Autor Thema: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit  (Gelesen 1729 mal)

Kuddel

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Ich eröffne an dieser Stelle einen neuen Diskussionsstrang, da in dem Psychothread, den es seit Jahren zu selbigen Thema gibt, keine kritische Auseinandersetzung mit der Sache möglich scheint.

Grundsätzlich gehört alles in Frage gestellt. Nicht nur die offiziellen Zahlen und Medienberichte zu diesen Themen, sondern auch das, was wir verteidigen oder erkämpfen wollen.

Sind "Arbeit" und "Vollgeschäftigung" überhaupt unser eigentliches Ziel? Warum gibt es eine Gleichzeitigkeit von Erwerbslosigkeit in relativ großer Höhe bei gleichzeitigem riesigem Bedarf an Arbeitskräften durch die Wirtschaft, der nicht bedient werden kann?

Die Zahlen und die Berichterstattung erscheinen erst einmal widersprüchlich. Es gilt eine Menge auseinanderzudröseln.

Zitat
Zahl der Erwerbstätigen steigt erstmals über 45 Millionen
Die gute Konjunktur sorgt in Deutschland weiter für eine steigende Beschäftigung. Die Zahl der Arbeitslosen hat im Oktober einen neuen Tiefstwert erreicht.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-10/statistisches-bundesamt-erwerbstaetigkeit-rekord-arbeitsmarkt

BGS

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Re:Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #1 am: 17:37:51 Di. 30.Oktober 2018 »
Eine kritische Auseinandersetzung ist immer eine gute Sache. Vielen Dank dafür.

_________________________________________________________
© Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Arbeitsvolumen – Geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen in Deutschland nach Bundesländern
Jahr 2000 - 2017
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %


Link: https://www.statistik-bw.de/VGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab17&lang=de-DE

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«.
____________________________________________________________


In Deutschland ist also seit 2000 die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden seit 2000 um etwa drei Prozent gestiegen, bis 2017. Im gleichen Zeitraum nahm die Anzahl der ”Arbeitsplätze” um 10 Prozent zu. Ergibt knapp viermal so viele neue Erwerbstätige im Verhältnis zur Zahl geleisteter Arbeitsstunden.

Die jetzigen und vergangenen deutschen Regierungsmitglieder sollten sich in Sack und Asche hüllen, anstatt die Bevölkerung noch mit an Schwachsinn grenzendem Eigenlob zu verarschen und diese für Hungerlöhne ”arbeiten” zu lassen.

Ferner sollten sie allesamt  mit ihrem ”Privatvermögen” haften fuer die Folgen ihres Tuns, ein Leben lang, denn sie haben die heutigen Zustände zu verantworten, niemand sonst.

”15 MillionenDeutsche arbeiten in (Anm. Mies bezahlter) Teilzeit”, heisst es im Speigel (Quelle: http://www.spiegel.de/wir... .

Was gibt es da zu feiern?!

Und was ist mit den ganzen Scheinselbstständigen, die kaum den lächerlichen ”Mindestlohn” verdienen, trotz harter Arbeit bei Rekordprofiten einfahrenden Konzernen?

Nicht zu vergessen: die angeblich 2.260.000 ”Arbeitslosen” sind:

  720.000 Empfänger von ALG I und
4.191.534 Empfänger von HARTZ IV

Ungezählt bleiben die Arbeitslosen, welche aus Frust sich nicht arbeitslos gemeldet haben, die Obdachlosen. Die ”Aufstocker”, die ”1-Euro-Jobber”, die ”Arbeitssuchenden”, die armen Schweine  in ”ABM-Massnahmen”, Leute mit ”Nullstundenverträgen etc. .

Elend, der Raub der Menschenwürde und Perspektivlosigkeit für viele Menschen in Deutschland haben nunmehr ein pervers zu nennendes Mass angenommen.

MfG

BGS
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Re:Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #2 am: 17:51:41 Di. 30.Oktober 2018 »
Eine kritische Auseinandersetzung ist immer eine gute Sache. Vielen Dank dafür.

