Autor Thema: 11.) Verstauchung  (Gelesen 13883 mal)

Dr.Mabuse

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11.) Verstauchung
« am: 23:00:00 Sa. 08.Februar 2003 »
Verstauchung
 
Wie lange?
2 bis 4 Wochen ist normal, bei zusätzlichen Schwierigkeiten kann auch mal eine Krankschreibung für 6 Wochen nötig sein.
 
Wer wird krank?
Leute, die auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz umgeknickt sind und danach Schmerzen im Fußgelenk (seltener Kniegelenk) haben oder Leute, die sich mit der Hand irgentwo gestoßen haben und denen danach das Hand- oder einige Fingergelenke weh tun. Achtet darauf, das es möglichst ein Arbeitsunfall wird.
 
Beschwerden
Besonders bei Fuß- und Hand-, aber auch Knie-, Ellenbogen- oder den Fingergelenken tritt nach Umknicken, Stoßen, falscher, heftiger Drehbewegung o.ä. ein sehr starker Schmerz auf, der inden nächsten 10 bis 15 Minuten ein wenig abklingt, wenn ihr den Fuß (oder das betroffene Gelenk) ruhig haltet. Bei Bewegung verstärkt sich der Schmerz wieder deutlich bis zur Unerträglichkeit. Oft, aber nicht immer, schwillt das Gelenk, bzw. das darumliegende Gewebe an, seltener gibt es einen Bluterguß. Man kann fast gar nicht laufen, oder mit den Händen nichts greifen oder tragen. Unwillkürlich bewegt man das betroffene Gelenk doch immer wieder, bewegt sich sehr ungeschickt damit oder stößt sich, so das sich der Zustand und die Beschwerden wieder verschlimmern und die Abheilung sich um ein bis zwei Wochen verzögert. Meist verstärken sich die Schmerzen nur bei bestimmten Bewegungen, nicht bei allen (Beugen oder Strecken, Drehen nach links oder rechts).
 
Was untersucht er?
Die Beweglichkeit der Gelenke wird geprüft. (s.o.). Ihr müßt euch für Schmerzen bei einer oder zwei Bewegungsrichtungen entscheiden. Dann wird das Gelenk von vorne und von den Seiten geröngt, um einen Knochenbruch nicht zu übersehen. Blutuntersuchungen bringen und schaden nichts.
 
Warnhinweis
Noch ein Wort zu einer besonderen Untersuchung: die sogenannte gehaltene Röntgenaufnahme. In ganz extremen Positionen werden von der kranken und der gesunden Seite des betroffenen Gelenks Röntgenbilder gemacht, um im Seitenvergleich eine unnormale Beweglichkeit feststellen zu können, was auf einen Bänderriß hindeutet. Bei einem verstauchtem Gelenk sind die Bänder nur gezerrt. Wegen des großen Schmerzes bei dieser Aufnahme, besonders im verletzten Gelenk, wird diese Untersuchung in örtlicher Betäubung oder sogar in Narkose gemacht. Besonders aus diesem Grund muß von der Zustimmung zu der Untersuchung dringenst abgeraten werden. (Manchmal reißen auch bis dahin nur angerissene Bänder bei Gelegenheit ganz durch.)
 
Behandlung
Ruhigstellung durch Armschlinge, elastische Binde, Gipsschiene, außerdem vielleicht abschwellende Salbe und als Empfehlung kalte Umschläge. Das ist alles in Ordnung. Vor jeder Art von Spritzen muß auch hier wieder gewarnt werden, weil sie sicher nichts bringen, dafür aber sehr schaden können.