Autor Thema: USA: Der Untergang  (Gelesen 4092 mal)

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3536
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
USA: Der Untergang
« am: 21:03:59 So. 13.Juli 2008 »
Sonntag, 13. Juli 2008

In den USA dreht sich die Abwärtsspirale immer schneller.
Fast alle Banken sind pleite. Die Autokonzerne bankrott. Die Airlines am Ende. Das Öl auf Rekordhoch. Der Dollar auf Rekordtief.  

Die Liste des Schreckens könnte beliebig weiter geführt werden. Doch letztlich hat alles nur einen einzigen Grund: Überschuldung.

In den USA sind seit 2006 über 260 Hypothekenfinanzierer Bankrott gegangen. Letzten Freitag traf es die größte unabhängige Hypothekenbank IndyMac.

Die Kreditkrise löst eine Tsunamiwelle nach der anderen aus. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das US-Finanzsystem kollabiert und das Vertrauen in die US-Staatsschulden schwindet. Immerhin schieben die USA derzeit einen Schuldenberg von ca. 10 Billionen Dollar vor sich her (32000 $ pro Kopf). Und dieser Schuldenberg wird jeden Tag größer, ja er explodiert regelrecht.

Die 10 Billionen Dollar sind allerdings nur die öffentlich sichtbaren Schulden. Kritiker gehen davon aus, dass der tatsächliche Schuldenberg der USA weitaus höher ist. Dieser soll sagenhafte 60 Billionen Dollar betragen. Dieser unsichtbare Teil des Schuldenberges besteht   aus den versteckten Staatsschulden, welche  sich aus der Höhe der zukünftigen Verpflichtungen aus Pensionen für Militär- und Staatsangestellte sowie dem staatlichen Gesundheitsprogramm Medicare ergeben.

Die USA wandelten sich in den letzten Jahrzehnten vom größten Gläubiger zum größten Schuldner der Welt. Die Schulden wurden zum großen Teil von Ausländern finanziert. Jeder Dollar Wirtschaftswachstum wurde in der »stärksten Wirtschaftsmacht der Erde« mit fast fünf Dollar Neuverschuldung erkauft. Wie lange wird das so weiter gehen?

1,7 Milliarden Dollar neue Schulden täglich

Derzeit machen die USA 1,7 Milliarden Dollar neue Staatsschulden pro Tag. Zusammen mit dem Defizit aus der Leistungsbilanz müssen also täglich über vier Milliarden Dollar Kapital angelockt werden, um die Löcher aus diesem Defizit zu stopfen.

Der Chef des US-Rechnungshofes, David M. Walker, stellte bereits 2007 der Bilanz des Staatshaushaltes wegen intransparenter  Daten kein Testat aus. Zudem warnte er  vor dem Bankrott der USA und verglich die aktuelle Situation Washingtons mit dem Niedergang des Römischen Reiches.

Vor diesem Hintergrund ist es ein Wunder, dass überhaupt noch US-Anleihen gekauft werden. Doch die Schuldenlast drückt nicht nur den Staat sondern auch jeden Einzelnen. Das Individuum ist ausgequetscht bis zum letzten Cent. Der private Schuldenberg der US-Konsumenten (Hypotheken, Konsumkredite, Autokredite, Kreditkarten etc.) betrug Ende 2007 sagenhafte 14 Billionen Dollar. Staatliche Schulden und private Schulden zusammengerechnet kommt also jeder US-Bürger auf ca. 70000 Dollar - vom Baby bis zum Greis. Es dürfte jedem klar sein, dass diese Summe niemals zurückgezahlt werden kann.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Gläubiger  mehr Zinsen sehen wollen, oder gar ganz vom Kauf von US-Anleihen absehen. Eine Tendenz, die derzeit beim Dollar sichtbar wird. Wer sollte auch US-Anleihen kaufen, wenn er allein innerhalb von 24 Stunden 2 Prozent an der Währung verliert? Wer will Dollar kaufen, wenn er zusehen muss, wie Rohstoffe und Edelmetalle von Rekord zu Rekord eilen - sprich die Währung Tag für Tag an Kaufkraft einbüßt?

