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Krank => Lieber Krankfeiern als gesund schuften! => Gesund? => Thema gestartet von: Mac am 22:31:54 Mo. 19.Mai 2003

Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Mac am 22:31:54 Mo. 19.Mai 2003
Ein Freund von mir wurde vom Sozialamt zu einem Kackjob gezwungen (vor caq. 2 Jahren). In einer Firma für Aktenvernichtung steht er den Tag am Schredder um dann kaputt nachhaus zu kommen um da beim 2. Bier vorm Fernseher einzuschlafen.( Nach Miete, Essen und dem 2. Bier ist vom Lohn auch nix mehr über.)

Nach 2 Jahren in der Firma geriet er mit der Hand in den Schredder (der Komplette Ordner mitsamt Stahlteilen Häxelt) und verlor Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger. Die Firma bot ihm jetzt einen Job im Büro zu dem er Keine Lust hat.

Ich bewundere ihn dafür, daß er´s mit Fassung trägt. Aber er ist nur einer von unzähligen namenlosen Opfern, die ihre Gesundheit für die Scheißarbeit geben mußten!
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: am 02:22:17 Fr. 13.Juni 2003
"Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet u.a. deshalb gravierende Finanzierungsprobleme, weil sie die enormen Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen zum größten Teil tragen muss, obwohl hierfür in erster Linie die Arbeitgeber und die von deren Beiträgen finanzierte gesetzliche Unfallversicherung zuständig wären...."

aus: IG Metall     Arbeit & Ökologie-Briefe April 2003
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:57:14 Sa. 14.Juni 2003
haben wir´s nich schon immer geahnt!?!
Arbeit ist 3x so gefährlich wie Krieg und auch schlimmer als Alkohohol- & Drogenkonsum zusammen. Eine Studie der Vereinten Nationen hat´s bewiesen:

Work is three times as deadly as war, says UN
Andrew Osborn in Brussels
Thursday May 2, 2002
The Guardian

It's official: work can be fatal - and, according to a United Nations report, it brings about more death and suffering than wars or drug and alcohol abuse combined.

More than two million people die from work-related accidents or disease every year - equivalent to one death every 15 seconds - the UN's International Labour Organisation said this week. Two years ago, the figure was just 1.2 million.

The ILO named agriculture, construction and mining as the three most dangerous occupations in the world.

The total is now three times the annual number of deaths in wars every year (650,000), or the equivalent of a September 11 tragedy every day. It also exceeds deaths from alcohol and drug abuse combined.

The ILO said exposure to dust, chemicals, noise and radiation was causing cancer, heart disease and strokes.

Some 350,000 people died from fatal workplace accidents every year, and hazardous substances claimed 340,000 lives. Asbestos was responsible for 100,000 deaths.

The ILO accused wealthy countries of exporting the problem.

"Industrialised countries are exporting their hazards to developing countries," said the ILO's Jukka Takala. Problems had been "moved to the South, where labour is not only cheaper but less protected", she said.


Guardian Unlimited © Guardian Newspapers Limited 2003
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kermit am 16:35:57 Sa. 05.Juli 2003
"Krankhafte Fixierung auf Arbeit"
Müssten die Deutschen tatsächlich mehr arbeiten? Der Bremer Soziologe Holger Heide meint, das Verhältnis Mensch zu Arbeit stimme schon längst nicht mehr. Arbeitssucht sei zur - gewollten - gesellschaftlichen Normalität geworden
taz: Alle reden davon, dass wir mehr Arbeit brauchen. Sie beschreiben es aber als Problem, dass die Menschen schon längst süchtig nach Arbeit seien.
Holger Heide: Wenn man in die Betriebe geht, kann man feststellen, dass die Arbeitnehmer unter Druck sind: im Sinne von Stress, interkollegialem Stress, bis hin zu Mobbing. Trotz statistisch belegbarem Rückgang der Abwesenheitsquote - unter anderem wegen der hohen Arbeitslosigkeit - verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Beschäftigten. Da stimmt etwas nicht mit dem Verhältnis der Menschen zur Arbeit. Das ist zunächst offensichtlich äußerem Druck geschuldet. Die Unternehmen passen sich dem steigenden Druck der Konkurrenz auf dem Weltmarkt an. Es zeigt sich aber, dass der bloße Verweis auf den äußeren Druck zur Erklärung nicht reicht. Wir haben die Normen der Arbeitsgesellschaft weitgehend verinnerlicht. Das heißt, wir sind anfällig für Arbeitssucht.

Sie nennen Arbeitssucht eine Volkskrankheit. Und in der Tat könnte der Terminus "Abhängig Beschäftigter" auch auf den Drogencharakter hinweisen. Ist ein Impfstoff in Sicht?
Nur wenige Krankheiten lassen sich durch die Verabreichung einer Arznei heilen. Meist werden bloß die Symptome gedämpft. Und was wichtiger ist: Arbeitssucht ist gewollte gesellschaftliche Normalität. Höchstens "Auswüchse" werden als bedenklich registriert, und als Auswüchse erscheinen "unerwünschte "Nebenwirkungen": Bluthochdruck, Magengeschwüre, Kreislaufprobleme, Rückenleiden und viele weitere Leiden, über die jeder Betriebsarzt sich Sorgen macht.

Wie zeigt sich Arbeitssucht?

Arbeitssucht ist eine krankhafte Fixierung auf Arbeit. Wie bei anderen Süchten steckt dahinter meist unbewusst ein Ausweichen vor unerträglichen Gefühlen. Gerade aufgrund der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz von Arbeit liegt es nahe, dass ich mich in Arbeit "stürze". Aber auch die entgegengesetzte Reaktion ist häufig: Die Vorstellung, Leistungen erbringen zu müssen, kann so stark werden, dass man in einen Zustand fast völliger Arbeitshemmung geraten kann. Kollegen und Familienmitglieder erkennen das Suchttypische meist daran, dass sich die Betroffenen isolieren, für nichts außer der Arbeit Zeit und Interesse haben.

Ecstasy, Schnaps und Heroin kann man absetzen. Beim Verdienen des Lebensunterhalts sieht das anders aus. Welche Möglichkeiten hat der Arbeitskranke, gesund zu werden?Absetzen ist nicht Gesundung, es geht auch bei Heroin letztlich um die Heilung der seelischen Krankheit. Einen Job zu machen, der einem Krankheit und perspektivisch den Tod einbringt, kann wohl nicht mit dem Hinweis auf den notwendigen "Lebensunterhalt" gerechtfertigt werden.

War früher alles anders oder womöglich sogar besser? Beurteilen Sie also die Produktivitätsfortschritte eher negativ?
Da müssten wir über den Begriff "Produktivität" reden und darüber, welchen Sinn es macht, diese ständig zu erhöhen. Erinnern Sie sich an den Satz von John Stuart Mill, der zur klassischen englischen Soziologie gehört: "Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben." Und damit meinte er: Zwar wird der technische und wirtschaftliche Fortschritt immer als Fortschritt des Menschen oder der Menschheit ausgegeben. Aber wie wir in der Phase der industriellen Revolution gesehen haben, wirkt sich das immer auf einen Teil der Menschheit extrem destruktiv aus. Ich versuche, mit dem Missverständnis aufzuräumen, früher sei alles ganz schrecklich gewesen. Die Vorstellung, man habe heute mehr Freizeit als früher, ist schlichtweg falsch. Aber wir müssen ausgehen von dem, was jetzt ist: Ich muss wieder anfangen zu spüren, was für mich gut ist. Wenn ich merke, es wird von mir verlangt - ich selbst verlange es sogar von mir -, täglich zwölf Sunden arbeiten zu gehen, und ich merke, wie ich dabei draufgehe, die Kontakte zur Familie abreißen oder Herzprobleme auftreten, dann muss ich sagen: Irgendwas läuft falsch. Hier geht es nicht um mehr Geld, sondern um existenzielle Probleme.

Was halten Sie von den "glücklichen Arbeitslosen" und deren Konzept "Wozu sich um Arbeit reißen"?

Das ist sicher eine Popularisierung. Aber nicht unbedingt falsch. Es bietet eine Möglichkeit, sich mit dem Begriff "Arbeit" auseinander zu setzen, zunächst einmal für die, die arbeitslos und dem unmittelbaren Druck der Stigmatisierung tatsächlich massiv ausgesetzt sind. Dass sie zu dem Ergebnis kommen: Arbeitslosigkeit ist von uns nicht erwünscht, aber wir können die Zeit, die wir jetzt haben, zu unserem Vorteil nutzen. Das würde einen Teil des Stresses auch aus der Arbeitswelt nehmen. Diejenigen, die Arbeit haben, müssten sich mit denselben Fragen auseinander setzen und verstehen, dass Solidarität nicht einfach warmherzige Anteilnahme ist, sondern dass diese Gesellschaft ein grundlegendes Problem hat: Um aus der Suchtgesellschaft herauszukommen, um uns die Muße wieder anzueignen, brauchen wir neue solidarische Formen von Individualität und Kollektivität jenseits von "Interessenvertretung" und "Politik".

INTERVIEW: JÜRGEN KIONTKE

taz Nr. 7086 vom 24.6.2003, Seite 9, 171 Zeilen (Interview), JÜRGEN KIONTKE

Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: am 11:54:24 Mi. 08.Oktober 2003
Ein junger durch Walzerrollen zermalmter Arbeiter

Montag, den 22. September gegen 9 Uhr 30. Ein neuer tödlicher Unfall ist an der Fabrik Sidmar de Zelzate eingetreten... "junger Stahlwerker Davy Senave wird zwischen zwei Rollen zermalmt. Einige Sekunden später durchquert ein Zittern das ganze Walzwerk: es hat einen schweren Unfall gegeben!"

Was hat er sich genau ereignet? Dirk Goemaere, er selbst hat ehemaliger Stahlwerker und jetzt kommunaler Berater des PTB bis Zelzate am selben Tag mit vielen Arbeitern des Unfalles gesprochen. Er davon wählt diesen Bericht: "Man mußte étireurs Rollen an Tandem 2 verschieben. Davy installierte die Kabel am Boden einerseits, aber mußte sich für das in einem Übergang von als einem Meter breites weniger halten. Denn vor den étireurs Rollen befanden sich flankierende Rollen in Warteposition. Zum Zeitpunkt, wo der Kran das Kabel gespannt hat, hat etwas schlecht funktioniert. Die Rollen verlassen den Boden, und sind vorwärts, soeben in der Direktion gesprungen, wo Davy war. Er hatte keinen Ausgang, denn eine flankierende Rolle war hinter ihm gerecht! Er hat die volle Rolle in auf ihm erhalten, er ist zwischen einer étireur Rolle und einer flankierenden Rolle zermalmt worden. Kein Glück, davon zu überstehen!

Alle Kollegen haben sofort interveniert: Gesten erster Hilfen, Aufruf an den Dringlichkeiten. In den benachbarten Werkstätten démené jeder auch, um die Hilfen in einem Minimum von Zeit vor Ort zu führen. Jeder hat sich dort gründlich, aber vergeblich gestellt."

Wenn zwei Teams des SMUR und die Polizei vor Ort der Fabrik angekommen sind, hat jeder begriffen, daß es sehr ernsthaft war. "Sie sind in dabei, Davy wiederzubeleben von Tandem 2 sein Puls weggegangen..." Das SMUR hat all sein möglichstes getan, aber die Verletzungen von Davy waren zu ernst. "Noch ein Glück, das das so schnell war, wird er sich sicherlich nicht gelitten haben" tröstete die Kollegen gegenseitig...

Davy Senave war nur 29 Jahre alt. Er läßt eine Frau und einen kleinen Jungen von drei Jahren. Und viele Freunde, denn Davy war allen als eine Eule bekannt gars, immer optimistisch.

Eine ernsthafte Untersuchung, um die Unsicherheit zu entdecken

Die Leute würden nicht akzeptieren, daß ein Arbeiter oder ein Kranführer hier vom Finger gezeigt wird. Der Kranführer, der die Rollen verschob, ist als ein ruhiger und erfahrener Arbeiter bekannt. "Jene, die den Kran für eine schwere Arbeit benötigten, waren beruhigt, als es ihn war, der es handhabte" erzählt die Kollegen von Davy.

"Es gibt momentan einen tödlichen Unfall fast jedes Jahr. Ist es normal? Da die Frage, die wir stellen müssen ", geschrieben Dirk Goemaere an seine Arbeitskollegen. Der Tod von Davy verursacht erneut viele Diskussionen über die Sicherheit im allgemeinen.

Das CPPT muß eine ernsthafte Untersuchung durchführen und Maßnahmen vorschlagen, alle möglichen Unsicherheitsformen éradiquer. Es ist das, was die Leute erwarten, mehr denn je. Und alle Informationen müssen auf den Linien verbreitet werden. "Arnold ist gestorben vor einem Jahr, und wir kennen noch die genauen Ursachen seines Unfalles nicht", sagen die Stahlwerker.

Bewegte Ehrerbietung
Alle anwesenden Personen fühlten sich sie cur drücken, wenn die Witwe von Davy und ihr kleiner Junge von drei Jahren ein Photo von Davy in der Mitte der Blumen gesetzt haben. Sie waren von sauren Brüdern und und von anderen Familienmitgliedern umgeben, die alle auch eine Rose kaufen und es zu den Füssen des Kreuzes und des Photos ablegen wollten. Vor dem Haupteingang von Sidmar so an diesem Montag, den 29. September statt fand eine, die Zeremonie zum Gedenken an von Davy bewegt. Ein Straßenfahrer hat eine Rose am kleinen Jungen gekauft und hat ihn gefragt, es für ihn abzulegen. Marleen Iterbeke hat ohne musikalische Begleitung ein großartiges gesungen mich verläßt nicht von Jacques Brel, und Maya Wuytack (Mädchen des Bildhauer- Dichters Frans Wuytack), hat récité eines von ihren ergreifenden Gedichten.

Mehrere Arbeiter von Sidmar waren anwesend, und Dirk Goemaere hat Solidaritätsmitteilungen von Brassenstahlwerkern (Deutschland) gelesen, IJmuiden (die Niederlande) und Dünkirchen (Frankreich). An Brasse haben sie eine Sammlung für die Witwe von Davy organisiert. Jene von Usinor-Dünkirchen haben versprochen, sich mit den Gewerkschaften zu bemühen, solche Dramen zu vermeiden. Die Kollegen von IJmuiden haben bekanntgegeben, daß sie bereits erfolgreich gewesen sind, ihren Direktor mit Frist verurteilen zu lassen, wenn ein tödlicher Unfall noch eintreten müßte. "Die Sicherheit geht vor der Produktion über" ist ihre Devisen. An Sidmar haben die Arbeiter für 1.700 Roseneuro gekauft. Alle haben der Witwe und der Familie von Davy ihr Mitleid vorgestellt.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kabelbrand am 03:38:52 So. 30.November 2003
Für diese kleine Artikelsammlung hab ich auch was passendes bei TELEPOLIS gefunden:

Wer fertig ist, kann gehen

Immer mehr Japaner sterben an Arbeit

It's only work'n work but I like it: Karoshi (Tod durch Überarbeitung) heißt das in Japan, wenn man zu viel arbeitet und daran stirbt, ein Phänomen, das erstmals 1987 bemerkt wurde und mittlerweile auch juristisch als haftungspflichtige Todesart anerkannt wird.


