitungen verhängte das Militär eine Ausgangssperre für die gesamte Stadt.

Tausende Chilenen zogen zunächst friedlich durch Santiago und andere Städte, um ihrem generellen Ärger über die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen und der großen Kluft zwischen Arm und Reich Luft zu machen. Später kam es zu Zusammenstößen unter anderem vor dem Präsidentenpalast in Santiago.

Nachdem Demonstranten schon am ersten Tag des Protests zahlreiche U-Bahn-Stationen in der Sieben-Millionen-Einwohner-Metropole verwüstet hatten, zündeten sie am Samstag Busse an. Der Busverkehr wurde daraufhin eingestellt. In der Hafenstadt Valparaíso setzten Demonstranten am Abend den Sitz der Tageszeitung "El Mercurio" in Brand, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Es waren die schwersten Krawalle seit Jahren in Chile, das als eines der stabilsten Länder Lateinamerikas gilt. Chile hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen in Lateinamerika. Das Wirtschaftswachstum wird in diesem Jahr auf 2,5 Prozent geschätzt, die Inflation liegt bei lediglich zwei Prozent. Angesichts steigender Gesundheits- und Lebenshaltungskosten, niedriger Renten und sozialer Ungleichheit ist die Frustration aber groß.
https://www.n-tv.de/politik/Tote-bei-Protesten-in-Chile-article21340419.html
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:57:39 Di. 12.November 2019
Zitat
Warum es in Bolivien einen Putsch gab

In westlichen Medien ist gemeinhin vom "Rücktritt" des bolivianischen Präsidenten Evo Morales die Rede. Das ist falsch
https://www.heise.de/tp/features/Warum-es-in-Bolivien-einen-Putsch-gab-4584644.html
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:10:50 Di. 12.November 2019
Zitat
BOLIVIEN - Faschistischer Militärputsch zwingt Evo Morales zum Rücktritt

Am 10. November hat ein von Faschisten betriebener Militärputsch den bolivianischen Präsidenten Evo Morales zum Rücktritt gezwungen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw46/faschistischer-militaerputsch-zwingt-evo-morales-zum-ruecktritt
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 18:41:24 Di. 12.November 2019
Haha, die Schweinepresse sieht es anders:
Zitat
Es ist kein Putsch
Die bolivianische Demokratie lebt. Evo Morales’ erzwungener Rücktritt ist der größte Erfolg einer Politik, die er selbst eingeführt hat.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/evo-morales-ruecktritt-bolivien-protest-chapare-demokratie
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:46:46 Fr. 22.November 2019
Zitat
Halb Südamerika steht in Flammen – der Brandbeschleuniger? Die Ungleichheit
https://www.nzz.ch/international/halb-suedamerika-steht-in-flammen-der-brandbeschleuniger-die-ungleichheit-ld.1521832?reduced=true

Zitat
Drei Tote bei Protesten gegen Regierung in Kolumbien
Wegen der Sozial- und Sicherheitspolitik der Regierung gehen die Menschen in Kolumbien auf die Straße. Bei Plünderungen und Ausschreitungen gab es nun Tote.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-11/kolumbien-ausschreitungen-sozialpolitik-tote-festnahmen

"Plünderungen und Ausschreitungen" sind traditionelle Kampfformen der Unterschichten.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:31:28 Sa. 23.November 2019
Zitat
Mega-Streik in Kolumbien, Regierung antwortet mit Militär
Proteste am heutigen Donnerstag. Unmut wegen Wirtschaftsreformen und fehlender Friedenspolitik. Regierung geht auf Konfrontationskurs


(https://www.amerika21.de/files/a21/styles/page-grid-6-flexible-height/public/img/2019/banner-de-paro-nacional_kolumbien_streik.jpg?itok=XG8tH6gS)

Bogotá. Am heutigen Donnerstag kann es in Kolumbien zu den wichtigsten Protesten der jüngsten Geschichte kommen. Die Regierung hat bereits im Vorfeld mit massiver Militarisierung und Drohungen gegen soziale Organisationen auf den angekündigten landesweiten Generalstreik reagiert. Aufgerufen haben Gewerkschaften, Studierende, Oppositionelle sowie feministische und indigene Verbände. Den Protesten haben sich außerdem Künstler, Intellektuelle, Teile der katholischen Kirche und Personen des öffentlichen Lebens wie die kürzlich gewählte Miss Kolumbien, María Fernanda Aristizábal, angeschlossen.

