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Handel & Dienstleistung => Transport & Verkehr => Luftfahrt => Thema gestartet von: Kuddel am 11:14:34 Do. 27.Mai 2010

Titel: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 11:14:34 Do. 27.Mai 2010
Zitat
Das Gepäck bleibt am Boden

Sie verladen 14 Tonnen Gepäck per Hand in einer Schicht - ohne Tarifverträge. Dafür legte das Bodenpersonal der Berliner Flughäfen nun einen Warnstreik ein.
http://www.sueddeutsche.de/reise/warnstreik-in-berlin-das-gepaeck-bleibt-am-boden-1.950533 (http://www.sueddeutsche.de/reise/warnstreik-in-berlin-das-gepaeck-bleibt-am-boden-1.950533)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 20:06:09 Di. 12.August 2014
Die liebsten Streiks sind mir noch immer die wilden.

Wenn man die eigene Kraft erkennt und nicht auf die Gewerkschaften wartet, die kein wirklichen Interesse an Arbeitsniederlegungen kennen...

Zitat
Wilder Streik legt Flughafen Rom Fiumicino lahm

Der Flughafen "Leonardo da Vinci" in Fiumicino bei Rom steht vor dem Kollaps
   
Ein Streik des Personals der für den Gepäcktransport zuständigen Handlinggesellschaft sorgt für Probleme in Fiumicino. Über 100 Flüge ohne Koffer der Passagiere abgeflogen.

Rom/Abu Dhabi. Ein wilder Streik des Personals der für den Gepäcktransport auf dem römischen Flughafen Fiumicino zuständigen Handlinggesellschaft sorgt zum dritten Tag in Folge für chaotische Zustände auf Italiens größtem Airport. Über 100 Flüge starteten am Dienstag ohne das Gepäck der Passagiere
.

Riesige Mengen von Koffern türmten sich auf dem Flughafen. Stundenlang mussten Reisende auf ihre Koffer warten. In mehreren Fällen ging das Gepäck verloren. Dabei kam es zu heftigen Protesten. Passagiere sprachen von skandalösen Verhältnissen. Der Konsumentenschutzverband Codacons überprüft eine Sammelklage wegen des Schadens für die Passagiere. "Viele Reisende sind an ihren Urlaubszielen angekommen und haben nichts bei sich, weil ihre Koffer nicht angenommen sind", betonte Codacons-Präsident Carlo Rienzi.

Der römische Polizeichef drohte mit einer zwangsmäßigen Arbeitseinberufung, sollte der wilde Streik nicht zu Ende gehen. Daraufhin signalisierten die Arbeitnehmer Bereitschaft, wieder den Dienst aufzunehmen. Die Flughafengesellschaft "Aeroporti di Roma" musste 200 Personen einsetzen, um die Lage zu normalisieren.

Streik gegen Kürzungen

Die Mitarbeiter der Gesellschaft protestieren gegen Personalkürzungen, die im Rahmen des Einstiegs der arabischen Airline Etihad bei der krisengeschüttelten Alitalia geplant sind. 1.590 Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren. Etihad soll mit Investitionen in Höhe von 560 Mio. Euro einen 49-prozentigen Anteil an Alitalia übernehmen.

www.youtube.com/watch?v=5gbyA_g_O9k (http://www.youtube.com/watch?v=5gbyA_g_O9k)

"Von uns hängt die Sicherheit der Flugzeuge und der Passagiere ab. Wir begreifen nicht, warum gerade unsere Gesellschaft von den Kürzungen so schwer belastet wird", betonte ein Gewerkschaftssprecher. Der italienische Verkehrsminister Maurizio Lupi bezeichnete den Streik am Höhepunkt der Tourismus-Saison als unannehmbar. 140.000 Passagiere pro Tag meldet in dieser August-Woche der römische Flughafen.
http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa/3850452/Wilder-Streik-legt-Flughafen-Rom-Fiumicino-lahm-Video?from=rss (http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/europa/3850452/Wilder-Streik-legt-Flughafen-Rom-Fiumicino-lahm-Video?from=rss)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:08:12 So. 18.Januar 2015
Zitat
Streik sorgt für Schlangen und Verspätungen am Flughafen Stuttgart

Streik am Flughafen Stuttgart: Das Wach- und Sicherheitspersonal hat die Arbeit niedergelegt. Grund ist ein Tarifstreit. Die nächste Verhandlungsrunde steht bald an.


Wegen eines Warnstreiks des Wach- und Sicherheitspersonals am Flughafen konnten Reisende in Stuttgart am Freitag zum Teil nur mit Verspätungen abheben. Wie eine Sprecherin des Airports sagte, starteten einzelne Maschinen mit bis zu 30 Minuten Verspätung. Hintergrund ist ein Tarifstreit der Branche, in dem die Gewerkschaft Verdi für die rund 19.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg eine bessere Bezahlung erreichen will.

Der Warnstreik führte teils zu langen Schlangen an den Kontrollen. Wegen des Ausstands waren die Sicherheitschecks lediglich an einem von drei Terminals möglich. Flüge wurden aber nicht gestrichen.

Am Flughafen Stuttgart waren am Freitag den Angaben zufolge insgesamt 239 Flüge geplant, mehr als 10.000 Passagiere bekamen den Ausstand zu spüren. Der Airport verteilte Getränke an die Wartenden. Die Mitarbeiter des Wach- und Sicherheitsdiensts hatten angekündigt, von 3 Uhr bis 22 Uhr ihre Arbeit ruhen lassen. Verdi rechnete im Laufe des Tages mit mehr als 300 Teilnehmern am Warnstreik.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft kritisierten den Warnstreik als unverhältnismäßig. "Verdi instrumentalisiert die Sicherheitskontrollen an Flughäfen für ihre überhöhten Forderungen", erklärte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch.

In dieses Horn stieß auch Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer. Die Lohnforderung sei weder wirtschaftlich angemessen noch der Tätigkeit entsprechend, erklärte er. "Zu streiken ohne jede Vorankündigung und das über einen kompletten Flugtag, ist ebenfalls außer Verhältnis und für die Fluggäste nicht zumutbar."