Nach einem vom japanischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Report sind, wie die Nando Times  berichtet, letztes Jahr 143 Karoshi-Tote registriert worden, Männer und Frauen, darunter vor allem Büroarbeiter, Fließbandarbeiter und Fahrer. Obwohl diese Zahl einen traurigen Rekord darstellt, könnten es inoffiziell noch viel mehr gewesen sein, eine Schutzvereinigung geht von 10 000 Karoshi-Toten aus. Der Todesarten gibt es mehrere, nicht nur durch Stress bedingte Herzinfarkte, sondern auch Selbstmorde und andere Kollapse, manche schlafen einfach in der U-Bahn ein und wachen nicht mehr auf. Dass es die Arbeit war, die den Sensemann rief, wird nachträglich geprüft. Dabei müssen die Hinterbliebenen dem Arbeitsministerium beweisen, dass das Karoshi-Opfer am Tage seines Ablebens extrem belastende Arbeit hinter sich hatte. Im Karoshi-Manual ist dazu verzeichnet, dass Überarbeitung als Todesursache in Frage kommt wenn der Betreffende am Tag seines Ablebens mindestens 24 Stunden (!) gearbeitet hat oder in der Woche vor seinem Tod jeden Tag mindestens 16 Stunden. Wenn er in der Woche vor dem Zusammenbruch einen Tag frei hatte, ist es schon kein Karoshi mehr und Unterhaltsforderungen greifen ins Leere.Karoshi könnte typisch für eine neue Gruppe von Syndromen sein, welche die Japaner gourika -byou nennen, "Rationalisierungskrankheiten", die mit den Produktionsmethoden des späten 20.Jahrhunderts aufkamen. Fallstudien legen nahe, dass der Grund für die selbstaufopfernde Vielarbeit eher im japanischen Produktionsmanagement als im Kopf der Arbeitenden angelegt ist. 88 Prozent aller Firmen rechnen fest mit Überstunden. So warb ein Pharmakonzern mit dem Slogan "Sind Sie bereit, 24 Stunden für ihre Firma zu kämpfen?" für ein neues Power-Getränk. All work and no play: Dabei zerfressen die Konzerne mit den von Kritikern "Toyota's human management method" oder "corporate fascism" genannten Methoden die Identität ihrer Angestellten anscheinend so gründlich, dass diese teilweise ihre Namen aufgeben und sich im täglichen Umgang unter dem Namen des Konzerns als bloße Anhängsel desselben vorstellen und anreden.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:26:08 Di. 16.März 2004
Zitat
Original von stern.de

Umfrage
Angst und Neid prägen Arbeitsklima


Das Betriebsklima in Deutschland ist seit der wirtschaftlich schwierigen Lage von Angst und Neid geprägt: In mehr als jedem zweiten Unternehmen ziehen die Chefs die Zügel an und führen autoritärer (51,4 Prozent), fast jeder zehnte Chef vergreift sich dabei auch schon mal öfter im Ton ergab eine Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Euro" (März-Ausgabe).

Durch die enge Besetzung und den hohen Kostendruck in den Abteilungen leiden die Mitarbeiter in jedem dritten Unternehmen (31,1 Prozent) unter zunehmender Konkurrenz und Neid.


Der Druck von oben entlädt sich oft untereinander. Mobbing ist ein wachsendes Phänomen, das nicht aus dem Nichts kommt.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:18:54 Do. 15.April 2004
15.04.04
Tödlicher Arbeitsunfall bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg

Auf der heutigen Frühschicht ereignete sich gegen 8.40 Uhr auf dem Gelände der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg-Bruckhausen ein schwerer Arbeitsunfall. Bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitung in der Nähe des Oxygenstahlwerks I kam es nach Informationen von ThyssenKrupp Stahl "aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Austritt von CO-Gas". Durch die eintretende Verpuffung kam ein Arbeiter einer Fremdfirma ums Leben. Zwei weitere Fremdfirmenarbeiter und zwei Beschäftigte von ThyssenKrupp Stahl wurden verletzt. Es bleibt die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass an einer offensichtlich unter Gas stehenden Leitung geschweißt wurde, und was getan wird, um solche Unfälle in Zukunft auszuschließen. Auf deren lückenloser Beantwortung werden die Stahlbelegschaften zurecht bestehen.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Manager am 00:42:24 Fr. 16.April 2004
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

15.04.04
Tödlicher Arbeitsunfall bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg

Auf der heutigen Frühschicht ereignete sich gegen 8.40 Uhr auf dem Gelände der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg-Bruckhausen ein schwerer Arbeitsunfall. Bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitung in der Nähe des Oxygenstahlwerks I kam es nach Informationen von ThyssenKrupp Stahl "aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Austritt von CO-Gas". Durch die eintretende Verpuffung kam ein Arbeiter einer Fremdfirma ums Leben. Zwei weitere Fremdfirmenarbeiter und zwei Beschäftigte von ThyssenKrupp Stahl wurden verletzt. Es bleibt die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass an einer offensichtlich unter Gas stehenden Leitung geschweißt wurde, und was getan wird, um solche Unfälle in Zukunft auszuschließen. Auf deren lückenloser Beantwortung werden die Stahlbelegschaften zurecht bestehen.


Hallo ManOfConstantSorrow

Haben hier wieder die Sub-SuB-Sub - Unternehmen zugeschlagen :evil:  :evil: ,  die Bezeichnung "Fremdfirmen" steht in meinen Augen für S******treiber aus der Zeitarbeits- und Verleiherbranche  :?:  :?:
Einige dieser Firmen meinen das Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitssicherheit etwas ist, was für sie nicht gelten mag :evil:  :evil:
Ich hoffe wirklich das eine "lückenloser Beantwortung" aller offenen Fragen erfolgt , daran glauben kann ich aber nicht  :(  :evil:  :!:

Manager
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:27:04 Do. 22.April 2004
"Kapitalismus tötet!" war eine Parole der autonomen Szene, als in Genua ein Demonstrant von der Polizei erschossen wurde.

Ich halte es aber für wichtig den kapitalistischen Alltag zu betrachten und nicht nur auf die eigene Szene zu schielen. Für den Kapitalismus lassen täglich Menschen ihre Gesundheit oder gar ihr Leben, z.B. durch Arbeitshetze und Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften. Hier nur ein weiteres alltägliches Beispiel:
Zitat
Original von kn-online

Unfall an der Fräsmaschine - Arbeiter schwer verletzt

Sterley (dpa/lno) - Ein Mitarbeiter einer Firma für Landmaschinentechnik ist bei der Reparatur einer Motorgartenfräse in Sterley (Kreis Herzogtum Lauenburg) schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der 33-Jährige am Mittwoch bei einem Probelauf aus ungeklärten Gründen mit einem Arm zu nahe an die Welle geraten. Die Fräse erfasste seine Kleidung und er stürzte in die Maschine. Ein Hubschrauber brachte den Schwerverletzten ins Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg. Es besteht keine Lebensgefahr.

dpa/regioline vom 22.04.2004
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:52:54 So. 16.Mai 2004
Hier nochmal eine Meldung gegen das große Totschweigen der Medien:

   

Für Olympia in den Tod

Griechenland: In zwei Jahren mindestens dreizehn Tote bei Unfällen auf Olympiabaustellen


Den vollständigen Artikel gibt es bei Telepolis unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/17399/1.html
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 19:16:00 Mi. 19.Mai 2004
19.05.04 - Australische Bauarbeiter streiken wegen Rettungshubschrauber
Als die Bauarbeiter in Illawarra/Australien auf einer Versammlung erfuhren, dass es einem Arzt nicht möglich war, mit dem Rettungshubschrauber zu einem Unfallopfer transportiert zu werden, legten sie spontan die Arbeit nieder. Sie marschierten zur Basis des Rettungshubschraubers und schlossen einen Kreis um das Fluggerät und seine überraschte Mannschaft. Die australischen Bauarbeiter führen schon seit Jahren einen Kampf gegen die zahlreichen Unfälle am Bau.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:52:18 Mo. 16.August 2004
Krankenstand erreicht neuen Tiefstand

Nach Angaben des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen sank der Krankenstand im 1. Halbjahr 2004 auf 3,6 Prozent. Im 1. Halbjahr 2003 hatte er noch bei 4,2 Prozent gelegen. Die wichtigsten Ursachen für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit waren Skeletterkrankungen (26,5 Prozent), Atemwegserkrankungen (16,9 Prozent) Verletzungen und Vergiftungen (15,2 Prozent) und psychische Erkrankungen (7,5 Prozent). Seit 1990 hat sich die Zahl der psychischen Krankheiten verdoppelt, was vor allem mit einer wachsenden Belastung am Arbeitsplatz zusammen hängt.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:02:42 Do. 28.April 2005
Folgendes Zitat paßt gut zum Titel dieses Threads:

"Jeder fünfte Beschäftigte scheidet wegen Krankheit oder Unfall vorzeitig aus dem Job aus."

Der Rest des STERN-Artikels (http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/538670.html?nv=ct_cb) ist leider eher Werbung für die Versicherungswirtschaft.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:08:34 Fr. 29.April 2005
Zwei Millionen Tote durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

Genf (dpa) - Mehr als zwei Millionen Menschen sterben weltweit im Jahr durch Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten und diese Tendenz ist steigend
.

Das geht aus Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, die am Donnerstag in Genf zum Internationalen Tag der Arbeitsplatzgesundheit veröffentlicht wurde. Neben den Todesfällen, die durch die Arbeit verursacht werden, gibt es jedes Jahr 268 Millionen nicht tödliche Arbeitsunfälle mit mindestens drei Tagen Arbeitsausfall.

Außerdem erkranken jährlich 160 Millionen Menschen neu an einer Berufskrankheit. Beide Organisationen fordern deshalb mehr Schutz und Verhütung von Unfällen am Arbeitsplatz.

Wenn auch in vielen Industrieländern die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren abnahm, stieg sie etwa in den sich entwickelnden Ländern wie China oder Brasilien und Mexiko - so durch den Boom im Bausektor mit ungeübten Kräften - stark an.

Die häufigsten Berufskrankheiten sind Krebs, der durch gefährliche Substanzen verursacht wird. Hinzu kommen Erkrankungen der Muskulatur und der Knochen, Atemwegerkrankungen, Verlust des Gehörs und Kreislaufkrankheiten. In vielen Industrieländern nimmt die Asbestose weiter zu. Weltweit sterben jährlich 100 000 Menschen an berufsbedingter Asbestose.

In der Landwirtschaft, dem wichtigsten Sektor in Entwicklungsländern, sterben jährlich 70 000 Menschen an Vergiftungen, die durch Pestizide verursacht wurden. Zahlreiche weitere Menschen erleiden nicht tödliche, aber chronische Krankheiten durch solche Vergiftungen, schreiben die Verfasser.


dpa/ecoline vom 28.04.2005
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Horch am 11:51:49 Fr. 29.April 2005
Wahrscheinlich sind die Opfer noch nicht mit eingerechnet worden, die einen Wegeunfall hatten.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kann das sein? am 10:35:56 Di. 10.Mai 2005
Was stimmt denn nun?

Hier lese ich "Arbeit schadet der Gesundheit", was nicht von der Hand zu weisen ist. In anderen Threads lese ich hingegen "Arbeitslose erkranken häufiger" (z. B. Ø weniger Bewegung, kein Geld für gesunde Ernährung, Medikamente, fehlende soziale Kontakte) usw..

Da wäre ja beides der Gesunheit voll abträglich, wenn ich das richtig verstehe ...
8o
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 15:20:59 Sa. 28.Mai 2005
Es wird wohl eher der Stress sein der Krank macht und den haben arbeitslose und arbeitende mehr denn je.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Carpe Noctem am 14:32:39 Mi. 08.Juni 2005
Insbesondere die Arbeit in Call Centern laugt aus:

"Beschäftigte in Call-Centern sind gesundheitlich besonders gefährdet. Die geforderte Dauerfreundlichkeit und das Pensum von mehr als 20 Anrufen pro Stunde sorgen zusätzlich für psychosomatische Erkrankungen verursachen. 250 Telefongespräche täglich beanspruchen nicht nur die Stimme. Es kommt zu Schmerzen in Händen und Rücken, zu Sehstörungen durch ständige Bildschirmarbeit. Ein Drittel der Erkrankten ist nicht älter als 20 Jahre. So der Gesundheitsreport 2005 der DAK."

Quelle:
http://www.jungewelt.de/2005/06-08/019.php

Grüsse - CN
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Carsten König am 17:39:44 Mi. 08.Juni 2005
Und gerade die Call-Center Mitarbeiter zählen zu den am meisten Gemobbten. Kenne ich aus eigener Anschauung, wenn Menschen zu automatisierten Sprach- und Redemaschinen verbogen werden.

Da ist Denken das Springen zur nächsten Eingabemaske...
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: regenwurm am 11:15:21 Sa. 18.Juni 2005
Mobbing
Wenn der Job zur Hölle wird
Gerüchte, Schikanen, Psychoterror: Fast eine Million Menschen werden in Deutschland jedes Jahr bei der Arbeit gedemütigt, beleidigt und seelisch zermürbt.
Vom Chef mit Anweisungen im Befehlston schikaniert und von Kollegen "wie die Pest" gemieden, kämpfte er sich durch die Arbeitsstunden. Einige Wochen ging die Tortur gut: "Dann bin ich körperlich umgekippt", sagt der inzwischen Arbeitslose.

"Wenn keiner grüßt und alle schweigen". Ausstellung / seite mit flash animation
zur Seite-hier klicken (http://www.wenn-keiner-gruesst.de/index_flash.htm)

Gerüchte, Schikanen, Psychoterror: Die Erscheinungsformen von Mobbing sind vielfältig und oft schwer zu fassen. Nach DASA- Schätzungen werden allein in Deutschland jedes Jahr eine Million Menschen bei der Arbeit gedemütigt, beleidigt und seelisch zermürbt. Für Beermann ist die systematische Drangsalierung daher weder selten noch ein Kavaliersdelikt: "Mobbing kann jeden treffen".
Mobbing verursacht nicht nur persönliches Leid, sondern enorme gesellschaftliche Kosten: nach Schätzungen der DASA pro Jahr 11,2 Milliarden Euro für Medikamente, Kuren und Psychotherapien und 13,4 Milliarden Euro für Qualitätsdefizite und Produktionsausfälle.
"Gemobbte Beschäftigte sind häufiger krank, weniger motiviert und damit auch weniger produktiv", erklärt Beermann.

Die Opfer leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit. Viele werden depressiv. Sozialarbeiter, Bankangestellte und Verkäufer sind nach einer DASA-Studie besonders häufig betroffen - ihr Mobbing-Risiko ist doppelt so groß wie das eines Beschäftigten in der Landwirtschaft.
Für den Ernstfall rät Beermann, im Angriff die Verteidigung zu suchen: Offene Gespräche seien der beste Weg aus der Mobbing-Misere. Vor allem Führungskräfte stünden dabei in der Verantwortung.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: BGS am 18:20:17 Sa. 18.Juni 2005
Aus meiner Erfahrung mobben vor allem komplett unfähige Vorgesetzte ihre fähigsten Mitarbeiter gezielt und systematisch, oft hinter deren Rücken. Natürlich senkt dies irgendwann Motivation und Gesundheit, denn Demütigung und Beleidigung werden noch dadurch verschärft, daß die Vorgesetzten komplett inkompetente Arbeitsanweisungen erteilen etc., aber es zugleich verstehen, innerhalb der jeweiligen Unternehmenshierarchie aufs Trefflichste von ihrer eigenen Unfähigkeit durch vielerlei Gemauschel abzulenken.

Es ist komplett unwahr, daß heutzutage qualifizierte Mitarbeiter gewünscht werden, denn diese "stören" am Ehesten den "Betriebsfrieden". Daher ist die Lage im Land so mies: das überall herrschende muffige Mittelmaß verhindert jegliche Aussicht auf Besserung oder positive Veränderung!
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:19:10 Di. 28.Juni 2005
In der italienischen Bauwirtschaft häufen sich die – mitunter tödlichen – Arbeitsunfälle vor dem Hintergrund von irregulärer Beschäftigung und mangelndem Arbeitsschutz. 33 Tote gab es allein in der Toskana im ersten Halbjahr 2005. Gewerkschaften laufen Sturm dagegen.

Toskana sah am Mittwoch einen Generalstreik (http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=73857&IDC=3)
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:55:11 Mi. 21.September 2005
Täglich kommen weltweit über 5.000 Frauen und Männer bei Arbeitsunfällen ums Leben. Diese Zahlen veröffentlichte die "International Labour Organisation" (ILO) anlässlich eines internationalen Kongresses für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in Orlando/Florida. Der Bericht wurde in englischer Sprache im Internet veröffentlicht unter: http://www.ilo.org/public/english/bureau.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: regenwurm am 15:01:59 Sa. 17.Dezember 2005
Stress-Regulation  Die Vorbereitung des Organismus auf Stressoren nehmen zwei besondere Teile unseres Nervensystems vor, die keiner direkten willentlichen Kontrolle unterstehen. Das "sympathische" Nervensystem stellt Energie bereit. Das "parasympathische" Nervensystem hemmt diesen Vorgang und macht ihn wieder rückgängig. Diese beiden Teile des Nervensystems erzeugen damit Bedingungen, unter denen das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmarksnerven), zuständig für Wahrnehmung, Denken und Bewegung, gut funktioniert.
Das Ausmaß der Stress-bedingten Energiemenge hängt einmal von der unbewussten, allerersten Bewertung des Stressors ab. Wird er als Überforderung eingeschätzt, verbinden sich damit Angstgefühle, die einen Kampf/Flucht-Mechanismus in Gang setzten. Auch bei neuartigen, unbekannten Stressoren (z.B. Rechnerabstürzen, nicht nachvollziehbaren Programmfehlern, aggressiven Ansprüchen ansonsten umgänglicher Personen) stellt der Körper vorsichtshalber mehr Energie bereit als er vielleicht später benötigt.

