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Industrie & Handwerk & Agrar => Leiharbeit, bzw. moderner Sklavenhandel => Thema gestartet von: Kuddel am 21:09:16 Mo. 04.Juli 2016

Titel: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 21:09:16 Mo. 04.Juli 2016
Ich bin eher zufällig drüber gestolpert. Eine (Radio?)Reportage, eine Soundcollage zur Situation prekärer Ausbeutungsverhältnisse in Deutschland von 2014.
Wirklich gut gemacht.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=hxsiZBQG21E#)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Rudolf Rocker am 21:15:17 Mo. 04.Juli 2016
Vom Deutschlandradio Kultur
http://www.deutschlandradiokultur.de/sklavenmarkt-deutschland.958.de.html?dram%3Aarticle_id=284824 (http://www.deutschlandradiokultur.de/sklavenmarkt-deutschland.958.de.html?dram%3Aarticle_id=284824)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 11:23:15 Mi. 24.August 2016
Es gibt immer wieder neue Reportagen zum Thema Leiharbeit.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=n6IMKOK0MAo#)


Es wird die Situation jedoch nicht durch Journalisten oder "die Öffentlichkeit" grundlegend geändert.
Es kommt auf das Organisieren der Betroffenen selbst an. Die Betroffenen sind die Leiharbeiter und genauso die Stammbelegschaften. Es gibt Stammbelegschaften, die gegen die Leiharbeit und für die Festanstellung ihrer Leiharbeiterkollegen kämpfen. Es gibt aber auch Betriebsräte, die Leiharbeit für einen "Puffer" halten, der die Stammbelegschaft schützt und somit unterstützen sie Leiharbeit und die Spaltung der Belegschaft.
Das sollte nicht hingenommen werden und man muß die Diskussion da ansetzen, daß die Stammbelgschaft sich damit ins eigene Knie schießt. Eine gespaltene Belegschaft ist eine geschwächte Belegschaft, die viel leichter Opfer der Unternehmerwillkür wird.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 18:43:21 Mi. 24.August 2016
Eine gespaltene Belegschaft ist eine geschwächte Belegschaft, die viel leichter Opfer der Unternehmerwillkür wird.
Leider kapieren das viel zu viele noch immer nicht.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 20:42:29 Mi. 24.August 2016
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=kZaBFcnjHH0#)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 08:14:57 Sa. 08.Oktober 2016
Das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst beschäftigt u.a. einen Leihsklaven im Schweine- und zwei im Kuhstall.
Letzte Seite: https://kleineanfragen.de/sachsen/6/6388-mittel-fuer-leiharbeit-im-haushaltsplan

Grunz!
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 20:05:02 So. 16.Oktober 2016
IgZ macht sich mal wieder Sorgen um den Begriff „Leiharbeit“:
Zitat
Losgelöst von den Detailfragen der Arbeitnehmerüberlassung appellieren wir erneut an den Gesetzgeber, das Wort „Leihe“ und alle Ableitungen daraus im Gesetz endlich zu streichen. Die Begrifflichkeit ist antiquiert, sachlich falsch und für alle Beteiligten diskriminierend. Menschen erbringen eine Arbeitsleistung. Es wird keine Ware verliehen! Wie aus der Entstehungsgeschichte des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (vgl. BT-Drucksache VI/2303 vom 15. Juni 1971, Anlage 1, Seite 10) deutlich wird, hat der Gesetzgeber selbst schon gezweifelt, ob die Begrifflichkeit wirklich sinnvoll sei.
http://www.bundestag.de/blob/475452/8c5947b787e706353a0256d78e4193f6/materialzusammenstellung-data.pdf (http://www.bundestag.de/blob/475452/8c5947b787e706353a0256d78e4193f6/materialzusammenstellung-data.pdf)

Und so stand es 1971 geschrieben:

Zitat
Der Arbeitgeber wird als Verleiher, der Dritte als Entleiher und der überlassene Arbeitnehmer als Leiharbeitnehmer bezeichnet. Diese Begriffe stimmen zwar nicht mit dem Sprachgebrauch des Bürgerlichen Gesetzbuchs überein, das unter Leihe nur die unentgeltliche Gebrauchsüberlassung einer Sache versteht. Der Begriff des Leiharbeitsverhältnisses hat sich jedoch inzwischen nicht nur im allgemeinen Sprachgebrauch, sondern auch in der arbeitsrechtlichen Literatur durchgesetzt. Deshalb erscheint es vertretbar, dem auch im Bereich dieses Gesetzes zu folgen und die anschaulichen Begriffe „Verleiher" usw. zu wählen.

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/06/023/0602303.pdf (http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/06/023/0602303.pdf)

Die Zweifel der damaligen Gesetzgeber scheinen eher von geringerer Natur gewesen zu sein, liebe Sklavenhändler!
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 21:41:37 So. 16.Oktober 2016
Zitat
Es wird keine Ware verliehen!
Nein, schlimmer:
Es werden Menschen verliehen! So als wären sie eine Ware.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: counselor am 21:50:24 So. 16.Oktober 2016
Leiharbeit bedeutet doppelter Verkauf der Ware Arbeitskraft. Der Leiharbeiter verkauft seine Arbeitskraft an die Verleihfirma, die sie als eine Art Zwischenhändler weiterverkauft und dafür einen Teil des Mehrwerts erhält.

Leihbuzzen sind Lohnsklavenhändler!
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 12:58:40 So. 22.Januar 2017
Jobcenter und Leiharbeit
http://kommunalinfo-mannheim.com/2017/01/17/jobcenter-und-leiharbeit-milliardengeschaefte-hinter-verschlossener-tuer/ (http://kommunalinfo-mannheim.com/2017/01/17/jobcenter-und-leiharbeit-milliardengeschaefte-hinter-verschlossener-tuer/)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 19:20:29 Di. 31.Januar 2017
Hier noch ein weiteres Beispiel für die Verlogenheit der DGB Politik.
Je mehr die Gewerkschaften von einem Kampf gegen den Mißbrauch der Leiharbeit faseln, desto mehr wächst diese ekelhafte Branche.

Zitat
Erstmals mehr als eine Million Leiharbeiter

Allen Gesetzesverschärfungen zum Trotz hat die Zahl der Leiharbeitnehmer im vorigen Jahr erstmals die Marke von einer Million überschritten. Im Juni 2016 waren 1,006 Millionen Leiharbeiter sozialversicherungspflichtig oder als haupterwerbliche Minijobber beschäftigt, wie aus einer Bilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Das waren 45.000 mehr als ein Jahr zuvor. Drei Prozent der über 31 Millionen sozialabgabenpflichtig Beschäftigten hatten damit einen Job in der Zeitarbeit. Union und SPD stritten 2016 lange über eine schärfere Regulierung der Leiharbeit, die dann zum Jahresende verabschiedet wurde.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/beschaeftigung--erstmals-mehr-als-eine-million-leiharbeiter-,1472780,35124244.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/beschaeftigung--erstmals-mehr-als-eine-million-leiharbeiter-,1472780,35124244.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 14:01:57 Do. 25.Mai 2017
Die IGM Berlin ist darüber empört, dass Leiharbeiter kein Equal Pay erhalten und will nun demonstrieren. Da sind anscheinend Blitzmerker am Start:


Zitat
Festangestellte und Leihbeschäftigte von Atos scannen Knöllchen in der Cecilienstraße für das Land Berlin. Das machen sie seit 13 Jahren, in den gleichen Räumen – aber nicht zu gleichen Konditionen. Jetzt sollen alle für weniger Geld an ein Subunternehmen verliehen werden. Wir fordern, dass Atos endlich seine Pläne für die Beschäftigten darlegt und dass die Leihbeschäftigten festanstellt werden. Dafür demonstrieren wir am Freitag um 9.45 Uhr vom Atos-Standort in der Cecilienstraße zum IGA-Gelände.