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Arbeitsvolumen – Geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen in Deutschland nach Bundesländern
Jahr 2000 - 2017
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %


Link: https://www.statistik-bw.de/VGRdL/tbls/tab.jsp?rev=RV2014&tbl=tab17&lang=de-DE

Quelle: Arbeitskreis »Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder«.
____________________________________________________________


In Deutschland ist also seit 2000 die Zahl der insgesamt geleisteten Arbeitsstunden seit 2000 um etwa drei Prozent gestiegen, bis 2017. Im gleichen Zeitraum nahm die Anzahl der ”Arbeitsplätze” um 10 Prozent zu. Ergibt knapp viermal so viele neue Erwerbstätige im Verhältnis zur Zahl geleisteter Arbeitsstunden.

Die jetzigen und vergangenen deutschen Regierungsmitglieder sollten sich in Sack und Asche hüllen, anstatt die Bevölkerung noch mit an Schwachsinn grenzendem Eigenlob zu verarschen und diese für Hungerlöhne ”arbeiten” zu lassen.

Ferner sollten sie allesamt  mit ihrem ”Privatvermögen” haften fuer die Folgen ihres Tuns, ein Leben lang, denn sie haben die heutigen Zustände zu verantworten, niemand sonst.

”15 MillionenDeutsche arbeiten in (Anm. Mies bezahlter) Teilzeit”, heisst es im Speigel (Quelle: http://www.spiegel.de/wir... .

Was gibt es da zu feiern?!

Und was ist mit den ganzen Scheinselbstständigen, die kaum den lächerlichen ”Mindestlohn” verdienen, trotz harter Arbeit bei Rekordprofiten einfahrenden Konzernen?

Nicht zu vergessen: die angeblich 2.260.000 ”Arbeitslosen” sind:

  720.000 Empfänger von ALG I und
4.191.534 Empfänger von HARTZ IV

Ungezählt bleiben die Arbeitslosen, welche aus Frust sich nicht arbeitslos gemeldet haben, die Obdachlosen. Die ”Aufstocker”, die ”1-Euro-Jobber”, die ”Arbeitssuchenden”, die armen Schweine  in ”ABM-Massnahmen”, Leute mit ”Nullstundenverträgen etc. .

Elend, der Raub der Menschenwürde und Perspektivlosigkeit für viele Menschen in Deutschland haben nunmehr ein pervers zu nennendes Mass angenommen.

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #3 am: 19:54:06 Di. 05.Februar 2019 »
Warum sagtest du "die angeblich 2.260.000 ”Arbeitslosen”?

Ich habe diesen Thread begonnen, weil in dem von Sybilla eine Diskussion kaum möglich ist.
Ich möchte wissen, was du an der Zahl nicht glaubst?

Sind es deiner Meinung nach mehr oder weniger Erwerbslose?
Ich könnte Zahlen und Begründungen zusammensuchen, die beide Theorien stützen.
Es könnten viel mehr sein, weil viele einfach nicht in der Statistik geführt werden, weil sie sich nicht arbeitssuchend gemeldet haben oder weil sie als Teilnehmer von irgendwelchen Schwachsinnsmaßnahmen nicht als arbeitslos gelten.

Ich hänge eher entgegengesetzter Theorie an: Es wird noch weitaus mehr gearbeitet, als an den Zahlen abzulesen ist. Die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen, der ganze Bereich der Care-Arbeit ist nur zu einem geringen Teil statistisch erfaßt (die der Hausfrauen meist nicht einmal entlohnt), es sind aber auch zigtausende Osteuropäerinnen so beschäftigt, ohne Arbeitsvertrag, ohne Sozialabgaben, ohne in irgendeiner offiziellen Statistik aufzutauchen. Nicht nur in der Baubranche holt man sich billige Arbeitskräfte vom Arbeiterstrich. Da läuft nix über die Bücher. Und viele erwerbslos gemeldete Menschen machen irgendwas nebenher, kleine Gelegenheitsjobs, was bei Ebay verticken, Sachen aus dem Altkleiderkontainer auf dem Flohmarkt verscherbeln, mit Gras dealen und jede Menge mehr in dem grauen bis schwarzen Bereich der Wirtschaft. Doch all das ist ARBEIT.

Was ist jetzt die Realität, die Sybilla so gut zu kennen glaubt?

Ich sehe es etwa so: Es wird real mehr gearbeitet, denn je.
Die Menschen haben immer weniger Lebenszeit für sich. Sie sind selbst wenn sie "frei" haben, oftmals für den Arbeitgeber zu erreichen.

