Autor Thema: Köln: Caritas-Party gestört  (Gelesen 3969 mal)

Mambo

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Köln: Caritas-Party gestört
« am: 18:39:54 Fr. 27.März 2009 »
Unter dem Motto „Armut hat viele Gesichter“ lud der Caritas-Verband Köln Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kirche zum Frühjahrsempfang. Erwerbslose wurden freilich nicht eingeladen, aber der Geruch des feinen Buffets mit Sekt und Häppchen lockte dennoch knapp 30 Engagierte aus dem Spektrum der 'Zahltag!'-Kampagne zum Fest.

Hier: de.indymedia.org

CubanNecktie

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #1 am: 19:36:52 Fr. 27.März 2009 »
Klasse Aktion  :)

sowas ähnliches gabs aber auch schon vor paar Jahren: Beispiel - http://www.chefduzen.de/index.php?topic=3333.msg17930#msg17930
Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
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Wilddieb Stuelpner

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #2 am: 19:42:52 Fr. 27.März 2009 »
Unter dem Motto „Armut hat viele Gesichter“ lud der Caritas-Verband Köln Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kirche zum Frühjahrsempfang. Erwerbslose wurden freilich nicht eingeladen, aber der Geruch des feinen Buffets mit Sekt und Häppchen lockte dennoch knapp 30 Engagierte aus dem Spektrum der 'Zahltag!'-Kampagne zum Fest.

Hier: de.indymedia.org

Ist doch immer wieder dasselbe. Da kommen die Sozial- und gemeinnützigen Verbände mit ihren Klingelbüchsen an und erwarten eine milde Gabe vom schon ausgeplünderten Volk (= neudeutsch Fundraising oder Sozialmarketing) und hinterher macht sich die eingeladene Prominenz bei Sekt und Kaviar über das her, das eben vorher von diesen ehrenwerten Bettlern eingetrieben wurde. Das nennt man dann neudeutsch Charity-Party (altdeutsch = Wohltätigkeitsfest), wo die Schönen und Reichen wieder mal gesehen werden wollen und mit ihrem, angeblichem sozialem Engagement rumpransen, nach dem Motto: "Tue einmal was Gutes und rede zehn Jahre immer wieder darüber"

Innerhalb dieser zehn Jahre passiert von diesen Herrschaften so gut wie nichts oder "unangemessen" wenig im Verhältnis zu ihren Einkünften und Vermögen. Ich betone absichtlich die (Un-)angemessenheit, weil man dieses Schlagwort aller nasenlang den immer "sozialschmarotzenden" Arbeitslosen wie ein Spiegel vor Augen hält.



Gemurmel dröhnt drohend wie Trommelklang
Gleich stürzt eine ganze Armee
Die Treppe herauf und die Flure entlang
Dort steht das kalte Büffet.
Zunächst regiert noch die Hinterlist,
Doch bald schon brutale Gewalt,
Da spießt man, was aufzuspießen ist,
Die Faust um die Gabel geballt.
Mit feurigem Blick und mit Schaum vor dem Mund
Kämpft jeder für sich allein,
Und schiebt sich in seinen gefräßigen Schlund
Was immer hineinpaßt hinein.

Bei der heißen Schlacht am kalten Büffet,
Da zählt der Mann noch als Mann,
Und Auge um Auge, Aspik um Gelee,
Hier zeigt sich, wer kämpfen kann, hurra!

Da blitzen die Messer, da prallt das Geschirr
Mit elementarer Wucht
Auf Köpfe und Leiber, und aus dem Gewirr
Versucht ein Kellner die Flucht.
Ein paar Veteranen im Hintergrund
Tragen Narben auf Hand und Gesicht,
Quer über die Nase und rings um den Mund,
Wohin halt die Gabel sticht.
Ein tosendes Schmatzen erfüllet den Raum,
Das rülpst und das grunzt und das quiekt.
Fast hört man des Kellners Hilferuf kaum,
Der machtlos am Boden liegt.

