Autor Thema: ALDI  (Gelesen 30816 mal)

Ziggy

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ALDI
« Antwort #15 am: 11:06:13 So. 29.Juni 2008 »
@Sepp
Wenn du denkst, Edeka und REWE wären besser, bist du auf dem falschen Dampfer. Dort werden sogar Dinge gemacht, die es nicht mal bei ALDI gibt ...

Der Hund beißt sich selbst in den Schwanz:
Jemand, der kein oder nur wenig Geld hat, KANN nur bei Billigläden kaufen. Ich kann mir eine Jeans für 50 EUR nicht leisten, also wo werde ich da wohl hingehen? Eben, da wo ich sie für 10 - 15 EUR bekomme. Und wer sagt dir denn, daß eine Levi's oder Wrangler nicht durch Ausbeutung produziert wird.

NIKE verkauft seinen Sportscheiß für horrendes Geld, produziert wird das Zeug unter ämsten Bedingungen. Und selbst die Ärmsten kaufen diesen Müll, weil es Statussymbol ist.

Wenn jemand ein Handy kauft oder ein Elektrogerät oder ein Auto, muß ihm klar sein, daß bei der Produktion Menschen ausgebeutet werden.

Was willst du jetzt machen? Konsum komplett einstellen? Oder nur noch "Deutsches" kaufen? Da wirste aber Augen machen, was da unter deutschem Label in Fernost produziert wird.

Es ist nicht falsch, was du sagst, aber jemandem, der nichts hat, vorzuwerfen, daß er seine paar lumpigen Kröten beim Discounter lässt, wohingegen du bei so edlen Läden wie Rewe und Edeka (daß ich nicht lache!) einkaufst, das ist - wie soll ich sagen - hm ... interessant ...
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Sektsauferle

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ALDI
« Antwort #16 am: 13:19:09 So. 29.Juni 2008 »
ich kann ziggy nur beipflichten.

man muß klar sagen, da gibt es keine unterschiede, wobei edeka usw noch bei weitem schlechter bezahlen als lidl oder aldi.

am ende kommt die ganze ware, sei es bekleidung, lebensmittel, technik alles aus billigen ländern/produktionen.

bei edeka bezahlt man eben noch die schöne aufmachung mit, sonst nix.

es gibt nunmal nicht sooo viele hersteller von zb waschmittel usw, das kommt alles aus einem topf, andere packung, anderer name, fertig.

ich schätze mal, die eigentlichen verlierer sind die, die mehr bezahlen als nötig.
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alfred

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ALDI
« Antwort #17 am: 14:32:22 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
ich schätze mal, die eigentlichen verlierer sind die, die mehr bezahlen als nötig.

Dieses Resümee verstehe ich jetzt überhaupt nicht mehr.  ?(

Um mal einen konkreten Namen zu nennen: "GLOBUS" - in diesen Märkten werden zumindest in meinem Einzugsgebiet noch einigermaßen faire Löhne und Arbeitsbedingungen geboten. Man zahlt etwas mehr als bei Kaufland (xxxxxxxxladenhochdrei), sieht sich aber einem besserem Angebot und zufriedeneren Angestellten gegenüber.

Das dort auch viel über Teilzeit usw. abgewickelt wird ist mir klar, aber die Stundenlöhne passen im Branchenvergleich einigermaßen...
To be is to do (Socrates), To do is to be (Sartre), Do be do be do (Sinatra)

Sektsauferle

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ALDI
« Antwort #18 am: 14:44:00 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
Dieses Resümee verstehe ich jetzt überhaupt nicht mehr.

wundert mich nicht :]

hör mal, glaubst du ernsthaft, das der käse für 4,20 und der käse für 2,99 aus verschiedenen produktionen kommen?

ich nicht.

der kunde in edeka zahlt nur die 4,20 weil die verpackung schöner ist, der laden mehr nach laden aussieht usw.
von den gehältern muß man auch nicht reden, aldi zahlt nunmal mehr, und die edekamitarbeiter haben genauso ihre überstunden.

und das gilt für alle branchen, wie schon erwähnt, wo finden wir denn noch wirklich deutsche wertarbeit in unseren autos?
das ist doch quatsch.

also was tun?
einkaufen bei billiganbietern vermeiden?
was steckt wirklich dahinter?
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alfred