Die Beschäftigten von Atos AIT2 haben die Hängepartie genauso satt wie die Versuche von Atos, sie auszutricksen. Dazu gehört, dass die 14 Leihbeschäftigten seit September nicht mehr Equal Pay erhalten, obwohl sie die gleichen Tätigkeiten verrichten wie die Festangestellten – und das seit 13 Jahren! (...)
http://www.igmetall-berlin.de/aktuelles/meldung/13-jahre-leiharbeit-bei-der-polizei-sind-genug/ (http://www.igmetall-berlin.de/aktuelles/meldung/13-jahre-leiharbeit-bei-der-polizei-sind-genug/)

und Vorgeschichte:
http://www.igmetall-berlin.de/betriebsraete-vertrauensleute/meldung/klarheit-fuer-die-beschaeftigten-atos-und-das-land-berlin-in-der-pflicht/ (http://www.igmetall-berlin.de/betriebsraete-vertrauensleute/meldung/klarheit-fuer-die-beschaeftigten-atos-und-das-land-berlin-in-der-pflicht/)

Es ist eklig, wie neuerdings immer öfter von "Leihbeschäftigten" die Rede ist.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 21:35:34 Mi. 28.Juni 2017
Man kümmert sich rührend um die Leiharbeiter. Wichtig ist der letzte Satz:
Zitat

Flexible VW-Leiharbeiter arbeiten jetzt sogar bei Porsche

Wolfsburg  430 von 500 Betroffenen, deren Verträge in Wolfsburg ausliefen, fanden neue Jobs.


430 Zeitarbeitnehmer, deren Verträge in diesem Jahr im Werk Wolfsburg ausgelaufen sind, arbeiten inzwischen in anderen Konzern-Werken. Diese Zahl nannte gestern VW-Betriebsrat Mario Kurznack Bodner.

Hintergrund: Rund 500 Verträge von Zeitarbeitnehmern sind seit Jahresbeginn im Stammwerk nicht verlängert worden. Betriebsrat, VW-Personalwesen und der Verleiher Autovision Zeitarbeit haben sich allerdings intensiv darum bemüht, den Betroffenen Anschlussverträge zu vermitteln. Das ist in der überwiegenden Zahl der Fälle gelungen: 430 arbeiten aktuell mit Zeitverträgen im VW-Werk Kassel, bei Nutzfahrzeuge in Hannover und bei der Konzerntochter Porsche in Zuffenhausen. „Unser Ziel ist es, allen Betroffenen Alternativen aufzuzeigen“, betont Betriebsrat Kurznack-Bodner.
Ob das auch in Zukunft in diesem Umfang gelingen wird, kann auch die Arbeitnehmervertretung nicht garantieren. Entscheidend dafür ist der Bedarf in den anderen Werken. Derzeit arbeitet das Gros der betroffenen Zeitarbeitnehmer für Nutzfahrzeuge im benachbarten Hannover (350). In Kassel und bei Porsche in Zuffenhausen sind es jeweils 40. „Wir freuen uns, dass ein Großteil der Betroffenen die Angebote angenommen hat. Vor allem in Kassel und bei Porsche stehen die Chancen gut, auf lange Sicht sogar einen unbefristeten Vertrag zu bekommen“, sagt Kurznack-Bodner. „Wir werden uns auch weiter um jene Kollegen kümmern, deren in diesem Jahr auslaufende Verträge nicht verlängert werden.“

Die Linie des Unternehmens ist eindeutig. Bis 2020 will Personalvorstand Karlheinz Blessing die Zahl der Leiharbeiter auf null zurückfahren. Von den einst 6500 in Deutschland beschäftigten Zeitarbeitnehmern der Kernmarke VW seien bereits mehr als die Hälfte ausgeschieden. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Blessing außerdem: „Am Ende des Jahres werden wir voraussichtlich noch gut 1000 Leiharbeitnehmer haben.“

In Wolfsburg waren bei Abschluss des Zukunftspaktes im November 2016 annähernd 2000 Mitarbeiter der Autovision Zeitarbeit in der Produktion tätig. Inzwischen hat sich vieles verändert. Da der Golf-Absatz deutlich zurückgegangen ist, werden die Stammmitarbeiter jetzt flexibel eingesetzt. In Wolfsburg arbeiten jetzt weniger als 1000 Zeitarbeitnehmer in den Hallen. Im Oktober laufen nochmals viele Verträge aus. Der Betriebsrat will aber dafür sorgen, dass Kollegen, die seit drei Jahren dabei sind, weitere zwei Jahre im Stammwerk arbeiten können. Auch Alternative werden weiterhin aufgezeigt. „Gerade in Kassel wird auf Sicht weiteres Personal benötigt“, erläutert Kurznack-Bodner. Der Auftrag an die Autovision Zeitarbeit, sich auch auf dem Drittmarkt nach Jobs umzusehen, erwies sich bisher als nur schwer realisierbar.
http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211065267/Flexible-VW-Leiharbeiter-arbeiten-jetzt-sogar-bei-Porsche.html (http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211065267/Flexible-VW-Leiharbeiter-arbeiten-jetzt-sogar-bei-Porsche.html)

Ach was.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 21:52:05 Mi. 28.Juni 2017
Ähm, was ist denn ein "Drittmarkt"??
Der "2. Arbeitsmarkt" was doch schon prekäre Scheiße. Praktika, Leiharbeit und Co.
Und woran denkt man jetzt? Rechtsfreier Raum? Sklaverei?

Oder hab ich was falsch verstanden?
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 22:05:38 Mi. 28.Juni 2017
Unter Drittmarkt versteht Volkswagen alles, was nicht mit Auto zu tun hat, also Paketbote, Altenpflege, aber auch Klempner.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 21:56:43 Do. 13.Juli 2017
Zitat
13.7.17
Leben wie ein Tagelöhner

Bremen ist Hauptstadt der Leiharbeiter

Der Anteil der Leih- beziehungsweise Zeitarbeiter ist nirgends so hoch wie in dem kleinen Stadtstaat Bremen. Vor fünf Jahren lag er bei ungefähr fünf Prozent. Tendenz steigend. Bislang ist es nicht gelungen, die Leiharbeit einzudämmen. Stattdessen nimmt die Zahl der prekären Jobs weiter zu.
(...)
"Gestern sagt einer zu mir, BILD Hannover, sagt der zu mir, warum wollen sie sechs Prozent, da guck ich den an und denke, was bist du denn für ein Spacken. Informiere dich mal, was wir generell verdienen. Ehrlich. Oder unsere Tarifverträge, wenn sie uns unsere Tarifverträge nehmen..."
http://www.deutschlandfunk.de/leben-wie-ein-tageloehner-bremen-ist-hauptstadt-der.862.de.html?dram:article_id=391058 (http://www.deutschlandfunk.de/leben-wie-ein-tageloehner-bremen-ist-hauptstadt-der.862.de.html?dram:article_id=391058)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 20:13:52 Di. 08.August 2017
Zitat
RAT & TAT Info des Institut für Arbeit – ICOLAIR