General Motors - Symbol für die USA

Die desolate Situation des ganzen Landes spiegelt sich in der Verfassung eines Unternehmens wider, welches symbolhaft für Amerika steht: General Motors - einst das größte und mächtigste Industrieunternehmen weltweit. Nicht von Ungefähr hieß es früher: General Motors ist nicht irgendeine Company, General Motors ist Amerika. Die protzigen Autos mit der berühmten Heckflosse waren Symbol und Sinnbild für ein kraftstrotzendes Amerika, dem Land der ungebremsten Möglichkeiten.

Doch von General Motors ist nicht mehr viel übrig. Die Autos stehen mit angezogener Handbremse in den Showrooms, der Verkauf ist zum Erliegen gekommen. Die Börsenkapitalisierung von GM ist in den Bereich des Mikroskopischen abgesunken. Astronomisch dagegen die Schulden des Unternehmens.

Derzeit kostet General Motors nur noch gut 3,5 Milliarden Euro. Die Schulden von GM dagegen werden auf 300 Milliarden geschätzt. Allein die Pensionsverpflichtungen könnten das Unternehmen sekündlich in den Ruin treiben. Nur der Bilanzierungskunst ist es zu verdanken, dass General Motors noch lebt. Aber wie lange noch?

Das Schicksal von GM droht praktisch auch Chrysler und Ford. Autos sind unverkäuflich. Börsenkapitalisierung einstellig. Schuldenlast dreistellig. Man muss kein Mathematiker sein, um hier das Ende nahen zu sehen. Der hohe Ölpreis gibt den Unternehmen genauso wie den Konsumenten den Rest.

Die Autoindustrie ist eine der Grundsäulen der Industrie in den USA. An ihr hängen Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze. Aber dies ist nur die eine Seite.

Bei dem Gedanken, wer die Haupt-Gläubiger der Autoindustrie sind, auf der Konsumenten- genauso wie auf der Unternehmensseite, könnte einem schwarz vor Augen werden. Es sind natürlich die Banken. Diese ersticken durch die Kreditkrise bereits in Problemen. Auch hier ist es ein offenes Geheimnis, dass die Geldhäuser eigentlich pleite sind, wenn sie ihre Bilanzen offenlegten.

Ein Bankrott in der Autoindustrie ist unweigerlich der Todesstoß für die Banken. Ein System, das bereits jetzt nur noch durch künstliche Beatmung am Leben gehalten wird. Ein System, dass auch ohne zusätzliche Probleme bereits wankt. Die beiden größten Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae taumeln an der Börse bereits jetzt der Wertlosigkeit entgegen. Die meisten großen Banken und Investmenthäuser haben in den vergangen zwölf Monaten an der Börse bis zu 90% verloren. Lehman Brothers steht am Abgrund. Die Gerüchteküche brodelt.

Was wird aus Freddie und Fannie?

Sind es in der Autoindustrie „nur" dreistellige Milliardensummen, so geht's bei den großen US-Hypothekenbanken Freddie Mac und Fannie Mae gar in die Billionen!

Die beiden Baufinanzierer haben Schuldverschreibungen im Volumen von insgesamt fünf Billionen Dollar in ihren Büchern, was mehr als einem Drittel des US-Bruttoinlandsprodukts entspricht. Im Falle einer Pleite würde ein völliger Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen, weil die beiden Firmen den Markt für Hypotheken nach dem Rückzug vieler Banken derzeit fast allein am Laufen halten.

Autoindustrie wie Banken bemühen sich in eiligen Statements, Kunden und Geschäftspartner zu beruhigen. Doch die Versprechen klingen wie Hohn. Auch Bear Stearns hat 24 Stunden vor dem Untergang noch behauptet, es gebe keine Liquiditätsengpässe.

Allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz: Kurse sagen mehr als 1000 Worte. Und die Kursverläufe von Freddie Mac und Co. Sagen alles aus. Lehman Brothers sind unter die Tiefs von März gerutscht. General Motors bei Sage und Schreibe 9,50$.

Keine Lösung in Sicht

Es ist mir nicht ersichtlich, wie diese Probleme gelöst werden können. Es scheint auch keinen Ausweg zu geben. Natürlich kann die FED Freddie Mac aufkaufen. Sie kann es auch bei Fannie Mae tun. Kostet ja nur ein paar Billionen Dollar. Und wenn man schon mal am drucken ist, fällt es vielleicht nicht weiter auf. Obwohl diese Größenordnung sofort auch negative Auswirkungen auf den Dollar und die Bonds in den USA hätte.

