Tarifrunde TVöD

Begonnen von xyu, 23:43:47 Do. 14.November 2013

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

xyu

Zur Zeit läuft in ver.di die Diskussion zur Tarifforderung für den Tarifvertrtag des öffentlichen Dienstes an.
Hier ein Diskussionsbeitrag aus dem ver.di-Mitgliedernetz:

"Ergebnis über der realen Inflationsrate für GeringverdienerInnen!

Die offizielle Inflationsrate liegt etwa im Oktober 2013 bei 1,2%. Allgemein bekannt ist jedoch, dass diese nach einem Warenkorb berechnet wird, der nicht dem realen Warenkorb von Gering- und MittelverdienerInnen entspricht.
Jemand, der etwa unter 2000 Euro brutto monatlich verdient, braucht mitunter das gesamte monatliche Einkommen auf für

-Lebensmittel
-Mietkosten
-Energie/Sprit/Bahn und Bus

Der "Spiegel" schreibt im August 2013: "Im Jahresvergleich verteuerten sich Nahrungsmittel jedoch um 5,7 Prozent - der stärkste Anstieg seit fast fünf Jahren. Fachleute machen dafür auch die Wetterkapriolen verantwortlich: Erst der lange Winter, dann die Überschwemmungen sowie zuletzt Hitze und Trockenheit verhinderten dem Bauernverband zufolge vielerorts eine gute Ernte.

Deutlich mehr Geld mussten die Verbraucher den Statistikern zufolge für Speisefette und Speiseöle ausgeben, die insgesamt um 15,4 Prozent teurer wurden. Der Preis für Butter lag im Vergleich zum Juli 2012 sogar um 30,8 Prozent höher. Für Gemüse mussten die Verbraucher 11,7 Prozent mehr Geld hinlegen, Kartoffeln waren 44,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier legten insgesamt um 6,1 Prozent zu.

Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Erheblich teurer war dabei wie schon in den Vormonaten Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent. Günstiger im Vergleich zum Juli 2012 wurde leichtes Heizöl, und zwar um 3,6 Prozent.

Zeitungen und Zeitschriften verteuerten sich um 4,1 Prozent. Tabakwaren
waren um 3,6 Prozent teurer, was nach Angaben der Statistiker auf eine verspätete Weitergabe der Tabaksteuererhöhung zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen ist. Um 4,5 Prozent günstiger wurde hingegen Kaffee, für Geräte der Unterhaltungselektronik mussten die Verbraucher 5,1 Prozent weniger zahlen als ein Jahr zuvor."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/inflation-lebensmittel-verteuern-sich-stark-a-916260.html

Enorme Steigerungen der Mietpreise stehen insbesondere in Großstädten schon länger auf der Tagesordnung. Die Deutsche Bahn erhöht jedes Jahr ihre Preise über der Inflationsrate.

Aus diesen Gründen, und weil es ja au den letzten Jahren auch Nachholbedarf gibt, würde ich das Entgeld betreffend eine Forderung von 400 Euro (tabellenwirksamer monatlicher Festbetrag) für angemessen halten.

Klar ist, dass dafür gekämpft werden muss.
Im letzten Jahr wurde berichtet, die letztendliche (erst in der zweiten Abstimmung der Tarifkommision) Annahme der Tarifeinigung habe u.a. daran gelegen, dass kampfstarke bzw. streikstrategisch wichtige Bereiche (z.B. Flughäfen) nach bereits zugesagter Sonderzulage nicht mehr streikbereit gewesen seien.
Dass so eine Situation entsteht, gilt es demnach dieses Mal zu verhindern.
Weiterhin wäre es natürlich wünschenswert, die schon letztes Jahr erfreulich steigenden Warnstreikteilnahmezahlen noch zu "toppen".
Auch sollte versucht werden, das Potential gleichzeitig streikender ArbeiterInnen in unterschiedlichen Branchen zu nutzen. Denn auch wenn wir uns mit unterschiedlichen Gegnern streiten und spezifische Tarifverträge verhandeln, so sind wir doch alle Teil derselben ArbeiterInnenklasse, der es nicht schlecht ansteht, sich untereinander solidarisch zu zeigen.
Wie sähe es aus, wenn etwa eine VW-Belegschaft erst dann wieder die Arbeit aufnehmen würde, wenn nicht nur ihre Forderungen sondern auch die der Beschäftigten der Krankenhäuser erreicht sind? "

https://mitgliedernetz.verdi.de/interaktiv/foren/thema/discussion?DiscussionPortlet.detail=12324&DiscussionPortlet.page=0&message=Topic%20added#post.12324
(link nur aufrufbar für dort registrierte ver.di-mitglieder)

Codeman

Grundsätzlich sind das richtige Forderungen !

Zumindest auf den TVöD bezogen, haben die Gewerkschaften auch eine gute Kampfbasis, da Streiks im Kommunalbereich sofort für den einzelnen Bürger spürbar sind (Kitas bleiben geschlossen, Müll wird nicht abgeholt usw.). Davon profitieren letztendlcih auch die Beschäftigten des Bundes, da diese mit den Kommunalis im TVöD vereinigt sind.

Das Problem von VERDI im ÖD ist eher, dass es für die Länder einen einzelnen Tarifvertrag gibt (TV-L) und dieser sogar noch für ein Land gar nicht gilt (Hessen) sowie ein Land dort ausgetreten ist, jetzt wieder neu aufgenommen wurde und langsam sich dem Verdienst der übrigen Länder wieder annährt (Berlin).

Dann gibt es noch Betriebe / Verwaltungen die widerum eigene Tarifverträge, so genannte Haustarifverträge, mit VERDI haben. In Berlin trifft dies auch die BVG zum Beispiel zu.

Diese ganze Zersplitterung in unendlich kleine Tarifeinheiten macht VERDI im öffentlichen Dienst leider teilweise handlungsunfähig.