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ALDI
« Antwort #19 am: 14:51:10 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
Original von Irrlichtprojektor
(...) In der Fraktion der Nichtwähler sehe ich keine größere Bedrohung auf das Ergebnis der Linken bei einer möglichen Bundestagswahl. Denn die einbehaltenen Stimmen dürften sich im gesamt aus den dann ehemals Etablierten ergeben. Stimmen, die eh schon von denen nach Links oder allg. in kleinere Parteien wandern. Bislang hatte der Nichtwähler immer so ein Schmuddelimage aufgesetzt bekommen. Logisch, denn er bestätigte durch sein eigentlich verbrieftes Recht nicht die bestehenden Machtverhältnisse. Unsere Aufgabe könnte darin bestehen dem Nichtwähler ein Gesicht zu geben womit er sich identifizieren kann. (...)

Ich muss zugeben, dass ich über das "nicht zur Wahl gehen" auch extrem umgedacht habe. Noch vor wenigen Jahren plapperte ich den Slogan "Wer nicht zur Wahl geht, darf sich auch nicht über die bestehenden Zustände nicht mokieren" einszueins nach. Den beispiellosen Untergang der "Volksparteien" hatte ich damals allerdings so auch nicht vorhergesehen.

Dein Denkansatz klingt gut, trotzdem werde ich aber auch weiterhin gültig wählen gehen...
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Irrlichtprojektor

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ALDI
« Antwort #20 am: 16:01:53 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
Original von alfred
Dein Denkansatz klingt gut, trotzdem werde ich aber auch weiterhin gültig wählen gehen...

Und genau darin sehe ich unsere Chance. Wir schaffen damit den Spagat von Nichtwählern zur Linken. Wir ziehen quasi am selben Strang, anstatt uns gegenseitig abzugrenzen oder Fronten aufzubauen. Ohne das jeder von uns  seine Ansichten aufgibt oder die Grundhaltung aufweicht. Unsere aller Positionen bleiben unberührt, wir stellen sie damit ja nicht in frage. Sind aber in der Lage gemeinsam gegenüber Ausbeutung agieren zu können. Intern, innerhalb der linken Szene (ich drücke es jetzt so mal aus) können die Diskussionen weiterhin geführt werden und vielleicht regt dies sogar an.

gruß irrlicht

Sepp79

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ALDI
« Antwort #21 am: 18:36:38 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
man muß klar sagen, da gibt es keine unterschiede, wobei edeka usw noch bei weitem schlechter bezahlen als lidl oder aldi.

Das Rewe und Edeka die Mitarbeiter schlechter bezahlen als Aldi und Lidl und sich auch Krücken leisten weiß ich, aber zwei Dinge solltest du dabei nicht vergessen (habe selber lange als Aushilfe bei nem Edeka gearbeitet als weiß ich wovon ich rede):

1: Beim Edeka ist die Arbeit nicht so körperlich belastend wie beim Aldi, da es meistens ausreichend Personal gibt und andere Arbeitsaufgaben (z.B. Prdodukte vorziehen damit die Regale ordentlich aussehen). Auch hat das Personal Leerlaufzeiten in denen es mal ein Schwätzchen halten und sich erholen kann kann, bei Aldi wird durchgearbeitet weil das Pensum sonst nicht zu schaffen ist. Gerade die Discounter zahlen nur mehr weil sie das doppelte verlangen! Würden die das selbe zahlen würde dort niemand arbeiten!

2: Ein Edeka mit identischem Umsatz wie ein Aldi beschäftigt viermal so viel Personal. Die verdienen zwar weniger, aber insgesamt sind die Lohnausgaben bei nem Edeka trotzdem immens höher als bei nem Aldi.

Zitat
Es ist nicht falsch, was du sagst, aber jemandem, der nichts hat, vorzuwerfen, daß er seine paar lumpigen Kröten beim Discounter lässt, wohingegen du bei so edlen Läden wie Rewe und Edeka (daß ich nicht lache!) einkaufst, das ist - wie soll ich sagen - hm ... interessant ...

Ich möchte mich nochmals entschuldigen.
Es ist mir klar das von den Gerinverdienern nicht die Impulse für ein Umdenken ausgehen können. Ich hatte mich da missverständlich ausgedrückt, tut mir leid!

Es muss ein gesellschaftliches Umdenken stattfinden das bei der Mittel und Oberschicht anfängt. Wenn sich eine Gesellschaft als ganzes ändert, ändern sich letztendlich auch die Unternehmen, denn dort sitzen letztendlich auch keine Maschinen am Drücker, sondern ebenfalls formbare Menschen.

