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Industrie & Handwerk & Agrar => Betriebe Regional => Betriebe aus Kiel => Thema gestartet von: Kalle am 18:56:56 Di. 11.Februar 2003

Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Kalle am 18:56:56 Di. 11.Februar 2003
Tag der Wahrheit für HDW: Wie viele müssen gehen?

Werftchef Burmester präsentiert Strukturkonzept - Flaute im Handelsschiffbau
 
 
 
 
Kiel - Hunderte von Jobs gehen verloren, Aus für den Handelsschiffbau - in der Gerüchteküche brodelt es seit Monaten. Nun soll es Klarheit geben: Heute will der HDW-Vorstand unter Führung von Helmut Burmester (63) den Wirtschaftsausschuss des Unternehmens über ein Strukturkonzept informieren, mit dem die Werft der Auftragsflaute im Handelsschiffbau dauerhaft begegnen will. Konkrete Maßnahmen drangen zwar bis gestern nicht an die Öffentlichkeit, doch soviel ist klar: Mit Kurzarbeit für ein paar Hundert Mitarbeiter ist es nicht getan. Nur ein dreiviertel Jahr nach dem jüngsten Personalabbau stehen bei der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG erneut Arbeitsplätze auf der Kippe.

Nichts Gutes für die Zukunft von HDW als Universalwerft schwant Wolfgang Mädel, dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall Kiel: "Ich befürchte, dass unter dem Deckmantel der Personalanpassung ein Konzept präsentiert wird, das mit seinen Einschnitten den Einstieg in das Sterben des Handelsschiffbaus in Kiel bedeutet."

Fest steht nach Informationen der Kieler Nachrichten allerdings, dass Burmester nicht das Aus für den Bau von Fähren oder Kreuzfahrtschiffen an der Förde verkünden wird. Ein solcher Schritt wäre auch nicht ratsam: Seit jeher profitiert die Werft mit ihren konzernweit mehr als 5000 Stellen (davon knapp 3400 in Kiel) davon, dass sie beides kann: Überwasserschiffe bauen und U-Boote. So können im Idealfall Nachfragelücken in einem durch Aufträge im anderen Segment ausgeglichen werden. Das Problem ist nur: Während der Bau von U-Booten dem Unternehmen Milliarden einbringt, erwirtschaftet der Handelsschiffbau rote Zahlen. Entnervt von dem Millionen-Debakel mit den griechischen "Superfast"-Fähren gab deshalb bereits Ex-Werftchef Klaus Lederer die Losung aus: Handelsschiffbau ja, aber in einem deutlich verringerten Umfang. Und Neuaufträge sollte die Werft nur noch zu Konditionen hereinnehmen, die Verluste in engen Grenzen halten. Doch solche Aufträge scheinen gegenwärtig nicht in Sicht. Die Schere zwischen Nachfrage und Angebot klafft immer dramatischer auseinander, und auch die aggressive Konkurrenz aus Südkorea macht die Preise kaputt.

Doch Mädel warnt den Vorstand davor, sich mit den Argumenten Kostendruck und Marktschwäche aus der Affäre zu ziehen: "Natürlich bewegt sich HDW in rauer See. Das darf aber nicht dazu führen, erneut an der Personalschraube zu drehen." Mit dem Abbau von mehr als 200 Mitarbeitern im vergangenen Jahr habe die Werft bereits die Untergrenze dessen erreicht, was für einen eigenständigen Handelsschiffbau nötig sei. Der Verdacht des Gewerkschafters, der auch Mitglied des HDW-Aufsichtsrats ist: Dem Management fehle es am nötigen Ehrgeiz beim Akquirieren von Aufträgen im Handelsschiffbau: "Warum schafft ausgerechnet HDW nicht das, was anderen deutschen Werften gelingt: Aufträge zu Kosten deckenden Preisen hereinzuholen?" Den Handelsschiffbau weiter zu verkleinern - etwa Teile des Stahlbaus in Billiglohnländer zu verlagern - hieße für Mädel, entscheidendes Know-how unwiederbringlich zu verlieren. Dass der Vorstand nicht einfach zusehen kann, wie die ehemals stolze Gewinne schreibende Werft in die Verlustzone rutscht, sieht auch Mädel ein. "Was wir brauchen, ist eine Überwinterungsstrategie, die uns erlaubt, flexibel zu reagieren, wenn die Auftragslage sich wieder bessert." Eine Reduzierung der Arbeitszeit könne eine Alternative sein. Auch einen finanziellen Beitrag der Beschäftigten schließt Mädel nicht aus. "Der aber macht nur dann Sinn, wenn die Weichen neu gestellt werden." Schließlich hätten die Mitarbeiter in der Vergangenheit bereits Arbeitsstunden ohne Bezahlung geleistet, ohne dass sich die Situation verbessert habe. Dabei seien bereits erhebliche Produktivitätsfortschritte erreicht worden. Mädel ist sicher: "Was diese Werft braucht, ist ein Auftrag, um zu beweisen wie gut sie ist."

Für Werftchef Burmester ist die Bewältigung der Flaute im Handelsschiffbau beileibe nicht die einzige Herausforderung. Nach Kiel geholt hatte die HDW-Mutter OEP den Ex-Chef von VAW Aluminium offenbar auch, um die Eigentümerstruktur der Werft neu zu ordnen. Und das könnte bedeuten: Verkauf von HDW an den ThyssenKrupp-Konzern mit seinen Werften Blohm+Voss (Hamburg) und Thyssen-Nordseewerke (Emden). Man betrachte HDW als "langfristige Investition" heißt es dazu bei OEP, der Investmentochter der amerikanischen Bank One. Bei der Suche nach einem Käufer stehe man nicht unter Zeitdruck
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Kalle am 13:06:10 Mi. 12.Februar 2003
Schock für Kiel!
HDW baut 750 Stellen ab - Handelsschiffbau soll bleiben
Kiel - Die größte deutsche Werft HDW reagiert mit einem drastischem Personalabbau auf die asiatische Billigkonkurrenz. Die Zahl der Mitarbeiter solle bis Mai 2004 um 750 auf 2650 sinken, sagte Werftchef Helmut Burmester am Dienstag. Er begründete den Personalabbau um 22 Prozent mit dramatisch verschlechterten Wettbewerbsbedingungen im Handelsschiffbau, aber auch in Teilen des Marineschiffbaus. Die Kieler HDW hat derzeit rund 3400 Mitarbeiter, ist im Marine-Schiffbau gut ausgelastet und wird auch nach dem Stellenabbau noch größte deutsche Werft bleiben.

Vor der Werftenkrise der 70-er Jahre beschäftigte HDW allein in Kiel mehr als 10000 Mitarbeiter. Ab April kommenden Jahres sollen es noch 2650 sein. Der Abbau sei schmerzhaft, räumt Burmester ein. Doch Emotionen will sich der Mann, der die HDW-Führung im Oktober 2002 übernommen hatte, nicht hingeben: "Es gibt keine Alternative." Einzelheiten würden nun mit dem Betriebsrat besprochen. Rund 30 Millionen Euro habe das Unternehmen eingeplant, um die Schrumpfkur möglichst sozialverträglich umzusetzen. Die jährliche Einsparung beziffert Burmester auf 50 Millionen Euro.

2650 Mitarbeiter: Ist das das Ende der Fahnenstange? Burmester zögert. "Ich kann keine Garantie dafür abgeben, dass diese Arbeitsplätze in alle Ewigkeit erhalten bleiben. Ich kann aber sagen, das die neue Struktur der Werft belastbar und auf einen längeren Zeitraum gesehen das richtige Konzept ist."

HDW: Die größte deutsche Werft
Die Howaldtswerke-Deutsche Werft AG ist Deutschlands größter Schiffbauer. Noch bauen rund 3400 Beschäftigte bauen am Kieler Ostufer Marine- und Handelsschiffe. HDW produziert Hochtechnologie - etwa für nichtnukleare U-Boote mit Wasserstoffbrennstoffzelle. Die erste Tarnkappen-Korvette der Welt stammt von der schwedischen HDW-Tochter Kockums. Zusammen mit ihren Töchtern beschäftigt die HDW-Gruppe rund 6500 Mitarbeiter in Deutschland, Griechenland und Schweden. Der Sitz der Gruppe ist Kiel mit Haupt-Aktivitäten in Kiel, Karlskrona und Malmö (Schweden), Rendsburg und Skaramanga (Griechenland). Die Aktienmehrheit an HDW hält One Equity Partners (USA). Im Geschäftsjahr 2000/2001 betrug der Umsatz 461 Millionen Euro, der Auftragsbestand wurde zuletzt mit 4,544 Milliarden Euro angegeben.
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Sparky am 01:14:15 Mi. 19.Februar 2003
Jetzt ist das Geschrei groß. Die IG Metall wird aufeinmal kämpferisch und will um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

Die Situation kommt aber garnicht so überraschend, wie es aussieht. Wer sich dafür interessiert hat ahnte soetwas schon seit dem HDW Verkauf.

Die Belegschaft ist eingeschüchtert und weiß nichtmehr wie ein richtiger Arbeitskampf aussieht.
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Serhat am 01:32:53 Mo. 24.Februar 2003
Der Kriegsschiffbau ist gut ausgelastet. Krieg hat Konjunktur.

Man muß fast schon froh sein, daß der Handelsschiffbau nicht eingestellt wird. Vor 20 Jahren wurde viel politisch diskutiert. Über Boykott von Waren aus Südafrika. Leute sind mit booten zur Werft gefahren und haben ein U-Boot besetzt und ein Transparent rangehängt. Gegen Waffenexport.

Da haben sich einige Kollegen Gedanken gemacht. Als das "Traumschiff"(Ein Luxusliner für Südafrika) gebaut wurde gingen einige Baupläne in Flammen auf und viele Kabel wurden durchschnitten. Auch bei Kriegsschiffen gab es Sabotage.

Heute wird wenig diskutiert.
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: am 02:31:25 Sa. 01.März 2003
KN 1.3.03:

 "Ich verspreche Ihnen ein offenes Ohr"
Vorstand zeigt Gesprächsbereitschaft - "Zum Handeln gezwungen"
 
"Gereizte Stimmung: Rund 3000 Mitarbeiter demonstrierten auf dem Werftgelände für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Nach jetzigem stand will der HDW-Vorstand bis Mai kommenden Jahres 742 Stellen abbauen. "


Demonstrieren auf dem Werftgelände? Warum nicht gleich im eigenen Wohnzimmer?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Kalle am 10:21:14 Do. 24.Juli 2003
HDW-Aufsichtsrat Hickel fürchtet Verkauf an französischen Thales-Konzern
 
Der Großwerft HDW droht nach Einschätzung ihres Aufsichtsratsmitgliedes Prof. Rudolf Hickel die Zerschlagung. "Ich sehe die ganz konkrete Gefahr, dass der jetzige Eigentümer OEP den profitablen U-Boot-Bau an den französischen Rüstungskonzern Thales verkauft", sagte der Bremer Ökonom und Schiffbauexperte gestern den Kieler Nachrichten. Ein solcher Schritt würde massive Risiken für den Standort Kiel bedeuten, zumal der defizitäre Handelsschiffbau - an dem ein Großteil der 3400 Arbeitsplätze hängt - ohne die Gewinne aus dem Bau von U-Booten, Fregatten und Korvetten nicht überlebensfähig ist.

Thales Naval ist einer der weltweit größten Anbieter elektronischer Systeme für Marineschiffe. Noch besitzt der Konzern zwar keine Werft. Geplant ist jedoch die Übernahme der französischen Staatswerft DCN und damit des bedeutendsten Konkurrenten von HDW im U-Boot-Bau. DCN selber hatte sich bereits mehrfach als Interessent für HDW zu verstehen gegeben. Die Chancen für einen deutschen Werftenverbund sind hingegen gesunken. Zwar hat ThyssenKrupp ein Angebot im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich vorgelegt. Das jedoch genügt offenbar bei Weitem nicht den Vorstellungen des HDW-Eigentümers. Der US-Finanzinvestor One Equity Partners will sich von seinem Engagement im Schiffbau trennen, da die Bundesregierung sich hartnäckig weigert, den lukrativen Verkauf von U-Booten nach Taiwan zu genehmigen.


Aus den Kieler Nachrichten vom 24.07.2003
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: KN am 15:24:39 Sa. 23.August 2003
Zitat
HDW: Doch Großauftrag? Montag entscheiden die Beschäftigten über Kompromiss
 
Kiel – Neue Hoffnung bei HDW: Die Kieler Werft hat nun doch gute Chancen, den schon verlorenen geglaubten Großauftrag zum Bau von vier Containerschiffen für die Hamburger Reeder MPC an Land zu ziehen. Unternehmensführung, Betriebsrat und IG Metall haben sich nach fast dreiwöchigen Gesprächen auf einen Beschäftigungspakt verständigt, der befristet auf zwei Jahre unentgeltliche Mehrarbeit sowie zum Teil deutliche Einschnitte bei Weihnachts- und Urlaubsgeld vorsieht. Im Gegenzug verzichtet das Unternehmen für drei Jahre auf weitere betriebsbedingte Kündigungen in der Fertigung.


Am Montag sollen die Gewerkschaftsmitglieder unter den rund 3200 HDW-Beschäftigten über den Kompromiss abstimmen. Die Zustimmung des amerikanischen HDW-Eigners One Equity Partners sowie des Aufsichtsrates gilt als wahrscheinlich. Doch auch der Kunde MPC muss noch grünes Licht geben, da sich die ursprünglich vereinbarten Ablieferungstermine verzögern könnten.

Die zum Verkauf stehende Werft ist dringend auf Aufträge im Handelsschiffbau angewiesen. Über den Bau der vier 212 Meter langen Schiffe im geschätzten Gesamtwert von 120 Millionen Euro hatte HDW Ende Juni mit MPC eine Absichtserklärung unterzeichnet. Knapp einen Monat später platzte das Vorhaben wie berichtet, da Vorstand und Gewerkschaft sich nicht über finanzielle Opfer der Belegschaft einigen konnten.

Gestern Vormittag informierte der HDW-Betriebsratsvorsitzende Ernst Kiel die Belegschaft: "Es wird uns viel abverlangt. Dennoch bitte ich Euch um Zustimmung."

Konkret sieht der Beschäftigungspakt vor: Die Arbeitszeit wird für zwei Jahre um insgesamt 276 Stunden je Mitarbeiter ohne Lohnausgleich verlängert. Weihnachts- und Urlaubsgeld schrumpfen auf einheitliche Beträge von 1100 beziehungsweise 1050 Euro. Der durchschnittliche HDW-Arbeiter erhält derzeit 1870 Euro Urlaubs- und 1485 Euro Weihnachtsgeld. Während der Laufzeit des Vertrages (1. September 2003 bis 31. August 2006) sind in der Fertigung betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Dies ändert allerdings nichts an dem bereits angekündigten Abbau von 742 Stellen. Mitarbeiter, die davon betroffen sind, werden von den Kürzungen ebenso ausgenommen wie Auszubildende.

Kiels IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel sprach von einem für die Gewerkschaft sehr "ungewöhnlichen Weg", den man aber gehen müsse, um der Werft wieder eine Zukunft zu geben. Man habe den Gesprächsfaden zu keinem Zeitpunkt abreißen lassen. Ursprünglich hatte der Vorstand einen unbefristeten Lohnverzicht von zehn Prozent sowie für zwei Jahre drei Stunden unbezahlter Mehrarbeit pro Woche verlangt.


Aus den Kieler Nachrichten vom 23.08.2003



Welch Farce!
Seit Jahren hat der Betriebsrat die Belegschaft dazu gekriegt "den Gürtel enger zu schnallen" wenn es den Betrieb "schlecht" ging. In Zeiten hoher Profite profitierte die Belegschaft jedoch nie.

Und jetzt wieder: Mehr Arbeit und weniger Geld!
"Dies ändert allerdings nichts an dem bereits angekündigten Abbau von 742 Stellen." Und unlängst werden wieder Leiharbeiter auf der Werft eingesetzt. Urkomisch, nicht wahr?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: KN am 18:21:01 Mo. 25.August 2003
Na, großartig:

Zitat
Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder bei HDW für Beschäftigungspakt

Kiel (dpa/lno) - Eine große Mehrheit der Gewerkschaftsmitglieder bei der größten deutschen Werft HDW hat sich am Montag für den Beschäftigungspakt ausgesprochen, der am vergangenen Freitag zwischen der IG Metall und dem HDW-Vorstand ausgehandelt worden war. Wie die IG Metall mitteilte, stimmten 77,8 Prozent der Mitglieder für die Vereinbarung; 22,2 Prozent erklärten sich dagegen. Die Vereinbarung sieht befristet auf zwei Jahre 276 Stunden unentgeltliche Mehrarbeit und sowie Einschnitte bei Weihnachts- und Urlaubsgeld vor.

dpa/regioline vom 25.08.2003
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:10:07 Fr. 19.September 2003
Man muß sich das mal vorstellen, die Auftragsbücher von HDW sind für die nächsten Jahre voll, jede Menge Leiharbeiter werden zusätzlich auf die Werft geholt, Internationale Investoren zeigen großes Interesse an der High-Tech-Werft und die Arbeiter sammeln für ihren armen Konzern.

Jeder Arbeiter spendet pro Jahr ca. 2500 EURO von seinem Lohn der Werft!

Dieses absurde Spektakel nennt sich sogar BESCHÄFTIGUNGSPAKT und das bedeutet, daß die Entlassungen widerstandslos hingenommen werden. Von Gewerkschaftsvertretungen ist man soetwas ja fast schon gewohnt. Aber daß die Belegschaft dazu noch JA & AMEN sagt stimmt einen nur noch fassungslos.

Es zeigt welche Folgen es hat wenn in der Gesellschaft politische Diskussionen durch Nachbeten von Mediengeschwafel ersetzt werden. Politiker werden eigentlich schon überflüssig. Eine Gummipuppe mit dem "Steuersong" reicht schon, dann noch den BILD-Aufkleber vom Bizeps-Bundesadler und fertig ist das Steuergeschenk für die Reichen und der Griff in die Taschen die Armen. Und die applaudieren noch!
Dieter Bohlen for Kanzler!  
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: am 23:06:11 Do. 02.Oktober 2003
Zitat
HDW überholt Megayacht des Öl-Milliardärs Abramowitsch

Kiel (dpa/lno) - Die größte deutsche Werft HDW hat einen prestigeträchtigen Auftrag an Land gezogen. In Kiel wird in den nächsten vier Monaten die Megayacht "Le Grand Bleu" des russischen Öl-Milliardärs und Besitzers des britischen Fußballclubs FC Chelsea, Roman Abramowitsch, überholt. Das 100-Meter-Schiff lief am Mittwoch in Kiel ein. Über das Volumen des Auftrags machte die Howaldtswerke- Deutsche Werft AG (HDW) keine Angaben. "Er bringt aber Beschäftigung und Reputation für die Werft", sagte ein Sprecher.

dpa/regioline vom 01.10.2003


Zitat

HDW erhält doch noch Auftrag zum Bau von vier MPC-Containerschiffen

 
Kiel (dpa) - Die größte deutsche Werft HDW hat sich doch noch einen Großauftrag zum Bau von vier Containerschiffen gesichert. Nach Unstimmigkeiten über die Bezahlung der Arbeiter haben die Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft AG und die IG Metall nach dpa- Informationen eine notwendige Tarifvereinbarung erzielt. Ende Juli hatte der Vorstand das Projekt abgelehnt, weil die Gewerkschaft und die betriebliche Tarifkommission einem Lohnverzicht für den Auftrag der Münchmeyer Petersen Steamship (MPC) nicht zugestimmt hatten.

dpa/regioline vom 02.10.2003
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: am 22:40:16 Fr. 24.Oktober 2003
Sicherheit für Werften bis 2005 - Rohwer sagt volle Wettbewerbshilfe zu

Kiel - Die Werften in Kiel und Flensburg bekommen die volle Wettbewerbshilfe für alle Aufträge. Diese Zusage gab Finanzminister Bernd Rohwer vor dem Nautischen Verein zu Kiel. Damit ist die Finanzierung für bis zu elf Neubauten bei HDW, Lindenau und der FSG in Flensburg gesichert. Diese Aufträge sichern die Auslastung der Werften mit zusammen rund 4000 Mitarbeitern bis in das Jahr 2005 hinein. Rund neun Millionen Euro hat das Land im Haushalt 2004 als Wettbewerbshilfe bereitgestellt. Mit diesen Mitteln wird in Kiel bei HDW der Bau von vier Containerschiffen sowie bei Lindenau der Bau von vier Doppelhüllentankern gefördert. "Damit wird die Wettbewerbshilfe voll realisiert, das gilt auch rückwirkend für die Neubauten bei Lindenau", so Rohwer. Damit ist der Weg für die von der EU bewilligte Wettbewerbshilfe von sechs Prozent des Auftragswertes frei. Sie wird zu zwei Dritteln vom Land und einem Drittel vom Bund gezahlt. Für HDW war diese Zusage der Förderung eine "wertvolle und wichtige Hilfe" für die Akquirierung der vier MPC-Containerschiffe.

