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Handel & Dienstleistung => Transport & Verkehr => Schiffahrt => Thema gestartet von: Kuddel am 20:24:00 Do. 09.März 2017

Titel: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 20:24:00 Do. 09.März 2017
Tourismus
Pensionierter Kapitän prangert Missstände bei Kreuzfahrten an


Zusammen mit seiner Frau unternahm der Diplom-Nautiker früher viele Kreuzfahrten, bevor ihm die vielen Missstände auffielen: überfüllte Schiffe, Stundenlöhne von knapp über einem Euro, horrende Umweltschäden, fehlende Rettungsboote und geschickte Steuervermeidung der großen Konzerne. "Mehr als 30 Milliarden Euro Umsatz wurden im vergangenen Jahr mit Kreuzfahrten gemacht, der Markt wächst wie kaum ein anderer Tourismuszweig", sagte Gregor.

Trotz dieser horrenden Summen würden die Unternehmen aber kaum Steuern zahlen, sagt er. "Und während die Konzerne immense Gewinne verbuchen, kann die vornehmlich asiatische Besatzung auf dem Schiff kaum von ihrem Gehalt leben, da stimmt etwas nicht", sagte Gregor. Er sprach mit Besatzungsmitgliedern, Tourismusvertretern, Experten für maritime Sicherheit und führte eine Umfrage mit 250 Passagieren durch. Schließlich entschloss er sich, ein Enthüllungsbuch zu veröffentlichen: "Der Kreuzfahrtkomplex".

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/autor-etwas-ist-faul-auf-den-weltmeeren-1.3411317 (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/ebersberg/autor-etwas-ist-faul-auf-den-weltmeeren-1.3411317)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 22:29:52 Do. 09.März 2017
Anstatt am Chiemsee auf die Pissalpen zu blicken hätte der Fan der authentischen Seefahrt und aufmerksame Kritiker der Kreuzfahrtindustrie auch schon vor 20 Jahren mal morgens um 5 an den Kreuzfahrtanlegern vorbeiradeln können. Da kann man dann nämlich sehen, wie asiatische Menschentrauben mit Discountertüten still und heimlich die Kreuzfahrtschiffe verlassen und betreten, auf dass sie von den späteren Passagieren auf keinen Fall wahrgenommen werden können.

Ansonsten ist der anstehende Beginn der Kreuzfahrtsaison mal wieder Grund zur Freude in jeder Stadt am Meer: dämliches Touristenpack, Ausbeutung in der Gastronomie, Lokalpolitiker, die erzählen, wie wichtig das für uns alle ist und die letzten Scheißbaugenehmigungen für korruptes und verfilztes Gesindel genehmigen, maritim gekleidete Vollhonks und Segelfuzzis, Jobs, Jobs, Jobs, Lokalzeitungen, die tatsächlich An- und Abfahrt dieser stinkenden Touristenpestschaluppen ankündigen und und und. Ich würde mich nicht wundern, wenn Beschäftigte auf Schiffen, die sich auf hoher See wehren, einfach über Bord geworfen werden.
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: BGS am 22:56:38 Do. 09.März 2017
Vollkommen richtig, das Elend des Personal auf den "Kreuzfahrtschiffen" ist schon immer für jeden mit offenen Augen in Orten wie Kiel unübersehbar und ein Kapitän weiss natürlich von Berufs wegen, welche Schurkereien da schon immer abgehen.

Doch man will es gar nicht wissen. Mir persönlich ist ein Käptn aus HH bekannt, welcher schon immer gern mit der Holden auf "Kreuzfahrt" geht und ging und dies zu geniessen scheint. Mir absolut unverständlich, wenn man weiss, dass man auf Kosten moderner Sklaven es sich "dutgehen" lässt. Wie kann es einem da gut gehen?

MfG

BGS
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 20:05:04 Sa. 26.August 2017
Zitat
25.8.17
Flusskreuzfahrten laufen aus dem Ruder

Kreuzfahrten stehen bei Touristen hoch im Kurs. Doch ein Blick hinter die Kulissen der Branche offenbart die Schattenseiten des Erfolgs: zweifelhafte Arbeitsbedingungen, Rechtsverstöße und Steuerflucht.
(...)
Schiffsführer, die anonym bleiben wollen, berichten dem Bayerischen Rundfunk unabhängig voneinander über Missstände in der Branche. Ruhezeiten würden aufgrund von Personalmangel häufig nicht eingehalten. Bordbücher passe man an. Auch seien mitunter nur zwei, statt der oft vorgeschriebenen drei Schiffsführer an Bord. Fährt ein Schiff unter solchen Bedingungen 24 Stunden, steht jeder von ihnen geschätzte zwölf Stunden am Ruder. Unterbemannung nennt man das im Fachjargon. (...) Branchenkenner verweisen vor diesem Hintergrund darauf, dass die Reedereien versuchen, mit Methoden aus der Hochseeschifffahrt Gewinn zu machen. Demnach sei es kein Zufall, dass viele Schiffe unter Schweizer Flagge fahren: Basel und Baar gelten aufgrund niedriger Steuern und vergleichbar laxem Kündigungsrecht als beliebte Standorte bei großen Reedereien. Auch die Europa-Zentrale des amerikanischen Unternehmens Viking Cruises befindet sich in Basel. Konkurrent Scylla mit Schiffen wie der MS Swiss Pearl sitz seit kurzem in Baar.(...)
http://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/kreuzfahrten-bayern-fluesse-missstaende-arbeitsbedingungen-100.html (http://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/kreuzfahrten-bayern-fluesse-missstaende-arbeitsbedingungen-100.html)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 01:10:46 Mi. 04.April 2018
Zitat
2.4.
Das Geschäftsmodell der Billigkreuzfahrten
(...)
Am Pool bieten die Kellner den Passagieren farbenfrohe Cocktails direkt an den Sonnenliegen an. Ihr Gehalt hängt schließlich oft vom Umsatz und damit von der Konsumfreudigkeit der Passagiere ab. Vor allem auf amerikanischen Schiffen spielt das Trinkgeld außerdem eine erhebliche Rolle. Denn die Grundgehälter des Servicepersonals auf den Schiffen sind mickrig.
(...)
„Einen Tag frei gibt es nicht, wir haben sieben Tage die Woche gearbeitet. Auf Dauer ist das wirklich anstrengend.“
(...)
Die meisten Mitarbeiter im Service und unter Deck stammen aus Südostasien, ihre Löhne liegen weit unter europäischem Niveau. Bei Tui kommen sie laut Unternehmensangaben auf etwa 900 Dollar im Monat. Laut internationalem Seearbeitsrecht dürfen die Mitarbeiter 300 Stunden im Monat arbeiten, die auch pauschal abgegolten werden. Macht einen Stundenlohn von drei Dollar.
(...)
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/steuern-sparen-mitarbeiter-ausnutzen-das-geschaeftsmodell-der-billigkreuzfahrten/21133360-all.html (https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/steuern-sparen-mitarbeiter-ausnutzen-das-geschaeftsmodell-der-billigkreuzfahrten/21133360-all.html)

Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 15:51:54 Mo. 21.Mai 2018
Zitat
Kreuzfahrten in der Kritik
Schadstoffe und Ausbeutung

Immer mehr Kreuzfahrtschiffe laufen Kiel an. Aber die weißen Riesen bringen schlechte Luft und eine volle Innenstadt. In der Stadt formiert sich Protest.

...
Das Bündnis „Kreuzfahrt nirgendwo“ hat zu dem Treffen eingeladen.

Die Gruppe will auf die Schattenseiten des angeblichen Traumurlaubs hinweisen, vor allem auf die Umweltbelastung, die zusammen mit der Kreuzfahrtindustrie immer größer wird, gerade in Kiel: Der „Port of Kiel“ brüstet sich damit, der drittgrößte „Reisewechselhafen in Nordeuropa“ zu sein.

