Autor Thema: Corona Freestyle  (Gelesen 24968 mal)

admin

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Corona Freestyle
« am: 08:30:38 Di. 07.April 2020 »
Es nervt, daß die Medien kein anderes Thema mehr kennen. Sie berichten auch dann, wenn sie nichts zu sagen haben.

Wir müssen jedoch feststellen, daß es unmöglich ist, das Thema auszublenden, denn im Schatten der Coronakrise ändern sich nicht nur der Alltag, sondern auch die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen im Land und weltweit.

Das sollten wir beobachten und diskutieren. Wenn es nicht eingeordnet werden kann in die Bereiche "positiv", "negativ", "gesundheitlich" oder "Arbeit", kann dieser Thread benutzt werden.

admin

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #1 am: 13:19:28 Di. 07.April 2020 »
Zwei längere Diskussionsbeiträge:

Corona. Kapital. Krise – für eine solidarische und ökologische Alternative

https://winfriedwolf.de/?p=868


Ein Aufruf
Der folgende Aufruf stellt eine knappe Zusammenfassung unseres Haupttextes „Corona. Kapital. Krise“ dar. Wir wollen damit einen Beitrag zur Entwicklung einer Debatte in der Linken und zur Herausbildung einer angemessenen Antwort auf die Krise und die Pandemie leisten.

https://winfriedwolf.de/?p=806

dejavu

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #2 am: 06:40:49 Do. 09.April 2020 »
Zitat
Ach, dejavu, willste dir nicht lieber eine Hobby-Ecke hier im Forum einrichten, wo du dich wohlig in Hilflosigkeit und Paranoia suhlen kannst? Erst Industrie 4.0, dann die Abhörmöglichkeiten via Computertastatur und -Kabel. Jetzt Corona...

Zitat
Zweitens trifft diese Krise auf politisch und organisatorisch komplett unvorbereitete emanzipatorische Bewegungen. Noch bis Mitte März haben viele kritische Zeitgenoss*innen die Corona-Krise ignoriert, verharmlost, sich lustig über besorgte Menschen gemacht und haben die Maßnahmen der Regierungen nur unter dem Blickwinkel individueller Freiheitsrechte betrachtet. Das sind unverzeihliche Fehler.
Danke.

Anfang Februar habe ich die Drucksache 17/12051 verlinkt. Der Überwiegende Teil der Presse erwähnt das Teil erst Anfang bis Mitte März.
Gelesen wurde das Ding wohl irgendwie nicht.  ;D ;D ;D

Wie findet ihr eigentlich die Reaktionen der Partei DIE LINKE in Bezug auf Die Corona-Kriese?
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #3 am: 11:46:22 Fr. 10.April 2020 »
Zitat
Erntehelfer einfliegen, Geflüchtete abschieben - Deutsche Gründlichkeit in Zeiten von Corona
https://www.fr.de/meinung/corona-krise-erntehelfer-deutscher-gruendlichkeit-haben-13645620.html

dejavu

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #4 am: 12:54:42 Fr. 10.April 2020 »
Zitat
Seit Jahren werden humanistisch erforderliche Maßnahmen, wie etwa die Evakuierung der Geflüchteten aus den Lagern in Griechenland, als nicht machbar eingestuft. Parallel soll aktuell eine 25-jährige Frau aus Togo mit einem Charterflug alleine abgeschoben werden. Trotz Schließung wegen Corona hat der Flughafen in Lomé die Öffnung zugesagt.
Irrsin.
Zitat
Der geschäftsführende Vorstand der Partei DIE LINKE hat am 16. März 2020 ein Aktionsprogramm zur Bewältigung der Gesundheitskrise beschlossen.1 Allerdings genügt dieser Beschluss den akuten Herausforderungen nicht. Er erwähnt mit keinem Wort die dringend notwendigen Maßnahmen, um die Virusausbreitung sofort wirksam abzubremsen. Das ist entscheidend, um eine solidarische Politik glaubwürdig zu entwickeln. Welche Bereiche können sofort gestoppt werden, um die Menschen und die gesamte Gesellschaft zu schützen? Alle gesellschaftlichen Bereiche der Reproduktion, Zirkulation und Produktion sind zu überprüfen. In dieser akuten Notlage ist es auch unverzeihlich, dass der Parteivorstand der LINKEN die privaten Kliniken nicht in seine Überlegungen einbezieht, geschweige denn die private Profitmacherei auf Kosten der Kranken in Frage stellt. Die Zeiten der Routineantworten sind vorbei!
Nochmal: wie seht ihr die Reaktion der Partei DIE LINKE auf Corona?
Hat sie rechtzeitig reagiert? Hat sie richtig reagiert?