Die Verhandlungen in dem Tarifstreit waren im Dezember ohne Ergebnis abgebrochen worden. Ziel der Gewerkschaft ist es, den Stundenlohn der untersten Lohngruppe von 9,20 Euro auf zehn Euro anzuheben.

Die Arbeitgeberseite habe Lohnsteigerungen ab Januar um 2,7 Prozent und um weitere 2,6 Prozent von 2016 an geboten. Dieses Angebot sei aber nicht akzeptabel, da die Beschäftigten in der Sicherheitsbranche damit weiter im Niedriglohnbereich blieben, hieß es bei Verdi. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. Januar angesetzt.
http://www.airliners.de/warnstreik-flughafen-stuttgart-verzoegerungen/34653 (http://www.airliners.de/warnstreik-flughafen-stuttgart-verzoegerungen/34653)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 19:45:18 Do. 25.Oktober 2018
Höhö:
Zitat
Streik legt Gepäckabfertigung am Brüsseler Flughafen lahm
dpa 25.10.2018, 19:20 Uhr

Ein spontaner Streik hat am Flughafen Brüssel am Nachmittag die Gepäckabfertigung lahmgelegt. „Im Moment wird kein einziges Gepäckstück verladen oder ausgeladen“, sagte ein Flughafensprecher der Nachrichtenagentur Belga. „Einige Passagiere mussten schon ohne ihre Koffer abfliegen.“ Es sei aber zu früh, die Auswirkungen abzuschätzen. Die Protestaktion beim Dienstleister Aviapartner begann laut Belga gegen 17.30 Uhr. Die Gründe sind noch unklar.
https://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-streik-legt-gepaeckabfertigung-am-bruesseler-flughafen-lahm-_arid,1888469.html (https://www.rhein-zeitung.de/startseite_artikel,-streik-legt-gepaeckabfertigung-am-bruesseler-flughafen-lahm-_arid,1888469.html)

Zitat
Aer Lingus and Ryanair flights cancelled between Dublin Airport and Brussels after sudden strike by baggage handlers
Workers from handling company Aviapartner downed tools 'spontaneously' (...)
https://www.irishmirror.ie/news/irish-news/aer-lingus-ryanair-flights-cancelled-13481139 (https://www.irishmirror.ie/news/irish-news/aer-lingus-ryanair-flights-cancelled-13481139)
Zitat
Our deepest apologies for the inconvience. This is due to the fact that the strike was very spontaneous. More information will follow on our website and social media. *Mathias
https://twitter.com/BrusselsAirport/status/1055542543767781376 (https://twitter.com/BrusselsAirport/status/1055542543767781376)
Zitat
Brussels Airport: Wildcat strike at handling agent Aviapartner
This afternoon, staff of handling agent Aviapartner decided to stop working. The employees say they are unhappy with the “current understaffing“.
“A spontaneous action by the employees“, a union member told Belgian Vrtnws, “it’s unclear how long the action will last.”
The strike has an immediate impact on all arriving and departing traffic as it’s not possible to load/unload the aircraft. Passengers are forced to leave/arrive without their luggage.
Brussels Airlines, Brussels Airport’s biggest customer, is not affected by the actions as their flights are handled by Swissport.
At Brussels Airport, Aviapartner handles Aer Lingus, Air Baltic, Air Europa, BMI, Etihad, Easyjet, British Airways, Ryanair and SAS.
https://www.aviation24.be/ground-handling/aviapartner/brussels-airport-wildcat-strike-at-handling-agent-aviapartner/ (https://www.aviation24.be/ground-handling/aviapartner/brussels-airport-wildcat-strike-at-handling-agent-aviapartner/)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 13:45:22 Fr. 26.Oktober 2018
Der Streik am Flughafen Brüssel kam unerwartet, es geht um mehr Personal, bis morgen geht der Streik erstmal weiter, das Management packt mit an. Schönes Chaos, einfach herrlich:
http://www.brusselstimes.com/belgium/employment/12939/baggage-handlers-strike-at-zaventem-flights-cancelled (http://www.brusselstimes.com/belgium/employment/12939/baggage-handlers-strike-at-zaventem-flights-cancelled)

Zitat
27.10.18
Brussels Airport: Warum streiken die Beschäftigten des Gepäckabfertigers Aviapartner?

Seit Donnerstag sorgt ein Streik für Chaos am Brüsseler Flughafen in Zaventem. Viele Fluggäste können deshalb nicht in die Herbstferien fliegen. Viele Reisenden bringen wenig Verständnis für den Streik der Mitarbeiter der Gepäckabfertigungsgesellschaft Aviapartner auf. Aber warum streiken sie eigentlich? Drei Mitarbeiter von Aviapartner erzählen ihre Geschichte anonym an VRT NWS.

Zu Beginn unserer Schicht wissen wir oft nicht, ob und wann eine Mahlzeitpause eingeplant ist“, so der erste streikende Aviapartner-Beschäftigte.

„Außerdem müssen wir regelmäßig länger als die im Dienstplan vorgesehenen 8 Stunden arbeiten. Auf lange Sicht ist das nicht tragbar. Wenn du gut ausgeruht bist, ist das alles machbar. Aber die Überstunden hier sind einfach strukturell. Das ist körperlich und emotional auf Dauer einfach nicht auszuhalten.“
„Manche Kollegen warten schon seit neun Monaten auf eine Regenjacke“

„Pro Flugzeug sind es in der Regel 189 Passagieren mit jeweils 15 Kilo Gepäck, das ent- oder beladen werden muss. Manchmal sind wir nur zu dritt oder zu viert, den ganzen Tag auf den Knien. Und so haben wir 5, 6, 7 Flüge pro Tag. Täglich bewegen wir mehrere Tonnen“, erklärt ein anderer Betroffener.

