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Sozial & Gesundheitswesen => Gesundheitswesen => Thema gestartet von: admin am 15:29:39 Sa. 21.März 2020

Titel: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: admin am 15:29:39 Sa. 21.März 2020
In Italien ist die Zahl der Todesopfer aufgrund einer Coronainfektion weitaus höher als in China, weil das Gesundheitswesen zusammengebrochen ist und die Infizierten nicht angemessen behandelt werden können. Kein Albtraum, sondern grauenhaft real: Italienische Ärzte sind seit dem 10. März 2020 gezwungen, zu entscheiden, welcher Corona-Patient behandelt wird und welcher sterben muss.

Seit Jahren wird kritisiert, daß das Gesundheitwesen zu einem profitablen Geschäft gemacht werden soll. Es geht dabei nicht um eine ideologische Auseinandersetzung, sondern um die Verteidigung des Grundrechts auf eine gute Gesundheitsversorgung. Die Überbelastung des Pflegepersonals und die Welle an Krankenhausschließungen gehört zu den verheerenden Auswirkungen der neoliberalen Politik.

Die Coronakrise zeigt, daß diese Politik gescheitert ist und eine Gefährdung der Gesundheitversorgung bedeutet.

Die Diskussion ist wieder entflammt und hier können Meldungen und Kommentare zum Thema gepostet werden.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 15:56:47 Sa. 21.März 2020
Nicht ganz so gravierend, aber dennoch ein gesundheitspolitisches Thema: Die Versorgung mit Arzneimitteln. Ich habe letzte Woche die Erfahrung gemacht, dass ein Medikament, das ich aufgrund chronischer Krankheit benötige, nur noch unter Schwierigkeiten zu beschaffen war. Sollten hier die Liefer- und Produktionsketten abreißen, wäre das verheerend.

Die Corona-Krise zeigt, dass der Kapitalismus abgewirtschaftet hat. Er ist nicht in der Lage, unsere Gesundheit zu schützen.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: admin am 17:22:00 Sa. 21.März 2020
Gesundheitswesen vor dem Bankrott

Zitat
Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands befürchtet eine flächendeckende Insolvenz von Kliniken, wenn in der Coronakrise nicht schnell staatliche Hilfen fließen.

Viele Krankenhäuser könnten nur weiter betrieben werden, wenn sie spätestens im April Finanzhilfen erhielten, sagte der Präsident des Verbandes, Düllings, im Deutschlandfunk. Dass die entsprechenden Entscheidungen schnell genug getroffen würden, sehe er noch nicht. Derzeit fahre man mit Vollgas auf die Wand zu.

Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland will das Bundeskabinett Hilfen im Volumen von zunächst drei Milliarden Euro auf den Weg bringen. Hintergrund ist, dass Krankenhäuser wegen der Corona-Krise auf planbare Behandlungen und Operationen verzichten müssen. Die dadurch fehlenden Erlöse könnten die Häuser in finanzielle Schwierigkeiten bringen.
https://www.deutschlandfunk.de/corona-krise-krankenhaeuser-brauchen-dringend-staatliche.2932.de.html?drn:news_id=1112794
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Fritz Linow am 21:08:32 Sa. 21.März 2020
Schulden bei Krankenkassen müssen sofort weg. Die gehen manchmal in den fünfstelligen Bereich, die Leute ziehen sich zurück, warten auf die Pfändung und trauen sich nicht mehr zum Arzt.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 10:39:23 So. 22.März 2020
Zitat
Austerität* ist tödlich
Europa Die Krise des Gesundheitssystems in Italien ist Folge der Bankenrettung nach der Finanzkrise. Dass dafür Krankenhäuser geopfert wurden, wird jetzt zur Gefahr


Rom, August 2011: In das Postfach der italienischen Regierung flattert ein Brief der Europäischen Zentralbank. Was dem Brief folgen wird, ist eine drastische Kürzungswelle, die auch das Gesundheitswesen erfasst. Die EZB erklärt in ihrem Schreiben, dass Schutz vor steigenden Zinsen auf italienische Staatsanleihen nur unter der Bedingung harter Einschnitte gewährt würde. Sie hatte in der Troika die EU-Kommission und den Internationalen Währungsfonds hinter sich. Die italienische Regierung führte diese Einschnitte durch – in der Folge sank die Anzahl von Krankenhäusern im Land um 15 Prozent. Die Krise des Gesundheitssystems in der aktuellen Pandemie ist eine Folge dieser Austeritätspolitik.

Und als das südeuropäische Land nun im Angesicht der Corona-Pandemie Ende Februar über den Zivilschutzmechanismus der EU (EU Civil Protection Mechanism) um sofortige Unterstützung bat, folgte: Nichts. Kein einziger EU-Staat schickte medizinisches Material oder Personal. Diese unterlassene Hilfeleistung kommt nicht von Ungefähr, sondern hat eine Vorgeschichte. Das Corona-Virus trifft in der EU auf gesellschaftliche Infrastrukturen, die von mindestens einer Dekade scharfer Austeritätspolitik erschöpft sind. In der auf den Finanzcrash von 2007 und 2008 einsetzenden Krise der Eurozone setzten EU-Kommission und EZB alles daran, die Banken und andere Finanzmarktakteure als systemrelevant zu deklarieren und mit hohen Milliardenbeträgen zu retten. Öffentliche Ausgaben für soziale Belange, so hieß es, würden das Wachstum hemmen. Deshalb wurden entsprechend neoliberaler Konzepte die Gesundheitssysteme umgebaut und öffentliche Budgets gekürzt.

Das traf nicht nur Italien; auch die spanische Regierung sah sich gezwungen, ein Kürzungsprogramm zu unterzeichnen. Daraufhin wurden die Ausgaben für das Gesundheitssystem allein im Jahr 2012 um 5,7 Prozent gedrückt. Aber am härtesten traf es bekanntlich Griechenland: Die staatlichen Mittel wurden zwischen 2009 und 2016 von 16,2 Milliarden auf 8,6 Milliarden fast halbiert. Mehr als 13.000 Ärzte und über 26.000 sonstige im Gesundheitswesen angestellte wurden entlassen. 54 der 137 Krankenhäuser wurden geschlossen und das Budget der übriggebliebenen um 40 Prozent gesenkt. Insgesamt fielen zwischen 2011 und 2016 bei etwa elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als drei Millionen Menschen völlig aus dem Schutz einer Krankenversicherung. Das griechische Gesundheitsministerium erklärte die gesunkenen Kosten „als eine Folge von Effizienzsteigerungen im Finanzmanagement“.
(...)
Der von der Großen Koalition in Berlin mit durchgesetzte Kahlschlag sozialer Infrastruktur in der Eurozone während der letzen Dekade ist ein Faktor, der die Bekämpfung der Corona-Pandemie schwieriger macht und Leben kosten wird. „Austerity kills!“ war in Südeuropa der Slogan im Widerstand gegen die Kürzungspolitik der Troika, noch immer ist er an einer Hauswand im Athener Stadtzentrum zu lesen. Derzeit wird mehr als deutlich, was damit gemeint ist.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/austeritaet-ist-toedlich

*Austerität: strenge staatliche Haushaltspolitik, Politik des "Sparens" und der Kürzungen.

