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Krank => Mobbing => Thema gestartet von: Stumme Ursel am 10:06:45 So. 11.März 2007

Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:06:45 So. 11.März 2007
Hallo,
ich wurde aus einer Firma total mies rausgemobbt und bin jetzt quasi Einsatzlos, durfte mir sogar "Urlaub" nehmen.  ;(
Vorher mussten schon 4 Frauen dran glauben, mein Dispo sagt zwar mitlerweile das er dort keine Leute mehr hinschickt, aber es nütz mir ja nichts wenn ich keinen Einsatz mehr bekomme. Wenn ich jetzt schon wieder zum Amt muss kann ich mich aufhängen, da ich seit meiner Umschulung nur Jobs bei Leihfirmen gefunden habe und schon fast 40 bin, nimmt mich draussen eh keiner mehr. Die Arbeitsbedingungen werden immer schlimmer, was mich aber so schockiert ist, dass so agressives Mobbing von Frauen ausgeht, so heftig das ich mittlerweile beim Arzt bin. Das ganze kommt mir wie ein veritables Hamsterrad vor aus dem ich nie mehr raus kann?
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Hartzhetzer am 10:57:38 So. 11.März 2007
Mobbing ist echt das allerletzte.

Arbeite deine Erlebnisse auf jeden Fall auf und Schlucke es nicht einfach hinter, das macht dich auf Dauer noch mehr kaputt. Glaube mir ich weiß wovon ich rede. Und bitte bitte tue dir nichts an, das sind solche Egoisten überhaupt nicht Wert. Rede so oft du willst mit den Leuten hier im Forum, zu 99% sind die alle total OK. Außerdem bekommst du hier auch Tipps im Umgang mit der ARGE und bei anderen Problemen.

Probiere es mal damit, vielleicht bringt es dir ja etwas.
http://www.telefonseelsorge.de/

Das soll keine Beleidigung sein, nicht das wieder ein Kritiker kommt und behauptet ich will dich als bek.....pt abstempeln. Denn hier im Forum gibt es leider einige wenige die versuchen alles was ich sage ins Gegenteil auszulegen.

Ich hoffe das ich dir helfen konnte.


-----------------
Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit ist wie Medizin, sie muss bitter schmecken damit sie wirkt.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Janine am 11:10:16 So. 11.März 2007
Hallo Ursel,

tut mir sehr leid, was dir widerfahren ist :-(

Du schreibst, dass dein Dispo dort keiner Leute mehr hinschicken möchte. Das bedeutet auch, dass er dir keine Schuld gibt, richtig?

Um ein besseres Bild machen zu können, ein paar Fragen:

Wie lange bist du schon bei der ZAF?
Ist es ein größeres Zeitarabeitsunternehmen (mußt keinen Namen nennen)?
Wie lange bist du nun schon zuhause nach dem Einsatz?
Hat der Entleihbetrieb dich abgemeldet oder bist du von dir aus gegangen?

Grüße,
Janine
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Ziggy am 11:31:30 So. 11.März 2007
Nur mal nebenbei:
Einsatzfreie Zeiten, die du nicht zu verantworten hast, dürfen dir nicht als Urlaub aufs Auge gedrückt oder dem Zeitkonto belastet werden.

Zitat
... und schon fast 40 bin, nimmt mich draussen eh keiner mehr.
Ich bin fast 50, wegen eines Bandscheibenvorfalls seit Wochen krank bzw. nun ohne Einsatz und werde wohl auch keinen Einsatz mehr bekommen und über kurz oder lang gekündigt werden.

Ich werde das genauso überleben wie ich schon vieles vorher überlebt habe, und du genauso! Du darfst nie aufhören, selbst an dich zu glauben! Zum Menschsein gehört ein wenig mehr als ein Einsatz für einen Hungerlohn, der einem auch noch durch Mobbing vermiest wird.

Geh zum Neurologen.

Grüße, Ziggy
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: regenwurm am 11:41:26 So. 11.März 2007
@stumme ursel

http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=3657&hilight=mobbing (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=3657&hilight=mobbing)

unter der "suche" oben, hier in der leiste, mal "mobbing" eingeben und ein bissel forschen

ansonsten gibt es im netz eine oft empfohlene webside die sich ausschließlich mit mobbing befaßt
hier der LINK (http://www.mobbing-web.de/)


Mobbing
verletzt die Menschenwürde,
zerstört soziale Bindungen,
vergiftet das Betriebsklima,
schädigt Wirtschaft, Gesundheits- und Sozialsysteme,
gefährdet gesellschaftliche Strukturen und staatliche Grundordnungen.
Arbeitsplatzkonflikte und Mobbing machen krank.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 16:26:32 So. 11.März 2007
Vielen Dank für eure Anteilname, es tut gut sich mit anderen auszutauschen.

Ich bin seit August 2006 bei der Leihfirma, die Dispos und die Chefin sind alles Frauen. Die Schuld geben sie mir nicht obwohl ich den Einsatz abbrechen wollte, wollte heisst in dem Fall ich bin erst zur Personalchefin der Firma wo ich eingesetzt war und dann am nächsten Tag zu meiner Dispo. Also mit beiden habe ich nach einer Lösung gesucht, letztendlich wollte dann die Fachabteilung in der ich eingesetzt war mich nicht mehr haben. Es ist meiner Chefin übrigens bekannt das dort ein hoher "Verschleiss" an Mitarbeitern herscht. Wenn jetzt kein Einsatz kommt, kann ich wieder auf das Amt gehen und alles geht von vorne los, wären meine beiden Töchter nicht da hätte ich mir schon längst einen Strick genommen. Mir graut schon vor Montag... :(
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: mupine am 17:08:22 So. 11.März 2007
Hallo!
Ich weiß es ist kein guter Tipp,aber geh doch zu einer anderen Leihfirma!
Mach doch nicht alles abhängig von dieser einen...

LG
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: mupine am 17:10:14 So. 11.März 2007
...es gibt auch erträgliche Einsätze...mal abgesehen vom Geld!
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: mupine am 17:14:24 So. 11.März 2007
Ich bin zum wiederholten Male gekündigt worden weil kein Einsatz da war,aber ich kann nicht zum Amt weil ich da nichts kriegen würde.Da hast du es ein bißchen besser.Sieh es positiv und Kopf hoch!!
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Janine am 19:54:33 So. 11.März 2007
Hallo Ursel,

hat dir deine Dispo das so gesagt? Dass du gekündigt wirst, wenn  bis nächste Woche kein Einsatz für dich zu finden ist?

