chefduzen.de - Forum der Ausgebeuteten

Industrie & Handwerk & Agrar => Leiharbeit, bzw. moderner Sklavenhandel => Thema gestartet von: ManOfConstantSorrow am 13:19:34 So. 01.Januar 2006

Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:19:34 So. 01.Januar 2006
Gleichzeitig mit einem Hungerstreik polnischer Leiharbeiter auf einer Werft im französischen St. Nazaire und Organisierungsversuchen von polnischen LeiharbeiterInnen in der Fleischindustrie in England fingen im Juni polnische Leiharbeiter in einem Großlager der Supermarktkette Tesco in Dublin an, sich selbst zu organisieren. Sie fordern die Festeinstellung bzw. Gleichstellung der Leiharbeiter und die Senkung der ständig steigenden Arbeitsnormen.

Im Laufe des Kampfs gelang es der irischen Gewerkschaft SIPTU, den Arbeitern die Initiative mit dem Versprechen, die Angelegenheit auf höchster Ebene juristisch zu regeln, weitgehend aus der Hand zu nehmen. Noch im Interview hatte Radek zwar bedauert, dass seine eigene Initiative ins Stocken geraten war, die Rolle der Gewerkschaft aber überwiegend positiv gesehen. Als Radek und sein Kollege Zbyszek dann entlassen wurden, hielt die SIPTU still. Als die beiden daraufhin zusammen mit polnischen Kollegen und irischen AnarchistInnen ein Verteidigungskomitee für Tesco-Leiharbeiter organisierten und bei Tesco zum Streik aufriefen, trat die SIPTU diesem Streikaufruf offen entgegen und rief zum Weiterarbeiten auf. Gegen die Entlassungen und die Praktiken von Tesco hat es in seit Ende Juli in Irland und Großbritannien eine Reihe von Protestaktionen gegeben, seit Mitte August auch in Polen selbst. Die Rolle der Gewerkschaft(en) dagegen wird im Moment nicht sehr ausführlich diskutiert.

aus Wildcat Nr.75
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:48:10 Fr. 06.Januar 2006
Gab es im Juni bereits erste grössere Streiks in einzelnen Minen, so sind ab Anfang Januar 2006 alle Zeitarbeiter in Chiles Kupferminen in den Streik getreten, mit Forderungen, die im wesentlichen darauf abzielen mit den (wenigen) Festangestellten gleich gestellt zu werden, sowie einen Bonus auf die Löhne, nachdem die Geselsschaft Codelco im letzten Jahr Rekordgewinne einfuhr.

(labournet 6.1.06)
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:49:11 Sa. 21.Januar 2006
Gewerkschaftsoppositionelle aus Arica erklären ihre Solidarität mit streikenden Zeitarbeitern

Das "Kampfkomitee (der Stadt) Arica", das aus Eisenbahnern, Hafenarbeitern, Studenten und Schülern besteht hat den streikenden Zeitarbeitern der Kupfermine CODELCO seine Solidarität übermittelt und die Notwendigkeit der Unterstützung dieses Kampfes zum einen mit den eigenen Kämpfen, zum anderen mit der (mehr als) zögerlichen Haltung des Gewerkschaftsbundes CUT gegenüber der Regierung und ihrem Zeitarbeitsgesetz.

(labournet 20.1.06)
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:56:56 Mi. 09.Mai 2007
Indonesien, Bekasi: 13 Arbeiter, die meisten davon Frauen, wurden bei Auseinandersetzungen mit der Polizei vor der Metall- und Plastikfabrik PT Fujisei verletzt, ein Arbeiter musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Belegschaft wehrt sich dagegen, daß die Firma einerseits bis zu 216 Leute rausschmeissen will, andererseits aber LeiharbeiterInnen einstellt. Sie verlangen für die bisher Festeingestellten ordentliche Abfindungen. Die Aktion begann friedlich. Nachdem die Geschäftsleitung bisher nur geschwiegen hat, richteten sich die Streikenden auf längere Aktion ein und bauten Zelte auf. Daraufhin rief die Firma die Polizei, die damit begann, die Zelte wieder abzureissen. Daraufhin wehrten sich die ArbeiterInnen mit den Zeltstangen aus Bambus. Drei ArbeiterInnen wurden festgenommen. Die Aktion geht weiter, bis zum Abend haben sich die Manager nicht getraut, die Fabrik zu verlassen.

Quelle: Pikiran Rakyat, 9.5.07
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Markus91085 am 23:42:26 Mi. 09.Mai 2007
wie geil is das denn. Aber als ich das Fertig gelesen hatte verstand ich auch deine Überschrift. Sowas gibt´s in deutschland nicht, warum nur ? Schade dass viele Leiharbeiter oft "nicht wissen was sie tun" und sich rechtlich gesehen alles gefallen lassen.
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:57:35 Di. 29.Januar 2008
Beiersdorf blockiert    

Malang, Indonesien: Etwa 50 Zeitarbeiter blockierten mit Firmenfahrzeugen das Werkstor der Kosmetikfabrik PT Beiersdorf Indonesia. Die Polizei konnte nix machen, weil die Luft aus den Reifen gelassen worden war. Beiersdorf hat 230 Leute einer Zeitarbeitsfirma rausgeschmissen, ohne Abfindung. Die Firma sagt, für die Arbeiter sei die Zeitarbeitsfirma GSI zuständig. Nach einiger Zeit wurden die Reifen wieder aufgepumpt und die Blockade beendet.

Quelle: Surya, 29.1.08
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: klaus72 am 08:35:59 Mi. 30.Januar 2008
Sind die Deutsche Körper und deren Eigenschaft physisch für einen Aufstand zu weich und senil ?

Nur im Ausland zeigen die Betroffenen die Wut, drücken aus, was denen nicht gefällt.

Daher wisssen unsere Politiker sehr genau, dass das deutsches Volk sehr phlegmatisch ist.

Phlegmatisch sein schadet sich selbst und allen !!

Was ist jetzt und heute mit den Zeitarbeitern und Belegschaften der Firma Nokia ? Soweit ich verstanden habe, wird das Werk in Bochum trotz Intervention voll und ganz aufgelöst.
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Sektsauferle am 21:10:57 Do. 31.Januar 2008
erst hieß es, sie lassen mit sich reden, mein aktueller stand ist, sie wollen nur einen kleinen teil zu endkontrollzwecken behalten.

wie immer, woanders billiger fertigen lassen, dann bei uns zur kontrolle, die hälfte in den müll, und das lohnt sich dann immer noch.

und die deutschen arbeiter sind denen völlig gleich, wie man sieht auch bei schwarzen zahlen.
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:20:41 Do. 28.Februar 2008
In verschiedenen Städten demonstrierten ArbeiterInnen gegen Zeitarbeit und Outsourcing. In Jakarta etwa 1000, tausende aber auch in Bandung, Tangerang, Karawang, Bekasi.
    

Quelle: Suara Pembaruan, 20.2.08
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:45:53 So. 18.Mai 2008
Chile: Teilerfolg im Streik der Leiharbeiter im Kupferbergbau

18.05.08: Die führenden Vertreter der EU beabsichtigten, mit Durchführung des  Lateinamerika-Gipfels die Länder Lateinamerikas mit ihrem enormen Rohstoffreichtum und den wachsenden Märkten verstärkt auszuplündern, und einer länderübergreifenden revolutionären Gärung auf fast dem gesamten südamerikanischen Kontinent entgegen zu treten. Während Angela Merkel erklärte, das Treffen sei mit den Vereinbarungen zu Klimaschutz und Armutsbekämpfung „sehr nützlich und weiterführend“ gewesen, weist der Streik chilenischer Leiharbeiter einen wirklich weiterführenden Weg für die Werktätigen, nicht nur in Lateinamerika. Ein Korrespondent berichtet:

„Vergangene Woche beschlossen die Leiharbeiter der staatlichen Kupfergesellschaft Codelco das Ende des Streiks und die Annahme des Verhandlungsergebnisses zwischen Regierung und Gewerkschaftsführung. Das Ergebnis sieht eine Einmalzahlung „Produktivitätsbonus für 2008“ von ca. 700€ vor, die Einrichtung von 2 „Runden Tischen“ zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Zusicherung der vollständigen Umsetzung der erkämpften Vereinbarungen aus dem Streik 2007, die Verbesserungen der Unterkünfte, Gesundheit, Bildung und Löhne umfassten.

Es ist daher ein Erfolg für die streikenden Arbeiter. Der Abschluss kam nur zustande, weil die Regierung sich in die Verhandlungen direkt einschaltete und auf die Forderungen der Leiharbeiter zum Großteil einging. Dies ist ein ermutigendes Zeichen für die Arbeiterbewegung in Chile, die gerade in den letzten Wochen mit zahlreichen Streiks im öffentlichen Nahverkehr einen Aufschwung nahm.

Das Streikergebnis  ist ein Teilerfolg und ein Kompromiss auf Grundlage des Kampfes. So war die Forderung nach der Einmalzahlung deutlich höher und auch eine Bezahlung der Streiktage wurde nicht ausgehandelt. Das Ergebnis wurde in einer Mine von 2.000 der 5.500 Arbeitern abgelehnt und zum weiteren Streik aufgefordert. Es wurde aber gleichzeitig zugestimmt, sich der Mehrheitsentscheidung unterzuordnen."

Der mutige Kampf der Leiharbeiter hat die Herrschenden in Schrecken versetzt.
"So äußerte Huberto Berg, ein führender bürgerlicher Ökonom und vergleichbar mit den hiesigen „Wirtschaftsweisen“: „Es ist ein schlechtes Zeichen, dass die Regierung eingegriffen hat. Es ist ein schlechtes Zeichen für den Rest des Landes, für die Millionen vernünftigen und verantwortungsbewussten Arbeiter. Es erscheint, als wäre der richtige Weg hier auf die Straße zu gehen und sich seinen Weg zu bahnen.“

(aus: rf-news)
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:50:45 Do. 29.Mai 2008
Thailand:
Leiharbeiter haben ab jetzt das gesetzliche Recht auf die gleichen Löhne, Sozialleistungen und Zulagen wie festeingestellte Arbeiter, jedenfalls wenn sie die gleiche Arbeit machen. 42 Prozent der Arbeitskräfte in Thailand sind Leiharbeiter.
 

Quelle: The Bangkok Post, 28.5.08
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 17:21:45 So. 22.Juni 2008
Dongguan, Guangdong: Mehr als 400 Arbeiter demonstrierten drei Stunden lang vor der Papierfabrik der Nine Dragons Paper Ltd. aus Hongkong. Sie sind Leiharbeiter und protestierten gegen ihre plötzliche Entlassung. "Wir kamen zur Arbeit und bekamen nur unsere Gehaltsschecks. Keine Vorwarnung, keine Abfindung". Die Arbeiter forderten Abfindungen in Höhe von 3 Monatslöhnen und tatsächlich erklärte die Firma am nächsten Tag, Abfindungen in Höhe von 90 Tageslöhnen zahlen zu wollen.
(umwaelzung.de)
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:32:32 Mi. 30.Juli 2008
In einem Artikel (http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2008-07-29.0331) versteckt, fand ich folgende Zeilen:

Zitat
Im Arbeitskreis Leiharbeit [Automobilarbeiterratschlag] wurde von allen internationalen Delegationen aus Autokonzernbetrieben berichtet, dass sie alle das gleiche Problem mit der ständig steigenden Zahl von Leiharbeits-Beschäftigten haben. Von Peugot-Frankreich wurde aber auch berichtet, dass die Leiharbeiter einen Streik begonnen haben und sich die anderen Kollegen angeschlossen haben.

Hat jemand weitere Infos?
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Tiegel am 11:56:44 Sa. 02.August 2008
Hallo zusammen,
Ist schon beeindruckend was diese Asiaten da zu stande gebracht haben.
Da viel mir ein Satz in der Sendung Zur Sache bei RNF Live vom 27,07.2008 ein, das es in Europa nur in Deutschland und England für Leiharbeiter so niedrige löhne gibt.
Tja, da ist einiges für uns zu tun
Gruß Tiegel
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: matten am 12:48:54 Sa. 02.August 2008
Zitat
Original von Kuddel
Dongguan, Guangdong: Mehr als 400 Arbeiter demonstrierten drei Stunden lang vor der Papierfabrik der Nine Dragons Paper Ltd. aus Hongkong. Sie sind Leiharbeiter und protestierten gegen ihre plötzliche Entlassung. "Wir kamen zur Arbeit und bekamen nur unsere Gehaltsschecks. Keine Vorwarnung, keine Abfindung". Die Arbeiter forderten Abfindungen in Höhe von 3 Monatslöhnen und tatsächlich erklärte die Firma am nächsten Tag, Abfindungen in Höhe von 90 Tageslöhnen zahlen zu wollen.
(umwaelzung.de)

gut..aber kann es mir kaum vorstellen in China da kommt

normal da Militär und klärt die Sache.. ?(
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Schimmelreiter am 07:04:11 Mo. 04.August 2008
Zitat
Original von matten
Zitat
Original von Kuddel
Dongguan, Guangdong: Mehr als 400 Arbeiter demonstrierten drei Stunden lang vor der Papierfabrik der Nine Dragons Paper Ltd. aus Hongkong. Sie sind Leiharbeiter und protestierten gegen ihre plötzliche Entlassung. "Wir kamen zur Arbeit und bekamen nur unsere Gehaltsschecks. Keine Vorwarnung, keine Abfindung". Die Arbeiter forderten Abfindungen in Höhe von 3 Monatslöhnen und tatsächlich erklärte die Firma am nächsten Tag, Abfindungen in Höhe von 90 Tageslöhnen zahlen zu wollen.
(umwaelzung.de)

gut..aber kann es mir kaum vorstellen in China da kommt

normal da Militär und klärt die Sache.. ?(
Zwei Stichworte:
Sonderwirtschaftszone Hong Kong
Olympische Spiele 2008
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 11:13:41 Do. 14.August 2008
Südkorea       
3 Jahre Streik


Arbeiterinnen der Kiryung Elecktonics sind seit drei Jahren in Streik gegen ihre Entlassung. Sie waren als Leiharbeiterinnen eingestellt, zum Teil schon seit Jahren. Vor drei Monaten gab es Verhandlungen mit der Firma mit dem Ergebnis, dass die Arbeiterinnen fest eingestellt werden sollten, "nach einem Jahr Trainingszeit". Das akzeptierten die Arbeiterinnen, nicht aber das Management. Man könne niemand mehr fest einstellen, weil man nach China gehen wolle. Seit dem sind einige ArbeiterInnen im Hungerstreik.