Wenn der Betroffene in einem zweiten Bewertungsschritt glaubt, die Anforderung gut bewältigen zu können, wird weniger Energie erzeugt. Bekannte Anforderungen lösen daher weniger Erregung aus.

Die Weiche zu Dis-Stress oder Eu-Stress wird erst bei nachträglicher Bewertung der Aufgabenlösung gestellt. Wurde das Problem gut behoben, empfindet man den anschließenden Energieabfall als höchst angenehm. Eine bewältigte Aufgabe bedeutet, dass dafür keine weitere Energie mehr nötig ist, überschüssige also möglichst schnell abzubauen ist. Andernfalls muss noch mit weiteren Anstrengungen gerechnet werden, und "die Nerven liegen bloß". Auf jede zusätzliche Anforderung wird "gereizt" reagiert, weil der Organismus noch Restenergie bereit hält und keinen neuen Schub vertragen kann.

Jedes Stress-Erlebnis bedarf einer anschließenden Erholungsphase, egal ob Eu-Stress oder Dis-Stress vorgelegen hat. Das parasympathische Nervensystem muss Zeit haben, die Energiezufuhr herunterzuregulieren. Andernfalls sind dauerhafte Übererregungen und langfristig auch Organschäden zu erwarten.
 
 
Stressbewältigung  Erfolgreiche Stressbewältigung setzt zum einen eine genaue Wahrnehmung von Stressoren und zum anderen ein bestimmtes Bewältigungsverhalten voraus.
Selbst geringfügiger Lärm, schlechte Beleuchtung, flimmernde Bildschirme und Zeitdruck sind Dauerstressoren, die selten bewusst wahrgenommen werden, aber das sympathische Nervensystem mit erregen. Instabile Programme, plötzliche Rechner-Abstürze, fehlerhafte Tastaturen, Spiegelbilder im Bildschirm stellen neben unvorbereiteten Aufgaben akute Stressoren dar, die bei der unbewussten Erstbewertung unnötig viel Energie auslösen.

Mangelnde Vorbereitung, unzureichende Programmschulung, ausschließlich fremdbestimmtes Arbeiten, undurchsichtige Geschäftsabläufe und auch Unterforderung durch Monotonie führen zu einem Versagen auf der zweiten Bewertungsstufe, weil für die augenblicklichen Anforderungen keine Lösungsstrategien parat sind.
Quelle: (http://www.sozialnetz-hessen.de/ca/ph/het/Hauptpunkt/aaaaaaaaaaaahfq/Unterpunkt/aaaaaaaaaaaaijv/HauptframeID/aaaaaaaaaaaaijv/HauptframeTemplate/aaaaaaaaaaaaapl/)
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Pink Panther am 17:44:33 Fr. 17.Februar 2006
Dresden 16.02.06: Wie erst jetzt bekannt wurde, brach in den Abendstunden vom 7.2. ein Kollege aus der Kontischicht im Fahrstuhl zusammen. Zum Glück waren andere Kollegen mit im Fahrstuhl, halfen sofort, alarmierten die Werksärztin. Mit dem angeforderten Notarztwagen wurde der Kollege abgeholt. Offensichtlich ist, dass ohne das schnelle Handeln der Kollegen und der Betriebsärztin der Kollege dies nicht überlebt hätte.

Dieser Vorfall sorgt in der Belegschaft, sofern bekannt, für intensive Diskussionen, Betroffenheit und Wut. Da sind zum einen die 12-Stunden-Schichten, die der Konzern der Dresdner Belegschaft seit Januar abverlangt: 12 Stunden am Tag, 12 Stunden in der Nacht, alles unter Reinraum-Bedingungen. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind nach den vier Schichttagen total geschafft, kräftemäßig am Ende - von den Folgen für Familie usw. ganz zu schweigen. In verschiedenen Abteilungen ist der Krankenstand erheblich in die Höhe geschnellt. Die Unfallgefahr am Arbeitsplatz und auf dem Heimweg wächst enorm!

Dieser Vorfall wirft Fragen auf, die beantwortet werden müssen.

1. Warum gibt es zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens keine ärztliche Versorgung im Betrieb? Weil das keinen Profit abwirft?

2. Warum gibt es überhaupt keine ärztliche Versorgung zwischen Freitag abend 22.00 Uhr und Montag früh? Weil das Infineon nicht reich macht?

3. Wo sind diejenigen Vertreter der Firma und des Betriebsrates, die dieses 12-Stunden-Schichtmodell entwickelt haben und es als gesundheitsfreundlicher als das bisherige 8-Stunden-Modell verkauften? Sind sie am Krankenbett des Kollegen?

Jeder Kollegin und jedem Kollegen kann das schon morgen passieren. Und dann? Zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Belegschaft sind Sofortmaßnahmen zwingend:

Während Infineon jede Minute Arbeitskraft ausbeutet, um seinen Profit zu mehren, ist ihnen die Gesundheit der Beschäftigten keinen Pfifferling wert! Die Forderung nach einer ausreichenden, kompetenten, gründlichen ärztlichen Versorgung rund um die Uhr, an jedem Tag in der Woche muss sofort durchgesetzt werden, solange bei Infineon das 12-Stundenschichten-Kontischichtmodell gefahren wird!

Damit die Gesundheit tausender Kontischicht-Beschäftigter nicht in kürzester Zeit verschlissen ist, braucht es Neueinstellungen zu festen Arbeitsbedingungen wegen dem Stress, Arbeitshetze und Druck am Arbeitsplatz. Hunderte Leiharbeiter bei Infineon wissen heute nicht, was morgen ist. Wie zerstörerisch ist das für ihre Gesundheit? Die sofortige Festeinstellung der Leiharbeiter ist möglich und notwendig.

Die Abschaffung des 12-Stunden-Schichtmodells muss dabei ins Zentrum der Diskussion. Es zerstört unsere Gesundheit, vernichtet hunderte von Arbeitsplätzen, ruiniert familiäre, zwischenmenschliche, kollegiale sowie gesellschaftliche Beziehungen.


http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2006-02-16.0601
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:53:17 Do. 03.August 2006
Am 1.8. ereignete sich ein Unfall im Warmbandwerk 1 bei TKS in Duisburg. Durch eine Verpuffung an der Ofenanlage ist ein Brenner explodiert. Dabei wurden zwei Kollegen der Fremdfirma DSU verletzt, einer mit Knochenbrüchen schwer. Als die Feuerwehr und andere Kollegen eintrafen und helfen wollten, ereignete sich eine zweite Verpuffung. Dadurch wurden drei Feuerwehrleute und zwei Kollegen von TKS leicht verletzt. Der Ofen wurde stillgelegt und die Produktion mit den anderen Öfen weiter geführt. Noch ist unklar, warum es zu dieser Verpuffung kam.

Dieser Unfall reiht sich ein in einer Reihe von Unfällen im Stahlbereich, die es in der Häufigkeit und Schwere noch nicht gegeben hat, wie z.B. Hochofenstörungen bei HKM Duisburg, Brand in der EBA bei TKS Duisburg, Brand im Kaltwalzwerk bei TKS Dortmund, Brand bei EWK Krefeld usw. Bei TKS Duisburg gibt es auch Befürchtungen, dass demnächst am Hochofen 1 ein schwerer Unfall passieren könnte. Obwohl er eigentlich neu zugestellt werden müsste, soll er bis Ende 2007 noch weiter laufen, bis der neue Hochofen 8 in Betrieb geht. Durch die zum Teil erheblichen Produktionsausfälle wird versucht, dies wieder aufzuholen, was oft zu neuen Unfällen führt.

Es zeigt sich, dass die Anlagen bis zum Anschlag ausgelastet sind und die Wartung und Erhaltung auf ein Minimum reduziert wird.

(rf-news 2.8.06)
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: regenwurm am 09:29:00 Mo. 14.August 2006
Jetzt steht es auch im Blatt !

Studie
 
Arbeitslosigkeit ist lebensgefährlich
Vierfach höheres Risiko tödlicher Erkrankung
HEINRICH KLAFFS

Arbeitslose leiden gegenüber gleichaltrigen Erwerbstätigen unter massiv erhöhter Sterblichkeit, ergab eine Studie der Universität Leipzig. Ursache seien vor allem Depressionen und Suchtkrankheiten wie Alkoholismus, besonders bei Frauen auch Tablettensucht, Erschöpfungssymptome und Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt, sagte der Leiter des Instituts für medizinische Psychologie, Elmar Brähler.

Die Rate dieser Krankheiten, so Brähler, sei bei Arbeitslosen schon kurz nach dem Job-Verlust mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Und: "Menschen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos sind, haben statistisch sogar ein vier Mal höheres Sterberisiko."

In der Regel verschlechtere sich der Gesundheitszustand eines Menschen mit Eintritt der Arbeitslosigkeit rapide, konstatiert der Psychologe. Auf dem anfänglichen Schock unmittelbar nach dem Jobverlust, der oft tiefe Depressionen verursacht, folge zwar meist eine Phase der Erholung. Der Arbeitslose werde oft sehr aktiv, versuche, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Wenn seine Bemühungen dann aber scheitern, trete nach etwa zwölf Monaten oft eine Phase des Fatalismus ein: "Die Betroffenen beginnen, sich aufzugeben."

Krank mache aber nicht nur der reale Verlust des Arbeitsplatzes. Auch die Angst vor Arbeitslosigkeit münde oft in lebensbedrohliche Erkrankungen.

Besonders in Ostdeutschland mit seinem im Verhältnis immer noch erschreckend geringen Arbeitsplatzangebot ist das Problem akut, ergab die Studie. Viele Bürger der neuen Bundesländer hätten die Hoffnung, nach dem Verlust des Jobs noch einmal einen Arbeitsplatz zu finden, im Lauf der Zeit ganz aufgeben müssen.

Was erschwerend hinzukomme: Die Massenentlassungen nach der Wiedervereinigung hätten sehr viele leistungsorientierte Menschen getroffen, die unter normalen Umständen wohl kaum arbeitlos geworden wären: "Diese leiden in der Regel besonders!"

Zitat:
»Nach etwa 12 Monaten beginnen die Betroffenen oft, sich aufzugeben«

Psychologe Elmar Brähler (Uni Leipzig)

Mopo (http://www.mopo.de/2006/20060814/hamburg/politik/arbeitslosigkeit_ist_lebensgefaehrlich.html)

Ursache ?

Arbeitslose haben im Vergleich zu Beschäftigten ein bis zu dreifach höheres Selbstmordrisiko. Zu diesem Ergebnis kommen neuseeländische Forscher in einer Studie, die jetzt im 'Journal of Epidemiology and Community Health' veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von insgesamt mehr als zwei Millionen Erwachsenen ausgewertet und beobachtet, wie sich die Selbstmordrate innerhalb von drei Jahren entwickelte. Das Ergebnis ist Besorgnis erregend: Die Studie ergab, dass das Suizidrisiko bei arbeitslosen Frauen und Männern im Alter von 25 bis 44 Jahren sowie bei arbeitslosen Männern im Alter von 45 bis 64 um das Zwei- bis Dreifache erhöht ist.

Etwa die Hälfte dieses erhöhten Risikos bei Arbeitslosen könne auch auf psychische Erkrankungen zurückgehen, betonen die Experten. Weitere beeinflussende Faktoren waren der Partnerschaftsstatus, das Haushaltseinkommen, Zugang zu Autos sowie - zumindest bei Männern - die Bildung.

Quelle (http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/arbeit/:Studie-Arbeitslosigkeit/511418.html)
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kater am 17:24:19 Mo. 04.Juni 2007
Zitat
Boom treibt Zahl der Arbeitsunfälle nach oben
Montag 4. Juni 2007, 13:24 Uhr
 
Berlin (AP) Der Wirtschaftsboom und der Aufbau zusätzlicher Jobs haben auch die Zahl der Arbeitsunfälle merklich nach oben getrieben. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Deutschland 948.546 meldepflichtige Unfälle, das waren 1,8 Prozent mehr als 2005. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle stieg von 656 auf 711, wie der Anfang Juni neu gegründete Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Montag in Berlin berichtete.
Die Unfälle verteilten sich 2006 wegen der gestiegenen Beschäftigtenzahl auf mehr Arbeitnehmer, deshalb sank insgesamt das Risiko, bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden. Das Risiko lag 2006 bei 26,9 Unfällen je 1.000 Vollarbeitern und damit um 0,7 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die Zahl der Unfälle, die zu einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit und damit zu einer Unfallrente führten, ging in fast allen Branchen zurück. Sie lag bei 18.639 neuen Renten, im Vorjahr waren es noch 19.237. Nach oben zeigte hingegen die Tendenz bei den Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder zurück: Sie stieg um 3,3 Prozent auf 191.186 Unfälle.

Der Beitragssatz zur gewerblichen Unfallversicherung, den nur die Arbeitgeber zahlen, beträgt 1,33 Prozent vom Bruttolohn. Das Gesamtvolumen belief sich 2006 auf 8,97 Milliarden Euro.

Der neue, gemeinsame Spitzenverband DGUV vertritt seit dem 1. Juni die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Die Mitglieder der DGUV versichern mehr als 70 Millionen Menschen gegen Arbeits-, Wege- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten. Ihr Versicherungsschutz erfasst unter anderem alle abhängig Beschäftigten, Schüler und Studierende sowie ehrenamtlich Tätige. Die DGUV beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, München, Sankt Augustin, Hennef und Bad Hersfeld sowie in ihren drei Forschungsinstituten.

http://www.dguv.de/

http://de.biz.yahoo.com/04062007/12/boom-treibt-zahl-arbeitsunfaelle.html
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:16:46 Do. 21.Juni 2007
Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden in Deutschland jährlich 160.000 Auszubildende und Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren das Opfer von Arbeitsunfällen. René Rudolf, Bundesjugendsekretär des DGB, kritisierte es in dem Zusammenhang als zynisch, dass Unternehmerverbände wie der des Hotel- und Gaststättengewerbes das Jugendarbeitsschutzgesetz weiter aushöhlen wollen.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:04:48 Mo. 14.Januar 2008
Erneut tödlicher Unfall auf RWE-Baustelle in Neurath

14.01.08 - Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil in die Tiefe stürzte.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:05:19 Mi. 16.Januar 2008
Nach einer Studie des kanadischen Centre for the Study of Living Standards ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Kanada von 1993 bis 2005 von 758 auf 1.095 angestiegen. Darin sind ist auch der Tod durch Berufserkrankungen mit enthalten. Mit an der Spitze dieser Liste steht die Bauindustrie. Der Bauboom geht einher mit einer Abschaffung vieler Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen. Allein in der Provinz British Columbia stieg die Zahl der berufsbedingten Todesfälle von 38 im Jahr 2006 auf mindestens 87 im vergangenen Jahr an.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kater am 23:04:47 Mi. 16.Januar 2008
Zitat
Hochregal eingestürzt: 5 Menschen verschüttet

Halle (dpa) - Beim Einsturz eines mit mehr als 2000 Tonnen Papier beladenen Hochregals sind am Mittwoch in einem Großhandel in der Nähe von Halle (Sachsen-Anhalt) fünf Menschen verschüttet worden.

Drei der Opfer wurden am späten Nachmittag verletzt geborgen, über das Schicksal der anderen bestand auch am Abend noch Unklarheit. Dutzende Rettungskräfte suchten in den meterhohen Trümmern aus Stahl und Papier. Nach Unternehmensangaben wurde das Unglück möglicherweise beim Unfall mit einem Gabelstapler ausgelöst, der sich schon am Dienstag ereignet hatte. Der Stapler war in das Regal gefahren, das daraufhin als einsturzgefährdet galt und am Mittwochnachmittag zusammenbrach.