Von Fritz:
Zitat
Corona-Partys in Duisburger Call Centern

Niedrige Löhne, unsichere Beschäftigungsverhältnisse, permanenter Druck und Überwachung, Stress und Lärmbelästigung: Das alles ist Alltag in den Großraumbüros der Call Center.
(...)
Über 200 MitarbeiterInnen arbeiten während einer Schicht, benutzen die selben Computer, Küchen und Toiletten wie die andere Schicht mit ebenfalls 200 Leuten. Als die Corona-Pandemie anfing stellten ihre Vorgesetzten einen Tisch mit Tee und Hustenbonbons ins Büro. Aufgrund des Zeitdrucks, der beständig über die Pause schwebt, hätten sich viele KollegInnen nicht ausreichend die Hände gewaschen oder desinfiziert. Eine Kollegin, die mitteilte, dass sie an dem neuen Corona Virus erkrankt sei, wurde nicht nach Hause geschickt, da sie ja keine Symptome zeigte. Wie viele weitere ihrer ehemaligen KollegInnen sich infiziert haben kann sie nicht sagen.

Gibt es Reaktionen der Parteien in Duisburg? 
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #5 am: 08:19:54 Sa. 11.April 2020 »
Wie findet ihr eigentlich die Reaktionen der Partei DIE LINKE in Bezug auf Die Corona-Kriese?

Ich nehme die Linke in der Sache ebensowenig wahr, wie die SPD. Während ich nicht erwarten kann, daß die SPD von der politischen Bühne abtritt und als Bettvorleger endet, ist mir die Linke ziemlich egal.

Aber folgende Aussage von Katja Kipping find ich gut:

Zitat
Öffnet die globalen Schuldengefängnisse
Linke-Chefin Katja Kipping setzt sich für ein globales Schuldenmoratorium ein, um eine humanitäre Katastrophe durch das Coronavirus zu verhindern
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/oeffnet-die-globalen-schuldengefängnisse

Naja, auch da bleibt es halbgar. Ein Moratorum ist ein Aufschub. Das Grundproblem bleibt. Zwischen den Staaten und innerhalb der Gesellschaft. Das zentrale Problem ist die Eigentumsfrage und ohne uns um die zu kümmern, werden wir immer weiter in die Katastrophe rauschen.

BGS

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #6 am: 12:15:02 So. 12.April 2020 »
Sieht sehr danach aus.

Viele Angelegenheiten würden, falls die Menschen bislang wirklich gelernt hätten, für sich und ihre Mitmenschen zu sorgen und ihre echten Bedürfnisse zu erkennen, ganz anders angegangen.