In dem Zusammenhang griff Rohwer auch die Ministerpräsidenten Peer Steinbrück und Roland Koch an, die nach seinen Informationen auch die Wettbewerbshilfe sowie die Förderung für die westdeutschen Häfen streichen wollen. Den Vorstoß des Duos bezeichnete Rohwer als inakzeptabel: "Ich finde es nicht so gut wenn unsere maritime Wirtschaft durch nicht so gut informierte Subventionsabbauer kaputt gemacht werden". Das gelte auch für die Tonnagesteuer und den Lohnsteuereinbehalt für deutsche Seeleute.

Bei den langfristigen Rahmenbedingungen malte der Wirtschaftsminister ein düsteres Bild. Die Erwartungen auf eine Lösung der Wettbewerbsverzerrungen zwischen Europa und Asien am Verhandlungstisch zu erzielen, sehe er "bei Null" liegen. "Wir werden im Conatinerwettbewerb mit der asiatischen Konkurrenz langfristig nicht mitkommen", so Rohwer weiter.

In dem Zusammenhang forderte er die Werften auf, sich noch intensiver für die Zukunft zu rüsten und "eigene Anstrengungen unternehmen". Dazu zählte er weitere Steigerungen der Produktivität. Eine Aufgabe, für die Rohwer besonders das Management der Werften ansprach. Dauerhaft sei die Branche nur durch den Bau von Spezialschiffen und straffere Kostenstrukturen zu erhalten.



nordClick/kn vom 24.10.2003
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: am 16:24:36 Sa. 01.November 2003
Auftragsboom für deutsche Werften

 
Dank eines kräftigen Auftragsbooms ist die Beschäftigung auf den deutschen Werften für rund zwei bis drei Jahre gesichert.

 
Hamburg (dpa) - Der deutsche Schiffbau erlebt einen kräftigen Auftragsboom. Im laufenden Jahr seien bereits Aufträge für 51 Schiffe im Wert von 2,1 Milliarden Euro hereingekommen, sagte Werner Schöttelndreyer, der Vorsitzende des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), der dpa in Hamburg. Bis zum Ende des Jahres seien weitere 50 Schiffe im Wert von 1,5 Milliarden Euro als neue Aufträge zu erwarten. Die Beschäftigung auf den deutschen Werften sei damit für rund zwei bis drei Jahre gesichert.

dpa/regioline vom 01.11.2003
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:09:16 So. 02.November 2003
Aha! Großes Jammern und Entlassungsdrohungen. Dann den warmen Regen aus öffentlichen Töpfen (die doch stets leer sind, wenn´s um "soziales" geht!). Und plötzlich gibt´s wieder Aufträge.

Glaubt etwa irgendjemand, es hätte nur einen Auftrag weniger gegeben ohne den Griff in öffentliche Kassen?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:55:29 Mo. 15.März 2004
Zitat
Original von spiegel-online

FUSIONSPLÄNE

Manager schmieden deutschen Werften-Koloss

Die Werft-Giganten Blohm + Voss und HDW sprechen über eine Fusion und machen dabei große Fortschritte. Ein Abschluss könnte der erste Schritt zur Schaffung einer europäischen Superwerft sein - sie soll der asiatischen Billig-Konkurrenz Paroli bieten.



Blohm+Voss-Werft im Hafen Hamburg: Auch die Gewerkschaft spielt mit
Hamburg - Der Zusammenschluss der beiden norddeutschen Werften solle in den kommenden Monaten vollzogen werden. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sind die Verhandlungen schon weit fortgeschritten.

Die Mutterkonzerne ThyssenKrupp (Blohm + Voss) und One Equity Partners (HDW) sollen demnach die Bewertung bereits abgeschlossen haben. Eine Sprecherin der zuständigen ThyssenKrupp-Sparte Technologies bestätigte auf Nachfrage entsprechende Verhandlungen. Den in der "FAZ" genannten Termin für einen Abschluss wollte sie nicht kommentieren.

Mit Widerstand der IG Metall gegen das Zusammengehen ist nicht zu rechnen. "Wir sehen darin eine der wenigen Chancen, um die Standorte in Norddeutschland zu erhalten", erklärte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der Gewerkschaft.

ThyssenKrupp will die Mehrheit

HDW und Blohm + Voss sind beide im Segment des militärischen Schiffbaus erfolgreich. Im zivilen Bereich hingegen stehen die Unternehmen mit den übermächtigen asiatischen Werften im Wettbewerb. Die IG Metall hofft, dass durch eine Fusion die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Betriebe beim Bau von Handelsschiffen steigt.

ThyssenKrupp dürfte sich die Konrolle über den neu entstandenen Werftenkoloss sichern. Die Sprecherin sagte weiter, dass der Düsseldorfer Konzern auf jeden Fall eine Mehrheit anstrebt. One Equity hingegen dürfte an einer schnellen Verwertung des Investments gelegen sein. Die Amerikaner hatten HDW vor zwei Jahren von der TUI und dem mittlerweile insolventen Industriekonzern Babcock Borsig übernommen.

Den damals gezahlten Preis von 814 Millionen Euro hatten Beobachter als zu hoch eingestuft. Der schnelle Weiterverkauf an einen US-Rüstungskonzern scheiterte später am Widerstand der Bundesregierung.

"Jeder redet mit jedem"

Der Zusammenschluss der deutschen Schiffbauer könnte der Auftakt zu einer europäischen Werftenlösung nach dem Vorbild des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS sein. In Frankreich sollen sich die staatliche Werft DCN und der Rüstungskonzern Thales bis 2005 zu einem neue Marinekonzern zusammenschließen. Weitergehende Fusionen mit den deutschen Konzernen sind im Gespräch. "Jeder redet mit jedem", heißt es dazu bei ThyssenKrupp.

Eine deutsch-französische Superwerft allerdings bereitet der IG Metall mehr Sorge als das nationale Fusionsprojekt. "Bei den Franzosen redet der Staat mit, bei den Deutschen nur die Privatwirtschaft", warnt Gewerkschaftler Friedrich. Bei möglichen Verhandlungen muss demnach die Bundesregierung wachsam sein, um negative Folgen für die deutschen Standorte zu verhindern.


Ach, es ist langsam langweilig, wie all das eintrifft, was damals die Kommunisten fast gebetsmühlenartig prophezeiht haben, das große Fusionieren, das Schlucken der Kleinen durch die großen Konzerne. Es ist dabei schon fast makaber zu sehen, wie im HDW-Betriebsrat ex-Kommunisten sitzen, die diese Pläne befürworten, genauso wie das gegeneinander Auspielen von Werftarbeitern ("Wir" gegen "die Koreaner", das große Standort-Argument!).

Ich kann garnicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte!
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:32:23 Mo. 16.August 2004
Zitat
Original von KN 13.8.04

Wieder Sorge um HDW

Kiel/Essen – Endgültig entschieden ist noch nichts, doch die Angst um Arbeitsplätze bei HDW wächst. Der Grund: Die Konstruktion eines deutschen Werftenverbundes unter Führung des ThyssenKrupp-Konzerns könnte das Aus für den Überwasserschiffbau bei HDW in Kiel bedeuten.

Nach Angaben des HDW-Betriebsratsvorsitzenden Ernst-August Kiel planen die Eigner des künftigen Schiffbauverbundes – also ThyssenKrupp und die amerikanische HDW-Mutter One Equity Partners – eine "Fokussierung auf Produkte". Das heißt: Um den neuen Werftgiganten so schlagkräftig wie möglich zu machen, sollen sich nach einer Empfehlung der Unternehmensberater die Hauptstandorte Kiel, Hamburg und Emden ganz auf ihre Stärken konzentrieren. Im Fall von HDW wäre dies der U-Boot-Bau. "Ein solcher Schritt würde in Kiel eine große Zahl von Arbeitsplätzen gefährden", sagte der Betriebsratsvorsitzende den Kieler Nachrichten gestern nach einer Sitzung der so genannten "Begleitkommission" in Essen, dem Sitz der ThyssenKrupp Industries AG. Das mit Vertretern von Gewerkschaften, Betriebsräten und Arbeitgebern besetzte Gremium soll den seit Mai laufenden Fusionsprozess beobachten.

Fertigung und Konstruktion im Überwasserschiffbau sichern derzeit rund 800 der insgesamt 3050 Arbeitsplätze bei HDW in Kiel. Der defizitäre Bau von Handelsschiffen leidet extrem unter dem Preisverfall auf dem Weltmarkt und auch im militärischen Überwasserschiffbau ist die Auftragslage aufgrund von Kürzungen in den Verteidigungsetats alles andere als rosig. Die Beschäftigung im Überwasserschiffbau ist durch den Bau von vier Containerschiffen lediglich bis ins kommende Jahr hinein ausgelastet.

Konkretere Informationen über die Zukunft der Werft innerhalb eines deutschen Schiffbauverbundes erhofft sich Kiel heute von einem Gespräch mit dem HDW-Vorstand. "Was wir derzeit wissen, weckt zwar Befürchtungen, ist aber noch sehr unkonkret." Auch über das
Ausmaß eines möglichen Stellenabbaus gebe es keinerlei Hinweise.

Offenbar gestalteten sich die Verhandlungen über die Werftenfusion zäher als erwartet. Ursprünglich sollte es bereits Ende Juli unterschriftsreife Verträge geben, doch nun heißt es, die Gespräche könnten sich noch bis Ende des Jahres hinziehen. Offen ist unter anderem, ob der Sitz des Verbundes Hamburg oder Kiel wird.

Die geplante Unternehmensgruppe (HDW, Blohm+Voss/Hamburg und Nordseewerke/Emden), an der TK Technologies 75 Prozent und OEP 25 Prozent halten sollen, kommt auf insgesamt 9300 Mitarbeiter und einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro.

Von Ulrich Metschies


Hier dachte ich noch, es sei nur ein weiterer Betrieb, der dem Siemens- und Daimler-Chrysler-Beispiel folgt: erst mit dem Abzug von Arbeitplätzen drohen, dann arbeitbedingungen verschlechtern...

Zitat
Original von KN 14.8.04


Entschieden: HDW baut künftig nur noch U-Boote

Für HDW wird der letzte Trumpf entscheidend: das Know-How beim U-Boot-Bau

Kiel/Essen - Jetzt ist es offiziell: Der Bau von Containerschiffen, Fregatten, Korvetten und Megayachten bei HDW in Kiel steht vor dem Aus. Geplant ist, im Zuge der Verschmelzung mit den ThyssenKrupp-Werften den gesamten Überwasserschiffbau von Kiel nach Hamburg und Emden zu verlagern. Im Gegenzug sollen sämtliche U-Boot-Aktivitäten des Werftenverbundes in Kiel gebündelt werden. Dies ist der Kern eines "industriellen Konzeptes" für den neuen Schiffbau-Giganten (Arbeitstitel: European Marine Systems), das die ThyssenKruppTechnologies AG (Essen) gestern veröffentlichte.


Danach sollen die Standorte Kiel, Hamburg und Emden zu "Kompetenzzentren mit klar definierter Produktverantwortung" entwickelt werden. "Dies ist die Voraussetzung für eine nachhaltige Standortsicherung und eine ausgewogene Entwicklungsalternative", sagte Olaf Berlien, Vorstandschef von TK Technologies. Während Kiel sich auf den U-Boot-Bau spezialisieren soll, konzentriert sich Blohm+Voss in Hamburg auf Überwasser-Marineschiffe, Megayachten und Reparaturen.

Die Nordseewerke in Emden verlieren den U-Boot-Bau und liefern künftig nur noch Überwasser-Marine- und Handelsschiffe. Völlig offen ist, was diese Weichenstellung für die Zahl der Arbeitsplätze an den einzelnen Standorten bedeutet. "Es gibt noch keine Kapazitäts- und Personalplanung", sagte eine Sprecherin von TK Technologies den Kieler Nachrichten. Am Überwasserschiffbau in Kiel hängen rund 800 der insgesamt 3050 Arbeitsplätze, bei den Nordseewerken sind rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt, davon 900 in der Fertigung. Blohm+Voss in Hamburg kommt auf knapp 1100 Beschäftigte im Neubau plus 460 im Reparaturbereich.

Mit dem Umbau von HDW zu einer reinen U-Boot-Werft will sich die Landesregierung allerdings nicht abfinden: "Wir halten es nach wie vor für notwendig, neben dem U-Boot-Bau auch den Bau von Überwasserschiffen in Kiel zu ermöglichen", sagte Ministerpräsidentin Heide Simonis. Auch die IG Metall Küste kritisierte die geplante Arbeitsteilung: "Eine nicht-staatliche Werft kann mit rein militärischem Schiffbau nicht überleben." Der Kieler Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels (SPD) bezeichnete den Überwasserschiffbau bei HDW als "Geschäftsgrundlage" für das Vorziehen des Marine-Auftrages zum Bau von vier Fregatten des Typs F 125. "Da kann HDW nicht draußen vor bleiben." Kiels Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz hingegen begrüßte die Pläne: "Die Konzentration des U-Bootbaues in Kiel wird den Standort und das Unternehmen mittel- und langfristig stärken."

Von Ulrich Metschies


Naja, von unserer dämlichen Bürgermeisterin haben wir kaum was anderes erwartet. Es sieht aber ernst aus.

In besseren Zeiten hätten die Arbeiter der verschieden Werften einfach die Arbeit niedergelegt um diese Pläne zu stoppen. Die Gewerkschaften haben aber jahrelang das beschissene Standort-Argument hochgehalten (nichts weiter als offene Konkurenz  gegen Kollegen anderer Orte) und so steht jeder für sich da. Und jetzt gibt es die Drohung der Arbeitslosigkeit bei gleichzeitiger Verarmung der Erwerbslosen. Sollen sich jetzt kieler Werftarbeiter darüber freuen, wenn anderswo in der Welt einfache Menschen für Wirtschaftsinteressen aufeinander gehetzt werden, weil das ja gut für den eigenen Arbeitsplatz ist?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: backup am 16:07:08 So. 05.Dezember 2004
Beiträge ausm IE cache [tid=79]:
Beiträge vor dem 26.08.2004 sind evtl. verloren.

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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 469

 Verfasst am: 26.08.04 um 11:33    Titel:    

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kn-online hat folgendes geschrieben::
Widerstand bei Arbeitnehmern gegen Konzept zur Werftenfusion wächst

Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Bei Arbeitnehmern und Gewerkschaften wächst der Widerstand gegen das industrielle Konzept zur geplanten Fusion der Kieler Werft HDW mit den ThyssenKrupp-Werften. Die IG Metall kündigte am Mittwoch in Hamburg an, sie werde kein Konzept mittragen, das "Massenentlassungen und Teilbetriebsschließungen zur Folge hat". Nach Angaben der Gewerkschaft und des HDW-Betriebsrates steht etwa in Kiel fast die Hälfte der Fläche zur Disposition. Hunderte Arbeitsplätze seien dort gefährdet.

dpa/regioline vom 25.08.2004

 

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Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!
 
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ManOfConstantSorrow



Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 469

 Verfasst am: 04.09.04 um 16:11    Titel:    

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kn-online hat folgendes geschrieben::

Zunehmende Sorge um Arbeitsplätze bei HDW

Kiel (dpa) - Bei den Beschäftigten der Kieler Werft HDW wächst angesichts der geplanten Fusion mit den ThyssenKrupp-Werften die Sorge um die Arbeitsplätze. Nach Einschätzung der IG Metall drohten an den drei Standorten Kiel, Hamburg und Emden der Verlust von weit mehr als 1000 Stellen.

Das waren die Zahlen, die bisher in der "Gerüchteküche" genannt wurden. Das favorisierte Konzept führe zu einer stärkeren Abhängigkeit nur vom militärischen Schiffbau, sagte der Kieler IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Folge wären verringerte zivile Aktivitäten und Stellenabbau.

Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass die Werften letztlich im zivilen Schiffbau ein zu schmales Marktsegment haben werden. Deshalb fordern sie jeweils zwei "Standbeine" für alle Standorte. Nach den Plänen des Managements könnten beispielsweise in Kiel künftig nur noch U-Boote gebaut werden. Viele hundert Arbeitsplätze gelten deshalb als gefährdet. Bisher hat HDW in Kiel 3200 Beschäftigte.


dpa/online vom 04.09.2004

 

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 Verfasst am: 07.09.04 um 18:20    Titel:    

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Nun gab´s die Meldung, daß der Werftenverbund mit der geplanten Arbeitsteilung zu Massenentlassungen in Kiel führen kann. Reduzierung auf reinen U-Bootbau in Kiel und über 1000 Werftarbeiter können ihren Job verlieren und vielleicht doppelt soviele in den Zulieferbetrieben.

Einigkeit macht stark!

Mit einer solchen Stärke ließen sich solche Pläne vielleicht stoppen. Doch genau diese Einigkeit fehlt. Die IG Metall unterstützte die Uneinigkeit zwischen Europäischen und Südostasiatischen Werftarbeitern. Traurige Tatsache ist auch die Spaltung unter Kieler Werftarbeitern zwischen Leuten mit Fest- und Zeitvertrag, zwischen Stammbelegschaft und Leuten aus Fremdfirmen und Leiharbeitern.

Und jetzt gibt es noch die Spaltung zwischen Arbeitern aus dem U-Bootbau und Leuten aus dem zivilen Schiffbau. Viele aus dem U-Bootbau haben kein Interesse sich an Protesten gegen die Entlassung ihrer Kollegen zu beteiligen, ihre Jobs sind ja im Moment sicher.

Mit einer solchen Haltung werden nach und nach alle auf der Strecke bleiben.
 

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Anmeldungsdatum: 17.01.2003
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 Verfasst am: 23.09.04 um 11:25    Titel:    

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Behält HDW sein zweites Standbein?

Kiel - Der zivile Überwasserschiffbau bei HDW in Kiel hat wieder eine Perspektive: Der ThyssenKrupp-Konzern bietet Betriebsräten und Gewerkschaft ein neues Konzept an, das für alle drei Standorte des geplanten Werftenverbundes ein Standbein im zivilen Schiffbau vorsieht. Bedingung: Der Überwasserschiffbau bei HDW wird in eine rechtlich selbstständige GmbH ausgegliedert, um die Kosten zu drücken. Das geht aus einer "Werften-Info" hervor, die Gewerkschaft und Betriebsräte heute an die Belegschaften von HDW, Blohm+Voss und Nordseewerken verteilen.[/B]

Dem veränderten Konzept zufolge soll der Containerschiffbau im neuen Verbund deutlich ausgeweitet werden. Für HDW stellt ThyssenKrupp nach Angaben von Kiels IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel im Zeitraum 2006/2007 neue Aufträge im zivilen Schiffbau in Aussicht. Dennoch fürchtet die Gewerkschaft für den Standort Kiel einen erheblichen Stellenabbau. Mädel: "Wir gehen davon aus, dass auch so mehr als 750 Stellen in Gefahr geraten." Denn vorgesehen ist, lediglich die Fertigung von Handelsschiffen in Kiel zu halten, die Konstruktion jedoch nach Hamburg zu verlagern. Die komplette Einstellung des Überwasserschiffbaus hätte nach Berechnungen der IG Metall weit mehr als 1000 Arbeitsplätze bei HDW gekostet.

Mädel wertet das modifizierte Konzept für den Werftenverbund zwar als "kleinen Schritt in die richtige Richtung". Keinesfalls hinnehmen wollen Betriebsräte und Gewerkschaft jedoch die geplante Ausgliederung des Kieler Überwasserschiffbaus in eine eigene Gesellschaft: "Dies würde bedeuten, bei HDW Arbeitnehmer erster und zweiter Klasse zu schaffen." Zudem wecke die Verlagerung der Konstruktion den Eindruck, Kiel solle zu einer "verlängerten Werkbank" herabgestuft werden, deren Arbeit jederzeit auch wieder beendet werden könne. Die Aufspaltung von U-Boot- und Überwasserschiffbau ergebe keinen Sinn, sondern berge die Gefahr, dass dieses Modell auf andere Standorte übertragen werde.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Rohwer wertet das neue Konzept als "Zwischenerfolg" im Ringen um den Erhalt des Überwasser-Schiffbaus: "Der Kampf um die Arbeitsplätze bei HDW ist nicht zu Ende." Die Landesregierung werde weiter auf eine Lösung drängen, die den Erhalt der HDW-Kompetenzen auch im Handelsschiff- und Yachtbau sicherstelle.

Der geplante norddeutsche Werftenverbund unter Führung von ThyssenKrupp soll mit rund 9000 Mitarbeitern und mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz Anfang 2005 an den Start gehen.

Von Ulrich Metschies


Aus den Kieler Nachrichten vom 23.09.2004
 

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 Verfasst am: 27.09.04 um 13:56    Titel:    

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welt.de hat folgendes geschrieben::
Protest gegen Werften-Fusion im Norden
5000 HDW-Mitarbeiter demonstrieren in Kiel - Gewerkschaft will über Kosten verhandeln
 

Kiel/Hamburg - Rund 5000 Mitarbeiter der Howaldtwerke Deutsche Werft AG (HDW) haben am Sonnabend für den Erhalt der Kieler Universalwerft demonstriert. Sie wollen sich dagegen wehren, dass sie im Zuge der Fusion mit ThyssenKrupp-Werften auf den Bereich U-Boot-Bau reduziert wird. Landes-Politiker von SPD und CDU wie Vertreter der IG Metall sprachen sich für den Fortbestand der Werft in ihrer bisherigen Form aus. Unterdessen berichtete der "Spiegel", der Pleite gegangene Babcock-Borsig-Konzern fordere 524 Millionen Euro von HDW.