Trotzdem gibt es gleichzeitig eine relativ große Menge, die nicht in den normalen Produktionsprozeß passen und auch mit diversen öffentlichen Unterstützungen (100% Lohnzuschuß vom Amt) nicht integrierbar sind.

Ich erkläre mir das so: Der Prokuktionsprozeß und der gesamte Arbeitsmarkt wurde seit Jahren umstrukturiert, der Arbeitstakt und der Arbeitsdruck wurden bis an die Grenze des physisch Möglichen hochgefahren. Damit werden die Menschen verschlissen. Kaum noch jemand erreicht halbwegs gesund oder auch nur arbeitsfähig das Rentenalter. Das Menschenmaterial ist meist schon weitaus früher völlig hinnüber und da hilft keine Kur mehr. Und diejenigen, die nicht so schnell oder nicht ausreichend helle sind, diejenigen mit Einschränkungen oder einer zu großen Sensibilität, die können von Anfang an in der heutigen Arbeitswelt nicht mithalten. Es gab früher in jedem Betrieb ruhige Jobs und ruhige Ecken, in denen man diejenigen mitzog, die nicht 100% belastbar sind, oder auch nur an Tagen, an denen sie zu verkatert sind. All diese Bereiche, die weniger fordernd, bzw. brutal sind, wurden längst wegrationalisiert.

Deshalb sind all die Zahlen über die "Arbeitslosigkeit" unbrauchbar und wenn man kein klares Ziel vor Augen hat, kann man mit diesen Zahlen sogar noch eine Verschlechterung der Situation herbeiquatschen. Ich finde es nämlich kein Stück erstrebenswert, daß noch mehr gearbeitet wird. Das meiste was gemacht wird, ist sowieso sinnlos (im besten Fall), oder es ist schädlich (für die Umwelt, für die gesellschaft, für denjenigen, der die Arbeit macht). Die heutige Arbeitswelt tötet mehr Menschen als alle derzeitigen Kriege zusammen.

Deshalb kotzen mich alle Forderungen in Richtung "mehr Arbeit!" einfach nur an.
Ich halte sie für grundfalsch und gefährlich.

Ich habe den Eindruck, nur noch die Minderheit der Wohlbetuchten kann ein Leben leben, auf das sie Bock hat, der Rest quält sich irgendwie durch und hat immer weniger vom Leben. Immer weniger selbstbestimmte Lebenszeit, immer weniger Genuß und Freude, immer weniger Gesundheit. Für die Meisten ist das Leben verdammt beschissen, egal ob mit oder ohne Arbeit.

Dann kommt noch das ekelhafte neoliberale gesellschaftliche Klima hinzu. Dieses Herabblicken auf die Menschen, die es nicht "geschafft" haben, die von Armut betroffen sind, die nicht "produktiv" sind.

Die meisten Erwerbslosen führen ein hartes und recht freudloses Leben und den Arbeitenden geht es meist nicht besser. Viele sind mit Arbeit und Armut gleichzeitig gestraft. Aber auch die sogenannte "Arbeiteraristokratie", die Stammbelegschaften der Autoindustrie und anderer Großbetriebe ruinieren sich ihre Gesundheit, verkaufen ihre Lebenszeit und werden mit der zweifelhaften Freude des Konsums entschädigt.

Daraus ergeben sich viele interessante Fragen. Was erwartet man vom Leben? Wie können wir unseren Erwartungen und Hoffnungen näher kommen?

Wenn etwas an den derzeitigen Zahlen vom Arbeitsmarkt interessant ist, ist doch die tatsache, daß die Wirtschaft viel mehr Arbeitskräfte braucht, als sie kriegt. Ohne die Zuwanderung (insbesondere aus Osteuropa) wäre die Wirtschaft ziemlich in die Knie gegangen. In Osteuropa herrscht inzwischen selbst ein wachsender Mangel an Arbeitskräften. In Polen versucht man ihn bespielsweise mit Ukrainischen Migranten zu decken.

Dieser Mangel an Arbeitskräften bedeutet eine spürbare Verbesserung der Position der Arbeiter. Aus dieser Position kann man bessere Beingungen einfordern. Besonders spürbar ist das in der Leihrabeit. Leiharbeiter lassen sich weniger sagen. Wenn Vergesetzte einem blöd kommen, läßt man es sich nicht mehr einfach so gefallen. Man hat keine Angst mehr gefeuert zu werden. Man kann morgen bei einer anderen Leihbude anfangen. No Problem.

