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Öffentlicher Dienst => Stadt, Land und Bund => Thema gestartet von: xyu am 23:43:47 Do. 14.November 2013

Titel: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: xyu am 23:43:47 Do. 14.November 2013
Zur Zeit läuft in ver.di die Diskussion zur Tarifforderung für den Tarifvertrtag des öffentlichen Dienstes an.
Hier ein Diskussionsbeitrag aus dem ver.di-Mitgliedernetz:

"Ergebnis über der realen Inflationsrate für GeringverdienerInnen!

 Die offizielle Inflationsrate liegt etwa im Oktober 2013 bei 1,2%. Allgemein bekannt ist jedoch, dass diese nach einem Warenkorb berechnet wird, der nicht dem realen Warenkorb von Gering- und MittelverdienerInnen entspricht.
Jemand, der etwa unter 2000 Euro brutto monatlich verdient, braucht mitunter das gesamte monatliche Einkommen auf für

-Lebensmittel
-Mietkosten
-Energie/Sprit/Bahn und Bus

Der "Spiegel" schreibt im August 2013: "Im Jahresvergleich verteuerten sich Nahrungsmittel jedoch um 5,7 Prozent - der stärkste Anstieg seit fast fünf Jahren. Fachleute machen dafür auch die Wetterkapriolen verantwortlich: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Deutlich mehr Geld mussten die Verbraucher den Statistikern zufolge für Speisefette und Speiseöle ausgeben, die insgesamt um 15,4 Prozent teurer wurden. Der Preis für Butter lag im Vergleich zum Juli 2012 sogar um 30,8 Prozent höher. Für Gemüse mussten die Verbraucher 11,7 Prozent mehr Geld hinlegen, Kartoffeln waren 44,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier legten insgesamt um 6,1 Prozent zu.

Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Erheblich teurer war dabei wie schon in den Vormonaten Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent. Günstiger im Vergleich zum Juli 2012 wurde leichtes Heizöl, und zwar um 3,6 Prozent.

Zeitungen und Zeitschriften verteuerten sich um 4,1 Prozent. Tabakwaren
waren um 3,6 Prozent teurer, was nach Angaben der Statistiker auf eine verspätete Weitergabe der Tabaksteuererhöhung zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen ist. Um 4,5 Prozent günstiger wurde hingegen Kaffee, für Geräte der Unterhaltungselektronik mussten die Verbraucher 5,1 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/inflation-lebensmittel-verteuern-sich-stark-a-916260.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/inflation-lebensmittel-verteuern-sich-stark-a-916260.html)

Enorme Steigerungen der Mietpreise stehen insbesondere in Großstädten schon länger auf der Tagesordnung. Die Deutsche Bahn erhöht jedes Jahr ihre Preise über der Inflationsrate.

Aus diesen Gründen, und weil es ja au den letzten Jahren auch Nachholbedarf gibt, würde ich das Entgeld betreffend eine Forderung von 400 Euro (tabellenwirksamer monatlicher Festbetrag) für angemessen halten.

Klar ist, dass dafür gekämpft werden muss.
Im letzten Jahr wurde berichtet, die letztendliche (erst in der zweiten Abstimmung der Tarifkommision) Annahme der Tarifeinigung habe u.a. daran gelegen, dass kampfstarke bzw. streikstrategisch wichtige Bereiche (z.B. Flughäfen) nach bereits zugesagter Sonderzulage nicht mehr streikbereit gewesen seien.
Dass so eine Situation entsteht, gilt es demnach dieses Mal zu verhindern.
Weiterhin wäre es natürlich wünschenswert, die schon letztes Jahr erfreulich steigenden Warnstreikteilnahmezahlen noch zu "toppen".
Auch sollte versucht werden, das Potential gleichzeitig streikender ArbeiterInnen in unterschiedlichen Branchen zu nutzen. Denn auch wenn wir uns mit unterschiedlichen Gegnern streiten und spezifische Tarifverträge verhandeln, so sind wir doch alle Teil derselben ArbeiterInnenklasse, der es nicht schlecht ansteht, sich untereinander solidarisch zu zeigen.
Wie sähe es aus, wenn etwa eine VW-Belegschaft erst dann wieder die Arbeit aufnehmen würde, wenn nicht nur ihre Forderungen sondern auch die der Beschäftigten der Krankenhäuser erreicht sind? "

https://mitgliedernetz.verdi.de/interaktiv/foren/thema/discussion?DiscussionPortlet.detail=12324&DiscussionPortlet.page=0&message=Topic%20added#post.12324 (https://mitgliedernetz.verdi.de/interaktiv/foren/thema/discussion?DiscussionPortlet.detail=12324&DiscussionPortlet.page=0&message=Topic%20added#post.12324)
(link nur aufrufbar für dort registrierte ver.di-mitglieder)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Codeman am 10:31:46 So. 29.Dezember 2013
Grundsätzlich sind das richtige Forderungen !

Zumindest auf den TVöD bezogen, haben die Gewerkschaften auch eine gute Kampfbasis, da Streiks im Kommunalbereich sofort für den einzelnen Bürger spürbar sind (Kitas bleiben geschlossen, Müll wird nicht abgeholt usw.). Davon profitieren letztendlcih auch die Beschäftigten des Bundes, da diese mit den Kommunalis im TVöD vereinigt sind.

Das Problem von VERDI im ÖD ist eher, dass es für die Länder einen einzelnen Tarifvertrag gibt (TV-L) und dieser sogar noch für ein Land gar nicht gilt (Hessen) sowie ein Land dort ausgetreten ist, jetzt wieder neu aufgenommen wurde und langsam sich dem Verdienst der übrigen Länder wieder annährt (Berlin).

Dann gibt es noch Betriebe / Verwaltungen die widerum eigene Tarifverträge, so genannte Haustarifverträge, mit VERDI haben. In Berlin trifft dies auch die BVG zum Beispiel zu.

Diese ganze Zersplitterung in unendlich kleine Tarifeinheiten macht VERDI im öffentlichen Dienst leider teilweise handlungsunfähig.

Daher die Forderug:

-> Zusammenlegung aller Tarifverträge zu einem
-> Sofortige Entfristung aller befristet Beschäftigten im ÖD
-> Sachgrundlose Befristungen sind zu verbieten
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Kuddel am 10:48:32 So. 29.Dezember 2013
Zitat
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Troll am 11:01:03 So. 29.Dezember 2013
Es lässt sich Geld einsparen, die Löhne in Ostdeutschland werden sich automatisch angleichen wenn sie im Westen nicht angemessen steigen, man trifft sich Entlohnungsmäßig heute immer auf dem niedrieren Niveau, zumindest bei normalen Arbeitsverhältnissen.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:08:06 So. 29.Dezember 2013
Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Codeman am 12:27:00 So. 29.Dezember 2013
Zitat
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Servus Kuddel,

das ist eine berechtigte Frage. Aber Verdi tut ja alles um diesen Zustand auch noch zu zementieren. Waren vor der letzten Einigung noch 75% Weihnachtsgeld für die Beschäftigten des Tarifbereiches Ost vorgesehen, sind es jetzt noch 67,5%.

Ein wahrhaft guter Ansatz........ *kotze smiley*

Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

Da im ÖD jeder und alles in Entgeltgruppen und Stufen eingruppiert wird, entfällt dieses Argument auf den 1. Blick.

Aber dann gibs ja auch wieder die Möglichkeit der Zahlung von außertariflichen Zulagen.....die widerum unterliegen keiner so strengen Kontrolle......
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:35:59 So. 29.Dezember 2013
Ja, ich meinte das auch eher Allgemein.
Ich hab mir neulich mal angeguckt, was ich verdienen würde, wenn ich im ÖD anfangen würde. Das ist einfach nur traurig, was es da gibt! >:(
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 05:47:07 Di. 11.Februar 2014
@codeman hast du da nen link o.ä. zu der von dir genannten absenkung der ost-jahressonderzahlung?

Zitat
11.02.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Kommunen fordern Lohnzurückhaltung
Berlin. Vor der Tarifrunde im öffentlichen Dienst warnen Kommunen die Gewerkschaften: Hohe Lohnforderungen würden eine Privatisierungswelle provozieren. Ein starkes Plus für untere Tarifgruppen ziehe die Auslagerung von Jobs nach sich, sagte der Präsident der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag). Am Dienstag wollen die Gewerkschaften mit ver.di an der Spitze ihre Lohnforderung für die gut zwei Millionen Beschäftigten der Kommunen und des Bundes verkünden. Böhle kritisierte, die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes seien schon heute für einfache Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. (dpa/jW)
http://www.jungewelt.de/2014/02-11/044.php (http://www.jungewelt.de/2014/02-11/044.php)

Zitat
Nachholbedarf“ konsequent durchsetzen
2. Februar 2014
 

Am 11. Februar werden die ver.di-Forderungen für die Tarifrunde Bund und Kommunen aufgestellt. In vielen Betrieben, Dienststellen und Bezirken fanden bereits Diskussionen statt.

von Angelika Teweleit, Berlin

In einer Tarifinfo von ver.di wird auf den großen Nachholbedarf der Beschäftigten verwiesen. Richtigerweise wird darin der alten Leier der Arbeitgeber, die Kassen seien leer, die aktuellen Konjunkturdaten und hohe Steuereinnahmen entgegengestellt. Gleichzeitig sollte aber als Ausgangsbasis für die Diskussion um die Aufstellung der Forderungen die Einkommensentwicklung und die höheren finanziellen Belastungen der Beschäftigten maßgebend sein.
Leere Kassen – wessen Kassen?

