Strafverfahren gegen Callcenterbetreiber

Begonnen von Kripo Kiel, 22:29:11 Di. 09.Dezember 2008

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Kripo Kiel

Guten Tag!



Ich melde mich hiermit als Mitarbeiter der Kriminalpolizei Kiel nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Kiel in diesem Forum an. Hintergrund ist, daß im Rahmen eines umfangreichen Strafverfahrens gegen die Betreiber der Firmenkomplexe MINTNET ( Flensburg ) und MOBILE SOLUTIONS ( Kiel ) Zeugen und Geschädigte gesucht werden.



Durch die oben genannten Firmen wurden kostenintensive fünfstellige Voice- Premium- Rufnummern angemietet, ferner 0900- er- und 0137- er Nummern, welche hier nicht in vollem Umfang genannt werden können.



Mit diesen wurde dann wie folgt verfahren:



1.) Es wurden in Zeitungen und im Internet Anzeigen geschaltet, in welchen Autos weit unter dem Marktpreis angeboten wurden, so daß ein hohes Interesse seitens autosuchender Personen zu erwarten gewesen sein dürfte. Hier wurde eine Handynummer in den Inseraten genannt. Auf dieser war allerdings stets nur die Mailbox zu erreichen, welche mitteilte, daß man unter einer 0137- er- Rufnummer zu erreichen  sei . Nach Ende der Bandansage vergingen dann mehrere Sekunden, bis ein Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit in Höhe von 1 Euro pro Anruf erging. Es ist allerdings niemand bekannt geworden, der hier jemals durchgekommen wäre. Bei Anruf auf der 0137-er- Rufnummer erklang eine Bandansage mit dem Inhalt, daß derzeit keiner erreichbar  sei und man es zu einem späteren Zeitpunkt neuerlich versuchen solle. Zu diesem Zeitpunkt allerdings erfolgte schon die die Abrechnung wegen Kostenpflichtigkeit. Gleichermaßen ist zu erkennen, daß es die Autos nicht gegeben haben dürfte, da in der Anzeige genannte technische Details von den Autoherstellern in keinem gängigen Modell kombiniert waren. Dies diente vermutlich nur dem Zweck, kaufwillige Interessenten dazu zu bewegen, hier -  möglichst auch mehrfach - anzurufen.



In analoger Begehung ist es hier auch zur Nutzung von 0900-er- Rufnummern gekommen.



2. Über die Internetseite www.chatten-flirten-daten.de wird ein Singleforum vorgetäuscht, in dem kontaktwillige Personen, welche sich auf der Suche nach Partnerschaft befinden, mit anderen Singles in Kontakt gelangen könnten. Die Kommunikation erfolgte allerdings ausschließlich über Moderatoren der Firmen, welche über eine lange Zeit versuchten, Kontaktwillige in eine Kommunikation per SMS einzubinden, wobei jede an die Kurzwahl geschickte SMS mit einem Betrag von 1,99 Euro abgerechnet wurde. Es darf hierbei bezweifelt werden, daß es auf dieser Internetseite überhaupt Kontaktwillige gegeben hat, da zu vermuten steht, daß jegliche Kommunikation über die Moderatoren abgewickelt wurde, weshalb es auch nie zu Treffen zwischen zwei reellen Personen gekommen sein dürfte. Die Werbung der möglichen Kunden erfolgte hierbei über die Auswertung von Internetforen und Konaktanzeigen, in denen Handynummern angegeben waren. Diese wurden durchsucht und die Handynummern unaufgefordert kontaktiert, verbunden mit der Maßgabe, Antworten an eine fünfstellige Kurzwahlnummer zu senden . Gleichermaßen ist denkbar, daß die Kurzwahlnummer in eine Mobilfunknummer eines Netzbetreibers eingearbeitet wurde. Hierzu wird eine Kurzwahl durch zwei Ziffern verlängert und mit einer entsprechenden Netzvorwahl versehen. Technisch gesehen wird dann die Kurzwahlnummer angerufen, obgleich man mutmaßlich eine Handynummer anwählte oder eine SMS auf diese verschickte.



Die derzeit bekannten Servicenummern der Firma MINTNET und / oder der MOBILE SOLUTIONS lauten ( nicht vollständig aufgeführt ):



22040, 22324, 30333, 31333, 33777, 43444, 44433, 44664, 45444, 55444, 55544, 55577, 55599, 57555, 72777, 77722, 77744, 77755, 40050, 44660, 77776





Die Kriminalpolizei Kiel hat in dieser Angelegenheit nunmehr folgende Fragen:



- Sind Sie möglicherweise auf eine der oben genannten Arten geschädigt worden ?



- Haben Sie aufgrund  der  genannten Anzeigen  Kontakt zu einer kostenpflichtigen  Service- Rufnummer gesucht, ohne daß Ihnen hierbei klar war, daß zum  einen erhebliche Kosten entstehen würden und Sie  evtl. auch nicht mit einer tatsächlich existenten Person kommunizieren würden?



- Haben Sie aus derartiger Kommunikation noch SMS auf dem Handy oder Rechnungen mit Einzelverbindungsnachweisen vorliegen?



