Autor Thema: Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …  (Gelesen 1182 mal)

neophyte

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MizuNoOto

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Re:Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …
« Antwort #1 am: 14:55:07 Sa. 08.Oktober 2011 »
Ich habe den Artikel über Peter Hartz gelesen. Naja. Empfindsamkeitsjournalisten sind ja leider meistens völlig frei von jeder ökonomischen und politischen Sachkenntnis. Heraus kommen dann Sätze wie

Zitat
Ich mag kaum glauben, dass man jemandem, der es liebt, einen mageren, kaum nachvollziehbaren Inhalt hinter teilweise absurden Wortkonstrukten zu verbergen, den Arbeitsmarkt eines ganzen Landes anvertraut. Aber damals riss Peter Hartz die Menschen offensichtlich mit.

Mich hat Peter Hartz damals auch mitgerissen. Jeden Morgen stand ich etwas beschwingter auf, weil es Peter Hartz gab. Noch heute habe ich Autogrammkarten. Tja, wir wurden alle verführt. Niemand ärgert sich übrigens bis heute darüber bis heute mehr als die deutsche Industrie, wurden doch Millionen Steuergelder, die in den Vorstandsetagen hart erabeitet wurden, durch die unsinnigen Maßnahmen des Peter Hartz verbrannt.

Manche Stellen sind trotzdem interessant.

Zitat
»Dieses Arbeitsmarkthema und dieses Jobthema – das ist mein Lebensthema.« – »Warum? « – »Meine Erziehung«, sagt Hartz. Er erzählt von seiner Kindheit als jüngster von drei Söhnen in »sehr einfachen Familienverhältnissen«. Sein Vater arbeitete in einer Drahtzieherei, er beizte das Metall, veredelte es. Die Dämpfe, die er dabei einatmete, setzten sich in die Lungen und in die Bronchien. Schließlich war der Vater zu schwach, die schweren Drahtringe zu heben. »Er wurde aussortiert und dann als Hilfsarbeiter durch die Gegend geschubst«, sagt Hartz.

Und welche Lehren zieht Peter Hartz daraus?

Zitat
Aber obwohl der Vater krank war, blieb er fast nie zu Hause. Von ihm habe er gelernt, wie wichtig es sei, einen Arbeitsplatz zu haben, sagt Hartz. »Wenn man einen Job hat, ist alles gut. Dann wird man gebraucht, man hat Würde und kann sein Essen verdienen. Ich bin Überzeugungstäter. Ich bin überzeugt, dass man das Problem der Arbeitslosigkeit lösen kann.«

Wahnsinn? Ein weit verbreiteter. Z. B. Heinz Buschkowsky, SPD, "Der Sozialstaat hemmt den Kampf ums Überleben".

Zitat
Wegen des Mangels an Wohnraum lebten die Buschkowskys zu viert in einer Einzimmerwohnung im Keller. "Stube-Küche sagte man dazu damals", erzählt Buschkowsky.
welt
Zitat
Der Vater baute später mit eigenen Händen ein kleines Haus und ruinierte sich dabei die Gesundheit.
TSP

Stockholmsyndrom? "Die anderen sollen so viel leiden wie ich" - Syndrom?

Zitat
Im Jahr 2005 erschien im ZEITmagazin ein Beitrag von Peter Hartz in der Rubrik Ich habe einen Traum. »Es träumt mir«, schrieb er da, »ich sei Alleinherrscher, ein wunderbarer, sympathischer, liebevoller Alleinherrscher, wie ihn die Weltgeschichte bisher noch nicht gekannt hat und der für das Volk nur das Beste will. Der aber plötzlich konfrontiert ist mit einem gigantischen Problem, dem der fünf Millionen arbeitslosen Untertanen.« Beim Lesen stockte ich. Alleinherrscher, dachte ich, krasser Traum. Ich las weiter: In einem Jahr wolle er die Arbeitslosigkeit beseitigen, sagt der Herrscher Hartz in seinem Traum. »Wenn nur und ausschließlich das umgesetzt würde, was er vorgibt. Uneingeschränkt, ohne Kompromisse, ohne Bundesräte würden seine Visionen Wirklichkeit.« – »Warum haben Sie das geschrieben?«, frage ich. »Weil Sie die Macht haben müssen«, sagt Hartz, »zu sagen: Wir machen das jetzt so. Wenn ich diese Macht eine logische Sekunde lang hätte, um alles zu befehlen, dann würde ich das Problem der Arbeitslosigkeit lösen.«

