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Industrie & Handwerk & Agrar => Globalisiert => Thema gestartet von: ManOfConstantSorrow am 22:11:43 Sa. 12.Juni 2004

Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:11:43 Sa. 12.Juni 2004
Vernichtung von 10.000 Arbeitsplätzen bei Mercedes geplant

Bei Mercedes stehen 10% der weltweit 104.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Einen so genannten "Überhang" von über 10.000 Stellen hat die Unternehmensberatungsfirma McKinsey in der Produktion der C-Klasse entdeckt. Gründe seien Rationalisierungsfortschritte. Betroffen sind vor allem die Werke Sindelfingen, Bremen und East London (Südafrika). Vor allem in Sindelfingen soll noch in diesem Jahr mit der Arbeitsplatzvernichtung begonnen werden.

Die großen Automobilmonopole stehen in einem mörderischen Konkurrenzkampf um die Beherrschung des Weltmarkts. In Deutschland ist in den ersten 5 Monaten des Jahres die Zahl der Neuzulassungen um 2,5 Prozent zurückgegangen. Überdurchschnittliche Verluste hat Mercedes mit einem Minus von über 5 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig werden von den Monopolen ständig steigende Maximalprofite benötigt, um weltweit ihre Positionen gegen die Konkurrenz auszubauen. So findet derzeit eine heftige Schlacht um Marktanteile in China statt, wofür dort mit Milliardeninvestitionen Produktionsstätten und Beteiligungen ausgebaut werden. Von im Jahr 2003 in China produzierten 2 Millionen Autos stammten 700.000 von deutschen Monopolen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:46:24 Di. 29.Juni 2004
29.06.04
Opel: Verlagerung nach Polen mit machtpolitischen Hintergründen

General Motors Europe hat entschieden, einen Teil der Zafira-Produktion in sein Werk im polnischen Gliwice statt nach Rüsselsheim zu verlagern. Dass dafür keineswegs die Lohnunterschiede, sondern ganz andere Faktoren ausschlaggebend sind, zeigt eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Aussagen des Chefs von Opel Polen, Rytwinski, ist die Verlagerung ein Ausgleichsgeschäft für Polens Kauf von Kampfjets bei der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin. General Motors und die US-Regierung haben sich dafür zu einem wechselseitigen Investitionen über 6,3 Milliarden Dollar verpflichtet.

(Quelle:rf-news.de)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:11:08 Do. 15.Juli 2004
Ein wirklich vernünftiger Ansatz auf globalisierte Konzernpolitik zu reagieren ist das Herausbringen eines internationalen Kollegeninfos...

Gefunden unter: http://www.kollegeninfo.de/extras/DC%20Worker%20News.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:22:50 Sa. 17.Juli 2004
Zitat
Original von rf-news.de


16.07.04
"Wir erklären den Autoherstellern den Krieg"

Die südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft Numsa hat gestern eine Presseerklärung unter der Schlagzeile herausgebracht: "Wir erklären den Autoherstellern den Krieg". Die Gewerkschaft lehnt die von den Autokonzernen angebotene Lohnerhöhung von 6,5% ab und besteht auf 9% sowie Verbesserungen beim Urlaub und der Gesundheitsvorsorge.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kann das sein? am 17:14:43 Do. 07.April 2005
Wie sagte VW-Chef Pieschetsrieder in 2004? Er könnte sich vorstellen, dass es in 10 Jahren gar keinen Autohersteller mehr im alten Europa gibt.

Ein neuer Chinese ist im Anrollen: Der chinesische Autobauer Brilliance bringt noch dieses Jahr sein sog. "Modell 1" für unter 20.000 Euro mit allem hier üblichen Technik-Schnickschnack. Alle Teile von international führenden Lieferanten, Fertigungstechnik besteht aus in Deutschland entwickelten Anlagen bzw. aus dem BMW-Gemeinschaftswerk. Design kommt aus Italien. Noch 5000 Stück will man dieses Jahr in Deutschland verkaufen, spätestens im Jahr 2008 weltweit 300000 Stück. Der Staatskonzern "Brilliance" hat 35000 Mitarbeiter in 3 Werken, für den aisatischen Markt baut man auch noch BMW´s der 3er und 5er-Reihe in China nach.

Ob WC demnächst die arbeitslosen deutschen Automobilwerker nach China zwangsvermittelt?
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:13:29 Mo. 23.Januar 2006
1.300 Arbeiter der Toyota-Kirloscar Motor (TKM) in Indien wurden am Samstag kurzfristig festgenommen, nachdem sie sich vor dem „State Labour Secretary Office“ versammelt hatten. Sie wurden später am Tage wieder freigelassen. Hintergrund sind Entlassungen von 3 Kollegen die der „undisziplinierten Gewerkschaftsaktivität“ verdächtigt wurden. Es folgten Streiks und Aussperrungen. Der Konflikt begann am 8. Januar, es folgten 12 Tage Aussperrung. Siehe dazu die (englische) Meldung (http://libcom.org/news/article.php?story=toyota-employee-arrests-220106)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:34:08 Mo. 12.Juni 2006
10.06.06 -

Die Automobilarbeiter in Argentinien haben eine Lohnerhöhung von 19 Prozent durchgesetzt, bei einer Inflationsrate von 11,5 Prozent. Der Tarifvertrag mit den Niederlassungen von General Motors, Ford, Volkswagen und DaimlerChrysler wurde auf den 1. April zurückdatiert.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:43:15 Di. 13.Juni 2006
Im Werk Azambuja/Portugal von General Motors (GM) wird heute gestreikt. Der Streik der 1.150 Beschäftigten, verteilt auf drei Schichten, wird jeweils reihum für zwei Stunden durchgeführt. Er richtet sich gegen die geplante Werksschließung. Die IG Metall hat alle Beschäftigten in den deutschen Opel-Werken zu Solidaritätsbekundungen und Protesten aufgerufen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:33:46 Mi. 14.Juni 2006
Während im portugiesischen Azambuja heute die 1100 ArbeiterInnen der dortigen General-Motors-Fabrik in allen drei Schichten gegen die drohende Werksschließung streiken wollen, droht dem Konzern bei Opel in Bochum aus anderen Gründen eine Produktionsunterbrechung. Die Beschäftigten der Logistik-Firma ESI wollen ihre Hungerlöhne nicht länger hinnehmen und befinden sich seit heute morgen um 6 Uhr im Streik. Da die Fließbänder bei Opel just-in-time von dieser Firma mit Scheiben und Kleinteilen beliefert werden, könnte sich der Streik schon bald auf die Autoproduktion auswirken.

http://www.labournet.de/branchen/auto/allg/esi.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:59:40 Fr. 16.Juni 2006
General Motors investiert 115 Millionen Euro in eine neue Autofabrik in St. Petersburg. Durch dieses dritte GM-Werk in Russland soll die jährliche Produktion auf 100.000 Autos steigen. Das neue Werk soll 2008 den Betrieb aufnehmen und 700 Menschen beschäftigen, die 25.000 Autos im Jahr zusammenbauen. Produziert werden soll der Geländewagen Chevrolet Captiva.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02:00:38 So. 18.Juni 2006
17.06.06  
Am Freitag streikten die 1.150 Arbeiter im portugiesischen GM-Werk in Azambuja für 24 Stunden gegen die Absicht des General-Motors-Konzerns, das Werk Ende 2006 zu schließen. GM will die Produktion in das spanische Werk in Saragossa verlagern, das angeblich 500 Euro billiger produziert. Gegen die Schließungspläne gab es schon mehrere koordinierte Proteste der Opelbelegschaften in Europa.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:20:04 Di. 20.Juni 2006
Bei Opel in Rüsselsheim und beim Volkswagen-Werk Auto 5000 stehen die Zeiger auf Protest. Die rund 2000 VW-Arbeiter traten für mehr Gehalt in den Warnstreik und die 5000 Opelaner demonstrieren in Rüsselsheim gegen die Werkschließungspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM).

Rund 2000 VW-Arbeiter von „Auto 5000“ in Wolfsburg sind nach Gewerkschaftsangaben erneut in den Warnstreik getreten. Bei einer Kundgebung am Dienstag bekräftigten sie ihre Forderung nach Einkommenserhöhungen von fünf Prozent. Angesichts der positiven Entwicklung beim VW-Touran - das Modell wird von den „Auto 5000“-Beschäftigten gebaut - sei die Forderung mehr als gerechtfertigt, argumentiert die IG Metall.

Auch 5000 Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim haben aus Angst vor weiterem Stellenabbau und Werksschließungen gegen die Geschäftspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM) demonstriert.

Die Produktion am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim stand für zwei Stunden still. Der Protest richtete sich auch gegen die zunächst verschobene Schließung des portugiesischen GM-Werks in Azambuja mit 1150 Beschäftigten, das aus Kostengründen dicht machen soll.

Die Protestwelle gegen die Politik von General Motors soll auch in den nächsten Tagen weitergehen. Laut Betriebsrat sind in dieser Woche Aktionen in Ungarn, Österreich und Spanien geplant. In der kommenden Woche würden sich auch die Werke Eisenach und Bochum beteiligen.

http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1260652
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:43:59 Mi. 21.Juni 2006
21.06.06: Am Montag legten in der Mittagsschicht 1200 Kollegen für 4 Stunden die Arbeit nieder, um gegen die Schließung des Werkes in Portugal zu protestieren. Nach einer 45-minütigen Information über die Auseinandersetzung um das Werk in Portugal gingen die Kollegen nach Hause, so daß erst mit der Nachtschicht die Produktion wieder anlief.

Telefonisch erklärte der Betriebrat Hartmann des Werkes Kaiserslautern gegenüber rf-news: „Es handelte sich um eine Aktion im Rahmen der vom GM-Europabetriebsrat angekündigten Aktionen:“ Zur Stimmung und Kampfbereitschaft der Kollegen führte er aus: “Es gab eine große Beteiligung und Bereitschaft. Jeder weiß hier worum es geht. Heute ist es Azambuja, morgen kann es Kaiserslautern, Eisenach oder ein anderes Werk sein!“

Gestern interviewte Kollegen erklärten dazu: „Es haben alle mitgemacht.“ und „Die Stimmung war bei der Mehrheit sehr gut.“ Nur einige wenige waren etwas niedergeschlagen, „weil die Opel-Belegschaften nicht mehr zur Ruhe kommen.“

„Nur so geht’s. Es ist gut, dass alle Werke mitmachen ...... besser wär’s vielleicht, wenn wir überall zum gleichen Zeitpunkt antreten würden.“ war zu hören, oder: „Es war ein guter Anfang, oder besser gesagt, ein guter Start in eine neue Runde.“ Und „Natürlich sind wir nächstes Mal wieder dabei.“

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Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:31:19 Do. 22.Juni 2006
(http://www.rf-news.de/plonerfnews/2006/kw25/2206ak.jpg)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:49:14 Sa. 24.Juni 2006
23.06.06

Heute legte die Belegschaft im Werk von General Motors im belgischen Antwerpen vorübergehend die Arbeiter nieder. Das führte zu einem Produktionsausfall von 400 Autos. Streiks gegen geplante Werksschließungen in Europa gab es auch schon im portugiesischen Azambuja, im spanischen Saragossa, in Österreich, in Ungarn und bei Opel in Rüsselsheim.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:33:18 Di. 27.Juni 2006
Opel Bochum: Drei Stunden Solidaritätsstreik - nicht nur gegen Werkschließung in Portugal
(http://www.rf-news.de/plonerfnews/2006/kw26/Jugendtransparent_Opel_G.jpg)
27.06.06 - Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Belegschaften in zahlreichen europäischen Werken der Konzernmutter General Motors (GM) gegen die geplante Schließung des portugiesischen Werkes in Azambuja und die versuchte Erpressung aller Arbeiter protestiert. Landesweit traten gestern in Schweden die Arbeiter der drei Saab-Produktionsstätten in Solidaritätsstreiks. Heute waren nun die Bochumer Opel-Arbeiter an der Reihe. Für drei Stunden legte die Frühschicht die Arbeit nieder. Rund 2.500 Kollegen aus allen Werksteilen versammelten sich im Werk 1 und nahmen an einer kämpferischen Protestkundgebung auf dem Werksgelände teil.

Man sollte nicht vergessen, daß hierzulande ein SOLIDARITÄTSSTREIK verboten ist. Daß ein Kollektiver Gesetzesbruch in Deutschland möglich ist, läßt doch noch hoffen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:04:10 Di. 27.Juni 2006
Zitat
Hintergrund: General Motors Europa

General Motors ist der größte Automobilhersteller der Welt (dicht gefolgt von Toyota) und beschäftigt über 325000 Angestellte. Der Hauptsitz ist in Detroit, Michigan.

In Europa betreibt der GM Konzern elf eigene Autofabriken: In Belgien (Antwerpen), Deutschland (Bochum, Eisenach, Rüsselsheim), Polen (Gliwice), Portugal (Azambuja), Rußland (Togliatti), Spanien (Zaragoza), Schweden (Trollhättan) und Großbritannien (Ellesmere Port und Luton). Dazu kommen Zulieferbetriebe in Österreich (Aspern), Frankreich (Strasbourg), Ungarn (Szentgotthard), Deutschland (Kaiserslautern), Polen (Tychy) und Schweden (Göteborg). An weiteren Produktionsstätten (Barcelona, Turin, Graz u. a.) ist GM beteiligt.

Europaweit hat der Konzern rund 65000 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon (29000) in Deutschland. Zweitgrößter Produktionsstandort ist Spanien ist mit 7600Beschäftigten, gefolgt von Großbritannien (6350), Schweden (6200), Belgien und Luxemburg (4900), Polen (2800), Frankreich (1800), Portugal (1200) und Ungarn (900).

Im Stammwerk der Adam Opel AG in Rüsselsheim arbeiten rund 18000 Leute, 9000 in Bochum, 5000 in Kaiserslautern und knapp 2000 im thüringischen Eisenach (inklusive Zulieferer und Dienstleister).

Am heutigen Dienstag wird bei Opel Bochum ab elf Uhr eine außerordentliche Belegschaftsversammlung zur »Information über die Situation bei General Motors Europa« auf dem Werksgelände stattfinden. Ob sich diese »Informationsveranstaltung« auf die vorgesehenen zwei Stunden beschränken wird, ist indes noch unklar. »Wenn sich viele Kollegen zu Wort melden, dann wird es sicherlich länger dauern«, sagte Betriebsratsmitglied Jürgen Schwartz gegenüber jungeWelt.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:11:15 Di. 27.Juni 2006
»Historische Chance für europaweite Aktionen«

Bochumer Opel-Werker skeptisch, ob es die Gewerkschaftsspitzen mit Widerstand ernst ist. Ein Gespräch mit Jürgen Schwartz
Jürgen Schwartz ist Betriebsrat bei Opel in Bochum und aktiv in der oppositionellen Gruppe »Gegenwehr ohne Grenzen«


Die Opel-Belegschaften in Bochum und Eisenach werden heute mit Aktionen gegen die Schließung des General-Motors-Werks im portugiesischen Azambuja protestieren. Bereits in der vergangenen Woche haben rund 5000 Arbeiter im Stammwerk Rüsselsheim die Arbeit vorübergehend niedergelegt. Wie kam es dazu?


Der Euro-Betriebsrat und die europäischen Gewerkschaften haben in Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Werks in Azambuja ein Solidaritätsversprechen abgegeben. Dem sollen jetzt offenbar Taten folgen. Ein wenig merkwürdig ist jedoch, daß der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel im Vorfeld von einer 24stündigen Aktion gesprochen hat. Auf Nachfragen, wann diese genau stattfinden soll, antwortete er, es gebe Absprachen im Euro-Betriebsrat, das erst einmal nicht bekanntzugeben. Kurz darauf konnte man dann jedoch aus spanischen Zeitungen erfahren, wann welches Werk die Arbeit niederlegen soll. In Bochum wird das in Form einer Betriebsversammlung stattfinden.

Wenn es bei nur einer Protestaktion bleibt und man nicht nachlegt, werden sich die GM-Manager aber wohl kaum von ihrem Vorhaben abbringen lassen. Die Frage ist: Was kommt danach – und hält man die Forderung aufrecht, daß es keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen geben darf? Denn dazu hat sich der Euro-Betriebsrat mit dem Solidaritätsversprechen im Grunde verpflichtet. Fatal wäre, wenn es am Ende heißt, man habe für die Kollegen in Portugal höhere Abfindungen rausgeschlagen, aber die Schließung nicht verhindern können. Wir haben jetzt die einmalige historische Chance, europaweit Aktionen gegen die Erpressungsversuche von General Motors auf die Beine zu stellen – und die sollten wir auch nutzen.
Aber skeptisch sind Sie dennoch. Warum?

In Bochum ist die Erinnerung an den Arbeitskampf vom Oktober 2004 noch sehr präsent. Damals standen wir alleine da, in Rüsselsheim und anderswo sorgten Betriebsrats- und Gewerkschaftsfunktionäre für Ruhe. IG-Metall-Vize Berthold Huber rief die Bochumer Kollegen gar über die Presse dazu auf, wieder an die Arbeit zu gehen. Man brauche »Ruhe für Verhandlungen«, hieß es. Was dabei herausgekommen ist, ist bekannt: letztlich wurden 6500 Arbeitsplätze vernichtet. Unter den Vertrauensleuten in Bochum herrscht deshalb jetzt teilweise die Stimmung vor: Sollen andere erst mal was machen – wir werden uns dann beteiligen.
Deutet die Tatsache, daß es jetzt – im Gegensatz zum Oktober 2004– Solidaritätstreiks mit Azambuja gibt, auf ein Umdenken bei Huber und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz hin?

Nun ja, mit Franz und der Gewerkschaftsbürokratie haben wir in Bochum wie gesagt nicht die besten Erfahrungen gemacht. Von daher gibt es in der Belegschaft ein gewisses Mißtrauen. Ich bin aber selbstverständlich der Meinung, daß man die jetzigen Aktionen auch in Bochum unterstützen muß. Diese sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung. Danach muß es aber weitergehen. Die europäischen Belegschaften könnten dem GM-Management ein Ultimatum stellen, die Schließung des Werkes in Azambuja zurückzunehmen. Ansonsten müßten die Proteste massiv ausgeweitet werden. Was es auf keinen Fall geben darf, ist daß nach dem Motto »Geteiltes Leid ist halbes Leid« allen Belegschaften Verzicht abverlangt wird. Die Alternative dazu ist ernsthafter europaweiter Widerstand.
Gibt es neben den offiziellen Gewerkschaftsgremien und dem Euro-Betriebsrat auch an der Basis eine Vernetzung unter den europäischen GM-Werken?

Das gibt es bislang leider nur vereinzelt. Es bestehen Kontakte zu Gewerkschaftern im britischen Ellesmere Port und in Zaragoza. Das ist aber leider alles noch sehr unterentwickelt.

Interview: Daniel Behruzi, jungeWelt
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:15:41 Di. 27.Juni 2006
Hier mal ganz am Rande eine Meldung, die Zeigt, wie verletzbar auch grße Konzerne sind...
...selbst von kleinen Zulieferern.

Zitat
rf-news 27.06.06 - Streik bei Zulieferer stoppt Produktion von Vauxhall

Die Beschäftigten des Autozulieferers TDS Automotive Logistics im britischen Cheshire traten gestern in einen selbständigen Streik gegen die Entlassung von 240 Kollegen. Diese Entlassungen wurden nach der Streichung der Nachtschicht im Vauxhall-Werk in Ellesmere Port von General Motors ausgesprochen. Wegen fehlender Teile kam die Produktion bei GM/Vauxhall ab 7.30 Uhr vorübergehend zum Stillstand.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:23:22 Do. 29.Juni 2006
„Der Autokonzern schreibt Geschichte beim Beschäftigungsabbau, ein Viertel der Arbeitnehmer soll GM verlassen, während die Gewinne schon wieder nach oben gehen und es in Europa zu Konflikten kommt…“ Artikel von Ralf Streck auf telepolis (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22975/1.html)


Autowerker legen EU-weit Produktion lahm

„Bei Opel und Saab bangen die Mitarbeiter um ihren Job, weil der US-Mutterkonzern General Motors sparen will. Mehrere Stunden standen gestern in der Bochumer Opel-Fabrik die Bänder still. Die Mitarbeiter fürchten, der US-Mutterkonzern General Motors (GM) könne ihre Stellen streichen. Damit hat eine europaweite Protestwelle der Gewerkschaften Deutschland erreicht. Sie sehen bis 2014 in Europa rund 30.000 Jobs bei GM und seinen Zulieferern bedroht…“ Artikel der taz (http://www.taz.de/pt/2006/06/28/a0150.1/text)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Staat bescheissen am 11:05:30 Sa. 09.September 2006
besonders interessant finde ich,
dass OPEL als americanische Tochter des "GM" Konzerns
in den USA "gebannt" wurde.

d.h. OPEL darf schon seit Jahren -vielen vielen Jahren-
keine Autos mehr in die USA verkaufen, und zwar wegen
erhebl. Mängel.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Carsten König am 22:04:51 Do. 23.November 2006
Zitat
Mehr als 5000 Beschäftigte des Volkswagen-Werkes in Brüssel haben seit vergangenem Freitag die Arbeit niedergelegt. Anfang der Woche besetzten die Arbeiter auch Teile des Werks, um den Abtransport von fertigen Autos und die Demontage von Maschinen zu verhindern. Am Mittwochvormittag fand vor dem Haupttor eine Massenversammlung der Arbeiter statt, auf der über das weitere Vorgehen beraten wurde.

Seit Monaten war über die Zukunft des Brüsseler VW-Werks spekuliert worden. Gerüchte über einen geplanten Arbeitsplatzabbau wurden von der deutschen Konzernzentrale in Wolfsburg immer wieder dementiert. Am vergangenen Freitag war dann bekannt geworden, dass die Geschäftsleitung im Rahmen von umfassenden Sparmaßnahmen die gesamte Produktion des VW-Golf aus dem Brüsseler Werk abziehen und nach Deutschland zurückverlagern will. Dadurch soll die Produktion "optimiert" und auf die beiden deutschen Werke in Wolfsburg und im sächsischen Mosel verteilt werden.

Quelle: http://www.wsws.org/de/2006/nov2006/vw-n23.shtml
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: regenwurm am 22:16:30 Do. 23.November 2006
Verlagerung
der Wagen wird jezt hier gefertigt

wie ich las 3500 Arbeitsplätze weg

die ziehn das durch, ob demo oder sonstwas


Zitat
Dadurch soll die Produktion "optimiert" und auf die beiden deutschen Werke in Wolfsburg und im sächsischen Mosel verteilt werden.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:15:47 Mo. 27.November 2006
Die Arbeiter des VW-Werkes in Brüssel haben beschlossen, ihren Streik bis mindestens 15. Dezember fortzusetzen. Sie streiken bereits seit einer Woche gegen die geplante Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätzen und halten das Werk rund um die Uhr besetzt. Für den 2. Dezember ist ein Protestmarsch in Brüssel geplant. Dazu sind auch die Belegschaften der anderen VW-Werke in Europa eingeladen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: regenwurm am 09:59:43 So. 03.Dezember 2006
Alain Luystermans, der seit 28 Jahren bei VW Brüssel arbeitet, sagt: "Wir haben alles stillgelegt. Nur wenn wir solidarisch sind, können wir etwas verändern. Heute trifft es uns, morgen kann es genauso jemand anderen treffen. Das Großkapital kassiert hier die Subventionen und geht woanders hin, um auch dort zu kassieren. Das Maß ist voll. Aber die Politiker sind ebenfalls verantwortlich, sowohl in Belgien wie in ganz Europa.

Anstatt ein Europa für die Menschen aufzubauen, ist dies einzig und allein ein Europa des Kapitals. Man muss eine Zukunft schaffen, nicht nur für uns, sondern auch für die Generationen, die nach uns kommen."

Nach den europäischen Gewerkschaften gefragt, antwortet Luystermans: "Die heutigen europäischen Gewerkschaften sind nichts als Marionetten. Auf der sozialen Ebene wird nichts gemacht, das ist ein großes Problem."

Quelle (http://http://de.indymedia.org/2006/12/163440.shtml)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: regenwurm am 13:20:41 Mo. 04.Dezember 2006
Zitat
von Kuddel
 Für den 2. Dezember ist ein Protestmarsch in Brüssel geplant. Dazu sind auch die Belegschaften der anderen VW-Werke in Europa eingeladen.

Rund 20 000 Menschen haben sich in Brüssel mit den von Arbeitsplatzverlust gefährdeten Beschäftigten des Brüsseler Volkswagen-Werks solidarisiert.
 An dem Zug durch die Innenstadt nahmen auch Gewerkschafter aus deutschen VW-Standorten teil.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: regenwurm am 10:45:30 Fr. 08.Dezember 2006
Der Gewerkschaftsdelegierte, der uns nicht ohne einen gewissen Stolz "ihre Fabrik" zeigt, schätzt, dass der Streik noch bis Januar andauern wird.
Allerdings sind die finanziellen Einbußen ab jetzt erheblich.
 Bis zum 3.12. hatten sie noch ihren Lohn von VW bekommen.
 Seit dem 4.12. gibt es nur noch das Streikgeld der Gewerkschaft - 25 Euro pro Tag.

Streikauto
(http://media.de.indymedia.org/images/2006/12/163743.jpg)
(http://media.de.indymedia.org/images/2006/12/163742.jpg)
(http://media.de.indymedia.org/images/2006/12/163748.jpg)

Quelle (http://media.de.indymedia.org/images/2006/12/163748.jpg)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:32:00 Mo. 26.Februar 2007
26.02.07 - Erneut Streik im belgischen VW-Werk
Heute Morgen ist die Frühschicht im VW-Werk Vorst in Belgien überraschend wieder in den Streik getreten. Auslöser des Streiks war, dass die Arbeiter sauer sind, dass sie nicht angehört wurden vor einer Beratung, die heute stattfindet. Auf dem Treffen geht es um die Verlängerung der Arbeitszeit von 35 auf 38 Stunden.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:48:24 Di. 06.März 2007
Im Automobilwerk Peugeot/Citroën in Aulnay bei Paris stehen seit Mittwoch, 28. Februar, die Montagebänder. Zunächst zeitweise, dann dehnte sich der Streik auf alle Schichten aus, auch auf die Lackiererei. Mittlerweile läuft kein Auto mehr aus der Fabrik. Eine Korrespondentin aus Paris berichtet:

"Unter den Arbeitern spürt man Entschlossenheit und ein regelrechtes Aufatmen, dass endlich mal was geschieht: Der Streik begann nach Abschluss der jährlichen Lohnverhandlungen zwischen Geschäftsführung und rechten Gewerkschaftsführern. Das ausgehandelte Almosen ließ die Sache explodieren. Die Schinderei an den Bändern für 1.100 Euro wollen die Arbeiter nicht länger hinnehmen.

Ein Streikkomitee wurde gewählt und ein Forderungskatalog aufgestellt: 300 Euro Lohnerhöhung, Festeinstellung der Zeitarbeiter, Rente für die über 55-jährigen Kollegen mit Einstellungen, bessere Arbeitsbedingungen ... Die Liste ist lang, die Forderungen sind offensiv - und die Direktion schreit auf, dass die Konkurrenzfähigkeit bei diesen Forderungen gefährdet sei. Bisher verweigert sie die Aufnahme von Verhandlungen.

Das ist der größte Streik seit 25 Jahren bei PSA, nach dem großen fünfwöchigen Kampf 1982 in Aulnay für "Menschenwürde", vor allem das Recht, sich frei gewerkschaftlich organisieren zu dürfen. An diesen Streik wird sich heute erinnert!

rf-news
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Troll am 19:12:08 Di. 06.März 2007
Hast Du noch andere Berichte/Artikel darüber gefunden?
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:40:55 Mi. 07.März 2007
Am Vorabend des angekündigten Streikbeginns im polnischen Bielsko-Biala am Sonntag, dem 4. März 2007, hat General-Motors-Powertrain nachgegeben: man einigte sich auf eine Lohnerhöhung von 85 €, was auch 85% der Forderung entspricht (15% mehr Lohn), weiterhin werden 372 Arbeitsverträge meist junger Kolleginnen und Kollegen entfristet (70% der Befristeten). Das sei ein großer Erfolg, die bisher beste je erreichte Lohnsteigerung. (Bericht eines Kollegen der Gewerkschaft Solidarnosc vom 05.03.2007)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:50:17 Do. 22.März 2007
Nein, ich habe keine weiteren Berichte. Auch das LabourNet hat sich auf den selben Artikel bei rf-news berufen.

Es wird aber wohl noch weitergestreikt:
http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2007-03-21.5308
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Troll am 09:20:49 Sa. 24.März 2007
- Es sind ca. 500 Arbeiter die Streiken.
- Der PSA-Konzern will Streikbrecher einsetzen.
- Vier Gewerkschaften  (CGT, CFDT, SUD, UNSA) haben Klage gegen die Direktion eingereicht, wegen illegalem Einsatz von Streikbrechern.

Für Französisch sprechende:
Paroles de grévistes (http://www.dailymotion.com/video/x1e0wn_paroles-de-grevistes)
Arlette et Olivier à PSA Aulnay (http://www.dailymotion.com/video/x1e37a_arlette-et-olivier-a-psa-aulnay)

Alle Angaben ohne Gewähr, da ich mich der Übersetzungsmaschinen bedienen muß. Wer französisch versteht kann ja aus den Videos eventuell Neuigkeiten raushören und berichten.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: koko am 20:46:24 Sa. 24.März 2007
Zitat
Original von Troll
- Es sind ca. 500 Arbeiter die Streiken.
- Der PSA-Konzern will Streikbrecher einsetzen.
- Vier Gewerkschaften  (CGT, CFDT, SUD, UNSA) haben Klage gegen die Direktion eingereicht, wegen illegalem Einsatz von Streikbrechern.

Dürfen in Frankreich Leiharbeitnehmer mit den Festangestellten streiken wie in Deutschland, gem. §11, Abs. (5) AÜG?

Anlage:
§11, Abs. (5) AÜG:
1. Der Leiharbeitnehmer ist nicht verpflichtet, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist. 2. In den Fällen eines Arbeitskampfs nach Satz 1 hat der Verleiher den Leiharbeitnehmer auf das Recht, die Arbeitsleistung zu verweigern, hinzuweisen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Troll am 08:52:37 Do. 05.April 2007
Das Gericht von Bobigny verurteilt PSA für den Angriff auf das Streikrecht.

Quellen: Forum Unitaire (http://www.cetace.org/forums/viewtopic.php?p=21727&sid=) und Le Monde (http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0@2-3234,36-888200@51-888203,0.html)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:06:47 Fr. 13.April 2007
PSA: Nach sechs Wochen Streik stolz an die Arbeitsplätze zurück

Paris, 13.04.07: Am Mittwoch, 11. April, haben die PSA-Arbeiter im Citroen-Werk bei Paris genau nach sechs Wochen ihren Streik beendet. Sie kehrten hoch erhobenen Hauptes mit einem Demonstrationszug durchs ganze Werk, unter Applaus und kämpferischen Slogans, an ihre Arbeitsplätze zurück! In ihrer letzten Streikzeitung schreiben sie:

"Während unseres Streiks haben  wir die ganze Zeit laut und selbstbewusst unsere Forderungen vorgebracht: für höhere Löhne (300 Euro pro Monat und 1500 Euro netto als Mindestlohn), für die Festeinstellung der Leiharbeiter und für die Rente unserer Kollegen über 55 Jahre. Mit der Dauer unseres Streiks haben wir gezeigt, dass unsere Forderungen berechtigt sind und unabdingbar für alle Arbeiter. Heute kann in unserem Land keiner mehr sagen, dass wir in der Autoindustrie zu gut bezahlt werden.

Natürlich haben wir gegenwärtig nicht in unseren Hauptforderungen gewonnen. Weil unser Kampf auf 500 Streikende begrenzt blieb, war es kaum möglich, PSA zu einer Lohnerhöhung zu zwingen. Wir wissen hingegen, dass unsere Forderungen alle Beschäftigten betreffen. Viele haben uns das gesagt oder uns das durch eine brüderliche Haltung zu verstehen gegeben, ohne dass sie derzeit bereit waren, unserem Beispiel zu folgen.

Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, sich zu organisieren und mit mehreren hundert Streikenden zusammen lange zu kämpfen. Wozu wir selbst fähig waren, dazu sind andere Arbeiter in anderen Werken ebenso fähig. Davon sind wir überzeugt. Und wenn die Direktion sagt, die Probleme bestünden konzernweit, so schlussfolgern wir, dass beim nächsten Mal ein Kampf Schulter an Schulter mit anderen Beschäftigten anderer Werke zu führen ist. Unser Streik ist deshalb ein erster Schritt…

In unserem Streik haben wir uns gestärkt.
- Unser Streik und die Forderungen, für die wir gekämpft haben, sind breit bekannt geworden und haben umso mehr Chancen, von anderen aufgegriffen zu werden.
- Alles was wir gelernt haben, wird uns in künftigen Kämpfen dienen.
- Dank der Solidarität und des entstandenen Vertrauens sind wir jetzt in einer besseren Position, um uns zu verteidigen und uns gegen die Direktion zu verteidigen."

Es gab einige Zugeständnisse der Geschäftsleitung von PSA, aber für die Streikenden zählen die längerfristigen Erfolge viel mehr und damit haben sie vollständig Recht! Der  Kampf ist eine hervorragende Grundlage für zukünftige Siege. Seine Schlussfolgerungen müssen breit bekannt werden und wenn Ihr mehr wissen wollt, dann kommt zum Automobilarbeiterratschlag in Stuttgart vom 18. bis 20. Mai. Die PSA-Arbeiter sind dabei!

(rf-news)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:42:38 Di. 17.April 2007
Von wegen pflegeichte billige Arbeiter im Osten...
Die Arbeiter bei der tschechischen VW-Tochter Skoda sind heute morgen in einen unbefristeten Streik für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen getreten. Letzte Woche hatte die Skoda-Geschäftsleitung eine Erhöhung von 10 Prozent beim Grundgehalt angeboten, das war aber vor allem den Arbeitern am Band entschieden zu wenig. Die Gewerkschaft fordert insgesamt 24 Prozent mehr Lohn. Bei Skoda arbeiten derzeit 26.000 Menschen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 15:38:26 Mi. 18.April 2007
Das unterstreicht meine Auffassung, dass das Kapital investieren kann, wo es will, irgendwann kommt immer der Punkz, wo sich die Arbeiter das nicht mehr bieten lassen.

Mögen auch alle neo-liberalen Kapitalismus-Jünger aus allen Röhren ihre Meinung tröten: Weder die Polen, noch die Russen oder Ungarn, Inder oder Chinesen lassen sich Ausbeutung auf Dauer bieten.

Je aggressiver das Kapital, desto schneller kommt Unzufriedenheit.
Mag Ludwig Ehrhardt gewesen sein wie er will, aber die Erkenntnis, wenn die Arbeiter ein bischen Wohlstand haben (mehr als im damaligen Osten), dann halten sie ihre Klappe (verbunden mit Billig Gastarbeitern aus der Türkei und Italien), die war schon richtig.

Nur geht das eben in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach.
Mit den Gastarbeitern hat es sich sozial ausgehustet und mittlerweile haben wir Folgekosten über den Hals, die keiner richtig tragen will.

Und das bischen Wohlstandsvorsprung gegenüber dem nicht mehr existierenden Osten, ist nicht mehr nötig, weil  das Kapital ja mit Gang nach Osten droht.

Aber wie sagte doch kürzlich ein genialer Kabarettist?
"Wenn man lange genug nach Osten gegangen ist, kommt man wieder hier an!"

Hinter sich lassend: Eine verbrannte Erde der kapitalistischen Gier.

Ich bin gespannt, welches Gedankenmodell gewinnt. Die zügellose Ausbreitung des Kapitalismus oder dessen Ende durch "schneller aufwachende" Ausgebeutete in den Schwellenländern.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:05:47 Fr. 04.Mai 2007
Opel: Europaweiter Streik gegen Stellenabbau

03.05.2007(DiePresse.com)

In ganz Europa standen am Donnerstag die Förderbänder in den Opel-Werken still. Die Arbeiter protestieren gegen das Aus der Astra-Produktion in Belgien.

Rund 6000 Mitarbeiter verließen allein im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim die Werkshallen, um gegen das Management des Mutterkonzerns General Motors zu protestieren. Der Konzern betreibt an den westeuropäischen Standorten zunehmend den Abbau von Produktionsstätten und somit auch Arbeitsplätzen. Auch an anderen deutschen Opel-Standorten sowie in Großbritannien, Spanien, Österreich und Ungarn waren Streiks geplant.

Solidarität mit Opel-Werk in Belgien

Der Autokonzern will die Astra-Produktion im belgischen Antwerpen beenden. Der Chef von General Motors Europa, Carl-Peter Forster, hat angekündigt, dass die Montage des Kompaktwagens dort im Frühjahr 2010 auslaufen soll. Stattdessen sollen nach Angaben des Betriebsrats in Antwerpen künftig pro Jahr 80.000 Fahrzeuge vom Typ Chevrolet gebaut werden. Dies hätte nach Schätzungen der Arbeitnehmervertreter zur Folge, dass zwei Drittel der Belegschaft gekündigt werden müsste. Schon im laufenden Jahr will General Motors in dem belgischen Opel-Werk 1.400 Stellen streichen.

Die Beschäftigten in Antwerpen streiken bereits seit einer Woche gegen diese Pläne. Der Vorsitzende des Opel-Gesamtbetriebsrats, Klaus Franz, sagte, die Arbeitnehmervertreter würden einer Werksschließung in Europa nicht zustimmen. Allerdings versuche General Motors, die westeuropäischen Standorte durch Aus- und Verlagerungen immer weiter zu schwächen. Notwendig sei daher ein Zukunftsvertrag, der alle europäischen Werke bis 2016 absichere. Der schleichende Personalabbau müsse gestoppt werden. (APA/Red.)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:14:58 Fr. 11.Mai 2007
10.05.07  
Die Opel-Arbeiter im belgischen Antwerpen setzten ihren am 26. April begonnenen Streik auch gestern fort. Die Arbeiter trauen dem Management nicht, trotz der auf zwei Modelle und 120.000 Einheiten erhöhten Zusagen. Heute soll über die Fortsetzung des Streiks oder seine Beendigung abgestimmt werden. Auch bei VW in Brüssel standen die Bänder wegen eines Streiks bei dem Zulieferer Arvin Meritor, der Türen anliefert.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: nikeen am 12:19:16 Fr. 11.Mai 2007
Zitat
Original von Staat bescheissen
besonders interessant finde ich,
dass OPEL als americanische Tochter des "GM" Konzerns
in den USA "gebannt" wurde.

d.h. OPEL darf schon seit Jahren -vielen vielen Jahren-
keine Autos mehr in die USA verkaufen, und zwar wegen
erhebl. Mängel.

GM verkauft Opel  da unter dem Namen Saturn, aktuell aber glaub nur den GT. Der Astra soll aber demnächst folgen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:12:57 Mi. 27.Juni 2007
Die moderne "Just in Time Produktion" macht das System sehr empfindlich und angreifbar:

Zitat
Streik legt VW-Touran-Produktion lahm

26.06.2007
Wolfsburg - Ein Arbeitskampf bei dem spanischen Autozulieferer GDX Automotive hat die Produktion des VW-Modells Touran bei der VW-Tochter Auto 5000 vorläufig lahmgelegt. Wegen fehlender Tür- und Fensterdichtungen seien die Nachtschicht am Montagabend und die Früh- und Spätschicht am Dienstag ausgefallen, sagte VW-Sprecher Andreas Meurer der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung".

"Uns fehlen die Autoteile, deshalb mussten wir drei Schichten absagen." Die Produktion von mehr als 800 Autos sei betroffen. Dem VW-Sprecher zufolge soll die Produktion am Mittwoch wieder anlaufen, da der Streik in Spanien offenbar befristet sei. (mit dpa)
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: UnchainedRage am 15:00:36 Mi. 27.Juni 2007
jo, auch die streiks globalisieren sich  :D
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kater am 11:01:26 Do. 02.August 2007
Zitat
Russische Behörden drohen Gewerkschaften
Streik im Werk des größten Autoherstellers Avtovaz

Rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt Russlands größter Autohersteller Avtovaz. In dem Werk nahe der Wolga war ein Streik geplant, um der Forderung nach Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen. Dieser Streik war von einer kleineren Gewerkschaft organisiert, die weder der Regierung noch der Werksleitung nahe steht - und schon werden Gewerkschaftler festgenommen. Unser Korrespondent Robert Baag:

Die Moskauer Rentnerin Tamara Aleksandrova gibt sich kämpferisch. Ja, von dem Streik bei AvtoVAZ in Togliatti an der Volga habe sie gehört. Und sie ist voller Sympathie:

"Was soll man denn sonst machen? Wenn es Leute gibt, die vor Hunger sterben? Wenn man den Menschen alle Ersparnisse geraubt hat? Wenn die Preise steigen? - Die Arbeiter dort bei AvtoVAZ sollten in das Verwaltungsgebäude gehen, die dort gefangen nehmen und das ihnen Zustehende einfordern! ICH würde gehen..."

So radikal gestimmt sind sicher die wenigsten. Aber auch der Student Pawel, der darauf angewiesen ist, sich etwas dazuzuverdienen, hält die Aktion der Automobilarbeiter in Südrussland für legitim:

"Die Preise steigen überall. Im Gegensatz zu den Löhnen. Da wird man schon was in Richtung Streik machen müssen. Sonst geht das doch so weiter! "

Seit Wochenbeginn macht die kleine unabhängige Gewerkschaft "Jedinstvo" von sich reden. Bei AvtoVAZ, immer noch ein Megakoloss, der knapp 12.000 Menschen im Gebiet Samara Arbeit gibt, sind die Monteure sauer. Derzeit verdienen sie im Schichtbetrieb umgerechnet knapp dreihundert Euro. Jetzt fordern 25.000 Rubel, etwas über 700 Euro. Zu viel?

Immerhin: Die Lebensmittelpreise nähern sich bei vielen Produkten dem deutschen Niveau an. Da wäre selbst dieser Lohn bei einer vierköpfigen Familie nicht gerade exorbitant hoch - denn auch die Miete will ja noch bezahlt sein.

Jedinstvo-Sprecher Pjotr Solotarjov im unabhängigen Radiosender Echo Moskvy, der übrigens als einzige Station landesweit über das Streikgeschehen gut tausend Kilometer entfernt berichtet:

"Die Menschen beklagen sich über die Geschäftsleitung, die es so weit hat kommen lasen, dass die Arbeiter eines derart wichtigen und mächtigen Unternehmens inzwischen in solch ärmlichen Verhältnissen leben müssen."

Sicher das Werk, das den berühmten, manche sagen "berüchtigten" russischen Lada produziert, ist in Schwierigkeiten. Nicht zuletzt Missmanagement noch aus sowjetischen Zeiten gilt als Grund.

Aber es erstaunt doch, dass die so genannten unabhängigen Gewerkschaften mit ihrem regierungsnahen Sitz im fernen Moskau sich beeilen, der Firmenleitung den Rücken zu stärken. Sie kritisieren die rund 500 Arbeiter, die jetzt erstmals während einer Vormittagsschicht zu streiken begonnen haben. Vladimir Korneev, der Vorsitzende der staatsnahen, formell aber eigenständigen Gewerkschaft FNP am Telefon:

"Wir können diese Aktion nicht unterstützen. AvtoVAZ befindet sich doch in einer Umstrukturierungs- und Reform-Phase... Dieser Streik, der ja wohl illegal und unvorschriftsmäßig organisiert worden ist, kann noch schmerzhaft auf das Werktätigen-Kollektiv zurückschlagen!"

Wie schmerzhaft, hat noch am Wochenende der Jedinstvo-Aktivist Anton Vetschichin erleben müssen. Die Miliz von Togliatti fing ihn vor den Werkstoren ab und nahm ihn für drei Tage in Polizeigewahrsam. Einem andern Jedinstvo-Mitglied konfiszierte die Miliz Flugblätter. Deren Inhalt wird jetzt auf - wie es heißt: - "extremistischen Inhalt" geprüft. Und: Nach einem neuen, rasch vor der Duma-Wahl im Dezember verabschiedeten Gesetz kann darauf sogar Gefängnisstrafe stehen - wobei der Begriff "extremistisch" selber extrem dehnbar sei, wie der Volkshumor spottet.

Für Jewgenij Jassin, einst marktliberaler Wirtschaftsminister unter Präsident Jelzin, markieren die Vorgänge in Togliatti einen Zeitenwechsel:

"Immer mehr normale, nicht sowjet-ähnliche, der Staatsmacht hörige Gewerkschaften werden auftauchen. Aus einem ganz einfachen Grund: Weil die Marktwirtschaft funktioniert. Denn Gewerkschaften sind ein Element der Marktwirtschaft - mitsamt unabhängigen Vertretern!"
- "Sicher: Die heutige Situation", so Jassin, "erlaube es noch, diese Bewegung an die Kandare zu nehmen! Wie es einmal weitergehen werde? - Das", so Jasin, "hängt von den Arbeitern ab!"

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/653322/
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:49:33 Mo. 24.September 2007
24. September 2007,  NZZ Online
 

Streik bei General Motors

Tarifverhandlungen gescheitert

Beim Opel-Mutterkonzern General Motors wird seit Montag gestreikt. Die Beschäftigten hätten nach Ablauf einer von der Gewerkschaft gesetzten Frist die Arbeit niedergelegt, sagte GM-Sprecher Dan Flores. Rund 73.000 Mitglieder der US-Autoarbeitergewerkschaft UAW arbeiten für General Motors. ...

 
Beim US-Autokonzern General Motors (GM) wird seit Montag gestreikt. Die Arbeiter der Werke in mehreren Gliedstaaten legten die Arbeit nieder, weil sich beide Seiten nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnten.

(ap) Beim Opel-Mutterkonzern General Motors wird seit Montag gestreikt. Die Beschäftigten hätten nach Ablauf einer von der Gewerkschaft gesetzten Frist die Arbeit niedergelegt, sagte GM-Sprecher Dan Flores. Rund 73.000 Mitglieder der US-Autoarbeitergewerkschaft UAW arbeiten für General Motors.

Der Autobauer zeigte sich enttäuscht von dem Streik. Man wolle jedoch weiterhin mit der Gewerkschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen zu finden, sagte Flores. GM hatte sich in den Verhandlungen für einen Gesundheitsfonds eingesetzt, um rund 51 Milliarden Dollar an Kosten für die Gesundheitsfürsorge von ehemaligen Mitarbeitern aus den Büchern zu tilgen. Der Konzern muss fast 339.000 Rentner und überlebende Angehörige von ehemaligen Mitarbeitern versorgen.

Der Tarifvertrag war bereits am 14. September abgelaufen; die UAW verlängert ihn seitdem auf stündlicher Basis. UAW-Präsident Ron Gettelfinger zeigte sich nach den 20-tägigen bisher ergebnislosen Verhandlungen verärgert: «Wir sind enttäuscht und schockiert, dass GM nicht anerkennt, was die Gewerkschaftsmitglieder in den vergangenen vier Jahren zu der Unternehmensentwicklung beigetragen haben». Gettelfinger machte keine Angaben zu den Forderungen der Arbeitnehmervertretung. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die UAW Produktionsgarantien für die US-Werke fordert.
Unternehmen missachtet die Beschäftigten

UAW-Verhandlungsführer Cal Rapson kritisierte, das GM-Topmanagement habe sich auch in diesem Jahr wieder Bonuszahlungen genehmigt, von den Beschäftigten werde dagegen erwartet, dass sie einen Rückgang beim Lebensstandard hinnähmen. «Die Missachtung der Interessen der Beschäftigten durch das Unternehmen hat unsere Verhandlungskommission zu dem harten Vorgehen gezwungen», erklärte Rapson.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kalle_Arsch am 00:40:46 Di. 02.Oktober 2007
Fakten was GM/Opel angeht :

1. Das Werk Azambuija in Portugal ist bereits geschlossen, dort wurde klamheimlich vom Ami alles dicht gemacht. Der Presse wurde es natürlich anders verkauft. Aus Image-Gründen.

2. Im Werk Bochum ist geplant, die Stammbelegschaft in den nächsten Jahren auf 2000 MA herunter zu schrauben. Fehlende MAs werden über Zeitarbeitssklaven abgedeckt.  ;) ( Damit Bochum die neue Generation des Astras bauen darf )

In den 80er Jahren hatte Bochum noch ca. 20.000 Mitarbeiter in den drei Bochumer Werken.

Werksauslagerungen sind bereits seit Jahren an der Tagesordnung. GM möchte "nur" das Kerngeschäft im eigenen Haus behalten, was sich auf die Wagenendmontage beschränkt. Der Rest, Presswerk, Komponentenfertigung, Lackiererei und Fertigmontage stehen für eine Auslagerung zur Disposition.

Früher fertigten die Bochumer Motoren, dieser Fertigungsbereich wurde schon vor 3 Jahren komplett nach Ungarn verlagert. Heute besteht nur noch Lagerhaltung in dieser ehmaligen Fertigungshalle.

Bei Opel werden und können keine Hauseigenen " Entscheidungen" mehr getroffen werden, alles wird direkt aus Detroit gesteuert.

In Amerika fährt GM einen noch härteren Kurs: Man schaue mal auf die Stadt Flint/Michigan. Dort haben Wagoner und Co. so ziemlich alles abgerissen was geht. Etliche Werke wurden dort komplett dem Erdboden gleich gemacht. Menschen und Schicksale sind diesen Managern fremdt.

Man darf gespannt sein wie es hier in Europa mit der Marke Opel weiter geht.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: beickmann am 01:17:19 Di. 02.Oktober 2007
Karmann geht es ja wohl auch an den Kragen. VW und Opel wollen ihre Cabrios künftig in ihren eigenen Werken fertigen.

Wahrscheinlich mit Leiharbeitern.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: BakuRock am 16:44:21 Di. 16.Oktober 2007
Aus Labournet vom 16.10.2007:

Zitat
XVII. Internationales > Indien

GurgaonWorkersNews - Workers News from the Special Exploitation Zone

Der siebte Newsletter aus Gurgaon, Indien, liefert vor allem eine
Zusammenfassung zur Situation bei Honda HMSI. Im Juli 2005 wurde eine
Demonstration von Honda-ArbeiterInnen von der Polizei brutal zerschlagen.
Dies sollte ein Zeichen an alle ArbeiterInnen in der Region sein, von den
AutomobilarbeiterInnen bis zu den Beschäftigten der
Textil-Exportindustrie: wer Ansprüche anmeldet, muss mit Repression
rechnen. Nach der Aussperrung im Sommer 2005 wurde eine Gewerkschaft vom
Honda-Management anerkannt, diese vertritt aber nur die festangestellten
ArbeiterInnen. In den letzten zwei Jahren sind die LeiharbeiterInnen zur
Mehrheit im Betrieb geworden und erheben jetzt eigene Ansprüche, z.B.
während des wilden Streiks Ende 2006... Mehr in englischer Fassung. Darin
u.a.:“ Proletarian Experiences - Daily life stories and reports from a
workers’ perspective”; “Collective Action - Reports on proletarian
struggles in the area”; “According to Plan - General information on the
development of the region and on certain company policies.”; “About the
Project - Updates on Gurgaon Workers News” Zur (englischen) Ausgabe Nr.7
http://gurgaonworkersnews.wordpress.com/gurgaonworkersnews-no7/
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:41:44 Fr. 21.Dezember 2007
Der VW-Konzern will seine Profitrate ("Kapitalrendite") von 5,3 Prozent in diesem Jahr bis 2008 auf 21 Prozent vervierfachen. Das ist ein Bestandteil der Zehnjahres-Strategie "Mach18", die der Vorstandsvorsitzende Winterkorn 1.200 Managern in Dresden vorgestellt hat. Der Weltmarktanteil bei Autos soll von 6,3 auf 9 Prozent erhöht werden.

Zitat
Kriegskassen gut gefüllt
Autobauer horten 34 Milliarden Euro

Die deutschen Autobauer sind so reich wie nie: In den Kassen von BMW, Daimler und Volkswagen stapeln sich mehr als 34 Milliarden Euro.
http://www.sueddeutsche.de/,tt2l1/wirtschaft/artikel/263/145927/

Zitat
BMW streicht massiv Stellen

Der Münchner Autokonzern will im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms im kommenden Jahr in großem Umfang Stellen abbauen - vor allem in Deutschland.
http://www.sueddeutsche.de/,tt2m1/wirtschaft/artikel/797/149439/
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:04:03 Mi. 16.Januar 2008
16.01.08 - Am Montag traten 250 Arbeiter des Autozulieferers Syncreon, früher TDS Automotive, in den Streik. 81% der Arbeiter hatten dafür gestimmt. Die Arbeiter sind nicht einverstanden mit einer neuen Lohnstruktur, die keinerlei Lohnerhöhungen vorsieht. Sie verlangen einen Euro mehr die Stunde. Der Streik verursachte einen Stillstand bei den belgischen Ford-Werken ab 6.00 Uhr am Dienstag, der auch heute anhält.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:54:01 Sa. 19.Januar 2008
18.01.07 - Donnerstag nachmittag haben Ford-Arbeiter in Genk (Belgien) spontan die Arbeit niedergelegt. Sie fordern höhere Löhne und protestieren gegen die Arbeitshetze. Die Arbeiter fordern einen Euro mehr die Stunden und die Übernahme der befristet Beschäftigten in feste, unbefristete Arbeitsverträge. Damit haben sich die Ford-Kollegen den Forderungen der Kollegen des Zulieferbetriebs Syncreon angeschlossen, die am Montag in den Streik getreten waren. Gestreikt wird bei Ford in allen drei Schichten, die Produktion steht seit 17 Stunden.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:57:12 Mi. 30.Januar 2008
nach

Zitat
BMW streicht massiv Stellen

heißt es nun

Zitat
BMW erzielt Rekordumsatz

Der Autobauer BMW hat 2007 erneut einen Rekordumsatz eingefahren. Die Erlöse kletterten um 14 Prozent auf 56 Mrd. Euro. Mit 1,5 Mill. Fahrzeugen verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr so viele Autos wie noch nie.
http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1384233/default.aspx/bmw-erzielt-rekordumsatz.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:44:35 Mi. 13.Februar 2008
General Motors (GM) hat 74.000 Beschäftigten eine Abfindung angeboten, damit sie "freiwillig" aus dem Unternehmen ausscheiden. Vor zwei Jahren hatten das Angebot nur 30.000 der damals 113.000 Angeschriebenen angenommen. GM will mit der Aktion vor allem gut verdienende Beschäftigte loswerden und Billigkräfte dafür anheuern. Gleichzeitig hatte der Autokonzern verkündet, im vergangenen Jahr 38,7 Mrd. Dollar Verlust gemacht zu haben.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:01:30 So. 24.Februar 2008
Zitat
Opel setzt erneut den Rotstift an

Arbeiter führen im Opel-Werk in Rüsselsheim die Endkontrolle an frisch produzierten Opel Vectras durch. Archivfoto: dpa
 Beim Autohersteller Opel rücken knapp drei Jahre nach einem harten Restrukturierungsprogramm neuerliche Personaleinschnitte näher. Das Management des Mutterkonzerns General Motors (GM) strebt noch im laufenden Jahr an, knapp 1 000 Stellen in Europa über Outsourcing-Maßnahmen abzubauen.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1395192/default.aspx/opel-setzt-erneut-den-rotstift-an.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:07:09 Mo. 25.Februar 2008
Am 07.01.2008 berichteten wir (labourNet) von dem Kampf von 5 KollegInnen nicht nur gegen ihren Arbeitgeber, der „Daimler-Chrysler Freightliner LLC“ sondern zu allem Überfluß auch noch gegen ihre eigene Gewerkschaft, der UAW. Jetzt ist der Konflikt komplett eskaliert. Die 4 Kollegen und 1 Kollegin wurden aus der Gewerkschaft gefeuert, einer der Kollegen, Allen Bradley, wurde sogar vom Sheriff kurzzeitig verhaftet, nachdem die Gewerkschaftsführung die Polizei gerufen hatte. Unser Kollege Steve Zeltzer vom amerikanischen LaborNet schreibt uns: „The UAW bureaucrats have arrested one of the leaders of the Freightliner Five and illegally expelled them from the union. It would be very important to get some solidarity statements from DM workers in Germany and maybe organize a visit to the union in Germany and have a picket outside the offices of DM.” Die Kollegen brauchen also dringend Solidaritätsnoten aus Deutschland.

http://www.labornet.org/cgi-bin/ib/cgi-bin/ib.cgi?action=read&id=109
http://www.justice4five.com/
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:13:31 Do. 28.Februar 2008
Am Dienstag kurz nach Mitternacht traten 3.650 Beschäftigte des US-Autozulieferers American Axle and Manufacturing (AAM) in den Streik. Gestreikt wird in einem Betrieb in Detroit und einem anderen in der Nähe von Buffalo/New York. Das Unternehmen verlangt eine Senkung der Stundenlöhne um bis zu 14 US-Dollar und eine Kürzung seiner Zahlungen für die Renten- und Krankenversicherung. Über 70 Prozent der Teile von AAM, darunter für Antrieb und Chassis, gehen an General Motors (GM). Der Streik könnte zahlreiche Werke von GM lahm legen, ebenso die Pick-up-Produktion von Chrysler.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:34:52 Do. 13.März 2008
Selbständiger Streik bei Vauxhall in Großbritannien

08.03.08 - Am Dienstagvormittag um 11.00 Uhr begannen die Arbeiter im Presswerk von Vauxhall in Ellesmere Port einen selbständigen Streik. Die Mittagschicht nahm die Arbeit wieder auf. Die Arbeiter organisierten den Streik aufgrund der im Werk entstandenen Unruhe, das zu General Motors gehörige Werk wolle 460 Arbeiter entlassen.