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/kirung6060.jpg)

Quelle: The Hankyoreh, 8.8.08
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:11:34 Sa. 06.September 2008
Streik der Zeitarbeiter auf der Werft

6 Monate dürfen Zeitarbeiter laut Gesetz im Kamerun an einer Arbeitsstelle beschäftigt werden. Jetzt haben 200 Zeitarbeiter der nationalen Werft einen Streik begonnen, weil sie - nach drei Jahren Arbeit auf der Werft - mit einem Federstrich entlassen werden sollen. Der Direktor gab ihnen zur Antwort, dass die Werft noch nie Zeitarbeiter übernommen haben...

http://communisme.wordpress.com/2008/09/02/lutte-des-ouvriers-des-constructions-navales-et-industrielles-du-cameroun/
Titel: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:38:59 Sa. 13.September 2008
09.09.08 - Am Wochenende traten im Manesar Werk von Honda Motorcycle and Scooter India (HMSI) 1.500 Kontrakt- und Leiharbeiter in den Streik. Sie protestierten gegen körperliche Übergriffe von Vorgesetzten gegen Kollegen. Der Protest startete in der Nacht zum Samstag und breitete sich auf die folgenden Schichten aus.
Titel: Leiharbeiter im Irak rebellieren gegen US-Firma
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:33:22 Sa. 06.Dezember 2008


Etwa 1.000 asiatische Arbeiter rebellierten gestern in der irakischen Hauptstadt Bagdad gegen ihre unwürdige Behandlung. Daraufhin wurden sie von der irakischen Polizei beschossen. Für Zahlungen von bis zu 3.000 US-Dollar in ihren Heimatländern Bangladesch, Nepal, Indien oder Sri Lanka angeworben, bekamen sie wegen "Auftragsmangel" keine Arbeit.
 
http://www.rf-news.de/rfnews/schlagzeilen#News_Item.2008-12-05.2533
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:39:37 Sa. 13.Dezember 2008
Zitat
   Gegen noch mehr Flexi    

Seoul: 3000 (laut Korea Times) oder 33 000 (Yonhap und AFP) demonstrierten gegen den Plan der Regierung, ein Gesetz zum Schutz von Leiharbeitern aufzuweichen. Das Gesetz, nach dem Leiharbeiter nach zwei Jahren festeingestellt werden müssen, war erst letztes Jahr in Kraft getreten. Es hatte Arbeitskämpfe zur Folge, weil einige Firmen noch kurz vorher LeiharbeiterInnen entlassen haben. Die Regierung will jetzt die Frist für Festeinstellung auf vier Jahre verlängern. Südkorea hat mit fünfeinhalb Millionen irregulärer Arbeiter fast dreimal soviel als der Durchschnitt der OECD- Länder.    

Quelle: Yonhap News, The Korea Times, 29.11.08

Zitat
Namibia

Leiharbeit wird verboten

Man muß kein Fan der Regierungspartei SWAPO sein, um einiges in Namibia anzuerkennen, was es in der Bananenrepublik Deutschland nicht gibt: ein Grundeinkommen etwa für Menschen wenigstens auf dem Lande und - laut Urteil des Obersten Gerichtshofes - ab kommendem Jahr das Verbot der Leiharbeit. Die Regierung hatte ein entsprechendes Gesetz erlassen, das von dem Unternehmen Africa Personnel Services (APS) per Verfassungsklage angefochten worden war - die drei Richter lehnten die Klage einstimmig ab. APS - das sich natürlich ausschließlich um die Arbeitsplätze sorgte, worum auch sonst - beschäftigt rund 8.000 der immerhin 16.000 ZeitarbeiterInnen, die in Namibia (ca 2 Millionen einwohnerInnen) registriert sind. Der Artikel "Labour Hire Banned" http://allafrica.com/stories/200812040446.html von Denver Isaacs in der Zeitung The Namibian vom 4. Dezember 2008 macht jedenfalls Lust darauf, die namibische Regierung doch zu bitten, eine Entwicklungshilfe-Delegation in die BRD zu schicken in Sachen soziale Verfassung.
Titel: Leiharbeiterkämpfe Südkorea
Beitrag von: Kuddel am 20:39:11 Di. 30.Dezember 2008
   Erfolg bei Koscom    


Nach 475 Tagen Streik haben 65 Leute ihre Festeinstellung bei Koscom (wieder)gekriegt. Koscom ist die Datenvertriebsagentur der Börse in Seoul. Die jetzt wieder Eingestellten waren trotz jahrelanger Beschäftgung in einer Tochter der Firma als Zeitarbeiter betrachtet worden. Als eine Gesetzesreform verlangte, dass Beschäftigte nach zwei Jahren fest eingestellt werden müssen, engagierte Koscom eine andere Leihfirma, woraufhin der Streik mit spektakulären Aktionen vor der Börse begonnen hat.
   
The Korea Times, 29.12.08
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe in Griechenland
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:17:52 Fr. 16.Januar 2009
Zitat
In Thessaloníki wurden am 7.1. und 8.1. die Niederlassungen von OIKOMET und der Leiharbeitsfirma Adecco durch AktivistInnen vollkommen zerstört.
http://de.indymedia.org/2009/01/239451.shtml
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:56:23 Fr. 21.Mai 2010
Am 1. Mai:
Zitat
Taiwan: Mehr als 10 000 Arbeiter aus dem ganzen Land demonstrierten in Taipeh u.a. gegen Zeitarbeit. (Taipei Times)
(Taipei Times)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 18:11:43 Sa. 19.Juni 2010
Zitat
Aus Protest gegen die mögliche Kündigung von 285 Leiharbeitern legten zudem die Beschäftigten der Athener Metro bereits den zweiten Tag in Folge für 24 Stunden ihre Arbeit nieder.
http://www.rf-news.de/2010/kw24/18.06.10-griechenland-wieder-streiks-gegen-krisenprogramm (http://www.rf-news.de/2010/kw24/18.06.10-griechenland-wieder-streiks-gegen-krisenprogramm)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 16:30:49 Fr. 25.Juni 2010
Zitat
Indonesien   
Zeitarbeiter
   

Jakarta: Einige tausend bei regionalen Verwaltungen beschäftigte Vertragsarbeiter aus ganz Indonesien demonstrierten in der Innenstadt und forderten Festeinstellung.
The Jakarta Post, 9.6.10

Zitat
Indonesien   
Streik bei Krakatau Steel    

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/krakatau6880.jpg)
['Wir brauchen das Geld für die Schulgebühren']

Cilegon: Etwa 4000 Leiharbeiter bei der Krakatau Steel sind in Streik getreten. Ihre bisherige Verleihfirma will sie entlassen, sie werden wohl von einer neuen Firma übernommen; bei Krakatau Steel sollen sie wohl bleiben. Da sie aber bei der neuen Firma bei Null Jahren Betriebszugehörigkeit anfangen müssen, fordern sie Abfindungen (die ihnen später eventuell fehlen werden), da sie zum Teil schon mehr als 20 Jahre bei Krakatau Steel arbeiten. Ausserdem gibt es Rückstände bei den Löhnen. Die Krakatau Steel gehört mehrheitlich dem Staat.    
Kompas, Liputan, 24.6.10
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 15:33:43 Mo. 11.Oktober 2010
Zitat
Indien: Kontrakarbeiter streiken für Festanstellung

Seit dem 19. September streiken 13.000 Kontraktarbeiter beim staatlichen indischen Braunkohleproduzenten Neyveli Lignite Corporation (NCL) in Tamil Nadu für ihre Festanstellung, höhere Löhne und die Durchsetzung des Prinzips: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!  Am vergangenen Samstag ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen 1.000 Streikende vor, die eine Straßenblockade durchführten. Wegen des Streiks produziert NCL durch die Hälfte der Braunkohle.
http://www.rf-news.de/2010/kw41/11.10.10.-indien-kontrakarbeiter-streiken-fuer-festanstellung (http://www.rf-news.de/2010/kw41/11.10.10.-indien-kontrakarbeiter-streiken-fuer-festanstellung)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 14:47:48 Do. 25.November 2010
Zitat
Anhaltender Streik der Leiharbeiter bei Hyundai

Beim südkoreanischen Automobilkonzern Hyundai hält der Streik von 550 Leiharbeitern im Werk Ulsan seit 15. November an. Durch einen Sitzstreik blockieren sie eine Linie der Autoproduktion und der Konzern macht deswegen Verluste. Die Leiharbeiter verlangen die Festanstellung bei Hyundai. Das Management weigert sich, mit den Arbeitern zu verhandeln und hat 27 Arbeiter auf Schadenersatz verklagt, weil Leiharbeiter in Südkorea nicht streiken dürfen. Bei Hyundai arbeiten insgesamt 8.200 Leiharbeiter, das sind rund 22 Prozent der Belegschaft.
http://www.rf-news.de/2010/kw47/24.11.10-anhaltender-streik-der-leiharbeiter-bei-hyundai (http://www.rf-news.de/2010/kw47/24.11.10-anhaltender-streik-der-leiharbeiter-bei-hyundai)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: mark2 am 18:01:59 Mi. 01.Dezember 2010
Nein, der Deutsche frisst solange alles in sich hinein, bis er irgendwann total durchdreht.
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 22:48:35 Sa. 11.Dezember 2010
Zitat
7.12.10 - Ulsan: Anhaltender Streik bei Hyundai

Seit 22 Tagen streiken mehrere hundert Kontraktarbeiter beim südkoreanischen Autokonzern in Ulsan für ihre Festeinstellung. Die Produktion ist deutlich beeinträchtigt, da die Arbeiter durch einen Sitzstreik eine Porduktionslinie blockieren. Der Versuch des Managements, die Produktion unter Umgehung der Streikenden wieder in Gang zu bringen, scheiterte bisher an der Solidarität der Festangestellten. Allerdings bleibt der Streik bisher auf die Leiharbeiter beschränkt.
http://www.rf-news.de/2010/kw49/07.12.10-ulsan-anhaltender-streik-bei-hyundai (http://www.rf-news.de/2010/kw49/07.12.10-ulsan-anhaltender-streik-bei-hyundai)

Zitat
11.12.10 - Ulsan: Leiharbeiter bei Hyundai beenden Streik

Nach 25 Tagen Streik bzw. Betriebsbesetzung haben die Leiharbeiter im Hyundai-Werk im südkoreanischen Ulsan jetzt das Werk verlassen und den Streik beendet. Die verschiedenen Betriebsgewerkschaften werden jetzt mit dem Management über die Forderung nach Festeinstellung verhandeln. Am 15. November hatten 550 Leiharbeiter mit dem Streik begonnen und die Produktion zunächste weitgehend lahmgelegt. In den vergangenen Tagen erhöhte Hyundai den Druck, stellte Strafanzeigen und reichte Schadenersatzforderungen gegen die Streikenden ein, die von den Betriebsgewerkschaften nur halbherzig unterstützt wurden.
http://www.rf-news.de/2010/kw49/11.12.10-hyundai-leiharbeiter-beenden-streik-in-ulsan (http://www.rf-news.de/2010/kw49/11.12.10-hyundai-leiharbeiter-beenden-streik-in-ulsan)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: antonov am 23:25:00 Sa. 11.Dezember 2010
man sollte in den firmen dafür sorgen das der leiharbeiteranteil erst gar nicht so stark anwächst und die konzernleitung dazu zwingen leute fest anzustellen

ich hab irgendwie gelesen das in tschechien bei skoda/vw 1000 leiharbeiter neu dazu kommen sollen weil das geschäft so brummt ...
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: admin am 16:50:29 Di. 04.Januar 2011
Zitat
Rebellion der Leiharbeiter

Südkorea: Nach dem bislang längsten Arbeitskampf von prekär Beschäftigten haben bei Hyundai Motors Verhandlungen begonnen

Von Raoul Rigault

Prekäre Arbeitsverhältnisse gelten in Gewerkschaftskreisen inzwischen allgemein als zentrales Problem. Der Schritt von der verbalen Ablehnung zum ernsthaften Widerstand gestaltet sich in der Regel allerdings schwierig. Südkorea lieferte zum Jahresende jedoch den Beweis dafür, daß er selbst aus einer Minderheitsposition heraus möglich ist, und zeigte zugleich Hemmnisse und Spaltungslinien.

Am 15. November 2010 traten 570 der rund zweitausend Leiharbeiter im Hyundai-Motor-Werk in der Industriemetropole Ulsan gut 400 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Seoul in den Streik. Sie legten zunächst drei Fließbänder lahm und forderten ihre reguläre Übernahme durch den größten Autobauer des Landes, der zusammen mit seinem Tochterunternehmen Kia Motors 70 Prozent des heimischen Marktes kontrolliert. Dabei beriefen sie sich auf ein im Juli ergangenes Urteil, wonach mehr als zwei Jahre bei derselben Firma Angestellte als Teil der Kernbelegschaft zu betrachten sind und damit die gleichen Rechte genießen wie ihre Kollegen mit unbefristeten Verträgen. Zwar ging die Unternehmerseite beim Obersten Gerichtshof in Berufung, doch lokale Seouler Richter entschieden im November ähnlich. Trotzdem weigerte sich das Hyundai-Management, dieser Rechtssprechung zu folgen.

Keine Solidarität

Nach einem gescheiterten Räumungsversuch durch Einheiten der Bereitschaftspolizei konzentrierten sich die in einer eigenen Betriebsgruppe des gemäßigten Gewerkschaftsbundes FKTU Organisierten auf die Hauptproduktionslinie und hielten diese trotz weiterer Attacken der »Ordnungskräfte«, Zivilklagen und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen bei beißender Kälte in der ungeheizten Fabrik bis zum 9. Dezember besetzt. Der Konzernvorstand bezifferte den durch Produktionsverluste verursachten Schaden auf rund 315 Milliarden Won (210 Millionen Euro). Knapp 28000 Fahrzeuge konnten nicht gebaut werden. Hyundai Motors erstattete wegen des seiner Ansicht nach illegalen Ausstands Anzeige gegen 419 Beteiligte und will von diesen 16,2 Milliarden Won (10,8 Millionen Euro) Schadenersatz eintreiben. Außerdem leitete die Staatsanwaltschaft gegen 64 mutmaßliche Rädelsführer Strafverfahren ein und erließ Haftbefehle gegen sie.

Erst am 6. Dezember gelang es Technikern, nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, den okkupierten und blockierten Betriebsteil zwischen der automatisierten Lagerhaltung und dem Fließband, das die Lackiererei mit der Hauptmontagelinie verbindet, durch Umbauten zu umgehen. Da die Zahl der Streikenden aufgrund der widrigen Bedingungen und der Lohneinbußen auf 260 gesunken war, wurde die Aktion abgebrochen und Verhandlungen aufgenommen, die noch immer andauern.