Da braust es noch einmal wie ein Orkan,
Ein Recke mit Übergewicht wirft sich auf‘s Büffet im Größenwahn,
Worauf es dann donnernd zerbricht.
Nur leises Verdauen dringt noch an das Ohr,
Das Schlachtfeld wird nach und nach still.
Aus den Trümmern sieht angstvoll ein Kellner hervor,
Der längst nicht mehr fliehen will.
Eine Dame träumt lächelnd vom Heldentod,
Gebettet in Kaviar und Sekt,
Derweil sie, was übrigzubleiben droht,
Blitzschnell in die Handtasche steckt.

Das war die Schlacht am kalten Büffet,
Von fern tönt das Rückzugssignal,
Viel Feind‘, viel Ehr‘ und viel Frikassee
Na denn: „Prost“ bis zum nächsten Mal – hurra!
Das war die Schlacht am kalten Büffet
Und von dem vereinnahmten Geld
Geh‘n zehn Prozent, welch‘ noble Idee,
Als Spende an „Brot für die Welt“ – hurra!

Youtube: Reinhard Mey: Diplomatenjagd

Auf Schloß Hohenhecke zu Niederlahr
Es hat soeben getagt ,–
Lädt Freiherr Bodo, wie jedes Jahr,
Zur Diplomatenjagd;
Durch Felder und Auen
Auf haarige Sauen,
In Wiesen und Büschen
Den Hirsch zu erwischen,
Den hat Freiherr Bodo für teures Geld
Am Vorabend selber hier aufgestellt.

Schon bricht es herein in Wald und Flur,
Das diplomatische Corps,
Die Ritter vom Orden der Konjunktur,
Zwei Generäle zuvor.
Bei Hörnerquinten,
Mit Prügeln und Flinten.
Es folgt mit Furore
Ein Monsignore.
Selbst den klapprigen Ahnherrn von Kieselknirsch,
Trägt man auf der Bahre mit auf die Pirsch!

Es knallen die Büchsen, ein Pulverblitz, –
Es wird soeben gesagt,
Daß Generalleutnant von Zitzewitz
Den Verlust seines Dackels beklagt.
Der Attaché Mehring
Erlegt einen Hering,
Den tiefgefroren,
Die Kugeln durchbohren,
Noch in Frischhaltepackung, – das ist unerhört! –
Ein Keiler ergibt sich, vom Lärm ganz verstört.

„Bewegt sich dort etwas am Waldesrand?“
(Der Ahnherr sieht nicht mehr recht.)
„Das kriegt kurzerhand eins übergebrannt!“
(Denn schießen kann er nicht schlecht.
Ja, ganz ohne Zweifel:
Er schießt wie der Teufel!)
Man trägt ihn ganz leise,
Bis dicht an die Schneise.

Man reicht ihm die Büchse, es prasselt das Schrot:
So findet der Außenminister den Tod.

Daß der Ahnherr daraufhin noch „Waidmannsheil“ schreit,
Hat alle peinlichst berührt.
Ihm wird ein Protestschreiben überreicht
(besonders scharf formuliert),
Doch muß man dem Alten
Zugute halten: Das war, bei Hubertus,
Ein prächtiger Blattschuß,
Und daß er das Wort Diplomatenjagd,
Nur etwas zu wörtlich genommen hat!

Die Nacht bricht herein, und Schloß Hohenhecke
Bietet ein friedliches Bild:
Der Monsignore segnet die Strecke
Von leblosem, greisen Wild,
Schon fast vergessen,
Will doch keiner essen:
Die Veteranen,
Die zähen Fasanen,
Die Ente mit Rheuma,
Den Keiler mit Asthma.
Die Jagd wird begossen,
Und dann wird beschlossen:
Der Krempel wird, – weil man hier großzügig denkt, –
Dem nächsten Armenhaus geschenkt!
So wird auch den Ärmsten der Segen zuteil!
Es lebe das Weidwerk, dreimal Waidmannsheil!

Reinhard Mey: Das Narrenschiff

Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä“,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.
Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd‘ wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift‘gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentier‘n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.

Reinhard Mey: Hipp hipp hurra!