Wenn du eine vertragliche Probezeit von 6 Monaten hast, dann ist diese bereits verstrichen, d.h. es gilt eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. bzw. Monatsende.
Bitte keinen Auflösungsvertrag unterjubeln lassen!

Bei einem Auflösungsvertrag fängt das Amt an zu zicken. Weiter kannst du die 4 Wochen Kündigungsfrist nutzen um dich - ist nicht der Knaller, wissen wir, aber wenn es nicht anders geht - bei anderen ZAFs zu bewerben.

Mobbing oder überhaupt Menschen, die anderen schikanieren müssen, um ihr eigenes Dasein aufzuwerten, sind bedauernswert. Deine Ex-Chefin ist es nicht wert, dass du nun so dahängst!
Ich weiß, das ist leichter dahingeschrieben, wie verinnerlicht, wenn man sich doch im Moment so klein fühlt, aber es ist so.

Wie die anderen schon schrieben, friß es nicht in dich hinein. Verarbeite es, rede, schreibe und wenn du merkst, dass du noch mehr Hilfe brauchst, scheue dich nicht, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

LG,
Janine
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Kuddel am 22:02:51 So. 11.März 2007
Ursel,
es wird Dir wenig helfen, aber es geht vielen so, daß die Bedingungen von Job und ökonomischem Auskommen sie krank machen und zur Verzweiflung bringen. Die "Kopf hoch" Floskeln mögen hohl klingen, egal, ich drück Dir die Daumen. (Dein Schicksal hängt nicht an dieser Firma.)
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 23:58:45 So. 11.März 2007
Zitat
Original von Stumme Ursel
Hallo,
ich wurde aus einer Firma total mies rausgemobbt und bin jetzt quasi Einsatzlos, durfte mir sogar "Urlaub" nehmen.  ;(
Vorher mussten schon 4 Frauen dran glauben, mein Dispo sagt zwar mitlerweile das er dort keine Leute mehr hinschickt, aber es nütz mir ja nichts wenn ich keinen Einsatz mehr bekomme. Wenn ich jetzt schon wieder zum Amt muss kann ich mich aufhängen, da ich seit meiner Umschulung nur Jobs bei Leihfirmen gefunden habe und schon fast 40 bin, nimmt mich draussen eh keiner mehr. Die Arbeitsbedingungen werden immer schlimmer, was mich aber so schockiert ist, dass so agressives Mobbing von Frauen ausgeht, so heftig das ich mittlerweile beim Arzt bin. Das ganze kommt mir wie ein veritables Hamsterrad vor aus dem ich nie mehr raus kann?

Sowas kenne ich leider aus der Praxis auch und es kommt tatsächlich fast nur bei Kunden vor, wo viele oder ausschliesslich Frauen im Einsatz sind.

Geht das Mobbing von 'Kolleginnen' der ZAF aus, kann man als Dispo noch relativ leicht eingreifen, leider kommt es aber oft von den Festangestellten oder Vorgesetzten des Kundenbetriebs und dann wird es sehr schwer.

Man muss schon einen sehr intensiven Kontakt zum Kundenbetrieb haben, um erstmal die Dinge/Abläufe genau zu durchschauen und natürlich auch einen Ansprechpartner dort, der bereit ist, dem nachzugehen.

Ich kenne Fälle, wo eine MAin über 10 Monate einen guten Job gemacht hat, alles in Ordnung, keine Beschwerden und plötzlich wird sie wegen angeblicher Schlechtleistung abgemeldet. Es stellte sich raus, dass sie einfach nur von Linie A in Linie B versetzt wurde, gleiche Arbeit aber andere Linienführerin/andere Kolleginnen und schlicht gemobbt wurde.

Es gab weitere Fälle und zum Glück gab es Leute in der Personalabteilung des Kunden, die sich zumindest ansatzweise damit beschäftigt haben.

Das Problem ist zwar noch nicht aus der Welt, aber immerhin auf dem Tisch und die MAin konnte in der alten Linie wieder in den Einsatz, während 'die Mobbing-Linie' unter Beobachtung auch des Kunden steht und da vielleicht  was getan wird.

Stellt sich der Kunde quer, kannst Du als Dispo/ZAF nicht viel tun, ausser eben dort keine Mitarbeiter mehr hinzuschicken...

Das alles hilft Dir persönlich jetzt wenig, solltest Du bei Randstad tätig sein, gibt es dort über den Betriebsrat Mobbingbeauftragte, an die Du Dich wenden kannst.

Ansonsten bist Du gerade 'in der guten Jahreszeit' , zum Frühjahr werden von ZAF eigentlich immer ohne Ende Leute gesucht, da die Auftragslage stark anzieht.

Also lass Dich nicht unterkriegen, ich denke, die Chancen für einen neuen Einsatz stehen wahrscheinlich gar nicht so schlecht und wenn doch eine Kündigung kommen sollte, hast Du recht gute Karten, bei irgendeiner anderen ZAF schnell einen neuen Job und vielleicht auch sogar einen richtig guten Einsatz zu bekommen, wo das Arbeitsklima stimmt und Dir die Arbeit Spass macht...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:03:41 Mo. 12.März 2007
Hallo,
es stimmt mit den Frauen, in meiner Abteilung gab es nur einen Mann und der hat sich aus allem rausgehalten bzw. war an einer Position wo er die anderen Kolleginnen  hätte "verhungern" lassen können. Und er ist mit der Abteilungsleiterin befreundet. Das perverse an der Situation war, dass es gerade die junge Frau (26) war, von der massiv das Mobbing ausging, die Manipulation, Fälschung und Unterschlagung von Informationen beging und ja ursprünglich die Hilfe wollte. Genau diese feine "Dame" hatte Weihnachten einen fetten Nervenzusammenbruch wegen dem ganzen Stress der dort herrscht. Es interessiert aber keinen, letztendlich auch meine Leihfirma nicht, die einerseits das Wissen um die Dinge hat, aber ja auch Geld verdienen will. So geht der schwarze Peter wie immer zu Lasten der Leiharbeitnehmer.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: VAN ELLEN am 16:20:12 Mo. 12.März 2007
Hallo,

an der Stelle möchte ich mal ein Lob an Brettermeier aussprechen.