Genaugenommen sind es die unteren 20-30% die von den restlichen 70-80% ausgebeutet werden. Je besser das eigene Einkommen, des höher ist der herausgeschlagene Nutzen. Das witzigste daran ist das ein guter Prozentsatz derjenigen die jetzt noch gut verdienen und von den miesen Arbeitsbedingungen anderer profitieren auch selber an ihrem eigenen Stuhl sägen. Das der Mittelstand schrumpft ist längst bekannt.


Zitat
und das gilt für alle branchen, wie schon erwähnt, wo finden wir denn noch wirklich deutsche wertarbeit in unseren autos?

Frag doch mal die 1 Million beschäftigten die direkt oder indirekt von der Autoindustrie leben wohin ihre Arbeit fliesst.

Wenn alles so Schwarz Weiss wäre wie du sagst müsste ja das ganze Land arbeitslos sein, weil alles aus Billigländern käme...

Was ich dir aber sagen kann ist das das halbe Land arbeitslos wäre wenn es keinen Export gäbe. Der macht nämlich bald schon die Hälfte unserer Wirtschaftsleistung aus, weil der Deutsche kaum noch bereit ist den Lohn zu geben den er selber für sich beansprucht!

Der Staat welcher eigentlich Vorbild sein sollte lebt das ganze sogar noch vor, indem er regulären Firmen Aufträge entzieht die dann von 1 Euro Jobbern übernommen werden!!!

Zitat

ich schätze mal, die eigentlichen verlierer sind die, die mehr bezahlen als nötig.

Das ist genau die Antwort die man von einem "Asbeuter" Unternehmen zu hören kriegen würde wenn man es nach seinen gezahlten Löhnen fragen würde. "Der Markt gibt den Preis her, warum sollte ich mehr zahlen..." Ja warum sollte er eigentlich, wenn seine Wettbewerber nur den selben Hungerlohn zahlen und die Leute begeistert dort kaufen aufgrund des billigeren Preises?

Und gute Löhne bekommt man ohnehin nur noch bei Firmen die ihre Waren im Ausland absetzen können. Wer für eine Firma arbeitet die so wie mein Arbeitgeber für ein Unternehmen tätig ist das Flatrates fürs Handy zum Festnetz und zur XXX Gruppe für 10€ im Monat verkauft um neue Kunden zu bekommen, der kann Lohnmässig nichts erwarten.

In den 70ern waren die Unternehmen in Deutschland und die Menschen noch anders. Beide Gruppen haben sich ins negative verändert als Gesamtheit betrachtet. Sie unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht viel. Ich bekomme das jeden Tag zu spüren wenn ich trotz Vollzeit Stelle nur knapp über der Armutsgrenze liege damit "das Volk" zu einem Bruchteil des Festnetzpreises von vor 10 Jahren heute mobil endlos telefonieren kann.

Ziggy

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ALDI
« Antwort #22 am: 19:35:53 So. 29.Juni 2008 »
Deutsche Autoindustrie:
In der Produktion werden zunehmend billige Leiharbeitskräfte eingesetzt. Ich war bei einem Zulieferer beschäftigt. Dort waren 70 % Leihkeulen für ca. 7 €/Std. am Werk.

Elektro:
Ich war bei AEG-Electrolux in Rothenburg o.d. Tauber. Dort findet nur noch die Endmontage und der Versand statt. Gefertigt werden die Teile in Fernost. Auch hier zunehmend Leiharbeiter am Band. Außerdem Lohndrückerei durch Erpressung: Lohnverzicht oder Produktionsverlagerung.
Randstad Inhouse. Pfui Deibel.

Nebenbei: Wer kauft eigentlich immer noch Produkte von Herrn Müller aus Aretsried?

Oder bei Schlecker?
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Sektsauferle

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ALDI
« Antwort #23 am: 21:42:00 So. 29.Juni 2008 »
Zitat
Frag doch mal die 1 Million beschäftigten die direkt oder indirekt von der Autoindustrie leben wohin ihre Arbeit fliesst.

dann frag doch mal, was die noch fertigen, was sie bezahlt bekommen usw.

ich habe in metall, elektro usw oft genug gearbeitet.
metall ist im bereich kfz die hölle, von wertarbeit will ich garnicht anfangen und elektro macht einen großen teil nur nioch nacharbeit, zusatzarbeit und kontrolle.

da lohnen sich dann 50 % ausschuß oft genug, um das zeug trotzdem aus dem ausland kommen zu lassen.
In Memory of Menschenrechte !!!