„Uns reicht es. Uns wird keine anständige Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Es gibt Kollegen, die schon seit neun Monate auf eine Regenjacke warten. Das kann man sich doch nicht vorstellen.“

„Nach Feierabend sitze ich nur noch in meinem Sofa, schalte den Fernseher ein und schlafe praktisch sofort ein, so geschafft bin ich. Morgens kann ich wegen der Rückenschmerzen kaum meine Strümpfe anziehen.“
„Zeitdruck ist unmenschlich“

„Wir werfen mit Gepäck, weil wir so unter Zeitdruck stehen, nicht weil wir Unmenschen sind“, bezeugt ein dritter Arbeitnehmer von Aviapartner am Brüsseler Flughafen. „Am Flughafen verstoßen wir nicht gegen die Regeln, weil wir das wollen, sondern weil wir unter riesigem Druck stehen. Die Arbeitsbelastung ist enorm.“

„Es herrscht ein riesiges Unbehagen unter den Kollegen auf dem Rollfeld. Aber auch den Kollegen am Check-in reicht es. Und die Situation bessert sich einfach nicht.“
https://www.vrt.be/vrtnws/de/2018/10/27/brussels-airport-warum-streiken-die-beschaeftigten-des-gepaecka/ (https://www.vrt.be/vrtnws/de/2018/10/27/brussels-airport-warum-streiken-die-beschaeftigten-des-gepaecka/)

Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 22:06:32 Sa. 27.Oktober 2018
Der spontane Streik am Brüsseler Flughafen der Gepäckabfertiger seit Donnerstag geht wohl auch noch morgen weiter. Eine einfache Forderung wie zum Beispiel Regenkleidung kann und darf einfach nicht erfüllt werden. Die Gepäckabfertigung macht Aviapartner, an der ein Hedgefonds mehrheitlich beteiligt ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/Aviapartner

Auch an anderen belgischen Flughäfen wird mit Streik gedroht. Aviapartner ist auch in Düsseldorf und Hannover unterwegs.
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 16:27:20 So. 28.Oktober 2018
Auch prekäre Beschäftigte haben Macht.
Ein Wilder Streik legt den Normalbetrieb lahm.
Auch heute. (4. Tag)
Zitat
Streik am Flughafen Brüssel geht weiter

Ein kurzfristiger Streik am wichtigsten Flughafen Belgiens durchkreuzt die Pläne vieler Reisender - und das zum Ferienbeginn. Nach einem schnellen Ende des Konflikt sieht es nicht aus.


Zum Start der Schulferien sind am Brüsseler Flughafen wegen eines Streiks der Gepäckarbeiter mehrere hundert Verbindungen ausgefallen. Von Freitag bis Sonntag waren rund 400 Flüge von dem Ausstand der Arbeiter des Dienstleister Aviapartner betroffen. Ein Ende des Streiks war am Sonntagnachmittag zunächst nicht absehbar, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Gewerkschaftern zufolge richtet sich der Streik unter anderem gegen hohe Belastung am Arbeitsplatz. Konkret geht es etwa um unklare Pausen-Regeln.

Das Aviapartner-Management und die Gewerkschaften verhandelten das ganze Wochenende über zunächst ergebnislos. Eigentlich hatte der Streik am Sonntag um 6 Uhr enden sollen, wurde dann aber fortgesetzt. Allein am Sonntag sollten einer Flughafensprecherin zufolge rund 150 von 550 Verbindungen ausfallen.

„Der Streik bei Aviapartner und der bei Ryanair ergeben einen tödlichen Cocktail“  ;D , sagte ein Reisender. In den vergangenen Wochen war es bei der irischen Billig-Airline Ryanair mehrfach zum Streik von Flugbegleitern und Piloten in mehreren europäischen Ländern gekommen. Das Personal wollte höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Der Aviapartner-Ausstand hatte am Donnerstagabend spontan begonnen. Zu Beginn der Ferienwoche zu Allerheiligen in Belgien trifft er auch viele Urlauber. Am Samstag wurden 70.000 Passagiere, am Sonntag 74.000 am Flughafen erwartet. Reisende sollten sich rechtzeitig mit ihrer Airline in Verbindung setzen und möglichst nur mit Handgepäck fliegen, empfahl der Flughafen.
https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/streik-am-flughafen-bruessel-geht-weiter_aid-34142143 (https://www.aachener-nachrichten.de/nrw-region/streik-am-flughafen-bruessel-geht-weiter_aid-34142143)

Möge das Schule machen!
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 15:23:32 Mo. 29.Oktober 2018
Aktuelles, mit Google-Übersetzung zusammengestückelt:
Zitat
Management schickt Gerichtsvollzieher an Aviapartner: "Streikende verhindern, dass Arbeitslose anfangen“

Der Streik beim Gepäckabfertiger Aviapartner erreicht einen neuen Tiefpunkt. Die Geschäftsführung schickt einen Gerichtsvollzieher an die Gewerkschaften. Streikende würden verhindern, dass Mitarbeiter durch die Sabotage von loswagons für den Asphalt beginnen.
Die Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften und Aviapartner stecken seit Tagen fest und die Atmosphäre wird nicht besser. Die Geschäftsleitung des Gepäckträgers hat nun einen Gerichtsvollzieher auf die Straße geschickt, weil Streikende Mitarbeiter davon abhalten, ihren Job zu machen. Das berichtet De Tijd.
Nach Angaben des Managements haben die Militanten Aviapartner-Karren mit Autos und sogar gestohlenen Schlüsseln und Batterien von den Karren blockiert.
Arbeitnehmer, die bereit sind zu arbeiten, haben das Recht, Gepäck aus bereits am Flughafen Brüssel gelandeten Flugzeugen auszuladen, obwohl das Unternehmen eingestellt wird. Also wurde ein Gerichtsvollzieher ausgesandt, um die notwendigen Beobachtungen zu machen. Mehr kann er / sie nicht tun.

"Ist nicht richtig"

Die Gewerkschaften widersprechen den Vorwürfen. "Das ist nicht wahr. Es ist nicht so, dass Arbeitssuchende verhindert werden. Es gibt nicht einmal Streikposten ", sagt Hans Elsen von ACV gegen De Tijd. "Die Leute kommen nicht zur Arbeit, weil sie es einfach nicht wollen wegen des Vertrauensbruchs mit dem Management. Es hilft dem Management wirklich nicht, diese Art von Gerüchten zu verbreiten.„
https://www.gva.be/cnt/dmf20181029_03890764/directie-stuurt-deurwaarder-op-aviapartner-af-stakers-beletten-werkwilligen-aan-de-slag-te-gaan (https://www.gva.be/cnt/dmf20181029_03890764/directie-stuurt-deurwaarder-op-aviapartner-af-stakers-beletten-werkwilligen-aan-de-slag-te-gaan)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 18:48:51 Mo. 29.Oktober 2018
Interessant!

