Autor Thema: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit  (Gelesen 1937 mal)

dagobert

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #15 am: 12:07:46 Di. 14.September 2021 »
Zitat
"Aber mir geht es hier nicht um Asyl, sondern um gezielte Zuwanderung für die Lücken am Arbeitsmarkt", sagte Scheele weiter.
s.o.

Bei dem Aussortieren von Menschen nach der kapitalistischen Verwertbarkeit sehe ich immer die KZ Rampe vor mir, an der entschieden wurde, wer arbeitstauglich ist und wer in die Gaskammer geht.
Heute kriegen die Arbeitsmarktverwertbaren ein Visum, die anderen lässt man im Mittelmeer ersaufen. Spart man sogar noch Geld bei, weil man keine Gaskammern bauen muss.

BGS

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #16 am: 21:19:28 Di. 14.September 2021 »
Zitat
BA-Chef zu Fachkräftemangel
"Wir brauchen 400.000 Zuwanderer pro Jahr"


Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hat die Bundesregierung aufgerufen, mehr Zuwanderer ins Land zu holen. Deutschland brauche rund 400.000 Zuwanderer pro Jahr. Wichtig sei jedoch eine gezielte Migration.

Ausgerechnet der Oberschurke der Schurken bei der Drecks"BA" wagt es seinen Schmarrn in dreistester Weise kundzutun - nur peinlich!

Es hätte sein "Amt" nicht so viele unschuldige Menschen im Laufe der Jahre zerreiben sollen mittels  perfider Jobcenter, sinnloser "Massnahmen, sozialer Ausgrenzung + materieller äusserster Armut.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #17 am: 15:50:07 So. 19.Dezember 2021 »
Es gibt sowohl linke alsauch bürgerliche Fachleute und Spezialisten, die reden gern über die Zukunft der Arbeit und des Arbeitsmarktes. Ich muß ja sagen, vieles klingt interessant und auch logisch aber wenn man das mit der Wirklichkeit abgleicht, haut es nicht hin.

Wie ist es denn mit der Geschichte der Rationalisierung und dem Einsatz von Robotern, die uns allen die Arbeit wegnehmen? So wie ich es sehe, wird mehr gearbeitet denn je. Die Arbeit wird verdichtet, der Arbeitsdruck angezogen, Überstunden bis zum Abwinken, die Frauen, die einst für die Reproduktionsarbeit im Haushalt abgestellt waren, sind längst auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Ohne Arbeitsmigranten wäre die Wirtschaft völlig aufgeschmissen. Es werden mehr Arbeitskräfte gebraucht, als vorhanden sind.

Wie ist es denn mit der Geschichte, die uns Sybilla seit jahren vorbetet und mit Satzbausteinen kommentiert, der irre hohen Zahl von Erwerbslosen, die uns von den Arbeitsagenturen durch gefälschte Zahlen vorenthalten wurden? Ich höre von den fehlenden Arbeitskräften in den Krankenhäusern, bei den LKW Fahrern, selbst an den Kassen normaler Läden. Nicht mehr funktionerende Lieferketten, die die Bänder zum Stillstand bringen. Überall Schilder "Mitarbeiter gesucht". Wie paßt das zusammen?

Dann wieder die Meldung von Leuten, die tatsächlich einen Job suchen und vom Jobcenter keinen angeboten bekommen.

Schlaumeiern über den Arbeitsmarkt ist leicht. Erklärungen zu bringen, die wirklich Sinn machen, wohl nicht. Es ist ja nicht nur Schrott, was Sybilla labert, der Kram von Professoren ist ja auch nicht besser.

Onkel Tom

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #18 am: 18:02:18 So. 19.Dezember 2021 »
Es gibt sowohl linke alsauch bürgerliche Fachleute und Spezialisten, die reden gern über die Zukunft der Arbeit und des Arbeitsmarktes. Ich muß ja sagen, vieles klingt interessant und auch logisch aber wenn man das mit der Wirklichkeit abgleicht, haut es nicht hin.
...

Habe mir früher auch diese Bleiwüsten zur A-Statistik rein gepfiffen, weil ich daraus analysieren wollte,
wie viele Elos am "Beckenrand" des Pools stehen und einer "Statistik abschummelnder" Sinnlosmaßnahme
stecken. Das kam auch nie so richtig hin, zumal es kaum Grundlagenerklärung dazu gibt..

Interesannt auch die Anzahl der Kanidaten, die nach Wegfall ihres Job Anspruch auf ALG-1 hätten oder sich
gleich wieder im H4-Hamsterrad wieder finden.. Dazu keine Info.
Das beste, was Neugierde da machen kan, sich alles in ca.-Angaben zu aktzeptieren. Habe das nach gelassen,
da der Einzelfall vor Ort dann doch interesannter wurde.

Dieses BA-Schummelblatt empfinde ich heute als Zeitverschwendung.

Zitat
...
Ohne Arbeitsmigranten wäre die Wirtschaft völlig aufgeschmissen. Es werden mehr Arbeitskräfte gebraucht, als vorhanden sind.
...

d,accord aber die Qualitätsmedien rababern von "Fachkräften"..

Vergleichbar mit der ehemaligen Greenkarte (ca.2003) IT-Spezialisten nach D zu locken, wedelt heute die
BlueCard.. Hüstel, das Stück Plastic für Ausländer_innen, was dann als Türöffner "Gastarbeiter_in in D"
genutzt werden kann.
Und wie war es in der Vergangenheit ? Liebe Nationen, Ihr seid herzlich dazu eingeladen Euch in D
ausbeuten zu lassen. Sie sind vom Fach ? Schön aber wir haben nur Helferstellen..