GM Europe will 10% der Arbeitsplätze vernichten

12.03.08 - General Motors Europe (GME) will in Westeuropa 5.000 von 55.600 Arbeitsplätze vernichten. Das sagte Jean-Marc Ruhland, Betriebsrat und Mitglied des französischen Gewerkschaftsbundes CFDT. Nach seinen Angaben sollen im Werk Bochum 900 und in Rüsselsheim 300 bis 500 Arbeitsplätze wegfallen. Weitere Stellenstreichungen seien in Straßburg, im belgischen Antwerpen und im spanischen Saragossa geplant.



Opel Bochum: Gemeinsame Protestaktion in Werk I und II

12.03.08: Im Werk II versammelten sich gestern über 100 Kolleginnen und Kollegen (etwa 65 Prozent) in der großen Pause auf dem Werksgelände vor der Verwaltung zu einer Protestaktion. Anlass war das drohende Ende der Getriebeproduktion und damit die Vernichtung von über 600 Arbeitsplätzen. Schon vor Monaten gab es erste Proteste auch als Schlussfolgerung aus der schleichenden Schließung der Motorenbaus in Bochum. Diesmal sollte bewusst auch die Öffentlichkeit einbezogen werden.

Es gab drei Transparente "Zukunft für Powertrain über 2012 hinaus", "kein zweites Nokia" und "Vertrauensleute Opel" sowie mehrere IG-Metall-Fahnen. Vor dem Haupteingang stand eine E-Karre, von der zwei Betriebsräte eine Ansprache hielten. Einzelne Kollegen kamen danach noch ans Tor und sprachen mit dem WDR bzw. Sat 1. Es waren auch einzelne Fotografen vor Ort. Die Stimmung unter den Kollegen war gut und die Aktion heute wird als Auftakt gesehen. Die Werksleitung hatte versucht, mit einem Flugblatt die Belegschaft von der Aktion abzuhalten. Aber der Schuss ging nach hinten los.

Gleichzeitig fand im Werk I auch eine Pausenprotestaktion statt mit gut 80 Teilnehmern, Transparenten usw. In den Reden wurde die Einheit zwischen Werk I und II betont und dass gemeinsam gekämpft werden muss. Ob Arbeitsplatzabbau im Getriebebau, Arbeitshetze, Leiharbeit oder Auslagerungen, das ist ein Ausbeutungsprogramm von GM und es muss auch gemeinsam in allen Werken bekämpft werden.

Applaus gab es für die Forderung nach Übernahme der Azubis. Kritik übten Vertrauensleute an der schlechten Mobilisierung führender Betriebsräte. Auch im Werk I sehen viele Kollegen die heutige Aktion als Auftakt für weitere Kampfaktionen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:10:14 Fr. 14.März 2008
Südkorea    
Ulsan: In der Autofabrik Nr.I ist es an zwei Tagen zu wilden Arbeitsniederlegungen gekommen, die jeweils eine Stunde in der Früh- und Spätschicht gedauert haben. Die Arbeiter fordern mehr Geld, nachdem Hyundai die Überstunden in der Fabrik gestoppt hat. An den Aktionen beteiligten sich etwa zwei Drittel der etwa 3000 Festeingestellten, die 800 Leiharbeiter nahmen nicht direkt teil, konnten aber auch nicht arbeiten, weil die Bänder standen.
 

Quelle: Libcom.org, 9.3., ChosunIlbo, 10.3.08
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:19:46 Sa. 15.März 2008
15.03.08 - Gestern beteiligten sich 4.000 Beschäftigte des rumänischen Autoherstellers Dacia  an einem Warnstreik. Sie fordern eine Lohnerhöhung von 150 Euro im Monat und die Erhöhung von Bonuszahlungen. Dacia gehört zum französischen Autokonzern Renault.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:26:05 Sa. 22.März 2008
Bis in fünf Jahren drohen in der deutschen Autoproduktion 15.000 bis 20.000 Arbeitsplätze wegzufallen. Das prognostiziert eine neue Studie des Branchenexperten Dudenhöffer - der eine Job-Verlagerung nach Russland und in die USA erwartet.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,542953,00.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:35:26 Di. 25.März 2008
25.03.08 - Rund 10.000 von 13.000 Beschäftigten des Dacia-Automobilwerks in Pitesti/Rumänien sind am Montag in einen unbefristeten Streik getreten. Sie verlangen eine Lohnerhöhung von 150 € bei einem monatlichen Basislohn von 1.070 Lei, das sind rund 300 €. Das Werk gehört zu dem französischen Automobilkonzern Renault. Im vergangenen Jahr wurden 230.000 Fahrzeuge des Billigmodells Logan gebaut.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:36:21 Mi. 16.April 2008
Der Automarkt boomt, aber in ihren russischen Werken unterlaufen westliche Automobilfirmen viele  arbeitsrechtliche Standards. «Tretet in die Gewerkschaft ein. Es ist die einzige Kraft, die eure Interessen schützt», ruft Pjotr Podiwilow über eine selbstgebaute Lautsprecheranlage. Der 33-jährige Qualitätskontrolleur steht vor dem Werk von Renault Moskau, das die ArbeiterInnen gerade nach Schichtende verlassen. Seit einem Jahr versucht er im Betrieb eine unabhängige Gewerkschaft aufzubauen, 200 Leute hat er schon zusammen. Doch die Unternehmensleitung legt ihm Steine in den Weg. ArbeiterInnen, die an einer Kundgebung vor dem Werk teilnehmen, riskieren ihre Kündigung…

 http://www.woz.ch/artikel/2008/nr15/international/16191.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:55:03 Do. 17.April 2008
Am 10. April begannen Fiat-Arbeiter eine Blockade des süditalienischen Werks in Pomigliano und lassen keine Lkw's herein. Fiat will 316 Arbeiter in eine Logistikgesellschaft auslagern. Die Arbeiter betrachten das als ersten Schritt zu ihrer Entlassung und wollen den Streik so lange fortsetzen, bis sie wieder bei Fiat eingestellt werden.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:46:52 Mo. 21.April 2008
Lauter, selbstbewusster, unverschämter: Der Streik bei Dacia-Renault Rumänien markiert einen Wendepunkt
(http://www.labournet.de/branchen/auto/renault/DaciaSklaven.jpg)

Am 24. März 2008 treten etwa 8000 der insgesamt 13000 Beschäftigten des Dacia-Werks in Rumänien in einen unbefristeten Streik. Unter anderem fordern sie eine Erhöhung ihrer Löhne um 50 bis 70 Prozent. Die Streikenden orientieren sich dabei erstmalig nicht an landesüblichen Löhnen, sondern vergleichen sich mit Arbeitern von Renault in der Türkei oder Frankreich, die für die gleiche Arbeit 900 bzw. 2000 Euro erhalten, für die sie selber höchstens 300 Euro bekommen. Der Streik bei Dacia ist der größte Kampf im privaten Sektor in Rumänien seit 1989 und könnte der Beginn einer Welle von Streiks für bessere Lebensbedingungen sein…

http://www.wildcat-www.de/aktuell/a059_dacia.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:41:35 Mo. 28.April 2008
"Die Schwesterorganisation der FAU, FORA-AIT in Argentinien, bittet international um Unterstützung einer lokalen Basisgewerkschaft in Buenos Aires.Das Sindicato de Resistencia de Oficios Varios (Gewerkschaft der Widerständigen verschiedener Berufssparten) aus Morón unterstützt die Arbeiterinnen und Arbeiter des Automobilzulieferers Dana. Dort wurden im Januar 60 MitarbeiterInnen entlassen, weil sie als AktivistInnen der Organsiation dem Unternehmen ein Dorn im Auge waren. Daraufhin kam es zum zweiwöchigem Streik, der permanent und brutal angegriffen wurde. Unter immenser Einschüchterung der Belegschaft und großem Polizeiaufgebot setzte das Unternehmen die Wiederaufnahme der Arbeit durch. Die Arbeiterinnen und Arbeiter versuchen, sich weiter zur Wehr zu setzen und benötigen Unterstützung in Form von Öffentlichkeit und Spenden..."

http://www.fau.org/artikel/art_080426-194039
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:47:30 Fr. 23.Mai 2008
23.05.08 - Am Mittwoch demonstrierten etwa 1.000 Beschäftigte des Fahrzeugbaus von Karmann in Osnabrück gegen den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze. Die Beschäftigten wollen das Ultimatum der Geschäftsleitung nicht hinnehmen, den Fahrzeugbau bis zum 30. Juni zu schließen, falls es keine Anschlussaufträge gibt.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:19:06 Sa. 24.Mai 2008
Aktie gibt stark nach

Streiks bei Zulieferer kosten GM Milliarden

Durch Streiks bei einem wichtigen Zulieferer und in eigenen Werken sind dem US-Autohersteller General Motors innerhalb eines halben Geschäftsjahrs Gewinne von 2,8 Mrd. Dollar entgangen. Der Ende Februar begonnene Ausstand hatte dutzende Werke lahmgelegt.


DETROIT. Wie aus einer Mitteilung vom Freitag an die Börsenaufsicht hervorgeht, reduzierte der tags zuvor beendete Ausstand bei American Axle seine Produktion im laufenden zweiten Quartal um 230 000 Fahrzeuge. Dies entspreche einem Rückgang um 1,8 Mrd. Dollar beim Vorsteuergewinn. Um weitere 200 Mill. Dollar werde das Ergebnis als Folge von Streiks in den eigenen Werken in Michigan und Kansas gedrückt, bei denen es um die dortigen Vertragsbedingungen gegangen war, hieß es weiter.

Im ersten Quartal verringerte der Streik bei American Axle den GM-Gewinn um 800 Mill. Dollar, wie der Konzern bei früherer Gelegenheit mitgeteilt hatte. Der Ende Februar begonnene Ausstand hatte die Produktion in rund 30 GM-Werken in Nordamerika lahmgelegt.

Die Aktie des Autokonzerns wurde am Freitag 5,3 Prozent schwächer bei 17,46 Dollar gehandelt.

http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Industrie/_pv/_p/200038/_t/ft/_b/1433812/default.aspx/streiks-bei-zulieferer-kosten-gm-milliarden.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:55:56 Sa. 24.Mai 2008
Eine Mehrheit der 3.650 Arbeiter des US-Autozulieferers American Axle & Manufacturing (AAM) hat für eine Beendigung des am 26. Februar begonnenen Streiks gestimmt. Mit dem Erpressungsmanöver einer drohenden Insolvenz setzte AAM die Schließung von 2 Werken, Lohnkürzungen von 28,14 US-$ auf 18 US-$ die Stunde und eine jährliche Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für die Beschäftigten um 3% durch. General Motors als größter Kunde musste rund 30 Werke wegen Teilemangel schließen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:17:28 So. 15.Juni 2008
 Automobilbau
Lkw-Streik in Spanien legt Fließbänder lahm
Moderne Autoherstellung ist auf sichere Zulieferung von Komponenten angewiesen. Der Streik der Lkw-Fahrer in Spanien bringt die Produktion von Fahrzeugen in Deutschland zum Erliegen. Betroffen sind neben Volkswagen und Audi auch Ford, Opel und BMW. Branchenvertreter fordern eine schnelles Ende der Blockaden.

 
(http://www.welt.de/multimedia/archive/00587/spanien4_DW_Wirtsch_587943g.jpg)
 
Der Streik der spanischen Lastwagenfahrer wegen der hohen Spritpreise hat zu Produktionsausfällen in deutschen und ausländischen Werken vieler Autobauer geführt. Allein bei Ford in Saarlouis wurden mindestens 1.200 und bei Audi in Brüssel 900 Fahrzeuge nicht gebaut. Bei Opel war Eisenach betroffen, bei BMW Leipzig und Regensburg und das Mini-Werk in Oxford. Bei Ford standen zeitweise die Bänder auch in Köln still, bei VW in Setubal in Portugal und im spanischen Pamplona.
Bei Ford fielen an den Standorten Köln und Saarlouis mehrere Schichten aus, weil Fahrwerk-Teile fehlten, wie Unternehmenssprecherin Beate Falk am Freitag erklärte. Inzwischen sei die Produktion aber wieder angelaufen, weil sich auch die Situation in Spanien offenbar entspannt habe. Die Schichten sollen in den nächsten Wochen nachgeholt werden.

Bei Audi stand das Werk in Brüssel am Donnerstag und Freitag still. Am Montag werde man aber wieder produzieren können, sagte ein Sprecher. Die fehlenden Karosserieteile aus Pamplona seien inzwischen angekommen. Am Wochenende wäre das Werk auch ohne den Streik geschlossen gewesen. Insgesamt seien rund 600 Polos und 300 A3 nicht gebaut worden. Man werde jetzt versuchen, die ausgefallene Produktion wieder aufzuholen.

Im Corsa-Werk in Eisenach sollten wegen fehlender Komponenten in der Nacht zum Samstag keine Autos gebaut werden, wie Opel-Sprecher Andreas Krömer sagte. Der Produktionsausfall belaufe sich auf rund 200 Fahrzeuge: „Der Streik der Lkw-Fahrer in Spanien ist für uns äußerst ärgerlich.“ Das Eisenacher Opel-Werk ist auf Teile und Komponenten angewiesen, die teils im Opel-Werk in Zaragoza, teils bei Zulieferbetrieben in Nordostspanien gefertigt werden. Krömer sagte, es sei damit zu rechnen, dass der Streik auch die Produktion in der kommenden Woche beeinträchtigen werde.

Auch BMW fehlen durch den Streik der Lastwagenfahrer verschiedene klassische Zulieferteile. Der Autobauer lässt deswegen in seinen Werken in Leipzig und Regensburg jeweils eine Schicht ausfallen, im Mini-Werk in Oxford stehen die Bänder das ganze Wochenende über still, wie Sprecher Michael Rebstock sagte. Das bedeute, dass jeweils mehrere hundert Autos nicht gebaut würden. Für Montag sei die Produktion aber gesichert, und von da an müsse man „auf Sicht fahren“. Obwohl die Produktion nachgeholt werden könne, bleibe ein durchaus erheblicher finanzieller Schaden.
 
Das VW-Werk in Setubal in Portugal stellte am Freitagmorgen die Fertigung ein, wie ein Unternehmenssprecher in Wolfsburg sagte. Im Werk in Pamplona in Spanien habe es an den Vortagen Ausfälle gegeben. Dort werde aber seit Freitag wieder produziert. Die Produktion von VW in der Bundesrepublik war nach Angaben des Sprechers von den Streiks in Spanien nicht betroffen. Auch für Montag seien in Deutschland keine Schichten abgesagt worden, hieß es.

Der Verband der Automobilindustrie appellierte an Politik und Verwaltungen in Europa, „die Folgen der derzeitigen Straßenblockaden und Streikaktionen in mehreren europäischen Ländern möglichst gering zu halten“. Die Bundesregierung sei „dringend gebeten, im Dialog mit ihren europäischen Partnern auf eine rasche Beendigung der Straßenblockaden hinzuwirken“, sagte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig. Dies sei umso mehr erforderlich, weil Transportalternativen auf der Schiene in vielen Fällen nicht zur Verfügung stünden.

AP/dma

http://www.welt.de/wirtschaft/article2100811/Lkw-Streik_in_Spanien_legt_Fliessbaender_lahm.html?nr=1&pbpnr=0
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:36:57 Mi. 18.Juni 2008
Zitat
Daimler baut Mercedes-Werk in Ungarn

Das Rennen ist entschieden: Im Dreikampf um den Standort für ein neues Daimler-Werk in Osteuropa hat Ungarn sich gegen Polen und Rumänien durchgesetzt. Zugleich kündigte der Konzern an, 600 Millionen Euro in den Standort Rastatt zu investieren. Hintergrund dieser Entscheidungen sind Pläne zum Ausbau der Produktpalette: Mercedes-Benz will die Zahl seiner Kompakt-Modelle von zwei auf vier erweitern.
http://newsticker.welt.de/index.php?channel=ham&module=dpa&id=18086646

Na denn schauen wir mal, wie lange es dauert, bist die rumänische Belegschaft sich weigert weiter als Billigarbeiter zu funktionieren...
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:57:55 Do. 03.Juli 2008
03.07.08 - Gestern traten beim Automobil- und Baustoffzulieferer Bekaert in Belgien in verschiedenen Werken 2.000 Arbeiter in einen 24-stündigen Streik. Der Streik kam als Reaktion auf die Ankündigung, dass das Werk in Lanklaar geschlossen werden soll. Das Unternehmen will den Baustahlbereich "neu ordnen".
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:05:23 Di. 15.Juli 2008
Im Zuge von Sparmaßnahmen
General Motors plant weiteren Jobabbau

Der ins Schlingern geratene US-Autobauer General Motors wird Unternehmenskreisen zufolge auf einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag das zweite Restrukturierungsprogramm innerhalb von sechs Wochen verkünden.



HB DETROIT. GM-Chef Rick Wagoner werde drastische Sparmaßnahmen, einen weiteren Jobabbau sowie eine Ausdünnung der Modellpalette verkünden, hieß es. Die GM-Aktie legte nach dem Bekanntwerden der Pläne nachbörslich um rund fünf Prozent zu.

Wie die US-Konkurrenten Ford und Chrysler leidet GM derzeit unter gestiegenen Materialkosten, dem hohen Ölpreis und einem schwächelnden US-Markt. Besonders die spritschluckenden Geländewagen und Pickup-Kleinlaster finden immer weniger Käufer. Amerikas größter Autokonzern hatte deshalb bereits Anfang Juni die Schließung von vier Pickup-Fabriken angekündigt, in der rund 100 000 Menschen arbeiten.

Im Rahmen des neuen Sparprogramms würden nun vor allem Büroarbeiter und Truck-Ingenieure ihren Job verlieren, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. "Sie wollen die Produktion von SUVs zurückfahren. Einige Ingenieure arbeiten jetzt stattdessen an kleineren Autos. Aber für ein kleineres Unternehmen mit einer schmaleren Produktpalette sind sie personell völlig überbesetzt", sagte sie.

Analysten hoffen vor allem auf eine Ausdünnung der Produktpalette, die sich ihrer Meinung nach zu stark überlappt. Bisher hat GM jedoch nur den Verkauf seiner Geländewagen-Marke Hummer in Aussicht gestellt - dem Sinnbild für hohen Spritverbrauch in der USA. "Ich glaube, nun wird kein Bereich unberührt bleiben", sagte Automobilbranchen-Berater David Cole.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/general-motors-plant-weiteren-jobabbau;2011755
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:56:47 Di. 15.Juli 2008
Zitat
Volkswagen baut US-Werk in Tennessee

Der Volkswagen-Konzern will in Chattanooga, Tennesee, sein Werk in den USA errichten.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/volkswagen-baut-us-werk-in-tennessee;2011894
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:28:21 So. 20.Juli 2008
“Desweiteren sind einer Meldung der International Metalworkers' Federation (IMF) zufolge die ArbeiterInnen der wichtigsten iranischen Autofabrik Iran Khodro (enger Kooperationspartner von Daimler-Benz) in Tehran in den Streik getreten, die Forderungen des Streiks beinhalten: „Prohibited entry of security guards to workstations; An end to mandatory over-time; Increases in productivity benefits; Wage increases in line with cost of living adjustments; An end to temporary contracts allowing for the hiring of workers on a permanent basis; An end to the expansion of subcontracting companies; and Participation of workers' representatives in key decision making committees.”

http://www.imfmetal.org/main/index.cfm?n=47&l=2&c=17947
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:38:26 So. 27.Juli 2008
26.07.08 - Renault will in Europa 5.000 Stellen streichen und hat einen Einstellungsstopp verfügt. Als Begründung dient der Rückgang der Verkäufe in Westeuropa ohne Frankreich um 4,6 Prozent, steigende Rohstoffkosten und die Finanzmarktkrise. Weltweit stiegen die Verkäufe dagegen um 4,3 Prozent und der Gewinn um 37 Prozent.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:46:24 Mi. 06.August 2008
Zitat
General Motors, der größte Autokonzern der USA und ein Symbol für das Land als industrielle Großmacht, fährt hohe Verluste ein. Zehntausende Angestellte sollen gehen, Neueingestellte erhalten nur noch den halben Lohn, die Krankenversicherung wird der Gewerkschaft übertragen…
http://jungle-world.com/artikel/2008/31/22332.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:53:17 Mo. 18.August 2008
Südkorea: Streik bei Kia für mehr Lohn

16.08.08 - Am Donnerstag streikten in Südkorea 25.000 Arbeiter in den Automobilwerken von Kia für vier Stunden. Die Gewerkschaft fordert in der diesjährigen Tarifrunde 9 Prozent mehr Lohn und einen Bonus von drei Monatslöhnen. Es war bereits der fünfte Warnstreik in dieser Tarifrunde.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:58:12 Di. 26.August 2008
Zitat
Wer Schlendrian nach altsozialistischer Art gewohnt war, der fragt durchaus, ob er sich tatsächlich einen Job bei den pingeligen VW-Managern antun soll - mit Muskelkater und Alkoholverbot. Deshalb werden die neuen VW-Werker in einer Art Orientierungsphase für alle Beteiligten die ersten sechs Monate als Zeitarbeiter bei Adecco beschäftigt und erst dann in die 360.000 Menschen umfassende VW-Großfamilie aufgenommen.

Es gibt noch einen zweiten Grund: Das russische Arbeitsrecht meint es gut mit den Werktätigen und ist streng zu den Unternehmern. Wer drin ist, ist unkündbar. Wer nicht mehr mag, kann nach 14 Tagen gehen. Treue zum Arbeitgeber zählt nicht viel, vor allem im gewerblichen Bereich. Arbeit mit den eigenen Händen an einem Fließband ist nicht besonders angesehen im modernen Russland. Da lockt vor allem ein guter Lohn. Im Durchschnitt 623 Euro beträgt der bei VW seit der jüngsten Lohnerhöhung im Juli – wegen der Inflation.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/848/307798/text/
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:02:39 Di. 02.September 2008
Die 1.260 Beschäftigten des Straßburger Getriebewerkes des US-Autokonzerns General Motors (GM) haben am Montag die Arbeit ganztägig niedergelegt. Sie protestieren damit gegen den geplanten Verkauf des Werks und die in dem Zusammenhang befürchtete Vernichtung weiterer Arbeitsplätze. Wenn GM nicht bereit ist, die Erhaltung der Arbeitsplätze zuzusagen, sollen die Kampfmaßnahmen nächste Woche fortgesetzt werden.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:23:14 Sa. 13.September 2008
12.09.08 - Die Beschäftigten des französischen Automobilkonzerns Renault traten gestern in einen landesweiten zweistündigen Streik. Betroffen waren rund ein Dutzend Werke. Der Streik richtet sich gegen die von Renault geplante Vernichtung von 4.000 Arbeitsplätzen in Frankreich und weiteren 2.000 in anderen europäischen Ländern.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kater am 17:44:08 Di. 23.September 2008
Zulieferer für die Automobilindustrie...

Zitat
Entlassene Arbeiter lynchen ihren Chef

Aus Wut über ihre Entlassung haben mehr als 150 Arbeiter nahe der indischen Hauptstadt Neu Delhi ihren Chef mit Holzlatten und Eisenstangen zu Tode geprügelt.

http://de.news.yahoo.com/zoomin/20080923/video/vpl-entlassene-arbeiter-lynchen-ihren-ch-a411c04.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kater am 15:13:28 Do. 25.September 2008
Zitat
Streit bei Daimler in Stuttgart über Getriebemontage

Stuttgart (AP) Im Daimler-Werk in Stuttgart-Untertürkheim bahnt sich ein massiver Konflikt über die Getriebemontage an. Der Vorstand wolle ein neues Doppelkupplungsgetriebe nur dort zusammenbauen lassen, wenn im Gegenzug die tägliche Arbeitszeit aller rund 10.000 Produktionsbeschäftigten im Werk Untertürkheim massiv flexibilisiert werde, teilte der Gesamtbetriebsrat am Donnerstag mit. Die Arbeitszeit solle zwischen sechs und zehn Stunden täglich schwanken. «Der Betriebsrat soll unter Verzicht auf weitere Mitbestimmungsrechte pauschal dieser Flexibilisierung zustimmen», hieß es.

Der Betriebsratschef des Werks Untertürkheim, Helmut Lense, sagte, auch Zuschläge für Mehrarbeit wolle der Autobauer nicht mehr zahlen. «Der Vorstand will frei über die Arbeitszeiten in der Produktion verfügen. Der Betriebsrat hätte nichts mehr mitzureden, wenn es um Überstunden oder die Absage von Schichten geht.» Falls der Betriebsrat nicht zustimme, drohe der Konzern mit der Auslagerung der Montage. Das bedeute den Verlust von über 200 Arbeitsplätzen.

Am (morgigen) Freitag diskutiert der Aufsichtsrat mit dem Vorstand unter anderem über die Nachfolge der A- und B-Klasse. Teil dieser Fahrzeugreihe sei auch das Doppelkupplungsgetriebe, das ab 2010 produziert wird.

http://de.news.yahoo.com/ap/20080925/tde-streit-bei-daimler-in-stuttgart-ber-3fc80be.html
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: BakuRock am 14:50:13 Di. 30.September 2008
Zitat
SANKT PETERSBURG, 30. September (RIA Novosti). Die Leitung des Ford-Werkes in Russland will dessen Arbeiter, die im Herbst des Vorjahres gestreikt hatten, auf 4,5 Millionen Rubel (1 Euro sind rund 36,4 Rubel) Schadenersatz für den Arbeitsausfall verklagen.

Das sagte der Pressesprecher der Gewerkschaftsorganisation von Ford Motor Company zu RIA Novosti.

Verklagt werden sollen die 31 Personen, die den Beschluss zum Streik gefällt hatten.

Der Pressesprecher äußerte die Annahme, dass der Beschluss der Werksleitung über die Erhebung einer neuerlichen Klage damit zusammenhänge, dass die Abmahnungen von Arbeitern durch die Unternehmensleitung am 24. September von einem Gericht bereits für ungesetzlich befunden worden seien. Er betonte, das Gericht habe den Streik als begründet angesehen.

Der Arbeiterstreik im russischen Ford-Werk hatte im November des vergangenen Jahres begonnen und rund einen Monat gedauert. Die Produktion stand etwa 24 Stunden lang völlig und dann teilweise still. Die Arbeiter forderten eine Lohnerhöhung um mehr als 30 Prozent. Die Gewerkschaft und das Management des Unternehmens verständigten sich letztendlich auf eine Lohnerhöhung um 16 bis 21 Prozent.

Im September dieses Jahres vereinbarten die Seiten eine Lohnerhöhung um weitere acht bis zehn Prozent.

Ford hatte sein Werk in der Stadt Wsewoloschsk bei St. Petersburg (Gebiet Leningrad) im Juli 2002 eröffnet.

Das Werk produziert die Modelle Ford Focus und Ford Mondeo und beschäftigt 2200 Menschen.
Titel: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kater am 12:28:48 Fr. 10.Oktober 2008
Zitat
Interview mit dem Autoexperten Dudenhöffer: "Wer soll noch Autos kaufen?"

Die Autoindustrie steht vor tiefen Einschnitten. Die Finanzkrise lässt den Absatz rasant einbrechen, Hersteller wie die Opel-Mutter General Motors kämpfen um den Fortbestand. In NRW drohen dem Opel-Werk Bochum und dem Ford-Motorenwerk schwere Zeiten, sagt Professor Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen im Interview.

WDR.de: Die Autobauer kürzen fast flächendeckend die Produktion. Ist wirklich die Finanzkrise der Auslöser?

Ferdinand Dudenhöffer: Nein, aber sie verstärkt die Schwierigkeiten der Automobilindustrie in einem Maße, wie es niemand erwartet hätte. Die bisherigen Meldungen über Produktionskürzungen spiegeln ja nur die Verkaufszahlen von gestern wider. Das größte Risiko sind die Verkaufszahlen von morgen. Und hier liegen die eigentlich schlimmen Nachrichten noch vor uns.

In Europa und den USA halten sich die Menschen ja bereits länger mit den Autokäufen zurück. Das konnte bislang ein wenig ausgeglichen werden in den boomenden Märkten wie China, Russland oder Südamerika. Die Finanzkrise sorgt dafür, dass auch hier die Nachfrage deutlich weniger steigen oder sogar sinken wird. Wer dann noch Autos kaufen soll, weiß ich nicht.

WDR.de: Was droht der Branche?

Dudenhöffer: In den nächsten zwei bis drei Monaten werden sich die Meldungen über Produktionskürzungen häufen. Das kann zunächst ja noch über den Abbau von Überstunden ausgeglichen werden. Aber spätestens im kommenden Jahr werden die Autobauer nicht um Kurzarbeit oder auch Entlassungen herumkommen. Zumindest dann nicht, wenn die Finanzkrise weiter anhält - und danach sieht es im Moment aus.

Schwierig wird es dann auch für die Zulieferer, von denen ja sehr viele in NRW sitzen. An jedem Job bei den Herstellern hängen etwa vier Arbeitsplätze bei den Zulieferern. Und hier kommen die Produktionsausfälle ja eins zu eins an.

WDR.de: Was droht in NRW?
 
Dudenhöffer: Bei NRW greift der Dominoeffekt noch weiter, weil hier auch die Stahlindustrie ins Gewicht fällt. Wenn keine Autos verkauft werden, werden keine gebaut, die Zulieferer leiden und eben auch die Stahlfirmen.

In NRW sitzen ja zwei Hersteller, Opel und Ford. Ford hat weltweit Produktionskürzungen von 15 Prozent angekündigt, da wird auch Deutschland nicht ganz verschont bleiben. Dabei steht das Werk in Köln noch ganz gut da, weil es sehr modern ist und hier der neue Fiesta gerade anläuft. Lediglich das Kölner Motorenwerk, in dem rund 900 Leute die großen Motoren für den US-Markt produzieren, wird wohl nicht zu halten sein.

WDR.de: Und Opel in Bochum?

Dudenhöffer: Hier kann man sich Sorgen machen. Zwar sind hohe Investitionen für die Produktion des neuen Astra geplant. Aber diese müssen erst einmal finanziert werden. Und die General-Motors-Aktie hat einen so rasanten Wertverfall erlebt, dass kaum eine Bank dem Unternehmen noch Kredite gibt. GM ist auf die staatlichen Hilfen angewiesen, um sich zu finanzieren. Aber ob die auch reichen, um alle Investitionen auch in Europa zu stemmen, ist noch nicht sicher.

WDR.de: Haben die Hersteller kleinerer, spritsparender und umweltfreundlicher Autos denn Vorteile?

Dudenhöffer: Nein, derzeit kommt es nicht darauf an, ob die Autobauer das richtige Modell haben oder das falsche. Die Verunsicherung bei den Käufern ist wegen der Finanzkrise so groß, dass schlichtweg weniger Autos gekauft werden. Das trifft alle gleichermaßen. Früher hieß es, die Luxus-Klasse sei unabhängig von der Konjunktur. Aber auch bei den Luxus-Marken sehen wir Produktionseinschränkungen.

Für die gesamte Autoindustrie mit ihren 750.000 Beschäftigten in Deutschland sehe ich jetzt drei sehr sehr harte Jahre. Danach könnte es langsam wieder besser werden - aber auf niedrigerem Niveau.

http://www.wdr.de/themen/wirtschaft/wirtschaftsbranche/autoindustrie/081010.jhtml
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 07:00:58 Sa. 01.November 2008
Spontanstreiks bei Ford
Automobilarbeiter in Southampton reagieren auf Produktionsdrosselung mit Arbeitsniederlegungen.

http://www.jungewelt.de/2008/10-29/012.php

Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 04:59:52 Mi. 05.November 2008
Die aktuellen Quartalszahlen von BMW ließen auch den Mitarbeitern einen Schrecken in die Glieder fahren. Dass die Lage so schlimm ist, hätten wohl auch die meisten von ihnen nicht geahnt. BMW-Chef Norbert Reithofer kündgte direkt nach Bekanntgabe der Zahlen an, dass auch die Beschäftigten wegen der schlecht laufenden Geschäfte den Gürtel enger schnallen müssen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/schwere-zeiten-fuer-bmw-mitarbeiter;2079862

Titel: GM-Konzern vor dem Zusammenbruch?
Beitrag von: Kuddel am 18:21:04 Di. 11.November 2008
Zitat
Der Autohersteller Opel hat Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell um Hilfe gebeten. Geschäftsführung und Betriebsrat fordern in einem Brief die Kanzlerin auf, sich für ein 40-Milliarden-Kreditprogramm der Europäischen Investitionsbank für Europas Autoindustrie einzusetzen.
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc%7EE556F502093224B1EB3475A65466CD3BA%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html

GM fordert Nullrunde von Opel-Belegschaft

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/gm-fordert-nullrunde-von-opel-belegschaft;2084701


Titel: Mercedes-Mitarbeiter sollen absichtlich Autos beschädigt haben
Beitrag von: Kater am 16:59:19 So. 16.November 2008
Zitat
Mercedes-Mitarbeiter sollen absichtlich Autos beschädigt haben

Kurioser Verdacht bei Daimler: Mercedes-Angestellte sollen Fahrzeuge beschädigt haben, um einer Drittfirma Reparaturaufträge zuzuschanzen. Im Gegenzug soll es Fußballkarten und Potenzpillen gegeben haben.

München - Gegen drei Mercedes-Mitarbeiter werde wegen Korruptionsverdachts ermittelt, sagte ein Daimler-Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE. Zu Details wollte er sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Das Magazin "Focus" hatte berichtet, dass es sich um Mitarbeiter des Mercedes-Werks in Sindelfingen handelt. Sie sollen in der Abteilung Qualitätssicherung absichtlich Neuwagen beschädigt haben, um einer Nacharbeitsfirma Aufträge zuzuschanzen.

Dem Trio wird vorgeworfen, sie hätten bei den Baureihen der C-, E- und S-Klasse Oberflächen zerkratzt, Schrauben und Schellen gelockert oder Flüssigkeiten in Bremsleitungen gespritzt. Anschließend sollen sie den externen Dienstleister angeheuert haben, der die Reparatur übernahm.

Als Gegenleistungen für die Aufträge sollen sie teure Hotelaufenthalte, Reisen mit Musical-Besuch, Fußball-Saisonkarten, günstige Testautos oder Potenzmittel erhalten haben. Der Schaden soll im hohen Millionen-Euro-Bereich liegen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,590743,00.html
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:44:08 Sa. 22.November 2008
Spanische Autoarbeiter auf der Straße

21.11.08 - In Spanien mehren sich Proteste von Automobilarbeitern gegen Kündigungen. Vorne dran sind die Kollegen von Nissan, wo in Katalonien 1.680 Stellen gestrichen werden sollen. Es kommt hier fast täglich zu Demonstrationen und Straßenblockaden. Auch bei Pirelli gibt es Proteste gegen die Entlassung von 280 Kollegen, das sind 30 Prozent der Belegschaft. 500 Kollegen blockierten am Dienstag Straßen.
Titel: Spanische Autoarbeiter auf der Straße
Beitrag von: Kuddel am 16:40:41 So. 23.November 2008
(http://media.de.indymedia.org/images/2008/11/233361.jpg)

Die Beschäftigten sind sauer und einige ließen ihrer Wut bei einer Demonstration freien Lauf. Letzte Wochen griffen sie mit Farbeiern, Steinen und Absperrgittern das Nissan-Verwaltungsgebäude an ( http://de.youtube.com/watch?v=F9BxB60N0RA). Sie erklären, das Werk mache Gewinne und die Krise soll für eine Umstrukturierung genutzt werden. Sie haben Angst vor dem Verlust ihrer Existenz. Da Spanien schon die höchste Arbeitslosigkeit in der EU aufweist und auch bei Zulieferern gekündigt wird, ist es schwer, schnell eine neue Stelle zu finden. Schon beim Ausfall eines Lohns droht vielen Familien oft der Verlust der Wohnung. Viele sind mit Hypotheken hoch verschuldet und die Zinsen in den letzten zwei Jahren extrem gestiegenen. In einem Jahr haben sich die Kreditausfälle bei den Banken verdreifacht.

http://de.indymedia.org/2008/11/233360.shtml
Titel: 1. Sieg für Nissan-ArbeiterInnen in Katalonien
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:56:09 Mi. 10.Dezember 2008



"Nissan hat die Entlassungspläne zurückgenommen, zunächst und hat die Entlassung der halben Belegschaft angesichts des massiven Widerstands in Kurzarbeit für einen Großteil bei 90 % des Lohn verwandelt. Nun soll bis März über einem Industrieplan gearbeitet werden und zu hoffen ist, dass die großen spanischen Gewerkschaften nicht so erbärmlich einknicken wie früher bei Seat, VW oder Mercedes..."

http://de.indymedia.org/2008/12/235213.shtml
Titel: Autozulieferer in Schleswig-Holstein bestreikt
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:10:41 Mi. 10.Dezember 2008
Am Morgen des 5. Dezember besetzten die 100 Beschäftigten der Hohenlockstedter Walz- und Umformtechnik (HWU) das Werk im 6000-Einwohner-Ort Hohenlockstedt. Sie stellten Feuertonnen auf und ketteten das Werkstor zu. Sie wollen mit dem Streik und der Werksbesetzung verhindern, zum Jahresende vom Insolvenzverwalter Yvo Dengs vor die Tür gesetzt zu werden.

Bericht:
http://www.neues-deutschland.de/artikel/140238.betriebsbesetzung-als-letzter-ausweg.html
Titel: Thailand
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:56:17 Sa. 20.Dezember 2008
Rayong: Die Montagefabrik von Auto Alliance (Thailand) - ein Joint Venture von Ford und Mazda - ist seit Ende November geschlossen. Als die Firma zu verhindern suchte, dass die Gewerkschaft die Leute über bevorstehende Verhandlungen über die Jahresprämie zu informieren, traten einige hundert in Streik, über tausend folgten. Seit dem campieren an die tausend ArbeiterInnen vor dem Werkstor. Die Firma hat die Schließung bis zum 12. Januar angekündigt - "zur Sicherheit der Arbeiter und um Zerstörungen zu verhindern".

Quelle: The Nation, 19.12.08
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:02:02 Mo. 22.Dezember 2008
Walmart-Löhne für Detroits Arbeiter

US-RETTUNGSMODELL*Damit GM, Chrysler und Ford überleben, soll die Gewerkschaft UAW bluten


Das Auto galt lange als Inbegriff des amerikanischen Lebensstils. Der Highway symbolisierte Freiheit. Heute versinnbildlicht die Existenzkrise der Autoindustrie den Auslauf des amerikanischen Modells. Die schlechtesten Karten halten dabei die Männer und Frauen an den Fließbändern der Werke in Detroit und anderswo.

Gegen Ende der Regierung Bush quält sich die US-Politik durch Rettungsdebatten und Sanierungsvorlagen. Nach dem jahrzehntelangen Kniefall vor dem Altar der "freien Marktwirtschaft" entwerfen Politiker der Demokratischen Partei, die sich scheinbar so schlagartig bekehrt haben wie weiland der Apostel Paulus auf dem Weg nach Damaskus, eine Art "Mischwirtschaft": Der Staat investiert und darf dafür mit ins Steuer greifen. George W. Bush fällt der Abschied vom "reinen" Kapitalismus schwerer, aber es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Wirtschaft ins neue Jahr "hinüber zu retten".

Im Namen des "kleinen Mannes"

Für die Banken hat die Regierung bereits vor Wochen 700 Milliarden Dollar bewilligt. Realpolitisch verhaltene Proteste gegen den "Wall-Street-Sozialismus" kamen von links, lautstarke aber von populistisch verkleideten rechten Ideologen, die im Namen des "kleinen Mannes" gegen staatliche Hilfe für die Bosse und Banker mobil machten. Das freilich war nur Vorspiel zur Kontroverse um das Hilfspaket beziehungsweise um Überbrückungsdarlehen für die nach Strohhalmen greifenden Autokonzerne General Motors und Chrysler und die etwas besser situierte Ford Motor Company - obwohl es diesmal um wesentlich weniger Geld geht, vorläufig etwa 15 bis 20 Milliarden Dollar.

Die Ideologen wollen mit Verweis auf die Krise eine Art "Katastrophen-Kapitalismus" (Naomi Klein) ausrufen und radikale neoliberale Reformen durchzusetzen. Eine rechte Minderheit im US-Senat hat deshalb Anfang Dezember das Hilfspaket für die Autobauer blockiert. Man müsse ablehnen, hieß es in einer von der Los Angeles Times veröffentlichten internen E-Mail an republikanische Senatoren, weil sich die Demokraten damit bei den Gewerkschaft für die Unterstützung bei der Präsidentenwahl bedanken wollten. Die Rechten verlangten statt der Hilfsgelder drastische Lohnkürzungen; die Arbeiter sollten ihre Tarifverträge kippen, sie verdienten zu viel und schadeten der Konkurrenzfähigkeit. Eine fragwürdige These, denn Lohnkosten machen nur etwa acht Prozent vom Verkaufspreis eines Pkw Made in the USA aus.

Ron Gettelfinger, Präsident der Automobilarbeitergewerkschaft UAW, kritisiert: Eine Gruppe von Republikanern wollte den United Auto Workers einen "Speer ins Herz treiben" und das mit weitreichenden Folgen. Die 1,1 Millionen Mitglieder zählende UAW, der es über Jahre hinweg gelang, die besten Löhne und Sozialleistungen auszuhandeln, die es in den USA gibt (Fließbandarbeiter bei GM erhalten 27 Dollar in der Stunde), setzt nationale Richtwerte für Tarife. Selbst "gewerkschaftsfreie" Werke in den USA wie die Filialen von BMW, Mercedes, Honda, Toyota und Nissan können deshalb nicht nur Walmart-Löhne zahlen.

Dabei ist Militanz nicht eben das Markenzeichen der UAW. Hunderttausende Mitglieder sind Pensionäre oder arbeiten nicht in der Autoindustrie, sondern in anderen Branchen, in denen die UAW ebenfalls aktiv ist. Nach Angaben der Gewerkschaft sind bei den "Großen Drei" GM, Chrysler und Ford 181.000 Arbeiter zugleich Gewerkschaftsmitglieder, die nun mit zwiespältigen Gefühlen beobachten, ob und wie die UAW einen Tanz mit dem "Klassenfeind" riskiert. Seit Jahrzehnten hat sich diese Gewerkschaft auf höhere Löhne und Sozialleistungen für ihre Mitglieder konzentriert, so dass von den finanziellen Standards her ein insulares Arbeiterparadies entstanden ist, in dem Mitglieder ansehnliche Betriebsrenten erhielten und auch noch während ihrer Rentenzeit krankenversichert waren. (Mehr als eine Million Arbeiter, Familienangehörige sowie Pensionäre sind gegenwärtig bei GM krankenversichert.) Was gut sei für die Industrie, sei auch gut für die Arbeiter, lautete die Maxime. So unterstützte die Gewerkschaft die Autokonzerne selbst bei deren Kampagnen gegen Ökogesetze.

Warten auf die Pläne Obamas

Auf Dauer ging das nicht gut. Ausländische Unternehmen bauten gewerkschaftsfreie Werke in den Südstaaten (Senatoren aus dem Süden sind heute die lautesten Kritiker des Hilfspakets). Die Investoren vorzugsweise aus Deutschland und Japan zahlten weniger, schließlich fühlten sie sich nicht verantwortlich für die hohen Renten- und Krankenversicherungsleistungen der "großen Drei". Ford, Chrysler und GM verloren Marktanteile und reagierten, indem sie Fahrzeugteile vermehrt bei nicht gewerkschaftlich organisierten Zulieferern herstellen ließen und Stellen kürzten: Seit 2004 gingen bei den "großen Drei" immerhin bereits 200.000 Jobs verloren. Die UAW machte daraufhin Zugeständnis über Zugeständnis, die zuletzt so weit gingen, dass Neueingestellte in manchen Firmen gerade einmal die Hälfte des dort üblichen Lohnes erhielten.

Ihr temporäres Heil suchten die US-Firmen bei profitablen SUVs, den Sprit fressenden Geländewagen bis hin zum Hummer. Honda und Toyota entwickelten derweil benzinsparende sowie weniger Reparatur anfällige Pkw und Hybridfahrzeuge. Längst bleiben die großen Schlitten in den Autohandlungen stehen, und die verspätet entwickelten "grünen" Modelle wie das Elektroauto Chevy Volt von GM sind frühestens 2010 marktreif. Man wartet in dieser Situation einmal mehr auf Barack Obama, auf seine Pläne für grüne Jobs sowie klimafreundliche Pkw und fragt sich, ob die wirklich funktionieren.

Möglich wäre viel. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges haben Detroits Autokonzerne mit Dollars aus Washington ihre Produktion binnen weniger Monate erfolgreich auf Panzer und andere Militärfahrzeuge umgestellt.

http://www.freitag.de/2008/51/08510603.php
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:39:04 Sa. 24.Januar 2009
24.01.09 - Am Donnerstag ist die Frühschicht bei Renault-Sandouville (Frankreich, Seine-Maritime) in einen wilden  Streik getreten

Die Renault-Kollegen kämpfen gegen eine neue Organisation der Produktion, die für Februar und März Kurzarbeit vorsieht. So soll nach Angaben der Gewerkschaft CGT im Februar nur an vier, im März an sechs Tagen für die Produktion des "Laguna" gearbeitet werden. Weiter geplant ist, dass in dem Betrieb ca. 1.000 von 3.700 Arbeitsplätzen vernichtet werden - durch "freiwillige" Abgänge. Erbost sind die Arbeiter darüber, dass am Vortag von der französischen Regierung ein riesiges "Hilfspaket" für die Autoindustrie zugesagt wurde, während sie immer größere Existenzsorgen haben: fünf bis sechs Milliarden Euro wurden den Automonopolen Renault und PSA Peugeot-Citroen versprochen im Gegenzug für eine Garantie der Standorte und des Produktionsvolumens.
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:39:08 Mi. 11.Februar 2009
Fiat-Arbeiter in Italien kämpfen gegen Abwälzung der Krisenlasten
(http://www.rf-news.de/2009/kw07/fiat-arbeiter-in-italien-kaempfen-gegen-abwaelzung-der-krisenlasten/image)
 
09.02.09 - Rund 1.000 Beschäftigte des Fiat-Werks in der süditalienischen Stadt Pomigliano d'Arco bei Neapel haben am 5. Februar gegen drohende Entlassungen oder gar eine mögliche Werkschließung demonstriert. Sie besetzten eine Zugangsstraße zur Autobahn. Als rund 100 Fiat-Arbeiter die wichtigste Nord-Süd-Autobahn Italiens blockieren wollten, wurden sie von der Polizei mit brutaler Gewalt daran gehindert. Sieben von ihnen wurden vorübergehend festgenommen.

Der Hintergrund des Protestes ist, dass Fiat die Folgen des starken Absatzeinbruchs (31,3 Prozent im Januar gegenüber dem Vorjahr) massiv auf die Belegschaften abzuwälzen versucht. Alle Fiat-Werke in Italien wurden bereits über die Weihnachtszeit bis Mitte Januar vier Wochen lang geschlossen.

In den Werken Pomigliano, Cassino, Melfi und Termini Imerese wurde der Produktionsstopp um weitere zwei bis vier Wochen verlängert. Im Turiner Hauptwerk sind vor allem Angestellte von Kurzarbeit betroffen - im Februar bereits 2.000 für zwei Wochen und im März 5.000 Angestellte für weitere zwei Wochen.

Der Protest der Fiat-Arbeiter von Pomigliano stößt deshalb auf breite Solidarität nicht nur der anderen Fiat-Belegschaften. Empörung ruft insbesondere die staatliche Repression gegen die Automobilarbeiter hervor, die um ihre Existenzgrundlage kämpfen. In einer Solidaritätserklärung schreiben die Kollegen von Fiat New Holland aus Modena:

"Wir drücken unsere zutiefst gefühlte Solidarität aus mit den Arbeitern von 'Fiat Auto di Pomigliano d'Arco', die während einer friedlichen Kundgebung zur Verteidigung ihrer Arbeitsplätze und für die Zukunft des Werkes von Fiat Pomigliano d'Arco von den Polizeikräften brutal angegriffen worden sind. Wir verlangen, dass die sechs Arbeiter, die verhaftet und nachher wieder freigelassen wurden, von jeglicher Anklage freigesprochen werden?."
http://www.rf-news.de/2009/kw07/fiat-arbeiter-in-italien-kaempfen-gegen-abwaelzung-der-krisenlasten
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kater am 13:27:10 Mi. 11.Februar 2009
heute einer der Beiträge von ZOOM auf ARTE, Mittwoch, 11. Februar 2009, um 22.35

Wiederholungen: 14.02.2009 um 12:00

Zitat
Frankreich: Die Wut der Automobilbauer
Die Automobilindustrie, wichtigster Arbeitgeber Europas, bekommt zunehmend die Auswirkungen der Krise zu spüren. Besonders betroffen sind vor allem junge Arbeitnehmer, so auch in Frankreich bei Renault Sandouville. Sie protestieren gegen die von der Konzernleitung verordnete Kurzarbeit. In den letzten Monaten hat sich dadurch ihr Lohn um 300 bis 400 Euro monatlich verringert. Es kam zu Arbeitsniederlegungen und Demonstrationen. Die Reportage zeigt den Unmut junger französischer Automobilbauer über ihre Unternehmensleitung, über Präsident Sarkozy bei einem Besuch im Werk Sandouville, vor allem aber über ein Leben ohne echte Zukunftsperspektiven.

http://www.arte.tv/de/programm/242,dayPeriod=evening.html
Titel: Streik und Demo der Fiat-Arbeiter in Pomigliano
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:47:18 Sa. 28.Februar 2009
  28.02.09 - Gestern demonstrierten in der südiatalienischen Stadt Pomigliano d'Arco bei Neapel Tausende von Fiat-Arbeiter gegen eine drohende Werksschließung. Die 5.000 Fiat-Werker traten in einen vierstündigen Streik. An der Kundgebung beteiligten sich auch Beschäftigte der Zulieferer und die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden.
Titel: Argentinien: Mahle-Arbeiter besetzen Werk
Beitrag von: Kuddel am 19:43:53 Mo. 04.Mai 2009
  02.05.09

Im argentinischen Rosario haben 500 Mahle-Arbeiter die Fabrik besetzt, nachdem Mahle deren Schließung und die Verlagerung nach Brasilien verkündet hatte. Wie die Arbeiter von Continental in Frankreich zündeten die Mahle-Arbeiter Reifen an. Mahle gehört zu den 30 größten Autozulieferern weltweit. Allein in Brasilien betreibt der Konzern sieben Fabriken.


Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:19:47 Mi. 06.Mai 2009
"Alle Tore sind zu"
Federal-Mogul-Mitarbeiter streiken


(http://www.fr-online.de/_em_daten/_hermes/2009/05/06/090506_1419_federal_dpa.jpg)
Arbeiter blockieren Werkstor (Bild: dpa)

Rund 800 Mitarbeiter des Automobilzulieferers Federal Mogul (ehemals Glyco) in Wiesbaden haben am Mittwoch mit Beginn der Früh- und Normalschicht die Produktion von Motorteilen mit einem Streik für unbefristete Zeit lahmgelegt. Schon die komplette Nachtschicht habe um 4.00 Uhr die Arbeit in einem zweistündigen Warnstreik niedergelegt, berichtete der Streikführer Michael Erhardt von der IG Metall. Der unbefristete Streik begann dann um 6.00 Uhr mit der Frühschicht. Die Mitarbeiter wehren sich gegen die Absicht des Unternehmens, 436 Arbeitsplätze abzubauen, und fordern stattdessen Kurzarbeit, die zur Qualifizierung genutzt werden sollte.

Bei der Urabstimmung der IG Metall hatten am Dienstag 94,39 Prozent für den Ausstand gestimmt. "Alle Tore sind zu, niemand kommt rein oder raus. Wir machen hier dicht, bis sich die Geschäftsführung bewegt", sagte Erhardt. Er sprach von rund 1200 in der IG Metall organisierten Mitarbeitern, die sich an der Urabstimmung beteiligt hätten. Ebenso viele dürften sich an dem Streik beteiligen. Das Unternehmen hat laut IG Metall 1600 Beschäftigte.

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass der Arbeitskampf das Unternehmen unmittelbar trifft. "In der Automobilbranche wird 'just in time' gefertigt, da gibt es keine großen Lagerkapazitäten, auf die man zurückgreifen könnte", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Daher werde es bei den Kunden von Federal Mogul außer bei massenhaft produzierten Kleinteilen unmittelbar zu Engpässen kommen.

(http://www.fr-online.de/_em_daten/_hermes/2009/05/06/090506_1206_federal_schick.jpg)
Protestaktion der Beschäftigten beim Autozulieferer
Federal Mogul im März. (Bild: FR/Schick)

Der hessische DGB-Vorsitzende Stefan Körzell erklärte sich mit den Streikenden solidarisch. "Dieser Arbeitskampf ist eine wichtige Weichenstellung. In Wiesbaden wird entschieden, ob diese Wirtschaftskrise konstruktiv und sozial oder auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird", erklärte er. Das Unternehmen setze in der Krise auf Entlassungen statt auf das Angebot der Politik zur verlängerten Kurzarbeit und zur Qualifizierung der Kurzarbeitenden.
Das sei unnötig und verantwortungslos.