Daher die Forderug:

-> Zusammenlegung aller Tarifverträge zu einem
-> Sofortige Entfristung aller befristet Beschäftigten im ÖD
-> Sachgrundlose Befristungen sind zu verbieten
-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Kuddel

Zitat-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Troll

Es lässt sich Geld einsparen, die Löhne in Ostdeutschland werden sich automatisch angleichen wenn sie im Westen nicht angemessen steigen, man trifft sich Entlohnungsmäßig heute immer auf dem niedrieren Niveau, zumindest bei normalen Arbeitsverhältnissen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Rudolf Rocker

Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

Codeman

Zitat von: Kuddel am 10:48:32 So. 29.Dezember 2013
Zitat-> Anpassung der Ost-Verdienste an die der West-Beschäftigten (z.b. bekommt man im Osten immernoch nicht das gleiche Weihnachtsgeld wie im Westen)
Warum die Unterschiedlichen Löhne/Arbeitsbdingungen Ost/West so wenig thematisiert werden, ist mir eh ein Rätsel.

Servus Kuddel,

das ist eine berechtigte Frage. Aber Verdi tut ja alles um diesen Zustand auch noch zu zementieren. Waren vor der letzten Einigung noch 75% Weihnachtsgeld für die Beschäftigten des Tarifbereiches Ost vorgesehen, sind es jetzt noch 67,5%.

Ein wahrhaft guter Ansatz........ *kotze smiley*

Zitat von: Rudolf Rocker am 12:08:06 So. 29.Dezember 2013
Ja, die Westlöhne werden an die Ostlöhne angepasst! >:(
Und was auch nicht oft thematisiert wird:
Warum verdienen Frauen für die gleiche Arbeit oft weniger als ihre männlichenh Kollegen?

Da im ÖD jeder und alles in Entgeltgruppen und Stufen eingruppiert wird, entfällt dieses Argument auf den 1. Blick.

Aber dann gibs ja auch wieder die Möglichkeit der Zahlung von außertariflichen Zulagen.....die widerum unterliegen keiner so strengen Kontrolle......
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Rudolf Rocker

Ja, ich meinte das auch eher Allgemein.
Ich hab mir neulich mal angeguckt, was ich verdienen würde, wenn ich im ÖD anfangen würde. Das ist einfach nur traurig, was es da gibt! >:(

xyu

@codeman hast du da nen link o.ä. zu der von dir genannten absenkung der ost-jahressonderzahlung?

Zitat11.02.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Kommunen fordern Lohnzurückhaltung
Berlin. Vor der Tarifrunde im öffentlichen Dienst warnen Kommunen die Gewerkschaften: Hohe Lohnforderungen würden eine Privatisierungswelle provozieren. Ein starkes Plus für untere Tarifgruppen ziehe die Auslagerung von Jobs nach sich, sagte der Präsident der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Montag). Am Dienstag wollen die Gewerkschaften mit ver.di an der Spitze ihre Lohnforderung für die gut zwei Millionen Beschäftigten der Kommunen und des Bundes verkünden. Böhle kritisierte, die Tariflöhne des öffentlichen Dienstes seien schon heute für einfache Tätigkeiten höher als in der Privatwirtschaft. (dpa/jW)
http://www.jungewelt.de/2014/02-11/044.php

ZitatNachholbedarf" konsequent durchsetzen
2. Februar 2014


Am 11. Februar werden die ver.di-Forderungen für die Tarifrunde Bund und Kommunen aufgestellt. In vielen Betrieben, Dienststellen und Bezirken fanden bereits Diskussionen statt.

von Angelika Teweleit, Berlin

In einer Tarifinfo von ver.di wird auf den großen Nachholbedarf der Beschäftigten verwiesen. Richtigerweise wird darin der alten Leier der Arbeitgeber, die Kassen seien leer, die aktuellen Konjunkturdaten und hohe Steuereinnahmen entgegengestellt. Gleichzeitig sollte aber als Ausgangsbasis für die Diskussion um die Aufstellung der Forderungen die Einkommensentwicklung und die höheren finanziellen Belastungen der Beschäftigten maßgebend sein.
Leere Kassen – wessen Kassen?

Laut Statistischem Bundesamt zeichnete sich 2013 ein weiterer Reallohnverlust für die Beschäftigten ab, der vor allem auf die Lohnentwicklung ,,im Bereich der Banken und Versicherungen sowie in der öffentlichen Verwaltung" zurückzuführen sei. Die steilen Anstiege der Preise der Grundnahrungsmittel, bedeuten, dass am Ende des Monats weniger Geld in der Haushaltskasse ist. Aber auch die steigenden Mieten, besonders in den Großstädten, führen zu großer finanzieller Belastung für die Beschäftigten. Dazu kommt der weitere Anstieg der Strompreise.
Forderungen nach Sockelbeträgen

Wie schon bei den vergangenen Tarifrunden spielt die Diskussion um die Anhebung der unteren Lohngruppen, zum Beispiel durch einen Festgeld- oder Sockelbetrag, eine wichtige Rolle. Es gibt Beschlüsse aus Betrieben und Bezirken nach einem Sockelbetrag in der Größenordnung von 150 Euro monatlich plus 4,5 Prozent beziehungsweise nach einem Sockel von 150 beziehungsweise 200 Euro plus (je nach Betrieb und Bereich) zwischen ein und sechs Prozent oder auch nach einem reinen Festbetrag – bis hin zu 300 Euro. Auf einer ver.di-Versammlung in Bochum wurde eine Laufzeit von zehn Monaten gefordert, um endlich eine Synchronisierung mit der Tarifrunde der Länder im Jahr 2015 zu erreichen. Einige KollegInnen hatten dort auch die Frage der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich thematisiert. Man einigte sich darauf, dass es keine weitere Arbeitszeitverlängerung und keine Kompensationen geben darf. Eine offensive und erfolgreiche Lohnrunde in diesem Jahr wäre eine gute Ausgangsbasis, um das Thema 2015 wieder aufzugreifen und in den Forderungskatalog aufzunehmen. Die Beispiele zeigen, dass viele KollegInnen die vom ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske gegenüber der Bundestarifkommission geäußerte Größenordnung von 100 Euro Sockelbetrag plus drei Prozent nicht als ausreichend erachten.
Die rote Karte zeigen!