All das sind Dinge, die für uns sehr wichtig sein können und die wir diskutieren sollten. Das kann man mit Sybilla nicht.

Zitat
Alleine die Zahl der Unterbeschäftigung zeigt das, dass Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft des Jahres 2019 präsent ist.
Das Problem der „Massenarbeitslosigkeit“ auch für die Gesellschaft?!?! Welches Problem sieht sie da "für die Gesellschaft"? Wahrscheinlich unproduktive Esser.

Zitat
Schon wieder ein neuer Rekord am Arbeitsmarkt in Deutschland?
Warum verlieren die Parteien der Mini Groko bei Landtagswahlen fortwährend mehr als 10 %
Ich krieg bei diesem Scheiß nen Knoten im Kopf. Würden die Wahlergebnis etwa andere sein, wenn die Zahlen vom Arbeitsmarkt anders aussehen würden?

Ich glaub es nicht. Sybilla behauptet munter alles mögliche, ohne zu sagen, wohin ihrer Meinung nach die Reise gehen soll. (Außer zum Allheilmittel BGE.)

Rudolf Rocker

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #4 am: 20:17:02 Di. 05.Februar 2019 »
Die Frage ist tatsächlich wie man "Arbeit" definiert!
In den ländlichen Bereichen gibt es in Deutschland tausende Feuerwehrfrauen und -männer die ehrenamtlich ihre Freizeit opfern, um die Arbeit zu verrichten, die in Großstädten die Beruffeuerwehr macht. Allerdings unbezahlt.
Ausbildung, Lehrgänge, Fortbildung, Übungs- und Einsatzdienste... da kommen in jeder Gemeinde zig tausende Arbeitsstunden zusammen.
Als ich das Bekannten aus Irland erzählt habe, haben die mich völlig entgeistert angeguckt und meinten, das die zwar auch eine Freiwillige Feuerwehr haben, die Leute da aber für die Einsätze einen Stundenlohn bekommen!
Wenn man da andere Organisationen wie DRK, ASB, JUH, DLRG, THW usw. mit reinnimmt und das auf Bundesebene hochrechnet kommen da Millionen unbezahlte Arbeitsstunden zusammen, die in keiner einzigen Statistik auftauchen.

BGS

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #5 am: 15:56:31 Mi. 06.Februar 2019 »
In der Tat, die Zahl der "Arbeitslosen" spielt wohl im Grunde doch keine Rolle, da die Definition von "erwerbslos" unterschiedlich ist und es, wie schon gesagt wurde, jede Menge nicht offiziell erfasster Arbeit in vielen Bereichen, gibt.

Es ist wichtig, dass jeder Mensch von seinem Lohn auch in Würde leben kann und für Deutschland wäre es zu wünschen, das sich endlich diejenigen, die (noch?) in Arbeit sind solidarisieren mit den "Arbeitslosen". Die Spaltung der Ausgebeuteten muss endlich wirksam beendet werden, s. a."Gelbwesten" Frankreich.

Jeder mit wenig Geld sollte das Recht auf kostenlose Anwaltsvertretung in z. B. Arbeits- und Mietrechssachen. Denn dort gibt es sowieso keine Chancengleichheit.

Die Gewerkschaften kann man meist vergessen, sie scheinen korrumpiert und stehen nicht auf unserer Seite.

Eine Gesetzgebung, die sich laufend gegen die Rechte der Arbeitslosen richtet, ist zutiefst inhuman und widerwärtig. und schwächt immer weiter die Position der Arbeitslosen und Arbeitenden. Schluss damit!

Alle Arten von Arbeit müssen wertgeschätzt werden und im Namen der Menschlichkeit dürfte Niemand dafür bestraft werden, das er arbeitslos ist.

MfG

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Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #6 am: 13:07:21 Sa. 16.Februar 2019 »
Zitat
Auch bei der Rente mit 70 und einer höheren Geburtenrate kommt der deutsche Arbeitsmarkt nicht ohne Fachkräfte aus dem Ausland aus, ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Jährlich müssten deshalb 260.000 Menschen zuziehen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmarkt-studie-deutschland-braucht-260-000-zuwanderer-pro-jahr-a-1252801.html

Der Hunger der Wirtschaft an Arbeitskräften, die man auspressen kann, ist ungebremst.