Zu diesem Zeitpunkt berieten laut Unternehmen Gewerbeaufsicht und Technisches Hilfswerk (THW) über die weiteren Sicherheitsmaßnahmen. «Mehrere Leute waren an dem Regalsystem, als es dominoartig in sich zusammenrutschte. Das ist alles sehr tragisch, wir stehen unter Schock», sagte ein Unternehmensvertreter. Die genaue Ursache des Arbeitsunfalls in dem Betrieb mit rund 90 Mitarbeitern sollte von Experten untersucht werden.

Bei dem Unglück, das sich gegen 14.30 Uhr ereignete, wurden ein Mann schwer sowie eine Frau und ein Mann leicht verletzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Leichtverletzten wurden am Abend aus der Klinik entlassen. Bei den fünf Opfern handelt es sich um drei Betriebsangehörige und zwei THW-Mitarbeiter.

«Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig und werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen», sagte Halles Polizeisprecherin Ulrike Diener. Auf dem rund 13 Meter hohen und 70 Meter langen Regal waren nach Angaben des Unternehmens zwischen 2000 und 3000 Tonnen Papier auf Paletten gelagert.

http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080116/twl-hochregal-eingestrzt-5-menschen-vers-81406ef_1.html
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: geschfreak am 23:06:50 Fr. 18.Januar 2008
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Erneut tödlicher Unfall auf RWE-Baustelle in Neurath

14.01.08 - Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil in die Tiefe stürzte.

Ich schätze mal, daß auf der RWE-Baustelle der Arbeitsschutz nicht eingehalten wurde, und es deshalb zu diesem tödlichen Unfall kam!

DIESER UNFALL WÄRE VERMEIDBAR GEWESEN!
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:15:03 Di. 29.Januar 2008
Zitat
Bei einer Explosion an einer ehemaligen Autobahntankstelle bei Piding ist am Dienstag ein Bauarbeiter ums Leben gekommen. Der Unfall geschah nach Polizeiangaben gegen 9.00 Uhr bei Abrissarbeiten an der Tankstelle Piding Nord an der A 8 im Landkreis Berchtesgaden.

Der Mann, dessen Identität noch unklar ist, wurde 50 Meter durch die Luft geschleudert und landete auf der Gegenfahrbahn der Autobahn in Richtung Salzburg. Er war den Angaben zufolge sofort tot.

Der Mann hatte an einem unterirdischen Dieseltank gearbeitet und dort an einer Klappe hantiert. Offenbar entzündeten sich Treibstoffdämpfe, die sich noch in Leitungen oder dem Tank der bereits seit längerem außer Betrieb genommenen Anlage befanden.

http://www.sueddeutsche.de/,ra13m1/bayern/artikel/405/155001/
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 19:48:35 Di. 22.April 2008
Seit mehreren Jahren steigt in Deutschland die Anzahl von Menschen, die an einem Rippenfelltumor leiden. Im Jahr 1998 wurden 118 Erkrankungen registriert, im Jahr 2006 waren es schon 1.171. Dies meldet das deutsche Mesotheliomregister in Bonn. Alle Betroffenen hatten irgendwann Kontakt mit Asbest. Die Tumoren entstehen oft erst 20 bis 30 Jahre später. Noch 1980 wurden in Deutschland 170.000 Tonnen Asbest verarbeitet. Seit 1993 ist die Mineralfaser verboten.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:31:55 Mi. 23.April 2008
Zitat
Arbeit, die krank macht

Ängste, Depression, Burn-out: Ihr Job macht immer mehr Menschen psychisch krank. Psychologen haben untersucht, welche Ursachen das hat - und erhoben, wer besonders gefährdet ist.


Die Zeit rennt davon, der Vorgesetzte nörgelt, die Firma droht mit Arbeitsplatzabbau: Kaum jemand, der nicht über Stress im Job klagt. Und die meisten klagen zu Recht.

Der Bericht des Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz ist alarmierend: "Die Arbeit intensiviert sich, es herrscht ein höherer Zeit- und Arbeitsdruck. Die Belastungen verschieben sich von körperlichen hin zu psychischen", fasst Thomas Rigotti, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Uni Leipzig, die Beobachtungen zusammen.

Die Autoren, die ihren Bericht am Dienstag in Berlin vorgestellt haben, diagnostizieren eine wachsende psychische Belastung der Arbeitnehmer durch diese Veränderungen in der Arbeitswelt: Berufstätige kommen gereizt nach Hause, können abends und am Wochenende nicht mehr abschalten. Auf Dauer macht das krank.

Zwischen 2001 und 2005 stieg der Anteil von Verhaltens- und psychischen Störungen an den Ausfalltagen um 59 Prozent. Damit geht mehr als jeder zehnte Fehltag auf psychische Störungen zurück. Vor allem bei 20- bis 30-Jährigen nahmen psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren rapide zu.

Was macht krank?

"Die modernen Feinde der Gesundheit sind Vertrauensverlust und Flexibilitätsanforderungen", sagt Thomas Rigotti. Er führt als Beispiel die Videoüberwachung von Mitarbeitern an, wie sie der Discounter Lidl durchgeführt hat. "Dabei ist Vertrauen der Kleb- und Treibstoff von Beziehungen, auch von Arbeitsbeziehungen."

Im Zeitalter der Globalisierung gehört Flexibilität wie selbstverständlich zu vielen Stellenprofilen. Doch häufig überfordere der Anspruch die Arbeitnehmer: Wohnortwechsel, Fernbeziehung, Wochenendarbeit, Überstunden - Arbeit diktiert die Bedingungen für Freizeit und Privatleben. Der Mensch muss sich anpassen, doch das funktioniert auf Dauer nicht bei jedem.

Die Ursachen für die Erkrankungen liegen den Autoren des Berichts zufolge auch in Zeit- und Erfolgsdruck, in mangelnder Wertschätzung und defizitärem Führungsverhalten. Mitarbeitern mache es außerdem zu schaffen, wenn sie keinen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen und Angst um ihren Arbeitsplatz haben.

Lokführer und Mediziner gefährdet

Besonders gefährdet sind Lehrer, Ärzte und Lokführer. 24 Prozent der Lehrer werden frühpensioniert - die Hälfte davon aufgrund von psychischen Erkrankungen. Die Ursache dafür liege häufig in der fehlenden Balance zwischen Können, Sollen und Wollen, fasst Helmut Heyse, Experte für Lehrergesundheit, seine Analyse zusammen. Viele Pädagogen würden sich außerdem mit ihrer Aufgabe überidentifizieren. Hätten sie aber nur noch Schule im Kopf, sei das der Gesundheit wenig zuträglich.

Auch um die psychische Gesundheit von Medizinern steht es nicht gut: Mindestens 20 Prozent der Ärzte leiden an einem Burn-out-Syndrom - eine Folge der beruflichen Überforderung und mangelnden Stressbewältigung. Bei Medizinerinnen ist die Suizidrate im Vergleich zur Gesamtbevölkerung fünf Mal höher.

Lokführer gehören aufgrund von Schockerlebnissen zur Risikogruppe: Jeder Zugchef erlebt während seines Berufslebens laut Statistik zwei Unfälle, meist Suizide. Unter diesen Erlebnissen leidet er ein Leben lang: Das dadurch ausgelöste psychische Trauma ist kaum zu überwinden.

Arbeitsplatzverlust macht depressiv

Nicht nur Arbeit kann krank machen, sondern auch Arbeitslosigkeit. Eine Studie der Gmünder Ersatzkasse stellte eine vierfach erhöhte Sterblichkeit bei Menschen fest, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren. Der Einwand, dass kranke Menschen eher arbeitslos werden, stimmt zwar - Arbeitslose werden laut Metastudien aber auch häufiger krank: "Sie sind besonders anfällig für psychische Störungen", sagt Psychologieprofessor Brähler. Besonders groß sei die Gefahr, depressiv zu werden.

Nach Schätzungen des BDP werden depressive Verstimmungen bereits im Jahr 2020 nach Herzerkrankungen an zweiter Stelle in der Liste der Krankentage stehen. Muss das so kommen? Die Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Psychologen halten viele psychische Erkrankungen für vermeidbar. Neue Arbeitsbedingungen verlangten neue Fähigkeiten. Und die könne man zumindest teilweise trainieren.

Außerdem könnten Strukturen in Unternehmen gesundheitsfördernd gestaltet werden. Allerdings müssten die Firmen dazu die Probleme ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. Davon sind die meisten Konzerne noch weit entfernt: "Viele Unternehmen wissen bislang leider gar nicht, wie es den Mitarbeitern geht", bedauert Julia Scharnhorst vom BDP. Gründe für Fehlzeiten würden bislang häufig nicht einmal erhoben - geschweige denn, dass die Ursachen bekämpft würden.

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/artikel/219/170719/
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Pinnswin am 07:48:29 Do. 01.Mai 2008
Bei der Berliner Feuerwehr (http://www.feuerwehr.de/news/2008/04/29/krankenstand.php) ist nach Angaben von Landesbranddirektor Wilfried Gräfling vor allem an den Wochenenden dieses Jahres und rund um Ostern ein hoher Krankenstand registriert worden.

[...]

In der Dienstversammlung der Feuerwehr in der vergangenen Woche drohte Gräfling gar damit, sich die Atteste anschauen zu wollen. In einer Krisensitzung in den Wachen soll in den kommenden Wochen die Ursache erforscht werden. Spitzenreiter bei den Krankmeldungen ist die Feuerwache Lichtenberg mit 18,2 Prozent, am Ende liegt Marzahn mit 5,1 Prozent.

Landesbranddirektor Gräfling zeigte andererseits gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses auch Verständnis für die Situation seiner Feuerwehrleute. Die Umstellung von 24- auf Zwölf-Stunden-Dienst, um die EU-Arbeitszeitrichtlinie umzusetzen, sei ein tiefer Eingriff in den privaten Bereich, und für die meisten gebe es aufgrund der fehlenden Nachtzuschläge auch weniger Geld. Der Ansatz des Konzepts sei aber richtig, nun wolle man mit Neueinstellungen die Situation verbessern. [...]
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Ziggy am 21:14:38 Mo. 05.Mai 2008
TV-Tipp:
Workingman's Death (http://www.arte.tv/de/film/Die_20Filme/955058,CmC=961306.html)

heute nacht 3:00 h auf ARTE
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:23:51 Mi. 18.Juni 2008
dpa/regioline vom 18.06.2008 18:58
 
Werftarbeiter bei Arbeitsunfall schwer verletzt

Flensburg (dpa/lno) - Bei einem Arbeitsunfall auf dem Gelände der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft sind am Mittwoch zwei Werftarbeiter schwer verletzt worden. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Polizei nicht. Ein fünf Meter hohes fahrbares Gerüst war bei Lackierarbeiten auf die beiden Männer gestürzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Über die Art der Verletzungen und die Unfallursache lagen zunächst keine Informationen vor.
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kater am 01:14:50 Di. 15.Juli 2008
Zitat
Gefahr Baustelle: Zwei Tote in vier Tagen
Bei drei weiteren Unfällen wurden Arbeiter verletzt
Thorkit Treichel

Innerhalb von nur vier Tagen sind in Berlin bei fünf Unfällen auf Baustellen sechs Arbeiter verunglückt, zwei von ihnen kamen dabei ums Leben. Dies berichtete Robert Rath, Sprecher des Landesamtes für Gesundheit und technische Sicherheit (Lagetsi). Er macht vor allem Bauherren und Firmen wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen verantwortlich. "Wenn Bauarbeiter verunglücken, dann fast immer schwer oder tödlich", sagte er. Viele Arbeitsunfälle am Bau seien Abstürze aus großer Höhe. "Als Bauarbeiter steht man mit den Zehenspitzen auf Sargdeckeln."

Am Freitag, 4. Juli, starb nach Angaben Raths in der Deutschlandhalle ein 36 Jahre alter Gerüstkletterer. Er hatte auf einer 80 Zentimeter breiten Betonstrebe die Dichte des Dachs geprüft und war abgestürzt. Einen Tag später fiel ein Mann bei Abdeckarbeiten vom Dach eines Einfamilienhauses in Mahlow südlich von Berlin und erlitt schwere Verletzungen.

Zwei Tage darauf, am vergangenen Montag, ereigneten sich drei weitere Unfälle: Ein 29-jähriger Maler zog sich nach einem Stromschlag schwere Verbrennungen und Gesichtsverletzungen zu. Er hatte an einer Trafostation in einer alten Werkhalle am Treptower Park Spachtelarbeiten durchgeführt und war von einer Leiter auf die nicht abgeschaltete Sammelschiene gefallen. In der Turbinenfabrik Siemensstadt stürzten ein Monteur und ein Kranführer vom Gerüst. Sie hatten versucht, einen verhakten Turbinenring zu lösen und sich leicht verletzt.

Das für Rath deutlichste Beispiel für fehlenden Schutz ist der Unfall, zu dem es dann in einer Lehrwerkstatt des Botanischen Gartens kam: Ein 49-jähriger Bauarbeiter starb, nachdem er durch das Glasdach vier Meter in die Tiefe gestürzt war. "Weil ein Lastenaufzug fehlte, musste er eine Schubkarre über einen Gitterrostgang auf dem Dach schieben", sagte er. Beim Versuch, die Karre auf eine höhere Ebene zu hieven, geriet er auf das Glasdach, rutschte aus und stürzte ab.

Jährlich verunglücken rund 40 Bauarbeiter in Berlin, die Hälfte von ihnen tödlich. Diese Zahl sei konstant, sagte der Lagetsi-Sprecher. Dass die Unfälle jetzt so gehäuft aufgetreten sind, hält er für einen "statistischen Zufall". Rath kritisierte, dass sich Bauherren, Firmen und Bauleiter häufig wechselseitig die Verantwortung zuschieben. Sie müssten bereits während der Bauplanung die Sicherheitsmaßnahmen koordinieren. Dem einzelnen Bauarbeiter fehle oft der Überblick, etwa wenn ein Schweißer mit offenem Bogen arbeite und in einem anderen Raum ein Lackierer Lösungsmittel verwende. "Der Schweißer trägt keine Schutzmaske und atmet die giftigen Gase ein." Zudem drohe eine Explosion.

Vier Mitarbeiter für Kontrollen

Unfälle gebe es meist bei kleineren Bauvorhaben, weil bei Großbaustellen der Einsatz eines Koordinators für Gesundheit und Sicherheit gesetzlich vorgeschrieben sei. "Aber auf Baustellen mit sechs Leuten werden Gerüste oft nicht fest verankert, Holzplanken bieten keinen sicheren Tritt, es fehlen Seile", so Rath. Kontrolliert wird nur auf wenigen Baustellen. Dem Lagetsi etwa stehen dafür lediglich vier Mitarbeiter zur Verfügung.

Rund 10 000 Bauarbeiter sind nach Angaben des Bauindustrieverbandes in Berlin registriert, Schwarzarbeiter nicht mitgezählt. Diese sind meist nicht unfallversichert. Der Mann, der in Mahlow vom Dach stürzte, war Heimwerker, sein Unfall gilt somit nicht als Arbeitsunfall - daher ist er nicht zwangsläufig unfallversichert.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0714/berlin/0027/index.html
Titel: Die Seuche heisst Arbeit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:20:02 Fr. 08.Mai 2009
Seit 2001 sind etwa 8.000 Amerikaner bei kriegerischen Handlungen rund um die Welt gestorben. Bei diversen "Seuchen" kaum jemand. Aber: Von 2001 bis 2007 (dem letzten bisher "statistisch erhobenen" Jahr, sind 40.000 AmerikanerInnen durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten (nur offiziell anerkannte Fälle werden gezählt...) ums Leben gekommen. Das Bürgertum nimmt davon in der Regel keine Kentniss, die freien Medien schon gar nicht.

http://www.counterpunch.com/wypijewski04292009.html
Titel: Re: Die Seuche heisst Arbeit
Beitrag von: Geneigter Leser am 23:19:55 Fr. 08.Mai 2009
...die freien Medien schon gar nicht.