Die Durchsetzung von Forderungen ist eine Frage der Kampfkraft und der Kräfteverhältnisse. Bei den Tarifrunden in Bund und Kommunen der letzten Jahre hatte sich an der massiven Beteiligung an Warnstreiks gezeigt, dass es eine große Kampfbereitschaft gibt.Wenn die ver.di-Führung, gemeinsam mit GEW und dbb, mit der klaren Aussage in die Tarifauseinandersetzung geht, dass ein konsequenter Kampf für die berechtigten Forderungen der Beschäftigten geführt wird und von der Bundestarifkommission eine entsprechend mobilisierende Forderung aufgestellt wird, dann spricht alles dafür, dass die Beschäftigten einem solchen Aufruf folgen.

Innerhalb der Tarifauseinandersetzung sollte eine breitest mögliche Einbeziehung der Mitglieder stattfinden. Das beginnt schon bei der Vorbereitung, also mit der Organisierung von Mitgliederversammlungen in den Betrieben sowie bei betriebsübergreifenden Aktivenkonferenzen. Treffen für interessierte KollegInnen im Betrieb, auf denen Aktionen und die Gewinnung weiterer KollegInnen für den Tarifkampf besprochen oder beispielsweise eigene Transparente erstellt werden, können ein guter Hebel sein. Eine solche Herangehensweise ist nicht selbstverständlich und erfordert innerhalb der Gewerkschaft Druck von unten.
http://www.sozialismus.info/2014/02/nachholbedarf-konsequent-durchsetzen/

xyu

ZitatMit großer Mehrheit haben die Kolleginnen und Kollegen der Bundestarifkommission die Forderung für die diesjährige Tarifrunde Bund und Kommunen beschlossen:

- Entgelterhöhung: 100 Euro Grundbetrag plus 3,5 Prozent

- 100 Euro für Auszubildende und Praktikant/innen

- Laufzeit 12 Monate

- Zeit- und ihnhaltsgleiche Übertragung der Erhöhung auf BeamtInnen

- 30 Tage Erholungsurlaub für alle

- 70 Euro Nahverkehrszulage

- Erhöhung der Nachtzuschläge in Krankenhäusern von 15 auf 20 Prozent

- Unbefristete Übernahme der Auszubildenden

Damit liegt die Forderung bis zu einem Bruttogehalt von knapp 3500 Euro über der Forderung aus 2012 (6,5% mit nicht näher bezifferter sozialer Komponente).

EDIT: habe eben einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden: damals wurde die soziale komponente doch näher beziffert (die forderung war: 6,5%, mindestens aber 200 Euro). Die soziale Komponente wurde damals nicht durchgesetzt.

Troll

Der Bund hat X-Billonen Euro schulden und kann sich keinerlei Zugeständnisse leisten, so hab ich es vor kurzem gehört.

Sehr passend dazu: https://www.chefduzen.de/index.php?topic=27876.0
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

xyu

Seit freitag gibt es regionale warnstreiks. hier ein zeitungsartikel aus berlin.

ZitatSchwestern und Pfleger haben am Montag in den Vivantes-Kliniken die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft will am Dienstag nachlegen - und die Schleusen bestreiken.

,,Warnstreik!" steht an den Türen auf roten Plakaten. Vor dem Haupteingang haben sich 150 Schwestern und Pfleger in Streikwesten versammelt, im Nieselregen trinken sie Kaffee. Die Redner am Mikrofon schimpfen, dass eine Schwester immer mehr Patienten versorgen müsse – das Geld aber gleich bleibe. Willkommen im Klinikum Neukölln: Im Zuge der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst hatte die Gewerkschaft Verdi am Montag in den Vivantes-Kliniken zum Warnstreik aufgerufen.
Vivantes hatte Patienten abgesagt

Betroffen waren die Frühschichten in Neukölln, im Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg, im Humboldt-Klinikum in Reinickendorf, die Häuser in Spandau und Friedrichshain sowie das Urban-Krankenhaus in Kreuzberg.

Insgesamt dürften hunderte Behandlungen ausgefallen sein. Vivantes hatte am Wochenende viele Patienten angerufen, um deren Termine am Montag zu verschieben.
"Es macht mich wütend"

Vor dem Eingang in Neukölln stand im Nieselregen auch Gudrun Pelz. Die Physiotherapeutin war extra in ihrer Pause gekommen. Denn Pelz arbeitet nebenan im Ida-Wolff-Krankenhaus, das erst seit kurzem zu Vivantes gehört: Noch gilt dort ein alter Tarifvertrag, weswegen Pelz derzeit nicht streiken darf und 500 Euro weniger verdient als Kollegen in den Stammkliniken. ,,Es macht mich wütend, wie ohnmächtig wir manchmal sind", sagt sie. Mit Schichtzulagen bekommt eine Vollzeit-Pflegekraft bei Vivantes durchschnittlich rund 2900 Euro brutto im Monat.
Protest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. Foto: dpaBild vergrößernProtest vor der Charité. Die Schwestern und Pfleger dort fordern derzeit nicht mehr Lohn, sondern bessere Arbeitsbedingungen. - Foto: dpa
Solidaritätsdemo vor der Charité

