Autor Thema: Die Linke wird eine Partei  (Gelesen 72416 mal)

Alex22

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Die Linke wird eine Partei
« am: 13:09:33 Di. 02.Dezember 2008 »
jobless
eigentlich Antwort auf http://www.chefduzen.de/index.php?topic=10722.0
In einer jungen Partei ist es nicht leicht festzustellen, wem man trauen kann. Die Gegner der Partei sind nicht dumm und versuchen mit vielen Mittel Zwietracht zu sähen. Bei kontroversen "Gelegenheiten" geht diese Saat auf, wenn die Genossinnen und Genossen sich nicht solidarisch verhalten.
Am nächsten Wochenende ist LPT in Bayern. Warten wir mal ab was da abgeht.

GMS

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #1 am: 21:01:26 Mi. 03.Dezember 2008 »
In einer jungen Partei ist es nicht leicht festzustellen, wem man trauen kann. Die Gegner der Partei sind nicht dumm und versuchen mit vielen Mittel Zwietracht zu sähen. Bei kontroversen "Gelegenheiten" geht diese Saat auf, wenn die Genossinnen und Genossen sich nicht solidarisch verhalten.

Das ist bei Organisationen der Linken gar nicht notwendig. Da sorgen schon die Sektiererei und der Hang zum Diskordianismus von selbst für Zoff.



Die höchste Form der Lüge ist die Diplomatie und direkt danach folgt das Personalwesen.
(Harry Zingel, BWL-Dozent, www.zingel.de)

Alex22

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #2 am: 08:34:35 Do. 04.Dezember 2008 »
Gerade die Sektierer sollten von den Mitgliedern als solche erkannt werden. Diese Leute können mit ihren diffusen Ideen als "Querdenker" gern mitmachen, aber es gibt Grenzen und wer zu viel schaukelt, der wird das Boot versenken.

Mit etwas mehr Sensibilität und gesundem Misstrauen, einhergehend mit einem besserem Kennenlernen und der Einübung verschiedener solidarischer Handlungen kann eine starke und auf längerer Zeit gesehen erfolgreiche politische Kraft entstehen.

Nicht nur neue Parteien braucht D, sondern die Menschen brauchen neue Werte (teilweise auch alte bewährte Werte) für eine bessere Zukunft. Zurzeit wird es einfach nur eine schlechtere Zukunft. Man kann heute an fast nichts mehr glauben ohne nicht immer wieder enttäuscht zu werden. Das frustriert und ruiniert den Lebenswillen oder zumindest die Lebensfreude.

Freude sollte man aber in der Gemeinschaft erfahren, doch die "Überflüssigen" erfahren extreme gesellschaftliche Ausgrenzung auch in den Parteien. Die Ursachen für den mangelhaften Widerstand des Einzelnen liegen meiner Meinung nach im deutschen Selektionschulwesen. Hier wird schon früh vermittelt: "Du ja, Du nicht, Du vielleicht"! Diese verinnerlichte Erfahrung, diese asoziale Sozialisation zum Untertanen müssen wir in uns selbst erkennen und verändern.
Dazu sollte uns die Gemeinschaft in der Partei verhelfen. Die Eroberung von Mandaten geschieht anschließend.

Aloysius

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #3 am: 11:16:08 Do. 04.Dezember 2008 »
Ein weiteres Problem ist wohl die fast schon pathologische Sucht zum Zank zwischen Linken allgemein sein. Ich kann eher konstruktiv mit Unionsanhängern diskutieren als mit einer Reihe von eigentlich gleichgesinnten Roten. Da zanken sich leider viel zu viele immer noch um den Roten Stein der Weisen, als zusammen etwas erreichen zu wohlen.

Und vergessen wir nicht: sobald es tatsächlich mal Posten und Spesenkonten zu ergattern gibt in Parlamenten, da werden die ehemals pazifistischten Genossen zu intriganten Nattern. Aber das geht ja nicht nur uns so, das gibt es überall. Nur für die Linke ist es neu und sie muss schnell zusehen, daß dies überwunden wird.

Denn in der Tat, je mehr wir uns gegenseitig zerfleischen, umso mehr schlägt sich die geBILDete Bourgoisie auf die Schenkel und kann sich freuen, daß diese Bewegung aneinander zerschellt statt gemeinsam zu wirken.
Reden wir drüber

Ralf0815KU

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #4 am: 13:37:07 Do. 04.Dezember 2008 »
Es tut mir leid aber das Tema ist echt langweilig.
Ich weiß nicht wehn ihr mit Sektierer meint?
Und wenn ihr das verhindern wollt was ihr so beschreibt dann nix wie rein in die Partei. Draußen sitzen un Meckern aber selber nix tun gilt nicht!
Mindestbeitrag ist 1,50€.
Bei uns in Köln gab es mal eine vernstalltung "Arsch hu, Zäng ussenander"
"Hintern hoch, Mund aufmachen!"

Aloysius

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #5 am: 13:59:11 Do. 04.Dezember 2008 »
Es ist so lange nicht langweilig oder überflüssig, wie ich es sehe, bis dieser Zustand sich ändert.

