chefduzen.de - Forum der Ausgebeuteten

Sozial & Gesundheitswesen => Soziale Einrichtungen => Thema gestartet von: Randalinsky am 12:32:06 So. 29.April 2007

Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Randalinsky am 12:32:06 So. 29.April 2007
Moins,

Die Tafeln

Hartz IV ist dafür verantwortlich, dass die Zahl der Menschen, die nicht genügend Einkommen haben, um sich ausreichend zu ernähren, stark angestiegen ist. Zum Glück gibt es ja ehrenamtliche Einrichtungen, die zumindest einen Teil dieser Menschen mit Lebensmittelspenden helfen oder mit Suppenküchen dafür sorgen, dass sie zumindest mal eine warme Mahlzeit bekommen. Ich spreche von den Tafeln.

Aber sind die Tafeln wirklich eine Hilfe? Oder gar eine Lösung? Die Antwort ist ein klares "NEIN, weder - noch". Die Tafeln sind Teil des Vernichtungskonzepts der Sozialstrukturen in Ländern wie Deutschland. Das richtet sich nicht gegen die Menschen, die mit sehr viel Engagement zu helfen versuchen. Sie sind sich nicht darüber im Klaren, was sie mit ihrem Sozialverhalten da wirklich unterstützen.

Weiter: http://www.flegel-g.de/tafeln.html

Hunger macht böse !!!
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: TagX am 13:29:09 So. 29.April 2007
Da gab es auch einen lesenswerten Beitrag bei heise.de dazu. Hat jemand den Link parat?

LG
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Kater am 15:53:07 So. 29.April 2007
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20576/1.html
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 17:35:58 So. 29.April 2007
LINK (http://www.united-mutations.org/?p=3207)

Lesenswerter Artikel
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 17:39:01 So. 29.April 2007
n Speyer ist ein junger Mann verhungert und seine Mutter war ebenfalls unterernährt. Wie mancher Wohlstandsbürger hat wohl den Kopf geschüttelt und insgeheim gedacht: “Der hätte sich ja auch an die Tafel wenden können.” Hier ist der Knackpunkt. Was für die katholische Kirche die Beichte, ist für den Wohlstandsbürger die Tafel. Das Vorhandensein der Tafeln erteilt ihm Absolution. Er muss sich keine Gedanken machen, denn es gibt ja Einrichtungen, die helfen. Er kann sich beruhigt zurücklehnen und sich wieder seiner Dauertrance widmen.
 Ein Griff zur Fernbedienung und schon hat man die spannenden Serien oder Talkshows wie Richterin Salesch, die Supernanny, die fernsehwirksame Unterstützung “Hilfebedürftiger” im neunen Heim oder die absoluten Primitivlinge, die sich, glücklich, dass sie mal im Fernsehen auftreten dürfen, in unglaublich primitiver Form gegenseitig angeifern. Ist die Welt nicht schön?

Die von den Tafeln unterstützten Betroffenen werden schließlich trotzdem satt und fügen sich. Ducken ist leichter als Aufbegehren und solange nicht echter Hunger an den Eingeweiden nagt, ist man still.

Nun kann man mir vorwerfen, ich hätte gut reden, ich wüsste ja nicht, wie weh Hunger tut. Aber Hunger ist kein Problem der heutigen Zeit. Hunger ist eine Obszönität, die sich in der Geschichte durch die Jahrtausende hinzieht, die Menschen kriminell werden ließ, die Anlass zu Aufständen war, die Frauen in die Prostitution getrieben hat und immer von den gleichen Kreisen initiiert wurde und wird.

Quelle (http://www.united-mutations.org/?p=3207)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: suboptional am 09:23:38 Mi. 09.Mai 2007
Hi allerseits,

ein Verdacht der schon lange in mir schlummert. Die Tafeln die ja eigentlich nicht schlecht sind, sind ja nichts anderes als die Armenspeisungen oder Suppenküchen der Gegenwart. Ich denke auch das sie in erster Linie den Wohlstandsbürgern und Politikern dienen, die bei jedem Fall von Mangelernährung oder Verhungern gönnerisch auf diese Einrichtung verweisen können. Ferner wird das Gewissen derer beruhigt die die Menschen in diese Lage gebracht haben. Was es aber für eine enorme Überwindung kostet , als ehemals vollwertiger Bundesbürger auf die Tafeln angewiesen zu sein, und diese aufzusuchen wird ausser acht gelassen. Ich möchte nicht wissen wieviele Bürger eigenlich Anspruch und Bedarf an solchen Tafeln haben, diese aber aus Scham nicht aufsuchen. Was soll`s das allgemeine Gewissen ist beruhigt, und darum geht es primär.

Armut versteckt sich, das ist das Problem !
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hartzhetzer am 18:47:02 Do. 10.Mai 2007
Man sollte natürlich auch nicht die Qualität der dortigen Lebensmittel außer acht lassen.

Ich war 4 mal dort, trotz angegebener Zeit (wann meine Nummer an der Reihe ist), musste ich dort meist über eine Stunde warten.
Und mit kostenlos ist es dort auch nur Essig.
1,50 € für die Lebensmittel
2,50 € für die Kleiderkammer
Und Mittagessen am dortigen Imbiss muss auch bezahlt werden.
Anfangs 1,50 € für Bockwurst mit Nudelsalat, zwei Wochen später schon 1,60 €, also auch dort wird an der Preisschraube gedreht.

Die Lebensmittel die ich mitbekam waren zu über 1/4 schlecht.

Gammeliges Gemüse
Matschiges, Schimmeliges Obst
Brot das so hart ist, dass es nur noch zum Angeln taugt
Ganz selten mal Joghurt, Wurst, Käse oder andere leckere Kleinigkeiten

Wer einen Behindertenausweis hat, für den lohnt sich der Weg noch, denn er bekommt bessere Lebensmittel und hat seine Abholzeit auch zu anderen tagen.

Es ist echt das letzte, dass man für den Dreck den die Supermärkte nicht mehr verkauft bekommen auch noch etwas bezahlen muss.
Anstatt das Zeug im Laden so Preiswert angeboten wird, dass man es sich auch als Arbeitsloser frisch kaufen kann, nein aus lauter Geldgier wartet man lieber bis fast alles schlecht ist, dann kann man es ja immer noch den doofen Arbeitslosen für wenig Geld zum fraß vorwerfen.

So funktioniert die Tafel in Leipzig, ich weiß ja nicht wie es in anderen Städten zugeht, daher kann ich mir diesbezüglich kein Urteil erlauben.

mfg
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 19:15:04 So. 27.Mai 2007
Quelle: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1993c1070711.php

Die Tafel lädt zu Tisch

Es ist wieder so weit. Zum 13. Mal lädt der Bundesverband der Tafel e.V. am 1. und 2. Juni zur Jahreshauptversammlung in Dortmund ein.

Es wird eine „Lange Tafel“ werden, die teilnehmerstärkste Zusammenkunft aller Zeiten!
Seit Gründung des Bundesverbandes im Jahr 1995 boomt die Mitgliederzahl. Waren es 1994 noch 4 einzelne Tafeln in ganz Deutschland, sind es nun fast 700 und das Wachstum beschleunigt sich noch.

Allein im letzten Jahr kamen etwa 100 neue Tafeln hinzu. So richtig boomt es aber, seit im Jahre n. Hartz (2004) ein gefeierter Krimineller als „Erlöser“ mit Hilfe vieler Jünger aus Politik und Wirtschaft den Sozialstaat Deutschland abschaffte.

Dank Herrn G. Schröder stehen seit dem Jahr 2005 etwa 5.000.000 (5 Millionen) Bettler Schlange an den Tafeln... oder richtiger, sie könnten dort stehen, wenn sich viele nicht schämen würden ob ihrer neuen Armut.

Die Tafel lädt zu Tisch. Essen, wo es hingehört: „Es ist angerichtet!“

Der weitsichtige Herr Mc Kinsey (Tafel-Konzept) und der heutige Adel – der Geldadel – laden zur Tafel. Er und die vielen Jünger, die heute Sponsoren heißen, decken den Tisch: METRO Group (Extra-, real- und Cash&Carry-Märkte) reicht Bares für den strukturellen Aufbau der Tafel e.V., Galeria Kaufhof reicht Essbares, der ADAC leistet „Pannenhilfe“ und Rechtsschutz, Bahlsen-Kekse werden zum Nachtisch gereicht. Bofrost, Burda und Bosch tun etwas. Continental und Vergölst bereifen die gespendete Daimler-Flotte.
D+S europe unterstützt die Tafel seit Jahren durch kostenlose Callcenter-Leistungen, econ Steuerberatung unterstützt und berät den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. seit 2001. General Overnight Service unterstützt durch kostenlosen Paketversand, Greive Sozialsponsoring & Marketing mischt auch mit. Gruner + Jahr schaltet kostenlose Anzeigen GuideCom gestaltet kostengünstig den Internetauftritt des Bundesverbandes. Das Hotel Ibis Berlin Mitte gewährt dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. zur Unterbringung seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter, Mitgliedern und Gästen Sonderkonditionen.

Kaufland stellt den Tafeln vor Ort regelmäßig Lebensmittel zur Verfügung. Kirchhoff Consult AG hilft seit vielen Jahren bei der Erstellung der Tafel-Zeitschrift "Feedback". Vor Ort unterstützen die Lidl-Märkte die Tafeln tatkräftig. Die Firma Maggi GmbH würzt die Tafel-Suppen und "Marcellino & Friends" machen die Tafelmusik. Die Kanzlei Müller-Boré & Partner überwacht die Einhaltung der patentamtlich geschützten Ziele der Tafel.

Ob Nestlé, NordLB, Observer Argus Media, PAPIER UNION, PLUS u. REWE, kein klangvoller Name fehlt.

Die Firma sodexho Catering und Services „stoppt den Hunger“ im Namen der Tafel, bei ARAL tankt man billig und die Orts-Tafeln telefonieren günstig mit Vodafone, wenn sie bei Wagner die Pizza bestellen.

Nicht alle können hier genannt werden, aber es wird hoffentlich deutlich, dass hier eine gigantische „Almosenfabrik Deutschland AG“ am Werke ist. Selbst die allgemeine Wohlfahrt wird privatisiert.

„Die Reichen sind unersättlich, sie wollen alles besitzen, sogar die Armut“ (Michel Tournier)
Sie bitten zu Tisch, die Reichen, aber erst, nachdem sie selbst die Tafel schon abgefressen haben und sie geben heute auch nur das, was morgen bereits verschimmeln würde auf der Abfallhalde ihrer gigantischen Überproduktion.

«Was die Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer, und was die Käfer übriglassen, das frisst das Geschmeiß.» (Joel 1,4) „Die Speisung der Viertausend“ (Matth. 15, 32-3) hat eine neue Dimension:

Der wärmende Schein der Mildtätigkeit paart sich geschickt mit der Profitgier und –verbesserung durch die steuerliche Absetzbarkeit der Spenden in riesigem Ausmaß.

„Wer nicht arbeitet, soll (eigentlich) auch nicht essen“, so tönte es kürzlich aus dem Munde eines Sozialdemokraten und damit begründete er indirekt den viel zu niedrigen staatlichen Existenzbeitrag von Millionen neuer armer Arbeitsloser. Die neoliberalen Revolutionäre entlassen ihre Kinder in eine menschenverachtende Bettellandschaft. Schlange stehen an der Tafel.

Mindestens gelingt hier die Stabilisierung des staatlichen Regelsatzes, zu befürchten ist sogar die weitere Absenkung, denn verhungern muss ja keiner.

Anfänglich wurde die Essensausgabe in Pfund gewogen, doch inzwischen überbieten sich die Orts-Tafeln in Tonnageangaben: „Die Dortmunder Tafel, die wöchentlich 34 Tonnen Lebensmittel einsammelt und an Bedürftige verteilt“, liefert da ein beredtes Beispiel.

Über all dieses Elend hält Frau Dr.Ursula von der Leyen seit dem 14.12.2006 ihren persönlichen und ihren politischen CDU-Schirm: „Auch in Deutschland gibt es Bedürftige, die dringend alle Unterstützung brauchen, die wir ihnen geben können. Deshalb begeistert mich die Idee der Tafel-Bewegung.“

Liebe Ursula, schauen Sie bloß nicht genauer hin. Mit Schamesröte im Gesicht ist man nicht so telegen. Maske bitte! Die gefühlte Anteilnahme hält sich in Grenzen. Im gleichen Atemzug hat nämlich diese mitfühlende Dame die Hälfte des Elterngeldes den Arbeitslosen, Geringverdienern und allein erziehenden Müttern per Gesetz entzogen zu Gunsten der besser verdienenden Mittelschicht.

Besonders beeindruckt ist Ursula von dem freiwilligen Engagement ehrenamtlich tätiger Tafelidealisten. Inzwischen sollen es über 25.000 sein!

Da sollte Herr Rüdiger Teepe besser nicht ausplaudern, dass z.B. bei der Tafel e.V. Dortmund ohne 26 Zwangsarbeiter die Arbeit nicht zu bewältigen wäre. Auch Herr Klaus Neumann von der Caritas verplappert sich, peinlich bemüht, das Wort Zwangsarbeit zu vermeiden: man habe bereits 126 ehemalige Langzeitarbeitslose zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet! Wieso eigentlich „ehemalig“? Statistisch gesehen stimmt das zwar, aber nicht real. Zwangsarbeit beendet die Langzeitarbeitslosigkeit eben nicht.

Psst! Hat hoffentlich niemand gehört.

Ursula schwärmt indes unbeirrt weiter und spricht das Tischgebet aus dem bertelsmännischen Katechismus: „Eine Zivilgesellschaft muss in der Lage sein, gemeinschaftliche Fürsorge aktiv wahrzunehmen. Dafür ist die Tafel-Bewegung ein Musterbeispiel. Eine einfache und gute Idee wird zielstrebig und konsequent umgesetzt. Wir sehen [...], dass unsere Zivilgesellschaft funktioniert. Wir sehen, wie viele Menschen bereit sind, sich für Andere einzusetzen und uneigennützig zu helfen.“

Guten Appetit!

Das wünsche ich besonders den über 300 angemeldeten Tafeln zu dieser Tafelrunde der Almosen AG Deutschland. Die Teilnehmer erwartet erst Fortbildung und Diskussion zum Thema gnadenlose Wohlfahrt und dann eine festliche Abendveranstaltung mit zahlreichen (zahlungskräftigen) Ehrengästen.

Es darf auch gefeiert werden, denn die Tafel hat in Deutschland hervorragende Zukunftsperspektiven. So bemüht man sich gerade um eine Allianz mit den Foodbanks Europas - in der Landessprache „Banques Alimentaire“ (franz.), „Bancos de Alimentos“ (span.), „Bankow Zywnosci“(pol.) oder in deutsch - „Lebensmittelbanken“ genannt – die in einer Art strategischer Zangenbewegung als Großmarkt für karitative Organisationen fungieren und als „Zeugen der Armut“ das Gesammelte an Organisationen mit „unterschiedlichem geistlichen und humanitären Hintergrund“ verteilen.

Es darf gefeiert werden, weil der Bekanntheitsgrad durch gezielte Marketing-Maßnahmen wie „Koch mit“ genauso boomt wie die Tafeln selbst.

Angesichts der boomenden Armut klingt da der geäußerte Wunsch, sich am liebsten selbst abzuschaffen, eher wie Hohn.
Das wird auch nicht glaubwürdiger, wenn man zur Kenntnis nehmen muss, dass die Tafel Leipzig zusammen mit der ARGE in einem groß angelegten Projekt Langzeitarbeitslose zwangsverpflichtet, um in brachliegenden Schrebergärten Gemüse und Obst anzubauen, zu pflegen und für die Tafel zu ernten. Tafelgärten – Herr Schreber würde sich in seinem Leipziger Grabe umdrehen, wenn er das hören könnte.

Gerd Flegelskamp stellt angesichts dieser Entwicklung die berechtigte Frage:
„Aber sind die Tafeln wirklich eine Hilfe oder gar eine Lösung? Die Antwort ist ein klares “NEIN, weder - noch”. Die Tafeln sind Teil des Vernichtungskonzepts der Sozialstrukturen in Ländern wie Deutschland.“

Ich füge dem hinzu:
Langfristig wird mit dem Tafelkonzept das soziale und humane Engagement vieler kleiner Initiativen erstickt zu Gunsten einer „gut geölten“ Maschinerie, die die von Armut Bedrängten in das gesellschaftliche Aus befördern soll.

Brecht sagt: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Das mag für Zeiten der allgemeinen Not gelten, aber sicher nicht für Zeiten, in denen der Überfluss der Güter auf den Müllhalden des Wohlstands aufgetürmt vergammelt.

Wer mir nun vorhalten möchte, was denn wäre, gäbe es die Tafel nicht, dem sage ich: „Es ist gut, dass es Ärzte gibt, die im Krieg den Verwundeten helfen. Besser aber wäre, den Krieg und damit die Wunden zu vermeiden.“ (26.05.07 Hajo Freese)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 21:04:55 So. 27.Mai 2007
@Eiviskat, dank für den übersichtlichen inhaltlichen bericht
den spruch kenn ich noch:
Zitat
"in deutschland ist noch keiner verhungert"
dieses stammtischzitat stimmt nun auch nicht mehr
IN DEUTSCHLAND VERHUNGERT Die Bestürzung ist groß

Der Speyrer Sozialdezernent Hanspeter Brohm zeigt sich tief betroffen. Dass mitten in der Domstadt ein Mensch verhungern kann, hätte der CDU-Mann nicht für möglich gehalten. Auch bei der Caritas ist man bestürzt:
Die „Tafel“, die Bedürftigen kostenlos Lebensmittel anbietet, sei keine dreihundert Meter von der Wohnung des Mannes entfernt gewesen.

 Der arbeitslose 20-Jährige war am vergangenen Sonntag in seiner Wohnung aufgefunden worden, zu diesem Zeitpunkt war er bereits vier Tage tot.
 Seine 48-jährige Mutter, infolge von Mangelernährung stark geschwächt, hatte erst am Sonntag einen früheren Bekannten angerufen. Der verständigte sofort einen Notarzt. Warum die Frau nicht schon viel früher um Hilfe rief, weiß niemand. Sie habe aber in einer kurzen Befragung angegeben, dass sie und ihr Sohn kein Geld für Lebensmittel gehabt hätten. Die Frau wird mittlerweile im Krankenhaus ärztlich behandelt.

Der Mann und seine Mutter waren bis Ende 2004 Sozialhilfeempfänger. Dann erhielten sie Leistungen nach Hartz IV und wurden von der Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration (GfA) in Ludwigshafen betreut.
Als Mutter und Sohn im Oktober 2006 neue Anträge stellen sollten, so schilderte ein Sprecher der Stadtverwaltung, hätten sie auf kein Anschreiben mehr reagiert.

 Auch die in diesem Fall gesetzlich vorgesehene Kürzung von Leistungen habe bei ihnen keine Reaktionen hervorgerufen. Ende 2006 seien die Zahlungen ganz gestrichen worden. „Das ist der vorgegebene Weg“, erklärte ein Sprecher der GfA. Man habe vom Gesetzgeber aus nicht den Auftrag, in derartigen Fällen von sich aus aktiv zu werden.

Die Wohlfahrtsverbände in der Pfalz kritisieren dieses Vorgehen: „Bevor die komplette Streichung von Leistungen erfolgt, muss man sich ein Bild von der Lebenssituation des Menschen machen“, forderte ein Sprecher des Caritasverbandes in Speyer. Auch das Diakonische Werk Pfalz hält das für nötig: Viele Arbeitslose seien mit ihrer Situation überfordert und hätten schon Schwierigkeiten damit, die Anträge selbstständig auszufüllen.
Auch führe die Abwertung und Ausgrenzung, die Betroffene im Umgang mit den Behörden erlebten, immer häufiger zu einem Rückzug. Diese Erfahrung macht auch Gerhard Trabert, Sprecher des Vereins „Armut und Gesundheit in Deutschland“. „Viele Arbeitslose resignieren und isolieren sich immer mehr.“ Das Risiko, dass Langzeitarbeitslose keine Hilfsanträge mehr stellen und einfach aufgeben, hält Trabert für hoch.

Thomas Lampert vom Berliner Robert-Koch-Institut verweist auf die Gefahr psychischer Erkrankungen: Nach Untersuchungen treten die bei Langzeitarbeitslosen zwei- bis dreimal häufiger auf, besonders Männer seien stark gefährdet. „Je länger die Situation andauert, umso gravierender sind die Folgen“, sagt Lampert.. Auch in Speyer wird jetzt vermutet, dass der junge Mann psychisch erkrankt war.
 Seine Mutter äußerte gegenüber der Polizei, dass er sehr deprimiert gewesen sei und auch gesagt habe, er wolle nicht mehr leben. Um sie kümmert sich nun das Sozialamt, es sorgt dafür, dass sie wieder Leistungen nach Hartz IV erhält. Das Diakonische Werk plant, die Arbeit mit der Gesellschaft für Arbeitsmarktintegration zu intensivieren: „Wenn wir wissen, wer Hilfe braucht, dann können wir sofort aktiv werden“, erklärte eine Sprecherin. Sie will erreichen, dass die Arbeitsagenturen frühzeitig auf die Hilfsangebote der freien Wohlfahrtsverbände hinweisen. „Niemand darf einfach durchs soziale Netz fallen.“

Martin Behrsing vom Erwerbslosen- Forum Deutschland fordert die Einführung eines professionellen Fallmanagements, wie es ursprünglich in der Diskussion war. „Mitarbeiter der Arbeitsagenturen müssen unbedingt Qualifikationen im psycho-sozialen Bereich haben, damit die individuellen Folgen bei Sanktionen abgeschätzt werden können.“ Gerade bei psychisch kranken Menschen sei eine Leistungseinstellung kein geeignetes Mittel.

Quelle (http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/archiv/20.04.2007/3213481.asp)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 00:46:05 Do. 31.Mai 2007
http://www.tafel.de/


...die im Dunkeln sieht man nicht...
http://www.kairosfilm.de/filme/schwarzetafeln/schwarzetafeln1.htm

Lg
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Troll am 17:37:07 Fr. 01.Juni 2007
Zitat
"Tafeln" für Arme
Die Speisung der 700.000
Immer mehr bedürftige Menschen in Deutschland erhalten Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können. Die Menge der verteilten Nahrung schnellte dramatisch nach oben – und ebenso die Anzahl der "Tafelkunden".

Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der Versorgten um satte 40 Prozent auf etwa 700.000 wöchentlich, teilte der Bundesverband Deutsche Tafel in Dortmund am Rande seines Jahrestreffens mit. Gleichzeitig sei jedoch die Menge der verteilten Lebensmittel im gleichen Zeitraum nur um rund 25 Prozent auf insgesamt 120.000 Tonnen im Jahr 2006 angewachsen.

Jeder Abnehmer erhalte damit mit durchschnittlich 3,4 Kilogramm rund ein halbes Kilogramm weniger als noch 2005. „Dieser Rückgang bereitet uns einige Sorgen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Frank Müller-Penzlin.
Außerdem könnten weitere 200.000 Menschen versorgt werden, wenn mehr Waren zur Verfügung stünden.

In Deutschland gibt es mittlerweile über 700 Tafeln, die von mehr als 32 000 Ehrenamtlichen betrieben werden. Sie sammeln Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, und verteilen sie an Menschen in Not.
Müller-Penzlin äußerte sich besorgt darüber, dass fast jeder vierte Tafel-Kunde Kind oder Jugendlicher sei. „In manchen Orten sind es sogar 40 Prozent. Es kann nicht sein, dass immer mehr von ihnen hungrig zur Schule gehen, weil sich ihre Eltern das Essen nicht leisten können“, meinte er. Rund ein Viertel aller Tafeln habe bereits regelmäßige Angebote für Kinder und Jugendliche entwickelt.

Die an einigen Orten „Kinder-Tafeln“ genannten Angebote belieferten etwa Schulen, Kindergärten oder Freizeiteinrichtungen mit Lebensmitteln. In einigen Städten gebe es auch spezielle Restaurants, wo die Kinder warme Mahlzeiten bekämen.

Die Schirmherrin der Tafeln, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), bezeichnete das Grundkonzept in einem Grußwort als „geniale Idee“. Die Tafeln seien ein „Musterbeispiel gemeinschaftlicher Fürsorge“ und „eine der größten sozialen Bewegungen bundesweit“.

Quelle: SZ (http://www.sueddeutsche.de/,tt5m5/panorama/artikel/710/116594/)

Und weil das "Musterbeispiel gemeinschaftlicher Fürsorge" die Schirmherrin so glücklich macht sorgt sie für ordentlichen Andrang, durch die "große asoziale Bewegung der Politik".
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 19:03:31 Fr. 01.Februar 2008
Zitat
Original Randalinsky
Die Tafeln
Hartz IV ist dafür verantwortlich, dass die Zahl der Menschen, die nicht genügend Einkommen haben, um sich ausreichend zu ernähren, stark angestiegen ist. Zum Glück gibt es ja ehrenamtliche Einrichtungen, die zumindest einen Teil dieser Menschen mit Lebensmittelspenden helfen oder mit Suppenküchen dafür sorgen, dass sie zumindest mal eine warme Mahlzeit bekommen. Ich spreche von den Tafeln.  

Aber sind die Tafeln wirklich eine Hilfe? Oder gar eine Lösung? Die Antwort ist ein klares "NEIN, weder - noch". Die Tafeln sind Teil des Vernichtungskonzepts der Sozialstrukturen in Ländern wie Deutschland. Das richtet sich nicht gegen die Menschen, die mit sehr viel Engagement zu helfen versuchen. Sie sind sich nicht darüber im Klaren, was sie mit ihrem Sozialverhalten da wirklich unterstützen.  
 Weiter: http://www.flegel-g.de/tafeln.html
Hunger macht böse !!!

Zitat
Lebensmittel-Tafeln rechnen erstmals mit einer Million Bedürftigen

In Deutschland werden in diesem Jahr so viele Bedürftige wie noch nie auf Lebensmittel-Spenden angewiesen sein. Der "Bundesverband der Tafeln" gehe erstmals von einer Million Menschen aus, die 2008 aus wirtschaftlicher Not heraus regelmäßig Unterstützung bei der Versorgung mit Nahrung benötigen werden.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 19:59:46 Sa. 02.Februar 2008
Zitat

Immer mehr Deutsche haben nicht genug zu essen

Die erste Million: Schlangen vor den Lebensmittel-Tafeln

Saarbrücken (LiZ/ots). In Deutschland werden in diesem Jahr so viele Bedürftige wie noch nie auf Lebensmittel- Spenden angewiesen sein und vor den Lebensmittel-Tafeln Schlange stehen.

Wie die "Saarbrücker Zeitung" (Samstag) berichtet, geht der "Bundesverband der Tafeln" erstmals von einer Million Menschen aus, die aus wirtschaftlicher Not heraus regelmäßig Unterstützung bei der Versorgung mit Nahrung benötigen.

 Das sagte Verbandssprecherin Anke Assig der Zeitung. Anfang 2007 waren es laut einer Erhebung des Verbandes noch 300.000 Bedürftige weniger, die Lebensmittel benötigten.

Zugleich hat die Zahl der Tafeln in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht: Der Verband verzeichnet derzeit  bundesweit 766 registrierte Tafel-Standorte, die Lebensmittel oder warmes Essen ausgeben oder soziale Einrichtungen beliefern. Rund 100 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Mehr als ein Drittel der Bedürftigen sind laut Verband Arbeitslosengeld II- Empfänger. Zunehmend gehören auch Kinder zu den Kunden: Im vergangenen Jahr betrug ihr Anteil knapp 25 Prozent. Da die Zahl der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen steigt, werden laut Verband auch immer mehr "Kinder-Tafeln" gegründet, um auf die speziellen Bedürfnisse eingehen zu können.

 http://linkszeitung.de/content/view/161245/42/

Titel: Die Tafeln
Beitrag von: matten am 08:50:27 So. 03.Februar 2008
Guten Morgen,

ich wohne ganz in der Nähe einer Tafel....
und sehe wie die Schlange dort immer länger wird.
Das macht mich immer wütend...was muss denn noch alles passieren
bis sich etwas ändert.

mfg
matten
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 09:44:41 So. 03.Februar 2008
Zitat
Original matten
 Guten Morgen,  
ich wohne ganz in der Nähe einer Tafel....  und sehe wie die Schlange dort immer länger wird.
Das macht mich immer wütend...was muss denn noch alles passieren  bis sich etwas ändert.
Schlange stehen nach Grundnahrungsmitteln.
Ist eigentlich "Das Warnsignal", das vieles in der Gesellschaft nicht stimmt.Einerseits werden die Leute angehalten, Produkte zu kaufen, die Sie nicht brauchen und dann per Ratenzahlung, Opfer der Banken werden. Andererseits lügen die Medien uns die Tasche voll, mit dem Ergebniss das der Mindestlohn nicht da ist und immer mehr Jobs und Arbeit für weniger Geld getan werden.

Das sind nur die die man sieht, die man nicht sieht sind noch mehr.
Die Miete, die Nebenkosten, die Fahrtkosten, die Lebensmittel alles ist teurer, nur der Lohn (die Euronen werden aber nicht mehr) steigt nicht.
Auf jedem Produkt ist Mehrwertsteuer drauf.So hat der Staat immer Garantiertes Grundeinkommer um seine Polizei zu bezahlen, die uns wenn wir nehmen was uns sowieso gehört, den Knüppel über'n den Kopf ziehen.

Diese Sache hat Methode ! Auf den Weg in die neue Sklaverei.
Überwacht und Kontrolliert. Auf dem G8 Gipfel haben Sie schon Krieg gespielt, wie man Aufstände bekämpft. Der Rest der Republik verstummt in Resignation und Depressionen.

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen wurde immer schlechter, weil die Leute sind verschuldet, sind Niedriglohnverdiener etc..
Der große Batzen kommt vom Exportgewinn der die fehlende Binnennachfrage kittet.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Sektsauferle am 10:36:25 So. 03.Februar 2008
Zitat
Original von Troll
Zitat
"Tafeln" für Arme
Die Speisung der 700.000




Die Schirmherrin der Tafeln, Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), bezeichnete das Grundkonzept in einem Grußwort als „geniale Idee“. Die Tafeln seien ein „Musterbeispiel gemeinschaftlicher Fürsorge“ und „eine der größten sozialen Bewegungen bundesweit“.

Quelle: SZ (http://www.sueddeutsche.de/,tt5m5/panorama/artikel/710/116594/)

Und weil das "Musterbeispiel gemeinschaftlicher Fürsorge" die Schirmherrin so glücklich macht sorgt sie für ordentlichen Andrang, durch die "große asoziale Bewegung der Politik".

also diese von der leyen stößt mir immer mehr sauer auf.
was soll das heißen geniale idee und musterbeispiel gemeinschaftlicher führsorge?
das ist ja wohl der gipfel!
die schleicht sich aus der verantwortung indem sie die kleinen noch die kleinsten untereinander unterstützen läßt, und findet das natürlich auch noch toll ?(

wem seine aufgabe wär das denn?
warum lassen die es so weit kommen, dass es in deutschland tafeln geben muß, weil die herrschaften alles auf unsere kosten verbocken?(http://img11.myimg.de/25adbfd07e833a3bf5e5ee58f3bc94a5.gif)

ich könnt  :kotze>
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: schwarzrot am 10:58:05 So. 03.Februar 2008
Genau!
Wenn die leute der tafeln nun auf zack wären, würden sie diese steilvorlage dieser frau 'ministerin' aufnehmen mit der argumentation, wenn wir schon so was wichtiges tun, dann her mit finanzierungen!
Oder klarmachen, dass die politik aufgrund ihrer aussage bewusst elend in kauf nimmt, mit eigenen zahlen beweisen und dies zu einer neuen sozialkampagne machen: Alarmruf der tafeln. Regierung verstösst gegen grundgesetz! Menschenrechte in deutschland ohne ehrenamtliche hilfe nicht mehr gewährleistet!
Stattdessen sonnen sie sich der beachtung von 'oben' und sind glücklich über ihren 'erfolg' sich den arsch aufreissen zu dürfen.
Typisch teutsch! X(
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 11:04:01 So. 03.Februar 2008
Zitat
Original von schwarzrot

Stattdessen sonnen sie sich der beachtung von 'oben' und sind glücklich über ihren 'erfolg' sich den arsch aufreissen zu dürfen.
Typisch teutsch! X(

Hier bei HH KANN MAN SIE BEOBACHTEN; WENN SIE MORGENS EHRENAMTLICH BEI TAFELN UND WOHLTÄTIGKEITS-vERANSTALTUNGEN MITARBEITEN UND ANSCHLIESSEND AM ABEND BEGEISTERT DIE CDU-PARTEITREFFEN BESUCHEN...

Da fällt mir leider wirklich nichts mehr dazu ein! :(
LG
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hochseefischer am 14:17:08 So. 03.Februar 2008
Zitat
Original von Eivisskat
Hier bei HH KANN MAN SIE BEOBACHTEN; WENN SIE MORGENS EHRENAMTLICH BEI TAFELN UND WOHLTÄTIGKEITS-vERANSTALTUNGEN MITARBEITEN UND ANSCHLIESSEND AM ABEND BEGEISTERT DIE CDU-PARTEITREFFEN BESUCHEN...