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/09/leiharbeit_name.jpg)

Mitarbeiter hatte auf Festanstellung geklagt. Nach zwangsweiser Freistellung jetzt auch noch Entlassung! Nachdem wir erst vor 2 Tagen in unserem Info 259 über einen Streik von Leiharbeitern bei VW China berichten mußten, haben wir nun die traurige Pflicht über einen Skandal bei der konzerneigenen deutschen Leiharbeitsfirma zu berichten: Der bei der VW-Tochter „Autovision“ im VW-Werk Hannover beschäftigte Mitarbeiter Murat C. hatte einen Anspruch auf Festanstellung geltend gemacht und wurde darauf hin am 26.1.2017 zwangsweise ohne jeden Rechtsgrund von der Arbeit freigestellt und vom Werkschutz nach eigenen Angaben „wie ein Verbrecher vom Arbeitsplatz weggeführt“. Der Werksausweis wurde ihm abgenommen. Gründe wurden dem Betroffenen nicht genannt. Man erklärte ihm, es liefen „Ermittlungen“ gegen ihn. Bis zum „Abschluß der Ermittlungen“ sei er freigestellt und dürfe das Betriebsgelände nicht betreten. Wahrheitswidrig wurde ihm angekündigt, er werde einen „Brief“ erhalten, in welchem die Vorwürfe genannt würden. Doch nichts dergleichen geschah. Unserer im Auftrag des Betroffenen erfolgten Aufforderung, sofort die Gründe für die Freistellung zu nennen, ist die „Autovision“ bis heute nicht nachgekommen. Stattdessen erhielten wir die absurde Mitteilung, daß die Freistellung „erforderlich“ sei, „um die Vorwürfe zu konkretisieren“.

Wie bitte? Ein Mitarbeiter wird „freigestellt“, um zu schauen, was man mit welchem Ergebnis („konkretisieren“) noch gegen ihn herausfinden kann? Noch schlimmer: Es müsse durch die Freistellung „eine Umgebung geschaffen“ werden, in der mögliche Zeugen „ohne Sorge vor Repressalien darüber berichten können“. Mitte Februar wurde Autovision durch uns aufgefordert, endlich das Arbeitsrecht der Bundesrepublik Deutschland zu akzeptieren und willkürliche „Ermittlungen über Ermittlungen“ zu unterlassen, die Freistellung aufzuheben o d e r endlich angebliche Vertragsverletzungen des Mandanten zu benennen. Am 24.2. wurde Klage beim Arbeitsgericht Hannover eingereicht. Einen (!) Tag später erhielt der Betroffene eine Kündigung ohne Begründung.

Das Verhalten der Firma ist ebenso bemerkenswert wie empörend. Es ist erkennbar ohne jede Rechtsgrundlage. Der Betroffene sieht in der Freistellung eine Retourkutsche für seine jetzt auch klageweise geltend gemachte Festanstellung bei VW und in der Kündigung eine Retourkutsche dafür, daß er sich gegen die Zwangsfreistellung gewehrt hat. § 612a BGB verbietet dem Arbeitgeber ausdrücklich, einen Mitarbeiter für die Wahrnehmung von Rechten zu „maßregeln“.


 “Die Skandale in und um den größten Automobilkonzern der Welt nehmen kein Ende: Die Beschäftigung von KZ-Aufsehern bei VW Brasilien, die Zusammenarbeit von VW mit der brasilianischen Militärdiktatur, der Diesel-Abgasskandal, die Manipulationen in den USA und in Europa und nun der Verdacht von großformatigen Kartellabsprachen mit anderen Automobilunternehmen. Bei alledem geraten die in Vergessenheit, die die wirtschaftlichen Erfolge des Unternehmens durch ihre Arbeit zu verantworten haben: Die im Konzern beschäftigten Mitarbeiter, darunter vor allem auch die sog. „Fremdbeschäftigten“, die Leiharbeiter und die Beschäftigten der konzerneigenen Tochter „Autovision“. Über den skandalösen Umgang der Verantwortlichen von Autovision mit dem Mitarbeiter Murat C. berichteten wir hier mehrfach. Der Beschäftigte war zwangsweise von der Arbeit freigestellt und schließlich ohne jeden sachlichen Grund entlassen worden, und zwar – wie er vermutet – nur deshalb, weil er gemeinsam mit anderen mit einer Klage beim Arbeitsgericht seine Festanstellung bei VW durchsetzen wollte. Nun haben erste Zeugen schriftlich bestätigt, daß die ihnen von den Managern der Firma in den Mund gelegten Äußerungen über den Betroffenen falsch waren. Der Fall wird – nach wiederholten Verzögerungen durch Autovision – jetzt abschließend verhandelt

    am Mittwoch den 9. August 2017 um 12.30 Uhr beim Arbeitsgericht Hannover, Saal 7, Kammer 5. Die Öffentlichkeit ist zugelassen und von dem Betroffenen erwünscht !
     

    Zuvor werden die Klagen auch von Kollegen des Betroffenen auf Festanstellung bei VW behandelt werden am Mittwoch den 9. August 2017 um 10.15 Uhr beim Arbeitsgericht Hannover, Saal 9, Kammer 9 (5 Fälle)   
    Einen Tag später wird die Klage eines Minderheitenmitglieds im Betriebsrat von VW Hannover verhandelt werden, bei der es um zahlreiche willkürliche und vom Betriebsrat (!) veranlaßte Abmahnungen gegen ein unliebsames und für seine konsequente Interessenvertretung bekanntes Betriebsratsmitglied geht: am Donnerstag den 10. August 2017 um 10.30 Uhr beim Arbeitsgericht Hannover, Saal 6, Kammer 2“
http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/unternehmen/skandal-bei-vw-hannover-verleih-tochterfirma-autovision-laesst-beschaeftigten-nach-klage-auf-festanstellung-wie-verbrecher-abfuehren/ (http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/unternehmen/skandal-bei-vw-hannover-verleih-tochterfirma-autovision-laesst-beschaeftigten-nach-klage-auf-festanstellung-wie-verbrecher-abfuehren/)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 22:36:17 Fr. 20.Oktober 2017
Zitat
20.10.17
Hausverbot für Betriebsrat
Eine Protestaktion im Siemens-Schaltwerk hat gravierende Konsequenzen

Felix Weitenhagen ist einiges gewohnt von seinem Arbeitgeber Siemens. In seinen zwölf Jahren als Betriebsrat im Schaltwerk Berlin musste er aufgrund kritischer Äußerungen bereits sechs Abmahnungen und eine Strafversetzung auf sich nehmen, wie er erzählt.

Die ersten zwei Abmahnungen musste Siemens im Mai dieses Jahres per Gerichtsbeschluss aus der Personalakte entfernen, für die Abmahnungen drei bis fünf steht Anfang November der zweite Prozess an. Doch nun gibt es neuen Ärger: Aufgrund einer Protestaktion gegen Leiharbeit wurde Weitenhagen von seiner Arbeit freigestellt. Als er daraufhin trotzdem vor Ort seiner Betriebsratsarbeit nachging, bekam er von der Werksleitung sogar ein Hausverbot erteilt.