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel erklärte am Mittwoch
seine Solidarität mit den Streikenden. Die Bundesregierung und "allen
voran Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD)", hätten Rahmenbedingungen
dafür geschaffen, dass Entlassungen vermieden werden könnten.

Federal Mogul stellt unter anderen Gleitlager und Buchsen für Automotoren her. (dpa/ddp)

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/wiesbaden/1744805_Alle-Tore-sind-zu-Federal-Mogul-Mitarbeiter-streiken.html
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:39:18 Mi. 13.Mai 2009
Zitat
Gestern traten die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter des südkoreanischen Autokonzerns Ssangyong in einen zweistündigen Streik, um gegen geplante Massenentlassungen zu protestieren. Das Unternehmen befindet sich in Insolvenz und will 2.646 Arbeiter entlassen, das sind 36 Prozent der Belegschaft
http://www.rf-news.de/2009/kw19/08.05.09-ssangyong-arbeiter-streiken-gegen-entlassungen
http://www.tradingmarkets.com/.site/news/Stock%20News/2316598/

Zitat
Erfolgreicher Streik bei Hyundai in Indien

Am 20. April traten über 1.300 Autowerker im Hyundai-Werk in der indischen Stadt Chennai in einen unbefristeten Streik. Ihre Forderungen waren höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen, Gleichstellung der Kontraktarbeiter und die Respektierung der gewerkschaftlichen Rechte. Am 6. Mai wurden 600 Streikende festgenommen. Die Gewerkschaft beendete den Streik, nachdem die Werksleitung zugestimmt hatte, auf jeden Punkt der Forderungen einzugehen, die verhafteten Arbeiter weiter zu beschäftigten und keine Streikführer zu bestrafen.
http://www.rf-news.de/2009/kw20/11.05.09-erfolgreicher-streik-bei-hyundai-in-indien
http://www.imfmetal.org/main/index.cfm?n=47&l=2&c=19422
Titel: Südkorea: Arbeiter bei Ssangyong streiken
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:10:01 Mi. 03.Juni 2009
Seit zehn Tagen streiken in Südkorea mehrere tausend Automobilarbeiter von Ssangyong gegen die geplante Entlassung von mehr als 2.600 Beschäftigten. Sie besetzten das Hauptwerk und hinderten die Manager, an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Die Gewerkschaft fordert, dass die Arbeitszeit verkürzt wird, statt der Entlassungen. Jetzt hat Ssangyong Motors alle streikenden Arbeiter ausgesperrt und droht mit der Polizei.
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:47:05 Fr. 26.Juni 2009
Autokonzerne reagieren mit Stellenabbau und Lohnkürzungen auf Absatzkrise. Betriebsrats- und Gewerkschaftsspitzen machen mit. Artikel von Karl Neumann in der jungen Welt vom 23.06.2009 . Aus dem Text:
Zitat
Das Schlimmste steht erst noch bevor. Diese Einschätzung vertreten kritische Gewerkschafter aus verschiedenen Autokonzernen, die in der vergangenen Woche zu einem Treffen in Köln zusammenkamen. Obwohl wegen der Abwrackprämie in einigen Autofabriken schon wieder Sonderschichten gefahren werden, sei die Krise keineswegs überwunden. Im Gegenteil: 2010 werde voraussichtlich das Jahr mit dem dramatischsten Abbau in der Branche, so die Einschätzung der Aktivisten. In einer Reihe von Werken der Autoindustrie ist die Zahl der Kurzarbeiter in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. So zum Beispiel bei Ford in Köln, wo die gesamte Belegschaft infolge der Abwrackprämie und der gestiegenen Nachfrage nach kleinvolumigen Pkw wieder zu den regulären Arbeitszeiten zurückgekehrt ist. »Aber die Angst vor 2010 ist groß«, meint Betriebsrat Ali Cicek. Selbst im VW-Konzern, der von der Krise bislang vergleichsweise wenig betroffen war, geht man offenbar davon aus, daß die Situation nach der Bundestagswahl im Herbst wieder schlechter wird. Zur Zeit herrscht dort die paradoxe Situation, daß in einigen Betriebsteilen weiterhin Kurzarbeit läuft, während anderswo Zusatzschichten und Überstunden angeordnet werden. Zugleich wird Personal abgebaut, um sich für den Konkurrenzkampf »fit« zu machen...

http://www.jungewelt.de/2009/06-23/014.php
Titel: Russland: "Italienischer Streik" bei VW in Kaluga
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:46:23 Do. 02.Juli 2009
01.07.09 - Am 15. Juni stand das Werk von VW in Kaluga (ca. 100 Kilometer südwestlich von Moskau) still. Es war unerträglich heiß und die Kollegen verlangten fünf Minuten Pause je Stunde bei Temperaturen von mehr als 28 Grad Celsius. Außerdem fordern sie: Auszahlung einer Prämie, Verdopplung des Lohns auf 148 Rubel pro Stunde (entspricht ca. 3,30 Euro) sowie Anerkennung ihrer unabhängigen Gewerkschaft und eines Tarifvertrags mit ihr. Dafür traten sie nicht nur in diesen kurzen Streik, sondern führen auch einen andauernden "italienischen Streik" durch, d. h. Arbeit nach Vorschrift.

Die Werksleitung drohte mit Entlassung einer der beiden Schichten, falls die Kollegen nicht wieder die volle Produktion aufnehmen. Sie berief eine Belegschaftsversammlung ein. Die Prämie will sie erst im Dezember zahlen und über eine Lohnerhöhung erst im Juli entscheiden.

Auf der folgenden Gewerkschaftsversammlung beider Schichten wurde bekräftigt: "Wir lassen uns nicht hetzen. Wenn wir wir jetzt nachgeben, gibt es keine Verbesserungen mehr. Es war der Druck des Unternehmers, der dazu führte, dass wir uns mehr zusammengeschlossen haben, dass Arbeiter massenhaft in die Gewerkschaft eintraten. Wir werden die Norm erfüllen, wenn wir einen ordentlichen Lohn erhalten." Der "italienische Streik" wird fortgesetzt, es kommen weiter statt der geplanten 20 nur 9 Autos täglich von jeder Linie vom Band.

http://www.rf-news.de/2009/kw27/russland-italienischer-streik-bei-vw-in-kaluga
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:27:07 So. 02.August 2009
500 Arbeiter des Ashok Leyland Automobilwerks I im indischen Hosur haben am Donnerstag einen Sitzstreik durchgeführt, um gegen die Versetzung von 353 Arbeitern in das Werk II in Hosur zu protestieren. Die Gewerkschaften befürchten, dass das Unternehmen Entlassungen vorbereitet.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:56:57 Mi. 19.August 2009
Rund 9000 Arbeiter in VW-Werk in Puebla wegen Tarifstreits im Streik

„Im mexikanischen Volkswagen-Werk in Puebla haben am Dienstag rund 9000 Beschäftigte nach gescheiterten Tarifverhandlungen ihre Arbeit niedergelegt. Die Gespräche über eine Erhöhung der Tariflöhne seien am Vormittag ohne Ergebnis beendet worden, sagte Gewerkschaftschef Victor Cervantes. Die Arbeitgeberseite hatte eine Lohnerhöhung um ein Prozent angeboten. Die Gewerkschaft hatte ihre Forderung von 8,25 Prozent auf 3,0 Prozent reduziert, zuzüglich einer Prämienzahlung von umgerechnet 300 Euro. Die Geschäftsführung forderte die Arbeitnehmer zu weiteren Verhandlungen auf.Zuletzt hatten die VW-Beschäftigten in Mexiko im Jahr 2006 nach einem fünftägigen Streik eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent durchgesetzt. Das Werk in Pueblo produziert vier VW-Modelle für den Export. Die dortige Produktion wurde im Zuge der weltweiten Absatzkrise deutlich heruntergefahren“

http://www.premiumpresse.de/rund-9000-arbeiter-in-vw-werk-in-puebla-wegen-tarifstreits-im-streik-PR543907.html (http://www.premiumpresse.de/rund-9000-arbeiter-in-vw-werk-in-puebla-wegen-tarifstreits-im-streik-PR543907.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:28:53 Sa. 22.August 2009
Zitat
VW-Streik in Mexiko endet mit Sieg für Arbeiternehmer

Das Management des Volkswagenkonzerns in Mexiko hat am Samstag einer dreiprozentigen Lohnerhöhung für die Beschäftigten im Werk Puebla zugestimmt und damit deren Forderung erfüllt.


Noch am Samstag wurde die Arbeit dort wieder aufgenommen, die seit Dienstag für den Streik unterbrochen worden war, versicherte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft der Arbeiter in der Automobilindustrie Victor Jaime Cervantes.

Neben der Lohnerhöhung erhalten die VW-Arbeiter eine Einmalzahlung, teilte die Konzernspitze in einer schriftlichen Presseerklärung mit. “Die Arbeitskosten bei Volkwagen in Puebla steigen weiter, während die übrige Autoindustrie in Mexiko in diesem Jahr keine Lohnerhöhungen gewährt. Das zwingt das Unternehmen, die Produktion noch stärker zu verbessern”, heißt es in dem Schreiben weiter.

Volkswagen hatte erst im Juli eine Erweiterung und Modernisierung der Werksanlagen angekündigt, in die der Autohersteller 800 Millionen Euro investieren wird. Ein neues Modell soll dort dann wie der New Beetle exklusiv für die ganze Welt gebaut werden. Das als “neuer Kompaktsedan” angekündigte Fahrzeug könnte den aktuellen Polo Classic ablösen und unterhalb des GLI, angesiedelt sein. Wie der Polo Classic ist der GLI eine Stufenhecklimousine auf Golfbasis, jedoch kein Bora. Wegen ihrer Flexibilität sind derart gestylte Kleinwagen besonders in Schwellenländern beliebt.

Im Zuge dieser Investition sollen auch 2000 neue Arbeitsplätze in Puebla geschaffen werden. Insgesamt arbeiten dort rund 14000 Angestellte, mehr als 9000 von ihnen sind in der mexikanischen Gewerkschaft der Arbeiter in der Automobilindustrie organisiert.

Volkswagen ist der drittgrößte Autobauer in Mexiko. Die dort hergestellten Wagen werden zum großen Teil in die USA exportiert. Durch die Wirtschaftskrise hatte der Umsatz in den letzten Monaten stark gelitten.
http://mexiko.mediaquell.com/2009/08/22/vw-streik-in-mexiko-endet-mit-sieg-fuer-arbeiternehmer-930/ (http://mexiko.mediaquell.com/2009/08/22/vw-streik-in-mexiko-endet-mit-sieg-fuer-arbeiternehmer-930/)
Titel: Nissan-Arbeiter blockieren Straße in Barcelona
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:22:47 Do. 27.August 2009
Am Dienstag blockierten 50 entlassene Nissan-Arbeiter in Barcelona die Küstenstraße, um gegen Massenentlassungen bei dem japanischen Autokonzern zu protestieren. Nissan hat 700 Arbeiter entlassen. Am Montag waren über 100 entlassene Arbeiter vor das Nissan-Werk gezogen und hatten die Tore blockiert.

http://www.rf-news.de/2009/kw35/26.08.09-strassenblockade-von-nissanarbeitern-in-barcelona (http://www.rf-news.de/2009/kw35/26.08.09-strassenblockade-von-nissanarbeitern-in-barcelona)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:08:22 Di. 08.Dezember 2009
Im Forum wird viel gestritten und den "richtigen Weg" und es gibt Streitereien unter Leuten, die eigentlich das gleiche wollen. Ich finde es erstaunlich, wenn unter diesen kleinlichen Auseinandersetzungen der Blick für das, was in der Welt umrum passiert, verlorengeht.

Ohne Interesse für das Gezänk im linken Mikrokosmos haben 15000 Arbeiter kollektiv Gesetze gebrochen, haben den Gewerkschaften das Mandat entzogen für sie zu sprechen und haben wild gestreikt!

Für solch eine radikale Entwicklung hatte bisher niemand im Forum ein Wort übrig....


2.12.
Zitat
Mercedes-Mitarbeiter legen Arbeit nieder

STUTTGART: Aus Protest gegen die beschlossene Verlagerung der Produktion der Mercedes-C-Klasse haben mehrere tausend Mitarbeiter des Daimler-Werks in Sindelfingen vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Die Beschäftigten forderten von der Werksleitung Klarheit über ihre Arbeitsplätze
http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4963000,00.html (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4963000,00.html)

3.12.
Zitat
hr: Nachdem gestern die Frühschicht der Montage-Bereiche C-, S- und E-Klasse bei Daimler in Sindelfingen die Arbeit niederlegte, setzten auch die Spät- und die Nachtschicht den selbständigen Streik fort. Er richtet sich gegen die absehbare Vernichtung von rund 3.000 Arbeitsplätzen durch die Verlagerung der C-Klasse-Produktion in verschiedene andere Werke.

Es herrschte eine aufgeheizte Stimmung. Viele Kollegen der C- und E-Klasse war heute morgen nicht einverstanden mit der Aufforderung des Betriebsratsvorsitzenden Erich Klemm, wieder an die Arbeit zu gehen. Sie wollen nicht weiter für den Konkurrenzkampf von Daimler mit den anderen Automobilmonopolen in der Weltwirtschaftskrise "bluten". Eine erhebliche Zahl von Kollegen marschierte erneut zum Bau 1 (Personal, Werksleitung). Damit stand die Produktion in der C- und E-Klasse wieder weitgehend.
http://www.rf-news.de/2009/kw49/selbstaendiger-streik-bei-daimler-in-sindelfingen-fortgesetzt-wir-bluten-nicht-fuer-den-konkurrenzkampf-von-daimler (http://www.rf-news.de/2009/kw49/selbstaendiger-streik-bei-daimler-in-sindelfingen-fortgesetzt-wir-bluten-nicht-fuer-den-konkurrenzkampf-von-daimler)



Zitat
»Die großartige Solidarität der Daimler-Belegschaft hat dazu geführt, daß der Vorstand jetzt schnell darüber verhandeln will, wie es in Sindelfingen weitergeht«, berichtete Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm am Freitag vor rund 15 000 streikenden Arbeitern in der Innenstadt.
http://www.jungewelt.de/2009/12-05/056.php (http://www.jungewelt.de/2009/12-05/056.php)


4.12.
Zitat
Sindelfingen auf den Barrikaden

Mercedes-Beschäftigte wehren sich weiter gegen Verlagerung der C-Klasse


Stuttgart - Dritter Protesttag im Mercedes-Werk in Sindelfingen: Etwa 15 000 Mitarbeiter haben nach Gewerkschaftsangaben am Freitag mit einem Marsch von dem Werk in die Sindelfinger Innenstadt ihrem Unmut über die Verlagerung der C-Klasse-Produktion Luft gemacht. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm forderte den Daimler-Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche auf, sich der Belegschaft zu stellen.
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5432214/Sindelfingen-auf-den-Barrikaden.html (http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5432214/Sindelfingen-auf-den-Barrikaden.html)


5.12.
Zitat
Seit vier Tagen ist im Werk Sindelfingen nichts mehr wie früher. Die Ankündigung, das neue Modell der C-Klasse ab 2014 in Tuscaloosa statt in Sindelfingen zu bauen, hat die Belegschaft in Aufruhr gebracht. Kundgebungen vorm Werkstor, Betriebsversammlungen und spontane Arbeitsniederlegungen wechseln sich ab.

Es werden kaum noch Autos fertig.Zetsche sagt, der Vorstand könne nicht anders. BR-Chef Klemm fordert bereits nicht mehr die C-Klasse, sondern nur eine Jobgarantie für die Beschäftigten.
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7779&Itemid=296 (http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=7779&Itemid=296)



7.12.
Zitat
Im Mercedes-Werk in Sindelfingen findet am Montag eine Betriebsversammlung statt. Nach der Ankündigung, Daimler wolle die Produktion der C-Klasse aus dem Mercedes-Werk in Sindelfingen abziehen, will Daimler-Chef Dieter Zetsche der Belegschaft auf der Betriebsversammlung die Produktionsverlagerung erläutern.
http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/sindelfingen-betriebsversammlung-im-mercedes-werk_aid_460839.html (http://www.focus.de/finanzen/finanz-news/sindelfingen-betriebsversammlung-im-mercedes-werk_aid_460839.html)


Zitat
Nach tagelangen Protesten der Belegschaft für den Erhalt von mehreren tausend Arbeitsplätzen will Daimler die Wogen glätten.

Auf einer Betriebsversammlung im größten Pkw-Werk Sindelfingen versprach Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche 2000 neue Arbeitsplätze. "Niemand im Werk Sindelfingen wird durch die Entscheidung zur C-Klasse seine Arbeit verlieren", sagte Zetsche am Montag.
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE5B603020091207 (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE5B603020091207)


Geht doch.
Titel: Tschechien: Enorme Aufmerksamkeit für wilde Streiks bei Hyundai und Dymos
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:03:24 Do. 10.Dezember 2009
Zitat
Rund 20 Arbeiter verließen am Dienstag, den 1. Dezember 2009 während ihrer Schicht die Schweißerei im Hyundai Motor Manufacturing Czech (HMMC) Werk in Nošovice bei Frýdek-Místek (Tschechische Republik). Am nächsten Tag gab es in der Montagehalle des gleichen Betriebes einen einstündigen wilden Streik. Am 3. Dezember organisierten Arbeiter bei Dymos, einem Subunternehmer von Hyundai ebenfalls eine einstündige Arbeitsniederlegung. Am 7. Dezember erklärte die Gewerkschaft bei Hyundai einen „Streiknotstand“ (Eine symbolische Maßnahme im Vorfeld eines Streiks, um das Management zu warnen, dass ein richtiger Streik ausgerufen wird, wenn es nicht zu Verhandlungen kommt ). Die «Priama Akcia» (slowakische Sektion der IAA) berichtete erstmals am 3. Dezember auf ihrer Website über diese Streiks. Der nachfolgende Artikel versucht zusammenzufassen, was tatsächlich geschehen ist, welche positiven und negativen Ergebnisse bislang absehbar sind und wie andere ArbeiterInnen helfen können…
http://www.fau.org/artikel/art_091208-222621 (http://www.fau.org/artikel/art_091208-222621)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:17:13 Do. 21.Januar 2010
Zitat
Opel-Sanierung: Erste Proteste in Antwerpen

Antwerpen - In dem bedrohten Opel-Werk in Antwerpen kam es zu ersten Protestaktionen. Gewerkschaftsvertreter schlossen am Nachmittag die Parkplatztore.

(http://www.op-online.de/bilder/2010/01/20/598628/1848582197-opel-antwerpen.9.jpg)
Opel-Beschäftigte protestieren in Antwerpen gegen Werkschließung.

Durch die Aktion konnten mehrere produzierte Autos die Fabrik nicht verlassen.
http://www.op-online.de/nachrichten/wirtschaft-finanzen/opel-sanierung-erste-proteste-antwerpen-598628.html (http://www.op-online.de/nachrichten/wirtschaft-finanzen/opel-sanierung-erste-proteste-antwerpen-598628.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:29:47 Di. 02.Februar 2010
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Erneut Streik bei Daimler in Bremen

02.02.10 - Nachdem bereits am 22. Januar über 2.000 Kollegen bei Daimler in Bremen selbstständig gestreikt hatten, traten am 1. Februar ab 10 Uhr erneut 3.500 Kollegen in einen Streik. Dazu hatte dieses Mal, ausgehend von einer Vertrauensleute-Vollversammlung am vergangenen Freitag, die Vertrauenskörperleitung aufgerufen. Offiziell wurde dieser Streik als "Betriebsrats-Info" deklariert. Zeitgleich waren Verhandlungen in der Einigungsstelle, die wegen Verspätung der Geschäftsführung, die aus Stuttgart anreiste, erst Stunden später begannen. Ein Korrespondent aus Bremen berichtet:

"Wie auch beim letzten Mal verließ ein Demozug aus Tor 8 das Werk. Am Tor 1 gab es Auseinandersetzungen, jetzt wieder aufs Werksgelände zu marschieren oder weiter Richtung Tor 3, um die Straßenbahn zu blockieren. Die Polizei war bereits angerückt und hatte den Verkehr angehalten. Die Vertrauenskörperleitung leitete jedoch die Demo wieder aufs Werksgelände. Die Kollegen marschierten dann zum sogenannten "Krawattenbunker", wo die Einigungsstelle tagte.

Von Kollegen waren einzelne Schilder gemalt worden wie unter anderem 'SL muss bleiben' oder 'Keine Fremdvergabe der Fördertechnik'. Es wurden vorher sogar Rufe 'zum Flughafen' laut, um dort den Vorstand direkt in Empfang zu nehmen. Auch die Spätschicht hat die Arbeit niedergelegt und demonstriert. Laut Meldung von Betriebsräten von gestern Abend habe man sich in der Einigungsstelle soweit angenähert, dass heute keine Arbeitsniederlegungen stattfinden würden.

Das wirft die Frage auf, wer bei diesem Kampf eigentlich das Zepter in der Hand halten muss. Die Betriebsratsspitze orientiert vor allem auf eine 'eine ausreichende Beschäftigungssicherung, die weit über 2012 hinausgeht' und ist von der eigentlichen Forderung 'SL muss bleiben' bereits völlig abgewichen. Das wird auch unter den Kollegen diskutiert, die in ihrer Mehrheit davon ausgehen, dass solche Einigungen für den Erhalt der Arbeitsplätze in Wirklichkeit nichts wert sind

Bereits am 27. Januar titelte eine Extra-Ausgabe der Konzernzeitung 'Die Stoßstange - von und für Kollegen': 'Unser Streik war erst der Anfang!' und deckte den faulen Kompromiss der sogenannten 'Beschäftigungssicherung' wie in Sindelfingen auf: 'Nicht nur, dass sich der Betriebsrat darin verpflichtet, an der Rationalisierung - sprich der Steigerung der Arbeitshetze - mitzuwirken (…) Der Vertrag enthält auch die Klausel, dass von all dem abgewichen werden kann, wenn die wirtschaftliche Lage des Konzerns es erfordert.'

Doch die Kollegen haben die Schnauze voll davon, dass die Krisenlasten auf ihren Rücken und den ihrer Familien abgewälzt werden. Bereits 10 Prozent Lohnverlust wurde im letzten Jahr durchgedrückt und einige haben sich bereits verschuldet. Der Geist von 1996 wurde wieder wach gerufen, und man erinnerte sich daran, dass damals tagelang immer wieder gestreikt wurde, bis die Forderung für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall durchgekämpft worden war.
http://www.rf-news.de/2010/kw05/erneut-streik-bei-daimler-in-bremen (http://www.rf-news.de/2010/kw05/erneut-streik-bei-daimler-in-bremen)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:10:24 Do. 18.März 2010
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Saarbrücken: Spontaner Streik bei Halberg Guss

Bei dem insolventen Automobilzulieferer Halberg Guss in Saarbrücken hat es am Mittwochabend einen spontanen Streik der Belegschaft gegeben. Dabei beteiligten sich rund 100 Mitarbeiter.

Grund für den Streik ist der bevorstehende Verkauf des Unternehmens. Einer der Interessenten, ein brasilianisches Unternehmen, zeigte Interesse an den Standorten in Leipzig und Südafrika.

Der Saarbrücker Standort mit seinen 1000 Beschäftigten soll dagegen geschlossen werden. Betriebsrat und IG Metall appellierten erneut an die Landesregierung, das Werk zu erhalten.
http://www.sr-online.de/nachrichten/30/1038276.html (http://www.sr-online.de/nachrichten/30/1038276.html)
Titel: Prekär aus der Krise
Beitrag von: Kuddel am 16:44:15 Sa. 20.März 2010
Daimler will künftig verstärkt auf befristet Beschäftigte, Leiharbeiter und Fremdfirmen setzen. Das kündigte Finanzvorstand Bodo Uebber in der britischen Financial Times vom Montag an. Der Betriebsrat verwies in einer ersten Reaktion auf bestehende Betriebsvereinbarungen, die den Einsatz prekär Beschäftigter im Konzern einschränken. Die IG Metall befürchtet, in der gesamten Branche könnte nach Ende der Krise ein erneuter Boom bei der Zeitarbeit einsetzen...

http://www.jungewelt.de/2010/03-16/057.php (http://www.jungewelt.de/2010/03-16/057.php)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:30:40 Mo. 26.April 2010
Dieser Thread is vielbesucht, doch diskutiert wird kaum. Diese globale Industrie wird uns im Guten wie im Schlechten noch oft überraschen. Ein kritischer Blick auf das Geschehen lohnt.

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Opel-Betriebsrat weist Einigung um Antwerpen zurück

„Der Autobauer Opel kommt nicht zur Ruhe. Der Betriebsrat des Herstellers wies eine angebliche Einigung zwischen Beschäftigten und Management über die Schließung des belgischen Opel-Werks in Antwerpen als "gezielte Falschinformation" zurück. Aus Protest gegen die angebliche Einigung hatten die Beschäftigten in Antwerpen am Dienstagmorgen die Arbeit niedergelegt.
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article7268767/Opel-Betriebsrat-weist-Einigung-um-Antwerpen-zurueck.html (http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article7268767/Opel-Betriebsrat-weist-Einigung-um-Antwerpen-zurueck.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:10:16 Mi. 12.Mai 2010
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Streik der Belegschaft
Krise belastet Ferrari

12. Mai 2010, 12:19
Protest in Maranello gegen geplante Streichung von 270 Jobs

Rom - Seit Jahren besetzt der italienische Sportwagenkonzern Ferrari die Spitzenposition im Ranking der besonders beliebten Arbeitgeber in Europa. Im Konzern verbinden sich Handwerkergenauigkeit mit hoher Technologie und freundlichem Arbeitsumfeld. Doch die Krise hat auch im Werk in Maranello das Klima getrübt.

Am Dienstag trat die Belegschaft unerwartet vier Stunden lang in Streik, um gegen einen Rationalisierungsplan zu protestieren, der die Streichung von 270 Jobs vorsieht, berichtete die römische Tageszeitung "Il Messaggero" am Mittwoch. Um die Zustimmung der Gewerkschaften zum Rationalisierungspaket zu erhalten, hat sich Ferrari bereit erklärt, den Mitarbeitern Produktionsprämien zu zahlen.

Inakzeptabler Tausch


"Uns ist ein inakzeptabler Tausch vorgeschlagen worden, deswegen haben wir gestreikt. Das Unternehmen will uns Prämien nur garantieren, wenn wir dem Generationswechsel unter den Mitarbeitern zustimmen und zulassen, dass Ferrari stärker auf Produktionsauslagerung setzt", sagte Gewerkschaftssprecher Claudio Mattiello.

Ferrari entgegnet, dass ein Teil der Produktionsprämien den Mitarbeitern bereits im vergangenen Jahr gezahlt worden sei. Der zweite Teil sei nicht gezahlt worden, weil im vergangenen Jahr die Unternehmensziele wegen der Krise weder vom industriellen noch vom sportlichen Standpunkt erreicht worden seien. Ferrari sei jedoch bereit, den Mitarbeitern entgegenzukommen, wenn verschiedene Aspekte in einem größeren Kontext berücksichtigt werden.

Laut Ferrari müssen nicht-strategische Aktivitäten ausgelagert werden, damit sich das Unternehmen auf das Kerngeschäft - die Entwicklung neuer Produkte, technologische Innovation und Kundenbetreuung - konzentrieren könne. Der Plan sieht die Auslagerung nicht-strategischer Bereiche auf Firmen in der Umgebung von Maranello vor. Damit werde auf lokaler Ebene die Beschäftigung in Zeiten der Krise garantiert, meinte der Konzern.

Ferrari will künftig verstärkt auf Flexibilität setzen, um neue Märkte zu gewinnen. "In vielen neuen Märkten wollen die Kunden nicht ein Jahr warten, um einen Ferrari zu bekommen. Die Modelle unserer Konkurrenten sind oft sofort lieferbar, daher müssen wir die Produktion beschleunigen", sagte ein Unternehmenssprecher. (APA)
http://derstandard.at/1271376527937/Streik-der-Belegschaft-Krise-belastet-Ferrari (http://derstandard.at/1271376527937/Streik-der-Belegschaft-Krise-belastet-Ferrari)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:25:54 Mo. 17.Mai 2010
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BMW sucht Fachkräfte im Ausland

BMW will wegen des drohenden Mangels an Fachkräften stärker im Ausland um ausgebildetes Personal werben. Außerdem will der Autobauer in die Weiterbildung der Stammbelegschaft investieren. "Der demografische Wandel führt zu einem Rückgang an Ingenieuren, und der wird alle Unternehmen treffen", sagte BMW- Personalchef Harald Krüger der Automobilwoche.

Im laufenden Jahr wolle BMW weltweit etwa 550 Akademiker einstellen, davon rund 400 in Deutschland. Für sein geplantes Elektrostadtauto Megacity Vehicle brauche BMW Spezialisten für Sparten "wie neue Werkstoffe, Leichtbau, Simulationstechnik, Elektrik, Elektronik, Batterie und Antriebstechnik", sagte Krüger dem Blatt.

Langfristig sollten auch für die deutschen Standorte Fachkräfte aus dem Ausland geworben werden, in den kommenden Jahren aber zunächst in Einzelfällen. Neue Mitarbeiter suche BMW in allen Wachstumsregionen, etwa in China und den USA
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/98/511207/text/ (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/98/511207/text/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:32:26 Mo. 17.Mai 2010
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»Werk 8« als Symbol
Beschäftigte des Stuttgarter Autozulieferers Behr kämpfen gegen Werksschließung. Große Solidarität in von Krise gebeutelter Region

Die Industrieregion Stuttgart steht vor einem dramatischen Einbruch. Hier ist mehr als überall sonst in Deutschland der gebeutelte Automobil- und Maschinenbau konzentriert. Zum Symbol für den Niedergang – und für den Widerstand dagegen – könnte die Fabrik des Autozulieferers Behr in Stuttgart-Feuerbach werden. Die Produktionsstätte soll geschlossen werden, die rund 240 Arbeiter stehen vor der Entlassung. Nach mehreren teils spektakulären Protestaktionen wird an diesem Mittwoch ein Solidaritätskomitee gegründet, das die verschiedenen, von Arbeitsplatzvernichtung betroffenen Belegschaften zusammenbringen will(...)
http://www.jungewelt.de/2010/05-12/040.php (http://www.jungewelt.de/2010/05-12/040.php)


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Finale bei Opel: Ultimatum an Beschäftigtenvertreter: Bis zur morgigen Aufsichtsratssitzung soll Zustimmung zum Lohnverzicht vorliegen

„Der Automobilbauer Opel setzt seinen Beschäftigten die Pistole auf die Brust: Die Konzernspitze verlangt, daß bis zur Aufsichtsratssitzung am morgigen Dienstag die Zustimmung der deutschen Betriebsräte zu den geforderten »Arbeitnehmerbeiträgen« vorliegt. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel am Wochenende an die gewerkschaftlichen Vertrauensleute des Werks verschickt hat. »Jetzt kommen wir in die heiße Phase der Verhandlungen. Es wird eine kurzfristige Entscheidung verlangt«, heißt es in dem Papier…
http://www.jungewelt.de/2010/05-17/021.php (http://www.jungewelt.de/2010/05-17/021.php)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:31:16 Fr. 21.Mai 2010
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Deutsche Mitarbeiter tragen Löwenanteil an Opel-Sanierung
Die Chancen für eine Rettung des Autobauers steigen. Die Mitarbeiter verzichten auf Millionen und stützen damit den US-Mutterkonzern GM. Auf die deutsche Belegschaft entfällt der größte Teil des Sanierungsbeitrags. Nun muss noch der Steuerzahler bluten.


Zur Rettung von Opel wollen die Mitarbeiter des Autoherstellers jährlich 265 Mio. Euro beitragen. Der Löwenanteil von 176,8 Millionen kommt aus Deutschland. Das teilten Management und Betriebsrat am Freitag mit. Hierzulande verzichtet die Belegschaft unter anderem auf die Hälfte des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes für 2010 und 2011, eine vereinbarte Tariferhöhung wird aufgeschoben. Ähnliche Absprachen sollen an den anderen europäischen Opel-Standorten getroffen werden.

Opel-Chef Nick Reilly sprach von einem "Meilenstein". Monatelang hatten Management und Betriebsrat um einen Beitrag der Arbeitnehmer zur Sanierung des angeschlagenen Autobauers gerungen. Beide Seiten seien sich einig, dass Opel von einer GmbH in eine AG umgewandelt werden soll.

"Zentraler Teil des Abkommens zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretern ist die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte, beispielsweise der Bau eines neuen Kleinwagens im Segment unterhalb des Corsa", hieß es. "Sollten vorgesehene Produkte nicht realisiert werden, fließen die eingebrachten Einsparsummen, die zunächst über ein Treuhandkonto abgesichert werden, an die Mitarbeiter zurück."
Das Übereinkommen ist eine Voraussetzung für staatliche Hilfen an das Tochterunternehmen des US-Konzerns General Motors. Opel bemüht sich um öffentliche Kredite und Bürgschaften in Höhe von etwa 1,8 Mrd. Euro, um in neue Modelle und Technologien investieren und im Wettbewerb wieder bestehen zu können.
Mehr als 1 Mrd. Euro sollen dabei aus Deutschland kommen, was nach derzeitigem Stand aber sehr unsicher ist. Das Unternehmen will 8300 der 48.000 Arbeitsplätze in Europa streichen und die Kapazität um 20 Prozent kürzen.

Eisenach: Minus 300 Bochum: Minus 1799 Rüsselsheim: Minus 862 Kaiserslautern: Minus 300 Spanien: Minus 900
Opel-Chef Nick Reilly hofft auf eine baldige Entscheidung von Bund und Ländern über Staatshilfen. Der Lenkungsrat des Deutschlandfonds könnte bei seinem Treffen am Dienstag bereits eine Empfehlung abgeben, sagte er. Eine endgültige Entscheidung über Hilfen könne sich jedoch bis Anfang Juni hinziehen.

Aus Sicht von Reilly hat der Autobauer alle Voraussetzungen für Staatshilfen erfüllt. Neben der ausgehandelten Einigung mit den Arbeitnehmern über deren Sanierungsbeitrag habe Opel auch eine Kreditzusage. Es sei wahrscheinlich, dass mehr als eine Bank das Darlehen bereitstellen würden. GM hatte angekündigt, über Kredite und Eigenkapital 1,9 Mrd. Euro in die Sanierung der defizitären Europatochter zu stecken.

Im ersten Quartal 2010 erwirtschaftete General Motors einen Gewinn von 856 Mio. $ und schrieb damit erstmals seit 2007 wieder schwarze Zahlen. Daraufhin mehrten sich die Stimmen in der Politik und unter Experten, dass eine Staatsbürgschaft für Opel nicht mehr erforderlich sei.
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:lohnverzicht-deutsche-mitarbeiter-tragen-loewenanteil-an-opel-sanierung/50116964.html (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:lohnverzicht-deutsche-mitarbeiter-tragen-loewenanteil-an-opel-sanierung/50116964.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:04:43 Mi. 26.Mai 2010
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Dammbruch
Einigung über Lohnverzicht bei Opel


(....)Die Bedeutung der Vereinbarung geht weit über das Unternehmen hinaus. Sie könnte als Dammbruch wirken und das Ende des Flächentarifvertrags in seiner heutigen Form besiegeln. Denn mit Opel geht erstmals einer der großen Autobauer – traditionell Hochburgen der IG Metall – dauerhaft unter den Flächentarif: Unter anderem sollen die für dieses und kommendes Jahr vereinbarten Lohnerhöhungen gestrichen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld halbiert und alle Beschäftigten eine Lohngruppe heruntergestuft werden. Es ist kaum vorstellbar, daß die anderen Konzerne diesen »Wettbewerbsvorteil« des Konkurrenten nicht gegenüber ihren eigenen Belegschaften ins Feld führen. Die Abwärtsspirale bei Einkommen und Arbeitsbedingungen wird sich schneller drehen.

Der Opel-Deal ist die konsequente Fortsetzung der Politik von IG-Metall- und Betriebsratsspitzen in den vergangenen 20 Jahren. Immer wieder wurde die angebliche Sicherung von Stellen und Standorten durch Zugeständnisse der Beschäftigten erkauft.(...)
http://www.jungewelt.de/2010/05-22/040.php (http://www.jungewelt.de/2010/05-22/040.php)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:40:23 Do. 27.Mai 2010
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Streik in chinesischem Honda-Werk

Seit dem 17. Mai streiken 1.850 Arbeiter in einem Autoteilewerk des japanischen Autoherstellers Honda in Foshan, in der chinesischen Provinz Guangdong. Am 24. Mai musste Honda zwei Werke in Guangdong schließen, am 26. Mai folgten die beiden anderen in Wuhan. Die Arbeiter fordern die Anhebung ihrer Löhne um rund 25 Prozent.
http://www.rf-news.de/2010/kw21/27.05.10-china-streik-in-honda-werk (http://www.rf-news.de/2010/kw21/27.05.10-china-streik-in-honda-werk)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:18:29 Fr. 04.Juni 2010
Ich melde mich hier nochmal wegen der außerordentlich interessanten und wichtigen Entwicklungen im Niedriglohnland China:

Der Hondastreik: Ende des Billiglohns?


Seit dem 17. Mai befinden sich rund 1800 Hondaarbeiter im Streik - der, entgegen mancher Meldung von gestern und heute, keineswegs beendet ist. Honda - das den meist jungen "Trainees" weniger als den regional vorgeschriebenen Mindestlohn bezahlte - hatte zuerst eine Erhöhung der Beihilfen um 55 Yuan angeboten, um danach bis zu 455 Yuan zu gehen - allerdings nicht für Alle, und das war eine der Grundforderungen. Die offizielle ACFTU-Gewerkschaft glänzte diesmal nicht durch Nichtstun - sondern mobilisierte massiv gegen die Streikenden, die ihren Rat, mit dem Streik aufzuhören, nicht befolgten. Keine Sanktionen und eine demokratische Gewerkschaftswahl gehören nach den jüngsten Entwicklungen zum Forderungskatalog der Streikenden.


(http://zggr.cn/attachments/2010/05/5_201005312335381CY7a.jpg)(http://zggr.cn/attachments/2010/05/5_201005312334091CJlG.jpg)(http://zggr.cn/attachments/2010/05/5_201005312334041qqHq.jpg)

"Müssen wir in die Fußstapfen unserer Eltern treten?! - Blutige Auseinandersetzungen in chinesischem Vorzeigewerk von Honda"
unter diesem Titel gibt es einen am 04. Juni 2010 ins Deutsche übersetzten, vom Globalization Monitor Hongkong verbreiteten, Aufruf eines Honda-Arbeiters, der die Stimmungslage der Streikenden widerspiegelt:
http://labournet.de/internationales/cn/hondaarbeiter.pdf (http://labournet.de/internationales/cn/hondaarbeiter.pdf)

Dieser Aufruf kann unter "Solidarity with Honda Workers' Struggle" bei Go Petition unterzeichnet werden - und sollte es auch:
http://www.gopetition.com/petitions/honda-workers-struggle.html (http://www.gopetition.com/petitions/honda-workers-struggle.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 12:11:34 Sa. 12.Juni 2010
Zitat
Weiterer Streik in chinesischem Honda-Werk

(http://de.reuters.com/resources/r/?m=02&d=20100611&t=2&i=126119812&w=450&fh=&fw=&ll=&pl=&r=2010-06-11T053545Z_01_ABEE65A0FJN00_RTROPTP_0_CHINA-LABOUR-HONDA)

Zhongshan (Reuters) - In China wird zum dritten Mal innerhalb eines Monats ein Zulieferwerk des japanischen Autoherstellers Honda bestreikt.

Rund 500 Arbeiter der Fabrik im südchinesischen Zhongshan weigerten sich am Freitag, wie von der Werksleitung gefordert zur Arbeit zurückzukehren. Sie verlangen eine bessere Bezahlung und mehr Rechte, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Vertreter des Managements warnten die Streikenden vor der Fabrik per Lautsprecher, falls sie nicht zur Arbeit zurückkehrten, drohten ihnen "schwere Konsequenzen".

Gewerkschaften sind in China offiziell verboten. In Fabriken ausländischer Firmen gibt es in jüngster Zeit jedoch vermehrt Proteste von Arbeitern.
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65A04H20100611 (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65A04H20100611)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:34:59 Di. 15.Juni 2010
Zitat
Arbeiter: Streik bei Honda-Zulieferer in China dauert an
(http://de.reuters.com/resources/r/?m=02&d=20100613&t=2&i=128090225&w=450&fh=&fw=&ll=&pl=&r=2010-06-13T091203Z_01_ABEE65C0PK500_RTROPTP_0_CHINA-LABOUR-HONDA)

Hongkong/Shanghai (Reuters) - Der Streik in einem chinesischen Honda-Werk dauert nach Angaben von Arbeitern weiter an.

Der japanische Konzern erklärte dagegen am Sonntag, der Konflikt sei bereits am Samstag gelöst und der Betrieb noch am selben Tag wieder aufgenommen worden. Zur Lage am Sonntag äußerte sich Honda nicht. Ein Angestellter des Zulieferbetriebs in Zhongshan sagte, nur einige Manager seien einsatzbereit, die meisten Bandarbeiter hätten ihren Streik aber auch am Sonntag fortgesetzt. Die Mitarbeiter hatten am Mittwoch zum ersten Mal die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen eine bessere Bezahlung und selbst gewählte Gewerkschaften. In dem Werk werden Schlösser für Honda-Fahrzeuge hergestellt.

Dem Arbeiter zufolge waren viele Kollegen zum Schichtbeginn erschienen. Als aber klarwurde, dass Honda den Lohn nicht über das bisherige Angebot von umgerechnet 95 Euro pro Monat erhöhen würde, seien sie wieder gegangen. Nach Einschätzung des Mitarbeiters wäre Honda durchaus kompromissbereit. Vielmehr sperre sich die örtliche Regierung in der Provinz Guangdong aber gegen Lohnerhöhungen, weil sie ähnliche Forderungen in anderen Betrieben der Region fürchte.
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65C03N20100613 (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65C03N20100613)


(http://www.china-observer.de/fp-content/images/redaktion_content/china-1754.jpg)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:21:20 Fr. 18.Juni 2010
Zitat
Streik behindert Toyota-Produktion in China

Möglicherweise werde die Hauptfertigungsstätte in Tianjin ihre Produktion vorübergehend einstellen müssen, berichtete die Zeitung "Asahi" am Donnerstag. Grund dafür sei ein Streik bei einem Zulieferer, der unter anderem Teile für Türen der Kompaktwagen baut und 800 Mitarbeiter beschäftigt. Toyota könnte den Bericht zunächst nicht bestätigen.

Zuvor hatten Arbeiter eines Honda-Zulieferers in Zhongshan ihre Arbeit niedergelegt. Sie forderten mehr Lohn und frei gewählte Gewerkschaften.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao mahnte unterdessen eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Millionen von Wanderarbeitern in dem Land an. "Die Regierung und alle Teile der Gesellschaft sollten die jungen Wanderarbeiter so behandeln als wenn es ihre eigenen Kinder wären", sagte Wen dem Parteiblatt "Renmin Ribao" zufolge. Wens ist der ranghöchste Politiker, der sich seit Beginn einer Reihe von Protesten gegen harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne, vornehmlich im Süden des Landes in der Provinz Guangdong, geäußert hat.
http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65G02M20100617 (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE65G02M20100617)
Titel: Hahaha!
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:04:20 Mi. 23.Juni 2010
Wurde nicht gerade berichtet, alle Streiks wären beendet?
Die Situation scheint wohl ein wenig ausser Kontrolle zu geraten ;D ;D ;D

Zitat
Streik legt Werk in China lahm
Ein erneuter Streik bei einem Zulieferer hat die Autoproduktion von Toyota in China wieder lahmgelegt. Nachdem die Arbeiter von Denso am Montag die Arbeit niedergelegt hätten, stünden nun auch die Bänder in dem Autowerk im Süden des Landes still, teilte Toyota mit. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden könne, sei noch nicht klar. Die Arbeiter von Denso wollen die ganze Woche streiken. Die 1100 Angestellten kämpfen für eine Erhöhung ihrer Löhne auf umgerechnet 215 bis 227 Euro im Monat. Derzeit verdienen sie zwischen 132 und 155 Euro.
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8148984/Streik-legt-Werk-in-China-lahm.html (http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8148984/Streik-legt-Werk-in-China-lahm.html)

Zitat
Honda und Toyota fehlen in China Teile
Produktion wegen Lohn-Streiks bei den Zulieferern gestoppt

Die Streiks bei chinesischen Zulieferern machen den Autoherstellern zunehmend zu schaffen. Am Mittwoch standen wegen fehlender Teile bereits in mehreren Werken von Toyota und Honda die Bänder still.

(sda/Reuters) Ein Toyota-Werk in der Provinz Guangdong mit einer jährlichen Produktionskapazität von 360'000 Fahrzeugen liegt wegen eines Arbeitskampfs beim Zulieferer Denso bereits seit Dienstag lahm. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, ist laut Toyota offen.

Auch Honda muss Produktion stoppen

Konkurrent Honda stoppte die Fertigung in zwei Werken seines Joint Ventures Guangqi Honda, die zusammen ebenfalls auf eine Produktionskapazität von 360'000 Autos pro Jahr kommen. Grund dafür ist ein Streik in einem chinesischen Zuliefererwerk, das mit dem japanischen Partner NHK Spring zusammenarbeitet.

Streit um Löhne eskaliert

In Fabriken chinesischer Zulieferer kommt es wegen Lohnkonflikten immer häufiger zu Streiks. Die 1200 Angestellten von Denso etwa kämpfen für eine Erhöhung ihrer Löhne auf umgerechnet 293 bis 309 Franken im Monat (1800 bis 1900 Yuan). Derzeit verdienen sie zwischen 181 und 213 Franken.
http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/honda_toyota_produktionsstopp_1.6227829.html (http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/honda_toyota_produktionsstopp_1.6227829.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 21:26:16 Do. 01.Juli 2010
Zitat
US-Produktion
Daimler will geschasste Lkw-Arbeiter zurück

Nicht nur der Pkw-Verkauf boomt weltweit, auch die Hersteller von Lastwagen schöpfen Mut. In den USA will Daimler jetzt entlassene Mitarbeiter wieder einstellen. Auch Rivale MAN ist hoffnungsfroh.


Die Auftragsbücher füllen sich: Daimler  holt in den USA mehrere hundert Mitarbeiter zurück. 540 Stellen sollen bis Mitte Juli in den Lkw-Werken Mt. Holly und Cleveland sowie im Komponenten- und Logistikwerk in Gastonia wiederbesetzt werden, teilte der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller am Donnerstag in Portland mit. "Im Moment zieht es ganz gut an", sagte eine Sprecherin des Unternehmens über das US-Nutzfahrzeuggeschäft FTD.de.

Die Beschäftigten waren wegen der Absatzflaute entlassen worden. Insgesamt arbeiten in den drei Werken im US-Bundesstaat North Carolina 1640 Menschen. Daimler sei derzeit in Nordamerika der einzige Hersteller schwerer Lkw mit steigenden Produktionszahlen, teilte der Chef von Daimler Trucks North America, Martin Daum, mit.

Echter Amerikaner von Daimler: Ein Western Star   Echter Amerikaner von Daimler: Ein Western Star
Trotz einiger kleiner Hoffnungssignale - noch immer leiden die Anbieter von Nutzfahrzeugen stärker unter der Krise als die Autobauer. Der Pkw-Hersteller fahren beispielsweise in Deutschland schon wieder Sonderschichten und suchen verstärkt Mitarbeiter.

Aber allmählich profitieren auch die Lkw-Bauer von einer steigenden Nachfrage aus Übersee. Die Prognosen der Branche für das laufende Jahr sehen optimistischer aus als die 2009er-Zahlen. Daimlers arg gebeutelte Lkw-Sparte hatte im ersten Quartal 2010 nach vier verlustreichen Vierteljahren 2009 wieder Gewinn eingefahren.

Für Deutschland zeigte jüngst der Transportpreisindex des Fachmagazins "Verkehrsrundschau", dass die Preise für Lkw-Transporte in den vergangenen Wochen leicht anzogen und im Jahresverlauf weiter steigen dürften. Allerdings machen den etablierten westlichen Lastwagenbauern auch Rivalen aus Übersee zu schaffen, wie etwa das chinesische Lkw-Bauer FAW.

So ist Daimler denn auch nicht das einzige Unternehmen, das in seiner Lkw-Sparte auf eine höhere Nachfrage mit einer veränderten Personalpolitik reagiert: Am Mittwoch hatte MAN  aus München mitgeteilt, angesichts der wieder anziehenden Konjunktur die Kurzarbeit an den deutschen Standorten zurückzufahren.

Für Euphorie gibt es noch keinen Grund Zwar sieht MAN-Finanzvorstand Frank Lutz eine Erholung der europäischen Nutzfahrzeugnachfrage, wie er jüngst sagte. Es dürfte aber in Europa ein langer Wiederaufstieg werden.
http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:us-produktion-daimler-will-geschasste-lkw-arbeiter-zurueck/50137560.html (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/autoindustrie/:us-produktion-daimler-will-geschasste-lkw-arbeiter-zurueck/50137560.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:38:40 Mi. 21.Juli 2010
Lohnverzicht oder Jobverlust: General Motors erpresst Beschäftigte in Straßburg – mit Erfolg

Zitat
Die Direktion von General Motors (GM) hat die Beschäftigen des Getriebewerks in Straßburg mit dem Verlust ihrer Arbeitsplätze erpresst und sie hat gewonnen. Mehr als zwei Drittel der Mitarbeiter stimmten der Forderung zu, die Kosten um zehn Prozent zu senken, indem die Löhne mindestens bis 2013 eingefroren werden und die Beschäftigten auf Prämien und einen Teil ihrer freien Tage aus Überstunden verzichten. Davon hatte die General Motors Company, die die Nachfolge des insolventen GM-Konzerns angetreten hat und an der die US-Regierung zu 60 Prozent beteiligt ist, die erneute Übernahme des 2008 aufgegebenen Werks abhängig gemacht. Das Straßburger Werk wird derzeit durch einen Treuhänder geleitet und ist auf Gedeih und Verderb von den Aufträgen durch GM abhängig. »Die Direktion der GM Company erwartet von den Arbeitern, dass sie Anstrengungen unternehmen, um den Unterschied der Kosten im Vergleich zum GM-Werk in Mexiko auszugleichen«, erklärte ein Konzernsprecher. Von den 979 eingeschriebenen Arbeitern beteiligten sich 97 Prozent an der Abstimmung. Dabei votierten 645 für den Vorschlag und 268 dagegen...
http://www.neues-deutschland.de/artikel/175623.lohnverzicht-oder-jobverlust.html (http://www.neues-deutschland.de/artikel/175623.lohnverzicht-oder-jobverlust.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:38:43 Sa. 24.Juli 2010
Zitat
Immer mehr Autozulieferer berichten über glänzende Geschäfte im ersten Halbjahr. Nun präsentierte Leoni satte Zuwächse

Immer mehr Automobilzulieferer machen ihre drastischen Einbrüche im Vorjahr wett. Eine Firma nach der anderen meldet hervorragende Geschäfte im ersten Halbjahr. Dementsprechend optimistisch fällt der Blick in die nähere Zukunft aus. So erwartet der Kabel- und Bordnetzspezialist Leoni für das laufende Jahr einen doppelt so hohen Gewinn wie zunächst geplant. Die Brose-Gruppe verzeichnete sogar den besten Juni-Umsatz ihrer Firmengeschichte. Auch beim Wälzlagerhersteller Schaeffler brummt das Geschäft.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilzulieferer-aufatmen-nach-langer-krise-1.979045 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/automobilzulieferer-aufatmen-nach-langer-krise-1.979045)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:14:13 Fr. 06.August 2010
Streik bei Volkswagen Russland?

Ein Streik war es nicht, sondern eher eine Versammlung der Arbeiter vor dem Büro der Geschäftsleitung.
Am Nachmittag des 30. Juli 2010 haben sich Arbeiter des Volkswagenwerks in Kaluga vor dem Büro der Geschäftsleitung versammelt , um ihre, eine Woche vorher schriftlich gestellten, Forderungen zu untermauern.


Diese lauteten: Anhebung des Stundensatzes der Mitarbeiter/innen der Produktion um 25% und eine Bestätigung der Arbeitsplätze bis September 2010. Die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung wurden von Vertretern der interregionalen Gewerkschaft der Arbeiter der Autoindustrie geführt. Die Gewerkschaft drohte, falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden, mit einem einmonatigen Streik.

Die Geschäftsleitung antwortete schriftlich auf die Forderungen der Gewerkschaft und erklärte, dass die Löhne erst im Juli 2010 erhöht wurden und die Bestätigung der Arbeitsplätze bis Ende September 2010 erfolgen werde.

Die Arbeiterinnen und Arbeiter kommentierten die Erklärungen der Geschäftsleitung als "nichtsaussagendes Antwortschreiben". Darum ist es nicht ausgeschlossen, dass sie in nächster Zeit die Arbeit niederlegen.

Im Gespräch mit russland.RU erklärte die Sprecherin der Volkswagen Group Rus., Julia Karulina, dass die Löhne erst im Juli erhöht wurden und die Volkswagen Group Rus. im Vergleich zu den Löhnen in Kaluga und im Vergleich zur russischen Automobilindustrie über dem Durchschnitt liegt.

Ferner ist die Volkswagen Group Rus.sehr an einem Betriebsrat interessiert, der die Vertretung der Arbeiter organisiert. Ein funktionierender Betriebsrat kann Gespräche und Verhandlungen mit der Geschäftsführung der Volkswagen Group Rus.führen und Probleme schneller bereinigen.

http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Wirtschaft&iditem=19102 (http://russlandonline.ru/mainmore.php?tpl=Wirtschaft&iditem=19102)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:59:09 Di. 24.August 2010
Zitat
Löhne steigen:
Autobauer in Südafrika mit höheren Kosten konfrontiert

Nach einer Streikwelle müssen die internationalen Autokonzerne ihren Beschäftigten in Südafrika deutlich höhere Löhne zahlen. Der damit beendete Streik hat die Hersteller empfindlich getroffen: Ein erheblicher Teil der Jahresproduktion ist ausgefallen.


HB JOHANNESBURG. Die Autogewerkschaft und der Automobilarbeitgeberverband einigten sich am Freitag nach achttägigen Arbeitsniederlegungen und Produktionsausfällen auf eine Erhöhung der Löhne in zwei Stufen. 2010 sollen die Löhne der Beschäftigten um zehn Prozent, in den kommenden beiden Jahren Jahr nochmals um neun Prozent angehoben werden. Die Gewerkschaft hatte in monatelangen Verhandlungen mit den Arbeitgebern vergeblich einen Aufschlag von 15 Prozent gefordert. Die Inflationsrate in Südafrika liegt derzeit bei unter fünf Prozent.

Der am Mittwoch vergangener Woche ausgerufene Streik führte bei Daimler, BMW, VW, Toyota, Ford, General Motors und Nissan Motor zu einem kompletten Ausfall der Produktion. Rund 17 000 Fahrzeuge seien nicht gebaut worden, teilte der Arbeitgeberverband Ameo mit. Das sind etwa vier Prozent der Jahresfertigung. In Südafrika liefen im vergangenen Jahr rund 420 000 Autos von den Bändern, etwa die Hälfte davon wird exportiert. Die Automobilarbeiter-Gewerkschaft hatte 31 000 Mitglieder zum Streik aufgerufen. Bei VW werde die Arbeit am Samstag wieder aufgenommen, teilte der Wolfsburger Konzern mit.