SIE fühlen sich eben gut dabei: sie haben "was Gutes getan", das steigert das Selbstwertgefühl ("ach, was bin ich doch für ein Gutmensch, ach, diese armen Menschen tun mir leid").

SIE fühlen sich aber nicht gut dabei, wenn SIE (höhere) Steuern zahlen (müssten). Das tut nämlich weh in der Geldbörse. Auf den Gedanken, dass die Eigenversorgung der Betroffenen (also selber ausreichend Lebensmittel kaufen gehen können) durch Steuerausgaben realisiert werden könnte, also über den Staat, kommen sie dabei nicht.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Sektsauferle am 17:43:17 So. 03.Februar 2008
Zitat
Original von Hochseefischer
Zitat
Original von Eivisskat
Hier bei HH KANN MAN SIE BEOBACHTEN; WENN SIE MORGENS EHRENAMTLICH BEI TAFELN UND WOHLTÄTIGKEITS-vERANSTALTUNGEN MITARBEITEN UND ANSCHLIESSEND AM ABEND BEGEISTERT DIE CDU-PARTEITREFFEN BESUCHEN...

SIE fühlen sich eben gut dabei: sie haben "was Gutes getan", das steigert das Selbstwertgefühl ("ach, was bin ich doch für ein Gutmensch, ach, diese armen Menschen tun mir leid").

SIE fühlen sich aber nicht gut dabei, wenn SIE (höhere) Steuern zahlen (müssten). Das tut nämlich weh in der Geldbörse. Auf den Gedanken, dass die Eigenversorgung der Betroffenen (also selber ausreichend Lebensmittel kaufen gehen können) durch Steuerausgaben realisiert werden könnte, also über den Staat, kommen sie dabei nicht.

das ist ja das problem, das eine huhn scheißt dem anderen nicht ins nest, und die wären ja blöd wenn sie auf was verzichten würden, nur weil sich so n paar bürger darüber freuen würden.

wie hat angela gesagt: wir müssen enger zusammen rücken!
sich hat sie damit sicher nicht gemeint X(
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: DieDauergea*schte am 13:30:46 Do. 07.Februar 2008
Zitat
Original von schwarzrot
- Wenn wir schon so was wichtiges tun, dann her mit finanzierungen!

- Menschenrechte in deutschland ohne ehrenamtliche hilfe nicht mehr gewährleistet!

Zwei Parolen/Slogans die ein gewiefter Werbetexter nicht besser (und vor allem nicht realistischer) hätte hinbekommen können! (http://www.cosgan.de/images/smilie/froehlich/a020.gif)

Vielleicht sollte man der Spitze des Tafelvereins und den Ehrenamtlichen dies mal zukommen lassen, zusammen mit der Sache über McKinsey...

Das Engagement für die Tafeln ist der Heiligenschein, den sich McKinsey aufsetzt, um das (angebliche) schlechte Gewissen seiner Kunden zu erleichtern, wenn diese auf deren Anraten mal wieder zigtausend Arbeitsplätze vernichtet haben...
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 15:54:48 Mi. 13.Februar 2008
Zitat

Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/7972) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/7807) hervor.

 Die Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen staatlichen Hilfen. Etwa 32.000 ehrenamtliche Helfer stünden hinter der Tätigkeit der Tafeln.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_035/06.html

Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hochseefischer am 19:42:16 Mi. 13.Februar 2008
Zitat
Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.

Fresse.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: matten am 20:10:24 Mi. 13.Februar 2008
ohne Worte

mfg
matten
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 23:09:10 Mi. 13.Februar 2008
Zitat
Original von Eivisskat
Zitat
Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln
Arbeit und Soziales/Antwort
Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.
Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/7972) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/7807) hervor.
 Die Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen staatlichen Hilfen. Etwa 32.000 ehrenamtliche Helfer stünden hinter der Tätigkeit der Tafeln.
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_035/06.html


Der genaue Wortlaut der Anfrage und die kaltschnäuzigen & un-verschämten Antworten  X( sind hier nachzulesen:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/079/1607972.pdf

 :aggressiv>
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Irrlichtprojektor am 00:06:12 Do. 14.Februar 2008
Ich hoffe die Tafel erkennen den Absender und werfen ihr über Verfalldatum herausragendes Angebot  denen vor die Tür.

 :aggressiv>
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Sektsauferle am 09:03:41 Do. 14.Februar 2008
Zitat
Original von Eivisskat
Zitat

Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/7972) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/7807) hervor.

 Die Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen staatlichen Hilfen. Etwa 32.000 ehrenamtliche Helfer stünden hinter der Tätigkeit der Tafeln.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_035/06.html



hoffentlich ersticken sie an ihrer herausragenden arroganz(http://img12.myimg.de/005314165.gif)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hartzhetzer am 10:25:10 Do. 14.Februar 2008
Zitat
Fragesteller:
Deutet dies doch darauf hin, dass immer mehr Menschen in der Bundesrepublik Deutschland auf Hilfe angewiesen sind, um nicht Hunger leiden zu müssen.
Zitat
Regierung:
Aus Sicht der Bundesregierung ist es auch positiv zu bewerten, wenn sich Personen mit geringem Einkommen kostenbewusst verhalten
Als ob die Menschen Freiwillig dorthin gehen um Geld zu sparen für andere Ausgaben. In Wirklichkeit gehen sie dorthin weil abzüglich aller monatlichen Ausgaben nicht mehr genügend Geld für Lebensmittel in der Haushaltskasse ist.
Kurzum sie haben gar keine andere Wahl als den Dreck zu Fressen den das Kapital nicht mehr kommerziell verwerten kann.

Zitat
Regierung:
inwieweit auch gemeinnützige Organisationen, die vom Handel oder der Gastronomie nicht mehr kommerziell verwertbare Lebensmittel einsammeln und an Bedürftige abgeben
Zitat
Regierung
Zu begrüßen ist ferner, dass durch die Tafeln qualitativ einwandfreie Produkte sinnvoll verwendet werden. Nach dem Motto „Jeder gibt was er kann“ engagieren sich nicht nur lokal, sondern auch bundesweit zahlreiche Unternehmen.
Bedeutet also das die Regierung nicht mehr kommerziell verwertbare Lebensmittel zu den qualitativ einwandfreie Produkten zählt.
Wenn also gammeliges Obst und Gemüse, sowie hartes Brot was bestenfalls  noch zum Entenfutter oder Angeln taugt qualitativ einwandfrei sind, was ist dann mit den Lebensmitteln im Supermarkt?
Ich höre schon die Medien: "Wer staatliche Leistungen auf Kosten der Steuerzahler bezieht ist angehalten sparsam zu wirtschaften und auf Luxusgüter zu verzichten. Da es genug qualitativ einwandfreie Lebensmitteln bei den Tafeln gibt ist es als unangemessener Luxus und unwirtschaftliches Haushalten zu betrachten wenn Empfänger von Sozialleistungen im Supermarkt einkaufen gehen."

Ich habe mal noch ein bissel zum Thema gesucht und einen Artikel gefunden der es auf den Punkt bring, ich Zitiere:

Zitat
„Essen 2. Klasse für Menschen 2. Klasse!“ Quelle (http://de.altermedia.info/general/mehr-schein-als-sein-die-anderen-mms-210507_9667.html)
Bei meiner Suche bin ich außerdem auf ein Forum gestoßen wo über das Thema Tafeln diskutiert wurde/ wird.
http://forum.kijiji.de/ptopic64177.html
Ich habe allerdings nur die erste Seite gelesen, da es mir übel wurde.
Frage, sind das wirklich Bezieher von Sozialleistungen die so etwas schreiben? Wenn ja dann ist die Lage schlimmer als ich dachte, um nicht zu sagen fast Hoffnungslos.

Was das Engagement der Unternehmen betrifft Zitiere ich noch mal aus dem bereits erwähnten Artikel:

Zitat
Es geht um Steuerabschreibung und Kostensparen für die Reichen und Superreichen. „Die Tafeln“ sind die Müllabfuhr der Kunden von McKinsey. Die Steuervorteile ergeben sich aus der Abschreibung dieses „Mülls“. Der Bedürftige darf – steuerlich und bilanztechnisch gesehen – den Müll kaufen, denn geschenkt gibt es nichts. Aussuchen darf man sich auch nichts und beschweren schon gar nicht
Zitat
Fragesteller:
Wie steht die Bundesregierung zu der Idee, die Tafeln durch die Einrichtung von Stellen im so genannten Öffentlichen Beschäftigungssektor zu unterstützen, um so hauptamtliche Mitarbeiter einzustellen, die den durch Verwaltungsarbeit und Dokumentation entstandenen Mehraufwand der Tafeln schultern könnten?
Zitat
Regierung:
begrüßt die Schaffung zusätzlicher Beschäftigungsmöglichkeiten
Also Arbeitet der Normalbürger nicht um sein Überleben zu sichern, sondern nur damit er beschäftigt ist. Arbeiten ist also ein Hobby? ?(

Zitat
Regierung:
Hierfür steht ein breites arbeitsmarktpolitisches Instrumentarium zur Verfügung. Möglichkeiten sind im Zweiten und Dritten Buch Sozialgesetzbuch geregelt
Also mal wieder Moderne Sklaverei anstatt wirkliche Vollbeschäftigung mit einem Lohn von den man Leben kann. Soviel scheint der Bundesregierung ihr geniales Musterbeispiel gemeinschaftlicher Fürsorge nun auch wieder nicht wert zu sein.

Aber sie begrüßen wenigstens die Entwicklung hier zu Lande. Bekanntlich stinkt doch nichts mehr wie ein Eigenlob, außer vielleicht die Bundespolitik der letzten Jahre, die stinkt glaube ich vielen davon Betroffenen.

mfg
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 10:59:42 Mi. 02.April 2008
Die erste Tafel in Deutschland, wurde 1993 in Berlin gegründet.

Ab diesem Zeitpunkt ist ein wahrer Boom ausgebrochen.
Ein Indikator der Armut in Deutschland.

Die Tafeln in Zahlen:

1993 1 Tafel
1994 7 Tafeln
1995 35 Tafeln
1996 70 Tafeln
1997 90 Tafeln
1998 100 Tafeln
1999 210 Tafeln
2000 270 Tafeln
2001 300 Tafeln
2002 310 Tafeln
2003 320 Tafeln
2004 400 Tafeln
2005 540 Tafeln
2006 630 Tafeln
2007 749 Tafeln (Stand: Nov. 07)


Hier einige Ergegnisse aus der Tafel-Umfrage 2007.
An der Umfrage beteiligten sich 377 von 696 Tafeln (Stand: 21. Mai 2007). Das entspricht einer Beteiligung von rund 54%. Tafeln in Orten mit über 100.000 Einwohnern beteiligten sich sogar zu über 90%. Zusätzlich wurden die Internet- Angaben von 42 weiteren Tafeln hinzugezogen, so dass die Daten von insgesamt 419 Tafeln ausgewertet werden konnten. Dazu wurden die erhobenen Daten der
Tafel-Standorte nach Größenklassen geordnet (gemäß der üblichen Klassifizierung nach Einwohnerzahl) und für das gesamte Bundesgebiet hochgerechnet.

Tafel-Wachstum
Seit dem Jahr 2004 ist in Deutschland Tafeln zu verzeichnen. Im Jahr 2004 sind 100, 2005 sogar 140 neue Tafeln entstanden. Im Jahr 2006 kamen noch einmal über 110 hinzu. Mittlerweile haben die 191 deutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern zu fast 90 % eigene
Tafeln. Alle 83 Großstädte, bis auf zwei, sind Tafel-Standorte.
Im Vergleich zur Umfrage 2005 fällt auf, dass besonders viele Tafeln in kleineren Städten neu gegründet wurden. Besaßen 2005 Städte mit 20-50.000 Einwohnern zu rund 36% eine Tafel, sind es heute 50%. In den Städten mit 10 bis 20.000 Einwohnern stieg die Tafel-Quote von 15 auf 22% an.

Tafel-Kunden
Versorgten die Tafeln im Jahr 2005 noch rund 500.000 Menschen regelmäßig (d.h. einmal pro Woche) mit Lebensmitteln, sind es inzwischen ca. 700.000 bedürftige Personen. Das entspricht einem Zuwachs von 40%. Die Nachfrage ist jedoch noch weitaus höher. Würden die Tafeln der Nachfrage entsprechende Mengen von Lebensmitteln gespendet bekommen, würden sie weitere 200.000 Menschen versorgen können.

Soviel aus der Umfrage.
Zahlreiche Tafeln müßen wegen des großen Andrangs, mangels Lebensmittel einen Aufnahmestopp verhängen. Die Zahl der Bedürftigen die sich über Tafeln ergänzend versorgen könnten beträgt ca. 2 Millionen Menschen. Schleichende Prozeße entziehen sich in der Regel der Aufmerksamkeit des Bürgers. Aber einer Gruppe dürfte diese Entwicklung nicht entgangen sein.

Unseren Bundestagsabgeordneten!
Die Politik in unserem Land hat maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen!Und ein Ende ist nicht abzusehen.
Sollte der EU-Reformvertrag ratifiziert werden, wird das Tempo dieser
Entwicklung rasanter werden und Bevölkerungsruppen erreichen, die schon heute Ängste vor dem sozialen Abstieg in sich tragen.
Es wird Zeit, dass das Sagen in diesem Land, die Macht, wieder an das
Volk zurückgegeben wird.
 Quelle (http://aristo.excusado.net/index.php?entry=entry080401-195827)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Sektsauferle am 11:18:41 Mi. 02.April 2008
he regenwurm, hast du das gelesen mit den 299 volksvertretern?

sollte man diesen link nicht publik machen, und den gedanken unterstützen?
wäre es nicht eine idee, sämtliche seiten/foren in der richtung zusammenzuschließen?
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: schwarzrot am 12:06:43 Mi. 02.April 2008
Top link den du da aufgetan hast Hartzhetzer.
Ich teile deine meinung, dass einem in dem forum dort schlecht werden kann, genauso wie vom essen einiger 'suppenküchen'.

Ist schon heftig wie sie sich dort über 'luxus' streiten auf armutsniveau:

Zitat
Zitat
Ich hätte auch mal ganz gerne, daß sich mein Kühlschrank bis zum Platzen füllt.

Ich bekomme auch ALGII, aber ich würde nie auf die Idee kommen, zu einer Tafel, etc. zu gehen. Ich würde mir immer denken, ich nehme den Leuten dann was weg, die es vielleicht noch viel nötiger haben, als ich.
@ulknudel,

ich denke, wenn es für mich wichtig und notwendig ist, meine Lebensmittel von einer Tafel zu beziehen, dann muß ich auch mit der Laune der Köchin klarkommen. Denkst Du, die macht ihren Job aus Jux und Dollerei? Die meisten Leute, die bei einer Tafel arbeiten, sind entweder ehrenamtliche oder 1,- € Jobber. Was meinst Du, wie viele nörgelnde "Kunden" die Köchin am Tag vor sich hat?
Ihr leistet Euch keinen Luxus, aber mietet zweimal im Jahr ein Auto. Wenn ich als ALGII Empfänger ansonsten kein Auto habe, dann ist es Luxus, wenn ich mir eins miete. Von den 600,- € im Jahr, die Ihr mit monatlich 50,- € anspart, würde ich mir ganz andere Sachen leisten. Vielleicht mal was für die Kinder?
http://forum.kijiji.de/ptopic64177.html

Muss mensch sich mal auf der zunge zergehen lassen, da mietet die eine ganze ZWEI MAL IM JAHR(!) ein auto (ev. um mal aus der bude heraus zu kommen, mal einen tagesurlaub zu machen, etc.). Wird zugleich von der anderen angemacht, sie solle diese viele kohle doch lieber für die kinder verwenden (ist ein familienausflug nix für die?).

Solche devoten ALGII bezieher, die sich dann noch um den 'billiger leben' orden streiten, finden westerwelle&hundt bestimmt ganz prima und erinnert mich an diesen BLÖD-artikel-thread: Wer sollte sich wohl hier eher schämen? (http://www.chefduzen.de/thread.php?threadid=14437&sid=)   :(
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12:23:05 Mi. 02.April 2008
Von wegen werden die staatlichen Hilfen durch ehrenamtliche Aktivitäten ergänzt!!!

Zitat
Zitat: Original von Eivisskat
Zitat:

Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln
Arbeit und Soziales/Antwort

Berlin: (hib/MAP) Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (16/7972) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion (16/7807) hervor.

Die Versorgung von armen Menschen mit günstigen Lebensmitteln sei eine wichtige Ergänzung der vorhandenen staatlichen Hilfen. Etwa 32.000 ehrenamtliche Helfer stünden hinter der Tätigkeit der Tafeln.

http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_035/06.html
Wann werden die ersten Politiker auf die hinterhältige Begründung kommen:

Wenn die ehrenamtliche Hilfe zunimmt, dann können wir die staatliche Hilfe herunterfahren und wieder mal diese Art der Unterstützung ersparen.

Das ist wie bei der Förderung der Verbraucherzentralen. Wenn in Not geradene Bürger auf fremde Hilfe zunehmend angewiesen sind, streicht man die staatliche Förderung schrittweise, weil man auf die private, gegenseitige Unterstützung spekuliert. Schneller als man denkt, gehen den ehrenamtlichen Kräften die Finanzmittel oder die materiellen Mittel aus und dann wird es grundsätzlich zappenduster. Jeder wird des anderen sein Teufel und wird ihm an die Gurgel springen.

Das bringt uns die katholische Verlogenheit und Hinterhältigkeit der zur Schau getragenen christlichen Nächstenliebe ein.

Man sollte die Schwarzgeldkontenparteien CDU/CSU/SPD, die für die Armuts- und Verelendungspolitik von Arbeitslosen, prekär Beschäftigten und Rentnern verantwortlich sind, verbieten und zur Schadenersatzleistung namentlich pro Abgeordneten und Parteimitglied zwingen.

Die so wieder erwirtschafteten Mittel gehören in die Hände der vorher arm gemachten Bevölkerungsgruppen.

Das hätte endlich mal auch eine abschreckende Wirkung für Politiker, die nur überall herumrühren (echt Volksmund: viele Köchen verderben den Brei oder Schuster, bleib bei Deinen Leisten), ständig die Posten wechseln oder nur zum Schein ausfüllen.

Wenn ich mir z.B. den Merz mit seinen 15 Posten in der Wirtschaft und Politik ansehe, dann spottet es jeder Beschreibung. Man kannn seinen Job nur einmal richtig machen und bei den 14 anderen Funktionen wirkt man nur als nutzloses Aushängeschild oder Werbeträger. Merz macht es gradewegs übertrieben so wie der verstorbene Rexrodt - überall nur die Hände aufhalten und abkassieren, bei so mancher Unternehmertagung kluge Reden über die Nützlichkeit der freien Martwirtschaft und seiner Selbstheilungskräfte schwingt oder sinnlose Aufsätze in Zeitschriften von sich gibt.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hacker Olaf am 22:29:38 So. 27.April 2008
Mit den Tafeln wird , dies kann ich als stark Betroffener berichten.
          1. Dem Lebensmittelspender die Müllkosten gesenkt.
          2. Den kirchlichen Einrichtungen Spendengelder ermöglicht,
              da man die Armen entwürdigt,  als Kulisse benutzt und so  
              Bargeld aufs hohe christliche Herren -
              Betreiberkonto kommt.
          3. Bedürftige als Almosenempfänger degradiert werden
          4. Demenzkranke Arme als Statisten mit Bewacher missbraucht
              werden, um so Pflegekosten einzusparen.
         
 Achtung : Es gibt verschiedene Tafeln und verschiedene Arten der
                Tafeln.
            A.  Hat die Tafel einen Zusatz e.V.  ( 10 % ) ist sie ein    
                                           Verein von
                 freien Bürgern. Du könntest Deine eigene TAFEL gründen.
                 Ich helfe Dir dabei. Dann hast Du das soziale
                 Betreiber-Konto und nicht die Kirche.
             B.  Hat die Tafel den Namen der Stadt vorgestellt ohne e.V.,
                 dann gehört man zur Kirche oder zur Stadt ( 90 % )
            C.  Heisst Sie Humane Tafel, dann bietet Sie zusätzlich
                 bezahlte Arbeitsplätze an. Nur dann ist eine Tafel sinnvoll,
                 wenn sie human ist. Also Brot und Arbeit gibt.
             D. Sage zu Deiner Tafel, einfach Humane Tafel  Nr. ( PLZ )
                 und mach Sie selbst. Trete als eigener Chef  auf  !
                 Ein Spendenkonto ist in Deiner Hand.
                 Es gibt in Deutschland nur eine Humane Tafel, Meine !
                 Deshalb hat mich auch die Kirche ganz schön verarscht !
                 Doch meine Idee wurde 3 Monat vor den Kirchentafeln
                 beim Amtsgericht eingetragen. Pech für die Kirche !
         
                Gruß Olaf ( Spitzname Bürgermeister der Armen )
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 21:18:48 Mo. 28.April 2008
Zitat
... Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement...
- "Die" freuen sich über den Schaden, den sie selbst angerichtet haben. Mahlzeit!
--

Zitat
...
So, 04.05. um 13:15 Uhr ard


ARD-exclusiv

Die Wiederkehr der Suppenküchen - Wie die Tafel-Bewegung den Hunger bekämpft

Es ist beschämend, aber eine Tatsache: In einem der reichsten Länder der Welt ist die Zahl der Menschen dramatisch gewachsen, die auf Essensspenden angewiesen sind. Was nach Weimarer Republik und Zweitem Weltkrieg überwunden schien, ist seit Ende der 90er Jahre ein nicht mehr zu übersehender Trend: Immer stärker breitet sich die Tafel-Bewegung in Deutschland aus. Sie versorgt Menschen mit Lebensmitteln, die ohne diese Spenden nicht über die Runden kommen würden.

Die Grundidee stammt aus den USA. Dort entstanden über Jahrzehnte so genannte "Foodbanks", "Harvesters" und "Tables", um durch private Initiative das auszugleichen, was der traditionell kaum entwickelte Sozialstaat nicht leisten konnte oder wollte. In Westeuropa dagegen schienen Suppenküche und Lebensmittelhilfen ein Relikt aus lange überwundener Vorzeit. Das hat sich in den letzten Jahren erheblich geändert. Das gewaltige Auseinanderdriften von Vermögen und Einkommen, Massenarbeitslosigkeit, sinkende Reallöhne und -Renten bei steigenden Lebenshaltungskosten und zuletzt Hartz IV haben zu einer erheblichen Zunahme der wirtschaftlichen Not am unteren Ende der sozialen Skala geführt. Und diese Not kann fast täglich öffentlich besichtigt werden. Inzwischen gibt es bundesweit schon 760 Tafeln mit mehr als 1.700 Läden und Ausgabestellen.

Allein in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Kunden, die regelmäßig kommen, um 40 Prozent gestiegen. Betroffen sind alle Altergruppen, nicht zuletzt auch Familien und Alleinerziehende mit Kindern, bei denen das Einkommen nicht mehr reicht, um sich ohne Unterstützung über Wasser zu halten. Der Bundesverband der Tafeln erwartet, dass noch dieses Jahr die Grenze von einer Million Bedürftigen erreicht wird. Meist sind es ehrenamtliche Helfer, die Lebensmittel und Sachspenden einsammeln, verwalten und an Bedürftige ausgeben. Unter den Spendern sind örtliche Bäckereien, Metzge reien und Supermärkte, aber auch größere Unternehmen, die Fahrzeuge und Ausrüstung zur Verfügung stellen. SR-Autor Lars Ohlinger und sein Team begleiten am Beispiel von drei Tafeln im Saarland die Ehrenamtlichen und die Kunden und zeigen den täglichen Kampf der Tafel-Mitarbeiter um Spenden, ihren Mut und ihre Hilfsbereitschaft bei der Arbeit. Er stellt aber auch kritische Fragen:

Wie lebt es sich tatsächlich mit Hartz IV, wenn alle Rücklagen aufgebraucht sind? Und was ist an dem Vorwurf dran, dass manche Lebensmittelspende nicht nötig wäre, wenn die Betroffenen nicht so hohe Kosten für Handy und Zigaretten hätten?
blah
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 22:39:12 Di. 20.Mai 2008
Ich gehe notgedrugen an die "Tafel". ich habe mittlererweile keine andere Wahl, wenn ich nicht ab dem 20. mit meinen Kindern in einen leeren Kühlschrank gucken möchte.
Ich gehöre nicht zu den "dankbaren Abnehmern", die froh sind, wenn man sie beachtet und sich freuen, wenn ihnen ein Brosamen vom Tische des reichen Mannes hinunterfällt.
Ich weiß, dass die "edlen Spender" auf diese Weise billig ihren Müll entsorgen. Und das auch noch als Spende von der Steuer absetzen können.
Sich einen Platz als "Wohltäter" in der Gesellschaft sichern, und gleichzeitig mit ihren Niedriglöhnen dafür sorgen, dass die eigenen Angestellten mit Hartz IV aufstocken müssen, die sich plötzlich selbst als "Gäste" an einer Tafel wiederfinden.
Mich widert es auch an, wenn ich sehe w a s man uns alles als noch verwertbares Lebensmittel andient. Fauliges Obst, matschiges Gemüse, angeschimmelte Wurst oder steinhartes Brot - nicht immer, doch häufig genug findet sich derartiges dazwischen.
Ich bin mir dann stets im Klaren, dass man in mir nicht mehr sieht, als den Müllverwerter der Lebensmittelkonzerne. Und das macht mich auch wütend. Und es machte mich derart wütend, dass ich zwei Jahre lang jeder Tafel fern blieb. Doch mittlererweile hat mich die Kostenexplosion bei Lebensmitteln, Energie und allen anderen Alltäglichkeiten gezwungen erneut eine Tafel anzusteuern.
Und ich finde es auch eine Ungeheuerlichkeit, dass ich dafür auch noch bezahlen muss - zwei Euro pro Einkauf, das bedeutet Lebensmittel für
z w e i Personen. Ich brauche jedoch welche für f ü n f Personen, und so muss ich für jede weitere je 1€ zahlen. Ich brauche nur dran zu denken, w a s die Lebensmittelkonzerne zahlen müssten, um ihren Gammel regelrecht zu entsorgen.
Doch auch wie die Tafeln organisiert sind. Egal ob da Ehrenamtliche arbeiten oder EEjobber, da ist erst mal jeder selbst der nächste. Gibt es richtig gute Sachen, verschwinden die in mitgebrachten Beuteln, Taschen und sonstigen Behältnissen. Oder es tauchen von irgendwo Leute auf, die sich Tomaten, Paprika und anderes Grünzeug für ihren Laden "bestellen"!!! Kein Witz! Da maschieren manche mit vier, sechs Tüten raus, stellen sich nochmals an um erneut schwer beladen die Tafel zu verlassen, und niemand stört sich daran, während die regulären Tafelgäste mit ein paar Radieschen, einem Stück Brot und einer Ecke Käse heimgehen. Und die Sympatie spielt eine große Rolle. Mag man dich nicht, siehts schlecht aus, anständiges mit nach Hause zu nehmen. Originell wirds an der Tafel wenn die Mitarbeiter aus einem Clan-Klüngel aus Familie, Freunde und befreundeten EEjobbern bestehen. Was da für ein Schmuh mit den Lebensmitteln betrieben wird, was da geschoben wird, manche kriegen Berge von Fleisch mit, andere müssen jeden Fitzel extra zahlen....Hör´ mir auf!

Ich weiß das alles, ich seh´ das alles, und trotzdem habe ich keine Wahl. Das Alg II reicht einfach nicht, um vernünftig über den Monat zu kommen, gleichzeitig Telefon -und Energiekosten zu zahlen, Rücklagen zu bilden für Weihnachten und/oder Geburtstage, Kleidung, Schulsachen, Reparaturen, Anschaffungen usw. davon zu bestreiten. Ich musste mich entscheiden, entweder nur zu essen, meine Kinder und mich nie wieder zu kleiden, und somit mit dem Regelsatz knapp auszukommen, oder zur Tafel zu gehen.....
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 10:12:42 So. 25.Mai 2008
Jetzt gibts was neues an "unserer Tafel".

Für seine zwei Euronen bekommt man wie bisher Brot, Obst (kann man fast immer alles wegwerfen), Quark oder Nudeln, Kuchen oder Kleingebäck, gemischtes Hack oder Bauchfleisch, Käse oder Butter, dazu Gemüse.

Das ganze macht, abzüglich des Mülls, etwa drei Einkaufstüten voll.
So weit - so schlecht.

Nun hat man die Möglichkeit, "Mehrbedarf" anzumelden. Man bezahlt 2,4,6 € dazu und darf sich in den Tiefen der Tafel an die Schlange stellen.
Und in diesem Hinterzimmer gibt es dann die richtigen Lebensmittel. Alles was das Herz begehrt, und was im offenen Bereich nur in homoöpatischen Dosen verteilt wird. Aufschnitt, Fleisch, Käse, Braten, Spezialitäten, Markenprodukte - in Hülle und Fülle.
Interessanterweise gehen nur ca. 1/3 der Tafelbesucher in dieses Hinterzimmer, um sich mit weiteren Lebensmitteln einzudecken, vorallem solche, die man tatsächlich noch gut und lecker essen kann.
Aber da stehen kistenweise Lebensmittel herum, aufgetürmt, Unmengen. Das sind S p e n d e n eines Tages, w a s passiert mit dem Rest???? Und wieso muss ich die extra und damit teuer bezahlen?????
Schließlich sind auch diese sehr guten Lebensmittel nahe des Mindeshaltbarkeitsdatum und können nicht unendlich lange gelagert werden.
Meine Idee ist, dass sich zum einen die Mitarbeiter der Tafel gut und günstig bedienen, und zum anderen unter der Hand weiterverkaufen. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Das Dollste war, als ich da nun stand und wartete, dass die Verteilung losging, plötzlich ein Pritschenwagen, zu einem Gutteil mit Schutt beladen, hielt, der Fahrer ausstieg, zur Verteilungsstelle marschierte, es fand ein kurzes Gespräch statt, dann verschwand der Fahrer in der Verteilungsstelle und kehrte kurz darauf mit Kisten beladen zurück. Diese waren prall gefüllt mit den verschiedensten Lebensmitteln. Das wiederholte der Fahrer mehrmals. Auf Frage, was das wohl solle, antwortete man mir, dass der Fahrer andere Tafeln beliefern würde! Ah, mit einem Lastwagen, der teilweise mit Schutt beladen ist???? Und das, obwohl noch zwei original Tafelwagen am Straßenrand hielten????  X(

Wer´s glaubt, wird seelig, wer nicht, kommt auch den Himmel.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Aloysius am 11:01:41 So. 25.Mai 2008
Ich denke mal, der kauft halt, was da an Überschuss ist, das Zeug, das sonst eben weg müßte oder verschenkt werden.

Das Prinzip der Tafeln ist ja, das sie auch finanziert werden müssen, durch Spenden und durch die Zahlungen der Notleidenden.

Wenn die also am Ende des Tages die Reste verschenken würden, würde doch keiner mehr früher kommen und bezahlen, sondern lieber den Müll durchwühlen.

So würden die sich selbst kaputt machen, so traurig das ist.

Also ist das wohl so wie es ist nötig...
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 11:43:48 So. 25.Mai 2008
Zitat
Original von Aloysius
Ich denke mal, der kauft halt, was da an Überschuss ist, das Zeug, das sonst eben weg müßte oder verschenkt werden.

Das Prinzip der Tafeln ist ja, das sie auch finanziert werden müssen, durch Spenden und durch die Zahlungen der Notleidenden.

Wenn die also am Ende des Tages die Reste verschenken würden, würde doch keiner mehr früher kommen und bezahlen, sondern lieber den Müll durchwühlen.

So würden die sich selbst kaputt machen, so traurig das ist.

Also ist das wohl so wie es ist nötig...


Ich vermute, du meinst mit "der", den Fahrer, der kistenbeladen wieder wegfuhr. Der hat nichts bezahlt, der hat angehalten, ist in die Verteilerstelle gegangen (dort bezahlt man nicht, dort bekommt man nur, bezahlt wird vorher an der Kasse), hat mit einem der Mitarbeiter geredet, das ging alles ganz fix, beinahe konspirativ, und dann hat der die Kisten in sein Auto geladen.

Und es geht gar nicht darum, dass man am Ende alles verschenken soll, sondern darum, dass der Großteil der Spenden zurückgehalten wird, damit die Tafelbesucher nochmals in den ohnehin schmalen Beutel greifen, um ausreichende und vernünftige Lebensmittel zu erhalten. Und es geht darum, dass am Ende, in diesem Hinterzimmer noch lange nicht alles verkauft ist, sondern noch in Unmengen herumsteht.
Und es geht darum, dass alle diese gespendeten Lebensmittel nicht im offenen Verteilerbereich zu erhalten sind. Dort bekommt man verhältnismäßig wenig. Wer am Ende dran ist, bekommt oft kaum noch etwas und d a s  obwohl im Hinterzimmer Lebensmittel in Hülle und Fülle zu haben sind - wenn man zuzahlt!!!!

Die Lebensmitel aus dem Hinterzimmer gehören in die reguläre Verteilung.