Dass der inflationäre Einsatz von Leiharbeit in der Industrie im Allgemeinen und bei Siemens im Speziellen ein Problem darstellt, ist bekannt. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert seit Längerem, dass die Industrie ihre Stammbelegschaft gering hält und sich über Leiharbeit Flexibilität verschafft. »Das halten wir für einen Missbrauch von Leiharbeit und gehen auch mit unseren Möglichkeiten dagegen an«, sagt IG-Metall-Sprecher Klaus Abel dem »nd«. Grundsätzlich bemühe sich die Gewerkschaft, für die LeiharbeiterInnen faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. »Wir haben ja auch einen Tarifvertrag, in dem es Übernahmeverpflichtungen gibt, und stehen insbesondere diesem großen Umfang von Leiharbeit auch bei Siemens sehr kritisch gegenüber.«
Darauf, dass die IG Metall sich irgendwann für eine Besserstellung der LeiharbeiterInnen einsetzt, wollten die MitarbeiterInnen des Schaltwerks Berlin nicht warten. »Wir hatten im Betrieb die Situation, dass im September zirka 160 Kolleginnen und Kollegen in Leiharbeit oder mit befristeten Verträgen nicht länger beschäftigt wurden«, erzählt Felix Weitenhagen dem »nd«. Daraufhin nahmen die ArbeiterInnen das Problem selbst in die Hand und organisierten am 7. sowie am 26. September eine »aktive Mittagspause«.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1067011.siemens-hausverbot-fuer-betriebsrat.html?pk_campaign=SocialMedia (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1067011.siemens-hausverbot-fuer-betriebsrat.html?pk_campaign=SocialMedia)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 21:50:00 Mi. 25.Oktober 2017
Der Sklavenhändler WORKS PERSONAL-SERVICE GMBH aus Hamburg bietet seine Sklaven online an. Abgesehen davon. dass die Lobpreisung des Sklaven nur belegt, wie beschissen Leiharbeit ist, stellt sich die Frage, ob der Entleiher vorher auch das Gebiss des Sklaven kontrolliert.

Zitat
Tätigkeit:  Metallbau Helfer

Alter: 44 Jahre

Geschlecht: männlich

Tätigkeiten & Profil

Der Mitarbeite hat sehr vielseitige Erfahrung im Metallbereich schweißen, stanzen, schleifen und bohren .sowie Fähigkeiten im Malerbereich mit Anstrich, spachteln und Lackierung.
Außerdem hat er Kenntnisse in der Elektronik, kann Löten und bestücken.
Zeitweise hat er in der Verwaltung gearbeitet, Telefondienst und Außendienst Akquise gemacht sowie den Lagerverkauf und Kundenbetreuung.
Der Mitarbeiter zeigt immer ein hohes Maß an Eigeninitiative und überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft .Er arbeitet selbständig, zuverlässig, zielorientiert und erzielt stets gute Qualitätserfolge.
Die Kunden sind mit seinen Leistungen im höchsten Maße zufrieden.
Das Verhalten Vorgesetzen, Kollegen und Kunden gegenüber war immer vorbildlich und führt stets zu einer guten und effizienten Teamarbeit.
Er wird jederzeit von Kunden, aufgrund seiner sehr guten Leistungen, wieder angefordert
Sein Äußeres ist gepflegt und angenehm.
http://www.worksgmbh.de/index.php/metallbau-helfer-2/ (http://www.worksgmbh.de/index.php/metallbau-helfer-2/)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 17:59:02 Fr. 27.Oktober 2017
Zitat
27.10.17
Verwirrung um Stellenanzeige für Salutas

Pillen-Hersteller Salutas aus Barleben will Anfang 2018 viele Stellen abbauen. Trotzdem suchte eine Leiharbeits-Firma weiter Mitarbeiter.

Unruhige Zeiten bei Salutas, dem Arzneimittelhersteller aus Barleben (Landkreis Börde): 150 der fast 1200 Mitarbeiter sollen Anfang 2018 entlassen werden. Das plant die Geschäftsführung. Der Grund: weniger Aufträge. Teile der Produktion sind nach Informationen der Volksstimme zudem bereits ins Ausland verlagert worden. Am Donnerstagabend sorgte eine Stellenanzeige bei einer Zeitarbeitsfirma für weiteren Unmut in der Belegschaft.

Die Firma Manpower, die bereits seit mehreren Jahren Leiharbeiter an Salutas vermittelt, suchte offenbar Mitarbeiter für das Werk des Pillen-Produzenten. Die Volksstimme konfrontierte den Salutas Mutterkonzern Sandoz mit der Ausschreibung. Daraufhin ruderte das Unternehmen zurück. „Salutas sucht derzeit keine zusätzlichen Leiharbeitskräfte“, sagte ein Sandoz-Sprecher. Die Anzeige sei nicht von dem Arzneimittelhersteller initiiert. „Salutas hat mittlerweile den Dienstleister Manpower aufgefordert, diese Aktion zu stoppen“, erklärte er weiter. Am Freitagmittag war die Stellenanzeige nicht mehr abrufbar.
Derzeit 50 Leiharbeiter

Derzeit beschäftigt Salutas in Barleben nach eigenen Angaben 50 Leiharbeiter. Die zusätzlichen Arbeitskräfte sollen vor allem Produktionsspitzen abfangen. Durchschnittlich verdienen Leiharbeiter rund ein Drittel weniger als regulär beschäftigte Arbeitnehmer.
https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/wirtschaft/leiharbeits-firma-verwirrung-um-stellenanzeige-fuer-salutas (https://www.volksstimme.de/deutschland-welt/wirtschaft/leiharbeits-firma-verwirrung-um-stellenanzeige-fuer-salutas)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 21:22:52 Fr. 29.Dezember 2017
Das Bankergesindel erwartet 2018 noch mehr Leihsklaven:

Zitat
29.12.17
In der deutschen Wirtschaft sind 2018 laut Feri-Prognose größere Zuwächse im Dienstleistungssektor als in der Industrie zu erwarten. Während Leiharbeit zu den Branchen mit dem höchsten erwarteten Umsatzzuwachs gehört, muss die Automobilindustrie Abstriche in Kauf nehmen. (...)
https://www.private-banking-magazin.de/prognose-2018-feri-erwartet-bei-dienstleistungen-groessere-zuwaechse-als-in-der-industrie/ (https://www.private-banking-magazin.de/prognose-2018-feri-erwartet-bei-dienstleistungen-groessere-zuwaechse-als-in-der-industrie/)

Abgesehen davon dass Leiharbeit wenn überhaupt nur eine Überbranche ist, sollten die Proteste der VW-Leiharbeiter erst der Startschuss für eine Gegenoffensive 2018 sein.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 00:08:48 Mo. 05.Februar 2018
Zitat
4.2.18
Chef abgetaucht: Zeitarbeitsfirma lässt Magdeburger im Stich

Der Lohnzettel für den Monat November ist das letzte Schriftstück, das Jan Ehrecke von seiner Zeitarbeitsfirma im vergangenen Dezember erhält. Doch das Gehalt wurde nie überwiesen. Als das Einkommen so kurz vor Weihnachten plötzlich ausbleibt, will der 33-Jährige bei seinem Arbeitgeber nachfragen. Jedoch: Niemand ist mehr zu erreichen, die Firma existiert in den ehemaligen Büroräumen nicht mehr, die Telefonnummer funktioniert nicht mehr.
(...)