In Südafrika rollt derzeit eine Streikwelle durch das Land, da auch mehr als eine Million Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Ausstand sind und Lohnerhöhung von knapp neun Prozent fordern. Die Autoindustrie trägt gut sechs Prozent zur Wirtschaftsleistung Südafrikas bei, ist im globalen Maßstab angesichts von zuletzt 49 Mio. weltweit gebauten Pkw aber klein. Sie steht in einem harten Wettbewerb mit Billiglohnländern. Südafrikas Regierung sieht in der Autobranche eine Schlüsselindustrie, um das Wachstum der größten Volkswirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/loehne-steigen-autobauer-in-suedafrika-mit-hoeheren-kosten-konfrontiert;2639634 (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/loehne-steigen-autobauer-in-suedafrika-mit-hoeheren-kosten-konfrontiert;2639634)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:42:23 Mo. 27.September 2010
Zitat
Toyota Philippinen: Zehn Jahre Kampf für Wiedereinstellung

„Vom 27. September bis 1. Oktober führt die Toyota-Gewerkschaft auf den Philippinen (TMPCWA) gemeinsam mit einer weltweiten Solidaritätsbewegung eine internationale Aktionswoche für die Wiedereinstellung der vor zehn Jahren gekündigten Arbeiter durch. Damals waren über 300 Arbeiter wegen der Gründung einer unabhängigen Gewerkschaft entlassen worden. Toyota weigert sich trotz Aufforderung durch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), den internationalen Metallgewerkschaftsbund (IMF) und durch das Arbeitsministerium der Philippinen, mit der Gewerkschaft auch nur zu verhandeln. Statt dessen wurden im August dieses Jahres erneut vier Mitglieder der Toyota-Gewerkschaft gekündigt. Das ist ein neuer negativer Höhepunkt der Unterdrückung der Toyota-Kollegen. In den letzten Jahren wurden im Zuge des so genannten "Antiterror"-Programms "Freedom Watch II" bzw. "Oplan Bantay Laya II" Militäreinheiten direkt in Fabriken oder Farmen stationiert zur Einschüchterung und Indoktrinierung der Arbeiter - und zwar gezielt dort, wo kämpferische und revolutionäre Kräfte starken Einfluss haben…“
http://www.rf-news.de/2010/kw38/toyota-philippinen-zehn-jahre-kampf-fuer-wiedereinstellung (http://www.rf-news.de/2010/kw38/toyota-philippinen-zehn-jahre-kampf-fuer-wiedereinstellung)
http://www.labournet.de/branchen/auto/toyota/streik.html (http://www.labournet.de/branchen/auto/toyota/streik.html)
http://www.tmpcwa.org/ (http://www.tmpcwa.org/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:44:00 Mo. 27.September 2010
Zitat
Am Samstag begannen die etwa 3.600 Beschäftigten des brasilianischen VW-Werks in Sao Jose dos Pinhais mit einem Streik für höhere Löhne. Am Montag stimmten sie für die Fortsetzung des Streiks. Das Werk im Bundesstaat Paraná ist hochmodern und wurde erst 1999 in Betrieb genommen. Die rund 2.700 Arbeiter von Volvo im nicht weit entfernten Werk Curitibia beendeten dagegen ihren am Freitag begonnenen Streik und einigten sich mit dem schwedischen Lkw-Hersteller auf eine Lohnerhöhung.
http://www.rf-news.de/2010/kw38/21.09.2010-streik-bei-vw-in-brasilien (http://www.rf-news.de/2010/kw38/21.09.2010-streik-bei-vw-in-brasilien)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:47:37 Mo. 11.Oktober 2010
Zitat
Mitarbeiter von Mercedes beenden Streik in Brasilien

Im brasilianischen Mercedes-Benz-Werk haben Mitarbeiter gestreikt. Jetzt wurde bekannt, dass der Streik in São Bernardo do Campo beendet wurde. Die zuständige Gewerkschaft der Metallarbeiter in der Region Campinas teilte bereits vor einigen Tagen mit, dass es zu einer Tarifvereinigung für die Metallarbeiter in Brasilien gekommen sei.

Diese Tarifeinigung sieht unter anderem eine Gehaltssteigerung von 10,5 Prozent vor. Bislang hatten die Mitarbeiter von Mercedes, die in Brasilien gestreikt hatten, eine solche Einkommenssteigerung als zu niedrig abgelehnt. Um die Mitarbeiter zu besänftigen, wurde aber nicht nur eine Einkommenssteigerung beschlossen. Es wurden auch Mindestlöhne eingeführt, darüber hinaus sollen Gespräche geführt würden, in welchen es darum geht, zuvor ausgelagerte Produktionsprozesse wieder zurückzuholen.
http://www.brasil-treff.com/home/news/index_de.php?&news_id=1689 (http://www.brasil-treff.com/home/news/index_de.php?&news_id=1689)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:48:04 Di. 19.Oktober 2010
Zitat
FIAT-Konzern agiert global und sucht die Konfrontation

„Fiat ist im Bewusstsein der italienischen Bevölkerung ein italienisches Unternehmen. Mit der Realität hat dies jedoch immer weniger zu tun. Nicht erst mit der Beteiligung an Chrysler wurde Fiat zu einem multinationalen Unternehmen. Auch Fiat selbst hat mittlerweile Standorte in Polen, der Türkei und in Serbien. Durch die geringe Auslastung der italienischen Werke werden in den ausländischen Betrieben mittlerweile mehr Fahrzeuge produziert als in Italien selbst. (...) Mit folgenden Forderungen erpresste Marchionne die Belegschaft: Längere Arbeitszeit durch Verkürzung der Pausen, Wegfall der Wochenendzuschläge bei Samstagsarheit (statt bisher 15 Schichten sollen dann 18 Schichten in der Woche gearbeitet werden), Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wenn in einer Abteilung die Fehlquote über dem Durchschnitt des gesamten Betriebs liegt, Überwachung der Bewegungen im Betrieb durch ein elektronisches Überwachungssystem, Individuelle Arbeitsverträge statt der jetzigen Kolektivverträge, Verzicht der Gewerkschaften, diese Vereinbarungen künftig durch Streiks ändern zu wollen...“
http://www.labournet.de/branchen/auto/fiat/fiat_am42010.pdf (http://www.labournet.de/branchen/auto/fiat/fiat_am42010.pdf)
Titel: VW
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:56:05 Fr. 22.Oktober 2010
Zitat
Von Januar bis September habe sich das operative Ergebnis um 3,3 Mrd. Euro auf 4,8 Mrd. Euro erhöht, teilte VW am Freitag in Wolfsburg mit.

Der Gewinn nach Steuern versechsfachte sich sogar von 655 Mio. Euro auf gut vier Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Freitag überraschend mitteilte.

Der Umsatz habe ebenfalls um ein Fünftel auf 92,5 Mrd. Euro zugelegt, da VW mit 5,4 Mio. Fahrzeugen 12,9 Prozent mehr verkaufte als im Vorjahreszeitraum.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-vw-vervielfacht-gewinn-blickt-aber-skeptisch-nach-vorn;2678260 (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autobauer-vw-vervielfacht-gewinn-blickt-aber-skeptisch-nach-vorn;2678260)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 20:50:44 Fr. 22.Oktober 2010
Die könnten noch viel mehr systeminternen Profit machen, wenn die Bänker allen Leuten mit fehlender Bonität einen Autokredit geben würden. Das wäre sowas von systemstabilisierend...

(OK, muß man jetzt mal ein bischen hin und herkauen   ;)  )
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:15:44 Mi. 27.Oktober 2010
RUNDREISE DER ENTLASSENEN VON FIAT

doku  // italienisch  // 14 Min  // 27.09.2010  // Hits: 71

September 2010 - Im Juli 2010 waren drei Fiat-Arbeiter in Melfi wegen Beteiligung an einem Streik entlassen worden. Sie machen sich auf zu einer Rundreise durch Italien, um ihre KollegInnen in den anderen Fiat-Werken über ihre Situation zu informieren. Nach der großes Aufsehen erregenden Erpressung der Fiat-Belegschaft in Pomigliano, wurde die Auseinandersetzung um die drei Entlassenen von Melfi zu einem symbolischen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit in Italien. Auf der Reise fassen sie zusammen, wie sich die Lage der ArbeiterInnen in Italien verschlechtert hat. Die Abschaffung der automatischen Anpassung der Löhne an die Inflationsrate (scala mobile), die (immer kürzere) Befristung derArbeitsverträge und die Ausweitung der Ausbildungsverträge sind nur einige Beispiele. "Nach 25 Jahren Verhandlungen mit dem Kapital haben wir nur verloren".

Das Video:
http://kanalb.org/clip.php?clipId=2569 (http://kanalb.org/clip.php?clipId=2569)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 09:54:52 So. 07.November 2010
Indien: Streik in GM-Werk beendet
Nach vier Tagen Streik haben die rund 900 Arbeiter im Halol-Werk von General Motors India im Bundesstaat Gujarat am Dienstag die Arbeit wieder aufgenommen. Vorausgegangen waren Gespräche mit der Geschäftsleitung und dem Arbeitsministeriums und die Zusicherung, dass innerhalb eines Monats über die Lohnforderungen entschieden wird. Offiziell erklärte GM allerdings, das Unternehmen habe keine Zugeständnisse gemacht.
http://www.rf-news.de/2010/kw44/03.11.10-produktion-in-gm-werk-in-indien-wieder-aufgenommen (http://www.rf-news.de/2010/kw44/03.11.10-produktion-in-gm-werk-in-indien-wieder-aufgenommen)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 13:54:24 Di. 16.November 2010
Zitat
GM-Börsengang
Neustart mit zwei Milliarden Dollar Gewinn

Die Opel-Mutter General Motors hat die Krise überwunden und geht an die Börse, um die geliehenen Steuer-Milliarden wieder herein zu holen. Sogar die Chinesen setzen jetzt auf den US-Autobauer - 500 Millionen US-Dollar. In China werden schon mehr Autos verkauft, als in den USA.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/neustart-mit-zwei-milliarden-dollar-gewinn/-/1472780/4838218/-/index.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/neustart-mit-zwei-milliarden-dollar-gewinn/-/1472780/4838218/-/index.html)

Da haben die Mitarbeiter aber fein gespart für die Ausschüttung an die Aktionäre!
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:00:43 Mi. 29.Dezember 2010
Zitat
»Sag mir, wo Du stehst«

Lehren aus den Streiks bei Autozulieferern in Südchina – von Boy Lüthje*


Die Arbeitskonflikte des letzten Sommers in China machten in den chinesischen und internationalen Medien große Schlagzeilen. Als die Beschäftigten von Zulieferfirmen für Honda, Toyota und andere multinationale Autokonzerne die Arbeit niederlegten, ging in den Medien die Furcht vor der »wachsenden Macht der Arbeiter in China« (The Economist) um. Zur selben Zeit brachte eine tragische Selbstmordserie bei Foxconn – dem größten Auftragsfertiger von Computern, iPods und anderen mobilen elektronischen Geräten – die inhumane Natur der Niedriglohn-Massenproduktion für globale Marken wie Apple, HP oder Nokia ans Licht. Beide Ereignisse hatten spürbar eine Wirkung auf Gewerkschaften, Arbeitsexperten und Öffentlichkeit in China – vielleicht eine Wasserscheide im Bezug auf die zukünftige Entwicklung der Arbeitsbeziehungen im Land.


Lean and Mean ...

Das südchinesische Perlflussdelta – um die Städte Hongkong, Shenzhen und Guangzhou – bildet heute die weltweit größte Agglomeration von Produktionsbetrieben. Etwa 25 Millionen IndustriearbeiterInnen – die meisten von ihnen Wanderarbeiter – produzieren Konsumgüter für globale Marken, z.B. Bekleidung, Spielzeug, Möbel oder elektronische Geräte. In den letzten Jahren ist das Perlflussdelta auch ein wichtiges Zentrum der Automobilproduktion geworden. Honda und Toyota haben bedeutende Fabriken in Guangzhou aufgebaut, wo die altbekannten Accords, Civics, Odysseys, Camrys und Corollas produziert werden. BYD, der aufgehende Stern am Himmel der chinesischen Elektroautoindustrie, residiert in Shenzhen. Volkswagen will in der Gegend eine neue Fabrik bauen.

Zulieferfirmen sind in der Folge dieses Booms wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die meisten Fabriken produzieren für den chinesischen Markt. Aber Honda und Toyota haben auch begonnen, Komponenten wie z.B. Motoren in ihre Fabriken in westlichen Ländern zu exportieren.

Die Produktion ist in puncto Technologie und Organisation auf dem neuesten Stand. Die japanischen Autobauer haben ihre berühmten Systeme der Schlanken Produktion nach China gebracht. Dazu gehören Just-in-time-Produktion, Management-by-Stress sowie die Aufspaltung der Beschäftigten entlang der Zulieferketten. Die Arbeitsbedingungen in den Hauptfabriken sind mit denjenigen moderner Autofabriken in entwickelten Industrieländern vergleichbar, für chinesische Verhältnisse jedoch überdurchschnittlich. Die Beschäftigten zählen zu den bestbezahlten IndustriearbeiterInnen in der Region. Grundlöhne liegen bei durchschnittlich 2500 RMB (400 US-Dollar), die Unternehmen zahlen 13 bis 18 Monatslöhne; Gewinnbeteiligungen und Produktivitätsboni sind weit verbreitet. Überstunden bleiben im gesetzlich in China erlaubten Rahmen (36 Stunden pro Monat bei einer 40-Stundenwoche).

Die Bedingungen bei Zulieferunternehmen sehen weit weniger günstig aus. Obwohl die Fabriken meist sauber und mit Klimaanlagen versehen sind (was in Südchinas subtropischem Klima noch immer als Luxus gilt), ist die Arbeit segmentiert und monoton. Die Löhne bewegen sich um das gesetzlich erlaubte Minimum von 700 bis 900 RMB. Überstunden fallen reichlich an und sprengen oft den Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, welche von den Lokalregierungen nicht durchgesetzt werden. Überstunden und Boni machen normalerweise ca. 50 Prozent des regulären Monatslohnes aus, der damit durchschnittlich bei 1200 bis 1500 RMB liegt. Die Fluktuation ist in den meisten dieser Fabriken sehr hoch. Viele Beschäftigte sind als »Praktikanten« angestellt, d.h. sie haben eine zumeist zweijährige Berufsfachschule absolviert und müssen nun das in China obligatorische dritte »Lehrjahr« als niedrig bezahlte Beschäftigte in der Produktion absolvieren.

... mit chinesischen Besonderheiten

Während das Modell der schlanken Produktion den meisten Autobeschäftigten in der Welt bekannt vorkommen mag, so hat es hier doch einige chinesische Besonderheiten.

Erstens: Die Kernfabriken von Honda und Toyota sind Gemeinschaftsunternehmen mit Guangzhou Automotive Group (GAG), einem der sechs großen staatseigenen Autobauer in China, der von der Stadtregierung von Guangzhou und von der Provinzregierung von Guangdong kontrolliert wird. Das ist auf die Politik der chinesischen Regierung zurückzuführen, ausländische Autounternehmen nur als Joint Ventures mit staatlichen chinesischen Autobauern zuzulassen. Die Zulieferunternehmen allerdings gehören direkt Honda und Toyota, manche auch gemeinsam mit Stadt- oder Bezirksregierungen oder mit privaten Investoren aus China oder Hongkong.

Zweitens: Die Belegschaften der Kernunternehmen bestehen aus einheimischen Arbeitern aus Guangzhou, während die Zulieferer meist Wanderarbeiter aus den ländlichen Regionen beschäftigen. Die chinesische Politik weist Wanderarbeitern den Status von Bürgern zweiter Klasse zu, ähnlich Einwanderern in den USA oder Europa. Sie haben keine sozialen oder politischen Rechte; ihr Zugang zu Gesundheitsleistungen ist eingeschränkt, ebenso zu Unfall- und Arbeitslosenversicherung; darüber hinaus haben sie nicht das Recht, sich dort, wo sie arbeiten, dauerhaft niederzulassen. Ähnlich wie bei den Zulieferern sind die Belegschaften in den Kernfabriken sehr jung – bei Toyota durchschnittlich knapp 24 Jahre, bei Honda knapp 28. Dennoch sind ihr Status und ihre Lebensbedingungen sehr unterschiedlich.

Diese Differenzen spiegeln sich auch in der Struktur der Gewerkschaften wider. In den Kernfabriken ist der offizielle Gewerkschaftsverband All China Federation of Trade Unions (ACFTU) gut vertreten. Eine extensive Gewerkschaftsbürokratie verwaltet die großzügigen Wohlfahrtsprogramme der Unternehmen und berät das Management in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen (auch wenn es keine Tarifverträge gibt, die Löhne, Arbeitszeiten und Sozialleistungen allgemein regeln). In den meisten Zulieferbetrieben gibt es überhaupt keine Gewerkschaften, oder sie wurden von lokalen Arbeitsbehörden, Parteichefs oder Managern eingesetzt.

Honda Nanhai: Arbeiter gegen Kapital und lokale Regierung

Eine Honda-Zulieferfabrik im Bezirk Nanhai der Stadt Foshan wurde zum Brennpunkt der Arbeitskonflikte. Etwa 2000 Beschäftigte, fast alle Wanderarbeiter, fertigen in dieser Fabrik Getriebe. Auslöser des Streiks war eine Anhebung des vor Ort gültigen gesetzlichen Mindestlohnes von 770 auf 920 RMB, die von der Stadtregierung von Foshan am 1. Mai in Reaktion auf die rapide steigenden Lebenshaltungskosten in der Gegend verkündet wurde. Die Arbeiter in der Fabrik erwarteten eine Lohnerhöhung. Das Management stockte den monatlichen Basislohn um 150 RMB auf, reduzierte aber die monatlichen Zulagen (z.B. für Essen, Unterkunft und regelmäßige Anwesenheit) von 300 auf 180 RMB. Im Ergebnis blieb der reguläre Monatslohn fast unverändert.

Am Morgen des 17. Mai hielten zwei Arbeiter in der Abteilung für Automatikgetriebe das Band an, indem sie den roten Knopf drückten, der normalerweise Notabschaltungen im Fall von Qualitätsproblemen erlaubt. Der japanische Manager der Fabrik traf sich mit den Beschäftigten in der Cafeteria und versprach, innerhalb von einer Woche auf ihre Forderungen zu antworten. Zur Nachtschicht desselben Tages nahmen die Beschäftigten die Arbeit wieder auf. Im Laufe der folgenden Tage fand eine Reihe von Verhandlungen zwischen Management, Arbeitern und Betriebsgewerkschaft (von deren Existenz viele Arbeiter gar nichts wussten) statt, begleitet von weiteren Arbeitsniederlegungen.

Das Unternehmen bot einige Erhöhungen der monatlichen Boni und Zuschläge für unterschiedliche Beschäftigtengruppen an, aber die Arbeiter insistierten auf einer generellen Erhöhung des Grundlohns. Die Tarifverhandlungen landeten in der Sackgasse, nachdem Gerüchte kursiert waren, das Unternehmen werde Ersatzarbeitskräfte von weiter weg anheuern. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen die Arbeitsverträge der beiden Beschäftigten, die ursprünglich das Band angehalten hatten.

Am 24. Mai wurde der Streik auf unbestimmte Zeit verlängert, was bald Auswirkungen auf Hondas Kernfabriken in Guangzhou und Wuhan in Zentralchina hatte. Beide Fabriken mussten die Produktion am 26. und 27. Mai stoppen. Das erregte die Aufmerksamkeit nationaler und internationaler Medien und machte den Streik in China zum öffentlichen Thema. Die Lokalregierung nahm gemeinsam mit Gewerkschaft und Management eine immer aggressivere Haltung ein, die in der Mobilisierung einer Gruppe von etwa 100 Schlägern in Gewerkschaftsuniformen gipfelte, welche die Arbeiter physisch attackierten. Die Situation um das Werk geriet damit außer Kontrolle, was auch massiven Druck auf die Stadtregierung von Foshan auslöste, den Konflikt zu beenden.

In Reaktion auf diesen Vorfall schrieben die Arbeiter einen offenen Brief, der in den chinesischen Medien und auf Webseiten im Internet breit veröffentlicht wurde. Dieses einzigartige Dokument begründete den Kampf der Arbeiter für soziale Gerechtigkeit und ihre Forderungen. (S. dazu auch express, 5-6/2010) Kernforderung war eine Lohnerhöhung um 800 RMB für alle, dazu für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit 100 Yuan mehr im Monat und garantierte Lohnsteigerungen von 15 Prozent im Jahr. Außerdem wollten sie in Zukunft ihre Gewerkschaftsvertreter selbst wählen. Eine solche Änderung der Lohnstruktur hätte längere Betriebszugehörigkeit und Arbeitserfahrung belohnt und einen Qualifizierungsanreiz für die Beschäftigten geschaffen.

Vermittlung oder Kollektivverhandlung?

Die Eskalation führte zum direkten Eingreifen von Guangzhou Automotive (GAG), dem chinesischen Mutterunternehmen der Honda-Kernfabriken. Der Chef dieses Unternehmens, der auch dem gesetzgebenden Organ Chinas, dem Nationalen Volkskongress angehört, übernahm die Verhandlungen mit den Beschäftigten. Der japanische Manager der Zulieferfabrik wurde durch einen Chinesen von GAG ersetzt. Auch Gewerkschaftsvertreter von GAG und aus den Hauptfabriken waren an den Verhandlungen beteiligt.

Ein prominenter Professor für Arbeitsrecht aus Beijing, Berater des Nationalen Volkskongresses und des Arbeitsministeriums, wurde als Rechtsberater der Arbeiter hinzugezogen. Beide erschienen am 4. Juni in der Fabrik zu einer Reihe dramatischer Verhandlungen. An diesen waren das Fabrikmanagement und 30 gewählte Arbeitervertreter beteiligt, von denen fünf Rederecht hatten. Im Verlauf der Verhandlungen erklärte der Experte den Arbeitern, Streikaktionen während der Verhandlungen wären international akzeptierten Regeln zufolge illegal.

Laut einem Artikel im Gewerkschaftsblatt »Chinesischer Arbeiter« hatte das Unternehmen angeboten, den monatlichen Gesamtlohn von etwa 1500 auf etwa 2100 RMB zu erhöhen. Der Löwenanteil sollte jedoch aus Erhöhungen von Boni und Zulagen bestehen – bei unverändertem Grundlohn. Viele Beschäftigte lehnten das ab, weil es so nur einen höheren Leistungslohn gäbe, der bei der nächsten Gelegenheit wieder gestrichen werden könnte. Sie insistierten auf einer Erhöhung der Grundlöhne, wodurch der reguläre Lohn im Arbeitsvertrag eines jeden Arbeiters steigen würde. Dadurch würde auch die Überstundenentlohnung steigen, die laut geltender Rechtslage als 1,5-faches des Grundlohns zu kalkulieren ist. Auch die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung werden auf Grundlage des Basislohns berechnet.

In der Endphase der Verhandlungen wurde vorgeschlagen, den Grundlohn um 300 statt 200 RMB zu erhöhen, wie es das Unternehmen anbot. Die Arbeiter hätten ihrerseits eine leichte Reduktion im Volumen des Gesamtpaketes von 2100 auf 2044 RMB akzeptiert. Nach dem letztendlichen Abschluss wurden die Monatslöhne durchschnittlich um 500 RMB angehoben. Dies teilte sich auf in eine Erhöhung des Grundlohns um 300 und der Zulagen um 66 RMB sowie einen speziellen Bonus von 134 RMB. Der höhere Lohn sollte rückwirkend ab 1. Mai gezahlt werden, und die Beschäftigten mussten die Arbeit am nächsten Tag wieder aufnehmen.

Aus Sicht der Beschäftigten blieben viele Forderungen unerfüllt. Da die Vermittler die Delegierten gedrängt hatten, sich auf »wesentliche Forderungen« zu konzentrieren, wurde die Verhandlung auf eine Vereinbarung über Zulagen beschränkt, um die Arbeiter zu beruhigen. Die Lohnerhöhung blieb schließlich weit unter der ursprünglichen Forderung von 800 RMB für alle. Lohnzuschläge für längere Betriebszugehörigkeit wurden als »zu kompliziert« abgelehnt und auf spätere Konsultationen verschoben. Eine allgemeine Lohnerhöhung, wie von den ArbeiterInnen gefordert, hätte sicherlich das herrschende System niedriger Basislöhne und hoher Leistungszulagen in Frage gestellt. Honda und Guangzhou Automotive haben damit grundlegende Veränderungen des Lohnsystems wirksam abgeblockt und zugleich einen Präzedenzfall für Autozulieferer in der Region und die breite Masse der Niedriglohnbetriebe in ganz China verhindert.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:03:44 Mi. 29.Dezember 2010
(Teil 2)
Zitat
Honda Nansha: Die Gewerkschaft übernimmt

Die Ereignisse bei Honda Nanhai lösten unter den Arbeitern in den Autozuliefer- und Elektronikfabriken im ganzen Perlflussdelta eine Kettenreaktion aus. Laut der Guangzhou Federation of Trade Unions gab es in der Gegend zu dieser Zeit über 100 Streiks. Nur über einige wenige von ihnen wurde in den chinesischen und internationalen Medien berichtet. Im Umfeld der ultramodernen Toyota-Fabrik in Guangzhou Nansha gab es bei acht von 14 Direktzulieferern Arbeitskonflikte. Aktionen von Arbeitern breiteten sich auf andere Gegenden in China aus. Bei einer Reihe von Elektronikfabriken in der Nähe von Shanghai und einem weiteren Toyota-Zulieferer in Tianjin gab es mehrtägige Streiks.

Die meisten Streiks im Perlflussdelta wurden ähnlich beigelegt wie in Nanhai, allerdings mit weniger Aufmerksamkeit von Topmanagement, Regierung und Medien. Die Lohnerhöhungen waren in den meisten Fällen vergleichbar. Die Aktionen der Beschäftigten sorgten wirksam dafür, dass sich ein gewisses einheitliches Muster der Lohnerhöhungen herausbildete. Die Arbeitgeber versuchten ihrerseits, hinter den Kulissen zu koordinieren. So versammelte sich kurz nach den Verhandlungen von Nanhai in Guangzhou eine Gruppe von 100 Vertretern der Autozulieferer, um Obergrenzen für Lohnerhöhungen im Fall von Arbeitskonflikten zu diskutieren.

Im Verlauf dieser Streikwelle waren in der Haltung der lokalen Gewerkschaften bemerkenswerte Veränderungen zu beobachten. Als die Beschäftigten einer anderen Honda-Zulieferfabrik im Bezirk Nansha von Guangzhou am 21. Juni die Arbeitsplätze verließen, mischte sich die Gewerkschaft ein und übernahm die Verhandlung. Diese Fabrik mit einigen hundert Beschäftigten hatte sogar eine Betriebsgewerkschaft, die das Vertrauen der Arbeiter allerdings völlig verloren hatte.

Als die übergeordnete Gewerkschaft, die Bezirksgewerkschaft von Nansha, gebeten wurde, im Konflikt zu vermitteln, lehnte sie ab und forderte das lokale Arbeitsbüro (die Regierungsbehörde, die die Arbeitsbeziehungen überwacht) dazu auf, die Verantwortung zu übernehmen. In einer Erklärung an die lokalen Medien sagte der Vorsitzende der Zentralgewerkschaft von Guangzhou, es sei Aufgabe der Gewerkschaft, auf der Seite der Arbeiter zu stehen. Die Regierung – nicht die Gewerkschaft – solle als Vermittler agieren.

Die Gewerkschaftsfunktionäre wurden zunächst von den Arbeitern zurückgewiesen. Dennoch machte der lokale Gewerkschaftsvorsitzende klar, dass die Gewerkschaft nur im Namen der Arbeiter sprechen werde, obwohl das lokale Arbeitsbüro ihr die Vermittlerrolle angetragen hatte. Gleichzeitig lehnte die Gewerkschaft die Anordnung der lokalen Polizei ab, die Arbeitervertreter in das Polizeibüro zu bringen, um Fragen der öffentlichen Sicherheit zu diskutieren. Der Bezirksbürgermeister war empört über dieses Verhalten der Gewerkschaft, das in China sehr ungewöhnlich ist.

Das änderte die Einstellung der Arbeiter, und die Gewerkschaft konnte eine Wahl von Arbeitervertretern für den Verhandlungsprozess initiieren. Zu Anfang waren die Arbeiter noch widerwillig, aber schließlich wurden sechs Vertreter gewählt. Einmal mehr wurde der Chef von Guangzhou Automotive als Verhandlungsführer der Unternehmensseite geschickt. Schnell wurde eine Einigung erzielt: eine allgemeine Lohnerhöhung für die Arbeiter um 800 RMB.

Veränderungen in den Arbeitsbeziehungen

Die Streikbewegung verursachte nicht nur große Besorgnis unter den multinationalen Konzernen in China. Sie stellte wirksam das existierende System der Arbeitskontrolle in den boomenden modernen Industrien des Landes in Frage. Typischerweise diktieren stillschweigende Koalitionen zwischen multinationalen oder heimischen Kapitalisten und Lokalregierungen die Bedingungen in den Fabriken. Gewerkschaften spielen in ehemaligen Staatsbetrieben und in Vorzeige-Joint Ventures eine Rolle, nicht aber in den meisten Privatunternehmen. Lokale Regierungen unterstützen die Verletzung existierender arbeitsrechtlicher Vorschriften durch große Investoren, wie bereits in zahlreichen Fällen von Zulieferern multinationaler Unternehmen wie z.B. Wal-Mart, Apple oder Nike dokumentiert.

Unter den Bedingungen rasanten Wirtschaftswachstums und hochmoderner Produktion werden die existierenden Kontrollmethoden zunehmend unwirksam. Hunderte von Arbeitskonflikten kamen in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zum Ausbruch, die 2008 und 2009 Millionen chinesischer Arbeiter traf. Nach der wirtschaftlichen Erholung suchen die Arbeiter nun eine Stimme. Während der Lohnanteil an Chinas Nationaleinkommen seit den 1990er-Jahren kontinuierlich gefallen ist, ruft die chinesische Regierung offiziell nach höheren Löhnen, um die Binnennachfrage anzukurbeln. Selbst einige Experten der internationalen Finanzwelt unterstützen diese Sichtweise.

Arbeiter nutzen diese Situation, da sie ihren Kämpfen Legitimität verleiht. Das veränderte Klima spiegelt sich auch in einer wachsenden Offenheit der Medien wider. Über den Fall der Honda-Streiks sowie die tragische Selbstmordserie bei Foxconn wurde in beispielloser Weise berichtet. Gleichzeitig spitzen sich die Widersprüche hinsichtlich der Reform des chinesischen Arbeitssystems innerhalb der Regierung und der Partei zu.

Der KP-Führer der Provinz Guangdong, Wang Yang, hat öffentlich seine Sympathie mit den Forderungen der Arbeiter nach höheren Löhnen zum Ausdruck gebracht und unterstützt Versuche lokaler Gewerkschaften, in Tarifverhandlungen eine Rolle zu spielen. Diese Haltung findet sich auch in Teilen der Gewerkschaftsführung auf Provinz- und lokaler Ebene wieder. Die Provinz-Gewerkschaft hat auf breiter Basis Untersuchungen über die Perspektiven demokratischer Gewerkschaftswahlen in Fabriken durchgeführt, mit Honda Nanhai als Modellfall.

Obwohl Guangdong den Ruf hat, die am meisten kapitalistisch und marktorientierte Provinz Chinas zu sein, steht die Provinzregierung bei der Reform des Arbeitssystems an vorderster Front. Nach dem Streik wurde ein »Entwurf für eine Direktive über demokratisches Management« veröffentlicht, der demokratische Wahlen von Betriebsgewerkschaften, Verhandlungsrechte für Arbeiter auf Betriebsebene sowie eine größere Rolle für die Gewerkschaften bei Verhandlungen auf lokaler und auf Provinzebene vorsieht. Mit diesen Gesetzen wird das Ziel verfolgt, einen neuen Rahmen für die Arbeitsbeziehungen zu etablieren, der westlichen Modellen der Kooperation zwischen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Regierung ähnelt, wie etwa in Deutschland oder Singapur.

Solche Maßnahmen treffen auf harte Opposition seitens lokaler Kapitalisten in Guangdong, einschließlich derjenigen aus Hongkong und Taiwan. Ihre Geschäftspartner in den Lokalregierungen schließen sich an und widersetzen sich jeglichen demokratischen Reformen von lokalen Regierungen oder Gewerkschaften. Die Macht dieser lokalen Koalitionen wurde bei Honda Nanhai nach dem Streik sichtbar. Der Vorsitzende der existierenden Betriebsgewerkschaft mit seinem Jahresgehalt von 260000 RMB konnte trotz des kontinuierlichen Drucks der Provinz-Gewerkschaftsführung bis heute nicht abgesetzt werden.

Der Kampf für Reformen des Arbeitssystems in China bleibt schwierig. In den meisten anderen Provinzen zeigen die Behörden Arbeitskonflikten gegenüber eine viel härtere Haltung. Die nationale Führung der All China Federation of Trade Unions hat keinerlei substanzielle Schritte zu einer größeren Unabhängigkeit von Gewerkschaften unterstützt, trotz einiger aufwendiger Anläufe, bei multinationalen Unternehmen wie Wal-Mart eine Gewerkschaft zu etablieren. Dennoch hält der Aktivismus junger WanderarbeiterInnen, die fast überhaupt keine Erfahrung mit gewerkschaftlicher Organisierung am Arbeitsplatz und mit Kollektivverhandlungen mitbringen, Lektionen für die Gewerkschaften bereit – nicht nur in China, sondern überall in der industrialisierten Welt.

Übersetzung: Anne Scheidhauer

* Boy Lüthje ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. mit dem Schwerpunkt globale Produktion in China und Ostasien. Er ist seit vielen Jahren in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit tätig.
http://www.labournet.de/internationales/cn/luethje3.html (http://www.labournet.de/internationales/cn/luethje3.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:22:45 Di. 01.Februar 2011
Streik gegen Fiat-Diktat
Investitionen nur bei Wohlverhalten: In Italien protestierten Metallarbeiter gegen neuen Tarifvertrag im Stammwerk des Automobilkonzerns

Von Micaela Taroni, Rom

Mit einem achtstündigen Streik und Massendemonstrationen in allen italienischen Großstädten hat Italiens Metallgewerkschaft FIOM gegen den unter massivem Druck zustande gekommenen neuen Tarifvertrag des Autobauers Fiat protestiert. Tausende Menschen gingen in Turin, Mailand, Rom und anderen italienischen Städten auf die Straße, um gegen das Abkommen zu demonstrieren. Der Deal war vom Automobilkonzern mit einigen Gewerkschaftsverbänden abgeschlossen worden.

Konkret geht es um künftige Investitionen im Turiner Produktionswerk Mirafiori. Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte die Bereitstellung dieser Mittel vom Wohlverhalten der Beschäftigten abhängig gemacht und so von der Belegschaft Zugeständnisse erpresst.

Ruf nach Generalstreik
»Wir protestieren gegen ein skandalöses Abkommen, das die Rechte der Arbeiter beschneidet«, hieß es von Teilnehmern an einer der Demonstrationen am Freitag in Turin. Angeführt wurde der Protestzug von FIOM-Chef Maurizio Landini. Einige Demonstranten trugen Masken mit den Gesichtern von Marchionne und Regierungschef Silvio Berlusconi. »Wir wollen nicht für die Krise zahlen«, skandierten die Demonstranten. Sie forderten den stärksten italienischen Gewerkschaftsverband CGIL auf, einen Generalstreik gegen die Regierung Berlusconi aufzurufen. In Genua löste sich eine Gruppe von Jugendlichen vom Demonstrantenzug und bewarf den Sitz des Unternehmerverbandes Confindustria mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben. Die Gewerkschaften sprachen von einer 90prozentigen Streikbeteiligung in fast allen italienischen Fiat-Werken, in denen insgesamt 30000 Personen beschäftigt sind.

Mit dem neuen Arbeitsvertrag, der nur für die 5500 Mitarbeiter des Turiner Fiat-Stammwerks Mirafiori gilt und der teilweise den Bestimmungen für nationale Gesamtarbeitsverträge widerspricht, will der Autobauer eine höhere Produktivität erzwingen. Die Beschäftigten sollen mehr »Flexibilität« an den Produktionslinien zeigen, und der Arbeitsrhythmus soll noch stärker der Auftragslage angepaßt werden. Ziel war es zudem, daß Fiat seinen Arbeitern mehr Überstunden ohne Konsultation der Gewerkschaften verordnen kann.

Vorgesehen sind in dem Vertragswerk unter anderem kürzere Pausen. Außerdem wurden Strafen für Arbeiter verankert, die gegen diese Bestimmungen streiken. Praktisch als Gegenleistung hat Fiat Investitionen von einer Milliarde Euro versprochen. In einem Joint Venture mit Chrysler will der italienische Automobilkonzern inTurin ab Mitte 2012 jährlich 250000 bis 280000 Autos im oberen Preissegment produzieren, hauptsächlich für den europäischen und nordamerikanischen Markt.

Vor zwei Wochen hatten die Fiat-Arbeitnehmer in Turin mit einer knappen Mehrheit von 54 Prozent dem neuen Vertrag zugestimmt.

Neuer Standard
Kritiker nennen Marchionnes einschneidende Forderungen für das Stammwerk »moderne Sklaverei«. »Fiats strategisches Ziel ist offenkundig: Der Konzern will auf endgültige Weise das System der individuellen und kollektiven Arbeitsrechte löschen«, hieß es in einer FIOM-Presseerklärung. Die Gefahr sei, daß Fiats neue Tarifverträge bald schon allgemeingültige Richtlinien für Kollektiverträge in der italienischen Automobilindustrie werden.

Der Konzern hatte am Mittwoch die positiven Ergebnisse des vergangenen Jahres präsentiert. Umsatz und Gewinn konnten kräftig gesteigert werden. Der Umsatz kletterte um mehr als zwölf Prozent auf 56,3 Milliarden Euro, der Nettogewinn auf 600 Millionen.

http://www.jungewelt.de/2011/01-29/029.php (http://www.jungewelt.de/2011/01-29/029.php)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:53:52 So. 13.Februar 2011
Zitat
Renault plant Produktionssteigerung um 15%

Bis 2013 will der französische Konzern weltweit mehr als drei Millionen Wagen absetzen, ein Plus von mindestens 15 Prozent zum vergangenen Rekordjahr. Dabei soll sich die Umsatzrendite auf mehr als fünf Prozent verdoppeln, wie Konzernchef Carlos Ghosn am Donnerstag ankündigte. Entgegen der Erwartung des Managements, dass der Zukunftsplan den Kurs an der Börse hochtreiben würde, verlor die Aktie zeitweise fast fünf Prozent.
http://www.rf-news.de/2011/kw06/11.02.11-renault-plant-produktionssteigerung-um-15-prozent (http://www.rf-news.de/2011/kw06/11.02.11-renault-plant-produktionssteigerung-um-15-prozent)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:45:15 Mi. 23.Februar 2011
Zitat
Bulldozer mit Ziel USA
Dank willfähriger Gewerkschaften setzt der Fiat-Konzern seinen Frontalangriff auf die Beschäftigten fort und plant gleichzeitig den Absprung nach Detroit

Von Raoul Rigault

Fiat-Vorstandschef Sergio Marchionne schreitet mit seiner »Bulldozer«-Strategie zur Ausschaltung der größten Metallarbeitergewerkschaft FIOM-CGIL voran. Dabei kann er auf die Unterstützung der kleineren, »pragmatischen« und angeblich »unpolitischen« Branchenverbände FIM-CISL, UILM, FISMIC und UGL zählen. Jüngster Coup war ein Separatabkommen über die Reduzierung der Freistellungen von ehrenamtlichen Gewerkschaftsfunktionären.

Weder eine Großdemonstration Mitte Oktober in Rom mit mehreren zehntausend Teilnehmern noch der überraschend hohe Nein-Stimmen-Anteil – trotz angedrohter Schließung – beim Referendum über das Vorstandsdiktat im Stammwerk Turin-Mirafiori (47 Prozent) noch der landesweite Streik von FIOM und linken Basisgewerkschaften am 28. Januar konnten Marchionnes Durchmarsch bislang stoppen. Die Kritiker des aggressiven Kurses im Unternehmerlager sind angesichts des erfolgreichen Vorgehens fast verstummt. Statt dessen finden sich immer mehr Nachahmer. Nach dem Schiffbauer Finmeccanica ist nun der Einzelhandel an der Reihe. »Das Modell Mirafiori erobert Carrefour«, titelte der Corriere della Sera Anfang Februar. Der französische Branchenriese wird ab Mitte April Entlohnung und Arbeitsorganisation seiner 23000 Beschäftigten in Italien selbstherrlich regeln können. Ziel ist die Einführung von Billiglöhnen und einer Spaltung der Belegschaft in Alt- und Neubeschäftigte. Für die gleiche Arbeit sollen die von 2006 bis 2009 Eingestellten erst nach acht Jahren das volle Festgehalt bekommen, während die nach 2009 angeheuerten Kräfte nur noch »variabel«, entsprechend der Ertragslage, bezahlt werden.

Auch im vermeintlich sicheren öffentlichen Dienst macht das Beispiel Schule. Am 4. Februar schlossen die christdemokratische CISL sowie die ehemals »sozialistische« UIL ein Separatabkommen, das die 400000 prekär Beschäftigten ihrem Schicksal überläßt und für die Festangestellten den Leistungslohn einführt. Da dies, getreu der von Brüssel geforderten Haushaltsdisziplin, zu spürbaren Einkommenseinbußen führen wird, lehnte die Branchenorganisation der größten Gewerkschaftszentrale CGIL eine Unterzeichnung ab. Damit haben die beiden wichtigsten CGIL-Einzelgewerkschaften FIOM und FP das gleiche Problem und fordern von Generalsekretärin Susanna Camusso härtere Kampfmaßnahmen bis hin zum allgemeinen Generalstreik. Die schreckt davor jedoch bislang zurück, um es nicht zum völligen Bruch mit der kollaborationsbereiten Konkurrenz kommen zu lassen.

Der von Berlusconis Nachrichtenmagazin Panorama Anfang Februar als »unbeugsamer Reformer« gepriesene CISL-Chef, Raffaele Bonanni, propagiert derweil die Zerschlagung des nationalen Tarifvertrages und fordert in dreister Anlehnung an Che Guevara »zehn, hundert, tausend Verträge wie in Mirafiori«. »Wenn die Grundabsicherung erst einmal garantiert ist, sollte die Tarifpolitik auf das lokale Terrain, Fabrik, für Fabrik verlagert werden«.

Die von Angst, Resignation und Individualisierung unter der Arbeiterklasse zehrenden »Komplizengewerkschaften«, wie sie die FIOM nennt, bewegen sich indes auf dünnem Eis. Nicht nur, weil sich ihre naiven Wunschvorstellungen nicht mit den Interessen des Kapitals decken, sondern auch, weil Fiats Zukunft in Italien immer fragwürdiger wird. So sorgte Marchionnes am 4. F ebruar in San Francisco lancierter Gedanke, der fusionierte Fiat-Chrysler-Konzern könnte seinen Sitz »in zwei bis drei Jahren nach Detroit verlegen« und dorthin auch das »technische Gehirn« Turins – die Entwicklungsabteilung – mitnehmen«, für Irritationen. Selbst CISL-Boß Bonanni forderte »Klarheit«.

Die vermißt auch Bonnanis Vorgänger Savino Pezzotta, der 2006 in die Politik wechselte und heute für die christdemokratische UDC im Parlament sitzt. Bei der dortigen Anhörung von Marchionne am 15. Februar seien »drei Punkte offengeblieben«, kritisierte Pezotta: So sei unklar, wo das künftige Zentrum von Fiat sein werde, ob der Konzern »den europäischen Markt bereits aufgegeben« habe und welche strategischen Entscheidungen geplant seien, »wenn Fiat 51 Prozent von Chrysler« besitzen sollte. Der Vorstandschef habe darauf nicht oder nur »sehr verschwommen« geantwortet. Möglicherweise wissen heute selbst Marchionne und der Aufsichtsratsvorsitzende John Elkann nicht, wo sie die Unsummen hernehmen sollen, um die von Obama gewährten immensen Staatshilfen zurückzuzahlen, den Fiat-Anteil an Chrysler von aktuell 35 auf 51 Prozent zu erhöhen und gleichzeitig noch die angekündigten zwanzig Milliarden Euro in Italien zu investieren.
http://www.jungewelt.de/2011/02-22/014.php (http://www.jungewelt.de/2011/02-22/014.php)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:26:57 Di. 08.März 2011
Zitat
Neuer Rekordwert:
Audi verdoppelt Gewinn
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/audi-verdoppelt-gewinn/3926244.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/audi-verdoppelt-gewinn/3926244.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:37:36 Di. 08.März 2011
Zitat
Indien: Streik bei M&M Nutzfahrzeuge

Am Sonntag traten die Arbeiter im Nashik-Werk des indischen Nutzfahrzeugherstellers Mahindra & Mahindra (M&M) in einen eintägigen Streik, um ihre Forderung nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen zu unterstreichen. Seit Anfang März befinden sich schon mehrere Gewerkschafter für diese Forderungen im Hungerstreik. In dem Nashik-Werk arbeiten rund 3.000 festangestellte Arbeiter. M&M ist einer der größten Nutzfahrzeughersteller und baut auch PKWs in Zusammenarbeit mit Renault.
http://www.rf-news.de/2011/kw10/07.03.11-indien-streik-bei-m-m-nutzfahrzeuge (http://www.rf-news.de/2011/kw10/07.03.11-indien-streik-bei-m-m-nutzfahrzeuge)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: admin am 12:51:08 Do. 17.März 2011
Wir beobachten, daß Threads zu bestimmten Unternehmen eine riesige Zahl von Klicks bekommen. Viele geben mal kurz ihren Arbeitgeber als Suchbegriff bei der Internetrecherche ein und landen dann auf den Seiten von chefduzen.de. Es geht uns aber hier nicht darum zur Unterhaltung skurrile Nachrichten über Unternehmen zu veröffentlichen, das „Forum der Ausgebeuteten“ will die Menschen im Ausbeutungsverhältnis stärken. Unsere Dienstleistung besteht im Wesentlichen darin, daß wir dieses Forum zur Verfügung stellen und es moderieren. Eine praktische Wirkung gibt es erst dann, wenn die Betroffenen es selbst zum Informationsaustausch nutzen.

Bisher wird das Forum in viel zu großem Maße passiv genutzt. Man wartet auf hilfreiche Informationen und bemüht sich viel zu wenig, welche zu geben.


Es ist nicht nötig gewerkschaftliche oder politische Erfahrungen zu besitzen. Es ist hilfreich, wenn einfache Dinge im Alltag eines Betriebes beschrieben werden. Umstrukturierungen, Einführung neuer Technologien, Auslagerungen, Einsatz von Fremdfirmen oder Leiharbeit. Auch das Klima am Arbeitsplatz zwischen Kollegen und Vorgesetzten soll hier besprochen werden. Und besonders interessant sind alle Versuche sich zu wehren, egal ob sie erfolgreich sind oder kläglich scheitern. Melden viele sich krank oder sind auf der Suche nach einem anderen Arbeitsplatz? Wie verhalten sich Betriebsrat und Gewerkschaft? All das hat seinen Platz bei chefduzen.de und diese Infos können auch Ausgebeuteten aus anderen Betrieben/Branchen weiterhelfen.

Auf Eure Mitarbeit kommt es an!
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:08:17 Di. 29.März 2011
Zitat
Heute, 24.3., protestierten ca. 1500 Kollegen zu Beginn der Spätschicht gegen die katastrophale Arbeitshetze an den Bändern, gegen deren Unterbesetzung. Sie forderten die Festübernahme aller 632 Leiharbeiter und aller Auslerner sofort. Der Protest war eine 45-minütige Begleitung der Verhandlungen zwischen Werkleitung und Betriebsrat. Die Werkleitung hat notgedrungen 350 Festeinstellungen zugesagt, sofern ihre Forderungen nach 10 Sonderschichten, nach Aussetzen der Freischichten, usw. zugestimmt wird. Die Kollegen lehnen es strikt, die dringend benötigten Einstellungen (der eigentliche Bedarf liegt bei über 1.000 !) mit irgendwelchen Forderungen zu verknüpfen.
Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 24.03.2011
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:32:12 Mi. 30.März 2011
Zitat
Streik bei General Motors in Straßburg

Am 28. März sind Arbeiter bei General Motors (GM) in Straßburg in den Streik getreten. Er richtet sich gegen ständig weiter steigende Arbeitshetze, Absenkung der und Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Dem voraus ging ein erneuter von der Geschäftsleitung gestarteter Plan zur Arbeitsplatzvernichtung. Die Arbeiter verlangen die Wiederherstellung ihrer Errungenschaften und entsprechende Zusagen für die Zukunft.
http://www.rf-news.de/2011/kw13/29.03.11-streik-bei-general-motors-in-strassburg (http://www.rf-news.de/2011/kw13/29.03.11-streik-bei-general-motors-in-strassburg)


Zitat
Bei Behr geht Arbeitsplatzvernichtung weiter

Bei der Übernahme des Stuttgarter Kühlerherstellers Behr durch den Mahle-Konzern soll nicht nur das Werk 8 mit seinen 220 Arbeitsplätzen geopfert werden. Nach der Kündigung von 20 Kolleginnen und Kollegen aus dem Werk 8, die es ablehnen, in eine Transfergesellschaft zu gehen oder einen Auflösungsvertrag zu unterschreiben, sollen jetzt auch die über 200 IT-Beschäftigten beider Betriebe in eine neue Firma ausgelagert werden. Auch in den Bereichen Einkauf, Forschung, Entwicklung und Vertrieb droht weitere Arbeitsplatzvernichtung. Speziell eingerichtete Teams untersuchen die Bereiche.
http://www.rf-news.de/2011/kw13/29.03.11-bei-kuehler-behr-geht-arbeitsplatzvernichtung-weiter (http://www.rf-news.de/2011/kw13/29.03.11-bei-kuehler-behr-geht-arbeitsplatzvernichtung-weiter)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:00:20 Sa. 09.April 2011
Zitat
„Uns bleibt keine andere Wahl als Streik“
Mitarbeiter der Dissener Firma Schlingmann fordern einen Haustarifvertrag

Dissen. 56 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter des Feuerwehrfahrzeug-Herstellers Schlingmann aus Dissen – darunter auch Angestellte – sind am Mittwoch dem Aufruf der IG Metall nachgekommen und haben für drei Stunden die Arbeit niedergelegt. Das habe zu eingeschränkter Produktion geführt, denn nur noch die Meister seien im Betrieb geblieben, sagten die Streikenden.
(http://www1.noz.de/th/bg_article/53255151.jpg)

http://www.noz.de/lokales/53255129/mitarbeiter-der-dissener-firma-schlingmann-fordern-einen-haustarifvertrag (http://www.noz.de/lokales/53255129/mitarbeiter-der-dissener-firma-schlingmann-fordern-einen-haustarifvertrag)
Titel: Indien: Hunderte GM-Arbeiter festgenommen
Beitrag von: Kuddel am 19:20:55 Sa. 16.April 2011
Seit rund einem Monat streiken mehrere Hundert Arbeiter in dem Halol-Werk von General Motors India (GMI) im Bundesstaat Gujarat für bessere Arbeitsbedingungen. Am Donnerstag demonstrierten 500 Arbeiter in der Stadt Vadodara, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Sie demonstrierten, obwohl die Polizei ihnen eine Genehmigung verweigert hatte. Die Polizei setzte 275 Arbeiter für mehrere Stunden fest. Die Arbeiter betonten ihr Recht auf eine friedliche Demonstration.

http://www.rf-news.de/2011/kw15/15.04.11-indien-hunderte-gm-arbeiter-festgenommen (http://www.rf-news.de/2011/kw15/15.04.11-indien-hunderte-gm-arbeiter-festgenommen)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:05:17 Do. 28.April 2011
Die Finanzspritzen des Staates und der Lohnverzicht der Mitarbeiter haben gefruchtet...

Zitat
VW vervierfacht den Gewinn

Volkswagen hat bei den Quartalszahlen wieder einmal die Erwartungen vieler Branchenexperten übertroffen. Ist der Auto-Konzern noch zu bremsen?
http://www.fr-online.de/wirtschaft/vw-vervierfacht-den-gewinn/-/1472780/8382938/-/index.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/vw-vervierfacht-den-gewinn/-/1472780/8382938/-/index.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:44:30 So. 01.Mai 2011
Zitat
Avtovas-Arbeiter verweigern Überstunden

600 Avtovas-Arbeiter in Togliatti/Russland verweigern Überstunden und Wochenendschichten seit dem 2. April. Inzwischen haben sich weitere Kollegen dem "italienischen Streik" angeschlossen. Sie fordern die Auszahlung der Qualitätsprämien, die bis zu 25% des Lohns ausmachen. Der Durchschnittslohn beträgt 17.000 Rubel - ca. 425 Euro. Der Streik kostete Avtovas – das ist das größte Autowerk Russlands - bisher ca. 10 Mio. Rubel (250.000 Euro) Produktionsausfall.
http://www.rf-news.de/2011/kw17/30.04.11-avtovas-arbeiter-verweigern-ueberstunden (http://www.rf-news.de/2011/kw17/30.04.11-avtovas-arbeiter-verweigern-ueberstunden)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:17:45 Mi. 11.Mai 2011
Zitat
Brasilien
Arbeiter bei Volkswagen im Werk im Bundesstaat Paraná streiken


 beim Volkswagen-Konzern im Werk in São José dos Pinhais in Curitiba im südbrasilianischen Bundesstaat Paraná haben am Donnerstag Vormittag (Ortszeit) einen zunächst bis Montag befristeten Streik beschlossen. Dies berichtet die brasilianische Tageszeitung Folha de São Paulo am Donnerstag. Demnach beschloss die Belegschaft des Werks auf einer Betriebsversammlung der 5.600 Mitarbeiter bis zur nächsten Versammlung am Montag zu streiken.

Die Arbeiter fordern eine höhere Ergebnisbeteiligung am Betriebsgewinn. Laut Folha fordert die Belegschaft einen Einmalbetrag von 12.000 Reais (umgerechnet 5.070 Euro), wovon die Hälte bereits diesen Monat ausgezahlt werden solle. Die Konzernleitung bot laut Medienangaben die Zahlung einer ersten Hälfte in Höhe von 4.600 Reais (umgerechnet 1.943 Euro) sowie die Zahlung einer zweiten Tranche für das zweite Halbjahr an.

Volkswagen produziert in dem laut Unternehmenangaben eine Milliarde teuren Produktionsstandort in São José dos Pinhais täglich 810 Fahrzeuge der Marken Fox, Cross-Fox und Golf sowie den Audi A3.
http://amerika21.de/meldung/2011/05/29676/vw-streik-parana (http://amerika21.de/meldung/2011/05/29676/vw-streik-parana)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:52:54 Mi. 11.Mai 2011
Zitat
Logistikdienstleister streiken im Leipziger BMW-Werk für neuen Tarifvertrag
Matthias Roth

Leipzig. Im Leipziger BMW-Werk streiken die Mitarbeiter der Logistik-Dienstleister Kühne + Nagel und Schenker. Das bestätigte am Mittag die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Anfrage. „Zwischen 80 und 90 Prozent der am Standort beschäftigten Kollegen beteiligen sich am Ausstand“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Frank Günther. Der Warnstreik der mehr als 100 Angestellten aus der Früh- und Spätschicht dauere von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr.