Das Nachrichtenmagazin schrieb, der Insolvenzverwalter des Maschinenbaukonzerns Babcock Borsig, Helmut Schmitz, verlange von der ehemaligen Tochter HDW eine gute halbe Milliarde Euro. Grundlage sei ein Rechtsgutachten, wonach sich HDW "beim Verkauf der 50-prozentigen Babcock-Anteile an den US-Finanzinvestor OEP in unzulässiger Weise selbst bezahlt hat", berichtete der "Spiegel".

HDW wies dagegen am Sonntag in Kiel die Forderungen des Insolvenzverwalters als "juristisch völlig unbegründet" zurück. "Einen gleich hohen Betrag hatte sich die Babcock bereits im Rahmen ihres früheren ,Cash Clearing' aus Mitteln ihrer ehemaligen Tochtergesellschaft HDW zufließen lassen", hieß es in einer Pressemitteilung der Werft. Das von Babcock Borsig genannte Gutachten sei "unvollständig und längst widerlegt".

ThyssenKrupp will vom US-Finanzinvestor One Equity Partners die Werft HDW in Kiel übernehmen. Zusammen mit Blohm + Voss in Hamburg und den Nordseewerken in Emden - die beiden gehörten schon Thyssen - soll der Verbund entstehen. Die Amerikaner bekommen 25 Prozent am neuen Unternehmen und 240 Millionen Euro. Die Führung hat Thyssen. Bisher war die Arbeit an Militärprojekten auf verschiedene Standorte verteilt. So wurden U-Boote vom selben Typ in Kiel und in Emden gebaut. Der Konzern erhofft sich von der neuen Struktur Einsparungen. Bei der Demonstration plädierte der Kieler IG-Metall-Chef Wolfgang Mädel eindringlich dafür, auf der Werft künftig sowohl militärische wie zivile Schiffe bauen zu können. Die Gewerkschaft sei bereit, über die Produktivitätssteigerung und die Kostensituation bei HDW zu verhandeln. AP


Artikel erschienen am Mon, 27. September 2004



Hier gibt´s mehrere Fotosseiten: http://www2.igmetall.de/homepages/kiel/bildergalerien/hdw-demo-2004-09-25/demozug01.html

Zitat:
Die Gewerkschaft sei bereit, über die Produktivitätssteigerung und die Kostensituation bei HDW zu verhandeln.

*seufz*
 

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Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 469

 Verfasst am: 08.10.04 um 14:06    Titel:    

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HDW muss 440 Stellen abbauen - Aber Handelsschiffbau bleibt in Kiel
Kiel - Der Werftenverbund Kiel-Hamburg-Emden steht: Heute sollen nach Informationen der Kieler Nachrichten die Verträge zwischen ThyssenKrupp und dem HDW-Eigner OEP in der Schweiz unterschrieben werden. Für HDW in Kiel bedeutet die Einigung, dass bis zu 440 der noch 2850 Arbeitsplätze noch abgebaut werden. Diese Zahl geht aus einem "Werften-Info" der IG Metall hervor, das gestern veröffentlicht wurde.



Das sind zwar weniger Stellen als befürchtet. Aber Kiel trägt damit eindeutig die Hauptlast der Fusion. Nach den ursprünglichen Planungen der Unternehmen wären nach Berechnungen der IG Metall an allen drei Standorten rund 1300 Stellen weggefallen, jetzt sind es etwa 560. Emden verliert 90 Arbeitsplätze, Hamburg nur 30.

Die 440 Stellen in Kiel setzen sich aus 350 in der Fertigung, 30 in der Konstruktion sowie 60 in übergeordneten Bereichen wie Verwaltung. Sitz des neuen Verbundes soll wie erwartet Hamburg werden.
Vorgestern Abend wurde der Weg für den neuen Schiffbaukonzern frei gemacht. In der sechsten Sitzung der so genannten Begleitkommission, in der Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber über die Bedingungen der Fusion verhandelten, einigten sich beide Seiten in zentralen Bereichen. Noch offen ist die Frage des Überwasserschiffbaus in Kiel. Kiel soll neben dem U-Bootbau als zweites Standbein den Handelsschiffbau behalten sowie als "Ausweichstandort" im Yachtbau dienen und sich auch nicht komplett aus dem Bereich Überwasser-Marineschiffe (Fregatten, Korvetten) zurückziehen.

Aber das Unternehmen besteht darauf, dass in Kiel eine eigene "Überwasser-GmbH" ausgegliedert wird. Betriebsrat und IG Metall wollten das verhindern und den Bereich unter dem Dach von HDW belassen. Da sich das Unternehmen in diesem Punkt nicht kompromissbereit zeigte, akzeptierten sie diesen Vorschlag, stellten aber Bedingungen: So sollen in beiden Unternehmen gleiche tarifliche Standards gelten, in Kiel soll es nur einen Betriebsrat geben und Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität in diesem Segment sollen vereinbart werden. Darüber muss nun in den kommenden Monaten verhandelt werden, ebenso über Bedingungen und Zeitpunkt des Stellenabbaus an den einzelnen Standorten.

Von Jörn Genoux

Aus den Kieler Nachrichten 8.10.04
 

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Anmeldungsdatum: 17.01.2003
Beiträge: 469

 Verfasst am: 12.11.04 um 18:56    Titel:    

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Vor einigen Tagen erschien in den KN ein Luftbild von HDW mit vollen Docks und darunter stand etwas wie "Erinnert an alte Zeiten".

Gut gemacht: Volle Auftragsbücher, volle Docks, vorher noch staatliche Hilfen abgegriffen, die Löhne gesenkt, Arbeitshetze gesteigert, Werftarbeiter entlassen und durch Leiharbeiter ersetzt!

Und heute gab die IGM folgende Erklärung heraus:

Zitat:
Wettbewerbshilfe kann Arbeit auf den Werften bis in 2008 hinein sichern

Pressemitteilung Nr. 21, Kiel, den 12.11. 2004

mit einem Dringlichkeitsbrief an die Fraktionsvorsitzenden der SPD und der Grünen hat der Kieler IG Metall-Chef Wolfgang Mädel die erforderlich 2-Drittel Kofinanzierung des Bundesanteils zur Wettbewerbshilfe angemahnt.


Vollständiger Text unter:
http://www2.igmetall.de/homepages/kiel/pressemitteilungen.html

Ja, Ihr habt ja recht! Es muß Druck gemacht werden, daß das Geld, daß der Staat bei den Erwerbslosen eingespart hat endlich auf die Konten der Aktionäre überwiesen wird.
 

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Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:38:10 Mi. 19.Januar 2005
Man geht scheinbar zurecht davon aus, daß die Menschen bestenfalls ein Kurzzeitgedächtnis haben.

Es ist immerwieder die selbe Geschichte: Erst gibt´s das große Gejammer, dann klaut man der Belegschaft Lohn und sackt zusätzlich staatliche Hilfen ein und wie aus heiterem Himmel gibt es wieder lukrative Aufträge von denen die Arbeiter nie profitieren. Daß es bei den nächsten Lohnverhandlungen wieder ein Auftragsloch gibt ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Zitat
HDW zieht neuen Großauftrag an Land


Kiel – Der Bau von Frachtschiffen in Kiel hat eine neue Perspektive: HDW sicherte sich bei der Hamburger Reederei MPC den Zuschlag für zwei weitere Neubauten, die bei einer Länge von gut 200 Metern 2500 Standard-Container aufnehmen können. Kurz vor dem Abschluss steht zudem der Vertrag über zwei weitere Frachter für einen anderen Auftraggeber. "Damit wäre die Beschäftigung im zivilen Schiffbau bis in das Jahr 2007 hinein gesichert", sagte der HDW-Betriebsratsvorsitzende Ernst Kiel gestern den Kieler Nachrichten. Mit dem Bau der beiden MPC-Schiffe soll Anfang Juni begonnen werden; die Ablieferung ist für Juni und Dezember 2006 geplant.


Und noch eine gute Nachricht: Der bei HDW im Zusammenhang mit der norddeutschen Werftenfusion geplante Stellenabbau fällt wahrscheinlich deutlich geringer aus als bislang befürchtet. Bei der ersten Belegschaftsversammlung nach der Fusion kündigte das Unternehmen an, in Kiel würden nicht mehr als 100 Mitarbeiter als Folge der Verschmelzung von HDW, Blohm+Voss und Nordseewerken ihren Arbeitsplatz verlieren, Hinzu kommen allerdings noch 283 Entlassungen aus dem Sozialplan 2003, die aufgrund starken Arbeitsaufkommens lediglich aufgeschoben waren.

Bis vor kurzem war noch von insgesamt 445 abzubauenden Stellen die Rede. Der Personalabbau infolge der Werftenfusion trifft nach Angaben des Betriebsrates ausschließlich Verwaltung und andere Zentralbereiche, deren Funktionen nach Hamburg – dem Sitz der Dachgesellschaft ThyssenKrupp Marine Systems AG – verlagert werden. Die Produktion und fertigungsnahe Bereiche sind nicht betroffen. Betriebsratschef Kiel: "Jeder Arbeitsplatzverlust tut weh. Aber heute kann man sagen: Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen."

Nach zähem Ringen um einen Beschäftigungspakt bei HDW hatte MPC bereits 2003 vier Containerschiffe in Kiel bestellt, von denen bereits zwei – die "Maersk Naples" und die "Rio Alster" – übergeben sind.

Die Verträge über die beiden Frachter für den bislang unbekannten, aller Voraussicht nach aber deutschen Auftraggeber, müssen bis Ende März unter Dach und Fach sein, weil dann die Werftenhilfe ausläuft. Im Kieler Wirtschaftsministerium hieß es gestern, die Fördermittel für diese Aufträge stünden bereit.

Doch nicht nur im Containerschiffbau füllen sich bei HDW die Auftragsbücher. Auch bei Megayachten sieht es gut aus. Sicher ist bereits, dass in Kiel eine von zwei 118 Meter langen Yachten gebaut wird, die beim Partner Blohm+Voss bestellt sind (Projekt "Sigma") . Über weitere Aufträge in diesem lukrativen Marktsegment, so die ThyssenKrupp-Führung gegenüber den Mitarbeitern, werde sehr aussichtsreich verhandelt. Durch den Bau der Mega-Yachten "Al Salamah" und "Octopus" hat HDW weltweit Aufsehen erregt.

Von Ulrich Metschies


nordClick/Kieler Nachrichten vom 13.01.2005
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:28:35 Fr. 29.Juli 2005
Heute prangt als Aufmacher auf der Titelseite der Kieler Nachrichten die Überschrift, daß sich die Werften HDW und Lindenau auf Erfolgskurs befinden.

Gleichzeitig gibt es folgende Meldung:

Zitat
HDW und IG Metall einigen sich auf neuen Tarifvertrag

Kiel (dpa/lno) - Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und die Gewerkschaft IG Metall auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Damit sollen der Bau von vier neuen Containerschiffen ermöglicht und gleichzeitig betriebsbedingte Kündigungen bis Sommer 2009 ausgeschlossen werden. Dafür müssen die 2700 Mitarbeiter unbezahlte Mehrarbeit leisten und Kürzungen bei den nächsten Tarifrunden hinnehmen. Dies teilten die IG Metall und HDW am Freitag in Kiel mit.

dpa/regioline vom 29.07.2005

Muß man das noch kommentieren?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:44:05 Sa. 27.August 2005
Erst verlangt und bekommt staatliche Zuschüsse, weil man sonst nicht konkurenzfähig sein kann. Dann greift man noch in die Taschen der Belegschaft und auch der Betriebsrat spielt mit bei dem Diebstahl von einem Teil ihres ihres Lohnes. Und nun hat HDW mehr Auftäge als abgearbeitet werden können:

Zitat
HDW: Nein zu neuen Aufträgen

Kiel – HDW hat einer Reederei einen Korb gegeben. Das Hamburger Traditionsunternehmen MPC wollte in Kiel weitere Containerschiffe in Auftrag geben. Die Werft lehnte den Auftrag aber mit Verweis auf Kapazitätsengpässe ab. "Wir wären gerne hier geblieben, es hat hier alles toll geklappt", bestätigte Hauke Pane, Geschäftsführer der Reederei MPC Steamship, gestern am Rande der Tauffeierlichkeiten für zwei Neubauten. Da die Werft keine Kapazitäten mehr hat, bekam MPC eine Absage für bis zu sechs weitere Neubauten. Man werde sich dann eben schweren Herzens woanders umsehen müssen, so Pane.

Kieler Nachrichten 27.08.2005 (http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1702650)
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:17:40 Sa. 27.August 2005
Folgendes Zitat aus dem gleichen KN-Artikel sollte man besonders beachten:

Zitat
Walter Klausmann, Vorstand der Division Überwasserschiffbau in der Thyssen Krupp Marine Systems, lobte die bereits vollbrachten Leistungen beim Bau der MPC-Schiffe als "Meisterstücke", und dankte der Belegschaft. Durch Lohnverzicht und Mehrarbeit hat die Belegschaft für die MPC-Schiffe 40 Millionen Euro eingespart.

40 Millionen hat man sich widerstandslos klauen lassen. Ich schlage vor Ihr solltet lieber gleich unbezahlt auf der Werft malochen!
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:58:35 Do. 22.September 2005
Werften bauen weiter Jobs ab
Leiharbeiter bevorzugt / IG Metall fordert Nachwuchsförderung
Trotz voller Auftragsbücher streichen die deutschen Werften Stellen. Die Arbeit wird von den Stammbelegschaften zu Leiharbeitern verlagert.


Hamburg · Auf den deutschen Werften brummt angesichts des boomenden Welthandels das Geschäft, aber trotzdem gehen in den Betrieben immer mehr Stellen verloren. Das geht aus einer Umfrage der IG Metall unter den Betriebsräten von 40 deutschen Werften mit insgesamt über 18 000 Beschäftigten hervor. Demnach ist die Zahl der Männer und Frauen, die auf den Werften arbeiten, von 2004 auf 2005 um rund 600 auf 18 980 zurückgegangen.

Gleichzeitig seien die Auftragsbücher voll. Viele Standorte hätten eine 90-prozentige Auslastung bis in das Jahr 2007 schon erreicht. Die IG Metall fordert daher die Werftindustrie auf, den Abbau der Stammbelegschaften zu stoppen und vor allem den Nachwuchs stärker zu fördern.

Der Personalabbau parallel zu einer größeren Zahl von Aufträgen wird laut Gewerkschaft möglich, weil die Betriebe produktiver arbeiten. Dazu habe die IG Metall einen wichtigen Beitrag geleistet, weil sie flexiblen Arbeitszeiten zustimmte. Hauptgrund für den Boom sind die Bestellungen von Containerschiffen, von denen allein 121 bei deutschen Werften geordert worden seien.

Nach der vom Bremer Institut Arbeit und Wirtschaft erstellten Studie wird immer mehr Arbeit von den Stammbelegschaften zu Leiharbeitern verlagert. Das führt laut IG Metall oft zu Problemen, weil die in vielen Fällen ausländischen Leiharbeiter sich nicht mit der Stammbelegschaft verständigen könnten. Laut Studie arbeiten schon 9000 Leiharbeiter auf den Werften.

Auch Zulieferindustrie betroffen

Nach Angaben von Studienleiter Rudolf Hickel von der Uni Bremen ist auch die Schiffs-Zulieferindustrie vom Stellenabbau betroffen. Mit jedem gestrichenen Job auf den Werften sei ein Arbeitsplatz bei Zulieferern bedroht. Jedoch gelinge es dort, Stellenverluste zu dämpfen, weil der Export blühe. Im Mai berichtete der Verband für Schiffbau und Meerestechnik, dass im deutschen Schiffbau 2004 sogar 1200 Arbeitsplätze verloren gegangen seien. Gleichzeitig sei der Umsatz um mehr als fünf Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gestiegen. ap

Frankfurter Rundschau online  vom 22.09.2005
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:29:59 Sa. 01.Oktober 2005
Zitat
Neues Dach für den Handelsschiffbau bei HDW: Gaarden GmbH geht heute an den Start

Mit Walter Klausmann von der HDW-Gaarden sprach Ulrich Metschies

Kiel – Die Geburtswehen waren heftig, aber jetzt ist sie da: die neue HDW Gaarden GmbH. In dieses Tochterunternehmen hat die Howaltswerke-Deutsche Werft GmbH ihren Handelsschiffbau ausgelagert.
HDW-Gaarden-Geschäftsführer Walter Klausmann ist für die Zukunft optimistisch: "Wir haben jetzt die besten Chancen, uns auf dem Weltmarkt zu behaupten." Am Anfang holperte es bei der Gründung des neuen Werftenkonzerns. Wie klappt jetzt, nach neun Monaten, das Zusammenspiel in der ThyssenKrupp Marine Systems AG?
Die Aufgabe war für jeden von Anfang an eine große Herausforderung. Es ging doch darum, einen neuen, schlagkräftigen Verbund aus verschiedenen Werften zu formen und aus ehemaligen Konkurrenten Verbündete zu machen. Sowohl ThyssenKrupp als auch One Equity Partners – die ja heute noch an der TKMS beteiligt sind – erwarten, dass es uns gelingt, diese unterschiedlichen Kulturen der einzelnen Werften zusammenzuführen, sie zu integrieren und aus der Zusammenführung für die Eigentümer und die Mitarbeiter eine wirklich vernünftige, ertragsstarke Gesellschaft zu machen. Der Start war sicher nicht einfach. Aber wir haben unglaublich viel erreicht. Dabei haben wir mit Betriebsrat und IG Metall auch schwierigste Themen in einem guten Klima bewältigt.


Die Kieler müssen sich an einen neuen Namen, ein neues Unternehmen gewöhnen: die HDW-Gaarden GmbH. Warum ist der Handelsschiffbau in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert worden?

Der Hauptansatzpunkt ist der Auftrag der neuen TKMS, das lokale Standortdenken zu überwinden, das Geschäft zu bündeln und in einer divisionalen Struktur zu führen – und zwar in zwei Hauptdivisionen: U-Boot und Überwasserschiffbau. Gleichzeitig gab es massive öffentliche und gewerkschaftliche Forderungen, den Handelsschiffbau in Kiel zu erhalten. Als Kompromiss hat man sich darauf verständigt, dass wir die Überwasseraktivitäten in Kiel rechtlich verselbständigen. Das ist der tiefere Hintergrund. Nebeneffekt: Wir können nun ganz präzise Kosten auf den Verursacher zurechnen. Viele Kosten hier in Kiel sind nicht durch den Überwasserschiffbau verursacht, sondern durch das weltweite Geschäft im U-Boot-Bereich. Mit der neuen HDW-Gaarden GmbH muss der Handelsschiffbau künftig nur noch die Kosten tragen, die er auch verursacht. HDW-Gaarden ist damit eine bestens aufgestellte, schlagkräftige Fertigungsgesellschaft mit 400 Mitarbeitern, eigenem Grundstück, eigenen Anlagen, eigenen Gebäuden und einem Auftragsbestand von 350 Millionen Euro. Dahinter stehen acht Containerschiffe und ein Megayacht-Kasko. Die Mitarbeiter brennen darauf, zeigen zu können, dass dieses neue Unternehmen keine Eintagsfliege ist, sondern dass wir hier mit einer Gesellschaft an den Start gehen, die aus eigener Kraft, ohne versteckte Subventionen, am Markt bestehen kann.. In der Bilanz des ersten Geschäftsjahres, am 30. September 2006, wird glasklar abzulesen sein, ob wir Erfolg haben oder nicht. Ich bin sicher, das wir aus eigener Kraft schwarze Zahlen schreiben werden.


Mit welchen Schiffen soll die HDW-Gaarden GmbH langfristig am Markt bestehen?

Wir werden auf keinen Fall versuchen, mit ganz großen Containerschiffen zwischen 7500 und 9000 Tonnen gegen China und Korea anzutreten. Wir werden bei den mittleren Schiffen bleiben, weil wir glauben, in diesem Segment mit unseren Kostenstrukturen am ehesten auf dem Weltmarkt reüssieren zu können. Und wir werden auch deshalb in diesem Segment bleiben, weil die Gaarden GmbH damit von einem exzellenten Netzwerk der gesamten Überwasser-Division der TKMS profitiert. Diese Division hat über Jahre hervorragende Kontakte aufgebaut zu bestimmten Reedereien, zu Eigenkapitalhäusern und zu Banken, die im Bereich Schiffsfinanzierung stark sind.


Die HDW-Gaarden ist eine reine Fertigungsgesellschaft: Vertrieb, Konstruktion und Einkauf werden zentral von TKMS gesteuert. Also wird es nie wieder Handelsschiffe geben die in Kiel entwickelt und konstruiert worden sind?

Genau das ist künftig Gemeinschaftsaufgabe der gesamten Gruppe. Wir müssen das Standort-Denken überwinden, wegkommen von der Sichtweise: HDW-Schiff, Nordseewerke-Schiff oder Blohm-Schiff. Der Anspruch ist: TKMS. Die Gruppe steht für das Engineering. Und sie lässt etwa ein Containerschiff, das aus einem Guss entwickelt worden, entweder in Kiel, Emden oder Hamburg bauen.


Vor einem Jahr haben die Kieler mobil gemacht gegen die damals drohende Schließung des Handelsschiffbaus in Kiel. Müssten Sie sich nicht heute bei Mitarbeitern, Betriebsrat und Bevölkerung bedanken? Denn ohne den Handelsschiffbau gäbe es heute keine Möglichkeit, die Auslastungsprobleme im U-Boot-Bau abzufedern.