Aber wir leben zum Glück in einem Land, in dem nicht einfach einer die Macht hat, denke ich. Und ich sage: »Aber man muss doch Kompromisse machen, das ist der Kern von Demokratie.« – »Kompromisse zeigen immer die Unfähigkeit der Beteiligten, ein Problem mit der Hilfe von Fachleuten zu lösen«, sagt Hartz. »Es werden immer viel zu viele Kompromisse gemacht.«

Zitat
Ein Fahrer bringt Peter Hartz und mich zum Mittagessen in die Stadt. Es ist wie eine kurze Rückkehr in sein früheres Leben. Wir sitzen im Fond auf Ledersitzen, der Innenraum ist mit Holz verkleidet. Im Restaurant begrüßt uns der Chef persönlich. Man kennt Peter Hartz. Er war schon früher hier, als noch alles besser lief. Am Ende sitzen wir uns gegenüber und essen Carpaccio vom Rind mit Trüffelspänen. Es ist ein Moment, den ich als absurd empfinde. Seit fast sieben Jahren, seit der Einführung von Hartz IV, habe ich für etliche Fernsehreportagen Tage, Wochen, Monate mit den Menschen verbracht, die mit den Ideen des Peter Hartz leben. Menschen, die über 600 Bewerbungen geschrieben haben und die trotzdem keiner will. Menschen, die in Ein-Euro-Jobs Arbeit machen, für die es eigentlich einen festen Lohn geben sollte. Und Menschen, die sich aufgegeben haben. Von all denen, deren Leben seinen Namen trägt, erzähle ich Peter Hartz. Er besteht darauf, dass ich sie Alg-II-Empfänger nenne, will, dass ich seinen Namen meide, wenn ich von den Armen rede, was ich verstehe. Was ich nicht begreife, ist die Leichtfertigkeit, mit der Hartz auch jetzt so tut, als wisse er genau, was die Probleme dieser Menschen lösen könnte. Sie alle sollten doch »Minipreneure« werden, sagt Hartz, und ich »A-Trainerin«.

Zitat
Viel später, als ich noch einmal die Broschüre durchblättere, werde ich lange überlegen, ob ich diese Beharrlichkeit bewundernswert finde oder tragisch. Jetzt frage ich ihn nur: »Warum machen Sie das?« – »Ich muss ja das Problem noch lösen«, sagt er. »Es ist ja lösbar.« Ich denke daran, wie mir Hartz von seiner kranken Frau erzählte, davon, dass auch er Ärzte brauchte, um die letzten Jahre zu überstehen. »Warum können Sie nicht sagen, ich gehe jetzt nach Hause, ich kümmere mich um meine kranke Frau, um mich und um meine Pferde und lass die Arbeitslosen in Ruhe?«, frage ich ihn. »Das wäre eine Alternative«, sagt er. »Aber das gelingt Ihnen nicht?« – »Man darf nie aufgeben«, sagt Peter Hartz.

hege

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Re:Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …
« Antwort #2 am: 16:59:57 Sa. 08.Oktober 2011 »
Bei VW Millionen kassiert, den Erwerbslosen in Deutschland ein Armutsprogramm aufgelegt, und dann von den Spesen in Brasilien das Puff-Wesen gefördert. Dafür steht:
                        Peter Hartz.