Solidarität seitens der Kernbelegschaft blieb den Streikenden weitgehend versagt. Drei Tage nach Beginn des Arbeitskampfes organisierten 600 fest Beschäftigte, Meister und Vorarbeiter eine Kundgebung und verteilten Flugblätter, auf denen sie das sofortige Ende der Besetzung forderten. Die ebenfalls zur gemäßigten FKTU gehörende Betriebsgewerkschaft begann bezeichnenderweise erst zwei Tage vor Streikende eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern über die Frage, ob man sich dem Kampf der Leiharbeiter anschließen solle. Das Ergebnis war ebenso eindeutig wie erschreckend: Nur 20,4 Prozent sprachen sich dafür aus, 77 Prozent verweigerten jegliche Solidarität, die restlichen Stimmzettel waren ungültig. 35867, das heißt, acht von zehn FKTU-Mitgliedern hatten sich an der einwöchigen Stimmabgabe beteiligt.

KCTU eingeschüchtert

Unterstützung erfuhren die Leiharbeiter nur vom konkurrierenden linken Gewerkschaftsbund KCTU und dessen Metallarbeiterverband KMWU, der knapp 140000 Mitglieder vertritt und sich sofort mit der Drohung des Staatsanwaltes konfrontiert sah, im Falle konkreter Solidaritätsaktionen auch gegen ihre Funktionäre Haftbefehle zu erlassen. Sicherlich ein Grund, warum der am 23. November von gut vierhundert KMWU-Delegierten mit Dreiviertelmehrheit beschlossene Plan eines branchenweiten Streiks Anfang Dezember nicht in die Tat umgesetzt wurde.

In der Hauptsache leidet der kämpferische Teil der südkoreanischen Arbeiterbewegung aber unter einer fortschreitenden Entsolidarisierung. So berichtete der Korea Herald, daß sich 2010 weitere 21 Betriebsgewerkschaften mit insgesamt 6280 Mitgliedern von der KCTU getrennt hätten, zwölf davon in der Metallbranche. Der Analyst des Gyeonggi Research Institute, Choi Young-ki, ist der Ansicht, daß sich nach Inkrafttreten des von der rechten Regierung des ehemaligen Hyundai-Chefmanagers und heutigen Staatspräsidenten Lee Myung-bak initiierten Gesetzes zur Neuregelung der industriellen Beziehungen im kommenden Juli »noch mehr Gewerkschaften mit Unterstützung der Arbeitgeber von Hardliner-Dachverbänden lösen werden«.

Dennoch droht dem südkoreanischen Kapital weiter Widerstand der prekären Unterschicht – nicht nur zu Hause: In Vietnam traten kurz vor Weihnachten 24000 Arbeiter in zwei großen südkoreanischen Werken in einen wilden Streik, um höhere Gehälter und längeren Urlaub durchzusetzen. Der Basislohn von 65 US-Dollar im Monat reicht ihnen, auch angesichts einer Inflationsrate von 9,2 Prozent im abgelaufenen Jahr, nicht mehr aus.
http://www.jungewelt.de/2011/01-04/005.php (http://www.jungewelt.de/2011/01-04/005.php)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 21:22:45 Do. 27.Januar 2011
Algerien: Erfolg für ArcelorMittal-Arbeiter

Nach einer Woche Streik haben am Dienstag 540 Kontraktarbeiter beim Stahlkonzern ArcelorMittal im algerischen Annaba diesen beendet. Die Leiharbeiter hatten eine Woche Streikposten vor dem Stahlwerken I und II gestanden mit dem Ziel, ihre Festanstellung durchzusetzen. Das haben sie jetzt laut Gewerkschaft weitgehend erreicht. Im Laufe Jahres sollen schrittweise alle Leiharbeiter von ArcelorMittal übernommen werden. In dem Werk arbeiten insgesamt 6.000 Menschen.

http://www.rf-news.de/2011/kw04/26.01.11-algerien-erfolg-fuer-arcelormittal-arbeiter (http://www.rf-news.de/2011/kw04/26.01.11-algerien-erfolg-fuer-arcelormittal-arbeiter)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 21:25:43 Do. 27.Januar 2011
Griechenland: Zeitarbeiter wollen Übernahme

Am Donnerstag vergangener Woche zogen in Athen mehrere tausend Zeitarbeiter vor den Obersten Gerichtshof und forderten die Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse. Vor dem Gericht ist eine Klage diesbezüglich anhängig. 70.000 Menschen arbeiten in Griechenland in befristeten Arbeitsverhältnissen beim Staat, sie sind besonders von Entlassung bedroht.  Auch diese Woche gibt es Streiks bei Apotheken und bei den Verkehrsbetrieben. Für den 24. Februar hat die Gewerkschaft des Privatsektors GSEE einen 24-Stundenstreik gegen das Krisenprogramm angekündigt.

http://www.rf-news.de/2011/kw04/25.01.11-griechenland-zeitarbeiter-fordern-uebernahme (http://www.rf-news.de/2011/kw04/25.01.11-griechenland-zeitarbeiter-fordern-uebernahme)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 13:10:48 Fr. 05.August 2011
Finnland: Stahlarbeiter streiken für Leiharbeiter

Vergangenen Freitag gab es in dem finnischen Stahlwerk Rautaruuki einen eintägigen Streik gegen die miesen Arbeitsbedingungen von polnischen Arbeitern der deutschen Kontraktfirma Beroa. Nach Aussagen der finnischen Baugewerkschaft erhalten die polnischen Leiharbeiter nur 3 bis 4 Euro die Stunde und sollen 11 Stunden an sieben Tagen in der Woche arbeiten. Sie werden zu Reparaturarbeiten am Hochofen eingesetzt. Dabei ist gesetzlich festgelegt, dass sie mindesten 15 Euro pro Stunde erhalten.  Donnerstag und Freitag dieser Woche streikte erneut die Mehrheit der 2.400 Beschäftigten im Stahlwerk. Rautaruuki bezeichnete den Streik als illegal.

http://www.rf-news.de/2011/kw31/04.08.11-streiks-im-finnischen-stahlwerk-rautaruuki-gegen-billigloehne (http://www.rf-news.de/2011/kw31/04.08.11-streiks-im-finnischen-stahlwerk-rautaruuki-gegen-billigloehne)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 15:21:26 Fr. 05.August 2011
Den gleichen Artikel wollt ich auch grad hier einführen!RF news ist immer recht informativ

www.rf-news.de (http://www.rf-news.de)


Titel: Leiharbeiterkämpfe in Indonesien
Beitrag von: Kuddel am 19:57:44 Mi. 28.September 2011
Zitat
Arbeiter-Amok    

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/rusuh-nexus7400.jpg)
Batam: An die 700 Arbeiter bei der Schiffswerft PT Nexus Engineering Indonesia schlugen Wachleute zusammen und fackelten die Wachhäuser ab. Anlaß war, daß ein Wachmann einen Arbeiter schlug, der nicht auf dem richtigen Weg gegangen war. Das erboste seine Kollegen so sehr, daß es zu einer Schlägerei kam und die Wachleute überwältigt wurden. Wie sich später herausstellte, ist der Wachmann ein Soldat, der sich was nebenbei verdiente. Die Arbeiter - alle bei einer Leihfirma beschäftigt - waren schon lange über das arrogante Verhalten der Security sauer und verlangen das komplette Auswechseln der Wachmannschaft. Die Werft wurde für heute geschlossen. Sie beschäftigt etwa 5000 Leute, die meisten über verschiedene Leihfirmen.
http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell7400.html (http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell7400.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 20:07:12 Sa. 15.Oktober 2011
Heute in Rom:

(http://d1.stern.de/bilder/stern_5/panorama/2011/KW41/occupy/occupy_18_maxsize_735_490.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 14:59:15 So. 04.März 2012
In Indien gab es einen Genralstreik mit 100.000.000 (!) Teilnehmern. Dabei ging es auch um die Leiharbeit.

Zitat
Die Demonstranten forderten mit ihrem Generalstreik einen landesweiten Mindestlohn sowie unbefristetet Verträge für mehr als 50 Millionen Zeitarbeiter. Zudem forderten sie die Möglichkeiten der Arbeitgeber einzuschränken, das geltende Arbeitsrecht zu beschneiden.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/generalstreik-in-indien-millionen-arbeitnehmer-legen-oeffentliches-leben-lahm-1.1295727 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/generalstreik-in-indien-millionen-arbeitnehmer-legen-oeffentliches-leben-lahm-1.1295727)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 13:21:46 Mi. 07.März 2012
Zitat
Demonstrationen gegen Zeitarbeitsfirmen in Südafrika

In Südafrika werden heute landesweit zehntausende Teilnehmer zu Demonstrationen gegen Leiharbeit erwartet. Die größte Gewerkschaft Cosatu fordert von der Regierung, Zeitarbeitsfirmen zu verbieten. Zur Begründung heißt es, diese hielten die Unternehmen davon ab, sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen. Die Proteste richten sich auch gegen eine geplante Maut, mit der der Straßenausbau in der Region Johannesburg finanziert werden soll.

http://www.dradio.de/nachrichten/ (http://www.dradio.de/nachrichten/)  Mittwoch, 07. März 2012 13:00 Uhr
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 20:24:06 Mi. 18.Juli 2012
Zitat
Indonesien    
Gegen Leiharbeit
   

Indramayu, Jawa: Hunderte Arbeiter der Pertamina (staatseigener Ölkonzern) streikten und blockierten die wichtige Straße nach Jakarta. Sie fordern das Ende von Leiharbeit bzw. "Outsourcing".
(detiknews, 18.6.12)
http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell7780.html (http://www.umwaelzung.de/aarchiv/aaktuell7780.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:26:16 Mi. 08.August 2012
Indonesien:

Jakarta: Ca. 200 folgten dem Aufruf der Gewerkschaftsallianz Kongreß Alianasi Serikat Buruh (KASPI) und demonstrierten beim Arbeitsministerium für die Abschaffung von befristeten Arbeitsverträgen und Leiharbeit. (detiknews, 17.7.2012)
Bekasi: Ca. 1000 Gewerkschafter (Serikat Pekerja Seluruh Indonesia, Konfederasi Serikat Pekerja Seluruh Indonesia) demonstrierten gegen Outsourcing und prekäre Arbeitsverträge und für höhere Löhne. (kompas, 18.7.2012)   

Sidoarjo (bei Surabaya): Hunderte Arbeiter der PT Surya Dave Plastik sind seit Montag im Streik. Weil sie das Fabriktor besetzt halten, gibt es keine Produktion. Sie fordern die Festeinstellung aller Leiharbeiter und die Bezahlung und Wiedereinstellung zweier Wachleute.
(Media Indonesia, 25.7.12)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:18:16 Fr. 12.Oktober 2012
Philippinen
Gegen Leih- und Zeitarbeit: Bündnis


Zum ersten Mal seit langen Jahren haben sich alle wesentlichen Gewerkschaftsorganisationen der Philippinen in einem Bündnis zusammengeschlossen: Gegen Vertragsarbeit, für Lohnerhöhung. Der Artikel "Labor alliance against contractualization for a meaningful wage hike formed" von MARYA SALAMAT am 20. September 2012 bei Bulatlat.
http://bulatlat.com/main/2012/09/20/labor-alliance-against-contractualization-for-a-meaningful-wage-hike-formed/ (http://bulatlat.com/main/2012/09/20/labor-alliance-against-contractualization-for-a-meaningful-wage-hike-formed/)


Siehe dazu auch: "PALEA vows “Never again outsourcing” on its 66th anniversary" - die Gewerkschaft der Beschäftigten der Philippine Airlines bekräftigt ihre grundsätzliche Ablehnung von outsourcing - am 21. September 2012 bei Europe Solidaire dokumentiert.
http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article26578 (http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article26578)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 18:10:44 Sa. 27.Oktober 2012
Zitat
Protestaktion bei Hyundai
Koreaner besetzen Strommast

Zwei frühere Hyundai-Mitarbeiter nehmen es mit dem fünftgrößten Autolkonzern der Welt auf: Am Standort Ulsan, 400 Kilometer südöstlich der südkoreanische Hauptstadt Seoul, sieht sich Hyundai mit einer lebensgefährlichen Protestaktion konfrontiert. Der Konzern steuert derweil neue Rekordzahlen an.


(http://www.n-tv.de/img/75/7569231/Img_17_6_670_2012-10-18T091923Z-01-SEO02-RTRMDNP-3-KOREA.JPG5334862276065995224.jpg)

Während der Konzern seine Absatzzahlen weiter zu steigern versucht, nehmen die Proteste gegen die dauerhafte Beschäftigung von Leiharbeitern in der Automobilindustrie zum Teil groteske Formen an: Um ihren Forderungen nach Umwandlung der befristeten Verträge in dauerhafte Anstellungsverhältnisse Nachdruck zu verleihen, halten derzeit zwei ehemalige Hyundai-Mitarbeiter einen werkseigenen Hochspannungsmast besetzt.

Choi Byung Seung und Chun Ui Bong harren bereits seit einer vollen Woche in einer Höhe von rund 45 Metern auf selbstgebastelten Plattformen aus. Ihre rote Protestfahne ist weithin zu sehen. Mit jedem Tag ihres ungewöhnlichen Aufenthalts ziehen die beiden Arbeitsnehmervertreter mehr Medieninteresse auf sich. Zuletzt kündigten die beiden an, sie würden erst wieder herabsteigen, wenn Hyundai die Verträge tausender Leiharbeiter in feste Verträge umwandle.

(http://www.n-tv.de/img/75/7569536/O_1000_680_680_37pe3133.jpg5536941708671715870.jpg)

Choi sagte, er habe jahrelang versucht, dieses Ziel vor Gerichten zu erreichen und sich bei Politikern beschwert. Nun sei es Zeit für "drastischere Schritte". Bei Hyundai, dem fünftgrößten Autohersteller der Welt, arbeiten 7000 Menschen in Leiharbeit, die schlechter bezahlt werden und weniger Rechte haben als Festangestellte. Das Arbeitsministerium hatte dies scharf kritisiert; Hyundai verpflichtete sich daraufhin, 3000 der Leiharbeiter bis 2016 einen festen Vertrag zu geben

Auch Choi und Chun waren als Zeitarbeiter bei Hyundai angestellt. Choi war entlassen worden, nachdem er 2005 an einem Streik für die Festanstellung von Leiharbeitern teilgenommen hatte.