Im Nachhinein kann man das sicher so sehen. Wir haben im Moment eine vollkommen auskömmliche und gute Situation bei den Handelsschiffen und Defizite durch sich verzögernde Anschlussaufträge im U-Boot-Bau. Für Kiel ist eine totale Monokultur sicher problematisch, weil das U-Boot-Geschäft immer wieder zyklischen Schwankungen unterworfen ist.


Aber um Handelsschiffe zu kostendeckenden Preisen anbieten zu können, müsste HDW doch mehr bieten als die derzeit entstehenden Standard-Containerschiffe. Schließlich ist der Boom auf dem Containermarkt in wenigen Jahren vorbei.

Die TKMS-Division Überwasserschiffbau versteht sich nicht in erster Linie als Handelsschiffbau-Division. Auch der Überwasserschiffbau ist in seinem Anspruch ganz stark auf Marineschiffe ausgelegt. Wir reden also über Fregatten, Korvetten, Patrouillienboote, Landungsschiffe und Einsatzgruppenversorger. Was diese in ihrem Selbstverständnis stark marinelastige Division sucht, sind Betätigungsfelder außerhalb der Marine, in denen sie das Marine-Know-how ganz stark mit einsetzen kann. Das sind zum einen die Super-Megayachten, die von der Konstruktion her hoch komplex sind. Die zweite zivile Nische ist ein absolut ausoptimiertes Serienschiff. Wir brauchen ein profitables Serienprodukt, mit dem wir relativ konstant und sicher Aufträge holen können, wenn wir Beschäftigung sichern müssen, in den Bereichen, die vor allem das Geld verdienen sollen – also im Marine- und im Megayachtbau. Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, prüfen wir die Entwicklung eines neuen, hochkompakten Typs von Containerschiff. Das wäre ein technologisch komplett neues Produkt, das uns die Luft in der Kalkulation lässt, mit der wir auch eine Marktabschwächung durchhalten können.

nordClick/Kieler Nachrichten vom 01.10.2005

Ein altes Spiel einen großen Betrieb auf dem Papier aufzusplitten um die Belegschaft auseinaderzudevidieren und sonstige Rechenspiele durchzusziehen. Allein bei OPEL Bochum gibt es Leute, die nebeneinander arbeiten und das zu bis zu 50 (!) verschiedenen Konditionen (Zeitvertrage, Leiharbeiter, Fremdfirmen...).

Bei HDW haben wir es vor Jahren erlebt, daß der hochprofitable Elektronikbereich (mit der Herstellung der Meßwagen) wurde einfach nach Flintbeck als "HDW Elektronik" ausgelagert. Damit waren die Riesenprofite aus dem Stammwerk raus und man konnte wieder nach staatlichen Zuschüssen krakelen! (HDW Elektronik existiert übrigens heute auch nicht mehr... mit kleienren Abteilungen/Betrieben ist eben einfacher umzuspringen!).
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:15:08 Di. 21.Februar 2006
Zitat
HANDELSBLATT, Dienstag, 21. Februar 2006 (http://http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1195006)

Prall gefüllte Auftragsbücher

Thyssen-Krupp-Werften sind gut ausgelastet


Von Gregory Lipinski

Die Auftragsbücher der Werften von Thyssen-Krupp sind nach der Fusion mit der Kieler Howaldtswerke Deutsche Werft AG (HDW) gut gefüllt. Der Containerschiffbau sei bis 2008 voll ausgelastet, teilte das Unternehmen mit.


Für 2006 hofft Thyssen-Krupp auf weitere Orderzuwächse: „Wir streben neben der Entwicklung weiterer innovativer Produkte mit hohem Kundennutzen den zügigen Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts an“, sagt Olaf Berlien, Vorstandschef von Thyssen-Krupp Technologies. Vor allem das Reparaturgeschäft soll ausgeweitet werden.(...)

Die Thyssen-Werften konnten beim Bau von Handelsschiffen sowie U-Booten und Fregatten im Geschäftsjahr 2004/05 (30.9.) den Auftragsbestand auf 5,2 Mrd. Euro erhöhen. Der Auftragseingang verbesserte sich im Berichtszeitraum um 86 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Die Werftensparte schloss das Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 1,66 Mrd. Euro mit einem deutlich gestiegenen zweistelligen Millionengewinn ab, der nicht beziffert wurde.(...)

„Die deutsche Werftindustrie ist rein rechnerisch bis 2009 ausgelastet“, sagte ein Sprecher des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM).In den Auftragsbüchern stünden derzeit 157 Schiffe mit rund 2,6 Mill. Bruttoregistertonnen (BRZ). Derzeit befänden sich 69 Schiffe mit mehr als 1,2 Mill. BRZ im Bau.(...)

Die deutschen Werften setzen sich zunehmend gegen die preiswertere Konkurrenz aus Asien durch, weil sie bei der Produktivität deutliche Fortschritte erzielen.

Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12:15:47 Di. 21.Februar 2006
Das Aufspalten oder Outsourcen großer Unternehmen in kleine Splitterbetriebe hat für das Management den Vorteil nicht nur im Abkassieren staatlicher Förderungen und Zuschüsse, sondern auch im Aushebeln von AN-Rechten wie das BetrVG (gültig ab 21 Personen aufwärts) oder im schlechteren gewerkschaftlichen Organisierungsgrad unter der ständige wechselnden (=fluktuierenden) Leiharbeiterbelegschaft.

Wie sagte doch Bismarck zu seinem Führungsstil des preussischen Staates?

"Herrsche und Teile!" Gib den Einen bissel mehr als den Anderen. Dann kriegen sich die Beiden in die Wolle und merken nicht, wer den Zank und Hader angezettelt und eingerichtet hat - die managenden "Leistungsträger", die derweil ihre Profite in Sicherheit bringen.

Wer ein bißchen nachdenkt, durchschaut das Spielchen.
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Kuddel am 23:59:15 Mo. 26.März 2007
Schneller Start in den Alltag

Kiel – Selten hatte es ein Tankerneubau bei der Lindenau Werft so eilig wie die "Seasprat". Sie wurde so dringend benötigt, dass Reeder Emil Hartmann die traditionelle Gästefahrt um eine Stunde verkürzen ließ, damit der Tanker schneller in Fahrt kam. Im russischen Ostseehafen Vysotsk soll das Schiff schon heute 40000 Tonnen Öl für Westeuropa laden.
Kaum hatte am Sonnabend der letzte Gast die Gangway und die Catering-Container das Deck per Kran verlassen, klatschten die Leinen der "Seasprat" ins Wasser. Auf der Reise zu dem Ölterminal im nordöstlichen Zipfel der Ostsee wird gleich ihre am Rumpf verstärkte Bauweise getestet. Vor Vysotsk ist die Ostsee nämlich noch zugefroren.

Vielen Teilnehmern war diese ausgesprochen kurze Gästefahrt nur Recht, verbinden ihre Beteiligungen sie als Miteigentümer auch finanziell mit dem Erfolg der "Seasprat", deutsch "See-Sprotte". Und jeder Gästefahrer durfte als Trotzpflaster eine Kiste Kieler Sprotten mit nach Hause nehmen.


Die in Bremen beheimatete und unter deutscher Flagge fahrende "Seasprat" ist der zwölfte Tanker der "Sea"-Serie, den die Werft seit 1996 für die Reederei German Tanker Shipping gebaut hat und der 18. Neubau für Emil Hartmann insgesamt. Der 188 Meter lange und 32,2 Meter breite Neubau ist zudem das dritte Schiff der vergrößerten und weiterentwickelte "Seatrout"-Serie.

Die Werft voll ausgelastet. So baut das Unternehmen zeitgleich an einem Schlepper, einem Schwimmdock und zwei weiteren Doppelhüllentankern. Damit auf dem Helgen Platz geschaffen werden kann, sollen am Sonnabend am Werfttor bereits wieder die Flaggen der Reederei German Tanker Shipping gehisst werden. Dann ist Stapellauf für die Schwester der "Seasprat". Gleich im Anschluss wird der Kiel für einen der beiden Seychellen-Neubauten gelegt, die von der staatliche Reederei der Seychellen gestellt wurde und die bis Anfang 2008 geliefert werden sollen. Dass sich die Lindenau Werft mit diesen Produkten trotz all der Probleme durch die scharfe Konkurrenz aus China und Korea behaupten kann, liegt zu einem großen Teil auch an der Motivation der Belegschaft, lobte Werftgeschäftsführer Günter Steen. FB

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=2102665
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:08:44 Di. 03.Juli 2007
Zitat
dpa/regioline vom 03.07.2007
Auftragswelle für Schiffbau-Zulieferer - Auslastung für Jahre

Hamburg (dpa) - Die deutschen Schiffbau-Zulieferer freuen sich im Schlepptau des weltweiten Schifffahrts-Booms über eine gewaltige Auftragswelle. Der durchschnittliche Auftragsbestand in der Branche liege bereits über zwölf Monaten und viele Unternehmen könnten bereits Aufträge für 2010 oder 2011 verbuchen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Dienstag in Hamburg mit. Die Branche beschäftigt rund 72 000 Menschen und damit drei Mal so viel wie die deutschen Werften. Sie exportiert drei Viertel ihrer Produktion ins Ausland.

Bei Auftragsflaute haben die Werftarbeiter freiwillig auf einen Teil ihres Lohnes verzichtet.
Ob bei dem derzeitigen Boom die Unternehmen jetzt freiwillig den Lohn wieder aufstocken?
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:44:08 Mo. 27.August 2007
Zitat
Kieler Nachrichten vom 22.08.2007  

U-Boot-Bau bei HDW ist bis zum Jahr 2013 ausgelastet

(...)
Denn neue Großaufträge über Luxus-Jachten und weitere U-Boot-Aufträge sollen in Gaarden die Docks füllen.
(...)
Die U-Boote der deutschen Marine dienen dabei auch als eine Art Werbeträger.
(...)
Damit werden deutsche U-Boote erstmals auch zur Teilnahme an der vernetzten Operationsführung im Einsatzgebiet in der Lage sein. Da deutsche U-Boote verstärkt als „verdeckte Ermittler“ der Meere dienen, sollen die beiden Neubauten auch mit einem ausfahrbaren Optronikmast ausgerüstet werden. „Diese verdeckte Aufklärung kann von keinem anderen Aufklärungsmittel geleistet werden“, sagte Harald Stein, Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung.
http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=2205742

Früher gab es auf der Werft eine U-Boot Besetzung und viele Aktionen und Diskussionen gegen die Kriegsindustrie.

Heute wird alles abgelöst durch die Parole: "Hauptsache Arbeit!"
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:02:24 Sa. 26.April 2008
Zitat
Kieler Nachrichten vom 26.04.2008  

Volle Docks bei HDW

Kiel – Der Weltschiffbau boomt. Und die beiden HDW-Werften sind derzeit gut ausgelastet. HDW Gaarden ist sogar bis zum Jahr 2011 ausgelastet. Bei der U-Boot-Werft HDW GmbH reicht die Perspektive hingegen nicht ganz so weit. Das Unternehmen hat viele Projekte in Arbeit. Ob daraus auch Aufträge folgen, ist jedoch noch fraglich.

Beide Werften gehören wie Blohm+Voss in Hamburg und die Nordseewerke in Emden zum Werftenkonzern ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Und der hat – wie berichtet – den Werften gerade eine Neustrukturierung verordnet, unter anderem mit dem Ziel, Blohm+Voss und HDW Gaarden nachhaltig auf die besonderen Anforderungen des Jacht-Geschäftes auszurichten. Denn den anderen Jacht-Spezialisten im Werftenverbund, Nobiskrug in Rendsburg, hat TKMS gerade an britische Investoren verkauft. Offiziell wird die Neuausrichtung zwar nicht weiter bewertet, aber es scheint sich abzuzeichnen, dass im konzerninternen Wettbewerb der Standort Kiel im Jachtbau Oberwasser gewinnt. So sollen hier demnächst sechs Jachten gebaut werden.

Doch bei HDW Gaarden (450 Mitarbeiter) entstehen auch noch Containerfrachter. Im großen Baudock ist die Zeit des Leerstands beendet. Dort werden jetzt Sektionen für zwei Containerfrachter parallel gefertigt, die letzten beiden Frachter einer Klasse von Containerschiffen für den Transport von 2702 Standardcontainern (TEU). Dieser Typ wurde bei den Nordseewerken entwickelt. Insgesamt hat HDW Gaarden fünf dieser Schiffe übertragen bekommen. Die „Maruba Europa“ und die „Maruba Maxima“ wurden im September 2007 und Februar dieses Jahres an die Reederei NSB in Buxtehude abgeliefert. Seit einigen Tagen liegt der Neubau mit dem Namen „Donau Trader“ an der Ausrüstungspier. Das Schiff soll noch vor der Kieler Woche an die Reederei Hermann Buss aus Leer übergeben werden. Im Baudock 8a liegen die Schwestern „Mosel Trader“ und „Main Trader“, die im Spätsommer und Herbst folgen. Zusammen mit der Megajacht „Sigma“ – die Übergabe ist für Mai geplant – wird die Kieler Werft in diesem Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder fünf Handelsschiffe abliefern. Zuletzt wurden 1997 fünf Handelschiffe in einem Jahr von HDW abgeliefert: Frachter für die israelische Reederei ZIM.

In den Hallen begannen HDW-Mitarbeiter vor wenigen Tagen auch schon mit dem Bau größerer Containerfrachter. Dabei handelt es sich um eine Serie von vier Frachtern mit einer Ladekapazität von 3400 TEU. Außerdem wird die Werft in Kürze mit dem Bau ihres sogenannten „Sechserpacks“ beginnen: sechs Mega-Jachten. Mit diesen Aufträgen ist die Werft bis zum Jahr 2011 ausgelastet. Weitere Projekte befinden sich in Vorbereitung; dabei geht es auch um größere Handelsschiffe.

Auch bei der HDW GmbH (1900 Mitarbeiter) wird derzeit viel über neue U-Boot-Aufträge verhandelt. So sind Brasilien, Pakistan, die Türkei und auch die Vereinigten Arabischen Emirate an U-Booten interessiert. Allerdings sind bei diesen Projekten noch viele Fragen offen. Zurzeit sind die U-Boot-Mitarbeiter aber noch mit Zulieferungen für Südkorea ausgelastet. Dort werden bei der Hyundai-Werft noch zwei U-Boote nach Kieler Plänen gebaut.
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:05:37 Mi. 23.Juli 2008
Zitat
Kieler HDW bekommt vermutlich Auftrag für sechs U-Boote

Hamburg (dpa) - Die Kieler Werft HDW hat sich vermutlich beim Wettbewerb um einen Großauftrag der türkischen Marine über sechs U- Boote durchgesetzt. Die ThyssenKrupp-Tochter sei gemeinsam mit der britischen Marine Force International (MFI) als letzter Anbieter übrig geblieben und verhandele weiter über Einzelheiten, sagte eine Sprecherin von ThyssenKrupp Marine Systems am Dienstag in Hamburg. Der Wert des Auftrags soll rund 2,5 Milliarden Euro betragen. Mit dem wahrscheinlichen Zuschlag für HDW/MFI gab das deutsch-britische Konsortium den zum französischen Thales-Konzern gehörenden Konkurrenten DCNS sowie der spanischen Navantia das Nachsehen.
http://www.kn-online.de/artikel/2431002

Ich kann mich hier nur wiederholen:

Zitat
Früher gab es auf der Werft eine U-Boot Besetzung und viele Aktionen und Diskussionen gegen die Kriegsindustrie.

Heute wird alles abgelöst durch die Parole: "Hauptsache Arbeit!"
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: Adelskronengang am 12:12:56 Mi. 23.Juli 2008
Gibts in Kiel denn überhaupt nennenwerte
Wirtschaftszweige ohne die Rüstung?

CAterpillar, Mak...die hängen doch alle mit drin.

Ok vielleicht Lindenau, die bauen ja eher Tanker und son Zeuch...
Titel: [HDW] KN 11.2.03
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:27:47 Mi. 23.Juli 2008
In den 80ern hörte ich, 60% der Arbeitsplätze hätten direkt oder indirekt mit Armee und Rüstungproduktion zu tun. Ich kenne keine aktuellen Zahlen, doch  ist wohl vorübergehend die Rüstungsproduktion gesunken und scheint wieder zu steigen.

Kiel ist keine Industriestadt, Verwaltung ist wichtig (Landeshauptstadt), eine große Uni, etwas Forschung. Es gibt Versuche Medien, IT Zeugs, und weitere Forschung herzuholen. Dann gibt es noch gigantomanische Pläne (http://www.kn-online.de/artikel/2427115/Gigantische_Pl%E4ne_f%FCr_Kiel.htm) für ein Kongreßzentrum, weiteren Tourismus und Co. und ist wohl nichts weiter als ein Projekt zur Geldversenkung, wie beim Spacecenter Bremen. Ich hoffe das Projekt wird schon in der Planungsphase beerdigt.

Es ist nicht ganz richtig, daß es keinerlei Proteste gegen die Rüstungsindustrie gibt, doch sind die Proteste vergleichbar still geworden.

Aufruf vom Ostermarsch 2007:

Zitat
Für eine Friedensstadt Kiel - Pax Optima Rerum (Frieden ist das höchste Gut)

Nach dem von Deutschland zu verantwortenden letzten Weltkriegs war die "Reichskriegsstadt" Kiel - wie viele andere Städte furchtbar zerstört. Nach einem zunächst hoffnungsvollen zivilen Beginn folgte auch in Kiel bald wieder die Militärproduktion. Kiels ehemals größte Werft produziert heute überwiegend U-Boote für die Bundeswehr und für den Export in aller Welt. Die Bundeswehr wird derzeit mit der hochmodernen U-Boot Klasse 212 (Dolphinklasse, Stückpreis ca. 440 Mio ) ausgerüstet. Diese U-Boote sind nicht für die Landesverteidigung vorgesehen, sondern für den (Kriegs-) Einsatz in aller Welt.

Erschrocken haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Bundestag der Lieferung von mehreren U-Booten an Israel zugestimmt hat. Dies verstößt gegen den Grundsatz, keine Waffen in Krisengebiete zu exportieren. Besondere Brisanz erhält dieser Vorgang dadurch, dass die Lieferung zu großen Teilen aus Bundesmitteln (d.h. aus Steuergeldern) finanziert wurde und wird. Außerdem muss davon ausgegangen werden, dass die an Israel gelieferten U-Boote mit Atomwaffen bestückt werden können.

Kiel muss aus den Kriegserfahrungen lernen und sich zur "Friedensstadt" entwickeln. Der Wahlspruch der Kieler Universität: Pax Optima Rerum sollte Leitgedanke allen politischen Handelns sein. Deshalb:

    Zivile Produktion statt Rüstungsproduktion!

    Kein Export von Kriegsschiffen!

    Stopp der Rüstungsexporte generell!

    [/list]
    Titel: Re: [HDW] KN 08.01.2009
    Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:44:01 Do. 08.Januar 2009
    Korea ordert sechs weitere U-Boote bei HDW in Kiel
    Kiel - Die Kieler Werft Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH hat einen Großauftrag aus Korea erhalten. Die koreanische Marine wird sechs weitere U-Boote des Typs 214 mit einem Gesamtwert von über zwei Milliarden Euro erhalten. [/b]

    Der Vertrag zur Lieferung der 66 Meter langen Boote wurde noch im Dezember unterzeichnet. Vertragspartner der koreanischen Beschaffungsbehörde DAPA sind dabei die zum TKMS-Konzern gehörende Kieler Werft und die britische Vermarktungsfirma MarineForce International LLP (MFI).

     Montiert wird das erste der sechs Boote von Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering in Okpo. Südkorea hat bereits im Jahr 2000 drei Boote dieses Typs bestellt, von denen das zweite im November 2008 durch die Hyundai Werft abgeliefert wurde. Die Ergebnisse mit diesen ersten Booten waren dabei so positiv, das Korea jetzt nachbestellte.

     Der Bau der Boote erfolgt mit Bausätzen und Sektionen aus Kiel in Korea. Neben HDW sind an diesem Projekt auch viele Zulieferer aus dem Raum Kiel sowie die Nordseewerke in Emden bis über das Jahr 2013 hinaus beteiligt. Die Materialpakete aus Kiel umfassen auch ganze Rumpfsektionen wie das Vorschiff oder die Brennstoffzellen. Zudem werden die koreanischen Werftarbeiter von HDW-Angestellten geschult.
     
    Durch diesen Auftrag hat HDW seine Position als Marktführer beim Bau konventioneller U-Boote in der Welt ausgebaut. Die Zahl der vom Typ 214 bestellten Boote erhöhte sich auf 13. Die Türkei und Pakistan haben sich darüber hinaus ebenfalls für diesen Typ entschieden. Die Türken möchten für 2,5 Milliarden Euro ebenfalls sechs Boote dieses Typs kaufen.

     Überschattet wird der Bau der modernen Boote weiterhin von der Weigerung Griechenlands, die ausstehenden Zahlungen für die vier Boote zu leisten. Nach Medienberichten haben sich die Außenstände auf 487 Millionen Euro summiert. In Kiel liegt seit drei Jahren das zur Klasse 214 gehörende Boot "Papanikolis" auf. Während die griechische Marine das Boote wegen angeblicher Mängel nicht abnimmt, hat Südkorea just genau den selben Typ nachbestellt.