Highlight:

Zitat
(...)
Jan Ehrecke hatte sich sofort nach einer neuen Firma umgesehen. Seit Anfang Januar ist er bei einem anderen Zeitarbeitsunternehmen angestellt und kann weiter für denselben Auftraggeber im Bereich Windenergie arbeiten. Allerdings zu den Konditionen eines Neueinsteigers – alles, was er sich in sieben Jahren Betriebszugehörigkeit erarbeitet hatte, ist verloren. Er ist nicht der Einzige. Auch einige seiner Kollegen waren bei der plötzlich verschwundenen Firma angestellt.
(...)
https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/chef-abgetaucht-zeitarbeitsfirma-laesst-magdeburger-im-stich (https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/chef-abgetaucht-zeitarbeitsfirma-laesst-magdeburger-im-stich)

Sklavenklitschen kommen, Sklavenklitschen gehen. Was bleibt, sind die Entleiher...
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: tleary am 09:57:23 Di. 06.Februar 2018
... und der beschissene Lohn. Sowie der Tritt in den Hintern, wenn er plötzlich nicht mehr gebraucht wird.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: counselor am 14:39:23 Di. 06.Februar 2018
Wahrscheinlicher Entleiher: Enercon Magdeburg
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 02:05:59 Mi. 14.Februar 2018
Sklavenhändlerpack und schmieriges Management auf Entleiherseite spielen Mafia:

Zitat
13.2.18
Millionenbetrug bei BASF?

Der Verdacht führt in den Bereich Personal-Leasing. Einer der Verdächtigen starb bereits.

Der Chemieriese BASF soll von mehreren Mitarbeitern und Verantwortlichen externer Firmen mit Scheinrechnungen um einen Millionenbetrag geprellt worden sein. (...) Am 30. Januar waren Arbeitsplätze und Wohnungen der BASF-Mitarbeiter sowie von fünf Vertretern externer Firmen durchsucht worden. Es wurden Unterlagen und Daten sichergestellt, die nun ausgewertet werden. (...) Nach Angaben des BASF-Sprechers haben die unter Verdacht stehenden Firmen mit Personalleasing zu tun. Welche Arbeitskräfte sie vermittelten, könne er nicht sagen. Die BASF-Mitarbeiter, die laut Staatsanwaltschaft einer unteren Führungsebene angehören, hätten eng mit den Firmen zusammengearbeitet. (...) „Wir prüfen im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens, ob es Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gibt“ (...)
https://www.nwzonline.de/wirtschaft/kaiserslautern-ludwigshafen-kriminalitaet-millionenbetrug-bei-basf_a_50,0,3721871898.html (https://www.nwzonline.de/wirtschaft/kaiserslautern-ludwigshafen-kriminalitaet-millionenbetrug-bei-basf_a_50,0,3721871898.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 22:41:18 Di. 27.Februar 2018
Wahrscheinlicher Entleiher: Enercon Magdeburg

Jepp. Und Elbe City Dienstleistungen GmbH als Verleiher mit Sabine Heider als türmende Geschäftsführerin.
Die Geschichte geht mit leicht säuselnden Unterton, dass niemand etwas dafür kann und Leiharbeit trotzdem gut ist, weiter:
Zitat
27.2.18
(...)Nach dem Artikel meldete sich nicht nur Guido Bautz, sondern die Volksstimme erfuhr von mehr als zehn Mitarbeitern, denen das Gleiche widerfahren ist. Sie allesamt wurden von der Elbe City Dienstleistungen GmbH im Stich gelassen.(...)
https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/chef-abgetaucht-magdeburger-warten-auf-ihren-lohn (https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/chef-abgetaucht-magdeburger-warten-auf-ihren-lohn)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:40:00 Mi. 28.Februar 2018
Zahl der Leiharbeiter in Deutschland um vier Prozent auf 1,01 Millionen gestiegen / Fast die Hälfte aller Leiharbeitsverhältnisse endet in den ersten 3 Monaten

weiter im Text

http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/leiharbeit_all/zahl-der-leiharbeiter-deutschland-um-vier-prozent-auf-101-millionen-gestiegen-fast-die-haelfte-aller-leiharbeitsverhaeltnisse-endet-den-ersten-3-monaten/ (http://www.labournet.de/politik/alltag/leiharbeit/leiharbeit_all/zahl-der-leiharbeiter-deutschland-um-vier-prozent-auf-101-millionen-gestiegen-fast-die-haelfte-aller-leiharbeitsverhaeltnisse-endet-den-ersten-3-monaten/)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 13:51:27 Mo. 05.März 2018
Zitat
5.3.18
Schwere Vorwürfe - Firma Frischpack bezieht Stellung

"Menschenverachtende Leiharbeit"

Tuntenhausen/Rosenheim - Bei der Firma Frischpack aus Tuntenhausen brodelt es. Eine ehemalige Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Firma und zieht vor Gericht.

Seit einiger Zeit hängt an der Staatsstraße in Kolbermoor ein Plakat, das auf einen Prozess gegen den Käsespezialist Frischpack in Tuntenhausen aufmerksam macht. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte uns die Geschäftsleitung mit, dass es bei der Sache um einen Arbeitsprozess gegen eine ehemalige Mitarbeiterin gehe, man aber nicht mehr zu der Sache sagen wolle. (...)
https://www.rosenheim24.de/rosenheim/mangfalltal/tuntenhausen-ort49796/tuntenhausenrosenheim-eine-ehemalige-betriebsraetin-fuehrt-einen-prozess-gegen-firma-frischpack-9665501.html (https://www.rosenheim24.de/rosenheim/mangfalltal/tuntenhausen-ort49796/tuntenhausenrosenheim-eine-ehemalige-betriebsraetin-fuehrt-einen-prozess-gegen-firma-frischpack-9665501.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 13:22:04 Mi. 21.März 2018
Staat und Wirtschaft Hand in Hand in Sachen Lohndrückerei und prekärer Arbeit.
Die Bundesagenter für Arbeit stärkt den Niedriglohnsektor und beliefert ihn mit Menschenmaterial.

Zitat
Fast jede zweite offene Vollzeitstelle ist Leiharbeit

Fast jede zweite bei Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldete Vollzeitstelle ist eine Anstellung in der Zeitarbeit.

Das geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Susanne Ferschl hervor.

Demnach waren im November des vergangenen Jahres 523.790 Vollzeitstellen offiziell gemeldet, 216.294 davon in der Arbeitnehmerüberlassung – das entspricht einem Anteil von 41,3 Prozent.

Von den offenen Stellen insgesamt – inklusive Teilzeit – befand sich etwa ein Drittel in der Leiharbeit, keine andere Branche kommt auf einen höheren Anteil. 33 Prozent aller Vermittlungen erfolgt in Leiharbeitsverhältnisse.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bekamen im Dezember 2016 zwei Drittel der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Leiharbeit einen Bruttolohn unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2.088 Euro monatlich. In der Gesamtwirtschaft waren es dagegen 20 Prozent.
http://www.pfalz-express.de/fast-jede-zweite-offene-vollzeitstelle-ist-leiharbeit/ (http://www.pfalz-express.de/fast-jede-zweite-offene-vollzeitstelle-ist-leiharbeit/)

Zitat
Arbeitsagenturen vermitteln jeden Dritten in die Leiharbeit

Die Bundesagentur für Arbeit vermittelte 2017 85.000 Menschen an Leiharbeitsfirmen. Die Grünen kritisieren die Praxis als unnachhaltig.


Düsseldorf.  Die Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt viele Arbeitslose in die Leiharbeit. 85.000 der insgesamt 260.000 Menschen, die 2017 von der BA in eine neue Stelle vermittelt wurden, nahmen eine Beschäftigung in der Zeitarbeitsbranche auf, wie die "Rheinische Post" (Mittwoch) berichtete. Das gehe aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor, die der Zeitung vorliegt.