Die Sparpolitik beenden! Die Privatisierungen rückgängig machen!
Die völlige Neuordnung des Gesundheitssystems ist das Gebot der Stunde!
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 08:22:11 Mo. 23.März 2020
Zitat
Interview am Morgen: Care-Arbeit:
"Diese Jobs sollen vor allem eins sein: billig"


Gabriele Winker: Mit der Corona-Krise erhalten die Pflegefachkräfte, Ärzte und Ärztinnen nun eine große Aufmerksamkeit, da wir derzeit alle spüren, wie stark wir von ihrer Arbeit abhängen. Und das ist gut so! Wir dürfen aber nicht nur über die bezahlten Care-Arbeiterinnen sprechen. Wir haben im Moment eine sehr zugespitzte Situation, in der der Staat alles Geld in die Hand nimmt, um die Krise zu überwinden. Wer allerdings trotzdem kaum Unterstützung erfährt, sind diejenigen Menschen, die sich als Sorgearbeitende zuhause, in ihrer Familie um andere Menschen kümmern. Im Gegenteil. Bis auf Beschäftigte in systemrelevanten Bereichen müssen derzeit Eltern, insbesondere Mütter, im Home-Office ihrem Beruf nachgehen und dazu noch individuell eine Ganztagesbetreuung ihrer Kinder durchführen. Sie sollen also auch noch eine gute Lehrerin, Hauswirtschafterin und Trösterin sein. So fühlen sich Mütter noch mehr alleine gelassen als dies in normalen Zeiten der Fall ist.
https://www.sueddeutsche.de/leben/corona-systemrelevant-care-arbeit-1.4852560
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:35:45 Mo. 23.März 2020
Zitat
CORONA-KRISE
Arbeitskampf am Demminer Krankenhaus gerät ins Stocken
Wie wichtig das medizinische Personal ist, wird in der Corona-Krise ständig betont. Doch genau diese Krise ist es, die zügige Lohnerhöhungen im Demminer Krankenhaus nun ausbremst.


In Zeiten der Corona-Krise sind bestimmte Berufsgruppen mehr denn je gefragt. So auch Pflegekräfte und Krankenhausangestellte. Probleme, die bereits vor Corona in den Kliniken bestanden, stehen vorläufig hinten an. Betroffen davon sind auch die Bemühungen der Mitarbeiter des Demminer Kreiskrankenhauses für die Rückkehr in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD).

Verhandlungen kaum noch möglich

„Es ist wie eine Pausetaste“, so die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Martina Hartung. Die Reglementierungen der Landesregierung würden die Möglichkeiten einschränken, klassische Tarifverhandlungen zu führen. Ein gesonderter Sozialausschuss des Kreises Mecklenburgische Seenplatte wurde im Zuge der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. Mitgliederversammlungen sind zudem schlicht nicht mehr umsetzbar.(...)
https://www.nordkurier.de/demmin/arbeitskampf-am-demminer-krankenhaus-geraet-ins-stocken-2338814003.html

Die Tarifauseinandersetzungen am UKSH (Schleswig-Holstein) sind auch von der Corona-Krise überrollt worden. Der ausgehandelte Abschluß ist nicht in einer Mitgliederbefragung bestätigt worden. Es gab keine Befragung. Verdi ist abgetaucht.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 19:26:39 Di. 24.März 2020
Zitat
Coronavirus
Polnische Pflegerinnen bleiben zu Hause

Osteuropäische Pflegekräfte kümmern sich um hunderttausende ältere Menschen in Deutschland. Wegen des Coronavirus droht nun eine Versorgungslücke - denn viele von ihnen wollen nicht mehr kommen.

Eigentlich sollte Ewa Sempławska bald nach Köln kommen. Als häusliche Pflegekraft fährt sie immer wieder nach Deutschland, um dort ältere Menschen in deren eigener Wohnung zu betreuen. Diesmal hat sie sich aber dazu entschieden, zu Hause in Polen zu bleiben.
...

Quelle: tagesschau (https://www.tagesschau.de/inland/corona-pflegekraefte-polen-101.html)

Reihum bröselt die Fassade und legt den Gammel frei.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Fritz Linow am 22:39:56 Di. 24.März 2020
Zitat
24.3.20
Corona im Krankenhaus. PflegerInnen in Brüssel wehren sich gegen Zumutungen

„La santé en lutte“ ist eine Basisorganisierung von Arbeiter*innen in Brüsseler Krankenhäusern, in der momentan vor allem Krankenpfleger*innen organisiert sind. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise gehen sie in regelmäßigen Communiqués auf ihre dringlichsten und akutesten Probleme ein. Die Communiqués behandeln die aktuelle Lage und formulieren konkrete Forderungen, die den bestehenden Notlagen schnell Abhilfe schaffen sollen. (...)
https://solidarischgegencorona.wordpress.com/2020/03/24/corona-im-krankenhaus-gesundheitspersonal-in-brussel-wehrt-sich-gegen-zumutungen/
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 08:51:40 Do. 26.März 2020
Zitat
Sie lassen uns sterben!

span. mit dt. UT |  2 min | 2020 |

Frau beschreibt die zusammenbrechende Gesundheitsversorgung in Leganés, einem Vorort von Madrid. Ihr Mann ist schwer krank und kann nicht behandelt werden, weil es an Beatmungsgeräten fehlt. Sie berichtet, dass das Krankenhauspersonal selektieren muss. Wer über 65 ist bekommt kein Beatmungsgerät, wenn eine jüngere Person es braucht.

"Jetzt sind wir in unseren besten Jahren und sie nehmen uns das Leben unserer Angehörigen!"

Das von ihr erwähnte Feldlazarett ist bereits in einer Turnhalle in der Nähe des Krankenhauses eingerichtet. Der Bürgermeister Santiago Llorente findet, dass die Stadt "vorbereitet" ist.
https://de.labournet.tv/sie-lassen-uns-sterben

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1134686.danteske-szenen.html

Ein weiteres Mal: Die größte Bedohung kommt vom kaputtgesparten Gesundheitssystem!
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 10:15:33 Do. 26.März 2020
Offener Brief von gewerkschaftlich aktiven Beschäftigten bei Vivantes und Charité

https://gesundheit-soziales-bb.verdi.de/++file++5e7b42a95c1e000aee0ae3d7/download/200324-Offener_Brief_Schutz_der_Beschaeftigten_Vivantes_Charite.pdf
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 16:42:46 Do. 26.März 2020
https://www.youtube.com/watch?v=7bD2-8ubJpU
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Fritz Linow am 19:15:43 Do. 26.März 2020
COVID-19: Statement einer Beschäftigten in Stuttgarter Klinik:

https://www.youtube.com/watch?v=mzcR-CWGths

Währenddessen baut die FAZ schonmal die Rampen auf:
Zitat
Das Virus kostet Menschenleben – eine Rezession birgt aber auch große Gefahren. Was wiegt schwerer, und was folgt daraus? Deutschland steht eine heikle Debatte bevor.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/warum-eine-rezession-schlimmer-sein-kann-als-das-coronavirus-16696572.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:49:34 Do. 26.März 2020
Zitat
Klinik-Beschäftigte protestieren
Corona-Versorgung: Protest vor dem Rotkreuz-Krankenhaus in Kassel


(https://abload.de/img/771620890-protest-vorbqj3n.jpg) (https://abload.de/image.php?img=771620890-protest-vorbqj3n.jpg)

Die DRK-Kliniken Nordhessen schlagen Alarm: Fehlende finanzielle Mittel gefährden die Corona-Versorgung. Klinik-Beschäftigte haben am Wochenende protestiert.