     Der Typ 214 wurde für den Export entwickelt. Der Antrieb besteht aus Dieselgeneratoren und Brennstoffzellen. Mit 1800 Tonnen Verdrängung gehört der Typ zu den größten in Deutschland gebauten U-Booten.
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:47:54 So. 05.April 2009
    Arbeitsniederlegung bei HDW
    Kiel - Einige hundert Schiffbauer haben am Donnerstag auf der Kieler HDW-Werft nach Angaben des Betriebsrats vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Als Hintergrund der Aktion nannte der Betriebsratsvorsitzende Ernst Kiel die Sorge, dass nach dem Baustopp für zwei Containerschiffe keine neuen Aufträge angestrebt werden könnten und dem zivilen Schiffbau das Aus drohe.


    Kiel sprach von 400 bis 500 Teilnehmern und bestätigte damit einen NDR-Bericht. Anlass sei ein Besuch des zuständigen Vorstandsmitglieds gewesen. HDW hatte die Produktion der Containerschiffe gestoppt, weil die Auftraggeber keine Finanzierungszusage von den Banken erhalten hatten.

    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 15:36:19 Sa. 12.September 2009
    Hey,
    vielleicht habt ihr es schon mitbekommen, HDW wurde verkauft. 300
    Arbeitsplätze sollen in den Kriegsgeräte-Bereich überschrieben werden,
    mind. 100 davon werden allerdings noch gestrichen.
    Montag früh um 07.00 beginnt die Betriebsversammlung. Um etwa 11.00 ist
    zumindest bisher ein Ende eingeplant.

    Deshalb Treffen für alle, denen dies missfällt, die Solidarität zeigen
    wollen, vor allem für alle Angestellten und alle, die sich als
    AntikapitalistInnen oder AntimilitaristInnen verstehen!

    Morgen (Sonntag) um 14.30 Uhr
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:32:48 Mo. 24.Mai 2010
    Zitat
    HDW kann sechs U-Boote für die Türkei bauen

    Kiel/Berlin - Dem Bau von sechs U-Booten der Klasse 214 für die Türkei steht jetzt nichts mehr im Wege. Nachdem die Türkei im Juli 2009 sich für die deutschen U-Boote entschieden hatte, können jetzt die Vorbereitungen für den Bau der Boote beginnen.  Für die Absicherung möglicher Zinsschwankungen beim Großauftrag hat der Haushaltsausschuss des Bundestags jetzt grünes Licht gegeben. Die CIRR-Bürgschaft (Commercial Interest Reference Rate) soll die Kieler Bauwerft HDW vor möglichen Problemen bei der Finanzierung des Auftrags mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro absichern. Der Kieler Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels (SPD) begrüßte die Entscheidung des Haushaltausschusses. „Durch den Auftrag für den NATO-Partner Türkei wird auch die Auslastung der Werft in Kiel gesichert“, so Bartels.
    http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/wirtschaft/152832-HDW-kann-sechs-U-Boote-fuer-die-Tuerkei-bauen.html (http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/wirtschaft/152832-HDW-kann-sechs-U-Boote-fuer-die-Tuerkei-bauen.html)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Aloysius am 18:32:23 Mi. 26.Mai 2010
    Ja, die SPD bleibt ihrem Kurs treu. Demnächst wird die KN stolz die griechischen Aufträge über U-Boote trotz Sparpaket vermelden

    Aber schön, so machen sie den Linken den Wahlkampf leichter
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 21:42:32 Sa. 09.April 2011
    Zitat
    Kurz vor der Staatspleite

    Portugiesen haben HDW-U-Boot noch bezahlt


    (http://www.kn-online.de/_em_daten/_dc/2011/04/08/110408_1919_knfotakt_dc5a_5z4mg05kqjc10phje1bqm.jpg)
    Das U-Boot ARPAO wird bei HDW für die Portugiesen hübsch gemacht.
    Die Rechnung ist bezahlt


    Kiel - Der Kieler Werft HDW ist ein zweites Griechenland-Desaster erspart geblieben. Anders als bei dem U-Bootauftrag für Griechenland hat Portugal seine in Kiel bestellten U-Boote "Tridente" und "Arpao" wie vereinbart abgenommen und bezahlt. Griechenland hatte ein fast baugleiches U-Boot jahrelang nicht abgenommen.

    Das Duo löst in Portugal drei veraltete U-Boote des französischen "Daphné"-Typs ab. Den Auftrag hatte das Land 2004 bei HDW platziert. Der Systempreis soll nach unbestätigten Meldungen bei rund 300 Millionen Euro pro Boot liegen.

    Die Finanzkrise in Portugal hat auf den Zeitplan bei der Auslieferung der beiden U-Boote keine Auswirkungen gehabt. Das 68 Metern lange Boot verdrängt getaucht fast 2000 Tonnen und ist damit das größte in Kiel gebaute U-Boot. Das von einem Elektromotor angetriebene Boot verfügt auch über zwei Brennstoffzellen-Module für die Energieerzeugung. Die Bewaffnung besteht aus acht Torpedorohren. Bei HDW konzentriert sich die Fertigung nun auf je zwei U-Boote für die Marine Deutschlands und Israels.
    http://www.kn-online.de/lokales/kiel/226600-Portugiesen-haben-HDW-U-Boot-noch-bezahlt.html (http://www.kn-online.de/lokales/kiel/226600-Portugiesen-haben-HDW-U-Boot-noch-bezahlt.html)

    Das Geld wird man dann den portugiesischen Erwqerbslosen wieder abknöpfen.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 14:01:24 Do. 26.März 2015
    In Kiels bekanntesten Großbetrieb hat der Filz aus IGM und SPD alles unter Kontrolle. Und das Kapital kontrolliert diesen Filz.
    Und das ganze nach den simpelsten Methoden, genau so, wie Klein Erna es sich vorstellt: Mit Schmiergeld.

    Zitat
    U-Boot-Werft HDW
    Thyssen-Betriebsräte kassieren illegale Gehälter

    Eine Tochter von ThyssenKrupp zahlt ihren Betriebsräten ein großzügiges Gehalt. Das ist gesetzeswidrig, aber in der deutschen Wirtschaft offenbar weit verbreitet. Die IG Metall drückt beide Augen zu.


    Nach Volkswagen und Siemens ist ThyssenKrupp damit der dritte deutsche Dax-Konzern, bei dem illegale Zahlungen an Betriebsräte öffentlich werden. Pikant ist, dass mehrere der betroffenen Kieler Betriebsräte auch Mitglieder der IG Metall sind. Die Gewerkschaft behauptet, sie habe von den Vorgängen bei HDW nichts gewusst.

    Gehaltslisten von Thyssens HDW-Werft zeigen nun, dass neben Krüger zwei weitere Betriebsräte 2011 das gleiche 5000-Euro-Gehalt erhielten...

    Der langjährige Vorsitzende des Betriebsrats auf der U-Boot-Werft, Ernst-August Kiel, muss sich fragen lassen, welche Rolle er gespielt hat. Das Protokoll der Betriebsratssitzung, in der das illegale einheitliche Monatsgehalt vermerkt wird, trägt seine Unterschrift. Der Rohrschlosser selbst verdiente 2009 rund 5800 Euro im Monat – 1000 Euro mehr, als es die höchste Stufe in der Tariftabelle vorsah.
    ...
    Auch die Großgewerkschaft IG Metall möchte sich zu ihren Mitgliedern im Betriebsrat der Werft auf Anfrage nicht äußern.
    ...
    "Illegale Betriebsratsbegünstigungen sind ein flächendeckendes Phänomen", sagt der renommierte Münchner Arbeitsrechtsprofessor Volker Rieble. "Fast alle Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zahlen freigestellten Betriebsräten höhere Löhne."

    Leidtragende sind die Arbeitnehmer, die oft nicht merken, wenn ihre Interessen mit weniger Nachdruck vertreten werden als möglich.
    ...
    Es ist jedenfalls schwer vorstellbar, dass eine Firma Betriebsräte großzügig vergütet, ohne sich etwas davon zu versprechen.
    ...
    http://www.welt.de/wirtschaft/article129611598/Thyssen-Betriebsraete-kassieren-illegale-Gehaelter.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article129611598/Thyssen-Betriebsraete-kassieren-illegale-Gehaelter.html)

    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 22:10:58 Mi. 08.April 2015
    Hier ist auch nochmal eine schöne Anzeige:

    Zitat
    Qualifizierung zum Anlagenmechaniker (m/w)
    ThyssenKrupp
    Ort: Kiel
    Berufsfeld: Anlagenmechaniker

    Ihre Aufgaben

    Die Agentur für Arbeit Kiel, das Berufsfortbildungswerk, die Firma ITU Dienstleistungen und ThyssenKrupp Marine Systems bieten Ihnen in Kooperation eine Qualifizierung zum Anlagenmechaniker (m/w) an.

        3 - 4 monatige Qualifizierung
        Anstellung nach erfolgreich abgeschlossener Qualifizierung bei ITU Dienstleistungen GmbH
        Langfristiger Einsatz bei ThyssenKrupp Marine Systems Kiel

    Ihr Profil

        Erfolgreich abgeschlossene Berufsaubildung im Metallbereich oder erste Erfahrung im Anlagenbau
        Motivation, Lernfreude und genaues Arbeiten
        Sie sind derzeit ohne Beschäftigung

     
    ThyssenKrupp Marine Systems GmbH

    Christine Tunnat

    Personalbetreuung CPKB

    Tel.: 0431-700-3561
    http://jozoo.de/job/qualifizierung-zum-anlagenmechaniker-mw-912047 (http://jozoo.de/job/qualifizierung-zum-anlagenmechaniker-mw-912047)

    Das Berufsfortbildungswerk gehört zum DGB. Anstatt wie sonst mit der hauseigenen Leihklitsche zu kooperieren (weitblick – personalpartner GmbH) melkt nun  ITU Dienstleistungen GmbH die Arbeitslosen. ITU sind Klaus und Klemens Stegmann mitsamt einigen anderen Unternehmen (Stegmann Personaldienstleistung GmbH, 7S Group, TEC-Marketing GmbH Kiel usw).
    Der DGB greift die Bildungsgutscheine ab, die Leiharbeitsfirma krallt sich die zukünftigen Leiharbeitsnehmer und die IG-Metall freut sich, bekommen die Betriebsräte bei HDW doch auch ein feines Gehalt.
    Gewerkschaft ist für alle da!
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 15:00:08 Mo. 11.Mai 2015
    Zitat
    Israel unterzeichnet Kaufvertrag
    Israel lässt in Deutschland vier Kriegsschiffe im Wert von 430 Millionen Euro bauen. Den Vertragsabschluss teilten das israelische Verteidigungsministerium und ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) am Montag mit. TKMS fertigt die Korvetten gemeinsam mit der benachbarten Werft German Naval Yards, die bis vor kurzem noch Abu Dhabi Mar hieß.

    Kiel/ Tel Aviv. TKMS baut in Kiel auch U-Boote für Israel und wird an diesem Mittwoch von Staatspräsident Reuven Rivlin besucht.

    An der Unterzeichnungszeremonie in Tel Aviv habe unter anderem Andreas Burmester teilgenommen, Vorsitzender der Geschäftsführung von TKMS, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Die vier modernen Korvetten sollten der israelischen Marine zur Sicherung der Wirtschaftszone im Mittelmeer dienen. Damit sind die Gasfelder vor der Küste Israels gemeint. Deutschland werde mit 115 Millionen Euro etwa ein Drittel des Handels finanzieren. Die Boote sollten binnen fünf Jahren ausgeliefert werden.

    Die TKMS-Werft in Kiel (früher HDW) will das fünfte von sechs U-Booten für Israel noch in diesem Jahr übergeben. Die „Rahav“ war bereits 2013 in Anwesenheit israelischer Militärs auf der Werft getauft worden. Die Exportgenehmigung liegt vor. Das vierte U-Boot für Israel wurde im vergangenen September ausgeliefert und kostete rund 600 Millionen Euro.

    Der Vertrag über die Korvetten wurde in Tel Aviv einen Tag vor dem 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel abgeschlossen. Deutsche Waffenexporte an Israel sind umstritten. Seit Jahrzehnten wird Israel unabhängig von der jeweiligen Lage im Nahost-Konflikt mit Rüstungsgütern aus Deutschland versorgt.

    Das israelische Verteidigungsministerium habe darauf bestanden, dass alle Waffensysteme auf den Booten aus israelischer Herstellung stammen, hieß es. Damit sollten Aufträge in großem Umfang für die israelische Rüstungsindustrie gesichert werden. Die deutsche Werft habe sich zu Gegenkäufen in Israel im Wert von mehr als 700 Millionen Schekel (etwa 163 Millionen Euro) verpflichtet.

    Der Leiter des israelischen Verteidigungsministeriums, Dan Harel, sprach von einer „äußerst wichtigen Vereinbarung“. Sie werde Israels Fähigkeit zum Schutz der strategisch wichtigen Gasfelder „dramatisch verbessern“.

    http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Wirtschaft/Israel-kauft-Korvetten-aus-Kiel-von-der-TKMS-Werft (http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Wirtschaft/Israel-kauft-Korvetten-aus-Kiel-von-der-TKMS-Werft)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 01:17:44 Di. 12.Mai 2015
    Peer Steinbrück, ein SPD-Penner unter vielen, wurde u.a. in seiner Funktion als Aufsichtsrat beim Stahlkonzern ThyssenKrupp im Geschäftsjahr 2009/2010 mit knapp 50.000 Euro vergütet. https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Steinbr%C3%BCck (https://de.wikipedia.org/wiki/Peer_Steinbr%C3%BCck)
    Nun plärrt er auf dem IGZ-Bundeskongress 2015:

    Zitat
    Steinbrück: Ethik-Kodex beweist Selbstverantwortung
    Einen Blick in die Zukunft warfen die knapp 400 Teilnehmer des iGZ-Bundeskongresses im Maritim proArte Hotel in Berlin. „Die Wirtschaft verändert sich, der Arbeitsmarkt verändert sich“, stellte Ariane Durian, iGZ-Bundesvorsitzende, fest. „Heute schauen wir, in welche Richtung die Reise gehen könnte und wie wir uns als Branche darauf vorbereiten können.“
    Peer Steinbrück, Bundesminister a.D., analysierte eingangs die geplanten politischen Regulierungen der Zeitarbeit. „Die Reform richtet sich an die Unternehmen, die nicht Mitglied im Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen sind“, stellte er heraus. Es gehe darum, Fehlentwicklungen einzudämmen. Mit dem Ethik-Kodex und der Kontakt- und Schlichtungsstelle hätte der iGZ aber bereits selbst einen weitreichenden Schritt zur Selbstverantwortung gemacht.

    „iGZ hat Weitsicht bewiesen“

    Wie wichtig die Tarifautonomie ist, betonten in der anschließenden Gesprächsrunde sowohl Sven Kramer, iGZ-Verhandlungsführer, als auch Reinhard Dombre, ehemaliger DGB-Tarifverhandlungsführer. Dombre lobte die Weitsicht, die der iGZ schon frühzeitig mit der Forderung eines Branchenmindestlohns bewiesen hatte. „Leider hat die Politik uns damals sehr lange zappeln lassen“, bedauerte er. Seit Beginn 2012 gibt es einen Branchenmindestlohn für die Zeitarbeit. Auch künftig wolle man mit den Tarifpartnern der Zeitarbeitsbranche eigene Regelungen verhandeln. Die Politik solle lediglich die Leitplanken festlegen.

    Weiterbildung muss sich lohnen

    „Warum haben wir tage- und nächtelang gemeinsam mit den Gewerkschaften gerechnet und verhandelt, wenn die Politik nun alles über den Haufen wirft?“, machte Kramer seinem Ärger Luft. Solange die Bezahlung stimme, nutze die Höchstüberlassungsdauer niemandem. „Und die stimmt“, betonte er. Nach neun Monaten erhalte eine Zeitarbeitskraft über die Branchenzuschläge sowieso Equal Pay. Wenn die Zeitarbeit Mitarbeiter aus- und weiterbilde, müsse sie auch die Gelegenheit bekommen, die Kosten zu amortisieren. „Das schaffen wir in 18 Monaten nicht“, beklagte er.

    Erfahrungen der Zeitarbeitskräfte

    Zwei, die es wissen müssen, sind Peter Schubert und Marcus Schormann. Die beiden Zeitarbeitskräfte bereicherten die Gesprächsrunde mit ihren persönlichen Erfahrungen. „Ich schätze an der Zeitarbeit besonders, dass ich fachlich fit bleibe. Ich bin in der M+E-Industrie tätig. Viele Arbeitskräfte dort montieren seit Jahren die ‚Vorderachse links‘. Durch meine wechselnden Einsätze bleibe ich hingegen flexibel“, berichtete Schormann. Durch die Branchenzuschläge sei zudem eine faire Bezahlung gesichert, ergänzte Schubert. (ML)
    http://ig-zeitarbeit.de/presse/artikel/steinbrueck-ethik-kodex-beweist-selbstverantwortung (http://ig-zeitarbeit.de/presse/artikel/steinbrueck-ethik-kodex-beweist-selbstverantwortung)

    Der ehemalige Kanzlerkandidat findet also ziemlich gut, was die Interessengemeinschaft Zeitarbeit (IGZ) so macht. Alles andere wäre auch verwunderlich, denn die Geschäfte für Thyssen Krupp Marine Systems laufen prächtig auch dank der ganzen Leihsklaven, für deren Einsatz sich die SPD, der DGB und die IGZ mitsamt ihres korrupten und widerlichen Filzes herzlich bedanken.
    Traurig, aber wahr: Das ist nur ein weiteres Indiz für die Ausmaße der Verlogenheit, der Selbstherrlichkeit und der Korrumpierbarkeit eines ganzen Scheißsystems.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 21:19:35 So. 14.Juni 2015
    Donnerstag, den 25. Juni 2015, 20 Uhr (wie immer bei Salzstangen, Wasser und Wein)

    Wir zeigen den Dokumentarfilm:
    “Das war ‘ne gute Übung – 9 Tage Betriebsbesetzung bei HDW"
    mpz und Ingrid Molna 1983 / 90 Min. /s/w
    Ort: Susannenstr. 14 d (Hinterhof). S-Bahn Sternschanze
    http://mpz-hamburg.de/das-war-ne-gute-uebung-9-tage-betriebsbesetzung-bei-hdw/ (http://mpz-hamburg.de/das-war-ne-gute-uebung-9-tage-betriebsbesetzung-bei-hdw/)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 10:37:06 Mi. 22.Juli 2015
    Die Standortlogiker der IG Metall und der Betriebsrat von HDW dürften im Moment so ziemlich stolz sein auf das, was in den Kieler Docks gerade produziert wird:
    Zitat
    Volle Docks bei Kieler Werften
    ...Algerien bekommt jetzt eine Weiterentwicklung, die noch schwerer bewaffnet ist: Auf dem Bug der Fregatte „910“ wurde ein Mehrzweckgeschütz der italienischen Firma Oto Melara montiert. Dabei handelt es sich um ein 22 Tonnen schweres Geschütz des Typs 127/64LW. Dieses ist auch für die ab 2017 in Fahrt kommenden Fregatten der Klasse 125 der Deutschen Marine vorgesehen. Hauptbewaffnung sind 16 Flugkörper des Typs RBS15Mk3 der Rüstungsfirmen Saab und Diehl Defence (Deutschland) und 32 Luftziel-Flugkörper des südafrikanischen Typs „Umkhonto-IR“. Die Meko A200 Fregatte verfügt über ein Antriebssystem, das aus einer Verstell-Propelleranlage und einem Wasserstrahlantrieb für hohe Geschwindigkeiten besteht. Es gilt als besonders fortschrittlich. Den Bau der Rümpfe hat TKMS der Nachbarwerft German Naval Yards übertragen. Das Auftragsvolumen aus Algerien soll bei rund zwei Milliarden Euro liegen und umfasst auch den Aufbau einer Werft in Oran sowie das Training der Besatzungen.
    http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/Volle-Docks-bei-Kieler-Werften (http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/Volle-Docks-bei-Kieler-Werften)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: BGS am 17:26:30 Mi. 22.Juli 2015
    "Reichskriegsstadt" Kiel

    MfG

    BGS
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 19:22:01 Do. 30.Juli 2015
    Hier kann man sich mal die Kriegstreiber der IG Metall auf einem Gruppenfoto anschauen. Die Mehrzweckkampfschiffe MKS 180 sollen gefälligst hier gebaut werden.

    Zitat
    Kritik an MKS-Ausschreibung
    Jahrestagung AK Wehrtechnik


    Deutliche Kritik haben Betriebsräte der IG Metall an der Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums zur europäischen Ausschreibung der Mehrzweckkampfschiffe MKS 180 gegenüber Staatssekretärin Katrin Suder geübt.
    Von anderen EU-Staaten werden im Marineschiffbau bisher nationale Lösungen praktiziert, denn die Werften werden staatlich subventioniert. Nun soll erstmals der Auftrag für vier MKS-Schiffe (etwa vier Milliarden Euro) europaweit ausgeschrieben werden.