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib‘ da!
Du mit dem Stoffbeutel, Zottelpullover, Körnerfreak,
Wenn du gehst, dann geht das Licht aus in der Republik.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da bis du ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Ey, du da, mit der Schnabeltasse in der Hand
Drückst dich ‘rum im Altersheim vorm Dienst am Vaterland
Und machst noch locker Kohle, so reichlich 15 Mark am Tag!
Geiler Job ey, mit den alten Leutchen ganz allein
Außer Erbschleicher und Bestatter kuckt ja keiner mehr rein,
Klar doch, daß da jeder laus‘ge Faulpelz Zivi werden mag!

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib da!
Du mit dem Ziegenbärtchen und dem Piercing im Gesicht
Weil ohne dich der ganze Laden hier zusammenbricht.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da bis du ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Ey du da, mit dem appetitlichen Verband
Lungerst mit der Bettpfanne cool an der Klinikwand,
Baggerst die Schwestern an auch noch während der Operation.
Schiebst ein paar Betten ‘rum und ein paar Pillen rein,
Wäschst ein paar Hintern und läßt fünfe grade sein,
Und da ist immer voll die Party auf der Intensivstation.

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib da!
Du kurzgeschor‘ner, langhaariger Glatzkopf du
Ohne dich macht auch der letzte Kindergarten zu
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da bis du ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Und du da, der als Gruß zum „V“ die Finger spreizt
Mit den Kumpels in den Rollstühl‘n durch die Gegend heizt,
Sechs Mann hoch und du am Steuer vom 308er Benz.
Schön im Wartezimmer rumhäng‘n, schön im Weg ‘rumstehn,
Immer an der frischen Luft, immer schön shopping gehn,
Immer extra Klos und extra Parkplatz, du machst dir‘n schön‘n Lenz!

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib da!
Hätt‘st du statt auf Rollstuhl mehr auf Panzerfahren Bock
Stehn die einen auf‘m Schlauch, die andern gehn am Stock.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da bis du ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Ja das gesunde Volksempfinden! Ach, scher dich nicht drum!
Und auch nicht um die Pit-Bulls aus dem Ministerium.
Irgendwann kommt jeder mal vor deinen Thron
Und freut sich, daß du ihm sein Essen auf Rädern auftischst,
Ihn fütterst, ‘rumfährst, windelst und den Po abwischst!
Na klar, wir ham doch unsern Zivi und der macht sowas wirklich gern!

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib da!
Du Kumpel mit dem Haargummi im Rastazopf
Ohne dich, da hängt die ganze Nation am Tropf.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da bis du ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Hipp hipp hurra, hipp hipp hurra, hipp hipp hurra!
Nicht „wegtreten“, nicht „Abmarsch“, halt, bleib da!
Ich sag es deutlich, Herr Minister, und klingt es auch barsch,
Ohne die Drückeberger ist das Vaterland am Arsch.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da seid ihr ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!

Oder meldet Euch im Sinne der Wehrgerechtigkeit
Bei Bobbeles oder bei Schumis Kampfeinheit.
Nicht „stillgestanden“, Gott sei Dank, da seid Ihr ja!
Mütze ab und absolut unmilitärisch: Hipp hipp hurra!



Sie waren Schreiner, Maurer, Steinmetz, Schmied und Zimmermann,
Bald 1000 Jahre her, daß ihre Wanderschaft begann.
Silberschmied, Böttcher, Kupferstecher, aus bitterster Not
Zogen sie in die Fremde und sie suchten Lohn und Brot.
Das Dorf so arm, das Land zu karg, keiner der Arbeit hat,
Vater und Mutter kriegen die vielen Mäuler nicht satt.
Sie schulterten ihr Bündel, nahmen ihren Wanderstab
Und gingen in die Welt, dorthin, wo’s Arbeit für sie gab.
Nichts als den Stenz, nichts als die Kluft, nichts als am Leib das Hemd,
Nicht einen roten Heller, immer hungrig, immer fremd.
Nur ein kostbares Hab und Gut auf ihrer Wanderschaft:
Das Geschick ihrer Hände, ihren Mut und ihre Kraft.

Wir alle seins Brüder,
Wir alle seins gleich!