Am Vortag der Demonstrationen hatte die Polizei mehrere Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei Personen festgenommen. Betroffen waren vor allem Schüler und Studente, ihnen wird Terrorismus vorgeworfen. Als Beweise seien Plakate, Aufrufe zu Kundgebungen, Halstücher und Farbeimer sichergestellt worden. In Bogotá wurden über 27 versuchte Durchsuchungen in Haushalten von Mitgliedern sozialer Bewegungen gemeldet, zudem drangen Polizisten ohne Durchsuchungsbefehl in Räume der Lehrergewerkschaft ein. Auch wurde die Werkstatt der alternativen Druckerei Cartel Urbano durchsucht. Dies rief heftigen Protest vor allem auch unter Künstlern und alternativen Medien hervor. Viele Menschen wurden so zusätzlich auf die Mobilisierung aufmerksam. In Medellín und Cali wurden weitere Privatwohnungen sowie der Sitz der Kommunistischen Partei in Palmira durchsucht. In Cali war auch ein Professor der öffentlichen Universität betroffen. Der Dachverband sozialer Bewegungen, Congreso de los Pueblos, bezeichnet diese Repression als Vorstufe zu weiteren Gewalttaten gegen Aktivisten.

Auf den zentralen Straßen der Hauptstadt patroullieren seit Tagen bewaffnete Militäreiheiten.

Die Organisatoren des Generalstreiks veröffentlichten vorab eine Liste mit zehn Gründen für die friedliche Mobilisierung. Neben der anhaltenden Korruption gehen die Menschen gegen geplante wirtschafts- und sozialpolitische Reformen auf die Straße. Dazu gehören die Arbeitsreform, die eine Senkung des Mindestlohns für unter 25-Jährige vorsieht und die Rentenreform, die nach Angaben von Gewerkschaften darauf abzielt, die Colpensiones – die öffentlichen Rentenfonds – zu privatisieren. Hinzu kommt die ununterbrochene Gewalt im Land gegen soziale Aktivisten und die Nichteinhaltung des Friedensabkommens mit der ehemaligen Guerillaorganisation Farc-EP.

Angeheizt hatte die Stimmung gegen die Regierung ein Skandal um einen Militäreinsatz in Caquetá, Verteidigungsminister Guillermo Botero musste bereits zurücktreten. Bei dem Luftangriff auf ein Lager von Farc-EP-Dissidenten wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft acht Minderjährige getötet. Die Berichterstattung des unabhängigen Nachrichtenkanals Noticias Uno widersprach der Aussage und berichtete von Zeugenaussagen, nach denen mehr als doppelt so viele Kinder und Jugendliche ums Leben gekommen seien. Auf die Nachfrage eines Reporters zu den ermordeten Jugendlichen antwortete der amtierende Präsident Duque lapidar: "Wovon sprichst du, Alter?"

Auch auf die angekündigten Proteste reagierte Duque mit harschen Worten. Die Gründe für die Demonstrationen beruhten auf Fake News und Lügen, sagte der rechtskonservative Politiker. Im Vorfeld hatte auch seine Regierungspartei Centro Democrático versucht, die Proteste zu diffamieren. In einem Schreiben nannte der ehemalige Präsident und Parteivorsitzende Álvaro Uribe die Mobilisierungen Teil einer Strategie der lateinamerikanischen Linken, die Regierungen zu destabilisieren ‒ angeblich vom Forum von São Paulo angestiftet. Zudem startete Uribe eine Medienkampagne, die die Bevölkerung dazu auffordert, während des Streiks nicht zu demonstrieren und warnte vor möglichen Gewalttaten durch "internationale Anarchisten".

Eine Woche vor den Protesten kündigte der Rechtsradikale Jaime Restrepo, bestärkt durch die Aussagen Uribes, die Gründung einer "Bürgerwehr" für den heutigen 21. November an. Die rechten Milizionäre wollen in Warnwesten patrouillieren.