Eigentlich gehts hier (meist) gegen Zeitarbeit und er ist hier auch
manchmal blöd angemacht worden.
Trotzdem weiter mitzudiskutieren finde ich ne super Sache und zeugt
in meinen Augen für menschliche Reife.

Gruß
VAN ELLEN
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 22:44:25 Mo. 12.März 2007
Zitat
Original von Stumme Ursel
Hallo,
es stimmt mit den Frauen, in meiner Abteilung gab es nur einen Mann und der hat sich aus allem rausgehalten bzw. war an einer Position wo er die anderen Kolleginnen  hätte "verhungern" lassen können. Und er ist mit der Abteilungsleiterin befreundet. Das perverse an der Situation war, dass es gerade die junge Frau (26) war, von der massiv das Mobbing ausging, die Manipulation, Fälschung und Unterschlagung von Informationen beging und ja ursprünglich die Hilfe wollte. Genau diese feine "Dame" hatte Weihnachten einen fetten Nervenzusammenbruch wegen dem ganzen Stress der dort herrscht. Es interessiert aber keinen, letztendlich auch meine Leihfirma nicht, die einerseits das Wissen um die Dinge hat, aber ja auch Geld verdienen will. So geht der schwarze Peter wie immer zu Lasten der Leiharbeitnehmer.

Manchmal hilft es, wenn man als ZAF in 'Frauenabteilungen' ein oder 2 Männer plazieren kann, die müssen vom Charakter her allerdings passen und sollten natürlich auch nicht mit der Abteilungsleiterin verbandelt sein.

In 'Frauenabteilungen' mit vielen jungen Mädels hilft es manchmal, wenn eine 'gestandene ältere Frau' dabei ist, um da mehr Ruhe reinzukriegen.

Es scheint eben doch grosse Unterschiede zwischen Mann und Frau zu geben, ich erlebe es immer wieder, dass es in 'Frauenabteilungen 'Zickenenalarm' gibt, der leider manchmal wirklich in Mobbing umschlägt, was dann zum ernsten Problem werden kann.

Für die ZAF ist es wie gesagt sehr schwer, die Gratwanderung hinzubekommen, beim Kunden was zu verändern, ohne den Kunden zu verlieren und gleichzeitig das Befinden der eigenen MA im Auge zu behalten.

Manchmal kann man was erreichen, manchmal nicht und manchmal stellt sich die Frage, ob man als ZAF nicht komplett auf einen 'Kunden' verzichten sollte, der immer wieder Mitarbeiter 'verschleisst' aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen.

Da wird's dann mitunter haarig, weil es eben auch sehr viele kleine ZAF gibt, die womöglich Existenzprobleme bekommen, wenn sie einen Kunden mit z.B. mehr als 10 MA verlieren, dadurch irgendwo 'erpressbar' sind und alle möglichen 'Sauereien' von Kunden mitmachen...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 22:53:09 Mo. 12.März 2007
Zitat
Original von VAN ELLEN
Hallo,

an der Stelle möchte ich mal ein Lob an Brettermeier aussprechen.

Eigentlich gehts hier (meist) gegen Zeitarbeit und er ist hier auch
manchmal blöd angemacht worden.
Trotzdem weiter mitzudiskutieren finde ich ne super Sache und zeugt
in meinen Augen für menschliche Reife.

Gruß
VAN ELLEN

Vielen Dank dafür :-)
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:16:38 Di. 13.März 2007
Hallo brettermeier,
in meinem Fall war die Abteilungsleiterin schon 55, und mit der jüngsten Dame von der der Stress ausging auch noch befreundet, mit Zicken habe ich kein Problem aber mit aggresiven Mobbing schon. Und da sind wir Leiharbeitnehmer dem Kunden oft schutzlos ausgeliefert, und wenn die Leihfirma schon 4 Mitarbeiter bei diesem Kunden verbrannt hat verstehe ich es nicht das dort nichts passiert? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass immer auch etwas an einem "hängen" bleibt, egal ob man nun eine Mitschuld hat oder eben nicht.
An der Stelle möchte ich jetzt keine Pro/Kontra Leiharbeit Debatte auslösen, aber Dispos und Niederlassungsleiter müssten einfach sensibler werden zu diesem Thema.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 23:56:13 Di. 13.März 2007
Zitat
Original von Stumme Ursel
Hallo brettermeier,
in meinem Fall war die Abteilungsleiterin schon 55, und mit der jüngsten Dame von der der Stress ausging auch noch befreundet, mit Zicken habe ich kein Problem aber mit aggresiven Mobbing schon. Und da sind wir Leiharbeitnehmer dem Kunden oft schutzlos ausgeliefert, und wenn die Leihfirma schon 4 Mitarbeiter bei diesem Kunden verbrannt hat verstehe ich es nicht das dort nichts passiert? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass immer auch etwas an einem "hängen" bleibt, egal ob man nun eine Mitschuld hat oder eben nicht.
An der Stelle möchte ich jetzt keine Pro/Kontra Leiharbeit Debatte auslösen, aber Dispos und Niederlassungsleiter müssten einfach sensibler werden zu diesem Thema.

Da kann ich Dir nur recht geben und nicht nur in Bezug auf Mobbing.

Bei Mobbing ist es ja eigentlich schon zu spät, es wäre vielleicht insgesamt öfter mal mehr Sensibilität/Zeit von Dispos für die MA und deren Arbeitsalltag/Probleme gefragt.

Dispos stehen in ZAF aber eben auch 'ganz unten in der Fresskette' und haben sehr oft auch selbst 'ne Menge 'Druck von oben', mit dem sie nicht so recht umgehen können (die Fluktuation unter Dispos in ZAF ist extrem hoch, sehr viele 'schmeissen ganz schnell das Handtuch').

Du hast leider auch recht damit, dass mitunter tatsächlich 'was hängenbleibt', obwohl Du absolut nichts dafür kannst, in der Zeitarbeit steht und fällt für Dich alles mit Deinem zuständigen Dispo und vielleicht noch seinen Kollegen und dem Niederlassungsleiter, wenn da die falschen Leute sitzen, hast Du definitiv die Arschkarte.