Abgesprochene und massive Sabotage gehörte auch zu den Waffen prekärer Flughafenbeschäftiger auf dem Airport Hamburg vor einigen Jahren.

Arbeiter kämpfen anders, wenn sie sich nicht am Gängelband der Gewerkschaften befinden.
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 19:58:25 Mo. 29.Oktober 2018
Ein offener Brief einer Gewerkschaft, ebenfalls aus der Googleübersetzungszauberwelt.
Auf Labournet gibt es auch noch was: http://www.labournet.de/internationales/belgien/arbeitskaempfe-belgien/der-streik-der-gepaeckabfertigung-am-flughafen-bruessel-der-am-25-oktober-2018-begann-geht-weiter/ (http://www.labournet.de/internationales/belgien/arbeitskaempfe-belgien/der-streik-der-gepaeckabfertigung-am-flughafen-bruessel-der-am-25-oktober-2018-begann-geht-weiter/)

Bis Mittwoch geht der Streik erstmal weiter.
Zitat
Gewerkschaft schreibt offenen Brief an die Opfer des Streiks Aviapartner: "Du darfst und musst sogar wütend sein, aber auf die wahren Täter“

Der Vorsitzende des belgischen Transportverbandes BTB-ABVV hat einen offenen Brief an die tausenden von Passagieren, die von dem Streik betroffen sind, an den Gepäckabfertiger Aviapartner geschrieben. Er zeigt Verständnis für die wütenden Reaktionen der Opfer, hofft aber, dass sich dieser Ärger auf die "echten Verantwortlichen" konzentrieren wird: auf das Management von Aviapartner, dem Betreiber des Flughafens und den Fluggesellschaften.

"Als Gewerkschaft bekommen wir viele wütende Nachrichten von Reisenden, die ihren Flug wegen des Streiks des Gepäckabwicklers Aviapartner abgesagt haben. Du bist wütend. Über deinen Urlaub, der ins Wasser fällt, über die Verlagerung deines Geschäfts, über die Stunden, die du am Flughafen verloren hast, ... Zu Recht! "BTB-ABVV-Vorsitzender Frank Moreels beginnt seinen Brief. "Du darfst und musst sogar wütend sein. Als Gewerkschaft verstehen wir deine Frustration, deinen Unmut, deine Wut ... Wir hoffen nur, dass du sauer auf die wahren Schuldigen dieses Streiks bist. „

"Wie glaubwürdig ist dieser Mann?"

Die erste verantwortliche Person, mit der Moreels auf den anklagenden Finger verweist, ist das Management von Aviapartner. Er hätte den Streik leicht verhindern können, klingt es. „Seit Monaten die Gewerkschaften stellen die vielen Probleme Aviapartner zu lösen: zu wenig Personal, zu viel Überstunden, zu viele Leiharbeiter, unsichere Geräte, übermäßige Arbeitsbelastung, unsichere Arbeitsbedingungen ... die Liste der Hindernisse hat inzwischen 40! Die Gewerkschaften haben seit Monaten um Konsultationen gebeten. Auch mit einem externen Mediator hat das Management den berechtigten Fragen der Mitarbeiter nicht gerecht werden können. "

Der Gewerkschafter ist besonders auf CEO Laurent Levaux konzentriert, der behauptet, dass Aviapartner nicht die Mittel hat, die Anforderungen der Mitarbeiter zu erfüllen. "Dass Aviapartner einen Verlust macht, ist richtig, aber Mr. Mit einem Kapital von 39 Millionen Euro gehört Levaux zu den reichsten Belgiern. Wie glaubwürdig ist dieser Mann? „

"Vom Geldhunger getrieben"

Aber auch der Manager des Flughafens geht nicht frei, Morels setzt seine Geschichte fort. "BAC zahlte seinen Aktionären mehr als 837 Millionen Euro Gewinn für den Zeitraum 2007-2015. Jahr für Jahr macht der Flughafen einen Gewinn, und die Handler machen einen Verlust ", können Sie lesen. "Darüber hinaus räumt BAC, getrieben vom Geldhunger, die Parkplätze für das Personal auf, was bedeutet, dass sie weit weg von ihrem Arbeitsplatz parken müssen. Konsequenz, früh aufstehen, um pünktlich zu sein. "

"Quetschen wie Zitronen"

Schließlich finden die Fluggesellschaften bei Stuntpreisen die nötige Schuld an ihrem "Wettrennen nach unten", so Moreels. "Inzwischen kennt jeder die Rogue-Praktiken von Ryanair, aber auch die" etablierten "Fluggesellschaften werden in dieser höllischen Abwärtsspirale mitgerissen. Wer glaubt, dass man mit einem Ticketpreis von 25 Euro eine Airline in der Luft halten kann, ohne eigene Mitarbeiter und Dienstleister wie Aviapartner wie Zitronen zu quetschen?

Das Personal "knackt"

Nach Angaben des Gewerkschafters "knacken" die Mitarbeiter von Aviapartner aufgrund der Arbeitsbedingungen. "Körperlich und geistig. Sie haben nicht aufgehört, dich als Reisenden zu schikanieren, sondern weil sie verzweifelt sind. „
Moreels gibt einige erschütternde Beispiele für diese Arbeitsbedingungen: "Wussten Sie, dass ein Gepäckträger 30 Tonnen pro Lieferwagen in das und aus dem Flugzeug lädt? Bei Wind und Wetter, gebeugt und auf den Knien! Unter einem enormen Zeitdruck. Wussten Sie, dass sie manchmal ein Jahr auf Sicherheitskleidung warten müssen? Wussten Sie, dass sie mit veralteten und unsicheren Materialien arbeiten müssen? Wussten Sie, dass sie ein Flugzeug mit 3 Personen laden und entladen müssen, während 5 benötigt werden? Wussten Sie, dass die Vorarbeiter die "Ladeunterlagen" nicht mehr unterzeichnen, weil sie die Sicherheit nicht mehr garantieren können? "
https://m.nieuwsblad.be/cnt/dmf20181029_03890845 (https://m.nieuwsblad.be/cnt/dmf20181029_03890845)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 20:43:52 Mo. 29.Oktober 2018
Bis Mittwoch geht der Streik erstmal weiter.