Und der Markt wächst weiter. 166 „Anläufe“, also Landungen der weißen Riesen, sind für 2018 geplant – ein Rekord. Der Höhepunkt der Kreuzfahrtsaison wird die Kieler Woche vom 16. bis 24. Juni: 14 Luxusliner werden zum größten Seglerfest der Welt erwartet, allesamt mit Dieselmotoren statt Segeln.
...
Auf ihren Flugblättern weist „Kreuzfahrt nirgendwo“ auf die zahlreichen Probleme hin, die im Gefolge der Riesenschiffe schwimmen: Umweltbelastung und gesundheitliche Probleme durch das Verbrennen von Schweröl, oft miserable Löhne für das Personal und große Belastung und wenig Gewinn für die Häfen, in denen die Schiffe festmachen.
...
Dass Widerstand den Kreuzfahrttourismus einschränken kann, bewies die Bevölkerung von Venedig, die per Bürgerentscheid im November 2017 verbot, dass die Riesenschiffe so dicht wie zuvor an die Stadt heranfahren. „Das könnte ich mir für Kiel auch vorstellen“, sagt Lange. Zunächst aber will die Gruppe weiterwachsen.
http://www.taz.de/ (http://www.taz.de/)!5502836/
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: NachbarArsch am 09:07:33 Mi. 23.Mai 2018
Vor circa nen Monat gab es in Kiel auch mal Proteste dazu. Ist ja auch echt ne Plage wie das mit den Kreuzfahrtschiffen zunimmt. Kritisiert wurde die Umweltverschmutzung und Ausbeutung auf diesen Schiffen. Das mit der Umweltverschmutzung und dadurch auch Gesundheitsrisiken hat wohl fast jeder verstanden, gab wohl auch viel Zustimmung. Die Ausbeutung haben die Leute nicht so ganz verstanden. Ausbeuten lässt sich ja jeder und daher voll normal und ok.... Manchmal kommt es mir leichter vor für Tiere zu kämpfen als für Menschen.

http://www.kn-online.de/Kiel/Ankunft-der-Kreuzfahrer-loest-nicht-bei-jedem-Begeisterung-aus (http://www.kn-online.de/Kiel/Ankunft-der-Kreuzfahrer-loest-nicht-bei-jedem-Begeisterung-aus)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 06:33:15 Sa. 02.Juni 2018
Die Ausbeutung haben die Leute nicht so ganz verstanden.

Vielleicht sollte man das als Herausfordung nehmen und genau da ansetzen. Es würde Sinn machen, sich mit der Initiative zu treffen und darüber zu diskutieren. Bei künftigen Aktionen, Flugblättern und Pressetexten kann genau dieses Thema näher erläutert werden.
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 19:52:31 Mi. 13.Juni 2018
(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2018/04/meinSchiff1ganz-300x212.jpg)

http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/aktuelles/ (http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/aktuelles/)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 15:41:19 Do. 05.Juli 2018
Zitat
5.7.18
Auf Flusskreuzfahrtschiffen weiterhin gravierende Mängel entdeckt

Endlose Arbeitstage, Hungerlöhne, Ausbeutung - Recherchen des Bayerischen Rundfunks zeigen, dass dies Alltag zu sein scheint auf bayerischen Flusskreuzfahrtschiffen. Die Ermittler stießen bei Kontrollen erneut auf gravierende Mängel.

Auf Flusskreuzfahrtschiffen, die auf der bayerischen Donau unterwegs sind, arbeitet Bordpersonal reihenweise zu Hungerlöhnen. Teilweise liegt der Stundenlohn für die Beschäftigten unter zwei Euro. Auf derartige Fälle sind bayerische Ermittler jüngst bei einer Kontrolle in Passau gestoßen.
(...)
https://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/auf-flusskreuzfahrtschiffen-weiterhin-gravierende-maengel-entdeckt-100.html (https://www.br.de/nachrichten/niederbayern/inhalt/auf-flusskreuzfahrtschiffen-weiterhin-gravierende-maengel-entdeckt-100.html)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 12:32:29 Do. 19.Juli 2018
Zitat
Die schuftenden Phantome der Meyer Werft

In Papenburg werden Kreuzfahrtschiffe mit Fremdfirmen und einem Heer von Billiglöhnern gebaut. Nun ermitteln Staatsanwälte wegen Lohnbetrugs.
http://www.spiegel.de/plus/meyer-werft-schuftende-phantome-a-00000000-0002-0001-0000-000158383176 (http://www.spiegel.de/plus/meyer-werft-schuftende-phantome-a-00000000-0002-0001-0000-000158383176)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 12:53:47 Do. 19.Juli 2018
Zitat
Ausbeutung unter Deck auf Flusskreuzfahrtschiffen

Menschenhandel in großem Stil in Passau? Was unglaublich klingt, ist laut eines Kriminalbeamten auf Flusskreuzfahrtschiffen seit Jahren gängige Praxis – auch in Bayern. Denn die Beschäftigten an Bord von auswärtigen Schiffen verdienen oft weit unter dem Mindestlohn, wie Kontrollen des Landeskriminalamts immer wieder zeigen. Die betroffenen Reedereien aber dafür zu belangen ist schwierig, denn die Gesetzeslage ist komplex.


Bei Kontrollen dreier Schiffe im Mai in Passau, über die zuerst der Bayerische Rundfunk berichtet hatte, trafen Beamte auf zwei der Schiffe Angestellte im Hotelbereich an, die für einen Hungerlohn arbeiten. Für 280 Stunden Arbeit im Monat verdienten sie 800 Euro brutto. Das sind nicht einmal 2,86 Euro brutto in der Stunde, also nur ein Drittel des gesetzlichen Mindestlohns von 8,84 Euro. Davon wurden ihnen noch 300 Euro für Kost und Logis abgezogen.

Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung ist eine Straftat. Bereits im Jahr 2009 berichtete die PNP unter dem Titel "Luxus an Bord, Sklaverei unter Deck" über Missstände auf den Schiffen. "Seitdem hat sich nicht viel geändert", sagt Hubert Griepe, der sich im Landeskriminalamt seit elf Jahren auf das Thema spezialisiert hat. "Das stimmt traurig. Wenn’s ums Geld geht, sind die Herrschaften nicht zu halten. Die Flusskreuzfahrt ist ein boomendes Geschäft mit maximaler Gewinnerwartung."

Auf PNP-Anfrage erklärte Daniel Buchmüller, Präsident der Interessengemeinschaft RiverCruise, die nach eigenen Angaben 70 Prozent der Flusskreuzfahrtschiffe in Europa vertritt: "Derartige Missstände sind dem Verband nicht bekannt. Der Verband setzt sich dafür ein, dass Regeln und Gesetze von den Mitgliedern eingehalten werden." Dabei ist die Ausbeutung der Arbeitskräfte laut Griepe keine Einzelerscheinung, sondern gängige Praxis.
https://www.pnp.de/lokales/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/3004986_Ausbeutung-unter-Deck-auf-Flusskreuzfahrtschiffen.html (https://www.pnp.de/lokales/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/3004986_Ausbeutung-unter-Deck-auf-Flusskreuzfahrtschiffen.html)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 17:45:59 Di. 14.August 2018
Zitat
13.8.18
Harter Alltag auf dem Kreuzfahrtschiff

Kreuzfahrtunternehmen locken mit Schnäppchenpreisen, doch wie sind solche Preise möglich? Es herrschen fragwürdige Arbeitsbedingungen an Bord. Viele Mitarbeiter haben einen harten Alltag auf den Schiffen. (8 min)
https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/kreuzfahrtschiff-arbeitsbedingungen-100.html (https://www.zdf.de/verbraucher/wiso/kreuzfahrtschiff-arbeitsbedingungen-100.html)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: NachbarArsch am 18:29:14 Di. 14.August 2018
Danke...
die AIDA is ja auch öfter mal in Kiel....