In so einem Fall musst Du halt für Dich selbst erkennen, dass Du persönlich NULL Schuld/Dir nichts vorzuwerfen hast und genau da liegt das Problem.

Die Selbstzweifel nach so einer Mobbing-Geschichte bleiben wahrscheinlich nicht aus, das Selbstbewusstsein sinkt und man ist nicht mehr so richtig in der Lage, 'straight und selbstbewusst' einen Schnitt zu ziehen und woanders neu anzufangen, bzw. sich erstmal selbstbewusst woanders zu bewerben...

Bei Dir kamen (wie so oft) diverse Dinge zusammen, letztlich ist es aber auch egal und es geht nur um die Zukunft.

Da kann ich mich nur wiederholen, lass Dich bloss nicht unterkriegen, bewahr Dir ein gesundes Selbstbewusstsein und mach Deinen Weg, egal wie steinig er auch sein mag...

Die Gesamtsituation lässt sich so schnell nicht ändern, wichtig ist, dass Du selbst erstmal schnell einen persönlichen Weg findest, wie Du 'Dich durchschlägst' und dabei halbwegs glücklich und zufrieden leben kannst...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:03:00 Mi. 14.März 2007
Hallo brettermaier,
seit Jahren fange ich immer wieder "neu" an, mit jedem Einsatz wieder. Mal sind es gute, weil nette und sozial kompetente Kollegen, mal richtige LA Hasser und Arschlöcher. Es ist ja schon ein gewisser Luxus gehen zu können wenn es mal nicht passt, aber Hand aufs Herz, wie oft kannst du das machen bis dir dein Dispo die rote Karte zeigt? Oftmals nur einmal, insofern bin ich jetzt privilegiert das mich meine Leihfirma weiter beschäftigt und mich nicht betriebsbedingt oder schlimmer gekündigt hat. Also etwas kostbares und positives in diesen Zeiten? Lese ich aber in diesem Forum weiter entdecke ich nur wenig positives zumThema Zeitarbeit, auch wenn ich nicht zu denen gehöre die alles an LA schlecht finden so resigniere ich nach über 11 Jahren Leiharbeit in 5 Leihfirmen langsam aber sicher. Oft frage ich mich ob die anderen die seit 20 Jahren oder länger sich in einer "richtigen" Anstellung befinden, glücklichere Menschen sind? Eines ist gewiss, von heute auf Morgen kann sie keiner so einfach von ihnen entledigen, zumindest noch nicht.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 00:40:13 Do. 15.März 2007
Zitat
Original von Stumme Ursel
Hallo brettermaier,
seit Jahren fange ich immer wieder "neu" an, mit jedem Einsatz wieder. Mal sind es gute, weil nette und sozial kompetente Kollegen, mal richtige LA Hasser und Arschlöcher. Es ist ja schon ein gewisser Luxus gehen zu können wenn es mal nicht passt, aber Hand aufs Herz, wie oft kannst du das machen bis dir dein Dispo die rote Karte zeigt? Oftmals nur einmal, insofern bin ich jetzt privilegiert das mich meine Leihfirma weiter beschäftigt und mich nicht betriebsbedingt oder schlimmer gekündigt hat. Also etwas kostbares und positives in diesen Zeiten? Lese ich aber in diesem Forum weiter entdecke ich nur wenig positives zumThema Zeitarbeit, auch wenn ich nicht zu denen gehöre die alles an LA schlecht finden so resigniere ich nach über 11 Jahren Leiharbeit in 5 Leihfirmen langsam aber sicher. Oft frage ich mich ob die anderen die seit 20 Jahren oder länger sich in einer "richtigen" Anstellung befinden, glücklichere Menschen sind? Eines ist gewiss, von heute auf Morgen kann sie keiner so einfach von ihnen entledigen, zumindest noch nicht.

Nach 11 Jahren Zeitarbeit bist Du vergleichbaren festangestellten Kollegen in vielen Bereichen ganz sicher weit überlegen.

Ich glaube kaum, dass die Festangestellten 'glücklicher sind'.

'Dein Problem' liegt aber wohl nicht wirklich im Thema Zeitarbeit, nach 11 Jahren in 5 ZAF weisst Du ganz genau, was da abläuft, 'wie die alle ticken', etc...

Ich denke, Du hast ein 'normales Frustproblem', was einen irgendwann immer mal wieder nach langen Arbeitsjahren befällt oder Du stellst Dir wie viele andere auch die 'allgemeinen Lebensfragen' (was habe ich bislang erreicht, wo stehe ich, wo will ich hin, usw.)...

Ich glaube, 'Deine Sache' hat eigentlich nicht so viel mit Zeitarbeit zu tun, sondern ist eher eine ganz persönliche Geschichte, Du stellst vielleicht gerade (wie ganz viele andere Menschen in ähnlichen Situationen) gedanklich Deinen ganzen bisherigen 'Werdegang' in Frage/auf den Prüfstand oder so...

Du sagst, dass Du dann doch so ganz langsam aber sicher resignierst, aber genau dagegen solltest Du angehen, Dich nicht frusten lassen uind einen Weg finden, Dich selbst zu motivieren, weiter aufrecht durchs Leben zu gehen...

Ich meine das völlig unabhängig von Zeitarbeit, bzw. denke, Zeitarbeit ist nicht wirklich Dein Problem.

Ich denke, Du stellst Dir gerade die völlig normalen und weitverbreiteten Fragen, die irgendwann bei jedem aufkommen, die Fragen 'nach dem Leben, dem Universum und überhaupt allem', irgendwann stellt wohl jeder mal 'sein bisheriges Leben' auf den Prüfstand und kriegt auch mehr oder weniger eine Krise, weil 'das Leben' eben doch nicht so toll verlaufen ist und man vielleicht auf den ersten Blick auch nicht wirklich was ereicht hat...