Ein Leben auf der Straße in Schnee oder Regenflut,
In staub’ger Werkstatt oder im Gebälk zur Mittagsglut,
Auf schwankendem Gerüst, im steilen Dach, im Glockenturm,
Und weiterzieh’n in Kälte, in Nässe, Nacht und Sturm.
Zu lernen, wie man anderswo die Kathedralen baut,
Die Balken zimmert, Schiefer deckt oder den Stein behaut.
Glück, wenn es eine Scheune gab als Herberge zur Nacht,
Doch oft durchnässt im kühlen Morgentau im Gras erwacht.
Und ihre Hände schufen die Burg zu Eisenach,
Die Celler Fachwerkgiebel, das Innsbrucker Gold’ne Dachl
Und manch Geselle brachte der Welt ein Meisterstück dar:
Dürer sein Nashorn und Riemenschneider seinen Altar.

Wir alle seins Brüder,
Wir alle seins gleich!

Magerer Lohn, karges Quartier, und selten satt vom Schmaus,
Drei Jahr und einen Tag und niemals näher an zuhaus
Als diese dreißig Meilen, aus dem Heimatkreis verbannt,
Daß einen nicht die Sehnsucht, nicht das Heimweh übermannt!
Ihr Werkzeug, die Habseligkeiten, was ihr Eigen ist,
Paßt in ein Leintuch, das im Quadrat eine Elle mißt.
Und doch hat der entbehrungsreiche Weg sie reich gemacht,
Hat Schätze an Erfahrung und Kunstfertigkeit gebracht.
Und Reichtümer an Freiheit von drei Jahren auf der Walz.
Allein an irdischen Gütern bleibt ihnen bestenfalls
Der goldne Ring im Ohr und der ist nicht da, um zu prahl’n,
Nein, um damit wenn’s sein muß, ihr Begräbnis zu bezahl’n.

Wir alle seins Brüder,
Wir alle seins gleich!

Sie sind Schreiner, Maurer, Steinmetz, sie sind Schmied, und Zimmermann,
Heut wie vor 1000 Jahren treten sie die Reise an:
Der schwarze Hut, der Ring im Ohr, die Kluft aus alter Zeit,
Am Hemd die schwarze, blaue, graue, rote Ehrbarkeit.
Ein Weg voller Entsagung, Leben ohne Überfluß,
In Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, ein freier Entschluß.
Und ihre Hände bau’n den Reichstag und das Stelenfeld
Das neue World Trade Center, Brücken in die ganze Welt.
Ihr seht sie auf der Rüstung, auf dem First und in den Sparr’n
Und wartend an der Straße, um ein Stück mit Euch zu fahr’n.
Dann, brave Christen, ehe ihr vorbeifahrt, denkt daran:
Der Herr, zu dem ihr betet, war auch ein Zimmermann!

Und sagt der nicht: „Was ihr dem Wandrer an der Autobahn,
Dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan!“
Drum, brave Christen, ehe ihr vorbeifahrt, haltet an:
Der Herr, zu dem ihr betet, war auch ein Zimmermann!

Wir alle seins Brüder,
Wir alle seins gleich!

Die Losung „Wir alle seins Brüder, wir alle seins gleich“ der Fremden Freiheitsbrüder hat ihren Ursprung in der Französischen Revolution von 1798, deren Ideale die Handwerksgesellen begeistert aufnahmen und auf ihren Wanderungen durch ganz Deutschland trugen. Die wandernden Handwerksgesellen spielten eine große Rolle bei der Verbreitung revolutionärer Gedanken in Deutschland.
(Martin Reimers einheimischer Freiheitsbruder, Buchgeselle zu Landshut)

aus einem Interview mit Reinhard Mey

"... Gibt es überhaupt noch Sendungen - Rundfunk, Fernsehen - für Künstler wie Sie?