Und das was der Fahrer da abholte, war kein Überschuß und es war auch keine Ausschußware. Das waren Lebensmittel von guter Qualität, insbesondere das Obst - was in der Regel derart verfault ist, dass es nur noch zum Wegwerfen reicht. Nicht immer, doch häufig. Und der ist auch nicht erschienen nachdem die Tafel zu Ende war, sondern bevor die Tafel eröffnet wurde!!!
Die Leute, die da kommen, und dieser Fahrer ist nicht der erste, bekommen auf Nachfrage Lebensmittel. Ohne Tafelausweis, ohne Alg II-Nachweis, einfach dadurch, dass sie einen der Mitarbeiter kennen, sogar Ladenbesitzer habe ich dort schon gesehen, die sich Zutaten oder Ware für ihre Geschäfte besorgen.
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Ralf Hagelstein am 16:47:47 So. 25.Mai 2008
Zitat
DIE TAFELN - oder: Die konzeptionelle Aushöhlung des Sozialstaats
Mit der herzlichen Einladung an unsere LeserInnen, sich an einer aktuellen politisch-konzeptionellen Diskussion zu beteiligen.
von Thomas Meese

Von US-Amerika lernen, heißt nicht nur Siegen lernen, sondern heißt auch zu lernen, wie durch den systematischen Rückzug des Staates aus der sozio-ökonomischen Grundversorgung eine ständig wachsende Bevölkerungsschicht ökonomisch verelendet und damit die soziale Desintegration der Gesellschaft wächst. Auf der einen Seite wird die Bewachung und Bestrafung der perspektivlos gemachten underdogs durch gewerbliche Sicherheitsdienste und Gefängnisse privatisiert. Die anderen – formal Freien, aber Mittellosen – bleiben auf die private Mildtätigkeit ihrer (“wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich“) wohlhabenderen Zeitgenossen angewiesen. Bei den food banks erhalten sie ihr Gnadenbrot.
Weiterlesen bei: forced labour (http://www.forced-labour.de/archives/751)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 09:58:30 Mo. 02.Juni 2008
Zitat
... "Die Tafel", das ist in vielen Städten ein Konzept, um bedürftige Menschen mit Essen und Nahrungsmitteln zu versorgen. Sponsoren und Vereinsmitglieder spenden und geben Essen an bestimmten Orten und Uhrzeiten aus. Ähnlich funktioniert die Tiertafel. Hier werden vor allem Futter und Sachspenden in Form von Zubehör und Spielzeug für Tiere gesammelt und an bedürftige Menschen weitergegeben, die sonst ihr Tier nicht mehr ernähren und halten könnten. Das Konzept findet immer mehr Interessenten und Nachahmer. Zuletzt wurden Tiertafeln in Nürn [...]
 

http://www.pfotenundfell.de/50226711/tiertafel.php

edit: Jetzt fehlt noch die Kindertafel.  :rolleyes:
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 20:36:22 Mo. 02.Juni 2008
Zitat
Original von Pinnswin


edit: Jetzt fehlt noch die Kindertafel.  :rolleyes:


Deine Bitte wurde prompt erhört.
Guck doch mal hier:

http://www.hannovertafel.de/index1157027.htm

oder hier

http://www.duesseldorfer-tafel.de/

oder auch noch hier:

http://coachhosting.de/tafel/index.php?KinderTafel


Lg, die Hamburgerin
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 21:30:38 Mo. 02.Juni 2008
Zitat
Original von Pinnswin
... Die Bundesregierung sieht in den deutschen Tafeln ein herausragendes Angebot für zivilgesellschaftliches Engagement... - "Die" freuen sich über den Schaden, den sie selbst angerichtet haben. Mahlzeit!

Dort wo der Staat mit gesellschaftlicher, sozialer Fürsorgeleistung in der Pflicht war, kann er sich dann dank privater Spenden und Hilfen entgültig vom Acker machen und nie wieder in Erscheinung treten. Und irgendwann, geht oder soll den Privaten die Luft ausgehen und dann ham 'mer gar nischt mehr.

Das scheint die Stategie und Taktik der Unternehmerparteien, egal, ob in Regierungsverantwortung oder auch nicht, zu sein. Erst Soziales, Karikatives, Gemeinnütziges privatisisieren, damit der Staat entsprechende Gesetze und Vorschriften schleifen lassen kann. Und danach läßt man private Initiative sang- und klanglos einschlafen.

Und genauso wird es im Gesundheitswesen, in der Pflege, in der Rente laufen. Diesen Parteien traue ich keinen Zollbreit über den Weg. Die sind alle so kaltschnäuzig, abgebrüht, verlogen, heuchelnd.

Alles eine Frage der Zeit.

Und es soll noch Leute geben, die diese volksfeindlichen falschen Fuff'zger wählen?
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: regenwurm am 06:52:40 Fr. 06.Juni 2008
Die Bereitschaft zu Lebensmittelspenden für die Hilfsorganisation Tafel geht zurück. Dadurch stünden für Bedürftige der jüngsten Erhebung (Stichtag: Mai 2007) zufolge 15 Prozent weniger Nahrungsmittel als noch 2005 zur Verfügung, wie der Bundesverband Deutsche Tafel anlässlich des 15-jährigen Bestehens am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. Gleichzeitig sei der Anteil der Bedürftigen in diesem Zeitraum um 40 Prozent auf 700.000 gestiegen. Aktuell werden bundesweit etwa 800.000 Menschen durch die Tafeln versorgt.

Einen Grund für die rückläufige Spendenbereitschaft sieht der Tafel-Ländervertreter Sachsen-Anhalts, Mathias Gröbner, in den steigenden Lebensmittel- und Energiepreisen. Der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes, Gerd Häuser, warnte zudem vor einer zunehmenden Verarmung von Kindern und Jugendlichen. 2007 gehörte fast ein Viertel der Tafel-Kunden dieser Gruppe an. Es könne nicht sein, dass manche Kinder in der Schule nur ein Glas Leitungswasser bekämen und andere ein warmes Mittagessen. "Wir fordern, dass sozialpolitisch etwas geändert wird", sagte er. Die staatliche Daseinsvorsorge werde durch die Tafeln nicht überflüssig.

Seit der Gründung der ersten Tafel in Berlin 1993 habe sich auch die Klientel verändert. "Während früher Obdachlose versorgt wurden, kommen heute Familien und Alleinerziehende", sagte Häuser. Mit Sorge blickt der Vorsitzende auch auf die steigende Altersarmut. "Das wird noch ein Problem für die Tafeln werden", prognostizierte er.

Bundesweit gibt es nach Angaben der Bundesverbandssprecherin Anke Assig 785 Tafeln. Insgesamt unterstützen rund 35 000 ehrenamtliche Helfer deren Arbeit. Sie verteilen Spenden von Privatpersonen sowie mittelständischen Betrieben und Großunternehmen.

Noch bis Samstag tagen etwa 700 Tafel-Vertreter in Magdeburg. Dazu werden auch Vertreter aus Kirche, Kultur und Politik, darunter Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), erwartet. Die Tagungsorte, darunter ein Magdeburger Nobelhotel, werden nach Angaben von Häuser nicht aus Spendeneinnahmen finanziert, sondern gesponsort oder aus Anzeigenerlösen bezahlt.

Quelle (http://www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php?H=N&Nr=18109)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hochseefischer am 19:41:47 Fr. 06.Juni 2008
Hi,

heute, bei meinem lokalen Kaiser's-Markt, draußen, vor den Kassen, standen da ein paar Tafel-Tanten herum und wollten Leute ansprechen, also mich auch, mit Namensschildern und so.

Die eine stand da mit einem vollem Einkaufswagen rum.

Beim Kaiser's-Markt gibt es ja diese durchsichtigen Einwurfboxen, da darf der Kunde seine Pfandbelege (geboren durch den Pfandautomaten) reinwerfen. Die ist immer prall mit diesen Belegen gefüllt.

Ich sachte denen: "Ich bin gegen Tafeln."

Erst Mal ungläubige Stille von seiten der Tafel-Tanten. Die dachten wohl "was ist das nur für ein herzloser Mensch?"

Dann sagte ich "Der Staat sollte dafür sorgen, dass niemand zu einer Tafel gehen muss. Die Tafeln tragen dazu bei, dass der Sozialstaat abgebaut wird. Und die Kirche macht da auch noch mit. Und ein Hartz-IV-Empfänger, der um 100% gekürzt worden ist, der muss dann da hingehen."

Danach betretenes Schweigen der Tafel-Tanten. Die eine meinte aber "Ja, diese Sichtweise kann ich nachvollziehen".

Na, immerhin.

Gruß

HSF

PS: Ich kann mir vorstellen, dass diese Leute auch noch an anderen Kaiser's-Filialen heute herumstanden, zumindest in Berlin ...
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hochseefischer am 19:44:49 Fr. 06.Juni 2008
Oh Mist, ich habe eben den falschen Button ("Zitat") geklickt, wollte eigentlich den "Edit"-Button geklickt haben ...
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 20:51:18 Fr. 06.Juni 2008
Hochseefischer,

wenn man sich Dein rostiges Schiff als Avatarbildchen betrachtet, fragt man sich unvermittelt:

Auf was für einen, unter Billigflagge registriertem Seelenverkäufer schiebst Du nur deinen Dienst?

Das sieht ja lebensgefährlich aus.

Wann führt man da nicht ähnlich der Kommentare auf den Tabakschachteln auch abschreckende Warnmeldungen ein, die auf der Schiffshaut stehen müssen?

Wenn auf der Tabakverpackung drauf steht: "Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit!" Dann müßte auf dem Rosteimer mehrsprachig stehen:

"Schiffsleute rettet Eure Seelen, meidet unbedingt den Dienst auf diesem schwimmenden Wrack!

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt Poseidon, den Fliegenden Holländer und Klabautermann.

Ihr Kuttel Daddeldu (http://de.wikipedia.org/wiki/Kuddel_Daddeldu)"

Vom Seemann Kuttel Daddeldu

Eine Bark lief ein in Le Haver,
Von Sidnee kommend, nachts elf Uhr drei.
Es roch nach Himbeeressig am Kai,
Und nach Hundekadaver.

Kuttel Daddeldu ging an Land.
Die Rü Albani war ihm bekannt.
Er kannte nahezu alle Hafenplätze.

Weil vor dem ersten Hause ein Mädchen stand,
Holte er sich im ersten Haus von dem Mädchen die Krätze.

Weil er das aber natürlich nicht gleich empfand,
Ging er weiter, -- kreuzte topplastig auf wilder Fahrt.
Achtzehn Monate Heuer hatte er sich zusammengespart.

In Nr. 6 traktierte er Eiwie und Kätchen,
In 8 besoff ihn ein neues, straff lederbusiges Weib.
Nebenan bei Pierre sind allein sieben gediegene Mädchen,
Ohne die mit dem Zelluloid-Unterleib.

Daddeldu, the old Seelerbeu Kuttel,
Verschenkte den Albatrosknochen,
Das Haifischrückgrat, die Schals,
Den Elefanten und die Saragossabuttel.
Das hatte er eigentlich alles der Mary versprochen,
Der anderen Mary; das war seine feste Braut.

Daddeldu -- Hallo! Daddeldu,
Daddeldu wurde fröhlich und laut.

Er wollte mit höchster Verzerrung seines Gesichts
Partu einen Niggersong singen
Und »Blu beus blu«.
Aber es entrang sich ihm nichts.

Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldu
Erwachte erstaunt und singend morgens um vier
Zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.

Daddeldu bedrohte zwecks Vorschuß den Steuermann,
Schwitzte den Spiritus aus. Und wusch sich dann.

Daddeldu ging nachmittags wieder an Land,
Wo er ein Renntiergeweih, eine Schlangenhaut,
Zwei Fächerpalmen und Eskimoschuhe erstand.
Das brachte er aus Australien seiner Braut.

Joachim Ringelnatz (http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Ringelnatz) (1883-1934)

(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b0/Ringelnatz-Kuttel.jpg)

Joachim Ringelnatz: Karikatur als Kuttel Daddeldu

Weiteres von Ringelnatz --> http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=2264&kapitel=1#kuttel02

Wenn Du ein schönes Schiffsmotiv verwenden willst, dann nimm doch von Vincent van Gogh die Fischerboote.

(http://imagecache2.allposters.com/images/pic/130/009_227-003~Fischerboote-am-Strand-1888-Poster.jpg)

Van-Gogh-Museum Amsterdam (http://www3.vangoghmuseum.nl/vgm/index.jsp?lang=nl)
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hochseefischer am 21:15:51 Fr. 06.Juni 2008
Hi joachimkuehnel,

Zitat
Original von joachimkuehnel
wenn man sich Dein rostiges Schiff als Avatarbildchen betrachtet, fragt man sich unvermittelt:

Auf was für einen, unter Billigflagge registriertem Seelenverkäufer schiebst Du nur deinen Dienst?

Bei mir ist nicht billig-geflaggt ;-)

Und ich verkaufe keinen Seelen.

Zitat
Das sieht ja lebensgefährlich aus.

Habe ich bei flickr geklaut. Aber legal. Darf weiterverwendet werden - jeder ist doch irgendwie ein Hochseefischer, oder etwa nicht? :-)

Zitat
Wann führt man da nicht ähnlich der Kommentare auf den Tabakschachteln auch abschreckende Warnmeldungen ein, die auf der Schiffshaut stehen müssen?

Wenn auf der Tabakverpackung drauf steht: "Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit!" Dann müßte auf dem Rosteimer mehrsprachig stehen:

"Schiffsleute rettet Eure Seelen, meidet unbedingt den Dienst auf diesem schwimmenden Wrack!

Bin noch längst kein Wrack - und ich bezahle übertariflich ;-)

Aber eigentlich ziehe ich es vor, allein auf meinem Kahn zu sein ;)

Zitat
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragt Poseidon, den Fliegenden Holländer und Klabautermann.

Und wann kommen die abschreckenden Fotos auf den Schiffen? :-D

"Vom Seemann Kuttel Daddeldu"

Nettes Gedicht (geht so). Hätte ich Seemann werden sollen? Da ist mensch doch nur einsam ...

Zitat
Wenn Du ein schönes Schiffsmotiv verwenden willst, dann nimm doch von Vincent van Gogh die Fischerboote.

Dein Bild ist sehr schön. Aber zu schön für dieses Forum ...

Ich mag es aber auch rostig. Das hat so seinen gewissen Charme. Rost ist Kunst.

Viele Grüße

HSF

PS: Muss mal langsam von Bord ...
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Natascha29 am 22:10:31 Mo. 29.September 2008
Leider gibts so eine kinder tafel net ueberall....finde ich schade.....
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 22:21:59 Mo. 29.September 2008
Zitat
Original von Natascha29
Leider gibts so eine kinder tafel net ueberall....finde ich schade.....
?( ?( ?(
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Natascha29 am 12:15:29 Di. 30.September 2008
es ging doch gerade um kindertafeln..oder?? In hessen soweit ich weiß gibts sowas net..zb in berlin gibts doch die arche.....finde ich ne gute sache..aber sowas gibts net überall
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 21:51:45 Mi. 01.Oktober 2008
Zitat
Original von Natascha29
es ging doch gerade um kindertafeln..oder?? In hessen soweit ich weiß gibts sowas net..zb in berlin gibts doch die arche.....finde ich ne gute sache..aber sowas gibts net überall
Du schreibst, du hast zwei kleine Kinder, soweit ich weiß, ist das eine wenige Monate alt, das andere drei, vier Jahre.
Kannst du dir vorstellen, dass deine Kinder täglich bei der "Arche" essen? Dass sie von der Tafel gespendetes Essen als Mittagsmahlzeit hingestellt bekommen?
Dass diese Lebensmittel an die Tafel weitergegeben wurden, weil die Konzerne sie sonst als nicht mehr verkäuflich für teures Geld hätten entsorgen müssen?
Dass diese Konzerne ihre Lebensmittel"spenden" von der Steuer absetzen können, dass sie sich der gesellschaftlichen Anerkennung sicher sein können?
Dass die Tafeln ein Teil des Keansyschen Prinzips des Sozialabbaus sind, ähnlich wie Hartz IV mit all´ seinen Wucherungen?
Dass es sogar bereits verschiedene Überlegungen seitens der Argen gab, dass Lebensmittelspenden "geldwerte Leistungen" sind, und daher vom Regelsatz abgezogen werden könnten......?
Tafeln sind eine Bankrotterklärung!
Und sie verdecken die täglich immer größer werdende Armut in Deutschland.
Gäbe es sie nicht, würde der Hunger, das Elend und die Verzweiflung allgegenwärtig sein, und könnte nicht mehr mit politischen Sonntagsreden übertüncht werden.

PS: Ich gehe zu einer Tafel, und hole mir 1x-wöchentlich Lebensmittel für meine Kinder und mich ab.
Damit unterstütze ich dieses irrwitzige System sehenden Auges.
Und warum tue ich es?
Weil ich Kinder habe! Kinder, die sonst am Monatsende vor einem ziemlich leeren Kühlschrank hocken würden.
Deshalb stelle ich mich oft mehrere Stunden um Lebensmittel an, obwohl es mich oft anwidert, w a s  man mir alles noch als essbar andient, und dafür auch noch Geld kassiert.
Ich habe oft Probleme mit mir selbst, weil meine politische Einstellung mit den Bedürfnissen meiner Kinder kollidiert.
Doch unseren steten Geldmangel kann ich mit schönen Worten nicht wegdiskutieren, und die kleinen, sehr bescheidenen Wünsche meiner Kinder, aber auch die alltäglichen Notwendigkeiten, kann ich nur erfüllen, wenn ich irgendwo einspare - und das kann ich nur noch bei den Lebensmittel in Form von Spenden.
Würde ich meine Kinder auch noch an einen Mittagstisch wie die "Arche" setzen, oder an eine Kindertafel, bzw., sie würden ihr Schulfrühstück nicht mehr von mir, sondern von der Tafel erhalten, könnte ich vor Scham nicht mehr in den Spiegel schauen.
Dass ich meinen Kindern täglich das Schulfrühstück bereite, und ihnen eine warme Mahlzeit koche, ist für mich etwas grundsätzliches.
Es macht mir Freude, ihnen das Essen zu kochen, den Tisch zu decken und gemeinsam mit ihnen zu essen, zu klönen und hinterher die Küche aufzuräumen.
Oder dass ich ihnen morgens ein Pausenbrot schmiere.
Und wenn ich ihnen nur noch Margarine und Salz aufs Brot kratzen kann,
i c h  will es ihnen in die Hand geben, das soll niemand anderes für meine Kinder tun!
Deswegen ist für mich eine Kindertafel oder die "Arche" keine Option.

LG., die Hamburgerin
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Natascha29 am 23:13:11 Do. 02.Oktober 2008
Genau um das gehts ja...es geht darum das wir auch an der tafel sind, ich bin nicht für die tafel aber gaerade am ende des monats bin ich froh darüber, klar ärger ich mich das es den scheiß überhaupt gibt, gerade weil wir alle wissen wer da alles mit macht bei der tafel nämlich die gabze große konzerne....die arche finde ich persönlich halt gut gerade bei kinder den die eltern maßlos überfordert sind...das meine ich damit......
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Hamburgerin am 00:40:34 Fr. 03.Oktober 2008
Zitat
....die arche finde ich persönlich halt gut gerade bei kinder den die eltern maßlos überfordert sind...das meine ich damit......
Auch auf die Gefahr, dass ich mich unbeliebt mache, ich finde die "Arche" ganz, ganz furchtbar. Ich bin der Meinung, die Kinder brauchen keine Arche wo sie in den ganzen Tag betreut und beköstigt werden, sondern die Eltern brauchen Unterstützung und Hilfe, um sich wieder selbst um ihre Kinder zu kümmern. Der Kreislauf von Phlegma, Langeweile, Gleichgültigkeit, Hilflosigkeit, Überforderung, Alkohol, Depressionen usw. muss unterbrochen werden. Die Menschen brauchen Hilfe zur Selbsthilfe, Ermutigung, Motivation, Unterstützung, doch all´ das kostet Geld, Zeit und ist sehr aufwendig. Jedenfalls aufwendiger, als Kinder an irgendeine Tafel zu setzen, von Sozialpädagogen betreuen zu lassen oder von Eineurojobbern betüdelt zu werden. Und man kann auch nicht mehr medienwirksam Spenden sammeln.
Doch im Grunde interessiert es keinen.............
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: Peace am 13:17:36 Fr. 03.Oktober 2008
Die Option Hilfe zur Selbsthilfe, einst geistig programmatischer Richtungszeiger deutscher Sozialpolitik zeigte sich auch im Handling den bedürftigen Menschen gegenüber. Materielle Not wurde ( zumindest im Ansatz ) nicht über die Person hinweg per Naturalientausch entschieden als vielmehr würdevoller über fiskale Zusatzleistungen abgedeckt.
Die einstigen Weihnachtsbeihilfen, Kleidergeldleistungen und Heizungspauschalen, ect. seien hier als Erinnerung der früheren Sozialmarktwirtschaft halber genannt.  
Die Tafeln sind das etabliert, sozialpolitische Instrument eines oligarchen Staates, dienlich als Abfütterungsstätte des Humanverwertungspotentials, den einstigen Speisungen in den Armenhäusern  nicht unähnlich.
Dank der weiter um sich greifenden Brot- und Spiele forcierten „Nichtbildung“ hiesiger Bevölkerungskreise kann die täglich stattfindende Speisung gar als christliche Nächstenliebe, steuerlich subventioniert und über MAE- Fronarbeitern gedeckelte Sklaverei sein Stelldichein geben.

Es lebe die schöne neue Welt der (Nimmer)satten
Titel: Die Tafeln
Beitrag von: antonov am 19:02:07 Do. 23.Oktober 2008
Zitat
23.10.2008 http://www.sozialticker.com
Hartz IV - gehts den Tafeln nun an den Kragen?
                             
Dazu ein Kommentar: Einzelhändler … sie haben nun auch endlich begriffen, dass die Schlange der Kunden nicht mehr vor, sondern sich hinter der Kasse gebildet hat. Durch Umsatz und Gewinneinbrüche geplagt in der Bestellung von Waren eingeschränkt, ist ein Geschäft durch die Hintertür, wo noch die Tafelautos lauern, nicht mehr zu machen. Die steuerliche Absetzung übertrifft schon zu oft die eigentlichen Einnahmen … was zur logischen Konsequenz hat - für Tafelkunden bleibt nicht mehr viel übrig, da kommissionierte Waren und Ladenhüter gestrichen wurden.
                     
Fazit: Es kommt durch den Wareneingang nur noch das rein, was auch Vorne den Laden verlässt und nicht retour durch den Hinterausgang im lauernden Tafelauto verschwindet.
                           
---> weiter ... (http://www.sozialticker.com/hartz-iv-gehts-den-tafeln-nun-an-den-kragen_20081023.html#more-8696)
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:26:35 Fr. 23.Januar 2009
Die neue Armenspeisung
Der Boom der Tafel-Bewegung

von Stefan Selke

Gut fünfzehn Jahre ist es her, dass in hiesigen Medien von der neuartigen Gründung eines “Berliner Tafel e.V.” berichtet wurde – dem Nukleus der daraus erwachsenden deutschen “Tafelbewegung”. Das Vorbild war die Gründung der Einrichtung “City Harvest” in New York im Jahre 1983. Die Grundidee ist so bestechend wie einfach: Überschüssige Lebensmittel werden eingesammelt und kostenlos an bedürftige Menschen und soziale Einrichtungen verteilt.

Heute versorgen in der Bundesrepublik rund 800 Lebensmitteltafeln – etwa drei Mal so viele wie noch im Jahr 2000 – fast eine Million Menschen mit dem Notwendigsten. Täglich arbeiten zehntausende ehrenamtliche Helferinnen und Helfer daran, dass alle Menschen “ihr täglich Brot” bekommen, und noch einiges mehr. Sie sammeln Lebensmittel, die ansonsten vernichtet würden und verteilen sie weiter. Die Tafelbewegung gilt damit als die größte Bürgerbewegung der Bundesrepublik und wird inzwischen von überregionalen Unternehmen und prominenten Großspendern, wie etwa Daimler, Aldi, Lidl und Rewe, unterstützt.

weiter:

http://www.blaetter.de/artikel.php?pr=2992
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 19:33:09 Fr. 23.Januar 2009
... Aber sind die Tafeln wirklich eine Hilfe? Oder gar eine Lösung? Die Antwort ist ein klares "NEIN, weder - noch". Die Tafeln sind Teil des Vernichtungskonzepts der Sozialstrukturen in Ländern wie Deutschland. Das richtet sich nicht gegen die Menschen, die mit sehr viel Engagement zu helfen versuchen. Sie sind sich nicht darüber im Klaren, was sie mit ihrem Sozialverhalten da wirklich unterstützen.

Weiter: http://www.flegel-g.de/tafeln.html (http://www.flegel-g.de/tafeln.html)

Hunger macht böse !!!

Die ehrenamtlichen Helfer sind sich durchaus im Klaren, dass sie be- und ausgenutzt werden, wenn staatliche Pflichtaufgaben wegen Steuer- und Beitragsgeschenken durch die regierenden Schmarotzerparteien statt ins staatliche Sozial- und Sozialversicherungswesen in die Schatullen der neoliberalen CDU/CSU/FDP/SPD-Klientel umgelenkt werden. Also bleibt eine immer schwächer werdende Hilfe für die wirklich sozial Hilfebedürftigen an zufälliger privat-sozialer Eigeninitiative kleben.

Zur Zeit gibt es keine ernsthafte Alternative als die Tafeln und die Suppenküchen.

Das Kapital hält sich vorsätzlich und bewußt wie Marx es beschreibt - eine industrielle Reservearmee - in Armut und Elend, die man unter existenzbedrohenden und -gefähdenden Bedingungen sich hält und gefügig macht, um sie zur Erzielung von Extraprofiten auszuplündern. Das Soziale an der Marktwirtschaft gibt es nicht.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Troll am 16:40:05 Do. 12.Februar 2009
Zitat
Kritik an Tafeln nicht erwünscht!

Der geplante Gastkommentar von Stefan Selke beim Politischen Tagebuch der Gesellschafter zensiert!

Alle reden über die Tafeln. Doch Kritik ist in dieser Gesellschaft nicht erwünscht! Gerade diejenige Initiative (http://diegesellschafter.de/index.php?), die fragt, in welcher Gesellschaft wir leben wollen, erlaubt es sich, unerwünschte Meinungen einfach zu zensieren.

Was ist passiert?

Der geplante Gastkommentar von Stefan Selke im Rahmen des "Politischen Tagebuchs" wurde von der Redaktion der Aktion Mensch zensiert.

Am 28. Januar wurde ich von der PR-Agentur "blond + braun  presse und pr" aus Köln, gebeten, einen Gastkommentar zur Tafelbewegung zu schreiben. Dieser Kommentar sollte am 6. Februar auf der Webseite diegesellschafter.de der Aktion Mensch veröffentlicht werden. 

Was ist daran problematisch?

Das Tagebuch verfolgt folgendes Anliegen: "Im Gesellschafter-Tagebuch verfassen viele wechselnde Autoren Einträge zu tagespolitischen Anlässen oder Ereignissen Ihrer Wahl: subjektiv, persönlich, direkt." (Quelle: Webseite die gesellschafter.de/tagebuch)

Mein Kommentar "Tafeln in Deutschland: Von der spontanen Grasswurzel-Bewegung zum selbstverständlichen Pannendienst der Gesellschaft" wurde von der Reaktion abgelehnt, weil er zu kritisch sei. Die Aufforderung der Aktion Mensch: "Nachdenken, Diskutieren, Handeln" (Quelle: Webseite die gesellschafter.de) kann also nicht sehr ernst gemeint sein. Statt nachdenken zu fördern wird nachdenken verboten!

Warum Kritik an Tafeln notwendig ist

Tafeln sind keine unhinterfragbare Selbstverständlichkeit. Niemand sollte sich vom Charme der einfachen Idee blenden lassen. Als Soziologe fühle ich mich verpflichtet, auch einen zweiten Blick zu wagen, der auch problematische Seiteneffekte aufzeigt.

Tafeln berühren unser gesellschaftliches Selbstverständnis elementar. Aber genau deshalb ist es notwendig, aufzuklären. Als Wissenschaftler und Bürger kann und muss ich meine Meinung frei äußern dürfen - vor allem wenn ich danach gefragt werde. Es ist daher nicht nur äußert unhöflich, einen bereits verfassten Beitrag abzulehnen. Es ist auch ein Zeichen der doppelmoralischen Kultur einer Aktion, die sich das humanitäre Mäntelchen übergezogen hat, sich aber gegen jede Form von Kritik immunisiert.

Wohin soll das führen?

Mir geht es nicht so sehr darum, das "mein" Beitrag nicht veröffentlicht wird. Was mich schockiert, ist die Tatsache, dass Kritik systematisch unterdrückt wird. Dies ist kein Einzelfall. Gerade dort, wo eine offene Diskussion notwendig ist, macht sich Konformismus und vorauseilender Gehorsam breit. Hatten wir das nicht alles schon einmal in unserer Gesellschaft? 

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?

Liebe Gesellschafter! Ich möchte vor allem in einer Gesellschaft leben, in der ich als Mensch, Bürger und Wissenschaftler meine Meinung frei äußern kann. Eine Gesellschaft, in der andere Menschen, Bürger und Wissenschaftler die Chance bekommen, sich mit meiner Meinung ebenso kritisch auseinander zu setzen, anstatt diese ängstlich zu unterdrücken. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der Redaktionen nicht darüber entscheiden, was Leser und Leserinnen wissen wollen und müssen. Ich möchte in einer Gesellschaft leben, in der die eigene (politische) Meinung nicht per se wichtiger ist, als Wahrheit. Mit der Ablehnung meines Gastkommentars hat die Aktion Mensch eine solche Gesellschaft wieder ein Stück unmöglicher gemacht. Darum tut es mir leid, nicht um meine verschwundenen Worte.

Stefan Selke

Quelle: Tafelforum (http://www.tafelforum.de/index.php?id=11)

Tafeln, diegesellschafter.de und Zensur: Interview mit Prof. Dr. Stefan Selke
blog.oliver-gassner.de (http://blog.oliver-gassner.de/archives/3464-Tafeln,-diegesellschafter.de-und-Zensur-Interview-mit-Prof.-Dr.-Stefan-Selke.html) (absolut Lesenswert)

Da könnten sich die Etablierten Medien eine Scheibe von abschneiden aber die Quatschen lieber den vorgekauten Dreck der Think Tanks nach und Interviewen lieber die Agitatoren Botschafter dieser Denk(?)fabriken.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Windkind am 16:21:33 Sa. 07.März 2009
Die Tafeln:

Natürlich doktert man damit nur am Symptom und bekämpft damit nicht die Ursache! Würde man sich von dem Lohn, den man mit nach Hause nimmt, ausreichend  ernähren können, dann bräuchte man die Tafeln nicht! Es ist schon bezeichnend, wenn man als Zeitarbeitnehmer weniger Lohn bekommt, als mit Hartz 4
Wenige kommen deshalb auf die Idee, zu einer Zeitarbeitsfirma zu gehen, um nicht als Sozialschmarozzer zu gelten? Ich kann es den vielen Arbeitssuchenden nicht verdenken. Diese Politik ist krank. Deutschland nennt sich zwar "Sozialstaat" aber dann den Mangel an Arbeitsplätzen mit Zeitarbeitsfirmen als "Puffer" dazwischen zu setzen, ist der Hohn schlechthin. Geschönte Statistik nennt man das! Es wird auch keinen Mindestlohn geben, man stelle sich das mal für  z.B. Banker oder Aktionäre vor, undenkbar! Der kleine Mann war schon immer dazu verdammt ein "Tagelöhner" zu sein (Bezeichnung für den Mangelhaft Ausgebildeten Arbeitnehmer im Mittelalter)
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Schnecke73 am 09:10:31 Di. 10.März 2009
Ja auch bei uns gibt es so eine Tafel, da musste man von heute auf morgen € 2,- zahlen, am Anfang wo wir dort waren bekamen wir noch einigermaßen ordentliche Lebensmittel, aber seit letzten Herbst ist es damit auch vorbei, so gehen wir nun nicht mehr hin, man konnte sowieso nur einmal die Woche kommen u. bekam dann z.B. ca. 20 Bananen die alle schon angegammelt waren, wie soll man da 1 Woche hinkommen?? Ferner andere Lebensmittel wo uns dann auch schlecht bzw. übel geworden ist, weil diese Tafel keine Kühlräume hat, außerdem bekam man immer so ca. 6 Tüten mit allem möglichen, wo man überhaupt nicht ißt, z.b. Fladenbrot oder nur Wurst und keinerlei Käse und dann noch weil wir kein Auto haben mit diesen vielen Tüten ca. 2 km laufen. Jetzt kaufen wir eben wieder normal ein, was soll man denn sonst tun??
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 01:02:07 Mi. 11.März 2009
Ja auch bei uns gibt es so eine Tafel, da musste man von heute auf morgen € 2,- zahlen, am Anfang wo wir dort waren bekamen wir noch einigermaßen ordentliche Lebensmittel, aber seit letzten Herbst ist es damit auch vorbei, so gehen wir nun nicht mehr hin, man konnte sowieso nur einmal die Woche kommen u. bekam dann z.B. ca. 20 Bananen die alle schon angegammelt waren, wie soll man da 1 Woche hinkommen?? Ferner andere Lebensmittel wo uns dann auch schlecht bzw. übel geworden ist, weil diese Tafel keine Kühlräume hat, außerdem bekam man immer so ca. 6 Tüten mit allem möglichen, wo man überhaupt nicht ißt, z.b. Fladenbrot oder nur Wurst und keinerlei Käse und dann noch weil wir kein Auto haben mit diesen vielen Tüten ca. 2 km laufen. Jetzt kaufen wir eben wieder normal ein, was soll man denn sonst tun??