Ebenfalls am Montag haben 150 Unterstützer für die Charité-Pflegekräfte demonstriert. Auf dem Campus in Mitte, wo der Vorstand der Universitätsklinik seinen Sitz hat, forderten sie mehr Personal auf den Stationen. Charité-Vorstand und Verdi befinden sich derzeit in der Schlichtung. Scheitert diese, droht auch an der größten Universitätsklinik Europas ein Streik.
Verdi: Warnstreik auch an den Schleusen

Bundesweit fordert Verdi pauschal 100 Euro plus 3,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber haben kein Angebot vorgelegt. An diesem Dienstag soll der Druck erhöht werden. Die Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes werden die Mühlendammschleuse schließen. Womöglich sind auch die Schleusen in Plötzensee, Charlottenburg und Spandau zu. In Brandenburg, etwa in den Stadtverwaltungen Prenzlau und Schwedt, hat Verdi ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/tarifrunde-oeffentlicher-dienst-warnstreik-bei-vivantes/9626560.html

xyu

ZitatDie Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft in den nächsten Tagen die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu ersten Warnstreiks auf. ,,Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, dass jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist", sagte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. ,,Jetzt sind die Beschäftigten gefordert, mit ersten Aktionen, Kundgebungen und Warnstreiks – mit Impulsen von unten – mehr Bewegung in die Verhandlungen zu bringen."

Erste Warnstreiks hatte es bereits am vergangenen Freitag in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs gegeben. In den nächsten Tagen wird es in allen ver.di-Bezirken bundesweit zu Arbeitsniederlegungen kommen. Am Montag in Berlin und Baden-Württemberg, Dienstag in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, Mittwoch in Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg. Auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Bremen und im Saarland werden weitere Warnstreiks vorbereitet und zeitnah regional angekündigt. Aufgerufen sind fast alle Bereiche des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen, darunter Verwaltungen, Stadtwerke, Stadtreinigung, Müllabfuhr, Kitas, Krankenhäuser, Bundeswehreinrichtungen, Wasser- und Schifffahrtsämter, Theater, Musikschulen, Arbeitsagenturen, Jobcenter, Rentenversicherung und in einigen Regionen auch der öffentliche Nahverkehr.
http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++d831ec2a-ab8a-11e3-9e04-52540059119e

xyu

Zitat
18.03.2014 / Inland / Seite 4Inhalt
Schnell und heftig
Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Flächendeckende Arbeitsniederlegungen sollen rasches Ergebnis bringen
Von Daniel Behruzi
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig
Der Warnstreik stoppte den Nahverkehr am Montag in Braunschweig – in den nächsten Tagen sollen weitere Städte folgen
Foto: Christoph Schmidt/dpa
Nicht lange fackeln. Das scheint das Motto von ver.di, GEW, GdP und Beamtenbund in der laufenden Tarifauseinandersetzung des öffentlichen Dienstes zu sein. Unmittelbar nach der ersten Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag – bei der die Arbeitgeber wie üblich kein Angebot vorgelegt hatten – begannen die Gewerkschaften in Teilen Niedersachsens und Baden-Württembergs mit Arbeitsniederlegungen. In dieser Woche soll es in allen Bundesländern Aktionen geben, die zum Teil einige Stunden, vielfach aber auch den ganzen Tag laufen. Ver.di und Co. fordern für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen Einkommensverbesserungen um monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Auch deren Vergütungen sollen um 100 Euro steigen.

»Die Positionen zwischen Arbeitgebern und den berechtigten Forderungen der Beschäftigten waren in der ersten Runde so weit auseinander, daß jetzt ein deutliches Signal aus den Betrieben und Verwaltungen nötig ist.« Dieser Aufforderung des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske kamen am Montag Beschäftigte in Berlin und Baden-Württemberg nach. Am heutigen Dienstag folgen Belegschaften aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, am Mittwoch aus Hamburg und erneut aus Hessen und Baden-Württemberg. In weiteren Landesteilen sind Kundgebungen und Demonstrationen während der Arbeitszeit geplant.

In der Hauptstadt gingen am Montag die Beschäftigten aus sechs Kliniken des kommunalen Krankenhauskonzerns Vivantes auf die Straße. Angesichts des Personalmangels ärgere es die Krankenhausbeschäftigten umso mehr, daß die Vertreter von Bund und Kommunen noch kein Angebot vorgelegt haben, sagte ver.di-Sekretärin Janine Balder. »Das wäre ein Zeichen der Anerkennung für ihre körperlich anstrengende und verantwortungsvolle Arbeit.«

Eigentlich hätten die Vivantes-Belegschaften am Montag in Berlin zusammen mit Streikenden der Charité demonstrieren sollen. Doch der am Uniklinikum geplante Warnstreik – der den Druck für eine Tarifregelung zu personellen Mindeststandards erhöhen sollte (siehe jW vom 12. März) – mußte abgesagt werden, nachdem die Charité-Spitze die Schlichtung angerufen und damit vorübergehend die Friedenspflicht ausgelöst hatte.

Bundesweit sollen vor allem am Dienstag und Mittwoch Aktionen stattfinden. In Nordrhein-Westfalen werden heute weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs zum Erliegen kommen oder stark eingeschränkt sein. Auch kommunale Kitas bleiben in vielen Städten geschlossen. Landesweit hat ver.di nach eigenen Angaben mehr als 45 000 Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen. »Auf zarte Hinweise reagiert die Arbeitgeberseite heutzutage leider gar nicht mehr, deshalb müssen wir gleich deutlich werden«, so ver.di-Sprecher Günter Isemeyer am Montag in Düsseldorf.