Oppositionspolitiker Iván Cepeda verurteilte die Kriminalisierung der Proteste durch die Regierungspartei scharf. Dieses Vorgehen führe zu einer Polarisierung der Gesellschaft.

Die Zivilbevölkerung hat sich davon bislang noch nicht einschüchtern lassen. Die Zustimmung für die Demonstrationen nahm in sozialen Netzwerken eher zu. Wie lange die Proteste andauern werden und welche Auswirkungen sie auf die aktuelle Regierung haben werden, ist bislang nicht absehbar. Angesichts der derzeitigen Umfragewerte könnte die Mobilisierung eine der größten und wichtigsten in der jüngeren Geschichte des Landes sein.

Präsident Duque erließ indes das Dekret 2087 zur "Wahrung der öffentlichen Ordnung und zur Gewährleistung des Rechts auf friedliche und unbewaffnete Demonstrationen". Darin fordert er Lokalpolitiker im ganzen Land auf, "die zur Wahrung der öffentlichen Ordnung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen". Im Präsidialdekret heißt es weiter, Bürgermeister könnten auf ausdrückliche Anweisung des Präsidenten der Republik "gegebenenfalls den Verkehr von Personen auf Straßen und öffentlichen Plätzen einschränken und überwachen sowie Ausgangssperren verhängen".

Zugleich wurde die Armee in Teilen des Landes mobilisiert, um vor dem Streik Präsenz zu zeigen. Beobachter stufen dies als Einschüchterungsversuch gegenüber den Regierungskritikern ein.
https://www.amerika21.de/2019/11/234402/kolumbien-proteste-duque-drohungen
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:06:19 Do. 28.November 2019
Zitat
Kolumbien
Wieder Proteste gegen die Regierung

In vielen Städten Kolumbiens sind erneut Menschen gegen die Regierung von Präsident Duque auf die Straße gegangen.


In der Hauptstadt Bogotá kam der öffentliche Nahverkehr zum Erliegen, Geschäfte und Büros blieben geschlossen. Aufgerufen zu den Protesten hatten die wichtigsten Gewerkschaften des Landes. Sie werfen der Regierung vor, Reformen zu Lasten von Arbeitern, Rentnern und Berufsanfängern durchsetzen zu wollen.

Seit Beginn der Proteste vor einer Woche kamen bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei vier Menschen ums Leben, etwa 500 weitere wurden verletzt. Der Präsident hat inzwischen einen „nationalen Dialog“ ausgerufen, dieser brachte bisher aber keine nennenswerten Ergebnisse.
https://www.deutschlandfunk.de/kolumbien-wieder-proteste-gegen-die-regierung.2932.de.html?drn:news_id=1074779
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:47:15 Fr. 06.Dezember 2019
Zitat
Regierung führt neoliberale Reformen fort. Präsident Duque dankt Polizeieinheit, die für Mord an jungem Mann verantwortlich ist
https://amerika21.de/2019/12/235058/grossdemos-4-dezember-kolumbien

Zitat
Dritter Generalstreik in zwei Wochen:
Eine nie da gewesene Mobilisierung führt zu einer neuen Situation in Kolumbien
https://www.labournet.de/?p=158671
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: RoterProlet am 15:37:17 Mo. 16.Dezember 2019
Zitat
Brasilien: Indigener Tuiuca zu Tode geschlagen

(http://www.demvolkedienen.org/images/Brasilien/Humberto-Peixoto_Tuiuca.jpg)

Am 2. Dezember wurde der 37-jährige Humberto Peixoto von der Tuiuca-Volksgruppe der Utãpinopona in São Gabriel da Cachoeira (AM) von einer Gruppe Paramilitärs brutal geschlagen und starb fünf Tage später infolge des Angriffes. Auf seinem Heimweg wurde er nach einem Treffen der Coordenação dos Povos Indígenas de Manaus und Entorno (Copime) (Koordination der indigenen Völker von Manaus und Umgebung) mit Holzstücken geschlagen.