WOW - die gibts wirklich??? Und wo kann ich die finden?    ;)
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: AnarchoAdrian am 15:52:49 Mo. 15.Juni 2009
Wann werden wirs endlich lernen?
Titel: 20 Suizide von Mitarbeitern bei France Télécom
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:35:14 Sa. 22.August 2009
Beim der französischen Telekommunikationsmonopol France Télécom haben sich seit Anfang des Jahres 20 Mitarbeiter das Leben genommen. Dazu kommen noch zwölf Suizidversuche. Die Gewerkschaften beklagen eine gesteigerte Ausbeutung und einen enormen Arbeitsdruck der auf den Kolleginnen und Kollegen lastet. Auffällig sei, dass vor allem Mitarbeiter im Außendienst nicht mehr mit der Belastung fertig würden. Zudem schieden 2008 allein über 4.000 Mitarbeiter von France Télécom "freiwillig" aus der Firma aus.

http://www.rf-news.de/2009/kw34/21.08.09-2013-20-selbstmorde-von-mitarbeitern-bei-france-telecom (http://www.rf-news.de/2009/kw34/21.08.09-2013-20-selbstmorde-von-mitarbeitern-bei-france-telecom)
Titel: Nanotechnologie - die ersten Opfer
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:46:05 So. 23.August 2009
Das jüngste der bestaunten Wunder mag Nanotechnologie inzwischen nicht mehr sein - als eine Gefahr für diejenigen erkannt, die damit arbeiten müssen wird es erst jetzt. Zwei von mehreren Frauen, die bei der Herstellung von Farben für die Druckindustrie erkrankten sind gestorben. Der kurze Bericht "Erste Todesfälle durch Nanotechnologie" vom August 2009 bei ungesundleben ist auch mit diversen Links zu den Sachfragen dahinter versehen:
http://www.ungesundleben.org/ungesund/index.php/Nachrichten_2009#Erste_Todesf.C3.A4lle_durch_Nanotechnologie (http://www.ungesundleben.org/ungesund/index.php/Nachrichten_2009#Erste_Todesf.C3.A4lle_durch_Nanotechnologie)
Titel: Zwei Millionen Menschen wegen Arbeit krank
Beitrag von: Kater am 12:15:11 Mi. 02.September 2009
Zitat
Zwei Millionen Menschen wegen Arbeit krank
Daniel Baumann

Krankheiten sind auch ein Messinstrument. Ein Instrument, das das Ende der Industriegesellschaft dokumentiert. Holzschnittartig verallgemeinert lässt sich sagen: Zur Dienstleistungsgesellschaft gehört die Depression, genauso wie zur Industrie der Arbeitsunfall gehört. Die gestern vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Meldung, wonach 2,4 Millionen Menschen durch Arbeit krank werden, ist insofern wenig überraschend. Schon der "kaiserliche Erlass" von 1881, der zur Gründung der Unfallversicherung 1883 und der Krankenversicherung 1884 führte, war eine direkte Folge der Industrialisierung.

Mit der Entstehung der Dienstleistungsgesellschaft wurden Unfälle in den Betrieben immer seltener. So ist zum Beispiel 2008 nach Angaben der Berufsgenossenschaft Bauwirtschaft die Zahl der Unglücke auf Baustellen auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt wurden noch rund 121 000 Unfälle gemeldet, das waren beeindruckende 166 000 Unfälle weniger als noch vor zehn Jahren. Gründe dafür sind bessere Aufklärung über Sicherheitsrisiken und Schutzvorkehrungen.

Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen, die mit der psychischen Belastung am Arbeitsplatz nicht mehr zurechtkommen. Die dadurch verursachten Fehltage sind heute 58 Prozent häufiger als noch 1996. Dies weist auf eine deutliche Veränderung der Belastungen am Arbeitsplatz hin, eine Folge des wirtschaftlichen Umbaus hin zu Dienstleistungen. Neben dem Stress sind heute den Statistikern zufolge Rückenleiden (eine Million Arbeitnehmer) am häufigsten, es folgen Beschwerden an Nacken, Armen, Schultern und Händen, sowie Probleme mit Hüfte, Beinen und Füßen.

In der betrieblichen Gesundheitsvorsorge stehen deshalb nach Angaben der Betriebskrankenkassen nach wie vor die Erleichterung körperlicher Belastungen im Vordergrund. Gefolgt durch ein gutes Betriebsklima und Fehlzeitensenkung. Die Krankenkassen, vor allem aber auch die Politik, haben das Thema Prävention seit einigen Jahren für sich entdeckt. Seit 2001 sind die Ausgaben dafür von 66,9 auf 340 Millionen Euro gestiegen.

Durch betriebliche Gesundheitsvorsorge können gewaltige Einsparungen erzielt werden. Den Statistiken zufolge entstehen hierzulande jährlich Kosten in Höhe von 44 Milliarden Euro durch arbeitsbedingte Erkrankungen, alleine ein Viertel davon entfällt auf Muskel- und Skeletterkrankungen. Bei den Arbeitnehmern werden Rückenschulen und Stressbewältigungskurse immer beliebter. Arbeitgeber nutzen verstärkt die Hilfe von Krankenkassen. Dabei geht es vor allem um ganz praktische Dinge wie die optimale Gestaltung von Arbeitsabläufen und -umgebungen. Für die Firmen lohnt sich das. Sie profitieren von geringeren Kosten für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Produktivitätssteigerungen und geringeren Personalaufwand. Experten zufolge erwirtschaftet jeder in Prävention investierte Euro eine Rendite von drei Euro.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0902/wirtschaft/0037/index.html (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0902/wirtschaft/0037/index.html)
Titel: Mörderischer Arbeitsplatz
Beitrag von: Kater am 14:28:41 Mo. 14.September 2009
Zitat
Mörderischer Arbeitsplatz
Eine Selbstmordserie erschüttert den französischen Telekommunikationskonzern France Télécom
Johannes Wetzel

Man kann einen Menschen mit einer Axt erschlagen, man kann ihn aber auch mit einer Wohnung erschlagen" lautet das berühmte Zille-Zitat. Stress am Arbeitsplatz gehört offensichtlich in die Reihe solcher Tatwaffen. Das legt zumindest eine Selbstmordserie beim französischen Telekommunikationsunternehmen France Télécom nahe. 23 Beschäftigte des Unternehmens haben sich seit Februar 2008 das Leben genommen. Das letzte Opfer war eine 32-jährige Angestellte, die sich am Freitag aus einem Fenster im fünften Stock eines Télécom-Gebäudes in Paris gestürzt hat. Die Frau hatte kurz zuvor erfahren, dass sie einen neuen Vorgesetzten bekommen würde. Sie war angeblich als psychisch labil bekannt.

Dennoch erscheint der Suizid als ein erneuter Beweis dafür, dass die laufende Umstrukturierung und der Personalabbau bei France Télécom für die rund 100 000 Mitarbeiter vielfach mörderische Arbeitsbedingungen schaffen. Erst zwei Tage zuvor hatte sich ein Techniker in Troyes während einer Besprechung ein Messer in den Bauch gerammt, als er von der Abschaffung seiner Stelle erfuhr. Ein anderer Angestellter hatte sich in seinem Abschiedsbrief über unerträgliche Arbeitsbelastung und ein "Terror-Management" beklagt. Statistisch liegt die Zahl der Selbstmorde bei Télécom nicht über dem französischen Bevölkerungsdurchschnitt. Das aber beweist nicht, dass die Taten nicht wesentlich den Arbeitsbedingungen zuzurechnen wären. Frankreichs Arbeitsminister Xavier Darcos will jetzt mit dem Télécom-Chef über die Selbstmorde reden. Aber sein Personalchef hat bereits klargestellt, ein Stopp der Umstrukturierung sei wegen des internationalen Wettbewerbs unvorstellbar. Der Wandel des Unternehmens vom Festnetz-Betreiber zum Mobilfunk- und Internetkonzern verlange von den Beschäftigten eben Mobilität. Allenfalls unfreiwillige Versetzungen sollen vorerst ausgesetzt werden und 20 000 Télécom-Manager zur Früherkennung psychischer Not ihrer Mitarbeiter geschult werden. Am 18. September beginnen dann die Verhandlungen mit den Gewerkschaften. Thema: "Stress am Arbeitsplatz".

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0914/seite1/0055/index.html (http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0914/seite1/0055/index.html)
Titel: France Télécom stoppt Konzernumbau
Beitrag von: Kater am 19:36:53 Di. 20.Oktober 2009
Zitat
France Télécom stoppt Konzernumbau

Paris (AP) Angesichts einer dramatischen Selbstmordserie bei France Télécom hat das Unternehmen den 2006 eingeleiteten Konzernumbau vorerst gestoppt. Das teilte das Unternehmen am Dienstag nach einem Treffen mit Vertretern der Belegschaft mit. Innerhalb der vergangenen 18 Monate hat es in dem französischen Telekommunikationskonzern 25 Fälle von Selbsttötung gegeben, den bisher letzten am Donnerstag voriger Woche.

Die Gewerkschaften sehen den Konzernumbau mit zehntausenden Entlassungen und Versetzungen als eine Ursache für die Selbstmordserie. Der für das schmerzhafte Umstrukturierungsprogramm verantwortliche Vizechef Louis-Pierre Wenes musste kürzlich seinen Platz räumen.

Erst auf Druck der Regierung reagierte der Konzern mit rund 100.000 Beschäftigten kürzlich auf die Selbstmorde. So wurden 500 geplante Versetzungen vorerst auf Eis gelegt und die Angestellten aufgerufen, auf depressive Stimmungen oder Anzeichen auf mögliche Selbstmordabsichten ihrer Kollegen zu achten. Arbeitsminister Xavier Darcos entsandte zudem einen Mitarbeiter zur Kontrolle in das frühere Staatsunternehmen.

Der jetzt beschlossene Stopp sämtlicher Umstrukturierungsmaßnahmen gilt zunächst bis zum Jahresende.
http://de.news.yahoo.com/1/20091020/tbs-france-tlcom-stoppt-konzernumbau-f8250da.html (http://de.news.yahoo.com/1/20091020/tbs-france-tlcom-stoppt-konzernumbau-f8250da.html)
Titel: Nanotechnologie birgt gesundheitliche Risiken
Beitrag von: Kater am 09:23:52 Mi. 21.Oktober 2009
Zitat
Nanotechnologie birgt gesundheitliche Risiken

München (dpa) - Das Umweltbundesamt (UBA) warnt nach einem Zeitungsbericht vor Gesundheitsgefahren, die aus dem industriellen Einsatz von Nanotechnologie in Nahrungsmitteln, Kleidungsstücken, Kosmetika und anderen Produkten resultieren können. Diesen Artikel weiter lesen
Ähnliche Fotos/Videos Bild vergrößern Das berichtet die «Süddeutsche Zeitung» und beruft sich auf eine noch unveröffentlichte Studie des UBA. Das Amt empfehle in der Studie, Produkte mit den kleinen Partikeln so lange zu vermeiden, wie ihre Wirkungen in der Umwelt und auf die menschliche Gesundheit noch weitgehend unbekannt sind. Zudem fordere das UBA eine Kennzeichnungspflicht und ein Melderegister für Produkte, die Nanopartikel enthalten. Davon wären mehr als 800 Unternehmen in Deutschland betroffen, die in der Nanotechnologie tätig sind.

Die Verwendung Millionstel Millimeter kleiner Partikel ist für viele Industriebranchen interessant, weil sie nützliche chemische und physikalische Eigenschaften besitzen. Ihre Winzigkeit birgt allerdings auch die Gefahr, dass sie viel eher die natürlichen Barrieren im Körper überwinden - die Blut-Hirn-Schranke etwa.

Chinesische Forscher hatten im August eine Studie veröffentlicht, nach der Nanopartikel in Farben schwere Lungenkrankheiten verursachen können. Japanische Forscher veröffentlichten eine Studie, der zufolge Nanopartikel die Hirnentwicklung bei Föten beeinflussen können. In Tierversuchen wurde mehrfach gezeigt, dass Nanopartikel zu Entzündungen der Lunge führen.
http://de.news.yahoo.com/26/20091021/thl-zeitung-nanotechnologie-birgt-gesund-b930478.html (http://de.news.yahoo.com/26/20091021/thl-zeitung-nanotechnologie-birgt-gesund-b930478.html)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 19:56:43 Di. 27.Oktober 2009
Zitat
Nano-Partikel: Giftzwerge im Impfstoff

Von Hans Jörg Müllenmeister   
Tuesday, 27. October 2009

Die Auswirkungen von Nano-Partikeln als Wirkverstärker im Schweinegrippe-Impfstoff sind bisher kaum bekannt. Ein Beispiel dafür, was uns allen bald blühen könnte, wenn wir im Großversuch zur Schlachtbank schreiten, geben die Indianer in Kanada.

Quelle und vollständiger Artikel: MMnews (http://www.mmnews.de/index.php/200910274087/MM-News/Nano-Partikel-Giftzwerge-im-Impfstoff.html)

Titel: Zur Selbstmordserie in Frankreich: Verstörender Protest - Ohnmacht und Revolte
Beitrag von: Kater am 13:51:57 Do. 29.Oktober 2009
Zitat
Zur Selbstmordserie in Frankreich

Verstörender Protest - Ohnmacht und Revolte
Von T. Haberkorn

Die neue französische Revolution: Immer mehr Angestellte begehen Selbstmord - weil sie das knallharte Geschäft nicht ertragen und herkömmlicher Protest im Land der Revolte nicht mehr zieht.

Arbeitskämpfe und soziale Konflikte wurden in Frankreich stets mit größerer Vehemenz ausgetragen als hierzulande. Die Protestkultur der Franzosen folgt dabei einer Logik des Kräftemessens: Demonstrationen und Streiks, sei es von Lokführern, Studenten oder, wie in der vergangenen Woche, von Postangestellten, dienen zunächst einmal dazu, dem Gegner (in der Regel einem zu Kürzungen gewillten Geld- oder Arbeitgeber) die eigene Macht vor Augen zu führen.

Sie münden nicht selten in eine Blockadehaltung, die das sachliche Verhandeln noch erschwert, gleichzeitig aber die Geschlossenheit der eigenen Gruppe zementiert und oft zu beachtlichen Erfolgen führt. Große Teile der Bevölkerung tragen diese "Politik der Straße" mit und solidarisieren sich mit den Demonstrierenden, wenn deren Anliegen mit den Grundfesten des französischen Sozialstaats verknüpft ist.

In letzter Zeit wird die französische Öffentlichkeit mit einer verstörenden Form des Protests konfrontiert, die Politiker und Firmenchefs in immer größere Verlegenheit bringt. Die Berichte über Selbsttötungen am Arbeitsplatz reißen nicht ab. France Télécom, sechstgrößtes Unternehmen des Landes, wird von einer Suizidserie heimgesucht.

Am Montag stürzte sich ein Callcenter-Agent nahe Annecy von einer Brücke, nach Polizeiangaben hinterließ er einen Brief mit Anschuldigungen gegen seinen Arbeitgeber. Zwei Wochen zuvor sprang in der Pariser Konzernzentrale eine Angestellte, die am selben Tag über Umbesetzungen in ihrer Abteilung unterrichtet worden war, aus dem Fenster. In ihrem Abschiedsbrief schrieb die 32-Jährige, sie wolle eher sterben, als unter ihrem neuen Chef arbeiten. Wenige Tage zuvor hatte sich ein Techniker des ehemaligen Staatskonzerns vor Kollegen ein Messer in den Bauch gerammt. Er überlebte den Suizidversuch und sagte später, er habe mit seiner Aktion gegen die Arbeitsbedingungen demonstrieren wollen.

Wie ein makabrer Protestschrei nimmt sich der öffentliche Abschiedsbrief eines Mitarbeiters aus, der sich im Juli das Leben nahm: "Ich habe mich wegen meiner Arbeit bei France Télécom umgebracht. Das ist der einzige Grund: permanenter Druck, Arbeitsüberlastung, fehlende Weiterbildung, Desorganisation des Unternehmens, Terrormanagement."