Laut Statistischem Bundesamt zeichnete sich 2013 ein weiterer Reallohnverlust für die Beschäftigten ab, der vor allem auf die Lohnentwicklung „im Bereich der Banken und Versicherungen sowie in der öffentlichen Verwaltung“ zurückzuführen sei. Die steilen Anstiege der Preise der Grundnahrungsmittel, bedeuten, dass am Ende des Monats weniger Geld in der Haushaltskasse ist. Aber auch die steigenden Mieten, besonders in den Großstädten, führen zu großer finanzieller Belastung für die Beschäftigten. Dazu kommt der weitere Anstieg der Strompreise.
Forderungen nach Sockelbeträgen

Wie schon bei den vergangenen Tarifrunden spielt die Diskussion um die Anhebung der unteren Lohngruppen, zum Beispiel durch einen Festgeld- oder Sockelbetrag, eine wichtige Rolle. Es gibt Beschlüsse aus Betrieben und Bezirken nach einem Sockelbetrag in der Größenordnung von 150 Euro monatlich plus 4,5 Prozent beziehungsweise nach einem Sockel von 150 beziehungsweise 200 Euro plus (je nach Betrieb und Bereich) zwischen ein und sechs Prozent oder auch nach einem reinen Festbetrag – bis hin zu 300 Euro. Auf einer ver.di-Versammlung in Bochum wurde eine Laufzeit von zehn Monaten gefordert, um endlich eine Synchronisierung mit der Tarifrunde der Länder im Jahr 2015 zu erreichen. Einige KollegInnen hatten dort auch die Frage der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich thematisiert. Man einigte sich darauf, dass es keine weitere Arbeitszeitverlängerung und keine Kompensationen geben darf. Eine offensive und erfolgreiche Lohnrunde in diesem Jahr wäre eine gute Ausgangsbasis, um das Thema 2015 wieder aufzugreifen und in den Forderungskatalog aufzunehmen. Die Beispiele zeigen, dass viele KollegInnen die vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske gegenüber der Bundestarifkommission geäußerte Größenordnung von 100 Euro Sockelbetrag plus drei Prozent nicht als ausreichend erachten.
Die rote Karte zeigen!

Die Durchsetzung von Forderungen ist eine Frage der Kampfkraft und der Kräfteverhältnisse. Bei den Tarifrunden in Bund und Kommunen der letzten Jahre hatte sich an der massiven Beteiligung an Warnstreiks gezeigt, dass es eine große Kampfbereitschaft gibt.Wenn die ver.di-Führung, gemeinsam mit GEW und dbb, mit der klaren Aussage in die Tarifauseinandersetzung geht, dass ein konsequenter Kampf für die berechtigten Forderungen der Beschäftigten geführt wird und von der Bundestarifkommission eine entsprechend mobilisierende Forderung aufgestellt wird, dann spricht alles dafür, dass die Beschäftigten einem solchen Aufruf folgen.

Innerhalb der Tarifauseinandersetzung sollte eine breitest mögliche Einbeziehung der Mitglieder stattfinden. Das beginnt schon bei der Vorbereitung, also mit der Organisierung von Mitgliederversammlungen in den Betrieben sowie bei betriebsübergreifenden Aktivenkonferenzen. Treffen für interessierte KollegInnen im Betrieb, auf denen Aktionen und die Gewinnung weiterer KollegInnen für den Tarifkampf besprochen oder beispielsweise eigene Transparente erstellt werden, können ein guter Hebel sein. Eine solche Herangehensweise ist nicht selbstverständlich und erfordert innerhalb der Gewerkschaft Druck von unten.
http://www.sozialismus.info/2014/02/nachholbedarf-konsequent-durchsetzen/ (http://www.sozialismus.info/2014/02/nachholbedarf-konsequent-durchsetzen/)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 14:47:47 Di. 11.Februar 2014
Zitat
Mit großer Mehrheit haben die Kolleginnen und Kollegen der Bundestarifkommission die Forderung für die diesjährige Tarifrunde Bund und Kommunen beschlossen:

- Entgelterhöhung: 100 Euro Grundbetrag plus 3,5 Prozent

- 100 Euro für Auszubildende und Praktikant/innen

- Laufzeit 12 Monate

- Zeit- und ihnhaltsgleiche Übertragung der Erhöhung auf BeamtInnen

- 30 Tage Erholungsurlaub für alle

- 70 Euro Nahverkehrszulage

- Erhöhung der Nachtzuschläge in Krankenhäusern von 15 auf 20 Prozent

- Unbefristete Übernahme der Auszubildenden

Damit liegt die Forderung bis zu einem Bruttogehalt von knapp 3500 Euro über der Forderung aus 2012 (6,5% mit nicht näher bezifferter sozialer Komponente).

EDIT: habe eben einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden: damals wurde die soziale komponente doch näher beziffert (die forderung war: 6,5%, mindestens aber 200 Euro). Die soziale Komponente wurde damals nicht durchgesetzt.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Troll am 16:10:04 Di. 11.Februar 2014
Der Bund hat X-Billonen Euro schulden und kann sich keinerlei Zugeständnisse leisten, so hab ich es vor kurzem gehört.

Sehr passend dazu: https://www.chefduzen.de/index.php?topic=27876.0 (https://www.chefduzen.de/index.php?topic=27876.0)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 18:30:49 Mo. 17.März 2014
Seit freitag gibt es regionale warnstreiks. hier ein zeitungsartikel aus berlin.

Zitat
Schwestern und Pfleger haben am Montag in den Vivantes-Kliniken die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft will am Dienstag nachlegen - und die Schleusen bestreiken.

„Warnstreik!“ steht an den Türen auf roten Plakaten. Vor dem Haupteingang haben sich 150 Schwestern und Pfleger in Streikwesten versammelt, im Nieselregen trinken sie Kaffee. Die Redner am Mikrofon schimpfen, dass eine Schwester immer mehr Patienten versorgen müsse – das Geld aber gleich bleibe. Willkommen im Klinikum Neukölln: Im Zuge der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hatte die Gewerkschaft Verdi am Montag in den Vivantes-Kliniken zum Warnstreik aufgerufen.
Vivantes hatte Patienten abgesagt

Betroffen waren die Frühschichten in Neukölln, im Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg, im Humboldt-Klinikum in Reinickendorf, die Häuser in Spandau und Friedrichshain sowie das Urban-Krankenhaus in Kreuzberg.

Insgesamt dürften hunderte Behandlungen ausgefallen sein. Vivantes hatte am Wochenende viele Patienten angerufen, um deren Termine am Montag zu verschieben.
"Es macht mich wütend"

Vor dem Eingang in Neukölln stand im Nieselregen auch Gudrun Pelz. Die Physiotherapeutin war extra in ihrer Pause gekommen. Denn Pelz arbeitet nebenan im Ida-Wolff-Krankenhaus, das erst seit kurzem zu Vivantes gehört: Noch gilt dort ein alter Tarifvertrag, weswegen Pelz derzeit nicht streiken darf und 500 Euro weniger verdient als Kollegen in den Stammkliniken. „Es macht mich wütend, wie ohnmächtig wir manchmal sind“, sagt sie. Mit Schichtzulagen bekommt eine Vollzeit-Pflegekraft bei Vivantes durchschnittlich rund 2900 Euro brutto im Monat.
Protest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. Foto: dpaBild vergrößernProtest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. - Foto: dpa
Solidaritätsdemo vor der Charité

Ebenfalls am Montag haben 150 Unterstützer für die Charité-Pflegekräfte demonstriert. Auf dem Campus in Mitte, wo der Vorstand der Universitätsklinik seinen Sitz hat, forderten sie mehr Personal auf den Stationen. Charité-Vorstand und Verdi befinden sich derzeit in der Schlichtung. Scheitert diese, droht auch an der größten Universitätsklinik Europas ein Streik.
Verdi: Warnstreik auch an den Schleusen

Bundesweit fordert Verdi pauschal 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben kein Angebot vorgelegt. An diesem Dienstag soll der Druck erhöht werden. Die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes werden die Mühlendammschleuse schließen. Womöglich sind auch die Schleusen in Plötzensee, Charlottenburg und Spandau zu. In Brandenburg, etwa in den Stadtverwaltungen Prenzlau und Schwedt, hat Verdi ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/tarifrunde-oeffentlicher-dienst-warnstreik-bei-vivantes/9626560.html (http://www.tagesspiegel.de/berlin/tarifrunde-oeffentlicher-dienst-warnstreik-bei-vivantes/9626560.html)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 18:36:51 Mo. 17.März 2014
Zitat
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in den nächsten Tagen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu ersten Warnstreiks auf. „Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, dass jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist“, sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Jetzt sind die Beschäftigten gefordert, mit ersten Aktionen, Kundgebungen und Warnstreiks – mit Impulsen von unten – mehr Bewegung in die Verhandlungen zu bringen.“