In Baden-Württemberg – wo am Dienstag und Mittwoch viele Busse in den Depots und Einrichtungen geschlossen bleiben – sagte die stellvertretende Leiterin des ver.di-Landesbezirks, Dagmar Schorsch-Brandt: »Wer glaubt, dem Druck aus den Dienststellen entgehen zu können, indem er erst in letzter Minute ein Angebot vorlegt, irrt sich gewaltig.«

Die Verhandlungen werden am Donnerstag und Freitag in Potsdam fortgesetzt. Wenn sie ergebnislos bleiben, will ver.di die Warnstreiks ausweiten.
http://www.jungewelt.de/2014/03-18/016.php

Codeman

Huhu xyu,

ich lese jetzt erst, dass du mich persönlich angesprochen hast.

http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/vka-ost/jahressonderzahlung.html

In meinen Privaten TVÖD, stand von 2010, waren es noch 75%

Hier ist auch noch die alte Fassung zu finden:

http://www.der-oeffentliche-sektor.de/infoundrat/infothek/1450
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

Rudolf Rocker

War heute auch schon bei einem Warnstreik! ;D

Codeman

Vorbildich Rudi,

ich nicht ! Für mich gilt ja auch nicht der TVöD..... grnl.....
Ich bin der Rostfleck am Schwert des Sozialismus - Zitat frei nach Schraubenwelle

xyu

hallo codeman,

natürlich ein übel, dass die jahressonderzahlung ost "immer noch" nicht der höhe der jahressonderzahlung west entspricht.
deine rechnung hat jedoch einen fehler: in dem von dir angegebenem link steht nicht, dass die jahressonderzahlung ost 75% des durchschnittlichen mobnatlichen entgelts entspricht, sondern dass diese 75% des für den westen geltenden von-hundert-satzes entspricht:

Zitat(3) Für Beschäftigte, für die die Regelungen des Tarifgebiets Ost Anwendung finden, gilt Absatz 2 mit der Maßgabe, dass die Bemessungssätze für die Jahressonderzahlung 75 v.H. der dort genannten Vomhundertsätze betragen.

die west-von-hundert-sätze:
Zitat1Die Jahressonderzahlung beträgt bei Beschäftigten, für die die Regelungen des Tarifgebiets West Anwendung finden,
in den Entgeltgruppen 1 bis 8 90 v.H.,
in den Entgeltgruppen 9 bis 12 80 v.H. und
in den Entgeltgruppen 13 bis 15 60 v.H.

also bekommt man in den unteren entgeltstufen im westen 90% des monatsentgelts als jahressonderzahlung und im osten 75% von 90%:
90/100= 0,9
0,9 *75=  67,5%

(man kommt also auf den im anderen link genannten wert)

der gleiche sachverhalt ist also in der neueren fassung des tarifvertrags nur verständlicher formuliert, die jahressonderzahlung ost ist nicht abgesenkt aber leider bisher auch nicht an die höhe der jahressonderzahlung west angeglichen worden.

Rudolf Rocker

ZitatFür mich gilt ja auch nicht der TVöD

Für mich auch nicht!
War aber zufällig grade in der Stadt und hab mir die Kundgebung angesehen. ;D

3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.
Eine sehr moderate Forderung wie ich finde.

xyu

Zitat von: Rudolf Rocker am 08:27:55 Mi. 19.März 2014
3,5% ist die Forderung wenn ich das richtig Verstanden habe.

Nein, die Haupzforderung ist 100 Euro plus 3,5%,
das wären also z.B. bei einem Gehalt von
-2000 Euro 8,5%
-3000 Euro 6,84%
-1500 Euro 11%

Bei Durchsetzung der Forderung würde also das Gehalt der Menschen in unteren Lohngruppen im Vergleich stärker ansteigen.  

Kuddel

Deshalb machen Festgeldforderungen grundsätzlich mehr Sinn, als prozentuale...

xyu

Zitat20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
Hintergrund: Zehntausende im Streik
Die Demonstration der Stärke ist gelungen. Im Tarifkonflikt von Bund und Kommunen haben sich bereits an der ersten Warnstreikwelle in dieser Woche rund 110000 Beschäftigte im ganzen Bundesgebiet beteiligt. Allein am Mittwoch legten nach Gewerkschaftsangaben mehr als 40000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um für die Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro plus 3,5 Prozent Druck zu machen.

In Baden-Württemberg zählte ver.di 10000 streikende Erzieherinnen, Bus- und Stadtbahnfahrer, Pflegekräfte, Verwaltungsangestellte, Müllwerker und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. In der Landeshauptstadt Stuttgart blieben alle Stadtbahnen und Busse ganztägig im Depot, in Reutlingen waren 37 der 54 Kindertagesstätten geschlossen, in Ulm alle 33. Bei einer Kundgebung auf dem Stuttgarter Schloßplatz kamen über 5000 Gewerkschafter zusammen. Zuvor hatten sie sich – wie es in Stuttgart üblich ist – zu einer zentralen Streikversammlung getroffen. Anders als sonst fand diese wegen Umbauarbeiten nicht im örtlichen DGB-Haus statt, sondern im Cine­maxX – in drei Kinosälen gleichzeitig.

»Wir streiken, um nicht streiken zu müssen«, erklärte Leni Breymaier, Leiterin des ver.di-Landesbezirks Baden-Württemberg, auf einer Kundgebung in Reutlingen. »Wir erwarten eine anständige Lohnerhöhung. Ohne Schlichtung. Und ohne unbefristeten Streik.« Der Ball liege nun im Feld der Arbeitgeber.