RM: Bei den meisten Musiksendungen hierzulande möchte man doch lieber im Boden versinken, als da vor der Kamera zu stehen. Anspruchsvollere Formate, für die man sich nicht schämen muß, kann man mit dem Mikroskop suchen. Manchmal gibt es so etwas und einen mutigen Redakteur, der das Wagnis eingeht, ein Lied, das jeder hierzulande verstehen kann und das vielleicht sogar unbequem sein könnte, in seine Sendung zu nehmen. Bei Götz Alsmanns „Großer Nachtmusik“ (ZDF) zum Beispiel oder den „Songs an einem Sommerabend“ (BR) können sie einem begegnen - das Publikums-Echo belohnt sie dann reich für ihre Risikobereitschaft. Und dann sind da noch Gott sei Dank die späten Talk-Shows bei den Öffentlich-Rechtlichen, die ein waches, interessiertes Publikum haben. ...

Codeman

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #3 am: 19:54:32 Fr. 27.März 2009 »
Die ersten beiden Absätze des diebischen Stülpners vor den unseeligen Copy-Paste-you-tube-verlinkenen-Geschreibsel hätten völlig ausgereicht.Im Grunde kann man die erste Seite dieses Threads schon überspringen,denn diese wird völlig Off-Topic mit irgendwelchen Lieder und Links zu kapitalistischen YouTube-Seiten geschmückt.

Mit sozialistischen Gruß

Freundschaft Genosse Kühnel !
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Strombolli

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #4 am: 20:07:11 Fr. 27.März 2009 »
 ;) - Bin sowieso der Meinung, dass es in Deutschland einen bundesweiten "offenen TV-Kanal" geben sollte, in welchem solche Informationen, die jetzt nicht mehr vermittelt werden und deshalb in Foren landen, publikumswirksam dargestellt werden sollten.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

Wilddieb Stuelpner

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #5 am: 21:19:15 Fr. 27.März 2009 »
Die ersten beiden Absätze des diebischen Stülpners vor den unseeligen Copy-Paste-you-tube-verlinkenen-Geschreibsel hätten völlig ausgereicht.Im Grunde kann man die erste Seite dieses Threads schon überspringen,denn diese wird völlig Off-Topic mit irgendwelchen Lieder und Links zu kapitalistischen YouTube-Seiten geschmückt.

Mit sozialistischen Gruß

Freundschaft Genosse Kühnel !

Ein Dieb ist, wer sich fremdes Eigentum unrechtmäßig aneignet und damit ohne eigenen Handschlag seine Einkünfte verdient. Mitnichten ist man ein Dieb, wenn man uneigennützig gutes Medienmaterial einem interessiertem Publikum vorstellt.

Für mich sind Unternehmer Diebe und Räuber, wenn sie Tarif- und Arbeitsverträge brechen und dem AN, der seine Arbeitsleistung ihnen erbracht hat, den Arbeitslohn vollständig oder nicht in der vereinbarten Höhe vorenthalten. Denk mal darüber nach. Wer Lohnraub verübt, der vergreift sich auch gleichzeitig an den Sozialrechten wie zu berechnendes Krankengeld, Arbeitslosengeld und Rentenansprüche.

Werden diese Unternehmer strafrechtlich verfolgt oder werden diese Strafttaten als Kavaliersdelikte angesehen. Also mach' es halblang und betrachte immer die Verhältnismäßigkeit. Hier die Verdachtskündigung wegen möglicher 1,30 Pfandflaschenbon und dort der steuerhinterziehende und Millionen veruntreuende Angehörige der selbsternannten Leistungselite, der zusätzlich zu seiner beruflichen Unfähigkeit noch auf Boni, Übergangs- und Ruhegelder pocht.

Es soll allerdings Kulturbanausen geben, die sich für deratige Beiträge nicht interessieren. Geschmack ist eben verschieden, kann man sich streiten, genau wie übers Essen und Trinken. Der Eine mag auserlesene, teure Krümel auf einen fast sonst leeren Teller garniert in einem Luxustempel serviert bekommen. Da bezahlt er für den Namen. Der Andere mag Fast Food im amerikanischen Schnellimbiß und ein Dritter seine Currywurst und Fritten.

Ich fand die Musikthemen passend zum Eingangsthema „Armut hat viele Gesichter“ ausgesucht, passend zur aktuellen Krisenzeit und zwecks Gesellschaftskritik an den Organisatoren, die dieses Fest nicht für die Armen, sondern für die High Society ausrichteten oder sollte ich aus diesem gegebenen Anlaß gleich arschkricherisch für diese geladene Gesellschaft mit barocker Musik daherkommen?