Erste Warnstreiks hatte es bereits am vergangenen Freitag in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs gegeben. In den nächsten Tagen wird es in allen ver.di-Bezirken bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Am Montag in Berlin und Baden-Württemberg, Dienstag in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, Mittwoch in Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg. Auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Bremen und im Saarland werden weitere Warnstreiks vorbereitet und zeitnah regional angekündigt. Aufgerufen sind fast alle Bereiche des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen, darunter Verwaltungen, Stadtwerke, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser, Bundeswehreinrichtungen, Wasser- und Schifffahrtsämter, Theater, Musikschulen, Arbeitsagenturen, Jobcenter, Rentenversicherung und in einigen Regionen auch der öffentliche Nahverkehr.
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d831ec2a-ab8a-11e3-9e04-52540059119e (http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d831ec2a-ab8a-11e3-9e04-52540059119e)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 20:22:43 Mo. 17.März 2014
Zitat
18.03.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Schnell und heftig
Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Flächendeckende Arbeitsniederlegungen sollen rasches Ergebnis bringen
Von Daniel Behruzi
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig – in den nächsten Tagen sollen weitere Städte folgen
Foto: Christoph Schmidt/dpa
Nicht lange fackeln. Das scheint das Motto von ver.di, GEW, GdP und Beamtenbund in der laufenden Tarifauseinandersetzung des öffentlichen Dienstes zu sein. Unmittelbar nach der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag – bei der die Arbeitgeber wie üblich kein Angebot vorgelegt hatten – begannen die Gewerkschaften in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs mit Arbeitsniederlegungen. In dieser Woche soll es in allen Bundesländern Aktionen geben, die zum Teil einige Stunden, vielfach aber auch den ganzen Tag laufen. Ver.di und Co. fordern für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen Einkommensverbesserungen um monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Auch deren Vergütungen sollen um 100 Euro steigen.

»Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, daß jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist.« Dieser Aufforderung des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske kamen am Montag Beschäftigte in Berlin und Baden-Württemberg nach. Am heutigen Dienstag folgen Belegschaften aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, am Mittwoch aus Hamburg und erneut aus Hessen und Baden-Württemberg. In weiteren Landesteilen sind Kundgebungen und Demonstrationen während der Arbeitszeit geplant.

In der Hauptstadt gingen am Montag die Beschäftigten aus sechs Kliniken des kommunalen Krankenhauskonzerns Vivantes auf die Straße. Angesichts des Personalmangels ärgere es die Krankenhausbeschäftigten umso mehr, daß die Vertreter von Bund und Kommunen noch kein Angebot vorgelegt haben, sagte ver.di-Sekretärin Janine Balder. »Das wäre ein Zeichen der Anerkennung für ihre körperlich anstrengende und verantwortungsvolle Arbeit.«

Eigentlich hätten die Vivantes-Belegschaften am Montag in Berlin zusammen mit Streikenden der Charité demonstrieren sollen. Doch der am Uniklinikum geplante Warnstreik – der den Druck für eine Tarifregelung zu personellen Mindeststandards erhöhen sollte (siehe jW vom 12. März) – mußte abgesagt werden, nachdem die Charité-Spitze die Schlichtung angerufen und damit vorübergehend die Friedenspflicht ausgelöst hatte.

Bundesweit sollen vor allem am Dienstag und Mittwoch Aktionen stattfinden. In Nordrhein-Westfalen werden heute weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs zum Erliegen kommen oder stark eingeschränkt sein. Auch kommunale Kitas bleiben in vielen Städten geschlossen. Landesweit hat ver.di nach eigenen Angaben mehr als 45 000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. »Auf zarte Hinweise reagiert die Arbeitgeberseite heutzutage leider gar nicht mehr, deshalb müssen wir gleich deutlich werden«, so ver.di-Sprecher Günter Isemeyer am Montag in Düsseldorf.

In Baden-Württemberg – wo am Dienstag und Mittwoch viele Busse in den Depots und Einrichtungen geschlossen bleiben – sagte die stellvertretende Leiterin des ver.di-Landesbezirks, Dagmar Schorsch-Brandt: »Wer glaubt, dem Druck aus den Dienststellen entgehen zu können, indem er erst in letzter Minute ein Angebot vorlegt, irrt sich gewaltig.«

Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt. Wenn sie ergebnislos bleiben, will ver.di die Warnstreiks ausweiten.
http://www.jungewelt.de/2014/03-18/016.php (http://www.jungewelt.de/2014/03-18/016.php)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Codeman am 18:05:58 Di. 18.März 2014
Huhu xyu,

ich lese jetzt erst, dass du mich persönlich angesprochen hast.

http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka-ost/jahressonderzahlung.html (http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka-ost/jahressonderzahlung.html)

In meinen Privaten TVÖD, stand von 2010, waren es noch 75%

Hier ist auch noch die alte Fassung zu finden:

http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/1450 (http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/1450)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Rudolf Rocker am 18:33:01 Di. 18.März 2014
War heute auch schon bei einem Warnstreik! ;D
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Codeman am 18:49:55 Di. 18.März 2014
Vorbildich Rudi,

ich nicht ! Für mich gilt ja auch nicht der TVöD..... grnl.....
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 23:13:24 Di. 18.März 2014
hallo codeman,

natürlich ein übel, dass die jahressonderzahlung ost "immer noch" nicht der höhe der jahressonderzahlung west entspricht.
deine rechnung hat jedoch einen fehler: in dem von dir angegebenem link steht nicht, dass die jahressonderzahlung ost 75% des durchschnittlichen mobnatlichen entgelts entspricht, sondern dass diese 75% des für den westen geltenden von-hundert-satzes entspricht:

Zitat
(3) Für Beschäftigte, für die die Regelungen des Tarifgebiets Ost Anwendung finden, gilt Absatz 2 mit der Maßgabe, dass die Bemessungssätze für die Jahressonderzahlung 75 v.H. der dort genannten Vomhundertsätze betragen.


die west-von-hundert-sätze:
Zitat
1Die Jahressonderzahlung beträgt bei Beschäftigten, für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden,
in den Entgeltgruppen 1 bis 8 90 v.H.,
in den Entgeltgruppen 9 bis 12 80 v.H. und
in den Entgeltgruppen 13 bis 15 60 v.H.

also bekommt man in den unteren entgeltstufen im westen 90% des monatsentgelts als jahressonderzahlung und im osten 75% von 90%:
90/100= 0,9
0,9 *75=  67,5%

(man kommt also auf den im anderen link genannten wert)

der gleiche sachverhalt ist also in der neueren fassung des tarifvertrags nur verständlicher formuliert, die jahressonderzahlung ost ist nicht abgesenkt aber leider bisher auch nicht an die höhe der jahressonderzahlung west angeglichen worden.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Rudolf Rocker am 08:27:55 Mi. 19.März 2014
Zitat
Für mich gilt ja auch nicht der TVöD

Für mich auch nicht!
War aber zufällig grade in der Stadt und hab mir die Kundgebung angesehen. ;D

3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.
Eine sehr moderate Forderung wie ich finde.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 20:36:17 Mi. 19.März 2014
3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.

Nein, die Haupzforderung ist 100 Euro plus 3,5%,
das wären also z.B. bei einem Gehalt von
-2000 Euro 8,5%
-3000 Euro 6,84%
-1500 Euro 11%

Bei Durchsetzung der Forderung würde also das Gehalt der Menschen in unteren Lohngruppen im Vergleich stärker ansteigen.  
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Kuddel am 20:51:08 Mi. 19.März 2014
Deshalb machen Festgeldforderungen grundsätzlich mehr Sinn, als prozentuale...
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 20:57:28 Mi. 19.März 2014
Zitat
20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
Hintergrund: Zehntausende im Streik
Die Demonstration der Stärke ist gelungen. Im Tarifkonflikt von Bund und Kommunen haben sich bereits an der ersten Warnstreikwelle in dieser Woche rund 110000 Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet beteiligt. Allein am Mittwoch legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 40000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um für die Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent Druck zu machen.

In Baden-Württemberg zählte ver.di 10000 streikende Erzieherinnen, Bus- und Stadtbahnfahrer, Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte, Müllwerker und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. In der Landeshauptstadt Stuttgart blieben alle Stadtbahnen und Busse ganztägig im Depot, in Reutlingen waren 37 der 54 Kindertagesstätten geschlossen, in Ulm alle 33. Bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schloßplatz kamen über 5000 Gewerkschafter zusammen. Zuvor hatten sie sich – wie es in Stuttgart üblich ist – zu einer zentralen Streikversammlung getroffen. Anders als sonst fand diese wegen Umbauarbeiten nicht im örtlichen DGB-Haus statt, sondern im Cine­maxX – in drei Kinosälen gleichzeitig.

»Wir streiken, um nicht streiken zu müssen«, erklärte Leni Breymaier, Leiterin des ver.di-Landesbezirks Baden-Württemberg, auf einer Kundgebung in Reutlingen. »Wir erwarten eine anständige Lohnerhöhung. Ohne Schlichtung. Und ohne unbefristeten Streik.« Der Ball liege nun im Feld der Arbeitgeber.