Verdi will mit der Arbeitsniederlegung Druck auf die Unternehmerseite bei Verhandlungen um einen Entgelttarifvertrag für den Bereich Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ausüben. Auch nach der vierten Gesprächsrunde sei es zu keiner Einigung gekommen. Verdi fordert acht Prozent mehr Lohn. Außerdem sollen Gewerkschaftsmitglieder 15 Euro pro Urlaubstag als Sondervergütung erhalten. Neu in den Tarifvertrag sollen Leiharbeiter aufgenommen werden. Für sie sei ein Einstieg in der untersten Lohnstufe vorgesehen, erklärte Günther.

„Unsere Mitglieder schieben die Tarifverhandlungen an und zahlen Beitrag, deshalb müssen sie auch mehr bekommen als die ganzen Trittfahrer“, sagte Günther. Die Arbeitgeberseite lehne dieses Urlaubsgeld und die Tarifbindung von Leiharbeitern als „nicht verhandelbar“ ab.
 
Sie biete statt dessen in diesem Jahr eine Lohnsteigerung von 2,5 Prozent und im kommenden Jahr noch einmal um zwei Prozent an, bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 24 Monaten. „Zu wenig“, meinte der Gewerkschaftssekretär. Das gleiche nicht mal den Inflationsanstieg aus. In den nächsten Tagen könnten deshalb weitere Warnstreiks folgen. „Am Freitag trifft sich unsere Tarifkommission, dann beraten wir unser Vorgehen“, so Günther.
http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/wirtschaft/streik-bei-kuehne-und-nagel/r-wirtschaft-a-88004.html (http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/wirtschaft/streik-bei-kuehne-und-nagel/r-wirtschaft-a-88004.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:21:18 Do. 19.Mai 2011
Zitat
Im VW-Werk in Sao José dos Pinhais streiken 3.600 VW-Arbeiter seit fast 10 Tagen für höhere Bonuszahlungen. In dem Werk werden die Modelle Golf, Fox und Cross Fox vor allem für den Export produziert. Indirekt betrifft der Streik 20.000 Arbeiter, da auch die Zulieferindustrie betroffen ist.
http://www.rf-news.de/2011/kw20/19.05.11-brasilien-vw-arbeiter-streiken-weiter (http://www.rf-news.de/2011/kw20/19.05.11-brasilien-vw-arbeiter-streiken-weiter)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:00:34 Mo. 23.Mai 2011
Zitat
Hyundai Motors mit Produktionsausfällen in Korea - Streik bei Zulieferer

Seoul (BoerseGo.de) - Der koreanische Autohersteller Hyundai und dessen Tochter Kia Motors haben mit Produktionsausfällen zu kämpfen. Begründet wird dies mit einem Streik bei dem Zulieferer Yoosung Enterprise. Der Streik legte bis dato zwei Werke des Zulieferers für Zylinder und Kolbenringe lahm.

Derzeit ist bei Hyundai die Produktion von Offroad-Modellen wie dem Veracruz, Santa Fe oder Tucson IX betroffen. Bei länger anhaltendem Streik könnten ab dem morgigen Dienstag aber alle Modelle, bis auf einige Kleinwagen, von einer Verknappung der Bauteile betroffen sein. Wie lange der Streik dauern soll ist derzeit unklar.
http://www.boerse-go.de/nachricht/Hyundai-Motors-mit-Produktionsausfaellen-in-Korea-Streik-bei-Zulieferer-MOT-0-5N-VTG-Gdrs,a2546521.html (http://www.boerse-go.de/nachricht/Hyundai-Motors-mit-Produktionsausfaellen-in-Korea-Streik-bei-Zulieferer-MOT-0-5N-VTG-Gdrs,a2546521.html)
Titel: Polizei stürmt Yoosung-Werk
Beitrag von: Kuddel am 10:32:02 Do. 26.Mai 2011
Am Dienstag stürmten 2.700 Polizisten das Hauptwerk des südkoreanischen Autozulieferers Yoosung, der seit einer Woche von mehr als 700 Arbeitern bestreikt wird. Mit Hubschraubern und Wasserwerfern drang die Polizei in das Werk ein und nahm über 500 Menschen fest. Der Autokonzern Hyundai, der den Polizeieinsatz gefordert hatte, kündigte an, er werde die Produktion wieder aufnehmen, da nach der Räumung die nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeiter die Produktion der Kolbenringe wieder aufgenommen hätten.

http://www.rf-news.de/2011/kw21/25.05.11-suedkorea-polizei-stuermt-yoosung-werk (http://www.rf-news.de/2011/kw21/25.05.11-suedkorea-polizei-stuermt-yoosung-werk)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:37:48 Do. 26.Mai 2011
(http://joongangdaily.joins.com/_data/photo/2011/05/24222240.jpg)
Six days after workers at Yoosung Enterprise went on strike,
policemen storm the factory yesterday to arrest workers occupying
the idled plant in Asan, South Chungcheong.

http://joongangdaily.joins.com/article/view.asp?aid=2936675 (http://joongangdaily.joins.com/article/view.asp?aid=2936675)


(http://www.google.com/hostednews/afp/media/ALeqM5gB3SqYh6m1gqwzCpMv9-s16NMirw?docId=photo_1306303166337-1-0&size=l)
About 2,700 police moved into the main plant of supplier Yoosung Enterprise
to evict 540 strikers occupying the premises (AFP, Won Dae-Yeon)

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jn_s5wW-3keY_HzAYQwEdiyUWLXg?docId=CNG.7799c40e18a63a02fa2ae4abd1bc4a69.4c1 (http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jn_s5wW-3keY_HzAYQwEdiyUWLXg?docId=CNG.7799c40e18a63a02fa2ae4abd1bc4a69.4c1)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:49:27 Di. 07.Juni 2011
Zitat
Psyche der Bochumer Opel-Mitarbeiter leidet laut BKK-Bericht unter Stellenabbau

 Bochum.  Die ständige Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, die jetzt schon angespannte Personalsituation und die hohen Qualitätsansprüche gefährden offenbar die Gesundheit der Opelaner in Bochum. Das geht aus einem Bericht der BKK hervor.

Wie aus einem Bericht der BKK vor Ort hervorgeht, war die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage in den Bochumer Werken im Vergleich zur Branche Kraftfahrzeugbau im Jahre 2009 „überdurchschnittlich“. Auffällig: Psychische Erkrankungen (9 Prozent) sind nach den Muskel- und Skeletterkrankungen (37 %) mittlerweile die zweithäufigste Krankheitsursache. Im Bereich der Langzeiterkrankten spielen sie der BKK zufolge eine bedeutende Rolle. Wörtlich heißt es: „Die Depressionen sind hier als Krankheitsbild mit den bedeutendsten Zuwächsen besonders hervorzuheben.“

600 müssen noch gehen


Für 2010 liegt noch kein Bericht der Kasse vor, aber die Arbeitsmediziner im Werk haben im vergangenen Jahr in ihren Sprechstunden zumindest ähnliche Erkenntnisse gewonnen. Es bestehe der Eindruck, heißt es nach Informationen dieser Zeitung, „dass der psychische Druck durch die Komplexität und Belastung der Arbeit in der Montage gestiegen ist“. Aber nicht nur psychisch, sondern auch physisch werden die Menschen gefordert. Betriebsrätin Annegret Gärtner-Leymann sagte Mitte Mai: „Die Schraube der Arbeitsverdichtung wird so weit angezogen, dass viele Kollegen einfach körperlich nicht mehr können.“

Der Druck auf Opelaner ist nach dem jüngsten Ergebnis der Einigungsstelle weiter gewachsen. Rund 600 müssen noch gehen, damit wie geplant am Ende der Restrukturierung 1800 Arbeitsplätze in Bochum abgebaut sind. Schon jetzt aber fehlen im Drei-Schichten-Betrieb Mitarbeiter. So werden selbst Kollegen zurückgeholt, die wie von der Werksleitung gewünscht in Rüsselsheim arbeiten wollten.
http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Psyche-der-Bochumer-Opel-Mitarbeiter-leidet-laut-BKK-Bericht-unter-Stellenabbau-id4723852.html (http://www.derwesten.de/staedte/bochum/Psyche-der-Bochumer-Opel-Mitarbeiter-leidet-laut-BKK-Bericht-unter-Stellenabbau-id4723852.html)


Zitat
Indien: Streik bei Maruti Suzuki Motor

Rund 2.000 Arbeiter des größten indischen Automobilkonzerns Maruti Suzuki streiken im Werk Manesar im indischen Bundesstaat Haryana seit Samstag für die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Das Unternehmen ist gerade dabei, das Werk in Manesar so zu erweitern, dass 750.000 Autos im Jahr produziert werden können. Derzeit liegt die Kapazität bei 250.000. Maruti gehört zu 54 prozent dem japanischen Autokonzern Suzuki.
http://www.rf-news.de/2011/kw23/06.06.11-indien-arbeiter-streiken-bei-maruti-suzuki-motor (http://www.rf-news.de/2011/kw23/06.06.11-indien-arbeiter-streiken-bei-maruti-suzuki-motor)


Zitat
VW will Produktion in Russland verdoppeln

Der VW-Konzern will seine Produktion in Russland mittelfristig auf 300.000 Autos im Jahr mehr als verdoppeln. Hintergrund ist eine Richtlinie der russischen Regierung, nach der ausländischen Herstellern Steuererleichterungen bei der Einfuhr von Teilen gewährt werden, wenn sie mindestens 300.000 Fahrzeuge aus lokaler Produktion im Jahr auf den Markt bringen. Volkswagen habe in der vergangenen Woche die Unterlagen eingereicht, das Produktionswerk in Kaluga auszuweiten. Wie die "Wirtschaftswoche" weiter berichtet,  drängten auch die Zulieferer nach.
http://www.rf-news.de/2011/kw23/06.06.11-vw-will-produktion-in-russland-verdoppeln (http://www.rf-news.de/2011/kw23/06.06.11-vw-will-produktion-in-russland-verdoppeln)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:59:40 So. 12.Juni 2011
Zitat
Streik im brasilianischen VW-Werk Sao Jose dos Pinhais beendet

SAO PAULO (Dow Jones)--Der Streik im südbrasilianischen Volkswagen-Werk Sao Jose dos Pinhais ist beendet. Die Arbeiter hätten ihre Forderung nach höheren Löhnen durchgesetzt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Durch den 39 Tage währenden Ausstand hätten 22.990 Fahrzeuge nicht produziert werden können; dieser Produktionsausfall habe den Autohersteller 1,1 Mrd BRL gekostet.

In Sao Jose dos Pinhais können täglich bis zu 810 Fahrzeuge montiert werden. In den übrigen vier brasilianischen VW-Werken wurde während des Streiks in Sao Jose dos Pinhais regulär weitergearbeitet.
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12105580/5934832/Streik-im-brasilianischen-VW-Werk-Sao-Jose-dos.html (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12105580/5934832/Streik-im-brasilianischen-VW-Werk-Sao-Jose-dos.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:46:47 Mi. 15.Juni 2011

Zitat
Streik bei Suzuki

„seit rund sechs tagen streiken arbeiterInnen im neuen maruti suzuki werk in manesar/gurgaon Industrial Model Town. maruti in gurgaon/manesar gilt als das drittgroesste autowerk der welt. rund 2,000 bis 3,000 arbeiterInnen sitzen seit samstag letzter woche in der fabrik, nachdem das management rund 400 leute ein blanko-papier unterschreiben lassen wollte - dieses blanko-papier war angeblich eine beitrittserklaerung fuer die unternehmensgewerkschaft. arbeiterInnen haben verschiedene forderungen: festvertraege fuer die zeitarbeiter und 'lehrlinge' etc., aber als hauptforderung wird 'freie gewerkschaftswahl' angefuehrt. das management hat den streik fuer illegal erklaert (keine verhandlungen, keine ankuendigung), hat 11 arbeiter fristlos entlassen und hunderte wachschuetzer aufgefahren, produktionsausfall ist absolut, bis heute rund 5,000 pkw's. lokale industrie und politiker warnen vor ausdehnung des protests. die gewerkschaftsverbaende hielten eine versammlung in einem park in manesar IMT ab. zuerst war diese versammlung offen fuer alle, die letzte versammlung war geschlossene gesellschaft. AITUC (die hauptgewerkschaft in gurgaon) hat einen aktionstag vor dem werk angekuendigt. wie bei honda in 2005 wollen sie die gewerkschaft bei maruti unterstuetzen/uebernehmen. produktion bei den meisten der 250 zulieferer liegt bereits lahm, keine lagermoeglichkeiten. die arbeiterInnen bleiben im werk, ich habe von keinem versuch gehoert, direkten kontakt zu den arbeiterInnen der rund 500, 600 anderen fabriken in manesar aufzunehmen. verwandte und freunde versorgen die arbeiterInnen mit essen. bei maruti suzuki war seit der aussperrung 2000/01 und der installierung einer unternehmensgewerkschaft ruhe im schacht...“ 
Mail an die Readaktion des LabourNet Germany vom 09.06.2011


Zitat
Gurgaon-Manesar: Solidaritätsstreik für Maruti-Arbeiter

In dem Industriegürtel von Gurgaon-Manesar in Indien traten am Dienstag die Arbeiter von 65 Betrieben in einen zweistündigen Solidaritätsstreik, zu dem verschiedene Gewerkschaften aufgerufen hatten. Schätzungsweise 50.000 Arbeiter beteiligten sich. Rund 2.500 Arbeiter im Maruti Suzuki-Werk in Manesar streiken seit 11 Tagen für die Anerkennung ihrer Gewerkschaft.
http://www.rf-news.de/2011/kw24/14.06.11-gurgaon-manesar-solidaritaetsstreik-fuer-maruti-arbeiter (http://www.rf-news.de/2011/kw24/14.06.11-gurgaon-manesar-solidaritaetsstreik-fuer-maruti-arbeiter)

Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:29:59 Fr. 22.Juli 2011
Zitat
Brasilien: 10.000 Automobilarbeiter streikten

Am Freitag, den 8.7., wurde in São Bernardo do Campo (São Paulo – „ABC-Region“) in Brasilien von den zwei größten Gewerkschaftsverbänden der Metallarbeiter der Autoindustrie zu einem Streik aufgerufen.

Es beteiligten sich mindestens 10.000 Kolleginnen und Kollegen von Mercedes-Benz, Toyota, Ford, Volkswagen, Scania, Zulieferfirmen und Leiharbeiter. Obwohl in den Medien gegen den Streik gehetzt wurde („er ist illegal“), und für jede Behinderung der Autobahn 1 Mio Real Strafe angedroht wurde, ließen es sich die Kollegen nicht nehmen, die wichtigste Autobahn für mehrere Stunden zu besetzen. Laut einem Gewerkschaftsvorsitzenden sind die Pkw-Importe so stark angestiegen, daß eine „Deindustrialisierung Brasiliens“ drohe. So zitierte er direkt aus Dokumenten der FIESP (Industrieverband von São Paulo): von 2010 bis heute stiegen die Importe von Pkw um 52% (von 679.000 in 2010 auf über 1 Mio in 2011). Die neue Präsidentin Dilma Rousseff wurde kritisiert, sie solle sich für die „Sicherung der nationalen Industrie“ einsetzen und für Arbeitsplätze. Die Kollegen protestierten vor allem für höhere Löhne.

Vom Arbeiterstandpunkt her kann nur der gemeinsame Kampf über Ländergrenzen hinweg erfolgreich sein: Werben wir deshalb für den 7. Internationalen Automobilarbeiterratschlag in München 2012 und gewinnen Kollegen aus allen Ländern dafür!

Infos zum Internationalen Automobilarbeiterratschlag: www.iaar.de (http://www.iaar.de).
http://www.rf-news.de/2011/kw29/brasilien-10.000-automobilarbeiter-streikten (http://www.rf-news.de/2011/kw29/brasilien-10.000-automobilarbeiter-streikten)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 14:49:31 Do. 11.August 2011
11.08.11 - Streik bei Toyota in Venezuela
Seit fast zwei Wochen streiken die 2.200 Arbeiter des Toyota-Werkes in Sucre in Venezuela. Das Werk steht nach Angaben von Toyota still, das Unternehmen bezeichnet den Streik, der von der Gewerkschaft Sintratoyota geführt wird, als "illegal


Quelle

www.rf-news.de (http://www.rf-news.de)

Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 20:11:12 Fr. 12.August 2011
Kündigungsdrohungen bei Opel Bochum
12.08.11: Kurz vor den Werksferien erhielten 155 Opelaner aus Bochum einen Brief der Geschäftsleitung mit Kündigungsandrohung. Ihnen wurde mitgeteilt, dass am 16. August die Kündigung ausgesprochen wird, falls sie nicht eine Stelle bei Opel in Rüsselsheim annehmen, oder die vom Unternehmen angebotene Abfindung akzeptieren. 102 Opelanern wurde der Wechsel nach Rüsselsheim nahe gelegt. Den anderen 53 Kollegen wurde empfohlen, die Abfindung zu nehmen plus drei zusätzliche Bruttogehälter, wie es von der "Einigungsstelle" ausgehandelt worden sei.

Ansonsten würden sie auf jeden Fall gekündigt. Bei Annahme einer Abfindung scheidet der Kollege „in gegenseitigem Einvernehmen“ aus dem Betrieb aus und erklärt, keine Kündigungsschutzklage zu machen. Dieser Erpressungsversuch der Geschäftsleitung hatte allerdings nur wenig Erfolg, lediglich 21 Kollegen erklärten sich bereit, nach Rüsselsheim zu gehen, oder eine Abfindung anzunehmen. Folglich sollen nächste Woche erstmalig seit vielen Jahren „betriebsbedingte Kündigungen“ ausgesprochen werden.

Das versuchten die internationalen Automonopole durch Vereinbarungen mit den Konzernbetriebsräten bislang zu vermeiden und die teils erhebliche Vernichtung von Arbeitsplätzen über „Auflösungsverträge“ abzuwickeln. Hier wurden zum Teil hohe Abfindungen gezahlt, um Arbeitskämpfe zu vermeiden. Die Taktik mit dem „sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau“ ist aber offensichtlich gescheitert, obwohl die Betroffenen aufgrund der bis heute andauernden Werksferien weitgehend auf sich allein gestellt sind.

Der Opel-Vorstand räumt nun ein, dass die Betroffenen sich auch noch am kommenden Montag erklären könnten, ansonsten käme am Dienstag die Kündigung. Dieser unverschämten Provokation gehört die richtige Antwort!


Quelle:

www.rf-news.de (http://www.rf-news.de)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 12:43:51 Mi. 05.Oktober 2011
Zitat
Volkswagenwerk in Tennessee setzt neuen Niedriglohnstandard

Das neue Volkswagen-Werk in Chattanooga (Tennessee) machte in diesem Jahr Schlagzeilen: als erstes US-amerikanisches Auto-Montagewerk führte es für alle Fabrikationsbeschäftigten als untersten Einstiegslohn 14,50 Dollar pro Stunde ein, den niedrigsten Einstiegslohn aller US-Autoarbeiter. Doch inzwischen hat das Werk damit begonnen, neu eingestellten Betriebsarbeitern nur noch zwölf Dollar Stundenlohn zu zahlen, wie Arbeiter sagten. Damit wird die Messlatte für die Löhne von Autoarbeitern noch niedriger gesetzt. Um Landes-, Bundes- und kommunale Subventionen mitnehmen zu können, stellte Volkswagen im Jahr 2008 in Aussicht, vor Ort 2.000 „Volllohn“-Arbeitsplätze zu schaffen. Als aber die Produktion auf die volle Kapazität hochgefahren wurde, wurden alle neuen Produktionsarbeiter über Aerotek, Volkswagens hauseigenen Zeitarbeitsvermittler, zu einem Stundenlohn von zwölf Dollar angestellt. Neben der Stammbelegschaft in der Produktion beschäftigt die Fabrik über 500 Zeitarbeiter, teilten uns Arbeiter mit…
http://www.wsws.org/de/2011/okt2011/vw-o01.shtml (http://www.wsws.org/de/2011/okt2011/vw-o01.shtml)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:17:38 Fr. 21.Oktober 2011
Zitat
Suzuki Arbeiter/innen protestieren gegen Gewerkschaftszerschlagung
(http://www.labourstart.org/images/suzuki150x150.jpg)
Striking workers at Suzuki.7000 Mitarbeiter/innen bei Suzuki in Indien, die zu Suzuki India Limited (MSIL), Suzuki Powertrain und Suzuki Motorcycles India Ltd. gehören, sind anti-gewerkschaftlichen Maßnahmen seitens der Regierung ausgesetzt.


Nach einem langen und intensiven Arbeitskampf haben die MSIL Mitarbeiter/innen in Manesar, Gurgaon, am 30. September 2011 eine Übereinkunft mit dem Suzuki Management getroffen. In Übereinstimmung mit dem getroffenen Kompromiss erschienen die Arbeiter/innen am 3. Oktober zur Arbeit, aber Leiharbeiter/innen wurde der Zugang verwehrt. Das Unternehmen stoppte zudem alle öffentlichen Verkehrsmittel und Zeitarbeiter/innen außerhalb der Fabriktore wurden von Schlägern angegriffen. In Solidarität mit den Zeitarbeiter/innen begannen Mitarbeiter/innen in drei verschiedenen Unternehmensstandorten am 7. Oktober einen Sitzstreik. Am 9. Oktober kam es zu gewalttätigen Angriffen, als ein Unternehmer Feuer auf eine Gruppe Arbeiter/innen bei Suzuki Motorcycles Limited eröffnete. Trotz dieser Angriffe erhält Suzuki die volle Unterstützung der indischen Regierung. Am 10. Oktober stellte das Haryana Labour Department fest, dass es sich bei dem Streik um eine illegale Vertragsverletzung gehandelt habe. Das Hohe Gericht in Haryana forderte die Arbeiter/innen auf, das Fabrikgelände zu verlassen, erklärte den Streik jedoch nicht für illegal.

120 Mitarbeiter/innen wurden aufgrund ihrer Teilnahme an den Streiks entlassen. Die Arbeiter/innen leisten Widerstand gegen die Einschüchterung seitens des Unternehmens und der Regierung und fordern Suzuki dazu auf, Arbeitsrechte ernst zu nehmen und Verhandlungen zu führen.
http://www.labourstart.org/cgi-bin/solidarityforever/show_campaign.cgi?c=1142 (http://www.labourstart.org/cgi-bin/solidarityforever/show_campaign.cgi?c=1142)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 14:36:26 Sa. 22.Oktober 2011
900 x "Nein zu ERA" bei Ford
Köln (Korrespondenz), 20.10.11: Am Nachmittag des 19. Oktober wurden dem Personaldirektor der Fordwerke GmbH in Köln, Reiner Ludwig, über ca. 900 Unterschriften "Nein zu ERA" übergeben (hier der Text der Unterschriftenliste). Ein riesiger Erfolg nach eineinhalb Wochen selbständig organisierter Unterschriftensammlung, die noch nicht abgeschlossen ist!

Die Übergabe war ursprünglich als Pausenversammlung zwischen den Hallen des Getriebewerks geplant, und der Personaldirektor hatte sein Erscheinen noch am Vortag zugesagt. Die Pausenversammlung fand mit ca. 30 Kollegen aus dem Getriebewerk zum vereinbarten Termin trotzdem statt und wurde im Verlauf verstärkt durch Kollegen, die aus dem Presswerk dazu kamen. Die Unterschriften wurden Herrn Ludwig dann später im Büro von einer starken Delegation übergeben.

Spannend wurde es anschließend auf der von der Geschäftsleitung der GFT (Getrag-Ford-Transmission) für das Getriebewerk einberufenen Mitarbeiterversammlung. Gleich zu Beginn marschierten 20 bis 30 Kolleginnen und Kollegen mit Schildern nach vorn und klärten als Erstes, dass sie mit ihrem Anliegen nicht warten können bis zum Punkt "Fragen an die Geschäftsleitung". Auch dieser wurde eine Kopie der Unterschriften überreicht mit entsprechender Begründung.

In der späteren lebhaften Diskussion gab es für die Redebeiträge der Kolleginnen und Kollegen starken Applaus. Vor allem, als die Geschäftsleitung Verständnis dafür heuchelte, dass "die Mitarbeiter sich als nichts mehr wert fühlen". Ganz im Gegenteil! Die Arbeiter wissen um ihren Wert und werden sich ihres Wertes erst recht bewusst und lassen sich deshalb nicht mit der Abgruppierung nach ERA abfinden. Die Führungsetage bei Ford muss auf jeden Fall ganz schön aufgescheucht sein. Der Betriebsleiter des Getriebewerkes bedankte sich (!) bei den Kollegen, dass die Auseinandersetzung um ERA "so gewaltfrei abgelaufen" sei.

Das hinderte die Geschäftsleitung allerdings nicht daran, verschiedene Verwirrungsmanöver zu starten: so wurden Kollegen mit Lohnabzug und Abmahnung bedroht, wenn sie zu der Versammlung gehen (nicht alle Bereiche haben gleichzeitig Pause). Immer wieder wird das Gerücht verbreitet, die Unterschriftensammlung sei illegal. ERA wird sogar zum "Bundesgesetz" erklärt, das man gezwungenermaßen umsetzen müsse. Ganz genau wollten es Leute wissen, die aus dem Flur der Werkschutzbüros die Teilnehmer an der Versammlung fotografierten. Selbstbewusst bekamen sie die Schilder der Kollegen vor die Kamera gehalten. Eine solche Bespitzelung kann nicht akzeptiert werden.

Mit den Unterschriften bekam die Geschäftsleitung jetzt die Aufforderung, bis zum 9. November zu den Forderungen Stellung zu nehmen. Die Kollegen wollen in den nächsten Tagen ihre bisherigen Aktionen auswerten und sich auf weitere Kampfmaßnahmen einstellen.

Quelle

http://rf-news.de/2011/kw42/900-x-nein-zu-era-bei-ford (http://rf-news.de/2011/kw42/900-x-nein-zu-era-bei-ford)

Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:31:33 So. 15.Januar 2012
Viertes bundesweites Vorbereitungstreffen für den Internationalen Automobilarbeiterratschlag

Die Sprechergruppe des Automobilarbeiterratschlags (AAR) lädt ein zum vierten bundesweiten Vorbereitungstreffen am Sonntag, den 12. Februar, von 10 bis 16 Uhr in Rüsselsheim (im Vereinsheim des SV Dersim Rüsselsheim, Virchowstr. 21, beim Einkaufszentrum Dicken Busch II). Weiter heißt es in der Einladung:


"Vorschlag für die Tagesordnung:
1. Einleitungsbeitrag und Diskussion über die aktuelle Situation und den Stand der Einladungen internationaler Teilnehmer und der gesamten Vorbereitung des Automobilarbeiterratschlags
2. Welche Ziele verfolgen wir mit der verbindlichen Automobilarbeiterkoordination und welche Prinzipien und Methoden schlagen wir dem AAR vor?
3. Weltbericht
4. offene konkrete Fragen zu den Gemeinschaftsaufgaben, Foren, Finanzen

Am Samstag, 11. Februar, findet abends in Rüsselsheim eine Veranstaltung zur Brennstoffzellentechnik als Alternative zum Verbrennungsmotor statt. Alle, die schon früher anreisen können, sollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Übernachtungsplätze bitte rechtzeitig bei der Rüsselsheimer Kontaktadresse anmelden.

Wir freuen uns auf euch und hoffen auf zahlreiche Teilnahme."
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:03:09 So. 15.Januar 2012
Wildcat bei Hyundai

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/HyundaiMotor7560.jpg)

Ulsan, Südkorea: Weil ein Arbeiter versucht hat, sich selbst am Fließband zu verbrennen, sind die Arbeiter der Hyundai- Motorenfabrik in spontanen Streik getreten. Die relativ kleine Fabrik produziert Dieselmotoren für Hyundai und Kia. Der Arbeiter wolte sich umbringen, weil er von Vorgesetzten gemobt worden war - er hatte offiziell Bedenken über die Qualität der Motoren vorgebracht. Er liegt schwer verletzt im Krankenhaus.

Quelle: JoongAng Ilbo, The Economic Times (of India), CINA
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 19:34:14 So. 15.Januar 2012
Hier noch ein Link zur Webseite des Automobilarbeiterratschlags:
http://www.iaar.de/ (http://www.iaar.de/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:30:17 Do. 24.Mai 2012
Hintergrund:

Zitat
Nach 77 Tagen und zuletzt sehr gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei wurde die Besetzung bei Ssangyong mit einer Übereinkunft zwischen Management und Betriebsgewerkschaft beendet Die Gewerkschaft akzeptierte einen Plan, nach dem 48 Prozent von 1000 entlassenen Arbeiter ihr Arbeitsverhältnis behalten können, allerdings nur als unbezahlte Dauerfreistellung. Die Firma hatte diese Regelung bisher nur für 40 Prozent der Entlassenen angeboten. Ursprünglich hatte die Firma 2646 Arbeiter entlassen, davon nahmen 1670 die angebotene Abfindung sofort. Bei Beginn der Besetzung ging es um die Jobs von 976 Arbeitern, von denen werden jetzt 52 Prozent entlassen.20 bis 30 Besetzer weigern sich bisher, die Übereinkunft und den Abbruch des Kampfes zu akzeptieren und blieben in der Fabrik.
Quelle: BBC News, The Korea Times,l ibcom.org, 6.8.09

Zitat
Knast für Ssangyong-Arbeiter    

Nach dem im Wesentlichen verlorenen Kampf bei Ssangyong (6504) folgt die Repression. Ein Arbeiter ist zu eineinhalb Jahre Knast ohne Bewährung und ein anderer zu einem Jahr mit Bewährung verurteilt worden.
Quelle: The Korea Herald, 10.10.09

Heute:

Zitat
Solidemo für SsangYong Arbeiter    

Seoul: An einer Solidaritätsdemo für Arbeiter von SsangYong beteiligten sich 5000. Die Demo war der vorläufige Höhepunkt einer Kampagne zur Wiedereinstellung der 2009 nach der verlorenen Werksbesetzung entlassenen Arbeiter. Gedacht wurde auch an 22, die meist durch Selbstmord seitdem gestorbenen Kollegen.
CINA, 20.5.12
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 09:35:33 Do. 19.Juli 2012
Zitat
Indien
Toter bei Aufstand in Autofabrik


(http://www.fr-online.de/image/view/2012/6/19/16655922,13592093,dmFlashTeaserRes,DAB0626_20120719.jpg.jpg)

Die Mitarbeiter einer indischen Autofabrik rebellieren gegen ihr Management. Sie verwüsten Büroräume und legen Feuer. Dutzende Menschen werden verletzt, mindestens ein Mensch stirbt - er verbrennt in einem Konferenzraum.

Bei einem gewaltsamen Aufstand von Mitarbeitern einer Fabrik des indischen Autoherstellers Maruti Suzuki ist ein Mensch getötet worden. Mehr als 40 weitere Menschen seien verletzt worden, als die Angestellten eines Werks in der Nähe der Hauptstadt Neu Delhi gewaltsam gegen Manager der Fabrik vorgegangen seien, sagte ein Unternehmensvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Den Angaben zufolge begannen die Auseinandersetzungen bereits am Mittwoch.
Das Todesopfer sei in einem Konferenzraum verbrannt. Es habe bislang nicht identifiziert werden können, sagte der Unternehmensvertreter. Unter den Verletzten befänden sich Produktionsarbeiter und Führungskräfte. Die Arbeit in dem Werk wurde demnach vollständig eingestellt.

In einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens hieß es zunächst nur, Arbeiter hätten in dem Werk Feuer gelegt, Büroräume verwüstet und weiteren Sachschaden angerichtet.

Polizisten bei Einsatz verletzt

Maruti Suzuki gehört zur japanischen Suzuki-Gruppe und ist der größte Autohersteller Indiens.
Nach Unternehmensangaben begannen die Auseinandersetzungen, nachdem ein Mitarbeiter einen Vorgesetzten geschlagen hatte. Kollegen des Angreifers hinderten Vertreter des Managements daraufhin gewaltsam, nach der Arbeit das Gebäude zu verlassen. In der Nacht nahm die Polizei nach eigenen Angaben etwa 80 Mitarbeiter des Werks fest. Bei dem Einsatz in der Fabrik seien neun Polizisten verletzt worden. Das Werk liegt etwa 50 Kilometer von Neu Delhi entfernt. Etwa 2000 Mitarbeiter produzieren dort täglich rund 12.000 Autos.
http://www.fr-online.de/panorama/indien-toter-bei-aufstand-in-autofabrik,1472782,16655908.html (http://www.fr-online.de/panorama/indien-toter-bei-aufstand-in-autofabrik,1472782,16655908.html)

Fotostrecke: http://www.fr-online.de/fotostrecken-panorama,1473594,16655938.html (http://www.fr-online.de/fotostrecken-panorama,1473594,16655938.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:23:18 Mi. 25.Juli 2012
Zitat
Einschreiten der Polizei nach Ausschreitungen
Proteste gegen Suzuki in Indien


(http://d3elf85bwqgf9j.cloudfront.net/app.php/eos/v2/image/view/643/-/text/07bc7d59/1.17397226.1343151440.jpg)
Beschädigte Autos der Marke Suzuki in Dehli.

Ger. Tokio ⋅ Die Erfolgsgeschichte des japanischen Automobilunternehmens Suzuki hat einen schweren Rückschlag erlitten. Nach gewalttätigen Protesten indischer Arbeiter in der Suzuki-Fabrik der indischen Tochtergesellschaft Maruti Suzuki in der Nähe der Hauptstadt Delhi blieb zunächst offen, wie lange in Indien nicht produziert werden kann. Erst müssten die Unruhen genau untersucht werden, bei denen ein Mitarbeiter der Personalabteilung getötet und rund 100 Menschen – darunter mehrere japanische Vorgesetzte – verletzt worden seien, verlautete von Suzuki-Seite. Die indische Tochter trug zuletzt 30% zum Vorsteuergewinn des Autokonzerns bei.

Die Unruhen waren in der vergangenen Woche ausgebrochen, nachdem ein Arbeiter einen Vorgesetzten mit einer Eisenstange geschlagen hatte, weil seine Arbeitsmoral bemängelt worden war. Als die Unternehmensführung disziplinarisch durchgreifen wollte, widersetzten sich die Gewerkschaften. Arbeiter griffen die – teilweise japanischen – Manager an und setzten ein Gebäude in Brand. Die Gewerkschaften behaupten, die Arbeiter seien von Sicherheitskräften attackiert worden. Erst der Polizei war es gelungen, Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Mehr als 100 Arbeiter wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Bis zum Wochenende sicherten rund 1000 Polizisten die Suzuki-Fabrik. Die Vorfälle werden von den zuständigen Behörden untersucht, so lange bleibt die Fabrik geschlossen.

Für Suzuki ist das ein Desaster. Rund 650 000 Autos können in der indischen Fabrik im Jahr gebaut werden, Maruti Suzuki ist in Indien im Kleinwagensegment mit einem Marktanteil von mehr als 40% der Marktführer. Shinzu Nakanishi, der für das indische Geschäft von Suzuki verantwortlich ist, erklärte, das Unternehmen hoffe, die Produktion binnen eines Monats wiederaufnehmen zu können. Exporte aus Japan, um die Produktionslücke zu füllen, soll es dagegen nicht geben. Bereits im vergangenen Jahr hatte Suzuki wegen massiver Arbeitsniederlegungen mit dem Ziel von Lohnerhöhungen und besseren Arbeitsbedingungen erhebliche Probleme in Indien gehabt.
http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/proteste-gegen-suzuki-in-indien-1.17397227 (http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/proteste-gegen-suzuki-in-indien-1.17397227)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:46:14 Mi. 08.August 2012
Südkorea:

Union Busting    


(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/Contactus7820.jpg)
[Streikbrecherfirmen besitzen auch Wasserwerfer] Der militante Angriff auf Streiks durch angeheuerte Sicherheitsfirmen kommt immer öfter vor. So in Fabriken der Autozulieferer SJM und Mando in Asan, Pyeongtaek, Munmak und Iksan. Kurz zuvor hatten die Firmen die Aussperrung erklärt, obwohl es nur zurückhaltende Formen des Arbeitskampfs (Kurzstreiks etc) gegeben hat. In Arsan wurden sitzstreikende ArbeiterInnen von 200 Beschäftigten (in Montur, die der Riot-Polizei gleicht) der Sicherheitsfirma Contactus angegriffen, dabei gab es viele, auch Schwerverletzte. Polizei war vor Ort, griff aber nicht ein.
Quelle: The Hankyoreh, 30.7.12

Union Busting II    

(http://www.umwaelzung.de/aarchiv/bilder.htg/Mando7840.jpg)
[Die Mando-Fabrik bewacht von Leuten der "Jiwon Guard"] Pyeongtaek: Der Autozulieferer Mando geht weiter militant gegen die Gewerkschaft (Korean Metal Workers' Union) vor. Die Arbeiter sind ausgesperrt; eine neue "Gewerkschaft" hat im Betrieb ihr Büro eröffnet. Die Fabrik wird von einer privaten Sicherheitsfirma (Jiwon Guard) bewacht. Jetzt hat Mando die Arbeiter aufgefordert, einen Schein zu unterschreiben, mit dem sie sich verpflichten, nicht mehr an "illegalen kollektiven Aktionen" zu beteiligen. Nur diejenigen, die unterschreiben, dürfen zurück zur Arbeit.

Quelle: The Hankyoreh, 3.8.12
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 19:11:42 Do. 09.August 2012
EUROPÄISCHE AUTOINDUSTRIE BEREITET MASSENENTLASSUNGEN VOR
von Dietmar Henning - www.wsws.org (http://www.wsws.org)        09.08.2012

Bisher waren vorrangig Beschäftigte des öffentlichen Diensts, Rentner, Arbeitslose und auf Sozialleitungen Angewiesene von der Eurokrise und den Sparmaßnahmen betroffen, mit denen die Regierungen darauf reagieren. Nun trifft die sich anbahnende Rezession auch die Autoindustrie. Vor allem Hersteller, die fast ausschließlich für den europäischen Markt produzieren, melden massive Verluste und bereiten Massenentlassungen, Werksschließungen und Lohnsenkungen vor.

 Die Hersteller, die aufgrund hoher Verkaufszahlen in den USA und Asien noch Profite einstreichen, beobachten nervös die internationale Entwicklung. Auch sie treffen Vorkehrungen, die Krise durch Entlassungen und Lohnsenkungen auf die Beschäftigten abzuwälzen.

 In Europa werden so wenig Neuwagen verkauft wie zuletzt 1994. In Spanien schrumpfte im Juli der Verkauf angesichts der hohen Arbeitslosigkeit um 17, in Italien um 21 und in Frankreich um sieben Prozent.

 Selbst in Deutschland, wo der Verkauf bisher noch leicht angestiegen war, sackte die Zahl der Neuzulassungen im Juli im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozent ab. Mit rund 1,9 Millionen Neuzulassungen liegt die Zahl für Januar bis Juli 2012 knapp unter der des Vorjahreszeitraums. Der Chef des Herstellerverbands VDA Matthias Wissmann sagte, Deutschland drohe seine Rolle als Stabilitätsanker in Europa zu verlieren ...

Quelle: Linke Zeitung (http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=14053&Itemid=248)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 20:38:38 Mo. 20.August 2012
Solidaritätsdemonstration für Maruti-Suzuki-Arbeiter im indischen Gurgaon

20.08.12 - Am 18. August beteiligten sich nach offiziellen Angaben mindestens 7.000 Arbeiter an einer Protestdemonstration im indischen Gurgaon. Sie zeigten sich solidarisch mit den Maruti-Suzuki-Kollegen im benachbarten Manesar. Am Tag zuvor hatte R.C. Bhargava, der Vorstandsvorsitzende von Maruti Suzuki India Ltd., Indiens größter Automobilfabrik, die Beendigung der Aussperrung und den Wiederbeginn der Produktion am 21. August angekündigt. Die Voraussetzungen dafür seien gegeben, weil in der Nacht zuvor ein Arbeiter (Jiya Lal) verhaftet wurde, der nun zum Hauptschuldigen für die gewalttätigen Auseinandersetzungen am 18. Juli erklärt (siehe "rf-news"-Bericht) wird.

 Er hatte sich gegen einen Vorgesetzten zur Wehr gesetzt, der ihn mit diskriminierenden Beleidigungen wegen seiner Kastenzugehörigkeit beschimpft hatte. Bei den anschließend von Schlägertrupps angezettelten Gewalttätigkeiten wurden insgesamt 96 Personen verletzt und ein ebenfalls verletzter Vorgesetzter starb an Erstickungen infolge eines Brandes ...

Quelle: RF News (http://www.rf-news.de/2012/kw34/solidaritaetsdemonstration-fuer-maruti-suzuki-arbeiter-management-lenkt-ein)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 17:07:44 Di. 28.August 2012
28.08.12 - Indien: Studenten demonstrieren für Maruti-Arbeiter

Am Montag demonstrierten Hunderte Studenten verschiedener Universitäten in der indischen Hauptstadt vor der Konzernzentrale von Maruti Suzuki in Neu Delhi ...

Quelle: RF News (http://www.rf-news.de/2012/kw35/28.08.12-indien-studenten-demonstrieren-fuer-maruti-arbeiter)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 02:36:29 Mo. 17.September 2012
Sparpläne: Gutachter kritisiert PSA Peugeot Citroën-Führung

PSA Peugeot Citroën plant eine Werksschließung und damit verbundene Arbeitsplatzstreichung von 8000 Stellen. Dafür muss sich der Autobauer heftiger Kritik von der Regierung unterziehen ...

Quelle: Financial Time Deutschland (http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:sparplaene-gutachter-kritisiert-psa-peugeot-citroen-fuehrung/70088962.html)

Zuspitzung im Peugeot-Konzern

Einleitung des ARKA: Die Großkonzerne in Frankreich haben die Wahlen im Mai/Juni abgewartet. Jetzt kündigt einer nach dem anderen Massenentlassungen an: etwa Renault, Alcatel und insbesondere der Peugeot-Citroen-Konzern, der die Anzahl der Beschäftigten gleich um 8.000 reduzieren will. Das Werk in Aulnay, nordöstlich von Paris, soll überhaupt geschlossen werden. In diesem Werk wird die (traditionell der französischen KP nahestehende) Gewerkschaft CGT von der trotzkistischen Lutte Ouvrière dominiert und geführt. Auf der Grundlage dieser starken Verankerung kämferischer Kräfte gab es 2007 in Aulnay einen sechswöchigen Streik für höhere Löhne, der mit einem Teilerfolg endete. Nun, auch während der Urlaubssperre des Werkes im August, bereiten sich die Arbeiter/innen und insbesondere die LO auf den bevorstehenden Kampf gegen die Entlassungen vor. Anfang August gaben uns die Genoss/inn/en folgenden Bericht, den wir nur leicht redaktionell bearbeitet haben ...

... Die Vorbereitung des echten Kampfes

Aber in Aulnay gab es auch Hunderte von Arbeitenden die total niedergeschlagen waren. Das bedeutet, dass sie nie der CGT (und auch der SIA!) geglaubt hatten. Die erste Aufgabe war es, diejenigen aufzumuntern, die ganz demoralisiert waren. Und der Kern von 200-300 kampfbereiten Arbeiter/inne/n hat dazu viel beigetragen, indem sie im ganzen Werk ausgeschwärmt sind und mit den anderen diskutiert haben.

Danach haben die bewusstesten Aktivist/inn/en und besonders diejenigen, die schon am Streikkomitee von 2007 teilgenommen hatten, begonnen, in verschiedenen Abteilungen und Schichten Vertreter/innen wählen zu lassen – mit dem Ziel, ein Organisationskomitee für den bevorstehenden Kampf zu bilden. Sie erklären den Arbeitenden, dass es im Betrieb mehrere Gewerkschaften, mit verschiedenen Orientierungen gibt, dass die meisten Arbeitenden nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Unter diesen Bedingungen ist es unentbehrlich, dass der kommende Kampf, damit die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gewerkschaften nicht zur Lähmung des Streiks führen werden, von einer demokratischen Struktur geleitet wird, die Nicht-Mitglieder und Mitglieder der Gewerkschaft zusammenfasst. In diesem Gremium werden alle im Betrieb anwesenden Gewerkschaften, die für den Kampf sind, ihren Platz finden. Aber die Leitungen dieser Gewerkschaften - außer der CGT - sind für den Moment gegen dieses Organisationskomitee, sogar wenn alle erklärt haben, dass sie gegen die Werkschließung kämpfen werden ...

Quelle: arbeiterinnenkampf (http://arbeiter-innen-kampf.org/Zuspitzung%20im%20Peugeot%20Konzern.html)

Hyundai Motor: Streik-Ende

Zwei Wochen nach dem Beginn von Warnstreiks beim südkoreanischen Autohersteller Hyundai Motor haben die Gewerkschaft und das Management eine vorläufige Einigung erzielt ...

Quelle: auto motor und sport (http://www.auto-motor-und-sport.de/news/hyundai-motor-streik-ende-654702.html)

Gewerkschaft läutet neue Streikrunde bei Hyundai ein
27.08.2012, 11:43 Uhr

Der Arbeitskampf beim größten südkoreanischen Autobauer Hyundai spitzt sich weiter zu. Die Gewerkschaftsmitglieder des Konzerns wollen diese Woche in einen dreitägigen Ausstand treten ...

Quelle: Automobil Produktion (http://www.automobil-produktion.de/2012/08/gewerkschaft-laeutet-neue-streikrunde-bei-hyundai-ein/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 19:55:01 Mi. 19.September 2012
Nouvelle opération péage gratuit à Senlis par les PSA d'Aulnay (http://www.youtube.com/watch?v=h0XVCQLN5-Y#ws)

19.09.12 - PSA-Arbeiter besetzen Mautstation bei Paris

Am 14. September starteten die Kollegen des PSA-Werkes in Aulnay bei Paris eine "Überraschungsaktion" gegen die geplante Werksschließung ... Sie marschierten zur Autobahn Paris-Brüssel und besetzten die Mautstation an der Ausfahrt Senlis ...

Quelle: RF News (http://www.rf-news.de/2012/kw38/19.09.12-frankreich-psa-arbeiter-besetzen-mautstation)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 21:12:45 Do. 20.September 2012
Aufruf der Gewerkschaft von Toyota Philippinen (TMPCWA) zur Solidaritätskampagne

20.09.12 - In einem aktuellen Aufruf wendet sich die Gewerkschaft von Toyota Philippinen (TMPCWA (http://www.tmpcwa.org/)) an Gewerkschaften und Organisationen in aller Welt und bitten um die Beteiligung an der internationalen Anti-Toyota-Kampagne im September 2012:

"Elf Jahre sind vergangen seit Toyota im Jahr 2001 massiv und illegal die 233 Mitglieder der Toyota Gewerkschaft (TMPCWA) entlassen hat und im Jahr 2010 wurden erneut vier Mitglieder entlassen um die Gewerkschaft zu zerschlagen.

Wir führen diesen Kampf weiter zusammen mit unseren Familien und mit der Solidarität unserer Unterstützer innerhalb und außerhalb des Landes. Wegen diesem unermüdlichen Kampf der illegal entlassenen Arbeiter musste Toyota zu dem verzweifelten Mittel von konstruierten Strafanzeigen gegen Führer und Mitglieder unserer Gewerkschaft greifen, damit sie den Kampf aufgeben sollen.

Deshalb bitten wir sie höflichst, unsere Kampagne zu unterstützen, entweder als Einzelperson oder als Organisation. Es wäre schön, wenn sie die folgenden Adressen mit Protestschreiben überfluten würden, sei es mit E-Mails oder per Fax mit Name und Unterschrift sowie Position und Organisation.
Vielen Dank!

Ed Cubelo
President - Toyota Motor Philippines Corporation Workers Association (TMPCWA)"


Adressaten für Protestschreiben der Toyota-Kampagne 
20.09.12 - Die Protestschreiben zur Unterstützung des Aufrufs der Gewerkschaft von Toyota Philippinen (TMPCWA) an der internationalen Anti-Toyota-Kampagne im September 2012 können an folgende Adressen gerichtet werden:
AKIO TOYODA
President-CEO
Toyota Motor Corporation - Japan
Email: Akio.toyoda@toyota.co.jp
 
 
Michinobu SUGATA
President
Toyota Motor Philippines Corporation
Email: Mitchinobu.sugata@toyota.com.ph
 
David Go
Executive Vice-President
Toyota Motor Philippines Corporation
Email: david.go@toyota.com.ph

Hon. BENIGNO SIMEON AQUINO III
President
Republic of the Philippines
J.P. Laurel St., San Miguel, Manila
Email: op@president.gov.ph
 
Masami Hirata
First Secretary
Labor Attach'e
Embassy of Japan in the Philippines
2627 Roxas Boulevard, Pasay City, 1300
Fax: 551-5783
www.ph.emb-japan.go.jp (http://www.ph.emb-japan.go.jp)
Email: ecosec@ma.mofa.go.jp
 
LEILA M, DE LIMA
Department of Justice (DOJ)
Padre Faura Street
Ermita, Manila 1000
Republic of the Philippines
Email Address: lmdelima@doj.gov.ph / lmdelima.doj@gmail.com
E-mail: dojac@doj.gov.ph  / communications@doj.gov.ph
 
Hon. MARIA LOURDES P. A. SERENO
Chief Justice
Supreme Court of the Philippines
Padre Faura, Ermita, Manila,
Telefax (02) 526-8129
Email: pio@sc.judiciary.gov.ph

Hon. Rosalinda Dimapilis Baldoz
Secretary
Department of Labor and Employment
Tel: 527-21-21 / 527-21-31, 527-55-23
Fax: 527-34-94
E-mail: secrdb@dole.gov.ph

Sie können die beigefügten Musterschreiben kopieren und unterschreiben oder ihre eigenen Profest- und Forderungsbriefe schreiben.

Bitte, verbreiten sie diese Kampagne in ihren Netzwerken!

Wir bitten um Kopien von E-Mails an die Gewerkschaft TMPCWA und an die Unterstützergruppe in Japan:

Toyota Motor Philippines Corporation
Workers Association (TMPCWA)
Email: tmpcwa1998@yahoo.com

Quelle: RF News (http://www.rf-news.de/2012/kw38/aufruf-der-gewerkschaft-von-toyota-philippinen-tmpcwa-zur-solidaritaetskampagne)

Weitere Informationen auf Englisch: Toyota Motor Phils Corp Workers Association (http://www.tmpcwa.org/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: admin am 16:44:58 Do. 11.Oktober 2012
Gegen Fremdvergabe: Daimler KollegInnen legen Arbeit nieder

Über 2000 KollegInnen aus der Frühschicht haben heute im Bremer Mercedes-Benz Werk für mehr als eine Stunde die Arbeit nieder gelegt, um gegen die geplante Vergabe an Fremdfirmen von Teilen der Werkslogistik und der internen Service Abteilung WPS zu protestieren (siehe aktuelles Kollegeninfo). Anlass war ein Verhandlungsgespräch zwischen Betriebsrat und Bremer Geschäftsführung über die Entscheidung.
Der Bremer Werkleiter Andreas Kellermann hatte bereits auf der letzten Betriebsversammlung im September mit dem Spruch “man muss auch mal loslassen können” für großen Unmut bei der Belegschaft gesorgt. Er begründet die Entscheidung mit Vorgaben der Konzernzentrale und der mangelnden Rentabilität einer “eigenen” Logistik im Wettbewerb. Durch die Fremdvergabe der Logistik sollen in den nächsten Jahren angeblich alleine 11 Millionen Euro eingespart werden.

Die KollegInnen sind sauer, weil die betroffenen Arbeitsplätze vor allem MitarbeiterInnen mit körperlichen Einschränkungen eine Möglichkeit gaben, weiter im Werk beschäftigt zu bleiben.
Auf der heutigen Versammlung gab es Beiträge von direkt betroffenen KollegInnen, die sich wütend dem Werkleiter gegenüber stellten und eine andere Entscheidung verlangten. Dieser wusste sich nicht anders zu helfen als dem Betriebsratsvorsitzenden zum Geburtstag zu gratulieren und mehrmals zu wiederholen “ich brauche euch alle”, woraufhin herzlich gelacht wurde. Nach dem Festhalten der Werkleitung an der Fremdvergabe wird es weitere Runden und hoffentlich auch Aktionen der Belegschaft geben.

Dazu braucht es vor allem Entschlossenheit und Solidarität in den Fachbereichen, denn es ist auch zu erwähnen, dass fast überall Gerüchte gestreut wurden, die Aktion sei illegal. In einer Halle soll sich sogar ein Meister vor den Notaus Knopf des Fließbandes gestellt und den KollegInnen Angst gemacht haben, sie würden beim Verlassen des Arbeitsplatzes Schadensersatz für “verbrannte Karossen” zahlen müssen. Es ist an solchen Aktionen zu merken, dass der Handlungsspielraum der Geschäftsführung extrem gering zu sein scheint, daher dürfte die herkömmliche “Sozialpartnerschaft” in Verhandlungsrunden alleine schon von der marktwirtschaftlichen Lage (beispielsweise Artikel in der Süddeutschen, vom 08.10.2012 http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/sinkender-absatz-autoindustrie-bietet-so-viele-rabatte-wie-nie-1.1490062 (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/sinkender-absatz-autoindustrie-bietet-so-viele-rabatte-wie-nie-1.1490062) ) her keine Umkehr in den Entscheidungen bringen, sondern nur die Möglichkeit eines konsequenten  Widerstands in der Belegschaft!

http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2012/10/11/gegen-fremdvergabe-daimler-kolleginnen-legen-arbeit-nieder/ (http://bremerfeierabend.blogsport.eu/2012/10/11/gegen-fremdvergabe-daimler-kolleginnen-legen-arbeit-nieder/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: dagobert am 20:28:29 Do. 11.Oktober 2012
Er begründet die Entscheidung mit Vorgaben der Konzernzentrale und der mangelnden Rentabilität einer “eigenen” Logistik im Wettbewerb. Durch die Fremdvergabe der Logistik sollen in den nächsten Jahren angeblich alleine 11 Millionen Euro eingespart werden.

Fremdvergabe heißt niedrigere Löhne. Wo die einzusparenden 11 Mio. herkommen ist dann ja wohl klar.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 20:38:41 Do. 11.Oktober 2012
Das ist alles recht kurzsichtig. Bei sinkenden Absatzzahlen, sinkenden Löhnen, abschwächender Weltkonjunktur und steigenden Rohstoffpreisen, knapper werdendem Erdöl ... werden Streiks nichts bringen, ausser willkommene Entlassungsgründe.

Ich bin nach wie vor eher für Enteignung und 10 verschiedene "Weltautos" mit meinetwegen 100 Karosserievarianten und alternativen Antrieb.
Maximalgeschwindigkeit 160 km/h.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:08:41 Mi. 24.Oktober 2012
Zitat
Der japanische Automobilhersteller Toyota hat erneut mit einer Produktionsunterbrechung in Südafrika zu kämpfen. Am Vortag wurde die Produktion im Werk Toyota South Africa Motors’ (TSAM) in Durban gestoppt, wie TSAM-Sprecher Leo Kok am Mittwoch mitteilte. Begründet wurde der Produktionsstopp mit einem Streik bei einem Zulieferer. Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass ein Streik die Produktion in dem Werk unterbricht.