Streikschwerpunkte waren am Mittwoch neben Baden-Württemberg und Südhessen die Region Hannover sowie Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Berlin-Brandenburg. Ver.di-Chef Frank Bsirske nannte die Aktionen »ein deutliches Signal der Kolleginnen und Kollegen an die Arbeitgeber, daß sie mehr Bewegung in den Verhandlungen erwarten«. Nun müßten die Vertreter von Bund und Kommunen bei den Gesprächen, die am heutigen Donnerstag in Potsdam fortgesetzt werden, ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. (dab)
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/013.php?print=1

Zitat20.03.2014 / Schwerpunkt / Seite 3
»Bewegung tut gut«
Ver.di will Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst durch massive Warnstreiks beschleunigen. Ein Gespräch mit Achim Meerkamp
Daniel Behruzi
Achim Meerkamp ist Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Verhandlungsführer in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen geht ver.di sofort in die Vollen. Obwohl erst eine Verhandlungsrunde absolviert ist, ruft Ihre Gewerkschaft in dieser Woche bereits zu flächendeckenden, teilweise ganztägigen Warnstreiks auf. Warum diese Eile?
In die Vollen gehen wir noch nicht. Schließlich liegt der Nahverkehr nicht überall lahm, ist die Müllabfuhr nicht flächendeckend stillgelegt. Die Flughäfen funktionieren weiterhin. Aber es ist richtig: Nachdem sich die Arbeitgeber beim Verhandlungsauftakt in der vergangenen Woche keinen Millimeter auf uns zu bewegt haben, waren wir der Meinung: Bewegung tut gut.

Eine Einigung bei den Verhandlungen am Donnerstag und Freitag gilt als unwahrscheinlich. Wie geht es danach weiter?
Wir haben zwei volle Tage, um Kompromisse zu suchen. Einen Versuch ist das allemal wert. Allerdings ist die Themenfülle groß, und die Wege, die beide Seiten aufeinander zugehen müssen, sind sehr lang. Falls es am Freitag nicht gelingen sollte, eine Lösung zu finden, werden wir die Verhandlungen wie vorgesehen am 31. März und am 1. April fortsetzen. Und je nachdem, wie sich die Arbeitgeber verhalten, können wir nächste Woche noch eine Schippe drauflegen.

Ver.di fordert unter anderem Lohnerhöhungen von 100 Euro monatlich plus 3,5 Prozent. Bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sorgt insbesondere der Sockelbetrag für Kritik. Warum ist Ihnen dieser so wichtig?
Die Verdienste der Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen, unterhalb der Ebene der Facharbeiter, liegen derzeit zwischen 1 542 und 2 459 Euro brutto im Monat. Damit kann man in Ballungsräumen keine Familie ernähren. Deshalb wollen wir, daß die unteren Entgeltgruppen durch den Sockelbetrag etwas überproportional angehoben werden. Zugleich wollen wir die oberen Entgeltgruppen nicht abhängen, weshalb wir diese Mischforderung von durchschnittlich 6,7 Prozent Lohnerhöhung auf den Weg gebracht haben.

Nach Angaben der Bundesregierung hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Entgeltgruppe eins – in der Vollzeitbeschäftigte durchschnittlich 1 548 Euro brutto im Monat verdienen und damit unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen – seit 2006 verfünffacht. Wie kommt das?
Das ist eigentlich sogar ein Lob an die Tarifparteien. Im Zuge der Neuordnung der Tarifverträge im Jahr 2005 – bei der Angestellte und Arbeiter in ein gemeinsames Tarifwerk überführt wurden – haben wir auch eine neue Niedriglohngruppe eingeführt. Der Hintergrund war, daß die Reinigungs- und Servicebereiche zum Beispiel in den Krankenhäusern vielfach outgesourct, teilweise privatisiert und so dem Geltungsbereich des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVÖD) entzogen wurden. Mittlerweile haben wir die Arbeitgeber offenbar davon überzeugt, daß es Sinn hat, alle Beschäftigten in den Flächentarif einzubeziehen – und damit die gleichen Arbeitszeiten, Zuschläge und Urlaubsansprüche zu garantieren. Der Preis dafür war aber eben diese Niedriglohngruppe. Das haben die Arbeitgeber mit ihrer Personalpolitik offensichtlich anerkannt, wie der deutliche Anstieg der Beschäftigung in diesem Bereich dokumentiert.

Ist das tatsächlich so? Man hat nicht den Eindruck, daß überall outgesourcte Bereiche wieder eingegliedert und in die Tarifverträge zurückgeholt werden.
In den unteren Entgeltgruppen eins bis vier sind zwischen 2006 und 2013 beim TVÖD 40000 Arbeitsverhältnisse hinzugekommen. Schwerpunktmäßig handelt es sich um Reinigungskräfte, die von den Kommunalverwaltungen wieder zurückgeholt wurden. Sie haben mitbekommen, daß private Firmen die Leistungen womöglich erst mal billiger anbieten, aber nicht zur gleichen Qualität. Wir konnten auch Müllabfuhren und einige Gartenbaubetriebe zurück in den öffentlichen Dienst holen.

Die VKA sagt nun, eine überproportionale Anhebung der unteren Entgelte werde den Privatisierungsdruck wieder erhöhen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß wegen einem oder anderthalb Prozent zusätzlicher Lohnerhöhung für die unteren Entgeltgruppen privatisiert wird. Denn Stadträte und Bürgermeister haben bei Privatfirmen keinerlei Einfluß darauf, wie und zu welcher Qualität die Dienstleistungen erbracht werden.

Schon vor zwei Jahren hat ver.di einen Festbetrag gefordert, diesen in den Verhandlungen aber fallengelassen. Was läßt Sie hoffen, daß Sie sich dieses Mal durchsetzen?
Den Sockelbetrag konnten wir 2012 tatsächlich nicht erreichen. Deshalb sind wir dieses Mal umso entschlossener.
http://www.jungewelt.de/2014/03-20/014.php?print=1

ZitatTarifrunde Bund und Kommunen 2014: Für die volle Durchsetzung der Forderungen!
Flugblatt vom Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di

http://netzwerk-verdi.de/fileadmin/Material/NwFlugblattTROEDVKA2014-03.pdf

ZitatHeute waren die Beschäftigten des öffentlichen Dienst in Hannover aufgerufen sich am Warnstreik zu beteilgien. Daran nahmen gut 8.000 Beschäftigte von Krankenhäusern, Verwaltung, Energieversorgung, Kindergärten, ÖPNV und anderen kommunalen Einrichtungen teil.