Auf dem Strommast werden die Männer von Gewerkschaftern mit Lebensmitteln und Getränken versorgt. Dringliche Bedürfnisse verrichten sie in Plastiktüten.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Gewerkschafter-besetzen-Strommast-article7569551.html (http://www.n-tv.de/wirtschaft/Gewerkschafter-besetzen-Strommast-article7569551.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:22:35 Mo. 10.Dezember 2012
Indonesien
Jakarta: 2500 Arbeiter demonstrierten gegen Leiharbeit. Sie zogen zuerst zur südkoreanischen, dann zur japanischen Botschaft um gegen die Beschäftigung von Leiharbeitern bei Samsung und Toyota zu protestieren. Eigentlich gibt es neue Verordnungen dees Arbeitsministeriums, die Leiharbeit nur noch im Bereich Reinigung, Security, Catering etc und in der Öl- und Gasindustrie und im Bergbau erlaubt. Daneben protestierten sie gegen Verhaftungen von zwei Gewerkschaftern, die in Ostjawa Demos zum Mindestlohn organisiert haben.

Quelle: detiknews, Jakarta Globe, 5.12.12
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 05:51:02 Do. 02.Mai 2013
Zitat
In Indonesien, dem viertbevölkerungsreichsten Land der Welt, forderten Zehntausende Arbeiter höhere Löhne und ein Ende der Auslagerung von Arbeitsplätzen an Leiharbeiter. Einige protestierten auch gegen einen Plan der Regierung, Treibstoff nicht mehr zu bezuschussen, was die Lebenserhaltungskosten der schlecht bezahlten Arbeiter - sie verdienen im Durchschnitt rund 90 Euro pro Monat - deutlich erhöhen könnte.

Auf den Philippinen marschierten rund 8000 Arbeiter durch die Hauptstadt Manila und verlangten von der Industrie feste Jobs anstatt Vertragsarbeit und höhere Gehälter. Einige versammelten sich vor der US-Botschaft und steckten ein Bild in Brand, das Präsident Benigno Aquino III als Lakai von US-Präsident Barack Obama zeigt.

Zu Protesten von Billiglohnarbeitern kam es am 1. Mai unter anderem auch in Taiwan und Kambodscha. In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh verlangten 5000 Textilarbeiter eine deutliche Aufstockung ihrer Löhne von derzeit rund 60 Euro im Monat. In Taiwan gingen 10 000 Arbeiter auf die Straße und protestierten unter anderem gegen einen Plan der Regierung, der Einschnitte bei den Rentenzahlungen vorsieht. Sie warfen der Regierung vor, auf Kosten der Arbeiter das Wirtschaftswachstum vorantreiben zu wollen.
http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/2789980/-das-nennt-sich-sklavenarbeit-.html (http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/2789980/-das-nennt-sich-sklavenarbeit-.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 16:35:38 Do. 09.Mai 2013
Zitat
Breite Proteste gegen Leiharbeit in der Türkei

In einer zum 1. Mai herausgegebenen Extra-Ausgabe der Zeitschrift "Türkei aktuell" wird dazu Folgendes berichtet:


"In der Türkei arbeiten rund 1,7 Millionen Menschen bei Zeit- bzw. Leiharbeitsfirmen. Rund zwei Drittel von ihnen sind in Betrieben des öffentlichen Dienstes beschäftigt. Dabei betrug die Zahl der Leiharbeiter im öffentlichen Dienst zu Beginn der Amtszeit der AKP-Regierung im Jahre 2002 rund 15.000.

Die große Mehrheit der Leiharbeiter bekommt lediglich den Mindestlohn von umgerechnet 350 Euro. Die Zahl von Leiharbeiter, die nach mehrmonatiger Beschäftigung aufgrund fehlender gesetzlicher Schutzbestimmungen ohne Lohn und Abfindung auf die Straße gesetzt werden, geht in die Zigtausende. Auch die Ansprüche auf zusätzliche Sozialleistungen, Urlaub etc. sind für sie Fremdwörter.

Das Arbeitsministerium wird demnächst einen Gesetzentwurf ins Parlament einbringen, mit dem die rechtlichen Rahmenbedingungen der Leiharbeit geregelt werden soll. Nach Angaben von Gewerkschaften dient der Gesetzentwurf nach seiner jetzigen Form lediglich dazu, das Land als ein Paradies für Zeit- bzw. Leiharbeitsfirmen weiter auszubauen. ...

Der Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums stellt den Leiharbeitern in Aussicht, in Gewerkschaften eintreten zu dürfen. Bis heute hatten sie keinen Rechtsanspruch darauf. Allerdings ändere diese Regelung nichts am arbeiterfeindlichen Charakter des Gesetzentwurfs, kritisierte die Generalsekretärin des Gewerkschaftsbunds DISK, Arzu Cerkezoglu. ...

In den Reihen der Gewerkschaften hat sich in den letzten Monaten Widerstand formiert. So nahmen Ende März in Izmir rund 10.000 Arbeiter an einer Demonstration teil. In zahlreichen Betrieben wurden gewerkschaftsübergreifende Arbeitsgruppen gebildet, die Proteste gegen Leiharbeit organisierten.
http://www.rf-news.de/2013/kw18/breite-proteste-gegen-leiharbeit-in-der-tuerkei (http://www.rf-news.de/2013/kw18/breite-proteste-gegen-leiharbeit-in-der-tuerkei)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 20:22:02 Sa. 15.Juni 2013
Indonesien

Zitat
Streik gegen Leiharbeit    

Tanjungmorawa, Nordsumatra: Hunderte ArbeiterInnen der Holzfabrik PT Starindo Prima streiken. Sie fordern die Festeinstellung aller Beschäftigten.
Sumut Pos, 4.6.13
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:49:34 Do. 12.September 2013
Südkorea

Zitat
Protest bei Hyundai    

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/Hope-Hyundai8280.jpg)

3000 Leute aus dem ganzen Land demonstrierten zusammen mit 2000 aus der Region vor dem Hyundai-Werk in Ulsan. Dort halten zwei Aktivisten der Zeitarbeiter-Gewerkschaft von Hyundai  seit dem 17.10.2012 einen Hochspannungsmast besetzt. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit Riot-Polizei und von Hyundai angeheuerter Security.
Quelle: CINA, 21.7.13
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:09:15 Mo. 26.Januar 2015
Prekäre und Feste    

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/Schularbeiter8820.jpg)
[Beschäftigte der Schulen]

Die 350 festangestellten Techniker von Cable and More in Seoul haben sich dem Protest von Leiharbeitern angeschlossen, die seit einigen Tagen ein Protestcamp in der Stadtmitte aufrechterhalten. Die Leiharbeiter haben ihren Job verloren, nachdem der Kabelbetreiber die Leihfirma gewechselt hat. Die Leiharbeiter haben ihre eigene Gewerkschaft, die ist aber mithilfe der Gewerkschaft der Festangestellten aufgebaut worden. Diese streiken nicht nur aus Solidarität, sondern weil sie befürchten, daß es ihnen genauso gehen kann. (The Hankyoreh)

Etwa 20 000 Zeitarbeiter, die in Schulen in den Kantinen, als Hausmeister/ Reinigungskräfte oder als Englischlehrer arbeiten, streiken für 2 Tage. Sie verlangen die gleichen Bedingungen wie die Festangestellten. Das betrifft vor allem eine Essenszulage und die Lohnzahlung auch während der Ferien. (The Korea Herald) (Nov 2014)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:58:31 Fr. 29.Juli 2016
Philippinen    
   Leiharbeiterstreik
   

Calamba City, Laguna: Mehr als 400 Arbeiter der Seilfabrik Manila Cordage Company - Manco Synthetics sind seit dem 4. Mai im Streik. Sie sind Leiharbeiter von der Alternative Network Resources und der Work Trusted Cooperative und verlangen die Festeinstellung bei der Fabrik. Während Neueingestellte nach 10 Monaten einen festen Vertrag kriegen, gibt es für sie nur 5-Monatsverträge. Sie verdienen 315 Peso (6 €) am Tag; Schutzkleidung wird ihnen davon abgezogen. Außerdem haben sie herausgefunden, dass die Sklavenhändler nicht alle Sozialbeiträge abführen.

Quelle: Inquirer.net, 25.5.16
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:49:58 Fr. 09.September 2016
Philippinen
Streik gegen Leiharbeit    


Batangas City, Southern Tagalog: 80 Sackträger der Soro-Soro Ibaba Development Cooperative (Futtermittel) sind in Streik getreten. Sie wehrten sich erst gegen die Entlassung eines Kollegen, der die Missstände angeprangert hat; jetzt sind sie alle "entlassen". Sie arbeiten schon lange (bis zu 31 Jahre) in der Fabrik, sind aber Leiharbeiter. Das waren sie nicht immer, erst 2009 wurden sie von der DCMM "übernommen", die einem Dorfchef gehört. Sie schleppen 300 bis 400 Säcke mit dem Gewicht von bis zu 90 kg für einen Lohn von 340 bis 380 Peso (7,20 €) am Tag. Krankenversorgung gibt es für sie nicht; Arbeitskleidung etc. wird ihnen vom Lohn abgezogen.
Calamba, Laguna: Gestreikt wird auch bei der Renaissance Food Corporation (Kekse). Da geht es um überlange Arbeitszeiten, Unfallversicherung und den Aufbau einer Gewerkschaft im Betrieb.

Quelle: Inquirer News, Bulatlat, Altermidya, 13.6.16
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Fritz Linow am 13:31:16 Fr. 28.Oktober 2016
Ein schönes Urteil:

Zitat
Keine Verhältnisse wie beim DGB: In Indien urteilt der Oberste Gerichtshof, Zeitarbeiter müssen denselben Lohn erhalten!

Am 26. Oktober entschied der Oberste Gerichtshof Indiens eine Revisionsklage von Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den Bundesstaaten Punjab und Haryana – die dortigen Landesgerichte hatten die Klage auf „Gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ abgelehnt: Diese Urteil hat der Oberste Gerichtshof nunmehr für unzutreffend erklärt. Da Indien internationale Konventionen unterzeichnet habe, die auf Anti-Diskriminierung in der Wirtschaft abzielten, müsse dies auch getan werden – da niemand davon ausgehen könne, dass irgend jemand freiwillig für weniger Lohn arbeite als andere, die dieselbe Arbeit tun...
http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitsbedingungen-indien/keine-verhaeltnisse-wie-beim-dgb-in-indien-urteilt-der-oberste-gerichtshof-zeitarbeiter-muessen-denselben-lohn-erhalten/ (http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitsbedingungen-indien/keine-verhaeltnisse-wie-beim-dgb-in-indien-urteilt-der-oberste-gerichtshof-zeitarbeiter-muessen-denselben-lohn-erhalten/)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 13:48:13 Do. 02.März 2017
Zitat
Proteste in China
Leiharbeiter setzen VW unter Druck

In China hat VW mit dem wachsenden Frust von Leiharbeitern zu kämpfen. In den vergangenen Tagen gingen am Standort in Changchun mehr als 500 Arbeiter auf die Straße. Sie fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit - und drohen mit Klagen.


Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die mehr als 1000 Leiharbeiter bei VW-FAW fühlen sich ungerecht behandelt. Die beiden in einem Joint Venture zusammengeschlossenen Konzerne betreiben in Changchun im Norden Chinas ein riesiges Werk, unter anderem werden hier die VW-Modelle Golf und Jetta sowie Audi A6 produziert. "Niemand hat mich in meinem Leben so sehr verletzt wie FAW-VW", heißt es in einem Song, den einer der Leiharbeiter geschrieben und ins Netz gestellt hat. "Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Das ist ein Märchen."

Musikalischer Protest reicht den Leiharbeitern nun jedoch nicht mehr. Anfang der Woche gingen nach Angaben von Aktivisten mehr als 500 Arbeiter in Jilin bei Changchun auf die Straße. Sie zogen vor das Gebäude eines Schiedsgerichts, dem sie Untätigkeit vorwerfen. Im Netz kursieren Fotos der Aktion. Solche Proteste sind im autoritär regierten China selten, wenn auch nichts komplett Neues.

Vorwurf: Seit Jahren schlechtergestellt

Landesweit kommt es immer wieder zu Protestaktionen von Arbeitern, die sich ungerecht behandelt fühlen. In den staatlichen Medien werden entsprechende Aufmärsche und Aktionen fast immer totgeschwiegen. So auch in diesem Fall. Konkret werfen die Leiharbeiter VW-FAW vor, sie seit Jahren deutlich schlechter als die Stammbelegschaft zu bezahlen.

Das sind Forderungen, die es schon seit Jahren gebe, sagt Keegan Elmer vom "China Labour Bulletin", einer nichtstaatlichen Organisation mit Sitz in Hongkong, die sich für Arbeitnehmerrechte in China einsetzt. Elmer fordert: VW muss sich dringend mit den Wortführern der Leiharbeiter zusammensetzen und verhandeln.

Für Volkswagen ist die Angelegenheit delikat. Denn einerseits ist der Vertragspartner der Leiharbeiter-Firma nicht VW, sondern der Joint-Venture-Partner, also der chinesische Staatskonzern FAW.

Andererseits fühle man sich mitverantwortlich für die Anliegen der Leiharbeiter, betont man in der chinesischen Volkswagen-Zentrale in Peking. Man suche aktiv den Dialog mit den Protestierenden. Das offizielle Statement zu den Protesten allerdings ist allgemein und bürokratisch gehalten: "Die Volkswagen Group China kümmert sich um alle Mitarbeiter der chinesischen Belegschaft und wird sich mit jeder mitarbeiterbezogenen Frage ernsthaft beschäftigen."

Arbeiter drohen mit Klage

Die protestierenden Leiharbeiter drohen inzwischen damit, VW-FAW zu verklagen. Offen sprechen darüber wollte mit dem ARD-Hörfunk Shanghai keiner der Beteiligten. Zu groß ist die Sorge vor Jobverlust oder staatlichen Repressionen. Über den chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo macht sich ein Leiharbeiter aber wie folgt Luft: "Ich bin traurig und niedergeschlagen. Ich schwöre, dass ich bis zum Ende gegen FAW-VW kämpfen werde." 

