Autor Thema: Gewerkschaften  (Gelesen 181094 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19706
  • Fischkopp
Re:Gewerkschaften
« Antwort #330 am: 19:23:39 Di. 13.Mai 2014 »
Alles, was traditionell mal als irgendwie links, kritisch oder sozial galt, hat sich neoliberal gewendet oder es wird erst jetzt klar, daß sie ihr Image zu unrecht so lange aufrecht erhalten konnten.

Die Medien, Stern, Spiegel, Süddeutsche, Frankfürter Rundschau, Taz, alles totaler Dreck der unerträglichsten Sorte.
Wie verkommen die SPD und die Grünen sind, ist ja auch kein Geheimnis.

Aber bei den Gewerkschaften sieht es anders aus. Die Linke hält sie irgendwie für einen Vertretung der Arbeiterklasse, eine Massenorganisation, die auf den falschen Weg gekommen ist und die man von unten her umkrempelm muß um sie in eine kämpferische Organisation zu transformieren. Dieser Glaube hält sich teilweise sogar in linksradikalen Kreisen.

Bevor der DGB klassenkämpferisch wird, erklärt der Papst, daß Gott tot ist.

Die Politik des DGB ist schon immer eine Institution zur Kontolle des Proletariats gewesen. Inzwischen ist diese Organisation (glücklicherweise?) so verkommen, daß sie nicht mehr besser rüberkommt, als die SPD.

Die FR kommentiert:
Zitat
Sie werden nicht mehr als Blockierer und Betonköpfe abgestempelt, wie es vor zehn Jahren üblich war, als Rot-Grün die Rechte von Arbeitslosen beschnitt, den Arbeitsmarkt deregulierte und die Rente mit 67 beschloss. Dieser Großumbau ist erledigt. Nun hört die Politik wieder auf die Gewerkschaften und ist bereit, einzelne Korrekturen in der Sozialpolitik vorzunehmen.
Zitat
Umso erstaunlicher ist die Bescheidenheit der DGB-Spitze. Das Gehalt eines Arbeitnehmers solle zumindest den Lebensunterhalt gewährleisten, heißt es in ihrem Leitantrag zum Thema Arbeit.
Das heißt im Umkehrschluß: Die Bezüge von Erwerbslosen brauchen nicht den Lebensunterhalt zu gewährleisten.

Die FR weiter:
Zitat
DGB-Gewerkschaften fordern die Entmachtung von erfolgreichen Konkurrenz-Gewerkschaften...
Wenn der DGB aber billigt, dass die Politik kleine, starke Gewerkschaften entmachtet, dann sollte er sich nicht wundern, wenn seine Organisationen als nächste an der Reihe sind.

Nichteinmal die FDP hätte eine so ekelige, korrupte Organisation erträumen können...

BGS

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4225
  • Polarlicht
Re:Gewerkschaften
« Antwort #331 am: 01:34:15 Mi. 14.Mai 2014 »
Alles, was traditionell mal als irgendwie links, kritisch oder sozial galt, hat sich neoliberal gewendet oder es wird erst jetzt klar, daß sie ihr Image zu unrecht so lange aufrecht erhalten konnten.

Die Medien, Stern, Spiegel, Süddeutsche, Frankfürter Rundschau, Taz, alles totaler Dreck der unerträglichsten Sorte.
Wie verkommen die SPD und die Grünen sind, ist ja auch kein Geheimnis.

Aber bei den Gewerkschaften sieht es anders aus. Die Linke hält sie irgendwie für einen Vertretung der Arbeiterklasse, eine Massenorganisation, die auf den falschen Weg gekommen ist und die man von unten her umkrempelm muß um sie in eine kämpferische Organisation zu transformieren. Dieser Glaube hält sich teilweise sogar in linksradikalen Kreisen.

Bevor der DGB klassenkämpferisch wird, erklärt der Papst, daß Gott tot ist.

Die Politik des DGB ist schon immer eine Institution zur Kontolle des Proletariats gewesen. Inzwischen ist diese Organisation (glücklicherweise?) so verkommen, daß sie nicht mehr besser rüberkommt, als die SPD.