BGS

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #7 am: 16:07:52 Sa. 16.Februar 2019 »
... .
Der Hunger der Wirtschaft an Arbeitskräften, die man auspressen kann, ist ungebremst.

Es wird irgendwann nicht mehr gelingen, "Arbeitskräfte" nach Deutschland zu locken, denn es spricht sich herum, wie es dort zugeht.

Und nicht nur D. ist bestrebt, Fachkräfte zu degradieren und maximal auszunutzen.

Kann es eigentlich noch schlimmer kommen, als wenn z. B. auf den Phillippinen die Löhne und Arbeitsbedingungen derart unterirdisch und nicht zum Leben reichend sind, dass Männer Kredite aufnehmen, um eine Reise nach PL und "Gebuehren" zu bezahlen? Um dort einen "Arbeitsvertrag" bei einer polnischen Tochterfirma eines dänischen Fuhrbetriebes zu unterschreiben, der sie zwingt, in ihren LKW-Fahrerhäusern zu leben, bis zu 180 Tage am Stueck. Durch ganz Europa zu fahren, fuer einige hundert Euro, es wird gehungert, damit man noch etwas von dem Geld nach Hause, Frau und Kindern schicken kann.

MfG

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Kuddel

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Wie gesagt, der Thread, der vorgibt die "Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" zu betrachten, verweigert die Betrachtung von Realitäten.

Die Wirtschaft hat einen enormen Bedarf an Arbeitskräften, der nicht befriedigt werden kann. Aus dem ehemaligen Ostblock arbeiten inzwischen so viele Menschen im Westen, daß dem Arbeitsmarkt dort die Kräfte fehlen. Inzwischen werden dort Bauprojekte mit chinesischen oder vietnamesischen Arbeitskräften durchgeführt oder man holt sich Fahrer von den Philippinen für die Transportwirtschaft.

Die Erwerbslosen sind hier weiterhin am Abkotzen, weil es eben nicht einfach nur um "Arbeit" geht, sondern um etwas, was man zumindest für halbwegs erträglich hält. Man findet sofort einen Job, wenn es einem nur um "Arbeit" gehen würde. Aber jetzt mal im Ernst, wer will schon sein Leben fristen im Amzonlager, als Fahrradkurier für Essenslieferungen, in der Alten- oder Krankepflege ohne Zeit für die Patienten, als Callcenteragent, der Leuten irgendwelche Verträge aufschwatzen soll, zum Spargelstechen, als Leihabeiter, der auf Baustellen oder Produktionsstätten kreuz und quer durchs Land geschickt und in miesen Pensionen untergebracht wird? Es ist eine Frage des Erhalts der Würde, so daß die meisten Erwerbslosen Strategien entwickelt haben, solche Jobs nicht antreten zu müssen, wenn das Jobcenter diesen Dreck vorschlägt.

Es gibt genug Beispiele, wie verzweifelt die Wirtschaft Menschenmaterial zum Verheizen sucht.

Zitat
BGL: Lkw-Fahrer aus Drittstaaten sollen leichter Visa erhalten

Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung führt derzeit Gespräche mit verschiedenen Ministerien, um Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern.


Weil Fernfahrer immer mehr zur Mangelware auf dem Arbeitsmarkt werden, will der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) aktuell Lkw-Fahrern aus Nicht-EU-Ländern den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. „Grundsätzlich begrüßen wir angesichts der sehr angespannten Personallage, dass unsere Mitglieder auch Fahrer aus Drittstaaten anwerben können.(...)

Der BGL schätzt den Fahrmangel in Deutschland auf 60.000 Berufskraftfahrer. Wegen der zahlreichen Renteneintritte bei geringen Nachwuchszahlen wachse das Minus jedes Jahr um weitere 15.000 Fahrer.
https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/bgl-lkw-fahrer-aus-drittstaaten-sollen-leichter-visa-erhalten-2293542.html