    Nach Fertigstellung der Fregatte F 125 könnte der MKS-Auftrag Know-how und Arbeitsplätze im deutschen Marineschiffbau langfristig sichern. Das Gespräch mit Staatssekretärin Suder fand im Rahmen der Branchentagung Wehrtechnik Ende Juni statt.
    http://netkey40.igmetall.de/homepages/kiel/meldungen/kritikanmks-ausschreibung.html#LayoutElement_568665_463858500 (http://netkey40.igmetall.de/homepages/kiel/meldungen/kritikanmks-ausschreibung.html#LayoutElement_568665_463858500)

    Das sagt die Satzung der IG Metall dazu (§ 2):
    Zitat
    Die IG Metall bekennt sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Rechtsstaates und die weitere Demokratisierung von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung und den Schutz der natürlichen Umwelt zur Sicherung der Existenz der Menschheit ein.
    http://www.igmetall.de/internet/docs_4257762_IGM_Satzung_screen_e1588f09eddcc914462821a9a3ef6c00aaa6136d.pdf (http://www.igmetall.de/internet/docs_4257762_IGM_Satzung_screen_e1588f09eddcc914462821a9a3ef6c00aaa6136d.pdf)

    Was für eine verlogene Scheiße.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 10:06:51 Mi. 09.September 2015
    Die Rüstungsindustrie in Kiel blickt gelassen in die Zukunft und steckt nochmal ordentlich Geld rein. Mit den 50 Millionen könnte man bestimmt viele Dinge stemmen, die dafür sorgen würden, dass man nicht in Rüstung investieren müsste, andererseits will der ganze Filz aus ZAFs, DGB, AA und lokales Politikerpack ja auch bezahlt werden.

    Zitat

    Bauboom unter Wasser


    Es läuft rund im Schiffbau – jedenfalls dort, wo Kreuzfahrt- und Kriegschiffe gebaut werden. Wegen voller Auftragsbücher will ThyssenKrupp jetzt 50 Millionen in den Ausbau seiner Kieler Werft investieren.

    Kiel. Andreas Burmester gehört neben Bernard Meyer aus Papenburg zu den Werftchefs, die derzeit gut lachen haben. Meyer profitiert von der ungebremsten Lust auf Kreuzfahrten und TKMS-Chef Burmester profitiert von der sich rasant verändernden Sicherheitslage in der Welt. „Die Frage der nationalen Sicherheit ist auf einmal zurück auf den Tagesordnungen der Politik“, sagte Burmester am Dienstag bei der Begrüßung der Delegationen zur Subcon 2015 in Kiel. Auf der Kongressveranstaltung treffen sich bis Freitag 350 Experten, Wissenschaftler und Militärs aus mehr als 20 Ländern.

    Die unsichere Weltlage führt zu mehr U-Boot-Bestellungen. Der Kieler Konzern ThyssenKrupp Marine Systems hat derzeit 22 Aufträge im Bestand: zehn Überwasserschiffe und zwölf U-Boote. Zwölf U-Boote und sechs Korvetten werden am Standort Kiel gebaut. Das Auftragsvolumen bewegt sich auf die Marke von neun Milliarden Euro zu. In Kiel waren auch Delegationen aus Ländern, die bislang noch keine U-Boote aus Kiel fahren: Vietnam, Mexiko und die Philippinen. Zum Kreis der Interessenten für U-Boote aus Kiel gehören außerdem Polen, Norwegen und Australien.

    Der Standort Kiel ist ein Hauptthema auf der Subcon. „5900 Arbeitsplätze sind allein in Kiel in der Wehrtechnik angesiedelt. Bei TKMS sind an den Standorten Kiel, Hamburg und Emden 3500 Menschen beschäftigt“, so der Werftchef. 2500 sind es allein bei TKMS in Kiel. Damit diese Arbeitsplätze auch bis über das Jahr 2030 ausgelastet sind, soll der Standort Kiel umfassend modernisiert werden. Am Rande der Konferenz wurde das Projekt „ThyssenKrupp Marine Systems Yard 2020“ präsentiert. Die Kieler Werft soll bis 2020 umgebaut werden. Größere Hallen, ein Gebäude für 200 Arbeitsplätze, neue Entwicklungssoftware, eine neue Pier und eine große Bohr- und Fräsanlage für den Bau von Rumpfsektionen oder Torpedorohren sollen angeschafft werden. Der Konzern will in den Ausbau 50 Millionen Euro investieren. „Das machen wir, um uns auf die Märkte von morgen vorzubereiten“, sagte Burmester.

    Bei der Subcon standen gestern nicht nur neue U-Boote auf dem Programm. Es waren auch neue Gesichter da. Vietnam gehört seit kurzem zum Kreis der U-Boot-Nationen. Das Land hat angesichts der Aufrüstung Chinas sechs U-Boote in Russland bestellt. Kiel ist für den Vietnamesen aber dennoch interessant. Der deutsche Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, begrüßte Konteradmiral Do Minh Thai, den Chef der vietnamesischen U-Boote. Krause stellte in seiner Rede klar, dass die Rolle des U-Bootes heute eine ganz andere als früher sei. „Der Einsatz gegen Drogenschmuggler und Piraten gehört zu den Aufgaben moderner U-Boote“, sagte Krause.

    An die Industrie appellierte Krause, Boote zu bauen, die auch langfristig einsetzbar und bedienbar sind. „Bitte vergesst die Soldaten bei der Konstruktion nicht“, mahnte Krause. Lange Liegezeiten und komplexe Systeme hatten zuletzt auch in der Deutschen Marine für Kritik bei U-Bootfahrern gesorgt.
    http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/ThyssenKrupp-Bauboom-unter-Wasser (http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/ThyssenKrupp-Bauboom-unter-Wasser)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 09:52:11 Di. 15.September 2015
    Zitat
    Werften gehen die Aufträge aus
    Auf den deutschen Werften geht wieder die Angst vor einem Personalabbau um. Grund sind rasant schrumpfende Auftragsbestände bei den Werften, die auf zivile Schiffe setzen. Die Gewerkschaft IG Metall Küsten hatte die Betriebsräte von 40 Schiffbaubetrieben befragt und stellte die Ergebnisse am Montag in Hamburg vor.
    „Einige Betriebe wie Nordic Yards in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft oder Nobiskrug in Rendsburg benötigen dringend neue Aufträge“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste.

     Die gute Nachricht: Am 31. Dezember 2014 arbeiteten 15.592 Menschen in den 40 deutschen Werftbetrieben. Das sind 400 mehr als 2013. Doch diese Zahl ist nur ein Lichtblick. Im Vergleich zu 2009 sind fast 5000 Menschen weniger auf den deutschen Werften beschäftigt. Und es droht neuer Kummer. „Die Auslastung reicht teilweise nur noch für einige Monate“, so Geiken. An den drei Standorten der Nordic Yards in Wismar, Warnemünde und Stralsund wackeln derzeit mehrere Hundert der 1300 Jobs. In Schleswig-Holstein entwickeln sich besonders die Nobiskrug Werft in Rendsburg sowie die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) zu Sorgenkindern.

     Die Flensburger Werft dominierte über Jahre den Fährschiffbau. Jetzt ging die Werft innerhalb weniger Monate im Wettbewerb um Aufträge leer aus. Ein Auftrag der kanadischen Fährreederei BC Ferries ging nach Polen – zuvor hatte die Reederei vier Fähren aus Flensburg bekommen. Und auch an der Obereider in Rendsburg ist es still geworden. Am Stammsitz der Nobiskrug-Gruppe gibt es zwar Verhandlungen über mögliche Aufträge aus dem Segment der Luxusjachten und Spezialschiffe. Im Moment reicht bei Nobiskrug der Auftragsbestand laut IG Metall aber nur noch für zwölf Monate – genauso wie in Flensburg. Die Zahl der Auftragseingänge sank von September 2014 bis August 2015 auf 25 Schiffe – von September 2013 bis August 2014 waren es noch 33.

     Ganz anders die Situation bei den Werften Meyer, TKMS und Lürssen. Die Bremer Lürssen-Gruppe ist mit ihren Standorten an der Weser in Wolgast und Schacht-Audorf bei Rendsburg über 33 Monate ausgelastet. Die Werften, die keine Probleme haben, sind sämtlich im Kriegs- oder Kreuzfahrtschiffbau aktiv. Erstmals seit fünf Jahren gab es keinen neuen Auftrag aus dem Offshore-Bereich. Geiken sieht darin „ein erschreckendes Signal“. Einen Monat vor der Nationalen Maritimen Konferenz fordern die Gewerkschafter deshalb ein klares Signal von der Bundesregierung. Die Vergabe von Bauaufträgen für Offshore-Windparks an Werften aus Asien hatte bereits heftige Kritik ausgelöst.

     Besonders wichtig und dringend erwartet seien für die Werften zudem Aufträge zum Bau neuer Spezialschiffe. So wird das Kieler Forschungsschiff „Poseidon“ in Kürze 40 Jahre alt und sollte längst ersetzt werden. Aber auch Mehrzweckschiffe des Bundes, wie die „Scharhörn“ oder die Bundespolizei-Schiffe, sind längst am Ende ihrer Lebensdauer angekommen.

     Trotz der teilweise düsteren Aussichten ist das Interesse beim Nachwuchs am Schiffbau groß. Laut IG Metall gibt es im Durchschnitt 23 Bewerber auf einen Ausbildungsplatz auf einer Werft.
    http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/IG-Metall-Umfrage-Werften-gehen-die-Auftraege-aus (http://www.kn-online.de/News/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/News-Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/IG-Metall-Umfrage-Werften-gehen-die-Auftraege-aus)

    Um bei den Werften eine höhere Auslastung zu erzielen, müsste die IG-Metall jetzt eigentlich konsequenterweise die Umstellung auf Kriegsschiffe fordern, soweit sie es nicht eh schon macht.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 11:38:26 Fr. 23.Oktober 2015
    Eine von der SPD persönlich zugelassene Lobbygruppe im Bundestag ist der Think Tank ECFR (European Council on Foreign Relations).
    Die geben unter anderem solche Schriften heraus:
    „How to stop the demilitarisation of Europe“ http://www.ecfr.eu/page/-/ECFR40_DEMILITARISATION_BRIEF_AW.pdf (http://www.ecfr.eu/page/-/ECFR40_DEMILITARISATION_BRIEF_AW.pdf)

    Die Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V. ordnet ECFR so ein:
     „Man trifft sich bei Veranstaltungen, die von diesen Gruppen organisiert werden, tauscht sich über die Bedürfnisse aus und bildet so einen Militarisierungskonsens, für den die weitere Aufrüstung der Europäischen Union eine unhinterfragbare Notwendigkeit ist.
    Der so herausgebildete Militarisierungskonsens wird zusätzlich von einem an
    einige wenige Denkfabriken angedockten Expertenzirkel verfestigt und in die Öffentlichkeit getragen. Einige der wichtigsten dieser „Schaltstellen“ sind das
    Egmont Institute, der European Council on Foreign Relations (ECFR),...“ http://www.imi-online.de/download/Ruestungstreiber_online_2012.pdf, S.15  (http://www.imi-online.de/download/Ruestungstreiber_online_2012.pdf, S.15)

    Die Arbeitsgruppe „Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ in der SPD Fraktion beschäftigt sich unter anderem schwerpunktmäßig mit der Abrüstungspolitik.
    http://www.spdfraktion.de/fraktion/arbeitsgruppen/arbeitsgruppe-sicherheits-und-verteidigungspolitik?tab1=pos  (http://www.spdfraktion.de/fraktion/arbeitsgruppen/arbeitsgruppe-sicherheits-und-verteidigungspolitik?tab1=pos)

    Die SPD holt sich also freiwillig eine Lobbygruppe ins Boot, die genau das Gegenteil will?

    Für die SPD ist das kein Problem: Weiterhin auf der persönlichen Liste steht ThyssenKrupp Marine Systems GmbH.
    Der SPD-Wehrbeauftragter Bartels aus Kiel, ein durch und durch korrupter IGM-Betriebsrat bei TKMS,  der Leutnant der Reserve und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Aufsichtsrat von Thyssen Krupp mit besten Kontakten nach Kiel, ein willfähriges Arbeitsamt, das Arbeitslose über das DGB-Fortbildungswerk zum Anlagenmechaniker umschulen lässt, die dann wiederum von der Leihklitsche ITU bei TKMS eingesetzt werden.
    Was in den Hinterzimmern des Bundestages ausgeheckt wird, setzt man vor Ort konkret um.
    Wie lassen sich solche Sauereien stärker in die regionale Öffentlichkeit tragen, wenn gleichzeitig ein stilles Abkommen des Verschweigens herrscht?   


     
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 12:36:12 Fr. 23.Oktober 2015
    Eigentlich sollte einen das nicht wundern. Ich bin aber stets geschockt von solchen Infos.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 22:55:30 Di. 15.Dezember 2015
    Die Rüstungsindustrie in Kiel frohlockt und (hurra!) immer mehr Mitarbeiter:

    Zitat
    Fregatten für Algerien und Korvetten für Israel

    Volles Haus bei den Kieler Werften. Der U-Bootbau bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) hat keine Liegeplätze mehr frei, nun hat sich auch beim Marine-Überwasserschiffbau die Pier gefüllt. Die Ausrüstungspier müssen sich jetzt zwei Fregatten für Algerien teilen.
    Außerdem geht der Bau von vier Korvetten für die Marine Israels in die heiße Phase. Das Auftragsvolumen aller Marineprojekte der Kieler Werften TKMS und German Naval Yards (GNY) liegt deutlich über der Marke von neun Milliarden Euro.
    Der Auftrag zum Bau der vier Korvetten für rund 430 Millionen Euro wird in den kommenden drei Jahren für Arbeit im Überwasserschiffbau bei GNY sorgen. Das Tochterunternehmen der Rendsburger Nobiskrug Werft wurde vom Generalunternehmer TKMS mit ins Boot geholt. GNY soll die Rümpfe bauen, ist aus Werftkreisen zu hören. Die 90 Meter langen Kampfschiffe sollen bis zu 2000 Tonnen Verdrängung haben und bis 2019 an Israel geliefert werden. Die Bewaffnung und Teile der Systemtechnik steuern die Israelis bei. Daher ist der Auftragswert mit 430 Millionen Euro vergleichsweise niedrig. Deutschland unterstützt den Bau mit etwa 120 Millionen Euro.

     Eine ganz andere Größenordnung sind die Fregatten der Klasse Meko A200 für die algerischen Marine. Der Auftrag beläuft sich auf über eine Milliarde Euro, da die Schiffe in Kiel komplett bewaffnet werden. So bekommen die algerischen Fregatten ein Arsenal an weit reichenden und schweren Waffen, darunter ein neues schweres Seezielgeschütz (Kaliber 127 Millimeter) und einen Flugkörper (TRBS15). Die zweite Fregatte für Algerien wurde jetzt ausgedockt. Der Bau dieses Schiffes mit der Kennung „911“ dauerte von der Kiellegung bis zum Ausschwimmen im Trockendock 7 der Werft TKMS exakt ein Jahr. Eine Zeitspanne, die für Kriegsschiffe dieser Größe eine Rekordzeit darstellt.

    Stetig mehr Mitarbeiter

    Den Bau der algerischen Fregattenrümpfe vergab ThyssenKrupp ebenfalls im Unterauftrag an GNY. Nobiskrug hatte die ehemaligen Schiffbaubereiche der Werft HDW Gaarden GmbH übernommen. Die Ausrüstung und Erprobung der algerischen Fregatten erfolgt jedoch durch ThyssenKrupp Marine Systems. Die erste Fregatte wurde im Dezember 2014 ausgedockt und im August zur Endausrüstung an TKMS übergeben. Die Ablieferung an Algerien ist im Frühjahr geplant. Das Land hat außerdem Aufträge im Wert von über zwei Milliarden Euro auch noch an Werften aus China, Russland und Italien vergeben. Italien liefert Algerien einen Hubschrauberträger.
    Auch die Werft TKMS hat einen Hubschrauberträger im Angebot. Gegenwärtig ist die Werft aber mit insgesamt 22 Korvetten, Fregatten und U-Booten mehr als ausgelastet. Die Zahl der Mitarbeiter wurde in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Das TKMS-Auftragsvolumen nähert sich der Marke von neun Milliarden Euro. Allein sieben Milliarden entfallen auf den U-Bootbau. Damit die Werft auch über das Jahr 2020 hinaus für neue Großaufträge gerüstet ist, wird umgebaut: Im bislang zum Bau von Megajachten und Fregatten genutzten Hallendock 7 entsteht eine neue Fertigungsstraße für U-Boote. Außerdem hat Werftchef Andreas Burmester ein 50 Millionen Euro teures Modernisierungsprogramm angestoßen, das TKMS die Spitzenposition beim Bau konventioneller U-Boote auf Jahre sichern soll.
     Der Umbau der Kieler Werft soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Größere Hallen, eine neue Pier und eine große Bohr- und Fräsanlage für den Bau von Rumpfsektionen und Torpedorohren werden angeschafft. Alle Sektionen für U-Boote sollen künftig noch sehr viel effizienter gebaut werden. „Das machen wir, um uns auf die Märkte von morgen vorzubereiten“, sagte Burmester am Rande der U-Bootmesse Subcon im September.
    http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-Wirtschaft/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/Fregatten-fuer-Algerien-und-Korvetten-fuer-Israel-TKMS-und-German-Naval-Yards (http://www.kn-online.de/News/Nachrichten-Wirtschaft/Aktuelle-Nachrichten-Wirtschaft/Fregatten-fuer-Algerien-und-Korvetten-fuer-Israel-TKMS-und-German-Naval-Yards)
    Titel: Re:[HDW] Kohl, Barschel und Konsorten
    Beitrag von: Fritz Linow am 16:22:21 Fr. 17.November 2017
    Zitat
    16.11.17
    Aktenfreigabe beleuchtet die geheimen U-Boot Geschäfte der Regierung Kohl mit dem Apartheid-Regime

    In Südafrika werden derzeit einige Geheimakten aus der Zeit des rassistischen Apartheid-Regimes geöffnet. Die Aktenfreigaben bringen insbesondere Firmen, Organisationen und Regierungen in Verlegenheit, die fragwürdige Geschäfte mit Südafrikas Regierung machten – darunter die westdeutsche Bundesregierung.

    Die Dokumente belegen der Website DaylyMaverick.com zufolge, dass West-Deutschland mit Südafrika wegen eines Embargos verbotene Rüstungs-Geschäfte zugunsten der Kieler Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) und dem Ingenieurkontor Lübeck (IKL) abdeckte. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte 1984 Südafrikas Präsident Peter Botha in Bonn empfangen. Der den 423 Millionen DM schwere Deal zwischen den beiden Staatschefs war so geheim, dass sogar die jeweiligen Außenminister den Raum verlassen mussten. Kohl versicherte Botha, er werde sich persönlich um die Angelegenheit kümmern. (...)
    https://www.heise.de/tp/news/Deckname-Tamburin-3891956.html (https://www.heise.de/tp/news/Deckname-Tamburin-3891956.html)
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: counselor am 01:04:23 Sa. 18.November 2017
    Soso ... hat der fette Sack Kohl also mit Faschisten zusammengearbeitet. Mich wunderts nicht.
    Titel: Re:[HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 18:39:52 Di. 12.Juni 2018
    Zitat
    Neuer Werftchef
    Herwig hat Milliarden-Auftrag im Visier

    Kommt der größte Auftrag in der Geschichte der deutschen Marine nach Kiel? Bei der Werft German Naval Yards geht man mit Optimismus in die entscheidende Phase des Rennens um den 3,5-Milliarden-Euro-Auftrag zum Bau von vier Schiffen des Typs MKS 180.


    (https://abload.de/img/herwig-hat-milliarden8gsum.jpg) (http://abload.de/image.php?img=herwig-hat-milliarden8gsum.jpg)
    Jörg Herwig will die Kieler Werft German Naval Yards zu einer führenden Werft im Marineschiffbau machen. Die Auftragsbücher sind voll.

    Kiel. „Wir können hier am Standort Kiel Marineschiffe aller Größen bauen und wir wollen weiter wachsen“, erklärte der neue Werft-Chef Jörg Herwig im Gespräch mit unserer Zeitung.

    Auf dem Gelände der Kieler Werft, die bis 2011 als HDW Gaarden Handelsschiffe baute, sind die Hallen mit Schiffen voll. Gerade abgeliefert wurden zwei Fregatten an Algerien – und zwar im vertraglich vereinbarten Zeit- und Kostenrahmen. „Als letzter Deutscher Generalunternehmer wollen wir den Wettbewerb um die MKS 180 gewinnen und hier am Standort Kiel wieder Schiffe für die deutsche Marine bauen. Mein Ziel ist es, diese Schiffe im Zeitplan zu liefern und dabei auch Gewinn zu machen“, sagte Herwig.

    In den nächsten Tagen wird das finale Angebot für den Bau der vier ersten Mehrzweckkampfschiffe vom Typ MKS 180 beim Bundesamt für Ausrüstung, Nutzung und Informationstechnik abgegeben. Neben German Naval Yards (GNY) ist nur noch die niederländische Damen-Gruppe mit der Werft Blohm + Voss im Rennen.