Die FR kommentiert:
Zitat
Sie werden nicht mehr als Blockierer und Betonköpfe abgestempelt, wie es vor zehn Jahren üblich war, als Rot-Grün die Rechte von Arbeitslosen beschnitt, den Arbeitsmarkt deregulierte und die Rente mit 67 beschloss. Dieser Großumbau ist erledigt. Nun hört die Politik wieder auf die Gewerkschaften und ist bereit, einzelne Korrekturen in der Sozialpolitik vorzunehmen.
Zitat
Umso erstaunlicher ist die Bescheidenheit der DGB-Spitze. Das Gehalt eines Arbeitnehmers solle zumindest den Lebensunterhalt gewährleisten, heißt es in ihrem Leitantrag zum Thema Arbeit.
Das heißt im Umkehrschluß: Die Bezüge von Erwerbslosen brauchen nicht den Lebensunterhalt zu gewährleisten.

Die FR weiter:
Zitat
DGB-Gewerkschaften fordern die Entmachtung von erfolgreichen Konkurrenz-Gewerkschaften...
Wenn der DGB aber billigt, dass die Politik kleine, starke Gewerkschaften entmachtet, dann sollte er sich nicht wundern, wenn seine Organisationen als nächste an der Reihe sind.

Nichteinmal die FDP hätte eine so ekelige, korrupte Organisation erträumen können...

Herzlichen Dank für die Wahrheit.

MfG

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19706
  • Fischkopp
Sigmar Gabriel beim DGB
« Antwort #332 am: 16:18:55 Do. 15.Mai 2014 »
Zitat
Sigmar Gabriel sucht beim Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds den Schulterschluss mit den Gewerkschaften. Der SPD-Chef hält eine bemerkenswerte Rede - denn im Hauptberuf ist er ja nun Wirtschaftsminister.

„Sommer hat großen Anteil daran, dass Deutschland besser als andere Länder durch die Krise gekommen ist“, sagt Gabriel nun: „Manches wäre unserer Partei erspart geblieben, wenn wir früher auf ihn gehört hätten.“

„Die deutschen Gewerkschaften haben auch an die soziale Marktwirtschaft geglaubt, als selbst ernannte Experten sie diskreditiert haben“, ruft er in den Saal.

Die Tür seines Hauses stehe Gewerkschaftern immer offen, betont er. Mehr noch: „Wir wollen Verbündete sein für die Schaffung guter Arbeit.“

Der neue DGB-Chef Reiner Hoffmann lässt sich nicht lange bitten: „Ich glaube, dass die Schnittmengen gemeinsamer Politik so groß sind wie seit langem nicht mehr“, antwortet er.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/sigmar-gabriel-sehnsucht-nach-versoehnung,1472780,27128724.html

 kotz   kotz    kotz

Rappelkistenrebell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2937
Re:Gewerkschaften
« Antwort #333 am: 22:04:37 Mi. 21.Mai 2014 »
22.05.2014 / Inland / Seite 5Inhalt

Service »Union-Busting«
Studie: Bekämpfung von Gewerkschaftsarbeit verläuft in Deutschland zunehmend systematischer. Mitverantwortlich dafür ist die Deregulierung des Arbeitsmarktes

Von Claudia Wrobel

In einem Restaurant gehen plötzlich die Lichter aus, Sicherheitskräfte besetzen die Ausgänge und hindern die Angestellten, das Gebäude zu verlassen. Mitarbeiter berichteten, sie seien über mehrere Stunden in der verschlossenen, abgedunkelten Gaststätte festgehalten worden. Unter Androhung einer Anzeige wegen Diebstahls sollen sie dazu aufgefordert worden sein, Kündigungen oder Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Was klingt wie eine absurde Vorstellung, ist ein Fallbeispiel, das Elmar Wigand und Werner Rügemer in der Studie »Union-Busting in Deutschland. Die Bekämpfung von Betriebsräten und Gewerkschaften als professionelle Dienstleistung« darstellen. Es ist eine Analyse zu Gewerkschaftszerschlagung, -vermeidung und -vorbeugung, die am heutigen Donnerstag in Berlin präsentiert wird. Sie wurde von der Otto-Brenner-Stiftung, einer Wissenschaftseinrichtung der IG Metall, veröffentlicht. In der Untersuchung beschreiben Rügemer und Wigand Methoden, die bislang vor allem aus den USA bekannt sind. Dort ist die Bekämpfung von Arbeiterorganisationen eine regelrechte Dienstleistung.