Zitat
Wo finden sich potenzielle Mitarbeiter mit den Kompetenzen, die gefragt sind? Wer zum Beispiel IT-Experten sucht, kann die Fühler nach Indien ausstrecken. Internationale Geschäftspartner und Kunden aus dem Ausland können dabei helfen, Zugang zu Talentnetzwerken vor Ort zu bekommen, erklärt KOFA-Leiter Werner. Auch viele Branchenverbände seien bereits im Ausland aktiv und könnten bei der Rekrutierung unterstützen. „Es kann sich auch lohnen, sich auf einer Jobmesse vor Ort zu präsentieren.“ Von Deutschland aus lassen sich über Online-Karriereportale wie Linkedin oder Jobbörsen wie Eures Stellenanzeigen aufgeben.
https://www.humanresourcesmanager.de/news/internationale-fachkraefte-erfolgreich-integrieren.html

Zitat
Warum Kliniken verstärkt nach Personal im Ausland suchen   

In den Krankenhäusern der Region spitzt sich der Pflegekräftemangel weiter zu. Vermehrt werben die Kliniken ausländisches Personal an.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.fachkraeftemangel-in-stuttgarter-kliniken-verstaerkte-suche-nach-pflegekraeften-aus-dem-ausland.88873d8b-e522-4915-a5dc-97fa1f178ca3.html

Zitat
Fachkräftemangel
Altenheime benötigen 183 Tage, um Stelle einer Pflegekraft zu besetzen

In der Altenpflege ist die Personalnot laut Bundesagentur für Arbeit weiter angespannt. Um das Problem zu lösen, schlägt die Behörde vor, dass Teilzeitkräfte mehr arbeiten.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/pflege-fachkraeftemangel-in-der-altenpflege-steigt-weiter-a-1266722.html

usw., usf..

Was heißt das für uns praktisch? Wie sollen wir damit umgehen?

Solidarität gegen Rassismus
Gleichzeitig mit der Arbeitsmigration wird der Rassismus gepusht. Damit versucht man die Ausgebeuteten auseinanderzudevidieren und gegeneinander auszuspielen. Da müssen wir gegenan arbeiten. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Jetzt fordern!
Zeiten des Arbeitskräftemangels sollten wir als Chance sehen, denn dann ist es einfacher, bessere Arbeitsbedingungen einzufordern! Das muß nicht nur mehr Kohle sein. Weniger Arbeitsdruck, Gesundheitsschutz und würdige Behandlung sind ebenso wichtige Themen.

Bei hoher Arbeitslosigkeit

In Krisenzeiten (,die uns bevorstehen), die zu Massenentlassungen führen, müssen wir eine radikale Reduzierung der Arbeitszeit fordern. "Mehr Lebenszeit durch weniger Arbeit" ist eine schöne und nachvollziehbare Forderung.

Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #9 am: 19:09:46 Mo. 18.November 2019 »
Hier nochmal eine Meldung, die belegt, daß wir mit dem Argument "hauptsache Arbeit" nicht weiterkommen.
Es zieht auch das Argument nicht, daß die Automatisierung und Digitalisierung uns die Arbeit wegnehmen.

Zitat
Arbeitsmarkt:
Erwerbstätigkeit auf höchstem Stand seit der Wiedervereinigung
In Deutschland sind so viele Menschen in Arbeit wie seit 1990 nicht mehr. Doch trotz des Rekordwertes hat sich der Beschäftigungszuwachs verlangsamt.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/arbeitsmarkt-erwerbstaetigkeit-zuwachs-beschaeftigte-wirtschaftswachstum

In anderen Worten: Der Druck auf die Menschen hat weiter zugenommen und man hat immer mehr in Ausbeutungsverhältnisse zwingen können. Wir sollten niemals "mehr Arbeit" fordern, wir brauchen mehr Zeit zum Leben und eine Umverteilung des Wohlstands.

BGS

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #10 am: 20:03:24 Mo. 18.November 2019 »
Völlig richtig. Mehr  Leben, statt immer nur Arbeit, es ist höchste Zeit. Umverteilung ist schon lange ueberfällig.

Andererseits trifft man auch hier gehirngewaschene Menschen (auch mal aus D.), die fuer jeden Lohn und unter allen Bedingungen nur sich abrackern, ohne Sinn und Verstand, "hauptsache Arbeit" - egal welche.

Sprach neulich mit einer Einwanderin, Studienabschluss in Berlin, zweiter in Oxford. Die erklärt ihre Arbeitsbesessenheit um jeden Preis flugs zur "Arbeitsethik". Peinlich.

Obwohl sie es besser wissen muesste, verklärte sie die letzten unterirdischen Scheissjobs - immun gegen Argumente.