Das wäre ein Grund, den Tafeln mal die Lebensmittelhygiene auf den Hals zu jagen, wenn sie Lebensmittel nicht ordentlich aufbewahren können, weil die technischen Voraussetzungen fehlen.

Wer Tafeln genehmigt und zuläßt, hat die technische Ausstattung als eine der Gründungsvoraussetzung zwingend zu verlangen. Ist das nicht erfüllbar, war's das mit der Tafel. Es gibt doch Einrichtungen, die Sozialmarketing betreiben. Die könnten den Tafeln hilfreich unter die Arme greifen und die Sach- oder Geldspenden besorgen.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 14:01:11 So. 29.März 2009
Neues Deutschland, vom 2. Februar 2009

Rettungsschirm für Kinder - Die Tafel muss auch in Dresden retten, was die Politik versäumt Von Hendrik Lasch, Dresden

Sachsens Landtag hat sich gegen ein kostenloses Mittagessen für Schulkinder entschieden. Mit den Folgen muss auch die Dresdner Tafel
ringen: Jeder dritte Besucher ist dort ein Kind.

Unlängst erhielt Edith Franke am Freitagabend einen Anruf. Am Telefon war ein ratloser Vater, dem das Arbeitslosengelt nicht pünktlich gezahlt worden war und der am Wochenende kein Essen für die Kinder hatte. »Wir haben ohne viel Federlesens geholfen«, sagt Franke, die Chefin der Dresdner Tafel: »Wir kümmern uns und fragen erst danach nach Hintergründen.« Seit 14 Jahren verhilft die Tafel in Sachsens Landeshauptstadt Bedürftigen zu Nahrungsmitteln – mit ständig steigender Nachfrage.

Bevor die Hartz-IV-Gesetze in Kraft traten, kamen 6000 Menschen, ein Vierteljahr danach 9000. Jetzt sind es gar 11 000. »Die Reserven sind aufgebraucht«, sagt Franke: »Die Armut greift immer tiefer.« Vor allem Kinder leiden sehr unter der wirtschaftlichen Not ihrer Eltern, sagte Franke anlässlich einer von der sächsischen Linksfraktion veranstalteten Konferenz zu Kinderarmut am Samstag in Dresden. Sie würden in der Schule ausgegrenzt und litten unter der in der Gesellschaft verbreiteten »Diffamierung« sozial Schwacher, »obwohl sie keinerlei Schuld tragen«.

Die Zahl der Betroffenen steigt. Bei der Tafel in Dresden sind 30 Prozent der 11 000 Gäste Kinder. Offiziellen Angaben der Bundesregierung zufolge stieg der Anteil armer Kinder seit 1998 von 16 auf 26 Prozent. Kinderarmut sei eine »soziale Herausforderung«, sagt Katja Kipping, Bundesvize der LINKEN, und verlangt einen »Rettungsschirm« nicht nur für Banken, sondern auch für arme Kinder. Nicht nur sie beklagt aber, dass die Politik sich der Aufgabe bislang verweigere. Ein Antrag im sächsischen Landtag, ein kostenloses Mittagessen an Schulen zu ermöglichen, wurde unlängst abgelehnt. Man halte an der Forderung fest, sagt Familienpolitiker Falk Neubert. Einstweilen sollten aber wenigstens die Kommunen ihre Möglichkeiten nutzen und bedürftigen Kindern das Essen ermöglichen.

Benachteiligt sind Kinder armer Familien freilich nicht nur beim Essen. Neubert weist auf Kosten für Lehrmittel von 300 Euro pro Jahr oder unbezahlbare Vereinsbeiträge hin. Ein sieben Punkte umfassendes Programm der LINKEN fordert auch dort Abhilfen. Generell müsse für Kinder ein »soziokulturelles Existenzminimum« von 420 Euro garantiert werden, meint Kipping. Der Regelsatz beim Arbeitslosengeld II solle nach dem Urteil des Bundessozialgerichts schnell angepasst werden. Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht von einem Bedarf zwischen 276 Euro für Kinder unter sechs bis 358 Euro für Teenager aus. Im Landtag beantragt die LINKE, zunächst den Erwachsenensatz von 351 Euro zu zahlen.

Auch Edith Franke hofft, dass die Hartz-IV-Regelungen »wenigstens auf eine gesetzliche Grundlage gestellt« werden. Generell lehnt sie diese ab: »Das ist eine Maßnahme zur Erniedrigung weiter Bevölkerungskreise.« Einziger Trost: Immer mehr Menschen engagieren sich für Bedürftige. Zu Weihnachten spendete ein Zirkus 4000 Karten, und die Dresdner Philharmonie spielte ein Konzert nur für Menschen, die sich sonst nie Karten leisten können.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Hartzhetzer am 09:09:21 Mo. 30.März 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 13:43:34 Mo. 30.März 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(mfg

Ich erinnere mich an diese "Dokumentation".

Die Frau war doch richtig nett und verständnisvoll und so engagiert für ihre Tafelarbeit, daß man meinen könnte, sie kam gradewegs von einer der Charity-Partíes der Politiker, Reichen und Schönen, die neben all den gespendeten Wohltätigkeiten mal eben wieder einen Jaguar an die edle Spenderin verlosten.

Ach soll der Mensch immer so edel und gut sein bei all diesem Elend, was diese Charity-Clique jahraus, jahrein anrichtet.

Oder nehmem wir solche Leute vom Lions Club oder den Rotariern - alles die gleiche Bande von edelmütigen Menschen von Protz, Prans und Co. Wozu dienen derartige Vereine?

Um zusätzliches Vermögen der Promis, Reichen und Schönen an der Steuer vorbei zu schleusen. Ähnlich läuft's doch auch mit den Stiftungen. Bertelsmann ist für Letzteres das Protobeispiel.

ausgewählte, aufgelistete Rotarier in Deutschland - auch eine Art Netzwerks und Klüngellgesellschaft

Konrad Adenauer †, ehemaliger deutscher Bundeskanzler
Götz Alsmann, Entertainer 
Roland Berger, Unternehmensberater
Ole von Beust, Erster Bürgermeister von Hamburg
Gerhard Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp und Siemens
Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger deutscher Außenminister - der Hallorenwerber für Halle
Herbert Hainer, Vorstandschef bei Adidas-Salomon
Roman Herzog, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Klaus Kinkel, ehemaliger deutscher Außenminister
Paul Kirchhof, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht
Klaus Kleinfeld, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Siemens
Horst Köhler, deutscher Bundespräsident
Otto Graf Lambsdorff, ehemaliger deutscher Bundeswirtschaftsminister
Sandra Maischberger, Fernsehmoderatorin
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin
Friedrich Merz, Politiker
Franz-Josef Paefgen, Vorstandsvorsitzender von Bentley
Ferdinand Piëch, Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen
Heribert Prantl, Journalist, Ressortleiter bei der Süddeutschen Zeitung
Walter Scheel, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Helmut Schlesinger, ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank
Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident
Richard von Weizsäcker, ehemaliger deutscher Bundespräsident
Martin Winterkorn, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen

Ach, die feine, ehrenwerte Gesellschaft, wo so mancher Dreck auf der feinen Weste hat.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 22:53:09 Di. 07.April 2009
Meldung der Nachrichtenagentur ddp, vom 1. April 2009

Vereinschefin sächsischer Tafeln kandidiert für die Linke - Hahn beruft 66-Jährige in Kompetenzteam - Porsch unterstützt Mattern

Dresden (ddp-lsc). Die Landesvorsitzende des Vereins sächsischer Tafeln, Edith Franke, kandidiert zur Landtagswahl für die Linkspartei. Deren Spitzenkandidat André Hahn stellte die 66-Jährige am Mittwoch in Dresden zudem als erstes Mitglied seines sogenannten Kompetenzteams vor. Die Parteilose werde dort "für den Bereich Soziales verantwortlich sein", sagte Hahn. Zugleich wurde bekannt, dass Hahns Vorgänger als Spitzenkandidat und Landtagsfraktionschef der Partei, Peter Porsch, die Landtagsabgeordnete Ingrid Mattern dabei unterstützt, trotz gegenteiliger Beschlusslage der Parteigremien erneut für ein Landtagsmandat nominiert zu werden.

Franke soll sowohl auf einem sicheren Platz der Landesliste als auch als Direktkandidatin in Dresden antreten. Die Rentnerin kündigte an, ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Chefin der Dresdner Tafel und als Vorsitzende des Vereins der sächsischen Tafeln auch als Landtagsabgeordnete fortsetzen zu wollen.

Ihre Entscheidung für die Kandidatur begründete Franke damit, dass es angesichts der sozialen Lage notwendig sei, "den Armen eine Stimme zu geben". Ihre linke Haltung könne bislang niemandem verborgen geblieben sein. Zugleich betonte die "Hartz IV"-Gegnerin, dass die Dresdner Tafel "keine Reservetruppe der Linken" sei, sondern unabhängig bleiben werde.

Franke hatte 1995 die Dresdner Tafel gegründet, die inzwischen mit Hilfe von Spenden wöchentlich 11 500 Bedürftige versorgt. Zuvor war sie vier Jahre arbeitslos gewesen. 2006 wurde ihr für ihr Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Nach eigenen Angaben war sie als 18-Jährige in die SED eingetreten und verließ die Partei im Herbst 1990. Vor der Wende habe sie zwölf Jahre lang hauptamtlich in der SED-Kreisleitung der Technischen Universität Dresden und dort als Sekretärin für Agitation und Propaganda gearbeitet, bevor sie im Juli 1989 in gleicher Funktion in die SED-Stadtleitung gewechselt sei.

Hahn kündigte an, dass seinem Kompetenzteam sechs bis acht Personen angehören sollen. Die Entscheidung über Frankes Direktkandidatur fällt die Dresdner Linke am Sonntag. Franke soll im früheren Wahlkreis (WK 45) des nach einer Zustimmung zu einem Antrag Rechtsextremer im Stadtrat von der Landtagsfraktion degradierten Abgeordneten Ronald Weckesser antreten.

In einem anderen Dresdner Wahlkreis (WK 47) droht der Linken eine Kampfabstimmung. Neben dem vom Stadtvorstand empfohlenen Stadtratsfraktionschef André Schollbach will auch die Landtagsabgeordnete und Dresdner Ex-Parteichefin Mattern antreten. Wer auf Mattern verzichte, verzichte auch "auf ein beträchtliches Erfolgspotenzial für unsere Partei", heißt es in einer am Mittwoch bekanntgewordenen Stellungnahme Porschs. Mattern habe "außerordentliche politische Fähigkeiten".

Brisanz erfährt Porschs Empfehlung, da Matterns Nominierung der Beschlusslage von Parteigremien widerspräche. Der Landesvorstand und die Dresdner Linke hatten im Sommer 2008 angekündigt, Politiker wie Mattern nicht mehr zu unterstützen. Vorausgegangen war deren Votum im Stadtrat für einen mit dem Kandidaten der Linken konkurrierenden Bewerber für das Amt des Kulturbeigeordneten.

Im September 2008 trat Mattern aus der von der Parteispitze nicht unterstützten Fraktion Linkspartei.PDS aus. Sie begründete das mit der vorherigen Zustimmung der Stadträte um Weckesser zu einem Antrag des rechtsextremen Nationalen Bündnisses.(ddp)
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 07:38:24 Mi. 08.April 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg
Reg dich nicht darüber auf, was im TV gelabert wird, die labern nur scheiBe, kriegen bestenfalls anständig bezahlt dafür, das sie scheiBe labern und haben hinterher noch ein gutes Gewissen. pAnne Will, Matschperger, Ih Gitt Illner und Tagessau, TV iss ne Sau - Lass se fliegen: Aus m Fenster. Und ab dafür, vg  :)
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 11:29:44 Mi. 08.April 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

Ich hatte diese Sendung mit dem abwertenden und abfälligen Kommentar einer Tafelchefin auch gesehen und es könnte sein, daß es eben die Chefin der Dresdner Tafel, eben die jetzt von der sächsischen Linke nominierte Frau Edith Funke war, die dort als Sozialexpertin auftreten soll.

Es kann aber auch der umstrittene Heinz Buschkowsky, SPD-Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln gewesen sein, der diese Bemerkung in der Anne-Wil-Sendung fallen ließ.l

siehe dazu bei Anne Will: Videopodcast aus der Anne-Will-Sendung vom 27.07.2008, 21:45: Die Dresdner Tafel (http://daserste.ndr.de/annewill/media/drednertafel2.html)

ARD, Sendung "Anne Will" - "Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?" vom 27.07.2008, 21.45 Uhr (http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/erste9904.html)

Videopodcast der gesamten Sendung - "Kein Geld für Drückeberger - ist jeder Job besser als keiner?"  (http://daserste.ndr.de/annewill/media/annewill874.html)

Gäste bei Anne Will am 27.07.2008 (http://daserste.ndr.de/annewill/media/gaesteliste124.html)

Edith Franke, Gründerin der Dresdner Tafel, sagte in dieser Sendung:

(http://daserste.ndr.de/annewill/media/franke104_v-dasErstegross.jpg)

"Wenn ich erleben muss, dass in Dresden neuerdings Putzkolonnen (Von 1-Euro-Jobbern, Anm.d.Red.) unterwegs sind, die Lampen putzen wie um die Jahrhundertwende, und dann noch erleben muss, dass das Ehrenamtliche von der Dresdner Tafel sind, die bei uns freiwillig ehrenamtlich arbeiten, Arbeitslose, die man wegzieht, um sie in einen so genannten Ein-Euro-Job zu pressen, dann hat das mit Fördern nichts zu tun. Es hat nur mit Fordern von irgendwelchen Tätigkeiten zu tun, die nicht die Persönlichkeit des Arbeitslosen im Blick haben."
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Kater am 12:46:13 Do. 09.April 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

du meinst wahrscheinlich diese Sendung:

Fragwürdige Hilfe – Lebensmittelspenden hemmen Eigeninitiative

hier noch ein Zitat aus dem Beitrag:

Zitat
Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft
„Kernproblem kann bei den Tafeln dadurch entstehen, dass Menschen längerfristig die Fähigkeit verlieren, für sich selber zu sorgen. Das heißt, dass sie fast wie bei einer Fütterung in der freien Wildbahn, man falsch erzogen wird, man selber nicht mehr in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, also bildlich gesprochen jagen zu gehen und für sich selber zu sorgen, sondern immer stärker angewiesen wird auf diese Hilfe.“


Gesamttext:

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_19_03/beitrag_2.html
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 15:34:16 Do. 09.April 2009
Ich habe vorige Woche einen kurzen Bericht über die Tafeln im Fernsehen gesehen. Unter anderem wurde dort eine Tafelchefin interviewt die sagte: "Die Betroffenen müssten lernen besser mit ihrem Geld zu haushalten anstatt sich den bequemen Weg der Tafeln und Suppenküchen suchen."
Ich wäre vor Wut am liebsten auf den Fernseher losgegangen.

Wer so etwas sagt lebt fern jeglicher Realität.  >:(

mfg

du meinst wahrscheinlich diese Sendung:

Fragwürdige Hilfe – Lebensmittelspenden hemmen Eigeninitiative

hier noch ein Zitat aus dem Beitrag:

Zitat
Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft
„Kernproblem kann bei den Tafeln dadurch entstehen, dass Menschen längerfristig die Fähigkeit verlieren, für sich selber zu sorgen. Das heißt, dass sie fast wie bei einer Fütterung in der freien Wildbahn, man falsch erzogen wird, man selber nicht mehr in der Lage ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, also bildlich gesprochen jagen zu gehen und für sich selber zu sorgen, sondern immer stärker angewiesen wird auf diese Hilfe.“


Gesamttext:

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_19_03/beitrag_2.html[/size]

Wahrscheinlich war es sogar die Kontrastesendung.

Es ist schon bezeichnend wie menschenverachtend, arrogant und zynisch die Medienvertreter der Leistungselite (z.B. Dominik Enste, Institut der Deutschen Wirtschaft) im Namen der Arbeitslosigkeit verursachenden Unternehmenspolitiker und Wirtschaft über ihre arbeitslosen Opfer herziehen und diese in den Dreck treten. Eben, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Den Spott bekommt man noch umsonst dazu!

So sieht die Menschenwürde und die gesellschaftpolitische Verantwortlichkeit der Eigentümer von Produktionsmitteln, also durch das Unternehmerpack, praktisch aus. Die Produktionsmittel werden eben nun nicht zum Allgemeinwohl eingesetzt, sondern zur Befriedigung der Machtgier und Raffsucht, zum Eigennutz des eigensüchtigen Eigentümers. Das Grundgesetz ist voll von schönen, hohlen Sprüchen wie man sieht - wieder mal unverbindliche Selbstverpflichtungen, an die sich keiner der Sprücheklopfer gebunden fühlt. Ist wie das Wort zum Sonntag - sobald man die Kirche verläßt, vergißt man sofort wieder seine abgegebene Selbstverpflichtung.

Also was ist die BRD wert?

Lügen, Betrügen, Bestehlen ... bis zum Entsorgen des verelendeten und verarmten Volkes.

Und genau diese hinterhältigen, verlogenen Selbstverpflichter sind die Verursacher dieser Mißstände. Das sollte man an den Eingangstüren zu den Wahllokalen und an die Wahlurnen groß und breit dranschreiben, damit die narkotisierten Wähler der Unternehmensparteien, die aus spießigen, kleinbürgerlichen, miefigen Verhältnissen kommen und immer noch diesen Mist = Unternehmensparteien wählen, endlich begreifen, was für einen Schaden sie mit ihrer abgegebenen Stimme an sich selbst und an den sozial Schwachen anrichten.

Schuld sind keine Banken- und Finanzkrisen, sondern, diejenigen die an den Schalthebeln der Macht sitzen und diese Krisen gegen die Völker anrichten. Gibt es die Vertreter der Unternehmerparteien nicht mehr an der Macht und keine selbstherrlichen "Gutsherren" in der Wirtschaft, dann hört's auch auf mit den Krisen. Wir brauchen keine Unternehmerdiktatoren mit selbsternannten Kompetenzteams, sondern Basisdemokratie in der Politik, Verwaltung und Wirtschaft - also echte Volksdemokratie.

In der letzten Sendung "Münchner Runde": Umdenken in der Krise - Was hält uns jetzt zusammen? (http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/muenchner-runde/muenchner-runde-2008-talksendung-sigmund-gottlieb-ID1239031399675.xml) im Bayerischen Rundfunk hatte man auch solche unfähigen Vertreter von CSU- und Wirtschaftskompetenzteams eingeladen, die dem dämlichen Volk die Finanzkrise erklären sollten. Und welche Niete tauchte da wieder auf?

Dr. Edmund Stoiber, der seinen Doktor wohl an einer Schießbude gewonnen haben musste. Ohne Grund gibt es über diesen abgeschobenen Drückeberger ins Europaprlament auch keine Klagen von seinen "Artgenossen" - gibt dort nur hohle Sprüche zum europäischen Bürokratieabbau ab und ist ansonsten faul, untätig und inkompetent - aber für Talkrunden in heimischen, bayerischen Landen immer noch zu gebrauchen, ums Wahlvolk mit seinen Schaumschlägereien besoffen zu machen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Neoliberalismus und christlichen Unternehmensparteien mit entsprechender Ausrichtung zum rechtsradikalen, christlichen Fundamentalismus und Terrorismus?

Ich meine, der einzige Unterschied liegt im Entwicklungsstadium und im offenem, aggressiven Vertreten eigener Machtansprüche. Beim neolibaralem Verhalten der Unternehmerparteien werden die menschenverachtende Ziele und Absichten schön unter demokratischen Mäntelchen eingehüllt und bei den rechtsradikalen, christlichen Fundamentalisten hat man das demokratische Mäntelchen abgeworfen und tritt gewalttätig und aggressiv auf - kein großer Unterschied mehr zu den Neonazis.

Unsere christlichen Unternehmensparteien und Gewerkschaften haben noch ihr Demokratiemäntelchen umgehängt. Eine Frage: Wann werfen sie das Mäntelchen weg?

Darüber sollte sich mal Schäuble, Koch, Schönbohm eine Rübe machen, was in ihren Reihen für Splittergruppen rumrennen, welche Ideen, Ziele und Absichten sie verfolgen.

Auch die Tafelbewegung gehört zu so einem christlich Nächstenliebenden-Mäntelchen, zur Verschleierungstaktik.

Und wie's sich so trifft: "1978 bis 1982 war er außerdem als Syndikus für die Lotto-Toto-Vertriebsgemeinschaft Bayern tätig." Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Stoiber

Auch der Wolfgang Clement kennt Glücksspielautomatenhersteller, denen er als politischer Lobbyist die entsprechenden Gesetze so maulgerecht zusammenzimmert, daß der Glücksspielautomatenhersteller zum Milliardär werden kann.

Stoiber hat sich in ausgewählten Politikfeldern eindeutig positioniert:

Seine christlich-konservative Weltsicht, insbesondere zu den Themen Ehe, Frauen, Homosexualität und Ausländer sowie seine scharfe Rhetorik wirken oft polarisierend. Er folgt damit der schon von seinen Vorgängern verfolgten Linie, konservative Kreise in die Partei zu integrieren und keine Partei „rechts der CSU zuzulassen“.

Eingetragene Lebenspartnerschaften: Stoiber trat vehement gegen die Einführung der von Sozialdemokraten und Grünen befürworteten gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften in Deutschland ein. Dies beeinflusste seinen Bundestagswahlkampf im Jahre 2002 gegen Schröder. Das von Bayern zusammen mit den Bundesländern Sachsen und Baden-Württemberg angestrengte abstrakte Normenkontrollverfahren gegen die Eingetragene Lebenspartnerschaft wurde vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe abgewiesen. Gegen die im Jahr 2005 beschlossene Novelle zum Lebenspartnerschaftsgesetz, die von Sozialdemokraten, Grünen und der FDP getragen wurde und zum 1. Januar 2006 in Kraft trat, strebte Stoiber erneut ein gerichtliches Verfahren gegen die Einführung der Stiefkindadoption durch gleichgeschlechtliche Paare vor dem Bundesverfassungsgericht an, das diesmal allein vom CSU-regierten Bundesland Bayern betrieben wird.

Kontroverse Äußerungen zur Gesellschaftsstruktur: „durchrasste Gesellschaft“ : Laut Süddeutscher Zeitung vom 4. November 1988 soll Stoiber während eines Gesprächs mit Journalisten vor einer durchmischten und durchrassten Gesellschaft gewarnt haben. Stoiber sprach damals von einem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat; es gab heftige Vorwürfe. Später entschuldigte Stoiber sich für die Äußerung

Als Gegner gegen Gleichgeschlechtliche, gegen Abtreibung und gegen Ausländer ist Stoiber sich eins mit rechtsradikalen, religiösen Christfundamentalisten in den USA - auch eine Art internationaler Terroristen - seine Bush-Anhänger-Vorbilder.

Phoenix: Die letzte Schlacht (http://www.phoenix.de/198991.htm)

Christliche Fundamentalisten in den USA

Wenn in den Medien die Rede von Fundamentalisten ist, ist meist der Islamismus gemeint. "Die letzte Schlacht" hingegen handelt vom christlichen Fundamentalismus und seinen Anhängern in den USA. Ihr angestrebtes Ziel: eine christliche Nation, die auf den wörtlich ausgelegten Gesetzen der Bibel aufbaut.

Für christliche Fundamentalisten ist derzeit eine Schlacht im Gange - ein geistiger Krieg zwischen den wahren Gläubigen, den wiedergeborenen Christen, und jenen, die ihrem Todfeind, dem Antichristen, folgen. Was für manche an Fanatismus grenzt, ist für viele Menschen in den USA der Weg, den sie gehen möchten. Doch was macht diese Bewegung für sie so attraktiv?

Regisseurin Claudia Willke analysiert in vier Etappen, mit welchen Mitteln die christlichen Fundamentalisten es geschafft haben, sich zu einer der einflussreichsten gesellschaftlichen und politischen Mächte zu entwickeln: Rekrutierung der Basis, Training der neuen Führungselite, Zusammenarbeit mit den Mächtigen und Aufbau eines Kreises von Auserwählten.

Für die erste Etappe ist unter anderem Ron Luce zuständig. Er gehört zu der neuen Generation von evangelikalen Predigern des 21. Jahrhunderts. Er ist smart, selbstsicher, erfolgreich und mit großem politischem Einfluss - einer der Topführer der stetig wachsenden Anzahl von Großkirchen. Luce benutzt die Medien, um neue Anhänger zu rekrutieren. Neben der spirituellen Botschaft bietet er Hilfestellungen und Freizeitdienste in kleinen Gruppen an: Jobtraining, Eheseminare und Bibelkreise, Mountainbike-Touren, Jugendversammlungen, Single-Treffs und so weiter. Sobald sie für die Botschaft Jesus' gewonnen sind, werden die Kirchenmitglieder ermutigt, sich für soziale oder politische Basisarbeit zu engagieren. Dabei stehen der Kampf gegen die Abtreibung und die Schwulenbewegung, Lobbyarbeit für die Einhaltung der Parole "Abstinence Only" sowie die Unterstützung der so genannten Homeschooling-Bewegung ganz oben auf der Liste der Aktivitäten.

Im Gegensatz zu früher ist die religiöse Rechte heute solide in der Mittelschicht verankert. Sie ermuntert zum Unterrichten der Kinder zu Hause und hat ein christliches Elite-College gegründet, um den religiösen Kindern eine gute Weiterbildung zu ermöglichen. Schließlich wollen die christlichen Fundamentalisten vor allem, dass "ihre" Jugend aktiv ins politische Geschehen eingreift und dazu ist eine gute Ausbildung nötig. Das Patrick Henry College ist eines dieser aufstrebenden christlichen Elite-Colleges. Schon während ihres Studiums können interessierte Studenten durch Praktika im Weißen Haus oder die Mitarbeit in Wahlkampfteams konservativer Abgeordneter erste politische Erfahrungen sammeln. So bekommen sie Einblick in die hohe Kunst des "Networking", für sie eine wichtige Voraussetzung, um "das Königsreich Gottes" voranzutreiben.

Einer der einflussreichsten christlichen Fundamentalisten in den USA ist James Dobson, Gründer des ultrakonservativen Medienimperiums "Focus on the Family" und der Organisation "Family Research Council". Er arbeitet mit den Mächtigen zusammen und hat sogar Einfluss auf die Wahl des Präsidentschaftskandidaten der republikanischen Partei. Sein Ziel ist es vor allem, die fundamentalistischen Werte innerparteilich stärker voranzutreiben.

Dafür engagiert sich auch die Fellowship Foundation, die den Aufbau eines Kreises von Auserwählten übernimmt. Sie richtet seit über 50 Jahren das jährliche National Prayer Breakfast in Washington DC aus - eine ideale Gelegenheit für Politiker, Staatsoberhäupter, Diplomaten und Industrielle, Netzwerke zu bilden. Leiter der still im Hintergrund operierenden Organisation ist Doug Coe, eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in Washington. Das offizielle Ziel der "Familie" - wie sich die Organisation selbst nennt - ist es, 200 Weltführer einzusetzen, die von Gott angeführt und in einem Netzwerk von Gebetszellen vereint sind. Bei der Fellowship Foundation gibt es keine Aufzeichnungen, Memos oder Sitzungsprotokolle. Alle Treffen sind streng vertraulich, und nichts dringt vom inneren Kern an die Öffentlichkeit. Somit geht der Einfluss dieser christlichen Organisation weit über die USA hinaus.

Film von Claudia Willke

Die Sendung "Jesus Camp" wiederholte Phoenix vor wenigen Tagen.

Sendetermin
Mi, 08.04.09, 00.00 Uhr
Mi, 08.04.09, 06.45 Uhr
 
Diese Dokumentation zeigt wie Gehirnwäsche von machtgeilen, christlichen Fundamentalisten in den USA an Kindern ausgeübt wird - auch eine Form von Terrorismus und Rechtsradikalismus. Hat viel Ähnlichkeit mit unseren christlichen Unternehmensparteien und christlichen Hungerlohndrücker-Gewerkschaften.

Phoenix: Themenabend: "Abwege des Glaubens" (http://www.phoenix.de/160097.htm)

PHOENIX zeigt, wie auch bei Christen durch fundamentalistische Auffassungen extreme und erschreckende Formen annehmen kann und wie vor allem Kinder als Werkzeuge dieser Auffassungen benutzt werden.

"Jesus Camp"

Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen betreibt ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien. Ihr Plan, gleich ganze Generationen für einen Kulturkampf auszurüsten, sie für die Sache Gottes zu trainieren. In Kriegsbemalung und Tarnanzügen üben sie den Kampf gegen Abtreibung oder die Meinungshoheit der Naturwissenschaften. Harry Potter sei "Teufelszeug", und sie beten für den Endsieg über Darwinismus und Humanismus. Der 2007 gedrehte Film von Rachel Grady und Heidi Ewing zeigt, wie schnell religiöse Verzückung in Missbrauch übergehen kann.

Phoenix: Jesus-Camp (http://www.phoenix.de/156097.htm)

Die Gotteskrieger vom Teufelssee

Sie sollen genauso radikal ihr Leben für das Evangelium aufs Spiel setzen, wie junge Moslems es für den Islam tun. Das will Becky Fischer, Pastorin der evangelikalen Christen, die mit über 80 Millionen Mitgliedern in den USA zunehmend an Macht und Einfluss gewinnen.

Am Devil's Lake, dem Teufelssee in North Dakota, werden junge Christen in "Gotteskrieger" verwandelt. Der Film zeigt die deutsche Bearbeitung der amerikanischen Dokumentation, die für den Oscar® 2007 nominiert war.

Becky Fischer betreibt ein Sommercamp für Kinder und Jugendliche aus christlich-fundamentalistischen Familien. Ihr Ziel: gleich ganze Generationen für einen Kulturkampf auszurüsten, sie für die "Sache Gottes" zu trainieren. In Kriegsbemalung und in Tarnanzügen üben die Kinder den Kampf gegen Abtreibung oder die Meinungshoheit der Naturwissenschaften. Harry Potter sei "Teufelszeug", und sie beten für den Endsieg über Darwinismus und Humanismus. Dabei winden sie sich in Trance auf dem Boden. Solche Zeremonien enden oft in Massenhysterie. Glaube geht in Psychoterror über. Die Grenzen zwischen religiöser Verzückung und Kindesmissbrauch sind fließend.

Dokumentation von Rachel Grady und Heidi Ewing (2007)

Und jetzt sagt mir noch einer wie abscheulich es ist, wenn islamistische Fundamentalisten ihre Kinder zu religiösen, fanatischen Selbstmordattentätern erziehen. Dasselbe treiben die christlichen Fundamentalisten in den USA, aber keine Nationalgarde, kein Heimatschutzministerium bekämpft die eigenen, eben diese Terroristen.

"Mit Gott gegen Darwin"

Strenggläubige Kreise haben die wissenschaftliche Lehre nie akzeptiert, dass Mensch und Affe gemeinsame Vorfahren haben. Ihr setzten sie die wörtliche Auslegung der Bibel entgegen, wonach der Mensch von Gott an einem Tag erschaffen wurde. Nie zuvor allerdings sind konservative Christen so nah an einer Durchsetzung ihrer Ziele gewesen. Sie wissen, dass ihr Versuch, die Biologiebücher umzuschreiben, von höchster Stelle unterstützt wird. Auch der Präsident George W. Bush hat sich in einem Interview dafür stark gemacht, neben der Evolutionslehre auch die Schöpfungslehre als Alternative zu unterrichten. Die Reportage von Thomas Berbner legt offen, wie radikale christliche Gruppen die bisher gültigen wissenschaftlichen Grundlagen von der Entstehung des Lebens und die Lehre Charles Darwins in Frage stellen.

"Satan lebt"

Der Film von Helge Cramer zeigt, was damals wirklich geschah, welche Rolle die Amtskirche dabei spielte und wie eine an Epilepsie Erkrankte für religiöse Zwecke benutzt wurde, um mit ihrem "freiwilligen" Menschenopfer die reale Existenz des Teufels zu beweisen.
Am Ende der unglaublichen Qualen durch den von der offiziellen Kirche abgesegneten Exorzisten starb das Opfer, die Studentin Anneliese Michel aus der fränkischen Kleinstadt Klingenberg. Erstmals sprechen ehemalige Kommilitoninnen über ihre hilflosen Versuche, Anneliese Michel aus der Umklammerung des eingeweihten Exorzisten-Zirkels zu befreien, dem neben Priestern, Eltern und Vertrauten offenbar auch eine studentische Rosenkranzgruppe angehörte.