Streikschwerpunkte waren am Mittwoch neben Baden-Württemberg und Südhessen die Region Hannover sowie Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Berlin-Brandenburg. Ver.di-Chef Frank Bsirske nannte die Aktionen »ein deutliches Signal der Kolleginnen und Kollegen an die Arbeitgeber, daß sie mehr Bewegung in den Verhandlungen erwarten«. Nun müßten die Vertreter von Bund und Kommunen bei den Gesprächen, die am heutigen Donnerstag in Potsdam fortgesetzt werden, ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. (dab)
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/013.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-20/013.php?print=1)

Zitat
20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
»Bewegung tut gut«
Ver.di will Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst durch massive Warnstreiks beschleunigen. Ein Gespräch mit Achim Meerkamp
Daniel Behruzi
Achim Meerkamp ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Verhandlungsführer in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen geht ver.di sofort in die Vollen. Obwohl erst eine Verhandlungsrunde absolviert ist, ruft Ihre Gewerkschaft in dieser Woche bereits zu flächendeckenden, teilweise ganztägigen Warnstreiks auf. Warum diese Eile?
In die Vollen gehen wir noch nicht. Schließlich liegt der Nahverkehr nicht überall lahm, ist die Müllabfuhr nicht flächendeckend stillgelegt. Die Flughäfen funktionieren weiterhin. Aber es ist richtig: Nachdem sich die Arbeitgeber beim Verhandlungsauftakt in der vergangenen Woche keinen Millimeter auf uns zu bewegt haben, waren wir der Meinung: Bewegung tut gut.

Eine Einigung bei den Verhandlungen am Donnerstag und Freitag gilt als unwahrscheinlich. Wie geht es danach weiter?
Wir haben zwei volle Tage, um Kompromisse zu suchen. Einen Versuch ist das allemal wert. Allerdings ist die Themenfülle groß, und die Wege, die beide Seiten aufeinander zugehen müssen, sind sehr lang. Falls es am Freitag nicht gelingen sollte, eine Lösung zu finden, werden wir die Verhandlungen wie vorgesehen am 31. März und am 1. April fortsetzen. Und je nachdem, wie sich die Arbeitgeber verhalten, können wir nächste Woche noch eine Schippe drauflegen.

Ver.di fordert unter anderem Lohnerhöhungen von 100 Euro monatlich plus 3,5 Prozent. Bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sorgt insbesondere der Sockelbetrag für Kritik. Warum ist Ihnen dieser so wichtig?
Die Verdienste der Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen, unterhalb der Ebene der Facharbeiter, liegen derzeit zwischen 1 542 und 2 459 Euro brutto im Monat. Damit kann man in Ballungsräumen keine Familie ernähren. Deshalb wollen wir, daß die unteren Entgeltgruppen durch den Sockelbetrag etwas überproportional angehoben werden. Zugleich wollen wir die oberen Entgeltgruppen nicht abhängen, weshalb wir diese Mischforderung von durchschnittlich 6,7 Prozent Lohnerhöhung auf den Weg gebracht haben.

Nach Angaben der Bundesregierung hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Entgeltgruppe eins – in der Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 1 548 Euro brutto im Monat verdienen und damit unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen – seit 2006 verfünffacht. Wie kommt das?
Das ist eigentlich sogar ein Lob an die Tarifparteien. Im Zuge der Neuordnung der Tarifverträge im Jahr 2005 – bei der Angestellte und Arbeiter in ein gemeinsames Tarifwerk überführt wurden – haben wir auch eine neue Niedriglohngruppe eingeführt. Der Hintergrund war, daß die Reinigungs- und Servicebereiche zum Beispiel in den Krankenhäusern vielfach outgesourct, teilweise privatisiert und so dem Geltungsbereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVÖD) entzogen wurden. Mittlerweile haben wir die Arbeitgeber offenbar davon überzeugt, daß es Sinn hat, alle Beschäftigten in den Flächentarif einzubeziehen – und damit die gleichen Arbeitszeiten, Zuschläge und Urlaubsansprüche zu garantieren. Der Preis dafür war aber eben diese Niedriglohngruppe. Das haben die Arbeitgeber mit ihrer Personalpolitik offensichtlich anerkannt, wie der deutliche Anstieg der Beschäftigung in diesem Bereich dokumentiert.

Ist das tatsächlich so? Man hat nicht den Eindruck, daß überall outgesourcte Bereiche wieder eingegliedert und in die Tarifverträge zurückgeholt werden.
In den unteren Entgeltgruppen eins bis vier sind zwischen 2006 und 2013 beim TVÖD 40000 Arbeitsverhältnisse hinzugekommen. Schwerpunktmäßig handelt es sich um Reinigungskräfte, die von den Kommunalverwaltungen wieder zurückgeholt wurden. Sie haben mitbekommen, daß private Firmen die Leistungen womöglich erst mal billiger anbieten, aber nicht zur gleichen Qualität. Wir konnten auch Müllabfuhren und einige Gartenbaubetriebe zurück in den öffentlichen Dienst holen.

Die VKA sagt nun, eine überproportionale Anhebung der unteren Entgelte werde den Privatisierungsdruck wieder erhöhen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß wegen einem oder anderthalb Prozent zusätzlicher Lohnerhöhung für die unteren Entgeltgruppen privatisiert wird. Denn Stadträte und Bürgermeister haben bei Privatfirmen keinerlei Einfluß darauf, wie und zu welcher Qualität die Dienstleistungen erbracht werden.

Schon vor zwei Jahren hat ver.di einen Festbetrag gefordert, diesen in den Verhandlungen aber fallengelassen. Was läßt Sie hoffen, daß Sie sich dieses Mal durchsetzen?
Den Sockelbetrag konnten wir 2012 tatsächlich nicht erreichen. Deshalb sind wir dieses Mal umso entschlossener.
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/014.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-20/014.php?print=1)

Zitat
Tarifrunde Bund und Kommunen 2014: Für die volle Durchsetzung der Forderungen!
Flugblatt vom Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di
http://netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwFlugblattTROEDVKA2014-03.pdf (http://netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwFlugblattTROEDVKA2014-03.pdf)

Zitat
Heute waren die Beschäftigten des öffentlichen Dienst in Hannover aufgerufen sich am Warnstreik zu beteilgien. Daran nahmen gut 8.000 Beschäftigte von Krankenhäusern, Verwaltung, Energieversorgung, Kindergärten, ÖPNV und anderen kommunalen Einrichtungen teil.

Auch die im Öffentlichen Dienst Hannovers beschäftigten FAUistas zeigten sich solidarisch und nahmen am Warnstreik teil.

Ein ausführlicher, persönlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.
https://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/art_140319-133411 (https://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/art_140319-133411)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:54:07 Mi. 19.März 2014
Danke xyu!
Stimmt so war das!

Das macht wirklich Sinn.
Ich weiß ja wie mickrig der Lohn grade in den unteren Lohngruppen ausfällt.
Und bei einer prozentualen Erhöhung auf alle Lohngruppen hebt man dieses Problem ja nie auf.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 17:48:01 Mo. 24.März 2014
habe weiter oben was editiert, nachdem ich einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden habe: http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27658.msg291365#msg291365 (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27658.msg291365#msg291365)

Diese Woche geht es weiter mit massiven Warnstreiks.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 19:22:43 Mo. 24.März 2014
Zitat
Warnstreiks im öffentlichen Dienst als »klares Signal« an die Gegenseite
Die Warnstreiks unter anderem in Kindertagesstätten und im Nahverkehr halten an. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am Freitag ohne Ergebnis geblieben war (jW berichtete), schwor ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske am selben Tag die Angestellten ein, den Druck zu erhöhen: »Jetzt müssen die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und Verwaltungen noch mal ein klares Signal setzen, daß es in der nächsten Runde zu einem guten Abschluß kommt.« Am Montag starteten die erneuten Warnstreiks in Brandenburg und Teilen Baden-Württembergs. Nach ver. di-Angaben sollen am heutigen Dienstag Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen nachziehen. Die übrigen Bundesländer schließen sich in den Folgetagen an. Ver.di fordert unter anderem eine Grunderhöhung der Löhne um 100 Euro plus 3,5 Prozent und einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Außerdem legt die Gewerkschaft wert auf den Ausschluß von grundlosen Befristungen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-25/056.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-25/056.php?print=1)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 23:55:36 Mo. 24.März 2014
Zitat
Die Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst führen derzeit bundesweit Warnstreiks für ihre Lohnforderungen durch, 100 Euro Festgeld und eine prozentuale Erhöhung von 3,5 Prozent. Und das wird breit unterstützt: In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage halten 63 Prozent der Befragten diese Forderung für angemessen, nur 30 Prozent der Deutschen finden sie übertrieben
http://www.rf-news.de/2014/kw12/21.04.14-mehrheit-unterstuetzt-lohnkampf-im-oeffentlichen-dienst (http://www.rf-news.de/2014/kw12/21.04.14-mehrheit-unterstuetzt-lohnkampf-im-oeffentlichen-dienst)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 18:03:47 Di. 25.März 2014
Zitat
Ver.di kündigt Warnstreiks an großen Flughäfen an
Lufthansa und Fraport kritisieren Gewerkschaft / 50.000 machen bundesweit Druck im Tarifkonflikt für über zwei Millionen Beschäftigte
Ver.di
Foto: dpa/Patrick Pleul

Berlin. Mit Warnstreiks an vielen großen Flughäfen will die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag im Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst den Druck auf Bund und Kommunen. Ver.di hat an den Airports in Frankfurt, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste, der Frachtabfertigung und der Passagierkontrollen zu Arbeitsniederlegungen in der Frühschicht aufgerufen. Es ist davon auszugehen, dass es zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr sowie zu Flugausfällen kommen wird.