Aber kann die Notenbank auch die Autoindustrie kaufen? Kann sie die Airlines kaufen? Kann sie halb Amerika kaufen? Kann sie die Schulden der Konsumenten übernehmen?

Die Frage beantwortet sich von selbst.

Die USA sind in einer ausweglosen Situation. Die Konsequenzen werden dramatisch ausfallen. Es wird zu Phänomen kommen, die wir sonst nur aus der so genannten Dritten Welt kennen:

 -Drastischer Absturz des Dollars
-Drastische Zinserhöhungen
-Verarmung der Bevölkerung
-Massenarbeitslosigkeit
-Deindustrialisierung
-Währungsreform


Endstation einer Nation, die über ihre Verhältnisse lebt.


Doch wir Europäer haben keinen Grund, auf Amerika herabzuschauen. Die nächsten Bankrotteure sind  Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Irland. Dann wird sich zeigen, ob der Euro hält, was er verspricht. Die reichen Länder werden für die armen Länder zahlen müssen. Das wiederum bedeutet einen Kapitalabfluss aus Deutschland, dank Euro. Ob die EU das überleben wird, wage ich zu bezweifeln. Einziger Trost: bis dahin dauert es noch ein wenig. Übrigens: Die offiziellen Staatschulden von Deutschland betragen derzeit 1,5 Billionen oder gut 18000 Euro pro Kopf.


Quelle des Artikels - MMnews
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

Jürgen67

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 164
Re:USA: Der Untergang
« Antwort #1 am: 13:51:28 Sa. 16.Juli 2011 »
So sieht die Armut in Amerika aus
 Freitag, 15. Juli 2011 , von Freeman um 17:00

Am Donnerstag fand ein Massenansturm in Dallas Texas statt. Früh am Morgen sind Tausende losgerannt, die einen Antrag auf Mietbeihilfe sich ergattern wollten. Behörden sagten, über 5'000 Menschen warteten bereits seit Mitternacht auf der Strasse und als die Türen aufgingen, kam es zu einem Wettlauf, um die seltenen Anträge als erster auszufüllen. Einige der Personen fielen hin und verletzten sich, hatten Glück nicht zertrappelt zu werden. Dieser Ansturm, um staatliche Hilfe für die Miete zu bekommen, zeigt wie schlecht es den Menschen in Amerika geht.

Der Massenandrang, um schnell einen Antrag ausfüllen zu können, bedeutet noch nicht, es wird die Unterstützung auch genehmigt. Die Antragsteller müssen jetzt bis zu zwei Jahre auf eine Entscheidung warten. Bis dahin werden wohl viele auf der Strasse landen, wenn sie ihre Miete nicht mehr bezahlen können.



Was ist aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeit geworden? Ein Armenhaus, wo Menschen sich fast zertrampeln, um staatliche Almosen zu beantragen.

Einerseits herrscht immer mehr Armut in den USA, aber anderseits gibt es immer genug Geld, um die zahlreichen Kriege zu führen, die Billionen kosten. Den Banken und Konzernen wird auch zu ihrer "Rettung" das Geld nachgeschmissen. Es ist schon erstaunlich, dass die amerikanische Bevölkerung sich das gefallen lässt.

Das ist der Grund warum die "Elite" uns wie Vieh ansieht, weil so viele sich wie gefügiges Vieh benehmen. Und so sieht der "Change" aus, den Obama versprochen hat. Was die Leute nicht verstehen, der "Wechsel" war ganz anders gemeint, nämlich das Vermögen von unten nach oben zu wechseln, wie wechselt das Geld aus den Taschen der Massen in den Geldsack der Reichen. Sorry, ihr naiven Amis, wieder verascht!


Quelle: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2011/07/so-sieht-die-armut-in-amerika-aus.html

counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5980
  • Sapere aude!
Re:USA: Der Untergang
« Antwort #2 am: 01:23:04 Fr. 24.August 2012 »
AMERIKAS ZUKUNFT IST DER TOD
von Paul Craig Roberts - www.antikrieg.com        23.08.2012
 
„Der Tag, an dem wir die Wahrheit sehen und nicht reden ist der Tag, an dem wir zu sterben beginnen" - Martin Luther King   

 Verschwörungstheorien sind jetzt hochgewuchert zu etwas, was die selbstgefälligen presstituierten Medien als eine „Verschwörungskultur" bezeichnen. Laut den Presstituierten müssen die Amerikaner eine Erklärung finden für ihre Frustrationen und Schwächen, also geben die Amerikaner die Schuld den Bilderbergern, den Rothschilds, der Neuen Weltordnung und so weiter und so fort ...