    Danach heißt es Warten. „Unser Ziel ist es, dass die Fähigkeiten zum Bau von Überwasserschiffen für die Marine hier in Kiel erhalten bleiben. Mit diesem Auftrag können wir die Zukunft gestalten“, erklärte Herwig. Er arbeitete zuvor 24 Jahre bei Thyssen Krupp, kennt den U-Boot- und den Überwasserschiffbau und die Kunden. Der neue Geschäftsführer ist überzeugt: „Mit dem Auftrag MKS 180 ist auch am Standort Kiel wieder Wachstum möglich. Mit der Fachhochschule haben wir dafür sehr gute Bedingungen.“ Aktuell liegt die Belegschaft der GNY-Gruppe bei 950 Mitarbeitern. Kommt der Großauftrag, würde das die Auslastung der Werft bis 2028 sichern. Herwig schließt für diesen Fall auch eine Kooperation nicht aus. „Zuerst brauchen wir aber den Zuschlag.“ Wichtig ist ihm, dass der größte Teil der Wertschöpfung bei dem Projekt in Deutschland bleibt.

    Dies sieht die IG Metall ähnlich. Angesichts der jüngsten Gerüchte, wonach sich die vom Wettbewerb ausgeschlossene Werftengruppe TKMS möglicherweise ganz vom Schiffbau trennen könnte, verfolgt die Gewerkschaft vor allem ein Ziel: „Möglichst viel von dem Auftrag in Deutschland zu halten. Der Auftrag bietet genug Arbeit für alle“, erklärte Gewerkschaftssprecher Heiko Messerschmidt.
    http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Neuer-Werftchef-Joerg-Herwig-hat-Milliarden-Auftrag-fuer-Kiel-im-Visier (http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Neuer-Werftchef-Joerg-Herwig-hat-Milliarden-Auftrag-fuer-Kiel-im-Visier)
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 00:03:45 Di. 07.April 2020
    Zitat
    1.4.20
    Corona kann U-Bootbau nicht stoppen

    Die Lage auf den deutschen Werften ist aufgrund der Corona-Krise angespannt. Fast alle Werften haben Kurzarbeit angemeldet und die Produktion heruntergefahren. Bei Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) in Kiel-Gaarden allerdings wird in drei Schichten rund um die Uhr weitergearbeitet.
    (...)
    https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/TKMS-arbeitet-weiter-Corona-kann-U-Bootbau-nicht-stoppen

    Corona läuft, Rüstung läuft, mediales Arschlecken funzt auch sehr fein. Danke, Herr Frank Behling (Marineexpetenarschloch der Kieler Nachrichten).

    Beschäftigte bei TKMS sorgen sich um ihre Gesundheit, haben Angst um den Arbeitsplatz, IG Metall schmeißt mit Beruhigungspillen um sich, Leiharbeiter werden verheizt. Anstatt sinnvolle Sachen zu produzieren, setzt man bei TKMS lieber auf Waffenscheiße.

    Es ist höchste Zeit, diesem total verlotterten Propangandadreck etwas entgegen zu setzen, auch am Ostermarsch.
     
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 19:57:56 Do. 09.April 2020
    Ein Großteil der Aufträge der Werft sind Rüstungsaufträge.
    Das Bundeskabinett hat den Marineüberwasserschiffbau als nationale verteidigungsindustrielle Schlüsseltechnologie eingestuft. Der Bundestag muss dem Gesetzentwurf «zur beschleunigten Beschaffung im Bereich der Verteidigung und Sicherheit und zur Optimierung der Vergabestatistik» noch zustimmen. Naval Ports Kiel hat sich einen Großauftrag vom Faschisten Bolsonaro gesichert. Der Auftragswert soll rund 1,8 Milliarden Euro betragen. Aktuell laufen zum Beispiel Bewerbungen um eine U-Boot-Bestellung aus Indien und für den Bau von Kriegsschiffen für die Deutsche Marine. Bei der Auftragsvergabe gibt es oftmals Hinweise auf Korruption. Eine lesenswerte Auflistung bei "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!" https://www.aufschrei-waffenhandel.de/daten-fakten/ruestungsfirmen/thyssenkrupp-ag/

    Passend ist ein Beitrag aus den heutigen Kieler Nachrichten:

    Zitat
    Trotz Corona-Krise:
    Exportgenehmigungen für Rüstungsgüter gestiegen

    • 2019 war ein Rekordjahr für den deutschen Rüstungsexport.
    • Angesichts der Corona-Krise schien eine erneute Steigerung unwahrscheinlich.
    • Doch die Bundesregierung hat im ersten Quartal 2020 einen Zuwachs zum Vorjahreszeitraum verzeichnen können - und gerät dafür massiv in die Kritik.
    Die Bundesregierung hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres etwas mehr Rüstungsexporte genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Der Wert der erlaubten Lieferungen lag von Januar bis März bei 1,16 Milliarden Euro und damit 45 Millionen Euro höher als im ersten Quartal 2019. Das geht aus einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Sevim Dagdelen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Deutlich gestiegen ist danach der Anteil der besonders heiklen Exporte an sogenannte Drittstaaten, die nicht der EU oder der Nato angehören oder diesen Ländern gleichgestellt sind wie etwa Australien. Er lag im ersten Quartal 2020 bei 53 Prozent, im Vorjahreszeitraum waren es 35 Prozent. Bei den Lieferungen an Drittstaaten handelt es sich nach Angaben des Wirtschaftsministeriums überwiegend um “einzelne großvolumige Genehmigungen im maritimen Bereich”.

    Ägypten empfängt besonders viele umstrittene Lieferungen

    Das Hauptempfängerland ist Ägypten mit einem Exportvolumen von 290,6 Millionen Euro. Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung die Genehmigung einer U-Boot-Lieferung für das von Präsident Abdel Fattah al-Sisi mit harter Hand regierte nordafrikanische Land bekanntgegeben.

    Ägypten war bereits im vergangenen Jahr mit genehmigten Rüstungsgeschäften für 802 Millionen Euro drittbester Auslandskunde der deutschen Hersteller. Die Lieferungen sind nicht nur wegen der Menschenrechtslage in dem Land umstritten. Ägypten gehört auch zu der Kriegskoalition, die seit fünf Jahren im Jemen gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Außerdem ist die Regierung al-Sisis wegen Waffenlieferungen in den Libyen-Konflikt in der Kritik.
       
    Außenpolitikerin: Die Bundesregierung gießt mit Kriegswaffen weiter Öl ins Feuer

    Im vergangenen Jahr waren die von der Bundesregierung genehmigten Rüstungsexporte mit 8,015 Milliarden Euro auf einen Rekordwert gestiegen. Dass diese Marke in diesem Jahr wieder erreicht werden kann, gilt schon wegen der Corona-Krise als unwahrscheinlich. Im vergangenen Jahr gab es den massiven Zuwachs an Exportgenehmigungen erst ab dem zweiten Quartal.

    Die Außenpolitikerin Dagdelen kritisierte die Rüstungsexporte vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. "Während die UN zum weltweiten Waffenstillstand aufrufen, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen, gießt die Bundesregierung mit ihren Kriegswaffen in Krisengebiete weiter Öl ins Feuer", sagte sie. "Wir brauchen einen sofortigen Waffenexportstopp und eine Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Güter wie medizinische Geräte. Es ist Zeit, für das Leben statt für den Tod zu produzieren."   
    https://www.rnd.de/politik/rustungsexporte-erneut-zuwachs-im-ersten-quartal-trotz-corona-krise-H33LRGML33AHSYCPFE2ULYCOQI.html
    Titel: Coronawerft
    Beitrag von: Kuddel am 18:20:38 Fr. 10.April 2020
    (Ex-HDW), German Naval Yards Holdings GmbH (GNYH) und ThyssenKrupp Marine Systems GmbH (TKMS)
    (Fortsetzung)
    Die Werft ist das Hätschelkind der Stadt. Bauprojekte werden nicht genehmigt, wenn sie die Sicht auf den Werftkran verdecken. Ich erinnere noch Zeiten, in denen das Management gemeinsam mit der IGM Demos zur Landesregierung organisierte, um Subventionen für das Unternehmen zu fordern. Das war selbstverständlich bezahlte Arbeitszeit.

    Vor dem Kieler Schloss steht eine Bronzestatue für den Kieler Werftarbeiter.

    (https://abload.de/img/roessler_werftarbeite9jkmk.jpg) (https://abload.de/image.php?img=roessler_werftarbeite9jkmk.jpg)

    Der NDR neigt dazu, den Werftarbeiter zu verkitschen und von den Kieler Nachrichten kennt man sowieso nichts anderes als Wirtschaftspropaganda und Hofberichterstattung.

    Die Waffenproduktion der Werft war schon oft Ziel von Protesten. Hier eine U-Bootbesetzung des Arbeitskreises Chile Solidarität 1982.

    (https://abload.de/img/asdsgbjsr.jpg) (https://abload.de/image.php?img=asdsgbjsr.jpg)

    Daß die Werft nicht nur den Tod exportiert, sondern selbst ein mörderischer Apparat ist, wurde seltener öffentlich diskutiert. Das große Schild am Werfttor zeigte die Unfälle im Betrieb im Laufe des Jahres, es waren meist mehrere tödliche Unfälle im Jahr. Das Schild ist längst verschwunden. Die Arbeit ist zumeist Knochenarbeit. Das Arbeitsumfeld ist extrem laut und toxisch. Früher wurde viel mit Asbest gearbeitet. Bis heute ist die Belastung hoch mit Rauch und Gasen vom Schweißen, diversen Stäuben vom Schleifen und Flexen und es sind die Dämpfe diverser Lösungsmittel in der Luft. Werftabeiter erleben kaum das Rentenalter und wenn, haben sie meist nur wenige Jahre, in denen sie ihre Rente genießen können.

    Aktuell wird die Tradition fortgesetzt, über Leichen zu gehen. Corona, Social Distancing, alles scheißegal! German Naval Yard meldet zwar Kurzarbeit an, aber ThyssenKrupp Marine Systems macht munter weiter: In drei Schichten werden weiter U-Boote gebaut.

    Am Donnerstag, den 9.4. wurde ein U-Boot dem Ägyptischen Militärregime übergeben.

    (https://abload.de/img/doc73gtknmvbojdjt0c3hpfjbt.jpg) (https://abload.de/image.php?img=doc73gtknmvbojdjt0c3hpfjbt.jpg)

    Zur gleichen Zeit fand ein Protest vor dem Werfttor statt.

    (https://abload.de/img/hdw_u_bootej8ko9.jpg) (https://abload.de/image.php?img=hdw_u_bootej8ko9.jpg)

    Den Arbeitern wurde gesagt, die Arbeit sei "freiwillig", wer sich vor einer Coronainfizierung fürchte, könne zuhaus bleiben, dafür aber Urlaub nehmen oder Überstunden abbummeln. Zuhause bleiben auf eigene Kosten! Einen Tag mußten alle zum Arbeitsantritt durch einen Container, in dem Fieber gemessen wurde. Das passierte nie wieder. Die Arbeiter wurden auf die Schichten umverteilt und auch Leute, die zuvor immer nur in der Frühschicht gearbeitet haben, wurden nun auch auf die Spät- und Nachtschicht gelegt, ob sie wollten oder nicht. So sollte etwas mehr Distanz bei der Arbeit ermöglicht werden, war in der Praxis aber so nicht funktioniert.

    (https://abload.de/img/doc73gtknmabvtq5g353h8skm6.jpg) (https://abload.de/image.php?img=doc73gtknmabvtq5g353h8skm6.jpg)

    Social Distancing, 2 m Sicherheitsabstand? Je nach Lust und Laune.


    Strammstehen ganz in weiß.

    (https://abload.de/img/doc6w5kigt7oe9181in3n4bjmv.jpg) (https://abload.de/image.php?img=doc6w5kigt7oe9181in3n4bjmv.jpg)

    Auf dem Flugblatt ging es um die Arbeit und um die Kohle.

    (https://abload.de/img/dsc014095zjsx.jpg) (https://abload.de/image.php?img=dsc014095zjsx.jpg)

    Flugblatttext:
    Zitat
    Kranke Arbeit!

    Die Werft ist der größte Industriebetrieb in Kiel.
    Die Arbeit im Schiffsbau und in der -Reparatur ist hart und gesundheitsschädlich.
    Die Menschen werden auf der Werft unterschiedlich schlecht behandelt. Den Leiharbeitern geht es schlechter als den Festangestellten. Zahllose Fremdfirmen beschäftigen Menschen zu unterschiedlichen Bedingungen.

    Man arbeitet nicht auf der Werft, weil es so viel Spaß bringt, sondern weil man mit der Arbeit sein Geld verdient. Das Geld wird aufgefressen von immer höheren Mieten.

    Die Aufträge der Werft...

    ...sind großteils nicht akzeptabel. Sie kommen oft von Diktatoren und/oder es handelt sich um Rüstungsaufträge. Wir wollen die Schraube von Gewalt und Krieg nicht weiterdrehen. Wir wollen etwas bauen, was dem Leben dient und nicht zum Töten und Kriegführen bestimmt ist.

    Jetzt haben wir die Coronakrise
    Es wurden diverse Betriebe aus Gründen einer Ansteckungsgefahr geschlossen. Es sollen nur „systemrelevante“ Bereiche weiterbetrieben werden. Seit wann ist U-Boot-Bau systemrelevant?

    Unsere Gesundheit ist wichtiger als Profitinteressen!
    Unsere Gesundheit steht an erster Stelle, doch wir brauchen auch Geld zum Leben. Wir müssen von der Arbeit freigestellt werden, bis die Ansteckungsgefahr vorüber ist. Kurzarbeitergeld ist möglich, es beträgt oftmals nur 60 Prozent des Nettolohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent, falls der Betriebsrat nicht etwas besseres ausgehandelt hat. Das Kurzarbeitergeld muß an alle, die auf der Werft tätig sind, ausgezahlt werden, auch an die Leiharbeiter und die Beschäftigten der Fremdfirmen. Niedriglöhner brauchen mehr, falls die 60% Regelung gilt. Ihr normaler Lohn reicht kaum zum Leben.

    Wir brauchen unser Einkommen, sind aber nicht bereit, dafür unsere Gesundheit zu opfern!


    Kommt mit auf die Straße am 1.Mai
    zum Krisenprotest mit 2m Sicherheitsabstand!

    Erstaunlich, daß selbst in den KN ähnliche Worte zu lesen sind:
    Zitat
    Die Außenpolitikerin Dagdelen kritisierte die Rüstungsexporte vor allem vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. "Während die UN zum weltweiten Waffenstillstand aufrufen, um die Coronavirus-Pandemie zu bekämpfen, gießt die Bundesregierung mit ihren Kriegswaffen in Krisengebiete weiter Öl ins Feuer", sagte sie. "Wir brauchen einen sofortigen Waffenexportstopp und eine Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Güter wie medizinische Geräte. Es ist Zeit, für das Leben statt für den Tod zu produzieren."
    https://www.rnd.de/politik/rustungsexporte-erneut-zuwachs-im-ersten-quartal-trotz-corona-krise-H33LRGML33AHSYCPFE2ULYCOQI.html

    Im Hintergrund wartet weiteres Kriegsgerät.

    (https://abload.de/img/doc79s8etyjfs3c5eqal1zok1a.jpg) (https://abload.de/image.php?img=doc79s8etyjfs3c5eqal1zok1a.jpg)

    (https://abload.de/img/dsc01410mdkgt.jpg) (https://abload.de/image.php?img=dsc01410mdkgt.jpg)
    Titel: Coronawerft
    Beitrag von: admin am 18:44:21 So. 12.April 2020
    Auf der nächsten Werft gibt es Ärger wegen Arbeit und Corona...

    Zitat
    Streit bei Papenburger Meyer Werft zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat
    Grund: Uneinigkeit über Corona-Maßnahmen und Umfang der Arbeit
    https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/streit-wegen-corona-massnahmen-papenburg-meyer-werft-100.html

    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 15:18:35 Do. 16.April 2020
    Die militärische Sparte soll ausgebaut werden:

    Zitat
    Marineschiffbau: Neue Großwerft im Norden?

    Es geht um das größte Rüstungsprojekt der Deutschen Marine, das Mehrzweckkampfschiff "MKS 180". Um den rund 5,5 Milliarden-Euro-Auftrag für vier Schiffe hatte sich auch German Naval Yards in Kiel (GNYK) mit Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) beworben.
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Gespraeche-ueber-neuen-Werftkonzern,werften400.html
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 18:41:10 So. 19.April 2020
    Zitat
    Bremer Lürssen-Werft könnte Teil einer neuen Großwerft werden

    Im Gespräch ist der Bremer Konzern demnach mit German Naval Yards und der Marine-Abteilung von Thyssenkrupp in Kiel. Die Idee einer neuen deutschen Großwerft für den Kriegsschiffbau gibt es offenbar seit Jahresbeginn.
    https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/werften-zusammelschluss-luerssen-bremen-marine-100.html


    Zitat
    Würden sich die drei Schiffswerften zusammenschließen, entstünde ein nationaler Champion im Marineschiffbau mit rund 9.800 Mitarbeitern. TKMS beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 6.000 Mitarbeiter, GNYK 1.100 und die Lürssen Werft 2.700. Die Marinetochter von ThyssenKrupp erwirtschaftete 2018/19 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro am Konzernumsatz von rund 42 Milliarden Euro.
    https://www.finance-magazin.de/deals/ma/findet-thyssenkrupp-endlich-eine-loesung-fuer-marine-systems-2055941/

    (https://abload.de/img/2982271_1_gallerydetawkkt9.jpg) (https://abload.de/image.php?img=2982271_1_gallerydetawkkt9.jpg)
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 12:20:52 Do. 23.April 2020
    Unfaßbar mit welcher Dreistigkeit die todbringende Rüstungsindustrie angepriesen wird:

    https://youtu.be/hhSxQWLf5io
    The GERMAN NAVAL YARDS Kiel shipyard looks back with pride at 180 years of experience and tradition in exploitation, deals with dictators and deathbringing products.

    (https://abload.de/img/warship4ikdo.jpg) (https://abload.de/image.php?img=warship4ikdo.jpg)

    https://youtu.be/iy3tVW1JcA0

    (https://abload.de/img/dronesimj4f.jpg) (https://abload.de/image.php?img=dronesimj4f.jpg)

    (https://abload.de/img/ubootpbkqi.jpg) (https://abload.de/image.php?img=ubootpbkqi.jpg)

    (https://abload.de/img/future8qjoy.jpg) (https://abload.de/image.php?img=future8qjoy.jpg)

    (https://abload.de/img/lethalqxje5.jpg) (https://abload.de/image.php?img=lethalqxje5.jpg)

    (https://abload.de/img/futuretogether5dkq7.jpg) (https://abload.de/image.php?img=futuretogether5dkq7.jpg)

    https://youtu.be/GZaX_rGYwVc
    thyssenkrupp Marine Systems announced on 4 November 2019 that the company will investing €250 million to Howaldtswerke Deutsche Werft in Kiel and modernize and expand this well-known shipyard in German as navy ship builder.

    https://youtu.be/yGFqpNIu64M
    Konzerntochter Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) liefert Kriegsschiffe an autoritäre Regime. Konkret geht es um U-Boote und Fregatten für die Türkei und Ägypten. Für Brasilien unter Rechtsaußen-Präsident Jair Bolsonaro will TKMS Korvetten bauen: https://urgewald.org/medien/thyssenkrupp-ngos-fordern-ruestungsgeschaefte-autokraten-stoppen

    https://www.youtube.com/watch?v=S5T-WJsreS8
    Geschäfte wie geschmiert - U- Boote made in Germany (ARD, 43min)
    Die Firma Thyssen-Krupp Marine Systems, eine Tochter von Thyssen-Krupp, dominiert den Weltmarkt für U-Boote. ...Korruptionsfälle im Zusammenhang mit Rüstungsexporten aus Deutschland...

    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 14:56:46 Do. 14.Mai 2020
    Eine Fusion von Kriegstreibern:

    Zitat
    Marineschiffbau
    Lürssen-Werft und German Naval Yards verbünden sich

    Die Bremer Lürssen-Werft und die Werft German Naval Yards Kiel wollen im Marineschiffbau zusammenarbeiten. Das gemeinsame Unternehmen soll unter Führung von Lürssen stehen.
    https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-luerssenwerft-und-german-naval-yards-verbuenden-sich-_arid,1913216.html
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: admin am 16:57:36 Mo. 22.Juni 2020
    Zitat
    Bau von Kriegsschiffen. Das Geschäft mit dem Tod floriert

    (https://kommunisten.de/images/stories/2020/Bewegungen/Kiel_Demo_20-04-09_U-Boote_2.jpg)
    Kieler Nachrichten: "Corona kann U-Bootbau nicht stoppen" ++ Übergabe eines U-Bootes an Ägypten ++ Proteste: "U-Boote sind nicht systemrelevant" ++ Kriegsschiffe für Brasilien ++ Streit um neues Mehrzweckkampfschiff der Bundeswehr

    Mit der Schlagzeile "TKMS arbeitet weiter - Corona kann U-Bootbau nicht stoppen" machten die Kieler Nachrichten am 1.4.2020 auf einen noch aktiven Produktionsbereich in Kiel aufmerksam. Manch eine/r dachte wohl zunächst an einen Aprilscherz. Doch, so die KN weiter: "Die Lage auf den deutschen Werften ist aufgrund der Corona-Krise angespannt. Fast alle Werften haben Kurzarbeit angemeldet und die Produktion heruntergefahren. Bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel-Gaarden allerdings wird in drei Schichten rund um die Uhr weitergearbeitet."