Ich hoffe, Du verstehst halbwegs, was ich meine und sag mal tschüss für heute (wenn ich jetzt nicht den Weg in's Bettchen finde, werde ich morgen einen richtig schlechten Arbeitstag haben...)...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:51:04 Do. 15.März 2007
Natürlich kam das alles jetzt wieder hoch durch diese Mobbingsache im Entleihbetrieb und sicherlich kommt deine Einschätzung ein Stück weit zum tragen, es kann ja so auf Dauer nicht ewig sein? Mein Partner und ich gehen dieses Jahr auf die 40 zu und irgendwann möchten wir wieder planen können, einen Urlaub mal nicht an der Nordsee verbringen, mal seit 10 Jahren wieder ein neues Auto vieleicht? Die Kinder haben auch auf vieles verzichten müssen. Überlege mal, bei mir 11 Jahre und bei meinem Freund 9 Jahre Leiharbeit, teilweise bis zu 150 Km am Tag gependelt (einfach), jede Qualifizierung mitgemacht, drei Sprachen gelernt. Und niemand will dich dann auf Dauer fest Einstellen.  :( Wenn ich dann so Sprüche höre von unseren Politikern wie: Flexibel sein müssen, verzichten müssen usw, usw, dann geht mir die Galle hoch. Ein anderes Beispiel, vor 12 Jahren haben wir uns einen neuen Kombi, (damals etwa 50.000 DM) zugelegt, an der Finanzierung zahlen wir noch heute und eigentlich sollten wir schon seit 6 Jahren fertig sein, aber durch die schmalen Löhne mussten wir insgesamt drei mal Umschulden.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: alfred am 12:22:27 Do. 15.März 2007
Ein Auto 12 Jahre abzahlen??? Da müsst Ihr doch langsam den vierfachen Preis gezahlt haben?!

Übrigens zählt der Nordseeurlaub nicht unbedingt zu den Billigurlauben.

Kommt Dein Nick aus diesem Thread
http://chefduzen.de/thread.php?threadid=7656 ???
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: mupine am 12:49:17 Do. 15.März 2007
...und mit 40 ist man auf unserem Arbeitsmarkt bald schon wieder zu alt...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: regenwurm am 15:15:23 Do. 15.März 2007
fang an zu leben

wenn nicht heut' wann denn dann

cancel doch deinen job oder hatt' außer dein arbeitgeber was davon

sorge dich nicht - lebe


Sorge dich nicht – lebe!
OT How to Stop Worrying and Start LivingOA 1948 DE 1949 Form Sachbuch Bereich Lebenshilfe
Mehr als 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist Sorge dich nicht – lebe! von Dale Carnegie zu einem Standardwerk für positives Denken und optimistische Lebensführung geworden und konnte sich bislang auf dem boomenden Markt der Ratgeberliteratur gegen sämtliche Konkurrenztitel behaupten.
Entstehung: Während seiner Arbeit als Trainer für freies Sprechen in New York stellte Carnegie fest, dass die Angst seiner Schüler vor der öffentlichen Rede oftmals Hand in Hand mit einer tief sitzenden Lebensunsicherheit ging, mit der sie sich selbst jede Lebensfreude nahmen. Viele Jahre lang beschäftigte sich der Sprechtrainer mit dem Thema, informierte sich über die Fachliteratur und sprach mit Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten über ihre Ängste und Sorgen. Seine Erfahrungen und Schlussfolgerungen hielt er in Sorge dich nicht – lebe! fest und machte sie so als Anleitung für ein sorgenfreies, erfülltes Leben einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Inhalt: Die Botschaften, die Carnegie seinen Lesern vermittelt, sind – wie er im Text immer wieder betont – den meisten Menschen in der Theorie bereits bekannt: »Sorgen machen krank« und »Der Erfolg ist in dir« lauten zwei seiner zentralen Thesen. Das Wissen um diese Erkenntnisse allein könne aber nicht zu einem erfüllteren Leben führen. Der Autor verweist daher immer wieder auf die Notwendigkeit der praktischen Umsetzung dieser Lebensweisheiten im Alltag. Anhand von anschaulichen Fallbeispielen, die er mit Anekdoten aus seinem Leben spickt, und in einfachen Worten zeigt Carnegie seinen Lesern den Weg zu einem zufriedeneren Leben.
Struktur: Carnegie gliedert sein Buch systematisch in mehrere Teile, die dem Leser Schritt für Schritt den Weg zu mehr Lebensqualität erklären. Nach kurzer Einführung, in der er seine Beweggründe darlegt und eigene Erlebnisse beschreibt, beginnt er in – mittlerweile – klassischer Ratgebermanier damit, dass er zunächst Grundbegriffe klärt, dann das Problem und seine Entstehung analysiert und schließlich seine praktische Methode zur Problembewältigung vorstellt. Im Anhang lässt er ehemalige Schüler zu Wort kommen, die von ihrer erfolgreichen Angstbewältigung berichten.
Wirkung: In Deutschland steht die inzwischen schon klassische amerikanische Anleitung zu mehr Erfolg im Leben seit über 1000 Wochen ununterbrochen auf der Bestsellerliste. Sorge dich nicht – lebe! wurde in 17 Sprachen übersetzt und allein in Deutschland 2,8 Millionen Mal verkauft. Carnegies Bücher werden weltweit in 38 Sprachen vertrieben, in mehr als 70 Staaten praktizieren Niederlassungen sein Trainingskonzept. J. D. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung
In diesem Buch behandelt Carnegie das wohl drückendste Problem des heutigen Menschen: Sorge - Angst - Aufregung. Es ist ein Handbuch zur Bewältigung unserer vielen Sorgen. In ihm legt der bekannte Autor von Wie man Freunde gewinnt die Grundsätze nieder, dank deren Befolgung der Leser sein Leben reicher und glücklicher zu gestalten vermag. Auch der Gesundheit sind diese Grundsätze dienlich, denn zahllose Menschen ohne organische Schäden sorgen sich krank . Zwar wissen die meisten, daß anhaltende Sorgen unsere Kraft verringern und das logische Denken beeinträchtigen; sie glauben aber nicht, daß man etwas dagegen tun kann. In diesem Buch beweist jedoch Carnegie auf Grund seiner erprobten und bewährten Technik, daß man etwas tun kann.

Quelle (http://www.amazon.de/Sorge-dich-nicht-lebe-Sonderausgabe/dp/3596506921)
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Ziggy am 16:13:12 Do. 15.März 2007
Hab das Buch schon lange und kann es wirklich empfehlen!