"Terrormanagement"

In den vergangenen 18 Monaten kam es zu 24 Selbstmorden in der Belegschaft des Ex-Monopolisten, acht davon allein seit Anfang Juli. Gewerkschaftler prangern Stress und schlechten Führungsstil an, die Konzernleitung wies jede Verantwortung aber lange von sich. Es handle sich um menschliche Dramen und Einzelschicksale, und bei rund 100 000 Mitarbeitern liege die Zahl der Selbstmorde noch unter dem nationalen Durchschnitt.

Das Argument verfängt nur teilweise, da Risikogruppen wie Arbeitslose, Heranwachsende und alte Menschen die landesweite Suizidrate anheben. Unter den Opfern von France Télécom befanden sich aber auch leitende Angestellte, deren Arbeitsplatz nicht akut bedroht war. Konzernchef Didier Lombard sprach schon von einer "Selbstmord-Mode" und musste sich öffentlich für diese Wortwahl entschuldigen, nachdem ihn Arbeitsminister Xavier Darcos zum Rapport bestellt hatte.

Der Staat ist mit 27 Prozent noch immer größter Aktionär von France Télécom, 60 Prozent der Beschäftigten sind verbeamtet und begannen zu Zeiten, als die Bereitstellung von Telefonanschlüssen einen Dienst an der Allgemeinheit darstellte und kein knallhartes Geschäft.

Die Suizidfälle beschränken sich allerdings nicht nur auf France Télécom, wo man alle Umstrukturierungsmaßnahmen bis Ende Oktober gestoppt hat und, nach Worten Lombards, nach einem neuen "contrat social" für das Unternehmen sucht.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/15/489402/text/ (http://www.sueddeutsche.de/kultur/15/489402/text/)

2. Teil:

Zitat
Eine beunruhigende Anzahl von Selbsttötungen, die entweder am Arbeitsplatz stattfanden oder mit Verhältnissen am Arbeitsplatz verbunden wurden, gab es in der Vergangenheit auch von Peugeot und Renault und vom Atomkonzern Areva zu berichten. Nachdem sich die Medien zu diesem schwierigen Thema lange zurückgehalten hatten, lösten die Vorfälle bei France Télécom die Zungen.

Das Land debattiert über seine Selbstmordrate (nach Finnland die zweithöchste in Europa) und fragt sich, ob Management-Methoden angelsächsischer Prägung und die Privatisierung ehemals staatlicher Unternehmen tatsächlich immer mehr Arbeitnehmer bis zum Äußersten treiben.

Es ist schwer festzustellen, bis zu welchem Grade die bestürzenden Vorkommnisse auf Unzumutbarkeiten am Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Doch selbst wenn psychopathologische und private Faktoren eine erhebliche Rolle bei dem Entschluss der Lebensmüden gespielt haben mögen, so stellt der Freitod immer auch eine Form des Protests gegen die Außenwelt, einen "Appell an die Anderen" (Erwin Ringel) dar, wie die Suizidforschung seit Émile Dürkheim herausgearbeitet hat.

Zieht man in Betracht, wie sehr sich das moderne Subjekt über seine Arbeit definiert und wie durch die allseits geforderte Flexibilisierung des Arbeitslebens die Grenze zwischen Privatem und Beruflichem verschwimmt, so werfen die Vorfälle ein düsteres Licht nicht nur auf die französische Unternehmenskultur, sondern auch auf die französische Gesellschaft als ganze.

Offenbar funktionieren die Mechanismen menschlicher Zusammenarbeit immer schlechter, die Alleinstellung der Arbeitnehmer - durch flachere und ausdifferenzierte Hierarchien - wird von vielen als Vereinzelung empfunden. In zahlreichen Kommentaren ist zu lesen, wie mühsam die Mitarbeiter im traditionell kollektivistisch organisierten Frankreich mit dem global befeuerten, neuerdings auch innerbetrieblichen Konkurrenzkampf zurechtkommen. Dass Firmen wie France Télécom oder Areva aus dem öffentlichen Dienst hervorgegangen sind, der die Privilegien seiner Bediensteten nicht über Privatisierungen hinweg erhalten konnte, tut ein Übriges.

Schlechter Scherz

Fügt man die Suizidfälle in eine Gesamtschau der nationalen Befindlichkeit, so ergibt sich ein alarmierendes Bild. Nirgendwo in westlichen Ländern wehren sich Arbeitnehmer so radikal und gewaltsam gegen Umwälzungen in der Arbeitswelt wie in Frankreich.

Im Frühjahr kam es zu einer Serie von Geiselnahmen von Firmenchefs, als im Zuge der Wirtschaftskrise Entlassungen angekündigt wurden. In einigen Fällen gelang es den Arbeitern, mittels "Bossnapping" erheblich höhere Abfindungen zu erpressen, so zum Beispiel Anfang April bei einer Werkschließung des britischen Klebstoffherstellers Scapa nahe der Schweizer Grenze. Die Briten verdoppelten die Entschädigung für die sechzig betroffenen Arbeiter auf 1,7 Millionen Euro, nachdem vier Manager auf dem Firmengelände von aufgebrachten Mitarbeiter festgesetzt worden waren.

Ebenfalls im April verwüsteten 500 Arbeiter die Unterpräfektur von Compiègne, weil ein Gericht die Klage gegen die Schließung eines Continental-Werks abgewiesen hatte. Im Juli wurde bei zwei Autozulieferern erstmals mit Fabriksprengungen gedroht.

Der bisherige Höhepunkt der Erpressungen: Mitte August drohten rund 60 Beschäftigte des bankrotten Transportunternehmens Serta in der Normandie tagelang, die Seine zu vergiften, wenn ihnen nicht 15 000 Euro Entschädigung pro Kopf zugesprochen würden. Mittlerweile wurde bekannt, dass in den angeblichen Giftfässern Öl lagerte, die Aktion war ein spektakulärer Bluff, der aber zumindest seine Medienwirkung nicht verfehlte. Nach ausführlicher Berichterstattung wurde eine Dumping-Übernahme der Spedition abgeblockt, das Handelsgericht verfügte vergangenen Donnerstag die Liquidierung des Unternehmens.

Der König und sein Kopf

Mit Strafverfolgung müssen die Streikenden nicht rechnen; wie in der großen Mehrzahl der Fälle drängt die Politik auf Deeskalation und versucht ein juristisches Nachspiel zu vermeiden. Der Serta-Standort bei Rouen wird weiterhin besetzt gehalten, und die Fernfahrer hoffen, bei der Abwicklung ihres ehemaligen Arbeitgebers besser wegzukommen als unter einem neuen Besitzer. In einem Blog von Le Monde wird ein Streikender mit den Worten zitiert, das nächste Mal "müsse sich wohl jemand von uns vor Ort erhängen", bevor der Arbeitskampf Beachtung fände. Das mag ein schlechter Scherz gewesen sein, spricht aber Bände über die Stimmung im Land.

Es scheint tatsächlich, als seien die Mittel des herkömmlichen Arbeitskampfes erschöpft, als gelänge es frustrierten Arbeitnehmern immer seltener, eine tragfähige Form des Protests zu organisieren. Die "Politik der Straße", die auf bevölkerungsweite Solidarität setzte und mit deren Hilfe kleine Interessengruppen in der Lage waren, die Gesamtgesellschaft gegen Sozialabbau zu mobilisieren, hat möglicherweise ihre Kraft verloren.

Vor zwei Jahren etwa scheiterten die Eisenbahner damit, die Reform ihrer Rentenregelungen mit einem Streik zu einem nationalen Anliegen zu erheben. 1995 hatte eine ähnliche Ausgangslage noch zur größten Arbeitsniederlegung seit 1968 geführt, welche die ehrgeizigen Pläne des neu angetreten Präsidenten Chirac zur Verschlankung des Sozialstaats zu Fall brachte.

Es bleibt abzuwarten, ob sich die politische Kultur in Frankreich derart gewandelt hat, dass Proteste in immer kleineren, verzweifelteren und zugleich gewalttätigeren Formen verharren müssen. Mit der Globalisierung und der "Krise" scheinen höhere Mächte über die nationalen Volkswirtschaften gekommen zu sein, denen das (Arbeits-)Volk scheinbar ohnmächtig gegenübersteht.

Man weiß dabei gar nicht, wie ernst man die Unkenrufe von Politikern nehmen soll. Henri Guaino, der wichtigste Berater Sarkozys, sagte im Juli, Frankreich stehe vor keiner Revolution, möglicherweise aber vor einer "sozialen Explosion". Der Präsident selbst hütet sich seit Anbruch der Krise, den Volkszorn zu nähren.

Als sich im Dezember die Meldungen über das Ausmaß der Rezession überschlugen, hatte er in der ihm eigenen Mischung aus Überheblichkeit und entwaffnender Ehrlichkeit vor Parteimitgliedern erklärt: "Die Franzosen lieben es, wenn ich mit Carla in einer Kutsche fahre, und doch haben sie dem König den Kopf abgemacht."


http://www.sueddeutsche.de/kultur/15/489402/text/4/ (http://www.sueddeutsche.de/kultur/15/489402/text/4/)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:09:40 Mi. 12.Mai 2010
Jedes Jahr 5.000 berufsbedingte Schwerhörige

Fünf Millionen Menschen arbeiten bei gesundheitsschädlichem Lärm und jedes Jahr erkranken rund 5.000 an berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit (laut "Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin"). Ein Schallpegel über einem Niveau von 85 dB (A) stresst aber auch und wirkt auf das vegetative Nervensystem. Als Folge kann es zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Störungen des Verdauungssystems kommen. In vielen Betrieben wird an notwendigen Lärmschutzeinrichtungen "gespart", obwohl es dazu heute immer bessere Möglichkeiten gibt.

http://www.rf-news.de/2010/kw19/12.05.10-jedes-jahr-5.000-berufsbedingte-schwerhoerige (http://www.rf-news.de/2010/kw19/12.05.10-jedes-jahr-5.000-berufsbedingte-schwerhoerige)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Sir Vival am 21:41:23 Mi. 12.Mai 2010
"Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin"???

Kannte ich gar nicht. Danke für den Tip
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:29:37 Mi. 26.Mai 2010
Zitat
Arbeiten bis zum Selbstmord
Ständige Meetings morgens um sieben Uhr haben das gleiche Ergebnis wie Akkordarbeit an chinesischen Fließbändern: Selbstmorde in Unternehmen sind kein Phänomen der asiatischen Hochleistungskultur. Westliche Unternehmen müssen ihre Organisation anpassen, damit keine Suizidwellen folgen.


Alle sieben Sekunden beenden die chinesischen Mitarbeiter des taiwanesischen Elektronikherstellers Foxconn  einen Arbeitsvorgang. 4000 Dell  -Computer fertigen sie in einer zehnstündigen Schicht. Im Stehen, wie die Organisation China Labor Watch nach dem letzten Selbstmord eines Foxconn-Mitarbeiters am Dienstag bekannt gab.

Neun Mitarbeiter des weltweit größten Elektronikherstellers stürzten sich seit Jahresbeginn vom Dach des Produktionsgebäudes in den Tod. Zwei Mitarbeiter verletzten sich bei einem misslungenen Suizidversuch schwer. "Harsche Arbeitsbedingungen" werden als Ursache dafür genannt. Darunter fallen der hohe Arbeitsdruck, die Isolation von Familie und Freunden durch das Leben in Fabrikstädten, die Bezahlung nach Mindestlohn und eine Hierarchie, die eine kollegiale Beziehung zwischen chinesischen Wanderarbeitern und ihren taiwanesischen Vorgesetzten unterbindet.
(...)
Laut einer Umfrage des Forsa-Instituts leiden 46 Prozent von mehr als 1000 Befragten zwischen 16 und 65 Jahren an Schlafschwierigkeiten, ausgelöst durch beruflichen Stress. Zweithäufigster Grund für Schlafprobleme sind laut Umfrage Zukunftsängste mit 35 Prozent.
(...)
"In einem Unternehmen, in dem viele Mitarbeiter den Selbstmord wählen, sind die Bedingungen wahrscheinlich seit längerer Zeit katastrophal."
Das gelte auch für die Suizidserie bei der France Telecom im Sommer 2009. Dort hätten Umstrukturierungen für Unsicherheit gesorgt. "Im Falle der France Telecom wurden ältere Mitarbeiter spontan versetzt und mit Aufgaben bedacht, die ihrer Qualifikation nicht entsprachen." Angestellte hätten nicht gewusst, an welchem Projekt und unter welchen Vorgesetzten sie am nächsten Tag arbeiten würden, sagt Rigotti.
(...)
Nicht nur asiatische Fließbandarbeiter müssen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen. "In den letzten Jahren kam es auch in Europa zu einem höheren Schritttempo bei der Produktion", sagt Rigotti. Daraus folgt die Zunahme der Fehlzeiten und Krankheitstage in deutschen Betrieben. "Vor allem Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitsfälle durch psychische Erkrankungen stieg seit 1995 um 80 Prozent", sagt Helmut Schröder, vom Wissenschaftlichen Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK).

Die Gründe für die Zunahme liegen laut Fehlzeiten-Report der AOK in der rasanten Entwicklung der Arbeitswelt, die veränderte Anforderungen an die Mitarbeiter stellt. Bisherige Belastungen wie Nacht- und Schichtarbeit seien geblieben, hinzu kämen berufliche Mobilität und erhöhter Termin- und Leistungsdruck.
(...)
http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:foxconn-suizide-arbeiten-bis-zum-selbstmord/50118506.html (http://www.ftd.de/karriere-management/karriere/:foxconn-suizide-arbeiten-bis-zum-selbstmord/50118506.html)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 15:36:20 Do. 08.Juli 2010
Nach Angaben der Online-Ausgabe des "Deutschen Ärzteblatts" vom 5. Juli werden immer mehr Erwerbstätige krank wegen übersteigerter Leistungsanforderungen im Beruf, wegen Termindruck, hohem Tempo und Angst um den Arbeitsplatz. Eine Umfrage bei 300 Psychiatern ergab, dass bei 26 Prozent ihrer Patienten die Arbeitsbedingungen Hauptauslöser der psychischen Erkrankung seien.
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 14:23:49 Fr. 18.Februar 2011
Zitat
Bei Chemieunfall atmen 150 Personen giftiges Gas ein

Mitten in der Nacht um 0.30 Uhr entdeckt der Fahrer eines Gabelstaplers in einem Zwischenlager eines Transportunternehmens in Homberg (Efze)  ein undichtes 200 Liter Fass mit der giftigen Schwefelverbindung Phenyl-Mercaptan. Er fuhr das Fass aus einer Halle, in der etwa 100 Personen beschäftigt waren, ins Freie. Etwa 150 Personen, Beschäftigte im Unternehmen und Rettungskräfte, atmeten dabei das Gas ein, das Reizungen der Atemwege bis zu einem Lungenödem verursachen kann. 42 Personen wurden als verletzt eingestuft.
http://www.rf-news.de/2011/kw07/17.02.11-bei-chemieunfall-atmen-150-personen-giftiges-gas-ein (http://www.rf-news.de/2011/kw07/17.02.11-bei-chemieunfall-atmen-150-personen-giftiges-gas-ein)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 19:54:51 Fr. 04.März 2011
Zitat
Gift in Luft und Boden

In Nordrhein-Westfalen könnten in drei weiteren Recyclingfirmen Arbeiter verseucht worden sein. Die Unternehmen versuchen, die PCB-Werte herunterzuspielen.


Der Skandal um die Verseuchung von Arbeitern mit potenziell krebserregenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) bekommt eine neue Dimension. Nach der Dortmunder Firma Envio stehen allein in Nordrhein-Westfalen drei weitere Firmen im Verdacht, ihre Mitarbeiter mit dem Stoff verseucht zu haben, der auch Hautkrankheiten wie Chlorakne oder Leberschäden auslösen kann. Im Staub eines Geländes der Entsorgungsfirma Remondis mit Sitz in Lünen sind 155 Milligramm des Gifts entdeckt worden. Bei der Essener Firma Richter waren es 967 Milligramm - erlaubt sind 50.

(...)
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/gift-in-luft-und-boden/ (http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/gift-in-luft-und-boden/)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Aloysius am 16:39:11 Mo. 07.März 2011
Ein gefährlicher Trend ist auch die zunehmend erwartete Erreichbarkeit per Email, gerne per Webzugriff aufs Dienstmailkonto.