Der Mord an Humberto Peixoto ist der vierte Mord mit dem gleichen Profil in Manaus. Im Jahr 2019 gab es drei weitere Morde an Indigos mit herausragender Beteiligung am Kampf in Manaus. Am 27. Februar wurde der 53-jährige Cacique Francisco de Souza Pereira in seiner Wohnung, in der Bahia-Straße der Urucaia-Gemeinde, Conjunto João Paulo, im Stadtteil Nova Cidade hingerichtet. Am 13. Juni wurde auch Häuptling William Machado Alencar, der als "Schwarzer Jaguar" der Mura-Ethnie bekannt ist, hingerichtet und auf dem Indigenen Friedhof mit acht Schüssen erschossen. Am 6. August wurde einer der apurinischen Führer, Carlos Alberto de Souza, der 44-jährige "Mackpak", im Citizen 12-Komplex im Stadtteil Nova Cidade nördlich der Stadt mit mehr als zehn Schüssen von vermummten Paramilitärs hingerichtet.


http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/lat-amerika/3819-brasilien-indigener-tuiuca-zu-tode-geschlagen (http://www.demvolkedienen.org/index.php/de/lat-amerika/3819-brasilien-indigener-tuiuca-zu-tode-geschlagen)
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:00:26 Sa. 21.Dezember 2019
Zitat
Bolivien: Wie Evangelikale in die Politik drängen

3 Min., verfügbar vom 17/12/2019 bis 19/12/2022

HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/094000/094500/094521-000-A_EQ_0_VA_04704413_MP4-1500_AMM-PTWEB_1GSYW1KN0xq.mp4
Quelle: Arte (https://www.arte.tv/de/videos/094521-000-A/bolivien-wie-evangelikale-in-die-politik-draengen/)

Diese Teufelsbrut überzieht die Welt mit ihrer kapitalistischen Glückseligkeit. Das wäre doch auch ein krimineller Klan (Clan) der streng überwacht gehört, aber er ist wohl anerkannt zu höherem Berufen.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 12:24:53 So. 01.März 2020
Zitat
US-Wissenschaftler: Der Betrugsvorwurf der OAS über Wahlen in Bolivien war haltlos

Washington. Wie ein Paukenschlag hat eine Untersuchung von zwei Experten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gewirkt, wonach es für die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) keinen Grund gegeben habe, zu erklären, bei den Präsidentschaftwahlen vom letzten Oktober in Bolivien sei Betrug im Spiel gewesen.

Nach einer entsprechenden Beurteilung durch die OAS hatte die rechte Opposition in Bolivien gegen die Wiederwahl von Evo Morales mobilisiert und Polizei und Militär den rechtmäßigen Präsidenten genötigt zurückzutreten. Morales und Mitglieder seiner Regierung wurden durch Drohungen gezwungen, ins Exil zu gehen. Seitdem herrscht eine Putschregierung unter Führung von De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez.

...
...

Quelle: amerika21 (https://amerika21.de/2020/03/237814/mit-zu-oas-bericht-ueber-wahlen-bolivien)
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 14:15:12 So. 01.März 2020
Zitat
Morales und Mitglieder seiner Regierung wurden durch Drohungen gezwungen, ins Exil zu gehen. Seitdem herrscht eine Putschregierung unter Führung von De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez.

Es erinnert schwer an die Zeiten, in denen die Amis in Chile gegen Allende putschten und ihn durch Pinochet ersetzten.

Damals war es der gute alte US Imperialismus, heute ist es die globalisierte neoliberale Politik, die sich Rohstoffquellen und Arbeitsmärkte auf die harte Tour sichert. Im Endeffekt nix neues. Es ist alles gleich widerlich.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 15:40:22 So. 01.März 2020
Es offenbart diesen "Werte" PR-Müll der angeblich zivilisierten Welt, WIR gut, alle anderen böse/Neider, unzivilisiert, unser Mord oder Lüge ist Befreiung, bei den unzivilisierten ist es niederträchtige Unterdrückung. Unser "alternativloses" System ist das beste der Welt, wir erkennen gar nichts anderes an, ergo wollen alle so sein wie WIR, es kann nichts angestrebt werden was es aus unserer Sicht nicht gibt bzw. geben kann.
Ist komplett bescheuert, aber darin sind wir uns einig und stehen blindlings/gedankenlos zueinander.
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:08:21 Mo. 01.Juni 2020
Zitat
In den Metropolen Brasiliens haben Fußballfans Proteste gegen antidemokratische Tendenzen im Land organisiert. Sie lieferten sich heftige Auseinandersetzungen mit Regierungsanhängern.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-fussballfans-organisieren-proteste-gegen-bolsonaro-a-1dec135e-6a93-473a-b63d-1b16f859b3c6
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:16:10 Do. 04.Juni 2020
Zitat
AUFRUF - "Stoppt die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nicaragua!"