Bei den Angeboten am Anfang steht der Preis pro Woche p. P. incl. Tringelder.
Wie läuft das? zahlen die Reeder ne Prämie nach Kundenbewertung? was soll das heisen...Und durfen die weitere Trinkgelder annehmen?
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 19:17:46 Di. 14.August 2018
Diese Doku zum Thema ist schonmal vor 6 Jahren irgendwo im Forum verlinkt worden:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=RGJ2jTulxYE#)

Immernoch sehenswert!
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 19:25:45 Di. 14.August 2018
(...)
Bei den Angeboten am Anfang steht der Preis pro Woche p. P. incl. Tringelder.
Wie läuft das? zahlen die Reeder ne Prämie nach Kundenbewertung? was soll das heisen...Und durfen die weitere Trinkgelder annehmen?

Bei den Trinkgeldern handelt es sich wohl um zusätzliche versteckte Servicekosten, die an Bord entstehen. Je nach Reederei und Land ist es unterschiedlich, ob es inklusive oder zuzüglich zum Gesamtpreis angegeben werden muss.

Zitat
Eine Kreuzfahrt hat in Sachen Trinkgeld ihre Tücken. Denn nicht immer ist es automatisch im Reisepreis enthalten, und jede Reederei hat in Sachen Trinkgeld ihre eigenen Regeln. Ein Überblick.
https://www.travelbook.de/reisen/kreuzfahrten/damit-muessen-sie-rechnen-trinkgeld-knigge-fuer-kreuzfahrten (https://www.travelbook.de/reisen/kreuzfahrten/damit-muessen-sie-rechnen-trinkgeld-knigge-fuer-kreuzfahrten)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 12:47:52 Sa. 25.August 2018
Zitat
Passau will Ausbeutung auf Kreuzfahrtschiffen bekämpfen

Werden die Mitarbeiter weiter mit Schandlöhnen abgespeist, soll den Flussdampfern künftig das Anlegen untersagt werden


Die Stadt Passau hat ein gemeinsames Vorgehen der Donaustädte gegen die Umgehung des Mindestlohns auf Kreuzfahrtschiffen angeregt. Beim jährlichen Treffen der Oberbürgermeister und Bürgermeister der Donaustädte von Linz bis Regensburg erklärte der Delegationsleiter der Drei-Flüsse-Stadt, Zweiter Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP), dass im Passauer Rathaus gerade geprüft werde, wie ausbeuterische Arbeitsverhältnisse auf Kreuzfahrtschiffen auch dann verhindert werden können, wenn diese unter ausländischer Flagge fahren. Der Passauer Bürgermeister kündigte an, das Ergebnis der Prüfung an die Mitgliedsgemeinden der Wirtschaftsregion Donaustädte zur Bewertung weiterzuleiten. Ein gemeinsames Vorgehen wäre am wirkungsvollsten.

Erkenntnisse des Landeskriminalamts


Anlass der juristischen Prüfung im Passauer Rathaus sind Erkenntnisse des bayerischen Landeskriminalamtes, dass im Mai auf zwei von drei untersuchten Schiffen, Menschen im Hotelbereich für einen Skandallohn von 2,86 Euro brutto pro Stunde schuften mussten, worüber zuerst die Passauer Neue Presse berichtet hatte. „Diese Ausbeutung unter Deck dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen“, fordert Mangold.

„Wenn es rechtlich möglich ist, sollten die Ländeordnungen so geändert werden, dass auch unter ausländischer Flagge fahrende Schiffe den Mindestlohn einhalten müssen oder andernfalls das Anlegen verweigert wird. Der Grundsatz der Bayerischen Verfassung, dass man von jeder ehrlichen Arbeit leben können muss, darf sich nirgendwo in Luft auflösen“, fordert Mangold.
https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kommunales/detailansicht-kommunales/artikel/passau-will-ausbeutung-auf-kreuzfahrtschiffen-bekaempfen.html (https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kommunales/detailansicht-kommunales/artikel/passau-will-ausbeutung-auf-kreuzfahrtschiffen-bekaempfen.html)
Titel: Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: counselor am 16:33:11 Mo. 26.November 2018
Zitat
Kreuzfahrtgesellschaft muss wegen Luftverschmutzung 100.000 Euro Strafe zahlen

Das britische Unternehmen P&O Cruises und der Kapitän ihres Ozeandampfers "Azura" wurden wegen Luftverschmutzung verurteilt.

Quelle: https://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5536350/Kreuzfahrtgesellschaft-muss-wegen-Luftverschmutzung-100000-Euro
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 09:08:19 Mo. 08.April 2019
Zitat
Kreuzfahrtschiff-Mitarbeiter deckt auf:
"Leider durften wir die Gäste nicht schlagen"
https://www.merkur.de/reise/kreuzfahrtschiff-mitarbeiter-deckt-auf-leider-durften-gaeste-nicht-schlagen-zr-12107702.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 09:17:18 Mo. 08.April 2019
Zitat
Proteste bei der TUI-AktionärInnen-Versammlung
Publiziert am 19. Februar 2019 von nemo

Am 12.02. protestierten AktivistInnen der Kieler „Initiative gegen Kreuzfahrt“ mit einer Kletter-Aktion vor der TUI AktionärInnen-Versammlung in Hannover. Die AktivistInnen hängten dazu ein Transparent mit der Aufschrift „Kreuzfahrtschiffe (k)entern – gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung“ an Laternen vor dem Gebäude auf.

(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2019/02/TUI_Proteste1.jpg)

Auf der AktionärInnen-Versammlung selbst waren die AktivistInnen mit Reden und Anträgen präsent. Zusammen mit den Kritischen AktionärInnen wurden Anträge gegen die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates gestellt. Die TUI AG wirbt zwar mit Nachhaltigkeit, aber weiteres Wachstum der Kreuzfahrt-Branche ist mit Klimagerechtigkeit einfach nicht vereinbar. Alleine im letzten Jahr sind die CO2-Emissionen der TUI Kreuzfahrten um 25,23 % gestiegen. Paula Lange von der Initiative gegen Kreuzfahrt sagt dazu: „Geworben wird mit der Verwendung von Glasflaschen und Abfallreduktion, aber angesichts der ausgestoßen Schadstoffe und der CO2-Emissionen wirkt das wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2019/02/TUI_Proteste2.jpg)

Auch die Arbeitsbedingungen für das Servicepersonal auf den Schiffen sind mies. Es gelten nämlich die Arbeitsbedingungen des Landes, in dem das Schiff angemeldet ist. (Sogenanntes Flaggenstaat-Prinzip) Die Arbeitszeiten sind deutlich zu lang, Überstunden die Regel und Lohn mit teilweise nur 1 bis 2 € die Stunde ist deutlich zu niedrig. Die Aktivisting Susanne Wexler ergänzt: „Urlaub sollte nicht auf der Ausbeutung von Mensch und Umwelt basieren!“

Um gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung in der Kreuzfahrt vor zu gehen haben AktivistInnen im Frühjahr 2018 die Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe in Kiel gegründet. Die Initiative möchte das Wachstum der Kreuzfahrt-Industrie ausbremsen und umkehren. Auch in anderen Städten gibt es Widerstand gegen Kreuzfahrtschiffe. In Venedig (Italien) ist es sogar gelungen, die Schiffe aus der Innenstadt zu vertreiben. Dort hatte der Wellengang der Schiffe die Fundamente der Stadt massiv beschädigt.