„Wir sind wütend: Wir haben alle Anforderungen der Bundesregierung umgesetzt, die angeordnet wurden, um auf den Ansturm von Corona-Patienten vorbereitet zu sein“, sagt Simone Hoffmann, Sprecherin der DRK-Kliniken Nordhessen.

Man habe den Aussagen von Gesundheitsminister Spahn vertraut, der einen adäquaten Finanzausgleich versprochen hat. Jetzt sei klar: „Die in Aussicht gestellten Mittel reichen hinten und vorne nicht.“

Coronavirus: Fehlende finanzielle Mittel gefährden die Versorgung von Patienten

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft ist alarmiert. „Mit dem aktuellen Gesetzentwurf zum Ausgleich der finanziellen Belastungen für die Krankenhäuser bricht der Bundesgesundheitsminister das Versprechen der Kanzlerin zu einem umfassenden Schutzschirm für die Krankenhäuser“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Damit würden die, die vor der größten Herausforderung stehen und am dringendsten in der Coronakrise gebraucht werden, im Stich gelassen.
https://www.hna.de/kassel/kassel-corona-versorgung-protest-vor-rotkreuz-krankenhaus-13611572.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 10:01:22 Fr. 27.März 2020
Zitat
Insolventes Klinikum Peine: Marburger Bund verlangt Zusagen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat verbindliche Zusagen für die Zukunft des insolventen Klinikums Peine gefordert. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solle die Perspektive gegeben werden, "an der es schon so lange hapert", sagte Andreas Hammerschmidt, Vize des Marburger Bundes Niedersachsen, am Freitag. "Ein Klinikum ist kein Wirtschaftsbetrieb - der Mensch muss vor dem Geld stehen." Nach der jahrelanger Hängepartie brauche das Klinikum ein zukunftsfähiges Konzept.

"Es sind verheerende Signale, die die Insolvenz des Klinikums Peine inmitten der Corona-Krise aussendet", betonte Hammerschmidt. "In Zeiten, zu denen der ärztlichen und nicht-ärztlichen Belegschaft eine bedeutendere Rolle denn je zukommt, medizinische Infrastrukturen lebensentscheidend sind und jedes Krankenhaus zählt, droht einem mittelgroßen Klinikum mit hoher regionaler Bedeutung die Abwicklung." Er betonte: "Die Beschäftigten brauchen endlich Klarheit."

Rund 800 Angestellte des Peiner Krankenhauses bangen um ihre Jobs. "Dass das Klinikum Peine nun parallel zu der ausgesprochen schwierigen Situation um das Coronavirus-Infektionsgeschehen Insolvenz anmelden musste, ist für die Beschäftigten und die Menschen in Peine ohne Zweifel eine besondere Belastung", hatte das niedersächsische Gesundheitsministerium am Montag mitgeteilt. Die Betreiber, die AKH-Gruppe mit Sitz in Celle, hatten angekündigt, einen Insolvenzantrag für die Klinikum Peine gGmbH zu stellen, um den Klinikbetrieb im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung geordnet fortzuführen.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/krankenhaeuser-peine-insolventes-klinikum-peine-marburger-bund-verlangt-zusagen-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200327-99-492567
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 12:14:57 Fr. 27.März 2020
Zitat
UNIKLINIK - Mehr Personal und bessere Bezahlung dringend angesagt

Ich arbeite als Pfleger an einer Uniklinik in Bayern. Natürlich wird das Thema Corona (Covid-19) im Betrieb heiß diskutiert. Zu Beginn waren die Informationen der Geschäftsleitung sehr dürftig, die Kolleginnen und Kollegen fühlten sich schlecht bis gar nicht informiert. Die Sorge, dass der Schutz der Beschäftigten geringgeschätzt wird, ist groß.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw13/mehr-personal-und-bessere-bezahlung-dringend-angesagt

Zitat
OFFENER BRIEF - Bestens auf Pandemie vorbereitet? "Das stimmt nicht!"

In einem offenen Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn schreibt Dr. med. Günther Bittel, Duisburger Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin, Spezielle Schmerztherapie und Akupunktur:

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw13/bestens-auf-pandemie-vorbereitet-das-stimmt-nicht
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 10:11:53 So. 29.März 2020
Zitat
DRK-Klinikmitarbeiter empört: Gehaltsverzicht und weniger Urlaub

Sechs Prozent weniger Lohn, Verzicht auf fünf Urlaubstage und unbezahlte Überstunden: In Zeiten der Corona-Krise klingen die Einschnitte für das Personal in den DRK-Kliniken Nordhessen wie blanker Hohn. Doch tatsächlich hat man vor gut zwei Wochen anlässlich einer Mitarbeiterversammlung über eine Reihe von „Möglichkeiten” zur finanziellen Gesundung der Kliniken mit Standorten in Kassel und Kaufungen gesprochen. Teilnehmer der Veranstaltung empfanden das als „Ohrfeige” – in Zeiten, wo die Öffentlichkeit mit Applaus für den Einsatz dankt. Doch auch die Klinikleitung “ist wütend”, wie sie in einem Offenen Brief kommuniziert.
Quelle: ExtraTip (https://www.lokalo24.de/lokales/kassel/drk-klinikmitarbeiter-empoert-gehaltsverzicht-weniger-urlaub-13612124.html)

Quelle: NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=59667#h02)

Deshalb tu ich mich so schwer mit dem "Krise als Chance" PR-Spruch. Die Machtverhältnisse haben sich (noch) nicht geändert.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Tiefrot am 15:17:49 So. 29.März 2020
Ich glaub nicht, was ich da lese !  :o
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 18:25:51 So. 29.März 2020
Zitat
Geschäft mit Schutzkleidung
"Jeder versucht, sich zu bereichern"

Im Zuge der Corona-Krise versuchen offenbar zunehmend Firmen, die Not von Kliniken auszunutzen, an Schutzkleidung zu kommen. WDR, NDR und SZ zeigen, wie vor allem mit Atemschutzmasken versucht wird, Geschäfte zu machen.
...

Quelle: tagesschau (https://www.tagesschau.de/inland/masken-coronavirus-101.html)

"Freier Markt", frei von staatlichen Schranken und verboten, nur Profit, nein, sie meinten Wohlstand für alle, so wollte es Politik und Medien seit Jahren, Mission accomplished, hurra.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Tiefrot am 00:36:55 Di. 31.März 2020
Recht sehenswertes Interview, staune das es grade bei ZDKläff - heute kam...

https://www.youtube.com/watch?v=MvLO2gWnm20
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 11:11:31 Di. 31.März 2020
Zitat
Auf Euronews: Wut der Ärztinnen und Pflegerinnen: "Ohne Schutzkleidung? Ohne mich"

...
"Nichts Heroisches, mit völlig unzureichender Schutzkleidung Patienten zu versorgen"

So wird der Tweet von Christoph Steltner, der in der Notfallmedizin arbeitet, hundertfach geteilt. Er schreibt: "Ich kann nichts Heroisches darin sehen, mit völlig unzureichender oder improvisierter Schutzkleidung während einer Pandemie Patienten zu versorgen. Das ist eine hochgefährliche Verzweiflungstat, nichts anderes. Plakativ gesagt: Ohne Schutzausrüstung? Ohne mich."...