"Die Kinderhexen von Kinshasa"

Das Geschäft mit dem Aberglauben ist im Kongo eines der wenigen, das nach 40 Jahren Plünderdiktatur und vier Jahren Bürgerkrieg noch floriert. In der Flucht ins Übersinnliche suchen die Menschen Erklärungen für ihr Elend und einige glauben, diese in ihren Kindern gefunden zu haben. In Kongos Hauptstadt Kinshasa gibt es circa 20.000 sogenannte "Kinderhexen", die betteln, stehlen und auf der Straße leben, weil sie von ihren Eltern aus Angst vor Unglück verstoßen wurden. Der Film von Werner Zeppenfeld untersucht die Hintergründe dieses Phänomens.
 
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Hoffnungslos am 19:44:14 Sa. 11.April 2009
Hallo,

leider mußte ich auch mal zur Tafel gehen.  Ich fand das Publikum zu 90 % entsetzlich,. sorry...Auch wenn sich das überheblich anhört.

Was mich dort gewundert hat war, dass man keinen ARGE-Bescheid zeigen mußte oder sowas. Es wird gesagt, dass jeder, der meint was zu brauchen es bekommt. DS ist wohl auch dort ein Problem, denn mit Sicherheit die Hälfte der Leute dort bräuchte eigentlich nichts! Und ICH schäme mich fast zu Tode, dass ich dort hin MUSS.... :o
Nur nach dem Ausweis fragen die mal angeblich, damit man nicht mehrere Städte abklappert. So Mülheim, Duisburg auch noch usw....

Erstmal dauerte es dann 3 Stunden ohne Sitzmöglichkeit und im Freien (!!) bis ich endlich dran kam (trotz Nr, die 1 Euro kostet) und das Gedrängel und Geschnauze unter den Leuten - auch die Angestellten sind dort unter aller Sau, schubsen einen sogar!- ist teilweise fürchterlich.Am liebsten würde man denen, die die ersten waren, schon was aus den Tüten klauen...

Die Ware selber war zu 90 % Schrott! Ich wurde schon scheel angeguckt, weil ich Vieles ablehnte!
Ich habe aber gesehen, dass die "Ehrenamtler" einiges gebunkert hatten, was noch ganz gut aussah! Ist ja wohl auch ne Sauerei! Oder wird für Bekannte zurückgehalten; kann ja auch sein....Ist aber so oder so ja wohl nicht Rechtens! >:(

Die schmeißen einen nur tot mit gammeligem Salat / Obst / Brot! Was soll ich zum Henker mit 15 Salatköppen? Die kann ich nicht alleine fressen und einfrieren geht auch nicht! "Geben Sie´s den Nachbarn!" "Ne!" sagte Ich "Mit Sicherheit nicht!"
Mal Milch, Käse, Wurst, Butter usw- FEHLANZEIGE!  Auch das Obst war matschig / braun, das Brot hart und abgelaufen. Auch mampige Brötchen, die offen im Korb lagen, schmiss man mir in die Tüte. Nachdem schon 30 Leute dran rumgetatscht haben, *würg*! Flog natürlich zuhause direkt in die Tonne...
Also das Allerletzte an Tafel! Da kommt man sich echt vor wie ein Schwein, das nur Abfälle bekommt, ehrlich  :(! Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, so arm zu sein...
Kann sein, dass ich Pech hatte, weil ich eine hohe Nr. hatte - oder vielleicht auch den falschen Tag! Weil eine Frau mir sagte, die Tafel am Freitag wäre besser. Aber ich möchte das nicht ausprobieren, echt nicht....  :(
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 11:08:15 So. 12.April 2009
Hallo,

leider mußte ich auch mal zur Tafel gehen.  Ich fand das Publikum zu 90 % entsetzlich,. sorry...Auch wenn sich das überheblich anhört. ....
Die Ware selber war zu 90 % Schrott! Ich wurde schon scheel angeguckt, weil ich Vieles ablehnte! ...

Ich habe aber gesehen, dass die "Ehrenamtler" einiges gebunkert hatten, was noch ganz gut aussah! Ist ja wohl auch ne Sauerei! Oder wird für Bekannte zurückgehalten; kann ja auch sein....Ist aber so oder so ja wohl nicht Rechtens! >:( ...

Das kommt eben raus, wenn man auf private Eigeninitiative setzt, staatliche Organisationen und Fürsorgeeinrichtungen mangels gestrichener Zuwendungen sich raushalten und durch das christliche Nächstenliebegewissen ersetzt werden. Da muß man zu diesen vergammelten Gnadengaben noch unendliche Dankbarkeit und unterwürfige Dehmut zeigen.

Warum kommen solche Verhältnisse zustande?

Weil die Schönen, Reichen, Prominenten und Unternehmer alle naselang über ihre Lobbyisten beim Gesetzgeber im Bundestag erreichen, daß sie  sozialschmarotzend immer neue Steuer- und Beitragsgeschenke, Fördermittel, Subventionen, Zuschüsse und andere Segnungen aus öffentlichen Haushalten auf Kosten des Volkes bekommen müssen. Andererseits verhindern Ministerialbüttel in den Finanzministerien der Länder auch eine regelmäßige Steuerprüfung der Schönen, Reichen, Prominenten und Unternehmer per Dienstanweisung bzw. sorgen für personelle Unterbesetzung mit Finanzbeamten und Buchprüfern vor Ort. Was dann noch in den öffentlichen und kommunalen Kassen verbleibt, reicht nicht mehr zur Versorgung der sozial Bedürftigen, Arbeitslosen, Kranken und Senioren. Also sind eben die sozial Bedürftigen, Arbeitslosen, Kranken und Senioren auf solche privaten Ersatzlösungen wie die Tafeln angewiesen, die keine vertraglichen Lieferbeziehungen mit Mindestqualitätsforderungen Richtung Versorgungswirtschaft und Einzel-/Großhandel oder Zentrallagern aushandeln dürfen. Die Gesundheits- und Hygienebehörden kreuzen wegen bewußt organisiertem Personalmangel bei den Tafeln auch nur aller Jubeljahre mal auf, vielleicht auch nur dann, wenn Fälle von Lebensmittelvergiftungen sich auf die Tafeln zurückverfolgen lassen.

Das kommt aus neoliberaler CDU/CSU/FDP-Gaunerpolitik der Eigenverantwortung und -vorsorge raus, wenn der Staat und die Unternehmen entgegen Artikel 14 GG sich ihren sozialen Fürsorgepflichten entziehen. Die sind nur auf umfassende staatliche Rettungsschirme für sich selbst aus und das Volk kann auf der Gusche liegen. Das rührt diese politische und wirtschaftliche Gaunerbagage überhaupt nicht. Sie sitzen ja großkotzig und frech in der ersten Reihe der Freßtröge und lassen sich von dort auch nicht vertreiben.

So sieht soziale Gerechtigkeit in der bundesdeutschen Deutschland-über-alles-Praxis aus.

Man sollte alle Ex-DDR-Bürger strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die 1990 das Kreuzel bei der CDU und FDP setzten und uns damit an den Westen verhöckerten. Die soziale Sicherheit und Gesundheitsversorgung war in der DDR besser und vor allem preiswerter als das soziale Elend der BRD. Hinzu kommt noch die Verlogenheit und Hinterhältigkeit der bundesdeutschen, raffenden Machthaber.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: klaus72 am 11:10:44 So. 12.April 2009
Die Tafel gehört verboten ! Die Tafel, die vergammelte Lebensmittel verteilen, sollte vom Ordungsamt sehr hart bestraft werden !
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 11:32:47 So. 12.April 2009
Die Tafel gehört verboten ! Die Tafel, die vergammelte Lebensmittel verteilen, sollte vom Ordungsamt sehr hart bestraft werden !

Die so vergammelte Waren verteilen, sollten gezwungen werden, das Zeug zunächst selbst zu konsumieren und dann um Gnade betteln, daß sie medizinische Notversorgung erhalten dürfen.

In dieser Gesellschaftsordnung lernt man nur, wenn das soziale Elend am eigenem Leib hautnah erlebt wird. Vielleicht wollen diese Leute unbedingt diesen "Kick" wie vergleichbar mit Bungeeseilspringen als Eventerlebnis vermittelt bekommen.

Ich weiß, daß ich sarkastistisch und bissig klinge. Aber aus der vergammelten BRD ziehe ich eben meine Lehren für den Rest meines Lebens. Soviel Menschenverachtung habe ich bis vor 1989/90 nicht erlebt. Wozu auf 20 Jahre Zwangseinheit stolz sein? Die Machtverhälnisse der BRD und die Erziehungsmethoden der Menschen, ihr Desinteresse für soziale Mißstände, ihr Nachjagen nach Statussymbolen sind zum Kotzen. Die Menschen in der BRD haben bis heute nicht begriffen, daß das letzte Hemd keine Taschen hat. Hab, Gut und Vermögen kann man nicht in ein Leben nach den Tod mit rübernehmen. Also sind zwischenmenschliche Beziehungen, soziale Mindeststandards, erträgliche Arbeits- und Lebensbedingungen wichtiger als die Statussymbole.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 15:03:01 So. 12.April 2009
Mich hat ziemlich entsetzt, dass die HH Strassenmagazin/Obdachlosen-Zeitschrift einen riesigen Aufmacher über die Tafel hat und leider jeglicher politischer Ansatz völlig fehlt.

Zitat
Danke, Ami! Danke, Hamburger Tafel!

Für Annemarie Dose ist es mindestens ihre achte Ehrung: Am 23. März bekam die Gründerin der Hamburger Tafel das Bundesverdienstkreuz verliehen – auch schon zum zweiten Mal, jetzt aber das Erster Klasse.

Bei einer Feierstunde im Rathaus heftete Hamburgs Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) Annemarie Dose das Bundesverdienstkreuz ans Revers. ::)

Ende gut, alles gut. Denn beinahe hätte Ami Dose die Zeremonie abgesagt.
Ursprünglich sollte sie nämlich nur 15 handverlesene Gäste mitbringen dürfen und nicht alle ihre Ehrenamtlichen. Wer auch immer sich das ausgedacht hat: Er hätte wissen müssen, dass eine Frau wie Ami, wie sie von allen genannt wird, das niemals mitmacht. „Ich bin keine One-Woman-Show“, sagte sie denn auch empört. Und: Wenn sie nicht alle mitbringen dürfe, dann solle man ihr eben das Bundesverdienstkreuz mit der Post schicken.
Das wollte natürlich auch keiner, aber die Verleihung der Auszeichnung verzögerte sich um Monate.
Natürlich ist die 80-jährige Powerfrau unverzichtbar und sozusagen das Gesicht des Projektes. Trotzdem hat Annemarie Dose recht: Die Hamburger Tafel beliefert rund 100 Einrichtungen, arbeitet mit rund 200 Lebensmittelspendern zusammen. „Wir haben alles auf Lager, außer Drogen und Waffen“, sagt Ami oft flapsig.
Kein Wunder also, dass das 1994 gegründete Projekt viele Helfer braucht. Die Ehrenamtlichen müssen die Waren abholen, sortieren, ins Lager räumen und wieder ausliefern. Derzeit sind es an die 100 Mitarbeiter, die dafür ihre Freizeit spenden.
Nicht alle Mitstreiter kamen ins Rathaus, aber immerhin 30. Warum die Hamburger Tafel für Ehrenamtliche so attraktiv ist, erklärte einer von ihnen, Teddy Sassenberg, so: „Wir duzen uns alle und es ist hier völlig egal, welchen Hintergrund jemand hat.“ Er beispielsweise war früher Manager bei Beiersdorf. Dass es auch andere Manager unter seinen „Kollegen“ gibt, stellte er einmal fest, „weil jemand ähnliche Leute kannte wie ich. Aber für unser Engagement hier spielt es keine Rolle.“ Was aber eine Rolle spielt: „Dass wir nach getaner Arbeit wieder nach Hause zurückkehren, schmutzig und mit gebrochenen Fingernägeln, aber zufrieden.“
Ähnliches gilt auch für Ami Dose selbst, die mit 66 Jahren das Projekt gegründet hatte: „Wir sind ja alle nicht mehr so taufrisch“, sagt sie über sich und ihre Mitstreiter. „Aber wir haben uns aufgerafft, etwas für die Zukunft zu tun. Und ich glaube, das ist uns gelungen.“

http://www.hinzundkunzt.de/hk/strassenmagazin/ausgabe/stadtgespraech/~article~1081/


Früher war das mal ein gutes, lesenswertes & kritisches Blatt, jetzt scheints unterwandert von neoliberaler Kackern. Ein paar Seiten weiter in der Printausgabe steht ein Artikel, der eindeutig Pro 1€-Job geschrieben ist...
Die Anzeigenkunden vermutlich mal wieder, die zu diesem drastischen Seitenwechsel zwingen, echt schade. Ich werde es nicht mehr kaufen.

Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 09:07:19 Fr. 17.April 2009
Bei Hempels wird immer mehr neoliberaler Mist verzapft. Schade. Die können sich dem allgemein Sog der Presseagenturen irgendwie auch nicht entziehen.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: CubanNecktie am 09:30:35 Sa. 18.April 2009
Zitat
«Was die Raupen übriglassen, das fressen die Heuschrecken, und was die Heuschrecken übriglassen, das fressen die Käfer, und was die Käfer übriglassen, das frisst das Geschmeiß.» (Joel 1,4) „Die Speisung der Viertausend“ (Matth. 15, 32-38)

passend dazu dieser Artikel: http://www.elo-forum.net/hartz-iv/hartz-iv/-20070601572.html (http://www.elo-forum.net/hartz-iv/hartz-iv/-20070601572.html)
Titel: "Es gibt eine neue Armut in Deutschland"
Beitrag von: Kater am 13:39:51 Di. 05.Mai 2009
Spiegel-Interview mit Gerd Häuser, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafel. Der Verband vertritt mehr als 830 lokale Tafeln in Deutschland, die jeden Tag fast eine Million bedürftige Personen mit Lebensmitteln versorgt.

Zitat
"Es gibt eine neue Armut in Deutschland"

Eine Million Menschen bekommen inzwischen täglich Essen von den Deutschen Tafeln - und wegen der Rezession werden bald noch viel mehr auf sie angewiesen sein, sagt Gerd Häuser, Chef der Helfer. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht er über neue Arme und die Spaltung der Gesellschaft.

SPIEGEL ONLINE: Herr Häuser, Sie wissen, wie Armut in Deutschland aussieht. Macht Ihnen die sich verschärfende Krise Angst?

Gerd Häuser: Angst nicht, aber ich bin unsicher geworden. Die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich nicht mehr voraussagen, die Prognosen sind nicht mehr verlässlich. Nur eines ist klar: Die Zahl der Arbeitslosen wird deutlich steigen - und damit auch die Zahl der Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.

SPIEGEL ONLINE: Spüren Sie das schon?

Häuser: Noch nicht. Die Krise macht sich zeitversetzt bemerkbar, erst einmal greifen die Sozialsysteme. Aber langfristig wird die Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigen - und die können kaum von dem Geld leben, das sie bekommen. Schon heute kommen täglich eine Million Menschen zu uns, das entspricht etwa einem Siebtel der Empfänger staatlicher Transferleistungen in Deutschland.

SPIEGEL ONLINE: Spenden die Unternehmen weniger, weil sie von der Krise betroffen sind?

Häuser: Natürlich gibt es die eine oder andere Sparmaßnahme in bestimmten Bereichen, etwa bei den Zulieferern. Aber noch bemerken wir keinen Rückgang der Sachspenden. Der Lebensmittelhandel spürt die Krise weniger, denn es wird eher bei Luxusgütern denn am täglichen Bedarf gespart. Selbst in schlechten Zeiten gibt es beispielsweise fünf verschiedene Tiefkühlpizzen im Angebot. Da bleiben immer welche für uns übrig.

SPIEGEL ONLINE: Sind es nur Hartz-IV-Empfänger, die auf Ihre Hilfe angewiesen sind?

Häuser: Nein. Früher hatten wir vor allem Obdachlose als Kunden. Heute aber gibt es eine neue Armut, die vor allem Familien mit Kindern trifft. Das sind Menschen, die Vollzeit arbeiten - deren Einkommen aber trotzdem nicht reicht. Das betrifft Leute mit Teilzeitjobs, alleinerziehende Mütter oder Angestellte im Niedriglohnsegment, die ihr Einkommen mit ALG II aufstocken müssen. Und zu uns kommen immer mehr Senioren, die nun auf Grundsicherung angewiesen sind.

SPIEGEL ONLINE: Diese Leute sind komplett auf Ihre Versorgung angewiesen?

Häuser: Wir können die Leute nicht voll verpflegen, wir bieten nur eine Ergänzung zu dem, was die Familien selbst haben. Meistens die Dinge, die frisch sind: Obst, Gemüse, Brot oder Wurst. Wir sind nicht Teil des Sozialsystems - wenn das funktionieren würde, wären wir überflüssig. Aber die Differenz zwischen den Menschen, die genug haben, und denen, die zu wenig haben, wird leider immer größer. Langfristig gefährdet das den sozialen Frieden.

SPIEGEL ONLINE: Genau das befürchten die Gewerkschaften und die SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Gesine Schwan ...

Häuser: Es wird sich zeigen, ob unsere Sozialsysteme gut genug sind, das zu vermeiden. Es ist völlig unklar, welche Risiken auf den Staat zukommen und ob Leistungen zurückgefahren werden müssen. Allein die Pläne für die "Bad Banks" sind eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Die Menschen verstehen nicht, dass unten um jeden Cent gefeilscht wird, oben aber Milliarden vergeben werden. Da verliert so mancher den Glauben an den Staat, was langfristig zu einer Gefahr für die Demokratie werden kann.

SPIEGEL ONLINE: Wie kann man genau das verhindern?

Häuser: Letztlich geht es darum, die Würde des Menschen zu bewahren. Wir machen das, indem bei uns jeder einen symbolischen Obolus zahlt. Etwa eine Münze pro Familie und Einkauf. Damit sich die Leute als Kunden verstehen und nicht als Almosenempfänger. Heute rutschen die Menschen schneller in Hartz IV - damit kann jeder in die Situation kommen, auf Hilfe angewiesen zu sein. Trotzdem gibt es immer noch eine Schamgrenze, vor allem bei älteren Leuten.

SPIEGEL ONLINE: Welche Folgen hat es, dass eine steigende Zahl von Menschen so leben muss?

Häuser: Wenn junge Menschen von Anfang an stigmatisiert werden, von Anfang an keine Chancen bekommen, sorgt das für Unzufriedenheit. Das heißt nicht, dass in Deutschland die Massen auf die Straßen gehen werden. Das wird wohl eher in Frankreich passieren. Aber dass sich auch hierzulande der eine oder andere mit Gewalttätigkeiten Gehör verschaffen will, ist nie auszuschließen.


http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,621758,00.html
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: schwarzrot am 14:47:57 Di. 05.Mai 2009
Zitat
Häuser: Letztlich geht es darum, die Würde des Menschen zu bewahren. Wir machen das, indem bei uns jeder einen symbolischen Obolus zahlt. Etwa eine Münze pro Familie und Einkauf. Damit sich die Leute als Kunden verstehen und nicht als Almosenempfänger.

Die ober-typen der tafeln sind ja wirkliche spassnasen.
Und wie gekonnt die betroffenenabzocke und dort das verbundende 'berechtigten' überprüfungsverfahren damit umgelogen wird,... ganz grosses kino!
 ;D ;D ;D

Dass das mit nur einer 'münze' gehen würde, wär mir ausserdem neu, bei den tafeln die ich kenne, wollen die zwischen 1eu und 2 eus, dafür bekommt mensch dann aber auch netterweise, lekker, teils schimmelige abfälle...
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 22:52:01 Do. 16.Juli 2009
Zitat
Essener Tafel muss Arme abweisen
 
Essen. Schweren Herzens hat der Vorstand der Essener Tafel die Entscheidung getroffen, die Ausgabe von Lebensmittelkarten bis September einzustellen. Immer mehr Menschen sind auf die kostenlose Mahlzeit angewiesen. "Wir haben unsere Kapazitätsgrenzen erreicht", sagt der Vorstand.

Sie kann das dumme Geschwätz über die Menschen, die von Hartz-IV leben, nicht mehr hören. Auch nicht mehr: „Die sollen sich doch Arbeit suchen.” Für Antje Peters vom Vorstand der Essener Tafel ist die Armut in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wer das nicht glauben mag, den lädt sie gerne ein zu einem der vier Lebensmittel-Ausgabetage der Tafel am Wasserturm an der Steeler Straße: 250 Menschen stehen da vor der Tür, junge Paare, Rentner, Mütter mit Kindern, viele Alleinstehende, alle Altersschichten sind vertreten, man findet sogar Akademiker.

Es könnte eine Schlange bei Kaufhof an der Kasse sein, bei Karstadt am Limbecker Platz, oder beim Bäcker um die Ecke. Doch hier stehen sie um Lebensmittel an, die die Essener Tafel kostenlos verteilt an diejenigen, die den Hartz-IV-Bezug oder die Grundsicherung nachweisen können. Über 3500 sind es inzwischen, die einmal pro Woche kommen dürfen, rund 2000 werden über zehn weitere Verteilstellen im Stadtgebiet versorgt. Es sind zu viele: Weil der Andrang zu groß geworden ist, weil selbst die vielen Lebensmittel-Spenden nicht mehr reichen, hat die Essener Tafel zum ersten Mal seit 1995 einen Aufnahmestopp verfügt. Damit nicht genug: Wer ab September eine der begehrten Ausgabe-Karten erhält, muss sie nach einem Jahr wieder abgeben.
 

30 glückliche Menschen erhielten am Mittwoch noch einmal ihre Lebensmittel-Karte, bis September ist damit erstmal Schluss. Nur in Notfällen werde man eine Ausnahme machen. „Es geht einfach nicht mehr”, begründet Klaus Wehlmann die Entscheidung des Vorstands. „Wir haben einfach unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.” Wehlmann befürchtet: „Das wird die Leute hart treffen.” Andererseits, sagt Antje Peters, wolle man ja auch keine lebenslange Versorgung anbieten: „Die Hilfe soll immer nur eine Zeit lang laufen, um die gröbsten Probleme aufzufangen.”

weiter: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/essen/2009/7/15/news-125835200/detail.html (http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/essen/2009/7/15/news-125835200/detail.html)

Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Workless am 01:23:44 Fr. 17.Juli 2009
Zitat
30 glückliche Menschen erhielten am Mittwoch noch einmal ihre Lebensmittel-Karte, bis September ist damit erstmal Schluss. Nur in Notfällen werde man eine Ausnahme machen. „Es geht einfach nicht mehr”, begründet Klaus Wehlmann die Entscheidung des Vorstands. „Wir haben einfach unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.”

Gut so! Auch wenn es mir für die Betroffenen echt leid tut. Aber vielleicht werden so endlich langsam mehr und mehr Leute wach und merken, dass sich der Staat nicht mittels Tafeln aus seiner sozialen Verantwortung stehlen kann.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 11:08:34 So. 19.Juli 2009
... Gut so! Auch wenn es mir für die Betroffenen echt leid tut. Aber vielleicht werden so endlich langsam mehr und mehr Leute wach und merken, dass sich der Staat nicht mittels Tafeln aus seiner sozialen Verantwortung stehlen kann. ...

... und auch Privatunternehmer mit Lohndrückerei und Lohnwucher nicht gut fahren werden.

Wer soll denn ihre Waren und Leistungen kaufen können unter solchen Lebensbedingungen?

Zahlt den Belegschaften menschenwürdige Arbeitsverdienste, führt Steuern und Sozialbeiträge ab, keine Steuer- und Beitragsgeschenke, keine Subventionen und Förder- wie Schmiergelder mehr an Unternehmen, bildet auf eigene Firmenkosten wieder den Nachwuchs zu eigenem versiertem Stammpersonal aus, schafft neue und erhaltet die vorhandene Arbeit.

Dann sind Armutstafeln nicht nötig, dann ist eine stabile, zahlungskräftige Binnenachfrage da, funktionieren das Staatswesen und die sozialen Sicherungssysteme, das Volk bleibt ruhig, einen Inneneinsatz der Bundeswehr kann man sich sparen.
Titel: Re: Tafel schließt Hartz IV Betroffene aus
Beitrag von: Eivisskat am 13:59:33 Sa. 15.August 2009
Zitat
Münsteraner Tafel schließt ein Ehepaar vom Essen aus, weil der Ehemann ein kritisches Interview gab

Kritik können viele Menschen nur sehr schlecht vertragen. Bei der Tafel in Münster können die Betreiber überhaupt keine Kritik vertragen und schlossen einen Hartz IV Betroffenen kurzerhand vom Essen aus. Damit nicht genaug, auch eine sog "Sippenhaft" gilt, denn die Ehefrau darf zukünftig die Tafel auch nicht mehr nutzen. Die "Tafeln" sammeln von unterschiedlichen Unternehmen Essen ein, um es an Bedürftige weiter zugeben. Doch als Gegenleistung wird zu mindestens in Münster augenscheinlich erwartet, dass man keine Kritik äußert. Allein in Münster sind fast 7000 Menschen auf die Essensausgabe angewiesen.

Mitte Juni 2009 gab Moritz Seegers* ein Interview der Tageszeitung "Junge Welt". >> http://www.jungewelt.de/2009/06-12/014.php (http://www.jungewelt.de/2009/06-12/014.php)  
In diesem Interview kritisierte Herr Seegers die Praxis der Tafel und deren Arbeit. Gegenüber der Zeitung "Junge Welt" berichtete Herr Seegers, dass nach dem Interview bereits der Vorsitzende der Tafel ihn an der Eingangstür erwartete und den Einlass verwehrte.
"Als ich zwei Wochen nach dem Interview das erste Mal wieder zur Essensausgabe der Münster-Tafel kam, erwartete mich schon der Vorsitzende und teilte mir mit: Sie bekommen von uns nichts mehr".

Muss man immer schön "artig sein" um die Lebensnotwendige Unterstützung durch die Tafel zu erhalten? Gilt das demokratische Grundrecht der Freien Meinungsäußerung für bedürftige Menschen nicht mehr? "Hört die Nächstenliebe dort auf, wo die Meinungsfreiheit beginnt?", fragt sich der 56jährige Hartz-IV-Betroffene, der aufgrund einer Behinderung nicht mehr Vollzeit arbeiten kann und deshalb auf Arbeitslosengeld II Leistungen angewiesen ist.

Doch die Münsteraner Tafel stellt sich quer und pocht auf das Vereinsrecht. Der Vereinsvorsitzende der Tafel Münster, Roland Goetz, pocht auf das Hausrecht. Bei der Tafel würden alle ehrenamtlich arbeiten, "aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten", sagt Herr Goertz. Herr Seegers bekommt nun kein Essen mehr und seine Frau auch nicht. Immerhin erhält die Tafel e.V. 10.000 Euro pro Jahr von der Stadt Münster, also Steuergelder die dafür verwendet werden sollen, damit Bedürftigen geholfen werden kann. Ob es auch eine Klausel gibt, bei freier Meinungsäußerung die Essensausgabe zu verweigern? Das will auf jeden Fall die Linkspartei heraus finden und stellt nun eine kleine Anfrage im Stadtrat.

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafel-schliet-hartz-iv-betroffenen-aus9554.php (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/tafel-schliet-hartz-iv-betroffenen-aus9554.php)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 14:38:27 Sa. 15.August 2009
Die Restefresser
von Mathias Wedel

Wer kommt schon zu der Ehre, an einer Tafel zu dinieren?

Horst Köhler zum Beispiel, richtig. Und was der fallen lässt, landet an einer anderen Tafel, wenn Köhlers Hund nicht schneller ist oder seine Frau. Und egal wie sehr die Wirtschaft schrumpft, die Industrie der Armenspeisungen boomt wie sonst nix.

Quelle: http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Magazin/magazin.html (http://www.eulenspiegel-zeitschrift.de/Magazin/magazin.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: besorgter bürger am 16:05:10 Sa. 15.August 2009
Zitat
aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten


und da sage noch einer, 1968 das kleine rote Buch gelesen zu haben hätte nichts gebracht.

bestrafe Einen erziehe Hundert. Mao Tse-Tung

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: KI-SH am 17:54:22 Sa. 15.August 2009
Es gibt neuen Abfall für uns:

In Schleswig Holsteins Landeshauptstadt gibt es ab nächster Woche einen Hartz IV Bäcker Laden, integriert in einen Sozialladen.
2 weitere Hartz IV Bäcker Shops wird es in den Tafel Läden geben. Das Brot gibt es für eine symbolische Spende von 10 Cent.
Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

Da soll mal einer sagen, daß es nicht vorwärts geht. Nach Supermärkten, Boutiquen, Möbelhäusern, nun auch Back Shops. Neulich las ich sogar von einem Hartz IV Baumarkt.
Umsonst arbeiten darf man dann nach der Wahl auch noch, das rundet die Sache ganz ab.
Da werden sicherlich einige Michel aber mächtig neidisch werden, auf die Hartzies , wenn es nun leckere Backwaren umsonst gibt.

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: besorgter bürger am 18:05:34 Sa. 15.August 2009
Zitat
Das Brot ... Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.

(http://www.weber-rudolf.de/images/lebensmittelmarke_1950.jpg)

ein-euro-jobber gabs auch schon mal

(http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/images/30002819-p.jpg)

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: KI-SH am 18:43:33 Sa. 15.August 2009

Hier der Baumarkt:

Leider dürfen sich bisher nur die Wittener erfreuen u. auf Schnäppchen Jagd gehen.

Einfach mal nachfragen, ob es eine erweiterte Ortsabwesenheit für einen solchen Einkauf gibt.
Die netten SB erhöhen sicherlich die 21 Tage freundlicher Weise.
Über eine Mitfahrzentrale dürfte sich`s dann lohnen.

Zitat
Es ist ein Paradies für Sammler, Hobbyhandwerker und nimmermüde Stöberer ohne großen Geldbeutel. Alte Türbeschläge liegen neben seltenen Waschbecken in den ausgefallensten Farben, daneben steht ein Stapel woanders längst nicht mehr erhältlicher Fliesen, von der Decke baumeln alte Lampenfassungen. Der laut den Betreibern erste Gebraucht-Baumarkt Deutschlands in Witten hat eine Menge zu bieten.

Die ausgefallene Geschäftsidee stammt von Marion Schmitt, Geschäftsführerin der QuaBeD - der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html (http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: BakuRock am 02:33:39 So. 16.August 2009
Zitat
..... ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.
......

Moin, nun mal langsam mit den jungen Pferden @besorgter bürger, immer schoen der Reihe nach - wenn wir Geschichte schon wiederholen wollen, dann aber auch gruendlich und genau - wie wir so sind!

Bevor es Lebensmittelmarken und Truemmerfrauen gibt, wird der Wert von Briefmarken und Geldscheinen erst mal erhoeht:

(http://www.p2u.de/BakuRock/Bilder/3000_mark.jpg)

(http://www.p2u.de/BakuRock/Bilder/15000_mark.jpg)

danach werden wir wohl hoeflich, aber bestimmt, dazu aufgefordert, die Staatsschulden als Staatsbuerger mit staatsbuergerlichen Pflichten zu begleichen - auch mit "kleinem Geld":

(http://www.p2u.de/BakuRock/Bilder/darlejns_kassen_schein.jpg)

und, bevor jetzt jemensch schon meint, es sei mit einem blauen Auge (Truemmerfrauen in wieder aufbaufaehigen Gefielden) davon zu kommen, dem hat A. Einstein, so weit ich erinnere, einen verdammten Denkriegel vorgeschoben - Albert meinte naemlich (sinngemaess):

Mit welchen Waffengattungen im dritten Weltkrieg gekaempft wuerde, wisse er nicht, aber er ahne, dass in einem darauffolgendem "Krieg" mit Faustkeilen und Keulen gekaempft werden wuerde ......

Es wuerde mich verdammt wundern, wenn dieses Tier noch lachte, und nicht taumelnd vor der Apotheke kotzen wuerde:

(http://www.p2u.de/BakuRock/Bilder/lachender_gaul.jpg)

Das Bild war irgendwann zu DDR-Zeiten in der "Funzel" - einer Beilage des "Eulenspiegel"?

Es liegt an uns allen diejenige Typen, welche im Moment die Haende auf dem roten Knopf zum Absenden von Massenvernichtungswaffen ("..... 99 Kriegsminister streichelten Benzinkanister...." |Nena|) mit Keulen zum Teufel zu jagen - Ein fuer Allemal!
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: KI-SH am 08:21:55 So. 16.August 2009

Wenn ich so den Gaul sehe, habe ich sogar als Hartzer mal was zu lachen.  :D :D :D :D :D :D :D :D :D

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12:46:04 So. 16.August 2009
Zitat
Das Brot ... Gefordert wird ein Bezugsnachweis der Bedürftigkeit.

ham wir schon wieder einen Krieg verloren? Kommt mir alles so Bekannt vor.

(http://www.weber-rudolf.de/images/lebensmittelmarke_1950.jpg)

ein-euro-jobber gabs auch schon mal

(http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/images/30002819-p.jpg)



Während und nach dem Krieg Lebensmittel rationiert zugeteilt über Marken und danach abgeschafft und mit der Hartzgesetzgebung wird diese Rationierung wieder eingeführt. Klasse Fortschritt für ein gefeiertes 60jähriges Bundesbaby. Warum die Marken nicht für Alle und nur für Alg-II-Empfänger? Sind vor dem Gesetz nicht alle gleich? Warum soll das Merkel bei Staatsempfängen ihren Hummer oder Kaviar nicht auch auf Marken zugewiesen bekommen?