Und was sollen Deine Spitzen gegen den Sozialismus. Was hat der Sozialismus mit dieser Charity-Veranstaltung der Caritas zu tun?

Mit Georg Friedrich Händels Feuerwerksmusik oder Wassermusik oder mit Johann Sebastians Brandenburgischen Konzerten etwa für die erwähnte feine Gesellschaft, die sich gestört fühlte?

Aloysius

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #6 am: 09:17:57 Sa. 28.März 2009 »
Die ersten beiden Absätze des diebischen Stülpners vor den unseeligen Copy-Paste-you-tube-verlinkenen-Geschreibsel hätten völlig ausgereicht.Im Grunde kann man die erste Seite dieses Threads schon überspringen,denn diese wird völlig Off-Topic mit irgendwelchen Lieder und Links zu kapitalistischen YouTube-Seiten geschmückt.

Mit sozialistischen Gruß

Freundschaft Genosse Kühnel !

Ein Dieb ist, wer sich fremdes Eigentum unrechtmäßig aneignet und damit ohne eigenen Handschlag seine Einkünfte verdient. Mitnichten ist man ein Dieb, wenn man uneigennützig gutes Medienmaterial einem interessiertem Publikum vorstellt.


Nee, da ist man eher nicht Dieb als eher faul

Es geht wohl eher drum, dass kaum jemand etwas dagegen hat, wenn du hier interessante Fundstücke präsentierst, aber ein eigenes Resümee sollte dann schon dabei sein, das auch gerne mehr als einen Absatz lang sein darf ;)
Reden wir drüber

milly

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #7 am: 09:49:22 Sa. 28.März 2009 »
tja da hat halt jemand die "caritas" - party "gestört....."....

ossis und wessis streiten sich hiermit in diesem forum darüber, wer sich doller gestritten hat....

das ist so scheissomatenmäßig - LANGWEILIG -



@kellerkind, ich weiß, das ist DEIN schlüsselwort. für mich wäre der "RAUSFLUG" jetzt das letzte mal... sag mir einfach RECHTZEITIG bescheid!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wilddieb Stuelpner

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #8 am: 10:40:15 Sa. 28.März 2009 »
... Es geht wohl eher drum, dass kaum jemand etwas dagegen hat, wenn du hier interessante Fundstücke präsentierst, aber ein eigenes Resümee sollte dann schon dabei sein, das auch gerne mehr als einen Absatz lang sein darf ;)

Die kurze Zusammenfassung ist da zwischen Codeman-Zitat und erster Xoutube-Verlinkung.

Wilddieb Stuelpner

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #9 am: 11:10:06 Sa. 28.März 2009 »
... ossis und wessis streiten sich hiermit in diesem forum darüber, wer sich doller gestritten hat....

das ist so scheissomatenmäßig - LANGWEILIG -...

Wo ist hier eine Ost-West-Diskussion zur Caritas-Party zu finden?

Ich kann nicht mal einen Ansatz  dafür erkennen. Hier findet ja nicht mal ein Vergleich zu einer DDR-Wohltätigkeitsveranstaltung statt. Die hatten wir auch nicht nötig, weil jeder innerhalb seiner Zugehörigkeit zu einer Partei oder Massenorganisation ohne großen Aufhebens, mitunter mit Murren,  seinen Solidaritätsbeitrag jeden Monat und das gleich mehrmals spendete (SED, FDGB, FDJ, DSF), egal in welcher sozialen Position man sich befand. Wohin und wofür die Spenden flossen, darüber schwiegen sich die Funktionäre der Parteien und Massenorganisationen bis heute aus.

So ein großes Palaver um Spenden gab es einfach nicht. Aber man merkte es schon, das sich was in der Richtung tat, wenn es wieder mal im Handel mit der Versorgung von Verbrauchsgütern im Inland hakte, dann konnte man sicher sein, daß mal wieder eine Hilfssendung zu einem jungen Nationalstaat auf die Reise war.