"Wo alle am Limit arbeiten, sollen wir jetzt die Helden spielen"

Der Facebook-Post einer Krankenschwester aus Berlin wurde inzwischen mehr als 72.000 Mal weitergeleitet. Sie beschreibt die Probleme der täglichen Arbeit und kritisiert den Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn, Personaluntergrenzen wegen der Coronavirus-Krise auszusetzen. Dieser Ansatz wurde in einigen Krankenhäusern sofort umgesetzt - ohne dass dort Covid-19-PatientInnen behandelt wurden. ...

"Erst sollen wir einen Mundschutz und Schutzkittel für mehrere Patienten benutzen. Wir sollen weiter arbeiten, wenn wir Kontakt zu einem Corona/Covid-19 Patienten hatten. Dann werden Personaluntergrenzen ausgesetzt für die lange gekämpft wurde. Das heißt, Scheiß egal, es könnten eine Pflegekraft 50 Patienten betreuen. Dann sagt Herr Spahn es geht gar nicht um die Bezahlung in dem Beruf, es ist nur wichtig den Job attraktiver zu machen. Und jetzt müssen wir nicht mehr in Quarantäne nach Kontakt, wir können schon früher zur Arbeit gerufen werden, sagt das RKI! Diejenigen die hier empfehlen das am besten Alle zu Hause bleiben sollen wegen dem gefährlichen Virus! Schämt euch, diejenigen, die das RKI hoch in den Himmel heben!


" Und euer Klatschen könnt ihr euch sonst wo hinstecken ehrlich gesagt...Tut mir leid es so zu sagen aber wenn ihr helfen wollt oder zeigen wollt wie viel wir Wert sind dann helft uns für bessere Bedingungen zu kämpfen! ♡"


Lasst den Applaus nicht verhallen, wenn die jetzige Krise vorübergeht, sondern wandelt ihn um. Wandelt ihn in eine breite Bewegung, die auf die Straße geht und in den solidarischen Streik tritt. Aus den Dankesworten müssen Taten der Solidarität werden."
https://de.euronews.com/2020/03/30/wut-der-arztinnen-und-pflegerinnen-ohne-schutzkleidung-ohne-mich
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 12:38:09 Di. 31.März 2020
Zitat
EPIDEMIEGESETZ NRW - Gegen Zwangsrekutierung von Klinikpersonal ohne Schutz

Mit maximalem Einsatz stemmen derzeit Hunderttausende Ärztinnen und Ärzte sowie Millionen Pflegerinnen, Pfleger und andere medizinische Fachkräfte das Gesundheitswesen in Deutschland – in den Arztpraxen wie in den Krankenhäusern.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw14/gegen-zwangsrekutierung-von-klinikpersonal-ohne-schutz
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 10:58:00 Mi. 01.April 2020
Laut einer Radiomeldung schließen in Bayern immer mehr Arztpraxen wegen fehlender Schutzausrüstung.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 14:32:10 Mi. 01.April 2020
Zitat
Ärzte und Pfleger warnen vor Zwangsarbeit
Nordrhein-Westfalen will per Gesetz Ärzte und Pflegekräfte zum Dienst verpflichten. Das könnte verfassungswidrig sein. Der Widerstand der Gesundheitsberufe ist groß.
https://www.zeit.de/arbeit/2020-04/corona-krise-aerzte-pflegekraefte-arbeit-verpflichtung-armin-laschet
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 18:53:37 Mi. 01.April 2020
Zitat
ENTLASTUNGSGESETZ - Rettungsschirm für Klinikkonzerne - Ruinierungsprogramm für kleine Krankenhäuser

Am 25. März verabschiedete der Bundestag im Eiltempo das „Krankenhausentlastungsgesetz“, dem der Bundesrat am 27. März zustimmte.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw14/rettungsschirm-fuer-krankenhaeuser-grosse-klinikkonzerne-sind-die-gewinner
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: dagobert am 18:56:39 Mi. 01.April 2020
Falscher Link?
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 19:07:18 Mi. 01.April 2020
Falscher Link?
Danke! Link geändert!
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Sunlight am 19:23:35 Mi. 01.April 2020
Krankenhausentlastungsgesetz und Kritikpunkte:

Zitat
Krankenhausverband sieht viele Löcher im Corona-Schutzschirm (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111504/Krankenhausverband-sieht-viele-Loecher-im-Corona-Schutzschirm)


Im Krankenhausentlastungsgesetz ständen zwar durchaus erhebliche Summen, die aber bei genauer Betrachtung an die schon jetzt absehbaren Erlöseinbrüche in dieser Höhe und die zusätzlichen Kosten bei Weitem nicht heranreichten.

Nicht ausreichend sei zudem die Refinanzierung der Ausgaben für zusätzlich bereitge­stellte Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit. „Obwohl dem Bundesministerium für Gesundheit bekannt war, dass ein funktionsfähiger Beatmungsplatz Selbstkosten von 85.000 Euro pro Platz erfordert, wurden zunächst 30.000 Euro angeboten“, schreibt der VKD. „Nach flächendeckenden Protesten wurden in die Überarbeitung des Gesetz­entwurfs 50.000 Euro aufgenommen.“ Auch das reiche jedoch nicht aus.
„Das Gesetz ist ein Trojanisches Pferd“

Wie unter anderem auch die 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, hätte der VKD ein „Garantiebudget auf Basis des Budgets 2019“ als Lösung bevorzugt. Denn ein Schutzschirm sei nicht eine kleinteilige, bürokratische Vermessung der drohenden Versor­gungskrise.

„Dieses Gesetz ist aus Sicht der Praxis kein Schutzschirm, sondern ein Trojanisches Pferd“, kritisiert VKD-Präsident Josef Düllings. „Man kann ja Verständnis dafür haben, dass in die­sen Zeiten vieles mit heißer Nadel gestrickt werden muss. Aber man wird den Eindruck nicht los, dass das Ziel einer kalten Strukturbereinigung auch in der Krise weiterverfolgt wird.“


Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:22:36 Fr. 03.April 2020
Jetzt wird sichtbar, was schon immer ein Problem war.

Zitat
Coronavirus
Die Flucht der Pflegekräfte


(...)Eilends eingeflogen waren sie zum Noteinsatz bei der häuslichen Pflege in Österreich. Insgesamt sind im Land 33 000 Pflegebedürftige auf eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause angewiesen. In der überwiegenden Zahl wird dies durch Pflegekräfte aus Ost- und Südosteuropa sichergestellt, die für einen Turnus von jeweils zwei oder vier Wochen ins Land kommen. Die Grenzschließungen und Quarantänebestimmungen in der Corona-Krise lassen jedoch akute Sorgen wachsen vor einem Zusammenbruch dieses Systems.