Die hiesigen Netzwerke zur Bekämpfung von Beschäftigtenorganisationen seien zwar noch nicht so weit entwickelt, allerdings in Grundzügen schon erkennbar. Dem sei durch die sogenannten Reformen des Arbeitsmarktes und der damit einhergehenden Deregulierungen der Boden bereitet worden. Zwar merken die Autoren an, daß es noch einer genaueren Analyse der Zusammenhänge bedarf, sehen aber einen der Gründe für ein Erstarken antigewerkschaftlicher Praktiken in der Ausgliederung einzelner Arbeitsbereiche. Vorherige Studien haben bereits belegt, daß zwar in Großbetriebe meist eine gedeihliche Betriebsratsarbeit herrscht, deren Gründung in kleineren Firmen dafür aber ungleich schwieriger ist.

Wigand und Rügemer beschreiben, daß auch hierzulande Tendenzen erkennbar seien, die Unternehmen systematisch betriebsratsfrei zu halten bzw. unkritische Beschäftigte in diese Funktionen zu verhelfen, oder solche, die sich für ihre Kollegen einsetzen, wieder loszuwerden. So gebe es bereits Anwaltskanzleien, die diese aggressiven Methoden vorantrieben. Neben den individuellen »Lösungen«, die Unternehmen angeboten werden, gebe es Ratgeber, wie Firmen die »Probleme« selbst in den Griff bekommen können. So wird unter anderem der bekannte Arbeitsrechtler Helmut Naujoks genannt, der im Jahr 2002 das Buch »Kündigung der Unkündbaren« veröffentlichte und auf seiner eigenen Internetseite angibt, seine Hauptaufgabe bestehe darin, »Arbeitgeber vor dem Mißbrauch des Betriebsverfassungsgesetzes durch Betriebsratsmitglieder zu schützen«.

Dessen Methoden werden ebenso beleuchtet wie Unternehmensstiftungen und firmenfinanzierte Hochschuleinrichtungen, die mit »wissenschaftlichen« Analysen die Praxis unterfüttern und legitimieren. Außerdem beschreiben die Autoren das Handeln und die Funktion »gelber Gewerkschaften«, die »unter gewerkschaftlicher Tarnkappe mehr oder weniger offensichtlich die Interessen der Unternehmensleitung vertreten«. Diese würden häufig direkt von der Betriebsleitung eingesetzt, zumindest aber von ihr toleriert oder unterstützt.

Greifbar werden die verschiedenen Methoden, wenn die Autoren sie gegen Ende der Untersuchung anhand zweier Fallbeispiele darstellen. Spätestens dann wird deutlich, daß die theoretisch geschilderten Praktiken mittlerweile auch in der BRD Methode haben. So habe das eingangs genannte Beispiel im Jahr 2012 in einer Filiale der Steakhauskette Maredo in Frankfurt am Main stattgefunden. Anders als an vielen anderen Standorten habe es dort bis 2011 einen Betriebsrat gegeben. Die Wahl sei allerdings von der Unternehmensleitung angefochten worden, nachdem die Mitarbeitervertreter einen Mindestlohn von 8,50 Euro gefordert hatten. Die folgende Auseinandersetzung habe sich über mehrere Monate hingezogen, bis die betroffenen Angestellten einen Vergleich mit dem Unternehmen schlossen. In der Zwischenzeit habe Maredo sie durch als Kollegen getarnte Spitzel beschatten lassen und Bagatell-Kündigungen wegen des angeblichen Verzehrs von Brotkanten ausgesprochen. Des weiteren beschreiben die Autoren die Auseinandersetzung beim Softwarekonzern SAP, der bis 2006 der einzige deutsche DAX-Konzern ohne Betriebsrat war.

Rügemer und Wigand geben keine Handlungsempfehlung, sondern wollen eine Debatte anstoßen, da die »Sensibilität für Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz und skandalöse Arbeitsbedingungen« zugenommen habe.

www.otto-brenner-stiftung.de

www.arbeitsunrecht.de

Quelle

http://www.jungewelt.de/2014/05-22/041.php
Gegen System und Kapital!


www.jungewelt.de

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5595
Re:Gewerkschaften
« Antwort #334 am: 01:17:52 Do. 22.Mai 2014 »
Service »Union-Busting«
Studie: Bekämpfung von Gewerkschaftsarbeit verläuft in Deutschland zunehmend systematischer. Mitverantwortlich dafür ist die Deregulierung des Arbeitsmarktes
http://www.nachdenkseiten.de/?p=21772#h10
Dort gibt's auch weiterführende Links zu Infos und zur (kostenfreien) Bestellung der Studie. Eine komplette Online-Version der Studie gibt es offenbar (noch) nicht.