Der Lufthansa-Konzern kritisierte die Gewerkschaft. »Verdi nimmt erneut in Kauf, dass eine dritte Partei, die nicht Teil der Tarifauseinandersetzung ist, durch den Streik geschädigt wird«, so das Unternehmen. »Sollten tatsächlich allein in Frankfurt 6.000 Flughafenmitarbeiter in den Ausstand treten, müsste an diesem Tag ein Großteil der Flüge am Heimatflughafen der Lufthansa gestrichen werden«. Die Frachttochter des Unternehmens habe sich mit ihren Planungen bereits auf Behinderungen eingerichtet. Die Flughafengesellschaft Fraport appellierte am Montag an die Gewerkschaft, die Warnstreiks mit Augenmaß und mit Rücksicht auf die Passagiere auszuüben. Arbeitsdirektor Michael Müller hatte eine zeitliche Befristung des Warnstreiks verlangt. Zumindest ein begrenzter Flugbetrieb für den internationalen Luftverkehr müsse sichergestellt bleiben. Die Lufthansa als größter Kunde des Frankfurter Flughafens arbeitet an einem Ersatzflugplan.

Auch am Dienstag haben die Gewerkschaften mit Warnstreiks und Kundgebungen ihre Kampfbereitschaft bekräftigt. Mehr als 50.000 Beschäftigte legten ihre Arbeit nieder. Geschlossene Kitas, stehende Busse, Notdienste in Behörden und Krankenhäusern gab es in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Gewerkschaften wollen mit ihrem Protest Druck für die dritte Tarifverhandlungsrunde am 31. März machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Bund und Kommunen diskutieren über eine soziale Komponente, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt. »Die Streikbeteiligung heute ist ein starkes Signal an die Arbeitgeber«, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer zentralen Gewerkschaftskundgebung mit rund 20.000 Teilnehmern in Hannover. »20.000, das ist ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber.« Die Mobilisierung - vor allem auch der Jugendlichen - sei hoch. »Das ist unsere Botschaft für Potsdam«, betonte er. In einer kämpferischen Rede betonte der Gewerkschaftschef, die bisherigen Löhne ermöglichten längst kein anständiges Leben mehr und würden den gestiegenen Anforderungen im Berufsleben nicht mehr gerecht: »Das haut hinten und vorne nicht hin. Da muss sich niemand wundern, wenn die Beschäftigten im Nahverkehr gleich zwei Tage im Ausstand bleiben.«
http://www.neues-deutschland.de/artikel/928044.ver-di-kuendigt-warnstreiks-an-grossen-flughaefen-an.html (http://www.neues-deutschland.de/artikel/928044.ver-di-kuendigt-warnstreiks-an-grossen-flughaefen-an.html)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 04:58:47 Mi. 26.März 2014
Zitat
Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gewinnen weiter an Fahrt. Am Donnerstag [gemeint ist Dienstag] beteiligten sich nach ver.di-Angaben rund 53000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen, um ihrer Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro und plus weiteren 3,5 Prozent Nachdruck zu verleihen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-26/053.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-26/053.php?print=1)

Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
Zitat
Ver.di hat im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Mit dem zum Teil ganztägigen Ausstand trifft die Gewerkschaft nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch Millionen Bürger. Dabei verwischt die Grenze zwischen Warnstreik und regulärem Streik. In diesem frühen Verhandlungsstadium ist das unverhältnismäßig.
Warnstreik im Öffentlichen Dienst Streik Quelle: Goss Vitalij - Fotolia

Wie bei den Streiks an Flughäfen oder bei der Bahn sind auch bei Bussen und Straßenbahnen vor allem Dritte betroffen. Die Arbeitskampfrechtsprechung räumt diesen aber keinen besonderen Schutz ein. Das Streikrecht geht als Grundrecht den Interessen der Fahrgäste grundsätzlich vor.

Dennoch ist Tarifautonomie kein Selbstzweck. Beide Tarifparteien sollten sich daher fragen, wie sie negative Drittwirkungen weitestgehend vermeiden können. Ein erster Schritt wäre, dass die Tarifparteien ihre Verhandlungen früher beginnen, und zwar schon dann, wenn die tarifliche Friedenspflicht noch gilt.

Die Gewerkschaften sollten sich darauf besinnen, dass sich Tarifkonflikte auch mit eskalationsfreieren Mitteln lösen lassen. Erst wenn die Verhandlungen absehbar zu keinem Ergebnis führen, ist eine Streikdrohung oder gar ein Streikaufruf angebracht. Außerdem zeigen die Erfahrungen aus anderen Branchen, dass ein unabhängiger Schlichter Brücken bauen kann.

Vor allem bei ver.di drängt sich momentan allerdings der Verdacht auf, dass der Warnstreik in erster Linie organisationspolitische Ziele verfolgt, um im Wettbewerb mit den streikfreudigen Berufsgewerkschaften um die besten Tarifabschlüsse zu bestehen. Dies zeigt einmal mehr, dass der Gesetzgeber gut daran täte, den unsinnigen Gewerkschaftswettbewerb durch die Wiederherstellung der Tarifeinheit zu regeln – er würde damit die Interessen Millionen Dritter schützen.
hxxp://www.iwkoeln.de/de/infodienste/iw-nachrichten/beitrag/warnstreik-im-oeffentlichen-dienst-unverhaeltnismaessig-149336 (http://www.iwkoeln.de/de/infodienste/iw-nachrichten/beitrag/warnstreik-im-oeffentlichen-dienst-unverhaeltnismaessig-149336)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 05:12:48 Mi. 26.März 2014
Zitat
Streik in Frankfurt "Wir meinen es verdammt ernst"
http://www.fr-online.de/frankfurt/streik-in-frankfurt---wir-meinen-es-verdammt-ernst--,1472798,26653300.html (http://www.fr-online.de/frankfurt/streik-in-frankfurt---wir-meinen-es-verdammt-ernst--,1472798,26653300.html)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: schwarzrot am 06:29:44 Mi. 26.März 2014
Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
(BLABLA...!)

Sagma. Bei dem 'Institut' handelt es sich um mietmäuler der deutschen wirtschaft, kein wunder, dass die auf 'seriös' getrimmte (neoliberale) positionen versuchen unters volx zu bringen, aber man muss denen ja nicht auch noch (durch verlinken ihrer ergüsse in kritischen seiten) dabei helfen?

Zitat
Institut der deutschen Wirtschaft

Zentrale am Konrad-Adenauer-Ufer, Köln

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) mit Hauptsitz in Köln und einem Hauptstadtbüro in Berlin ist eine arbeitgebernahe advokatorische, d.h. Ideen vermarktende Denkfabrik .[1]

Es wird von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanziert. Trägervereine sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Bundesverband der Deutschen Industrie. Die Mitgliedsverbände gehören in der Regel einem dieser Dachverbände an. Weiter können Unternehmen und Institutionen der privaten Wirtschaft die Mitgliedschaft erwerben. Auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet es Analysen und Stellungnahmen zu allen Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung.

<oder man tut mindestens 'wissenschaftlich'!>

Das Institut vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Der Auftrag des Instituts, das sich als „führendes privates Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland“ versteht, ist es nach seiner Selbstdarstellung, „das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse in Politik und Öffentlichkeit zu festigen und zu verbessern“. Das IW fungiert unter anderem als wissenschaftlicher <HaHa, so 'wissenschaftlich' wie zahnpastawerbung!> Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, des Roman Herzog Instituts München und der Politik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft (http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 12:45:52 Mi. 26.März 2014
was der gegner macht und sagt ist durchaus von interesse. gerade wie im zitierten text versucht wird das ganze ziemlich querch mit der sogenannten "tarifeinheit" zu verquicken ist bemerkenswert.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: schwarzrot am 15:18:22 Mi. 26.März 2014
was der gegner macht und sagt ist durchaus von interesse.
Mit dem argument könnte man auch haufenweise bildzeitungsscheiss verlinken.
Und da machst du's ja wohl wissendlich zum glück auch nicht.

Zitat
gerade wie im zitierten text versucht wird das ganze ziemlich querch mit der sogenannten "tarifeinheit" zu verquicken ist bemerkenswert.
Nee, diesen hebel versuchen die schon seit jahren. Für leute die (wie du?) in der FAU organisiert sind, nix neues.