MfG

BGS
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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #11 am: 20:13:54 Mo. 18.November 2019 »
Ach, die Leute labern viel. Wollen nicht ausgegrenzt werden in diesem beschissenen Hamsterrad, aber wenn sie genug Kohle haben, um so klarzukommen, dann sind sie weg von ihren Hauptsache-Arbeit-Jobs und zwar schneller, als man gucken kann.

Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #12 am: 12:09:00 Do. 05.Dezember 2019 »
Ein paar Gedanken zur Diskussion über Arbeit und Erwerbslosigkeit.

Ich halte nicht "Erwerbslosigkeit" für ein Problem, sondern die Verarmung, die damit zusammenhängt. Auch die soziale Ausgrenzung, die es oftmals nach sich zieht.

Arbeit sollte kein Selbstzweck sein. Arbeit ist oftmals eher ein Problem. Man tut Dinge, die man nicht tun möchte, man opfert dafür nicht nur Lebenszeit, sondern oft auch die Gesundheit.

In Frankreich entwickelt sich die Diskussion in eine bessere Richtung. Man kämpft gegen die Erniedrigung durch Arbeit, man will die Verlängerung der Lebensarbeitszeit verhindern.
Zitat
Arbeiten bis zur Verzweiflung
Die Hälfte von Emmanuel Macrons Amtszeit ist um. Der Druck auf die Menschen ist nur größer geworden


...Steigende Arbeitsbelastung bis zur Verzweiflung (...). Wenn Angestellte des öffentlichen Dienstes sich das Leben nehmen, ob Lehrer, Pfleger in Krankenhäusern oder – allein in diesem Jahr 54 – Polizisten, dann geht ein kurzer Aufschrei durch das Land. Ein Land, das unter Dauerstress steht...
https://www.freitag.de/autoren/linkerhand/arbeiten-bis-zur-verzweiflung

Troll

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #13 am: 13:21:56 Do. 05.Dezember 2019 »
Ich komme mir immer ein bißchen blöd vor, mit Erwerbsarbeit hab ich nichts (mehr) zu tun und quassel (schreibe) darüber vor mich hin.  ;)

Die Gesellschaft in Deutschland ist tief gespalten, scheinbar schaffen es nur noch beschissene Nationalisten eine Art Einigkeit herzustellen, jedes Grüppchen kämpft ggf. für sich gegen Presse, Politik, Arbeitgeber, und trauriger Weise gegen viele andere Grüppchen die sich sicher sind mehr Beachtung zu verdienen als der/die die gerade kämpfen, oder berechtigter zu sein. Solidarität, kann man das Essen?

Geändert: Schreiben statt schreien   :-\
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #14 am: 11:30:42 Mo. 13.September 2021 »
Ich kann mit Sybillas Thread "Aktuelle Arbeitslosenzahlen im Spiegel der Realität" herzlich wenig anfangen, weil ich nicht verstehe, worauf sie hinaus möchte.

Haben "wir" nun zu viele Arbeitslose?
Wollen "wir" mehr Arbeit?

Wenn ich mir die Pressemeldungen und die dazugehörigen Daten ansehe, stelle ich fest, daß der Kapitalismus scheinbar nicht so viele Arbeitskrafte kriegt, wie er eigentlich braucht. Das ist in Deutschland, USA oder China ähnlich.

Gleichzeitig gibt es ne Menge Erwerbsloser.

Wie paßt das zusammen?

Ich denke, die einen passen den Unternehmern nicht und die anderen wollen nicht.

Der heutige Kapitalismus braucht nen Haufen gut ausgebildeter Fachkräfte. Viele haben nicht die Kenntnisse und Fähigkeiten, die benötigt werden. Die Vorstellung vom "lebenslangen Lernen" ist für mich der absolute Horror. Natürlich lerne ich mit jedem Tag meines Lebens etwas, aber nicht unbedingt das, was man von mir erwartet. Warum soll ich mir den Kopf vollstopfen mit Dingen, die für die Produktion notwendig, aber bereits morgen wieder überholt sind?

Ein großer Teil der Bevölkerung ist auch bereits zu kaputt, um noch wirtschaftlich verwertet zu werden. Die einen haben sich kaputtgearbeit, die anderen sind psychisch am Boden, zerrieben von Armut, sozialem Mobbing und den Jobcentern.