Hier die Wahrheit über den grössten Arbeiterbetrug
getragen von der Arbeiterpartei SPD unterstützt von allen Gewerkschaften, Sozialverbänden usw.
Leben
Peter Hartz wuchs als jüngster von drei Söhnen eines Hüttenarbeiters im saarländischen Niederwürzbach auf. Nach seiner mittleren Reife machte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Nach seinem Zweiten Bildungsweg folgte 1965 ein dreijähriges Studium in Saarbrücken. Peter Hartz lebt heute noch im Saarland, ist verheiratet und hat einen Sohn.
Zu größerer Bekanntheit kam Hartz Anfang 2002, als er von der Bundesregierung zur Entwicklung von Reformen am Arbeitsmarkt beauftragt wurde. Dies tat er zusammen mit der nach ihm benannten Hartz-Kommission, die unter seiner Leitung das ebenfalls nach ihm benannte Hartz-Konzept erarbeitet hat. Einige der von ihm noch schlimmere vorgeschlagenen Maßnahmen wurden allerdings nicht umgesetzt.
Veruntreuung von Firmengeldern
Er gilt als Freund des früheren Škoda-Managers Helmuth Schuster, gegen den seit Juli 2005 wegen Untreue und Betrugs im Rahmen der VW-Korruptionsaffäre ermittelt wurde. Am 8. Juli 2005 bot er seinen Rücktritt an, nachdem in der Presse immer wieder von einer Mitwisserschaft Hartz' spekuliert wurde. Am 13. Juli 2005 empfahl das vierköpfige Präsidium des VW-Aufsichtsrates einstimmig, das Rücktrittsangebot von Peter Hartz als Personalvorstand anzunehmen. Hartz wurde jedoch keine Abfindung gewährt. Seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand bezieht er eine altersbedingte Rente. Dem Präsidium gehörten zu diesem Zeitpunkt der Vorsitzende des Aufsichtsrates Ferdinand Piëch, der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen Christian Wulff, der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall Jürgen Peters sowie der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates der Volkswagen AG Bernd Osterloh an.
Am 7. Oktober 2005 gab die Staatsanwaltschaft Braunschweig an, ein Ermittlungsverfahren gegen Hartz wegen Verdachts der Untreue einzuleiten.
Am 9. Oktober 2006 soll Peter Hartz gegenüber der Braunschweiger Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff zugegeben haben, dass er ein Jahrzehnt lang den einstigen Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert „begünstigt“ hat. Angeblich ohne Wissen des damaligen Vorstandschefs Ferdinand Piëch und anderer Top-Manager des VW-Konzerns zahlte Hartz an Volkert zwischen 1995 und 2005 Jahr für Jahr einen „Sonderbonus“ von 200.000 Euro – insgesamt somit zwei Millionen Euro. Zu dem System der Vergünstigungen soll auch gehört haben, dass Hartz der brasilianischen Geliebten von Volkert, Adriana Barros, ein Zusatzeinkommen verschaffte. Lange Zeit soll sie 7.600 Euro pro Monat erhalten haben – insgesamt 399.000 Euro.
Am 15. November 2006 wurde bekannt, dass gegen Peter Hartz in Braunschweig ein Strafverfahren wegen Untreue als VW-Vorstand in 44 Fällen eröffnet wurde. Ihm drohte für jede dieser 44 Taten eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und damit als Gesamtstrafe eine Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.
Am 17. Januar 2007 gestand Hartz in der auf lediglich zwei Verhandlungstage angesetzten Gerichtsverhandlung alle 44 Klagepunkte ein. Der Gesamtschaden dieser Schmiergeld-Affäre beträgt 2,6 Millionen Euro. Fast zwei Millionen Euro dieser Summe zahlte Hartz an Klaus Volkert, damaliger Chef des Betriebsrats. Trotz einer theoretischen Höchststrafe von 15 Jahren Freiheitsstrafe einigten sich Staatsanwaltschaft und Verteidiger allerdings auf eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, und eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen a 1600 € (insgesamt also 576.000 €) im Gegenzug für ein volles Geständnis. Auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen konnte, aufgrund des vollumfänglichen Geständnisses, verzichtet werden.
Dieser „kurze“ Prozess wurde in Zeitungskommentaren kritisiert. Nach der Sächsischen Zeitung vom 18. Januar 2007 sei es „instinktlos, ‚Urteilsabsprachen‘ schon bei Prozessbeginn zu treffen“. Schon das Wort zeuge von mangelndem Gefühl für die gesellschaftliche Bedeutung dieses Prozesses.
Das Landgericht Braunschweig verurteilte Hartz am 25. Januar 2007 wegen Untreue und Begünstigung des VW-Betriebsratschefs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Er gilt damit als vorbestraft.
Unklar ist noch, ob Volkswagen die 2,6 Millionen Euro zurückfordern wird.
2002 wurde Peter Hartz mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Dieses hat er, wie sein Anwalt berichtet, Ende August 2007 nach vorheriger Abstimmung mit dem Bundespräsidialamt freiwillig zurückgegeben und seinen Verzicht erklärt.
Nimm die Rechtsstaatlichkeit weg, was sind Staaten wenn nicht große Räuberbanden? Denn was sind Räuberbanden anderes als Staatswesen im Kleinen?"




CubanNecktie

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Re:Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …
« Antwort #3 am: 18:07:14 So. 09.Oktober 2011 »
Und der Wahnsinn soll weiter gehen, verschärft werden?!!!!!!!!!

Der Irre, der Agenda 2010 mit entwickelt hat, entwickelt grad die Agenda 2012 ........
Zitat
Gerhard Schröder entwirft Euro-Agenda 2012
Schon einmal hat der Ex-Kanzler radikale Reformen angeschoben. Seine Agenda 2010 brachte Deutschland auf Vordermann. In der FTD präsentiert der Sozialdemokrat tiefgreifende Ideen zur Stärkung Europas. Mit dabei: ein 50-prozentiger Schuldenschnitt für Griechenland.

http://www.ftd.de/politik/europa/:euro-krise-gerhard-schroeder-entwirft-euro-agenda-2012/60113393.html
Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
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Re:Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …
« Antwort #4 am: 22:46:22 So. 09.Oktober 2011 »
Ich frage mich, warum wehren wir uns nicht gemeinsam gegen die Verfassungsfeindlichen Hartz IV Sätze, es sollte ein Eckregelsatz von 500 euro sein, wissenschaftliche Berechnungen gehen von höheren Sätzen aus, aber es würde reichen, wenn erstmal überhaupt ein Anfang gemacht wird und langfristig an einem Mindestlohn gearbeitet wird und die Zeitarbeit abgeschafft ist.

Diese Bildungspropaganda kotzt mich auch an, mache gerade ne Umschulung und muss ein Praktikum machen, dass nicht bezahlt wird !!!!!

6 Monate unbezahlte Arbeit - da scheint sich der Unternehmer zu freuen, mich kotzt das an, dass ich am liebsten das Handtuch werfen will - aber dann wird mir das Geld gestrichen und dass ist etwas was mich absout anwidert...........

Hartz IV ist doch nix anderes um Menschen in schlecht bezahlte oder kostenlose Arbeit zu zwingen, kostenlose Arbeit nennt man einfach Praktikum, weil ja die Leute zu dumm sind zum Arbeiten, deswegen auch die Bildungspropaganda, was soll eigentlich damit bezweckt werden ??????

Nikita

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Re: Schröder, Riester, Hartz, Eichel, Rürup …
« Antwort #5 am: 22:04:44 Do. 19.Mai 2022 »
Uns' Gerhard Schröder hatte nicht seinen besten Tag heute:

Die von ihm eingeführten Hartz IV-Sanktionen werden ausgesetzt.
Schröder bekommt kein Büro und keine Mitarbeiter mehr und kommt auf die EU-Sanktionsliste.
Klingt zu schön, ist aber wahr.

Unter diesen Bedingungen wünsche ich Dir ein langes Leben, Gerhard.