"Wenn es vor Gericht geht, wird es ein langer und teurer Kampf für die Arbeiter", sagt Keegan Elmer von der Hongkonger Arbeiterrechte-NGO. Im Moment sieht es so aus, dass die nordchinesischen Protestierer bereit sind, diesen Weg zu gehen.
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 11:13:29 So. 25.Juni 2017
Zitat
(http://www.keeptalkinggreece.com/wp-content/uploads/2017/06/municipality-workers-1.jpg)
Athen 21.6.2017 Mülllarbeiter stürmen Innenministerium

Die Müllberge auf Athens Straßen werden stetig höher. An einigen Stellen zieht bereits ein unangenehmer Geruch durch die Metropole. Hintergrund ist ein seit Montag anhaltender Streik der Mitarbeiter der Stadtreinigung. Sie kämpfen darum, dass Angestellte mit Zeitverträgen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Vom Ausstand sind auch andere Gemeinden in Griechenland betroffen.  Vorangegangen war eine Entscheidung des Rechnungshofes. Er hat die normalerweise übliche Verlängerung der Zeitverträge als verfassungswidrig eingestuft. Innenminister Panos Skourletis hat bereits signalisiert, dass die betroffenen Mitarbeiter nun verbeamtet werden sollen.
https://www.griechenland.net/nachrichten/politik/21959-streik-der-kommunallangestellten-auf-den-stra%C3%9Fen-t%C3%BCrmt-sich-der-m%C3%BCll (https://www.griechenland.net/nachrichten/politik/21959-streik-der-kommunallangestellten-auf-den-stra%C3%9Fen-t%C3%BCrmt-sich-der-m%C3%BCll)

Der Streik findet auch an anderen Orten statt und – er findet überhaupt – trotz der Versicherung des Ministers – statt, weil die Übernahme schon mehrfach versprochen worden war (die EU aber hat auch für Einstellungen im öffentlichen Dienst eine Obergrenze diktiert). Zu diesem Bericht gehört auch eine kleine Fotodokumentation über Solidaritätsaktionen der Gewerkschaft der Kommunalbeschäftigten. Siehe dazu weitere aktuelle Beiträge:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=hEWCgqgehWI#)

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=HZBvvfmF9Ig#)

http://greece.greekreporter.com/2017/06/22/municipal-sanitation-employees-extend-labor-action-until-june-29/ (http://greece.greekreporter.com/2017/06/22/municipal-sanitation-employees-extend-labor-action-until-june-29/)

http://www.keeptalkinggreece.com/2017/06/22/municipality-workers-protest-greece/ (http://www.keeptalkinggreece.com/2017/06/22/municipality-workers-protest-greece/)



Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 21:13:06 Di. 27.Juni 2017
(https://abload.de/img/solidaimlerqruao.jpg) (http://abload.de/image.php?img=solidaimlerqruao.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 13:28:16 Mi. 28.Juni 2017
(https://chefduzen.de/leihkeule/leihkeule_soliyez9e.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nikita am 23:19:52 Mi. 28.Juni 2017
VW China duldet illegale Leiharbeit – Arbeiter in Jilin streiken – Solidarität ist angezeigt!

http://www.labournet.de/?p=112622 (http://www.labournet.de/?p=112622)

VW-Leiharbeiter protestieren gegen ungleiche Bezahlung

http://www.deutschlandfunk.de/china-vw-leiharbeiter-protestieren-gegen-ungleiche-bezahlung.1773.de.html?dram:article_id=380251 (http://www.deutschlandfunk.de/china-vw-leiharbeiter-protestieren-gegen-ungleiche-bezahlung.1773.de.html?dram:article_id=380251)

Zitat
Als hätte Volkswagen nicht schon genügend Probleme: Ausgerechnet in China, auf dem wichtigsten Absatzmarkt für VW, machen protestierende Leiharbeiter dem Konzern mächtig Ärger. Sie fordern die gleiche Bezahlung wie die Stammbelegschaft. Volkswagen erklärte, man suche den Dialog.
...


Zitat
Proteste in China Leiharbeiter setzen VW unter Druck

Stand: 02.03.2017 04:47 Uhr

In China hat VW mit dem wachsenden Frust von Leiharbeitern zu kämpfen. In den vergangenen Tagen gingen am Standort in Changchun mehr als 500 Arbeiter auf die Straße. Sie fordern gleiches Geld für gleiche Arbeit - und drohen mit Klagen.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Die mehr als 1000 Leiharbeiter bei VW-FAW fühlen sich ungerecht behandelt. Die beiden in einem Joint Venture zusammengeschlossenen Konzerne betreiben in Changchun im Norden Chinas ein riesiges Werk, unter anderem werden hier die VW-Modelle Golf und Jetta sowie Audi A6 produziert. "Niemand hat mich in meinem Leben so sehr verletzt wie FAW-VW", heißt es in einem Song, den einer der Leiharbeiter geschrieben und ins Netz gestellt hat. "Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Das ist ein Märchen."

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-leiharbeiter-proteste-china-101.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 19:33:07 Mi. 05.Juli 2017
In Südkorea ist das Thema Leiharbeit im Fokus.
Es haben die größten Demonstrationen seit langem stattgefunden und der Kampf gegen prekäre Lebensbedingungen steht im Mittelpunkt.
Die Lebensbedingungen der Erwerbslosen sollen verbessert werden, eine erhebliche Erhöhung des Mindestlohns wird gefordert und ein Verbot der Leiharbeit. Die Großdemonstrationen wurden von kleineren Streiks begleitet.

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=X9PhjG0eA3M#)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 21:32:32 Do. 06.Juli 2017
(https://abload.de/img/igl_soli_rlsuf.jpg) (http://abload.de/image.php?img=igl_soli_rlsuf.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 20:42:14 So. 09.Juli 2017
(https://abload.de/img/img_4037wso3s.jpg) (http://abload.de/image.php?img=img_4037wso3s.jpg)

(https://abload.de/img/fullsizerender4lq82.jpg) (http://abload.de/image.php?img=fullsizerender4lq82.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 15:11:49 Do. 13.Juli 2017
Über die von chefduzen organisierte Soliaktion für inhaftierte Leiharbeiter des chinesischen FAW-VW Werks in Changchun wird nun auch
in China berichtet. (http://globalmon.org.hk/zh-hant/content/%E3%80%90%E5%9C%8B%E9%9A%9B%E5%9C%98%E7%B5%90%E3%80%91%E5%BE%B7%E5%9C%8B%E5%B7%A5%E4%BA%BA%E6%96%BCg20%E7%9A%84%E7%A4%BA%E5%A8%81%E4%B8%AD%E6%94%AF%E6%8C%81%E9%95%B7%E6%98%A5%E4%B8%80%E6%B1%BD%E5%A4%A7%E7%9C%BE%E6%B4%BE%E9%81%A3%E5%B7%A5%E7%88%AD%E5%8F%96%E5%90%8C%E5%B7%A5%E5%90%8C%E9%85%AC)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 10:24:17 Mo. 17.Juli 2017
Metallgewerkschaft mobilisierte erfolgreich:
Südafrikanisches Gericht bestätigt Verbot von Leiharbeit, die länger als 3 Monate dauert


Die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA - Kern eines neuen unabhängigen GewerkschaftsbundesNach einer längeren Kampagne hat die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA vor Gericht einen Erfolg erzielt, den sie weiter auszubauen gedenkt: Der Labour Appeals Court  (LAC) – eine Art höchstinstanzliche Berufungskommission der Arbeitsgerichtsbarkeit, deren Mitglieder unter anderem vom Staatspräsidenten ernannt werden – behandelte den Fall des Zeitarbeit-Unternehmens Assign Services, das einen eigenen Weg zur Umgehung der gesetzlichen Bestimmungen gefunden hatte. Da das Gesetz in Südafrika eine dreimonatige Obergrenze für Leiharbeit vorsieht, hatte das Unternehmen das Konstrukt „doppelte Beschäftigung“ entwickelt, demzufolge die Leiharbeiter sowohl bei ihm, als auch beim ausleihenden Unternehmen gleichzeitig beschäftigt seien – was der LAC nunmehr als ungesetzlich beurteilt hat und entsprechende Konsequenzen angeordnet. In dem Artikel „LAC contract workers ruling a victory for workers, says Jim“ am 15. Juli 2017 bei The Citizen externer Link wird der Generalsekretär der NUMSA, Irving Jim, mit seiner Aussage auf der anschließenden Pressekonferenz zitiert, dieses Urteil sei ein Sieg der ArbeiterInnen. Die NUMSA hatte den Gang zur Justiz mit einer massiven Kampagne begleitet, in der deutlich gemacht wurde, dass solcherart Konstruktionen das Gesetz umgehen – ein Gesetz, das die NUMSA bekämpft, weil sie grundsätzlich für das Verbot der Leiharbeit eintritt – und dass dies geschieht, weil eben dieses Leiharbeitsgesetz überhaupt erst die Möglichkeit eröffne, die zulässige Periode illegal zu verlängern…

http://www.labournet.de/?p=118912 (http://www.labournet.de/?p=118912)
http://citizen.co.za/news/news-national/1574710/lac-contract-workers-ruling-a-victory-for-workers-says-jim/ (http://citizen.co.za/news/news-national/1574710/lac-contract-workers-ruling-a-victory-for-workers-says-jim/)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 14:27:06 Di. 18.Juli 2017
Es ist in Deutschland bekannt, daß in China das Internet intensiv zensiert wird.

Trotz allem wird dort im Netz politisch diskutiert und es werden Infos verbreitet, die der Staat am liebsten unterbinden würde.

WeChat ist mit WhatsApp zu vergleichen und hat durchschnittlich über 762 Millionen tägliche Nutzer.

Weibo ist ein chinesisches System des Microbloggings und ist unter den sozialen Medien ebenfalls sehr populär mit 340 Millionen registrierten Benutzern, von denen täglich 154 Mio. eigene Nachrichten veröffentlichen. Es iste eine Mischung aus Twitter und facebook.

Die Nachrichten über die Solidarität aus Deutschland für die kämpfenden Leiharbeiter bei FAW-Volkswagen in Changchun wurden in diesen Medien verbreitet. Hier ein paar Screenshots von den Kurzmeldungen:

WeChat:
(https://abload.de/img/wechatimg141499939996x1lpn.jpg) (http://abload.de/image.php?img=wechatimg141499939996x1lpn.jpg) (https://abload.de/img/wechatimg151499939996d6l9e.jpg) (http://abload.de/image.php?img=wechatimg151499939996d6l9e.jpg)

Weibo:
(https://abload.de/img/vwgpinweibo-2qhxhd.png) (http://abload.de/image.php?img=vwgpinweibo-2qhxhd.png)

Die Wogen schlagen unerwartet hoch und die Infos werden weiterverbreitet. Hier ein paar übersetzte Kommentierungen:

(https://abload.de/img/weiboreply1-2b6a8q.jpg) (http://abload.de/image.php?img=weiboreply1-2b6a8q.jpg)

(https://abload.de/img/weiboreply2-1s8z6v.jpg) (http://abload.de/image.php?img=weiboreply2-1s8z6v.jpg)

Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 11:00:31 Do. 20.Juli 2017
Das Transparent in der Großdemo:

(https://abload.de/img/img_6228jlstuwsruq.jpg) (http://abload.de/image.php?img=img_6228jlstuwsruq.jpg)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 20:05:47 Do. 20.Juli 2017
Die Leiharbeiter aus dem Norden Chinas haben sich nun bemüht, über das soziale Netzwerk, in dem sie von der Solidarität in Deutschland erfahren haben, Kontakt zu solidarischen Kollegen im Heimatland von Volkswagen zu suchen. Sie erhoffen sich Unterstützung vom Betriebsrat bei VW und bitten ihn um Vermittlung in dieser Auseinandersetzung:

(https://abload.de/img/006baovjly1fho6ml9e87ppy0.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=006baovjly1fho6ml9e87ppy0.jpeg)

(https://abload.de/img/006baovjly1fho6mjs3r9ipi9.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=006baovjly1fho6mjs3r9ipi9.jpeg)

Die Übersetzungen könnten mit Hilfe einer Übersetzungssoftware erstellt worden sein, doch der Inhalt ist zu verstehen.
Da das gescannte Schreiben ein wenig unscharf ist, habe ich eine geglättete Übersetzung hier eingefügt:

Zitat
Schlichtungsantrag der LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen (Changchun, China)

Sehr geehrter Europäischer Konzernbetriebsrat, sehr geehrter Weltkonzernbetriebsrat, sehr geehrte Konzernleitung von Volkswagen,

Wir sind LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen in Changchun, China. Seit langer Zeit werden LeiharbeiterInnen bei FAW-Volkswagen schonungslos ausgebeutet. Der Lohnunterschied zwischen uns und den bei FAW-Volkswagen fest angestellten ArbeiterInnen ist enorm groß.

Um unsere legitimen Ansprüche zu wahren, haben wir uns als LeiharbeiterInnen organisiert und begonnen für unsere Rechte zu kämpfen.

Unser Anliegen traf jedoch auf zahlreiche Schwierigkeiten. FAW-Volkswagen hat unsere angemessenen und legitimen Forderungen von Anfang an weder anerkannt noch darauf reagiert, sondern sich stattdessen abscheulich verhalten! Zudem hat FAW-Volkswagen im Verlauf der Auseinandersetzung von schmutzigen Tricks Gebrauch gemacht und mit den zuständigen Regierungsbehörden dafür gesorgt, dass unsere Vertreter auf Basis von falschen und erfundenen Vorwürfen verhaftet werden.

Fu Tianbo, einer unserer Vertreter, befindet sich wegen des Verdachts auf „Aufruf zur Versammlung und Störung öffentlicher Ordnung“ bereits seit zwei Monaten in polizeilichem Gewahrsam! Ai Zhenyu und Wang Shuai, zwei weitere Vertreter, wurden von der Polizei sieben Tage lang festgehalten und mittlerweile wieder freigelassen.

Unsere Anwälte haben FAW-Volkswagen am 29. Juni 2017 ihre Rechtsauffassung übermittelt. Dabei wurde das Unternehmen aufgefordert, uns für die entgangenen Löhne bei gleicher Arbeit zu entschädigen, weitere entsprechende Kompensationszahlungen zu tätigen und uns innerhalb von zehn Werktagen zu antworten. Bis dato haben wir jedoch keine Antwort erhalten, was zu einem Scheitern der Schlichtungsbemühungen zwischen den beiden Parteien führte.

Das Verhalten von FAW-Volkswagen stellt eine schwerwiegende Verletzung der in China bestehenden Gesetze und Verordnungen dar! Darüber hinaus verstößt das Verhalten gegen zahlreiche Grundsätze und Inhalte der „Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern“.