Zitat
Kundgebung „Kreuzfahrt? Nein, danke!“ provoziert Hafenmitarbeiter*innen
Publiziert am 8. April 2019 von nemo

Die Kreuzfahrt-Saison in Kiel beginnt – da darf Protest gegen die stinkenden Pötte nicht fehlen. Heute haben wir zeitgleich zum Anlegen des ersten Schiffes eine Kundgebung veranstaltet und damit die „Port of Kiel“-Mitarbeiter*innen gehörig verärgert.

(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2019/04/IMG_2031-1024x683.jpg)

Gegen 9 Uhr versammelten wir uns mit 30 Personen am angemeldeten Kundgebungsort. Wir waren direkt dort, wo die Passagier*innen vom Schiff in die Busse verfrachtet wurden und haben Flyer verteilt. Nach kurzer Zeit kam ein Security und versuchte uns dort zu verscheuchen. Wir haben ihm dann erklärt, dass das Ordnungsamt und nicht er, über unseren Versammlungsort zu entscheiden hat. Kurze Zeit später hatte er sich dann 20 Polizist*innen zur Verstärkung geholt, die uns zum anderen Ende des Terminals begleitet haben. Anscheinend hatte die Versammlungsbehörde Auflagen erlassen, aber versäumt uns dies rechtzeitig mit zu teilen.

(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2019/04/IMG_2053-1024x683.jpg)

Auch auch auf der Fläche, die uns die Ordnungsbehörden zugewiesen haben konnten wir die Versammlung nicht ungestört fortsetzen. Erst versuchte die Polizei zwei Menschen – unter anderem der Versammlungsleitung – einen Platzverweis zu erteilen. Nach längerer Diskussion stellten sie dann aber selber fest, dass das rechtlich nicht so schlau ist. Die neue Strategie bestand dann darin, dass ein „Port of Kiel“-Mitarbeiter vehement darauf bestand, dass sein Hausrecht über unserem Versammlungsrecht steht und er somit die ganze Versammlung vom Platz entfernen darf. Die Polizei unterstützte ihn dabei und nach längerer Diskussion zogen wir dann ein zweites Mal um, diesmal auf den Bürgersteig direkt an der Straße. Dieses Verhalten der Polizei und des Seehafens ist eine Verletzung unserer Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, offensichtlich hatte die Polizei keinerlei Ahnung vom Versammlungsrecht.


(http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/files/2019/04/IMG_2061-1024x683.jpg)

All das zeigt, dass selbst kleine Proteste dem Kreuzfahrt-Unternehmen ein ziemlicher Dorn im Auge sind. Diese sind auf das gute Image ihrer Schiffe angewiesen und wenn das erstmal angekratzt ist…

Eigentlich sollte die Saison schon eine Woche früher los gehen. Das erste angekündigte Schiff, die „Viking Sky“, geriet jedoch in einen Sturm bei Norwegen in Seenot und musste deshalb die Fahrt absagen. Natürlich wünschen wir keinem ein Schiffsunglück, aber wir freuen uns über jedes Kreuzfahrtschiff weniger. Denn Kiel ist jetzt schon überlastet mit Schiffen und Passagier*innen: 2018 waren es knapp 600.000 auf 170 Schiffen. Das wird sich in diesem Jahr noch steigern. Bisher sind knapp 180 Schiffe angemeldet. Und gerade wird sogar noch ein weiteres Terminal gebaut, welches 2019 fertig gestellt werden soll.

Wir bleiben dabei: Jedes Schiff ist eines zu viel! Es gibt keine saubere Kreuzfahrt!
http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/2019/04/08/kundgebung-kreuzfahrt-nein-danke-provoziert-hafenmitarbeiterinnen/
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 10:00:04 Mo. 08.April 2019
In der Kieler Bäckerblume wird der Protest erwartungsgemäß mit keiner Silbe erwähnt:
http://www.kn-online.de/Kiel/Aidacara-eroeffnet-in-Kiel-die-Saison-der-Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrt ist fast schon so ein heiliger Gral wie die Rüstungsindustrie.
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 10:16:59 Mo. 08.April 2019
Gerade auf dem Blog Kreuzfahrtschiffe (k)entern gefunden:

Zitat
Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen sind schlecht. Fast alle dort Arbeitenden sind über Subunternehmen angestellt. Es gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen und für viele Hilfsjobs liegt der Stundenlohn teilweise bei nur 2 Euro, je nach Unternehmen. Wie überall in der Seefahrt gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen der Flaggenstaaten und es gibt nur wenig Kontrollen, was in langen Arbeitszeiten und wenig Pausen resultiert.

Eine satirische Rede gespickt mit wahren Fakten  wurde dazu im Februar 2017 auf der Hauptversammlung der TUI gehalten:

Zitat
    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitaktionäre,

    es freut mich sehr heute hier sein zu können, zunächst einen großen Dank für unseren Vorstand, der uns alle im vergangenen Geschäftsjahr durch fette Gewinne mit der Kreuzfahrtsparte glücklich gemacht hat. Aber ganz ohne Verbesserungsvorschläge geht es halt nicht.

    Im Bereich der von Angestellten zu leistenden Arbeit wurde viel bewegt. 2,40 Euro die Stunde für eine Restaurantfachkraft und im Arbeitsvertrag festgehaltenen Zwang zu lächeln sind gute Ansätze. Über Modelverträge statt Arbeitsverträge ließen sich auch noch Gewicht und Körpermaße vertraglich festhalten. In den Bereichen ohne Publikumsverkehr könnten Straftäter zur „Resozialisierung“ eingesetzt werden und dass für gerade mal 80 Cent die Stunde.

    Auch die Arbeitszeiten lassen sich sicherlich von 7 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag auf 7 Tage mit 18 Stunden am Tag steigern. Was in China möglich ist, scheint mir für die hohe See erst recht möglich.

    Nicht nur auf See ist eine Gewinnmaximierung möglich. Allein in der BRD gibt es über 10.000 Angestellte. Da muss doch mittels Digitalisierung und Outsourcing mehr möglich sein. Ein Angestellter in Deutschland auf 10.000 Kunden muss doch möglich sein. So könnten bis zu 9000 Stellen eingespart werden.

    Zu guter Letzt das leidige Thema Steuern: 2014 wurden noch 44.000 Euro Steuern in der Kreuzfahrtsparte an die Bundesrepublik gezahlt. Sorgen Sie dafür, dass im nächsten Jahresabschlussbericht dort eine fette Null steht. Was mein Steuerberater für mich erledigt, muss für einen innovativen, kreativen, leistungswilligen und kreativen Konzern wie TUI doch auch zu schaffen sein!

Einen lesenswerten Artikel zum Lohngefälle auf Kreuzfahrtschiffen, den Niedriglohnbedingungen unter Deck und den Ausflaggungen veröffentlichte die ZEIT 2016. http://www.zeit.de/2016/35/kreuzfahrtschiffe-flaggen-ausland-steuern-loehne-mitarbeiter
http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/hintergrund/arbeitsbedingungen/
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 15:34:58 Mo. 06.Mai 2019
Die Lokalpresse schlackert sich einen:
Zitat
6.5.19
Wie viele Kreuzfahrer verträgt Kiel?