EDIT:
Hatte gestern mein Exemplar in der Post. Fazit nach dem ersten Querlesen:
Alle die etwas mit Gewerkschafts- und / oder Betriebsratsarbeit zu tun haben oder sich dafür interessieren, besorgt euch das Teil!

https://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/union-busting-in-deutschland-ah77.html
https://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/user_data/stiftung/Aktuelles/AH77/AH_77_UnionBusting_Info.pdf
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

admin

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 3465
Re:Gewerkschaften
« Antwort #335 am: 21:08:22 So. 06.Juli 2014 »
Weiter oben aus diesem Thread (http://www.chefduzen.de/index.php?topic=80.300)
Zitat
Die Verdienste der IG Metall für mehr Rüstung in Deutschland
Berthold Huber redete auf dem Fischmarkt, gegenüber auf dem anderen Elbufer liegt die Werft Blohm und Voß. Sie baut Fregatten und U-Boote, auch für die Bundesmarine. Das hätte er sicher vor 35 Jahren skandalisiert, als er noch führendes Mitglied beim KABD (Kommunistischen Arbeiterbund Deutschland), heute MLPD war. Heute ist er, wie der IGM-Vorstand für mehr Rüstung!


Unsere Gewerkschaftsführer haben nicht nur Verdienste in Sachen Hartz IV und Flexibilisierung der Arbeitswelt vorzuweisen sondern auch, was die Außen- und Verteidigungspolitik anbelangt: German foreign policy schrieb am 8.9.2011.  "Die Industriegewerkschaft Metall bekennt sich zum Umbau der Bundeswehr zur global operierenden  Interventions- und Besatzungsarmee und fordert eine drastische  Ausweitung der deutschen Rüstungsexporte".

Das war kein Ausrutscher, sondern das ist noch heute "Gewerkschaftspolitik":

Zitat
Waffenfähige Drohnen aus Deutschland
Gewerkschafter für mehr Rüstung

Ein weiterer Sprecher der IG-Metall will die europäische Drohne. Auch Betriebsratschefs machen fordern Waffenexporte.
http://www.taz.de/Waffenfaehige-Drohnen-aus-Deutschland/!141878/

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8053
Re:Gewerkschaften
« Antwort #336 am: 09:44:30 Sa. 06.September 2014 »
Hier herrscht scheinbar die Meinung vor, daß die Gewerkschaften unter einer schlechten Führung leiden, die nicht bereit oder in der Lage ist, die Interesse der Mitglieder anständig zu vertreten.

Ich glaube, daß diese Kritik zu kurz greift. Die Schuld liegt nicht allein bei Leuten wie Hoffmann, Bsirske oder Vassiliadis. Schon gleich nach Kriegsende wurde der DGB aufgebaut (auch der CIA hatte seine Daddeln da drin) um eine Organisation zu haben, die eine Unruhe der Arbeiterschaft auffangen und auf ungefährliches Terrain leiten kann. Statt die von Natur aus entgegengesetzten Interessen von Kapital und Arbeit anzuerkennen, wird stets von einer Sozialpartnerschaft geredet. Die Gewerkschaften verhalten sich wie ein Wurmfortsatz der Unternehmerverbände. Sie stützten und stützen die Einführung von Hartz IV und die Ausweitung der Leiharbeit.

Es ist auch das Prinzip schon ein Problem, daß den Eindruck hinterläßt, es gäbe eine Organisation, die die Probleme im Betrieb löst. Ohne die eigene Aktivität der Arbeiter und den Druck, der dadurch entsteht, kann auch die beste Gewerkschaft nichts erreichen. Genau das wird aber nicht gefördert. Im Gegenteil, es besteht kein Interesse an einem selbstständigen Handeln der Belegschaft.

Ein Gewerkschaftsmitglied ist auch nicht automatisch politisch gut drauf. Eine Studie ergab sogar leicht höhere rassistische Tendenzen, als unter dem Durchschnitt der Bevölkerung. Für ein politisches Bewußtsein wären aktive Auseinandersetzungen und eine lebendige Diskussionskultur nötig.

In verschiedenen Betrieben sind Betriebsräte sogar über das Vorhandensein von Leiharbeiter glücklich, denn die werden bei Auftragseinbrüchen zuerst vor die Tür gesetzt und so kann sich die Stammbelegschaft "sicherer" fühlen.