Eigentlich müßten die Verursacher für eine menschenwürdige Lebensführung der von ihnen Entlassenen aufkommen - die Unternehmerbande und es nicht dem deutschen Steuer- und Beitragszahler aufhalsen.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 12:54:02 So. 16.August 2009

Hier der Baumarkt:

Leider dürfen sich bisher nur die Wittener erfreuen u. auf Schnäppchen Jagd gehen.

Einfach mal nachfragen, ob es eine erweiterte Ortsabwesenheit für einen solchen Einkauf gibt.
Die netten SB erhöhen sicherlich die 21 Tage freundlicher Weise.
Über eine Mitfahrzentrale dürfte sich`s dann lohnen.

Zitat
Es ist ein Paradies für Sammler, Hobbyhandwerker und nimmermüde Stöberer ohne großen Geldbeutel. Alte Türbeschläge liegen neben seltenen Waschbecken in den ausgefallensten Farben, daneben steht ein Stapel woanders längst nicht mehr erhältlicher Fliesen, von der Decke baumeln alte Lampenfassungen. Der laut den Betreibern erste Gebraucht-Baumarkt Deutschlands in Witten hat eine Menge zu bieten.

Die ausgefallene Geschäftsidee stammt von Marion Schmitt, Geschäftsführerin der QuaBeD - der Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft der Diakonie Ennepe-Ruhr/Hagen.

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html (http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/2009/7/6/news-124709731/detail.html)

Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger, so nach dem Strickmuster: Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw. Schon sind wir bei der sozialen Selektion, die wir bereits schon in der Schulbildung und in der medizinischen Betreuung haben - hier die gesetzlich Versicherten aus sozial belasteten Haushalten, da die privat Versicherten der Herrenmenschen-Leistungselite-Klasse aus den Gated-Communities.

Sieg heil BRD!
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 13:03:05 So. 16.August 2009

Wenn ich so den Gaul sehe, habe ich sogar als Hartzer mal was zu lachen.  :D :D :D :D :D :D :D :D :D

Warum wohl?

Das Pferd hat noch alle Zähne im Gebiss und viele Arbeitslosen Zahnlücken?
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Kater am 19:14:25 So. 16.August 2009
Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger, so nach dem Strickmuster: Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw. Schon sind wir bei der sozialen Selektion, die wir bereits schon in der Schulbildung und in der medizinischen Betreuung haben - hier die gesetzlich Versicherten aus sozial belasteten Haushalten, da die privat Versicherten der Herrenmenschen-Leistungselite-Klasse aus den Gated-Communities.

Sieg heil BRD!

@Wilddieb Stuelpner

"Eine besondere Mitfahrzentrale für Hartz-IV-Empfänger" wäre zur Zeit wohl eine mit einem Sozialrabatt, wie ihn die Linke fordert... und Hartz-IV-Empfänger könnten natürlich auch jede andere Mitfahrzentrale zum vollen Preis benutzen...

du baust dir nun einen Popanz, der nur in deiner Phantasie besteht: "Hier Sitzplätze nur für Weiße und hier für Farbeige, nicht für Juden, nicht für Hartz-IV-Empfänger usw." und kommst auch direkt zum Ergebnis deiner Analyse: "Sieg heil BRD!"

Ist es in Riesa auch so heiß wie in Berlin  ???

Gruß, Kater


Titel: Die Tafeln ein neofeudales Begleitinstrument der Hartz IV Gesetze
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:38:50 Do. 17.September 2009
Zitat
Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.

Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.

http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews (http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews)[tt_news]=6717&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=cc29a411a1
Titel: Re:Die Tafeln ein neofeudales Begleitinstrument der Hartz IV Gesetze
Beitrag von: Troll am 16:52:13 Do. 17.September 2009
Zitat
Denn die organisierte Nächstenliebe der wohltätigen Tafeln kennt nur ein Ziel: Den Wandel vom Sozialstaat zum Wohlfahrtsstaat zu unterstützen. Einhergehend mit einer Entdemokratisierung der einkommensschwachen Bürger. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Hilfe durch die Tafeln.

Der Unternehmensberater McKinsey schaffte die organisatorischen Vorgaben für dieses „Gesellschaftliche Projekt der Nächstenliebe“ und die deutsche Wirtschaft half bereitwillig nicht nur mit Sachspenden, wie Transporter und Räumlichkeiten. Deutschland nähert sich seit einigen Jahren der dritten Welt an und verwehrt immer mehr Bürgern die würdevolle Teilhabe an der Gesellschaft.

http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews (http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews)[tt_news]=6717&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=cc29a411a1

http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6717&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=cc29a411a1 (http://scharf-links.de/41.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=6717&tx_ttnews%5BbackPid%5D=56&cHash=cc29a411a1)

Die links von der Seite muß man sich gangbar basteln

[ ersetzen durch %5B
] ersetzen durch %5D

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 11:00:02 Di. 01.Dezember 2009
Wieso sind die Esel vom ZDF nicht imstande, zuzugeben dass ohne H4 und den ungenügenden Regelsatz die Tafeln gar nicht notwendig wären?

Und dass die die Tafeln leiten & ausführen, gleichzeitig die Parteien wählen, die H4 etabliert haben und die Tafeln erst nötig machen.

 ::)

"Ärger mit dem Begriff Tafeln" - Wiso vom 30.11.09 - ZDF Mediathek >> http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,1001625,00.html?dr=1 (http://wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,1001625,00.html?dr=1)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Troll am 11:47:04 Di. 01.Dezember 2009
Wieso sind die Esel vom ZDF nicht imstande, zuzugeben dass ohne H4 und den ungenügenden Regelsatz die Tafeln gar nicht notwendig wären?

Weil sich die Sonne um die flache Erde dreht.
Titel: Catholic Worker: Auf der anderen Seite des Suppentopfs
Beitrag von: Kater am 13:16:13 Do. 03.Dezember 2009
eine etwas andere Suppenküche in New York...

Zitat
Auf der anderen Seite des Suppentopfs
Ein Hilfszentrum in New York gibt in Not Geratenen Nahrung, Unterkunft, Zuspruch. Wer hier arbeitet, ist selbst obdachlos
Anne Lena Mösken

NEW YORK. Die Lower East Side in Manhattan, ein unscheinbares Backsteinhaus in der Third Street, eine blaue Holztür, die mit Graffiti übersät ist, dahinter ein langgestreckter Raum. Warm und feucht ist die Luft, es riecht nach Sellerie und gebratenen Zwiebeln. Schwere Suppentöpfe hängen an der Decke im Neonlicht. "Willkommen in unserem sehr bescheidenen Zuhause", sagt Jim Reagan und macht eine ausladende Armbewegung.

Es ist zehn Uhr morgens und die Bewohner des Catholic-Worker-Hauses St. Joseph bereiten das Frühstück vor. Es gibt Suppe, dazu grobes Brot und Kaffee. Etwa 180 Menschen werden in den nächsten zwei Stunden hierher kommen, an den langen Tischen sitzen, und für die Zeit, die es dauert eine Suppenschüssel leer zu löffeln, nicht erklären müssen, warum sie sich keine warme Mahlzeit leisten können.

St. Joseph's oder "St. Joe's", wie die Menschen, die hier leben, das Haus nennen, ist eine von zwei Catholic-Worker-Einrichtungen in New York. Es ist Suppenküche, Notunterkunft für Obdachlose und Zuhause von 28 Menschen, die hier als Freiwillige das Haus betreiben, Frühstück ausgeben und gebrauchte Kleidung.

Die Krise bringt Armut

Mit der Finanzkrise ist Armut als ein Massenphänomen in den USA zurück. Seit der "Great Depression" nach 1929 gab es keinen derart radikalen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Seit Beginn der Krise haben mehr als sechs Millionen Menschen ihren Job verloren. Allein in New York City lag die Arbeitslosenrate im Oktober bei zehn Prozent, Tendenz steigend. Wer Arbeitslosengeld bekommt, lebt von höchstens 400 Dollar in der Woche.

An diesem Morgen füllt sich St. Joe's binnen Minuten. "In den letzten Monaten kommen auf einmal Menschen zu uns, die man hier vorher nicht gesehen hat", sagt Reagan. Wie diese eine Frau, vielleicht Anfang 40, gut gekleidet, einen Koffer in der Hand. "Ich dachte, sie wäre gekommen um eine Spende abzugeben", erzählt er. Nein, habe die Frau gesagt und den Kopf geschüttelt. "Ich bin seit gestern obdachlos." Sie hat als Sekretärin im Finanzviertel gearbeitet.

"Vielen sieht man an, dass sie noch nicht lange arm sind", sagt Reagan, die Art wie sie geduckt an den Tischen sitzen, die Kleidung, die noch neu aussieht. "Da sind diese feinen Unterschiede zu denen, die seit Jahren auf der Straße leben." Außerdem stünden auch immer mehr Menschen in der Schlange, die zwar weder arbeits- noch obdachlos seien, deren Arbeitsstunden aber wegen der Krise gekürzt worden seien. Ihr Gehalt reicht in einer Stadt wie New York kaum mehr für die Miete.

Etwas ändern

Reagan sagt, sein Motto sei: "Wenn ich ein Problem sehe, liegt es an mir, etwas zu ändern." Er zuckt mit den Schultern: "Ob ich das dann gut mache, ist eine andere Frage." Die Freiwilligen laufen zwischen den Tischen hin und her, gießen dünnen Kaffee in Becher, die zur Hälfte voll geschaufelt sind mit Zucker. Ein dünner Mann schneidet sich scheibenweise Butter in seine Suppe.

An den Wänden des Speisesaals von St. Joe's hängen Fotografien und eine Zeichnung mit den Porträts von Gandhi, Martin Luther King und einer Frau mit herben Gesichtszügen. "Das ist Dorothy", sagt Reagan. Sie war es, die 1933 zunächst eine Zeitung unter dem Titel The Catholic Worker herausbrachte, um darin pazifistische und sozialistische Ideen kombiniert mit katholischen Glaubensprinzipien zu propagieren.

Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise, auf den Straßen New Yorks wimmelte es von Obdachlosen. Deshalb öffnete Dorothy Day mit ihren Anhängern ein Haus der Gastfreundschaft, dessen Tür immer offen stehen sollte - menschliche Nähe statt nur materieller Hilfe. Die Bewegung breitete sich aus, Catholic-Worker-Häuser entstanden über die gesamten USA verteilt. Heute gibt es etwa 185 von ihnen weltweit. In Deutschland hat die diakonische Basisgemeinschaft in Hamburg ein Haus nach den Prinzipien der Catholic Worker eröffnet.

Am Suppentopf steht Will Travers, 29, er fährt mit der schweren Kelle durch die Brühe. Sein T-Shirt ist so zerschlissen, dass die Tätowierungen auf seinen Schultern durchschimmern. Der Topf ist riesig, einen Meter im Durchmesser, die Kelle so groß wie ein Kinderkopf. Leute aus New Jersey bringen die Lebensmittel jeden Tag in Lieferwagen, die dort durch die Straßen fahren und Spenden einsammeln. Unterstützung vom Staat will hier keiner: "Uns ist es wichtig, unabhängig zu bleiben", sagt Travers. Sozialer Ungehorsam sei immer Teil der Catholic-Worker-Philosophie gewesen, sie haben gegen den Irakkrieg protestiert, gegen Guantanamo und den Umgang der Bush-Regierung mit illegalen Einwanderern.

Will Travers ist erst seit Mai bei den Catholic Workers, davor hat er für eine Non-Profit-Organisation in Boston gearbeitet. "Ich bin nicht religiös", sagt Travers, während er eine der tiefen Blechschüsseln mit Suppe füllt. "Aber die meisten Religionen lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Hilf deinen Mitmenschen, und lebe ein anständiges Leben." Er zuckt mit den Achseln: "Ich versuche, die Leute so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte. Das könnte man meine Religion nennen."

Freiwilligenarbeit ist Teil des amerikanischen Selbstverständnisses, ein kulturelles Phänomen: die Amerikaner fühlen sich verpflichtet, aufgrund der staatsbürgerlichen Freiheiten, die sie genießen, etwas zurückgeben. Auch Religion spielt eine große Rolle. Und wo wie hier sozialstaatliche Maßnahmen auf ein Minimum reduziert sind, ist Freiwilligenarbeit nahezu unerlässlich, damit das soziale System funktioniert. Mehr als 60 Millionen Menschen in den USA engagieren sich nach Angaben des Freedom Corps, der Regierungsinitiative für Freiwilligenarbeit, in Wohltätigkeitsorganisationen.

Travers hat vor drei Jahren damit angefangen, nach und nach Sachen loszuwerden, "einfacher zu leben", wie er sagt. "Ich wollte keine Steuern mehr bezahlen an einen Staat, der mit diesem Geld in den Krieg zieht." Er wollte nach New York umsiedeln, von den Catholic Workers hatte er schon vorher gehört, schaute eines Tages in der Suppenküche vorbei, und dachte: "Das könnte gehen." Einige Wochen später zog er von Boston in das Haus in der East Third Straße - mit einem Koffer und seinem Fahrrad. Die Arbeit mache ihn glücklich, sagt er. "Etwas in der Welt zu verändern, und sei es noch so klein, das inspiriert mich jeden Tag."

Vom Glück des Gebens

Die Arbeit ist hart, die Schüsseln sind glühend heiß. Kommen in der Wirtschaftskrise mehr Menschen? Reagan zuckt mit den Achseln. "Unten gibt es immer arme Menschen", sagt er, Wirtschaftskrise hin oder her. Doch, ja, in letzter Zeit habe er gespürt, dass es mehr geworden sei. Er geht von einem Tisch zum nächsten, scherzt mit den Stammgästen, viele kennt er mit Namen, dazwischen sitzen immer wieder welche, die stumm bleiben. Viele Obdachlose seien wütend, wird Reagan später erklären. "Wen wundert's?", sagt er. "Den ganzen Tag über werden sie wie Abschaum behandelt. Ich bin morgens auch nicht gut gelaunt, und wenn ich mir dann vorstelle, ich hätte die Nacht auf einer Parkbank verbracht ..." Dorothy hätte einmal gesagt: "Ich hoffe, sie vergeben mir das Brot, das ich ihnen gebe." Reagan habe das damals nicht verstanden, bis er selbst anfing, in St. Joe's zu arbeiten. Jetzt sagt er: "Was gibt mir das Recht, derjenige zu sein, der auf der anderen Seite des Suppentopfes steht? Ich konnte meine Armut wählen, die Menschen, die hierherkommen, hatten dieses Privileg nicht."

Ab und zu gelingt es Reagan und seinen Kollegen, mit ihrer Arbeit jemandem den Sprung von der Straße weg zu ermöglichen. Aber es sind nicht diese vereinzelten Erfolgsgeschichten, die Reagan glücklich machen. Dafür gibt es davon zu wenige. Trotzdem sagt er: "Ich lebe ein unglaublich glückliches Leben." Der Job ist härter als jeder andere, den er jemals in seinem Leben hatte. "Gott hat mich hierhergeschickt", sagt Reagan und lacht dann sofort. "Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade gesagt habe."

------------------------------

Millionen Jobs sind weg

Rekordstand: Die US-amerikanische Arbeitslosenquote ist laut Arbeitsministerium im Oktober über die Marke von zehn Prozent gestiegen. So hoch lag sie seit mehr als 26 Jahren nicht mehr. Seit Beginn der Rezession vor knapp zwei Jahren sind 7,3 Millionen Jobs verloren gegangen. Ökonomen hatten nicht mit dem Überschreiten der Zehn-Prozent-Marke gerechnet - zumal die Wirtschaft zuletzt an Schwung gewonnen hat. Die New York Times meldete, die reale Arbeitslosenquote der USA liege inzwischen bei etwa 17,5 Prozent.

Maßnahmen: Die hohe Arbeitslosigkeit gilt als Gefahr für den Aufschwung, da die Binnennachfrage schwach bleibt. Von der Regierung werden weitere Konjunkturstützen erwartet. Präsident Obama räumt dem Arbeitsmarkt zwar Priorität ein, sein Spielraum ist aber wegen des Rekorddefizits im Haushalt klein.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1203/horizonte/0004/index.html (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1203/horizonte/0004/index.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Pinnswin am 12:24:46 Di. 09.Februar 2010
http://moltaweto.wordpress.com/2009/08/12/hartz-iv-und-tafeln-lebensmittelentzug-fur-kritische-meinungsauserung/
Zitat
Münster-Tafel bestraft Widerspruch
Weil ein Hartz-IV-Empfänger junge Welt ein kritisches Interview gab, bekommt er keine Lebensmittel mehr.
Sippenhaft: Seine Frau auch nicht
Von Gerrit Hoekman
********************
Wer widerspricht, bekommt zur Strafe nichts zu essen... »Als ich zwei Wochen nach dem Interview das erste Mal wieder zur Essensausgabe der Münster-Tafel kam, erwartete mich schon der Vorsitzende und teilte mir mit: "Sie bekommen von uns nichts mehr" erzählt Seegers, der seinen wirklichen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte... Seegers mag sich nicht gefallen lassen, wie die Münster-Tafel ihn behandelt. Deshalb hat er Ewald Halbach um Hilfe gebeten... Vor kurzem gingen die beiden frühmorgens zur Ausgabestelle der Tafel, um noch einmal mit den Verantwortlichen zu reden.

Die Stimmung beim Ortstermin ist gereizt. Ein Mitarbeiter ruft per Handy den Vorsitzenden, Roland Goetz, herbei... »Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich, aber nicht für Leute, die uns ans Schienbein treten«, sagt Goetz.... Der Tafelchef bleibt unnachgiebig, moralische Bedenken hat er nicht:
Seegers bekommt keine Lebensmittel mehr. – Auch seine Frau nicht, die mit der ganzen Geschichte nichts zu tun hat.
»Niemand hat einen Anspruch auf die Hilfe unseres Vereins«, sagt Goetz.  "Wir entscheiden, wer etwas bekommt und wer nicht.«...
(http://s17.rimg.info/3cae32c459601a4ef6e8174da2bdadeb.gif) (http://smiles.rc-welt.com/smile.138087.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Alex22 am 18:08:50 Di. 09.Februar 2010
Ach die Tafeln.
Auch so ein Erfolg. Die Opfer des Wirtschaftssystems verteidigen bereits in Foren "ihre" Tafeln. Ohne diese gänge es ihnen doch so viel schlechter.
Ich kann gar nicht so viel kotzen.
Eigentlich kann man D abschreiben. Hartz IV wirkt. Und wie es wirkt!

Grüße an alle CD, die ihre Würde verteidigen.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Carpe Noctem am 23:01:22 Di. 09.Februar 2010
»Niemand hat einen Anspruch auf die Hilfe unseres Vereins«, sagt Goetz.  "Wir entscheiden, wer etwas bekommt und wer nicht.«...

Genau das ist der Grund, Tafeln als Entlastung des staatlichen Systems anzusehen. Sie verteilen nur an Zustimmer ihre Lebensmittel, stopfen Kritikern das Maul mit gähnender Leere, wedeln gutsherrlich mit Hausverboten und berufen sich auf den Hauptkritikpunkt der gegen sie ins Feld geführt wird:

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Essen bei der Tafel.

Das ist ein Armutszeugnis, eine Bestätigung aller Kritik auf höchstmöglichem Niveau. Die übertreffen sich selbst.

Grüsse - CN
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: flocke am 00:59:24 Mi. 10.Februar 2010
O ein Thread über die Tafeln...

da habe ich doch gestern erst gedacht, dass diese Tafeln ziemlich zum kotzen sind. Und da finde ich heute einen Thread...wie schön :-*
Titel: Medikamenten-Tafel hilft Hartz-IV-Empfängern
Beitrag von: Kater am 17:59:24 Do. 25.Februar 2010
Zitat
Medikamenten-Tafel hilft Hartz-IV-Empfängern

Dülmen (dpa) - In die Apotheke vor ihrer Wohnung ist Simone Klinkenberg bei Husten, Schnupfen oder Durchfall früher selten gegangen. «Zu teuer», sagt die 49-Jährige, die mit ihrem Sohn Simon in Dülmen wohnt und wegen eines Gehirntumors nicht mehr arbeiten kann.

Wegen der Geldnöte ist Klinkenberg mittlerweile Expertin für alternative Medizin. «Bei Halsschmerzen hilft Salbeitee, bei Erkältung Zwiebelsaft und bei Durchfall ein geriebener Apfel», erklärt sie. Manchmal haben diese Hausmittel geholfen. «Manchmal aber auch nicht.» Dann wurde aus einer kleinen Erkältung schnell mal eine schwere Grippe, die sie oder ihren Sohn tagelang ans Bett fesselte.

Mittlerweile ist das anders. Wenn sie oder Sohn Simon heute krank werden, geht Klinkenberg jetzt sofort in die Apotheke. Denn für ihre Medikamente muss sie dort nur noch die Hälfte zahlen. Möglich macht das die Dülmener Tafel, die Bedürftige seit Jahren mit Lebensmitteln versorgt. Seit Oktober erhalten Tafel-Kunden mit einem entsprechenden Ausweis auch rezeptfreie Medikamente in allen zehn Apotheken der Stadt zum halben Preis. Die andere Hälfte zahlt ein privater Sponsor. Ein Konzept, das so ähnlich in Deutschland nur noch von einer Tafel in Stuttgart angeboten wird und abseits der heftigen Debatte um die Neuregelung der Hartz-IV-Sätze zeigt, wie mit Bürger-Engagement auch Hilfsbedürftige notwendige Medikamente bekommen können.

«Der Bedarf ist seit 2004 groß», sagt die Dülmener Apothekerin Bettina Schmitt. Damals hatte die rot-grüne Bundesregierung die Gesundheitsreform beschlossen. Krankenversicherte müssen seitdem Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, selbst bezahlen. Für Schmitt steht außer Frage: «Viele Menschen können sich die Medikamente nicht leisten.» Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung scheint ihr Recht zu geben. 20 Prozent der befragten Empfänger von Hartz IV berichteten darin, dass sie rezeptfreie Medikamente nicht mehr bezahlen können.

Simone Klinkenberg bekommt im Monat rund 714 Euro Rente vom Staat. Mit Wohn- und Kindergeld stehen ihr rund 1000 Euro zur Verfügung. «Davon muss ich Miete, Strom, Heizung, Versicherung, das Telefon, Kleidung und Essen für mich und meinen Sohn zahlen.» Für Medikamente sieht ihr Regelsatz zwar monatlich 15 Euro vor. «Das geht aber immer für anderes drauf.» Für Apothekerin Schmitt ein nicht hinnehmbarer Zustand. «Die Politiker haben damals anscheinend nicht darüber nachgedacht, dass der Verzicht auf diese Medikamente dramatische Entwicklungen nach sich ziehen kann.» Eine Erkältung könne sich, wenn sich die Verschleimung nicht löst, zur Lungenentzündung entwickeln.

Vorbild für Dülmen war das Stuttgarter Modell, wie Yvonne Redmann, Vorsitzende der Dülmener Tafel, sagt. Dort können Bedürftige seit 2007 rezeptfreie Medikamente mit 25 Prozent Rabatt beziehen, nachdem man gemerkt hatte, dass immer mehr Tafel-Kunden an Lungenentzündungen erkrankten. «Wir haben uns dann in Dülmen mit Apothekern und Ärzten zusammengesetzt und eine Medikamentenliste erstellt, für die wir die Kosten übernehmen wollen», sagt Redmann. Rund 50 Medikamente sind bisher erfasst, darunter Fieber- und Schmerzmittel, sowie Präparate gegen Pilzerkrankungen, Kopfläuse oder Heuschnupfen.

Etwa 60 Menschen haben das Angebot bereits in Anspruch genommen. «Dafür müssen sie zunächst ihre Bedürftigkeit nachweisen», sagt Redmann. Wer im Krankheitsfall von einem Hausarzt ein Privatrezept bekommt - ein Rezept also, das von den Krankenkassen nicht erstattet wird - kann damit zur Tafel gehen und es sich abstempeln lassen. «In der Apotheke zahlen sie bei Vorlage dann nur noch den halben Preis.»

Der Sozialwissenschaftler Peter Grottian von der Freien Universität Berlin sieht in dem Angebot aber kein Modell, das nach dem Vorbild der 860 Lebensmittel-Tafeln eine Versorgung der Ärmsten mit rezeptfreien Medikamenten in Deutschland gewährleisten kann. «Hier läuft in jedem Fall etwas schief. Menschen, die offenkundig krank sind, können die notwendigen Medikamente nicht bekommen.» So ein Angebot könne nur eine Ersatzlösung sein, sagt Grottian. «Hier ist aber eigentlich der Gesetzgeber gefragt.»

http://de.news.yahoo.com/26/20100225/thl-medikamenten-tafel-hilft-hartz-iv-em-b930478.html (http://de.news.yahoo.com/26/20100225/thl-medikamenten-tafel-hilft-hartz-iv-em-b930478.html)
Titel: Medikamententafel in Dülmen:
Beitrag von: Pinnswin am 13:51:35 Sa. 27.Februar 2010
... 115 Rezepte in drei Monaten
http://www.mv-online.de/home/homepage_thema_3/1252084_Medikamententafel_in_Duelmen_115_Rezepte_in_drei_Monaten.html (http://www.mv-online.de/home/homepage_thema_3/1252084_Medikamententafel_in_Duelmen_115_Rezepte_in_drei_Monaten.html)

Zitat
... „Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen“, so Tafel-Vorsitzende Yvonne Redmann. „Die Medikamententafel ist ganz toll angenommen worden.“... Die Dülmener Tafel ist erst die zweite in Deutschland, die eine Medikamententafel anbietet. Nun haben sich weitere Tafel erkundigt. „Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter“, sagte Redmann, die beim überregionalen Tafeltreffen im März von dem Projekt berichten wird... Kunden können sich beim Arzt ein so genanntes grünes Rezept ausstellen lassen. Dieses lassen sie bei der Tafel abstempeln, und gehen dann in die Apotheke.
(http://s19.rimg.info/2e677ca9383cd4b0b45f87f70f23015a.gif) (http://smiles.rc-welt.com/smile.154366.html)
Titel: medikamententafeln - es gab mal einen sozialstaat...
Beitrag von: milly am 08:21:43 Mi. 12.Mai 2010
...arme müssen dann in der apotheke "nur noch die hälfte" zahlen mit einem gutschein der dülmener tafel, welche sich an spenden dumm und fett verdient...

edit: meine (unbegründete) unterstellung der habgier nehme ich zurück, im gegenteil erstmal respekt vor der dame aus dülmen! meine wut richtet sich gegen den missstand als solchen!

5 eu für ein kopfläusemedikament ist für arme ebenso unerschwinglich wie 10.-! das ist an zynismus nicht mehr zu überbieten!!!

der folgende videobeitrag ist zwar nicht mehr ganz taufrisch, aber ich finde ihn unbedingt sehenswert:

http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0225/tafel.php5

Monitor Nr. 603 vom 25.02.2010
Die Medikamententafel
Medizinische Grundversorgung von Armen in Gefahr

Zitat
Bericht: Eva Müller

Sonia Seymour Mikich: "Hallo, und ganz richtig bei MONITOR. Eine Frage: Wo gibt es für die Ärmsten vielleicht zu wenig Hilfe vom Staat und wo zu viel? Was ist das Existenz-Minimum für Hartz-IV-Familien, für bitterarme Rentnerinnen, Niedrigstlöhner? Was ist das ‚gesundheitliche Existenzminimum’? In Dülmen hat eine Gruppe Ehrenämtler eine Medikamententafel für Arme eingerichtet. Eine Medikamententafel, weil Hustensaft zum finanziellen Problem wird. Aber darf Gesundheit ein Almosen sein? Eva Müller zeigt, wie es dazu kommt."

Natürlich haben auch Anke Irma und zwei ihrer vier Kinder Grippe - wie die halbe Republik - nur sie kann sich das eigentlich nicht leisten. Ihr Mann braucht auch noch regelmäßig eine teure Salbe. Deshalb geht sie heute hierhin - zur Medikamententafel.

Nicht Kleiderkammer, nicht Lebensmittelhilfe. Nein, hier bekommen bedürftige Menschen die Hälfte von verschreibungsfreier Medizin mit privaten Spenden finanziert. Anke Irma hat, bevor es das hier gab, daran gespart. Mit dieser Hilfe muss sie nun in der Apotheke nur noch die Hälfte zahlen.


Anke Irma

Anke Irma: "Ja, da musste ich dann überlegen, ob ich meinem Mann die Beine cremen konnte, ob wir uns ein Nasenspray gekauft haben oder halt Schmerzmittel. Dann wurde halt versucht, rumzudoktern, ob wir es alleine hinkriegen und dann halt nur im äußersten Notfall gekauft. Ganze einfach. Weil wir es uns oftmals nicht leisten konnten."

Medikamente als Spenden? Yvonne Redmann war es, die neben der Lebensmittelausgabe auch die Medikamententafel ehrenamtlich gegründet hat. Ihr fiel auf, dass ihre Kunden es einfach nicht schaffen, all die Medikamente selbst zu bezahlen, die nach und nach aus der Erstattung der Krankenkassen gefallen sind.


Yvonne Redmann

Yvonne Redmann, Gründerin der Medikamententafel: "Also die Grundversorgung ist natürlich dadurch überhaupt nicht mehr gewährleistet. Für Schmerzen, Fieber für Kinder und Erwachsene, Grippemittel, Schleimlöser, Halsschmerzen, Kopfläuse, Schnupfen, Lippenherpes, Magen- und Darm-Erkrankungen. Das sind also Sachen, ich weiß nicht, ob man da so sagen kann, oh, das ist alles halb so schlimm. Das glaub ich ganz und gar nicht."

Aufgefallen ist das Problem zuerst in den Arztpraxen. Bei Dr. Holger Kruck zum Beispiel. Er merkte, dass seine Patienten die verschreibungsfreien Medikamente einfach nicht kauften, die er ihnen empfahl. Auch Simone Klinkenberg ... die heute wegen einer Bronchitis hier ist. Sie und ihr Sohn leben von einer kleinen Berufsunfähigkeitsrente und vom Kindergeld.


Simone Klinkenberg

Simone Klinkenberg: "Am Anfang des Monats habe ich meine 200,- Euro, die hole ich von der Kasse ab. Das hab ich zur Verfügung, das andere geht alles für die Lebenshaltungskosten drauf, ob Miete, Strom, etc. Und dann ist da nichts mehr drin."

Das Mittel gegen die Bronchitis, Schmerzmittel, Antiallergika, aber auch der Zahnersatz, die Brillengläser - es geht um einfache, aber eben notwendige Dinge. All das wird seit der Gesundheitsreform nicht mehr erstattet. Für gut gestellte Patienten ist das kein Problem. Aber für manchen Rentner, für Arbeitslose, Geringverdiener - ein Grund hier zu sparen.


Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner

Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner: "Zum Beispiel ein Durchfallmittel - bei Durchfallmitteln ist man sehr eingeschränkt, die sind fast alle nicht mehr verordnungspflichtig. Selbst was in den Kliniken, wie Peentereol - ein gängiges Durchfallmittel - wird sehr häufig in Deutschland eingesetzt. Nichtsdestotrotz sagte mit letztens ein Patient, dann müssen sie das Rezept leider behalten, das kann ich mir nicht leisten. Und das ist natürlich auch für mich als Arzt schon ne Situation, die sehr unbefriedigend ist. Man möchte ihm dann ja helfen, letztlich sagt er aber, er hat das Geld nicht."

Auch Simone Klinkenberg geht direkt von der Arztpraxis zur Medikamententafel. Dadurch muss sie für die Medizin nur noch die Hälfte zahlen. Sie hat Glück, dass es gerade in Dülmen dieses besondere Angebot gibt. Arzneimittel für Bedürftige aus Privatspenden finanziert. Kann das ein Modell sein?


Dr. Bernd Schulte

Dr. Bernd Schulte, Max-Planck-Institut für Sozialrecht: "Es gibt nicht überall diese Medikamententafel und es wird nicht jedermann auch bereit sein, sich dahin zu begeben, weil da in der Tat sozusagen so der Geruch von Almosen, usw. eine gewisse Rolle spielt. Also insofern ... vor allen Dingen eben, es besteht kein Anspruch auf diese Leistung. Insofern ist das keine Alternative zum Sozialstaat."

Die Folgen für die, die nicht zur Tafel gehen, beobachtet Dr. Holger Kruck in seiner Praxis: die Patienten kommen später noch kränker - zum Beispiel mit Lungenentzündung - hierhin zurück. Oder sie bitten direkt um ein stärkeres Mittel, Hauptsache verschreibungspflichtig, Hauptsache, sie müssen es nicht bezahlen.

Dr. Holger Kruck, Allgemeinmediziner: "Es ist halt schwierig für mich als Arzt, weil die Patienten manchmal danach fragen. Weil sie sagen, ich hab jetzt Husten, Schnupfen, ich brauch jetzt ein Antibiotikum, weil sie wissen, das ist verschreibungsfähig, oder die Patienten einen anbetteln, dass man irgendwas tut. Aber da muss man als Arzt dann auch hart sein, weil man muss dann wirklich den Patienten davon überzeugen, dass es für ihn ja ne falsche Therapie in diesem Fall wäre."