Die Auslandskommission für die Freilassung politischer Gefangener in Nicaragua ruft auf:

Nicaragua in den Händen des Ortega-Murillo-Regimes erlebt eine neuen Welle von Verbrechen wie sie bereits im April 2018 verübt wurden. Heute steht sie im tragischen Kontext der COVID-19-Pandemie. Und heute leidet das ganze Volk. Verblüfft erleben wir jeden Tag Todesfälle, die hätten vermieden werden können, gefolgt von schmerzhaften heimlichen Bestattungen.

Bis zum 23. Mai berichtet das Covid-19 Citizen Observatory über mehr als 2687 verifizierte Verdachtsfälle, 598 Todesfälle durch Lungenentzündung und Verdacht auf COVID-19. Dagegen erkennt das Ministerium für Gesundheit bis zum 19. Mai nur 279 positive Fälle an, von denen sich 199 erholt hätten und 17 verstorben sind.

Dieses tyrannische Paar, das dem Aufstand im April 2018 mit Blut und Feuer begegnet ist, kann die Pandemie nicht bewältigen und verbirgt die wachsende Zahl der Infizierten und die Zahl der Todesfälle.

Heute leben die Menschen in Nicaragua völlig ungeschützt in einem Land, in dem die Diktatur die verfassungsmäßige Ordnung gebrochen hat, wo die Gesetze nicht gelten, wo sie in einem Belagerungszustand und de facto Ausnahmezustand leben, wo es heute die Polizei und Paramilitärs in einem extremen Akt der Unmenschlichkeit sind, die alles bis zu den Gräbern unserer Toten kontrollieren.

 Wir sind besonders besorgt über die Situation in den Gefängnissen. Das Regime ließ 2815 gewöhnliche Gefangene frei, insgesamt 103 politische Gefangene sind völlig hilflos und ansteckungsgefährdet.

Wir fordern die Oppositionskräfte auf, sich zu vereinen ..., um die Menschen zu retten. Das Volk von Nicaragua rufen wir auf, sein Recht auf zivilen Ungehorsam auszuüben und gegen die unverantwortliche ... Gefährdung des Lebens der Nicaraguaner zu rebellieren. Gemeinsam sind wir ein Vulkan!

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw23/stoppt-die-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-in-nicaragua
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 20:13:36 Mo. 08.Juni 2020
Zitat
BRASILIEN - Aufstand gegen Bolsonaro

Gegen Rassismus und Faschismus: Proteste gegen Regierung in Brasilien weiten sich aus. Staat setzt Tränengas und Gummigeschosse ein

In Brasilien weiten sich die seit Tagen laufenden Proteste gegen den faschistischen Präsidenten Jair Bolsonaro weiter aus. Am Wochenende sind in zahlreichen Städten erneut Zigtausende auf die Straße gegangen. Trotz des zum Teil brutalen Auftretens staatlicher Einsatzkräfte protestierten die Demonstranten in der Hauptstadt Brasília, in Rio de Janeiro, São Paulo und anderen Städten mit Transparenten gegen »Rassismus und Faschismus« und die »Vernichtungspolitik der Regierung«. In Rio de Janeiro nahm die Polizei etliche Teilnehmer fest, als sich die Familie eines zwölfjährigen Jungen, der vor einigen Tagen bei einem Einsatz der Militärpolizei in einer Favela getötet worden war, den Demonstranten anschloss. In São Paulo hatten neben Gewerkschaftern, sozialen Gruppen und Aktivisten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auch die organisierten Fans der vier großen örtlichen Fußballclubs zum Protest aufgerufen. Laut Agenturberichten setzte die Polizei Tränengas und nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International auch Gummigeschosse ein.