Wir sollten aber nicht vergessen, daß unser Feind das Kapital ist und nicht die Gewerkschaften. Sie sind nur meist kein brauchbares Werkzeug für den Kampf. Wir sollten uns für unabhängige Diskussionen, unabhängiges Denken und unabhängige Kämpfe einsetzten. Das muß man versuchen gemeinsam anzugehen, unabhängig davon, ob jemand in der Gewerkschaft ist oder nicht.
.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

schwarzrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4516
Re:Gewerkschaften
« Antwort #337 am: 10:20:41 Sa. 06.September 2014 »
Das passt ja:

Zitat
Bahnstreik
Gewerkschaftsboss will Lokführer bremsen


DGB-Chef Hoffmann bittet den Beamtenbund um Hilfe im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn: Laut "SZ" soll die Lokführergewerkschaft GDL zur Ordnung gerufen werden - sonst drohe ein Imageschaden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/bahnstreik-der-lokfuehrer-dgb-boss-hoffmann-fuerchtet-imageschaden-a-990174.html

Manchmal möchte ich gewissen leuten nur noch in die fresse hauen.  :(
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13418
  • Waldkauz (8>
Re:Gewerkschaften
« Antwort #338 am: 15:45:12 Sa. 06.September 2014 »
Und wer dachte, das der Sommer schon scheiße war (also der EX DGB- Chef; nicht die Jahreszeit) muss jetzt bemerken das es noch schlimmer werden kann!
Wenn die Basis nicht bald aufwacht, wird es bald keine Basis mehr geben! >:(

schwarzrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4516
Re:Gewerkschaften
« Antwort #339 am: 08:56:38 Fr. 12.September 2014 »
Spd-Nahles will endlich die kämpferischen gewerkschaften fertigmachen, geht ja nicht, das in diesem land ernsthaft arbeitskämpfe 'vitale Funktionen unsere gesamten Landes lahmlegen', durch sowas beschissenes wie forderungen nach vernünftigen lohn und auskommen.
Danke Spd und DGB!

Zitat
GDL-Urabstimmung über Streik
Der Bahn fehlen die Worte


Die Lokführergewerkschaft fordert mehr Gehalt bei weniger Arbeitszeit – und ist kampfbereit. Kritik kommt von der Bahn, aber auch von Andrea Nahles.

...
Die Tarifverhandlungen mit der bundeseigenen Bahn wurden am 20. August nach der dritten Runde ergebnislos beendet. Die GDL fordert fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will das nicht nur für Lokführer, sondern auch für Zugbegleiter, Speisewagen-Gastronomen, Lokrangierführer und andere Berufsgruppen durchsetzen. Für diese Beschäftigten hat bislang die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die Tarifverträge ausgehandelt.

Die GDL lehnte am Donnerstag das jüngste Angebot der Bahn ab, in dem Tarifstreit mit Moderatoren weiterzukommen. Für diese Aufgabe habe die Bahn die Vorsitzenden von Beamtenbund (DBB) und Gewerkschaftsbund (DGB), Klaus Dauderstädt und Reiner Hoffmann, vorgeschlagen, teilte die GDL mit.
Warum werden nicht gleich Grube (Bahn) und Nahles (sozialverräterpartei) als 'moderatoren' vorgeschlagen, das wäre ähnlich neutral, wie die vorgeschlagenen vorsitzenden von DBB und DGB!
Zitat
Wenig Kompromissbereitschaft

Die Bahn sei aber nicht von ihren „Einschränkungen und Vorbedingungen“ abgerückt. Sie habe zudem ihre fundamentalen Positionen gegen Tarifpluralität und Koalitionsfreiheit wiederholt, heißt es in der GDL-Erklärung. „Auf Zeit spielen und dabei weiter vom Zugpersonal Überstunden verlangen, wird es mit der GDL jedoch nicht geben“, sagte Weselsky.

...

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bekräftigte angesichts der Streiks von Lokführern und Piloten ihre Absicht, in Kürze einen Gesetzentwurf zur Tarifeinheit vorzulegen. Viele Menschen zeigten Unverständnis für diese Streiks, sagte sie im Bundestag. Das Prinzip „ein Betrieb, ein Tarifvertrag“ solle in Deutschland wieder gelten.