 Die Leser werden nicht überrascht sein, dass ich anderer Meinung bin als die Presstituierten. Tatsächlich ist die Verschwörungskultur das Ergebnis des Versagens der presstituierten Medien, zu recherchieren und wahrheitsgemäß zu berichten. Ich bin mir sicher, dass die Medien des Westens schlimmer sind als es die sowjetischen Medien waren. Die sowjetischen Medien boten Möglichkeiten, die der Öffentlichkeit halfen, zwischen den Zeilen zu lesen, während die Medien des Westens so stolz darauf sind, ins Vertrauen der Regierung gezogen zu werden, dass sie die Propaganda an die Leser weitergeben ohne irgendwelche Anhaltspunkte dafür, dass es sich um Propaganda handelt ...

Quelle: Linke Zeitung
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 9183
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:USA: Der Untergang
« Antwort #3 am: 09:22:51 Fr. 24.August 2012 »
Zitat
Ich bin mir sicher, dass die Medien des Westens schlimmer sind als es die sowjetischen Medien waren. Die sowjetischen Medien boten Möglichkeiten, die der Öffentlichkeit halfen, zwischen den Zeilen zu lesen, während die Medien des Westens so stolz darauf sind, ins Vertrauen der Regierung gezogen zu werden, dass sie die Propaganda an die Leser weitergeben ohne irgendwelche Anhaltspunkte dafür, dass es sich um Propaganda handelt ...

Ob Sowjetunion oder DDR, den Menschen war bewusst was ihnen da als Nachrichten geboten wurde, so gesehen war es ehrlicher, bei uns labern sie von freier Presse, stimmt ja auch, sie könnten wenn sie denn wollten, aber offensichtlich wollen sie nicht. Bei uns zensiert nicht der Staat sondern die Verleger, wobei man eigentlich nicht von Zensur sprechen kann, bestimmte Themen werden von vornherein einfach nicht gedruckt/aufgegriffen, kein Interesse.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

jobnomade

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 641
Re:USA: Der Untergang
« Antwort #4 am: 03:29:50 Sa. 25.August 2012 »
bei uns labern sie von freier Presse, stimmt ja auch, sie könnten wenn sie denn wollten, aber offensichtlich wollen sie nicht. Bei uns zensiert nicht der Staat sondern die Verleger, wobei man eigentlich nicht von Zensur sprechen kann, bestimmte Themen werden von vornherein einfach nicht gedruckt/aufgegriffen, kein Interesse.

Die Zensur erfolgt im Westen umgekehrt, genau wie das Mehrparteiensystem nämlich durch Zuschüttung mittels Überflutung mit dutzenden bürgerlichen Parteien, die sich ausser vom Namen kaum Unterscheiden, und eines ganzen Farbspektrums von "Meinungen" durch das Prisma der Bürgerspresse die sich jedoch alle aus dem weissen Lichtstrahl der gleichen bürgerlichen Ideologie speisen und nur dazu dienen,
die Parteien und Medien, die wirklich die Interessen der armen und arbeitenden Mehrheit vertreten zu verstecken, zu isolieren und von der Macht abzuhalten, die Reichen und die Kirche zu schützen, und immer nur ein Konsensergebnis der bürgerlichen Parteien produzieren. Das ist zweckgemäss so gewollt daher nicht reformierbar.
Die Amerikaner sind da offener und ehrlicher und sagen gleich, dass bei ihnen nur regiert wer Geld hat.

Andererseits funktioniert das zentralistische System wie in China aber auch nicht, zuviel Korruption und schützt auch die neuen Reichen, jedenfalls solange weiter von oben runter regiert wird.
Das wäre aber reformierbar weil der Zweck ja sein soll die arme und arbeitende Mehrheit zu repräsentieren, nur weils Gorbatschow verbockt hat muss den Chinesen das ja nicht auch passieren.
Das müsste aber die Intelligenz der unteren Mittelklasse dort vorsichtig anfangen, frontal so wie die Studenten das versucht haben und die Dissidenten, die von goldenen Dächern im Westen träumen, heute wird das wohl nichts.

Wie entwickelt sich das denn bei den Kubanern? Wenn Fidel sich da nur auf den eigenen Bruder verlassen kann, dann kann das ja auch nicht weit her sein...
Searching each day for the answers  Watching our hopes disappear.
Set on a course for disaster  Living our lives in fear.
Our leaders leave us in confusion.  For them there's only one solution.

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7591
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #5 am: 18:23:14 So. 15.September 2019 »
Ich bin heilfroh, daß nicht Hillary Clinton gewählt worden ist, so wie das "liberale Amerika" (und unsere Medien) es gehofft hatte(n).

Ich muß aber zugeben, daß meine Hoffnungen auch nicht erfüllt worden sind. Ich bin davon ausgegangen, daß mit Trump die Scheiße richtig hochkochen würde. Mit ihm würden die politischen Widersprüche und die Klassenkonflikte offen liegen ohne Zuckerguß und Versprechungen eines kleineren Übels. Ich bin davon ausgegangen, daß es knallt, daß die sozialen Konflikte einfach explodieren. Trump ist offen rassistisch, sexistisch, stellt sich auf Seiten der Ölkonzerne, der Autoindustrie, der Waffenlobby und allem anderen, was mächtig und schrecklich ist und bisher scheint er damit durchzukommen.

Keine Massenproteste, keine Riots, kein Bürgerkrieg, die Menschen verlieren ihre Häuser, ihre Farmen, ihre Gesundheitsversorgung, leben von Lebensmittelgutscheinen, knallen sich voll mit Selbstgebranntem, mit Meth und Opiaten, singen America you Beautiful und wählen wieder Trump.

Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. Die letzte große und erfreuliche Bewegung war die der prekären Beschäftigten, die einen Mindestlohn von 15$ erkämpft haben.

Jetzt scheint es vorsichtige Anzeichen für ein gewisses Erstarken einer Arbeiterbewegung zu geben.
Zitat
Am Ende legten im Jahr 2018 in den Vereinigten Staaten so viele Menschen ihre Arbeit nieder wie zuletzt vor mehr als 30 Jahren. Laut Daten des US-Arbeitsministeriums waren 2018 knapp 485.000 Beschäftigte an Streiks beteiligt – so viele wie seit 1986 nicht mehr. In diesem Jahr wird weiter gestreikt: Anfang des Jahres legten die Lehrer in Los Angeles und Oakland die Arbeit nieder. Auch in anderen Branchen gab es in diesem Jahr prominente Ausstände. Der Streik als Mittel des Arbeitskampfs erfährt in den USA derzeit eine Renaissance.



Das Streikjahr 2019 steuert derweil auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Mitarbeiter des Versicherungs- und Krankenhauskonzerns Kaiser Permanente wollen im Oktober streiken, sie werfen der Konzernleitung vor, nur auf Profit zu setzen. Knapp 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten ihre Arbeit niederlegen. Es wäre der größte Streik der USA seit mehr als 20 Jahren.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-09/streiken-arbeiterbewegung-usa-gewerkschaften-demokraten/komplettansicht

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

tleary

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1049
  • Yellow Submarine
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #6 am: 16:28:22 Fr. 27.September 2019 »
Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. Die letzte große und erfreuliche Bewegung war die der prekären Beschäftigten, die einen Mindestlohn von 15$ erkämpft haben.
Und das auch nur in Seattle, und sonst nirgendwo. Dort ist man mit weniger als 15 $ ohnehin obdachlos, weil man die horrenden Mieten und sonstigen Lebenshaltungskosten dann nicht bezahlen kann. Die 15 $-Forderung ist nur so eine Art Durchsetzung des deutschen Mindeslohns in einem kleinen Teil der USA gewesen. Mehr nicht. Noch dazu nicht mit Gewerkschaften durchgesetzt, sonder (bundes-)staatlich verordnet.
Ein wirkliches Rebellieren der unteren Schichten sehe ich in den USA nicht. Vermutlich tun da Polizeistaat, die allgemeine Hoffnungslosigkeit der Armen, deren täglicher Überlebenskampf, der kaum Zeit für politischen Kampf und Organisation lässt und nicht zu vergessen die permanente Propaganda der dem Kapital gehörenden Medien ihr Werk.

An den USA als das am weitesten entwickelte kapitalistische Land kann man schön sehen, wohin die Reise auch hierzulande gehen wird: Eine autoritäre, Migranten abweherende, den Polizeistaat ausbauende, die unteren Schichten weiter verarmende und kapitalfreundliche Regierung ist auch das, was hier wohl als nächstes kommt.

Das "freieste Land der Welt" ist dieser Staat schon lange nur noch auf dem Papier - und noch bei Sonntagsreden der sich selbst beweiräuchernden Politiker.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7591
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #7 am: 19:22:18 Fr. 27.September 2019 »
Von Black Lives Matter habe ich schon länger nichts gehört. 
Und das auch nur in Seattle, und sonst nirgendwo.

Das stimmt so nicht.
https://blacklivesmatter.com/chapters/

Oder meinst du den Mindestlohn? Der startete in New York und soll auf weitere Bundesstaaten ausgeweitet werden.
https://fightfor15.org/

Our movement is truly global! German fast-food workers held an inspiring meeting in Ulm recently to fight for fair wages and union rights. Check it out:

https://fightfor15.org/german-fast-food-workers-fightfor15/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 17496
  • Fischkopp
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #8 am: 14:39:48 Mi. 23.Oktober 2019 »
Die USA sind irgendwie komisch.
Die sind/waren ja nicht nur führend in kapitalistischen Entwicklungen, in Imperialismus und Kriegstreiberei, in den 60ern waren sie eine Inspiration für Gegenkultur, Hippiebewegung und politische Proteste weltweit. Diese Inspiration wirkte rund um den Globus, selbst im Ostblock und auch die IRA begann mit einer Reorganisation ihres Vereins nach einem USA Besuch.

Heute guckt man eher kopschüttelnd dahin, sieht, wozu die Macht von Drecksmedien und Religiösität führen kann. Es blüht die Idiotie und statt Massenunruhen und einer Revolution sieht man, wie die einfachen Menschen sich gegenseitig bekämpfen oder mit den Drogen totmachen, die ihnen das Schweinesystem verkauft.

Black Lives Matter tauchen in den deutschen Medien nicht mehr auf. Von nennenswerten Unruhen hört man nichts.

Eine positive Überrschung stellt jedoch der Anstieg der Arbeitskämpfe dar. Erst die Hotelbeschäftigten. Dann die aus den Burgerbratereien. Alles prekär Beschäftigte.

Die Autoindustrie galt ja als fast gewerkschaftsfrei. Der überraschend heftige Streik (trotz problematischer Rolle der Gewerkschaft) bei General Motors kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
Zitat
GM-Streik: Das Selbstbewusstsein der Arbeiter hat sich enorm entwickelt

Bis kommenden Freitag stimmen die Arbeiter bei General Motors in den USA darüber ab, ob sie das Verhandlungsergebnis der Führung der Automobilarbeitergewerkschaft UAW mit GM von vergangener Woche annehmen. Während der Abstimmung geht der Streik weiter.
https://www.rf-news.de/2019/kw43/gm-streik-das-selbstbewusstsein-der-arbeiter-hat-sich-enorm-entwickelt

Die Lehrer, besonders im Osten der USA, scheinen besonders gut organisiert und kämpferisch zu sein. Seit Jahren taten sie sich mit beachtlichen Arbeitskämpfen hervor. Im Moment ist es spannend, daß man auch für politische Forderungen kämpft und die Community in den Arbeitskampf mit einbezieht.

Zitat
Seit vier Tagen hat fast ganz Chicago schulfrei. Der Grund: 25.000 Lehrer an öffentlichen Schulen streiken für mehr Personal und bessere Bezahlung. Ein Ende der Proteste scheint nicht in Sicht.
https://www.spiegel.de/karriere/chicago-zehntausende-lehrer-streiken-fuer-bessere-bedingungen-a-1292679.html

Zitat
Wohnen ist ein sehr wichtiges Thema in Chicago. 17.000 Schülerinnen und Schüler sind obdachlos, besonders afro-amerikanische Familien sind von Segregation betroffen und leben in finanziell schwachen Gemeinden. Steigende Mieten triffen sie besonders. “Wir meinen ernst“, unterstrich der Vize Präsident der CTU Stacy Davis Gates, „wir müssen die soziale Ungleichheit überwinden“. Die Gewerkschaften haben bisher alle Angebote abgelehnt, die nur Gehaltserhöhungen beinhalten.
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/lehrerstreik-in-chicago/