Das ist ein deutschlandweites Problem. Seit der Gesundheitsreform 2004 stieg der Marktanteil der verschreibungspflichtigen Medikamente deutlich an, während der Anteil rezeptfreier Medikamente zurückging. Statt Geld zu sparen, wurde es für die Krankenkassen sogar noch teurer. Anke Irmas Problem ist nicht nur die Grippewelle. Sie geht heute auch für ihren Mann in die Apotheke. Er war mal Metzger, dann bekam er Diabetes und eine schwere Wundrose am Bein. Für die braucht er regelmäßig Salben, die aber auch nicht erstattet werden. Die sechsköpfige Familie lebt von Hartz-IV. Das heißt, pro Elternteil pauschal 14 Euro im Monat für Praxisgebühren und alle Medikamente.

Anke Irma: "Ja, natürlich hab ich alles versucht, auf jeden Fall. Aber es geht nicht. Und ich kann nicht zu meinem Mann sagen, du darfst dein Bein nur noch alle 14 Tage einmal cremen, für mehr reicht das Geld nicht."

Vor zwei Wochen hat das Bundesverfassungsgericht das Problem immerhin benannt. Besser soll es jetzt aber nur für Härtefälle werden. Wer einer ist, entscheidet aber nicht der Arzt, sondern die Arbeitsagentur. Heute will Anke Irma dort den Antrag stellen. Ihr Mann kann nicht selbst kommen, aber sie hat Fotos vom Problem dabei.

Anke Irma: "Er kann sich kaum bewegen vor Schmerzen, ihm fehlt ein Stück von der Wade. Ihm fehlt Muskeln, und von daher, das sind schon Schmerzen, die er da hat. Und die Haut ist so empfindlich geworden, dass sie keine Feuchtigkeit mehr hält und er aufgrund dessen diese Creme braucht."

Ob ihr Mann ein Härtefall ist, kann ihr heute noch keiner sagen, sie muss abwarten. Und mit ihr Tausende, die in den nächsten Wochen zum Amt gehen werden.


Joachim Rock

Joachim Rock, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband: "Die aktuelle Härtefallregelung reicht aus unserer Sicht überhaupt nicht aus. Sie umfasst nicht alle notwendigen Medikamente, die da in Rede stehen könnten. Sie ist insofern nicht ausreichend. Und: Sie betrifft auch nur diese Menschen, die im Leistungsbezug sind. Nicht aber all die Geringverdiener, die gerade noch nicht im Leistungsbezug sind, aber genauso Schwierigkeiten haben, sich die medizinische Versorgung mit Medikamenten zu leisten. Deshalb brauchen wir eine grundsätzliche Lösung dafür im System der gesetzlichen Krankenversicherung."

Und solange hängt die medizinische Grundversorgung von Familie Irma von Spenden ab! Auf Anfrage heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium knapp:

"In diesem Bereich zurzeit keine Änderungen geplant."

Sonia Seymour Mikich: " Es ist schon dreist, dass genau die Parteien, die heute regieren, vor Jahren genau diese fatale Gesetzeslücke schwer kritisiert haben. Aber da waren sie ja auch noch Opposition."
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Tante Maria am 23:57:18 Do. 13.Mai 2010
Soweit sind wir schon. Wo würd das noch hinführen? Das wir uns gegenseitig die Zähne auf der Straße reparieren. Selber Zahnärzte spielen?Wie in indien? >:(
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 08:10:28 So. 21.November 2010
Soso, REWE hat sich - pünktlich zu Weihnachten - was Neues einfallen lassen: WIR Kunden sollen jetzt zusätzliche Produkte einkaufen ( Vorgabe sind ausgerechnet Gewürzgurken, Zucker, Weissmehl und ganz viel Pasta...^^) und diese gleich im Laden für die örtliche Tafel spenden.

Zitat

Kauf eins mehr für die Tafeln.
Die große Spendenaktion von REWE. Sie spenden und REWE spendet. Zugunsten der lokalen Tafel.
Helfen Sie helfen

Kauf eins mehr für die Tafeln, so lautet das Motto der großen REWE Spendenaktion! Die Tafeln unterstützen Bedürftige in Ihrer Region mit wichtigen Lebensmitteln für das tägliche Leben. Die Idee ist ganz einfach: Kaufen Sie ein und spenden Sie die Waren direkt in Ihrem REWE Markt. Einfach einen oder auch gerne mehrere Artikel – zum Beispiel eine der fertig gepackten REWE Tafel-Tüten mit ja! Produkten – zusammen mit Ihren normalen Einkäufen bezahlen und anschließend die Spende an der Sammelstelle hinter den Kassen abgeben. Bitte helfen Sie mit!

http://www.rewe.de/index.php?id=rewe-deutsche-tafeln (http://www.rewe.de/index.php?id=rewe-deutsche-tafeln)



Echt das Letzte, ich finde es unglaublich und dann noch dieser abfällige Film!

Warum kann REWE sich z.B. nicht in seinem neuen Marketing "Gesellschaftl. Engagement"  ::) für höhere Regelsätze stark machen, damit sich jeder Arme ausreichende Lebensmittel seiner Wahl wieder selbst kaufen kann?

Oder wird, wie auch in den Discountern, gerade mit H4 so wunderbar Kasse gemacht?

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Alex22 am 14:18:14 Mo. 22.November 2010
Nun werde ich nach KIK und Schlecker auch mal gegen REWE
das Geschütz der Aufklärung auffahren:
http://www.lag-hartziv-muss-weg.de/pages/posts/bei-rewe-fuer-die-tafen-spenden90.php (http://www.lag-hartziv-muss-weg.de/pages/posts/bei-rewe-fuer-die-tafen-spenden90.php)

Der Bäcker im Baumarkt ( und anders wo hat der auch Filialen) wirbst mit seinem Einsatz für die Tafeln.
Ich und meine Freunde sind dort keine Kunden mehr. Rechtzeitig zu Weihnachten werde ich dem Bäcker das auch mitteilen.

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: matten am 06:21:28 Fr. 26.November 2010
moin Alex22


finde Ich eine.. Gute Idee..
mache Ich auch so

zu Rewe..habe das gestern diesen Stand am Eingang auch gesehen
und war doch etwas sprachlos.
Gehe dort sicher nicht mehr hin und werde in meinem Umfeld das auch
klar sagen und Stimmung machen.

matten
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 16:56:02 Mo. 13.Dezember 2010
Zitat
Hartz4-Plattform: Weihnachts-Wunschzettel an Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, DIE LINKE

Brigitte Vallenthin hofft auf Ausstieg der HartzIV-muss-weg-Partei-Vertreterin aus dem Kuratorium der Berliner Tafel Stiftung und stattdessen auf ihre Unterstützung beim Umbau der Tafeln in Arbeitslosen-Hand

„Adventszeit ist Weihnachts-Wunsch-Zeit. Und da wünschen wir uns von der Bundestagsvizepräsidentin der HartzIV-muss-Weg-Partei, dass sie uns ganz konkret bei der Umwandlung eines Tafel-Prototyps in Erwerbs-Arbeitsplätze für Arbeitslose und Armutsstempel-freie Nutzung von Rest-Lebensmitteln des Handels unterstützt,“ beschreibt Hartz IV-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin ihren Wunschzettel zum dritten Advent gegenüber dem Sozialticker.

„Die ersten Gedanken für diesen Wunsch hatte ich auf einer Podiumsdiskussion, auf der Sabine Werth, die Mutter der Tafeln in Deutschland, davon berichtete, die Unternehmensberatung McKinsey habe ihr ein Tafel-Handbuch geschrieben habe und sei auch im Beirat der „Berliner Tafel Stiftung“, deren Vorstandsvorsitzende sie ist, beratend vertreten.

Als ich nun bei der Recherche zu dieser Stiftung darauf stieß, dass Petra Pau in deren Kuratorium sitzt,
gab es zwingend nur eine einzige Ergänzung für den Weihnachtswunsch unserer Hartz IV-Bürgerinitiative – nämlich die Bitte, dieses Organ zur Unterstützung der Armuts-Industrie sofort zu verlassen.“

Die „Berliner Tafel Stiftung“ (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/01_geschichte.php (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/01_geschichte.php)) ist – soweit ihre Homepage darüber Auskunft gibt, eine Geld-Sammel-Organisation für die „Berliner Tafel e.V.“ (http://www.berliner-tafel.de/01_geschichte.php (http://www.berliner-tafel.de/01_geschichte.php)) Vereinsvorsitzende der Berliner Tafel und Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist Sabine Werth, Inhaberin eines Familienpflege-Dienstes.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist Gisela Pfeifer-Mellar, Geschäftsführerin der „Goldnetz gGmbH“ (http://www.goldnetz-berlin.org/index.php?id=7 (http://www.goldnetz-berlin.org/index.php?id=7)). Dieses Unternehmen präsentiert sich im Internet als „arbeitsmarktpolitischer Dienstleister“ mit einem breiten Rundum-Paket und „bietet“ von hochmodern aufwändig designten Räumen seines Büros „die Entwicklung und Umsetzung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten im Rahmen der Arbeitsförderungs-, Bildungs- und Sozialpolitik an.

Im Wesentlichen sind das die Instrumente und Programme des SGB II“ - kurz alles, was mehr als „Fordern“ denn als „Fördern“ mittels so genannter Eingliederungsvereinbarung Druck macht. Ansonsten ist die Tafel Stiftung mit öffentlicher Transparenz sehr zurückhaltend: eine Satzung fehlt ebenso wie ein Hinweis auf Stifter. Und zur Seite des Beirats gibt es zwar einen Link. Der führt aber zu einem weißen Blatt.

Dass wir in dieser Gesellschaft eine Links-Partei-Abgeordnete finden (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/02_kuratorium.php (http://www.berliner-tafel-stiftung.de/02_kuratorium.php)), hätten wir nicht erwartet – schon gar nicht die mit Direktmandat und mit üppigen 47,6 % im Berliner Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf gewählte Bundestagsabgeordnete Petra Pau.


„Wo ein starker Wirtschaftsmarkt ist, ist meistens auch McKinsey“ (http://www.mckinsey.de/html/profil/index.asp (http://www.mckinsey.de/html/profil/index.asp)) - heißt es auf der Deutschen Seite des internationalen Beratungs-Konzerns“ - „aber doch bitte nicht ein prominentes Mitglied einer Anti-Hartz-Partei“, wünscht sich Brigitte Vallenthin.

„Da bleibt uns nur zu hoffen“ schließt Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker ihren Weihnachts-Wunschzettel ab, „dass sich diese Funktion von Petra Pau als Irrtum erweist und sie sich noch bis zum Fest des weihnachtlichen Schenkens für ein Geschenk an uns entscheidet, diesen Job hinzuschmeißen und mit uns zusammen den Aufbau einer neuen, Sinn- und Arbeitsplatz-stiftenden Lebensmittel-Verwertung zu starten.“



bei http://www.scharf-links.de/ (http://www.scharf-links.de/)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 08:36:42 Di. 18.Januar 2011
Ich hatte es ja schon geahnt... :-X


Zitat
Tafeln "profitieren" vom Dioxin-Skandal

Sie kümmern sich um das, was woanders übrig bleibt oder was niemand haben will: Die Tafeln für bedürftige Menschen verteilen überschüssige Lebensmittel aus dem Einzelhandel - und profitieren in Niedersachsen offenbar ausgerechnet vom Dioxin-Skandal: "In etlichen Tafeln bekommen wir von den Geschäften erheblich mehr Eier und abgepackte Wurstwaren gespendet als sonst", sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes, Edeltraut Graeßner. Eine Tafel habe berichtet, dass sie in der vergangenen Woche sogar die 15-fache Menge an Eiern erhalten habe als sonst üblich.


Die gespendeten Waren seien nach menschlichem Ermessen unbedenklich, sagte Graeßner. Der Landesverband stehe in Kontakt mit der Lebensmittelkontrolle. Viele der spendenden Geschäfte hätten der Ware auch Unbedenklichkeits-Zertifikate beigelegt. "Aber gegen kriminelle Machenschaften sind wir genauso hilflos wie die Bauern, die im guten Glauben Futter eingekauft haben." Allerdings erhielten nicht alle Tafeln mehr Lebensmittel. Bei rund der Hälfte habe es keine Veränderungen gegeben, so das Ergebnis einer Umfrage.


Immer mehr Menschen wenden sich an Tafeln
In Niedersachsen gehören dem Landesverband 97 Tafeln an. Sie versorgen wöchentlich rund 110.000 Bedürftige mit überschüssigen Lebensmitteln aus dem Einzelhandel. Bundesweit wird Graeßner zufolge die Zahl der Tafel-Kunden auf rund eine Million geschätzt.

Nicht nur Arbeitslose
In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Bedürftigen verdoppelt, sagte Graeßner. "Erschreckend ist der sprunghafte Anstieg derer, die trotz eines bezahlten Jobs auf die Hilfe unserer Tafeln angewiesen sind." Viele Tafel-Kunden berichteten, dass sie bei Zeitarbeitsfirmen zu sehr geringen Löhnen beschäftigt seien oder eine Aufstockung ihres Lohnes durch Hartz IV erhielten.


http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/dioxin429.html (http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/dioxin429.html)

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: inline am 13:48:43 Di. 18.Januar 2011
Zitat von: Eivisskat
Sie kümmern sich um das, was woanders übrig bleibt oder was niemand haben will: Die Tafeln für bedürftige Menschen verteilen überschüssige Lebensmittel aus dem Einzelhandel - und profitieren in Niedersachsen offenbar ausgerechnet vom Dioxin-Skandal: "In etlichen Tafeln bekommen wir von den Geschäften erheblich mehr Eier und abgepackte Wurstwaren gespendet als sonst", sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes, Edeltraut Graeßner. Eine Tafel habe berichtet, dass sie in der vergangenen Woche sogar die 15-fache Menge an Eiern erhalten habe als sonst üblich.

Hat was von Contergan an Entwicklungsländern verkaufen

Zu den Tafeln hätte ich kein Vertrauen,
Gedanken habe ich mir aber schon dazu gemacht, wenn es mal hart auf hart kommt...

so meine Gedanken dazu:
Dann würde ich mir alternativ was von den Leuten aus der Nachkriegszeit  abschauen.
Mur die Grundnahrungsmittel kaufen. Kartoffel, Reis, Mehl, Hefe ggf. Eier (die möglichst unbedenklich sind) , Gemüse u. Obst der Saison etc., selber kochen und backen, notfalls hamstern.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Alan Smithee am 16:14:27 Di. 18.Januar 2011
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass es hier bei der Tafel oft auch angeschimmeltes Zeugs gibt...Kann auch nicht wirklich gesund sein. Gut, jetzt kommen dann auch noch die ganzen toxisch-belasteten Lebensmittel dazu. Super. Das nennt sich dann wohl Entsorgung auf beiden Seiten der Nahrungskette.

Die Reichen (oder die, die es sich noch leisten können) marschieren in die Bio-Läden, die finanziell weniger Begünstigten bekommen in den überprüften Supermärkten dann eine eher mittelfristige Lebensdauer zugestanden, während die Hartzies/Sozialhilfeempfänger und Rentner offensichtlich am schnellsten entsorgt werden sollen.)

Und die, die noch etwas robuster sind, und erst noch eine Weile dahinsiechen werden, bekommen dann von der Pharmaindustrie ganz großzügig gesponserte Medikamente. Erspart dann die Laborversuche....
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Alex22 am 22:01:01 Di. 18.Januar 2011
inline
so ähnlich mache ich es. Weil mir der meiste "Mist" in den Supermärkten nicht bekommt, lasse ich ihn in den Regalen.
ich könnte in so einem laden verhungern, wenn ich an all die Info zu den Waren denke.
Erst heute hatte ich Onko Kaffee in der Hand, in dem nur 88% Kaffee war.
Dann die ganzen Joghurts mit den süßen Zutaten.
Es reicht normaler Joghurt und dann macht man Zucker oder Honig usw rein. Ist billiger und gesünder.
Dann wird auch weniger Müll produziert, wenn der Kunde nicht diese Vielfalt nachfragt.

Frisches Essen auf den Müll
(1/3) Frisches Essen auf dem Müll - Sie nannten es Marktwirtschaft ( Dokumentation ) (http://www.youtube.com/watch?v=zwQ_Nw6gc8k#ws)

Man sollte gemeinsam einkaufen und gemeinsam kochen.
Immer so im Wechsel, das schafft Gemeinschaft und stärkt die Widerstandskraft.
 :)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: inline am 13:30:16 Mi. 19.Januar 2011
Genau, die Doku "Frisch auf dem Müll" habe ich auch im TV gesehen.
Deswegen meine ich ja auch "zurück zu den Grundnahrungsmitteln"  so als Terndwende, bzw. als Alternative zum Designer-Food, welches die Vielfalt vorgaukelt.

Außerdem, was sagt uns das Unwort des Jahres:
Die Tafeln sind wohl auch nicht alternativlos

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Aloysius am 09:02:12 Do. 20.Januar 2011

Außerdem, was sagt uns das Unwort des Jahres:
Die Tafeln sind wohl auch nicht alternativlos



Diesmal ist wirklich mein absolutes Anti-Favorit Unwort geworden.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 09:57:33 So. 06.November 2011
Jetzt fängt REWE schon wieder an mit dieser unsäglichen Tafel-Aktion, die sie schon im letzten Jahr durchgezogen haben und zwingen die Tafelbenutzer ihre billige Kohlehydrats-Pampe zu essen.

http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/tafeln.html (http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/tafeln.html)


Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, will Rewe nun auch noch "älteren Menschen warm durch den Winter helfen" und startet zusammen mit dem DRK und irgendeinem Ekel-Getränk eine neue, ebenso unsägliche Aktion, die mich sehr stark ans 3. Reich oder die Nachkriegszeit erinnert, in der Frauen für Soldaten oder andere arme Frierende stricken sollten.

Nun hat es offensichtlich die armen Rentner D's getroffen, die sich wg. Altersarmut und steigender Nebenkosten inzwischen nicht mal mehr passende Winterkleidung leisten können.

http://www.rewe.de/besser-einkaufen/aktionen/stricken.html (http://www.rewe.de/besser-einkaufen/aktionen/stricken.html)


Ich finde diese Marketing-Kacke wieder ganz unerträglich & völlig daneben  und ich würde mir wirklich einige begabte, unabhängige Journalisten (die sich hier bei CD immer gern mal ungucken...) wünschen, die diese gruselige Kampagne von Rewe mal öffentlich in die politisch richtige Position stellen.

Und sehr schön wäre es ja auch, wenn Rewe sich stattdessen für eine Erhöhung der Regelsätze und der Renten einsetzen würde, damit die Betroffenen sich ihre Lebensmittel & Winterklamotten wieder selbst kaufen können.



Nachtrag: Leider habe ich schon letztes Jahr gemerkt, wie schwer es ist vor Ort, die Kunden von der Absurdität dieser Kampagne zu überzeugen, die meisten haben es gar nicht verstanden...

 
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Aloysius am 17:32:34 Mi. 16.November 2011
Tja, der Wunsch nach dem motivierten Journalisten, der sich auf solche Themen stürzt, der ist verständlich. Allerdings kümmern sie sich nicht einmal darum, wenn man sie darauf stößt.

Eigenes Beispiel:

Ich habe die Mailadresse eines Redakteurs einer der führenden deutschen Nachrichtenbetriebe. Er hatte mich mal kontaktiert aufgrund eines meiner Kommentare zu einem seiner Artikel.

Nun war mir aufgefallen, daß der Pädophilie-Beauftragte von Papst Benedikt sich diverser englischer, amerikanischer und italienischer Zeitungsartikel nach bei einem marokkanischen Drogendealer in Rom 'Jungs aus schwierigen Familien, im Alter von etwa 14 Jahren bestellt hat' (Eigene Übersetzung).

KEIN deutscher Sender oder deutsches Blatt hat das thematisiert.

Ich habe auf meine Mail mit diversen Links zu Artikeln und Youtube-Videos dazu nicht mal eine Antwort bekommen.

Der Papst ist wohl heilig...

Und die Tafeln sind es wohl auch.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 09:54:29 Mo. 30.Januar 2012
Zitat
Kritik der Tafeln und Grundeinkommen & über die Armut der Seele
   
Der Soziologe und Tafelforscher Prof. Dr. Stefan Selke http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Selke, (http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Selke,) von der Hochschule Furtwangen University, übte am 9. Januar 2012 in einem viel beachteten Interview im Nordwest Radio heftige Kritik an den Tafeln und der „Vertafelung“ Deutschlands.

In der Radiosendung (ab Minute 5:30) begründet Selke darüber hinaus ausführlich, warum das Grundeinkommen eine gesellschaftspolitische Alternative zur Ausgrenzung von Menschen in unserer Gesellschaft und eine Antwort auf die Krise der Arbeitsgesellschaft ist.

>>> http://213.71.18.104/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/gzstefanselke100.html (http://213.71.18.104/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/gzstefanselke100.html)


Stefan Selke hielt bereits während der 4. Internationalen Woche des Grundeinkommens in Bremen  http://www.big-grundeinkommen.de/woche-des-bge-2010/programm-wdge-2011 (http://www.big-grundeinkommen.de/woche-des-bge-2010/programm-wdge-2011) einen Vortrag zum Thema „Lebensmitteltafeln als Reparaturbetrieb der Gesellschaft? Existenzunterstützende Freiwilligenangebote als Sackgasse der sozialen Frage“. Die anschließende Diskussion drehte sich um die Frage: „Kann das bedingungslose Grundeinkommen ein Ausweg sein?“

Auf dem Video-Kanal Grundeinkommen 1 http://www.youtube.com/user/Grundeinkommen1 (http://www.youtube.com/user/Grundeinkommen1)   findet sich dieser Vortrag von Stefan Selke. Außerdem sind dort weitere Videos von Vorträgen während der Woche des Grundeinkommens in Bremen mit Werner Rätz, Ronald Blaschke sowie einem Gottesdienst mit Abendmahl zum Thema „Genug für alle“ zu sehen.

In seinem Vortrag in Bremen setzte sich Stefan Selke ebenfalls kritisch mit den Lebensmitteltafeln und ähnlichen existenzunterstützenden Angeboten in Deutschland auseinander. Die Kritik lautet, dass durch die Tafeln – im Namen der Barmherzigkeit – Armut verstetigt und mit ihnen das Geschäft der privaten Fürsorge-Industrie größer wird. Die Analyse der Tafellandschaft und ihrer Entwicklung zeige, dass die soziale Absicherung vieler Menschen immer mehr aus dem Aufgabenbereich der Gesellschaft bzw. des Staates in den Bereich des Privaten und des Ehrenamts gedrängt wird.

Grundlage der Arbeit von Stefan Selke ist die Frage nach den Chancen und Risiken menschlicher, insbesondere menschenwürdiger Existenz unter den Bedingungen technologischen, medialen, kulturellen und gesellschaftlichen Wandels. Seine Sozialreportage über die Tafelbewegung, Fast ganz unten,  http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/754-6.html (http://www.dampfboot-verlag.de/buecher/754-6.html)  löste einen lebhaften Diskurs über Effekte der Tafelbewegung aus. Dieser führte zu einem Paradigmenwechsel in der öffentlichen Wahrnehmung der Tafeln sowie zu einer umfassenden Kritik an der privatisierten Sozialindustrie.

Aktuell arbeitet Stefan Selke am Forschungsprojekt „Tafel-Monitor: Transformation der Lebensmitteltafeln und ähnlicher existenzunterstützender Angebote im institutionellen Spannungsfeld zwischen Angebot und Nachfrage“. Für dieses Projekt wurden auch in Bremen Interviews durchgeführt. Informationen finden sich auf der Website Tafelforum  http://www.tafelforum.de/ (http://www.tafelforum.de/) .

Wer sich weiter informieren möchte, dem werden auch die kritischen Tafel-Sammelbände  http://www.vs-verlag.de/Autor/a_20649/Selke.html (http://www.vs-verlag.de/Autor/a_20649/Selke.html)  empfohlen.

scharf-links.de vom 29.01.12
 

 
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 20:11:38 Sa. 14.April 2012
Zitat
Mit einer „hartzbitteren" Tafel-Schokolade aus fair gehandelter Schokolade machen die Trierer Sozialfüchse auf die strukturelle Ausnutzung der Armut durch Lebensmitteldiscounter und Politik aufmerksam.

Mit einem „Tafel-Denk-Zettel" präsentieren die Sozialfüchse die Ergebnisse des „Alternativen Sozialreports". Als Füchse sind die Teilnehmer des Projektes den Dingen auf den Grund gegangen, haben hinter die Kulissen geschaut, Missstände und Widersprüche aufgedeckt.

Sie wollen Arme nicht mit Almosen abspeisen. Sie wollen Gerechtigkeit statt purer Barmherzigkeit! (Quelle: KAB- „Impuls“ 2/2012 – Magazin der Bewegung für Soziale Gerechtigkeit (darin auch ein Interview mit R. Hickel).

Mehr Kritisches zum Thema auch: www.tafelforum.de (http://www.tafelforum.de)


http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-und-tafel-hartzbittere-tafel-schokolade-900679.php (http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-und-tafel-hartzbittere-tafel-schokolade-900679.php)

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 11:07:51 So. 22.April 2012
Es sollte auch nicht vergessen werden - bei allem Verständnis für die H4-Bezieher - dass bei den Tafeln auch SEHR viele Rentner & andere Arme essen MÜSSEN, weil auch deren Einkommen nicht reicht, manche sehr arme RentnerInnen häufig noch nicht einmal "aufstockende" Grusi zu ihrer Rente haben.

Zitat
Austrittserklärung Schwalbacher Tafel — Weil mein Gewissen es mir befiehlt

Ein offener Brandbrief an alle Verantwortlichen – mit der (Ohn)Macht des Wortes. Von Herbert Ochs "Armutsnetzwerk"

Sehr geehrte Bundes­kanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, sehr geehrte Familienministerin, Frau Dr. Kristina Schröder, sehr geehrte Arbeitsministerin, Frau Dr. Ursula von der Leyen, sehr geehrter Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tafel, Herr Gerd Häuser, sehr geehrte Damen und Herren der evangelischen Famili­enbildung Main-​Taunus,

mit diesem Brief erkläre ich meinen offiziellen Aus­tritt aus dem Bundesverband Deutsche Tafel e.V. und somit als aktives Mit­glied der Schwalbacher Tafel in meiner Kommune.

Ich tue dies insbesondere hier mit Fingerzeig auf die Bundesregierung bei gleichzeitiger Information an die Öffentlichkeit, weil ich mit meiner nachfol­genden Begründung das Tafelgeschäft für eine des Menschen unwürdige Ein­richtung halte, und die Tätigkeit darüber hinaus für mich persönlich seelisch nicht verkraftbar ist.

Es ist mit meinem Gewissen nicht länger vereinbar, einen aus wirtschaftspolitisch subversiven Energien erzeugten Mangel zu unterstützen.

Es ist absolut nicht einzusehen, dass die TafelhelferInnen darüber richten (sollen), wem wie viel zusteht. Damit wird die Verantwortung von der Politik einfach an die – zu allem Überdruss – auch noch ehrenamtlich Arbeitenden abgegeben.

Ebenso viel Verantwortung wünscht man sich auch einmal, wenn es um wichtige Entscheidungen für das Land geht (z.B. bundesweiter Volksent­scheid, über die Einführung des Euro oder die Wahl des Bundespräsidenten durch das Volk – sofern dieses Amt überhaupt noch gerechtfertigt ist).

weiter:
http://www.meinpolitikblog.de/austrittserklrung-schwalbacher-tafel-weil-mein-gewissen-es-mir-befiehlt (http://www.meinpolitikblog.de/austrittserklrung-schwalbacher-tafel-weil-mein-gewissen-es-mir-befiehlt)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 23:23:23 Mo. 14.Mai 2012
Heute wurde die 45. Ausgabestelle der Berliner Tafel eröffnet!

Zitat
Laib und Seele“ eröffnet neue Ausgabestelle

Die 45. Ausgabestelle der Aktion „Laib und Seele“ in Berlin ist an der Grevesmühlener Straße 16 eröffnet worden. Die Verteilung der Lebensmittel erfolgt immer montags, 14–16 Uhr, an Bedürftige aus den Postleitzahlgebieten 13051, 13057 und 13059.
Infos unter www.berliner-tafel.de (http://www.berliner-tafel.de).


http://www.morgenpost.de/bezirke/lichtenberg/article106311537/Laib-und-Seele-eroeffnet-neue-Ausgabestelle.html (http://www.morgenpost.de/bezirke/lichtenberg/article106311537/Laib-und-Seele-eroeffnet-neue-Ausgabestelle.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 15:05:25 Mi. 14.November 2012
Zitat
Die REWE Spendentüte

Diese Produkte spenden Sie mit dem Kauf einer REWE Spendentüte für 5 Euro an die TAFELN:
500-g-Packung ja! Penne
425-ml-Dose ja! Tomaten
400-ml-Dose ja! Tomatensuppe
300-g-Packung ja! Knödel
500-g-Packung ja! Haferflocken
150-g-Beutel ja! Erdnüsse
500-g-Packung ja! Gnocchi
50-g-Packung ja! Pfefferminztee
500-g-Beutel ja! Sauerkraut
100-g-Packung ja! Schokolade

http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/rewe-unterstuetzt-die-tafeln.html (http://www.rewe.de/nachhaltigkeit/listing/rewe-unterstuetzt-die-tafeln.html)

Gerade läuft in den Läden wieder mal diese unsägliche Aktion, bei der die Leute ihre Mitmenschen mit Dreck Pampe füttern sollen.

Bei Rewe läuft so was übrigens unter ihrem "Nachhaltigkeits-Programm" zur Imagepflege...

 kotz
Titel: Armgespeist - 20 Jahre Tafeln sind genug!
Beitrag von: Eivisskat am 08:55:22 Mi. 12.Dezember 2012
Zitat
Menschen retten, nicht Lebensmittel!

Stellungnahme zur Pressemitteilung des Verbraucherministeriums "Wir retten Lebensmittel!"

Das Verbraucherministerium hat laut einer Pressemitteilung gemeinsam mit „Slow Food Deutschland e.V.“ und dem „Bundesverband Deutsche Tafel e.V.“ bundesweite Aktionstage gegen Lebensmittelverschwendung ins Leben gerufen.

Knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut einer vom BMELV geförderten Studie jährlich in Deutschland im Müll, daher wird nun das „Bewusstsein für die Wertschätzung von Lebensmitteln“ geschärft und zu einem „bundesweiten Bündnis gegen Lebensmittelverschwendung“ aufgerufen.  

Neben der öffentlichen Verköstigung von Bürgern mit „leckeren Reste-Gerichten“ hat das BMEV einen Ratgeber zu den „rechtlichen Aspekten der Weitergabe von Lebensmitteln an soziale Einrichtungen“ produziert, damit die „Weitergabe von Lebensmittelspenden an Tafeln und ähnliche Organisationen einfacher gemacht“ wird.

Lebensmittelverschwendung ist ohne Frage aus ökologischen und moralischen Gründen unbedingt zu vermeiden.

Es ist allerdings zynisch, wenn die Bundesregierung einerseits den Armutsbericht schönt, indem sie kritische Passagen zur immer ungleicheren Einkommens- und Vermögensverteilung streicht und andererseits für die „Rettung von Lebensmitteln“ durch die Tafeln wirbt.

Während die Tigerbananen und abgelaufenen Joghurts unbedingt gerettet werden müssen, werden die vielen Armen hierzulande weiterhin systematisch vernachlässigt.

Anstatt die Menschen zu „retten“, sie vor Armut, sozialer Ausgrenzung und demütigendem Schlangestehen bei den Tafeln durch eine die Menschenwürde wahrende Sozialpolitik zu bewahren, schwingt sich die Regierung zum Retter der Tigerbananen auf.

Wir finden: es wird Zeit für die Rettung der sozialen Bürgerrechte, für politisches Handeln statt symbolischem Aktionismus, für eine Bekämpfung der Armut statt deren bloßer Linderung.


http://aktionsbuendnis20.de/news/detail/menschen-retten-nicht-lebensmittel.html?cHash=af59335e544bda7ce84fb907db889ee1 (http://aktionsbuendnis20.de/news/detail/menschen-retten-nicht-lebensmittel.html?cHash=af59335e544bda7ce84fb907db889ee1)

http://aktionsbuendnis20.de/fileadmin/user_upload/Kernforderungen_AK20.pdf (http://aktionsbuendnis20.de/fileadmin/user_upload/Kernforderungen_AK20.pdf)
Titel: Re:Die Tafeln - seit 20 Jahren...
Beitrag von: Eivisskat am 13:26:32 Sa. 23.Februar 2013
http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen/mdr-um-elf/20-jahre-tafeln-sind-kein-grund-zum-feiern?documentId=13491882 (http://www.ardmediathek.de/mdr-fernsehen/mdr-um-elf/20-jahre-tafeln-sind-kein-grund-zum-feiern?documentId=13491882)

http://www.ardmediathek.de/rbb-fernsehen/zibb/20-jahre-berliner-tafel?documentId=13473352 (http://www.ardmediathek.de/rbb-fernsehen/zibb/20-jahre-berliner-tafel?documentId=13473352)
Titel: Re:Die Tafeln - 20 Jahren Elend
Beitrag von: Eivisskat am 10:24:36 Do. 28.Februar 2013
Zitat
“Tafeln sind weder sozial noch nachhaltig”

Vor 20 Jahren startete die sogenannte Tafel-Bewegung auch in Deutschland. Inzwischen gibt es rund 900 Tafeln, die allein im vergangenen Jahr von mehr als 1,5 Millionen Bürgern genutzt wurden.
Doch gibt es tatsächlich Grund zum Feiern? Im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Selke.