Der Streik findet bei dem unabhängigen Zulieferer Toyota Boshoku statt, der Komponenten für die Modelle Corolla und Hilux herstellt. Der Streik führt zu einem Produktionsausfall von 700 Fahrzeugen am Tag, wie Kok weiter mitteilte. Die Produktionsunterbrechung wird solange andauern, bis die entsprechenden Komponenten wieder geliefert werden können, so Kok.

Laut Toyota Boshoku-Sprecherin Charmaine Lottering hat der Streik am Vortag begonnen, als rund 480 Arbeiter in dem Werk nach der Frühstückspause am Morgen nicht wieder zurück an die Arbeit gingen. Der Streik wurde aufgrund von Bonuszahlungen aufgerufen, welche nur an die Handwerker und nicht an alle Arbeiter des Werkes ausbezahlt werden.
http://www.boerse-go.de/nachricht/Suedafrika-Toyota-stoppt-Produktion-wegen-Streik-Motor,a2944557,b19.html (http://www.boerse-go.de/nachricht/Suedafrika-Toyota-stoppt-Produktion-wegen-Streik-Motor,a2944557,b19.html)


Zitat
Ford will Werk im belgischen Genk schließen - Belegschaft protestiert mit Torblockaden

Nun wird über eine Verlagerung der Produktion aus Genk in die USA oder ins Kölner Werk spekuliert - offenbar auch, um die Ford-Belegschaften zu spalten, die tatsächlich alle von Arbeitsplatzvernichtung und/oder verschärfter Ausbeutung betroffen sind.

Für Mittwoch hat Ford die Gewerkschaftsvertreter in Genk zu einem Krisentreffen eingeladen. Außerdem soll eine außerordentliche Betriebsversammlung statt finden. Da bis Ende der Woche Kurzarbeit (in Belgien nennt sich das "technische Arbeitslosigkeit") angesetzt ist und keine Produktion läuft, hat die Belegschaft heute begonnen, die Tore zu blockieren, um zumindest die Auslieferung von Fahrzeugen zu verhindern.
http://www.rf-news.de/2012/kw43/ford-will-werk-im-belgischen-genk-schliessen-belegschaft-protestiert-mit-streik-und-torblockaden (http://www.rf-news.de/2012/kw43/ford-will-werk-im-belgischen-genk-schliessen-belegschaft-protestiert-mit-streik-und-torblockaden)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:01:25 Mi. 07.November 2012
Zitat
Belgische Ford-Mitarbeiter
Mitarbeiter stürmen Ford-Werk


(http://www.fr-online.de/image/view/2012/10/7/20812314,16373677,dmFlashTeaserRes,1482CE00B0C57A98.jpg)

Belgische Ford-Arbeiter stürmen das Kölner Werk des Autokonzerns. Sie blockieren den Eingang, zünden Reifen an und rennen auf das Gelände. Die Angestellten sind von der Werksschließung in Genk betroffen.

Aufgebrachte belgische Ford-Mitarbeiter haben das Firmengelände des US-Autokonzerns in Köln gestürmt und Fenster an Gebäuden beschädigt. Rund 100 bis 200 Mitarbeiter des vor der Schließung stehenden Werks in Genk hätten am Mittwoch in Köln zunächst den Eingang blockiert und Reifen angezündet, sagte ein Polizeisprecher. Die Situation sei dann eskaliert, etwa 20 bis 40 von ihnen seien auf das Firmengelände gerannt und hätten Fenster beschädigt und Knallkörper gezündet.

Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand. Die Polizei nahm die Personalien der Demonstranten auf. Bis zum Mittag habe sich die Lage beruhigt und die Arbeiter hätten das Werksgelände wieder verlassen, sagte der Sprecher. 

Gewerkschaften verhandeln

Für Mittwoch und Donnerstag waren nach Angaben der Polizei internationale Betriebsratssitzungen der Ford-Mitarbeiter in Köln geplant. Die Versammlung vor dem Werksgelände sei als Spontandemonstration gewertet und deshalb nicht aufgelöst worden, sagte der Polizeisprecher.

Das Werk in Genk soll Ende 2014 schließen, etwa 4500 Mitarbeiter sowie 5000 Stellen bei Zulieferern sind davon betroffen. Mit dem Abbau der Produktionskapazität um 18 Prozent sollen die Verluste im Europageschäft eingedämmt werden. Derzeit laufen noch Gespräche zwischen Ford und belgischen Regierungs- und Gewerkschaftsvertretern, die sich mit der Entscheidung nicht abfinden wollen. Ford rechnet mit jährlichen Einsparungen von bis zu 500 Millionen Dollar. Bereits Ende Oktober hatten die Ford-Mitarbeiter in Genk protestiert und vor dem Werk Autos angezündet. ;D :evil:
http://www.fr-online.de/wirtschaft/belgische-ford-mitarbeiter-mitarbeiter-stuermen-ford-werk,1472780,20812282.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/belgische-ford-mitarbeiter-mitarbeiter-stuermen-ford-werk,1472780,20812282.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:29:23 So. 23.Dezember 2012
Maruti-Suzuki: Neue Protestdemonstration der Maruti-Arbeiter in Delhi

Immer noch – seit Juli -  befinden sich 149 Arbieter im Gefängnis, unter der (potenziellen) Anklage des Totschlags an einem Manager. 546 festangestellte Arbeiter und 1.800 Zeitarbeiter wurden seitdem von Indiens grösster Autofabrik entlassen. Die autonome Betriebsgewerkschaft MSWU rief für den Mittwoch zu einer erneuten Protestdemonstration in Delhi auf.

http://radicalnotes.com/2012/12/18/maruti-suzuki-workers-union-dharna-december-19-2012-delhi/ (http://radicalnotes.com/2012/12/18/maruti-suzuki-workers-union-dharna-december-19-2012-delhi/)
http://www.thehindu.com/todays-paper/tp-national/tp-newdelhi/sacked-maruti-workers-protest/article4219982.ece (http://www.thehindu.com/todays-paper/tp-national/tp-newdelhi/sacked-maruti-workers-protest/article4219982.ece)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:14:31 Mi. 13.Februar 2013
Zitat
Streik bei Peugeot
Der Funke könnte jederzeit zünden


(http://www.fr-online.de/image/view/2013/1/12/21763030,17949302,dmFlashTeaserRes,10-13%252371-50196766.JPG.jpg)

Mit aller Macht versuchen Peugeot-Arbeiter, die Schließung des Werks in Aulnay zu verhindern. 

Ganz Frankreich schaut gespannt auf den Streik im Peugeot-Werk in Aulnay. Die Produktion dort soll eingestellt werden.

Ein Funke genügt“, raunt der junge Flugblattverteiler den Arbeitern zu, die durch die Drehtore die Peugeot-Fabrik verlassen. Es ist 14 Uhr, Schichtwechsel in der Fabrik von Aulnay-sous-Bois, einem trostlosen Vorort von Paris. Die Wolken hängen tief, die Gesichter sind verschlossen. Kaum jemand greift sich das Flugblatt mit der Überschrift „L'étincelle“ (der Funke), auf dem ein Hammer und eine Sichel prangt.

Zu einer kleinen Revolution wären die Kumpels allemal bereit. Seit drei Wochen bestreiken sie die Fabrik. Ihr Protest richtet sich gegen die für 2014 angekündigte Schließung dieser Werkstätte, einer der ältesten von Peugeot-Citroën – und Sinnbild für den brutalen Einbruch der französischen Autoindustrie: Wegen der sinkenden Nachfrage streicht Peugeot 8.000 Stellen, Renault 8.200.

Die soziale Spannung überträgt sich auf das ganze Land. In Aulnay könnte der Funke als erstes zünden. Wütend streiken die Arbeiter für die Beibehaltung des Werks. Die Fabrik, ein Hangar von riesigen Ausmaßen, steht bereits weitgehend still. Auf den Fließbändern warten halbfertige Karosserien des Citroën-Modells C3. Wie in einem Filmriss: Nichts bewegt sich.

Streikparolen gesprayt


Bis auf eine surreale Szene. Mitten in dieser erstarrten Fabriklandschaft stehen sich auf einem Vorplatz zwei Menschengruppen gegenüber – auf der einen Seite Arbeiter mit Gewerkschaftsklebern auf den Lederjacken, auf der anderen Seite Peugeot-Kader mit Helmen und leuchtend gelben Fabrikwesten. „Wir wollen die Fabrik besetzen, und sie wollen uns daran hindern. Seither schauen wir uns in die Augen“, sagt Gewerkschafter François. Vor einigen Tagen bereits drohte die Situation zu eskalieren. Die Streikenden hatten Mobiliar zerstört, Streikparolen gesprayt; sie bewarfen die Arbeitswilligen mit Eiern und Schrauben. Fast zündete der Funke.

Als wäre die Lage noch nicht absurd genug, erklingt plötzlich ein Trommelwirbel. „Das Spektakel beginnt“, verkündet François mit zusammengebissenen Zähnen. Zwei Arbeiter treten mit umgeschnallten Blechtrommeln auf. Sie dreschen wie wild auf die Felle und stürmen auf die Westenträger zu, um Zentimeter vor ihnen zu bremsen. Ein Arbeiter röhrt mit einem Nebelhorn, einer zündet einen Knallfrosch. Irgendwann unterbrechen die Trommler ihren höllischen Karneval. „Wir werden nicht lockerlassen, die Fabrik gehört uns“, ruft dann noch einer.

François, der Gewerkschafter, hat noch neun Jahre zu arbeiten. „Und zwar hier!“, wettert der 54-Jährige, der das Angebot von Peugeot, in eine andere Fabrik überzusiedeln, nicht in Betracht zieht: „Die meisten von uns haben in der Nähe ein Häuschen gebaut oder von ihren Eltern geerbt. Wenn Peugeot die Fabrik schließt, bleibt im ganzen Departement kein größerer Industriebetrieb übrig.“

Symbolischer, aber sinnloser Grabenkrieg

Doch wird der Streik die endgültige Werkschließung nicht selbst beschleunigen? François lässt das nicht gelten: „Wir verlangen, dass die Fabrik nicht nur ein paar Monate weiterlebt.“

Der Zustand der französischen Autoindustrie spricht dagegen. Peugeot und Renault verzeichnen zweistellige Absatzeinbrüche. Schuld ist die Krise, die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit französischer Produkte und auch die koreanische Billigkonkurrenz. In Aulnay wurde die Belegschaft seit 2004 bereits von damals 6.500 um die Hälfte reduziert. Die Überkapazitäten bleiben. Renault will seine Produktion in Frankreich mit Lohnsenkungen und Mehrarbeit beibehalten.

„Das ist Erpressung“, empört sich François. Hilfe erwartet er höchstens noch vom Staat. Aber er weiß auch, dass dies am Grundproblem nichts ändern würde: Von den 220.000 Stellen der französischen Autoindustrie sind tausende überzählig. Die Streikenden in Aulnay wissen es auch. Die Peugeot-Kader sowieso. Im Herzen der riesigen Fabrik stehen sie sich gegenüber, in einem symbolischen und doch sinnlosen Grabenkrieg.

Ein Ende des Streiks ist nicht abzusehen. Die Arbeiter werden ihren Heidenlärm weiter veranstalten. Als wollten sie verhindern, dass in ihrer Fabrik einmal die endgültige, die tödliche Stille eintritt.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/streik-bei-peugeot-der-funke-koennte-jederzeit-zuenden,1472780,21763032.html (http://www.fr-online.de/wirtschaft/streik-bei-peugeot-der-funke-koennte-jederzeit-zuenden,1472780,21763032.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:49:49 Di. 26.März 2013
Zitat
Opel-Belegschaft will nicht für die Autokrise zahlen

Was das Nein der Bochumer Opel-Beschäftigten mit dem Nein des zypriotischen Parlaments zu den EU-Troika-Plänen zu tun hat


Die Belegschaft von Opel Bochum hat vor einigen Tagen mit einer Mehrheit von über 76 Prozent ein Abkommen abgelehnt, das die IG-Metall mit dem Opel-Management ausgehandelt hatte. Es hat den hochtrabenden Titel "Deutschlandplan" getragen. Die Beschäftigten sollten dort weiteren Verzichtsleistungen zustimmen, darunter einem Lohnstopp und der Streichung von übertariflichen Entgeltbestandteilen. Im Gegenzug wollte das Management die Opel-Produktion bis 2016 in Bochum belassen und eine Transfergesellschaft einrichten.

In der Regel werden solche Verzichtsleistungen für den Standort von den Lohnabhängigen mehr oder weniger zähneknirschend akzeptiert, gerade dann, wenn eine DGB-Gewerkschaft als Vertragspartner mit im Boot ist. Doch bei Opel Bochum lief es anders. Die Mehrheit der Belegschaft hatte genug vom ewigen Verzicht und zeigte nicht nur dem Management, sondern auch der IG-Metall die kalte Schulter. Daher ist die Einschätzung eines taz-Kommentators, wonach mit dem Votum aus Bochum auch die IG-Metall eine Ohrfeige bekommen habe, völlig korrekt. Schließlich hatte auch die IG-Metall den Standort Bochum längst aufgegeben und sich auf den Erhalt von Rüsselsheim konzentriert.

Sechs Tage der Selbstermächtigung

Das Nein aus Bochum kommt nicht überraschend. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte die linksgewerkschaftliche Gruppe Gegenwehr ohne Grenzen in dem Werk eine Basis. Sie lehnte jeden Standortnationalismus ab und setzte sich schon früh für einen länderübergreifenden Kampf aller Beschäftigten gegen die Konzernpläne ein. Im Oktober 2004 erregte ein Großteil der Opel-Belegschaft mit einem sechstägigen wilden Streik bundesweit große Aufmerksamkeit (Details können in dem im Verlag Die Buchmacherei herausgegebenen Buch Sechs Tage der Selbstermächtigung nachgelesen werden).

Nach dem Schließungsbeschluss vom 11. Dezember letzten Jahres war die Stimmung bei Opel zunächst gedämpft. Ca. 100 Beschäftigte beteiligten sich an einer Demonstration am gleichen Tag. Am 14. Dezember rief die IG Metall zu einer Kundgebung vor dem Tor 4 auf. "Die meisten Reden verbreiteten Zweckoptimismus", erklärte der langjährige Betriebsrat und GoG-Aktivist Wolfgang Schaumberg. Er registriert die Veränderungen im Opel-Werk sehr genau und kennt auch die Ursachen.

"Heute liegt der Altersdurchschnitt im Werk bei über 47 Jahren. Gerade die Älteren hoffen auf eine Abfindung und rechnen sich schon aus, wie sie mit Abfindungen und Arbeitslosengeld bis zum Rentenalter kommen", beschrieb er Situation. Weil die Komponentenfertigung für andere Werke aus Bochum abgezogen wurde, könnte ein Ausstand heute nicht mehr, wie 2004, die Opel-Produktion in ganz Europa lahmlegen. Dieser durch die technologische Entwicklung begünstigte Verlust der Produzentenmacht hat auch dazu geführt, dass viele Streikaktivisten von 2004 Abfindungen angenommen und sich aus dem Betrieb verabschiedet haben.

Der "Arbeitermilitante", der, wie der vor einigen Jahren verrentete Wolfgang Schaumberg, über Jahrzehnte im Betrieb arbeitete und seine Erfahrungen an die jeweils nächste Generation weitergab, war auch bei Opel schon vor den Schließungsplänen ein anachronistischer Typus geworden. Schließlich haben die Bochumer Opelaner den Machtverlust selber erfahren. In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Belegschaftsmitglieder kontinuierlich zurückgegangen. Die Beschäftigten haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ihr Verzicht nicht etwa belohnt, sondern mit weiteren Kürzungs- und Schließungsplänen beantwortet wurde. Das Nein zu einem erneuen Verzicht war dann nur eine logische Konsequenz.

Die Weigerung

"Die Alternative wäre gewesen, dass wir noch ein paar Tage länger hätten produzieren können – mit einer schrumpfenden Belegschaft", beschrieb der durchaus nicht als besonders radikal bekannte Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzende Reiner Einenkel den von der IG-Metall beworbenen Vertrag.

Dass sich die Belegschaft nicht widerspruchslos fügen würde, war bereits im letzten Jahr zu erkennen. So empfahl ein oppositioneller Betriebsrat den Beschäftigten auf einer Kundgebung am 14. Dezember, sich an den belgischen Ford-Kollegen aus Genk ein Beispiel zu nehmen. Die sind Anfang November nach der Ankündigung der Schließung ihres Werkes spontan zum Ford-Werk nach Köln gefahren und haben dort protestiert. Die Aktion ist in den Medien in Deutschland als Randale hingestellt worden und die belgischen Arbeiter wurden von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt. Die mangelnde Solidarität der IG-Metall sorgte an der Gewerkschaftsbasis durchaus für Unmut. Manche der Beschäftigten werden sich an diese Aktionen erinnert haben, als sie sich jetzt bei der Abstimmung weigerten, dem eigenen Verzicht aktiv zuzustimmen.

Eine Form der Krisenproteste

Das Management hat die Ablehnung mit der Bemerkung kommentiert, man bedauere, dass die Belegschaft ein attraktives Angebot ausgeschlagen hat und werde nun das Opel-Werk bereits 2014 schließen. Bei großen Teilen der Belegschaft wird diese Ankündigung als Bluff aufgefasst. Das Management könne sich eine Schließung im nächsten Jahr gar nicht leisten und werde weiter verhandeln, lautet eine weitverbreitete Einschätzung. Doch was ist, wenn sie nicht zutrifft und das Werk tatsächlich geschlossen werden soll? Gibt es dann eine Werksbesetzung?

Solche Fragen sollten sich die Beschäftigten in Bochum zumindest stellen. Denn sie haben mit ihrer Weigerung, weiter für den Standort Verzicht zu üben, in Deutschland etwas Seltenes getan. Sie haben Nein gesagt und dem Druck wiederstanden, der auf sie ausgeübt wurde.

In dieser Hinsicht kann man das Nein zum Verzichtsplan in Bochum mit dem Nein des zypriotischen Parlaments zu dem von der Troika festgelegten Krisenplan vergleichen. In beiden Fällen waren sich fast sämtliche Medien und Politiker einig, eine Annahme der Pläne ist sowohl in Zypern als auch in Bochum alternativlos, eine Ablehnung dagegen würde schlimme Folgen haben. Im Fall Zypern will die EU-Troika nun mit allen Mitteln durchsetzen, dass die renitenten Parlamentarier doch noch einen Rückzieher machen und den EU-Plan akzeptieren. Solche Pressionen könnten auch der Belegschaft in Bochum noch bevorstehen.
Peter Nowak
http://www.heise.de/tp/blogs/8/153986 (http://www.heise.de/tp/blogs/8/153986)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 13:17:32 Mi. 27.März 2013
Wer heutzutage immer noch nicht begriffen hat, dass Verzicht auf Arbeitnehmerseite absolut keine Garantien auf Arbeit bringt, hat den Knall nicht gehört.
Da hilft nur eins Kampf. Und angesichts globalisierter Möglichkeiten herzustellen und primärem Unterschätzen D-europäischer Qualitätsmotivation ist der Erfolg des Kampfes mehr als fraglich. .... Das dicke Ende kommt trotzdem...Für alle! Auch für die Unternehmer.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: xyu am 03:59:54 So. 09.Juni 2013
Sabotage bei FIAT Kragujevac in Serbien

Zitat
Arbeiter beschädigen mehr als 30 Neuwagen
Sabotage bei FIAT Kragujevac in Serbien

Nach Informationen der ASI, der serbischen Sektion der IAA, kam es in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 2013 im FIAT-Werk in Kragujevac zur Sabotage an über 30 Fahrzeugen des Modells Fiat 500 L. Mit einem scharfen Werkzeug wurden Sprüche gegen die Eigentümer der Fabrik in die Karosserie geritzt. Der Schaden wird auf mehrere tausend Euro geschätzt. Die Sabotage ging nach Informationen der ASI von einer Gruppe von Arbeitern aus, die unzufrieden mit den niedrigen Löhnen und den fehlenden Pausenmöglichkeiten ist. Polizei und Werksleitung versuchen die Täter zu finden, bisher ohne Erfolg.

In den serbischen Medien findet wegen der Sabotage derzeit eine wahre virtuelle Lynchjustiz statt. Dieser Hatz schloss sich auch der Vorsitzende einer der sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften an. Zoran M., der Gewerkschaftsvorsitzende, erklärte laut einer Pressemitteilung der ASI gegenüber der Presse: „So etwas hätte nie geschehen dürfen. Die Gewerkschaften werden alle Maßnahmen mittragen, die Schuldigen zu finden. Es darf keine kollektive Schuldzuweisung geben. Die Schuldigen müssen gefunden werden und alleine sie sollen bestraft werden und nicht etwa die ganze Schicht“. Die Befürchtung des Funktionärs, dass die Werksleitung evt. die gesamte Schicht für die Sabotage-Aktion der unzufriedenen Arbeiter verantwortlich macht, könnte durchaus als Indiz für das im Werk herrschende Arbeitsklima interpretiert werden.

FIAT Kragujevac - eine „verbotene Stadt“?

Nach Angaben der ASI gilt das Werk in Kragujevac als eine Art „verbotene Stadt“, aus der kaum Informationen nach draußen dringen. Mehrere serbische Regierungen hintereinander haben versucht, die Investition von FIAT als eine Art Wirtschaftswunder für Serbien darzustellen. Die Medien lehnen es ab, kompromittierende Informationen zu publizieren, die ArbeiterInnen aus dem Inneren der Werkes ihnen zuzuspielen versuchen. So müssen laut einer Pressemitteilung der ASI die Arbeiter am Fließband Windeln tragen, weil es ihnen nicht gestattet ist, das Band zu verlassen, um zur Toilette zu gehen. Auch sonst machen nach Angaben der ASI Gerüchte über „eine sehr intensive Ausbeutung und vielfältige Verletzungen der grundlegenden Menschen- und Arbeitsrechte der FIAT-Arbeiter“ in Kragujevac die Runde.

Die ASI interpretiert die Sabotage als Ergebnis der schlechten Arbeitsbedingungen, der Zusammenarbeit von sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaften und Management zum Schaden der Belegschaft, der Repression und der Unmöglichkeit für die Belegschaft, sich offen und unabhängig zu organisieren. Die ASI hat ihre vollständige Unterstützung für die in die Sabotage involvierten Arbeiter erklärt und ruft zur Errichtung eines breiten Bündnisses zu deren öffentlicher Verteidigung auf.

Solidaritätskundgebungen im April in Polen und Serbien

Im FIAT-Werk im polnischen Tychy kam es 2011 zu ähnlichen Sabotageakten. Damals beschädigte eine Gruppe von Unbekannten etwa 300 Autos: Fiat 500, Fiat Abarth, Fiat Panda und Ford Ka.

Vom 27. bis 30. April 2013 fand eine Reihe von Solidaritätskundgebungen vor den FIAT-Werken in Polen und Serbien statt. Hintergrund der Aktion war, dass FIAT über 1.400 Beschäftigte in Tychy entlässt und dabei ist, diese Arbeitsplätze nach Serbien zu verlagern. An den Kundgebungen in Tychy und Bielsko-Biala beteiligten sich auch Mitglieder der ZSP (IAA-Sektion in Polen). Dabei wurden hunderte von Flugblättern verteilt. Gleichzeitig fand in Belgrad ein Protest vor einer FIAT-Niederlassung statt. Am nächsten Tag gab es eine Aktion in Kragujevac, dem Standort des betroffenen FIAT-Werks.

Quellen: Artikel des Centrum Informacji Anarchistycznej, Erklärung der ASI vom 29.5.2013.
https://www.fau.org/artikel/art_130608-070758 (https://www.fau.org/artikel/art_130608-070758)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 13:10:59 So. 09.Juni 2013
Im ehemaligen Ostblock entwickeln sich interessante Dinge. Dort wurde alles zerschlagen und die Menschen müssen bei Null anfangen. Bisher wirkten Gewerkschaften stets als Ordnungsfaktor, die gegen ökonomische Zugeständnisse den sozialen Frieden organisierten. Es ist spannend sich anzusehen, wie Kämpfe sich entwickeln, wenn dieser Ordnungsfaktor keine Rolle mehr spielt.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:54:58 Sa. 20.Juli 2013
Zitat
Seit einem Jahr im Gefängnis: Freiheit für die 147 Arbeiter von Maruti-Suzuki!Der Kampf der Maruti-Suzuki Belegschaft

(http://www.labourstartcampaigns.net/images/maruti300.png)

Zu diesem Jahrestag haben Aktivisten der Betriebsgewerkschaft am 18. Juli 2013 einen Hungerstreik begonnen, zu dem global zur Solidarität aufgerufen wird: “Nach dem gewalttätigen Zwischenfall am 18. Juli letzten Jahres (siehe Hintergrundinformationen auf deutsch bei Labournet), bei dem ein Manager der Fabrik von Maruti Suzuki India Limited (MSIL) in Manesar starb, werden 147 Arbeiter_innen im Gefängnis von Gurgaon festgehalten, ohne auf Kaution freikommen zu können. Für weitere 66 Arbeiter besteht ein nicht kautionsfähiger Haftbefehl. 2.300 Beschäftigte sind entlassen worden – im letzten Jahr sind tausend Familien ökonomisch und emotional schwer getroffen worden…
http://www.labournet.de/category/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/maruti/ (http://www.labournet.de/category/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/maruti/)

Siehe die Infos zum Solidaritätsaufruf von Labourstart: http://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=1904 (http://www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=1904)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:26:14 Di. 20.August 2013
Zitat
BMW muss Produktion in Südafrika wegen Streik unterbrechen

Von Devon Maylie

PRETORIA--Im BMW-Werk im südafrikanischen Rosslyn stehen wegen eines Streiks derzeit die Bänder still. "Das Werk ruht", sagte ein BMW-Sprecher zu Dow Jones Newswires. Die Gewerkschaft National Union of Metalworkers South Africa (NUMSA) hatte am Montag 30.000 Arbeitnehmer in der südafrikanischen Autoindustrie zum Streik aufgerufen, nachdem die Lohnverhandlungen ins Stocken geraten waren.

Das Land am Kap ist der größte Autoproduzent Afrikas. Rund 600.000 Autos verlassen dort jedes Jahr die Fabriken. BMW beschäftigt in seinem Werk in Rosslyn etwa 3.200 Mitarbeiter. Die Verhandlungen liefen derzeit, sagte der BMW-Sprecher. Zu hoffen sei, dass es am Mittwoch weitergeht.

Neben BMW ist auch Ford von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Die Produktion in den Werken Silverton und Struandale wurde unterbrochen. Auch General Motors lässt in Südafrika fertigen, das Unternehmen war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

NUMSA-Verhandlungsführer Alex Mashilo sagte, die Gewerkschaft verlange ein Lohnplus von 14 Prozent. Die Autohersteller hätten bislang allerdings nur 6 Prozent mehr geboten. Die Arbeiter würden weiter streiken, bis ein besseres Angebot vorliege, fügte der Gewerkschafter hinzu.
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-08/27756496-bmw-muss-produktion-in-suedafrika-wegen-streik-unterbrechen-015.htm (http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2013-08/27756496-bmw-muss-produktion-in-suedafrika-wegen-streik-unterbrechen-015.htm)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:22:20 Fr. 23.August 2013
Zitat
Arbeiter streiken beim südkoreanischen Autobauer Hyundai

SEOUL (dpa-AFX) - Ein vierstündiger Warnstreik hat die Produktion beim südkoreanischen Autohersteller Hyundai Motor am Dienstag stark beeinträchtigt. Von dem Streik seien alle drei Werke in Südkorea betroffen gewesen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Nach Angaben der über 45 000 Mitglieder zählenden Gewerkschaft soll die Arbeit auch an diesem Mittwoch für jeweils zwei Stunden in der ersten und zweiten Arbeitsschicht niedergelegt werden. Die Streikenden fordern unter anderem höhere Löhne und Boni sowie eine finanzielle Unterstützung der Kinder von Hyundai-Beschäftigten, die Arbeit suchen.


Durch die Arbeitsniederlegung hätten über 2100 Autos im Wert von 43,5 Milliarden Won (29 Millionen Euro) nicht produziert werden können, sagte die Firmensprecherin. Für Donnerstag sei eine neue Verhandlungsrunde zwischen Management und der Gewerkschaft geplant. Zusammen mit der Schwesterfirma Kia Motors ist Hyundai Motor der weltweit fünftgrößte Autohersteller.
http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_65048564/hyundai-streik-in-suedkorea-legt-produktion-lahm.html (http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_65048564/hyundai-streik-in-suedkorea-legt-produktion-lahm.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:23:45 Do. 12.September 2013
“Scheinwerkverträge” beim VW-Konzern: Erste Klage von Testfahrer gegen Audi

„Die Zahl der Testfahrer und Techniker, die bei der VW AG und der Audi AG mit “Scheinwerkverträgen” eingesetzt werden und die ihre Festanstellung fordern, ist inzwischen auf 15 angestiegen. Die im Namen der Betroffenen von der Kanzlei RAT & TAT aufgestellte Forderung nach Auskunft über die der Beschäftigung angeblich zugrundeliegenden “Werkverträge” wurde von den Firmen abgelehnt, weil diese angeblich der “Verschwiegenheit” unterliegen würden…… Ebenso wurde die Forderung nach einer Festanstellung zurückgewiesen. Aus diesem Grunde hat unsere Kanzlei nun die erste umfangreiche Klage eines betroffenen Testfahrers beim Arbeitsgericht Braunschweig eingereicht. Zusammen mit den Anlagen umfasst die Klageschrift 40 Seiten. Sie zielt zum einen auf umfassende Auskunftserteilung durch die Automobilfirma, zum anderen auf Feststellung eines Arbeitsverhältnisses mit ihr und auf Nachzahlung der über 2000 Euro pro Monat betragenden Lohndifferenz zum Verdienst vergleichbarer Stammarbeitnehmer. Die von den Testfahrern auf dem Testgelände Ehra-Lessin verrichtete Tätigkeit sei eindeutig “prozessorientiert” und nicht “ergebnisorientiert” und könne schon begrifflich kein “Werk” im Rahmen eines Werkvertrages sein. Hinzu käme, dass es in der täglichen Praxis eine Vielzahl dokumentierter Einzelanweisungen und genereller Arbeitsanweisungen der Audi AG und der VW AG gäbe. Solche wurden in der Klage ebenso überreicht wie die Schichtpläne, aus denen sich der jeweilige tägliche Bedarf der Audi AG (in anderen Fällen der VW AG) ergäbe. Die Arbeitsordnung werde von Audi und VW AG gestaltet und durchgesetzt, wofür ebenfalls viele Beispiele (wie Platzsperren, Fahrverbote usw.) genannt werden konnten. Die Tätigkeitsergebnisse würden unmittelbar online den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen zur Verfügung gestellt und Fahrtenbücher für diese verfasst und von diesen ausgewertet. Zudem erhielten Betroffene Zusatzausbildungen durch die Unternehmen und seien in die Unternehmensstruktur nachweisbar eingebunden. Es läge nach allem eine klare Arbeitnehmerüberlassung vor, der allerdings die Erlaubnis fehle, sodass nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ein Arbeitsverhältnis mit dem Stammbetrieb zustande gekommen sei. Die Klage verweist abschliessend darauf, dass der VW Konzern in seiner “Charta der Zeitarbeit” ausdrücklich Werkverträge noch enger als die Rechtsprechung definiert. Dies dürften nur solche Arten der Fremdarbeit sein, die “im Hinblick auf Arbeitszeiten, Weisungen, Qualifizierung etc. vollständig bei der Fremdfirma verbleiben”. Umso erstaunlicher sei, dass bis heute offenbar weder die zuständigen Betriebsräte noch die IG Metall  Handlungsbedarf sähen. Wegen der Rechtsschutzverweigerung der IG Metall verweisen wir auf den unten stehenden Spendenaufruf.

http://www.labournet.de/branchen/auto/auto-vw/scheinwerkvertrage-beim-vw-konzern-erste-klage-von-testfahrer-gegen-audi/#more-44074 (http://www.labournet.de/branchen/auto/auto-vw/scheinwerkvertrage-beim-vw-konzern-erste-klage-von-testfahrer-gegen-audi/#more-44074)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 17:23:50 Di. 01.Oktober 2013
Zitat
Gegen Sparpläne
Mercedes-Mitarbeiter gehen auf die Straße

Rund 1.000 Beschäftigte des Bremer Mercedes-Benz-Werks sind am Vormittag auf die Straße gegangen. Sie protestieren gegen Pläne der Werksleitung, zum Beispiel Kotflügel von Fremdfirmen fertigen zu lassen. Der Betriebsrat befürchtet außerdem, dass einige Fahrzeugarten in Zukunft in anderen Werken gebaut werden und deshalb Arbeitsplätze verloren gehen


(http://www.radiobremen.de/politik/themen/bildmercedes100_v-slideshow.jpg)

Kotflügel, Heckklappen und Motorhauben werden demnächst von Zulieferern hergestellt, befürchtet der Betriebsrat. Gegen die Fremdvergabe von Aufträgen und gegen den Verlust zweier Fahrzeugmodelle wehren sich die Beschäftigten. 

Zurzeit laufen noch acht unterschiedliche Fahrzeuge im Bremer Werk vom Band. In Sindelfingen allerdings sind Kapazitäten frei. Bisher in Bremen gebaute Fahrzeuge kämen da gerade recht. Das könnte aber rund 1500 Arbeitsplätze in Bremen kosten, sagt Jens Müller vom Betriebsrat: "Uns ist letztes Jahr zugesagt worden eine Mittelfreigabe zur Halle, um den Nachfolger zu bauen. Und zehn Monate später wird genau diese Entscheidung wieder infrage gestellt. Die Belegschaft in Bremen hat schon viele Opfer gebracht, um den Standort aufrecht zu erhalten. Irgendwann ist dann auch mal Schluss.", argumentiert Müller.

Es war bereits das vierte Mal in kurzer Zeit, dass Teile der Belegschaft gegen die Pläne der Werksleitung protestieren. Eine Daimler-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück. Bis 2016 seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. In das Bremer Werk werde bis nächstes Jahr eine Milliarde Euro investiert. Wenn Modelle woanders gebaut werden, bedeute das nicht, dass das Werk in Gefahr sei. Es gebe hervorragende Perspektiven, der Standort werde weiter wachsen, so die Unternehmenssprecherin. Zu laufenden Gesprächen äußere sie sich aber nicht.
http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/mercedesbremendemo100.html (http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/mercedesbremendemo100.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: xyu am 20:27:12 Di. 08.Oktober 2013
Zitat
Ford: Ermittlungsverfahren gegen protestierende Kollegen

Am 7.11.2012 erlebten wir am Stammsitz von Ford Europa in Köln einen völlig überzogenen Einsatz mehrerer Polizeihunderterschaften, der sich gegen den sich entwickelten gemeinsamen internationalen Kampf gegen Massenentlassungen richtet. Jetzt ein Jahr später laufen Ermittelungsverfahren wegen "Rädelsführerschaft in einem besonders schweren Fall von Landfriedensbruch" (Flyer). Aktuelle Informationen gibt es im Ford-Projekt
http://www.netzwerkit.de/projekte/ford/dokumente/einstellung-aller-ermittlungsverfahren-gegen-die-ford-kollegen/view (http://www.netzwerkit.de/projekte/ford/dokumente/einstellung-aller-ermittlungsverfahren-gegen-die-ford-kollegen/view)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 21:29:58 Sa. 12.Juli 2014
Zitat
Gewalttätige Streiks legen BMW-Werk in Südafrika lahm

Der Streik von 220.000 Metallarbeitern beeinträchtigt die Lieferketten von BMW und GM in Südafrika. Die beiden Autohersteller haben ihre Produktion in dem Land vorübergehend angehalten.


(http://www.automobil-produktion.de/uploads/2014/07/bmw_rosslyn_suedafrika_lackieranlage1.jpg)
Arbeiter an einer Lackieranlage im BMW-Werk im südafrikanischen Rosslyn: Bei BMW in Südafrika ruht die Produktion seit 1. Juli.

Nach dem Scheitern von Lohnverhandlungen war es unter anderem in Werken von Zulieferern rund um Johannesburg zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei nahm deswegen am Freitag 26 Personen fest. Zuvor hatte die Gewerkschaft National Union of Metalworkers of South Africa (NUMSA) ein Angebot der Arbeitgeber abgelehnt. In ihrem letzten Angebot hatte der Arbeitgeberverband Seifsa vorgeschlagen, die Löhne für die Arbeitnehmer der untersten Lohngruppe um 10 Prozent zu erhöhen. Vorerst sind keine weiteren Gespräche mit der Gewerkschaft geplant, die eine 12-prozentige Lohnerhöhung und ein Verbot von Arbeitsvermittlern fordert.

Aufgrund des Streiks verlängert BMW nun geplante Wartungsarbeiten an seinem Standort in Rosslyn in der Nähe von Pretoria. Die Produktion ruht bereits seit 1. Juli, sagte Sprecher Guy Kilfoil. Sollten die Streiks andauern, will BMW das Werk am 8. Juli mit zwei Schichten statt der normalen drei wieder öffnen, was einen Produktionsverlust von 120 Fahrzeugen pro Tag bedeuten könnte, so Kilfoil weiter.

Auch General Motors hat sein Werk in der östlichen Küstenstadt Port Elizabeth geschlossen, da “der Streik im Metall-und Maschinenbausektor den Nachschub von Komponenten für unsere Produktion beeinträchtigt”, sagte Gishma Johnson, Sprecherin des Unternehmens.

“Sollte der Streik länger als zwei Wochen andauern, werden die Risiken für die Fahrzeughersteller und Produktionsstätten deutlich wachsen”, sagte Nico Vermeulen, Direktor der Herstellerverinigung National Association of Automobile Manufacturers of South Africa (NAAMSA).

Ein Streik, den die NUMSA im vergangenen Jahr zwischen August und Oktober wegen der Bezahlung bei Automobilherstellern organisiert hatte, kostete die Hersteller laut NAAMSA mindestens 1,8 Milliarden US-Dollar (etwa 1,3 Milliarden Euro) Umsatz.
http://www.automobil-produktion.de/2014/07/gewalttaetige-streiks-legen-bmw-werk-in-suedafrika-lahm/ (http://www.automobil-produktion.de/2014/07/gewalttaetige-streiks-legen-bmw-werk-in-suedafrika-lahm/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: admin am 11:40:49 Mi. 23.Juli 2014
Der Mord an Gewerkschaftern bei Mercedes Benz in Argentinien führte zu einer Verdoppelung der Produktivität.

Ich dazu möchte an dieser Stelle ausdrücklich auf ein vorbildliches Beispiel für guten Journalismus hinweisen, gesendet beim Deutschlandfunk:

http://www.deutschlandfunk.de/mercedes-benz-argentina-rechtsweg-ausgeschlossen.1247.de.html?dram:article_id=289031&dram:audio_id=295755&dram:play=1 (http://www.deutschlandfunk.de/mercedes-benz-argentina-rechtsweg-ausgeschlossen.1247.de.html?dram:article_id=289031&dram:audio_id=295755&dram:play=1)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:20:47 Mi. 23.Juli 2014
Zitat
VW-Chef Martin Winterkorn verordnet seinem Konzern einen milliardenschweren Sparkurs, während angeblich schon eine Liaison mit Fiat Chrysler geprüft wird.

Wenn Martin Winterkorn gefragt wird, auf welche Lebensleistung er stolz ist, dann verweist er zunächst auf Volkswagen. Und dann auf sich selbst.

Der Vorstandschef des größten europäischen Autobauers gebietet über 575.000 Mitarbeiter, reist mit der Bundeskanzlerin um die Welt und verdient mit 15 Millionen Euro mehr als jeder andere Dax-Konzernvorstand.

Automanager sind ambitionierte und selbstbewusste Menschen. Doch Winterkorn umweht eine besondere Aura monarchischer Macht.

Jovial gibt er sich im Umgang mit den einfachen Mitarbeitern. Im vergangenen Jahr feierte das Unternehmen die Produktion des 30-millionsten Golfs.

Winterkorn ging händeschüttelnd durch die Menschenmenge. Mitarbeiter blieben stehen, verlangten Autogramme.  :tongue: Winterkorn nahm sich Zeit. Der ferne Vorstandschef, er wirkte auf einmal ganz nah. Die einfachen Mitarbeiter sind ihm wichtig, das hat Volkswagen-Tradition. Kein Wunder, dass Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh fest hinter dem Konzernchef steht.

Zwar kommt das Unternehmen operativ bei einem Umsatz von 197 Milliarden Euro auf einen Gewinn von mehr als elf Milliarden Euro. Doch das ist Winterkorn nicht genug. Er verordnete dem Konzern ambitioniertere Ziele für 2018. In einer Brandrede teilte er seinen Managern vor wenigen Tagen mit, dass die Kernmarke Volkswagen ab 2017 pro Jahr fünf Milliarden Euro einsparen müsse. Auch an "schmerzhaften" Maßnahmen komme man nicht vorbei.

Winterkorn gibt Volkswagen damit einen neuen Fokus. Zuletzt war der Konzern rasant gewachsen. Er integrierte die Lastwagenbauer MAN und Scania. Porsche verleibte er sich ein und kaufte den Motorradhersteller Ducati.

Und der ehrgeizige Piëch soll vor kurzem in Turin vorgefühlt haben, wie es um eine mögliche Übernahme von Fiat Chrysler steht. Das Unternehmen war gierig nach Wachstum. Von "Größenwahn" spricht Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

Nun muss Winterkorn das expandierte Reich ordnen.
http://www.welt.de/wirtschaft/article130343883/Martin-Winterkorn-steht-vor-seiner-groessten-Aufgabe.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article130343883/Martin-Winterkorn-steht-vor-seiner-groessten-Aufgabe.html)


Zitat
"Das wird kein Spaziergang. Es wird richtig krachen"

Fünf Milliarden Euro will VW-Chef Martin Winterkorn sparen
http://www.welt.de/wirtschaft/article130490301/Das-wird-kein-Spaziergang-Es-wird-richtig-krachen.html (http://www.welt.de/wirtschaft/article130490301/Das-wird-kein-Spaziergang-Es-wird-richtig-krachen.html)

Zitat
VW-Chef Winterkorn macht Druck. Er fordert eine zügige Umsetzung des milliardenschweren Sparpakets - und wirbt vor seinen Mitarbeitern für Kostendisziplin.

Volkswagen macht Riesengewinne, dennoch will der Konzern Einsparungen in Milliardenhöhe bei der Hauptmarke des Unternehmens umsetzen. Der Konzernbetriebsrat warnte bereits vor Einschnitten zulasten der Beschäftigten. Ungeachtet dessen hat VW-Chef Martin Winterkorn nun rasche Sparerfolge angemahnt.

"Kurzfristig brauchen wir dringend mehr Effizienz und mehr Ergebnis", sagte der Konzernchef in einer Rede vor mehr als 20.000 Mitarbeitern des Stammwerks in Wolfsburg. Winterkorn, der als Konzernchef auch die Marke VW führt, sagte, das von ihm angekündigte Sparpaket sei die Basis dafür, um den Autobauer fit für die Zukunft zu machen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-chef-winterkorn-dringt-auf-rasche-sparerfolge-a-982522.html (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-chef-winterkorn-dringt-auf-rasche-sparerfolge-a-982522.html)

Zitat
Finanzielle Einschnitte
Volkswagen setzt auf rasche Sparerfolge

„Mehr Effizienz und mehr Ergebnis“, fordert Martin Winterkorn. Der VW-Chef schwört die Mitarbeiter in Wolfsburg auf den geplanten harten Sparkurs ein. Doch Betriebsratschef Osterloh mahnt die Führung.


Osterloh machte klar, dass der Betriebsrat die geforderte Kurskorrektur unterstützt. „Wir müssen uns auf das konzentrieren, was gute Erträge bringt.“ In den kommenden Wochen werde es darum gehen, wie dieses Ziel erreicht werden könne.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/finanzielle-einschnitte-volkswagen-setzt-auf-rasche-sparerfolge/10239966.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/finanzielle-einschnitte-volkswagen-setzt-auf-rasche-sparerfolge/10239966.html)

Mit solchen Gewerkschaften und Betriebsräten gibts Effizienzsteigerungen durch härtere Arbeit, notfalls auch durch Lohnkürzungen und es geht heim ins Reich mit der Dominanz deutschen Kaptials über den Rest der Welt. Endlich wieder Weltmeister! Heil IG Metall!!!
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:46:12 Mi. 22.Oktober 2014
http://www.radiobremen.de/video66356-popup.html (http://www.radiobremen.de/video66356-popup.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:48:45 So. 18.Januar 2015
Zitat
Streik bei Volkswagen beendet
VW nimmt Kündigungen im Brasilienwerk zurück

(http://www.handelsblatt.com/images/volkswagen-workers-in-brazil-block-highway-sao-paulo-santos/11241010/2-format27.jpg)

Volkswagen kündigte in Brasilien wegen schlechter Verkaufszahlen 800 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft trat in einen elftägigen Streik und zwang VW in die Knie. Der Autobauer hat die Entlassungen zurückgenommen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/streik-bei-volkswagen-beendet-vw-nimmt-kuendigungen-im-brasilienwerk-zurueck/11240940.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/streik-bei-volkswagen-beendet-vw-nimmt-kuendigungen-im-brasilienwerk-zurueck/11240940.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:49:11 So. 17.Mai 2015
Türkei: Erst waren es 1.500, dann über 4.000 Renaultarbeiter, die am Freitag in Bursa in den Streik traten – am Samstag auch die Fiat Belegschaft – Solidarität gefragt!

Türkei Mai 2015: Streik auch bei FiatFreitagnachmittag gegen 16 Uhr war es soweit – der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte war – nach wochenlanger Nichtreaktion auf Proteste, Warnaktion und viele andere Aktivitäten, mit denen die Belegschaften (nicht nur von Renault, sondern einer ganzen Reihe von Metallbetrieben meist aus dem Autosektor) gegen den von der gelben Hausgewerkschaft unterschriebenen Tarifvertrag protestierten und für eine echte Lohnerhöhung eintraten – die Verkündigung der Unternehmensleitung, es werde keine Lohnerhöhung geben.

Aktuelle Materialsammlung “Streik bei Renault Bursa:

http://www.labournet.de/internationales/tuerkei/arbeitskaempfe-tuerkei/erst-waren-es-1-500-dann-ueber-4-000-renaultarbeiter-die-am-freitag-in-bursa-in-den-streik-traten-am-samstag-auch-die-fiat-belegschaft-solidaritaet-gefragt/ (http://www.labournet.de/internationales/tuerkei/arbeitskaempfe-tuerkei/erst-waren-es-1-500-dann-ueber-4-000-renaultarbeiter-die-am-freitag-in-bursa-in-den-streik-traten-am-samstag-auch-die-fiat-belegschaft-solidaritaet-gefragt/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: dagobert am 13:13:17 Do. 03.September 2015
Aus Rappels Rote-Fahne-Thread "geklaut", aber der Artikel ist wirklich lesenwert.

Zitat
Vom Zuckerhut in alle Welt – Automobilarbeiter verstärken ihren Zusammenschluss!

Seit Anfang 2015 entfaltet sich unter den Automobilarbeitern Brasiliens eine bedeutsame Streikbewegung. Am 6. Januar trat die Belegschaft des größten VW-Werks Brasiliens (Sao Bernardo) in den unbefristeten Streik. Nach elf Tagen Werksbesetzung und nahezu 100 Prozent Beteiligung der 13.000 Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten nahm VW alle 800 Entlassungen zurück. Das „Handelsblatt“ resümierte geknickt: „Der Streik zwang VW in die Knie“1. Es folgten weitere Streiks bei VW (März und August), Streiks bei GM (Februar und August), bei Volvo und Ford, sowie Streiks bei Daimler (Januar, Juni und August). Am 22. August erreichte die GM-Belegschaft in Sao Jose die Rücknahme von 798 Entlassungen (Die „Rote Fahne“ berichtete). Aktuell zog der Daim­ler-Konzern am siebten Streiktag in Sao Bernardo (Nutzfahrzeuge) 1.500 Kündigungen zurück!
weiter lesen:
http://www.mlpd.de/2015/kw36/vom-zuckerhut-in-alle-welt-automobilarbeiter-verstaerken-ihren-zusammenschluss (http://www.mlpd.de/2015/kw36/vom-zuckerhut-in-alle-welt-automobilarbeiter-verstaerken-ihren-zusammenschluss)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 18:33:37 Fr. 04.September 2015
Der Artikel ist tatsächlich sehr lesenswert. Wie die ROTE FAHNE eben auch. Dieses wird dadurch bestätigt,daß die meisten Abonennten der ROTEN FAHNE keine Parteimitglieder sind. Was durchaus als Kompliment zu werten ist für eine 45 Jahre erscheinende Zeitung ;D


Eine wichtige Schlußfolgerung aus dem Artikel ist die Unterstützung der 1.Internationalen Automobilarbeiterkonferenz !
Sie findet vom 14.10. - 18.10.2015 in Sindelfingen statt mit internationaler Beteiligung.

Näheres auf deren Internetseite

http://iaar.de/index.php/de/ (http://iaar.de/index.php/de/)

Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:27:13 Sa. 20.Februar 2016
2.000 Arbeiter besetzen indisches Honda–Werk am Dienstag: Am Mittwoch probt der indische Polizeistaat den Bürgerkrieg

(http://sanhati.com/wp-content/uploads/2015/11/11.jpg)

Werksbesetzung von Honda Indien (Rajasthan) am 16.2.2016 - vor dem PolizeiüberfallHunderte Festnahmen im Honda Motorcycle & Scooter India’s (HMSI) Werk in Tapukakra im Bundesstaat Rajasthan: Nach einem Tag Werksbesetzung wurden die protestierenden Arbeiter von der Polizei überfallen, es gab zahlreiche Verletzte und einschließlich des Mittwochmorgen, mehrere Hundert Festnahmen. Es sei, so der zynische Polizeikommentar, zum Wohle jener Teile der Belegschaft gewesen, die sich an der Streik- und Besetzungsaktion nicht beteiligt hätten, denn diese seien ja sozusagen als Geisel genommen worden. (Bei früheren Prügeleinsätzen im Honda Werk, etwa 2005, hatten sie weniger ans Wohl der Arbeiter gedacht). Aus „Disziplingründen“ seien zu Monatsbeginn 4 Arbeiter entlassen worden und fünf suspendiert – und aus Protest dagegen entwickelten sich Streik und Besetzung…

http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/2-000-arbeiter-besetzen-indisches-honda-werk-am-dienstag-am-mittwoch-probt-der-indische-polizeistaat-den-buergerkrieg/ (http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/2-000-arbeiter-besetzen-indisches-honda-werk-am-dienstag-am-mittwoch-probt-der-indische-polizeistaat-den-buergerkrieg/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:09:17 Di. 01.März 2016
Zitat
Indische Polizei überfällt Demonstration der Honda Belegschaft

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/02/hondademo.jpg)

Hondaarbeiter in Neu Delhi demonstrieren trotz Polizeiverbot am 27.2.2016Am Samstag den 27. Februar plante die streikende Belegschaft von Honda eine Demonstration – die noch vor ihrem Beginn von der Polizei des Bundesstaates Rajasthan überfallen wurde, wobei 200 Kollegen festgenommen wurden. Ein Polizeisprecher meinte, es habe keine Genehmigung für eine Demonstration gegeben – dass darauf auch in Indien nicht Prügelstrafe und Gefängnis stehen, kümmert unter der Fürsorge der indischen Bundesregierung niemand. In dem Bericht der Automobile Industry Contract Workers union wird von der Gewerkschaft – der die Honda Chefs die Anerkennung verweigern (wer verweigert diesen Typen eigentlich die Anerkennung – zumindest als anständige Menschen?) – unterstrichen, dass bei der Räumung des ursprünglichen Sit-Ins (LabourNet Germany berichtete) nicht nur uniformierte Schlägerbanden aktiv waren, sondern auch Honda Gangs, angeheuerte Schläger des wenig netten Unternehmens – und ruft zur Solidarität auf. Siehe dazu auch zwei weitere aktuelle Berichte sowie – ebenfalls in der indischen Autoindustrie – Streik bei Tata in Sanand in Modis Musterländle Gujarat
http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/indische-polizei-ueberfaellt-demonstration-der-honda-belegschaft/ (http://www.labournet.de/internationales/indien/arbeitskaempfe-indien/indische-polizei-ueberfaellt-demonstration-der-honda-belegschaft/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:43:47 Fr. 15.Juli 2016
Zitat
Lohnerhöhung gefordert
Hyundai-Werker drohen mit Streik

Hyundai steht das fünfte Jahr infolge vor einem Streik. Das könnte die Produktion beeinträchtigen.


Vier Fünftel der mehr als 48.000 in der Gewerkschaft organisierten Hyundai-Mitarbeiter haben für einen Streik gestimmt. "Wir wollen sicherstellen, dass das Unternehmen unsere Forderungen nach höheren Löhnen und anderen Leistungen akzeptiert", erklärte ein Gewerkschaftssprecher.

Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 7,2 Prozent. Zudem sollen 30 Prozent des Nettogewinns 2015 als Bonus ausgezahlt werden. Das Hyundai-Management weist die Forderungen als übertrieben zurück.

Ein weitreichender Ausstand mit einem Produktionsstopp käme für die Südkoreaner zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen hat angesichts einer schwächeren Nachfrage in China und in anderen Wachstumsmärkten neun Quartale in Folge über sinkende Gewinne berichtet.
http://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/hyundai-werker-drohen-mit-streik-367.html (http://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/hyundai-werker-drohen-mit-streik-367.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:03:51 Fr. 29.Juli 2016
Proteste bei Audi in Mexiko

San José Chiapa (DK) Vor dem Audi-Werk im mexikanischen San José Chiapa ist es offenbar vor einigen Tagen zu Protesten gekommen. Die Website „Nachrichtenpool Lateinamerika“ berichtet von mehreren Hundert Arbeitern, die am 13. Juli acht Stunden lang die Zugänge zum Werk im Bundesstaat Puebla versperrt hätten.


Laut dem Portal handelte es sich dabei um Mitarbeiter von Subunternehmen, die beim Bau der Fabrik mitgearbeitet, aber keinen Lohn ausbezahlt bekommen hätten. Ein Audi-Sprecher bestätigte den Vorfall auf Anfrage unserer Zeitung. Zwischen 150 und 200 Mitarbeiter zweier Bauunternehmen hätten an besagtem Tag vor dem Gelände demonstriert. Er betonte: Audi habe keine vertraglichen Verbindungen mit den beiden Unternehmen.

Bei den Protesten sei es laut dem Unternehmenssprecher um offene Forderungen gegenüber externen Dienstleistern gegangen, mit denen Audi zusammenarbeite. Um den Konflikt schnell zu lösen, habe Audi nun zusammen mit der Regierung von Puebla alle Parteien an einen Tisch geholt. „Dabei haben wir deutlich Stellung bezogen: Audi México und die verantwortlichen Institutionen legen großen Wert darauf, dass alle mit dem Bau der Fabrik betrauten Personen ordentlich entlohnt werden und alle gesetzlichen Auflagen erfüllt werden“, erklärte der Sprecher.