Und das nicht nur in Österreich. In ganz Europa gefährdet die Pandemie die Versorgung alter Menschen zu Hause, weil Pflegekräfte nicht mehr zu ihnen können - oder das jeweilige Land fluchtartig verlassen haben Richtung Heimat.(...)
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-pflegekraefte-ausland-1.4866124

Der "Bedarf" an Pflegekräften aus dem Ausland bedeutet bereits im Normalbetrieb, daß diese Menschen dem heimischen Gesundheitswesen entzogen sind.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:28:27 Fr. 03.April 2020
(https://www.fr.de/bilder/2019/01/15/11231681/995708312-mei-plass-applaus_030420_4c-Qpa7.jpg)
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 11:52:45 Fr. 03.April 2020
(https://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/a020.gif)

Wäre es nur nicht so bitter dieses lachen.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 13:42:26 Fr. 03.April 2020
Zitat
BERLIN - Die Wut in der Charité-Belegschaft wächst

Die Corona-Schutzausrüstungen für die Kolleginnen und Kollegen an der Berliner Charité sind immer noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden und die skandalöse Anweisung, einfache Masken auch bei Corona-positiven Patienten zu tragen, ist nicht zurückgenommen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw14/die-wut-in-der-charite-belegschaft-waechst
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: holly5 am 14:30:35 Fr. 03.April 2020
(https://www.fr.de/bilder/2019/01/15/11231681/995708312-mei-plass-applaus_030420_4c-Qpa7.jpg)

!!!
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:04:23 Sa. 04.April 2020
Zitat
Die Beschäftigten des Gesundheitswesens in Rumänien: Offene Revolte

(...)Der Brennpunkt der Erkrankungen im Land war ein Krankenhaus in Suceava, wo 400 Fälle registriert wurden – die Hälfte davon Ärzte, Schwestern und Pfleger. Die keine Masken, keine Handschuhe und keine Schutzanzüge haben. Weswegen sie verschiedene Formen von Protest und Widerstand organisiert haben: Von Petitionen und Protestversammlungen bis hin zu Massenkündigungen. Das ganze, so ein Sprecher der Ärzteorganisation geschehe weniger aus Angst, krank zu werden – mehr aus völligem Misstrauen in das „System“.(...)
https://www.labournet.de/?p=169120
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Nao am 21:13:54 Sa. 04.April 2020
Zitat
Lehren aus Wuhan: „Ärzte und medizinisches Personal sollten nur sechs Stunden arbeiten“
Interview mit Eckhard Nagel, Präsident des Chinesisch-Deutschen Freundschaftskrankenhauses in Wuhan


Man hat in Wuhan eine klare Relation zwischen der Länge der Arbeitsschichten und der Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten sowie der Ansteckungswahrscheinlichkeit der Krankenhaus-Mitarbeiter entdeckt. In der ersten hektischen Phase arbeiteten Ärzte und medizinisches Personal in Wuhan oft 12 bis 14 Stunden. Sehr viele Helfer haben sich damals angesteckt. Diese Entwicklung sehen wir auch in Italien und Spanien. Erst als in China sehr viel mehr Personal zur Hilfe kam und die Schichten sich auf sechs Stunden verkürzten, sanken die Ansteckungs- und Sterberaten. Das Personal konnte sich dann sehr viel genauer an die Vorschriften halten. Die Kehrseite der Medaille: Kürzere Schichten bedeuten einen sehr viel höheren Bedarf an Schutzausrüstung.

Die Lehre für Deutschland und Europa ist, dass eine Sechs-Stunden-Schicht Leben rettet. Wichtig ist es auch, in der Vorbereitungsphase ausreichend Personal zu bekommen, das angelernt werden kann. Dazu zählt die Rekrutierung ehemaliger Mitarbeiter und von Medizinstudierenden. Es hilft, dass andere Bereichen in den Krankenhäusern ihre Aktivitäten heruntergefahren haben und das Personal aus diesen Abteilungen auch für die Behandlung der Corona-Patienten eingesetzt werden kann.
https://www.riffreporter.de/corona-virus/corona-wuhan-exit-maskenpflicht-krankenhaus-interview-nagel/
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:13:37 Di. 07.April 2020
Ich war gerade in der Apotheke. Nachdem ich mein Rezept eingelöst hatte, fragte ich nach einem Mundschutz. Man sagte mir, "wenn wir welche hätten, würden wir auch selbst welche tragen."

Wenn also medizinisches Personal mit Kontakt zu Kranken nicht einmal einen Mundschutz bekommt, ist die Situation im Gesundheitswesen reichlich verkorkst.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 18:22:01 Di. 07.April 2020
(https://abload.de/img/2976733_1_gallerydetafjjfp.jpg) (https://abload.de/image.php?img=2976733_1_gallerydetafjjfp.jpg)
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 18:54:46 Di. 07.April 2020
Amazon hat im Moment sieben Wochen Lieferzeit für Mundschutzmasken.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:48:59 Mi. 08.April 2020
Zitat
Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, spricht davon, dass man damit rechnen müsse, "dass die Kapazitäten nicht ausreichen werden".

Zur selben Zeit reden Krankenhaus-Chefs in Witten, Hamburg und Herne über Kurzarbeit. Vor allem große private Klinikbetreiber wie Asklepios, Paracelsus und Schön schließen Kurzarbeit nicht aus. In Peine meldet ein Krankenhaus sogar Insolvenz an.
https://www.zeit.de/arbeit/2020-04/gesundheitswesen-coronavirus-krankenhaus-unterfinanzierung-personal

Große private Klinikbetreiber wie Asklepios, Paracelsus und Schön sind Verbrecher. Profitgier zerstört das Gesundheitswesen.

Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 12:14:33 Fr. 10.April 2020
Zitat
GESETZESÄNDERUNG - 12,5 Stunden-Schichten fürs Pflegepersonal möglich

Das Uniklinikum Essen plant bei einer Verschärfung der Corona-Krise in einigen Pflegebereichen 12,5-Stunden-Schichten einzuführen, inklusive einer Pause von 45 Minuten.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw15/12-5-stunden-schichten-sind-in-zeiten-von-corona-moeglich
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Troll am 09:28:41 Sa. 11.April 2020
Unterbezahlt und unterbesetzt
Pflege in der Corona-Krise


Seit Jahren fordern Politiker aller Parteien immer wieder, die Pflege müsse gestärkt werden. Doch angekommen ist in den Krankenhäusern wenig, kritisieren Gesundheitsexperten.

HTML5: https://rodlzdf-a.akamaihd.net/none/zdf/20/03/200324_clip_2_f21/1/200324_clip_2_f21_2360k_p35v15.mp4
Quelle: ZDF-Frontal21 (https://www.zdf.de/politik/frontal-21/pflege-in-der-corona-krise-100.html) via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=60150#h03)
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Martin Mitchell am 06:19:55 Di. 14.April 2020
.  
Ich bring das jetzt mal mit folgender Überschrift AUCH HIER unter:

Corona-Virus-Gefahr ----- Masken tragen, oder nicht.

