Autor Thema: Hermes  (Gelesen 24117 mal)

ManOfConstantSorrow

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Hermes
« am: 18:06:58 Do. 18.März 2004 »
Ich habe in einem Gespräch mit Bekannten nur flüchtig aufgeschnappt, beim HERMES-Versand gibt es einen Lohn von 5-7€ die Stunde, dafür muß man auch den eigenen PKW (oder Lieferwagen) benutzen.

Ich kannte den Namen HERMES bisher nur durch E-Bay. Alles nur ein Gerücht oder tatsächlich ein gnadenloser Ausbeuter?

Wer weiß mehr?
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Niederer_sachse

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Hermes
« Antwort #1 am: 05:44:52 So. 28.März 2004 »
Kann das, aus Erzählungen eines ehemaligen Arbeitskollegen, nur bestätigen.
Grüße aus Niedersachsen

merlinxlm

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Hermes
« Antwort #2 am: 10:15:18 Mi. 26.Mai 2004 »
Moment mal, die wollen 44 Cent pro ausgelieferter Sendung zahlen ???

Das Ganze setzt eine eigenes Auto voraus .............

Angenommen ich fahre 100 Sendungen aus, verbrauche dabei für 15 Euro Treibstoff (incl. Hin- und Rückweg) und benötige 5 Stunden Zeit  (pro Sendung immerhn 3 Minuten....) dann verdiene ich 44,- Euro (minus 15,- Euro f. Sprit = 29,- Euro in 5h = 5,80 Euro brutto pro Stunde !!!!!!!!!!

Ich lach mich tot !!!!!

ManOfConstantSorrow

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Hermes
« Antwort #3 am: 18:46:37 Sa. 17.Juli 2004 »
Zitat
Original von kn-online

Ein Fünftel der Kurierfahrer arbeiten schwarz

Köln (dpa) - Ein Fünftel der bei einer bundesweiten Aktion kontrollierten Kurierfahrer arbeiten vermutlich schwarz. Bei einer zweitägigen Schwerpunktkontrolle an 500 Stellen in mehr als 100 Städten wurden seit Dienstag insgesamt etwa 11 000 Fahrer kontrolliert.

Bei gut 2100 von ihnen ergaben sich Anhaltspunkte für Schwarzarbeit, wie die Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Köln mitteilte. Bei den Kontrollen wurden vor allem Verstöße gegen die Anmeldepflicht zur Sozialversicherung festgestellt.

dpa/ecoline vom 15.07.2004


Es ist ein typisches Beispiel für die herrschende Normalität.
Die Konditionen für diese Fahrerjobs sind derart beschissen, daß man nur davon leben kann, wenn man sie schwarz macht und auch noch die "Stütze" mitnimmt. (Kuriere sind da sicherlich nicht die einzigen, bei mobilen sozialen Diensten oder im kulturellen Bereich kenn ich unzählige ähnliche Geschichten.)

Die Auftraggeber haben sich abgesichert, sie vergeben die Aufträge mit Verträgen wo sich der Betreffende verpflichtet sich selbst zu versichern.

Die Leute, die so weit unten sind, daß sie miese Jobs machen müssen haben nicht nur ausbeuterische Auftraggeber sondern auch noch staatliche Zollbullen gegen sich.

Ich halte es für absolut unerträglich, daß die Gewerkschaft der Bauarbeiter sogar noch polizeistatliche Aktionen gegen Schwarzarbeiter unterstützt! Obiges Beispiel zeigt doch, daß die Auftraggeber ungeschoren bleiben und daß die Armen Schweine die einzigen sind, die unter diesen Aktionen zu leiden haben.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

backup

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Hermes
« Antwort #4 am: 15:20:28 So. 05.Dezember 2004 »
Ein Beitrag ausm IE cache [tid=644]:


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socke



Anmeldungsdatum: 26.10.2004
Beiträge: 1
Wohnort: Bad Wörishofen
 Verfasst am: 26.10.04 um 20:01    Titel:    

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Die größere Abzocke ist noch, wenn man für ein "selbständiges" Depot fährt. Ich bin 4 Wochen für "Hermes-Türkheim-Bayern" gefahren, für 2 Wochen hab ich 128 Euro bekommen (für Zustellung und Sprit)  für die anderen 2 Wochen noch nichts - seit August, jetzt ist Ende Oktober - angeblich ist eine Sendung nicht zugestellt worden. Wer bei diesem "Verein" auf 7 Euro in der Stunde kommt ist genial, ich habs mir ausgerechnet, waren so 2 - 2,50 Euro pro Stunde!!! Der Nepp läßt grüßen!