Gefahr droht da aber eher von DGB-'gewerkschaften' und ihren kapitalismus-freunden von der SPD, da gibt es immer mal wieder ernstzunehmendere vorstösse, kleinere unabhängige (und kämpferischere) gewerkschaften (z.b. GDL, etc.) mundtot zu machen.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 01:48:27 Do. 27.März 2014
Zitat
Am heutigen Mittwoch haben sich bis zum frühen Nachmittag bundesweit knapp 43.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes an Warnstreiks beteiligt. Besonders betroffen waren die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg sowie Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen. In den drei letztgenannten Ländern stand der Nahverkehr im Mittelpunkt der Arbeitsniederlegungen.
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++c21ab3f2-b4f6-11e3-9532-52540059119e (http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++c21ab3f2-b4f6-11e3-9532-52540059119e)

Auch dort wo ich wohne wurde gestern gestreikt. Schlechte Laune gemacht hat leider, dass mehrere Mobilisierungsrunden in "meinem" Betrieb nicht ausreichten, druck und falschbehauptungen seitens einiger (tlw. direkter) vortgesetzter zu neutralisieren, so dass eine zweistellige zahl von leuten, die ursprünglich ihre streikbeteiligung angekündigt hatten, dann angeblich doch nicht streiken wollten. daraus gilt es nun zu lernen. Gleichwohl war die Streikbeteiligung aus diesem Betrieb etwas höher als vor zwei Jahren.

@schwarzrot
Der Gewerkschaft, in der ich Mitglied bin, kann man zugute halten, dass sie sich 2010/2011 nach innergewerkschaftlicher Diskussion gegen die DGB/BDA-Initiative positioniert hat, was zu ihrem Scheitern geführt hat. Heute ist die Ablehnung der "Tarifeinheit" dort auch auf Funktionärsebene Mehrheitsmeinung.
Dabei, dass ich die Argumentation des IW Köln betr. "Tarifeinheit" bemerkenswert finde, bleibe ich. Ich meine damit nicht das generelle Dafürhalten für einen (weiteren) Angriff auf das (ja auch heute nur eingeschränkt geltende) Streikrecht, sondern die spezifische Argumentation, die im verlinkten Text gebraucht wird.
Übrigens sind auch Warnstreiks in Deutschland erst seit den  1980er Jahren (per Rechtsprechung und man kann vermuten in Reaktion auf die wilden Streiks der 70er Jahre) "legal".


Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 02:23:55 Do. 27.März 2014
Zitat
Die Gewerkschaft bereitet sich inzwischen offenbar auf einen wochenlangen »echten« Streik vor. Wie junge Welt aus Kreisen der ver.di-Verhandlungsdelegation erfuhr, stellen sich die Bundesregierung und die Kommunen bislang stur und wollen ihren Beschäftigten maximal eine Einmalzahlung anbieten. Gesprächsbereit sei man auf der Gegenseite ansonsten lediglich bei der Frage der Übernahme aller Auszubildenden, beklagte ein Gewerkschafter. Besonders Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe sich als Einpeitscher hervorgetan, der jeden Kompromiß abblockt. »Das ärgert die Kollegen besonders, denn immerhin hält er selbst die Hand auf«, erklärte eine Gewerkschafterin im Gespräch mit jW. Während sich die Bundestagsabgeordneten kräftige Diätenerhöhungen erlaubten, die trotz ihrer ohnehin hohen Bezüge weit über der Forderung von ver.di liegen, verweise man bei den Tarifverhandlungen in Potsdam gebetsmühlenartig auf »leere Kassen«. Dieses Argument wird von den Gewerkschaften zurückgewiesen. »Es ist genug Geld da für die Reichen, es ist genug Geld da für den Krieg – Holen wir es uns!« hieß es etwa auf einem Transparent von ver.di und GEW bei der Kundgebung in München.

Die Landesbezirke der Dienstleistungsgewerkschaft sind von ihrer Führung inzwischen darauf orientiert worden, sich auf einen mindestens vier Wochen langen Streik vorzubereiten. »Eine solche Anweisung habe ich in meiner aktiven Dienstzeit noch nie erhalten«, kommentierte dies eine Gewerkschaftssekretärin, die sich bereits auf heiße Wochen freut. Offenbar ist man in der ver.di-Zentrale inzwischen der Ansicht, daß die »Arbeitgeber« die Beschäftigten praktisch zu Kampfmaßnahmen zwingen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-27/061.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-27/061.php?print=1)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Kuddel am 12:01:17 Do. 27.März 2014
Zitat
Die Gewerkschaft bereitet sich inzwischen offenbar auf einen wochenlangen »echten« Streik vor.

Solange die Basis nicht unabhängig diskutiert um sich gegebenenfalls auch anders zu verhalten, als die Gewerkschaftsführung es vorschreibt, ist das alles nur heiße Luft. Arbeitskämpfe werden von den Gewerkschaften immer abgeblasen bevor sie Wirkung zeigen. Die Junge Welt scheint ja tatsächlich die Gewerkschaftspropaganda zu glauben.  :rolleyes:
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 21:33:22 Do. 27.März 2014
Zitat
Wirksamer Protest
100000 Gewerkschafter an erneuten Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligt
Mirko Knoche
Rund 600 Flüge fielen allein in Frankfurt aus, Zehntausende Passagiere konnten vormittags an sieben Flughäfen nicht abheben, im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens herrschte Chaos: die Gewerkschaft ver.di führte am gestrigen Donnerstag erneut Warnstreiks durch. Für die Beschäftigten von Bund und Kommunen will die Organisation eine einheitliche Lohnerhöhung von 100 Euro und eine prozentuale Steigerung von 3,5 Prozent durchsetzen. Deshalb traten gestern 100000 Mitglieder in verschiedenen Bundesländern in den Ausstand, in den Tagen zuvor hatten bereits 100000 weitere Gewerkschafter die Arbeit niedergelegt. Bestreikt wurden auch Stadtverwaltungen, Kindertagesstätten, Müllabfuhr und Stadtreinigung sowie Arbeitsämter und Jobcenter.

Am Freitag voriger Woche waren die Innenminister und ver.di noch ohne konkrete Ergebnisse aus der zweiten Verhandlungsrunde gegangen, am kommenden Montag und Dienstag will Gewerkschaftsvorsitzender Frank Bsirske in weiteren Tarifgesprächen zu einer Entscheidung kommen. »Die Beschäftigten machen deutlich, daß sie hinter den Forderungen der Gewerkschaft stehen«, kommentierte er den Ausstand von insgesamt 200000 Mitgliedern. Die Warnstreiks zeigten die »Stimmungslage in den Betrieben« und setzten ein »starkes Signal an die Arbeitgeber«. Laut Bsirske sind »entscheidende Fragen, die in den Tarifverhandlungen im Zentrum stehen, offen und kontrovers«.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hält die Proteste dagegen für »nicht nötig, um ein besseres Ergebnis zu erzielen«, wie er bereits nach den Verhandlungen am letzten Freitag sagte. Zwischenergebnisse gebe man bewußt nicht bekannt, so der für Tarifverhandlungen zuständige Kabinettsminister. Ungelöst bleiben sowohl die Gesamthöhe der Gehaltssteigerung, als auch die Frage, ob Bund und Kommunen einer einheitlichen Lohnerhöhung von 100 Euro für alle Arbeiter und Angestellten zustimmen werden. Letzte Woche war nach Gewerkschaftsangaben keine Bewegung in die Sache gekommen, die öffentlichen Arbeitgeber lehnen demnach einen Sockelbetrag neben einer prozentualen Steigerung ab. ver.di fordert außerdem 70 Euro zusätzlich für Bus- und Bahnfahrer im öffentlichen Nahverkehr. Die schlechte Bezahlung sei nämlich für den akuten Nachwuchsmangel verantwortlich.

Gewerkschaftssprecher Christoph Schmitz bezifferte gegenüber jW den Rückstand des gesamten öffentlichen Diensts zum privaten Sektor auf 4,6 Prozent. Besonders in den Jahren von 2000 bis 2008 habe sich eine enorme Lücke aufgetan. Sorgen bereitet den Gewerkschaften zudem die hohe Anzahl befristeter Arbeitsverhältnisse, die weit häufiger als in der Privatwirtschaft abgeschlossen werden. Eine Einigung in dieser Frage ist derzeit nicht in Sicht
http://www.jungewelt.de/2014/03-28/047.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/03-28/047.php?print=1)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 19:08:00 Mo. 31.März 2014
u.a. mit stellungnahme gegen den angriff auf das streikrecht:
Zitat
Interview mit Verdi-Chef Bsirske: „Eskalation nicht ausgeschlossen“

Berlin. Die Gewerkschaft Verdi geht nach den Worten ihres Vorsitzenden Frank Bsirske zuversichtlich in die am Montag anstehende Verhandlungsrunde über einen Tarifabschluss für die öffentlich Bediensteten von Bund und Kommunen.
Warnstreik: Die Gewerkschaft Verdi hat während der laufenden Tarifverhandlungen mehrmals zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Lage kann sich nach Meinung von Verdi-Chef Frank Bsirske zuspitzen. Foto: dpa

© dpa

Warnstreik: Die Gewerkschaft Verdi hat während der laufenden Tarifverhandlungen mehrmals zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Die Lage kann sich nach Meinung von Verdi-Chef Frank Bsirske zuspitzen.