Nach der Ankündigung der Reederei MSC, verstärkt große Schiffe nach Kiel zu schicken, gibt es Streit um die Frage, wie viele Kreuzfahrer die Landeshauptstadt verträgt. Einige begrüßen den Hafenboom, andere warnen vor den Folgen des Massentourismus.
https://www.kn-online.de/Kiel/Massentourismus-Wie-viele-Kreuzfahrer-vertraegt-Kiel

Zitat
Die heutigen Kreuzfahrer sind wesentlich gesitteter unterwegs. Und sie bescheren im Gegensatz zu den Butterfahrern der Stadt und dem Umland einigen Umsatz. Untersuchungen zeigen, dass die Passagiere und Crewmitglieder der Kreuzfahrtschiffe 15 Millionen Euro pro Jahr in Kiel ausgeben.
https://www.kn-online.de/Mehr/Meinungen/Frank-Behling-zum-Kreuzfahrer-Boom-Fuer-Kiel-zahlt-s-sich-aus

Sechs Monate zuvor wurde berichtet:

Zitat
Effekte der Touristen auf lokale Wirtschaft ist gering

Johannes Hartwig vom Kieler Wirtschaftsministerium bestätigte das Argument der Kreuzfahrtkritiker, dass der Effekt für die lokale Wirtschaft marginal sei. Die rund 500.000 Gäste, die zuletzt pro Saison in Kiel an Land gingen, würden für lediglich 0,1 Prozent der Wertschöpfung an der Förde sorgen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Kreuzfahrtdebatte-in-Kiel-Nur-im-Ziel-sind-sie-sich-einig

Zu den Arbeitsbedingungen bei MSC heißt es unter anderem:

MSC bucht 7 EUR pro Tag/pro Person von der Kreditkarte ab, angeblich für Trinkgeld. Ich habe mich viel mit dem Personal unterhalten und alle haben mir unabhängig voneinander bestätigt, dass sie davon nichts sehen!

https://www.holidaycheck.de/kreuzfahrten/bewertung-msc-orchestra-arbeitsbedingungen-schockierend/d0a84858-b0ab-4a79-be77-8ad6569e2706

Es regt sich Protest:

Am Donnerstag, 09.05. um 16 Uhr ist unsere nächste Kundgebung am Ostseeterminal ab 16 Uhr (Straßenecke: Wall/ Prinzengarten). Diesmal liegt die „Queen Victoria“ im Hafen. Wenn ihr schon früher Zeit habt, kommt gerne ab 14 Uhr zum Flyer verteilen.

Kreuzfahrten boomen weltweit, die Auftragsbücher für neue Kreuzfahrtschiffe sind auf 10 Jahre hinaus voll, 2016 waren mehr als die Hälfte der in Auftrag gegebenen Schiffe Kreuzfahrtschiffe. Jedes Jahr nutzen mehr Menschen das immer billiger werdende Angebot, so stieg von 2005 bis 2015 stieg der Umsatz der Reedereien von 1,2 Mrd auf 2,9 Mrd Euro, allein auf dem deutschen Markt. Für uns ist das Grund genug, die Schattenseiten der Kreuzfahrtindustrie näher zu beleuchten – denn der billige Urlaub ist verbunden mit Umweltzerstörungen, Ausbeutung und Sicherheitsrisiken. So treibt die Kreuzfahrtschifffahrt nicht nur den Klimawandel voran, sondern zerstört auch die Reisegebiete wie die Fjorde in Norwegen oder die Lagune in Venedig. Gleichzeitig arbeiten Tausende auf dem Schiff für einen angenehmen Urlaub und verdienen teilweise nur 2 Euro die Stunde. Wir finden so darf Urlaub nicht aussehen und werden deshalb dagegen aktiv.

http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/

Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 12:02:50 Do. 09.Mai 2019
Zitat
30.4.19
Die rücksichtslose Expansion der Kreuzschifffahrt

Die Kreuzfahrtbranche frohlockt: 2,23 Millionen Deutsche sind 2018 auf Kreuzfahrt gegangen, mehr als jemals zuvor. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von drei Prozent. Weltweit sind es mehr als 28 Millionen Passagiere. Der langfristige Trend stimmt noch euphorischer: Vor 20 Jahren machten "im deutschen Quellmarkt", wie es im Fachjargon heißt, gerade mal 300.000 Passagiere eine Kreuzfahrt. Für die kommenden zehn Jahre haben Reedereien weltweit Dutzende weitere Kreuzfahrtschiffe bestellt.(...)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Die-ruecksichtslose-Expansion-der-Kreuzschifffahrt,kreuzfahrtschiffe214.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 08:37:45 Di. 04.Juni 2019
Endlich werden Zweifel an der Unsitte der Kreuzfahrten an breiterer Front laut.
Leider liegt der Fokus zumeist auf den ökologischen Folgen, die Menschen, die auf dem Schiff arbeiten, vergißt man.

Zitat
Kreuzfahrtschiff-Unfall in Venedig
"Schiffe außer Kontrolle"

In Venedig kollidierte am Sonntag ein riesiges Kreuzfahrtschiff mit einem Touristenboot. Jetzt ist ein alter Streit neu entbrannt: Wie viel Kreuzfahrt verträgt Venedig?
https://www.spiegel.de/reise/aktuell/venedig-debatte-nach-kollision-eines-kreuzfahrtschiffs-mit-einem-touristenboot-a-1270615.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 09:45:59 So. 09.Juni 2019
Zitat
Kreuzfahrtschiffe: In Venedig wächst die Wut

Die Bewohner von Venedig haben genug: Tausende haben am Samstag gegen den Kreuzfahrttourismus protestiert. Die Giganten sollen verschwinden, fordern sie.


(https://www.zdf.de/assets/venedig-120~1280x720?cb=1560005521378)
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/tausende-demonstrieren-in-venedig-gegen-kreuzfahrttourismus-100.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 16:06:03 So. 09.Juni 2019
(https://abload.de/img/schiff2vdkb5.png) (https://abload.de/image.php?img=schiff2vdkb5.png)

Zitat
9.6.19
Momentan blockieren etwa 50 Aktivist*innen der Gruppe „Smash Cruiseshit“ in Booten und mit Kletterausrüstung das Auslaufen des Kreuzfahrt­schiffs „Zuiderdam“ aus dem Kieler Hafen und greifen damit direkt in das boomende Geschäft ein. Mit verschiedenen Ruderbooten und mit Kletterausrüstung auf den Tauen des Schiffes sowie auf dem Baukran für einen Terminal-Neubau (mit dem noch mehr Kreuzfahrten ermöglicht werden sollen) verbreiten sie die Botschaft, dass Kreuzfahrten nicht länger toleriert werden.(...)
https://tkkg.noblogs.org/post/2019/06/09/kreuzfahrtschiff-zuiderdam-in-kiel-blockiert-fuer-urlaub-ohne-ausbeutung-und-umweltzerstoerung-2/#more-579

(https://abload.de/img/schiff145jyw.png) (https://abload.de/image.php?img=schiff145jyw.png)
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 09:48:16 Mo. 10.Juni 2019
Zitat
Klimaktivisten blockieren Kreuzfahrtschiff

Die Gruppe "Smash Cruiseshit" hat in Kiel die "Zuiderdam" am Auslaufen gehindert. Die Aktivisten protestierten gegen Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Besatzungen.


(https://img.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-06/klima-kreuzfahrt-zuiderdam/wide__820x461__desktop)

...Mit der Aktion wollten die Aktivisten auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen auf den Schiffen aufmerksam machen.

Die Blockierer wurden durch Polizisten, Feuerwehr und Rettungskräfte vom Schiff und vom Baukran entfernt und in Gewahrsam genommen.