Das ist beeindruckend.


counselor

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5980
  • Sapere aude!
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #9 am: 19:00:57 Sa. 02.November 2019 »
Zitat
USA - Bergarbeiter in Kentucky erringen einen Sieg

Die streikenden Bergarbeiter in Harlan County im Staat Kentucky in den USA haben einen Sieg errungen. Die mehr als 1.000 Bergarbeiter, die in Juli entlassen wurden, erhalten 5,47 Millionen Dollar an ausstehenden Löhnen, zusammen mit Kollegen aus Blackjewel-Minen in West Virginia und Virginia.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw44/bergarbeiter-in-kentucky-erringen-einen-sieg

Zitat
USA - GM-Streik beendet: Große Solidarität, wichtige Lehren und fauler Kompromiss

Nach 40 Tagen ging der landesweite Streik von fast 50.000 General Motors Automobilarbeitern in den USA zu Ende. 57 Prozent stimmten für das Verhandlungsergebnis.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw44/gm-streik-beendet-grosse-solidaritaet-wichtige-lehren-und-fauler-kompromiss
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2614
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #10 am: 22:19:45 Mi. 15.Januar 2020 »
Zu der Gewerkschaftsbewegung in den USA, auf der Jahreskonferenz der SAC, Schweden:

Zitat
Hoffnungsvoller als je zuvor

Eine der Konferenzgäste war Ellen David Friedman, ehemalige Vizepräsidentin der Vermont Progressive Party, der auch Bernie Sanders entstammt, und Veteranin der Gewerkschaftsarbeit. Sie sei hoffnungsvoller als je zuvor in Bezug auf die Zukunft der amerikanischen Arbeiterbewegung. Besonders in den Lehrergewerkschaften, in denen eine neue Generation radikaler Gewerkschafter*innen eine Reihe erfolgreicher Streiks durchführte, spürte sie einen neuen Kampfgeist.

Sie sagt, dass eine neue Generation Aktiver in die Gewerkschaften gekommen ist. Dies sind jüngere Menschen, die sich, den sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten des Neoliberalismus ausgesetzt, an die Gewerkschaften wenden, um Unterstützung zu erhalten.

“Wenn sie dann von den Gewerkschaften hören, dass man nichts dagegen tun kann, dass sie machtlos sind, dann weigern sie sich das zu akzeptieren und organisieren sich”, sagt Ellen David Friedman.

Nach amerikanischem Recht kann es nur eine anerkannte Gewerkschaft in einem Betrieb geben. Daher funktioniert es nicht, unabhängige, radikale Gewerkschaften zu gründen. Stattdessen, sagt Ellen David Friedman, gründet die neue Generation sogenannte Fraktionen, also innergewerkschaftliche Zusammenschlüsse. Mit Hilfe dieser Fraktionen setzen sich die Aktivist*innen für einen Wandel innerhalb der bestehenden Gewerkschaften ein.

„Bei den Streiks ging es nicht nur um die Gehälter der Lehrer*innen, sondern auch um umfassendere gesellschaftspolitische Fragen, für die eigentlich nicht gestreikt werden dürfte.“

Ellen David Friedman weist darauf hin, dass die Entwicklung einen ähnlichen Trend in der Demokratischen Partei widerspiegelt, wo sich lokale Basisaktivist*innen vor einiger Zeit formierten und fortschrittliche Kräfte wie die Politikerin und Aktivistin Alexandria Ocasio-Cortez wählten. Mit diesen radikalen Fraktionen an der Spitze der Lehrergewerkschaften haben die Vereinigten Staaten in den letzten Jahren eine der größten Streikwellen seit Jahrzehnten erlebt.

 „In Chicago, Los Angeles, Oakland und Seattle, in denen große Lehrer*innenstreiks stattfanden, hatten Aktivist*innen dieser Fraktionen die Führung der Lehrergewerkschaften übernommen. Bei den Streiks ging es nicht nur um die Gehälter der Lehrer*innen, sondern auch um umfassendere gesellschaftspolitische Fragen, für die eigentlich nicht gestreikt werden dürfte“ sagt Ellen David Friedman.