Wer da nicht wie die gestromlinienten Kollegen noch nachts um 11 seine Mails checkt, der wird dann von denen noch angepflaumt, weil man nicht schon vor Arbeitsbeginn weiß, was es nun neues gibt.

Aber natürlich ist es schnell so (wie es mir ging), daß man sich mehr reinhängt, weil man vorankommen will, da versucht man eben 150% zu geben. Und wenn man dann noch an mehreren Projekten parallel arbeitet, dann wird es echt übel.

Unter Managern ist es ein offenes Geheimnis, daß es durchaus funktioniert, Mitarbeiter ein paar Jahre so zu pushen, und wenn sie leer sind, dann werden sie geschasst, und: Der Nächste, bitte! Meist muß man ja auch nicht groß schassen, in dem Endstadium will man nur noch seine Ruhe haben.

Unternehmen brüsten sich gerne mit ihrem Engagement in Nachhaltigkeit, aber die vollkommen unsinnigen Mehrkosten für permanente Einarbeitung etc, die sieht anscheinend keiner. Das liegt halt auch an den getrennten Geldposten.
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: CallCenter2011 am 03:56:00 So. 13.März 2011
Ein gefährlicher Trend ist auch die zunehmend erwartete Erreichbarkeit per Email, ...


ich bin gerade dabei immer mehr in meiner "freizeit" in alkohol zu versinken. wer nicht per händy dauerhaft erreichbar ist bekommt "ärger" (natürlich übertrieben, aber man fühlt sich "unwillig"). ich hatte 2 tage urlaub und danach einen tag frei und habe meinen bekannten vorrausgesagt dass an diesem freien tag das telefon klingelt. und es hat geklingelt. 4 anrufversuche vom teamleiter!!!! im nachhhinnein habe ich erfahren dass ich am selben tag ab 20°° oder folgetag ab 5°° hätte arbeiten dürfen/sollen/wollen...
ich werd' noch wahnsinnig!!!!!!!
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Sir Vival am 07:54:16 So. 13.März 2011
äh, sorry. Warum Händy nicht aus, wenn "frei"?

So mache ich das (meistens). Manchmal vergesse ich es auch. Naja, wir dürfen das Handy auch für Privatzwecke benutzen, was ich aber so gut, wie´s nur geht, vermeide (aber dann mit 2 Händies wird man ja doof).
Mir wurde zwar anfangs gesagt, das Händy bleibe an, aber das interessiert mich nicht die Bohne! Wenn da in Zukunft gemault werden sollte, sage ich, dass ich dann eine Bereitschaftszulage dafür will. Wo kommen wir denn da hin! Und Privatgespräche gibbet dann eben net mehr.

Ist auch alles unterbewusst: Man kann dann nie abschalten! Man muss eigentlich das Händy BEWUSST am Freitag Abend ausschalten, um dann sagen zu können: So, jetzt ist Feierabend!
Titel: Krank zur Arbeit zu gehen, kostet Arbeitgebern angeblich Milliarden
Beitrag von: jensen-ex am 16:07:13 Mi. 08.Juni 2011
Zitat
Die krankheitsbedingten Fehltage von Arbeitnehmern gingen seit 1997 deutlich zurück. Damals waren Arbeitnehmer in Deutschland durchschnittlich noch 18,5 Tage krank, zehn Jahre später nur mehr 16,4 Tage. Danach stieg der Krankenstand wieder auf 17,3 Tage (2010) an.

Der tatsächliche Krankenstand dürfte allerdings höher sein. Denn rund 70% der Arbeitnehmer gehen mindestens einmal pro Jahr krank zur Arbeit. 30% sogar gegen den ausdrücklichen Rat ihres Arztes, wie die jährlich erscheinenden Fehlzeitenreporte des Wissenschaftlichen Institutes der AOK belegen. Doch erweisen gerade diese Arbeitnehmer ihrem Unternehmen keinen guten Dienst.

...

http://www.heise.de/tp/blogs/8/149961 (http://www.heise.de/tp/blogs/8/149961)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 20:11:02 Di. 01.Oktober 2013
Zitat
Revision nach tödlichem Arbeitsunfall

Dersum: Der tödliche Arbeitsunfall eines Auszubildenden im Emsland wird nun auch den Bundesgerichtshof beschäftigen. Sowohl die Anwälte als auch die Staatsanwaltschaft haben nach den Urteilen des Landgerichts Osnabrück Revision eingelegt. Die Richter hatten unter anderem zwei Geschäftsführer eines Glasunternehmens wegen fahrlässiger Tötung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Sie trugen nach Ansicht des Gerichts die Verantwortung dafür, dass aus einer Maschine eine Sicherungsvorrichtung ausgebaut worden war. Im Juli 2010 wurde ein 19-jähriger an dem Gerät zerquetscht.
NDR Info Nachrichten von 19:45 Uhr 1.10.2013
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 11:40:10 Mo. 14.Oktober 2013
Zitat
S-Bahn Berlin Sanierungsarbeiten
Arbeiter von Brückenteil erschlagen


Beim Aufstellen einer neue Fußgängerbrücke an einem Berliner S-Bahnhof wird ein Bauarbeiter von einem sieben Tonnen schweren Bauteil erschlagen. Ein weiterer Arbeiter wird schwer verletzt. Womöglich war die Krankonstruktion fehlerhaft.

Bei Sanierungsarbeiten an einem Berliner S-Bahnhof ist ein sieben Tonnen schweres Brückenteil abgestürzt. Zwei Bauarbeiter wurden nach Angaben der Feuerwehr am Samstagnachmittag schwer verletzt, einer von ihnen erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Ein weiterer Arbeiter wurde leicht verletzt. Das Unglück ereignete sich, als das acht Meter lange Stahlteil für eine neue Fußgängerbrücke angebracht werden sollte.

Regionalverkehr wurde umgeleitet


Mit Seilwinden sollte das acht Meter lange Stück hochgezogen werden, es stürzte aber herab. Ein Feuerwehrsprecher sagte, möglicherweise habe eine Krankonstruktion nachgegeben.
http://www.fr-online.de/panorama/s-bahn-berlin-sanierungsarbeiten-arbeiter-von-brueckenteil-erschlagen,1472782,24609846.html (http://www.fr-online.de/panorama/s-bahn-berlin-sanierungsarbeiten-arbeiter-von-brueckenteil-erschlagen,1472782,24609846.html)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 12:59:52 Fr. 25.April 2014
Zitat
Asbest-Geschädigte scheitern an der Bürokratie

Tausende Arbeiter haben heute Krebs, weil sie einst Asbest einatmeten. Erneut droht die Anerkennung als Berufskrankheit zu scheitern.
von Marina Engler

(http://images.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-04/asbest-krebs-gesundheit/asbest-krebs-gesundheit-540x304.jpg)

Sie haben mit einem der tödlichsten Baustoffe gearbeitet, die es gibt – oft, ohne es zu wissen und mit schwerwiegenden Folgen. Tausende Menschen in Deutschland sind an Krebs erkrankt, weil sie in den sechziger oder siebziger Jahren auf Baustellen mit Asbest gearbeitet haben. Der Stoff erzeugt nachweislich Tumore und andere schwere Krankheiten. Dennoch werden weniger als ein Viertel der Betroffenen entschädigt. Zu aufwendig ist es für sie, das Leiden als Berufskrankheit anerkannt zu bekommen.

Mit einem Antrag wollen Ärzte, Krebs-Forscher und Gewerkschaften die Bundesregierung daher dazu bringen, den Nachweis für die Berufserkrankung zu erleichtern. Bereits Ende Februar hatten sie dazu auf dem Deutschen Krebskongress eine Berliner Erklärung vorgestellt, in der sie auf einen Gesetzeswandel drängen. Internationale Krebs- und Gesundheitsorganisationen, wie die Union for International Cancer Control, unterstützen das Schreiben. Doch nun gibt es Widerstand aus den eigenen Reihen: Die Deutsche Krebsgesellschaft will den Antrag so nicht unterstützen.

"Wir sind irritiert, dass die Deutsche Krebsgesellschaft erst einmal weitere Gespräche mit den Berufsgenossenschaften führen will", sagt Evelyn Glensk, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Asbestose-Selbsthilfegruppen und Koordinatorin des Antrags. "Immerhin sind es die Berufsgenossenschaften, die nach unserer Erfahrung viel zu viele Asbest-Kranke als nicht berufskrank ablehnen." Auch die IG Metall kommt in ihrem Schwarzbuch Berufskrankheiten zu dem Ergebnis, dass Betroffene oft erst vor Gericht zu ihrem Recht kommen. "Wenn wir es jetzt schaffen, die Beweislast für Betroffene zu erleichtern, würde das Tausenden Menschen nutzen", sagt Glensk.

Asbest, der giftige Wunderbaustoff

Obwohl Asbest hierzulande seit mehr als 20 Jahren verboten ist, zeigen sich die gesundheitlichen Folgen bei vielen erst jetzt. "Bei Menschen, die vor 30, 40 oder gar 50 Jahren mit Asbest gearbeitet haben, bricht aufgrund der langen Latenzzeiten heute der asbestbedingte Krebs aus", heißt es in der Berliner Erklärung. In Zahlen bedeutet das: Knapp 3.700 Asbest-Kranke wurden im Jahr 2012 neu als berufskrank anerkannt, mehr als 1.500 starben innerhalb desselben Jahres. Hinzu kommt die Dunkelziffer an nicht gemeldeten oder nicht anerkannten Betroffenen.

"Die Höchstzahl der Asbest-Kranken wird wahrscheinlich in den nächsten Jahren erreicht", sagt Hans-Joachim Woitowitz, der seit mehr als 45 Jahren an den Magnesium- und Eisen-Silikaten forscht. Schon früh warnte der Arbeitsmediziner vor den Gefahren durch die feinen Fasern und forderte, diese offiziell anzuerkennen.

Der Asbest-Boom des 20. Jahrhunderts ist eine der größten Katastrophen in der Industriegeschichte.

...
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-03/asbest-krebs-berufskrankheit (http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-03/asbest-krebs-berufskrankheit)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 20:36:23 Di. 10.März 2015
Zitat
Bauarbeiter schwer verletzt

Unfall im Frankfurter Ostend: Auf einer Baustelle in der Weismüllerstraße wird ein Arbeiter von einer herabstürzenden Baukran-Last getroffen.


Gegen Um 17:25 Uhr am Dienstag alarmieren Arbeiter einer Gebäude-Baustelle an der Weismüllerstraße die Feuerwehr: Eine an einem Baukran hängende Last stürzte aus bisher ungeklärter Ursache herab, traf dabei einen Bauarbeiter im Bereich des Oberkörpers und der Beine und verletzte diesen schwer. Der Mann hielt sich zu diesem Zeitpunkt in etwa 15 Metern Höhe auf der oberen Etage des Baus auf.

Einsatzkräfte und ein Notarzt versorgten den Bauarbeiter noch vor Ort. Zum schonenden Transport nach unten wurde eine Drehleiter der Feuerwehr eingesetzt. Der Arbeiter ist anschließend in eine Frankfurter Klinik gebracht worden.
http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-ostend-bauarbeiter-schwer-verletzt,1472798,30088784.html (http://www.fr-online.de/frankfurt/frankfurt-ostend-bauarbeiter-schwer-verletzt,1472798,30088784.html)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Fritz Linow am 16:12:19 Di. 15.Dezember 2015
Aus dem Gesundheitsreport 2014 der Techniker Krankenkasse:

Zitat
Berufstätige im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung, also Leiharbeiter, weisen merklich höhere Fehlzeiten mit der Diagnose von Rückenbeschwerden als regulär Beschäftigte auf. Dies resultiert nach Auswertungen aus vorausgehenden Jahren maßgeblich auch aus dem Berufsspektrum. Körperlich belastende Tätigkeiten sind bei Beschäftigten in Arbeitnehmerüberlassung vergleichsweise häufiger als bei regulär Beschäftigten.

https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/644772/Datei/3312/Gesundheitsreport-2014.pdf (https://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/644772/Datei/3312/Gesundheitsreport-2014.pdf)

Weniger Lohn, dafür mehr Schmerz. Um die armen Krankenkassen zu entlasten, ist es daher wichtig, die Rückenschmerzen erst nach vier Wochen zu bekommen. Ab dann muss die Drecksklitsche zahlen.
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 20:07:21 Mo. 17.Oktober 2016
Es ist einer der schwersten Unfälle in der Geschichte des Chemieunternehmens BASF: Auf dem Werksgelände in Ludwigshafen sterben mindestens zwei Menschen - weitere werden noch vermisst.

(http://img.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/2014-2016/Produktion/2016/10/18/WIRTSCHAFT/ONLINE/Bilder/3z952941[1]-031.jpg)
(http://img.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/2014-2016/Agenturen/Bilder/dpa-infoline/2016/10/17/urn-newsml-dpa-com-20090101-161017-99-837843_large_4_3.jpg)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 18:24:33 Sa. 29.Oktober 2016
Zitat
BASF-Unglück fordert viertes Todesopfer

(http://media-cdn.sueddeutsche.de/image/sz.1.3228086/940x528?v=1477753079000)

Bei der Explosion mit nachfolgenden Bränden im sogenannten Landeshafen Nord waren am 17. Oktober zudem 30 Menschen verletzt worden, acht davon schwer. Zu diesen gehörte auch der jetzt verstorbene Feuerwehrmann. Die Ermittler vermuten, dass es zu dem Unglück kam, als ein Mitarbeiter einer Fremdfirma eine falsche Rohrleitung anschnitt, in der brennbare Gase wie Propylen und Ethylen transportiert werden.

(http://media-cdn.sueddeutsche.de/image/sz.1.3209971/940x528?v=1476714388000)
http://www.sueddeutsche.de/panorama/brand-bei-basf-in-ludwigshafen-basf-unglueck-fordert-viertes-todesopfer-1.3228080 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/brand-bei-basf-in-ludwigshafen-basf-unglueck-fordert-viertes-todesopfer-1.3228080)


Zitat
Chronik schwerer Chemieunfälle

Schon einmal gab es im BASF-Werk in Ludwigshafen einen verheerenden Unfall: 1921 starben bei einer Ammoniak-Explosion 585 Menschen.

September 1921 - Bei einer Explosion in einem Ammoniak-Werk der BASF bei Ludwigshafen sterben 585 Menschen.

Juli 1948 - In der Nitrolack-Fabrik der BASF explodiert ein Kesselwagen. 200 Menschen kommen ums Leben, 3800 werden verletzt.

Juli 1976 - In einer Tochterfirma des Schweizer Chemiekonzerns Hoffmann-La Roche entweicht hochgiftiges Dioxin. Hunderte Bewohner von Seveso bei Mailand werden in Sicherheit gebracht, viele sind schwer vergiftet.

November 1979 - Ein mit Chemikalien beladener Güterzug entgleist und explodiert bei Toronto. 250 000 Menschen fliehen vor giftigen Gasen, verletzt wird niemand.

Dezember 1984 - Im indischen Bhopal treten in einer Fabrik des US-Konzerns Union Carbide mehrere Dutzend Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat aus. Etwa 3000 Menschen sterben, etwa 170 000 werden verletzt.

November 1986 - Nach einem Feuer im Baseler Werk der Firma Sandoz fließen etwa 20 Tonnen Gift in den Rhein. Hunderttausende Fische verenden.

Februar 1993 - Bei einem Betriebsunfall im Stammwerk des Hoechst-Konzerns in Frankfurt am Main entweichen zehn Tonnen eines zum Teil giftigen Chemikaliengemischs und regnen auf die umliegenden Wohngebiete herab.

September 2001 - In einer Düngemittel-Fabrik bei Toulouse kommt es zu einer Explosion. 31 Menschen sterben, 2500 werden verletzt.

Oktober 2010 - Giftiger Bauxitschlamm aus einer Aluminiumhütte überschwemmt mehrere Dörfer in Ungarn. Dem Umweltdesaster fallen mindestens neun Menschen zum Opfer, etwa 150 werden verletzt.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/explosion-bei-basf-chronik-der-schwersten-chemieunfaelle-1.3209924 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/explosion-bei-basf-chronik-der-schwersten-chemieunfaelle-1.3209924)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Nao am 09:12:21 Fr. 25.November 2016
Zitat
Unglück auf Baustelle:
Zahl der Toten auf 74 gestiegen


(http://german.cri.cn/mmsource/images/2016/11/25/2c136abfecb34f6cb5f466fb211c3072.jpg)

Die Zahl der Toten bei einem Unglück auf einer Baustelle in der zentralchinesischen Provinz Jiangxi ist auf 74 gestiegen.