Grüße, Ziggy
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 18:02:14 Do. 15.März 2007
Hallo Alfred, durch Arbeitslosigkeit und extrem schlecht bezahlte Jobs dazwischen, dann die Umschuldungen zu schlechten Konditionen und kleine Raten, all die Fehler die man so macht wenn der Hausbank vertraut wird und diese einen dann über den Tisch zieht u.a. mit Restschuldversicherungen etc. Wir lassen das aber zur Zeit von einem Fachmann überprüfen und erwägen eine Klage gegen die Bank wegen (versteckten) Wucherzinsen. Und der Nordseeurlaub ist nur deshalb so billig weil die Eltern von meinem Partner Holländer sind.  8)

Hallo regenwurm, von was soll ich den dann Leben und meine Kinder sind auch noch da? Ich jobbe schon Samstags in meinem alten Beruf als Kranken und Altenpflegerin obwohl ich es nicht mehr dürfte wegen meiner kaputten Wirbelsäule. Ihr habt ja Recht, zur Zeit bin ich einfach total nieder mit meinen Gedanken ud meinen Gefühlen, aber deshalb gleich alles hinschmeissen?
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: sieben am 04:25:34 Di. 20.März 2007
Sorry, wenn ich mich hier langsam als Zyniker oute. Aber Ursel, was haste denn erwartet? Wer bei Zeitarbeit ankommt, der hat halt keine Zukunft mehr! Find dich damit ab, dass du außerhalb der Gesellschaft stehst und dich nicht mehr mit Spießersprüchen über den Tag retten kannst. Die Tussi, die dich genervt hat, ist halt was besseres als du, die hat ne FESTANSTELLUNG! Die darf so Leute wie dich auch mobben, dafür sind solche Leute wie du doch da, zum plaisier, und Leiharbeiter werden gerne in solchen Firmen, wo es Drunter und Drüber geht, eingestellt, weil sie sonst niemanden mehr kriegen, das ist das Leiharbeiter-Los, die Arschkarte, bist bestimmt nicht die/der einzige!

Also Ursel, mach dich mal locker, du gehörst schon lange nicht mehr dazu, find dich damit ab! Übrigens bin ich selber schon zweiundvierzig!!!! Da ist das Leben längst vorbei! Jetzt muss ich nur noch ein paar Jahre bis zur Rente absitzen...

MfG
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 08:01:28 Di. 20.März 2007
Zynisch zu werden ist das letzte was ich möchte, schade dass du so denkst.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Ziggy am 10:15:01 Di. 20.März 2007
@sieben
Hab auch deine anderen Postings gelesen, großteils Zustimmung, verstehe und teile deine Verbitterung und Zynismus im Ansatz, jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Deine "große Klappe" und deinen Zynismus kannst du dir leisten, solange du für niemanden sonst verantwortlich bist. Wäre ich vogelfrei und trüge keine Verantwortung, würde ich vermutlich 100 % so denken und reden wie du. So aber bleibt ein fader Beigeschmack. Ein altes Sprichwort sagt, man soll nicht über einen anderen urteilen, bevor man nicht eine Meile in dessen Schuhen gelaufen ist. Und da hätten wir schon das erste und grundlegende Problem: Deine Schuhe passen mir nicht, und meine passen dir nicht.

Wenn du dich mit 42 hinsetzen und auf Rente warten willst, versunken in Resignation und Verbitterung, bitte, kann ich nix gegen sagen. Mein Weg ist ein anderer, nämlich, versuchen, aus der derzeitigen Situation das Beste zu machen (klingt abgedroschen, ich weiß, aber so ist es nun mal). Ich bin fast 50 und eine große Klappe hab ich auch (keine Bange!), die setze ich ein, und zwar vor Ort, da, wo's drauf ankommt. Manchmal bringt's was, manchmal nicht, manchmal geht's nach hinten los. Aber ich bin sicher, daß ich schon dem einen oder anderen LAN, dessen Namen ich nicht einmal kenne, echte Hilfestellung geben konnte. Das gibt ein gutes Gefühl und hilft gegen aufkeimende Resignation. Es ist kein großer und heldenhafter Kampf, es ist mühsam, es geschieht im Verborgenen, ohne jeden Glanz, aber es geschieht, und das ist die Hauptsache.

Ich habe kein "Feindbild Brettermeier". Brettermeier ist Teil des Systems, nicht das System selbst, ein Mitläufer, gewiß, aber das bin ich auch, wenngleich auf der anderen Seite. Ich habe nicht den Eindruck, daß er menschenverachtend denkt und handelt. Ich hatte auch schon hochemotionale Auseinandersetzungen mit ihm (und auch anderen Dispos, bei ZOOM zum Beispiel), aber das biringt nichts. Man muß die Situation analysieren und entsprechend handeln. Von Hasstiraden hat keiner was, es bringt kurze Erleichterung ("Es ist endlich raus!"), aber ändern tut's nichts.

Natürlich ist Zeitarbeit Scheiße, da sind wir uns 100 % einig. Aber es genügt nicht, das herauszuschreien, man muß sehen: Was sind die Alternativen? Und da ist jeder persönlich gefragt. Wenn jemand Zeitarbeit unter keinen Umständen macht, weil er's irgendwie anders schafft, ist doch okay. Aber viele müssen ...
Ich bin nicht "Hurra"-schreiend in die Randstad-Niederlassung (und andere Zeitbuden) gestürmt, kannste glauben.
Die simple Wahrheit ist: Ich hatte keine Wahl. So einfach ist das manchmal.

Grüße, Ziggy
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 10:56:16 Di. 20.März 2007
Toller Beitrag Ziggy, 100% Zustimmung. =)

Leiharbeit ist keine wirkliche Alternative, es ist und bleibt in gewissen Umfang Ausbeutung/Lohndumping. Als Umschüler hatte ich auch keine echte Wahl oder Chance ebenso mein Lebensgefährte und viele andere Arbeiter/Angestellte auch. Es gibt in der Leiharbeitsbranche gute und schlechte "Herren" denen man dient. Meinungsfreiheit und nur sachliche Diskussionen sind (gerade) hier angebracht. Billige Polemik und Beleidigungen gibt es draussen genug, daher sage ich klar NEIN zu dieser oft unnötigen Anmache in diesem Forum!
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: sieben am 15:52:06 Mi. 21.März 2007
Mag ja sein, dass mein Statement ein wenig krass rüberkam, schließlich sollte das hier so eine Art "Wort zum Sonntag" werden. Aber vielleicht ist die Realität noch viel krasser. Die Realität ist doch, dass Leiharbeiter nur ausgenutzt werden, dass man ihnen viel verspricht und nix hält, dass man praktisch keinerlei Rechte hat und dass man deshalb ständig potentielles Opfer ist.