Das Kreuzfahrtschiff legte schließlich um 21.50 Uhr mit knapp sechsstündiger Verspätung ab und machte sich auf die Fahrt nach Kopenhagen. Begleitet wurde die Zuiderdam dabei zunächst von mehreren Booten der Wasserschutzpolizei. ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-06/klima-umwelt-protest-kreuzfahrtschiff-zuiderdam

Hervorragend!
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 13:52:10 Mi. 12.Juni 2019
Es macht Schule...
Zitat
Mallorca:
Proteste gegen Kreuzfahrtschiffe

Palma de Mallorca weist nach Barcelona die höchste durch Kreuzfahrtschiffe verursachte Luftverschmutzung Europas auf. Auf der Ferieninsel wächst der Widerstand gegen den Tourismus.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/spanische-ferieninsel-mallorca-proteste-gegen-kreuzfahrttourismus-100.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 21:16:00 Do. 13.Juni 2019
Zitat
12.06.2019
Boom auf Kosten der Besatzung: Die Kreuzfahrtbranche kämpft um ihren Ruf

Günstige Arbeitskräfte aus den Philippinen befördern den Kreuzfahrt-Boom, doch die Arbeitsbedingungen stehen in der Kritik. Der Aida-Chef wehrt sich.(...)
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/tourismus-boom-auf-kosten-der-besatzung-die-kreuzfahrtbranche-kaempft-um-ihren-ruf/24447492.html

Zitat
13.6.19
Proteste gegen Ex-"Traumschiff" geplant

Die Kreuzfahrtbranche gerät auch in Eckernförde ins Visier von Umweltaktivisten. Sie wollen gegen die MS „Deutschland“ demonstrieren. Das 175-Meter-Schiff eröffnet die Kreuzfahrer-Saison am Sonnabendmorgen in der Bucht. Die Polizei bereitet sich auf einen Einsatz mit mehr Beamten als üblich vor.(...)
https://www.kn-online.de/Lokales/Eckernfoerde/Proteste-gegen-Ex-Traumschiff-MS-Deutschland-in-Eckernfoerde-geplant

Ganz gute Doku von 2017 vom ORF:
Kreuzfahrten - Traumgeschäft mit Schattenseiten
https://www.youtube.com/watch?v=Y0mx4j9NqC0
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 09:02:24 Mo. 08.Juli 2019
Man hat herausgefunden, dass am 13.7. in Kiel ein Hauptreisetag für Kreuzfahrtschiffe ist und dementsprechend eine Demo angemeldet. Der Seehafen Kiel hat nun köstlich souverän reagiert:

Zitat
Eine Blockade der Schiffe – so wie an Pfingsten geschehen – sei aber nicht geplant. Dennoch ist man beim Seehafen Kiel besorgt. So ließ Hafenchef Dirk Claus inzwischen alle Aushänge mit Abfahrtszeiten der Kreuzfahrtschiffe entfernen. Zu Anlaufdaten werden auch keine Auskünfte mehr erteilt. Auch die Internetseite des Seehafens wurde radikal überarbeitet. Dort finden sich jetzt weder Informationen über Liegeplätze noch über Aus- und Einlaufuhrzeiten. Bei den Reedereien sind diese Zeiten aber auf den Internetseiten weiterhin einsehbar, da sie für die Passagiere wichtige Informationen der Reiseplanung sind.
https://www.kn-online.de/Kiel/Wieder-Demo-in-Kiel-angekuendigt-Aktivisten-nehmen-Kreuzfahrer-ins-Visier
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 14:57:11 Sa. 13.Juli 2019
Zitat
Neuer Protest in Kiel
Nervosität vor der Anti-Kreuzfahrer-Demo

Eine Initiative macht gegen die Kreuzfahrtschiffe mobil: Weil die Schiffe der Umwelt schaden, ist wieder eine Demo in Kiel geplant - die Behörden sind alarmiert.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/kreuzfahrtschiffe-deutschland-nervositaet-vor-der-anti-kreuzfahrer-demo-in-kiel-100.html

Zitat
„Bis dieser Unsinn ein Ende hat“ – solange wollen Aktivisten wie Julia Schröder von der Turbo-Klima-Kampf-Gruppe (TKKG) gegen die boomende Kreuzfahrt-Branche in Kiel demonstrieren. Das berichten die „Kieler Nachrichten“.

Weder die Dampfer noch Passagiere seien ihrer Meinung nach in Kiel willkommen – und das sollen am Samstag unter anderem die Urlauber der ankernden Schiffe „MSC Meraviglia“, „Mein Schiff 1“ und „Aida Prima“ in einer Protestaktion zu spüren bekommen.

Protestaktion in Kiel gegen Kreuzfahrt gestartet

Rund 12.000 Gäste wollen bis zum Abend an Bord der drei Kreuzer gehen. Genau diese möchten die Teilnehmer der „Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe“ abfangen und über Probleme des Kreuzfahrt-Tourismus informieren.

Sie machen die Branche für die Klimakrise mitverantwortlich. Von Touristen hinterlassene Müllberge, der Verbrauch von fossilen Brennstoffen und der Ausstoß von umweltschädlichen Treibhausgasen sind nur einige der Kritikpunkte. Auch gegen schlechte Arbeitsbedingungen der Besatzung wettern sie.

Zu der Demo angemeldet sind offiziell 200 Menschen, die um 13 Uhr am Platz der Matrosen vor dem Hauptbahnhof gestartet ist.

Von dort aus gehen die Aktivisten in Schwimmoutfits und mit Schlauchbooten unter anderem durch das Sophienblatt, die Hafen- und die Holstenstraße über den Prinzengarten zum Ostseekai. Auf dem Weg dorthin machen die Teilnehmer auch Halt bei Reisebüros, die Kreuzfahrten anbieten.

Polizei stockt Personal wegen Kreuzfahrt-Demo auf

„Wir hoffen auf einen friedlichen Ablauf“, sagte Polizeisprecher Matthias Felsch im Vorfeld. Doch seitens der Klimaaktivisten gibt es dafür keine Garantie: „In Kiel und auch anderswo ist kein Kreuzfahrtschiff vor einer erneuten Blockade sicher“, drohte die TKKG.

Und diese Drohung sollte ernst genommen werden: Erst an Pfingsten blockierten Aktivisten ein Kreuzfahrtschiff, indem sie sich auf einem Kran am Ostseekai in Kiel, dem Wulstbug und im Wasser vor dem Kreuzfahrtschiff versammelten. Die Polizei musste eingreifen, das Schiff fuhr mit sechs Stunden Verspätung ab.

Schon im April mussten Einsatzkräfte eine Sitzblockade bei einer Demo beenden. Die Polizei wappnet sich vor Ort, und auch das Sicherheits- und Abfertigungspersonal am Hafen wurde aufgestockt, allerdings vor allem wegen des erhöhten Passagieraufkommens.

Venedig und Kiel: Menschen protestieren fürs Klima

Erhitzte Gemüter im Norden Deutschlands, aber auch im Süden Europas: Rund 8.000 Einwohner Venedigs gingen Anfang Juni, nach einem verheerenden Kreuzfahrt-Crash, auf die Straße. Auch sie machen die Reedereien für die Verschmutzung von Luft und Wasser verantwortlich.

Deutlich gravierender als in Kiel zeigt sich dort die Überlastung der Stadt, maßgeblich verursacht durch die Kreuzfahrt-Gäste. Tausende von ihnen strömen mit einem Mal in die engen Gassen und tragen damit zum Overtourism in der Unesco-Stadt bei.
https://www.reisereporter.de/artikel/8831-kreuzfahrt-protest-in-kiel-aktivisten-demonstrieren-gegen-branche-aida-prima-mein-schiff-msc-meraviglia
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 20:48:57 Sa. 13.Juli 2019
KN Artikel

Zitat
Rund 300 Demonstranten protestierten am Sonnabend unter massivem Polizeiaufgebot in Kiel gegen Kreuzfahrttourismus. Ziel der Demo war der Ostseekai. Da lag aber nur einer der drei Kreuzfahrer, die in Kiel festgemacht hatten – die anderen beiden lagen gut abgeschirmt im Scheerhafen und Ostuferhafen.

+ Video: https://www.kn-online.de/Kiel/Protest-gegen-Kreuzfahrtindustrie-400-Umweltschuetzer-demonstrieren-in-Kiel
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 22:09:32 Sa. 13.Juli 2019
Der NDR informiert eindeutig besser, als die KN:

Zitat
Aktivisten sind für das Klima und bessere Arbeitsbedingungen an Bord auf die Straße gegangen.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Demo-in-Kiel-gegen-Kreuzfahrtschiffe,kreuzfahrt716.html

Die Arbeitsbedingungen wurden von dem Schmierblatt einfach vergessen.
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Troll am 09:32:31 So. 14.Juli 2019
Containerkschiffe nicht vergessen, die sind nicht weniger schädlich Tuckern aber eher unbeachtet über die Weltmeere um unsere Konsumbedürfnisse (24/7) zu befriedigen.
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/index.html

Der Stellenwert des Konsums liegt in schwindelerregenden Höhen, dagegen kommt kaum noch etwas an.