- Haben Sie sich gegebenenfalls bei einer dieser Firmen um eine Beschäftigung beworben und diese nachher abgelehnt?



- Können Sie sachdienliche Hinweise jeglicher Art zu den geschilderten Sachverhalten geben?



Dieser Aufruf dient dem Zweck, weitere Geschädigte für dieses Verfahren zu ermitteln, welche sich möglicherweise aufgrund einer geringen Schadenshöhe nicht zu einer Anzeigenerstattung entschlossen haben, um hier eine vollständige Strafverfolgung durchführen zu können.



Das hier geführte Verfahren bezieht sich ausschließlich auf den Bereich SMS-Chat und erstreckt sich nicht auf andere Sachverhalte wie  z.B. Premium-Abos für angebliche Frei-SMS oder ähnliches.



Sofern Sie mit den o.g. Sachverhalten konfrontiert worden sind, werden Sie gebeten, sich unter der folgenden Erreichbarkeit zu melden:



Durch den Aufruf haben sich genügend Zeugen gemeldet. Deswegen wurden die Kontaktdaten editiert. Geschädigte, die auf diesen Aufruf nunmehr aufmerksam geworden sind, werden bei Strafverfolgungsinteresse gebeten, bei ihrer örtlichen Polizeidienststelle eine Strafanzeige zu erstatten. Die Anzeigen werden dann durch die aufnehmenden Dienststellen an die Kieler Polizei weitergeleitet.





PS: Es wird gebeten, zunächst keinen telefonischen Kontakt zu suchen, da dieser nach Eingang einer Meldung von Ihnen von hier aus unaufgefordert erfolgen wird. Ferner dürfen Sie gerne in anderen Foren gleicher Art auf diesen Eintrag verweisen, damit eine möglichst breite Öffentlichkeit erreicht werden kann.



Mit freundlichen Grüßen,



Tim Albertsen

Kater

ZitatEinsame Männer und Frauen per SMS abgezockt

Kiel (AP) Tausende einsame deutsche Männer und Frauen auf der Suche nach Liebe sind von einer mutmaßlichen SMS-Betrügerbande abgezockt worden. Die Opfer schickten SMS-Kurzmitteilungen zum Preis von 1,99 Euro das Stück an die Chatbetreiber in der Hoffnung auf Kontakt zu anderen Menschen auf Partnersuche. Tatsächlich sollen jedoch ausschließlich angestellte Animateure für den SMS-Chat eingesetzt und gefälschte Profile benutzt worden sein, wie die Staatsanwaltschaft Kiel am Mittwoch mitteilte. Die Polizei richtete eine zehnköpfige Sonderkommission ein.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen gewerbsmäßigen Betrug mit gebührenpflichtigen SMS-Flirtchats vor. Bereits im Dezember 2008 waren bei einer Razzia fünf Betreiber von Internet-Chats in Schleswig-Holstein festgenommen worden. Die Beschuldigten stehen laut Staatsanwaltschaft im Verdacht, seit 2005 über massenhaft versandte E-Mails und SMS Möglichkeiten geboten zu haben, Beziehungen mit anderen Teilnehmern eingehen zu können.

Wenn jemand darauf reagierte, wurden pro SMS an die angeblichen Flirtpartner 1,99 Euro fällig. Tatsächlich aber kamen die Antworten von Animateuren. Aufgrund von in Flensburg und Kiel sichergestellten Daten wurden nun Geschäftsräume eines Internetdienstleisters in München durchsucht, wie die Fahnder mitteilten.

Dabei stellten sie mehrere tausend Chat-Protokolle sicher. «Wir rechnen mit mehr als 100.000 Geschädigten», sagte Behördensprecher Uwe Wick. Die Schadenssumme bewege sich «im zweistelligen Millionen-Bereich». Da die Ermittlungen fortgesetzt werden, geht die Staatsanwaltschaft Kiel davon aus, «dass sich sowohl die Zahl der Geschädigten als auch die Schadenshöhe noch deutlich erhöhen wird».

http://de.news.yahoo.com/1/20090121/twl-einsame-mnner-und-frauen-per-sms-abg-8b73c05.html

vampyrella

Hallo Polizei,

ich kann Ihnen sagen: Das mit der SMS Abzocke wird AUSSCHLIEßLICH von Animatueren durchgeführt, es gibt in der Branche wohl keine Firma die seriös das hält was sie verspricht.
Allein so lässt sich damit Geld machen.
Schauen Sie sich nur mal Seiten wie kijiji.de an (unter der Rubrik "stellenangebote/freie Mitarbeit")
Die Fotos /bzw. Profile sind von derArt her wie beim Telefonsex, also rein erfunden.

In den AGB'S steht auch meistens, dass es bei dem Dienst lediglich um Partnervorschläge hanelt. also wenn der Animateur grade mal Zeit und Lust hat sich wirklich mit einem dieser armen abgezockten Typen zu treffen, dann steht ihm das frei.
Aber das macht wohl so ziemlich keiner, weil man SMS von Leuten auf ganz Deutschland/europa bekommt.

ich habe selbst bei einer solchen Agentur gearbeitet, ist allerdings schon eine Zeit her. Ist keiner der genannten Firmen. hat sichz mittlerweile wohl aufgelöst.
o
L_/
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