Leiharbeit ist doch der Zweite Arbeitsmarkt für die Arbeitslosen, die Vogelfreien. Wer meint, er könne sein Leben über solche Leihbuden in den Griff bekommen, der irrt sich meiner Meinung nach, dafür wird man von diesen Leihbuden und auch von den Entleihern doch viel zu kurz gehalten. Wer sich nun gerne von denen verarschen läßt und meint, dass das besser ist als Arbeitslosigkeit, der soll diese Branche mit seiner Mitarbeit doch unterstützen und reich machen. Ich jedenfalls verzichte darauf und bin lieber arbeitslos, da kann man sich auch mit arrangieren, und endlich habe ich mal genug Freizeit, statt Fahrtzeit und für mich völlig sinnlose Tätigkeit. Ein wenig hier und da geldfräßigen Luxus einsparen und schon lebt man gar nicht so schlecht.

Und Eltern, die als Leiharbeiter tätig sind, können für ihre Kinder auch kein so viel besseres Vorbild sein, als der Arbeitslose, es kommt eigentlich auf das gleiche hinaus, nur dass die arbeitslosen Eltern mehr Zeit für ihre Kinder haben. Der Leiharbeiter ist doch nur der Arbeitslose auf Urlaub, und dieser Urlaub ist teuer, kostet Zeit und Nerven!

MfG
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 16:13:50 Mi. 21.März 2007
Es gibt halt Menschen die möchten ihre Raten zahlen können, oder ihren Kindern etwas bieten. Natürlich ist es nicht schön ständig verliehen zu werden für wenig Geld. Na, und dann habe ich keine Lust ständig den Ärger mit den Handlangern vom Arbeitsamt zu haben oder mit Hartz 4 Kontrollen, von dem Ärger mit den Banken dann ganz zu schweigen. So prickelnd ist die Arbeitslosigkeit auch nicht, mein Mann und ich haben sie zu genüge erlebt. Klar, wenn ich keine Verbindlichkeiten hätte und die Kinder schon aus dem Haus wären ginge das dann wohl, aber so?
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: brettermeier am 00:02:38 Do. 22.März 2007
Zitat
Original von Stumme Ursel
Natürlich kam das alles jetzt wieder hoch durch diese Mobbingsache im Entleihbetrieb und sicherlich kommt deine Einschätzung ein Stück weit zum tragen, es kann ja so auf Dauer nicht ewig sein? Mein Partner und ich gehen dieses Jahr auf die 40 zu und irgendwann möchten wir wieder planen können, einen Urlaub mal nicht an der Nordsee verbringen, mal seit 10 Jahren wieder ein neues Auto vieleicht? Die Kinder haben auch auf vieles verzichten müssen. Überlege mal, bei mir 11 Jahre und bei meinem Freund 9 Jahre Leiharbeit, teilweise bis zu 150 Km am Tag gependelt (einfach), jede Qualifizierung mitgemacht, drei Sprachen gelernt. Und niemand will dich dann auf Dauer fest Einstellen.  :( Wenn ich dann so Sprüche höre von unseren Politikern wie: Flexibel sein müssen, verzichten müssen usw, usw, dann geht mir die Galle hoch. Ein anderes Beispiel, vor 12 Jahren haben wir uns einen neuen Kombi, (damals etwa 50.000 DM) zugelegt, an der Finanzierung zahlen wir noch heute und eigentlich sollten wir schon seit 6 Jahren fertig sein, aber durch die schmalen Löhne mussten wir insgesamt drei mal Umschulden.

Kann ich alles gut nachvollziehen und ich finde es sehr gut, dass Ihr Euch trotz all der Schwierigkeiten weiter abstrampelt, Euch NICHT hängenlasst, weiterkämpft und die Hoffnung nicht aufgebt, wenigstens ab und zu mal 'ein kleines Stück vom Kuchen' zu bekommen, bzw. sich wenigstens ab und zu mal ein kleines bisschen was zu gönnen.

Ich denke, Ihr steht da auch ganz sicher nicht alleine, es geht wohl sehr vielen Menschen in Deutschland so oder ähnlich.

Ganz wichtig ist meiner Meinung nach dabei 'die eigene Psyche', also es irgendwie zu schaffen, optimistisch zu bleiben, immer wieder neu die nötige Kraft für den bescheidenen Alltag zu finden und sich an den 'kleinen Dingen' wirklich zu freuen, die man sich trotz allem hart erarbeitet.

Bloss nicht frusten/unterkriegen lassen, egal, was passiert/wie die Umstände sind, es gibt immer irgendeinen Weg, klarzukommen oder sogar halbwegs glücklich zu sein und das 'Glücklichsein' oder wie immer man das nennen will, ist viel Wichtiger, als alles andere, ganz egal unter welchen Umständen...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 09:29:49 Do. 22.März 2007
Ja Danke für deine schönen Worte, aber bitter ist es schon wenn du nach einer 40 Std. Woche mit so wenig Geld nach Hause kommst, die Festangestellten Netto fast das doppelte verdienen. Arbeiten um zu Leben, und nicht Leben um zu Arbeiten wäre toll, nur ich glaube fast nicht mehr daran. Ach ja, jetzt bin ich schon die zweite Woche zu Hause und bekomme immer mehr das Gefühl vermittelt, dass ich bald wieder zum Amt darf. :(

Die Kuchenstücke werden immer bescheidener die wir kleinen Leute und Arbeiter erhalten.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Ziggy am 10:52:08 Do. 22.März 2007
By the way - egal, wie's jetzt bei mir weitergeht, ich bin arbeitsuchend gemeldet und erneuere das auch alle 3 Monate (Anruf genügt!).