Wir alle, die bei FAW-Volkswagen unsere Rechte und Interessen eintretenden KollegInnen, fordern den Europäischen Konzernbetriebsrat, den Weltkonzernbetriebsrat sowie die Konzernleitung von Volkswagen mit Nachdruck auf, die Rechte von LeiharbeiterInnen voll und ganz zu respektieren und unseren Arbeitskonflikt mit FAW-Volkswagen gemäß den Vorschriften der „Charta derZeitarbeit im Volkswagen-Konzern“ zu lösen.

Mit freundlichen Grüßen, Die Vertreter der Antragssteller
Fu Tianbo (unterzeichnet i.V. Ehefrau Zou Hanxiao), Ai Zhenyu, Wang Shuai 
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 18:50:07 Fr. 21.Juli 2017
Die Kontakte nach Deutschland bedeuten den Leiharbeitern in Nordchina sehr viel. Sie erklärten, das Transparent bei den G20 Protesten habe ihnen Mut gemacht.

Zum Verständnis der Situation aus deutscher Sicht, muß man erklären, daß VW die Vorgabe hat, mit einem chinesischen Unternehmen in einem Joint Venture zu kooperieren. Man entschied sich zur Zusammenarbeit mit dem staatlichen Unternehmen FAW. Die Chinesische Seite dominiert mit einem Anteil von knapp über 50%.

Der Artikel aus dem China Labour Bulletin laßt darauf schließen, daß im Bereich der Leiharbeit auch Eigeninteressen lokaler Parteifürsten eine Rolle spielen.

Zitat

Chinesische Volkswagen-Arbeiter rufen den deutschen Mutterkonzern auf, die Verantwortung für Rechtsverstöße zu übernehmen


13.07.2017

Ein Arbeiteranruf

Nachdem der Changchun FAW-Volkswagen-Arbeitnehmervertreter Ai Zhenyu aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden war, veröffentlichte er den Brief an das deutsche Mutterunternehmen Volkswagen Group, seine langes Schweigen zu brechen und die Verantwortung für die Arbeitsrechtsverletzungen nach chinesischem Recht und dem VW-Rahmenvertrag zu übernehmen.

"Deutschland ist ein Land, das die Verteidigung der Menschenrechte immer unterstreicht und oft China für seine Menschenrechtsverletzungen kritisiert." Die deutschen Unternehmen Volkswagen und Audi haben chinesische ArbeiterInnen diskriminierende Praktiken ausgesetzt, sie haben die Menschenrechte der chinesischen Arbeiter völlig außer Acht gelassen.  Wie könnt ihr so gleichgültig bleiben? Sind das eure Maßstäbe für Menschenrechte? "

Ai Zhenyu, Arbeitervertreter
Aus: "Eine gewöhnliche chinesische Arbeiterforderung"


Im Juni 2017 wurden die Arbeitnehmervertreter Fu Tianbo, Ai Zhenyu und Wang Shuai von der Polizei verhaftet, weil wegen ihrer monatelangen Kampagne für Equal Pay, die Ai und Wang organisiert hatten, während Fu Tianbo in Haft war. Fus Familie wurde von der Polizei schikaniert und seine Mutter hat ein Video veröffentlicht mit ihrem Wunsch, ihren Sohn zu sehen und  um ihre Beschwerden an höhere Behörden in Peking zu richten. Fus Kollegen und seine Familie beteuern seine Unschuld, und daß seine Verhaftung nur die Entschlossenheit der Arbeiter gestärkt hat.

(https://abload.de/img/futianbo_motherhxsgi.jpeg) (http://abload.de/image.php?img=futianbo_motherhxsgi.jpeg)
Screenshot eines Videos von Arbeiter-Vertreter Fu Tianbo's Mutter: "Ich will meinen Sohn wieder sehen!"


Mehrere tausend FAW-Volkswagen-LeiharberInnen haben  in der nordöstlichen Stadt Changchun seit 2016 Equal Pay verlangt. Für ein halbes Jahr haben die Arbeiter eine gut organisierte Kampagne durchgeführt und trafen sich sich mit Führungskräften und Regierungsbeamten, um ihren Streit durch kollektive Verhandlungen zu beenden. Als die Verhandlungen schwierig wurden, zog sich das Unternehmen von den Verhandlungen zurück und die Polizei begann, Arbeitnehmervertreter ins Visier zu nehmen.

Von über 3.000 Leiharbeitern bei FAW-Volkswagen, hat eine große Zahl über 10 Jahre Betriebszugehörigkeit. Sie geben an, dass ihre Löhne nur die Hälfte von dem betragen, was einem FAW-VW-Stammarbeiter bezahlt wird, und sie genießen nicht die weiteren Vorteile eines Stammbeschäftigten. Sie verlangen eine Entschädigung für Jahre der Ungleichheit und die Gewährleistung fairer Vertragsbedingungen für die Zukunft.

Zeitleiste

November 2016:

Changchun FAW-VW Leiharbeiter organisieren sich und stellen einen Bericht über die unlauteren Arbeitsbedingungen zusammen für Chinas einzige offizielle Gewerkschaft, den Allchinesischen Gewerkschaftsverband (ACFTU)

Dezember 2016-Januar 2017:

Unter Vermittlung der ACFTU Changchun engagieren sich die Arbeitnehmervertreter in zwei Tarifverhandlungen mit FAW-VW und Hongxin Youye (eines der Leiharbeitsunternehmen). Die beiden Tarifverhandlungen schienen keine Ergebnisse zu erzielen.

Januar-Februar 2017:
Über eintausend FAW-VW-Leiharbeiter präsentieren ihren Fall an den Arbeiter-Schiedskommision des Distrikts, sie erhielten keine offizielle Antwort.

Februar 2017:
Leiharbeiter stellen ihre Fälle vor Gericht vor, das ihre Ansprüche ablehnt. Mehr als 500  Leiharbeiter halten einen Protest vor der örtlichen Behörde für Personal- und Sozialversicherung ab.

April 2017:
Leiharbeiter organisieren einen Protest zum 1. Mai, müssen ihn aber unter polizeilichem Druck absagen.

21. Mai 2017:
Agentur Arbeiter sammeln sich vor den Toren des Unternehmens und rufen ihre Forderungen während des Changchun International Marathon (FAW-VW ist der führende Sponsor der Sportveranstaltung)

26. Mai 2017:

Die Arbeitnehmervertreter Fu Tianbo, Wang Shuai und Ai Zhenyu werden mit dem Vorwurf "Zusammrottungen zu organisieren, um die öffentliche Ordnung zu stören" eingesperrt. Nicht lange danach wurden Wang und Ai freigelassen, Fu bleibt in Haft.

7. Juni 2017:
Arbeiter-Vertreter Fu Tianbo gilt offiziell  als verhaftet

Juli 2017:

Die Polizeischikanen gegen Fu Tianbo Familie werden verstärkt, Fu's Mutter veröffentlicht ein Video verlangt, ihren Sohn zu sehen, sonst wird sie nach Peking gehen, um ihre Beschwerden höheren Regierungsbeamten zu präsentieren.


Rechtsbrüche

Arbeitervertreter Fu Tianbo veröffentlicht auf seinem Social-Media-Konto eine 11-Punkte-Liste mit Forderungen, die als Vorlage für seine Kollegen dient, alle relevanten Gesetze in China zu zitzieren, um ihre kollektiven Forderungen zu unterstützen.

Fu zitiert Artikel 63 des Arbeitsvertragsrechts von China: "Die versendeten Arbeitnehmer haben das Recht, die gleiche Bezahlung zu erhalten, die den Stammbeschäftigten für dieselbe Arbeit bezahlt wird", erklärt, dass er als Leiharbeiter 60 Tausend Yuan pro Jahr bezahlt wurde, während ein Stammbeschäftiger in der gleichen Abteilung 170 Tausend Yuan verdient.

Als Fabrikarbeiter an der Lötstation erklärt Fu, dass er in der Tat ein langjähriger Beschäftigter ist, dessen Arbeit in das Hauptgeschäft der Fabrik integriert ist, was bedeutet, somit FAW-VW gegen Artikel 66 des Arbeitsvertragsgesetzes verstößt, der besagt, dass "Arbeitsüberlassung eine ergänzende Form ist und ausschließlich für vorläufige, Hilfs- oder Ersatzpositionen gilt."

In seiner Vorlage der Forderungen unterstreicht Fu auch die Verletzung von Arbeitgeberverpflichtungen seitens des Ministeriums für Humanressourcen und Sozialversicherung  bei den Vereinbarungen zur Arbeitnehmerüberlassung, insbesondere hinsichtlich des Wegfalls von soderleistungen für Leiharbeiter. Insgesamt verlangt Fu 1,3 Millionen Yuan an Entschädigung.

Die Rechtmäßigkeit der vier bekannten Personalagenturen, die der FAW-VW Changchun Arbeitskräfte zuführen, wurde in Frage gestellt. Nach Angaben der öffentlicher Dokumente ist mindestens eine Agentur, Bozhong Autoparts, direkt im Besitz und kontrolliert von der FAW-VW Unternehmensvereinigung, und ihr Direktor Fan Xijun ist der FAW-VW Parteisekretär und Gewerkschaftsvorsitzender. Eine weitere Agentur, Hongxin Youye Human Resources Co., befindet sich in Changchuns FAW Fabrikviertel nur einen Kilometer vom Haupttor des Volkswagen Werks entfernt. Artikel 67 des Arbeitsvertragsgesetzes sieht vor, dass "kein Unternehmen eine Arbeitnehmerüberlassung betreiben  darf, um die Arbeitnehmer an sich selbst und  Tochtergesellschaften zu entsenden."

Es ist Zeit für eine Antwort


Der deutsche Automobilhersteller verstößt auch gegen seinen eigenen weltweiten Rahmenvertrag. In der Vereinbarung stimmt VW zu, Konflikte durch Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern zu lösen, den Prozentsatz externen Zeitarbeiter zu begrenzen und ein gleiches Entgelt und die gleiche Behandlung aller Mitarbeiter zu garantieren.

Nach seinem eigenen globalen Engagement, ist Volkswagen verpflichtet, mit den Arbeitnehmern zu verhandeln, um auf ihre Forderungen einzugehen, und nach den Verhaftungen im Juni sind noch Fragen offen in Bezug auf den Agriff und die Repression gegen Arbeitnehmervertreter.

In seinem unterschriebenen Brief fordert der Arbeitnehmervertreter Ai Zhenyu die "volle Anerkennung der Menschenrechte der chinesischen Arbeiter" und wiederholt die Forderung seines inhaftierten  Kollegen Fu Tianbo an den Arbeitgeber: "Gebt uns das jetzt, was ihr uns schuldet!"

Die  nächste Tarifverhandlungssitzung ist laut Social Media Posts für den 14. Juli 2017 geplant.


Relevante Links

Fu Tianbo’s demands (in Chinese)
weibo.com/6052295373/Eq4oIkJff
Open Letter of Worker Representative Ai Zhenyu: "An ordinary Chinese worker’s demand" (in Chinese)
http://www.weibo.com/p/1001604127619745506068?retcode=6102 (http://www.weibo.com/p/1001604127619745506068?retcode=6102)
Labour Contract Law of the People’s Republic of China (2012 Amendment)
http://www.ilo.org/dyn/natlex/docs/ELECTRONIC/76384/112877/F1810845897/CHN76384%20Eng.pdf (http://www.ilo.org/dyn/natlex/docs/ELECTRONIC/76384/112877/F1810845897/CHN76384%20Eng.pdf)
Interim Provisions on Labour Dispatch (agency labour), 2014
http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_dialogue/---sector/documents/publication/wcms_246921.pdf (http://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---ed_dialogue/---sector/documents/publication/wcms_246921.pdf)
Charter on Temporary Work for the Volkswagen Group
http://www.industriall-union.org/sites/default/files/uploads/documents/GFAs/Volkswagen/precarious_agreement_Nov_2012/charta_der_zeitarbeit_englisch_final.pdf (http://www.industriall-union.org/sites/default/files/uploads/documents/GFAs/Volkswagen/precarious_agreement_Nov_2012/charta_der_zeitarbeit_englisch_final.pdf)
http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations (http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations)
http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations (http://www.clb.org.hk/content/chinese-volkswagen-workers-call-german-parent-company-assume-responsibility-violations)

(In eigener Übersetzung aus dem Englischen)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: dagobert am 12:46:00 So. 30.Juli 2017
Zitat
Verliehen, aber nicht lange

Südafrika: Metallarbeitergewerkschaft klagt erfolgreich gegen Zeitarbeitsfirma. Unternehmen müssen Beschäftigte nach drei Monaten übernehmen
https://www.jungewelt.de/artikel/315097.verliehen-aber-nicht-lange.html (https://www.jungewelt.de/artikel/315097.verliehen-aber-nicht-lange.html)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 18:44:59 Sa. 07.Oktober 2017
Die Leiharbeiter in Changchun werden weiter hingehalten. Es wurde einigen Leiharbeitern angeboten, sie in die Stammbelegschaft zu übernehmen, wenn der Rest dann Ruhe gibt. Sie wollen aber nicht abgespeist werden. Sie wollen das Geld erhalten, um das sie geprellt worden sind. Und sie fordern die Freilassung ihres inhaftierten Sprechers.

Lange ließen sich die in einem offenen Brief angesprochenen Gewerkschaftsgranden Bernd Osterloh und Frank Patta Zeit, bis sie sich zu einer Antwort herabließen.
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/10/vw_gbr_d.pdf (http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/10/vw_gbr_d.pdf)

Sie sagen, sie wissen nicht genau, was in China los ist und eigentlich sei VW für die Bedingungen im VW Werk nicht zuständig, da wäre wohl eher der chinesische Joint-Venture Partner verantwortlich. Da ist man fein raus und läßt weiter unter verboten billigen Bedingungen (das Chinesische Arbeitsgesetz verpflichtet zu Equal Pay) in China produzieren und wäscht seine Hände in Unschuld.

Ich bekam Rückmeldung aus China. Die kämpfenden Leiharbeiter in Changchun sind stinksauer, so zynisch von deutschen Belegschaftsvertretern abgefertigt worden zu sein.