Wahnsinn!

Es passiert gerade das Unmögliche!
Es gibt den berühmten Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt. Die "Unorganisierbaren", die Prekär Beschäftigten, organisieren sich selbst und schlagen zurück.

Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 13:22:57 Di. 30.Oktober 2018
Brüssel heute:

(https://abload.de/img/aviapartner1y2iz6.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner1y2iz6.png)
(https://abload.de/img/aviapartner2lofve.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner2lofve.png)
(https://abload.de/img/aviapartner3ayizp.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner3ayizp.png)
(https://abload.de/img/aviapartner443dt8.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner443dt8.png)
(https://abload.de/img/aviapartner5jsdkb.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner5jsdkb.png)
(https://abload.de/img/aviapartner631clu.png) (https://abload.de/image.php?img=aviapartner631clu.png)
Titel: Re:Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 09:18:42 Sa. 03.November 2018
Zitat
Der Streik hatte Donnerstag vergangener Woche begonnen und den Flugverkehr stark beeinträchtigt. Rund 800 Flugausfälle waren insgesamt zu beklagen. Mehr als 1.500 Koffer sind auf dem Flughafengelände und konnten von den Passagieren nicht zurückgefordert werden, weil ja die Gepäckmitarbeiter streikten. Insgesamt waren mehr als 150.000 Passagiere betroffen.
Quelle: https://www.sn.at/wirtschaft/welt/streik-am-bruesseler-flughafen-beendet-59698759 (https://www.sn.at/wirtschaft/welt/streik-am-bruesseler-flughafen-beendet-59698759)

Zitat
Streik am Flughafen Brüssel ist beendet

Mehrere Tage lang hatten Gepäckarbeiter des Dienstleisters Aviapartner am Airport in Brüssel gegen schlechte Arbeitsbedingungen gestreikt. Nun gibt es eine Einigung.


Die beiden Seiten hätten sich unter anderem auf Bonuszahlungen und die Entfristung oder Verlängerung von Arbeitsverträgen verständigt, heißt es in belgischen Medienberichten. Die Gewerkschaften zeigten sich zufrieden mit der Vereinbarung.
https://biztravel.fvw.de/news/tarifeinigung-streik-am-flughafen-bruessel-ist-beendet/393/193492/4070 (https://biztravel.fvw.de/news/tarifeinigung-streik-am-flughafen-bruessel-ist-beendet/393/193492/4070)
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 10:39:25 Do. 10.Januar 2019
Dieser Streik ist etwas besonderes.

Zitat
Stuttgart, Düsseldorf, Köln/Bonn
Streik der Flughafensicherheit gestartet - Zehntausende Reisende betroffen

An drei deutschen Flughäfen streikt am Donnerstag das Sicherheitspersonal, Hunderte Flüge sind gestrichen.

....
Rund 110.000 Passagiere könnten betroffen sein - so viele Menschen sitzen normalerweise in den Maschinen, die donnerstags an den drei Flughäfen starten und landen.

Normalerweise gibt es an diesem Wochentag rund 1040 Flugbewegungen an den drei Airports zusammen. Auf der Homepage des Flughafens Köln/Bonnheißt es, heute seien von 199 geplanten Starts und Landungen 130 gestrichen. Bereits am Mittwochabend war bekanntgeworden, dass in Düsseldorf rund 350 von 570 Starts oder Landungen abgesagt wurden und in Stuttgart 125 von ursprünglich geplanten 270. Diese Zahlen könnten im Tagesverlauf noch steigen.
...
Auch an anderen Flughäfen waren Auswirkungen des Streiks zu erwarten. Unter anderem rechneten die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld mit Ausfällen und Verspätungen.
...
Bereits kurz nach Mitternacht habe der Warnstreik am Flughafen Köln/Bonnzu Problemen an den Kontrolltoren geführt, durch die Lastwagen Fracht auf das Flughafengelände bringen, sagte der Ver.di-Sprecher. Es habe Rückstaus bis zur Autobahn gegeben.

Im Gegensatz zu anderen Standorten gibt es in Köln/Bonn kein Nachtflugverbot. Nachts ist der rheinische Airport besonders als Drehkreuz für die Frachtflieger von DHL, UPS und Fedex wichtig. Auch sie betrifft der Warnstreik - ihre Piloten und Ladungen müssen ebenfalls durch die Sicherheitschecks.
...
Ver.di fordert für die Kontrolleure von Passagieren, Fracht, Waren und Flughafenbeschäftigten eine bundesweit einheitliche Bezahlung von 20 Euro pro Stunde. Das wäre ein Plus im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich - derzeit ist die Bezahlung je nach Region und Tätigkeit unterschiedlich...
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/stuttgart-duesseldorf-koeln-bonn-streik-der-flughafen-sicherheit-gestartet-a-1247292.html

Es ist ein klassischer Dumpinglohnsektor.

Der Personal ist großteils migrantisch. Man hat das Personal die ganze Zeit hin und her verschoben, damit der Einzelne stets andere Arbeitskollegen hat, damit die Leute sich bloß nicht zu gut kennenlernen oder wohlmöglich anfreunden. Es könnte wohlmöglich Zusammenhalt, Solidarität und Widerstand entstehen. Man hat es aber derart auf die Spitze getrieben, daß darunter die Aufgaben litten. Die Leute hatten kaum noch eine Ahnung wo sie gerade waren, was sie eigentlich machen sollten und warum. Es wurde ihnen auch zunehmend scheißegal. Das wurde zu so einem massiven Problem, daß die Sicherheit von Flughäfen mehrfach nicht mehr aufrecht zu erhalten war, und der Flugbetrieb eingestellt werden mußte.