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/379822.brasilien-aufstand-gegen-bolsonaro.html
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Troll am 11:53:20 Mo. 27.Juli 2020
Zitat
Amazonien – Aufschrei zur Rettung der weltgrößten Klimaanlage

Teil 1: Der programmierte Kahlschlag des Bolsonaro-Regimes
„Brasilien ist in den Händen des Teufels und sein Unglück ist einmalig”. Mit diesen Worten betitelte am vergangenen 4. Mai Mino Carta, Herausgeber der Wochenzeitschrift Carta-Capital, eine vehemente Anklage gegen den Präsidenten Jair Messias Bolsonaro wegen seines haarsträubenden Umgangs mit der Covid-19-Krise in Brasilien. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.
...

Als MP3: https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/200725-Amazonien-Aufschrei-zur-Rettung-der-weltgroessten-Klimaanlage-Teil1-NDS.mp3
Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=63235)
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:32:48 Di. 01.September 2020
Zitat
STAATLICHE REPRESSION - Kolumbien: „Soziale Säuberung“ unter der Covid-19-Pandemie?

Mit der Wahl von Iván Duque 2018 zum Präsidenten von Kolumbien war klar, dass der eingeleitete Friedensprozess durch den vorherigen Präsidenten Juan Manuel Santos mit der FARC (revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) es schwer haben würde.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw36/kolumbien-soziale-saeuberung-unter-der-covid-19-pandemie
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: counselor am 18:25:42 Di. 08.September 2020
Zitat
EL CERREJÓN IN KOLUMBIEN - Bergleute gegen Todesschichten und arbeiterfeindliche Politik

Der Streik der Bergarbeiter von El Cerrejón, der am 31. August begann, geht ungebrochen weiter. Nach aktuellen Pressemeldungen sind über 5000 fest angestellte Bergleute im Streik und etwa ebenso so viele Vertragsarbeiter haben die Arbeit eingestellt. Das Hauptanliegen ist sofortige Beendigung der sogenannten „Todesschichten“, d. h. drei Wochen im Monat mit Zwölf-Stundenschichten, die neu eingeführt wurden, um die Profite in der Krise zu sichern.

Die Versuche des Bergbaumonopols - ein Konglomerat von drei internationalen Konzernen - die Streikenden zu erpressen, scheiterten. Der Konzern drohte, bei Streik die „humanitäre Leistung“ der Wasserlieferungen für die Bevölkerung in der Region einzustellen. Die Streikenden und ihre Gewerkschaft Sintracarbón haben aber einen Notdienst eingerichtet. So gelang es nicht, die Bevölkerung gegen sie aufzuhetzen. Vielmehr protestierten Anwohner in Puerto Bolívar gegen El Cerrejón und seine Drohung.

Zumal diese angebliche „humanitäre Hilfe“ ein dreister Etiquettenschwindel ist, denn der rücksichtslose Übertageabbau der Kohle durch den Konzern ist maßgeblich für die Probleme der Wasserversorgung in der Region verantwortlich!

Solidaritätsdemonstration: „Wir sind Teil des paro nacional“
Unter Corona-Schutzmaßnahmen fand am Sonntag in der Hafenstadt Barranquilla eine Demonstration zur Solidarität mit den streikenden Bergleuten von El Cerrejón statt. (Hier geht es zu Bildern und einem Video von der Aktion) Die Gewerkschafter verbanden das mit dem Protest gegen die Regierungspolitik unter Präsident Ivan Duque: So gegen den Erlass 1174, der unter dem Vorwand „Corona“ den Unternehmern erlaubt, Arbeiter stundenweise einzustellen. Das bezeichnete der Vertreter des Dachverbands CUT als „Versklavung“ und als ein „Ende der Rente“. Auch gegen die Milliarden-Unterstützung für die Luftfahrtgesellschaft Avianca, die damit Tausende Arbeitsplätze vernichtet, ganz so wie bei uns die Lufthansa, protestierten die Demonstranten.

Sie erklärten dabei auch, dass sie diesen Kampf als einen Bestandteil des „paro nacional“ ansehen, der nationalen Streikbewegung gegen die Regierung unter dem faschistoiden Präsidenten Duque, die im November 2019 begann und durch die Corona-Einschränkungen unterbrochen wurde. Jetzt wird die Wiederaufnahme des paro nacional diskutiert!