Kuddel

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Re:Hermes
« Antwort #5 am: 19:17:41 Di. 10.Mai 2011 »
Zitat
Ohne Überstunden reicht es nicht
Leiharbeit und Lohndumping bei Versandzentrum Hermes an der Tagesordnung

Von Susan Bonath

Das weltweit größte Versandhandelsunternehmen OTTO hat in den 90ern dringend benötigte Arbeitsplätze in die sachsen-anhaltische 19000-Einwohner-Stadt Haldensleben gebracht. Mittlerweile sind es rund 3000 Stellen. Allerdings gliederte der Konzern das Haldenslebener Versandzentrum zwischenzeitlich in seine Logistik-Tochter »Hermes Fulfilment« aus und senkte damit die Löhne drastisch. Zudem läßt Hermes heute einen großen Teil der Arbeit von Zeitarbeitern erledigen. Neues Personal, vorrangig für die Kommissionierung im Schichtbetrieb, aber auch für die Führungsaufgaben, wird fast ausschließlich über das Zeitarbeitsunternehmen »Randstad« rekrutiert. Die Löhne der Leiharbeiter sind so niedrig, daß viele sie vom Jobcenter aufstocken lassen müssen. Zusätzlich kursiert das Gerücht, daß Hermes 120 bis 150 polnische Leiharbeiter in die Hallen holen will, weil die Zeitarbeitsfirma zu wenig Arbeitskräfte zu Verfügung hat.

Die Jobs im Versandzentrum waren früher beliebt, aber das hat sich gründlich geändert. Eine langjährige Mitarbeiterin, die in der Warenkommissionierung arbeitet, berichtet: »Heute nimmt der Streß überhand.« Sechs-Tage-Wochen seien nicht selten. »Die Arbeit ist mehr geworden, der Lohn allerdings nicht.« Sie habe zwar einen Vertrag über 130 Stunden im Monat, arbeite aber meist Vollzeit. Bei den vielen Leiharbeitern »kriegt man Angst um den eigenen Job«, sagt sie. Ständig seien neue Leute da. Wundern tut sie das nicht: »Für den Hungerlohn würde ich diese Arbeit auch nicht machen.«

Der 22jährige Sebastian K. (Name von der Redaktion geändert) ist seit einem halben Jahr einer dieser Hungerlöhner. Für seine Arbeit in der Kommissionierung erhalte er durchschnittlich 750 bis 850 Euro netto von »Randstad«. Sein Stundenlohn lag anfangs bei 6,65 Euro. Seit dem 1. Mai bekommt er 6,89 Euro. Auch er ist für 130 Stunden eingestellt und schiebt regelmäßig Acht-Stunden-Schichten, oft auch sonnabends. Das sei aber auch nötig: »Sonst käme ich vielleicht auf 500 Euro, davon kann ich ja nicht leben.« Die ersten Monate sei er kaum klargekommen, da die Überstunden zunächst auf ein Zeitkonto geflossen und nicht ausbezahlt worden seien.

Hermes-Pressesprecher Martin Frommhold hielt sich auf Nachfrage von junge Welt bedeckt. »Über die Zusammensetzung der Belegschaft vor Ort sowie Unternehmen, mit denen wir kooperieren beziehungsweise Vertragsbeziehungen unterhalten, machen wir grundsätzlich keine Angaben. Selbstverständlich arbeiten wir aber immer wieder auch mit Leiharbeitsfirmen zusammen, um zusätzliche Kräfte bei Auftragsspitzen einsetzen zu können«, teilte er schriftlich mit. Zur Frage, wieviel Prozent der Leiharbeiter denn auf eine Übernahme durch das Unternehmen hoffen können, machte er keinerlei Angaben. Auch der Frage nach dem im Unternehmen kursierenden Gerücht, daß Hermes plane, polnische Leiharbeiter zu beschäftigen, wich er aus. Er schrieb: »Im Versandzentrum Haldensleben sind keine Leiharbeitskräfte einer Zeitarbeitsfirma aus Polen tätig. Wenn Hermes Fulfilment zur Abfederung von Auftragsspitzen auf Leiharbeiter zurückgreift, dann werden diese von spezialisierten Leiharbeitsfirmen aus der Region vermittelt. Die Bezahlung erfolgt nach dem Tarif, auf den sich der Bundesverband Zeitarbeit mit den Gewerkschaften geeinigt hat.«
http://www.jungewelt.de/2011/05-09/043.php

Eivisskat

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Re:Hermes
« Antwort #6 am: 14:32:56 Do. 04.August 2011 »
Gestern in der ARD, ganz schlimm: http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,l8vm4f69tijmjbea~cm.asp

Video in Mediathek

Zitat
Zwei deutsche Existenzen: Der Hermes-Paketbote Peter und der Milliardär Michael Otto.
Peter arbeitet für 60 Cent pro Paket, nach einem 10 Stunden Tag hat er etwa 60 Euro verdient. Fast die Hälfte davon geht für Sprit und Auto drauf.

Der andere ist einer der reichsten Männer Deutschlands: der Milliardär Michael Otto, Mehrheitsaktionär und langjähriger Vorstandsvorsitzender der Otto Group und bis heute deren Aufsichtsratsvorsitzender. Otto ist ein Vorzeigeunternehmer, hoch gelobt für sein soziales und ökologisches Engagement, für seine Bereitschaft, "gesamt-gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen". Dafür bekam er sogar das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern.

O-Ton Auslieferer "Lieber 3 €/Std. als auf der Couch mit H4"

Na denn, schön blöd und politisch fatal... ::)

Judy

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Re:Hermes
« Antwort #7 am: 14:59:17 Do. 04.August 2011 »
Dass man als Hartzer auch andere Sachen tun kann, als auf der Couch zu liegen, ist wohl noch nicht so ganz angekommen, beim deutschen Michel. Zum Beispiel sich zu engagieren, um diese Mißstände abzuschaffen usw.
Ebenso ist beim deutschen Michel immer noch nicht wirklich angekommen, dass sie es sind, die solchen widerlichen Ausbeutern einen Teil der Löhne für ihre unterbezahlten Mitarbeiter über ihre Steuern blechen müssen. Die zahlen das doch aus ihrer eigenen Tasche mit, wenn Leuten nur Hungerlöhne gezahlt werden, die noch aufgestockt werden müssen.

Bei DHL soll es ja wohl ähnlich sein, da wird glaub ich auch nur nach Stückzahl bezahlt, was die Hektik der Leute erklärt (keine Zeit mehr fürs Schwätzchen) und auch die Tatsache, dass so viele Sachen einfach im Treppenhaus abgelegt werden.

Alex22

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Re:Hermes
« Antwort #8 am: 18:50:55 Do. 04.August 2011 »
Hauptsache Arbeit!



Judy

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Re:Hermes
« Antwort #9 am: 11:00:07 Fr. 05.August 2011 »
Im Umkehrschluß heißt das aber auch, dass es in etwa doppelt so hohe Porto-Gebühren wären, wenn vernünftige Löhne bezahlt würden...

Eivisskat

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Re:Hermes
« Antwort #10 am: 13:45:21 Fr. 05.August 2011 »
Nein, das heisst NUR, dass Hermes, DHL usw. dann nicht ganz so enorme Gewinne hätten, wie z. B. in diesem Jahr. Und davon würde die Welt dann auch nicht untergehen...

DHL hat dieses Jahr ungefähr verdreifacht, warum wohl?

Judy

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Re:Hermes
« Antwort #11 am: 16:53:20 Fr. 05.August 2011 »
Wie kommt es dann, dass einige Zusteller jetzt Leiharbeiter beschäftigen? Die kriegen dann ja mit ihren 7,60 noch wesentlich mehr als diese max. 5 Euro bei Hermes oder DHL oder wie wenig das auch immer ist? Oder kriegen die Leihsklaven, die Post austragen sogar noch weniger als die 5 Euro bei Hermes?

Fällt das denn nicht alles unter das Lohndumpinggesetz? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Umsatzverdreifachung und die Arbeiter gehen mit weniger als 5 Euro Stundenlohn nach Hause.

Da muss es doch Tariflöhne geben.

Eivisskat

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Re:Hermes
« Antwort #12 am: 17:07:23 Fr. 05.August 2011 »
Zitat
Umsatzverdreifachung und die Arbeiter gehen mit weniger als 5 Euro Stundenlohn nach Hause.

Na, deswegen doch!

Tarife gibts sicher nicht, bei Hermes sind die Ausfahrer alle "selbstständige Unternehmer" und bei DHL weiss ich es nicht, aber vermutlich auch nicht.

http://www.dgap.de/news/corporateall/dp-dhl-erzielt-deutlichen-gewinnanstieg-zweiten-quartal-verbesserte-ergebnisprognose-fuer_126_682940.htm

Troll

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Re:Hermes
« Antwort #13 am: 09:21:14 Sa. 06.August 2011 »
Bei den Kurierdiensten ist das Subunternehmertum der Normalzustand, kaum einer beschäftigt die Kurierfahrer noch direkt bzw. hält einen eigenen Fuhrpark vor, weil zu teuer. Die Subunternehmen geben sich dabei die Klinke in die Hand, immer der nächste Mini-Sub glaubt er kann es besser als seine zig Vorgänger und verdient sich dumm und dämlich, als ob die Muttergesellschaften allesamt zu doof wären Geld zu verdienen.
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unkraut

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Re:Hermes
« Antwort #14 am: 22:45:57 Sa. 06.August 2011 »
Bei meiner Frau kommen 2 x täglich Hermes und Co . Ab und an auch mal nen Schwatz ( trotz des Zeitdrucks ) .
Und es ist schon so wie diese Woche im Fernsehen zu sehen war . War es Montag im ARD ?
Letztendlich hat der Subunternehmer die Arschkarte . Es reicht oft nicht mal um das Fahrzeug ordentlich am laufen zu halten .
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

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