Etliche sind wohl sich und den Mitmenschen entfremdet.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #7 am: 15:19:00 So. 12.April 2020 »
Kathrin Hartmann hat mal wieder einen guten Artikel geschrieben:

Zitat
Der Markt macht’s nicht
Der Kapitalismus zeigt während der Corona-Pandemie deutlicher denn je seine Zerstörungswut. Die Politik reagiert mit Abschottung und Autoritarismus


In einem geleakten Bericht der Bank JP Morgan Chase, über den im Februar der Guardian berichtet hatte, steht: „Wir können katastrophale Entwicklungen nicht ausschließen, die das menschliche Leben an sich, wie wir es kennen, bedrohen.“ Der Bericht beschreibt nicht die Corona-Pandemie, sondern die Folgen der Klimakrise. JP Morgan Chase, der weltgrößte Finanzier fossiler Energien, hat seit dem Klimaabkommen von Paris 2015 mindestens 75 Milliarden US-Dollar in Unternehmen gepumpt, die Fracking betreiben und Gas und Öl in der Arktis fördern.
(...)
Die Corona-Epidemie macht deutlich, wie sehr die ökologische und die soziale Krise miteinander verbunden sind. Dazu zählt auch die Klimakrise, die nicht plötzlich verschwindet, nur weil vorübergehend Autos in den Garagen, Flugzeuge am Boden und Kreuzfahrtschiffe in den Häfen bleiben.
(...)
Die institutionalisierte Brutalität, mit der Menschenleben und Ökonomie gegeneinander ausgespielt werden, ist im globalen Norden angekommen. Sie zeigt sich in Frankreich, wo Menschen über 80, die an COVID-19 erkrankt sind, nicht mehr beatmet werden. Sie bricht sich Bahn in der Ungeduld, wann man Deutschland wieder „hochfahren“ könne. „Ja, man darf den wirtschaftlichen Schaden gegen Menschenleben abwägen“, schrieb der Spiegel.
(...)
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-markt-macht2019s-nicht


Kuddel

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #8 am: 12:30:56 Di. 14.April 2020 »
Auf den Punkt gebracht:

Zitat
Rebellisch sein
Jetzt rebellisch zu sein hieße, das Leben – unser aller Leben – zu verändern. Und nicht, es bloß zu retten
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/rebellisch-sein

FrankWhite

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #9 am: 12:38:42 Di. 14.April 2020 »
Zitat
Hier fordert der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DBG), Reiner Hoffmann, Nachbesserungen. Das Kurzarbeitergeld müsse von 60 auf 80 Prozent aufgestockt werden. Er beanstandet auch Folgendes:


counselor

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #10 am: 17:34:21 Di. 14.April 2020 »
Kurzarbeitergeld ist sowieso fragwürdig vor dem Hintergrund, dass Unternehmen nach Par. 615 BGB bei einer Betriebsschließung  verpflichtet sind, die Löhne sechs Wochen zu 100% weiter zu zahlen. Vor diesem Hintergrund scheint mir die Kurzarbeit mehr ein Subventionsprogramm für Arbeitgeber zu sein.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Schluepferstuermer

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #11 am: 19:10:34 Di. 14.April 2020 »
Ist es ja auch. Nur Wenige kapieren dies aber.
lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
----

Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!

counselor

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #12 am: 03:32:07 Mi. 15.April 2020 »
Augstein äußert sich kritisch im 'Freitag'

Zitat
Rausch des Notstands

Corona Diese Krankheit ist ernst. Aber wir haben sie zu einer Katastrophe gemacht. Politik und Medien spielen dabei eine große Rolle

Quelle: https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/rausch-des-notstands
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dejavu

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #13 am: 10:28:42 Mi. 15.April 2020 »
Zitat
Jetzt rebellisch zu sein hieße, das Leben – unser aller Leben – zu verändern. Und nicht, es bloß zu retten
Zitat
Die Linke Lübeck verschickt Hilfspakete
"Wir starten mit Ausliefern von Hilfspaketen in denen sich Kaffee, Tee, Fertiggerichte, haltbare Lebensmittel und natürlich etwas Süßes befindet. Diese Pakete werden zum Teil mit der Post, aber auch von Helfern zu Menschen gebracht, die durch die Coronakrise in Not geraten sind. Geschlossene Hilfsangebote, eingeschränkte Tafeln und Kurzarbeit bringen gerade die Menschen in Not, die ihre Wohnungen auf Grund der Einschränkungen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verlassen können", erklärt Ragnar Lüttke, Fraktionsvorsitzender und Organisator des Linken Erwerbslosen Café, welches normalerweise jeden Mittwoch stattfindet.