Auch die im Öffentlichen Dienst Hannovers beschäftigten FAUistas zeigten sich solidarisch und nahmen am Warnstreik teil.

Ein ausführlicher, persönlicher Bericht folgt in den nächsten Tagen.
https://www.fau.org/ortsgruppen/hannover/art_140319-133411

Rudolf Rocker

Danke xyu!
Stimmt so war das!

Das macht wirklich Sinn.
Ich weiß ja wie mickrig der Lohn grade in den unteren Lohngruppen ausfällt.
Und bei einer prozentualen Erhöhung auf alle Lohngruppen hebt man dieses Problem ja nie auf.

xyu

habe weiter oben was editiert, nachdem ich einen warnstreikaufruf aus 2012 gefunden habe: http://www.chefduzen.de/index.php?topic=27658.msg291365#msg291365

Diese Woche geht es weiter mit massiven Warnstreiks.

xyu

ZitatWarnstreiks im öffentlichen Dienst als »klares Signal« an die Gegenseite
Die Warnstreiks unter anderem in Kindertagesstätten und im Nahverkehr halten an. Nachdem die zweite Verhandlungsrunde für die etwa 2,1 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am Freitag ohne Ergebnis geblieben war (jW berichtete), schwor ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske am selben Tag die Angestellten ein, den Druck zu erhöhen: »Jetzt müssen die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und Verwaltungen noch mal ein klares Signal setzen, daß es in der nächsten Runde zu einem guten Abschluß kommt.« Am Montag starteten die erneuten Warnstreiks in Brandenburg und Teilen Baden-Württembergs. Nach ver. di-Angaben sollen am heutigen Dienstag Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen nachziehen. Die übrigen Bundesländer schließen sich in den Folgetagen an. Ver.di fordert unter anderem eine Grunderhöhung der Löhne um 100 Euro plus 3,5 Prozent und einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Außerdem legt die Gewerkschaft wert auf den Ausschluß von grundlosen Befristungen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-25/056.php?print=1

xyu

ZitatDie Arbeiter und Angestellten im öffentlichen Dienst führen derzeit bundesweit Warnstreiks für ihre Lohnforderungen durch, 100 Euro Festgeld und eine prozentuale Erhöhung von 3,5 Prozent. Und das wird breit unterstützt: In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage halten 63 Prozent der Befragten diese Forderung für angemessen, nur 30 Prozent der Deutschen finden sie übertrieben
http://www.rf-news.de/2014/kw12/21.04.14-mehrheit-unterstuetzt-lohnkampf-im-oeffentlichen-dienst

xyu

ZitatVer.di kündigt Warnstreiks an großen Flughäfen an
Lufthansa und Fraport kritisieren Gewerkschaft / 50.000 machen bundesweit Druck im Tarifkonflikt für über zwei Millionen Beschäftigte
Ver.di
Foto: dpa/Patrick Pleul

Berlin. Mit Warnstreiks an vielen großen Flughäfen will die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag im Tarifkonflikt im Öffentlichen Dienst den Druck auf Bund und Kommunen. Ver.di hat an den Airports in Frankfurt, München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste, der Frachtabfertigung und der Passagierkontrollen zu Arbeitsniederlegungen in der Frühschicht aufgerufen. Es ist davon auszugehen, dass es zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr sowie zu Flugausfällen kommen wird.

Der Lufthansa-Konzern kritisierte die Gewerkschaft. »Verdi nimmt erneut in Kauf, dass eine dritte Partei, die nicht Teil der Tarifauseinandersetzung ist, durch den Streik geschädigt wird«, so das Unternehmen. »Sollten tatsächlich allein in Frankfurt 6.000 Flughafenmitarbeiter in den Ausstand treten, müsste an diesem Tag ein Großteil der Flüge am Heimatflughafen der Lufthansa gestrichen werden«. Die Frachttochter des Unternehmens habe sich mit ihren Planungen bereits auf Behinderungen eingerichtet. Die Flughafengesellschaft Fraport appellierte am Montag an die Gewerkschaft, die Warnstreiks mit Augenmaß und mit Rücksicht auf die Passagiere auszuüben. Arbeitsdirektor Michael Müller hatte eine zeitliche Befristung des Warnstreiks verlangt. Zumindest ein begrenzter Flugbetrieb für den internationalen Luftverkehr müsse sichergestellt bleiben. Die Lufthansa als größter Kunde des Frankfurter Flughafens arbeitet an einem Ersatzflugplan.

Auch am Dienstag haben die Gewerkschaften mit Warnstreiks und Kundgebungen ihre Kampfbereitschaft bekräftigt. Mehr als 50.000 Beschäftigte legten ihre Arbeit nieder. Geschlossene Kitas, stehende Busse, Notdienste in Behörden und Krankenhäusern gab es in Hessen, Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Gewerkschaften wollen mit ihrem Protest Druck für die dritte Tarifverhandlungsrunde am 31. März machen. In der zweiten Runde hatte es zwar eine Annäherung in einzelnen Punkten, aber insgesamt keinen Durchbruch gegeben.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Bund und Kommunen diskutieren über eine soziale Komponente, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt. »Die Streikbeteiligung heute ist ein starkes Signal an die Arbeitgeber«, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer zentralen Gewerkschaftskundgebung mit rund 20.000 Teilnehmern in Hannover. »20.000, das ist ein starkes Signal und eine klare Botschaft an die Arbeitgeber.« Die Mobilisierung - vor allem auch der Jugendlichen - sei hoch. »Das ist unsere Botschaft für Potsdam«, betonte er. In einer kämpferischen Rede betonte der Gewerkschaftschef, die bisherigen Löhne ermöglichten längst kein anständiges Leben mehr und würden den gestiegenen Anforderungen im Berufsleben nicht mehr gerecht: »Das haut hinten und vorne nicht hin. Da muss sich niemand wundern, wenn die Beschäftigten im Nahverkehr gleich zwei Tage im Ausstand bleiben.«
http://www.neues-deutschland.de/artikel/928044.ver-di-kuendigt-warnstreiks-an-grossen-flughaefen-an.html