Aber du hast auch recht - wer deswegen gar nichts macht, der macht den größeren Fehler
Reden wir drüber

Alex22

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #6 am: 17:28:29 Do. 04.Dezember 2008 »
Tolle Empfehlung  :)
Das nennt man "Eulen nach Athen tragen".
Nach dem LPT heißt es nun die Genossinnen und Genossen durch das tal der Frustration begleiten um dann endlich diese drittklassigen Gewerkschaftsfunktionäre in die Wüste zu schicken.
Die Zeiten ändern sich und diese Leute verhindern die Anpassung.
Ich denke das Thema wird, gerade auch wegen Hessen und seiner Situation, sehr spannend.

onlyone

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #7 am: 10:33:15 Fr. 05.Dezember 2008 »
Arbeitsmarktpolitik, Arbeit und Soziales... darüber wird heute im Parlament debattiert. Man sieht allgemein wenig Abgeordnete, von den Linken vier. Was ist los? Zu früh oder schon Wochenende?

mfg
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"Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht auf Arbeit. Er hat das Recht auf einen Arbeitsplatz und dessen freie Wahl entsprechend den gesellschaftlichen Erfordernissen und der persönlichen Qualifikation."

Ralf0815KU

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #8 am: 11:20:41 Fr. 05.Dezember 2008 »
Draußen sitzen un Meckern aber selber nix tun gilt nicht!

Alex22

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #9 am: 11:32:31 Fr. 05.Dezember 2008 »
Arbeitsmarktpolitik, Arbeit und Soziales... darüber wird heute im Parlament debattiert. Man sieht allgemein wenig Abgeordnete, von den Linken vier. Was ist los? Zu früh oder schon Wochenende?
nur einer, Ich denke Du hast keine Ahnung.
Die Arbeit von Parlamentariern wird nicht im im Plenarsaal verrichtet. Das geschieht in kleinen Büros, oder in den Wahlkreisen.
Wann warst Du das letzte Mal bei einem Deiner Abgeordneten zu besuch? Bürgerstunde usw?
Hast Du schon mal einen Abgeordneten angeschrieben?
Welche Zeitungen liest Du? Welche Sender hörst und siehst Du?
Welche Bücher liehst Du? Welche Politiker hast Du mal gesehen oder gesprochen?

Wochenende?


GMS

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #10 am: 14:15:29 Fr. 05.Dezember 2008 »
Bei uns in Köln gab es mal eine vernstalltung "Arsch hu, Zäng ussenander"
"Hintern hoch, Mund aufmachen!"

Die wenigsten Leute, die dieses Motto ernst nehmen, sehen in einer Partei die Lösung. Denn da wählt man ja auch nur ein großes Kollektiv anstatt bei einzelnen Maßnahmen, Projekte und Programme zustimmen oder ablehnen zu können. Nein danke. Parteien - egal welche - sind Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.

De allermeisten geht es doch so, dass sie von NPD bis Linkspartei (und allen anderen dazwischen) in jeder Partei 10% gute Ideen und gute Leute finden, die sie gerne unterstützen würden. Dazu 20-30% die man so akzeptieren kann. Und 50-60% die gefährlichen Blödsinn darstellen, der unbedingt verhindert werden muss. Und damit der eigenen Parteimitglliedschaft, dem eigenen Beitrag und dem eigenen Engagement im Wege stehen.

Mir persönlich sagt am ehesten noch die sog. Piratenpartei (http://www.piratenpartei.de/) zu - weil sie sich wie eine NGO mit ein paar Themen beschäftigt, die ich für wichtig halte. Und sich aus allem raushält, von dem sie nichts versteht oder zu dem die Mitglieder ihr keine Kompetenz zutrauen.
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Alex22

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #11 am: 20:16:02 Fr. 05.Dezember 2008 »
Zitat
Und sich aus allem raushält, von dem sie nichts versteht oder zu dem die Mitglieder ihr keine Kompetenz zutrauen.
Na das ist ist doch was. Dann hältst Du Dich sicher aus vielem raus?
Das ist ja auch das Problem der Deutschen. Sie sind einfach zu ungebildet. Zu wenig sozialkompetent.
Unsere Nachbarn sind da um einiges weiter.

onlyone

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #12 am: 20:51:12 Fr. 05.Dezember 2008 »
nur einer, Ich denke Du hast keine Ahnung.

Was das Hohe Haus angeht hast du Recht. Ich schaffe es nur, aber dafür regelmäßig (!), bis ins Stadtparlament. Aber Kleinvieh macht auch Mist.

mfg
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Alex22

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #13 am: 22:48:46 Fr. 05.Dezember 2008 »
Zitat
Aber Kleinvieh macht auch Mist.
Da hast Du Recht.
Wenn man einen Stimmkreis mit einem Kandidaten ohne Partei mit Erststimmen durchbekommt, wie findet der oder die im Parlament eine Mehrheit?
Welche Strukturen sollen da entstehen?
Das ist Zukunft....
Jetzt ist es noch mit den Parteien und darum spielen wir noch dieses Spiel.
Eine anderes System wird kommen.

prica

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Re: Die Linke wird eine Partei
« Antwort #14 am: 23:46:29 Fr. 05.Dezember 2008 »
Bei uns in Köln gab es mal eine vernstalltung "Arsch hu, Zäng ussenander"
"Hintern hoch, Mund aufmachen!"

De allermeisten geht es doch so, dass sie von NPD bis Linkspartei (und allen anderen dazwischen) in jeder Partei 10% gute Ideen und gute Leute finden, die sie gerne unterstützen würden. Dazu 20-30% die man so akzeptieren kann. Und 50-60% die gefährlichen Blödsinn darstellen, der unbedingt verhindert werden muss. Und damit der eigenen Parteimitglliedschaft, dem eigenen Beitrag und dem eigenen Engagement im Wege stehen.
ahja, wenn teilweise selbst juden am 20.09 zusammen geschlagen werden, spricht man immer noch von einer npd demo??