Sepp79

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ALDI
« Antwort #24 am: 00:34:15 Mo. 30.Juni 2008 »
Zitat
Deutsche Autoindustrie:
In der Produktion werden zunehmend billige Leiharbeitskräfte eingesetzt. Ich war bei einem Zulieferer beschäftigt. Dort waren 70 % Leihkeulen für ca. 7 €/Std. am Werk.

ich habe in metall, elektro usw oft genug gearbeitet.
metall ist im bereich kfz die hölle, von wertarbeit will ich garnicht anfangen und elektro macht einen großen teil nur nioch nacharbeit, zusatzarbeit und kontrolle.

Das bestätigt doch nur das was ich gesagt habe. Was du beschreibst sind die Folgen, wovon ich spreche ist die Ursache. Es findet ein ruinöser Wettbewerb statt, jeder gegen jeden und den höchsten Preis zahlen die schwächsten!!!


Jeder will für sich den maximalen Profit rausschlagen. Wenn der Löwe LcdTV bei gleichen Produkteigenschaften und Testergebnissen wie der LG LcdTV für 1499 Euro verkauft wird, und sagen wir der LG für 1299 Euro, dann kaufen sich die Leute den LG Fernseher.

Nach spätestens 10 Jahren muss dann wieder ein neues Gerät her, natürlich wieder ein LG wenn der Unterschied nur im Preis liegt. Früher hätte man sich den Löwe gekauft und nen neuen erst nach 13 Jahren angeschafft, (die Kosten wären dann über die Jahre gerechnet gleich) heute sagen die Leute sie könnten sich das teurere Gerät nicht leisten (klar wenn in immer kürzeren Spannen neue Geräte gefordert werden).

Was wird die Firma Löwe nun machen? Von der Gier besessen so wie ihre Kunden auch, will sie von ihrer 5-10% Gewinnspanne nichts abgeben, folglich muss an der Kostenschraube gedreht werden. Die Konsequenz sind Lohnsenkungen bei den Beschäftigten, nochmals verringerter Lohn für neue Mitarbeiter, oder komplette Produktion im Ausland.

Ich habe mal letztens meine Großmutter gefragt wie lange eine neue Küche halten muss. Ihre Antwort war mindestens 20 Jahre. Als ich meiner Freundin die selbe Frage stellte nannte sie mir 10, maximal 15 Jahre. Die Ansprüche sind enorm gestiegen, und um diese zu befriedigen gehen alle über Leichen.

Besserung ist nicht in Sicht, weder bei den Firmen noch bei den Konsumenten.

Kater

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ALDI
« Antwort #25 am: 22:05:00 Fr. 15.August 2008 »
Zitat
Verdi wirft Aldi Nord Bestechung des Betriebsrats vor

München (AFP) - Die Gewerkschaft Verdi wirft der Handelskette Aldi Nord in einer Strafanzeige Bestechung und Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz vor. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, geht es um die verdeckte Unterstützung der Betriebsratsorganisation AUB durch Aldi Nord in Höhe von insgesamt rund 350.000 Euro. Die arbeitgeberfreundliche AUB habe als "Gegenleistung" in den Filialen von Aldi Nord Stimmung gegen Verdi gemacht, behauptet die Gewerkschaft dem Bericht zufolge.

Die Anzeige wurde demnach bei der Staatsanwaltschaft Essen eingereicht. "Wir werden den Sachverhalt prüfen", sagte Oberstaatsanwalt Willi Kassenböhmer der "SZ". Aldi Nord wies die Vorwürfe zurück. Der Geschäftsführer der Aldi Einkauf GmbH, Rainer Kämpgen, sagte, das Unternehmen habe sich korrekt verhalten. Wie die "SZ" weiter berichtet, räumte er jedoch ein, Aldi Nord habe über Jahre die Personalkosten für einen AUB-Referenten übernommen, der Betriebsräte der Supermarktkette schulte.

Die Zahlungen erfolgten den Angaben zufolge über eine Essener Anwaltskanzlei an eine Unternehmensberatungsfirma des langjährigen AUB-Vorsitzenden Wilhelm Schelsky. Schelsky wurde im Februar 2007 festgenommen. Er soll von Siemens Millionen erhalten haben, um die IG Metall in Betriebs- und Aufsichtsrat zu schwächen. Dazu soll er die AUB als Anti-Gewerkschaftsorganisation aufgebaut haben.