In Mexiko wird der Q5-Nachfolger vom Band rollen – im Herbst soll das Werk offiziell eröffnet werden. Allein im Werk sollen 3800 direkte Arbeitsplätze entstehen. Laut Audi werden noch einmal 16 000 indirekte dazukommen. Stellen, die etwa bei Zulieferern geschaffen werden oder weiteren Branchen, die vom neuen Werk profitieren. Mit einer Lage von 2400 Metern über dem Meeresspiegel ist das Werk das höchstgelegene des VW-Konzerns.


http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/lokalewirtschaft/Ingolstadt-Audi-Mexiko-DKmobil-Proteste-bei-Audi-in-Mexiko;art1735,3248455#plx637929009 (http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/lokalewirtschaft/Ingolstadt-Audi-Mexiko-DKmobil-Proteste-bei-Audi-in-Mexiko;art1735,3248455#plx637929009)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:55:28 Fr. 19.August 2016
Proteste vor dem Audi-Werk in Mexiko

San José Chiapa (DK) Erneute Proteste vor dem Werk von Audi México: Rund 80 Arbeiter von Subunternehmen externer Bau-Dienstleister blockierten die Zufahrt zum Werk, um ihre ausstehenden Löhne einzufordern.

„Dabei handelte es sich um Mitarbeiter von Unternehmen, mit denen Audi México keine vertraglichen Verbindungen hat“, so Unternehmenssprecher Jürgen De Graeve. Bereits vor vier Wochen war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen.

„Seitdem engagiert sich Audi México zusammen mit den verantwortlichen Institutionen der Regierung, um eine Lösung des Konflikts zu finden“, so De Graeve. Die ordnungsgemäße Entlohnung aller am Bau des neuen Standorts Beteiligten habe hohe Priorität, deshalb strebe Audi eine schnelle Fortsetzung der Verhandlungen mit allen Parteien an.

http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/lokalewirtschaft/Wirtschaft-Audi-Mexiko-Proteste-vor-dem-Audi-Werk-in-Mexiko;art1735,3256745#plx989626586 (http://www.donaukurier.de/nachrichten/wirtschaft/lokalewirtschaft/Wirtschaft-Audi-Mexiko-Proteste-vor-dem-Audi-Werk-in-Mexiko;art1735,3256745#plx989626586)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:15:13 Di. 27.September 2016
Zitat
Protest gegen eine bescheidene Lohnrunde
Generalstreik bei Hyundai Motor

Beim Autohersteller Hyundai wird erstmals seit zwölf Jahren im südkoreanischen Heimatmarkt landesweit gestreikt.


(http://img.nzz.ch/S=W690/O=75/http://nzz-img.s3.amazonaws.com/2016/9/26/305c92ac-b799-4032-a397-16d43fc58de7.jpeg)

Zum ersten Mal seit 2004 haben gewerkschaftlich organisierte Arbeiter von Hyundai Motor, dem grössten Autobauer Südkoreas, die Produktion komplett stillgelegt. In den drei heimischen Produktionsstätten ruhten die Laufbänder. Für diese Woche sind weitere Streiks in den einzelnen Werksteilen angekündigt – auch beim Autobauer Kia Motors, der Hyundai gehört.

Die fast 50 000 gewerkschaftlich organisierten Arbeiter bei Hyundai, rund 70 Prozent der Belegschaft, protestieren mit dem Streik gegen eine Lohnrunde, die angesichts der schwierigeren Wirtschaftslage bescheidener ausfällt als im vergangenen Jahr. Eine vorläufige Einigung der Gewerkschaft mit dem Management hatten die Gewerkschaftsmitglieder im August abgelehnt.

Hyundais Geschäfte laufen derzeit nicht so gut, weder im Inland noch in den grossen Schwellenländern, einem wichtigen Marktsegment für den zusammen mit Kia fünftgrössten Autobauer der Welt. Im zweiten Quartal des Jahres hatte Hyundai das zehnte Mal nacheinander einen kleineren Gewinn gemeldet. Eine Reihe von kleineren Streiks seit Juli hat nach Angaben des Autobauers schon zu einem Produktionsverlust von 100 000 Autos im Wert von 2 Bio. Won (1,7 Mrd. Fr.) geführt. Üblicherweise wird der Produktionsausfall nach dem Streikende weitgehend aufgeholt.

Südkorea ist bekannt für heftige Streiks. Seit dem Jahr 2000 ist der Verlust an Arbeitstagen durch Streiks aber drastisch zurückgegangen. Mit einer Ausfallrate von 35 Streiktagen je 1000 Arbeitnehmer 2013 stand Südkorea zuletzt sogar etwas besser als Italien. Nach Angaben des Korea Labor Institute war die Streikquote im Jahr 2000 über dreimal höher als in jüngster Zeit gewesen.
http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/protest-gegen-eine-bescheidene-lohnrunde-generalstreik-bei-hyundai-motor-ld.118817 (http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/protest-gegen-eine-bescheidene-lohnrunde-generalstreik-bei-hyundai-motor-ld.118817)

Zitat
Erneuter Streik trifft Hyundai

Bei Hyundai stehen in den drei heimischen Werken die Bänder still. Bereits im Juli machten vereinzelte Streiks dem südkoreanischen Autobauer zu schaffen. Südkorea ist für den Konzern der wichtigste Produktionsstandort.


Beim Auto-Hersteller Hyundai wird erstmals seit zwölf Jahren im südkoreanischen Heimatmarkt landesweit gestreikt. Am Montag soll den ganzen Tag die Arbeit niedergelegt, nachdem seit Juli bereits vereinzelte kurze Streiks Hyundai immer wieder trafen.

Der Konzern - zusammen mit dem Partner Kia weltweit die Nummer fünf der Branche - teilte zu Wochenbeginn mit, der erneute Produktionsausfall sei enttäuschend. Das Management werde mit der Gewerkschaft weiter an einer Lösung des Konflikts arbeiten, bei dem es um die Höhe der nächsten Lohnanhebung geht.

Südkorea ist für den Konzern der wichtigste Produktionsstandort. Hier werden fast 40 Prozent der weltweit verkauften Wagen gefertigt. Die punktuellen Streiks seit Juli haben dazu geführt, dass 114.000 Fahrzeuge im Wert von rund zwei Milliarden Euro weniger produziert wurden.

Analysten zufolge wird das Ergebnis für das dritte Quartal enttäuschend ausfallen. Im Frühjahr war der Gewinn bereits das zehnte Quartal in Folge zurückgegangen. Die Südkoreaner spüren vor allem die Schwäche in vielen Schwellenländern und sind zudem bei Geländewagen (SUVs) schwächer aufgestellt als die Konkurrenz.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/suedkoreanischer-autobauer-erneuter-streik-trifft-hyundai/14600124.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/suedkoreanischer-autobauer-erneuter-streik-trifft-hyundai/14600124.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:07:43 Mi. 28.September 2016
Hungerstreikende Honda-Arbeiter von Polizei überfallen: Wer sich zur Wehr setzt, wird verfolgt – so funktioniert die „größte Demokratie“ der Welt
(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2016/09/hondaplakar.jpg)
Studentisches Soliplakat mit
Honda-Hungerstreik in Delhi ab 19.9.2016


Am 9. Tag des Hungerstreiks der 5 Honda-Arbeiter in Delhi ruft die Betriebsgewerkschaft zu einer Solidaritäts-Demonstration auf – von Mittwoch, 28. September bis Sonntag, 2. Oktober soll ein Demonstrationszug von Manesar nach Delhi gehen, der durch den ganzen Industriegürtel der Region ziehen soll, um die Solidarität der Belegschaften weiter zu stärken. In dem Aufruf „Nyay Sangharsh Rally: Honda Workers Struggle Intensifies“ am 28. September 2016 bei sanhati http://sanhati.com/articles/17713/ (http://sanhati.com/articles/17713/) dokumentiert unterstreicht die Gewerkschaft Honda Motorcycle and Scooter 2f  Kamgaar Union dass dies auch eine Aktion sein soll, mit der Boykott und Verzerrungen der Kommerzmedien durchbrochen werden sollen – eben durch direkte Ansprache der Belegschaften. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge – auch zum diktatorischen Kurs der Honda Unternehmensleitung

    „Social Media Solidarity With Strikers Will Cost You Your Job, Honda Tells Workers“ von Hima Fathima am 27. September 2016 bei The Wire http://thewire.in/69148/honda-workers-hunger-strike-enters-day-nine-management-warns-against-social-media-use-to-support-protest/ (http://thewire.in/69148/honda-workers-hunger-strike-enters-day-nine-management-warns-against-social-media-use-to-support-protest/) ist ein Bericht über den Versuch der Geschäftsleitung von Honda, Solidarität zu unterbinden: Sie lässt offiziell und unverschämt bekannt geben, dass entlassen wird, wer in sozialen Medien seine Unterstützung für die Aktion bekundet – ein Kollege wurde deshalb bereits suspendiert

    „Honda Workers Continue Hunger Strike Despite Deteriorating Health“ am 26. September 2016 bei Youth Kiawaaz http://www.youthkiawaaz.com/2016/09/honda-workers-hunger-strike-health-failing/ (http://www.youthkiawaaz.com/2016/09/honda-workers-hunger-strike-health-failing/) ist ein Bericht über den sich verschlechternden Gesundheitszustand der Hungerstreikenden am 8. Tag der Aktion, worin ebenfalls über die Reaktion politischer Verantwortlicher berichtet wird, insbesondere der Landesregierung von Rajasthan, die sich im Wesentlichen in zwei Worten zusammenfassen fassen lässt: Gar keine. Außer, dass sie natürlich vorher jegliche Demonstration verboten haben…
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:03:00 So. 12.März 2017
Zitat
Indische Klassenjustiz verurteilt 31 von 148 angeklagten Maruti-Suzuki-Kollegen, 13 davon wegen Mordes – 12 von ihnen sind Gewerkschaftsfunktionäre! Eintägiger Protest-Streik aller Maruti-Beschäftigten in Indien – regionaler Notstand ausgerufen

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/03/free_maruti.jpg)

Das Urteil des willfährigen Richters Goel stieß auf unterschiedliches Echo: Einerseits, nahe liegend, Erleichterung über den Freispruch für 117 Kollegen, die seit Jahren in angeblicher Untersuchungshaft im Gefängnis waren. Andererseits blanke Empörung über die Verurteilung von 31 weiteren Kollegen, davon 13 wegen Mordes, ganz zufälligerweise bis auf einen alle Funktionäre der Betriebsgewerkschaft – deren Existenz von dem berüchtigten Unternehmen mit allen Mitteln und steter Hilfe von Polizei, Justiz und Behörden bekämpft worden war. Das jeweilige Strafmaß für die 31 Verurteilten soll am 17. März verkündet werden. Der “Staatsanwalt des Unternehmens” unterstrich, man werde in allen Fällen für die jeweilige Höchststrafe eintreten. Wie bereits in der Erklärung der Betriebsgewerkschaft am Tag vor der Urteilsverkündung unterstrichen worden war: Hier wird nach dem Muster der „Pricol 8“ vorgegangen, dem Prozess (inzwischen durch Revision für die Justiz in einer peinlichen Katastrophe geendet mit Freisprüchen – allerdings auch hier nach Jahren), in dem  erstmals streikende Arbeiter wegen Mordes verurteilt wurden. In einem ebenso konstruierten Fall, wie nun schon seit Jahren bei Maruti-Suzuki, wo die Kollegen ausgerechnet den einzigen Manager, „der auf soziale Belange ansprechbar war“ (Originalton Gewerkschaft), ermordet haben sollen. Dass ein Freispruch für 117 Menschen nach Jahren Gefängnisstrafe erfolgt, ist nicht nur ein Drama für die Betroffenen und ein dramatisches Armutszeugnis für die Willkür der indischen Justiz, die sich einmal mehr fragen muss, ob sie in ihrer unmenschlichen Willfährigkeit im Dienste der “Investoren” nicht zu weit geht. Es ist auch ein Fall für – hoffentlich astronomisch hohe – Entschädigungsforderungen an den Auftraggeber Suzuki.
http://www.labournet.de/?p=113250 (http://www.labournet.de/?p=113250)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 14:04:09 So. 28.Mai 2017
Keine Ahnung, ob dahinter ein Arbeitskampf steckt oder etwas anderes, auf jeden Fall ist das ganze Zulieferer- und JustInTime-System leicht verletzbar:

Zitat
28.5.17
München/Leipzig (dpa) - Ein fehlendes Bauteil zwingt BMW zum teilweisen Stopp der Produktion im wichtigen Werk Leipzig. Wie ein Sprecher des Autobauers sagte, soll die Fertigung von zwei Fahrzeug-Modellen an dem sächsischen Standort an diesem Montag stillstehen.

«Wir haben Probleme mit der Logistik. Es fehlt ein Teil», erklärte er der Deutschen Presse-Agentur.
(...)
Nach Informationen von «Focus Online» soll die Versorgung bei einem Unternehmen aus Italien stocken, das BMW mit Lenkgetrieben beliefert.
(...)
http://www.radioerzgebirge.de/nachrichten/deutschland-weltnachrichten/fehlendes-bauteil-legt-bmw-produktion-in-leipzig-lahm-1309496/ (http://www.radioerzgebirge.de/nachrichten/deutschland-weltnachrichten/fehlendes-bauteil-legt-bmw-produktion-in-leipzig-lahm-1309496/)

Nachtrag vom 29.5.17:
Zitat
"Ich bin zuversichtlich, dass die Firma Bosch die aktuellen Lieferprobleme zügig in den Griff bekommt. Als einer unserer langjährigsten, größten und grundsätzlich zuverlässigsten Lieferanten ist das Unternehmen zweifellos in der Lage, auch diese schwierige Situation zu bewältigen", sagte der BMW-Einkaufschef. Die meisten Teile würden punktgenau "just in time" für das jeweilige Fahrzeug auf dem Fließband bereitgestellt. Deshalb könne auch ein fehlendes Kleinteil die Wertschöpfungskette unterbrechen - bis hin nach China.
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/bmw-auto-produktion-wegen-eines-fehlenden-bauteils-gestoppt-a-1149654.html (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/bmw-auto-produktion-wegen-eines-fehlenden-bauteils-gestoppt-a-1149654.html)[/size]
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 15:03:25 So. 28.Mai 2017
Mal so nebenbei: Ein Bekannter von mir ist bei Conti Abteilungsleiter. Er erzählte mir letztens, dass Conti auf den Philippinen Teile für die Dämpfung der Federung nahezu aller Autohersteller fertigt. Wenn diese Fabrik ausfallen würde, dann könnten die Autobauer ihre Produktion einstellen. Und zwar nicht nur einer, sondern alle.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:31:34 So. 28.Mai 2017
Es ist nicht nur bei Conti so.

Mir fällt das Beispiel WISCO Tailored Blanks in Duisburg ein (Übrigens von einem Chinesichen Unternehmen gekauft), Spezialbleche für die Autoindustrie und zwar für alle großen Automarken. Die haben nur mal eine unbegrenzte Betriebsversammlung gemacht, und als es nur noch einige Stunden entfernt war, daß die Bänder der Autokonzerne hätten stoppen müssen, haben die Arbeiter ihren kompletten Forderungskatolog erfüllt gekriegt.

Wenn die Arbeiter erstmal kapieren würden, wie angreifbar der globale Just-in-Time Produktionsprozeß ist, könnten sie auch ihre enorme Macht erkennen.
Wie gesagt, mit dem DGB gibt es nur das lächerliche Tarifgeplänkel und niemals ein Kraftemessen mit dem Kaptital.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 08:21:15 Mo. 19.Juni 2017
Zitat
16.6.17

In Bratislava droht ab Dienstag ein Streik


Wolfsburg/Bratislava  Die Mitarbeiter im slowakischen VW-Werk verlangen 16 Prozent mehr Lohn.

Ab dem kommenden Dienstag wollen die VW-Mitarbeiter im Werk in Bratislava in einen unbefristeten Streik treten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben eines Sprechers werden keine Auswirkungen für das Stammwerk befürchtet, sollte es tatsächlich zum Streik kommen.

Laut Reuters hat Volkswagen die Forderung der Gewerkschaft nach deutlich mehr Geld abgelehnt. Angeblich fordern die Arbeitnehmervertreter 16 Prozent mehr Lohn. Der Arbeitgeber habe 4,3 Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro angeboten. Ein Streik könnte die Produktion lahmlegen. In Bratislava werden sowohl Fahrzeuge als auch Getriebe gefertigt. Die Modellpalette umfasst den Touareg, den up! und e-up! sowie Modelle von Audi, Škoda, Seat und Porsche (Audi Q7, Škoda Citigo, Seat Mii und Karosserien für den Porsche Cayenne). Das nicht betroffene Werk in Martin ist für die Komponentenfertigung zuständig. Hier werden Komponenten wie zum Beispiel Synchronringe, Flanschwellen und Differenzialgehäuse gefertigt, die Verwendung in zahlreichen Konzernmarken finden.

Seit dem Vorjahr ist in Bratislava auch ein neues zentrales Logistiklager beheimatet. Die Slowakei gilt als einer der kostengünstigsten Standorte der Automobilindustrie in Europa.
http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article210935305/In-Bratislava-droht-ab-Dienstag-ein-Streik.html (http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article210935305/In-Bratislava-droht-ab-Dienstag-ein-Streik.html)

Hinter diesem Logistiklager steckt Schnellecke, ehemaliger Bürgermeister von Wolfsburg, Günstling, Gernegroß und untertänigster Knecht von Volkswagen.
http://www.schnellecke.com/standorte/europa/slowakei/bratislava/schnellecke-slovakia-s.r.o./ (http://www.schnellecke.com/standorte/europa/slowakei/bratislava/schnellecke-slovakia-s.r.o./)

Update vom 20.06.2017:
Zitat
(https://abload.de/img/volkswagenbratislava8nuq7.png) (http://abload.de/image.php?img=volkswagenbratislava8nuq7.png)
(...) Es ist der erste Streik in der mehr als 25-jährigen Geschichte von Volkswagen in Bratislava. Die angehaltenen Montagelinien wirken sich auch auf zahlreiche Zulieferer aus. Einschätzungen des Finanzministeriums zufolge könnte sich ein längerer Streik im Volkswagen-Werk merklich auf die Wirtschaft des ganzen Landes auswirken. Ein zwölftägiger Stopp könnte zu einem Rückgang des BIPs um 0,1 Prozent führen.
http://dersi.rtvs.sk/clanky/tagesthema/136258/streik-im-volkswagen-werk (http://dersi.rtvs.sk/clanky/tagesthema/136258/streik-im-volkswagen-werk)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 21:16:44 Di. 20.Juni 2017
Der Zulieferer von Kühlern und Wärmetauschern AKG Thermotechnik International hat in Izmir Gewerkschafter entlassen und die Polizei zur Hilfe gerufen.

Zitat
15.06.2017
German radiator and cooling system manufacturer AKG Thermotechnik has dismissed union leaders from its plant in Izmir, Turkey. (...)
http://www.industriall-union.org/akg-thermotechnik-fires-union-leaders-in-turkey (http://www.industriall-union.org/akg-thermotechnik-fires-union-leaders-in-turkey)

Der Inhaber des familiengeführten Unternehmens, Hartwig Pietzcker, sitzt derweil im Beirat der Musikschule Hofgeismar bei Kassel, spendet für das Berliner Schloss und den Museumsverein Kassel, kurz gibt den Gönner und ist nur ein Beispiel von vielen, wie Unternehmer mit Hilfe der Propagandafassade die Leute verarschen, während im Hintergrund mit hemmungsloser Barbarei Geschäfte gemacht werden.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 10:34:36 Fr. 23.Juni 2017
Es ist eine wahre Freude zu sehen, was für blöde Fressen die VW Manager in der Slovakei ziehen.

(https://m.smedata.sk/api-media/media/image/sme/9/25/2595339/2595339_625x.jpeg?rev=3)

Zitat
Böses Erwachen im Autoparadies
Lange galt die Slowakei als Autoparadies. Niedrige Löhne, niedrige Steuern und eine Industriepolitik unter Regierungschef Robert Fico, die den Autokonzernen ihre Wünsche von den Lippen ablas. Doch der Standort entwickelt sich zum Albtraum für den Wolfsburger Autoriesen.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vw-streik-in-der-slowakei-boeses-erwachen-im-autoparadies/19962190.html (http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vw-streik-in-der-slowakei-boeses-erwachen-im-autoparadies/19962190.html)

War nicht der ehemalige Ostblock die Region, in der man sich an einem Heer von Niedriglöhnern bedienen konnte?
So unproblematisch scheint es ja nicht mehr zu funktionieren...

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=TV3edbRCTM0#)
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=-MxqFTjHcCI#)

Diverse aktuelle Bilder und Videoclips findet man hier:

https://ekonomika.sme.sk/c/20564422/strajk-pokracuje-automobilka-volkswagen-platy-rokovania-streda.html#axzz4khoODVdE (https://ekonomika.sme.sk/c/20564422/strajk-pokracuje-automobilka-volkswagen-platy-rokovania-streda.html#axzz4khoODVdE)
https://www.facebook.com/odboryvolkswagen/?hc_ref=PAGES_TIMELINE (https://www.facebook.com/odboryvolkswagen/?hc_ref=PAGES_TIMELINE)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 14:09:15 Fr. 23.Juni 2017
Zitat
22.6.17
Ein Streik, der hohe Risiken für VW birgt

Wolfsburg/Bratislava  In Bratislava geht es um mehr als höhere Entgelte.

 Gut 8000 der über 12 000 VW-Mitarbeiter in der Slowakei sind in einen unbefristeten Streik getreten (wir berichteten). Es geht um eine deutliche Entgelterhöhung, die Volkswagen so nicht akzeptieren will. Noch hat der Streik nach Angaben des Autobauers keine Auswirkung auf die Produktion in Deutschland. Zumindest beim Betriebsrat ist man aber alarmiert. „Der Konzernbetriebsrat beobachtet die Entwicklung aufmerksam und ist in einem engen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen in Bratislava“, sagte ein Sprecher des Europäischen- und Weltkonzernbetriebsrates.

Der Konflikt birgt politischen Sprengstoff. Es geht nur vordergründig um die Höhe des Entgeltes. Premierminister Robert Fico hat sich hinter die Forderungen gestellt und kritisierte, dass slowakische VW-Mitarbeiter trotz hoher Qualität der Produkte deutlich weniger als die Belegschaften westeuropäischer Werke bekämen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Unmut nicht nur in der Slowakei wachse. Auch in Polen und Ungarn seien Mitarbeiter ausländischer Firmen (nicht nur der Autobranche) verärgert, dass sie deutlich weniger verdienten als die Kollegen in Westeuropa. Bloomberg vermutet, dass dafür auch die politischen Dispute innerhalb der Europäischen Union hinsichtlich der Rolle der Ungarn, Slowaken und Polen bezüglich der Flüchtlingsproblematik eine Rolle spielen könnten.

In Bratislava hat es bisher noch nie Streiks in den VW-Werken gegeben. Im Hintergrund tobt zusätzlich auch der Machtkampf der beiden Gewerkschaften OZ Kovo und Modern Trade Union. Pikanterweise war Verhandlungsführer Zoroslav Smolinksy zunächst bei der OZ Kovo aktiv, ehe er zum starken Mann der neuen Gewerkschaft avancierte. Für Volkswagen könnte eine harte Verhandlungsführung gefährlich werden. Die slowakischen Standorte sind eng in die Konzern-Logistikketten eingebunden. Eine Ausweitung auch auf die Komponentenfertigung in Martin und das neue zentrale Logistiklager in Bratislava könnte gravierende Auswirkungen haben. Ein Nachgeben des Managements könnte andererseits wie ein Dammbruch wirken.
http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article211002317/Ein-Streik-der-hohe-Risiken-fuer-VW-birgt.html (http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article211002317/Ein-Streik-der-hohe-Risiken-fuer-VW-birgt.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 06:00:59 Mo. 26.Juni 2017
Zitat
26.6.17
Sechs Tage haben die VW-Beschäftigten in der Slowakei gestreikt, nun haben sich Management und Gewerkschaft geeinigt. (...)
Nach Firmenangaben erhalten die Beschäftigten von diesem Monat an 4,7 Prozent mehr Lohn. Weitere Erhöhungen von 4,7 Prozent ab Januar 2018 und von 4,1 Prozent ab November 2018 sollen folgen. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 500 Euro. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich ein Plus von 16 Prozent über einen Zeitraum von zwei Jahren verlangt. Das Angebot der Arbeitgeber lag bei insgesamt 8,7 Prozent. (...)
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/volkwagen-streik-slowakei (http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/volkwagen-streik-slowakei)

Die Lohnerhöhung geht von Juni 2017 bis August 2019 und ergibt ziemlich genau 10 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten (ohne 500,- Prämie). Das ist jetzt nicht wirklich schlecht, die Jubelarien von wegen 13,5 Prozent (einfach mal zusammenzählen) sind aber nicht so ganz richtig.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:20:19 Do. 06.Juli 2017
Zitat
Streik bei Fiat in Serbien:
Parallelen zum Streik bei VW in der Slowakei


(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/07/fiat_strike_serbien.jpg)

Streik bei Fiat in Serbien im Juli 2017Im Fiat-Werk von Kragujevac in Serbien wurde gestreikt: Die Belegschaft des Werkes, von wo aus der Verkaufsniedergang des Fiat 500 verhindert werden sollte, stellt durchaus ähnliche Forderungen, wie es etwa die VW Belegschaft in Bratislava getan hatte – ergänzt um den Widerstand gegen die „Fiat-Besonderheiten“. In dem Artikel bei Contropiano werden die Forderungen der etwa 2.500 Beschäftigten nach einer deutlichen Gehaltserhöhung (gefordert werden 45.000 Dinar, etwa 370 Euro/Monat, gegenüber bisher 38.000 Dinar, eine Erhöhung um rund 18%) und Veränderung des Regimes der Mehrarbeit zwecks Krankenvertretung (eben eine der „Spezialitäten“ der Modernisierung der Fiatwerke – zu einem Regime moderner Sklaverei) berichtet. Dabei geht es eben auch um die Gleichbehandlung mit den Belegschaften, in diesem Fall in Italien, weil es die Beschäftigten auch hier nicht mehr hinnehmen wollen, als Menschen zweiter Klasse behandelt zu werden.
http://www.labournet.de/internationales/serbien/arbeitskaempfe-serbien/streik-bei-fiat-in-serbien-parallelen-zum-streik-bei-vw-in-der-slowakei/ (http://www.labournet.de/internationales/serbien/arbeitskaempfe-serbien/streik-bei-fiat-in-serbien-parallelen-zum-streik-bei-vw-in-der-slowakei/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 18:21:25 Di. 18.Juli 2017
Die Belegschaften in der Autoindustrie wurden zersplittert in diverse outgesourcte Unternehmen.
Doch dieses System des Outsorcings  ist verflochten und eng getaktet, in andreren Worten: empfindlich und angreifbar.

Ein paar Leute aus dem Logistikberich können einen Riesenkonzern ins Stolpern bringen.
Wir sollten Kämpfe in diesem Bereich genau beobachten.

Zitat
Streik bei Logistik-Dienstleister am BMW-Werk Leipzig – Produktion betroffen

Mitarbeiter des Leipziger BMW-Logistik-Dienstleisters BLG streiken am Donnerstagmorgen. Das teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Die Produktion bei BMW ist in Teilbereichen beeinträchtigt.


(http://www.lvz.de/var/storage/images/lvz/mitteldeutschland/wirtschaft/streik-bei-logistik-dienstleister-am-bmw-werk-leipzig-produktion-betroffen/598648210-3-ger-DE/Streik-bei-Logistik-Dienstleister-am-BMW-Werk-Leipzig-Produktion-betroffen_pdaBigTeaser.jpg)

Streik im Leipziger Norden: Rund 400 Mitarbeiter der Frühschicht von BLG Logistics sind am Donnerstag im Ausstand. Das teilt die Gewerkschaft Verdi gegenüber LVZ.de mit. Das Unternehmen ist Dienstleister für die Werkslogistik im BMW-Werk Leipzig. Dazu gehört die Versorgung der Produktionsbänder. Der Ausstand soll bis mindestens 15 Uhr dauern.

Durch die unangekündigte Arbeitsniederlegung beim Dienstleister BLG sei die Produktion im BWM-Werk in Teilbereichen beeinträchtigt gewesen, so der Leipziger BMW-Sprecher Jochen Müller auf Anfrage. „Wir haben da flexible Maßnahmen in den Werken. Gruppenbesprechungen oder Pausen können in so einem Fall vorgezogen werden“, erklärte er. Er gehe derzeit davon aus, dass die Spätschicht wieder regulär arbeiten kann.

„Wir wollen den Druck auf die Tarifverhandlungen erhöhen“, so Verdi-Gewerkschaftssekretär Frank Günther. Die Gespräche mit den Arbeitgebern in der Logistikbranche seien derzeit wegen inakzeptabler Angebote ausgesetzt. Während Verdi eine Lohnerhöhung von sieben Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten fordere, stünde auf der Unternehmerseite ein Angebot von 2,6 bis 2,9 Prozent im Raum. Die Gewerkschaft setzt sich außerdem für eine bessere Vergütung von Auszubildenden ein, so Günther weiter.

Die Streikversammlung vor Ort wurde mittlerweile aufgelöst. Bei Warnstreiks sei es durchaus üblich, so Günther, dass Verdi nicht den ganzen Tag Veranstaltungen vor Ort plane. Die Arbeitsniederlegung dauere aber bis zum Schichtende an. Ob auch in den kommenden Tagen Streiks bei BLG anstehen, dazu machte Verdi keine Angaben.
http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/Wirtschaft/Streik-bei-Logistik-Dienstleister-am-BMW-Werk-Leipzig-Produktion-betroffen (http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/Wirtschaft/Streik-bei-Logistik-Dienstleister-am-BMW-Werk-Leipzig-Produktion-betroffen)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 19:29:18 Di. 18.Juli 2017
Bemerkenswerte Besitzstruktur:

Zitat
Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) (50,4 %)
Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg – Girozentrale (12,6 %)
Finanzholding der Sparkasse in Bremen (12,6 %)
Waldemar Koch Stiftung (5,2 %)
Streubesitz (19,2 %)
https://de.wikipedia.org/wiki/BLG_Logistics_Group

Das größte Automobil-Umschlagsunternehmen in Deutschland wird sozusagen vom Stadtstäätchen betrieben. Geiler Filz.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:53:22 Di. 18.Juli 2017
In Bremen berüchtigte SPD-Verdi Mafia.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:47:58 Mi. 19.Juli 2017
Seit dem 27. Juni 2017 streiken 2.000 Autoarbeiter_innen im serbischen Kragujevac.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ist ein Joint Venture zwischen FIAT (67%) und der serbischen Regierung (33%), der einzige Autohersteller in Serbien. Das Unternehmen exportierte zwischen Januar und April 2017 Autos im Wert von 382,2 Millionen Euro, obwohl 2016 die Produktion gedrosselt und 700 Arbeiter entlassen wurden.

Die Arbeiter_innen streiken wegen des hohen Arbeitsdrucks. Sie fordern zudem eine Erhöhung des Grundlohnes, etwa von 310 auf 370 Euro. Die Gewerkschaft Samostalni Sindikat sagt, dass FCA etwa 0,5% ihres Profites verwenden müsste, um die geforderten Lohnerhöhungen zu finanzieren.

Bei einer Abstimmung am 12. Juli 2017 beschlossen zwei Drittel der Belegschaft weiter zu streiken.

Zum Video: http://de.labournet.tv/streik-bei-fiat-chrysler-automobiles-serbien (http://de.labournet.tv/streik-bei-fiat-chrysler-automobiles-serbien)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:30:15 Mi. 09.August 2017
Bemerkenswerte Besitzstruktur:

Zitat
Freie Hansestadt Bremen (Stadtgemeinde) (50,4 %)
Bremer Landesbank Kreditanstalt Oldenburg – Girozentrale (12,6 %)
Finanzholding der Sparkasse in Bremen (12,6 %)
Waldemar Koch Stiftung (5,2 %)
Streubesitz (19,2 %)
https://de.wikipedia.org/wiki/BLG_Logistics_Group (https://de.wikipedia.org/wiki/BLG_Logistics_Group)

Das größte Automobil-Umschlagsunternehmen in Deutschland wird sozusagen vom Stadtstäätchen betrieben. Geiler Filz.

Aktuelles vom Bremer Filz:
Zitat
Bremer Logistikunternehmen
Kritik an Fremdarbeit bei der BLG

In einem Geschäftsbereich der Bremer BLG liegt die Quote der Mitarbeiter, die nicht direkt bei dem Logistiker angestellt sind, bei mehr als 44 Prozent. Die Linke fordert, dass die Stadt einschreitet.


(http://www.weser-kurier.de/cms_media/module_img/4736/2368266_1_articledetailpremium_59889245bdd6f.jpg)
Im Februar demonstrierten GHB-Mitarbeiter für ihre Jobs. Der GHB hatte zuvor angekündigt, seine Distributionssparte zu schließen. Ein Großteil der betroffenen Angestellten war bei der BLG eingesetzt. Der Logistiker hat mehr als 300 der früheren GHB-Mitarbeiter übernommen.

Während die Zahl der direkt bei der BLG Logistics Group Beschäftigten in der Hansestadt in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist der Anteil der Mitarbeiter, der über den Gesamthafenbetriebsverein (GHB) oder Leiharbeitsfirmen für das Bremer Unternehmen tätig war, gesunken. Das geht aus einer Senatsvorlage auf Basis einer Großen Anfrage der Bürgerschaftsfraktion Die Linke hervor.

In dem Papier schlüsselt das Wirtschaftsressort die Beschäftigungsverhältnisse bei dem Logistiker auf. In Bremen arbeiteten demnach in der BLG-Sparte Automobile 2012 noch 1338 direkt bei der BLG Angestellte, vier Jahre später waren es 1702. Insgesamt 1114 GHB-Angestellte kamen 2012 im Bereich Automobile dazu, 2016 waren es noch 633. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Segment hat das Ressort „wegen geringer Anzahl nicht ermittelt“.

Linke kritisiert Wachstum über Leiharbeit

Im Kontrakt-Bereich ergibt sich ein ähnliches Bild: 1108 direkte BLG-Mitarbeiter waren es in Bremen zum Stichtag 31. Dezember 2012, vier Jahre später 1842. Vom GHB wurden für diese Sparte 2012 insgesamt 1496 Arbeitnehmer zur BLG entsandt, im vergangenen Jahr waren es noch 528. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Geschäftsbereich hat zugenommen: von 2012 mit 351 Leiharbeitern auf 925 in 2016.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Claudia Bernhard, nennt die Zahlen „schrecklich“. Sie habe deutlich niedrigere Quoten erwartet. Im Kontraktbereich waren in Bremen Ende vergangenen Jahres 44,1 Prozent der Mitarbeiter nicht direkt bei der BLG beschäftigt, in der Automobil-Sparte 27,1 Prozent.

Aus Bernhards Sicht zeigen die Werte, dass der Logistiker sein Wachstum über Leiharbeit forciert habe. Sie kündigt an, dass ihre Fraktion das Wirtschaftsressort über einen Antrag auffordern will, die Zahl der Leiharbeiter und GHB-Angestellten bei der BLG herunterzufahren.

Bremen ist mit 50,4 Prozent Mehrheitseignerin der Bremer Lagerhausgesellschaft AG und hundertprozentige Kommanditistin der operativen Einheit BLG Logistics Group. Der GHB war Anfang des Jahres in die Schlagzeilen geraten, weil er seine Distributionssparte schließen wollte. Ein Großteil der betroffenen GHB-Mitarbeiter war für die BLG im Einsatz. Der Logistiker sagte damals zu, mehr als 300 von ihnen zu übernehmen.
http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-kritik-an-fremdarbeit-bei-der-blg-_arid,1633500.html (http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-kritik-an-fremdarbeit-bei-der-blg-_arid,1633500.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 21:58:26 Mo. 28.August 2017
Wie soll man jetzt nach dem Streik bei Volkswagen in der Slowakei diese Meldung einordnen?
Zitat
25.8.17
In der Slowakei entstehen 1000 neue VW-Jobs

Wolfsburg  Die Kernmarke baut fast überall Personal ab, aber nicht am Boom-Standort Bratislava.

Deal, Belohnung, dankbares Frischfleisch? (abgesehen davon, dass die hier angegebenen Gehälter stark unter denen liegen, die während des Streiks vonseiten VW genannt wurden)

weiter:

Zitat
Wolfsburg/Bratislava. In den deutschen VW-Werken ist – bis auf den Standort Kassel – Jobabbau das große Thema. Aber andernorts wächst die Kernmarke. Und zwar gleich um die Ecke in der Slowakei. Dort sollen noch bis Jahresende weitere 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Da im Autoland Slowakei inzwischen ein Mangel an geeigneten Arbeitskräften herrscht, können sich auch Bewerber von außerhalb um die Jobs bemühen. „Es ist schwer, neue Mitarbeiter zu finden - unabhängig von der Qualifikation“, wird Vorstandsvorsitzender Ralf Sacht in slowakischen Medien zitiert. Es ist noch gar nicht lange her, da streikte ein Großteil der Mitarbeiter am Standort Bratislava fast eine Woche für höhere Löhne – und hatte am Ende damit Erfolg. VW zahlte nach eigenen Angaben in der Slowakei bereits vor dem Streik die höchsten Durchschnittslöhne – sie liegen je nach Qualifikation zwischen 1050 und 1250 Euro. Zusätzlich gebe es noch Bonuszahlungen.

Die VW-Gruppe in der Slowakei hat in der ersten Hälfte des Jahres bereits 400 neue Mitarbeiter eingestellt, so dass die Gesamtbelegschaft auf 12 700 anwuchs. Jetzt sollen nochmals 800 Jobs im Karosseriebau, der Lackiererei sowie den Montagen hinzukommen. Zudem werden 200 hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht.

Grundsätzlich dürfte der Aufbau neuer Jobs in Europa eher die Ausnahme bleiben. Volkswagen will nach derzeitigem Stand sowohl den Anteil der Leiharbeitnehmer als auch einen Teil der Stammbeschäftigten (über die Altersteilzeit) abbauen. Betriebsbedingte Kündigungen von Stammbeschäftigten werden hingegen weiterhin ausgeschlossen.

Eine positive Ausnahme bildet in Deutschland das Werk in Baunatal. Dort wird wegen der erhöhten Produktion von Doppelschaltgetrieben und der zentralen Funktion der weltweiten Teileversorgung frisches Personal gebraucht. Für die Jobs können sich auch Leiharbeiter bewerben, deren Verträge in Wolfsburg nicht verlängert werden.
http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211705889/In-der-Slowakei-entstehen-1000-neue-VW-Jobs.html (http://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article211705889/In-der-Slowakei-entstehen-1000-neue-VW-Jobs.html)
 
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:12:44 Mi. 20.September 2017
Zitat
Streik bei Fiat in Serbien

In den letzten Monaten erschütterte eine Streikwelle die Automobilindustrie in Osteuropa. Die „Osterweiterung“-Strategie, die die führenden Automobilproduzenten in den letzten beiden Jahrzehnten verfolgte, um die Krise der Rentabilität zu überwinden, scheint in eine Sackgasse zu geraten, nachdem die ArbeiterInnen in Osteuropa begannen, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu verlangen.

Seit Januar dieses Jahres wurden die Standorte Audi Ungarn, Skoda Tschechien und VW Slowakei alle bestreikt. Der wahrscheinlich interessanteste Fall war jedoch der Streik der Fiat-Belegschaft in der serbischen Stadt Kragujevac in diesem Sommer. Im Gegensatz zu den Ländern der Visegrád-Gruppe (Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn) zog Serbien erst spät produktive Neuansiedlungen und Auslandsinvestitionen an, und die organisierte Arbeiterklasse hat weniger Erfahrung mit multinationalen Konzernen.

In den letzten Jahren erlebte Serbien mehrere radikale Streiks, die Straßenblockaden, Fabrikbesetzungen und Zusammenstöße mit den privaten Sicherheitskräften der Fabriken mit einschlossen. Doch trotz der kämpferischen Methoden hatten die meisten dieser Arbeitskämpfe einen defensiven Charakter. Sie umfassten normalerweise ältere ArbeiterInnen in staatlichen Betrieben, die jahrelang nicht mehr produzierten, oder in Unternehmen, die für Immobilienspekulationen oder irgendwelche anderen Mafia-Geschäfte privatisiert wurden. Die Streikforderungen konzentrierten sich darauf, unbezahlte Löhne zu erhalten, die oft monate- oder jahrelang nicht ausbezahlt wurden, den Zugang zur Krankenversicherung wiederzuerlangen oder fehlende Jahre bis zur Rente zu überbrücken. Während die Maschinen stillstanden, traten die ArbeiterInnen oftmals in den Hungerstreik, um Beachtung für ihre Sache zu erregen, doch ignoriert von Management und Regierung blieb ihre Misere jahrelang unbemerkt.

Der jüngste Streik bei Fiat in Kragujevac ist ein Wendepunkt, denn er fand in einer modernen, hochproduktiven Fabrik einer ausländischen Firma statt. Viele der Beschäftigten sind jung und haben keine Erfahrungen mit Arbeitskämpfen und ihre Forderungen waren offensiv. Am 27. Juni traten etwa 2000 ArbeiterInnen in den Streik und verlangten eine Lohnerhöhung von 38.000 auf 50.000 Dinar (320 auf 420 Euro), die Einstellung von zusätzlichen Arbeitskräften, um die individuelle Belastung zu verringern, sowie eine volle Auszahlung der Pendelkosten für Nachtschichten. Im Gegensatz zu den „spektakulären“ Streikformen in den letzten Jahren, wie die Hungerstreiks und Fabrikbesetzungen, organisierte sich die Fiat-Belegschaft durch die offiziellen Strukturen der Gewerkschaft und führte den Streik auf eine ziemlich „konventionelle“ Weise, in dem sie jeden Tag in den Betrieb fuhr, um sich neben die abgeschalteten Maschinen zu stellen oder Streikposten zu organisieren. Die Fiat-Leitung weigerte sich zu verhandeln, während der serbische Staat großen Druck auf die KollegInnen ausübte. Ihnen wurde eine versteckte politische Agenda unterstellt und es wurde behauptet, dass die Fiat-ArbeiterInnen im Vergleich noch privilegiert seien. Trotzdem dauerte der Streik fast einen Monat. Schlussendlich schloss die Gewerkschaftsführung ein Abkommen mit der Geschäftsleitung. Es sieht eine leichte Lohnerhöhung über die nächsten drei Jahre vor, wenn die Gewerkschaft garantiert, in dieser Zeit nicht zu streiken.

Letztlich ist das Ergebnis des Streiks im besten Fall ein Teilerfolg, für den mit dem skandalösen Versprechen, zukünftig keine Streiks zu führen, bezahlt wurde. Doch trotz diesem Verrat der Gewerkschaftsführung sind die weiteren sozialen und politischen Implikationen beträchtlich. Zunächst spiegeln die Forderungen das steigende Selbstbewusstsein der jungen Arbeitsklasse wider, die die Kraft in ihren Armen spürt. Fiat ist nur das größte von vielen ausländische Unternehmen in Serbien, viele kleinere Fabriken sind an seinen Hauptstandort angeschlossen. Der Streik wird eine Inspiration für andere ArbeiterInnen sein. Und zweitens zerstört der Streik die von der herrschenden Klasse verbreitete Illusion, dass die langsame Integration in den Weltmarkt und Auslandsinvestitionen der einzige Weg sind, um einen besseren Lebensstandard zu erreichen.
https://www.derfunke.de/index.php/rubriken/kapital-und-arbeit/2204-streik-bei-fiat-in-serbien (https://www.derfunke.de/index.php/rubriken/kapital-und-arbeit/2204-streik-bei-fiat-in-serbien)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 21:12:11 Di. 26.September 2017
Zitat
26.9.17
Bei VW gibt es viele Probleme, über die nicht geredet wird

Interview mit Andrzej und Sebastian, zwei der Initiatoren der betriebsübergreifenden Kommission der Inicjatywa Pracownicza bei VW in Poznań

Frage: Woher kam die Unzufriedenheit bei VW und die Idee, eine andere Gewerkschaft als die Solidarność zu gründen?

Andrzej: Die Probleme haben sich seit vielen Jahren angestaut. Wir hatten das Gefühl, dass die Solidarność nichts tut. Jedenfalls nicht so viel, wie die Arbeiter erwarteten. Wofür sie kämpfen wollen, was sie mit der Geschäftsführung vereinbaren wollen: das haben sie nie mit der Belegschaft besprochen. Sie haben immer nur gesagt, die Arbeiter würden schon zufrieden sein. An meiner Linie haben zwei Delegierte der Solidarność gearbeitet. Wenn ich sie gefragt habe, was es Neues aus der Gewerkschaft gibt, konnten sie nie irgendwas sagen. sie hatten nie irgendeine Ahnung. Anscheinend wurde von „oben“ der Informationsfluss nach „unten“ verhindert. Die „unten“ wollten sich ja eigentlich nützlich machen. Wir haben gesagt, wenn ihr irgendwelche Probleme habt, dann machen wir einen Protest usw.
(...)
http://ozzip.pl/english-news/item/2300-bei-vw-gibt-es-viele-probleme-ueber-die-nicht-geredet-wird (http://ozzip.pl/english-news/item/2300-bei-vw-gibt-es-viele-probleme-ueber-die-nicht-geredet-wird)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:36:03 Di. 26.Dezember 2017
Der Motor der Automobilindustrie läuft nicht mehr rund.
An verschiedenen Ecken rumpelt es. Besonders interessant wird es dadurch, daß vieles außerhalb der Kontrolle der Gewerkschaften passiert. Ein Ford Streik als wilder Streik in Rumänien. Zum Einen ein weiterer Hinweis darauf, daß die globale Automobilindustrie nicht so unter Kontrolle zu halten ist, wie viele meinen. Zum Anderen ist es ein Anzeichen für wachsende Unruhe im ehemaligen Ostblock.

Zitat
Ford-Belegschaft in Craiova streikt: Gegen die Reform des Sozialsystems durch die rumänische Regierung und gegen den Ausgleich-Tarifvertrag der Betriebsgewerkschaft

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/12/fordstreik-craiova-dezember-2017.jpg)

BandArbeiterInnen streiken bei Ford Craoiva am 22.12.20177Am Donnerstag vor Weihnachten streikten erst einige, dann rund ein Drittel der etwa 4.000 Beschäftigten des Ford-Werkes in Craiova – gegen einen Tarifvertrag, den die Betriebsgewerkschaft mit dem Unternehmen abgeschlossen hatte. Vor dem Hintergrund, dass es in den letzten Tagen in zahlreichen Unternehmen betriebliche Vereinbarungen gegeben hat, mit denen die Reform der Sozialversicherung, wie sie von der sozialdemokratischen Regierung zum 1. Januar 2018 beschlossen wurde, „abgemildert“ werden sollen. Diese Reform bedeutet nichts anders als: Künftig sollen die Beschäftigten ihre Sozialversicherung alleine bezahlen, die Unternehmen werden von ihrem Teil des Beitrags „entlastet“. Was verschiedenen Berichten zufolge eine Lohnkürzung von etwa 22% bedeutet. Betriebsgewerkschaften wie jene beim Autohersteller Dacia (Renault – PSA), aber auch bei Kaufland, haben mit den jeweiligen Unternehmen betriebliche Tarifverträge abgeschlossen, in denen diese Einkommensverluste zum großen Teil ausgeglichen werden, bei Ford sollte das deutlich weniger sein und zudem noch an Bedingungen geknüpft werden. Ob der nun beendete Proteststreik etwas bewirkt hat oder nicht – außer einer Palastrevolution in der Gewerkschaft, deren Vorsitzende gehen musste – wird sich erst noch zeigen müssen.
http://www.labournet.de/?p=125838 (http://www.labournet.de/?p=125838)

https://www.romania-insider.com/ford-workers-romanian-plant-go-strike/ (https://www.romania-insider.com/ford-workers-romanian-plant-go-strike/)
http://www.wsws.org/en/articles/2017/12/23/ford-d23.html (http://www.wsws.org/en/articles/2017/12/23/ford-d23.html)

(https://abload.de/img/fordcxj60.jpg) (http://abload.de/image.php?img=fordcxj60.jpg)

Hintergründe:
Zur antisozialen Politik der rumänischen Sozialdemokratie: http://www.labournet.de/?p=124584 (http://www.labournet.de/?p=124584)
Ein Beitrag zur extrem ungleichen Einkommensverteilung in Rumänien – die höchste in der EU: http://www.labournet.de/internationales/rumaenien/politik-rumaenien/rumaenische-sozialdemokratie-haucht-protesten-neues-leben-ein-unternehmen-sollen-von-sozialabgaben-befreit-werden/?cat=8329 (http://www.labournet.de/internationales/rumaenien/politik-rumaenien/rumaenische-sozialdemokratie-haucht-protesten-neues-leben-ein-unternehmen-sollen-von-sozialabgaben-befreit-werden/?cat=8329)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:57:30 Di. 26.Dezember 2017
Gerade gefunden:

! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=5JU5vLiAx1w#)


Ein 10 Jahre alter Bericht ist auch hilfreich, um sich ein Bild zu machen.
http://www.philipp-lichterbeck.com/reportage/auf-der-aufholspur (http://www.philipp-lichterbeck.com/reportage/auf-der-aufholspur)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 10:25:15 Di. 16.Januar 2018
Aus: Ausgabe vom 16.01.2018, Seite 15   / Betrieb & Gewerkschaft

Union Busting in Russland
Gericht in St. Petersburg verbietet unabhängige Gewerkschaft als »ausländischen Agenten«. Dahinter dürfte die Angst vor sozialen Protesten stecken

Von Reinhard Lauterbach

(http://up.picr.de/31540792rs.jpg)(http://)
Ein Blick auf das abgeschirmte Gelände eines Ford-Werks außerhalb von St. Petersburg (14. Februar 2007)
Foto: ANATOLY MALTSEV/EPA/dpa
Das Stadtgericht von St. Petersburg hat am vergangenen Donnerstag die unabhängige »Überbetriebliche Automobilarbeitergewerkschaft« (MPRA) für aufgelöst erklärt. Es folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die der Gewerkschaft ungesetzliche Tätigkeit, politische Aktivitäten und die Annahme von Geld aus dem Ausland vorgeworfen hatte. Die Gewerkschaft kündigte an, Rechtsmittel einzulegen und ihre Arbeit fortzusetzen, weil sie nicht gesetzeswidrig sei. Unmittelbare Folgen hat das Urteil nicht, weil die einzelnen Betriebsgruppen der Gewerkschaft rechtlich selbständig sind.

Die MPRA war 2007 in einem Montagewerk des Ford-Konzerns in Wsewoloschsk bei St. Petersburg in Erscheinung getreten. Mit spontanen Streiks hatten die organisierten Arbeiter Lohnerhöhungen um elf Prozent und eine Regelung erreicht, die besagt, dass ihre Entgelte stets ein um einen Prozentpunkt mehr steigen als die Inflationsrate. Der Erfolg bei Ford führte dazu, dass sich an anderen russischen Standorten der Fahrzeugindustrie betriebliche Initiativen der MPRA anschlossen. Gegenwärtig hat die Gewerkschaft nach eigenen Angaben etwa 4.000 Mitglieder und ist unter anderem im VW-Werk in Kaluga, einem PSA-Betrieb bei St. Petersburg, aber auch beim russischen Autogiganten Awtowas und bei einem Fahrzeugbauer im sibirischen Omsk aktiv.

Zu den nach Ansicht der Staatsanwaltschaft illegalen Aktivitäten der MPRA gehört zum Beispiel, dass sie Unterschriften für eine Novellierung des Arbeitsgesetzbuches gesammelt hatte. Anlass war eine Rechtslücke, die es privaten Unternehmern erlaubt, die Lohnanpassung an die Inflationsrate zu umgehen. Also gewerkschaftliches Kerngeschäft, ebenso wie eine Protestaktion Anfang dieses Jahrzehnts dagegen, dass Bauarbeiter zwangsverpflichtet wurden, ohne Überstundenzuschläge bei der Errichtung der olympischen Sportstätten in Sotschi zu schuften.

Der Vorwurf der ausländischen Finanzierung beruht auf der Tatsache, dass die MPRA Mitglied in dem internationalen Gewerkschaftsdachverband »Industri-all« mit Sitz in Genf ist. Der Verband, dem auch die IG Metall angehört, umfasst nach Informationen der Gewerkschaften in 100 Ländern der Welt. Die Zahlungen, die der MPRA jetzt angekreidet wurden, betrafen die Kosten für Schulungen in Arbeitsrecht und anderen gewerkschaftlichen Fragen. Die Tatsache der Überweisungen selbst wird von der MPRA nicht bestritten; über ihre Höhe gehen die Angaben auseinander. Während die MPRA von umgerechnet knapp 5.000 Euro in zwei Jahren spricht, nannte die Staatsanwaltschaft höhere Zahlen, die aber laut Gewerkschaft auf einer böswilligen Verwechslung beruhen. Die Behörde habe die Gesamteinnahmen – also einschließlich der Mitgliedsbeiträge – als ausländische Zahlungen eingestuft.

Ins Visier der Ermittler ist die MPRA vermutlich auch wegen ihrer Solidaritätsaktionen im allgemein politischen Bereich geraten: So hatte sie die Proteste der Lastwagenfahrer gegen eine neue Fernstraßenmaut 2015 und Aktionen von Ärzten für höhere staatliche Aufwendungen für das Gesundheitswesen unterstützt. Nichts davon ist nach dem Buchstaben des Gesetzes verboten, auch nicht die Zugehörigkeit russischer gesellschaftlicher Organisationen zu internationalen Verbänden.

Die Schikanen – mehr ist es bisher wohl nicht – zeigen aber doch eine wachsende Nervosität staatlicher Stellen angesichts des in der russischen Gesellschaft heranreifenden Potentials für Sozialproteste. Eine von einem der Kommunistischen Partei nahestehenden Thinktank erarbeitete interaktive Karte von Sozialkonflikten in Russland zeigte für die Jahre 2015 und 2016 rund 500 betriebliche oder überbetriebliche Konflikte, in denen es um soziale Themen ging. Die Nominallöhne sind zwar im wesentlichen stabil geblieben, auch wenn sie in wachsendem Maße verzögert ausgezahlt werden. Aber abgesehen davon sind durch den Preisanstieg infolge des Wegfalls von Lebensmittelimporten seit 2014 die russischen Durchschnittsverdiener inzwischen gezwungen, etwa 60 Prozent ihres Realeinkommens für Nahrungsmittel auszugeben. Vor der Krise war der Anteil halb so hoch. Die Preise in Moskauer Supermärkten lagen 2016 auf dem Niveau deutscher Discounter, waren also für russische Lohnverhältnisse alles andere als niedrig.

Was den Vorwurf der »Agententätigkeit« angeht, so ist natürlich von außen nur schwer feststellbar, was auf den inkriminierten Schulungen tatsächlich gelehrt wurde. Die Webseite von Industri-all ist inhaltlich wenig aussagekräftig. Die russischen Behörden befürchten aber offensichtlich eine Neuauflage der polnischen »Solidarnosc« des Jahres 1980/81, als ebenfalls eine zunächst authentische soziale Protestbewegung schnell durch westliche Geldgeber von der CIA über den Vatikan bis zum DGB instrumentalisiert wurde. Ein weiterer Punkt dürfte hinzukommen: Wenn sich Russland gegenüber ausländischen Investoren – in deren russischen Niederlassungen ist ja die MPRA hauptsächlich tätig – als von rebellischen Betriebsaktivisten »gesäuberter« Standort anpreisen kann, mag das Investitionsentscheidungen positiv beeinflussen.