Diese Vermittlungspraxis der Bundesagentur sei nicht nachhaltig, sagte die Grünen-Politikerin Beate Müller-Gemmeke der Zeitung. 317.000 Personen, die unmittelbar zuvor in der Leiharbeit beschäftigt waren, waren nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums anschließend sofort wieder arbeitslos.

47 Prozent der Zeitarbeitsjobs dauerten im ersten Halbjahr 2017 höchstens drei Monate, lediglich 24 Prozent ein Jahr oder länger, heißt es in der Regierungsantwort. "Es scheint, die schnelle Vermittlung in Leiharbeit steht immer noch im Mittelpunkt, obwohl die Menschen schnell wieder arbeitslos werden", kritisierte Müller-Gemmeke.
https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article213781389/Arbeitsagenturen-vermitteln-jeden-Dritten-in-die-Leiharbeit.html (https://www.abendblatt.de/wirtschaft/article213781389/Arbeitsagenturen-vermitteln-jeden-Dritten-in-die-Leiharbeit.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 22:03:20 Mi. 04.April 2018
Zitat
Knochenjob Leiharbeit (Audio)

In der Gastronomie können sich Studierende ohne große Vorkenntnisse ihren Lebensunterhalt verdienen. Immer mehr Betriebe greifen dabei auf sogenannte LeiharbeiterInnen von Agenturen zurück. Wer profitiert von dieser Entwicklung?
Ein Beitrag aus »Places and Voices«, der Hörfunksendung des Praxisseminars Hörfunk im Wintersemester 2017/2018
http://userpage.fu-berlin.de/melab/wordpress/?p=9544 (http://userpage.fu-berlin.de/melab/wordpress/?p=9544)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 19:00:29 Mi. 13.Juni 2018
Zitat
13.6.18
Mit einer Aktion vor den Toren des Mercedes Benz Werks in Rastatt hat die Gewerkschaft IG Metall gegen angeblich skandalöse Zustände beim Leiharbeitsvermittler Dekra protestiert.

Die rund 1.200 Beschäftigten der Dekra bei Mercedes Benz in Rastatt seien wiederholt Schikanen bis hin zu ungerechtfertigten Entlassungen ausgesetzt gewesen.

Über 120 Befragungen von Dekra-Mitarbeitern hat es seit Anfang des Jahres gegeben. Übereinstimmend hätten die Kollegen dabei von einem Klima der Angst berichtet, das bei der Dekra erzeugt werde.

DEKRA weisst Vorwürfe zurück

Arbeitsverträge seien manipuliert und Urlaubstage einfach ohne Begründung gestrichen worden, so die Gewerkschaft. In Krankheitsfällen seien Kollegen wiederholt abgemahnt und in Einzelfällen sogar entlassen worden.

Die Firma Dekra weist sämtliche Vorwürfe zurück, hat aber Gespräche mit der IG Metall angeboten. Mercedes Benz Rastatt will sich zu den konkreten Vorwürfen nicht äußern. Das Unternehmen hat aber eine Überprüfung zugesagt.
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/Im-Mercedes-Benz-Werk-Rastatt-Angebliche-Missstaende-bei-Leiharbeitsfirma,ig-metall-dekra-100.html (https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/Im-Mercedes-Benz-Werk-Rastatt-Angebliche-Missstaende-bei-Leiharbeitsfirma,ig-metall-dekra-100.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 13:13:35 Fr. 15.Juni 2018
Zitat
Merkel verteidigt Leiharbeit

"Als Flexibilitätsinstrument ist Leiharbeit wichtig und richtig", sagte Kanzlerin Merkel auf die Frage von Linken-Politiker Jan Korte im Bundestag. Dennoch müsse es das Ziel sein, dass möglichst viele Menschen dauerhaft beschäftigt werden.
mit sehenswertem Video: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/leiharbeit-merkel-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videos/leiharbeit-merkel-100.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 20:42:14 Mo. 10.September 2018
Zitat
10.9.18
Neue Rekord in der Leiharbeit
Anstieg um 43 Prozent binnen zehn Jahren

Die Zahl der Leiharbeitenden in Deutschland ist seit 2007 innerhalb von zehn Jahren um 43 Prozent gestiegen. Ende vergangenen Jahres waren 1.031.589 Menschen in dieser Beschäftigungsform tätig. Das waren fast 39.000 mehr als Ende 2016 und ein neuer Höchststand, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Ende 2007 hatte die Zahl der Leiharbeiter*innen noch bei 721.345 gelegen.

Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung lag damit Ende vergangenen Jahres bei 2,8 Prozent. In der Metallbearbeitung und im Lager- und Postbereich lag er mit 14,9, beziehungsweise 12,0 Prozent, deutlich höher. (...)
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1099960.prekaere-beschaeftigung-neue-rekord-in-der-leiharbeit.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1099960.prekaere-beschaeftigung-neue-rekord-in-der-leiharbeit.html)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 15:51:12 Mi. 12.September 2018
Das komplette Zahlenwerk aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums:

https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/PDF_Dokumente/20180831_Auswertung.Leiharbeit_einzelergebnisse_01.pdf (https://www.linksfraktion.de/fileadmin/user_upload/PDF_Dokumente/20180831_Auswertung.Leiharbeit_einzelergebnisse_01.pdf)

Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: counselor am 14:36:53 Sa. 15.September 2018
Zitat
Leiharbeiter: "Ich gehe auch mit Fieber zur Arbeit"

Leiharbeiter Nedim und seine Familie leben allein von seinem Gehalt: 2.400 Euro netto. Übrig bleibt am Ende des Monats nichts. Eine Festanstellung könnte das ändern.

Quelle: https://www.zeit.de/arbeit/2018-09/leiharbeiter-automobilbranche-festanstellung-montage-fliessband-einnahmen-ausgaben-kontoauszug (https://www.zeit.de/arbeit/2018-09/leiharbeiter-automobilbranche-festanstellung-montage-fliessband-einnahmen-ausgaben-kontoauszug)
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Onkel Tom am 11:59:00 Mo. 17.September 2018
Nicht zu ertragen, wie sich manche Leiharbeiter_innen  soo anbiedern müssen,
für die Hoffnung auf Festeinstellung. Weiter sorgt solch Verhalten auch für Unmut
bei den Kollegen und trägt subtil der Entsolidarisierung unter Arbeitskollegen bei..

Wer Fieber hat, sollte gefälligst seine Gesundheit wieder in Ordnung bringen, statt
sich aller Restenergie berauben zu lassen. Aber manche bemerken das Gebot
erst dann, wenn die ersten Herzkasper auftauchen..

"Hauptasche Arbeit"  >:(
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: CubanNecktie am 20:08:02 Di. 18.September 2018
Zum Kotzen auch die meisten Kommentatoren dieses Mal, hab nur die ersten Kommentar-Seiten gelesen und nur2-3 Leute haben das Arbeitengehen mit Fieber ebenfalls kritisiert oder das Punktesystem. Das einzig halbwegs Gute, 2400 netto sind nicht schlecht*, aber leiharbeit bleibt Leiharbeit und Knochenjob bleibt Knochenjob und Arbeit mit Fieber und ein merkwürdiges Belohnungssystem mit Punkten niederträchtig. Arbeit mit Fieber gehen, was kommt als nächstes? Arbeit trotz Schmerzen - und dann mit Tabletten und so?

 kotz

Ja, ein Herzkasper ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr - besonders wie hier bei körperlicher Arbeit. Aber selbst wenn es nur reine Denkarbeit wäre - es gibt immer noch ein Ansteckungsrisiko für andere und auch läßt die Konzentration nach. Ich würde jedenfalls kein Auto kaufen, bei dem Mitarbeiter evtl. was falsch gemacht haben - wegen schlechter Konzentration.