Unter diesen Voraussetzungen hatte die Flugwirtschaft erkannt, daß der Druck auf die Beschäftigten so überzogen war, daß die Arbeitsleistung nicht mehr akzeptabel war. Man entschied sich selbst, die Bedingungen spürbar zu verbessern.

Unter diesen Voraussetzungen entschied sich Verdi zu einer ungewöhnlich hohen Lohnforderung. Es ist schon klar, daß Verdi vorher einknickt. Es ist aber interessant zu beobachten, wie sich die Auseinandersetzung an den Flughäfen entwickelt, wie sie von anderen Flughafenbeschäftigten und in anderen Branchen diskutiert wird. Die gute Streikbeiteiligung ist schonmal erwähnenswert in einem Sektor, der schwer organisierbar ist.
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 18:41:21 Mo. 14.Januar 2019
Ein Streik von prekären Arbeiter*innen (zu einem großen Teil migrantisch), der es in sich hat:

Zitat
Streiks an 8 Airports:
Hunderttausende Fluggäste betroffen!
http://www.reisereporter.de/artikel/6882-hunderte-flugausfaelle-drohen-streiks-an-acht-deutschen-flughaefen

Zitat
Streik-Ekzess! 220.000 Passagiere bleiben wohl am Boden
https://www.tonight.de/news/aktuelles/reisende-muessen-umdenken-streikekzess-220-000-passagiere-bleiben-am-boden.1000712

Zitat
Schon wieder Streiks:
Reisende brauchen starke Nerven
https://www.augsburger-allgemeine.de/video/Schon-wieder-Streiks-Reisende-brauchen-starke-Nerven-id53177406.html

Zitat
Streik am Airport:
In Hamburg fällt jeder zweite Flug aus
https://www.abendblatt.de/hamburg/article216203209/Flughafen-Streik.html
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 15:49:51 Mi. 16.Januar 2019
Zitat
Darum legen wir den Airport lahm

... in den vergangenen acht Jahren habe der Arbeitsdruck stark zugenommen. „Als ich angefangen habe, gab es täglich 11,5 Millionen Passagiere am Flughafen. Wir haben pro Stunde 100 Leute abgefertigt. Jetzt sind es doppelt so viele. Doch unsere Konzentration muss die gleiche sein.“

Ihre Mitstreiterin Eleni Mitrou ergänzt: „Wir erleben so viele Leistungsüberprüfungen wie kein anderer Beruf.“ Jeden Tag gebe es offene und verdeckte Sicherheitstests. Alle drei Jahre müssten die Mitarbeiter eine Eignungsprüfung über sich ergehen lassen, bei der nicht nur der Body-Maß-Index, sondern auch die psychische Stabilität überprüft würden. „Wir können tagtäglich unseren Job verlieren. Dieses Risiko muss entsprechend vergütet werden“
https://www.mopo.de/hamburg/flughafen-streik-darum-legen-wir-den-airport-lahm-31881936

Ein absurdes Argument:
Zitat
«Das Beharren auf absurden Forderungen von 20 Euro für alle ist zudem ein Schlag ins Gesicht jeder ausgebildeten Krankenschwester und jedes Rettungssanitäters und zeigt die Maßlosigkeit der Gewerkschaft», so Friebertshäuser.
https://www.aerotelegraph.com/streik-laehmt-deutschlands-flugverkehr

Die Forderungen der Airport Security sind eine Inspiration für Krankenschwestern und Rettungssanitäter!

Das Verständnis für den Streik, ja die Sympathie für die Streikenden ist enorm:
Zitat
Auch die Passagiere blieben gelassen. „Ich habe Verständnis für die Streikenden“, sagt Anna-Sophie Seppelt. „So ein Flughafen verdient ja viel Geld. Das muss auch an die Mitarbeiter weitergegeben werden.“ Ähnlich äußern sich auch andere Reisende.
https://www.mopo.de/hamburg/flughafen-streik-darum-legen-wir-den-airport-lahm-31881936

Die Medien versuchen trotzdem zu hetzen:
Zitat
Airport-Streiks: Auf einem schmalen Grat
Mit den umfangreichen Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den Flughäfen hat die Gewerkschaft Verdi den Bogen jedoch überspannt.
https://www.idowa.de/inhalt.berlin-airport-streiks-auf-einem-schmalen-grat.2f34bd0c-6c76-4dd9-870f-9fe554750f94.html

Zitat
Kritik an Verdi wächst
Der für morgen angekündigte Warnstreik des Sicherheitspersonals an acht deutschen Flughäfen ist gesetzeswidrig – so sehen es zumindest die Arbeitgeberverbände. Denn Verdi treffe mit den Streiks nicht mehr nur einzelne Betriebe, sondern die gesamte Volkswirtschaft.

Die Arbeitgeberverbände fordern deshalb ein Eingreifen des Gesetzgebers.
https://www.deutschlandfunk.de/vor-den-flughafen-warnstreiks-kritik-an-verdi-waechst.769.de.html?dram:article_id=438290

Zitat
Streik-Chaos an Flughäfen:
Großfamilie auf dem Weg zur Beerdigung getrennt
https://www.rtl.de/cms/streik-chaos-an-flughaefen-grossfamilie-auf-dem-weg-zur-beerdigung-getrennt-4278493.html
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 16:11:55 Do. 24.Januar 2019
Es gab eine umwerfende Streikbereitschaft, doch dieses Mittel wurde kaum mehr als symbolisch eingesetzt. Ich ahnte, daß Verdi ein tristes Ergebnis aushandeln würde. Es kam schlimmer.

Mir sind einige Details des Verhandlungsergebnis nicht bekannt, andere nicht klar.
Plötzlich stehen wieder Prozente im Raum, wo es ursprünglich um eine eindeutige Festgeldforderung ging. Das soll zu einer allmählichen Angleichung der Ost- an die Westlöhne führen. Es scheint aber eine bleibende Differenzierung der Löhne der Beschäftigten, je nachdem, ob die das Handgepäck der Passigieren kontrollieren, die Luftfracht oder das Flughafengelände. Ich habe auch etwas von einem Entgegenkommen der Gewerkschaft in punkto flexiblerer Arbeiteinsätze gehört.
Es ist sowieso ja nicht die volle Höhe der Lohnforderungen erzielt worden, sondern nur ein Drittel des reduzierten Betrags. Man hat den Abschluß schließlich auf 3 Jahre (!) aufgeteilt. Das bedeutet auch:

Man hat einem dreijährigen Streikverbot zugestimmt.