Die Anzeige von Verdi beruht laut "SZ" auf Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth in der Affäre um die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB). Die Staatsanwaltschaft ermittelte dem Bericht zufolge, dass neben Siemens auch Aldi Nord die AUB unterstützt hat. Die Strafverfolger seien auf drei Rechnungen über 103.000, 120.000 und 130.000 Euro gestoßen.

Aldi Nord teilte dazu laut "SZ" mit, es seien die Personalkosten des AUB-Referenten Mike B. in Höhe von rund 60.000 Euro pro Jahr übernommen. Diese Kosten seien "teilweise für größere Zeiträume nachträglich in einer Summe" beglichen worden. Dadurch ergäben sich die höheren Beträge in den Rechnungen.

Verdi wirft der AUB dem Bericht zufolge vor, Aldi Nord Vorteile "angeboten und gewährt" zu haben. Das sei beispielsweise durch den Abschluss von Betriebsvereinbarungen zu Arbeitszeiten geschehen, denen Belegschaftsvertreter aus den Reihen der Gewerkschaft nicht zugestimmt hätten. Diese Vereinbarungen seien für die Handelsgruppe günstig ausgefallen.

http://de.news.yahoo.com/afp/20080815/tde-d-unternehmen-handel-gewerkschaften-a4484c6.html

ManOfConstantSorrow

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Re:ALDI
« Antwort #26 am: 12:59:39 Mo. 27.Juli 2009 »

Flashmob gerechter Welthandel
Zusammengebrochen im Aldi - gegen ausbeuterische Discounterpolitik




26. Juli 2009.

Mit einem Flashmob protestierten das Bonner Aktionsbündnis Gerechter Welthandel (AGW Bonn) und die Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign, CCC) gegen die Arbeitsbedingungen bei Aldi-Zulieferbetrieben in verschiedenen Produktionsländern vor allem in Asien. Um Punkt 12 Uhr sanken 20 AktivistInnen zwischen verdutzten Kunden in der Aldi-Filiale auf der Friedrich-Breuer-Straße für zwei Minuten zu Boden. Auf den Rücken der am Boden liegenden AktivistInnen waren Sprüche wie „20 Stunden ohne Schlaf, doch der Auftrag ist geschafft“ zu lesen.



20-stunden-ohne-schlafMit dieser Aktion machten die Flashmobber auf Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion von Aldi-Aktionswaren aufmerksam. Begleitend wurde vor der Filiale darüber informiert, wie sich Kunden für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen können. Nach dem Flashmob führten die AktivistInnen vor der Filiale ein Straßentheater auf, das eindrucksvoll ausbeuterische Arbeitsbedingungen veranschaulichte.

Hintergrund der Aktion ist die Studie des Siegburger Südwind Instituts „Arbeits- und Frauenrechte im Discountergeschäft - Aldi-Aktionswaren aus China“. Die Studie dokumentiert, dass ArbeiterInnen bis zu 91 Stunden pro Woche arbeiten müssen und Freiheitsrechte durch Ausgangssperren und Besuchsverbot verletzt werden. Gewerkschaften sind verboten, Arbeitsverträge werden verweigert und Löhne willkürlich zurückgehalten.

Das AGW Bonn und die CCC fordern Aldi als Deutschlands größten Discounter auf, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen in der gesamten Produktionskette sowie beim Verkauf in seinen Filialen in Deutschland (bei Aldi Süd gibt es fast keine Betriebsräte) sicherzustellen.

Die Politik wird dazu aufgefordert, verbindliche Sozialstandards endlich einzuführen, da freiwillige Verpflichtungen der Discounter bisher zu keinen Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen geführt haben.

http://rheinraum-online.de/2009/07/26/zusammengebrochen-im-aldi-protest-gegen-ausbeuterische-discounterpolitik/
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Nikita

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ALDI versucht Kritikern Maulkorb zu verpassen
« Antwort #27 am: 15:28:59 So. 02.Januar 2011 »
http://www.ci-romero.de/mailomat_aldi_klage/
Zitat
ALDI: Kein Maulkorb für KritikerInnen
Kein Maulkorb für KritikerInnen

Die Christliche Initiative Romero verbreitet aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. In dieser weist sie auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik der Christlichen Initiative Romero an ALDI: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen.