    (https://kommunisten.de/images/stories/2020/Deutschland/Werft-TKMS_U-Boot-Bau.jpg)
         U-Boot Bau bei ThyssenKrupp Marine Systems    
     
    Das sollte wohl die Kieler Bevölkerung beruhigen, denn immer noch gelten die Werften als einer der wichtigen Industriezweige in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt.

    Gleichzeitig hatte die German Naval Yards Kiel (GNYK) ab dem April Kurzarbeit angemeldet und Teile des Betriebs, wie die Werkstätten sowie die Fertigung und damit die Arbeiten an und in den Schiffen, geschlossen.
     
    U-Boote für Ägypten

    Ein Grund für die Fortführung des Betriebs auf der TKMS wurde am 9. April deutlich: Das dritte von vier U-Booten wurde an den Oberbefehlshaber der ägyptischen Marine, Vizeadmiral Werft TKMS U Boot Aegypten 20 04 09Ahmed übergeben. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen auf der Werft erfolgte die Übergabe ohne Zeremonie im engsten Kreis der Projektverantwortlichen, so die TKMS.

    (https://kommunisten.de/images/stories/2020/Deutschland/Werft-TKMS_U-Boot-Aegypten_20-04-09.jpg)

    Laut Angaben der Kieler Nachrichten sollen alle vier Boote rund eine Milliarde Euro einbringen.


    Doch Kieler Aktivist*innen ließen das U-Boot nicht ohne öffentlichen Widerspruch vom Stapel. Eine Gruppe hatte sich zur Mittagszeit des 9. April vor dem Haupttor der Werft mit Transparent und Protestschildern versammelt. Sie stellten mit ihrem Protest auch die Frage, ob der U-Boot-Bau in Kiel systemrelevant ist, denn während allerorts die Produktion wegen der Corona-Pandemie runtergefahren wurde, läuft die Werft auf Hochtouren weiter.

    (https://kommunisten.de/images/stories/2020/Bewegungen/Kiel_Demo_20-04-09_U-Boote_1.jpg)

    Der Protest gegen Rüstungsexporte wächst in der Bevölkerung, die Forderung nach einem Verbot von Waffenexporten wird lauter. Kritisiert wird, dass mit der Auslieferung des U-Bootes an Ägypten außerdem die von Saudi-Arabien geführte Kriegskoalition im Jemen unterstützt wird, zu der auch Ägypten gehört. Deutlich wird hier die Rolle Deutschlands und der TKMS, die an den Toten dieses Krieges verdienen.

    Dass die Aktion vor dem Haupttor der TKMS kurz vor Ostern stattgefunden hat, ist ein wichtiger Protest, da in diesem Jahr die Ostermärsche abgesagt waren und hier aber deutlich wird, wie wichtig auch in Corona-Zeiten die politische Aktion ist. "Krieg beginnt hier!" ist nicht nur eine Parole der Friedensbewegten, sondern die Rüstungsindustrie selbst zeigt, dass sie rund-um-die-Uhr den Kriegen in der Welt die Waffen liefert.

    Kriegsschiffe für Brasilien

    Dazu gehört auch das eingefädelte Milliardengeschäft der TKMS mit Brasilien. Eine Werftentochter von ThyssenKrupp soll in Brasilien vier Kriegsschiffe bauen. Der brasilianische Staatskonzern Emgepron wird mit einem dazu gegründeten Konsortium aus ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), der brasilianischen Embraer Defense & Securities sowie der Embraer-Tocher Atech vier Kriegsschiffe bauen. 2025 soll das erste Schiff ausgeliefert werden.

    Auch wenn die Produktion mit einem Wert von 1,7 Milliarden Euro nicht in Kiel, sondern in Brasilien stattfindet, wird die TKMS auch hier mit ihrem technischen Know-how, wie es beschrieben wird, mit Wissenstransfer für Kriegsschiffbau verdienen.

    Goldesel Rüstung

    Wie eine Randnotiz wirkte da der Hinweis am 10.4.2020 in den Kieler Nachrichten: "Deutsche Marine U-Boot-Krise ist überstanden - Fast zweieinhalb Jahre dauerte die Reparatur. Jetzt bereitet sich "U 35" auf die Rückkehr in die Marine vor. In dieser Woche kam das U-Boot im Kieler Hafen wieder ins Wasser. Die Werft Thyssen Krupp Marine Systems hatte das Boot repariert."

    Noch vor wenigen Jahren wurde das "Werftensterben in Deutschland" beklagt und negative Auswirkungen auf die norddeutsche Wirtschaft insgesamt erwartet. In dieser Situation fusionierte die HDW-Kiel im Jahr 2005 mit ThyssenKrupp Marine Systems. Dies und der noch stärkere Ausbau der Rüstungsproduktion - die HDW war immer Werft für Kriegsschiffbau - wurde den Beschäftigten auf den Werften und der Bevölkerung als Mittel gegen den Abbau von Arbeitsplätzen "verkauft". Die TKMS gliederte 2005 den zivilen Überwasserschiffbau aus. 2011 wurde dieser Teil dann von "Abu Dhabi Mar" übernommen. Da die israelische Regierung an diesen Teil der Werft vier Korvettenschiffe in Auftrag gegeben hatte und sich an dem arabischen Namen störte, wurde die Werft 2015 in German Naval Yards umbenannt. Gleichzeitig war dies der Start für das Ende des zivilen Schiffbaus.

    Arbeitsplätze hat dies alles nicht gerettet. Bei ThyssenKrupp Marine Systems ist die Zahl von 6.024 Beschäftigten im Jahr 2006 auf 3.441 Beschäftigten in 2019 gesunken. Die German Naval Yards hatte 2015 noch 964 Beschäftigte, in 2019 waren es 915. (Zahlen lt. Statista)

    Kein Geheimnis ist, dass die Bundesregierung Deutschland den Export von U-Booten mit Kreditzusagen und Kaufsubventionen fördert. Im März 2010 hat die deutsche Regierung z.B. von Griechenland als Voraussetzung für das Kreditpaket gefordert, zwei U-Boote in Lizenz der HDW für eine Milliarde Euro zu kaufen. Ebenso gehen Rüstungsaufträge der Bundeswehr an die deutschen Werften und sind bereits bei der Auftragsvergabe eine sprudelnde Quelle der Finanzierung.

    (https://kommunisten.de/images/stories/2020/Deutschland/Mehrzweckkampfschiff-MKS180.jpg)

    (Rüstungs-)Aufträge für deutsche Werften erwartet werden, wurde unlängst deutlich, als die Kieler Werft German Naval Yards das Rennen um den größten Marineauftrag in der Geschichte der Bundeswehr verloren hat. Den Zuschlag für das neue Mehrzweckkampfschiff "MKS 180" im Volumen von 5,3 Milliarden Euro erhielt am 14. Januar die niederländische Damen Shipyards Group. Dies sorgte für Kritik in Politik und Wirtschaft, insbesondere in Schleswig-Holstein. Die Kieler Wert German Naval Yards (GNYK) will die milliardenschweren Auftragsvergabe an den Konkurrenten Damen stoppen und geht mit Unterstützung der Landesregierung juristisch gegen die Bundesregierung vor.

    Die Produktion und der Verkauf von Rüstungsgütern aus Deutschland sollte Anlass sein, die Bewegung gegen Krieg und Militarisierung zu stärken! Gerade im 75. Jahr nach dem Ende des von Nazi-Deutschlands begonnenen Krieges muss die Forderung "Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!" nicht nur virtuell, sondern konkret, sichtbar und hörbar gestellt werden. Dazu bedarf es unter den Beschränkungen für Veranstaltungen Kreativität und vielleicht auch Mut – dass dies nicht unmöglich ist, zeigen erfolgte Aktivitäten zu Ostern und zur Rettung Geflüchteter.

    txt: Bettina Jürgensen, marxistische linke
    fotos: G. Stahmer, https://forum.chefduzen.de
    https://kommunisten.de/news/inland/7852-bau-von-kriegsschiffen-das-geschaeft-mit-dem-tod-floriert
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:48:17 Sa. 11.Juli 2020
    Zitat
    Vom 9.-22.9.1969 gab es bei HDW einen "Wilden Streik" mit gewissen Erfolgen, unterstützt vom Kieler AstA!

    Großartige Zusammenstellung der Geschichte von HDW und die Verknüpfungen zur Waffenindustrie:
    http://www.gegenwind-online.de/stadtrundfahrt/betriebe.html
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 16:34:12 Sa. 01.August 2020
    Zitat
    ...Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie scheinen für die IG Metall alternativlos zu sein, jetzt in der Krise erst recht.

    Das Bremer und Kieler Friedensforum sehen diese Position der IG Metall kritisch und fordert die Gewerkschafter zum Umdenken auf.
    https://linx01.sozialismus-jetzt.de/component/content/article/62-uncategorised/3504-07-2020-kriegsschiffe-aus-bremen-und-kiel.html?Itemid=28
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 13:09:18 So. 02.August 2020
    In Bremen hat sich auch die Linkspartei positioniert.

    Zitat
    Kein Großkonzern im Marineschiffbau!

    Jetzt haben sich die Werften der ‚German Naval Yards‘ und der Bremer ‚Lürssen-Gruppe‘ zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Auftrag für den Bau mehrerer Mehrzweckkampfschiffe für die Bundesmarine mit einem Auftragsvolumen von knapp 6 Mrd. Euro zu erhalten. Diese Boote dienen nicht dem Frieden, sie sind für Kriegseinsätze konzipiert.


    Diese Fusion zielt auf eine massive Stärkung des militärischen Schiffbaus ab. Das sehe ich sehr kritisch. Wir brauchen vielmehr eine Konversionsstrategie, um die Kriegsmaschinerie einzudämmen. Die jetzige Freigabe des Bundestages über die 6 Mrd. Euro kritisiere ich scharf.

    Positionspapier zum Großkonzern im Marineschiffbau: http://gleft.de/3U3
    https://www.dielinke-bremen.de/politik/presse/presse-detail/news/kein-grosskonzern-im-marineschiffbau0/
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 13:05:05 Di. 29.September 2020
    Es geht weiter mit der Kriegstreiberei und den Profiten an der Rüstungsproduktion. Hier produziert man Fluchtursachen und gleichzeitig will man sich vor Flüchtenden abschotten.

    Zitat
    Kiel: Viertes U-Boot für Ägypten getauft

    Mit einer Flasche Nilwasser ist ein neues U-Boot für Ägypten auf der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) getauft worden. Es ist bereits das vierte U-Boot, das in Kiel für Ägypten gefertigt wurde.


    (https://www.kn-online.de/var/storage/images/kn/kiel/viertes-u-boot-fuer-aegypten-taufe-in-kiel-mit-flasche-nilwasser/754317742-1-ger-DE/Kiel-Viertes-U-Boot-fuer-Aegypten-getauft_big_teaser_article.jpg)

    Bei der Zeremonie in Anwesenheit des Chefs der ägyptischen Marine, Vize Admiral Hassan Said, wurde das U-Boot am Dienstag in Kiel auf den Namen „S44“ getauft. Das vierte U-Boot aus deutscher Produktion für Ägypten soll in einigen Monaten übergeben werden. Es stehen noch technische Tests aus, wie ein Werftsprecher erläuterte. Bereits vor einer Woche ist das U-Boot aus der Halle gezogen worden.

    Die Auslieferung ist für das Frühjahr 2021 geplant. Das Boot verdrängt rund 1400 Tonnen, ist 62 Meter lang und hat rund 30 Crewmitglieder. Für die Marine Ägyptens sind diese U-Boote bei der Überwachung des Seeraums im Mittelmeer und im Roten Meer im Einsatz.

    Das erste U-Boot war 2016 übergeben worden, weitere 2019 und im April 2020. Über den Preis der U-Boote gab es offiziell keine Angaben. Nach KN-Informationen sollen die vier Boote rund eine Milliarde Euro kosten.
    https://www.kn-online.de/Kiel/Viertes-U-Boot-fuer-Aegypten-Taufe-in-Kiel-mit-Flasche-Nilwasser

    Zur Erinnerung:
    Zitat
    Ägypten in der Krise

    Auf dem Tahrir-Platz kämpften die Menschen 2011 für eine freies und demokratisches Ägypten. Gut fünf Jahre später ist davon nicht viel übrig geblieben: Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Und die Militärregierung unter Abdel Fattah al-Sisi geht massiv gegen politische Gegner vor. Das Land hat schwere Zeiten vor sich.


    „Das Regime Mubarak war repressiv, eine Oligarchie, die die reichen Geschäftsleute bevorzugte, und es gab auch eine Menge Menschenrechtsverletzungen. Was wir aber heute haben, ist eine Art Mubarak unter dem Einfluss von Anabolika. Nie zuvor gab es in der jüngeren Geschichte Ägyptens so schreckliche Menschenrechtsverletzungen. Menschen werden gefoltert. Oder sie verschwinden einfach, besonders junge Leute.“

    Menschenrechtlern zufolge sollen unter Sisi rund 900 Ägypter verschwunden sein. Manchmal tauchen sie später in Gefängnissen auf, manchmal wird irgendwo ihr Leichnam gefunden. Als freiberuflicher IT-Experte verdient Wael Iskander – anders als die meisten seiner Landsleute – ein Einkommen, das ihm zum Leben reicht.

    „Auf dem Weg, den das Land gerade geht, verlieren die Leute nicht nur ihre Würde und ihre Freiheit, sondern auch ihren Lebensunterhalt. Und am Ende könnte ganz Ägypten ein gigantischer Sweatshop werden, in dem die schlechte Wirtschaftslage die Menschen versklavt. Wir werden nicht nur unterdrückt sein, sondern auch arm.“

    „Anfang 2011 gab es 42 Gefängnisse in Ägypten. Heute sind es 64. Allein seit dem Amtsantritt von Sisi wurden 17 neue Gefängnisse gebaut. Wir haben 60.000 politische Häftlinge. Mehr als die Hälfte aller Gefängnisinsassen im Land wurde aus politischen Gründen verurteilt.“
    https://www.deutschlandfunk.de/armut-stagnation-militaerdiktatur-aegypten-in-der-krise.724.de.html?dram:article_id=377600

    Zitat
    Die Zahl der Hinrichtungen ist unter der Herrschaft as-Sisis drastisch angestiegen. Bis zum 18. April 2019 waren 2019 nach AFP-Berechnungen 15 Menschen hingerichtet worden.[43]

    Von Anfang 2017 bis Ende 2018 wurden in Ägypten einem aktuellen Bericht der Menschenrechtsgruppen Egyptian Initiative for Personal Rights und Adalah for Rights and Freedoms zufolge 92 Menschen hingerichtet.

    Die UN-Sonderberichterstatterin für Hinrichtungen, Agnès Callamard, sagte der AFP, die zunehmende Anwendung der Todesstrafe entspreche „willkürlichen Tötungen“, die möglichen Widerstand in der Bevölkerung brechen sollen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Abd_al-Fattah_as-Sisi

    Zitat
    Ägyptens Präsident Al-Sisi reagiert auf Corona mit mehr Verhaftungen

    Wer den offiziellen Angaben der Regierung über das Ausmaß des Coronavirus im Land widerspricht, muss mit Strafverfolgung und Haft rechnen.
    https://www.mena-watch.com/aegyptens-praesident-al-sisi-reagiert-auf-corona-mit-mehr-verhaftungen/

    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 17:48:10 Mi. 28.Oktober 2020
    Es läuft schon seit Jahrzehnten so.
    Bereits in den 70ern schickte die IGM Werftarbeiter demonstrieren, damit ihre Ausbeuter Staatsknete kriegen:
    Zitat
    Demo für Unterstützung der Werftindustrie

    Mit einem Protestmarsch und einer Kundgebung vor dem Landeshaus in Kiel soll für Aufmerksamkeit gesorgt werden.
    https://www.ndr.de/wellenord/Demo-fuer-Unterstuetzung-der-Werftindustrie,audio770144.html

    Das hatte natürlich Erfolg. Die Kriegsindustrie und die Politik sind in Kiel völlig verfilzt. Das hat eine lange Tradition.

    Zitat
    Werften-Demo in Kiel
    Finanzhilfen für GNYK zugesagt

    Die IG Metall fordert mehr Unterstützung für Schleswig-Holsteins Werft-Industrie. Am Vormittag haben Mitarbeiter von Werften und Zulieferern aus dem ganzen Land an einem Protestmarsch teilgenommen.


    Die in finanzielle Schräglage geratene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) erhält Staatshilfen in Millionenhöhe. Das hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Mittwoch auf dem Aktionstag der IG Metall angekündigt. Die Werft erhalte einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes, so der Minister. Der Bescheid ist nach Angaben des Koordinators der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, am Dienstag unterschrieben worden. Buchholz in seiner Rede weiter: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Werften Auslastung haben und Aufträge reinkommen." Eine Landesregierung könne sich Aufträge zwar nicht schnitzen, sie könne aber dafür sorgen, dass die Aufträge, die die öffentliche Hand vergibt, gegebenenfalls auch vorgezogen werden.

    Kundgebung vor dem Landeshaus

    Nach Angaben der IG Metall waren am Mittwochmorgen Beschäftigte von Werften und Zulieferern auf die Straße gegangen. Wegen der steigenden Corona-Zahlen war die Anzahl der Teilnehmenden auf etwa 300 beschränkt worden. Sie zogen von den Kieler Werften Thyssen Krupp Marine Systems und GNYK über die Hörnbrücke und die Kieler Förde bis zum Landtag. Dort gab es eine Kundgebung. Zuvor hatten auch der Oberbürgermeister von Kiel, Ulf Kämpfer (SPD), und seine Amtskollegin aus Flensburg, Simone Lange (SPD), wiederholt eine Unterstützung der Branche durch die Politik gefordert.

    Kämpfer betonte, dass Werften und maritime Wirtschaft noch immer das industrielle Herz Kiels sei. "Deshalb kämpfen wir für jeden einzelnen Arbeitsplatz in dieser Branche. Wenn die Werften in Schieflage geraten, kommen ganze Regionen ins Rutschen." Flensburgs Oberbürgermeisterin Lange forderte: "Aufträge für Marine- und Behördenschiffe gehören an deutsche Werften."

    Branche Thema im Landtag

    Mit dem Aktionstag will die IG Metall auf die Situation des Schiffbaus im Land aufmerksam machen. Auch durch die Folgen der Corona-Krise müssen laut Gewerkschaft bereits rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Rettende Großaufträge sind nicht in Sicht. Daniel Friedrich, Bezirksleiter Küste der IG Metall, warnt: "Der Schiffbau in Schleswig-Holstein steuert momentan auf eine Katastrophe zu." Er befürchtet, dass weitere 1.000 Jobs in Gefahr sind und fordert ein deutliches Signal von den Verantwortlichen. Der Landtag beriet am Mittwoch auf Antrag der SPD unter anderem über die Situation der Branche. Oppositionsführer Ralf Stegner kritisierte: "Auch beim Thema Werftenhilfe zeigt sich, dass Leichtmatrose Günther zwar gut im Schnacken, aber schlecht im Anpacken ist."
    https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Werften-Demo-in-Kiel-Finanzhilfen-fuer-GNYK-zugesagt,werften426.html

    Jetzt wird hier Germany First Politik gemacht. Und diese sozialdemokratischen Arschlöcher vom Oberbürgermeister Kämpfer (Kiel), -Bürgermeisterin Lange (Flensburg) und (Landes-)Oppositionsführer Stegner machen noch einen auf volksnah norddeutsch, wenn sie der Rüstungsindustrie Steuergelder in den Arsch schieben.
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Fritz Linow am 16:58:43 Fr. 30.Oktober 2020
    Dafür gab es aber Pyro:

    (https://abload.de/img/werften7wjpv.png) (https://abload.de/image.php?img=werften7wjpv.png)

    ND bringt auch nur Hofberichterstattung:
    https://www.neues-deutschland.de/artikel/1143732.schiffbauer-funken-sos.html
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 13:19:07 Mi. 11.November 2020
    Kiel und seine Rüstungsindustrie:
    Professionelle Beihilfe zum Morden.

    Zitat
    Israel stellt Korvette "Magen" in Kiel in Dienst

    (https://abload.de/img/israel-stellt-korvettn8jki.jpg) (https://abload.de/image.php?img=israel-stellt-korvettn8jki.jpg)

    Im Kieler Hafen wurde am Mittwoch eine Korvette für Israel feierlich in Dienst gestellt. Die "Magen" ist die erste von vier hochmodernen Korvetten für das Land im Nahen Osten. Die vier Schiffe werden bei der Werft German Naval Yards in Kiel gebaut. Generalunternehmer ist TKMS.

    https://www.kn-online.de/Kiel/Israel-stellt-in-Kiel-die-Korvette-Magen-feierlich-in-Dienst
    Titel: Re: [HDW] KN 11.2.03
    Beitrag von: Kuddel am 10:33:59 Sa. 21.November 2020
    Mit Krieg läßt sich gut verdienen...

    Zitat
    Thyssen Krupp sucht Partner für Marine

    Wird der Konzern Thyssen Krupp den Marine Bereich selbst weiterführen, verkaufen oder einen Partner als Option finden? Dieser steuert immerhin 18 Millionen Euro Gewinn an die angeschlagene Essener Mutter bei. Doch die Rendite ist eher schwach. Dafür soll weiter investiert werden.

    https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Werft-Thyssen-Krupp-sucht-Partner-fuer-Marine-Systems