Unfaßbar!

Bezeichnend ist, daß scheinbar alle Medien den O-Ton der Arbeitgebereinschätzungen wiedergeben.
Ich würde mich freuen, wenn jemand mit einer größeren Detailkenntnis des Abschlusses, sich hier äußern könnte.
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 20:03:27 Do. 24.Januar 2019
Hier die Mitteilung der DGB-Gewerkschaft:
https://www.verdi.de/themen/nachrichten/++co++f8210bf0-1fcb-11e9-afad-525400940f89

Und hier ein Lob auf die DGB-Gewerkschaft in der genossenschaftlich geführten Tageszeitung taz:
http://taz.de/Kommentar-Mehr-Lohn-auf-Flughaefen/!5565467/

Ansonsten: drei Jahre macht man nicht. Das macht man einfach nicht. Stimmt schon.
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 20:27:19 Do. 24.Januar 2019
...ein Lob auf die DGB-Gewerkschaft in der ... Tageszeitung taz...

Zum Taz Kommentator Pascal Beucker
Zitat
In den 1980er Jahren engagierte Beucker sich bei den Jungdemokraten sowie bei den Grünen.
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 09:07:07 Fr. 25.Januar 2019
Ein Hauptproblem sehe ich in der kollektiven bewußten Fehlinterpretation des Verhandlungsergebnisses. Nebelkerzen gemeinsam von "Arbeitgeber", Gewerkschaft und Presse.

Es können in Deutschland einmal im Jahr Tarifauseinandersetzungen geführt werden. Für so eine Auseinandersetzung ist man in den Arbeitskampf getreten. Überall wird nun verkündet, daß man das Verhandlungsziel nahezu erreicht hätte. Das ist eine glatte Lüge. Es wurde weniger als ein Drittel dessen erreicht!

Die Öffentlichkeit wird bewußt belogen. Wenn Unternehmer und Gewerkschaften gemeinsam diese Fehlinterpretation verbreiten, zeigt es nur, wo die Gewerkschaften stehen.

Die Journalisten sind offenbar strunzdoof. Haben keine Ahnung, wobei es in einem Arbeitskampf geht. Sie kennen eh nichts anderes als den Cut-n-Paste Journalismus aus eintrudelnden Pressetexten der Wirtschaft.

Und noch ein Wort zu Verdi: Die Gewerkschaft bewies ein weiteres Mal, daß Streiks für sie "das letzte Mittel" in einer Tarifauseinandersetzung sind. Ich halte die tagtägliche Ausbeutung für das Letzte. Das tagtäglich widerstandslos hinzunehmen halte ich für inakzeptabel.

Streiks, selbst die eher symbolischen Warnstreiks, sind eine wichtige Möglichkeit für Arbeiter das gemeinsame Kämpfen zu erlernen und ihre Macht zu erkennen. Genau das scheint Verdi nicht zu wollen. Verdi machte einen Abschluß, der über 3 Jahre dies verhindert.
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: counselor am 17:51:47 Mo. 04.Februar 2019
Zitat
Stahl / Flughafen Hamburg - Warnstreiks zeigen große Entschlossenheit der Beschäftigten

Um 3 Uhr morgens begannen heute die Kolleginnen und Kollegen des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen einen ganztägigen Warnstreik. Eine ganze Reihe von Flügen fiel dadurch aus.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw06/warnstreiks-bei-stahl-und-am-flughafen-hamburg-zeigt-grosse-entschlossenheit-der-beschaeftigten
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 18:24:58 Mo. 04.Februar 2019
Und Verdi wird die "große Entschlossenheit der Beschäftigten" gegen die Wand fahren mit einem vorzeitigen und halbgaren Abschluß. Wetten?
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: BGS am 19:24:11 Mo. 04.Februar 2019
Einmal am Boden, immer am Boden - "Verdi" sei Dank.

MfG

BGS
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 21:04:41 Di. 05.Februar 2019
Zitat
5.2.19
Flughafen-Lotsen treten in den Streik

Weil Mitarbeiter der französischen Flugsicherung unerwartet in den Streik getreten sind, werden am Flughafen in Basel derzeit zahlreiche Flüge annulliert.
(...)
Wie eine Sprecherin des Euro-Airports gegenüber dem «Blick» bestätigt, seien bei der Schichtübergabe um 20 Uhr diverse Mitarbeiter der Flugsicherung nicht erschienen. Sie seien in einen unerwarteten Streik getreten.
https://www.20min.ch/schweiz/basel/story/Flughafen-Mitarbeiter-in-Streik-getreten-26274607
Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Kuddel am 20:21:43 Mo. 18.Februar 2019
Ein Hauptproblem sehe ich in der kollektiven bewußten Fehlinterpretation des Verhandlungsergebnisses. Nebelkerzen gemeinsam von "Arbeitgeber", Gewerkschaft und Presse.

Es können in Deutschland einmal im Jahr Tarifauseinandersetzungen geführt werden. Für so eine Auseinandersetzung ist man in den Arbeitskampf getreten. Überall wird nun verkündet, daß man das Verhandlungsziel nahezu erreicht hätte. Das ist eine glatte Lüge. Es wurde weniger als ein Drittel dessen erreicht!

Die Öffentlichkeit wird bewußt belogen. Wenn Unternehmer und Gewerkschaften gemeinsam diese Fehlinterpretation verbreiten, zeigt es nur, wo die Gewerkschaften stehen.
(...)
Streiks, selbst die eher symbolischen Warnstreiks, sind eine wichtige Möglichkeit für Arbeiter das gemeinsame Kämpfen zu erlernen und ihre Macht zu erkennen. Genau das scheint Verdi nicht zu wollen. Verdi machte einen Abschluß, der über 3 Jahre dies verhindert.