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw37/bergleute-gegen-todesschichten-und-arbeiterfeindliche-politik
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: Kuddel am 13:03:54 Mo. 23.November 2020
Zitat
Neue Proteste gegen Regierung in Guatemala

Den zweiten Tag in Folge sind in Guatemala gestern zahlreiche Menschen gegen das umstrittene Budget für 2021 auf die Straße gegangen. Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten protestierten vor dem Kongress im Zentrum von Guatemala-Stadt gegen den im Eilverfahren verabschiedeten Haushaltsplan und die Regierung von Präsident Alejandro Giammattei.
https://orf.at/stories/3190895/
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:43:02 So. 29.November 2020
Zitat
Kolumbien:
Neuer Streik gegen die Politik der Regierung in der Corona-Krise


Bogotá. In Kolumbien reißen die Protestaktionen gegen die Regierung und ihre Politik in Zeiten der Corona-Pandemie seit dem 19. November nicht mehr ab. Gewerkschaften, Bauernverbände und soziale Organisationen hatten erneut zu Streiks und Demonstrationen aufgerufen, die in verschiedenen Großstädten und ländlichen Gebieten stattfanden. Die Mobilisierungen stehen im Zeichen der Ereignisse der vergangenen Monate und sollen gleichzeitig an die großen Proteste Ende 2019 anknüpfen.

Hauptforderung der Organisatoren ist, dass sich die Regierung von Präsident Iván Duque zu Gesprächen über Notfallmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bereit erklärt. Dazu zählen etwa Verbesserungen im Gesundheits- und Bildungsbereich, ein Grundeinkommen für Arbeitslose und Personen ohne Renteneinkünfte sowie die Unterstützung kleiner Unternehmen.
https://amerika21.de/2020/11/245708/kolumbien-streik-regierung-coronakrise
Titel: Re: Mittel- und Südamerika
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:53:50 Mi. 16.Dezember 2020
Zitat
Politische Krise in Zentralamerika
»Guatemala funktioniert wie eine Kaffeefarm«
Die Oberschicht bestimmt, die Arbeiter hungern: In Guatemala gehen die Menschen gegen das politische System auf die Straßen.


(https://abload.de/img/7933610e-b578-4eb3-8frmjv4.jpg) (https://abload.de/image.php?img=7933610e-b578-4eb3-8frmjv4.jpg)

Bis zu 60 Prozent der Guatemalteken stammen von einer der mehr als 20 indigenen Gruppierungen im Land ab – doch sie haben kaum politische Mitspracherechte, viele bleiben über Generationen hinweg in der Armut gefangen. Die weißen Nachfahren der spanischsprachigen Eroberer bilden dagegen bis heute die politische und wirtschaftliche Elite, der Reichtum wird von wenigen Familien kontrolliert.

»Guatemala funktioniert wie eine Kaffeefarm: Der Herr, also die Oberschicht, bestimmt, wo es langgeht, und die Mitarbeiter, wie der Präsident, die Abgeordneten, die Justiz, setzen die Anweisungen um«, sagt Lucia. »Der Rest muss zu Löhnen schuften, von denen man nicht überleben kann, oder hungert.«

Nachdem ein Politiker ärmere Guatemalteken, die den Haushaltsplan kritisierten, verächtlich als »Bohnenfresser« verunglimpfte, bezeichnen sich nun Tausende online und offline ironisch als »Vereinte Bohnenfresser«, gehen in verschiedenen Regionen gegen das ungerechte System und die Korruption auf die Straße und fordern den Rücktritt von Präsident Alejandro Giammattei.

Selbst in abgelegenen, indigenen Gemeinden finden derzeit weiter Streiks und Proteste statt: »Die Empörung über die Regierung hat sich mittlerweile in Wut verwandelt«, beobachtet Fernando Barillas, 45, von der Hilfsorganisation »Antigua al Rescate«, Antigua zu Hilfe.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/guatemala-in-der-krise-wie-eine-kaffeefarm-a-927833ad-2a83-468f-a7ef-ceae9f319303