Wenn was Vernünftiges hereinkommt - her damit!

Grüße, Ziggy
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: mupine am 11:37:03 Do. 22.März 2007
...auf was vernünftiges warten viele hier im Forum,auch ich.SEUFZ!!!
Aber das wird wohl nicht mehr in diesem Leben sein...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Antikapitalist am 17:58:23 Do. 22.März 2007
Zitat
Original von sieben
Wer meint, er könne sein Leben über solche Leihbuden in den Griff bekommen, der irrt sich meiner Meinung nach, dafür wird man von diesen Leihbuden und auch von den Entleihern doch viel zu kurz gehalten.
Kann mich da nur anschließen, hatte selbst mal das "Vergnügen" für eine Leihbude zu rammeln (Zwangsvorschlag vom Amt) - allerdings habe ich der Sklavenbude mehr Schaden als Nutzen gebracht - nach drei Wochen Einsatz in einem renommierten Elektronikunternehmen (Einarbeitung war gerade rum) überfiel mich plötzlich eine schwere Krankheit  ;), die Leihbude fing nach drei Wochen Krankheit mit Anrufen an (in der Art: Bitte kommen sie wieder, wir brauchen sie doch - unser Ansehen im Kundenunternehmen leidet ...) - allerdings mein Hausarzt und ich wollten nicht  ;), das Ende vom Lied war das ich nach zweieinhalb Monaten Krankheit endlich die Kündigung bekam.

Mein Motto: Wenn Leiharbeit - dann krank oder miserable Arbeitsleistung.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 18:02:29 Mo. 26.März 2007
Zitat
Original von Ziggy
By the way - egal, wie's jetzt bei mir weitergeht, ich bin arbeitsuchend gemeldet und erneuere das auch alle 3 Monate (Anruf genügt!).

Wenn was Vernünftiges hereinkommt - her damit!

Grüße, Ziggy

Wie umgehst du deinen Fallmanager? Bei mir kleben die wie die Fliegen an der Sch*****. In unserem Umkreis gibt es so viele Leihfirmen, kleine wie große, da gibt es immer einen schlecht bezahlten Job.  :(
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: alfred am 18:25:41 Mo. 26.März 2007
@ursel   Soweit ich weiß, ist Ziggy noch nicht arbeitslos - deshalb muss er auch niemanden umgehen...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Ziggy am 20:08:18 Mo. 26.März 2007
So ist es. Ich habe mich prophylaktisch arbeitsuchend gemeldet, weil demnächst die Kündigung kommen könnte.
Trotzdem hatte ich da heute Termin bei der Vermittlung (den ich auch selbst wollte), und wir haben erörtert, was denn künftig in Frage kommt, denn ich habe ja nun erhebliche gesundheitliche Einschränkungen, sodaß Einsätze als gewerbl. Helfer so wie bisher nicht mehr möglich sind (und damit höchstwahrscheinlich Zeitarbeit überhaupt ...)
Ich versuche eventuell eine Weiterqualifizierungsmaßnahme zu machen, um meine beruflichen Kenntnisse aufzufrischen. Das ist aber alles noch nichts Konkretes, denn, wie Alfred richtig sagte: Ich bin bisher nicht gekündigt, es besteht im Gegenteil sogar die Möglichkeit, mich seitens Randstad weiterzubeschäftigen, das ist aber noch in der Schwebe.
Mit der AA bin ich so verblieben, daß ich mich alle 3 Monate mal melde, wenn sich nichts ändert, sonst kicken die mich nämlich aus der Vermittlung, das will ich aber aufrechterhalten, auch wenn Randstad mir jetzt tatsächlich noch einen Einsatz verschaffen kann.
Ich habe im Übrigen nicht das Bedürfnis, meinen "Fallmanager" zu umgehen, ich sehe das als Unterstützung meiner Eigenbemühungen. Ich WILL arbeiten, und wenn der/die FallmanagerIn mir dabei helfen kann, wäre ich schön doof, das nicht in Anspruch zu nehmen.
Kostet mich nichts, und verpflichtet mich (zunächst) zu nichts. Kann sich ändern, klar ... aber dann habe ich schonmal gute Karten, weil jeder jetzt schon sehen kann, daß ich aktiv bin. Fehlende Eigeninitiative kann man mir gewiß nicht vorwerfen. Randstad weiß darüber übrigens Bescheid und heißt das auch gut. Ich spiele mit offenen Karten.

Grüße, Ziggy
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 13:12:22 Di. 27.März 2007
Ich drücke dir da mal beide Daumen Ziggy, lass dich nicht unterkriegen weder vom Amt als von dieser Leihbude. Irgendwie geht es immer weiter, zur Zeit geht es mir etwas besser, solange zumindest, wie nicht die Kündigung ins Haus geflattert ist. Aber die Idee mit dem Arbeitssuchend melden trotz Beschäftigung ist nicht schlecht. Leider sind bei unserer Arge die Fallmanager so übel, dass es mir jetzt schon davor schlecht wird wenn ich nur an den Verein denke. Am Besten ich nehme diesmal jemanden mit, vieleicht gibt es ja eine Organisation bei uns, die kompetente Leute hat die mitgehen würden? Hier wird ja dazu geraten, und es macht Sinn. Auf jeden Fall werde ich noch diese Woche ALG II zum Lohn beantragen.
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: alfred am 16:20:02 Sa. 31.März 2007
@Ursel   Vielleicht soll die Kündigung auch nur ein Aprilscherz zum 1.4. sein? Ich würde mir den Spass machen, da am Montag mal durchzurufen...
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: Stumme Ursel am 18:37:14 Sa. 31.März 2007
Nein, das ist kein Spaß, lese meine Antwort im anderen Thread.

http://www.chefduzen.de/thread.php?postid=63044#post63044
Titel: Rausgemobbt, wie geht`s weiter?
Beitrag von: harztzlein am 21:16:29 Mi. 08.August 2007
@ hartzhetzer

das war sehr nett und einfühlsam formuliert.

der betroffenen kann ich auch nur sagen:
laß dich nicht kleinmachen
geh deinen weg
es gibt immer eine lösung, vielleicht siehst du sie nur noch nicht.

viel glück, bei allem was du tust,