Sie schrieben einen Brief an die örtlichen Behörden:

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/10/china_brief_an_polizei.jpg)

Gemeinsamer Brief mit der Forderung nach der bedingungslosen Freilassung von Fu Tianbo, der uns bei der Verteidigung unserer Rechte vertritt


Brief der ArbeiterInnen von FAW-Volkswagen in China vom 18. August 2017 an die örtliche PolizeiAn die Außenstelle des Amtes für Öffentliche Sicherheit in der Automotive Industrial Development Zone (Entwicklungszone für die Automobilindustrie) in der Stadt Changchun:

Ihr Amt eröffnete ein Verfahren gegen den für unsere Arbeiterrechte eintretenden Fu Tianbo und beschuldigte ihn der Versammlung einer Menschenmenge, um die soziale Ordnung zu stören. Nachdem die Untersuchung abgeschlossen war, wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergereicht, und Fu Tianbos Verteidiger übergab seine diesbezüglichen juristischen Einwände ebenfalls der Staatsanwaltschaft. Am 3. August 2017 verwies die Staatsanwaltschaft den Fall zurück an Ihr Amt, damit zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden.

Aufgrund des besonderen Charakters dieses Falles, der viele Menschen und diverse Aspekte betrifft, wollen Beschäftigte von FAW-Volkswagen, die nun in den Fall involviert sind, ihre eigenen Interessen schützen und ihren geschädigten Kollegen Fu Tianbo unterstützen. (...)

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/10/china_brief_an_polizei_unterschriften.jpg)
Gesammelte Unterschriften unter den Brief der ArbeiterInnen von FAW-Volkswagen in China vom 18. August 2017 an die örtliche Polizei

http://www.labournet.de/?p=122305 (http://www.labournet.de/?p=122305)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Fritz Linow am 21:05:16 Sa. 07.Oktober 2017
Mal aus der Selbstdarstellung des Arbeitskreises „InterSoli“ der IGM Wolfsburg von 2002:

Zitat
(…)
1985 wurde als Joint venture die  „Shanghai-Volkswagen Automotive Company, Ltd.“ gegründet, 1991 kam in Changchun ein zweites chinesisches Werk hinzu.   
(…)
Eine besondere Problematik ist es, die zwei chinesischen VW-Standorte in die betrieblichen Mitbestimmungsstrukturen zu integrieren, da der Welt-KBR nur Standorte vertritt, in denen unabhängige Gewerkschaften arbeiten. 
(…)
http://www.igmetall-wob.de/fileadmin/users/Gruppen_Gremien/InterSoli/Geschichte_InterSoli_WOB.pdf (http://www.igmetall-wob.de/fileadmin/users/Gruppen_Gremien/InterSoli/Geschichte_InterSoli_WOB.pdf)

Da ist also durchaus die Rede davon, dass es sich in China um VW-Standorte handelt. Der Verweis auf den Joint-Venture-Partner, den die beiden Filzbrüder Patta und Osterloh bemühen, läuft absolut ins Leere und ist verlogen, wenn man mal vom Selbstverständnis der IGM Wolfsburg ausgeht.
Der größte Witz wäre, wenn sie sich in China für gleiche Bezahlung bei Leiharbeit einsetzen würden, während sie es hier seit Jahren aktiv verhindern.
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 21:25:34 Sa. 07.Oktober 2017
Ebenso, wie die Chinesischen Behörden die Chinesichen Gesetze ignorieren und mit Füßen treten, tut es die IGM mit den Selbstverpflichtungserklärungen, die sie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in China unterschrieben hat.

Papier ist geduldig.
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: dagobert am 00:31:59 So. 08.Oktober 2017
Die kämpfenden Leiharbeiter in Changchun sind stinksauer, so zynisch von deutschen Belegschaftsvertretern abgefertigt worden zu sein.
Ich hab nichts anderes erwartet.
Und ob man VW-Betriebsräte ernsthaft als "Belegschaftsvertreter" ansehen kann ... ? Da machen sich in China wohl einige Leute falsche Vorstellungen über die Zustände hierzulande.
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: admin am 16:36:34 Mi. 08.November 2017
Grenzüberschreitende Solidarität!

(https://abload.de/img/chinasoli2dopvi.jpg) (http://abload.de/image.php?img=chinasoli2dopvi.jpg)

(https://abload.de/img/megaj5ouj.jpg) (http://abload.de/image.php?img=megaj5ouj.jpg)

(https://abload.de/img/chinasoli5hxo4w.jpg) (http://abload.de/image.php?img=chinasoli5hxo4w.jpg)

(https://abload.de/img/chinasoli62sq8s.jpg) (http://abload.de/image.php?img=chinasoli62sq8s.jpg)

Soliaktion in Kiel Gaarden
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Fritz Linow am 13:33:31 Fr. 10.November 2017
Zitat
[9. – 11. November 2017] 11 indische Gewerkschaftsverbände organisieren Streiks mit dreitägigem Sit-In vor dem Parlament in Delhi
(...)
Kernforderungen dieses Programms sind vor allem ein Mindestlohn, der zum Leben reicht, sowie der Kampf gegen Zeit- und Leiharbeit, eng verbunden mit der Forderung nach Gewerkschaftsfreiheit.
(...)
http://www.labournet.de/internationales/indien/gewerkschaften-indien/9-11-november-2017-11-indische-gewerkschaftsverbaende-organisieren-streiks-mit-dreitaegigem-sit-in-vor-dem-parlament-in-delhi/ (http://www.labournet.de/internationales/indien/gewerkschaften-indien/9-11-november-2017-11-indische-gewerkschaftsverbaende-organisieren-streiks-mit-dreitaegigem-sit-in-vor-dem-parlament-in-delhi/)
(https://abload.de/img/indienprotestleiharbetzj5o.png) (http://abload.de/image.php?img=indienprotestleiharbetzj5o.png)
(https://abload.de/img/indienprotestleiharbepyk5f.png) (http://abload.de/image.php?img=indienprotestleiharbepyk5f.png)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 15:25:08 Mo. 13.November 2017
Zitat
Ein Jahr Kampf der Leiharbeiter bei VW China: Sofortige Freilassung von Fu Tianbo! Wiederaufnahme der Verhandlungen über die Forderungen der Leiharbeiter!

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/11/FuTianbo.jpg)

Kampf der Leiharbeiter bei VW China: Sofortige Freilassung von Fu Tianbo! Die Proteste der rund 3.000 Leiharbeiter von FAW-VW in Changchun begannen Anfang November 2016 keineswegs als Proteste: Sie wollten verhandeln über die Einhaltung der chinesischen Arbeitsgesetze im Werk und gegen ihre soziale Diskriminierung vorgehen. Wozu sie zunächst zu durchaus stattfindenden Verhandlungen eine eigene Delegation wählten und die „Mediation“ der örtlichen Gewerkschaft hatten. Erst als diese Verhandlungen abrupt und ergebnislos abgebrochen wurden, organisierten sie ihre Proteste selbstständig und öffentlich. In diesem ganzen Jahr, das seitdem vergangen ist, hat das Unternehmen VW – mit verschiedenen Begründungen, zuletzt unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass man ja nur eine Minderheitsbeteiligung an dem FAW Werk habe – sich rundweg geweigert, die legitimen und bescheidenen Forderungen zu erfüllen und sich an Gesetze zu halten. Das Vorgehen der chinesischen Behörden gegen den Sprecher der Bewegung Fu Tianbo ist ein Ergebnis der völligen Ablehnung legitimer Forderungen: Deswegen ist aus betrieblichen Problemen nun ein Kriminalfall konstruiert worden, als Vorwand, gegen die Bewegung repressiv zu werden.

In der Resolution „Release worker representative Fu Tianbo and resume collective bargaining at FAW-Volkswagen“ am 13. November 2017 beim China Labour Bulletin rufen mehrere Basisgruppierungen aus China und Hongkong, Einzelpersonen und auch LabourNet Germany zur sofortigen Freilassung von Fu Tianbo auf – und zu Verhandlungen über die berechtigten Forderungen der Leiharbeiter: Verbreiten und unterstützen ist unser Appell an Leserinnen und Leser! 
http://www.clb.org.hk/content/release-worker-representative-fu-tianbo-and-resume-collective-bargaining-faw-volkswagen (http://www.clb.org.hk/content/release-worker-representative-fu-tianbo-and-resume-collective-bargaining-faw-volkswagen)


„One year on, the struggle continues for Volkswagen workers in Changchun“ am 08. November 2017 beim China Labour Bulletin
http://www.clb.org.hk/content/one-year-struggle-continues-volkswagen-workers-changchun (http://www.clb.org.hk/content/one-year-struggle-continues-volkswagen-workers-changchun)
 ist ein Beitrag, der die Entwicklung der Bewegung seit November 2016 nochmals skizziert und dabei die Betonung darauf legt, dass der Ausgangspunkt der ganzen Auseinandersetzung es war – und ist – dass die Leiharbeiter die Einhaltung der entsprechenden Gesetze der VR China fordern (oder sollte China das zweite Land der Welt werden, in dem VW über dem Gesetz steht?) – und wer dann liest, wer sich bisher der eigentlich nun wirklich völlig selbstverständlichen Solidarität befleißigt hat, wird auch schnell merken, wer da an eigentlich Selbstverständlichem fehlt. Immerhin sind die Kollegen vom CLB so rücksichtsvoll, einer Bewertung des Ratschlages, sich an die Behörden zu wenden zu entgehen, indem sie ihn übergehen.
http://www.labournet.de/?p=123873 (http://www.labournet.de/?p=123873)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 20:57:05 Mi. 13.Dezember 2017
Zitat
In drei indischen Bundesstaaten streiken 100.000 ZeitarbeiterInnen im Gesundheitswesen: Trotz Entlassungsterror und Hetzkampagnen der Hindu-Fundamentalisten

(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2017/12/IMG_20171129_164423-768x432.jpg)

Versammlung der Entlassenen im Gesundheitsstreik in Bihar am 9.12.17Rund 13.000 Beschäftigte der Gesundheitsmissionen im Bundesstaat Haryana und über 80.000 im Bundesstaat Bihar, viele Tausende in Tamil Nadu befinden sich im Streik: Alle kämpfen um die ihnen versprochene Übernahme in reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Zwei Landesregierungen gehen gegen diese Proteste massiv vor. In Bihar (im Osten Indiens, an der Grenze zu Bangladesch), mit über 100 Millionen Menschen der Bevölkerungszahl nach drittgrößter Bundesstaat Indiens – und einer der ärmsten – sollen jetzt 80.000 Streikende entlassen werden. In Haryana (weit im Norden des Landes, rund 25 Millionen Menschen) wurde der Streik für illegal erklärt, erste Entlassungen vorgenommen und auch noch zusätzlich ein Versammlungsverbot im Umfeld der Gesundheitsstationen erlassen. Die Landesregierungen sind beide von der Regierungspartei der Bundesregierung BJP dominiert: In Haryana stellen sie den Ministerpräsidenten, in Bihar dominieren sie als zweite Kraft die Koalitionsregierung. Die faschistoide „Mutter Indien“-Ideologie von Modis fundamentalistischen Pogrom-Truppen will vor allen Dingen eines: Willfährige Arbeitskräfte (die möglichst auch schnell die Versprechungen dieser Truppe vergessen). Siehe zur Streikbewegung im indischen Gesundheitswesen drei aktuelle Beiträge aus den drei betroffenen Bundesstaaten – wovon ein Streik mit einem bedeutenden Teilerfolg beendet wurde
http://www.labournet.de/?p=125259 (http://www.labournet.de/?p=125259)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 15:36:41 Do. 22.Februar 2018
Zitat
Sans Papiers besetzen Leiharbeitsfirma in Paris

(https://gallery.mailchimp.com/aad840f755c59eb83507caa26/images/f1f33a90-5c81-49b0-8c37-e38ed2f73e03.png)

französisch mit dt. UT  | 4 min  |  2018

Seit dem 12. Februar 2018 haben ca. 120 illegalisierte Arbeiter_innen in Paris mehrere Firmen besetzt. Im Video zu sehen sind Bauarbeiter, die über eine Leiharbeitsfirma angestellt sind. Sie haben keinen Aufenthaltstitel und arbeiten daher mit Papieren von Bekannten.

Bei den Streiks geht es auch darum, die Errungenschaften der Streiks von 2008 und 2013 zu verteidigen, in denen u.a. durchgesezt wurde, dass ein Lohnzettel ausreichte, um registriert zu werden. (Siehe dieses Dossier bei LabournetGermany)

Die Streikenden sagen, dass sie nicht aufhören werden zu streiken, bis ihre Forderungen erfüllt sind.

https://labournet.us13.list-manage.com/track/click?u=aad840f755c59eb83507caa26&id=7d083d2f33&e=e025a64fe1 (https://labournet.us13.list-manage.com/track/click?u=aad840f755c59eb83507caa26&id=7d083d2f33&e=e025a64fe1)
http://de.labournet.tv/sans-papiers-besetzen-leiharbeitsfirma-paris (http://de.labournet.tv/sans-papiers-besetzen-leiharbeitsfirma-paris)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 20:33:30 Di. 05.Juni 2018
Aufstand der spanischen Zimmermädchen

Trotz des Tourismus-Booms bekommen Zimmermädchen in Spanien nur noch Hungerlöhne. Gegen die Ausbeutung durch Leiharbeitsfirmen haben sich die Zimmermädchen nun zusammengeschlossen.

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-europa/aufstand-der-spanischen-zimmermaedchen-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-europa/aufstand-der-spanischen-zimmermaedchen-100.html)



Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 11:29:44 Do. 09.August 2018
Ein Teilsieg im juristischen Kampf:

Zitat
Verfassungsgericht Südafrikas: Zeitarbeit? Nicht länger als drei Monate

Die südafrikanische Metallgewerkschaft NUMSA - Kern eines neuen unabhängigen GewerkschaftsbundesDer Sprecher der Metallgewerkschaft NUMSA zeigt sich zufrieden: Das Urteil des Verfassungsgerichtes – in einem Revisionsverfahren, das die Menschenhändler-Firma Assign Services gegen ein Arbeitsgerichts-Urteil angestrengt hatte – dass Zeitarbeiter nach drei Monaten übernommen werden müssen, sei „ein Meilenstein in unserem Kampf für die völlige Abschaffung der Zeitarbeit“. In dem Artikel „Constitutional Court ruling on labour brokers a victory for the working poor“ von Musawenkosi Cabe am 27. Juli 2018 im Daily Maverick dokumentiert (ursprünglich in New Frame), wird einerseits nochmals ausführlich auf die Lage der ZeitarbeiterInnen in Südafrika eingegangen (nicht umsonst trägt der Beitrag den Titel „ein Sieg für die working poor“), andererseits auch unterstrichen, dass die juristische Auseinandersetzung die ganze Zeit über von einer erfolgreichen Mobilisierungskampagne begleitet wurde. Aber auch dazu aufgerufen, dafür bereit zu sein, für die Geltung dieses Urteils zu kämpfen, schließlich sei es übliche Unternehmerpraxis im Lande, nicht genehme Gerichtsurteile zu ignorieren…
http://www.labournet.de/?p=135764 (http://www.labournet.de/?p=135764)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 14:37:21 Mo. 13.August 2018
Zitat
Philippinen
Langanhaltender „Sitzstreik“ bei Küchengerätehersteller Middelby

Am 10. Mai begannen Leiharbeiter bei Middleby im Laguna Technopark auf den Philippinen einen Sitzstreik. In diesem Technopark im Süden Manilas arbeiten 300.000 Beschäftigte der verschiedenen internationalen Weltkonzerne.