Ein Arzt zeigt uns wie es geht. = A doctor shows us how it is done.
Herstellung einer DIY Mund-Nasen-Schutzmaske ohne Nähmaschine (kurzes Video).
= Making an effective DIY face-mask without a sewing machine (short video).
https://au.lifestyle.yahoo.com/coronavirus-australian-doctor-diy-face-mask-home-items-004426978.html (https://au.lifestyle.yahoo.com/coronavirus-australian-doctor-diy-face-mask-home-items-004426978.html) :
How to make a DIY face-mask using materials around the house.
Aussie doctor shows how to make a simple DIY face mask at home (without a sewing machine).


Zusätzlich könnte man dann auch noch SOLCH EIN FACE-SHIELD verwenden:
https://www.dezeen.com/2020/04/03/mit-covid-19-face-shields-design/ (https://www.dezeen.com/2020/04/03/mit-covid-19-face-shields-design/)

Bezüglich allen Schutzmasken beachte man auch unbedingt folgendes:
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Empfehlungen des BfArM

https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html (https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Medizinprodukte/DE/schutzmasken.html)
Hinweise des BfArM zur Verwendung von selbst hergestellten Masken (sog. „Community-Masken“), medizinischem Mund-Nasen-Schutz (MNS) sowie filtrierenden Halbmasken (FFP2 und FFP3) im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2 / Covid-19)
.  
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 11:17:12 Di. 14.April 2020
(https://abload.de/img/gesundheitoyk08.jpg) (https://abload.de/image.php?img=gesundheitoyk08.jpg)

https://youtu.be/fAgOXI3V0lo
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Fritz Linow am 21:54:40 Di. 14.April 2020
Jens Spahn gab heute dem ZDF am Uniklinikum Gießen ein Interview:

(https://abload.de/img/spahnh7kuv.png) (https://abload.de/image.php?img=spahnh7kuv.png)
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Onkel Tom am 09:28:48 Mi. 15.April 2020
Schön, das etwas von dem Protest anbei zu sehen ist. Ich habe es in der Glotze vernommen
und auffällig, wie der Kameramann peinlich darauf achtete, das Protest-Forderungen kaum
auf dem Schirm zu sehen ist.
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 22:07:14 Fr. 17.April 2020
Zitat
Trotz Corona: Kurzarbeit in Krankenhäusern in SH

Es ist eine paradoxe Situation: Krankenhäuser im ganzen Land suchen freiwillige Helfer in der Corona-Pandemie, rufen ehemalige Pfleger auf, wieder ihren alten Beruf zu ergreifen - und gleichzeitig haben fünf Kliniken in Schleswig-Holstein für einen Teil ihrer Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet. Die Krankenhausgesellschaft berichtet von vielen leeren oder fast leeren Stationen. "Wir können davon ausgehen, dass die Kliniken im Moment nur gut zur Hälfte belegt sind. Das ist deutlich unterhalb der Durchschnittsauslastung, die etwas bei 80 Prozent bezogen auf alle Planbetten liegt", sagt der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein, Patrick Reimund.

Flächendeckend hätten die Krankenhäuser in der Region nicht viel zu tun, so Reimund. Das liege daran, dass die Kliniken deutschlandweit alle nicht dringend notwendigen Behandlungen verschieben mussten, um so für Corona-Patienten Betten frei zu haben. Und die Zahl dieser Patienten im Land ist zurzeit nicht so hoch wie ursprünglich befürchtet.

Die Kliniken halten Kapazitäten frei für Corona-Patienten. Deshalb sind laut Krankenhausgesellschaft SH nur ein Bruchteil der Krankenhausbetten belegt. Die Folge mancherorts: Kurzarbeit.

Betroffen sind laut Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein die Lubinus-Klinik mit ihren zwei Standorten in Kiel, die beiden Schön-Klinik-Häuser in Neustadt und Bad Bramstedt sowie die Asklepios-Klinik in Westerland. Bei Lubinus seien es rund zehn Prozent der Mitarbeiter, so Vorstand Manfred Vollmer. Darunter seien viele Mitarbeiter aus der Verwaltung, aber auch Pflegepersonal und sogar einige Ärzte.

"Wir versuchen alles zu tun, um eine finanzielle Schieflage zu vermeiden. Wenn allerdings ein oder zwei Monate die Umsätze in der Art und Weise einbrechen, dann hat das natürlich sehr deutliche Auswirkungen", erklärt Vollmer. Er geht davon aus, dass die Ausgleichszahlungen, die geleistet werden, nicht ganz ausreichen werden, um die Defizite auszugleichen.

Corona-Vorbereitung: Überstunden abbummeln


In fast allen Krankenhäusern in Schleswig-Holstein, wie am UKSH in Kiel sowie bei den Imland-Kliniken in Rendsburg und Eckernförde, in Schleswig-Holstein sollen die Mitarbeiter außerdem Überstunden abbummeln. "Möglicherweise wurde beim Herunterfahren von Behandlungen, die nichts mit Corona zu tun haben, etwas über das Ziel hinausgeschossen", meint der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Patrick Reimund. Manfred Vollmer hält die in den Krankenhäusern ergriffenen Maßnahmen grundsätzlich für gut und nicht für übertrieben. Man wisse nicht, welche Corona-Welle noch auf uns zukomme, so der Lubinus-Klinikchef.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Trotz-Corona-Kurzarbeit-in-Krankenhaeusern,kurzarbeit186.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 16:19:17 So. 19.April 2020
Zitat
SCHLEIZ / GREIZ - Kurzarbeit im Krankenhaus? Krönung kapitalistischer Gesundheitspolitik!

Der MDR berichtete am 17. April - von ver.di bestätigt -, dass für die „finanziell angeschlagenen“ Krankenhäuser Greiz und Schleiz in Thüringen Kurzarbeit angemeldet worden sei. Und das mitten in der Corona-Pandemie, wo andere Krankenhäuser völlig überlastet sind und sich das Personal bis zum Umfallen einsetzt - eine weitere Krönung kapitalistischer Gesundheitspolitik!

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw16/kurzarbeit-im-krankenhaus-kroenung-kapitalistischer-gesundheitspolitik-fuer-schwerpunkt
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08:32:52 Mo. 20.April 2020
Zitat
500 Euro Zuschlag für alle
Berliner Krankenhaus-Mitarbeiter fordern Corona-Pakt

Pflegekräfte und Abgeordnete debattieren - Beschäftige von Vivantes und Charité verlangen vorläufiges Ende der Fallpauschalen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/500-euro-zuschlag-fuer-alle-berliner-krankenhaus-mitarbeiter-fordern-corona-pakt/25752722.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:02:26 Mi. 22.April 2020
Zitat
Aufsichtsrat: Klinikchefs unverzüglich beurlauben

Erste Konsequenzen nach dem Ausbruch des Sars-CoV-2-Virus im Potsdamer Bergmann-Klinikum mit zahlreichen toten Patienten. Eine Untersuchungskommission soll Fehler und Verantwortungen klären.
https://www.pnn.de/potsdam/corona-affaere-in-potsdam-aufsichtsrat-klinikchefs-unverzueglich-beurlauben/25759876.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:02:20 Do. 23.April 2020
Zitat
Demokratisiert das Gesundheitssystem!
Weder Beifall, noch Worte, noch Bonuszahlungen lösen die Probleme des Gesundheitssystems. Wir brauchen dessen Demokratisierung
https://www.freitag.de/autoren/franzhausmann/demokratisiert-das-gesundheitssystem

Hier liegt ein Hauptproblem.
Verdi inszeniert Krankenhausproteste, in denen die Beschäftigten die Rolle von Statisten haben. In den Pflegebündnissen spielt die DKP oft eine starke Rolle, ihre Forderungen sind zwar etwas besser, ihre Herangehensweise erinnert aber an die von Verdi.