*im Vergleich zu den Festangestellten trotzdem schlecht ...
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 20:19:09 Di. 18.September 2018
was kommt als nächstes? Arbeit trotz Schmerzen - und dann mit Tabletten und so?
Soweit ich weiß, gibt es das schon.

Ich würde jedenfalls kein Auto kaufen, bei dem Mitarbeiter evtl. was falsch gemacht haben - wegen schlechter Konzentration.
Als Autokäufer erfährst du sowas doch eh erst hinterher.  :baby:
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: gefangen in der Optionsko am 06:26:44 Mi. 19.September 2018
Ich kann nur jedem raten, achtet auf die Gesundheit.
Denn ist sie erst einmal ruiniert, dann denken die meisten ganz anders.
Und da schliesse ich mich nicht aus.
Ich bin durch die Arbeit unheilbar krank geworden, da mein ehemaliger Chef die Arbeitssicherheit nicht so genau genommen hat.
Aus Angst die Stelle zu verlieren, habe ich dummerweise auch nie etwas dagegen unternommen.
Jetzt kämpfe ich zur Zeit um die EM-Rente, eine kleine Rente der BG bekomme ich schon.
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 10:35:29 Mi. 24.Oktober 2018
Passiert immer wieder in den Kommunen: eine Fraktion stellt einen Antrag auf Equal Pay für die an die Stadt verliehenen Leihsklaven, der dann meistens von der SPD abgelehnt wird. Aktuell mal aus Karlsruhe: Grüne stellen Antrag, SPD lehnt ab.
https://web3.karlsruhe.de/Gemeinderat/ris/bi/getfile.php?id=605560&type=do&
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: counselor am 16:06:09 Mi. 24.Oktober 2018
Da merkt man, was die SPD für eine Dreckspartei ist.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 20:59:45 Sa. 26.Januar 2019
Wenn Sklavenhändler mal wieder versuchen zu bescheißen:

Zitat
30.8.18
Meine Erfahrungen als Leiharbeiter
https://www.youtube.com/watch?v=LoQ_Hf8qP4E

Zitat
10.10.18
Spontanes Update zum Thema Leiharbeit
https://www.youtube.com/watch?v=aPXujWkMt2k
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 00:59:17 So. 27.Januar 2019
Zitat
Die Ausbeutung durch Leiharbeit hat System

Das Beschäftigungswachstum in der Leiharbeit hält unvermindert an. Das ist weder Zufall, noch Zeichen für eine bloß stellenweise missbräuchliche Nutzung der Arbeitnehmerüberlassung. Mindestens drei Anhaltspunkte sprechen für eine systematische Ausbeutung von Beschäftigten durch Leiharbeit.
weiterlesen:
https://www.blickpunkt-wiso.de/post/die-ausbeutung-durch-leiharbeit-hat-system--2184.html
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 08:50:40 So. 27.Januar 2019
Deshalb ist die Forderung der Gewerkschaften, gegen den "Mißbrauch" der Leiharbeit vorzugehen, grundfalsch. Es ist nur eine Ausrede, um nicht gegen die Leiharbeit selbst vorzugehen.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 20:50:15 Mi. 30.Januar 2019
Es gab einen Antrag innerhalb der DGB-Gewerkschaft verdi:

Keine Mitgliedschaft von Disponenten der Leiharbeitsfirmen in der Tarifkommission Leiharbeit !

So ging es aus:

Obigen Initiativantrag zur Leiharbeit schlug er (Vertreter der Antragskommission) zur Nichtbefassung vor. Als Mitglied der ABK gab er vor, den Beschluss zur Nichtbefassung nicht begründen zu brauchen.

Das entgegen den Beschlüssen aus dem Land Sachsen-Anhalt im Landesbezirk SAT agierende Gewerkschaftsmitglied ist CDU-Geschäftsführer eines Landkreises und kein Leiharbeiter.


Genauer hier: http://www.nojobfm.de/2019-01-18/2019-01-18_M.php?
Titel: Re:Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: tleary am 04:09:42 Do. 31.Januar 2019
Zitat
Merkel verteidigt Leiharbeit
"Als Flexibilitätsinstrument ist Leiharbeit wichtig und richtig", sagte Kanzlerin Merkel auf die Frage von Linken-Politiker Jan Korte im Bundestag. Dennoch müsse es das Ziel sein, dass möglichst viele Menschen dauerhaft beschäftigt werden.
Werden sie doch: Dauerhaft (= für den Rest ihres Erwerbslebens) in Leiharbeit beschäftigt.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: BGS am 06:28:40 Do. 31.Januar 2019
",,, dass möglichst viele Menschen dauerhaft beschäftigt werden. " hört sich anmassend und unverschämt an.

Sind wir alle zu dumm, uns selbst mit etwas besserem als Erwerbsarbeit zu "beschäftigen"?

Die meisten Politiker sind dauerend mit irgendetwas beschäftigt - nämlich mit sachgrundlosem Abkassieren auf Kosten der Allgemeinheit.

Der faule Proletarier fährt nun in den tiefgefrorenen Polarhafen, es gibt bei einem halben Meter Schnee noch viel mehr zu tun, als es die wenigen Mitarbeiter je schaffen könnten. Damit ich diese Plagen ernähre und den asozialen "Staat", die vollgefressenen Bankkaufleute und Immobilienmakler weiter am Leben halte.

Immerhin gibt man uns ja ein paar Brosamen, wuerg.

MfG

BGS
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 19:09:52 Mo. 04.März 2019
Zitat
Leiharbeit fehlen Arbeiter
Firmen wollen auf ausländische Mitarbeiter setzen
https://www.mz-web.de/wirtschaft/leiharbeit-fehlen-arbeiter-firmen-wollen-auf-auslaendische-mitarbeiter-setzen-32102522
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Tiefrot am 21:18:54 Di. 05.März 2019
Dann ginge es jetzt darum, die Ausländer aufzuklären.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: admin am 21:29:20 Di. 05.März 2019
Wir hatten uns mal daran gemacht, zur sogenannten "Flüchtlingswelle" Infos zusammenzustellen zur Arbeitswelt, zur deutschen Gesetzgebung und zu Möglichkeiten sich zu wehren. Wir hatten schon umnfangreiches Material zusammengestellt, das in verschiedene Sprachen übersetzt werden sollte. Da irgendwo ist das Projekt hängengeblieben und nie fertiggestellt worden.

Das heißt nicht, daß wir uns von dieser Idee verabschiedet haben.

Dein Vorschlag ist völlig richtig!
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Tiefrot am 21:48:06 Di. 05.März 2019
Ja, ich erinnere mich dunkel. Diese Sprachbarriere macht die Sache nicht einfach,
da es meines Wissens auch keine syrischen, arabischen und sonstige Muttersprachler gibt.
Und genau die könnten die besten Übersetzungen machen...
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: BGS am 06:34:39 Mi. 06.März 2019
Dann ginge es jetzt darum, die Ausländer aufzuklären.

... .

Von hier (Polarregion) würde inzwischen so gut wie Niemand mehr nach D. emigrieren, es hat sich herumgesprochen, wie es dort zugeht.
... .