Warum Bsirske vor dem aktuellen Hintergrund des geplanten Piloten-Streiks die Tarifeinheit ablehnt, also das Prinzip, wonach in einem Betrieb nur die Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern einen Tarifvertrag abschließen darf, erklärte er im Interview.

Herr Bsirske, die Arbeitgeberseite geht von einem Tarifabschluss bei der heute anstehenden Verhandlungsrunde mit Verdi aus. Teilen Sie den Optimismus?

Frank Bsirske: Nach dem bisherigen Stand liegen wir in zentralen Fragen noch weit auseinander. Das reicht vom Volumen der Lohnsteigerungen bis zur Tarifstruktur mit sozialer Komponente. Wenn die Arbeitgeber unter dem Eindruck der Warnstreiks in der letzten Woche eine rasche Einigung für heute oder morgen anstreben, dann kann ich das nur begrüßen. Wir tun das auch.
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Aber die Arbeitgeber haben noch kein konkretes Angebot unterbreitet. Was macht Sie da so zuversichtlich?

Bsirske: Am Ende werden wir ein Gesamtpaket schnüren müssen. Das kann auch im Zuge der Verhandlungen erarbeitet werden. Wir haben in der Vorwoche über 200.000 Verdi-Mitglieder auf die Straße gebracht. Es liegt in ihrem Interesse, aber natürlich auch in dem aller anderen Bürger, die einen intakten öffentlichen Dienst brauchen, rasch zu einem guten Abschluss zu kommen.

Was, wenn die Hängepartie bei den Verhandlungen trotzdem weitergeht?

Bsirske: Ich gehe davon aus, dass eine der beteiligten Seiten dann die Schlichtung anruft. Dann herrscht für die anschließenden drei bis vier Wochen Friedenspflicht. Wobei die Schlichtung durch externe Experten natürlich keine Gewähr bietet, dass am Ende eine Einigung steht.

Und dann wird gestreikt?

Bsirske: Ein großer Arbeitskampf ist dann nicht ausgeschlossen. Da wäre noch jede Menge Zuspitzung drin. Aber ich gehe davon aus, dass das Signal der Warnstreiks bei den Arbeitgebern angekommen ist und wir zu einem guten Abschluss kommen. Nach den jüngsten Arbeitgeber-Aussagen sehe ich die Chancen dafür bei 50 zu 50.

In der Vorwoche hatte Verdi auch die Lufthansa durch Streiks lahmgelegt. In dieser Woche wollen die Lufthansa-Piloten in den Ausstand treten. Wie sollen das die betroffenen Passagiere noch verstehen?

Bsirske: Verdi ist nicht dazu da, die Forderungen der Pilotenvereinigung Cockpit zu kommentieren, die fast 100 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Lufthansa-Piloten vertritt. Cockpit hat zu dem Streik aufgerufen, von dem auch wir hoffen, dass er vielleicht noch abgewendet werden kann.

Warum machen Sie sich nicht für die Tarifeinheit stark, um eine solche Streikwelle von vornherein zu unterbinden?

Bsirske: Die Tatsache, dass Verdi die Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten im Lufthansa-Konzern stellt, kann nicht dazu führen, die Pilotenvereinigung Cockpit kaltzustellen.

Wir stehen nicht dafür zur Verfügung, Tarifverträge von Cockpit zu unterbieten. Denn dann würden wir uns ja zu Handlangern der Arbeitgeber machen. Das Streikrecht ist ein Grundrecht, deshalb lehnen wir jeden gesetzlichen Eingriff ab.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat aber bereits angekündigt, die Tarifeinheit noch in diesem Jahr gesetzlich abzusichern. Was sagen Sie dazu?

Bsirske: Noch mal, wir lehnen eine Einschränkung des Streikrechts ab. Deshalb stehen wir auch der Gesetzesinitiative, wie sie Frau Nahles plant, kritisch und ablehnend gegenüber. Es gibt viele Stimmen, die bezweifeln, dass ein solches Gesetz verfassungsrechtlich Bestand hätte. Und es wäre absurd, um beim Beispiel Lufthansa zu bleiben, dass Verdi für die Piloten Tarifverträge machen soll, die nahezu komplett in einer anderen Gewerkschaft organisiert sind.
http://www.hna.de/nachrichten/politik/interview-verdi-chef-bsirske-eskalation-nicht-ausgeschlossen-3444760.html (http://www.hna.de/nachrichten/politik/interview-verdi-chef-bsirske-eskalation-nicht-ausgeschlossen-3444760.html)

Zitat
Zuversichtlich in neue Tarifrunde
Potsdam. Begleitet von Gewerkschaftsprotesten sind am Montag in Potsdam die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst fortgesetzt worden. Zu Beginn der zunächst für zwei Tage anberaumten dritten Gesprächsrunde zeigten sich beide Seiten zuversichtlich, zu einem Tarif­abschluß zu kommen. Es gebe bei allen Einigungswillen, sagten die Verhandlungspartner. Ver.di-Chef Frank Bsirske erklärte: »Wir verhandeln über ein Gesamtpaket, um eine Schlichtung und einen großen Streik zu vermeiden.« Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der dbb-Beamtenbund fordern für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Erhöhung aller Gehälter um einen Sockelbetrag von 100 Euro und 3,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben in den ersten beiden Verhandlungsrunden bisher kein konkretes Angebot vorgelegt. (dpa/jW)
http://www.jungewelt.de/2014/04-01/004.php?print=1 (http://www.jungewelt.de/2014/04-01/004.php?print=1)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Kuddel am 16:18:20 Di. 01.April 2014
Zitat
Verdi-Chef Bsirske: „Eskalation nicht ausgeschlossen“
Das typische verlogene Gewerkschafts-Blabla.

Typen wie Bsirske fürchten nichts mehr, als daß die Gewerkschaftsmitglieder Geschmack am Kämpfen und Streiken finden. Vorher große Töne spucken und Kämpfe ankündigen (denn das bringt viele Gewerkschaftseintritte), die nie stattfinden. Hinter verschlossenen Türen Deals abschließen, das ist des Geschäft der Co-Manager vom DGB.

Zitat
Im Tarifstreit für die 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen sollen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften verständigt haben. Details zur Lohnerhöhung wurden zunächst nicht bekannt.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifstreit-im-oeffentlichen-dienst-arbeitgeber-und-gewerkschaften-sollen-sich-geeinigt-haben-1.1926975 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tarifstreit-im-oeffentlichen-dienst-arbeitgeber-und-gewerkschaften-sollen-sich-geeinigt-haben-1.1926975)
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: Codeman am 18:22:43 Di. 01.April 2014
Mein Kenntnisstand aktuell ist:

3 % in diesem Jahr

2,4 % im nächsten Jahr

Dazu wohl 90 € Sozialkomponente.....Einmalzahlung ? Sockelbetrag ?

Keiner weiß genaueres

Für Azubis wohl 40 € dieses Jahr mehr und 20 € nächstes Jahr mehr.....

Achso ja und 30 Tage einheitlich für jeden Urlaub.....

Meine Meinung ? Na ja....da hätte Verdi gleich mit 7% Lohnforderung reingehen können.

Bin mal gespannt wie Bsirske dieses Ergebnis verkaufen will....

Da war der Abschluss für den TV-L besser.......
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 19:24:53 Di. 01.April 2014
kurzinfo im ver.di-mitgliedernetz:
Zitat
1. April 2014, 19:00 Uhr

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Durchbruch ist geschafft. Dank eurer massiven Warnstreiks und Aktionen ist in der dritten Runde endlich Bewegung in die Verhandlung gekommen. Es gibt  jetzt eine Tarifeinigung mit sozialer Komponente, die eine deutliche Reallohnsteigerung bedeutet  und insbesondere den Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen eine deutliche materielle Verbesserung bringt. Unsere Bundestarifkommission (BTK) hat das Verhandlungsergebnis  diskutiert, bewertet und mit nur 8 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen zugestimmt. Die BTK empfiehlt den Mitgliedern in der jetzt anstehenden Mitgliederbefragung das Tarifergebnis zur Annahme:

So sieht die Einigung in ihren zentralen Punkten aus:

Laufzeit 24 Monate

Lineare Entgelterhöhung:

Erhöhung der Tabellenentgelte

ab 1.3.2014 um 3 Prozent, mindestens aber 90 Euro

ab 1.3.2015 um weitere 2,4 Prozent

 

Für TV-V Beschäftigte

Erhöhung der Tabellenentgelte

Ab 1.3.2014 um 3,3 Prozent

Ab 1.3.2015 um weitere 2,4 Prozent

Auszubildende, Praktikantinnen

Erhöhung der Entgelte für Auszubildende/Praktikantinnen

ab 1.3.2014 um 40 Euro

ab 1.3.2015 um weitere 20 Euro

Die bisherige Regelung für die Übernahme von Auszubildenden  gilt für weitere zwei Jahre. Außerdem konnten deutliche Verbesserungen bei der Fahrtkostenerstattung zwischen Ausbildungsstätten erreicht werden.