Quelle

https://www.jungewelt.de/artikel/325427.union-busting-in-russland.html# (https://www.jungewelt.de/artikel/325427.union-busting-in-russland.html#)

Solidarität mit der russischen Automobil Gewerkschaft MPRA

Die KPD NRW erklärt hiermit ihre Solidarität mit der Automobil Gewerkschaft MPRA die in Russland verboten worden ist.
Sie galt als kämpferische Gewerkschaft die schon einige erfolgreiche Streiks ausgefochten hat. Dadurch wurde sie dem russischen Staat ein Dorn im Auge und unter dem Vorwand ausländische Gelder an zu nehmen und politische Arbeit zu machen von diesem verboten. Gewerkschaftliche Arbeit ist jedoch notwendiger Weise eine internationale und politische Arbeit.

Auch wenn das heutige Russland nicht mehr die Sowjetunion ist und der Klassenkampf auch dort wieder auf der Tagesordnung steht, so ist Russland im internationalen Friedenskampf doch unser Verbündeter. So notwendig es für den internationalen Friedenskampf ist Russland – dessen Außenpolitik objektiv dem antiimperialistischen Kampf entspricht – zu unterstützen, so notwendig ist es aber auch die Kommunisten in Russland und die dortige Arbeiterbewegung zu unterstützen, die selbst konsequente antiimperialistische Kämpfer sind. Unser Kampf ist dem Wesen nach international der Form national. Die Arbeiterklasse eines jeden Landes muss mit seiner Kommunistischen Partei an der Spitze die eigene Bourgeosie besiegen. Damit hilft sie den Kommunisten in allen anderen Ländern am Meisten.

(http://up.picr.de/31540810el.jpg)(http://)

Hoch die internationale Solidarität, es lebe der proletarische Internationalismus !

Im Anschluss an unsere Solidaritätserklärung veröffentlichen wir nachstehend die Übersetzung eines Statements der russischen Gewerkschaft selbst. Im Original ist das Statement hier – http://rkrp-rpk.ru/content/view/16890/29/ (http://rkrp-rpk.ru/content/view/16890/29/) – zu finden.

Am 10 Januar 2018 beschloss das Stadtgericht von St -Petersburg die Interregionale Gewerkschaft „Arbeiterassociation“ (MPRA) zu liquidieren. Die Gewerkschaft wurde beschuldigt politisch tätig zu sein, Unterschriften für die Änderung der aktuellen Gesetze zu sammeln und aus ausländischen Quellen finanziert zu werden. Dabei wird MPRA in der Klage noch nicht einmal als „Ausländischer Agent“ betrachtet. Besonders verärgert sind die Staatsmächte darüber, dass die Gewerkschaft MPRA die Lastwagenfahrer unterstützt, die gegen das bekannte Zahlungssystem „Platon“ kämpften. Dies wurde als „politische Tätigkeit“ eingeschätzt.

Das ist der erste Fall in der Geschichte des modernen Russland, in dem eine Gewerkschaft gesetzlich verboten wird. Die Gewerkschaft MPRA ist in Russland und im Ausland durch seinen großen Anklang in der Arbeiterbewegung bekannt. Die Repräsentanten von MPRA werden gegen die gerichtliche Entscheidung klagen. Der Vorsitzende MPRA Alexey Etmanov äußerte sich folgendermaßen:
„Ich hörte heute so viel Blödsinn von Seiten der Staatsanwaltschaft; insbesondere, dass der Kampf für die Änderung des Arbeitsgesetzes eine politische Tätigkeit sei, und keine Angelegenheit der Gewerkschaften. Das ist ein Wahnsinn. Ich kann dies nicht kommentieren. Das alles ist politisch bestellt und wir wissen, wer das alles wollte“.

Alexandr Scherschukow, der Sekretär der Föderation unabhängiger Gewerkschaften Russlands (FNPR), findet folgende Worte:
„Diese gerichtliche Entscheidung enthält einige wichtige Punkte.
Erstens, sie stellt fest, dass MPRA von der ausländischer (internationaler) Organisation ‚Indastriall Union‘ Geld angenommen hat. In diesem Zusammenhang fragen wir: bedeutet das, dass heute die Gewerkschaften genauso wie andere Organisationen vom Gesetz über ausländische Agenten betroffen sind? Wobei die Gewerkschaften traditionell die Rechte und Garantien durch die Internationale Organisation der Arbeit nutzen.
Zweitens, so wie ich es verstehe, nennt die Staatsanwaltschaft die Forderung von MPRA nach einer Gesetzesänderung eine ‚politische Tätigkeit‘. Das ist auch für uns wichtig. Ab jetzt ist jede Position der Gewerkschaften zu Reformen der Arbeitsgesetze eine politische Position und somit verboten.“

Quelle

http://www.kpd-nrw.de/solidaritaet-mit-der-russischen-automobil-gewerkschaft-mpra/ (http://www.kpd-nrw.de/solidaritaet-mit-der-russischen-automobil-gewerkschaft-mpra/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 13:00:02 Di. 16.Januar 2018
Die Arbeiterklasse eines jeden Landes muss mit seiner Kommunistischen Partei an der Spitze die eigene Bourgeosie besiegen.

Die Kommunistische Partei Rußlands ist eine staatstragende Arschkriecherpartei.

Zitat
Unser Kampf ist dem Wesen nach international der Form national.
KPD-NRW. Völlig gaga.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 14:10:59 Di. 16.Januar 2018
- Im heutigen Rußland gibt es verschiedene kommunistische Parteien. Deine Kritik als "staatstragend" mag auf die KPRF zutreffen,die schon längst sozialdemokratisiert wurde.Auf andere kommunistische Parteien trifft das nicht zu und es wurde keine genannt,die an der Spitze die eigene Bourgeoisie besiegen muß.Dieser Schritt und diese Stellung muß sich die Arbeiterklasse und die Partei selbst dort erkämpfen.

- den KPD Landesverband in NRW als "gaga" zu titulieren,weil sie sich in Deinem beanstandenen Satz Karl Marx zitieren,zeugt nur,daß die KPD auf dem richtigem Wege ist  ;D

Es versteht sich ganz von selbst, daß, um überhaupt kämpfen zu können, die Arbeiterklasse sich bei sich zu Haus organisieren muß als Klasse, und daß das Inland der unmittelbare Schauplatz ihres Kampfs. Insofern ist ihr Klassenkampf, nicht dem Inhalt, sondern, wie das "Kommunistische Manifest" sagt, "der Form nach" national. http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm (http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm)

Karl Marx - Kritik des Gothaer Programms


http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm (http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_013.htm)

Im Manifest unter I Bourgeois und Proletarier: Obgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie zunächst ein nationaler. Das Proletariat eines jeden Landes muß natürlich zuerst mit seiner eigenen Bourgeoisie fertig werden.

Karl Marx/Friedrich Engels - Manifest der Kommunistischen Partei

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm (http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm)


selbstverständlch steht es Dir vollkommen frei anderer Meinung als Karl Marx und Friedrich Engels zu sein :baby:
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rudolf Rocker am 14:18:39 Di. 16.Januar 2018
Gäääähnn! Schon wieder Ideen für´s Proletariat von vor 150 Jahren!
Wen interessiert das?  ::)
(Von Theoretikern mal abgesehen! Aber wir suchen ja nach Möglichkeiten, die auch praxistauglich sind!)

Zitat
KPD-NRW. Völlig gaga.
Durchgeknallte Vollpfosten!!!

Screenshot: http://www.kpd-nrw.de/ (http://www.kpd-nrw.de/)

(https://www2.pic-upload.de/img/34668166/KPDNRW.gif) (https://www.pic-upload.de)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 15:17:30 Di. 16.Januar 2018
Jo. Vollkommen daneben. Als ob Nordkorea was mit Freiheit zu tun hätte!
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rudolf Rocker am 15:21:28 Di. 16.Januar 2018
Nordkorea hat nichtmal was mit Kommunismus zu tun. Das scheint bei der KPD- NRW aber noch nicht angekommen zu sein!
Leute die Jong Un abfeiern kann ich nicht ernst nehmen, sorry!
Naja, unbedeutende Kleinsekte! Eigentlich vernachlässigbar aber trotzdem nervig! ;D
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 15:44:53 Di. 16.Januar 2018
Es wird immer mehr O.T., aber einen solchen Scheiß kann man nicht unwidersprochen stehen lassen.
Es nervt aber, sich auf historische Texte und Theoretiker zu berufen, wenn man von der Geschichte keine Ahnung hat.
Den großen revolutionären Führern mag man ja zugestehen, gegen den Kapitalismus gekämpft zu haben, doch Lenin und Mao hatten fürchterliche Angst vor der Macht der Arbeiterklasse und entmündigten sie. Die Macht ging in die Hände der Partei und nicht in die der Arbeiter.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rudolf Rocker am 16:06:14 Di. 16.Januar 2018
Das gleiche passierte ja auch in der Sowjetunion und in der DDR!
Siehe 17. Juni 1953!
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 15:18:32 Mi. 17.Januar 2018
Zitat
Hungerstreik bei VW India
Volkswagen Employees Union fordert Lohnerhöhungen, der Konzern will das Festgehalt reduzieren

Vor gut einem Jahrzehnt ist die indische Tochter von Volkswagen an den Start gegangen, und 2017 hat VW India ein Rekordergebnis erzielt. Jetzt aber gibt es Negativschlagzeilen: Elf Gewerkschafter vom Werk in Pune (Bundesstaat Maharashtra) sind für höhere Löhne in einen unbefristeten Hungerstreik getreten.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076434.volskwagen-hungerstreik-bei-vw-india.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1076434.volskwagen-hungerstreik-bei-vw-india.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 16:03:57 Mi. 17.Januar 2018
Der Arbeitsminister hat den Hungerstreik wohl beendet:
Zitat
16.1.18
(...)
In Pune haben Vertreter der örtlichen „Volkswagen Employees Union“ nach rund 14-monatigen ergebnislosen Verhandlungen einen zwischenzeitlichen Hungerstreik (wir berichteten) beendet. Gestern stand eine weitere Gesprächsrunde zwischen beiden Seiten an. Nach einer Intervention des Arbeitsministers hatten die Gewerkschafter ihre Aktion beendet. Das Thema beschäftigt inzwischen auch die internationale Gewerkschaftsplattform IndustriALL in Genf. „Wir fordern Volkswagen auf, sich schnell auf einen Dialog einzulassen und eine faire Lösung zu finden, bevor die Situation sich verschlimmert“, wird Georg Leutert auf der Homepage von IndustriALL zitiert. Er ist dort zuständig für die Automobilbranche. Inhaltlich geht es um die Einführung eines leistungsabhängigen Bausteins im Entgeltsystem.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213131963/Pune-Portugal-Putin-Stress-im-VW-Reich.html (https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213131963/Pune-Portugal-Putin-Stress-im-VW-Reich.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 23:12:32 Do. 25.Januar 2018
Zitat
25.1.18
18 Prozent mehr – Skoda-Werker wollen am Erfolg teilhaben

Bei der VW-Tochter in Mlada Boleslaw ist ein Streik nicht ausgeschlossen.

Wenn die IG Metall von einem kräftigen Schluck aus der Pulle spricht, dann geht es bei Tarifverhandlungen um Entgelterhöhungen von 5 bis 6 Prozent. Wenn die tschechische Gewerkschaft Kovo die Arbeitgeber zum Tarifpoker bittet, dann liegt die Messlatte bei 18 Prozent. Mit genau dieser Forderung muss sich jetzt das Skoda-Management in Mlada Boleslav auseinandersetzen. Dabei geht es zwar nicht nur um reine Entgelterhöhungen, aber die Forderung hat es dennoch in sich. Denn die tschechischen Mitarbeiter der Traditionsfirma wollen mehr als bisher vom Skoda-Erfolg profitieren. Das Unternehmen eilt seit zweieinhalb Jahren von einem Absatzrekord zum nächsten.

Mit einer ähnlich hohen Forderung (16 Prozent) war im Vorjahr die neugegründete slowakische Gewerkschaft Modern Trade Union an die dortige VW-Tochter herangetreten. Es kam zum Streik und danach zur Einigung. VW konnte immerhin erreichen, dass die Entgelterhöhungen zeitlich gestaffelt bis in den November dieses Jahres hinein erfolgen. Dazu gab es eine Einmalzahlung.

Die Argumente sowohl der slowakischen wie der tschechischen Gewerkschaftsführer ähneln sich. In beiden Ländern spielt die Autoindustrie eine eminent wichtige Rolle. Die gut ausgebildeten Mitarbeiter verdienen deutlich weniger als ihre Kollegen in westlichen Ländern. Und: Es zeichnet sich immer deutlicher ein Mangel an Facharbeitern ab. Denn neben VW und Skoda haben sich auch viele andere Autobauer für die Standorte Tschechien und Slowakei entschieden. Skoda hat deshalb in Mlada Boleslav sogar eine eigene Universität gegründet, um an qualifizierten Nachwuchs zu kommen.

Anders als hierzulande gibt es auch keine starke Einzelgewerkschaft wie die IG Metall. In der Slowakei wurde die etablierte Gewerkschaft bei VW von der Modern Trade Union in kürzester Zeit weggefegt. Gewerkschaftschef Zoroslav Smolinsky legte sich während der Verhandlungen keinerlei verbale Zurückhaltung auf. Er spielte dabei die nationale Klaviatur (als ob die IGM nicht die nationale Klaviatur spielen würde) und erhielt Zustimmung aus der Politik. In Bratislava werden unter anderem der Touareg, der Up und der Audi Q7 gebaut. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Konzernmarken gerade mit den Luxusautos sehr viel Geld verdienen. Die Belegschaft leiste eine exzellente Arbeit, werde aber viel schlechter bezahlt als Kollegen in den westeuropäischen Volkswagen-Werken

Bei Skoda hat die Gewerkschaft noch ein Ass im Ärmel. Die Absatzzahlen der VW-Tochter Skoda sind atemberaubend. Die Tschechen sind die Nummer 1 bei den nach Deutschland importierten Fahrzeugen und zudem stark im osteuropäischen Markt. Die Auslieferungen von Škoda Auto stiegen 2017 wieder um 6,6 Prozent auf 1 200 500 Fahrzeuge. Zum vierten Mal in Folge verkaufte Škoda somit innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Fahrzeuge. Neben dem Bestseller Octavia gehören der Superb sowie die neuen SUVs Kodiaq und Karoq zu den bedeutendsten Wachstumstreibern. Darüber freut man sich zwar im Konzern. Die Marke VW allerdings hat kein geringes Problem damit, dass die Tschechen von ihren Kernkompetenzen profitieren, dabei aber VW-Qualität zum günstigeren Preis anbieten können. Die deutlich niedrigeren Personalkosten sind im Vergleich zu Deutschland oder anderen westeuropäischen Ländern ein enormer Vorteil. Deshalb ist der Forderungskatalog der Gewerkschaft Kovo lang und anspruchsvoll. Klar ist auch: Das Damoklesschwert Streik würde den Überflieger Skoda in schwere Turbulenzen stürzen.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213226915/18-Prozent-mehr-Skoda-Werker-wollen-am-Erfolg-teilhaben.html (https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213226915/18-Prozent-mehr-Skoda-Werker-wollen-am-Erfolg-teilhaben.html)

Dazu  ergänzend via labournet vom 18.9.17:

Zitat
DGB unterstützt tschechische Kampagne für höhere Löhne

Die Löhne und Lebensverhältnisse in der Europäischen Union müssen Schritt-für-Schritt nach oben angeglichen werden. Das forderte DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann am Donnerstag vor 1500 Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern beim "End of Cheap Labour"-Treffen des tschechischen Gewerkschaftsbundes ČMKOS. ČMKOS (deutsch: Böhmisch-mährische Gewerkschaftskonföderation) kämpft mit der Kampage erfolgreich gegen das niedrige Lohnniveau in Tschechien.
(...)
http://www.dgb.de/themen/++co++93c4a472-994f-11e7-94d0-525400e5a74a (http://www.dgb.de/themen/++co++93c4a472-994f-11e7-94d0-525400e5a74a)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 16:44:41 So. 11.Februar 2018
Zitat
Solidarität mit der verbotenen russischen Autogewerkschaft: In einer Branche, wo selbst die Toten arbeiten…

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/02/solidarity_with_ituwa_march_in_moscow.jpg)
Solidarität mit der verbotenen russischen Autogewerkschaft

Im Kampf gegen die Zerschlagung der MPRA und für das legitime Recht auf freie und demokratische Gewerkschaften erklären wir unsere volle Solidarität. Wir rufen zum weltweiten Protest und zur breiten Solidarisierung mit der kämpferischen Gewerkschaftsassoziation MPRA auf. Das Verbot und die Auflösung der MPRA richtet sich gegen ihren erfolgreichen Aufbau in mehreren Automobilbetrieben in Russland, wie bei Ford in Wsjewoloshsk bei Sankt Petersburg, AwtoWAS/ Lada in Toljatti, VW Kaluga und in vielen anderen Betrieben. Ebenso soll das Verbot die kämpferische Gewerkschaftsarbeit der rund 4000 Mitglieder treffen. Bedeutende Streiks, wie bei Ford im Jahr 2007, haben ihnen seit her Respekt und Anerkennung unter einer wachsenden Anzahl Arbeitern verschafft.
...
http://www.labournet.de/?p=127746 (http://www.labournet.de/?p=127746)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:46:13 Di. 13.Februar 2018
Der gewerkschaftliche Widerstand in Deutschland ist gekauft und befriedet.
Die Belegschaften werden weiter gesplittet und prekarisiert.
Das Management verdient sich dumm und dämlich.

Zitat
Zetsche verdient 8,6 Millionen Euro, Pensionsanspruch steigt auf 42 Millionen Euro

Gehaltssprung nach einer Rekordfahrt: Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 8,6 Millionen Euro verdient. Zu seinem Grundgehalt von rund zwei Millionen Euro kommen variable Vergütungen in Höhe von rund vier Millionen Euro hinzu, die für die Erreichung kurz- und mittelfristiger Ziele fällig werden. Hinzu kommt ein Bonus in Höhe von 2,6 Millionen Euro, wie der Daimler-Geschäftsbericht für das Jahr 2017 ausweist. Im Jahr 2016 hatte Zetsche mit 7,6 Millionen Euro noch rund eine Million Euro weniger verdient.

An zweiter Position steht Finanzchef Bodo Uebber mit rund vier Millionen Euro. Personalvorstand Wilfried Porth streicht für 2017 ein Jahressalär von 3,5 Millionen Euro ein. Die Gesamtvergütung der neun Daimler-Vorstände beläuft sich auf rund 33 Millionen Euro.

Tatsächlich zugeflossen sind Zetsche einschließlich der Zahlungen aus den fälligen Bonusprogrammen vergangener Jahre 13 Millionen Euro...
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/dieter-zetsche-daimler-chef-verdient-laut-geschaeftsbericht-2017-8-6-millionen-euro-a-1193243.html (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/dieter-zetsche-daimler-chef-verdient-laut-geschaeftsbericht-2017-8-6-millionen-euro-a-1193243.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 21:03:45 Di. 13.Februar 2018
Die Buttons kann man noch bestellen...  ;D

AUTOMOBILARBEITERKOORDINATION
Klare Kante für 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
Am 2. Dezember haben sich Vertreter der Internationalen Automobilarbeiterkoordination aus Deutschland zu einer bundesweiten Delegiertenversammlung getroffen.

(http://up.picr.de/31820837uc.jpg)(http://)
Die Buttonmotive (foto: iaar)

Ein praktisches Ergebnis war die Herausgabe von vier Buttons und Aufklebern zur 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich. Auf der Homepage der internationalen Automobilarbeiterkoordination heißt es in einem Brief dazu:

 

„Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

… Die Forderung und der Kampf für die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich ist notwendiger denn je. Für die Arbeiterbewegung ist seit ihren Anfängen die Verkürzung der Arbeitszeit ein wesentliches Element, zusammen zu kämpfen, national und international. ...

 

Mit den Buttons und Aufklebern haben wir eine positive Antwort! Der Kampf für die 30 Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich steht:

für den gemeinsamen Kampf gegen Leiharbeit, Befristungen
für den gemeinsamen Kampf über Ländergrenzen, gegen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Verlagerung oder Fusionen
gegen die Folgen der sich anbahnenden Strukturkrise, im Zusammenhang mit der zu begrüßenden Umstellung auf E-Mobilität
 

in dieser Tarifrunde für die Kampfeinheit von Ost und West, gegen die Spaltung mit verschiedenen Tarifen und Arbeitszeiten. Ein Offener Brief aus der Verwaltungsstelle Jena-Saalfeld sagt klar. ‚Wir sind keine Arbeiter zweiter Klasse‘. Für einheitliche Tarifverträge in Ost und West.

 

Diese vier Argumente für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich sind in vier Motiven von Buttons und Aufkleber symbolisch dargestellt. Mit dem Symbol der Sonnen wollen wir ausdrücklich an die gewerkschaftlichen Streiks der 1980-er Jahre anknüpfen und für Gewerkschaften als Kampforganisationen werben. ..."

 

Hier kann der komplette Brief gelesen werden!

https://www.rf-news.de/2017/kw51/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stunden-woche-bei-vollem-lohnausgleich (https://www.rf-news.de/2017/kw51/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stunden-woche-bei-vollem-lohnausgleich)


Buttons und Aufkleber für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich - jetzt bestellen


Die Bestellung bitte an info@iaar.de melden mit Lieferadresse, die Rechnung wird der Sendung beigelegt.

Nähere Infos


http://www.iawc.info/de/2017/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stundenwoche-bei-vollem-lohnausgleich-jetzt-bestellen (http://www.iawc.info/de/2017/buttons-und-aufkleber-fuer-die-30-stundenwoche-bei-vollem-lohnausgleich-jetzt-bestellen)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 06:43:19 Mi. 14.Februar 2018
Kann mal bitte jemand explizit erklären, warum es Unternehmen günstiger kommt 300 Leute 40 Stunden arbeiten zu lassen, statt 480 Leute 25?
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:54:51 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Daimler
Ungarischer Solibesuch bei 24-Stunden-Streik

Bei ihrem 24-Stunden-Warnstreik erhielten die Beschäftigten bei Daimler in Rastatt und Gaggenau einen besonderen Solidaritätsbesuch.


(https://www.rf-news.de/2018/kw07/ungarischer-solibesuch-bei-24-stunden-streik-in-rastatt-und-gaggenau/@@images/image/preview)

Am 5. Februar erschien eine Delegation der Vasas-Gewerkschaft aus dem ungarischen Standort Kecskemét vor Ort.

Besuch mit Fahne und "Pogácsa"

Kecskemét liegt rund 90 Kilometer südöstlich von Budapest. 3.500 Beschäftigte produzieren dort drei Modelle der Kompaktreihe für den Weltmarkt. Die Delegation brachte eine Fahne mit den Unterschriften der Vasas-Vertrauensleute und jede Menge "Pogácsa" (Salzgebäck) mit.

Die ungarischen Kolleginnen und Kollegen wollen sich ein Beispiel an der Kampfbereitschaft der Beschäftigten in der Metalltarifrunde nehmen. Die stellvertretende Vorsitzende der Kecskeméter Vasas-Grundorganisation bei Mercedes Benz, Kitti Besenyi, sagte: "In der zweiten Jahreshälfte 2018 beginnen auch in Kecskemét Lohnverhandlungen. Wir kämpfen darum, nicht länger zu den billigsten Arbeitskräften in Europa zu gehören."
https://www.rf-news.de/2018/kw07/ungarischer-solibesuch-bei-24-stunden-streik-in-rastatt-und-gaggenau (https://www.rf-news.de/2018/kw07/ungarischer-solibesuch-bei-24-stunden-streik-in-rastatt-und-gaggenau)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:21:24 Mi. 14.Februar 2018
Kann mal bitte jemand explizit erklären, warum es Unternehmen günstiger kommt 300 Leute 40 Stunden arbeiten zu lassen, statt 480 Leute 25?

Weil die Rendite dann geringer ausfällt und die Anleger Ärger machen?
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 12:40:55 Mi. 14.Februar 2018
Kann mal bitte jemand explizit erklären, warum es Unternehmen günstiger kommt 300 Leute 40 Stunden arbeiten zu lassen, statt 480 Leute 25?

Wenn es keinen Lohnausgleich geben würde, also man nur den Stundenlohn für 25 Std. die Woche kriegen sollte, dann sollte es keine geringere Redite für den Konzern geben. Ich würde mit Sicherheit mit 25 Std. Autmobilfacharbeiterlohn gut klarkommen und hätte noch ein halbwegs vernünftiges Leben. Ich fürchte, genau das soll verhindert werden.

Es ist eine ideologische Sache: Dieses System will die Alternative eines guten Lebens nicht, sondern allein die Wahl zwischen arbeiten bis zum Umfallen und Armut kombiniert mit Behördenterror.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Rudolf Rocker am 12:51:16 Mi. 14.Februar 2018
Naja, das wären aber 180 Leute mehr, die im Urlaub bezahlt werden, im Krankheitsfall usw.
Das sind ja genau die Kosten die die Arbeitgeber vermeiden wollen, wenn sie Leiharbeiter einstellen.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 14:14:57 Mi. 14.Februar 2018
Dann muß Arbeitgeber eben noch mal neu kalkulieren und bei sich auch Abstriche machen, sonst greift eine Steuer. Aber dazu fehlt ja der poltische Wille.
Deshalb bleibe ich bei meiner Prognose eines schmerzhaften Systemzusammenbruchs.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 14:45:38 Mi. 14.Februar 2018
Zitat
Systemzusammenbruch
Komm doch nicht immer wieder mit dieser Kacke!!

Wenn das System nicht gestürzt wird, wird es weiterexistieren.
Wegen der sich verschärfenden Krisen bereitet man sich darauf vor, die bürgerliche parlamentarische Demokratie durch eine neue Form von Faschismus zu ersetzen. Das politische System wird erneuert, doch das herrschende Wirtschaftssystem bleibt.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Strombolli am 15:18:20 Mi. 14.Februar 2018
Kacke hin, Kacke her, ich sehe weit und breit keine Kraft, die den Kapitalismus mental und logistisch zu stürzen in der Lage ist.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 15:27:47 Mi. 14.Februar 2018
Es gibt zur Zeit keine organisierte Gegenkraft.
Korrekt.

Das ist kein Grund sich an das Gefasel der Internet-Verschwörungsärsche zu hängen.

Die Haltung des "Abwartens" auf den "Zusammenbruch" kotzt mich an!
So macht man es sich leicht. Es befreit einen davon, selbst aktiv zu werden.

Zitat
So düster sich die Weltlage derzeit auch präsentiert, es gibt keinen Grund, in Weltuntergangsstimmung zu verfallen. Auf der einen Seite sieht es so aus, als würde die Bourgeoisie überall fest im Sattel sitzen. Gleichzeitig sitzt sie auf einem Pulverfass, dessen Lunte längst zu brennen begonnen hat. Das Feuer scheint erloschen. Doch unter der fahlen Asche glimmt grimmig die Glut. Es wird den Mächtigen nicht gelingen, diese brennende Lunte auszulöschen. Dafür sorgen allein die gesellschaftlichen Widersprüche, die ausreichend Reibung und Wärme erzeugen, um das Feuer stets von Neuem zu nähren. Das Jahr 2018 hat mit Protesten und Aufständen im Iran begonnen. „Der Druck aus dem Volks ist so gross, dass ihm das Regime nicht standhalten wird“, erklärte ein junger Iraner, der in die Schweiz geflüchtet war, hoffnungsvoll im Interview mit einer grossen Boulevard-Zeitung (www.blick.ch/news/ausland/iranischer-regime-gegner-nima-pour-jakub-30-ueber-die-proteste-das-ist-der-anfang-vom-ende-id7796642.html (http://www.blick.ch/news/ausland/iranischer-regime-gegner-nima-pour-jakub-30-ueber-die-proteste-das-ist-der-anfang-vom-ende-id7796642.html)).
Rainer Thomann
 
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:10:27 Fr. 16.Februar 2018
Jetzt kriegt VW (Skoda)  Gegenwind in Tschechien:
http://www.bursa.ro/angajatii-skoda-ameninta-cu-proteste-pe-fondul-nemultumirilor-salariale-340884&s=print&sr=articol&id_articol=340884.html (http://www.bursa.ro/angajatii-skoda-ameninta-cu-proteste-pe-fondul-nemultumirilor-salariale-340884&s=print&sr=articol&id_articol=340884.html)
(Übersetzung mit Hilfe von Google Translate)

Zitat
Skoda-Arbeiter drohen inmitten von Tarifverhandlungen mit Protesten

BURSA 15.02.2018. Die Gewerkschaften bei Skoda in der Tschechischen Republik haben heute bekannt gegeben, dass sie das Lohnangebot des Autoherstellers abgelehnt haben und die Vorbereitungen für einen möglichen längeren Streik begonnen haben, sagte Agerpres Reuters.

     Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter legten die Einzelheiten des Angebots nicht vor, sagten aber, dass der Erhöhungsvorschlag nur die Inflationsrate von über 2% abdeckte und die Arbeitnehmer eine Änderung des Arbeitsplans akzeptieren mussten.

     "Das Lohnwachstumsangebot ist zu diesem Zeitpunkt gleich Null, da Skodas anfängliche lächerliche Vorschläge auf der Einführung eines atypischen Arbeitsprogramms basieren", heißt es in einer gewerkschaftlichen Erklärung

     Ein Sprecher von Skoda, einer Tochter des deutschen Volkswagen Konzerns, lehnte es gleichzeitig ab, sich zu den Verhandlungen zu äußern. Der Verwaltungsrat wird die Situation am 19. Februar überprüfen.

     Skoda, die profitabelste Marke von Volkswagen, erzielte erneut ein Rekordergebnis für das Jahr 2017. Der weltweite Absatz stieg um 6,6% auf 1,2 Millionen Fahrzeuge.
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 22:45:05 Di. 20.Februar 2018
Zitat
Jetzt kriegt VW (Skoda)  Gegenwind in Tschechien:


Laut dem Pressefuzzi von Skoda, Jens Katemann, gibt es nun folgendes Angebot:

20.2.18
Skoda bietet Gewerkschaft Lohnsteigerung von insgesamt 15% an. Tariferhöhung in vier Stufen über 27 Monate. Höhere Leistungszulage. Plus außerordentliche Zahlungen von insgesamt 25000 CZK über Laufzeit zusätzlich zum normalen Bonus.
https://twitter.com/katemann_jens/status/966043421646389248

Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 22:39:40 Mi. 28.Februar 2018
Zitat
23.2.18
Skoda: Gewerkschaft bereitet groß angelegte Streiks vor

Nachdem Gewerkschaftsvertreter das jüngste Gehaltangebot des Skoda-Managements abgelehnt haben, droht dem tschechischen Autobauer nunmehr ein Streik.
(...)
https://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/skoda-gewerkschaft-bereitet-gross-angelegte-streiks-vor-391.html (https://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/skoda-gewerkschaft-bereitet-gross-angelegte-streiks-vor-391.html)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 21:23:04 Do. 22.März 2018
Zitat
22.3.18
Im Tarifstreit will die tschechische VW-Tochter Skoda Streiks mit einer satten Lohnerhöhung von 8,3 Prozent verhindern. Die Arbeitnehmer wollen jedoch deutlich mehr.
(...)
Gewerkschaftschef Jaroslav Povsik hatte mit einem zehntägigen Streik im Mai gedroht, falls keine Einigung erreicht werde. Die Arbeitnehmervertreter streben ein zweistelliges Lohnplus an.
(...)
https://www.automobilwoche.de/article/20180322/NACHRICHTEN/180329964/vw-tochter-skoda-will-streik-mit-kraeftigem-lohnplus-abwenden (https://www.automobilwoche.de/article/20180322/NACHRICHTEN/180329964/vw-tochter-skoda-will-streik-mit-kraeftigem-lohnplus-abwenden)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 22:46:22 Sa. 07.April 2018
Die Androhung eines Streiks und Beharrlichkeit scheinen bei Skoda sehr gute Früchte zu tragen:

Zitat
6.4.18
Die tschechische VW-Tochter Skoda hat sich mit der Gewerkschaft Kovo geeinigt. Beide Seiten hatten wochenlang um einen Abschluss gerungen.

Die Beschäftigten der tschechischen VW-Tochter Skoda erhalten zwölf Prozent mehr Geld. Die Gewerkschaft Kovo teilte am Freitag mit, sie nehme das jüngste Angebot der Arbeitgeber an.
http://creditreform-magazin.de/2018/04/06/handelsblatt-news/handelsblatt/mitarbeiter-von-skoda-erhalten-zwoelf-prozent-mehr-geld/ (http://creditreform-magazin.de/2018/04/06/handelsblatt-news/handelsblatt/mitarbeiter-von-skoda-erhalten-zwoelf-prozent-mehr-geld/)
Titel: Re:Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 23:01:38 Di. 07.August 2018
Zitat
7.8.18
VW-Arbeiter im Werk Kaluga begannen „italienischen Streik“

In der Automobilfabrik Volkswagen Group Rus in Kaluga hat ein „italienischer Streik“ begonnen. Arbeiter verlangsamten die Produktion, indem sie alle Arbeitsvorschriften sorgfältig beachten und regelkonform ausführen, berichtete die Gewerkschaft MPRA, die etwa tausend Mitarbeiter von VW als Mitglieder zählt, auf ihrer Facebook-Seite,

Logistik-Mitarbeiter an den Montagebändern begannen am 6. August aus Protest gegen den Abzug von Arbeitsplätzen im Rahmen von Outsourcing-Maßnahmen die Arbeitsvorschriften streng einzuhalten. „Sie reduzierten die Laufgeschwindigkeit der Montagebänder von 10 auf 5 km pro Stunde, so wie es durch die Arbeitssicherheitsregeln vorgeschrieben ist“, heißt es im Bericht der Gewerkschaft.
(...)
https://www.russland.capital/vw-arbeiter-im-werk-kaluga-begannen-italienischen-streik (https://www.russland.capital/vw-arbeiter-im-werk-kaluga-begannen-italienischen-streik)
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:16:06 Mo. 31.Dezember 2018
Zitat
Hyundai-Beschäftigte protestieren gegen Pläne für Niedriglohn-Fabrik

SEOUL (dpa-AFX) - Pläne für eine Niedriglohn-Autofabrik in der südkoreanischen Stadt Gwangju haben die Gewerkschaft beim Volkswagen-Rivalen Hyundai auf die Barrikaden getrieben. Etwa 80 000 Beschäftigte bei Hyundai Motor und dessen Schwesterfirma Kia Motors legten am Donnerstag bei einem Warnstreik für vier Stunden ihre Arbeit nieder. Damit wolle man gegen das "Gwangju-Modell" protestieren, sagte der für die Autoindustrie zuständige Exekutivdirektor bei der koreanischen Gewerkschaft der Metallarbeiter (KMWU), Ha Young Chul.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/hyundai-beschaeftigte-protestieren-gegen-plaene-fuer-niedriglohn-fabrik-6910914
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:00:13 Do. 17.Januar 2019
Zulieferer für General Motors (GM), Ford und Fiat-Chrysler...

Zitat
70.000 (Autozulieferer) im Streik in den Maquiladora-Sonderwirtschaftszonen im Norden Mexikos: Selbstorganisiert

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/01/mexiko_maquilasreik_14.1.2019.jpg)

Das Phantom ist wieder da:
Maquiladoras in Nordmexiko von 70.000 bestreikt - ohne Gewerkschaft...

Mindestens 70.000 Arbeiter aus 45 Fabriken – darunter viele Zulieferer für die Automobilhersteller General Motors (GM), Ford und Fiat-Chrysler – sind in der US-mexikanischen Grenzstadt Matamoros in einen wilden Streik getreten. Der Streik ist eine Rebellion gegen die Zuständen in den so genannten „maquiladora“ Produktionsbetrieben und gegen die unternehmerfreundlichen Gewerkschaften. In den 3.000 „maquiladora“-Fabriken, die auf der mexikanischen Seite der Grenze liegen und 65 Prozent der mexikanischen Exporte ausmachen, ertragen über 1 Million Arbeiter niedrige Löhne und Ausbeutung. (…) Auf einer Generalversammlung am Samstag beschlossen die Arbeiter den Streik. Die 2.000 Anwesenden wandten sich dabei gegen die verhasste Gewerkschaft der Arbeiter und Industriearbeiter der Maquiladora-Industrie (SJOIIM) und vereinbarten, Vertreter aus ihren Fabriken zu wählen, um ihren Kampf außerhalb der Kontrolle der Gewerkschaft zu führen. Nach dem Treffen besuchten Streikende jedes Werk, um ihre Kolleginnen und Kollegen herauszurufen und rot-schwarze Banner an geschlossene Werke zu hängen – das traditionelle mexikanische Symbol für eine Fabrikbesetzung. Trotz der Anweisung der Gewerkschaft, bis Mittwoch am Arbeitsplatz zu bleiben, strömten Gruppen von Arbeitern durch die Stadt, um die Eingänge zu den geschlossenen Werke zu blockieren und Tag und Nacht Streikwache zu halten. Die Arbeiter haben auch gemeinsame Streikcafés und andere Anlaufstellen für Streikende eingerichtet…
http://www.labournet.de/?p=142790
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:58:59 Do. 24.Januar 2019
Zitat
Audi-Mitarbeiter in Ungarn wollen eine Woche streiken

Seit dem frühen Donnerstagmorgen steht die Produktion von Audi in Györ still: Die Gewerkschaft hat zum Streik aufgerufen, um Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen.


(https://www.handelsblatt.com/images/streiks-bei-audi-in-ungarn/23903980/3-format2020.jpg)
Audi Hungaria ist mit seinem Werk in Györ, 100 Kilometer westlich von Budapest, der größte ausländische Investor in Ungarn.

GyörTausende Mitarbeiter des deutschen Autoherstellers Audi sind am ungarischen Produktionsstandort Györ in einen einwöchigen Streik getreten. Der Ausstand begann wie geplant am Donnerstag um 06.00 Uhr, wie ein führender Vertreter der Unabhängigen Gewerkschaft bei Audi Hungaria (AHFSZ) bestätigte. Die Produktion stehe seitdem still, fügte er hinzu.

Zu dem Streik hatte die AHFSZ aufgerufen, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitnehmervertretung verlangt eine Steigerung der Löhne um 18 Prozent und um mindestens 75 000 Forint (236 Euro). Die Unternehmensführung hatte Lohnerhöhungen von jeweils zehn Prozent in diesem und im nächsten Jahr angeboten. Die Gewerkschaft hatte mit einem zweistündigen Warnstreik am vergangenen Freitag ihre Kampfbereitschaft signalisiert.

Audi Hungaria ist mit seinem Werk in Györ, 100 Kilometer westlich von Budapest, der größte ausländische Investor in Ungarn. Die Ingolstädter haben seit der Einweihung des Produktionsstandortes 1993 fast sechs Milliarden Euro investiert. 2017 liefen in Györ 105 000 Fahrzeuge und fast zwei Millionen Motoren vom Band. Zum 31. Dezember 2017 waren dort 12 307 Mitarbeiter beschäftigt.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autohersteller-audi-mitarbeiter-in-ungarn-wollen-eine-woche-streiken/23903966.html?ticket=ST-1978382-01fHcfYEVLlFCM6XMZLi-ap3
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:55:10 Mi. 30.Januar 2019
Zitat
Streik in Motorenwerk in Ungarn
Bei Audi stehen die Bänder still

(https://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/sendungsbild-455989~_v-videowebl.jpg)

Ein tagelanger Streik im ungarischen Motorenwerk Györ hat das Audi-Werk in Ingolstadt lahmgelegt. Einige tausend Fahrzeuge können nicht produziert werden, weil die Motoren fehlten, sagte ein Sprecher.
https://www.tagesschau.de/inland/audi-ingolstadt-ungarn-101.html
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 19:14:56 Mi. 30.Januar 2019
Zitat
30.1.19
Streik bei Audi in Ungarn beendet

Der einwöchige Arbeitskampf der Audi-Mitarbeiter in Györ legte die Produktion im Stammwerk in Ingolstadt lahm, auch VW und Porsche waren betroffen. Jetzt ist der Tarifstreit beigelegt – die Beschäftigten bekommen 18 Prozent mehr Geld. (...)
http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Streik-bei-Audi-in-Ungarn-beendet-Zwangspause-in-Deutschland-bei-VW-Audi-und-Porsche-bald-vorueber
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 19:29:11 Mi. 30.Januar 2019
Die ungarischen Kollegen haben eine 18%ige Lohnerhöhung gefordert und haben 18% mehr Lohn bekommen. Nicht in 3 Jahren sondern ab sofort. Man muß nur die Produktion so lange lahmlegen, bis es dem Konzern spürbar wehtut.
Zitat
Das Unternehmen habe der geforderten Lohnerhöhung um 18 Prozent zugestimmt, teilte die Gewerkschaft AHFSZ am Mittwoch mit. Audi betonte, die Produktion in Györ werde jetzt rasch wieder hochgefahren. Aber im Stammwerk Ingolstadt könnten die Bänder mangels Motoren frühestens an diesem Montag wieder anlaufen - bis dahin herrscht weiter Zwangspause.
https://www.welt.de/regionales/bayern/article187999219/Streik-im-Audi-Motorenwerk-Gyoer-beendet.html
 :)    :D     ;D

Daran sollten die Arbeiter sich hierzulande orientieren! Daran können sie den Wert der hiesigen gewerkschaftlichen Abschlüsse beurteilen.
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 20:37:01 Mi. 30.Januar 2019
Bei Audi in Deutschland geht es jetzt um die Weiterzahlung des Lohnes während der Ausfallzeiten!
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: counselor am 18:29:14 Do. 31.Januar 2019
Zitat
Györ - Streik mit vollem Erfolg beendet: Audi erfüllt die Forderungen zu 100 Prozent

Gestern abend, am Mittwoch, dem 30. Januar 2019, hat die Gewerkschaft AHFSZ nach Verhandlungsabschluss um 18 Uhr den fast einwöchigen Streik bei Audi in Györ beendet. Die Kolleginnen und Kollegen haben ihre Forderung nach einer 18-prozentigen Lohnerhöhung für 2019 voll durchgesetzt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis, zum entschlossenen Kampf und zu der großen Solidarität!

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw05/streik-mit-vollem-erfolg-beendet-audi-erfuellt-die-forderungen-zu-100-prozent
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:13:06 Do. 31.Januar 2019
Zitat
Trotz Ende des Streiks :
Weiteres Audi-Werk steht still

Der Streik im ungarischen Motorenwerk Györ ist zwar beendet – doch die Auswirkungen wirbeln weiterhin die gesamte Produktion des VW-Konzerns durcheinander. Nun trifft es ein weiteres Werk.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/trotz-streik-ende-weiteres-audi-werk-steht-still-16017678.html

Hahaha!
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:47:02 Sa. 09.Februar 2019
Zitat
Die bisherigen Erfolge der Maquilastreiks in Nordmexiko mobilisieren über Autozulieferer hinaus: Weitere Belegschaften in den Streik getreten

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/02/Matamoros-Demo.jpg)

Demonstration der Streikenden in Nordmexiko am 31.1.2019 - gegen die Unternehmen und die Gewerkschaft...Auch wenn die Zahlen von Bericht zu Bericht leichte Schwankungen enthalten, bliebt festzuhalten, dass über 40 der ursprünglich bestreikten 48 Unternehmen der Auto-Zulieferer-Branche inzwischen die Forderungen der Belegschaften erfüllt haben, nach einer Lohnerhöhung um 20% (klingt nach viel, ist aber bei einem Stundenlohn von knapp einem Dollar mehr als bescheiden) und einem Jahresbonus von rund 1.600 Dollar. Und auch wenn viele Berichte in bürgerlichen Medien – sei es aus Unkenntnis oder bösem Willen – vermelden, gewerkschaftliche Forderungen seien erfüllt worden, wird immer wieder deutlich, dass es eine „klassische“ selbstorganisierte Streikbewegung ist, die sich da entwickelt hat und weiter entwickelt.
http://www.labournet.de/?p=143936
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 21:53:20 Di. 12.März 2019
Zitat
12.3.19
Audi-Streik beflügelt weitere Belegschaften zum Kampf

Die ungarische Tageszeitung Népszawa berichtete in der letzten Woche, dass der erfolgreiche Streik der 10.000 Kolleginnen und Kollegen bei Audi in Ungarn die Belegschaften in einer Reihe von Automobilzulieferbetrieben mobilisiert hat, ebenfalls offensive Forderungen nach Lohnerhöhung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erheben. (...)
https://www.rf-news.de/2019/kw11/audi-streik-befluegelt-auch-andere-belegschaften-zum-kampf
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Fritz Linow am 23:53:41 Fr. 15.März 2019
Zitat
15.3.19
Ford will mehr als 5000 Stellen streichen

Die Sparmaßnahmen von Ford kommen für Autoexperten nicht überraschend. Trotzdem wird bezweifelt, ob der Stellenabbau zur Rettung von Ford ausreichend ist.(...)
https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/sparmassnahmen-ford-will-mehr-als-5000-stellen-streichen

Ford wird sicherlich weiter bestehen. Ford hat schon so manche Krise überstanden, wie zum Beispiel 1932 beim Ford Massacre. Bedrückende Filmaufnahmen vom Kampf gegen Ford gibt es hier:

Detroit Workers News Special 1932: Ford Massacre (1932)
https://www.youtube.com/watch?v=HFEskpjPbfE

Wenn von "Rettung" die Rede ist, dann geht es zumeist um irgendwelche Arschlöcher.

Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 09:46:13 Sa. 16.März 2019
Ford Massacre (1932)

Danke.
(Ein kleiner Wermuthstropfen war, daß der Film in einer anderen Geschwindigkeit eindigitalisiert worden ist, als man ihn damals projiziert hat. Dadurch sind alle Bewegungen zu hektisch.)
Solche Bilder direkt vom Geschehen habe ich noch nie gesehen.
Sie haben mir die Tränen in die Augen getrieben.
Ein Massaker verübt von der Polizei an demonstrierenden Erwerbslosen.
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 20:36:52 Mi. 10.April 2019
Zitat
Nach Urteil des Bremer Landesarbeitsgerichts
Mercedes drohen Millionennachzahlungen an Schichtarbeiter

Das Bremer Landesarbeitsgerichts hat einem Daimler-Mitarbeiter Recht gegeben. Er hatte gegen unterschiedlich hohe Schichtzulagen geklagt. Wieso dieses Urteil nun Auswirkungen für die ganze Branche haben kann.


Auf Mercedes kommen Nachzahlungen in Millionenhöhe für die Schichtmitarbeiter im Bremer Werk zu. Denn das Bremer Landesarbeitsgericht hat am Mittwochmorgen einem Bremer Mercedes-Mitarbeiter Recht gegeben, der wegen unterschiedlicher Schichtzulagen geklagt hatte. Der Angestellte arbeitet in der Dauernachtschicht. Dafür erhält er einen Schichtzuschlag von 15 Prozent auf seinen Lohn.

Wer aber nur unregelmäßig nach 22 Uhr im Mercedes-Werk am Montageband steht oder sonst wie in den Hallen beschäftigt ist, dessen Nacharbeit wird mit einen Zuschlag von 50 Prozent entlohnt. Das wollte der Mitarbeiter nicht mehr länger hinnehmen und reichte im Sommer 2016 eine Klage ein. Unterstützt wurde er dabei von der IG Metall.

Mercedes-Schichtarbeiter erhält nun 30.000 Euro

Das Urteil kann für den Konzern teuer werden, auch wenn das Gericht bei der Bezahlung nicht ganz der Argumentation des Arbeitnehmers gefolgt ist. So wollte der Mitarbeiter monatlich 960 Euro durch die unterschiedliche Bezahlung geltend machen; seitdem er die Klage eingereicht hat, wäre so ein Betrag von etwa 30.000 Euro zusammengekommen. Nach Angaben der IG Metall hat das Gericht aber aufgrund anderer Berechnungen einen monatlichen Betrag von knapp 700 Euro zugrunde gelegt. Das bedeutet nun immer noch eine Summe von knapp 22.000 Euro. Im Laufe des Verfahrens hatte Daimler seinem Angestellten wiederum eine Einmalzahlung von 25.000 Euro geboten. Die Bedingung: Er müsse die Klage zurückziehen.

Dieses Angebot lehnte er aber ab, wie die IG Metall Bremen berichtete und schlug grundsätzlich einen Vergleich aus. „Daraufhin hat der Vertreter von Daimler gedroht, die Nachtschicht abzuschaffen, das Werk zu schließen und Arbeit in ein ungarisches Werk zu verlagern“, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Bremen, Volker Stahmann, bereits vor der Urteilsverkündung.

Im Vorfeld wollte sich Daimler zu dem Fall auf Nachfrage des WESER-KURIER nicht äußern. Der Konzern wies lediglich darauf hin, dass die Höhe der Schichtzuschläge in den jeweiligen Tarifverträgen festgeschrieben sei. Und diese seien mit der IG Metall ausgehandelt worden.

Tarifvertrag muss nun nachverhandelt werden


Doch Stahmann bezeichnete den Bestandteil der Tarifverträge als „uralt“. Sie seien vor vielen Jahrzehnten aufgenommen worden. „Damals ging man davon aus, dass sich der Körper bei regelmäßiger Nachtarbeit anpasst“, sagt er. Heutzutage sei das aber widerlegt. In der vergangenen Tarifrunde 2018 hatte die IG Metall eine Schichtzulage von 30 Prozent gefordert – unabhängig von der Regelmäßigkeit der Nachtarbeit. Die Gewerkschaft konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Das Bremer Gericht erklärte mit seinem Urteil nun die tarifvertragliche Regelung des Manteltarifvertrags der Metallindustrie für das Unterwesergebiet in der Fassung vom 17. Dezember 2018 für unwirksam. Das bedeutet, dass Arbeitgeber und IG Metall in diesem Punkt für den Manteltarifvertrag nachverhandeln müssen.

Stahmann sagte zu den Nachtschichten grundsätzlich: „Es macht für einen Menschen keinen Unterschied, ob man regelmäßig oder unregelmäßig in der Nachtschicht arbeitet.“ In der unterschiedlichen Bezahlung sieht er einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot. Gestützt wird er bei seiner Ansicht vom Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Das hatte vergangenen März für einen Fall aus der Textilbranche entschieden, dass regelmäßige und unregelmäßige Schichtarbeit gleich bezahlt werden müssen. Die aktuelle Regelung, schrieb das BAG in der Urteilsbegründung, würde regelmäßige Schichtarbeiter „gleichheitswidrig schlechter“ stellen. Laut Stahmann habe das Bremer Gericht bei der Verhandlung Mitte Januar nun durchblicken lassen, dass es für den Daimler-Mitarbeiter ähnlich ausgehen könnte.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall sah vor der Urteilsverkündung zwischen der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts für die Textilindustrie und dem nun verhandelten Fall des Daimler-Mitarbeiters einen Unterschied. Es liege eine andere rechtliche Ausgangslage zugrunde, teilt ein Sprecher mit. „Sollte das Landesarbeitsgericht Bremen dies anders sehen und ähnlich entscheiden wie das Bundesarbeitsgericht, werden wir intensiv prüfen, hiergegen Rechtsmittel einzulegen.“

Keine Revision vor dem Bundesarbeitsgericht möglich

Doch das Gericht folgte in seinem Urteil eher der Argumentation der Gewerkschaft. In der Urteilsbegründung hieß es: „Nach bisherigem Kenntnisstand in der Arbeitsmedizin kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Belastungen einer Nachtarbeit von fünf oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen gesundheitlich geringer sind als die Belastungen von Nachtarbeit an weniger als fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Die Belastung und Beanspruchung der Beschäftigten steigt nach bisherigem Kenntnisstand in der Arbeitsmedizin durch die Anzahl der Nächte pro Monat und die Anzahl der Nächte hintereinander, in denen Nachtarbeit geleistet wird. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten sollte daher möglichst gering sein.“

Da die dritte Kammer des Bremer Landesarbeitsgerichts mit seiner Entscheidung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts folgt, hat sie eine Revision in Erfurt nicht zugelassen.

Das nun in Bremen gefällte Urteil könnte nach Auffassung der IG Metall fast alle Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland betreffen. Wie viele Mitarbeiter davon profitierten, sei aber noch unklar, da nicht in jedes Unternehmen eine Nachtschicht habe, sagt Stahmann. Auch gebe es etwa in den Tarifverträgen für Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen schon Regelungen, wonach regelmäßige und unregelmäßige Nachtarbeit gleich bezahlt wird.

3400 Bremer Mercedes-Mitarbeiter folgen dem Urteil


Im Bremer Mercedes-Werk haben seit November etwa 3400 Mitarbeiter ihre Ansprüche auf höhere Zuschläge angemeldet. Das betrifft nicht nur die Mitarbeiter der Nachtschicht, sondern auch die, die regulär länger als 20 Uhr arbeiten. Sollten ihnen allen seitdem 960 Euro pro Monat an nicht gezahlten Zuschlägen zustehen, würde das für Daimler nun eine Millionennachzahlung bedeuten.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-mercedes-drohen-millionennachzahlungen-an-schichtarbeiter-_arid,1821224.html
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 11:51:49 Mi. 17.April 2019
Zitat
Die Streikbewegung in Nordmexiko:
Entwicklung, Stand und Konsequenzen


Die Streiks stellen in verschiedener Hinsicht eine Besonderheit dar: Erstens begannen sie als sogenannte „wilde“ Streiks, also ohne Aufruf einer Gewerkschaft. Das ist auch deswegen entscheidend, weil die Tendenzen zur Selbstorganisation in Form von Räten, unabhängigen Gewerkschaften oder Komitees neue Perspektiven für die mexikanische und die gesamtamerikanische Arbeiterbewegung bieten. Zweitens beziehen sie sich auf die Politik von Staatspräsident López Obrador (oft AMLO genannt) und seine Partei Morena, sind also durchaus als politische Streiks zu betrachten, denn sie fordern die Einhaltung des Gesetzes zum Mindestlohn, es geht also um mehr als um einen klassischen Tarifstreit. Drittens haben sie mehrere Ausweitungen erfahren, sind tendenziell grenzüberschreitend und haben damit, wenn auch teilweise indirekt, Globalisierung, Freihandel und Migration zum Thema. Und viertens war die spontane Bewegung erfolgreich.
http://www.labournet.de/?p=147538

(https://lateinamerika-nachrichten.de/wp-content/uploads/2019/04/DSC00323_bearb_02.jpg)
“Keine ist frei, bis wir es alle sind” Der Frauenkampftag am 8. März in Mexiko-Stadt
bezieht sich auch auf die Kämpfe in der Maquila-Industrie
Titel: Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
Beitrag von: Kuddel am 09:48:18 Sa. 15.Juni 2019
Zitat
Südkorea
Streik für verbessertes Lohnangebot


Rund 1.800 Bandarbeiter bei Renault Samsung in Busan traten am vergangenen Freitag in den Streik, so dass statt 900 nur 41 Fahrzeuge hergestellt wurden. Ein Lohnabkommen zwischen der Geschäftsleitung und der Gewerkschaft im vergangen Monat hatten die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter abgelehnt. Statt dem angebotenen Bonus für 2018 von 12 Millionen Won (ca 9.000 Euro) fordern sie die Erhöhung des Grundlohns.
https://www.rf-news.de/2019/kw24/streik-fuer-verbessertes-lohnangebot