Welcher Westkollege hat sich denn dazu aufgerafft, seinen regelmäßigen Solibeitrag für die 3. Welt beizusteuern, wer interessiert sich denn aktiv für Arbeitslose, Kranke, sozial Bedürftige?

Das tritt erst dann ein, wenn man das gleiche Schicksal mit anderen Mitmenschen teilen muß. Vorher will ein AN nichts von Arbeits- und Obdachlosen wissen. Vorher ist das Hochhalten von Statussymbolen viel wichtiger: Eigenheim, Auto, Markenklamotten, großartige Reisen usw. Da wirkt das Marketing und die Werbung der Unternehmer. Die Statussymbole haben sich aber mittlerweile dank der Banken- und Finanzkrise, dank des Teuros und der Massenentlassungen auch mehr und mehr selbst erledigt. Jetzt kommt man langsam wieder von den Höhenflügen zurück auf den Teppich.

Da muß man mit der Lupe suchen. Spenden funktionierte im Westen doch nur zu Weihnachten, wenn man auf die christlichen Nächstenliebetränendrüse drückt oder wenn die Spendensammelei mit einem Glückspiel gekoppelt wurde oder wenn es für die Spende eine steuerlich absetzbare Spendenquittung gibt. Eine Spende, die von Herzen kommt, also völlig uneigennützig, ist das nicht. Da wird vorher durchgerechnet und durchkalkuliert, ob es für einen selbst als nützlich und voteilhaft erscheint. Stichwort: Ein Platz an der Sonne

Und dann noch: Wer schmückt sich da mit fremden Federn?

Da wird die Organisation, also nur der Ideengeber, als edler Spender namentlich genannt, die die Sammelei ins Leben rief, aber nicht Diejenigen, die die Spenden tatsächlich aufbrachten. Auch so eine Verlogenheit.

So milly, jetzt habe ich einen passenden Beitrag nachträglich beigesteuert, damit Deine vorauseilenden Kritik auch stimmt.

milly

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #10 am: 11:23:07 Sa. 28.März 2009 »
@stüelpi

"
So milly, jetzt habe ich einen passenden Beitrag nachträglich beigesteuert, damit Deine vorauseilenden Kritik auch stimmt."

ich brauche das nicht wirklich. ich weiss ganz genau dass du nicht joachim kühnel bist. der hätte sowas z.b. niemals geschrieben....

- wo hast´n den verbuddelt??!!!

Onkel Tom

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #11 am: 12:00:10 Sa. 28.März 2009 »
Och nöö, nicht miteinander rumzanken.

Genießt lieber die Schramme im Image der Caritas  :D
Lass Dich nicht verhartzen !

milly

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #12 am: 12:06:37 Sa. 28.März 2009 »
hast recht, die sog "caritas" ist hier das ziel...

mit jokü müsste ich diesbezüglich halt nicht von vorne anfangen.......

@herr stülpner
sie reichen nicht annähernd an herrn kühnel heran. intellektuell und verbal ist er Ihnen weitaus überlegen. ich weiss nicht, was andere Menschen denken, aber ich bin der meinung, dass SIE nicht ganz bei trost sind.

bitte lassen sie ein so wichtiges forum wie cd in ruhe, und leben sie ihr ego und alles was dazugehört WOANDERS aus......

vielen dank im voraus
mfg
milly



unkraut

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Re: Köln: Caritas-Party gestört
« Antwort #13 am: 13:38:08 Sa. 28.März 2009 »

Respekt , tolle Aktion .
Wäre interessant ob da noch was von Staatsmachtseiten nachkommt .
Wenn man diese Manipulation nun schon bei den Streifenpolzisten ganz unten antrifft ( oben wird es ja vorgemacht ) könnte man vermuten das das schon auf der Polizieschule gelehrt wird .

Man braucht einen Grund um zuzuschlagen . In der Geschichte ist der Grund für den " Angriff auf Polen " ja auch ... na ja kennen wir .

@ WS ... das liest doch keiner . Ein Link reicht und wer will kann sichs anhören / reinlesen .
LG
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

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