Nebenbei 2: Am Flughafen Stuttgart rechnen sie auch dieses Jahr mit einem neuen Rekord.
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Troll am 11:11:23 Mo. 22.Juli 2019
Zitat
Klar zur Wende
Rückenwind für Frachtsegler


Energiewende auf hoher See: Birgt die Vergangenheit den Schlüssel zu einigen unserer drängendsten Probleme? Ja, sagt eine Gruppe wagemutiger Seeleute und Ingenieure. Sie wollen die Verseuchung der Meere und den Treibhauseffekt reduzieren – und deshalb die Frachtschifffahrt wieder unter Segel bringen. Eine verkehrstechnische Revolution!

Andreas Lackner transportiert mit seinem Frachtsegelschiff „Tres Hombres“ derzeit als einziger Reeder regelmäßig Waren über den Atlantik. Ohne Motor, allein mit der Kraft des Windes. Mit seiner zehn Mann starken Reederei setzt der Kapitän ein Zeichen für eine klimafreundliche Schifffahrt. Mehr als 90 Prozent des weltweiten Frachtaufkommens werden über die Meere transportiert, zumeist auf schwerölbetriebenen Containerschiffen. Dieser globale Warentransport per Schiff wird in den nächsten Jahren noch größere Ausmaße annehmen. Damit wächst auch die Gefahr für Mensch, Umwelt und Klima. Zum einen belasten die Schadstoffwolken der Ozeanriesen die menschliche Gesundheit und das Ökosystem, zum anderen entstehen große Mengen an CO2, die das Klima schädigen. Andreas Lackners Vision von der windgetriebenen Fortbewegung auf hoher See ist so alt wie die Menschheit. Nun greifen moderne Frachtsegelschiffe diese Entwicklung wieder auf. In mehreren Ländern arbeiten Experten an Hybridschiffen. Das sind Schiffe, die sowohl mit Segeln als auch mit Motorkraft fahren können. In Holland wird der Ecoliner entwickelt und in Großbritannien das B9-Ship – diese Hightech-Frachtsegler nutzen die Kraft des Windes besser als jedes Großsegelschiff der Vergangenheit. Die Rückkehr der Windkraft auf hoher See könnte den Ausweg aus der Umwelt- und Klimakrise bringen. Experten schätzen, dass bis 2050 moderne Frachtsegler einen großen Teil der weltweit fahrenden Schiffe darstellen werden. In Zeiten knapper werdender Ölreserven und steigender Energiepreise ist die Nutzung der Windenergie wieder attraktiv.

52 Min., verfügbar vom 06/07/2019 bis 03/10/2019

HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/048000/048600/048615-000-A_EQ_0_VOA_04390935_MP4-1500_AMM-PTWEB_1AtTEleAsx.mp4
Quelle: Arte (https://www.arte.tv/de/videos/048615-000-A/klar-zur-wende/)
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: counselor am 15:50:08 Mo. 22.Juli 2019
Gut, dass sich auch in der Schifffahrt was tut abseits von Verbrennungsmotoren.
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: BGS am 18:08:57 Mo. 22.Juli 2019
HTML5: https://arteptweb-a.akamaihd.net/am/ptweb/048000/048600/048615-000-A_EQ_0_VOA_04390935_MP4-1500_AMM-PTWEB_1AtTEleAsx.mp4
Quelle: Arte

Herzlichen Dank fuers Einstellen!

MfG

BGS
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 15:52:31 So. 11.August 2019
Die Kombination der Probleme Umwelt und Ausbeutung in Bezug auf Kreuzfahrten ist in der öffentlichen Diskussion angekommen:

Zitat
Luftverpestung, Ausbeutung, Menschenmassen:
Der Kreuzfahrt-Wahnsinn
(Bezahlschranke) https://www.spiegel.de/plus/der-kreuzfahrt-wahnsinn-a-00000000-0002-0001-0000-000165335743

Zitat
Kritik an Kreuzfahrtreedereien
"Gesellschaftlich nicht mehr vertretbar"


...und stelle fest, dass die Kreuzfahrtindustrie weder auf die Umwelt noch die Besatzung noch das Gemeinwohl in Bezug auf Steuerzahlungen oder Gesundheitsfragen Rücksicht nimmt. Es geht ihr vor allem um Gewinnmaximierung...

...dann ist klar, dass jemand dafür die Zeche zahlt, und das sind die Schwächsten, die niederen Angestellten, die häufig aus Dritte-Welt-Ländern rekrutiert werden und auf den Schiffen monatelang Sklavenarbeit verrichten müssen, unter Bedingungen, die nach deutschem Arbeitsrecht verboten wären.
https://www.spiegel.de/reise/europa/kreuzfahrten-experte-wolfgang-gregor-uebt-kritik-an-reedereien-a-1281400.html

Zitat
„Wahnsinn Kreuzfahrt“

...ab den 1960er Jahren entstanden erst in den USA, später dann auch in Europa gigantische Unternehmen, die heute 85 Prozent des Weltmarktes kontrollieren. Auch AIDA, Costa, TUI- und Princess Cruises gehören zu dem einen oder anderen Giganten, allein MSC aus Italien ist ein unabhängiger Mitspieler, hält aber nur rund 7 Prozent am Weltmarkt. Allen gemeinsam: immer größere Schiffe, immer mehr Masse und Spektakel, immer größere Gewinne.

„Das amerikanische Internetportal cruisemarketwatch.com bietet einen detaillierten Überblick über die Erträge der Kreuzfahrtfirmen und deren Schiffe. Demnach betrug der gesamte Reingewinn, den Carnival 2017 erzielte, 2,606 Milliarden US-Dollar.“

Bleiben wir beim Thema Gewinnspanne und schauen auf ein Schiff wie die AIDAnova: 6.600 Passagiere, 337 Meter lang, 18 Decks hoch, 16 Restaurants, Bäderlandschaft und Doppelrutsche. Baukosten rund 800 Millionen Euro.

„Ein Schiff dieser Dimension ist vollständig bezahlt in etwa vier Jahren. Da kann sich jeder ausrechnen, wie hoch der Profit bei einem solchen Schiff ist. Ein großes AIDA Schiff macht im Jahr gut 400 Millionen Umsatz.“
Steuervermeidung und Ausbeutung unter Deck

Wie kann das sein? Ein Grund: Die Schiffe fahren unter Billigflaggen wie Bermuda, Liberia, Zypern, Italien oder Malta. Und so zahlen Kreuzfahrtunternehmen wie TUI trotz 650 Millionen Euro Umsatz im Jahr nur 50.000 Euro Steuern an Malta. Insgesamt kommt das deutsche Unternehmen auf eine Steuerquote von 1,1 Prozent in Deutschland. Ein weiterer Grund: die Bezahlung des Bordpersonals. Wolfgang Meyer-Hentrich nennt es „Ausbeutung“.