(https://www.rf-news.de/2018/kw31/langanhaltender-sitzstreik-bei-kuechengeraetehersteller-middelby/@@images/image/preview)

Ziel war die im April vom Arbeitsministerium angeordnete Regularisierung (Übernahme in ein festes reguläres Arbeitsverhältnis) bei Middleby durchzusetzen. Viele arbeiten schon Jahre als Leiharbeiter bei Middleby. Der Streik richtete sich auch direkt gegen ihre anstehenden Entlassungen, da Middleby angekündigt hatte, allen Leiharbeitsfirmen zu kündigen.

Schwere Repressionen seitens Middleby gegen die Streikenden

Den „Sitzstreikenden“ verwehrte Middleby den Zugang von Kollegen von außerhalb. Der Strom wurde ihnen abgeschaltet und der Zugang zum Internet und den sozialen Medien damit blockiert. Ihnen wurde verweigert sich Essen liefern zu lassen, bzw. dieses in der Kantine zu kaufen. Damit sollte der Streik „ausgehungert“ werden. Am 16. Mai war ihr Essen fast aufgebraucht und zeitgleich hatte Middleby eine zersetzende Kampagne gestartet um die Familie zu überzeugen, dass sie auf das Beenden des Sitzstreik einwirken sollen.

Nach wochenlanger Auseinandersetzung, unermüdlichem Durchhalten und wachsender Unterstützung des Kampfs gelang es eine zeitweise Belieferung mit Essen durchzusetzen. Als die Polizei zwei Gewerkschaftsführer verhaftete, wurde ihnen nach ihrer Freilassung der Zugang zu den Sitzstreikenden verwehrt. Ebenso verurteilte das regionale Arbeitszentrum PAMANTIK-KMU die Verhaftung von sieben Arbeitern und die Schikanen, die aus dem Polizeieinsatz bei Middleby resultieren. Die Arbeiter schworen, Gerechtigkeit zu suchen und ihre Forderungen nach Regularisierung aufrecht zu halten.

Solidarisierung und direkte Unterstützung des Streiks von kämpferischen Gewerkschaftern

Wichtig war die Solidarisierung und direkte Unterstützung des Streiks von kämpferischen Gewerkschaftern, wie von Honda Cars, Ftech und Technol Eight. Seitdem teilen sich die Streikenden die Streikposten der Arbeiter des Keksherstellers Monde Nissin, ebenfalls in Laguna. Nach Artikel 281 des Arbeitsgesetzbuches der Philippinen sollte die Probezeit sechs Monate nicht überschreiten. Viele der entlassenen Mitarbeiter von Monde Nissin arbeiten schon seit Jahren in der Fabrik. Jeden Tag seit Anfang Juni halten 5 Arbeiter von 21 des Unternehmens eine Mobilisierung ab, um die Regularisierung der Arbeiter bei Monde Nissin und die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter zu fordern. Nach wochenlangem Protest besteht nicht nur die Gefahr, dass ihr Lager abgerissen wird. Der Kampf gegen die Entlassung hundert weiterer Arbeiter aus einer weiteren Leiharbeit-Agentur ist heraus gefordert und muss geführt werden.

Solidarität ist Trumpf

Diese positive Entwicklung zeigt, dass die Arbeiter mutig den Kampf zur Regularisierung und gegen die Leiharbeit (Kontraktarbeit) führen. Ein Trumpf ist dabei die wachsende Unterstützung einzelner Kämpfe und der Zusammenschluss über Betriebsgrenzen und Leiharbeitsagenturen hinweg.
https://www.rf-news.de/2018/kw31/langanhaltender-sitzstreik-bei-kuechengeraetehersteller-middelby (https://www.rf-news.de/2018/kw31/langanhaltender-sitzstreik-bei-kuechengeraetehersteller-middelby)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 15:34:02 Mi. 12.September 2018
Zitat
Philippinen
Tausende gegen Leiharbeit

Donnerstag,  30.08.2018

Am Montag gingen in Manila tausende Arbeiterinnen und Arbeiter gegen Präsident Rodrigo Duterte und gegen Leiharbeit und Niedriglöhne auf die Straße. Präsident Duterte hatte ursprünglich mal versprochen, die Leiharbeit zu verbieten. Herausgekommen ist jetzt, dass die Arbeiter fest eingestellt werden müssen - aber von der Leihfirma.
https://www.rf-news.de/2018/kw35/tausende-gegen-leiharbeit (https://www.rf-news.de/2018/kw35/tausende-gegen-leiharbeit)
Titel: Re:Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 13:41:42 Sa. 27.Oktober 2018
Indische Polizei nimmt Tausende streikender Autoarbeiter fest: Sie kämpfen für Gewerkschaftsrechte und gegen Leiharbeit

Der Bundesstaat Tamil Nadu ist, nach dem Industriekorridor von Delhi, das zweitwichtigste Zentrum der indischen Automobilindustrie. Dort streiken seit Ende September 2018 die Belegschaften von MSI, Royal Enfield und Yamaha. Im Kampf gegen willkürliche Entlassungen und für Gewerkschaftsrechte ebenso, wie um die „üblichen Forderungen“ gerade in der indischen Autoindustrie: Gegen Leih- und Zeitarbeit und für bessere Bezahlung. Aber die allgemeine Repressionswelle in Indien hat längst die Gewerkschaftsbewegung erreicht: Verschiedentlich haben in diesen drei Wochen sowohl die Behörden, als auch die Justiz und die Repressionsorgane Maßnahmen getroffen, die Streikbewegung zu beenden. Als sich nun in Oragadam etwa 2.500 Autoarbeiter aus den bestreikten Betrieben versammelten, um vor allem die Freilassung inhaftierter Kollegen zu fordern, wurden sie von der Polizei, mit Unterstützung von Anti-Aufruhr-Einheiten schlichterdings alle festgenommen. Die kollektive Festnahme einer ganzen Demonstration, bei der nichts passiert war, was irgendeinen Grund oder einen Vorwand für diese Aktion bedeutet hätte, ist auch in der gegenwärtigen politischen Entwicklung Indiens und der rechtsradikalen Modi-Regierung ein Novum.

http://www.labournet.de/?p=139083 (http://www.labournet.de/?p=139083)

(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2018/10/IMG_20181023_103950280-1024x768.jpg)
(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2018/10/IMG_20181023_104137198-1024x768.jpg)
(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2018/10/IMG_20181023_094727283-1024x768.jpg)
(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2018/10/IMG_20181023_105511088-1024x768.jpg)
(https://www.thenewsminute.com/sites/all/var/www/images/Yamaha_Rally_inside_650_2-compressed.jpg)
(https://www.thenewsminute.com/sites/all/var/www/images/Yamaha_rally_inside_650_3.jpeg)
(http://tnlabour.in/wp-content/uploads/2018/10/IMG_20181023_112126512-1024x768.jpg)

Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 18:54:40 Mi. 16.Januar 2019
Aktuelles im Fall Fu Tianbo*:

Der Anwalt von Fu Tianbo und die Leiharbeiter von FAW-VW Changchun veröffentlichten einen offenen Brief an den Staatsrat der Voksrepublik China. Der Brief enthüllt viele Details über den Protest und den Fall Fu Tianbo. Am 2. November 2018 entschied das Gericht, dass Fu Tianbo „die Menschmenge versammelt hat, um die öffentliche Ordnung zu stören“. Das Gericht verurteilte das Vergehen, entschied jedoch, keine Strafe zu verhängen. So wurde Fu daraufhin freigelassen. Jetzt ist er arbeitslos. Er ist mit der finanziellen Entschädigung von FAW-VW für die Beendigung seines Arbeitsvertrages nicht einverstanden, da die Entschädigung auf dem Durchschnittslohn zwischen Januar und Dezember 2017 basiert. Er war nach Mai im Gefängnis und der Durchschnittslohn war sehr niedrig . Aber FAW-VW weigert sich, Änderungen vorzunehmen. Fu hat gegen das Urteil Berufung eingelegt und verklagt FAW-VW im Entschädigungsstreit.

*Fu Tianbo ist der gewählte Sprecher der Leiharbeiter im FAW-VW Werk in Changchun, die für die Einhaltung des chinesischen Arbeitsrechts in dem Unternehmen gekämpft haben.
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Nao am 10:49:04 Fr. 22.Februar 2019
Der Kampf geht weiter!

https://twitter.com/chinalabour/status/1098761933602222080

Das China Labour Bulletin (CLB) weist bei Twitter auf den aktuellen Stand der Auseinandersetzung von Fu Tianbo mit den Behörden und seinem Ex-Arbeitgeber hin. Er wurde schuldig gesprochen und aus der Haft entlassen.
Sein Kampf ist stellvertretend für Millionen Chinesischer Arbeiter*innen, die keine Festanstellung als Teil der Stammbelegschaft haben. Der Fokus des Interesses wurde auf diese Menschen gerichtet.

Er klagt nun gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber wg. unfairen Umgangs mit seiner Entlassung (ihm wurde ein Großteil seiner Abfindung vorenthalten).

"The journey is only starting."
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 11:06:13 Mi. 17.April 2019
Zitat
Der Streik der südafrikanischen Arcelor-Belegschaft in der fünften Woche:
Gegen Leiharbeit, für gleichen Lohn für gleiche Arbeit


(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/03/arcelorstreik_s%C3%BCdafrika_12..3.2019.jpg)
Am 12.3.2019 begann der Streik der Metallgewerkschaft NUMSA bei Arcelor Südafrika - gegen Leiharbeit auf drei Jahre

Seit dem 12. März 2019 befinden sich über 2.000 Beschäftigte von Arcelor Südafrika im Streik. Die Streikenden sind sowohl die Stammbelegschaft, als auch Leiharbeiter der beiden Unternehmen Real Tree Trading und Monyetla Services – und genau darum geht der Streik: Um die Übernahme dieser Leiharbeiter durch Arcelor. Das Unternehmen – wohl wissend, dass diese Beschäftigungspolitik südafrikanischer Rechtssprechung entgegen gesetzt ist – beteuert, die beiden Unternehmen, bei denen die Leiharbeiter angestellt sind, seien eben keine Leiharbeitsfirmen (die genau nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofes zumindest in ihrer Tätigkeit stark eingeschränkt sein sollen – was allgemein als Sieg der Gewerkschaftsbewegung betrachtet wurde), sondern Dienstleistungsunternehmen. (Siehe zur Ausgangslage auch den Verweis auf unseren ersten Bericht zum Arcelor-Streik am Ende dieses Beitrags). In dem Artikel „Numsa strike at ArcelorMittal enters fifth week „ am 10. April 2019 bei Citizen, https://citizen.co.za/news/south-africa/protests/2115053/numsa-strike-at-arcelormittal-enters-fifth-week/ – also zu Beginn der fünften Streikwoche – wird sowohl von einer Delegation der Metallgewerkschaft NUMSA zur britischen Botschaft berichtet (der der Empfang verweigert wurde), als auch davon, dass weder das Unternehmen noch eben die Botschaft auf Fragen von Medienvertretern irgendeine Antwort gaben.
http://www.labournet.de/?p=147543

(https://abload.de/img/denel05-627x41846k0o.jpg) (http://abload.de/image.php?img=denel05-627x41846k0o.jpg)
Der Knüppel links im Bild gefällt mir besonders gut.

(http://www.abload.de/img/chfdklanabcahiv.gif)

Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 18:40:18 Mo. 20.Mai 2019
Zitat
Großbritannien
Service-Personal in Sellafield im Streik


Im der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Sellafield haben 180 Beschäftigte der Leihfirma Mitie mit einem weiteren 10-tägigen Streik begonnen. Bereits Anfang des Monats waren die Reinigungskräfte, Sicherheitsleute und Küchenpersonal in den Streik getreten. Es geht um höhere Löhne und welche Gewerkschaft die Arbeiter vertritt.
https://www.rf-news.de/2019/kw-21/service-personal-in-sellafield-im-streik
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: Kuddel am 17:25:09 Mo. 27.Mai 2019
Video von einer internationalen Protestaktion von Amazonarbeitern in Poznan (Polen) gegen ADECCO.

https://vimeo.com/326854438
Titel: Re: Leiharbeiterkämpfe anderswo
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:28:15 Fr. 05.Juli 2019
Zitat
Drei Tage in Südkorea:
Die (vielen verschiedenen) prekären Beschäftigten im Öffentlichen Dienst wollen ein Ende der Zeit- und Leiharbeit – 100.000 im Streik


(http://blog.jinbo.net/attach/801/1579132067.jpg)

Eine der zahlreichen Streikdemonstrationen in Seoul am 4. und 4. Juli 2019 - prekär Beschäftigte im Öffentlichen Dienst wehren sichVom 3. Juli bis zum 5. Juli 2019 streiken die Zeit- und LeiharbeiterInnen des öffentlichen Dienstes in Südkorea. „Für eine Welt ohne prekäre Beschäftigung“ – unter diesem Motto hat der Gewerkschaftsbund KCTU zu dieser Streikbewegung, begleitet von täglichen Demonstrationen, aufgerufen.

(http://blog.jinbo.net/attach/801/2856336952.jpg)

Sowohl KünstlerInnen an Kommunalen Kultureinrichtungen, als auch „Nebenkräfte“ an den Schulen des Landes und Beschäftigte in Subunternehmen der Stadtreinigung kommen dabei zu Wort, die trotz aller Unterschiede auch Gemeinsamkeiten haben: Kein gleicher Lohn für gleiche Arbeit und immer wieder die Angst davor, bei der nächsten fälligen Vertragsverlängerung schlicht „nicht berücksichtigt“ zu werden. Auffällig auch eine weitere Gemeinsamkeit: Alle sind erst in jüngster Zeit in die jeweilige Gewerkschaft eingetreten – der „älteste“ Gewerkschafter der an den Interviews beteiligten ist dies seit August 2018.

(http://img.koreatimes.co.kr/upload/newsV2/images/201907/fb0d88e279aa4b34acf99f4ceb8f64b7.jpg)
http://www.labournet.de/?p=151230