Die besten Forderungen kamen bisher aus den Reihen fortschrittlicher Ärzte.

Echte Basisinitiativen im Gesundheitswesen sind kaum vorhanden.

Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 16:21:38 Di. 12.Mai 2020
Zitat
DUISBURG - "Allgegenwärtiger Mangel in Altenheimen" - eine Hausärztin berichtet

Eine Hausärztin, die unter anderem ältere und alte Patienten in verschiedenen Altenheimen in Duisburg besucht, berichtet über ihre Erfahrungen:

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw20/allgegenwaertiger-mangel-in-altenheimen-eine-hausaerztin-berichtet
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 10:54:01 Di. 19.Mai 2020
Zitat
Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge überdurchschnittlich häufig von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen. Wie aus Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ hervorgeht, haben sich seit Mitte April durchschnittlich täglich mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen angesteckt. Insgesamt hätten sich bisher rund 20 000 Mitarbeiter aus diesen Bereichen eine Infektion mit dem Virus zugezogen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des RKI. Das entspreche etwa elf Prozent aller Infizierten. Mindestens 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten demnach stationär behandelt werden, mindestens 60 seien infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.
https://www.fr.de/panorama/coronavirus-studie-bestaetigt-sars-cov-2-uebertragung-ersten-symptomen-zr-13762762.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:32:28 Do. 21.Mai 2020
Belgien:

Zitat
Gewerkschaften kündigen Streik im Gesundheitswesen an

In den Krankenhäusern und Altenheimen droht ein Arbeitskampf. Die Gewerkschaften in der Wallonie und Brüssel haben eine Streikankündigung im Gesundheitssektor hinterlegt. Die Gewerkschaften fordern eine gründliche Refinanzierung der Branche und wirksame strukturelle Investitionen.


Enorm viel Frust hat sich angestaut beim medizinischen Personal. Und das geht schon zurück auf die Zeit vor der Corona-Krise. Im vergangenen Jahr begannen die medizinischen Pflegekräfte mit einer Art Dauerprotest: Jede Woche eine Demo unter dem Titel „Die Dienstage der weißen Westen“. Jede Woche also wiederholte man die gleichen Forderungen, grob zusammengefasst: bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und mehr Mittel.

Dann kam das Coronavirus. Und die Krankenhäuser begannen vollzulaufen mit Covid-19-Patienten. Und plötzlich schien die Last der ganzen Welt auf den Schultern des Krankenhauspersonals zu lasten. Wie das häufig so ist: Krisen wirken gewissermaßen entlarvend und legen schonungslos die Probleme offen, die längst unter der Decke schwelten. In den Krankenhäusern ging es mitunter drunter und drüber: Zu wenig Personal, zu wenig Material. Der traurige Höhepunkt war erreicht, als plötzlich sogar Schutzmasken und -Kleidung fehlte – Basisausstattung.

Wenn das System nicht implodiert ist, dann sei das allein dem Personal zu verdanken, das sich regelrecht aufgeopfert und seine Forderungen und seinen Frust für die Zeit der Krise quasi in den Kühlschrank gelegt habe. Doch dann gab es den berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat: zwei ministerielle Erlasse, die gerade veröffentlicht wurden, sagte Yves Hellendorf von der christlichen Gewerkschaft CNE.

Der erste ministerielle Erlass erlaubt die Zwangsverpflichtung von medizinischem Personal. Und der zweite Text erlaubt es, Menschen im Pflegebereich einzusetzen, die den Beruf nicht gelernt haben. „Können Sie sich vorstellen, wie das rüberkommt?“, fragt rhetorisch Yves Hellendorf. „Den Menschen, die noch nicht zur Ruhe kommen konnten, denen sagt man jetzt: Wenn ihr Feiglinge zuhause bleibt, dann kommen wir euch holen. Und übrigens ist eure vierjährige Ausbildung eigentlich gar nicht nötig; das kann jeder.“

Genauso muss die Botschaft bei vielen tatsächlich angekommen sein. Das jedenfalls hat die Aktion vom vergangenen Samstag gezeigt. Das Pflegepersonal hat Bilder produziert, die um die Welt gegangen sind: Beim Besuch der Premierministerin Sophie Wilmès im Brüsseler Saint-Pierre-Krankenhaus säumte das Personal den Zugangsweg. Als ihr Auto vorbeifuhr, kehrten die Leute ihr den Rücken zu. Nennen wir es mal: ein Un-Ehrenspalier.

Sophie Wilmès selbst war zwar naturgemäß wenig erbaut, zeigte sich aber zugleich dialogbereit. Ihre Parteikollegin, Energieministerin Marie-Christine Marghem, verlor aber auf Facebook die Fassung: Das sei das Verhalten von „verwöhnten Puten“, die nicht kriegen, was sie wollen, schrieb Marghem sinngemäß. Sie sprach zudem von einer „politischen Aktion“. Die sarkastische Antwort der sozialistischen Gewerkschaft SetcA aus dem Mund von Nathalie Lionnet: „Vielen Dank, Marie-Christine“, zischt die Gewerkschafterin.

Da half es auch nicht mehr, dass MR-Chef Georges-Louis Bouchez noch versuchte, die Aussage seiner Ministerin geradezurücken. Es war zu viel. „Unsere Basis hat uns zu verstehen gegeben, dass sie nach alledem nicht mehr stillhalten kann“, sagt Nathalie Lionnet. Und deswegen habe man die Streikankündigung hinterlegt: damit mögliche Protestaktionen abgedeckt sind.

Bei der CNE ist das nach Worten von Yves Hellendorf genauso abgelaufen: Man wollte eigentlich noch warten, aber die Basis war zu aufgebracht.
In einer ersten Phase fordern beide Gewerkschaften, dass die beiden ministeriellen Erlasse zurückgezogen werden. „Darüber hinaus wird es aber jetzt definitiv auch um die Arbeitsbedingungen gehen müssen“, sind sich CNE und SetcA einig.

Premierministerin Sophie Wilmès zeigt sich indes mehr denn je dialogbereit. Und das mit doch klaren Worten: Sie wolle einen wirklichen Dialog. Die Frage müsse lauten: Wie können wir tatsächlich helfen? Denn das sei die wirkliche Aufgabe einer jeden Regierung

Die Streikankündigung der Gewerkschaften wurde von Beobachtern als regelrechte Kriegserklärung interpretiert.
Fakt ist wohl: Das Krankenhauspersonal dürfte sich nicht mehr mit simplen Versprechen zufrieden geben.
https://brf.be/national/1381871/
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 09:52:02 Do. 21.Mai 2020
Zitat
"Ich bekomme nur einen Mund-Nasen-Schutz pro Tag"
Personal in Kliniken und Pflegeheimen infiziert sich besonders häufig mit dem Coronavirus. Noch immer fehlen vielerorts Schutzausrüstung und Tests.
https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/coronavirus-krankenhaeuser-ansteckung-1.4911294
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 12:33:48 Sa. 23.Mai 2020
Zitat
GESUNDHEIT - Klinikkonzerne profitieren – Wachsender Widerstand gegen Überbelastung

Von der Corona-Pandemie profitieren die internationalen Klinikkonzerne.