Sie setzten sich unter anderem gegen freie Schulen (Charter Schools) ein, die die Rassentrennung unter den Schülern verschärfen, und forderten ein stärkeres kommunales Engagement gegen die Obdachlosigkeit, die viele Schüler*innen betrifft.

“Es ist eine fantastische Entwicklung, die das neue Selbstbewusstsein der Lehrer*innen hervorhebt”, sagt sie.

Selbst in einigen traditionell konservativen Staaten wie West Virginia, Arizona, Oklahoma und Kentucky haben in den letzten Jahren Hunderttausende Lehrer*innen gestreikt – trotz der nach Angaben von Ellen David Friedman gewerkschaftsfeindlichen Gesetzgebung in diesen Staaten.

“In West Virginia lehnten die streikenden Lehrer*innen im vergangenen Jahr eine Vereinbarung zwischen dem Gouverneur und den Gewerkschaftsführungen dieses Bundesstaats ab und streikten weiter, bis sie eine fünfprozentige Lohnerhöhung für sich selbst sowie für alle nicht gewerkschaftlich organisierten Beamt*innen (state employees) erhielten”, sagt sie.

Laut Ellen David Friedman war der Schlüssel zum Erfolg der radikaldemokratische Geist in der neuen Gewerkschaftsbewegung.
https://direkteaktion.org/sich-weigern-angst-zu-haben/

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 17496
  • Fischkopp
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #11 am: 08:35:27 Do. 16.Januar 2020 »
Zitat
radikaldemokratische Geist

Ist beim DGB nicht zu befürchten.

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7591
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #12 am: 13:23:48 Mi. 29.Januar 2020 »
Zitat
USA: Lebenserwartung sinkt weiter

Betroffen sind vor allem die Männer und jüngere Menschen


In den USA, das Trump wieder groß machen will, setzt sich der Trend fort, dass die Lebenserwartung sinkt. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und dem eben veröffentlichten Jahresbericht des National Center for Health Statistics für das Jahr 2017 verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Amerikaner und steigen die Todesraten bei jungen und mittelalten Amerikanern an. Dazu trägt die Opioid-Epidemie bei, die die US-Regierung noch nicht in den Griff bekommen hat (Rekordzahl von Toten durch Opioid-Überdosierung im Jahr 2017, aber auch die teils schlechte Gesundheitsversorgung.

Die Zahl der Selbstmorde stieg von 1999 bis 2017 um 33 Prozent von 10,5 pro 100.000 auf 14,0 pro 100.000, seit 2006 hat sich die jährliche Zunahme verdoppelt.
https://www.heise.de/tp/features/USA-Lebenserwartung-sinkt-weiter-4572736.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 17496
  • Fischkopp
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #13 am: 11:55:23 Di. 11.Februar 2020 »
Klare Verhältnisse:

Zitat
US-Präsident Trump strebt für das nächste Haushaltsjahr, das im Oktober beginnt, ein Budget von mehr als 4,8 Billionen Dollar an.

Der Entwurf, der heute vom Weißen Haus vorgelegt wurde, sieht mehr als 740 Milliarden Dollar für die Verteidigung und rund zwei Milliarden für den von Trump geplanten Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko vor. Dagegen sollen soziale Leistungen und das Budget der Umweltbehörde EPA gekürzt werden. Die internationale Entwicklungshilfe soll demnach um 21 Prozent zusammengestrichen werden.
https://www.deutschlandfunk.de/us-haushaltsplan-hohe-militaerausgaben-und-kuerzungen-bei.2932.de.html?drn:news_id=1099800

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 7591
Re: USA: Der Untergang
« Antwort #14 am: 09:03:13 Fr. 27.März 2020 »
Zitat


In den USA heißt es gerne, jeder sei für sich selbst verantwortlich, und viele Amerikaner halten einen Sozialstaat für Sozialismus. Doch jetzt, wo die Corona-Pandemie alles aushebelt, stürzt der Mangel an sozialer Absicherung viele in den Abgrund.

Mehr als drei Millionen neue Arbeitslose in nur sieben Tagen - das Fünfzehnfache einer normalen Woche, das Vierfache des bisherigen Rekords...
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/usa-corona-arbeitslose-sozialstaat-armut-1.4857910
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!