[...]
Es ist heute einfacher öffentliche Akzeptanz für symbolische Armutslinderung zu erhalten, als Legitimation für echte (d.h. nachhaltige) Armutsbekämpfung. Oder anders: Engagementpolitik ist Engagement statt Politik.

Die Shifting Baselines, die ich gegenwärtig beobachte, beziehen sich auf viele Dimensionen: Grenzen der Erträglichkeit ändern sich (Stichwort: Pferdelasagne für Arme), Sichtweisen auf Armut ändern (… gut aufgehoben bei Tafeln), gesellschaftliches Engagement wird umgedeutet (CSR statt Steuern zahlen), politische Verantwortung ebenso (Schirmherrschaften und Kampagnen statt Programme). Diese Liste lässt sich fortsetzen…
[...]


weiter: http://www.spreezeitung.de/5689/tafeln-sind-weder-sozial-noch-nachhaltig/#sthash.GIrDDcRn.dpuf (http://www.spreezeitung.de/5689/tafeln-sind-weder-sozial-noch-nachhaltig/#sthash.GIrDDcRn.dpuf)
Titel: Re:Die Tafeln - 20 Jahre Elend
Beitrag von: Eivisskat am 15:26:42 Mo. 04.März 2013
Zitat
»Zeichen einer verfehlten Sozialpolitik«

Eine verläßliche Existenzsicherung statt Almosen fordert das »Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln«. Ein Gespräch mit Bernhard Jirku als Bereichsleiter für Erwerbslosenpolitik bei ver.di

Die Erwerbslosen in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) gehören dem »Kritischen Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln« an, das Aktionstage vom 26. bis 28. April in Berlin vorbereitet.
Das Bündnis will unter anderem über »die Gewinner des schlanken Staats« informieren, die »behilflich sind, Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung zu beschönigen und zu verewigen«.

Von wem ist die Rede?
weiter:
http://www.jungewelt.de/2013/03-04/045.php (http://www.jungewelt.de/2013/03-04/045.php)

Titel: Re:Die Tafeln - 20 Jahre Elend
Beitrag von: Eivisskat am 09:02:57 Fr. 08.März 2013
Zitat
Zitat des Tages in jungewelt.de

"Daß trotz der abnehmenden Zahl von Hartz-IV-Empfängern stetig neue Tafeln eröffnet werden, ist kein Beleg für eine wachsende Bedürftigkeit, sondern ein Indiz dafür, daß auch die Sozialindustrie auf Wachstum aus ist."

Dorothea Siems in einem Kommentar in der Welt vom Donnerstag zum Armutsbericht der Bundesregierung


http://duckhome.de/tb/archives/8767-Und-dann-war-da-noch-Dorothea-Siems.html
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: inline am 22:00:48 Sa. 09.März 2013
Was heißt hier trotz abnehmender Zahl von H4 Empfängern. Sind die wirklich weniger geworden oder hat sich das nur verlagert. z. B. auf die Kinder mit Kindergeldzuschlag und Wohngeld?

Das mit den Tafeln mag sich auch nur verlagern, z. B. Abkettungen von einer Großtstadttafeln in so Kleinsttafeln in Dörfern. Muss man mal statistisch erfassen, wie sich die Infrastruktur bezüglich der Tafeln entwickelt.

Bei den Tafeln frage ich mich auch  immer. Ist es ein übergeordneter Verein mit vielen Zweigstellen oder sind es doch unterschiedliche Modelle in Eigenregie Einzelner.

Soll doch mal einer ein Gegenmodell aufmachen. Hier würde ich auch kostenlose Kochkurse mit anbieten  z. B. mit Grundnahrungsmitteln was zubereiten. Grundsätzlich auch nichts abgelaufenes anbieten.  Schön wäre auch ein Grundstück dazu, um selbst was ökologisches anbauen zu können.
Wenn man dann noch was davon  auf dem Markt verkauft hat man ggf. die Unkosten raus.
Würde es auch  anders nennen z. B. Malzeit für alle, Essensrunde oder Selbstversorgungsprojekt und schauen was passiert.

Zumindest wäre das mal was anderes als H4 Empfänger mit Konsumüberschuss abzuspeisen.
Finde das mit den Tafeln so wie es praktiziert wird, auch wenn ich es nur aus den Medien kenne, ethisch sehr fragwürdig.

Ziemlich zu Anfang der Tafelrunde in den Medien habe ich mir auch mal die Website des Vereins angeschaut, kam mir ziemlich kommerziell rüber.
Uneigennützige Vereine bzw. Interessensgemeinschaften haben meistens was selbstgestricktes, was nichts kosten darf..
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: rebelflori am 23:42:51 Sa. 09.März 2013
das hört sich doch geil an aber!!!

nur eine frage wie bekommt man dafür ??10 hektar und ein paar arbeiter !! aber dann währe man schon wieder in der maßnahmen scheiße drin  kotz kotz kotz
und eine selbständigkeit unter 100 hektar lohnt sich einfach nicht

in gärtner
bei mir ist es jedes jahr grün :D :D

p.s. die chlli zucht ist schon am start
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: counselor am 14:59:41 So. 10.März 2013
Was heißt hier trotz abnehmender Zahl von H4 Empfängern. Sind die wirklich weniger geworden oder hat sich das nur verlagert. z. B. auf die Kinder mit Kindergeldzuschlag und Wohngeld?
Die Statistik der BA (http://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/201301/iiia7/grusi-in-zahlen/grusi-in-zahlen-d-0-pdf.pdf) sagt klar, es verlagert sich:

Im Januar 2013 zB gab es einen Abgang aus der offenen Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II von 277.196 Hartz-Opfern. Davon 123.988, das sind rund 45 Prozent der Abgänge, in die Nichterwerbstätigkeit abgegangen. Nichterwerbstätigkeit ist eine schöne Umschreibung für Rente. 56.564 Hartz-Opfer, das sind rund 20 Prozent der Abgänge, wurden in die latente Arbeitslosigkeit anbgeschoben (Ausbildung / Qualifizierung) und ganze 51.845 Hartz-Opfer, das sind rund 18 Prozent der Abgänge, haben eine Arbeit aufgenommen. Von 277.196 Abgängen aus der offenen SGB-II-Arbeitslosigkeit sind 180.255 oder 65 Prozent auf andere Kostenstellen des Sozialsystems verschoben worden. An der Armut ändert das massenhafte Abschieben von Hartz-Opfern in Minirenten und Scheinalternativen zur Arbeitslosigkeit wie "Qualifizierungen" nichts,




Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 08:13:41 Mi. 17.April 2013
Zitat
"Für viele ist Hartz-IV die existentielle Entlassungsurkunde aus der Mehrheitsgesellschaft"

Zitat
Die Würde des Menschen ist unauffindbar

Zur Reise eines öffentlichen Soziologen durch das Land der Tafeln und Suppenküchen

Was haben der Genfer See, Castrop-Rauxel, ein Sammellager für Asylbewerber in Bayern, eine Suppenküche in Thüringen und ein Sozialkaufhaus an der belgischen Grenze gemeinsam? Es sind Stationen innerhalb der Entstehungsgeschichte des Buches "Schamland - Die Armut mitten unter uns", das am 12. April erscheint.


http://www.heise.de/tp/artikel/38/38915/1.html

 


20 Jahre Tafeln sind genug! (http://www.youtube.com/watch?v=MZWXn7ZHer4#ws)


Sozialstaat statt Almosen! (http://www.youtube.com/watch?v=_rSWUwLqEOE#ws)


Armut bekämpfen statt Armut lindern! (http://www.youtube.com/watch?v=n5rYL4UccKQ#ws)


http://www.aktionsbuendnis20.de/ (http://www.aktionsbuendnis20.de/)

http://www.jungewelt.de/2013/04-13/012.php (http://www.jungewelt.de/2013/04-13/012.php)





Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 08:25:44 So. 28.April 2013
Zitat
Aktionstage: "20 Jahre Tafeln sind genug" - Aktionsbündnis fordert Armutsbekämpfung statt „Vertafelung“ der Gesellschaft

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens von Tafeln in Deutschland veranstaltet das „Kritische Aktionsbündnis 20 Jahre Tafeln“ vom 26.-28. April 2013 in Berlin ein Wochenende mit Aktionen, Vorträgen, Lesungen, künstlerischen Formaten und einer kritischen Stadtrundfahrt.

 Unter dem Motto „Armgespeist! 20 Jahre Tafeln sind genug“ werden politische Entwicklungen unter die Lupe genommen und Alternativen zur fortschreitenden „Vertafelung“ der Gesellschaft diskutiert. Gemeinsames Ziel der verschiedenen im Bündnis versammelten gesellschaftlichen Gruppen ist es, die Tafeln überflüssig zu machen.

Mit der Kernforderung einer „armutsfreien, existenzsichernden und bedarfsgerechten Mindestsicherung, die Tafeln und ähnliche Angebote überflüssig macht“, richtet sich das Bündnis in erster Linie an die Politik, aber auch das Tafelsystem selbst ist Gegenstand der Kritik:

 „Tafeln haben sich in den letzten 20 Jahren zu einem System entwickelt, das zunehmend marktförmig und nach Eigenlogiken operiert. Tafeln sind keine Bewegung, sondern eine Organisation, die als Monopolist im Markt der Bedürftigkeit auftritt und andere ebenso engagierte Anbieter von Hilfeleistungen zunehmend verdrängt.

Mittlerweile hat sich ein armutsökonomischer Markt etabliert, in dem aus Armut noch Gewinne erwirtschaftet werden“, so Bündnis-Initiator Prof. Dr. Stefan Selke.


weiter: http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/aktionstage-jahre-tafeln-sind-genug-9001395.php
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Rudolf Rocker am 11:07:17 Mo. 12.August 2013
Zitat
Dank der Sozialgesetzgebung in Deutschland, vor allem seit Gründung der Bundesrepublik schien das Problem der Armut in Deutschland lange Zeit weitgehend überwunden zu sein. Aber aufgrund der „Reformen“ seit den 80er Jahren und verschärft seit der Jahrtausendwende führen Niedriglöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Rentenkürzungen millionenfach in Armut. Seit der Agenda 2010 zahlt der Staat Sozialhilfeempfängern neben Miete und notdürftiger Gesundheitsversorgung nur eine geringe Alimentation in Höhe von derzeit 382 Euro, darin sind für Nahrungsmittel knapp 140 Euro enthalten. Die Zuwendung ist derart knapp gehalten, dass immer mehr Menschen in unserem Lande auf Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern angewiesen sind.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=18264 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=18264)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: BGS am 11:58:06 Mo. 12.August 2013
Zitat
Fast jeder zehnte Bundesbürger mit einem regulären Arbeitsplatz bessert sein Einkommen inzwischen mit einem Minijob auf - ein Rekordwert. Das Arbeitsministerium vermutet als Grund dafür nicht nur pure Not, sondern die Lust der Multi-Jobber am Konsum.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/2-66-millionen-deutsche-bessern-einkommen-mit-mini-job-auf-a-915993.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/2-66-millionen-deutsche-bessern-einkommen-mit-mini-job-auf-a-915993.html)

Da haben wirs: Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern boomen wegen der "Lust am Konsum"... .

MfG

BGS
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Rudolf Rocker am 13:00:33 Mo. 12.August 2013
Dazu gibt es sogar einige ziemlich gute Kommentare unter dem Artikel! ;D
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: dagobert am 18:31:32 Mo. 02.Dezember 2013
Zitat
„Die Politik ruht sich darauf aus“

Die Stadtteildiakonie in Hamburg-Sülldorf betreibt eine Tafel – und ist gleichzeitig Mitglied im tafelkritischen Verband „Aktionsbündnis 20“.
[...]
Wir haben ein Unbehagen an den Verhältnissen, so wie sie sind. Wir sehen zum einem die Notwendigkeit, dass es Tafeln geben muss, wir sehen aber auch, dass sich die Politik vermehrt darauf ausruht und sich darüber freut, dass es Tafeln gibt und dass sie sich nicht fragen muss, was man gegen Armut und Not politisch tun kann.
http://www.taz.de/Diakoniemitarbeiter-Niclas-Rabe-ueber-Almosen/!128521/ (http://www.taz.de/Diakoniemitarbeiter-Niclas-Rabe-ueber-Almosen/!128521/)
Zitat
Anmerkung RS: Dieses Interview zeigt sehr anschaulich die Zwickmühle der Tafeln. Einerseits ist ihre Arbeit notwendig, andererseits ist es eine Schande, dass in einem so reichen Land wie Deutschland ihre Arbeit überhaupt notwendig ist.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=19473#h10 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=19473#h10)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Eivisskat am 15:21:42 Sa. 14.Dezember 2013
http://www.ndr.de/unternehmen/organisation/handinhand/spenden/spendentag391.html (http://www.ndr.de/unternehmen/organisation/handinhand/spenden/spendentag391.html)


Hirnwäsche vom Feinsten ist diese unsägliche Aktion des NDR, die wir seit Tagen hier in der Region ertragen müssen:

*Hand in Hand in Norddeutschland* wirbt während 2 Wochen massiv für die Unterstützung der Tafeln, sammelt Spenden "für Bedürftige", lobt die Tafel-Ehrenämtler dort über den grünen Klee & fordert ebenso massiv auf, ein solches zu verrichten.

Es werden alle Register gezogen, nur das eine, das Allerwichtigste fehlt:

Mit keinem Wort wird erwähnt, dass Grusi, ALGII, Rente, Löhne inzwischen auf einem derart niedrigen Niveau angelangt sind, dass es kein Wunder ist, wenn die Tafeln zur Notwendigkeit geworden sind, weil die Menschen sonst nicht über die Runden kommen. Und warum das Ganze politisch geplant & gewollt ist


Nein, es wird so getan, als ob diese Armut ein gottgegebenes Naturereignis ist, das man leider so hinnehmen muss und höchstens durch die entsprechenden Spenden ein wenig lindern kann.

Und wenn man dann noch die Kommentare der Politiker - die allesamt für diese Armut verantwortlich sind - zur Aktion hört, kann man nur noch   kotz


Video:   http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin20549.html (http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin20549.html)


Dazu passt noch dieser Springerblatt-Artikel, der beschreibt, wie die Tafeln in Hamburg aus allen Nähten platzen, ohne natürlich mit nur einem Wort zu erwähnen, WARUM das so ist und WAS man dagegen tun könnte...

mal abgesehen von weiteren "Spenden an Bedürftige" oder der völlig ungenügenden Anhebung der Grusi um 70 €, die ein Sozialverband fordert.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article122889219/Sozialverband-Grundsicherung-auf-450-Euro-anheben.html (http://www.abendblatt.de/hamburg/article122889219/Sozialverband-Grundsicherung-auf-450-Euro-anheben.html)

Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: BGS am 17:56:55 Mi. 25.Dezember 2013
Zitat
Darf es ein bisschen mehr sein?

Armut als Ware in der Goodwill-Industrie

Von ihrem Gründungsmythos, der Tafelidee (die so viele Menschen "charmant" oder "überzeugend" finden), entfernt sich die Tafelbewegung immer häufiger. Vor 20 Jahren bestand diese Idee darin, überflüssige aber noch verzehrfähige Lebensmittel an bedürftige Menschen zu verteilen. Inzwischen ist Armenspeisung zu einem marktförmigen Unternehmen geworden.
... .

Von: Stefan Selke, 25.12.2013

Quelle:http://www.heise.de/tp/artikel/40/40649/1.html (http://www.heise.de/tp/artikel/40/40649/1.html)

MfG

BGS
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Troll am 19:31:15 Di. 10.Juni 2014
Zitat
Auch Erbarmen geht nicht ohne Coca Cola – Nun engagiert sich der Getränkekonzern auch in der Armutsökonomie der „Tafeln“

Angesichts eines Werbeplakats im öffentlichen Raum stellt sich mir die Frage, ob es eher gut oder schlecht ist, wenn die eigenen Thesen von der Wirklichkeit überholt werden. Es handelt sich dabei um ein Plakat von Coca Cola Deutschland, auf dem die Unterstützung der „Tafeln“ erklärt wird, zu denen der Konzern nun eine „stolze Partnerschaft“ aufgenommen hat.

Tafeln? Das sind doch die inzwischen als äußerst ambivalent eingeschätzten „Lebensmittelretter“, die bundesweit immer mehr arme Hartz-IV-Empfänger, Langzeitarbeitslose, Rentner und mancherorts sogar Studierende versorgen. Regelmäßig werden die Tafeln kritisiert, weil sie dazu beitragen, das Problem der Armut zu entpolitisieren. Armut, so der Kern der Kritik, entwickele sich durch die stetige Präsenz der Almosensysteme in diesem Land von einem politischen Skandal zu einer gesellschaftlich arrangierten Bedürftigkeit. Und innerhalb der sich immer weiter ausdifferenzierenden neuen Armutsarrangements lassen sich auch Gewinne erwirtschaften. Armutsökonomie bedeutet, dass Armut zur (ver)handelbaren Ware wird. Von Stefan Selke.
....

Quelle: NDS (http://www.nachdenkseiten.de/?p=21980)

Die Tafeln sind ein wertvoller Bestandteil des Marktes und der aktuellen Sozialpolitik, da ist Coca Cola nur das  Tüpfelchen auf dem i.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Tiefrot am 00:01:29 Mi. 11.Juni 2014
Das sind die Folgeerscheinungen, wenn Mensch wegen Billiglöhnerei den ganzen Krempel nicht mehr kaufen kann. Irgendwo muß der Profit ja herkommen. kotz Das ist der pure Zynismus.
Titel: Sperrzeit bei der Essener Tafel
Beitrag von: dagobert am 19:24:53 Mo. 17.November 2014
Zitat
Essener Tafel sperrt unzuverlässige Nutzer

Essen. 1800 Einzelpersonen oder Familien erhalten bei der Essener Tafel Woche für Woche Lebensmittel. Wer dreimal bei der Lebensmittel-Ausgabe der Tafel fehlt, verliert seine Karte für ein Jahr. Angesichts des großen Andrangs müsse man streng sein, sagt der Tafel-Verein.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-tafel-sperrt-unzuverlaessige-nutzer-id10045812.html (http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-tafel-sperrt-unzuverlaessige-nutzer-id10045812.html)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: schwarzrot am 20:55:05 Mo. 17.November 2014
Ich finde das so eine heftige nummer, dass ich mal 'fullquote mache, nicht damit das plötzlich als bericht untergeht:
Zitat
Essen.  1800 Einzelpersonen oder Familien erhalten bei der Essener Tafel Woche für Woche Lebensmittel. Wer dreimal bei der Lebensmittel-Ausgabe der Tafel fehlt, verliert seine Karte für ein Jahr. Angesichts des großen Andrangs müsse man streng sein, sagt der Tafel-Verein. Ein Betroffener sagt: „Ein Jahr Sperre ist zu hart.“

Die Essener Tafel hat längst das Format eines mittelständischen Unternehmens: 1800 Einzelpersonen oder Familien erhalten hier Woche für Woche an einer der 14 Ausgabestellen Lebensmittel, die von Supermärkten, Großhändlern oder Bäckereien gespendet werden. Regelmäßig müssen neue Bewerber abgewiesen werden, weil kein Platz mehr frei ist. Umso härter traf es Günther Schmittmann (Name geändert), als man ihn von der Ausgabe wieder ausschloss.

Schmittmann ist arbeitlos und hatte sich im Frühjahr bei der Tafel-Zentrale im Wasserturm an der Steeler Straße angemeldet, „weil mein Geld nicht reicht“. Wie alle neuen Nutzer bekam er mit seiner Kundenkarte einen festen Lebensmittel-Abholtermin; in seinem Fall jeweils samstags. So soll der Andrang in halbwegs geordnete Bahnen gelenkt, die Schlangenbildung übersichtlich gehalten werden.
„Ein Jahr Sperre ist zu hart“

Als Schmittmann im Sommer seine Frau nach Serbien begleitete, habe er zweimal ohne Abmeldung gefehlt. „Von dort konnte ich nicht telefonieren.“ Als er am dritten Samstag wieder am Wasserturm erschien, sei er leer ausgegangen: „Man hatte meine Karte gesperrt.“

Als Schmittmann sich darüber beschwerte, habe man ihn auf den folgenden Mittwoch verwiesen: Da würden jeweils neue Karten ausgegeben, sofern Plätze frei geworden seien. „Also bin ich wieder zum Wasserturm gegangen, hab’ ewig gewartet und am Ende hieß es: , Sie kriegen keine neue Karte, weil Sie für ein Jahr gesperrt sind.’“ Man hätte ihm doch schon vorher sagen können, dass er erstmal keine Chance auf eine neue Karte habe, findet Schmittmann. „Und ein Jahr Sperre ist zu hart.“
Viele Bedürftige warten seit langem auf eine Kundenkarte

Der Vorsitzende der Tafel, Jörg Sartor, kann sich an den Vorfall erinnern – doch seine Schilderung fällt anders aus. Schmittmann habe nicht zweimal, sondern viermal unentschuldigt gefehlt: „.Wenn wir jemanden sperren, muss unser Mitarbeiter dazu im System eine Begründung hinterlegen. Da kann man das nachlesen.“ In diesem Fall sei man sogar kulant gewesen, denn eigentlich werde man schon nach dem dritten unentschuldigten Fehlen von der Lebensmittelausgabe ausgeschlossen. So könne es jeder auf der Homepage der Tafel nachlesen. „Und dabei geht es nicht um dreimal Fehlen in einem Jahr, sondern um dreimal hintereinander.“ Im übrigen gebe es die Möglichkeit, sich vorab für mehrere Wochen abzumelden, wenn man zum Beispiel verreise.

Zitat
Info
Essener Tafel nimmt mittwochs neue Kunden auf

Die Essener Tafel verteilt am Wasserturm (Steeler Str. 137) sowie an 13 weiteren Punkten Lebensmittel an ca. 1800 Familien, die einmal wöchentlich kommen. Berechtigt dazu sind Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Grundsicherung oder Wohngeld.

Neuanmeldungen finden jeden Mittwoch ab 9 Uhr im Wasserturm statt. Welche Unterlagen Bewerber vorlegen müssen etc. steht auf der Homepage ddieer Tafel: www.essener-tafel.de (http://www.essener-tafel.de)

Weitere Infos:  27 20 255.
Es komme immer mal wieder vor, dass jemand die Sperren als ungerecht empfinde, sagt Sartor. Andererseits gebe es viele Bedürftige, die seit langem auf eine Kundenkarte der Tafel warten: Jeden Mittwoch könne er nur 50 neue Nutzer aufnehmen, der Andrang sei viel größer. Der erhebliche logistische Aufwand, der mit der Verteilung der Lebensmittel wie mit der Ausgabe neuer Karten verbunden sei, müsse von den 120 ehrenamtlichen Mitarbeitern gestemmt werden. Er finde es deshalb ziemlich unfair, wenn ein Kartennutzer einfach nicht erscheine. „Wenn einer nicht mal absagt, braucht er uns offenbar nicht.
http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-tafel-sperrt-unzuverlaessige-nutzer-id10045812.html (http://www.derwesten.de/staedte/essen/essener-tafel-sperrt-unzuverlaessige-nutzer-id10045812.html)

Ganz schlimm auch die userpostings auf der seite. Es scheint schon allgemeingut, dass es in ordnung wäre, sich für almosen anstellen und 'abmelden' zu müssen, mal die ganzen durchgeknallten, die meinen, ALGII sei eh zu viel, ganz von abgesehen.
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: BGS am 22:29:42 Mo. 17.November 2014
Anstatt daß an den URSACHEN des Elends endlich etwas verändert wird, um dieses zu begrenzen bzw. zu vrhindern, müssen sich die Ausgebeuteten in Essen scheinbar schlimmer als unmündige Schulkinder behandeln und auch noch demütigen lassen. Das ist der eigentliche Skandal.

MfG

BGS
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: dagobert am 10:18:23 Fr. 04.September 2015
Zitat
Die Armutsindustrie
Verantwortlich: Jens Berger

Die Armut im Land steigt weiter rasant an. Anstatt hiergegen jedoch wirksam vorzugehen, werden die bestehenden Verhältnisse entweder geleugnet, schön geredet oder einfach so organisiert, dass die Armen sich für ihre Armut auch ja selbst verantwortlich fühlen und der unsichtbaren Macht, die sie in dieser hält, im Idealfalle für ihre Almosen sogar noch dankbar sind. Derlei Selbstunterwerfung unter ein menschenverachtendes System wird dabei nicht nur mittels der Hartz-IV-Ideologie, sondern auch und vor allem durch die Tafeln im Lande besorgt – während die Wirtschaft das Elend der Armen bereits als neues Geschäftsfeld [PDF] zu erschließen begonnen hat. Jens Wernicke sprach mit Tafelkritiker Stefan Selke über das „Schamland“ Bundesrepublik.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=27438 (http://www.nachdenkseiten.de/?p=27438)
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: Tiefrot am 12:45:34 Fr. 04.September 2015
Erstklassiger Artikel !
Titel: Re:Die Tafeln
Beitrag von: dagobert am 14:26:51 Mi. 07.Oktober 2015
Zitat
»Barmherziges Almosensystem«

Deutschlands Tafeln klagen über wachsenden Andrang. Bundesregierung weist jede Verantwortung von sich

Deutschlands Armenspeisung boomt: Supermärkte entsorgen bei Tafeln kostengünstig abgelaufene Lebensmittel. Behörden verweisen immer wieder sanktionierte Hartz-IV-Bezieher oder Flüchtlinge an die Stellen. Laut Bundesverband Deutsche Tafel versorgen sich inzwischen 1,5 Millionen Menschen in über 3.000 Ausgabestellen der gut 900 Einrichtungen mit Essensresten. Hinzu kommen Suppenküchen, die dem Verband nicht angehören. Einen Mangel will die Bundesregierung aber nicht erkennen. Tafeln seien ein »rein zivilgesellschaftliches Engagement«, ein »Zusatzangebot«, keineswegs ein Ausdruck verfestigter Armut und verfehlter Sozialpolitik, teilte SPD-Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller auf Anfrage der Linksfraktion mit. Es sei nicht Aufgabe des Staates, zu erfassen, wie viele Menschen auf die Almosen angewiesen sind.

So sieht die Regierung im wachsenden Zulauf bei Tafeln ein »Zeichen für rationales Wirtschaften von Menschen mit sehr begrenztem Budget«. Bei mehr Ausgabestellen werde eben auch deren »preisgünstiges Angebot« stärker nachgefragt, heißt es. Wie üblich in der »Privatwirtschaft«, sei der Staat nicht verpflichtet, ihre Tätigkeit zu regeln. Schließlich, so Lösekrug-Möller, gewähre die Sozialpolitik allen Bedürftigen das menschenwürdige Existenzminimum. Die Realität sieht anders aus: Zuletzt kürzten Jobcenter über eine Million mal pro Jahr die Bezüge so weit, das sie unter diesem Minimum lagen. Knapp 7.000 Einkommenslose litten im Mai unter einer Vollsanktion. Flüchtlinge müssen oft stundenlang an Essensausgaben anstehen, ihr Bargeld reicht für eine weitere Versorgung nicht. Kein Wunder, dass es »die Bundesregierung begrüßt, dass Tafeln eine sinnvolle Verwendung überschüssiger Lebensmittel ermöglichen«.

Der Soziologe Stefan Selke sieht die Tafeln als »Ausfallbürgen des Sozialstaats«, wie er in einer Auswertung der Antwort der Bundesregierung für die Linksfraktion schreibt. So ziehe sich die Regierung »schleichend aus der Verantwortung« und etabliere ein »barmherziges Almosensystem ohne jeden Rechtsanspruch«. Der Staat habe es »aufgegeben, das verfassungsrechtlich verbürgte Gut menschenwürdiger Lebensbedingungen umzusetzen und zu kontrollieren«, so Selke. »Qualitative Studien zeigen schon jetzt, dass Tafeln sich als dauerhafter Ersatz etablieren – das kann keinesfalls mit sozialer Teilhabe gleichgesetzt werden.« In ihrer Antwort stelle die Bundesregierung ihre Unkenntnis darüber zur Schau, »dass Armutsbetroffene bewusst unterhalb des rechtsstaatlich verbindlichen Minimums versorgt werden, gerade weil es Tafeln gibt«. So würden Menschen zu Bettlern degradiert. Die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Die Linke) erklärte, die Antwort verdeutliche, »dass die Bundesregierung über so gut wie kein Wissen über die Tafeln verfügt«.

Linksfraktionschef Gregor Gysi hatte sich am 29. September bei »den mehr als 60.000 ehrenamtlichen Tafelhelfern« öffentlich bedankt. »Aber es ist eine Schande für unser Land, dass Menschen gezwungen sind, um Almosen zu bitten – und das im 25. Jahr der Deutschen Einheit«, konstatierte er. Aktuelle Meldungen bestätigen den Soziologen und Die Linke.

In Thüringen klagte unterdessen der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln, Nico Schäfer, am Wochenende gegenüber dem MDR über wachsenden Andrang, der das System überfordere. Inzwischen würden im Freistaat rund 17.000 Menschen an 64 Ausgabestellen mit Essen versorgt, Tendenz rasant steigend. Der Platz zum Lagern der Lebensmittel werde knapp, warnte Schäfer. Die Hamburger Tafel verhängte in etlichen Ausgabestellen einen Aufnahmestopp, wie deren Geschäftsführer Ralf Taubenheim am Sonnabend der Schleswig-Holsteinischen Zeitung sagte. Die Spenden stagnierten und es mangele an Platz. Und: In den nächsten Wochen erwartet Taubenheim einen weiteren »signifikanten Anstieg der Bedürftigen«.
http://www.jungewelt.de/2015/10-06/012.php (http://www.jungewelt.de/2015/10-06/012.php)
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Kuddel am 15:13:32 Mi. 18.September 2019
Zitat
Wie der Dachverband der Tafeln in Berlin mitteilte, wuchs die Zahl der regelmäßigen Kunden auf 1,65 Millionen. Dramatisch sei der Anstieg mit 20 Prozent bei Senioren, die Rente oder Grundsicherung bezögen. Geringe Renten seien nach Langzeitarbeitslosigkeit der zweithäufigste Grund, eine Tafel aufzusuchen. Verbandschef Brühl erklärte, Altersarmut werde die Gesellschaft in den kommenden Jahren mit Wucht überrollen
https://www.deutschlandfunk.de/armut-immer-mehr-menschen-gehen-zu-tafeln-um-sich-mit.2932.de.html?drn:news_id=1050432
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: counselor am 17:04:27 Mi. 18.September 2019
Die Agenda 2010 lässt grüssen. Und natürlich die SPD und die gesamte GroKo.
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Frauenpower am 15:30:23 Di. 31.Dezember 2019
Zitat
1. FC Köln spielt im Derby gegen Leverkusen mit Tafel-Logo auf dem Trikot
Der 1. FC Köln und die Tafel Deutschland setzen in der Adventszeit gemeinsam ein Zeichen gegen Armut und Lebensmittelverschwendung. Deshalb wird das Trikot für das Derby gegen Leverkusen besonders gestaltet.
https://www.ran.de/fussball/bundesliga/news/1-fc-koeln-spielt-im-derby-gegen-leverkusen-mit-tafel-logo-auf-dem-trikot-139468

also, ich gehe nicht zur Tafel, weil das  Schlange stehen / Nummer ziehen u.ä.  der Horror ist. In regulären Handel gehe ich allerdings auch nicht gern. Frauen-Einkaufs-Klischee greift bei mir nicht (was blieb der Frau anderes übrig, wenn sie ohne Erlaubnis des Mannes nichts machen durfte bis in die 1970er Jahre rein, 80er zum Teil noch).

Die Forderung muss auf den Trikots lautene: gute Arbeit bei guten Löhnen, menschenwürdig, weniger Stress ...

Zitat
Die Logistik der Tafeln in NRW soll weiter professionalisiert werden. "Wir wollen mittelfristig sechs Verteilzentren aufbauen beziehungsweise ausbauen", sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln in NRW, Wolfgang Weilerswist, am Dienstag (24.12.2019) dem WDR.
https://www1.wdr.de/nachrichten/tafeln-nrw-logistik-100.html



Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: BGS am 22:13:56 Mi. 01.Januar 2020
Deutschland ist ein Suppenküchenstaat. Das ist keine Hilfe, helfen würde z.B. sofortige Verdopplung aller Löhne unter netto 2.000,-. Nach Essen anstehen zu müssen  ist staatlich gewollte Zeitverschwendung.

MfG

BGS
Titel: Re: Die Tafeln
Beitrag von: Fritz Linow am 22:49:04 Mi. 01.Januar 2020
(...) Nach Essen anstehen zu müssen  ist staatlich gewollte Zeitverschwendung.

Das ist wohlgesprochen.

Zeitverschwendung ist auch diese Forderung:

(...)
Die Forderung muss auf den Trikots lautene: gute Arbeit bei guten Löhnen, menschenwürdig, weniger Stress ...
(...)

Es sollte lauten: Gute Löhne trotz Arbeit, menschenwürdig, kein Stress.