Statt sich um diese grundlegenden Probleme der Geschäftspolitik des Discounters zu kümmern, setzten Aldi die KritikerInnen juristisch unter Druck. Wir fordern das Unternehmen daher auf:

    * Stellen Sie unverzüglich alle juristischen Maßnahmen gegen die Christliche Initiative Romero ein.
    * Setzen Sie den Verhaltenskodex der Kampagne für Saubere Kleidung bei Ihren Zulieferern um und lassen Sie dies durch eine externe unabhängige Instanz kontrollieren.
    * Verändern Sie Ihre Einkaufspraktiken, so dass Ihre Lieferanten Sozialstandards einhalten können.
    * Stellen Sie Transparenz her: Nennen Sie Ihre Lieferanten in den  Produktionsländern und berichten Sie regelmäßig über die unternommenen Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
    * Sozialstandards müssen in Produktion (z.B. in Bangladesch) und Verkauf (bei uns) eingehalten werden.

Stand der Aldi-Protestmail Aktion

Protestmail-Aktion: ALDI - Kein Maulkorb für Kritikerinnen
Start der Protestaktion: 03.10.2010 ]

Die abgemahnte ALDI-Prospekt-Persiflage der Christliche Initiative Romero  als PDF zum Download

Nikita

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Aktion:Kein Maulkorb für ALDI-KritikerInnen!
« Antwort #28 am: 15:34:05 So. 02.Januar 2011 »
Kein Maulkorb für ALDI-KritikerInnen!

http://bewegung.taz.de/aktionen/aldi/beschreibung

Zitat
Kein Maulkorb für ALDI-KritikerInnen!

Unterstützen Sie den Protest gegen den Discounter-Riesen!

Münster, 4. Oktober 2010. Mit harten Bandagen geht die bekannte Discounterkette ALDI gegen KritikerInnen ihrer Geschäftspolitik vor: Das in Essen ansässige Unternehmen hat jetzt juristische Schritte gegen die Christliche Initiative Romero (CIR) eingeleitet. Der entwicklungspolitischen Organisation mit Sitz in Münster droht eine Einstweilige Verfügung.

Die Christliche Initiative Romero verbreitet aktuell eine Persiflage eines ALDI-Prospektes. In dieser weist sie auf menschenrechtlich und arbeitsrechtlich bedenkliche Aspekte der von ALDI angebotenen Billigangebote hin. Die Kritik der Christlichen Initiative Romero an ALDI: Durch seine Billigpreis-Politik fördere das Unternehmen Ausbeutung in Produktionsländern im globalen Süden, etwa in Form von Hungerlöhnen.

Statt sich um diese grundlegenden Probleme der eigenen Geschäftspolitik zu kümmern, setzt ALDI die KritikerInnen juristisch unter Druck. Auch ein Gespräch über die Vorwürfe, von der CIR eingefordert, hat der Discounter-Riese abgelehnt. Wir fordern ALDI daher auf:

? Stellen Sie unverzüglich alle juristischen Maßnahmen gegen die Christliche Initiative Romero ein!

? Setzen Sie den Verhaltenskodex der Kampagne für Saubere Kleidung bei Ihren Zulieferern um und lassen Sie dies durch eine externe unabhängige Instanz kontrollieren.

? Verändern Sie Ihre Einkaufspraktiken, so dass Ihre Lieferanten Sozialstandards einhalten können.

? Stellen Sie Transparenz her: Nennen Sie Ihre Lieferanten in den  Produktionsländern und berichten Sie regelmäßig über die unternommenen Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

? Sozialstandards müssen in Produktion (z.B. in Bangladesch) und Verkauf (bei uns) eingehalten werden.

Fordern auch Sie Aldi auf, die juristischen Schritte gegen die Christliche Initiative Romero zu stoppen und die Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen zum Schäppchenpreis zu beenden!

Die ALDI-Prospektpersiflage der Christlichen Initiative Romero gibt es unter www.ci-romero.de zum Herunterladen. Sie kann, gerne auch in größerer Stückzahl, gegen Porto bei der Christlichen Initiative Romero, Breul 23, 48143 Münster, Telefon 02 51 / 8 95 03, bestellt werden.

Auf der CIR-Website kann man sich darüber hinaus an einer Protestaktion gegen ALDI beteiligen.

Nikita

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Der von Aldi abgemahnte Prospekt
« Antwort #29 am: 15:42:01 So. 02.Januar 2011 »