 

Urlaubsdauer:

30 Tage Urlaubsanspruch für alle Tarifbeschäftigten

28 Tage Urlaubsanspruch für Auszubildende

 

Außerdem konnten Verbesserungen  für leistungsgeminderte Beschäftigte erzielt und weitere spezifische Regelungen, z.B. für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, zu sachgrundloser Befristung,  zum TV-V, getroffen werden.

Beamtinnen und Beamte: Innenminister de Maiziére erklärte, dass Ergebnis zeit- und inhaltsgleich auf Beamtinnen und Beamte übertragen zu wollen.

Ein Wermutstropfen ist, dass die Nahverkehrszulage nicht durchgesetzt werden konnte. An dieser Stelle gab es Null Einlenken der Arbeitgeberseite. In der Bundestarifkommission wurde dies von den Kolleginnen und Kollegen aus dem Nahverkehrsbereich sehr engagiert und emotional diskutiert.

Auch eine Erhöhung der Nachtzuschläge auf 20 Prozent für den Krankenpflegebereich konnte nicht erreicht werden.

Das gesamte Ergebnispaket, samt Auswirkungen auf die Tabellen, stellen wir euch hier im Mitgliedernetz zur Verfügung, sobald es uns in elektronischer Form vorliegt. Ebenso werden wir heute Abend noch ein Tarifinfo mit weiteren Details hier veröffentlichen.

Ich werde in der Mitgliederbefragung mit Nein  stimmen. Zwar wurde für 2014 eine soziale Komponente durchgesetzt (die Entgelterhöhung für 2014 liegt mit 90 Euro z.B. bei 2000 euro Monatsverdiernst bei 4,5% (statt 3%)), aber insgesamt wurde durch die zweijährige Laufzeit weniger als die Hälfte des Forderungsvolumens beschlossen.
Eine zwölfmonatige Laufzeit des Tarifvertrags hätte außerdem die wichtige Folge gehabt, dass in 2015 ArbeiterInnen bei Bund und Kommunen wieder gemeinsam mit ihren bei den Ländern beschäftigten KollegInnen hätten streiken können.
In den letzten Wochen wurde Kampfbereitschaft unter Beweis gestellt, die meines Erachtens noch steigerungsfähig ist.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 02:37:12 Mi. 02.April 2014
Auch die Forderung nach einem Ende sachgrundloser Befristungen findet sich nicht in der Tarifeinigung wieder.
Allein im Abschnitt "Besondere Regelungen für den Bund" wird darauf wie folgt Bezug genommen:
Zitat
Der Bund und die Gewerkschaften verständigen sich darauf, die Entwicklung befristeter Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Dienst bis September 2015 wissenschaftlich aufarbeiten und bewerten zu lassen.
Titel: Re:Tarifrunde TVöD 2014
Beitrag von: xyu am 18:54:06 Mi. 09.April 2014
Stellungnahme des Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di zum Tarifabschluss:

netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NWStellungnahmeTROED20140408.pdf
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: Kuddel am 11:30:59 Mi. 23.Januar 2019
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Start der Tarifverhandlungen
Gewerkschaften drohen mit Streiks im Öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaft spricht von vollen Kassen der Bundesländer und fordert sechs Prozent mehr Lohn im Öffentlichen Dienst. Die Länder wiederum befürchten einen Abschwung der Konjunktur und die Schuldenbremse. Nun stehen die Zeichen auf Streik.
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/01/tarifverhandlungen-oeffentlicher-dienst-bundeslaender-berlin.html

Rituale und inhaltsleere Schaukämpfe.
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: counselor am 16:48:28 Di. 26.Februar 2019
Zitat
Öffentlicher Dienst - Warnstreiks ausgeweitet - Bsirske droht mit Eskalation

Zehntausende Beschäftigte des öffentlichen Dienstes machen ihrem Unmut lautstark Luft: Sie wollen mehr Anerkennung - durch mehr Gehalt. Vor der entscheidenden Runde im Tarifstreit steigt die Spannung.

Quelle: https://www.bgland24.de/politik/gewerkschaften-weiten-warnstreiks-aus-zr-11801754.html
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: counselor am 17:21:01 Mi. 27.Februar 2019
Zitat
2000 Teilnehmer streiken für mehr Geld im öffentlichen Dienst

Die Demonstranten wollen sechs Prozent mehr Lohn - vor 5 Stunden

ERLANGEN/NÜRNBERG - Mehrere Tausend Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind in Erlangen und Nürnberg für ihre Tarifforderungen auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft ver.di verlangt in den laufenden Verhandlungen mehr Lohn.

Quelle: http://www.nordbayern.de/region/erlangen/2000-teilnehmer-streiken-fur-mehr-geld-im-offentlichen-dienst-1.8642424
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: Kuddel am 18:55:39 So. 03.März 2019
Ich seh sie jetzt wieder alle jubeln, was das für ein Ergebnis ist, das die Streiks im Öffentlichen Dienst hervorgebracht haben.
Es war tatsächlich so, daß Streikaktionen und Demos teilweise eine beachtliche Dynamik hatten. Aber alles ist wieder im Ausverkauf von Verdi gelandet. 3 Jahre garantierte Friedhofsruhe und eine Lohnerhöhung, die niemandem wehtut und bei den Betroffenen kaum spürbar ist. Eine Lohnerhöhung von etwa 2,7% ist doch ein schlechter Witz! Die Inflationsrate liegt angeblich zur Zeit bei 1,6%. Ich behaupte aber, daß allein mit der Erhöhung der Miete und der Nebenkosten die Lohnerhöhung bereits futsch ist, noch bevor man sich ein einziges Brötchen davon leisten konnte.

Ich glaube tatsächlich, daß heutzutage die Journalisten tatsächlich so strohdoof sind und keinerlei Ahnung von Arbeitskämpfen haben und der Möglichkeit der sich jährlich eine Lohnerhöhung zu erkämpfen. Daß die Gewerkschaft diese Chance aufgegeben hat und sie einen dreijährigen Betriebsfrieden garantiert, mögen die dummbratzigen Schreiberlinge vielleicht nicht wissen, die Ressortleiter und Chefredakateure wissen das sehr wohl. Doch unter ihrer Aufsicht lügen nahezu alle großen Medien bewußt: Sie sprechen nicht von erbärmlichen 2,7%, sondern...

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Beschäftigte bekommen acht Prozent mehr
tagesschau.de
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„Spektakuläre Einigung“ im öffentlichen Dienst
deutschlandfunk
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Acht Prozent mehr Lohn für öffentlichen Dienst
n-tv
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Acht Prozent mehr Lohn für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
handelsblatt
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Zum Abschied gelingt Mister Verdi ein Coup
n-tv Nachrichten
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Länderbeschäftigte bekommen acht Prozent mehr Geld
zeit

usw., usf....

Wo bleibt die öffentliche Diskussion über diese Verarsche?
Wahrscheinlich werden selbst die "Gewerkschaftslinken" sich das irgendwie schönreden und mich würds nicht wundern, wenn die MLPD da mit einstimmt.
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: counselor am 19:44:25 So. 03.März 2019
Ich halte das Ergebnis auch für jämmerlich (und in meinem Freundeskreis nicht nur ich).
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: counselor am 17:14:55 Mo. 04.März 2019
Wahrscheinlich werden selbst die "Gewerkschaftslinken" sich das irgendwie schönreden und mich würds nicht wundern, wenn die MLPD da mit einstimmt.

Die MLPD redet von einem "faulen Kompromiss":

Zitat
Öffentlicher Dienst - Verhandlungsergebnis - Zugeständnisse und fauler Kompromiss

Gestern, 3. März, haben die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mit der Tarifgemeinschaft der Länder nach drei Verhandlungsrunden ein Tarifergebnis erzielt.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw10/ver-di-erzielt-verhandlungsergebnis-in-der-tarifrunde-des-oeffentlichen-dienstes-der-laender
Titel: Re: Tarifrunde TVöD
Beitrag von: NachbarArsch am 22:48:16 Mo. 04.März 2019
Ach Kuddel du bist mal wieder zu negativ.
Die haben 8% bekommen! Acht Prozent
Dabei haben die ja nur 6% gefordert...
Zitat
Tarifrunde Länder 2019
Gewerkschaften fordern sechs Prozent

Berlin, 20.12.2018 – Sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro monatlich, das fordert die GEW gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für die anstehende Länder-Tarifrunde. [...]

Das sind 50% Zielübererfüllung. toll wer kriegt das schon hin...

Da kann ruhig mal eine Hand die andere streicheln

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Beschäftigte bekommen acht Prozent mehr
tagesschau.de
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„Spektakuläre Einigung“ im öffentlichen Dienst
deutschlandfunk
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Acht Prozent mehr Lohn für öffentlichen Dienst
n-tv
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Acht Prozent mehr Lohn für Beschäftigte im öffentlichen Dienst
handelsblatt
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Zum Abschied gelingt Mister Verdi ein Coup
n-tv Nachrichten
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Länderbeschäftigte bekommen acht Prozent mehr Geld
zeit


Wie toll das wieder alle gemacht haben, jetzt gehts echt vorran.