Der Helios-Konzern nutzt die lange geplante Schließung einer Klinik für Allgemeinversorgung im Stadtteil Bochum-Linden, um noch die Bettenpauschale von 560 Euro pro Tag mitzunehmen. Laut Gesetz ist diese Vergütung bis Ende September befristet. Die Helios-Klinik stellte sich also als Teil des Pandemie-Konzepts der Stadt Bochum zur Verfügung. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Klinik will noch bis Ende September die Betten bereithalten. Der Helios-Konzern ist einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Europa. Als Marktführer machte Helios 2016 5,8 Milliarden Euro Umsatz und 543 Millionen Euro Gewinn. Zur Helios-Gruppe gehören über 110 Kliniken, darunter sieben Maximalversorger.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw21/klinikkonzerne-profitieren-wachsender-widerstand-gegen-die-belastung-der-pflegenden-1
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 07:51:34 So. 31.Mai 2020
Zitat
SPANIEN - Müde und ausgebeutet

Spanien: Medizinisches Personal protestiert in Madrid gegen prekäre Arbeitsbedingungen

Quelle: https://www.jungewelt.de/artikel/379073.spanien-m%C3%BCde-und-ausgebeutet.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Kuddel am 18:08:10 Di. 07.Juli 2020
Zitat
Vor allem im Süden und Südwesten der USA spitzt sich die Lage immer mehr zu. Eine Kontaktverfolgung ist nicht mehr möglich, die Krankenhäuser verfügen kaum noch über freie Betten.

„Die Fälle nehmen so schnell zu, dass wir nicht einmal mehr die Kontakte verfolgen können“, sagte Dr. Peter Hotez, Dekan für Tropenmedizin am Baylor College of Medicine, dem TV-Sender CNN. „Ich weiß nicht, wie wir das machen sollen.“

Ein Problem besteht laut Hotez darin, dass die Fallzahl fast täglich neue Rekorde erreicht. So waren nach Angaben der Johns Hopkins University in Baltimore bis Dienstagmorgen (07.07.2020) mehr als 2,9 Millionen Menschen infiziert und 130.306 Menschen an Coronavirus gestorben.

So hat sich auch im Sonnenstaat Florida die Lage zuletzt dramatisch verschlechtert. Hier werden vor allem die Betten in den Krankenhäuser zusehends knapper. 43 Intensivstationen haben mittlerweile ihre Kapazität erreicht, da dort keine Betten mehr verfügbar sind. Allein im Miami-Dade County ist die Zahl der Covid-19-Patienten, die in den letzten 13 Tagen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, nach den neuesten veröffentlichten Daten um 90 Prozent gestiegen.

Auch die Anzahl der verwendeten Intensivbetten (86%) und die Verwendung von Beatmungsgeräten (127%) hat enorm zugenommen. Die zuständige Gesundheitsbehörde von Miami hat in den vergangenen zwei Wochen einen Anstieg der Patienten um glatte 120% verzeichnet, von 157 Patienten am 20. Juni zu 345 am 6. Juli.

Der Bundesstaat Florida gibt die Anzahl der aktuellen Corona-Patienten im Bundesstaat nicht frei. Der Staat gibt nur die Anzahl der verfügbaren Krankenhausbetten frei, die derzeit 14.324 (24%) beträgt. Der Bürgermeister von Miami sprach derweil von einer besorgniserregenden Situation: „Ich schaue mir die Statisten an, und die Statistiken zeichnen ein düsteres Bild. Alle Zahlen sind hoch“, sagte Francis Suarez. „Was wir brauchen, ist ein Plan und eine Strategie, die langfristig sind und darauf ausgelegt sind, Covid-19 in unserer Gemeinde zu besiegen. “

Der US-Bundesstaat Texas gehört inzwischen zu den Brennpunkten der Corona-Krise in den USA. Allein am Montag meldete Texas 5318 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl auf 200.557 Fälle und 2.655 Todesfälle in dem Bundesstaat erhöht. Aus Angst davor, dass das dortige Gesundheitssystem kollabieren könnte, greift nun das US-Militär den örtlichen Behörden unter die Arme.

Rund 50 Mitarbeiter schickt das Militär in die Region um San Antonio in Texas, um vor Ort „medizinische Hilfe zu leisten“. Dazu gehören Krankenschwestern in der Notaufnahme und auf der Intensivstation, Fachkräfte für Atemwegserkrankungen und Hilfspersonal, wie es in einer Erklärung heißt.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte das Militär bereits Hunderte von medizinischen Helfern in andere Regionen wie New York entsandt.
https://www.fr.de/politik/corona-coronavirus-usa-nick-cordero-tod-pandemie-infektionen-rekord-covid19-dramatische-lage-zr-90006636.html
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 18:57:13 Di. 07.Juli 2020
Die USA haben starke Probleme im Gesundheitswesen. Als im Winter 2017/18 eine wirklich schwere Grippe-Epidemie durch die Welt zog, kam es auch in den USA zu einer Überbelastung der Krankenhäuser, zum Aufbau von Triage-Zelten, Operationen wurden abgesagt, Patienten abgewiesen. Alabama erklärte den Ausnahmezustand.

https://time.com/5107984/hospitals-handling-burden-flu-patients/
https://www.statnews.com/2018/01/15/flu-hospital-pandemics/
https://off-guardian.org/2020/04/02/coronavirus-fact-check-1-flu-doesnt-overwhelm-our-hospitals/

In New York ist die Masse der Opfer wohl illegale Einwanderer ohne Papiere und Job
https://www.fr.de/politik/coronavirus-corona-krise-usa-notarzt-lage-new-york-bronx-zr-13762623.html

Hier das aktuelle Infektionsgeschehen in den USA
https://www.worldometers.info/coronavirus/country/us/
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: Fritz Linow am 21:47:02 Di. 07.Juli 2020
(https://abload.de/img/danke4hj63.png) (https://abload.de/image.php?img=danke4hj63.png)
Titel: Re: Corona: Brennpunkt Gesundheitswesen
Beitrag von: counselor am 18:40:12 Mi. 08.Juli 2020
Zitat
KRISENMANAGEMENT DER BUNDESREGIERUNG - 870 Millionen für die Corona-Prämie – 103 Milliarden für die Monopole

Berechtigt empört die Massen, dass für Beschäftigte im Gesundheitswesen kein Anspruch auf Corona-Prämie besteht. Diese sind natürlich stinksauer. Und das völlig zu Recht! Mit der Entfaltung der Corona-Pandemie wurden sie als „systemrelevante“ Pflegekräfte umworben, an ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Einsatzbereitschaft wurde appelliert: „Wir gemeinsam“, „Wir schaffen das“ war damals zu hören gewesen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2020/kw28/870-millionen-fuer-die-corona-praemie-103-milliarden-fuer-die-monopole