Charity Aktionen, Bill Gates lässt grüssen.
Was soll in diesem Zusammenhang eigentlich das I-phone Zeugs?


Linken Führerpaar Lüttke-Zunft.
Politische Forderungen, gar politische Aktionen z.B. für Geflüchtete überlässt man in dieser schwierigen Situation lieber der GAL.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dejavu

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Re: Corona Freestyle
« Antwort #14 am: 16:53:42 Do. 16.April 2020 »
Eine Reaktion! Wow! Wer hat denn diesen Text geschrieben? Ganze Sätze!
https://www.hl-live.de/aktuell/text.php?id=137615
Zitat
Corona-Pandemie: Linke will Konzerne in die Pflicht nehmen
"Die Linke" in Schleswig-Holstein fordert in der Corona-Krise die Landesregierung auf die Konjunkturhilfen aus dem bereitgestellten Rettungspaket der Bundesregierung zu nutzen, um einen sozial-ökologischen Richtungswechsel in der Landespolitik anzustreben.

"Dabei gilt es insbesondere die Vielzahl betroffener Bürger wirtschaftlich und sozial abzusichern, anstatt die reichsten zehn Prozent zu Krisengewinnlern zu machen. Die Vorschläge der Leopoldina würden eine Fortsetzung der neoliberalen Politik der schwarzen Null bedeuten und die Mitte der Gesellschaft für die Krise zahlen lassen. Dies würde die Fehler der Finanzkrise in Form von Steuererleichterungen für Millionäre und Einsparungen in der öffentlichen Daseinsvorsorge wiederholen. Stattdessen fordern wir einen Richtungswechsel hin zu einer verantwortungsvollen und am Gemeinwohl orientierten Politik, die Konzerne und Vermögende in die Pflicht für die Daseinsvorsorge in Schleswig-Holstein nimmt. Die Kosten der Krise müssen über Mehreinnahmen bei Reichen und Großkonzernen, beispielsweise über eine einmalige Vermögensabgabe und eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer finanziert werden. Kleine Unternehmen, Mittelstand und Träger kultureller und sozialer Einrichtungen sind im Gegensatz zu den Vermögenden existenziell auf unsere Unterstützung angewiesen. Für sie muss sich Schleswig-Holstein im Bundesrat und Bundestag stark machen", sagt Sebastian Kai Ising, Mitglied des Landesvorstandes der Linken Schleswig-Holstein.

 Gleichzeitig warnt die Partei die Landesregierung vor den Folgen eines übereilten Ausstiegs aus den Corona-Maßnahmen und schließt sich damit den Forderungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) an. "So schwierig die mit den Maßnahmen einhergehenden Belastungen auch sind: Wichtiger als ein schneller Ausstieg aus den Maßnahmen ist ein nachhaltiger Ausstieg. Die Folgen einer kurzen Lockerung gefolgt von einer neuen, noch längeren und intensiveren Phase der Kontaktbeschränkungen wären verheerend und würden nicht nur kleine Unternehmen in den endgültigen Ruin treiben, sondern auch die sozialen Belastungen durch die Krise von Alleinerziehenden, über Familien bis zu den Pflegekräften erheblich verstärken. Wir erhoffen uns, dass die Landesregierung bei ihren Entscheidungen Augenmaß beweist und nicht kurzfristige Gewinninteressen, sondern das Wohl der Menschen und sozial-ökologische und sozial-ökonomische Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt. Nur dann kommen wir nicht nur menschlich und wirtschaftlich gesund aus der Krise, sondern können gemeinsam einen Umbau des Landes zum Wohle aller vorantreiben", so Sebastian Kai Ising.

Sebastian Kai Ising, Mitglied des Landesvorstandes der Linken Schleswig-Holstein und sein Kumpel Sascha Luettgens.
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