xyu

ZitatDie Warnstreiks im öffentlichen Dienst gewinnen weiter an Fahrt. Am Donnerstag [gemeint ist Dienstag] beteiligten sich nach ver.di-Angaben rund 53000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen, um ihrer Forderung nach Lohnerhöhungen von monatlich 100 Euro und plus weiteren 3,5 Prozent Nachdruck zu verleihen.
http://www.jungewelt.de/2014/03-26/053.php?print=1

Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
ZitatVer.di hat im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde im Öffentlichen Dienst erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Mit dem zum Teil ganztägigen Ausstand trifft die Gewerkschaft nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch Millionen Bürger. Dabei verwischt die Grenze zwischen Warnstreik und regulärem Streik. In diesem frühen Verhandlungsstadium ist das unverhältnismäßig.
Warnstreik im Öffentlichen Dienst Streik Quelle: Goss Vitalij - Fotolia

Wie bei den Streiks an Flughäfen oder bei der Bahn sind auch bei Bussen und Straßenbahnen vor allem Dritte betroffen. Die Arbeitskampfrechtsprechung räumt diesen aber keinen besonderen Schutz ein. Das Streikrecht geht als Grundrecht den Interessen der Fahrgäste grundsätzlich vor.

Dennoch ist Tarifautonomie kein Selbstzweck. Beide Tarifparteien sollten sich daher fragen, wie sie negative Drittwirkungen weitestgehend vermeiden können. Ein erster Schritt wäre, dass die Tarifparteien ihre Verhandlungen früher beginnen, und zwar schon dann, wenn die tarifliche Friedenspflicht noch gilt.

Die Gewerkschaften sollten sich darauf besinnen, dass sich Tarifkonflikte auch mit eskalationsfreieren Mitteln lösen lassen. Erst wenn die Verhandlungen absehbar zu keinem Ergebnis führen, ist eine Streikdrohung oder gar ein Streikaufruf angebracht. Außerdem zeigen die Erfahrungen aus anderen Branchen, dass ein unabhängiger Schlichter Brücken bauen kann.

Vor allem bei ver.di drängt sich momentan allerdings der Verdacht auf, dass der Warnstreik in erster Linie organisationspolitische Ziele verfolgt, um im Wettbewerb mit den streikfreudigen Berufsgewerkschaften um die besten Tarifabschlüsse zu bestehen. Dies zeigt einmal mehr, dass der Gesetzgeber gut daran täte, den unsinnigen Gewerkschaftswettbewerb durch die Wiederherstellung der Tarifeinheit zu regeln – er würde damit die Interessen Millionen Dritter schützen.
hxxp://www.iwkoeln.de/de/infodienste/iw-nachrichten/beitrag/warnstreik-im-oeffentlichen-dienst-unverhaeltnismaessig-149336


schwarzrot

Zitat von: xyu am 04:58:47 Mi. 26.März 2014
Das Insitut der deutschen Wirtschaft Köln bezeichnet die Warnstreiks als unverhältnismässig und bringt die "Tarifeinheit" ins Spiel:
(BLABLA...!)

Sagma. Bei dem 'Institut' handelt es sich um mietmäuler der deutschen wirtschaft, kein wunder, dass die auf 'seriös' getrimmte (neoliberale) positionen versuchen unters volx zu bringen, aber man muss denen ja nicht auch noch (durch verlinken ihrer ergüsse in kritischen seiten) dabei helfen?

ZitatInstitut der deutschen Wirtschaft

Zentrale am Konrad-Adenauer-Ufer, Köln

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) mit Hauptsitz in Köln und einem Hauptstadtbüro in Berlin ist eine arbeitgebernahe advokatorische, d.h. Ideen vermarktende Denkfabrik .[1]

Es wird von Verbänden und Unternehmen der privaten Wirtschaft finanziert. Trägervereine sind die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und der Bundesverband der Deutschen Industrie. Die Mitgliedsverbände gehören in der Regel einem dieser Dachverbände an. Weiter können Unternehmen und Institutionen der privaten Wirtschaft die Mitgliedschaft erwerben. Auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet es Analysen und Stellungnahmen zu allen Fragen der Wirtschafts- und Sozialpolitik, des Bildungs- und Ausbildungssystems sowie der gesellschaftlichen Entwicklung.

<oder man tut mindestens 'wissenschaftlich'!>

Das Institut vertritt wirtschaftsliberale Positionen. Der Auftrag des Instituts, das sich als ,,führendes privates Wirtschaftsforschungsinstitut in Deutschland" versteht, ist es nach seiner Selbstdarstellung, ,,das Verständnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Prozesse in Politik und Öffentlichkeit zu festigen und zu verbessern". Das IW fungiert unter anderem als wissenschaftlicher <HaHa, so 'wissenschaftlich' wie zahnpastawerbung!> Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, des Roman Herzog Instituts München und der Politik.
http://de.wikipedia.org/wiki/Institut_der_deutschen_Wirtschaft
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

xyu

was der gegner macht und sagt ist durchaus von interesse. gerade wie im zitierten text versucht wird das ganze ziemlich querch mit der sogenannten "tarifeinheit" zu verquicken ist bemerkenswert.

Similar topics (10)

  • Logo Stiftung Menschenwürde Chefduzen Spendenbutton