Einmal am Boden, immer am Boden - "Verdi" sei Dank.

MfG

BGS

Wer hätte das gedacht!?!

Dieses erbärmliche Verhandlungsergebnis ist Verdi um die Ohren geflogen, trotz der Jubelberichte der Medien. Die Securityleute wollen sich nicht länger verarschen lassen!


Zitat
Flughafenkontrolleure
Tarifvertrag abgelehnt


Der Tarifkonflikt um die 23 000 Kontrolleure an deutschen Flughäfen beginnt möglicherweise wieder von vorne. Die Gewerkschaft Verdi teilte am Montagabend mit, die Mitglieder hätten den im Januar ausgehandelten Tarifvertrag mit einer Mehrheit von 55 Prozent abgelehnt. Er sah Gehaltserhöhungen bis zu 9,77 Prozent jährlich vor. Der Stundenlohn sollte damit auf bundesweit einheitlich 19,01 Euro im übernächsten Jahr steigen. Verdi-Vorstandsmitglied Ute Kittel teilte am Montag nicht mit, weshalb die Beschäftigten das Verhandlungsergebnis ablehnten. Sie wolle zunächst mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) darüber sprechen und sodann die "strittigen Punkte nachverhandeln". Den Tarifvertrag hatte die Gewerkschaft im Januar unter anderem mit einem fast 24-stündigen Streik an acht Flughäfen durchgesetzt.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/flughafenkontrolleure-tarifvertrag-abgelehnt-1.4335220

Titel: Re: Bodenpersonal
Beitrag von: Fritz Linow am 11:55:51 Mo. 15.Juli 2019
Zitat
15.7.19
Stansted: Easyjet-Bodenpersonal vor Streik
Insgesamt 17 Tage Arbeitsniederlegungen geplant.
(...)
http://www.austrianaviation.net/detail/stansted-easyjet-bodenpersonal-vor-streik/
Titel: Cateringpersonal im Wilden Streik
Beitrag von: Kuddel am 10:43:43 Mi. 17.Juli 2019
Zitat
Rhein-Main-Airport
Selbständiger Streik bei LSG Sky Chefs wird ausgeweitet

Der Streik bei LSG Sky Chefs gegen den geplanten Verkauf des Unternehmens und gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen läuft weiter.


Neben den Inlandsflügen betrifft der Ausfall des Caterings bzw. ein verringertes Catering aufgrund des selbständigen Streiks bei LSG Sky Chef jetzt auch die internationalen Flüge. Lufthansa wird empfindlich getroffen, da die internationalen Flüge das profitabelste Geschäft sind. Diese Flüge wollte Lufthansa vor den Streikfolgen bewahren.

In beiden LSG-Werken wird selbständig gestreikt

In Frankfurt am Main wird nun in beiden LSG-Werken gestreikt. Jetzt sind auch Auslandsflüge betroffen - zum Beispiel die japanische Fluggesellschaft JAL. JAL wirbt mit der hohen Qualität ihrer Gerichte. Sie musste aber nun ihre Interkontinental-Flüge infolge des Streiks ohne das entsprechende Catering antreten. Das setzt die Lufthansa unter Druck. Neben den Transportbeschäftigten sind auch Arbeitskräfte der kalten und warmen Küche in den Streik einbezogen. Auch in München und in Düsseldorf beteiligen sich Beschäftige am Streik.

Eine Schwierigkeit liegt in der Konkurrenz zweier Gewerkschaften in der LSG, die beide stark im Betriebsrat vertreten sind. Es handelt sich dabei um die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die "Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr e.V." - AGIL. Letztere vertritt neben dem Bodenpersonal eben auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei LSG. Die kämpferischen Kräfte ringen darum, die Einheit im Kampf herzustellen, alle Kolleginnen und Kollegen für den Streik zu gewinnen. Die Zusammenarbeit im selbständigen Streik muss eine neue Stufe erreichen.

Bisher gelingt der Einsatz von Steikbrechern nicht

Lufthansa versucht über andere Betriebe Streikbrecher einzusetzen. So über das Dienstleistungsmonopol WISAG und auch über den Flughafenbetreiber Fraport. Das gelingt ihnen bisher nicht, da auch Betriebsräte dieser Unternehmen ihre Zustimmung für Streikbrecherarbeiten verweigern. Bei WISAG gab es im Juni ebenfalls einen Streik bei der Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen, was zu Flugausfällen führte. Die LSG setzt jetzt für den Transport des Caterings in die Flugzeuge leitendes Personal ein, das es aber nicht nach Plan schafft.

Lufthansa erhöht den Druck, und Schichtleiter in Frankfurt drohen: „Das ist ein illegaler Streik“. Sie betreiben Spaltung. Sie tun alles, um herauszubekommen, wer hinter dem Streik steht und wollen die „Organisatoren“ herauspicken: „Wer hat das alles organisiert?“ Sie gehen die Kollegen an: „Haltet euch an die Gewerkschaft, … ver.di hat nicht zum Streik aufgerufen“.

Was fällt diesen Leuten ein, wenn Arbeiterinnen und Arbeiter für berechtigte Forderungen kämpfen, diese zu bedrohen und einzuschüchtern?

Solidarität


Die Vorgänge machen deutlich: Die Arbeiterklasse braucht in Deutschland ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht. Diese Forderung muss jetzt auf die Tagesordnung, weil aktuell in etlichen Konzernen Kämpfe um Arbeits- und Ausbildungsplätze bevorstehen. Die Lufthansa-Geschäftsleitung weiß sehr gut, dass eine Gewerkschaft während eines laufenden Tarifvertrags überhaupt nicht zum Streik aufrufen darf.

Die Belegschaft der LSG Berlin hat an die Streikenden im Werk I und II in Frankfurt Solidaritätsadressen geschickt und sichert Unterstützung zu. Damit stärken sie das Selbstbewusstsein, den Streik mutig weiterzuführen.
https://www.rf-news.de/2019/kw29/selbstaendiger-streik-bei-lsg-sky-chefs-wird-ausgeweitet