Wie das Rettungsteam weiter mitteilte, seien 68 Opfer bereits identifiziert worden. Zwei weitere Personen seien bei dem Unglück verletzt worden.

Auf einer Baustelle in Yichun in Jiangxi war am Donnerstag ein Kühlturm des Kraftwerks Fengcheng umgekippt. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte unmittelbar nach dem Unglück die Einleitung von Rettungsmaßnahmen gefordert.
http://german.cri.cn/3185/2016/11/25/1s258514.htm (http://german.cri.cn/3185/2016/11/25/1s258514.htm)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 10:37:32 Fr. 20.Januar 2017
Zitat
Studie:
Mehr Erkrankungen durch hohe Arbeitsbelastung


Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung haben offenbar für eine Zunahme psychischer Erkrankungen in deutschen Betrieben gesorgt. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor, die der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe) vorliegt. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Infas im Frühjahr 2015 insgesamt 2.009 Betriebsräte aller wichtigen Branchen befragt.

Rund 60 Prozent der Arbeitnehmervertreter gaben dabei an, dass die Beschäftigten ihres Unternehmens massiv unter Zeitdruck und hoher Arbeitsintensität litten. Von hohem Verantwortungsdruck berichten 44 Prozent. In 77 Prozent der Betriebe haben Termindruck und hohe Arbeitsintensität nach Angabe der Befragten in der jüngeren Vergangenheit zu mehr gesundheitlichen Beschwerden bei Beschäftigten geführt, in jedem zweiten ist die Zahl der Überstunden gestiegen. In 72 Prozent der Firmen ist der Stress schon auf Betriebsversammlungen zur Sprache gekommen oder Gegenstand von Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretung und Geschäftsführung. Als einen Hauptgrund für die gestiegene Belastung sieht das WSI eine zu geringe Personalstärke: 74 Prozent der Betriebsräte gaben demnach an, sie würden derzeit mit der Unternehmensführung über die zu geringe Personalausstattung sprechen.
http://www.finanztreff.de/news/studie-mehr-erkrankungen-durch-hohe-arbeitsbelastung/11824814 (http://www.finanztreff.de/news/studie-mehr-erkrankungen-durch-hohe-arbeitsbelastung/11824814)
Titel: Re:Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 09:10:40 Fr. 23.November 2018
Zitat
Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat nach zahlreichen Krankheits- und Todesfällen unter Werksarbeitern um Entschuldigung gebeten.

Das Unternehmen sei mit Gesundheitsgefahren nicht hinreichend umgegangen, sagte Vize-Präsident Kim Ki Nam in Seoul. In Fabriken für Halbleiter und LCD-Bildschirme waren vor Jahren Mitarbeiter an Leukämie oder Hirntumoren erkrankt. Nach Angaben von Aktivisten starben in der Folge rund 80 Menschen. Der Skandal war 2007 publik geworden. Vor einigen Wochen hatten sich Samsung und Arbeitnehmervertreter auf eine Entschädigung für Betroffene verständigt.
https://www.deutschlandfunk.de/krebsfaelle-in-fabriken-samsung-bittet-um-entschuldigung.2932.de.html?drn:news_id=948916 (https://www.deutschlandfunk.de/krebsfaelle-in-fabriken-samsung-bittet-um-entschuldigung.2932.de.html?drn:news_id=948916)
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 15:11:20 Mo. 31.Dezember 2018
Zitat
Ein Arbeiter ist am Mittwochmorgen auf dem Gelände eines Dachdeckerbetriebes in Niederkassel-Ranzel unter mehreren Paletten begraben worden. Er wurde mit einem Hubschrauber abtransportiert.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/sieg-und-rhein/niederkassel/Arbeiter-in-Niederkassel-unter-Paletten-begraben-article3994537.html

Zitat
Arbeiter von Holzbalken getroffen und schwer verletzt

Rottweil (dpa/lsw) – Ein 33 Jahre alter Arbeiter ist in Rottweil (Landkreis Rottweil) von mehreren Holzbalken getroffen und schwer verletzt worden. Die Balken lagen auf einem am Straßenrand stehenden Gabelstapler und ragten mehr als einen Meter in die Fahrbahn hinein, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.
https://bnn.de/nachrichten/suedwestecho/arbeiter-von-holzbalken-getroffen-und-schwer-verletzt

Zitat
Arbeiter in Heringen bei Verpuffung schwer verletzt

Heringen. Bei einem Arbeitsunfall in Heringen ist am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr ein 36-jähriger Arbeiter schwer verletzt worden.
https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/philippsthal-heringen/heringen-ort56535/arbeiter-in-heringen-bei-verpuffung-schwer-verletzt-10902688.html

Zitat
Horror-Unfall
Bäckerei-Arbeiter von Teigmaschine erfasst


Ein Bäckerei-Arbeiter ist am Dienstagabend gegen 18.30 Uhr mit der Hand in die Walzen einer Teigverarbeitungsmaschine geraten und dabei schwer verletzt worden. Der Verletzte konnte erst nach 45 Minuten von der Feuerwehr befreit werden – und war die ganze Zeit über bei vollem Bewusstsein
https://www.mopo.de/hamburg/polizei/horror-unfall-baeckerei-arbeiter-von-teigmaschine-erfasst-31766374

Zitat
Baustellen-Unglück in Nürnberg:
Arbeiter von Decke erschlagen

Zwischendecke von Neubauwohnung stürzte herab - Hintergründe noch unklar


NÜRNBERG - Auf einer Baustelle im Nürnberger Stadtosten kam es zu einem größeren Unfall. Eine Decke stürzte aus ungeklärter Ursache herab, Trümmer begruben mehrere Arbeiter unter sich. Einer der Männer starb - die Feuerwehr versuchte ihn zuvor noch mit einer sogenannten "Crash-Rettung" zu bergen.
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/baustellen-ungluck-in-nurnberg-arbeiter-von-decke-erschlagen-1.8426177

Zitat
Radlader kippt um - Arbeiter schwer verletzt, Kuh getötet
Bei einem Arbeitsunfall in einem Agrarbetrieb in Neustadt an der Orla (Saale-Orla-Kreis) ist ein Mann schwer verletzt worden. Der Mann hatte die Kontrolle über einen Radlader verloren und war eingeklemmt worden.
https://www.insuedthueringen.de/region/thueringen/thuefwthuedeu/Radlader-kippt-um-Arbeiter-schwer-verletzt-Kuh-getoetet;art83467,6464062
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: counselor am 17:07:24 Mo. 31.Dezember 2018
Während meiner Zeit beim Pharmakonzern Merck in Darmstadt gab es -neben zahlreichen kleineren Unfällen- einen großen Unfall in der Produktion. Es handelte sich um eine Verpuffung in der Produktion. Ein Arbeiter kam ums Leben, mehrere wurden schwer verletzt. Ich hatte auch ständig Angst, dass der Schwefelsäuretank neben unserem Gebäude explodiert.

Wegen der Vielzahl an Arbeitsunfällen hat Merck eigene Notärzte und eine eigene Unfallstation auf dem Werksgelände.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:20:59 Do. 03.Januar 2019
Zitat
Wegen der Vielzahl an Arbeitsunfällen hat Merck eigene Notärzte und eine eigene Unfallstation auf dem Werksgelände.
Oder wegen der Größe des Werksgeländes? Ab einer gewissen Größe des Betriebes ist sowas vorgeschrieben!
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 11:20:45 Do. 10.Januar 2019
Zitat
Vor allem Mädchen betroffen 
Übergewicht bei Kindern – überraschender Grund enthüllt

Ob ein Mensch zu Körperfülle neigt, wird auch von den ersten Lebensmonaten beeinflusst. Forscher haben jetzt einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Gewicht entdeckt.

Wenn die Mutter gestresst ist, kann das zu Übergewicht bei den Kindern führen. Der empfundene Stress im ersten Lebensjahr des Kinds sei ein Risikofaktor für eine Übergewichtsentwicklung, teilt das Heimholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) mit. Das Ergebnis einer Mutter-Kind-Studie des UFZ: Vor allem Mädchen sind betroffen und werden langfristig davon geprägt.

Erste Lebensjahre entscheidend
..

Quelle: t-online (https://www.t-online.de/leben/familie/baby/id_85058594/-stress-bei-muettern-kann-zu-uebergewicht-bei-kindern-fuehren.html)
Ursprung: http://www.ufz.de/index.php?de=36336&webc_pm=2/2019

Nun konnte man versuchen möglichst Stress freies Leben zu ermöglichen, dann bliebe viel Konkurrenzdenken, Wettbewerb, Ellbogenmentalität auf der Strecke, damit ist das Thema politisch leider erledigt, nun braucht es Spezialisten die das hingebogen bekommen, vielleicht noch mehr Psychologen, Ernährungsexperten oder etwas von den forschenden Pharmaraffzähnchen.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: BGS am 15:17:33 Do. 10.Januar 2019
Die Meldung scheint völliger Unsinn zu sein, aus eigener Erfahrung. Mutter war damals gerade emigriert, megagestresst, überfordert und einsam etc. bei meiner sehr frühen Geburt. Die verlief fast tödlich.

Bin "leicht wie eine Feder" :) Immer schon. Naja, vielleicht liegts auch am Sport, was weiss ich.

MfG

BGS 
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 15:45:31 Do. 10.Januar 2019
Scheint soll ja gerade durch Wissenschaft und Studien untermauert oder verworfen werden.
Ausnahmen bestätigen die Regel, Extremfall ist z.B. der hundertjährige Raucher, es gibt ihn, taugt aber deshalb noch lange nicht zum pauschalisieren dass Raucher länger leben, deshalb gibt es Studien, einer von 100 bekommt Durchfall und einer von 100000 stirbt.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: BGS am 15:57:49 Do. 10.Januar 2019
"Da helfen nur - Tabletten" (Helge Schneider).

MfG

BGS
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: counselor am 17:35:11 Do. 10.Januar 2019
Oder wegen der Größe des Werksgeländes? Ab einer gewissen Größe des Betriebes ist sowas vorgeschrieben!
Ja, natürlich sind da auch Vorschriften mit am Werk!
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Tabaluga am 17:09:28 Sa. 19.Januar 2019
Ein Freund von mir wurde vom Sozialamt zu einem Kackjob gezwungen (vor caq. 2 Jahren). In einer Firma für Aktenvernichtung steht er den Tag am Schredder um dann kaputt nachhaus zu kommen um da beim 2. Bier vorm Fernseher einzuschlafen.( Nach Miete, Essen und dem 2. Bier ist vom Lohn auch nix mehr über.)

Nach 2 Jahren in der Firma geriet er mit der Hand in den Schredder (der Komplette Ordner mitsamt Stahlteilen Häxelt) und verlor Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger. Die Firma bot ihm jetzt einen Job im Büro zu dem er Keine Lust hat.

Ich bewundere ihn dafür, daß er´s mit Fassung trägt. Aber er ist nur einer von unzähligen namenlosen Opfern, die ihre Gesundheit für die Scheißarbeit geben mußten!

Krank macht vor allem erstmal der schlechte Lohn, ich habe mal bei Phillip Morris in München gearbeitet und einen Tariflohn bekommen da hatte ich kein Problem damit war aber schon sehr lange her und wenn 3.500 DM auf dem Konto eingehen dann weiss man für was man arbeiten geht - man kann sich was leisten , am wochenende ein Ausflug machen oder mal in den Urlaub leisten.... Arbeit muss zu dem jeweiligen Menschen passen aus welchem Holz man geschnitzt ist und auch so bezahlt werden dass man auch spürt das man ein Mensch ist und kein Sklave - dann hätte man viel damit gewonnen.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Kuddel am 09:21:02 Fr. 25.Januar 2019
Zitat
Krank durch Arbeit – und keiner zahlt

In Deutschland werden jedes Jahr tausende Menschen nicht entschädigt, obwohl ihre Arbeit sie krank gemacht hat. Die Unternehmen sparen dadurch hunderte Millionen Euro, auf Kosten der Steuerzahler.
https://www.buzzfeed.com/de/danieldrepper/krank-durch-arbeit-und-keiner-zahlt

Die halbstündige Dokumentation der Sendung ZDFzoom in der Mediathek
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-krank-und-keiner-zahlt-100.html
Titel: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: BGS am 17:43:27 Fr. 25.Januar 2019
Ist wohl leider überall dasselbe. Komme grade vom Hafen und alle Knochen tun mir weh. War bislang in mehr als 50 Firmen in sechs Ländern tätig, vom niedrigsten Bauhelferjob bis zum Chefsessel, in verschiedenen Branchen. Auch halbwegs erfolgreich einige Jahre selbstständig gewesen.

Dennoch ist nicht einmal sicher, ob man eine auskömmliche Rente zuerkannt bekommen wird oder das Rentenalter überhaupt je erreicht.

Wer weiss, hätte vielleicht doch besser mit geliehenem Geld an der Börse zocken sollen... . Keine Ahnung.

Arbeit lohnt sich nie für denjenigen, der sie ausführen muss. Es ist schlicht pervers.

MfG

BGS
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Rudolf Rocker am 19:40:13 Fr. 25.Januar 2019
Zitat
Arbeit lohnt sich nie für denjenigen, der sie ausführen muss. Es ist schlicht pervers.
Ja, der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen!
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Wernichtsweissmussallesgl am 23:51:32 Fr. 08.Februar 2019
Und was mit psychischen Erkrankungen die durch Ausbeutung, Erpressung und Nötigung entstehen? Ich werde tagtäglich retraumatisiert durch vom Arbeitsamt, Arbeitgebern oder der Rentenversicherung verursachten Schäden.  Da wird man als Kind schon immer erpresst folgt das im täglichen Leben weiter. Bei mir erzeugen Erpressungen z.Bsp. durch Sanktionen schwerste Depressionen die in monatelanger therapeutischer Arbeit wieder gerichtet werden müssen. Bin deshalb nicht mehr besonders belastbar.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 11:52:43 Mo. 18.März 2019
Zitat
Zwischen Höchstleistung und Überlastung - wann macht Arbeit krank?

17.03.2019 | 60 Min. | Verfügbar bis 16.03.2020 | Quelle: NDR

Über die Gesundheitsrisiken der Arbeitswelt diskutieren Sahra Wagenknecht, Thomas de Maizière, Katja Suding, Alexander Jorde und Klaus Lieb.

HTML5: https://mediandr-a.akamaihd.net/progressive/2019/0317/TV-20190317-2306-3000.hq.mp4
Quelle: Anne Will (https://daserste.ndr.de/annewill/Zwischen-Hoechstleistung-und-Ueberlastung-wann-mac,annewill5958.html)
bzw.
Quelle: ARD-Mediathek (https://classic.ardmediathek.de/tv/Anne-Will/Zwischen-H%C3%B6chstleistung-und-%C3%9Cberlastung-/Das-Erste/Video?bcastId=328454&documentId=61222910)

Via NDS (https://www.nachdenkseiten.de/?p=50205)

Oh, Will mal gut, schön dazu, die Politik bekommt mit ihrem Gesülze keinen Fuß auf den Boden.
Wir beklagen mit recht den verdeckten gesellschaftlichen Rassismus, und hier schwelt der gesellschaftliche Sozialdarwinismus, viele sehen das Leid, leiden sogar selbst aber der "Nachbar" bekommt dann den verdienten Arschtritt.
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: BGS am 05:29:27 Di. 19.März 2019
Eine Frechheit, dass keine Schichtarbeiter/innen diskutieren!

MfG

BGS
Titel: Re: Arbeit schadet der Gesundheit
Beitrag von: Troll am 09:55:26 Di. 19.März 2019
Denen würde die Bude voll hocken wenn alle prekären Beschäftigungsbereiche eine Vertretung hin schicken würde, und jede Vertretung sieht sich als Nabel der Welt.
Es ist ein grundsätzliches Problem dass immer mehr und nicht weniger Bereiche trifft, es muss erst mal die grundsätzliche Dringlichkeit in die Politik Einzug halten und nicht schon von vorn herein anfangen in einzelne Bereiche zu splitten.