Da wiederholen sich Zeiten, wo Bundesbirne Kohl noch meinte "Wir brauchen keine Ingineure."
Nach 15 Jahren destruktiver Einstellung plötzlich Mangel an IT-Spezialisten.. Die armen Inder_innen, die
damals viel Hoffnungen hatten und dann lieber ins weitere Ausland verzog.

Das Thema "BlueCard" sollte anbei auch mal recherchiert werden, was alles dazu im "Bewerbungsverfahren"
vertreten ist. Müssen sich wohl gegenüber BA auch ganz nackig machen  ? Zuzutraun ist es.

Zitat
...
Dann wieder die Meldung von Leuten, die tatsächlich einen Job suchen und vom Jobcenter keinen angeboten bekommen.
...

Dochdoch.. Als Soforthilfe-Angebot erst mal 3 VVs zu Leihbuden.. Passt also auch nicht, da Mensch Planungssicherheit braucht..

Villeicht kommt Scheele doch noch an den Schlegelgriff der Glocke und bimmelt dann, das Elos auf die Straße gehen müssen.. ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Tiefrot

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #19 am: 19:25:17 So. 19.Dezember 2021 »
Fachkräfte gibts hier schon genug. Egal woher.
Nur die Kapitalisten wollen ja billige Arbeitskräfte.

So werden Leute die wissen, was denen zusteht einfach nicht genommen,
und weiter weltweit nach Dummen gesucht, die für 3 €/Stunde
die Produktionsroboter hier programmieren.

Und wundern sich obendrein, das keiner den produzierten Krempel kauft.
Wie denn auch, wenn kein Geld da ist ?  ::)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

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counselor

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #20 am: 19:57:49 So. 19.Dezember 2021 »
Es gibt in diesem Zusammenhang eine Größe, die man betrachten sollte: Das Arbeitsvolumen. Der folgende Artikel auf Wikipedia beleuchtet diese Größe
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arbeitsvolumen
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #21 am: 11:46:37 Mo. 20.Dezember 2021 »
Danke counselor, der Hinweis war hilfreich. Mit einigen Details bin ich etwas überfordert, aber es trifft exakt meine Fragen.

Solche Erkenntnisse halte ich für interessant:
Zitat
Dazu ein bezeichnendes Beispiel aus Deutschland:

    „Das verarbeitende Gewerbe hat mit seinen 5,9 Mio. Beschäftigten im Jahr 2006 den Gesamtumsatz um 6,5 % erhöht. Das führte trotzdem zur Entlassung von 33.000 Mitarbeitern (-0,6 % der Beschäftigten).“

Ich versuche ja seit Ewigkeiten aus Sybilla herauszukriegen, was sie mit ihrem Geschwaller über die Arbeitslosenstatistiken eigentlich will. Ich möchte ganz einfache Dinge wissen, ob sie Arbeit gut oder schlecht findet, ob sie sich mehr oder weniger Arbeit wünscht für uns, für die Gesellschaft.

Ich weiß nicht, ob ich es falsch mitbekommen habe, aber meines Wissens haben die Frühmenschen etwa 3 Stunden am Tag gearbeitet. Seit dem ging es bergab. Insbesondere, als sich die Idee vom "Eigentum" verbreitet hat, haben die Menschen mehr und mehr ihrer Lebenszeit aufgegeben. Es scheint sich immer weiter fortzusetzen. So wie ich die Statistiken bei Wikipedia interpretiere, steigt die Zahl der Arbeitenden in Deutschland weiter an mit einem kleinen Einbruch durch die Pandemie.

Die Arbeit selbst wird auch immer bekloppter. Es war vor Jahren lockerer, man hat "Privatpfusch" gemacht, Bastelarbeiten für den eigenen Garten oder das Motorrad an den Maschinen im Betrieb, man hatte Zeit zum Quatschen mit den Kollegen und hat auch Geburtstage während der Arbeitszeit gefeiert. All das ist heute kaum mehr denkbar. Jetzt sind wir mit dem Smartphone sogar rund um die Uhr erreichbar und in der Plattformökonomie sind wir nicht einmal mehr angestellt, sondern arbeiten freiberuflich auf Zuruf irgendwelcher Algoritmen.

Ich bin der Meinung, daß wir unser Leben nicht durch Arbeit kaputtmachen sollten. Wir brauchen Zeit, die nicht von Zwang bestimmt ist. Es gibt aber Arbeit, die gesellschaftlich sinnvoll ist. Ich möchte ein Dach über den Kopf haben, brauche Strom und Wasser, im Winter auch Heizung, ich brauche etwas anzuziehen und auch was zu essen. All das kommt nicht von selbst sondern es bedarf menschlicher Arbeit.

Die sollte möglichst gerecht verteilt werden, sollte nicht auf Kosten der Gesundheit der arbeitenden Menschen gehen und überhaupt so organisiert sein, daß notwendige und sinnvolle Dinge produziert werden, die möglichst lange halten und nicht auf Kosten der Umwelt oder zukünftiger Generationen hergestellt werden.

Es sind einfache, aber wichtige Fragen, wer was warum wie und wo produziert.

Tiefrot

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Re: Zahlen, Interpretationen und Stragegien rund um Arbeit und Erwerbslosgkeit
« Antwort #22 am: 12:22:22 Mo. 20.Dezember 2021 »
@counselor, danke für die Feinheit, man lernt immer noch dazu.  :)
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