Und wir sollten nicht vergessen, daß viele nicht wollen. Sie sind nicht bereit, sich für die paar Euro krumm zu machen, dafür zu nachtschafender Zeit aus dem Bett gerissen zu werden, den ständig wechselnden Arbeitstellen kilometerweit hinterhezufahren, mit Schichtarbeit seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu opfern. Man fragt sich sowieso bei der Maloche ständig, was man da macht und warum. Diese Fragen sind absolut berechtig.

"Tang Ping", "flach liegen" oder "liegenbleiben" ist ein Trend unter Chinas Jugend, der die Herrschenden nervös macht. Man propagiert die Verweigerung des Hamsterrads aus Arbeit, Karriere und Konsum. Und diese Haltung wird nicht nur in China populärer.
Zitat
    Nicht nur chinesische Millennials stellen fest, dass Arbeit ein falsches Idol ist. Ich muss es wissen, denn auch ich liege flach und verkrieche mich im Haus meiner Eltern in West Virginia. Anfang des Jahres habe ich meinen Job als Produzentin eines NPR-Programms in Boston gekündigt, und ich konnte es nicht ertragen, mich wieder in die Kakophonie des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus zu begeben. Da bin ich bei weitem nicht die Einzige: Ein kürzlich veröffentlichter Tweet mit der Aussage "Ich will keine Karriere machen" hat über 400.000 Likes erhalten. Stattdessen verkündete die Twitterin, @hollabekgrl, "ich will auf der Veranda sitzen".

    Hier in den Hügeln hat mir die neue Stille meiner Tage, die durch die Einsamkeit der Pandemie noch vertieft wurde, erlaubt, den Zustand unseres Planeten im Jahr 2021 zu beobachten - und es sieht so aus, als ob er in Flammen steht, da unsere Oligarchen ins All fliegen. Aus meiner Sicht hier unten auf dem Teppich sehe ich ein System, das, selbst wenn es wieder zur "Normalität" zurückkehren sollte, kein Interesse daran hat, wieder mitzumachen, ein System, das sich aufzulösen beginnt.

    Die Bewegung des Flachliegens, oder Tangping, wie sie in Mandarin genannt wird, ist nur ein Ausdruck dieses globalen Auflösungsprozesses. Ein anderer ist der derzeitige Arbeitskräftemangel in den Vereinigten Staaten. Im Juni gab es in den Vereinigten Staaten mehr als 10 Millionen offene Stellen, wie aus den jüngsten Zahlen des Arbeitsministeriums hervorgeht - die höchste Zahl, seit die Regierung vor zwei Jahrzehnten mit der Erfassung dieser Daten begann. Während die Konservativen die Schuld auf die durch die Pandemie aufgestockte Arbeitslosenunterstützung schieben, entgegnen die Liberalen, dass die Menschen zwar arbeiten wollen, aber nicht für die mickrigen Löhne, die sie vor der Pandemie erhielten.

    Beides mag wahr sein. Aber wenn es nur um niedrige Löhne ginge, würde man erwarten, dass die Arbeitnehmer am unteren Ende der sozioökonomischen Leiter unwillig und die an der Spitze zufrieden sind. Stattdessen gibt es auf jeder Sprosse ein Raunen der Unzufriedenheit, auch in den heiligen Hallen von Goldman Sachs, wo die Gehälter für Investmentbanker bei 150.000 Dollar beginnen...
https://www.nytimes.com/2021/08/22/opinion/lying-flat-work-rest.html?referringSource=articleShare

Ich sehe ich auch die Meldung in diesem Zusammenhang:
Zitat
BA-Chef zu Fachkräftemangel
"Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr"

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hat die Bundesregierung aufgerufen, mehr Zuwanderer ins Land zu holen. Deutschland brauche rund 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Wichtig sei jedoch eine gezielte Migration.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/migranten-scheele-arbeitsagentur-mangel-arbeitskraefte-101.html

Man sucht williges, junges, gesundes Menschenmaterial zum Verheizen.

Zitat
"Aber mir geht es hier nicht um Asyl, sondern um gezielte Zuwanderung für die Lücken am Arbeitsmarkt", sagte Scheele weiter.
s.o.

Bei dem Aussortieren von Menschen nach der kapitalistischen Verwertbarkeit sehe ich immer die KZ Rampe vor mir, an der entschieden wurde, wer arbeitstauglich ist und wer in die Gaskammer geht.