MfG

BGS
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Kuddel am 13:29:48 Mi. 06.März 2019
... .

Von hier (Polarregion) würde inzwischen so gut wie Niemand mehr nach D. emigrieren, es hat sich herumgesprochen, wie es dort zugeht.
... .

MfG

BGS

Ich mag diese Unterteilung nach Nationalität nicht. Menschen suchen nach einem besseren Auskommen und einem besseren Leben. Das ist ein wichtiger Motor der Migration. Die wohl größte Migration hier ist wenig beachtet worden, weil sie eine Migration innerhalb des Landes war. Millionen migrierten von Ostdeutschland nach Westdeutschland, weil man da besser verdient.

Ich finde die Umkehrung eines Nationalismus (in Deutschland ist alles so scheiße, daß man das Land nur noch verlassen kann)  ebenso daneben und kontraproduktiv, wie den Nationalismus selbst (Deutschland über alles!).

In Skandinavien sieht man Deutschland als Billiglohland und beschuldigt Deutsche Arbeiter "Lohdrücker" zu sein. Das ist der gleiche Dreck, wie von hier aus gegen Polen oder Rumänen als "Lohndrücker" zu hetzten. Es gibt in Dänemark Speditionen, die entladen LKW nicht, wenn die Fahrer kein Dänisch sprechen. Deshalb besuchen deutsche Trucker Volkshochschulkuse um Dänisch zu lernen, damit sie Touren nach Dänemark fahren können.

Es gibt keine "guten" Staaten oder Nationalitäten. Alle Regierungen scheinen sich in einem Wettlauf ("race to the bottom") zu befinden, wie man Arbeitsbedingungen verschlechtert und soziale Absicherungen abbaut. Einige mögen da weiter voran sein, es geht aber bei allen in die gleiche Richtung.

Ungarn gilt in den Augen vieler als faschistisch, doch zur Zeit gibt es dort Streikwellen und Proteste, von denen können wir hier nur träumen.

Was uns fehlt ist eine Solidarität, die Grenzen überschreitet und keine Nationalität kennt.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: BGS am 21:04:58 Mi. 06.März 2019
Eine Solidarität, die Grenzen überschreitet und keine Nationalität kennt ist in der Tat ein gutes Ziel.

MfG

BGS
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 11:59:24 Di. 12.März 2019
Zitat
12.3.19
Junge Zeitarbeiter haben deutlich häufiger Arbeitsunfälle

Exklusive Studie der Berufsgenossenschaft: Leiharbeiter verunglücken besonders bei Helfertätigkeiten im Lager und an Maschinen viel häufiger. (...)
Insgesamt knapp 1,9 Millionen Zeitarbeiter waren im Jahr 2017 bei der versichert. Sie erlitten 76.000 Arbeitsunfälle und 13.600 Wegeunfälle, von denen insgesamt 26 tödlich endeten. (...)
Ein Problem ist aus Branchensicht allerdings, dass bei der Sicherheits-Einweisung nicht jedes Wort verstanden wird, weil mit der Zuwanderungswelle seit 2015 viele Flüchtlinge hinzu gekommen sind. Es komme in der Zeitarbeit „vergleichsweise öfter zu Arbeitsunfällen, da in dieser Branche überproportional viele Geringqualifizierte und Nicht-Muttersprachler beschäftigt sind“, sagte Sebastian Lazay dieser Redaktion, Präsident des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP).(...)
https://www.wr.de/wirtschaft/junge-zeitarbeiter-haben-deutlich-haeufiger-arbeitsunfaelle-id216641325.html

Verständnisprobleme und Geringqualifizierung sind also die Gründe für Arbeitsunfälle. Druck von allen Seiten spielt dann wohl für das BAP-Spatzenhirn keine Rolle.
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: counselor am 16:20:16 Di. 12.März 2019
Vollkommener Blödsinn von dem ZAF-Idioten. Entscheidend ist, wie der Arbeitsschutz im Betrieb umgesetzt wird und ob die Arbeitshetze es zuläßt, die Vorschriften einzuhalten. Ich arbeite zB in einer Großküche. Zur Zt. ist die Hälfte unseres Küchenteams ausgefallen, was zB bedeutet, dass man 75kg schwere Kartoffelsäcke alleine heben muss (anstatt zu zweit, wie bei Normalbesetzung).
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Rudolf Rocker am 17:27:40 Di. 12.März 2019
Zitat
...was zB bedeutet, dass man 75kg schwere Kartoffelsäcke alleine heben muss (anstatt zu zweit, wie bei Normalbesetzung).
Würde ich mich weigern! Das ist die Aufgabe des Arbeitgebers (oder seiner Vertretung durch das Personalmanagement) sicherzustellen, das solche Vorschriften eingehalten werden können. (z.B. durch ausreichende Personaldecke)

Lies Dir mal die Lastenhandhabungsverordnung durch: https://www.arbeitsrechte.de/lastenhandhabungsverordnung/

Die BG freut sich immer über entsprechende Hinweise!


Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: dagobert am 22:30:07 Di. 12.März 2019
Zitat
Ein Problem ist aus Branchensicht allerdings, dass bei der Sicherheits-Einweisung nicht jedes Wort verstanden wird, weil mit der Zuwanderungswelle seit 2015 viele Flüchtlinge hinzu gekommen sind. Es komme in der Zeitarbeit „vergleichsweise öfter zu Arbeitsunfällen, da in dieser Branche überproportional viele Geringqualifizierte und Nicht-Muttersprachler beschäftigt sind“, sagte Sebastian Lazay dieser Redaktion, Präsident des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP).(...)
Und warum sorgt diese ach so seriöse Branche dann nicht für entsprechende Übersetzungen oder organisiert Dolmetscher für die Einweisungen?
Titel: Re: Sklavenmarkt Österreich
Beitrag von: Fritz Linow am 22:20:34 Mi. 08.Mai 2019
Zitat
8.5.19
Leiharbeit boomt in Österreich

Die Zahl der Zeitarbeiter hat sich binnen 30 Jahren mehr als verzehnfacht. (...)
https://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/5624726/Leiharbeit-boomt-in-Oesterreich
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 16:00:32 Sa. 17.August 2019
Zitat
16.8.19
Siemens: Mehr Leiharbeiter trotz Stellenabbau

Obwohl 166 Stellen im Nürnberger Trafowerk von Siemens abgebaut werden sollen, will der Konzern zeitgleich wegen der vollen Auftragsbücher an dem Standort neue Leiharbeiter einstellen. Das Arbeitsgericht Nürnberg beschäftigt sich mit dem Fall.(...)
https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/siemens-mehr-leiharbeiter-trotz-stellenabbau,RZHMxVs
Titel: Re: Sklavenmarkt Deutschland
Beitrag von: Fritz Linow am 18:56:31 So. 15.September 2019
Zitat
8.9.19
Es sind schwere Vorwürfe, die Joseph Renè Samnick (52) aus Köln-Ehrenfeld gegen einen Arbeitskollegen erhebt. Während der Nachtschicht in der Firma Edelmann in Leverkusen ist es zu einem Streit zwischen dem Kölner Zeitarbeiter und einem Schichtleiter gekommen. Der Kameruner aus Ehrenfeld sagt: „Ich wurde rassistisch beleidigt und mit dem Tode bedroht.“ Jetzt ermittelt die Polizei. (...)
https://www.express.de/koeln/todesdrohungen--rassismus--koelner-zeitarbeiter-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-kollegen-33123196