„Die Durchschnittsgehälter befinden sich auf einen Niveau von etwa 550 bis 800 – 900 Dollar pro Monat bei freier Kost und Logis. Und das sind zum allergrößten Teil immer noch Menschen, die auf den Philippinen ausgebildet worden sind und zwar sehr gut ausgebildet worden sind und hervorragende Seeleute sind.“

Im Buch ist es der Chefsteward Raymond, der seit mehr als 20 Jahren an Deck arbeitet. Angefangen hat der junge Mann von den Philippinen unterhalb der Wasserlinie in einer Vier-Mann-Kabine. Neun Monate am Stück arbeitet er, oft 16 Stunden täglich, zwei Monate hat er dann Pause in seiner Heimat. Feste Arbeitszeiten, Mindestlohn, gewerkschaftliche Versorgung – Fehlanzeige. Er hofft auf Trinkgelder...
https://www.deutschlandfunk.de/wolfgang-meyer-hentrich-wahnsinn-kreuzfahrt.1310.de.html?dram:article_id=451640

Zitat
Kreuzfahrtschiffe - Das unbekannte Leben unter Deck

Kreuzfahrten - ein Business, das ordentlich boomt. Immer mehr Deutsche lassen sich es an Deck gut gehen. Aber wie sieht das Leben unterhalb des Decks aus? "Uncovered"-Reporter Thilo Mischke wirft ein Blick hinter die Kulissen. Auf den Philippinen lernt er das Geschäft mit den Seemännern kennen und mit Hilfe eines Maulwurfs bekommt er Einblicke in einen unbekannten Kosmos.

https://youtu.be/xcaC71h7vJQ
https://www.prosieben.de/tv/uncovered/video/31-kreuzfahrtschiffe-das-unbekannte-leben-unter-deck-ganze-folge
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: BGS am 16:52:13 So. 11.August 2019
Die Kombination der Probleme Umwelt und Ausbeutung in Bezug auf Kreuzfahrten ist in der öffentlichen Diskussion angekommen:

...
Zitat
Kreuzfahrtschiffe - Das unbekannte Leben unter Deck

Kreuzfahrten - ein Business, das ordentlich boomt. Immer mehr Deutsche lassen sich es an Deck gut gehen. Aber wie sieht das Leben unterhalb des Decks aus? "Uncovered"-Reporter Thilo Mischke wirft ein Blick hinter die Kulissen. Auf den Philippinen lernt er das Geschäft mit den Seemännern kennen und mit Hilfe eines Maulwurfs bekommt er Einblicke in einen unbekannten Kosmos.

https://youtu.be/xcaC71h7vJQ
https://www.prosieben.de/tv/uncovered/video/31-kreuzfahrtschiffe-das-unbekannte-leben-unter-deck-ganze-folge

Die Videos sind in Skandinavien so nicht verfuegbar, leider.

MfG

BGS
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 16:04:35 Sa. 17.August 2019
Mehr Kreuzfahrtschiffe braucht die Welt. Bund und Land bürgen:

Zitat
16.8.19
Milliarden-Finanzierung für Kreuzfahrtschiffe steht

Der Bau von zwei riesigen Kreuzfahrtschiffen auf den MV-Werften in Wismar und Rostock ist finanziell gesichert. Nach den Zusagen von Bund und Land habe nun ein Bankenkonsortium ein milliardenschweres Finanzierungspaket geschnürt, teilte die Werftengruppe am Freitag mit.(...) Es ist für den asiatischen Markt bestimmt und soll bis zu 9.500 Passagieren Platz bieten.
https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Milliarden-Finanzierung-fuer-Kreuzfahrtschiffe-steht,mvwerften212.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 21:36:19 Sa. 17.August 2019
(https://cdn.bravebird.de/wp-content/uploads/2018/09/schaedliche-kreuzfahrtschiffe-reiseblog-bravebird-pixabay-780x520.jpg)

Wenn man selbst als Gast schon tagelang in einer ca. 15 qm-Kabine verbringt und das sogar teilweise ohne Fenster, lässt sich erahnen, wie mehrere tausend Mitarbeiter und Hilfskräfte in den unteren Etagen leben und schlafen müssen. Dort herrscht eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft: Einerseits die Mitarbeiter im organisatorischen Service-, Hotel- und Restaurantbereich und andererseits die einfachen Hilfskräfte. Letztere kommen größtenteils aus ärmeren Ländern wie Philippinen, Indien und Indonesien.

Eine 7-Tage-Woche mit 12 Stunden täglich gehört zum Alltag, Sozialleistungen und Überstunden werden in der Regel nicht gezahlt, Trinkgeld muss oft abgegeben werden und viele der einfachen Arbeiter verdienen gerade mal ein paar hundert Euro im Monat bei Saisonvertrag und vollem Einsatz – das sind bei vielen 1,50 bis 2,50 Euro Stundenlohn für ein Leben größtenteils ohne Tageslicht bei Klimaanlage und Kunstlicht!


Ein wirklich lesenswerter Blog:
7 triftige Gründe, keine Kreuzfahrt zu buchen
https://www.bravebird.de/blog/7-triftige-gruende-keine-kreuzfahrt-zu-buchen/
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 16:51:18 Fr. 13.September 2019
Lesenswert:
Zitat
13.9.19
So hart ist die Arbeit auf Kreuzfahrtschiffen
https://www.ndr.de/nachrichten/So-hart-ist-die-Arbeit-auf-Kreuzfahrtschiffen,kreuzfahrt754.html

Pünktlich zu den Cruise Days in Hamburg:
Demo gegen die Cruise Days 2019 in Hamburg - Landungsbrücken 14.09.19 - ab 18 Uhr
https://de.indymedia.org/node/37311
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 12:24:37 So. 15.September 2019
Durchaus bildmächtiger Protest bei den Cruise Days in Hamburg. Fehlt noch, dass sich der Himmel verfinstert:

(https://abload.de/img/cruisedays2okco.png) (https://abload.de/image.php?img=cruisedays2okco.png)
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 21:57:10 Di. 24.September 2019
Zitat
24.9.19
Umweltfreundliche Staatsbank? KfW-Bank finanziert Kreuzfahrtschiffe

Die Kreuzfahrtindustrie boomt, entsprechend werden neue Schiffe bestellt. Die staatseigene Bank KfW hat Kredite an Kreuzfahrt-Reedereien vergeben. Wie soll so "Klimapolitik" gelingen? (...)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Umweltfreundliche-Staatsbank-KfW-Bank-finanziert-Kreuzfahrtschiffe,panoramadrei3272.html
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: BGS am 09:33:54 Mi. 25.September 2019
Die "Klimapolitik" heisst weiter so wie immer. Ging ja bisher... .

MfG

BGS
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Fritz Linow am 12:05:40 Mo. 30.September 2019
Am 25.9. hat ein finnischer Ableger von Extinction Rebellion (Elokapina) die Queen Elizabeth mit Kajaks versucht zu blockieren. Im Filmchen wirkt das alles surreal: https://www.iltalehti.fi/kotimaa/a/e8b7a3db-594b-4286-a393-f2628059a86a
Titel: Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
Beitrag von: Kuddel am 13:13:17 Sa. 02.November 2019
Zitat
Kreuzfahrtschiffe - und wer denkt an die anderen ... Aktivistin Amelie im Gespräch

Zu Pfingsten kam es in Kiel zu einer spektakulären Protestaktion gegen die Kreuzfahrtindustrie. Die "Zuiderdam" wurde fast sechs Stunden am Auslaufen gehindert, was der Diskussion um die klimaschädlichen Auswirkungen dieses boomenden Zweiges der internationalen Tourismusindustrie nicht nur in der von vielen Kreuzfahrtschiffen frequentierten Stadt an der Ostsee weiteren Auftrieb gab. Am Rande einer Lesung, bei der der Kölner Journalist Wolfgang Meyer-Hentrich seine kritische, unter dem Titel "Wahnsinn Kreuzfahrt" veröffentlichte Abrechnung mit der Branche präsentierte [1], beantwortete die Aktivistin Amelie dem Schattenblick aus ihrer Sicht einige Fragen zur klimapolitischen Ausrichtung der Gruppe, in der sie organisiert ist.
http://www.schattenblick.de/infopool/buerger/report/brri0195.html