Grundsätzlich sollte aus Sicht der SPD-Politikerin das Solidaritätsprinzip gelten, nämlich: „Alle streiken gemeinsam für alle.“ Nun schauten wenige nur auf sich, sagte Nahles. Dass einige Spartengewerkschaften im eigenen Interesse „vitale Funktionen unsere gesamten Landes lahmlegen, ist nicht in Ordnung. Es untergräbt ... den Zusammenhalt und unserem Land, und es legt auch die Axt an die Wurzeln der Tarifautonomie.“
http://taz.de/GDL-Urabstimmung-ueber-Streik/!145853/
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19706
  • Fischkopp
Re:Gewerkschaften
« Antwort #340 am: 11:20:40 Fr. 12.September 2014 »
DGB und SPD zeigen keinerlei Scham mehr.
Die versuchen nicht einmal mehr arbeitertümelnd aufzutreten, die positionieren sich gut sichtbar auf Seiten der Wirtschaft.

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 5595
Re:Gewerkschaften
« Antwort #341 am: 12:08:50 Fr. 12.September 2014 »
Bin durch Zufall über den aktuellen Entgelttarifvertrag für das Bäckerhandwerk gestolpert:
http://www.biv-wl.de/innungsbaecker/tarifvertraege/entgelttarifvertrag/

Man beachte vor allem die Entgeltgruppe 16 (!) und vergleiche die Stundenlöhne mit den anderen Entgeltgruppen!
Kein Wunder daß die Zahl der Vollzeitjobs immer weiter abnimmt, wenn die Gewerkschaft solche Anreize schafft.
Unfassbar, was die NGG da abgschlossen hat.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 19706
  • Fischkopp
Re:Gewerkschaften
« Antwort #342 am: 10:43:48 Do. 18.September 2014 »
Geht's nicht noch etwas ekelhafter!?!

Zitat
TTIP
DGB vollzieht Kehrtwende bei Freihandelsvertrag

Bisher lehnten die Gewerkschaften das transatlantische Abkommen ab. Nun hat SPD-Chef Sigmar Gabriel sie umgestimmt. In einem Positionspapier, das der SZ vorliegt, bekennt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund zum TTIP.


Kurz vor dem Parteikonvent der Sozialdemokraten hat SPD-Chef Sigmar Gabriel sich wichtigen Rückhalt für das umstrittene transatlantische Freihandelsabkommen TTIP gesichert.

In einem gemeinsamen Positionspapier mit Gabriels Bundeswirtschaftsministerium bekennt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund im Grundsatz zu dem Abkommen. Die Gespräche mit den USA könnten helfen, die Handelsbeziehungen zu intensivieren, heißt es in dem vierseitigen Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. "Das Abkommen könnte auch dazu beitragen, faire und nachhaltige Handelsregeln global voranzutreiben und Maßstäbe zu setzen."

Seit Monaten beraten EU und USA über den Handelsvertrag. Er soll Zölle weitgehend abschaffen und Standards zwischen beiden Wirtschaftsräumen vereinheitlichen. Geplant ist zudem eine Klausel zum Schutz von Investoren.

Bisher hatten die Gewerkschaften die Verhandlungen meist ablehnend begleitet. IG-Metall-Chef Detlef Wetzel hatte das Abkommen schon im Frühjahr als "gefährlich" bezeichnet und den Abbruch der Gespräche gefordert. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi engagiert sich ebenfalls dagegen, und noch im Juli hatte selbst der DGB-Bundesvorstand gefordert, die Verhandlungen auszusetzen. Auch in der SPD gibt es massive Vorbehalte. An diesem Samstag soll sich ein Parteikonvent damit befassen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/ttip-dgb-sagt-ja-aber-zu-freihandelsvertrag-1.2134179

Troll

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 9388
  • A Dry Sponge is a Happy Sponge
Re:Gewerkschaften
« Antwort #343 am: 18:13:49 Do. 18.September 2014 »
Mit Unterstützung der Agenda 2010 haben sie angefangen sich freiwillig zu entmachten, warum jetzt damit aufhören?
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

schwarzrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4516
Re:Gewerkschaften
« Antwort #344 am: 18:32:11 Do. 18.September 2014 »
Zitat
TTIP
DGB vollzieht Kehrtwende bei Freihandelsvertrag

Nun hat SPD-Chef Sigmar Gabriel sie umgestimmt.

Ob man 'die' (DGB-hörigen) 'gewerkschaften' überhaupt noch eigenständig nennen kann, weiss ich nicht.
Dazu ist es zu deutlich, dass die ihr fähnchen immer zu sehr in den Spd wind hängen.

Und das fette schwein gabriel hat nun mal entschieden, dass das TIPP gut für 'die wirtschaft', oder besser für ihn als 'wirtschaftsminister' ist.
Also nicht wundern, es sei denn, man wundert sich, dass es immer noch spinner gibt, die die Spd wählen, oder sie gar für 'links' halten.
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht